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Bittere Orangen

Claire Fuller , Susanne Höbel
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.09.2018
ISBN 9783492059213
Genre: Romane

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Kind Nr. 95

Lucia Engombe , Peter Hilliges
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.09.2004
ISBN 9783548258928
Genre: Biografien

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Die Katze und der General

Nino Haratischwili
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Erschienen bei HörbucHHamburg HHV GmbH, 31.08.2018
ISBN B07GPKKNNK
Genre: Sonstiges

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung
Dieses Buch hat mich sehr überrascht! Und zwar im positiven Sinne! Es hat mich aber auch ganz tief ge-/berührt.

Wir lernen Doris kennen, eine 96 jährige Frau, die ein buntes Leben gelebt hat und am Ende ihres irdischen Weges steht. Das ist ihr bewusst. Deshalb hatte sie vor einger Zeit angefangen ihr Leben für ihre Großnichte Jenny niederzuschreiben. Dies macht sie anhand der Menschen, die ihr im Laufe der Zeit über den Weg gelaufen sind und die in irgendeiner Form eine gewichtige Rolle für sie gespielt haben. Alle Namen sind fein säuberlich dem ABC nach in ihrem roten Adressbuch notiert, das Doris damals mit 10 Jahren von ihrem Vater zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte.

Mit 96 hat man leider die meisten geliebten Menschen bereits hinter sich gelassen. So auch Doris. Bis auf Jenny ist niemand mehr am Leben, der ihr etwas bedeutet. Fast jeder Name im Adressbuch ist durchgestrichen. Dahinter hat Doris immer “TOT” vermerkt.

So erfahren wir in angenehmen kurzen Kapiteln, wie Doris als sehr junges Mädchen von ihrer Mutter fortgeschickt wird, warum sie nach Paris gelangt und wie sie Allan, die große Liebe ihres Lebens, kennenlernt. Doch die schönen Zeiten sind bald vorüber, der Zweite Weltkrieg bricht aus. Auch Frankreich und Paris sind betroffen. Doris nächster Weg führt sie nach Amerika, wo sie schwere Schicksalsschläge hinnehmen muss. Über einen ungewollten Umweg über England gelangt sie schließlich wieder nach Schweden, in ihre alte Heimat.

Die Autorin hat ein wundervolles, einfühlsames und berührendes Buch geschrieben. Sie zeigt ehrlich und nachvollziehbar die Probleme und das Leid eines sehr alten Menschen auf, dessen Umwelt ihn nicht mehr richtig warhnimmt und ihn nicht mehr als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft betrachtet. Ja, alte Menschen können auch stur und eigensinnig sein. Doch dahinter verbirgt sich auch ofmals der Frust, nicht mehr so aktiv sein zu können wie früher. Sehr schön stellte Sofia Lundberg dieses Thema dar und beschreibt, wie angestrengt sich Doris gegen die Bevormundung wehren muss, nicht gegen ihren Willen ins Pflegeheim abgeschoben zu werden. Wenn man sich Zeit lässt über solche Sachen nachzudenken, erkennt man, wie realitätsnah diese Szenen beschrieben sind. Somit kratzt das Buch in seiner Tiefe auch an aktuellen Problemen, die wir derzeit auch in Deutschland haben.

Ohne den Krieg zu groß zu thematisieren bringt die Autorin in ihrem Buch den Zweiten Weltkrieg unter und positioniert darin einen lebenslange Liebe, die mir am Ende richtiggehend ans Herz ging.

Wenn auch keine fordernde Literatur, so ist dieser Roman doch große Unterhaltungsliteratur, die das hält, was sie verspricht. Ein interessantes Debüt, das einen fragen lässt: Wie viele solcher Geschichten verbergen sich in den Leben der alten Menschen, die (leider) nie ihren Weg nach außen finden werden?


Fazit
Wer gerne eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art lesen möchte, der ist bei Lundbergs Buch genau richtig. Manchmal sachlich, manchmal rührend und dann wieder überaus traurig – all das findet man in dieser Geschichte. Sie ist so, wie das Leben selbst, unbeeinflussbar und überraschend. Man sollte sich darauf einlassen und genießen. Prädikat: absolut lesenswert!

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Tags: alter, leben, liebe, schweden   (4)
 

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Oxen. Der dunkle Mann

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger , Dietmar Wunder
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783742404121
Genre: Krimi und Thriller

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Was ich euch nicht erzählte

Celeste Ng , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423145992
Genre: Romane

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Befreit

Tara Westover , Eike Schönfeld
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2018
ISBN 9783462050127
Genre: Biografien

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Die Prophezeiung des magischen Steins

Stephan M. Rother
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verl, 17.07.2018
ISBN 9783522621649
Genre: Fantasy

Rezension:

(3,5 Sterne)

Kurzmeinung:

Genre: Fantasy

Handlung: Dafydd, ein etwas zurückhaltender Junge, der noch alles vor sich hat, das Leben zu erkunden beginnt, schmerzlich verliebt ist in die unerreichbare Prinzessin, wurde auserwählt, Träger des magischen Steins zu sein. Es gibt Unruhen im Land und alle Sterne stehen auf Krieg. Können er und seine Gefährten mit Unterstützung der Magie und des ungewöhnlichen Steins noch alles zum Guten wenden?

Charaktere: Der Autor hat eine interessante Gruppe zusammengestellt, die sich in die Fantasywelt von Elben, Zwergen, Hexen, Gnomen unvm. sehr gut einfinden. Ein jeder hat seine Stärken und Schwächen und seinen eigenen Wiedererkennungswert. Leider konnte ich gerade zur Hauptfigur Dafydd keinen richtigen Bezug finden. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Hingegen begeisterte mich die Hexe Morgat umso mehr. Mit ihrer erfrischenden, vorlauten Art mischte sie immer wieder alles und jeden auf.

Spannung: An Spannung hatte ich deutlich mehr erwartet. Das ist auch mein größter Kritikpunkt. Rother kann schreiben und vor allem beschreiben. Doch hier hatte ich oftmals das Gefühl, dass es mir zu viel ist. Die Geschichte kam mir viel zu langsam in Gang und ich musste an einigen Stellen aufkommende Langeweile überwinden.

Schreibstil: Der Autor hat einen sehr eigenen Schreibstil, mit dem er sich von vielen anderen Autoren abhebt. Durch seine bildhafte Sprache erschafft er eine in sich stimmige Welt, die man sich sehr gut vorstellen kann. Obwohl er hier, da es sich um ein Jugendbuch handelt, das sprachliche Level recht niedrig hält, erscheint mir die Sprache für eine*n 12-jährige* Leser*in doch noch zu anspruchsvoll. Etwas ältere Jugendliche, die versierte Fantasyleser sind, werden aber gut zurechtkommen. Die Geschichte ist auch mit viel Wortwitz gespickt. Für Leser, die es gerne humorvoll mögen, genau richtig. Ich persönlich bevorzuge die etwas ernsteren Geschichten. Wenn Humor unbedingt sein muss, dann doch lieber der schwarze.

Ende: Der Schluss erschien mir etwas zu hastig. Hier hätte der Autor gerne noch ein paar Seiten mehr hinzufügen dürfen. Dennoch schlüssig und rund.

Fazit: Ein insgesamt interessantes Buch aus dem Bereich High Fantasy, das den Leser in die typische und ursprüngliche Welt der magischen Geschöpfe führt. Die Abgeschlossenheit der Geschichte, der Humor und die detailhaften Beschreibungen werden junge Leser begeistern können. Wer den Alltag mal ausschließen und sich auf einen märchenhafte Reise begeben möchte, ist bei diesem Buch genau richtig. Wer ernstere und tiefer ausgearbeitete Fantasygeschichten bevorzug, dem rate ich zur “Erwachsenenliteratur” des Autors zu greifen.

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Sechs Koffer

Maxim Biller , Christian Brückner
Audio CD
Erschienen bei Parlando ein Imprint von Argon, 08.08.2018
ISBN 9783839871133
Genre: Romane

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106 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 18 Rezensionen

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Die kleine Sommerküche am Meer

Jenny Colgan , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2018
ISBN 9783492313230
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags: chick lit, liebe, schöttland   (3)
 

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Lila, Lila

Martin Suter
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 01.07.2005
ISBN 9783257290981
Genre: Romane

Rezension:

(3,5 Sterne)

Kurzmeinung

Genre: Roman, Liebe

Handlung: David kommt der Zufall zu Hilfe. Das Manuskript, das er in der Schublade des gerade gekauften Tisches entdeckt, begeistert Marie. Sie liest viel, möchte Literatur studieren und ist gleich Feuer und Flamme für David, als dieser ihr erzählt, dass er “Lila, Lila” geschrieben hat. Doch Lügen haben kurze Beine, wie der Volksmund sagt, und so verstrickt sich David zunehmend in seinem neuen Leben, das auf einer Lüge basiert. Er hat jedoch keinen Einfluss mehr auf die weiteren Entwicklungen und plötzlich erscheint jemand, der sich David zu erkennen gibt, der weiß, dass er “Lila, Lila” nicht geschrieben hat.

Charaktere: Martin Suter vereint verschiedene interessante Charaktere in seinem Buch. Eine verzwickte Dreiecksgeschichte entsteht, mit der zwei von dreien ganz unglücklich sind. David, der glücklose und etwas lethargische junge Mann, der plötzlich in den Vordergrund rückt und damit überhaupt nicht umgehen kann. Marie, eine aufgeweckte junge Frau, die weiß was sie will, bleibt an David hängen, da sie ihn für jemand andere hält. Ihre Beziehung funktioniert zu Beginn, da sie sich in den Autor David verliebt hat. In jemanden, der Literatur liebt und sogar ein Teil davon ist. Sie wundert sich zunehmend, warum ihre Beziehung, die Liebe zu David, langsam bröckelt. Diese Spannung zwischen Lüge und Leben zu verfolgen, emfpand ich als sehr gelungen. Leider bleibt David aber die ganze Geschichte über recht blass. Manchmal wirkt er regelrecht emotionslos und debil.

Spannung: Sie Spannung steigert sich durch den Auftritt eines Mannes, der behauptet, der Autor des Manuskriptes zu sein, das David im Nachtschränkchen gefunden hat. Wird er David auffliegen lassen? Wie weit wird David ihn sich in sein Leben drängen lassen? Wird Marie irgendwann klar werden, dass sie mit David nichts gemeinsam hat, und dass sie nur die Vorstellung eines Davids liebt, den sie sich ausgedacht hat? Der Verlag erwartet von David ein weiteres Buch. Wie wird er aus dieser Situation herauskommen?

Schreibstil: Martin Suter hat einen angenehmen Schreibstil, der sich sehr gut lesen liest. In den Passagen, die auf der Frankfurter Buchmesse spielen und das Verlagswesen darstellen, erkennt man auch die Kritik des Autors am Verlagswesen. Leider hat der Roman ein paar Längen, die einen dazu verleiten, sie überspringen zu wollen. Manch Beziehungsverwicklung weniger, dafür eine tiefere und emotionalere Darstellung des Protagonisten hätte der Geschichte sehr gut getan.

Ende: Das Ende hat mich dann doch noch ein klein wenig überrascht und ich finde es gelungen. Wo manche Autoren am Schluss versagen, gelingt Suter der Abschluss ausgezeichnet.

Fazit: Ein Buch, das erst ganz leicht daherkommt, sich als reine Liebesgeschichte tarnt, um dann doch weitereThemen zu entfalten. Als Leser kann man sich mit den Fragen beschäftigen, wie man selber in so einer Situation reagieren würde. Ist so eine Notlüge in Ordnung, wenn man damit sein Leben zum Positiven wenden kann? Ab welchem Zeitpunkt wäre es richtig gewesen, die Lüge aufzudecken? Lenkt man seinen Blickwinkel auf Marie, müsste man sich fragen, was man an einem Menschen / Partner eigentlich liebt. Sind es die inneren Werte? Redet man sich seine eigene Beziehung auch schön, um nicht sehen zu müssen, was falsch läuft? Insgesamt eine schöne Geschichte, die ich gerne gelesen habe, die aber noch etwas mehr “Kick” und einen Protagonisten gebraucht hätte, der eine echte Entwicklung vollzieht.

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Vox

Christina Dalcher
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Erschienen bei Argon Verlag, 15.08.2018
ISBN B07F8R26Z4
Genre: Sonstiges

Rezension:

(2,5 Sterne)

Meine Meinung
Ein Buch, das im Vorfeld sehr gehypt wurde und damit auch mich gepackt hatte. Als ich dann mitbekam, dass das Hörbuch von Andrea Sawatzki gesprochen wird, fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Ich wollte das Hörbuch hören!

Der Einstieg ins Buch und das Thema ist ganz leicht. Ich hatte das Glück, das Buch in einer privat organisierten Leserunde besprechen zu können und deshalb kam ich in den Genuss, das Interview mit der Autrin lesen zu “dürfen”. Denn dieses Interview gibt es weder in der Buchausgabe noch im Hörbuch. Sehr schade, denn dort erfährt der Leser, dass das Buch nicht nur auf das Thema Feminismus festgemacht werden sollte (siehe auch Zitat oben in der Buchvorstellung). Christina Dalcher ist von Beruf Linguistin. Damit hat sie auch genau den richtigen Background, um das Thema Sprache bzw. Sprachverlust zu beleuchten und in ihre Geschichte einzubauen. Zudem erfährt man auch, dass VOX erst als Kurzgeschichte angelegt wurde, die sie dann in zwei Monaten zu diesem Buch ausgeweitet hat. Und genau darin liegt in erster Linie mein Problem. Oder besser gesagt, ist dies das Problem der Geschichte. Denn m.M.n. konnte die Autorin in dieser kurzen Zeit dem Buch nicht genug Tiefe geben, die es gebraucht und vom Thema her sogar verdient hätte.

Die Protagonistin Jean hat sich ihrem Schicksal ergeben. Sie musste sich ihr Handlungsfeld von der Regierung beschneiden lassen. Einst eine sehr gute Wissenschaftlerin, kann sie nun mit nur 100 Wörtern am Tag ihren Beruf nicht ausüben. Selbst wenn sie es könnte, dürfte sie nicht, denn in dem dystopischen Amerika des 21. Jahrhunderts werden Frauen durch Glaubensfanatiker, die in der Regierung was zu sagen haben, wieder auf ihre steinzeitalterlichen Aufgaben zurückbeordert. Sie sollen sich um die Familie und den Haushalt kümmern und dabei ihren Mund halten. Sie werden entmachtet, bevormundet und zu häuslichen Dienern degradiert.

Abgesehen von der Beschneidung der Frauenrechte, zeigt sich auch, welch schlimme Auswirkungen das für die junge und insbesondere die weibliche Generation hat, denn Mädchen dürfen ebenso nicht sprechen, was und soviel sie wollen. Sie lernen somit als Kinder nicht genug Wörter, um ausreichend gebildet zu sein und um sich treffend ausdrücken zu können. Mütter werden darin beschnitten, ihre Kinder bspw. auch mit Worten zu trösten, zu loben und aufzumuntern. Wie sollen komplizierte Sachverhalte erklärt werden, wenn es nicht genug Wörter dafür gibt? All dieses Sorgen hat Jean, vor allem in Hinblick auf ihr jüngstes Kind, die kleine sechsjährige Sonia. Wird sie jemals einen eigenen Haushalt richtig führen können? Wird sie in der Lage sein eigene Kinder großzuziehen oder wird sie mehr oder weniger ein stupfer Roboter sein? Werden sich ihre Söhne gegen die Indoktrination wehren können? Diese und noch viel mehr Fragen irren während des Lesens im Kopf. Was wird aus einer Nation, die auf die Hälfte der Intelligenz ihrer Bürger verzichtet? Kann sie sich international noch positionieren und bestehen? Wie sieht die Zukunft für so ein Land in weiteren 50 Jahren aus?

All das machte beim Lesen im ersten Drittel wütend und ein richtig beklemmendes Gefühl! Doch dann gibt es leider einen großen Bruch. Jean bekommt die einmalige Chance ihr Wörterarmband abzulegen und an der Entwicklung eines Mittels mitzuwirken, das der Bruder des Präsidenten ganz dringend benötigt. Sie darf unbegrenzt reden, forschen, mit anderen in Kontakt treten. Jetzt habe ich erwartet, dass Jean als starke Frau großes leistet. Aber die Autorin lässt sie nicht. All die anfänglichen Vorbereitungen, die man nun weiter hätte vertiefen können, verlieren sich in Oberflächlichkeiten: Eine Romanze, kein richtiger Widerstand, Egoismus und viel Liebe. Viele Handlungen konnte ich ab hier nicht mehr richtig verstehen und nachvollziehen. Dalcher hat den Leser einfach abgehängt. Als Leser bzw. Hörer bekommt man nicht mehr mit, wie es zu bestimmten Handlungen, Situationen und Entscheidungen gekommen ist. Die dystopischen Fragen werden nicht fortgeführt und weiterentwickelt. Alles plätschert nur vor sich hin.

Dann kam das Ende und meine Enttäuschung war vollkommen! Dieser halbherzige und hastige Ausgang gefiel mir überhaupt nicht. Ein Buch mit dieser fantastischen Idee hätte ein richtiges Statement verdient! Umso mehr, da wir uns wieder in einer politisch schwierigen Zeit befinden, in der die Sprache für rechtes und schlechtes Gedankengut missbraucht wird, in der oftmals wieder laut wird, dass Frauen zurück an den Herd und zur Familie sollen. Es ist eine Zeit, in der viele schweigen, wenn sie laut werden müssten, ihre Stimme erheben, bevor sie in dieser Freiheit, wie im Buch, eingeschränkt werden. Das Ende hätte m.M.n. eine Warnung darstellen müssen, damit man sich noch mehr bewusst wird, was uns blüht, wenn wir einen bestimmten Weg einschlagen und eine falsche Abbiegung nehmen.

Aber so hat die Autorin alles Potential ihrer Geschichte verschenkt. Sehr, sehr schade! Das Buch hätte mehr Zeit bei der Entstehung gebraucht um Handlungsstränge zu vertiefen, zu verbinden und den Themen sowie den Charakteren mehr Tiefe geben zu können.


Zum Hörbuch
Leider konnte auch die Sprecherin das Hörbuch nicht mehr aufwerten. Andrea Sawatzki hat eine wundervolle Art die Geschichten einzusprechen! Ich habe ihre Stimme im Ohr, wenn sie Emmi Rother von “Gut gegen Nordwind” ist oder Beatrice Kaspary aus Ursula Poznanskys Krimi-Reihe, Flavia de Luce von Alan Bradley oder wenn sie die Bücher von Jiliane Hoffman interpretiert. Das Buch ist durch Sawatzki ein Hörgenuss, an dessen Inhalt sie aber leider nichts ändern kann. Wer Hörbücher liebt und es trotzdem mit dem Buch versuchen will, dem empfehle ich es im Hörformat gerne weiter.


Fazit
Es bleibt ein Fazit übrig, das mich enttäuscht auf die Geschichte zurückblicken lässt. Ich wüsste sehr gerne, warum Christina Dalcher sich nicht mehr Zeit für ihr Buch gegeben hat, warum sie so gut angelegte Handlungsstränge oberflächlich im Sand hat verlaufen lassen. Es bleibt ein Buch, für das ich so viele Worte brauche, um meine Enttäuschung auszudrücken, weil ich es so gerne anders gehabt hätte! Mit diesem Buch hat die Autorin den Nerv der Zeit getroffen. Es könnte so kommen, es gibt viele reale Parallelen, doch zum Schluss wurde es seicht.

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Tags: dystopie, frauen, usa   (3)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Die Annäherung

Anna Mitgutsch
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 08.03.2016
ISBN 9783630874708
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung
Der Autorin ist ein bewegendes und ausdruckstarkes Buch gelungen. Zwei Protagonisten, zwei Handlungsstränge und so viel Trauriges und Unausgesprochenes in zwei Leben. Vater und Tochter, die sich auf unterschiedliche Art und Weise nach Liebe sehnten, denen aber jede Menge Worte fehlten, um sich wirklich nah zu sein.

Theo, Vater von Frieda, wird 97 Jahre alt. Während des 1. Weltkrieges als letztes Kind in eine schweigsame Bauernfamilie hineingeboren, muss mit Mitte 20 in den Krieg ziehen. Durch viel Glück überlebt er den 2. Weltkrieg und heiratet seine große Liebe Wilma. Doch Wilma stirbt sehr jung und Theo blebt mit Tochter Frieda zurück. Die kleine Familie und geborgene Zweisamkeit hat bald ein Ende. Berta wird Theos zweite Ehefrau, Frieda jedoch lehnt Berta als Stiefmutter ab. Theo entscheidet sich für Berta.

Anna Mitgutsch hat drei ziemlich sperrige Figuren geschaffen. Sie lässt sich viel Zeit sie zu charakterisieren. Das ganze erste Drittel lernen wir Theo, Frieda und Berta kennen und – nein, auf keinen Fall lieben. Alle drei Charaktere sind weit davon entfernt, als dass man sie mögen könnte. Berta ist eine egoistische, alte Frau. Herzlos besteht sie jahrelang darauf, dass Frieda nicht zu ihrer Familie gehören darf. Theo ist sein Leben lang unterwürfig und demütig, um das Maximum an Ruhe und Glück zu erfahren. Er dachte, damit würde er Zufriedenheit erlangen. Und Frieda, Frieda ist zu ängstlich und zurückhaltend, um von ihrem Vater das einzufordern, was ihr zusteht.

Diese drei Menschen müssen viele Verluste akzeptieren und verarbeiten. Es gibt viele Tote zu betrauern: Ehefrau, Mutter, Kinder, Enkel – aus jedem Blickwinkel ein anderer Schmerz. Nach und nach offenbart uns Anna Mitgutsch die Hintergründe und rundet damit das Bild und den Charakter der jeweiligen Figur ab.

Und dann kommt Ludmila. Die ukrainische Pflegerin, die nicht alles versteht, die aber durch ihre Art in Theo neue Lebensfreude weckt. Bei ihr fühlt er sich gut aufgehoben, angenommen und verstanden. Sie ist ihm näher als seine eigene Tochter es jemals war oder werden könnte. Sie ist es, die den schweigsamen und wortkargen Theo zum Sprechen bringt. In ihrer Gegenwart fällt ihm das Erinnern und Erzählen leicht. Für sie findet er die richtigen Worte. Für sie wird Theo zum ersten Mal in seinem Leben mutig und handelt selbstbestimmt. Doch für vieles ist es leider viel zu spät. Theo ist ein alter Greis, der seinen letzten Abschnitt bereits gelebt hat. Sein 97 Jahre alter Körper hat keine Kraft mehr.

“Sie späte Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die im Dunkeln lag und ihm nie zuvor etwas bedeutet hatte, weckte in Theo eine Lust auf die Fremde, aus der Ludmila kam. Wie ein Findling in der Landschaft machte sie ihn neugierig auf den Boden, aus dem sie herausgeschleudert worden war, er fand, sie war im falschen Leben, am falschen Ort.” (S. 182)

Ein Handlungsstrang, aus der Erzählerperspektive, ist ganz nah an Theo. Im zweiten, der in der Ich-Form geschrieben ist, berichtet Frieda. Damit kommt man als Leser direkt an sie ran, emotional aber bleibt sie einem dennoch fern. Die Antipathie, die sie ausstrahlt, bildet eine Distanz, die nicht (leicht) überwunden werden kann. Sie findet keinen Ausweg aus ihrer Einsamkeit ihrer Trauer und machte es dem Leser schwer, sich für sie zu begeistern. Sie hadert sehr mit der Vergangenheit ihres Vaters, der im 2. Weltkrieg Soldat an der Front war. Was hat er gemacht damals? Wie viele Menschen hat er getötet? Hatte er Spaß daran? Ab wann ist man (mit)schuldig? Jahrzehnte lang versuchte sie auf diese und andere Fragen Antworten von Theo zu bekommen. Man ist versucht ihr zuzurufen: “Nun ist es gut, lass ihn in Ruhe, er ist ein alter Mann”. Und dann erschrickt man vor den eigenen Worten! Ist es wirklich gut? Ab wann ist es denn genug?

“Allein die Fakten sprachen gegen ihn [Theo]. Es ging nicht darum, ob meine Vorstellungskraft ausreichte, ich hatte es von ihm selber hören wollen, von meinem Vater, weil jede Geschichte anders war, die Millionen von Geschichten der Opfer und die Millionen von Erfahrungen und Täter, der Mitläufer und Mitwisser, und keine glich der anderen.” (S. 121)

Das Ende ist sprachlich intensiv! Es finden sich viele schöne und weise Sätze zum Alter, der Würde und den vielen Emotionen, die Menschen haben, auch wenn sie kurz vorm Tod stehen. Ich las begeistert und war gleichzeitig traurig, dass dieses tiefsinnige Buch bald zu Ende sein würde.

Mir ist nicht ganz klar, was genau die Intention der Autorin mit diesem Buch war. So verarbeitet und verwebt sie einige schwere Themen in dieser Geschichte, die alle zusammen ein gehaltvolles Buch ergeben. Denn neben dem Alter, des Zusammenseins im Alter, dem Zerwürfnis von Eltern und Kindern, dem Tod von Elternteilen und jungen Menschen, geht es im letzten Drittel um das Kriegstagebuch von Theo, durch das Frieda, wie auch der Leser, die einzelen Stationen Theos im 2. Weltkrieg nachvollziehen kann. Hier wird der Krieg im Osten sichtbar. Dabei wird auch das Thema Deportation von ukrainischen Juden angeschnitten bzw. thematisiert. Friedas Suche nach Ludmila ist sehr geschichtsträchtig und lädt zur weiteren Recherche ein.

“Jeder Mensch bekommt eine bestimmte Zeit im Kontinuum der Menschheitsgeschichte und jeder bekommt seine Herkunft und bestimmte Eigenschaften vererbt, die alles bestimmen, jedenfalls fast alles, was er sein wird. Mit dem Rest freien Willens kann er sich ein Leben lang herumraufen und versuchen, ihm seinen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken und sich von der Hypothek seiner beschädigten Eltern zu befreien.” (S. 418)

Fazit
Dieses Buch ist ist nicht für jedermann. Auf dieses Buch muss man sich mit all seiner Langsamkeit einlassen, das Ende sacken lassen können, um das Ganze zu begreifen. Es ist eine Geschichte ohne Sympathieträger. Getragen wird es von der sprachlichen Intensität und Weisheit. Zu guter Letzt erhält man durch einen Kunstgriff auch noch historische Informationen zur Ukraine und ihrer Geschichte im Zweiten Weltkrieg. Fantastisch und absolut lesenswert!

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36 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

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Ida

Katharina Adler , Petra Morzé
Audio CD
Erschienen bei Argon, 25.07.2018
ISBN 9783839816523
Genre: Romane

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

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Als die Tage nach Zimt schmeckten

Donia Bijan , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 06.07.2018
ISBN 9783548290393
Genre: Romane

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Das Leben, das wir begraben

Allen Eskens
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Audible Studios, 05.04.2018
ISBN B07BHK27K8
Genre: Sonstiges

Rezension:

Kurzmeinung

Genre: Krimi, Thriller

Handlung: Joe muss für sein Studium ein Interview mit einem älteren Menschen führen. Da er niemanden aus seinem familiären Umfeld wählen will, versucht er sein Glück in einem Altenheim in seiner Nähe. Dort trifft er auf den todkranken Carl, der sich bereit erklärt, bei dem Projekt mitzumachen. Er ist ein verurteilter Mörder. Joe spricht mit Carl, nimmt Einsicht in die Prozessakten und fängt an an Carls Schuld zu zweifeln.

Charaktere: Der Autor hat ein paar sehr interssante Charaktere geschaffen. Joe, der aus einem sehr schwierigen Elternhaus kommt, hat es auf die Universität geschafft und muss aber für seinen Unterhalt selbst aufkommen. Seine Mutter kümmert sich mehr schlecht als recht um den jüngeren, autistischen Bruder, der bei ihr lebt. Sie ist ein sehr kaputter, egoistischer, drogen- und alkoholsüchtiger Mensch. Laila, die Nachbarin und Joes Angebetete, hilft ihm Carls “Fall” aufzuarbeiten. Sie hat auch ihr eigenes Päckchen aus der Vergangenheit, an dem sie an manchen Tagen schwer zu tragen hat. Und dann ist da noch Carl. Hat er das Mädchen damals getötet oder nicht? Wie viel Zeit bleibt, um das Ganze zu untersuchen und auf Fragen Antworten zu bekommen, bevor er seinem Krebsleiden erliegt?

Spannung: Ziemlich langsam baut sich die Spannung auf. Es gibt berechtigte Zweifel an Carls Schuld. Ein wichtiger Code aus dem Tagebuch des Opfers wird geknackt. Joe und Laila fangen auf eigene Faust an zu recherchieren und zu ermitteln, was sehr gefährlich wird. Denn, wenn Carl nicht der Mörder ist, läuft der eigentliche Mörder noch frei herum! Wie wird alles ausgehen? Kann Carls Unschuld nachgewiesen werden? Wird er es dann noch erleben?

Schreibstil: Durch die gewählte Ich-Form ist man immer sehr nah am Geschehen. Man fühlt alles, was Joe widerfährt. Die Geschichte wird nie ausschweifend. Auch wenn ab einem bestimmten Zeitpunkt klar war, wie sich die Geschichte entwickeln und ausgehen wird, blieb ich gerne am Hörbuch dran.

Ende: Es gibt ein paar Situationen, die versuchen, die Geschichte in eine andere Richtung zu drängen. Der Schluss ist nicht ganz überraschend. Für meinen Geschmack sogar ein bisschen zu rund.

Hörbuch: Mir gefiel die Stimme des Sprechers sehr. Ich folgte ihr gerne, da sie nie aufdringlich wirkte. Die verschiedenen Charaktere wurden von Oliver Erwin Schönfeld sehr gut und nachvollziehbar interpretiert.

Fazit: Ein Debüt, das sehr langsam an Spannung gewinnt und die Story entfaltet. Insgesamt habe ich etwas mehr Thrill erwartet, da der Festa Verlag, der das Print herausgegeben hat, für extreme Geschichten bekannt ist. Da man ab einem gewissen Zeitpunkt den Fortgang erahnen kann, fallen auch einige Spannungsmomente weg. Dass sogar der Code, der das wichtigste Element zur Lösung des Falls ist, damals nicht von der Polizei sondern ziemlich laienhaft geknackt wurde, lässt den Krimi etwas an Genialität einbüßen. Dennoch ein ganz gutes Buch. Eingefleischte Thrillerliebhaber sollten die Finger vom Buch lassen. Empfehlenswert aber für Leser, die zu spannende und zu gruselige Bücher nicht so mögen. 3.5 gute Sterne.

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Das Lächeln der Vergangenheit (DuMont Reiseabenteuer)

Birgit Weidt
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 04.04.2018
ISBN 9783770182916
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung
Birgit Weidt hatte Tramperglück! Das erste Auto, das anhielt und ihr anbot sie mitzunehmen, gehörte dem Häuptling des Stammes in Couli bei La Foa; es war Häuptling Bergé. Diese Begegnung war der erste und wichtigste Schritt, um Neukaledonien, eine Insel im südlichen Pazifik, von ihrer ursprünglichen Seite erkunden und erleben zu dürfen.

Was nun folgte, machte mich regelrecht neidisch! Die Autorin erhielt die Erlaubnis, ein paar Tage im Dorf des Häuptlings bleiben zu dürfen und das Leben dort kennenzulernen. Durch Häuptling Bergé knüpfte Birgit Weidt Kontakte zu anderen Stämmen und erhielt Einladungen und Informationen zum ursprünglichem Leben im Busch. So heißt alles, das sich außerhalb der Hauptstadt Noumea befindet. Noumea ist westlich geprägt und den europäischen Städten ähnlich.

Die Ureinwohner Kaledoniens nennes sich selber Kanak und ihr Land kanaky.

“Das wird vom Wort Kanak, Mensch, abgeleitet und bedeutet übersetzt Menschenland.” (S. 35)

Für den ersten Besuch / Kontakt bei einem Stamm wird ein faire la coutume gemacht und es werden Geschenke übergeben.

“Dabei handelt es sich jedoch um eine traditionell vorgeschriebene Gabe, die in einer bestimmten Art und Weise überbracht wird, um eine Verbindung zwischen dem Gast und dem Gastgeber zu knüpfen.” (S. 36)

Dabei erfahren wir auch, dass ein sehr kleiner Eingang in das traditionelle Haus des Häuptlings führt. So wird sichergestellt, dass jeder, der hinein möchte, sein Haupt beugen muss, um eintreten zu können. Ob er will oder nicht.

Die Stämme haben Heiler, die auf eine bestimmte Art auch Magier sind. Sie glauben an die Seelen ihrer Ahnen, an Wiedergeburt, dass mache Seelen sich Tierkörper aussuchen und “Nachrichten” überbringen können und dennoch sind sie Christen und gehören dem katholischen bzw. dem evangelischen Glauben an. Die Missionare brachten ihre Religion mit und seltsamerweise wurde dieser von den Ureinwohnern angenommen. Sie sind in der Lage an Gott und Jesus zu glauben und gleichzeitig ihre Traditionen weiterzuführen. Sehr spannend!

Sehr imponiert haben mir die Gemeinschaftshäuser. Wer Lust hat andere Dorfbewohner zu treffen, gemeinsame Zeit nach der Arbeit mit ihnen zu verbringen, sei es beim Fernsehen oder spielen, begibt sich in so ein Gemeinschaftshaus. Jeder Dorfbewohner hat dort seine eigene Schlafmatte und somit seinen eigenen Schlafplatz. Diese Häuser gibt es schon sehr lange. Sie gehen auf die zeit zurück, als nicht jeder genug Geld hatte, sich ein eigenes Haus zu bauen. So wurde ein sehr großes Gemeinschaftshaus errichtet, um all die zu beherbergen, die sonst (nachts) obdachlos gewesen wären.

Weiterhin erfahre ich, dass der bekannte Fußballspieler Christian Karembeu ein echter Kanak ist! Ich bin kein Fußballfan, doch dieser Name ist auch mir ein Begriff. Selbst das Gesicht, als ich danach gesucht habe, war mir bekannt. Die Autorin erfährt, warum dieser französischer Nationalspieler sich weigerte die Nationalhymne Frankreichs mitzusingen. Der Schlüssel ist seine kanakische Herkunft und wie Frankreich 1931 seine beiden Großväter (und noch andere Inselbewohner) nach Paris brachte und sie im dortigen Zoo für Besucher wie Tiere ausstellten und sie damit erniedrigten.

Die Kanak richten sich nicht nach unserem gregorianischen Kalender. Sie lehnen ihren “Kalender” an das Wachstum der Yampspflanze aus. Somit hat Zeit für sie keine echte Bedeutung. Eine Arbeit wird so lange verrichtet, bis sie fertig ist. Danach wird so lange ausgeruht, bis eine erneute Arbeit zu erledigen ist. So gibt es viel weniger Stressfaktoren, was den Kanak zugute kommt. Sie sind vom Wetter abhängig und wie ihre Aussaat wächst und gedeiht. Anstatt sich vom Wecker aus dem Schlaf reißen zu lassen haben sie Hähne und den einheimischen Kuckuck.

In Neukaledonien spielen die Frauen Kriket. Warum? So einfach kann es nämlich sein:

“>>Warum nicht?<<, erwiedert sie. >>Da gibt es viele Gründe. Weil Frauen länger vom Herd weg sein können. Weil sie sich gerne bewegen. Weil sie die Machete gegen einen Schläger austauschen wollen. Weil sie gerne mit anderen Frauen zusammen sind – und das nicht nur beim Flechten.<<” (S. 177)

Vielleicht habt ihr schon gemekrt, dass ich von diesem Reisebericht richtig begeisert bin! Mehr erzählen, möchte ich nicht. Am besten ist es, ihr holt euch das Buch und lasst euch für Neukaledonien begeistern, so wie ich!

Fazit
Wer eine ganz neue Welt entdecken möchte, wer möchte, dass ihn sofort das Reisefieber und die Reiselust packt, der sollte ganz schnell zu diesem Buch greifen und sich von der Autorin nach Neukaledonien entführen lassen. Absolute Leseempfehlung mit zwei Extra-Sternchen!

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Die Adoption. Band 2

Zidrou , Arno Monin
Fester Einband
Erschienen bei Splitter-Verlag, 20.04.2018
ISBN 9783958395305
Genre: Comics

Rezension:

Meine Meinung: VORSICHT SPOILER AUS BAND 1!
Der zweite Teil fängt ca. 1,5 Jahre nach dem ersten an. Qinaya ist in ihre Heimat zu ihrer leiblichen Mutter zurückgekehrt. Doch Gabriel will sie nicht gehen lassen. Er hat eine Weile gebraucht, um mit ihr warm zu werden und anzunehmen, dass er von jetzt auf nachher Adoptiv-Opa geworden war. Doch kaum war der Funke übergesprungen, ging er voll in seiner Funktion auf.

Mutig wagt er sich in ein ihm unbekanntes Land und sucht Qinaya. Doch er muss feststellen, dass 1,5 Jahre für so einen kleinen Menschen viel Zeit bedeuten. Geknickt akzeptiert er, dass Qinaya nicht mehr zu seiner Familie gehört bzw. er nicht mehr zu ihr und ihrer Familie gehört. In all seiner Trauer begegnet er einem anderen Vater, der seine Tochter bei dem Erdbebenunglück (aus Band 1) verloren hat und nun darauf wartet, dass sie genetisch identifiziert wird, damit er sie nach Hause überführen kann. Die beiden Männer kommen sich näher und nutzen die Wartezeit um Sightseeing in Peru zu machen. Durch die Gespräche mit dem anderen Vater wird Gabriel gezwungen an seinen eigenen Sohn zu denken, der im Gefängnis ist und zu dem er den Kontakt abgebrochen hat.

Dieser zweite Teil ist traurig und voller Schmerz. Viele Verluste müssen bewältigt und verarbeitet werden. Monin schafft es aber ganz wundervoll diese Trauer und Düsternis in die Bilder einzuarbeiten. Sein Zeichenstil ist sehr speziell, intensiv und detailgetreu. Beim Betrachten der Gesichtszüge kann jede Emotion abgelesen werden. So gelingt es Zidrou und Monin die gewollten Emotionen beim Leser zu wecken. Der Autor behält auch in diesem Teil einen ganz bestimmten Galgenhumor bei, der die Geschichte aufzulockern vermag.

Fazit
Eine Geschichte, die mehrfach tief unter die Haut geht. Der Fokus auf die Familie, die Liebe von Eltern zu Kindern (und umgekehrt) im Alter ist auf wenige Seiten faszinierend transportiert und umgesetzt. Die Worte und insbesondere die Bilder berühren und bringen einen zum Nachdenken. Eine sehr lesenswerte Geschichte, die wichtige Themen auf eine ganz spezielle Art darstellt.

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Die Adoption. Band 1

Zidrou , Arno Monin
Fester Einband
Erschienen bei Splitter-Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783958395299
Genre: Comics

Rezension:

Meine Meinung
Seit Kurzem habe ich meine Liebe für Comics bzw. für Graphic Novels wieder entdeckt. Ich weiß nicht genau, welche Definition diese beiden unterscheidet, doch das ist letztendlich zweitrangig.

Ganz sanft, fröhlich und positiv kommt die Geschichte daher. Ein schweres Unglück ist geschehen, viele Menschen sind gestorben und Familien wurden entzweigerissen. So auch Qinayas. Doch das kleine 4jährige Mädchen hat großes Glück! Es gibt eine französische Familie, die sie adoptiert hat und sich mit ihr so gerne als Familie vergrößern möchte. Alle empfangen Qinaya mit offenen Armen, nur der vermeintliche Großvater Gabriel nicht. Er muss sich erst daran gewöhnen, dass sein Sohn, nun auch schon Mitte 40, ein Mädchen aus einem so fremden Land als Tochter auf- und angenommen hat. Zu Beginn fällt es ihm sehr schwer. Doch es ist wunderschön zu beobachten und zu begleiten, wie die Kleine sein Herz erobert, sich dort einnistet und er sie nie mehr wieder gehen lassen möchte. Ein schlimmes Ereignis droht nämlich die Familie auseinanderzureißen…

Wenn man sich in die Geschichte und die Bilder fallen lassen kann, dann erhält man hier eine wundervolle Story, die durch den feinen und farblich absolut getroffenen und auf die jeweilige Stimmung abgestimmten Zeichenstil, schön abgerundet wird. Oftmals sind keine Worte nötig, denn die Bilder sprechen ihre eigene Sprache. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Sequenzen zum Schmunzeln lockern die Geschichte auf, die am Ende nichts mehr zum Lachen übrig hat.

Mir hat sehr gut gefallen, dass die Geschichte auch Vorurteile der Gesellschaft Fremden gegenüber aufzeigt. So wird ein paar Mal mit Sprüchen auf Qinayas Herkunft eingegangen, wie sie üblicherweise so salopp von Menschen alltäglich eingeworfen werden, die entweder verletzen wollen oder ihre Worte nicht reflektieren und nicht merken, dass sie rassistisch sind.

Das erste Mal habe ich größeren Wert auf den Text gelegt, um zu verstehen, um was es geht. Im zweiten Durchgang habe ich mich auf die Feinheiten der Zeichnungen konzentriert und dabei sehr viele Kleinigkeiten entdeckt, die darlegen, wie intensiv sich der Zeichner mit der Geschichte und ihrer Ausstrahlung auseinandergesetzt hat. Bravourös!

Fazit
Wer eine Geschichte mit Tiefe auch mal aus einem anderen Blickwinkel entdecken möchte und dabei auf Worte verzichten kann, wird hier für seinen Mut belohnt. Wer auf visuelle Entdeckungsreise gehen will, der wird sich von dieser Graphic Novel / diesem Comic nicht mehr so schnell lösen und gleich Band 2 bestellen wollen. So wie ich. Denn Qinaya ist herzerwärmend und man möchte sie glücklich sehen.

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49 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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Scythe – Die Hüter des Todes

Neal Shusterman , Pauline Kurbasik , Kristian Lutze , Torsten Michaelis
Audio CD
Erschienen bei Argon, 21.09.2017
ISBN 9783839815649
Genre: Jugendbuch

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15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der Zorn der Gerechten (Scythe 2)

Neal Shusterman
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Argon Verlag, 18.04.2018
ISBN B07C7LRDR6
Genre: Sonstiges

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Böses Kind (Alanna 1)

Martin Krist
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Ronin-Hörverlag, 01.06.2018
ISBN 9783961540808
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurzmeinung

Genre: Thriller, Krimi

Handlung: Frei und Albers sind seit Jahren ein eingespieltes Team. Sie kennen ihre Stärken und Schwächen und haben ihre eigene Art an Fälle und deren Lösung ranzugehen. Kaum ist der letzte Fall gelöst, eilen sie zum nächsten. Es gibt eine Verbindung zwischen einer gefundenen Leiche, die vorher gefoltert und sehr übel zugerichtet wurde und der vermissten Jacqueline, der 14jährigen Teenagerin, die mit ihren beiden Brüdern bei der völlig überforderten Mutter lebt.

Charaktere: Zu seinen Figuren hat sich der Autor einige Gedanken gemacht. Er stellt Suse, die mit ihrem Leben und den Kinder ziemlich überfordert ist, sehr authentisch dar. Ich konnte (als Mutter) sehr gut nachvollziehen, wie ihr ihre nicht so leichte Situation komplett über den Kopf gewachsen ist. Sie verhält sich, wie ich es von ihr erwartet hatte. Kriminalkommissar Henry Frei ist ein ganz spezieller Charakter. Ihn zeichnen mehrere Punkte aus. Sehr gut gefällt mir, dass er eine intakte Ehe mit einer interssanten Frau an seiner Seite führt. Seine Teenagertochter und der autistische Sohn komplettieren die Familie. Freis Ticks, wie die Überpünktlichkeit und sein Ordnungssinn machen ihn menschlich. Kollegin Albers, gerade erst Mutter geworden, kämpft mit einer (mir auch nachvollziebaren) Dauermüdigkeit. Tagsüber bei der Arbeit, nachts schläft das Baby natürlich nicht durch, muss sie ihr neues Leben erst noch in den Griff kriegen.

Spannung: Martin Krist gelingt es, den Leser / Hörer bei der Stange zu halten. Durch häufige Perspektivenwechsel und zwei Handlungsstränge, die erst kurz vor Schluss die Verbindung zueinander offenbaren, steigert sich die Spannung permanent.

Schreibstil: In kurzen, wechselnden Kapitel, führt der Autor den Leser / Hörer durchs Buch. Neben den beiden Haupthandlungssträngen gibt es noch weitere, die wohl für die ganze Reihe von Bedeutung sind, im aktuellen Band deshalb offen bleiben. Nicht alle Fragen werden beantwortet. Der Autor lässt hin und wieder Liedpassagen einfließen, die ich persönlich nicht unbedingt benötigt hätte. Sie störten eher meinen Lesefluss, als das sie den Inhalt des Buches bereichert / weitergebracht hätten. In den Abschnitten, in denen Henry Frei die Hauptperson ist, wird die fortschreitende Uhrzeit permanent erwähnt. Auf Dauer ging mir das etwas auf die Nerven. Sowas ist eben Geschmackssache.

Ende: Das Ende kommt rasant, da plötzlich die Uhr tickt und ein weiteres Leben auf dem Spiel steht. Das Geheimnis ist gelüftet, der Mörder entlarft, jetzt muss er nur noch gefasst werden. Bis zur Auflösung konnte ich den Mörder nicht bennennen, was m.M.n. sehr für den Autor spricht.

Hörbuch: Leider konnte mich der Sprecher Matthias Lühn nicht so richtig überzeugen. Insgesamt liest er sehr gut. Mein Problem jedoch war seine Charakterisierung der Figuren. Das “Bild”, das er ihnen damit verpasste, entsprach nicht meiner Vorstellung. Mit seiner Art zu lesen wurde ich leider nicht warm.

Fazit: Ein rasanter und interessanter Thriller, der meisterhaft ineinander verschachtelt ist und erst zum Schluss die Zusammenhänge begreifen lässt. Ein gelungener Einführungsband mit Potential nach oben, der große Lust auf die nächsten macht. Teil 2 “Stille Schwester” liegt als eBook schon auf meinem Reader bereit!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Stille Schwester

Martin Krist
E-Buch Text: 219 Seiten
Erschienen bei R&K, 16.07.2018
ISBN B07FN5QS1W
Genre: Romane

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Auf alles vorbereitet - Lifehacks Mit Kindern unterwegs

Silke Elzner , Marie Geißler
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 04.05.2018
ISBN 9783770184842
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung
Mit zwei kleinen Kindern in der Familie bin ich für wertvolle Tipps jederzeit offen. Die Ferien- und Reisezeit ist oftmals die stressigste überhaupt, obwohl man sich in dieser eigentlich erholen möchte. So ein Ratgeber kann deshalb manchmal von großem Vorteil sein.

Ich griff beherzt zu diesem Buch und wurde nicht enttäuscht! Zuerst einmal sieht es durch die bunte Aufmachung sehr ansprechend aus und machte mir große Freude und Urlaubsstimmung. Ich finde auch, dass die Illustrationen innen sehr schön aussehen und gelungen sind.

Der Inhalt ist logisch aufgeteilt:

1. Vorfreude und Vorbereitung: Hier bekommt man wertvolle Tipps und Anleitungen, an was alles im Vorfeld gedacht werden soll. Dies beginnt bereits mit der Wahl des Urlaubsziels und wie am besten entschieden wird, wohin es gehen soll, welches Fortbewegungsmittel das richtige sein und wie Packlisten aussehen könnten. Insbesondere haben mir hier die Packtipps sehr gut gefallen.

Manche Familien reisen getrennt und da ist es von großem Vorteil, eine eidesstattliche Erklärung des*der Parnters*in sowie eine Notrufnummerliste dabeizuhaben. Dem Grunde nach weiß man das, wenn es hektisch wird, werden solche Sachen in bestimmten Situationen dann doch ganz leicht vergessen. Die 10 Gründe für den titelgebenden ZIP-Beutel haben mir auch sehr gefallen und leuchteten mir ein.

2. Endlich Abfahrt: Stichpunkte, wie Reisekrankheit und Maßnahmen dagegen sowie Spiele als auch andere wichtige Tipps während der Reisezeit fürs Auto, die Bahn oder im Flugzeug fehlen in diesem Abschnitt nicht. Für jeden ist was dabei. Die 10 Gründe, warum man immer einen oder mehrere Karabinerhaken (in versch. Größen) dabei haben sollten, finde ich absolut wertvoll.

3. Gemeinsame Zeit: In diesem letzten Abschnitt gibt es sehr viele nützliche Tipps und Ideen, wie man sich mit einfachen Mitteln vor Ort helfen kann, sei es im (Hotel)Zimmer oder am Strand. Schöne Vorschläge, um entschleunigt, entspannt und voller Spaß Ausflüge mit Kindern unternehmen zu können fehlen hier auch nicht. Das Highlight sind hier das Rezept für Stockbrot und die 10 Gründe, warum man immer ein Hamamtuch dabei haben sollte. Ich war sehr überrasscht, wie vielfältig dieses leichte Strandtuch einsetzbar ist!

Zum Schluss gibt es noch ein paar Seiten mit Spielvorlagen, die man kopieren oder den Kindern direkt in die Hand geben kann. Lustig, hübsch, bunt! Wer sich Notizen machen möchte, hat sogar ganz hinten im Buch ein paar vorgefertigte Notiz-Seiten.


Fazit
Mich konnte das Buch überzeugen! Vieles weiß man schon oder hat es selbst bereits ausprobiert. Doch wie leicht vergisst man das eine oder andere und in diesem Buch ist alles komplett beisammen. Es sind keine extra Zettel mehr nötig. Mit Post-Its kann man ganz einfach die Punkte markieren, die für einen selber wichtig oder / und interessant sind. Fährt man los, packt man das Buch einfach in die Tasche oder den Rucksack und hat es immer griffbereit. Und da man nie weiß, wofür man ein Gummiband alles mal brauchen könnte, ist im Einband hinten eines zum Herausnehmen sogar dabei! Absolut praktisch!

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Die Goldene Legende

Nadeem Aslam , Bernhard Robben
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei DVA, 04.09.2017
ISBN 9783421047557
Genre: Romane

Rezension:

(3,5 Sterne)

Meine Meinung
Der Autor ist neu für mich und ebenso Lektüre aus seinem Geburtsland Pakistan. Das einzige Buch, das ich über Pakistan gelesen habe, ist die Autobiografie von Malala Yousafzai. Danach wollte ich mehr über Pakistan erfahren und landete deshalb bei “Die goldene Legende”.

Sehr auffällig und für mich spannend ist, dass der Autor, der schon als Jugendlicher Pakistan verlassen musste und deshalb seit vielen Jahren in London lebt, einen europäischen Schreibstil (angenommen) hat. Erwartet hatte ich eine etwas blumigere Sprache, wie ich es von arabischen und orientalischen Autoren gewohnt bin.

Nadeem Aslam hat ein sehr trauriges Buch geschrieben, in dem es kaum Hoffnung für eine bessere Zukunft gibt. Dies ist mein Gefühl, nachdem ich das Buch zugeklappt hatte. All seine unterschiedlichen Charaktere, seien sie Christen, Muslime, Akademiker, Rikschafahrer, Frauen, Männer, Geistliche oder normale Bürger, alle sie leben ein schweres Leben, oftmals in großer Angst und Unterdrückung. Somit stellte sich mir die Frage, ob es wirklich so ist, dass Pakistan auf eine Art und Weise ein verlorenes Land ist?

Ein Schwerpunkt der Buches ist die Unterdrückung von Christen durch fanatische Muslime. Natürlich leiden nicht nur sie unter den Fanatikern. Auch normale muslimische Bürger, wie der Imam der Moschee in Nargis´ Nachbarschaft als auch seine Tochter haben es schwer. Die Fankatiker haben sich bei ihnen eingenistet und bestimmen ihr Leben. Mir fehlte jedoch dabei insgesamt der etwas ausgleichende Pol des normalen Lebens. Gibt es denn keines? Haben die Fanatiker in Pakistan dermaßen die Oberhand? Falls es so ist, erschreckt es mich, so wenig über dieses Land zu wissen und zu hören.

Ein weiterer Punkt ist die Korruption hochrangiger Offiziere und Geheimdienste, das der Autor in seiner Geschichte verarbeitet. Nargis hat das Pech durch den Unfall, der ihren Mann das Leben gekostet hat, mit so einem Offizier in Berührung zu kommen. Fortan muss sie auch Angst um ihr Leben haben, ist auf der Flucht vor ihm und es scheint keinen positiven Ausweg für sie zu geben.

Als das Geheimnis der Protagonistin Nargis für mich als Leser gelüftet wurde, war ich überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Der Autor bindet dieses Geheimnis und die Auswirkungen dessen sehr gut in seine Geschichte über die Gesellschaft Pakistans ein. Neben Nargis gibt es noch weitere interessante Charaktere, die die Handlung vervollständigen. Einer davon ist Imran (Moskau genannt), ein junger Mann, der aus Kaschmir nach Pakistan geflohen ist und sich nun verstecken muss, da er aus der Organisation, die ihn paramilitärisch ausgebildet, unerlaubt verlassen hat. Sein Schicksal führt ihn zu Nargis und Helen, mit denen er fortan auf der Flucht ist. Leider blieben aber alle Charaktere etwas kalt. Ich interessierte mich für ihr Schicksal, ihr weiteres Leben, doch konnte ich ihnen nicht nah genug kommen. Ich fand keine richtige Sympathie ihnen gegenüber.

Je mehr man im Buch vorankommt, umso größer werden die Punkte, die der Autor in seinem Buch anschneidet und verarbeitet. Neben dem schweren Leben der Christen, den fanatischen Muslimen, den Selbstmordattentaten kommen der Kaschmir-Konflikt hinzu, Drohnenkriege der USA, Korruption der Geheimdienste als auch die Anwendung der Scharia in Pakistan. Dadurch fühlte sich für mich die Geschichte etwas überladen an. Manchmal ist weniger mehr.


Fazit
Der Autor konnte durch sein Buch mein allgemeines Interesse für Pakistan, wie auch für Kaschmir, wecken. Ich habe es sehr gerne gelesen, hatte aber gem. dem Klappentext eine etwas andere Geschichte erwartet. Eine, die sich intensiver mit dem Geheimnis von Nargis befasst und auch den “Verkünder der Geheimnisse” entlarft. Diese sind lediglich Mittel zum Zweck, nämlich, Pakistans Geschichte und Gesellschaft dem Leser näherzubringen. Nichtsdestotrotz werde mich nun intensiver mit der Geschichte Pakistans uns Kaschmirs befassen und nach weiterer Lektüre suchen. Ein gutes Buch, für das ich 3,5 Sterne vergebe, es mir aber etwas anders gewünscht hätte.

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