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Geflüchtet

Abdullah Al-Sayed , Kerstin Kropac
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Arena, 16.02.2018
ISBN 9783401603292
Genre: Jugendbuch

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Tags: flucht, krieg, minderjährig, syrien, syrienkrieg   (5)
 

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Flucht aus Syrien: Neue Heimat Deutschland?

Kristin Helberg , Gesa Köbberling , Barbara Schramkowski , Olaf Jantz
E-Buch Text: 304 Seiten
Erschienen bei Hirnkost, 23.07.2018
ISBN 9783945398821
Genre: Sachbücher

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Wo drei Flüsse sich kreuzen

Hannah Kent , Anja Kirchdörfer Lee , Leonie von Reppert-Bismarck , Vera Teltz
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 08.09.2017
ISBN 9783957130785
Genre: Historische Romane

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Geheime Geschichten für Frauen, die Saris tragen

Balli Kaur Jaswal , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.06.2018
ISBN 9783442486618
Genre: Romane

Rezension:

Kurzmeinung

Genre: Roman, Humor, Erotik

Handlung: Nikki versucht ihren eigenen Weg für ihr Leben zu finden. Was nicht ganz so einfach ist, denn sie ist zwar Londonerin, doch durch ihre indischen Wurzeln fühlt sie sich nicht ganz frei von der indischen Tradition. Zumal ihre Schwester nun auch noch den Partner fürs Leben auf die traditionelle Art und Weise sucht und Nikki sich dadurch ungewollt wieder mehr mit ihrer Herkunft auseinandersetzen muss. Auf der Suche nach einem neuen Job begegnet sie im Sikh-Tempel indischen Witwen, die ihr einen neuen Blickwinkel auf ihre Herkunft und die Traditionen geben.

Charaktere: Die Protagonistin ist die 22 jährige Nikki, die ihren Lebensweg fernab ihrer Wurzeln finden will. Sie versucht stark zu sein, für sich selbst zu sorgen und scheitert daran, dass sie eigentich nicht so richtig weiß, was sie wirklich will. Sie hält sich mit kleinen Jobs über Wasser, damit sie ihre Wohnung über der Bar, in der sie bedient, bezahlen kann. Sie möchte gerne die Anerkennung ihrer Mutter, der jedoch Nikkis eingeschlagener Weg missfällt.
Auf der anderen Seite ist die inhomogene Gruppe von Sikh-Witwen, die einen Schreibkurs belegen. Sie können weder Schreiben noch Lesen. Der Sikh-Tempel schreibt einen Kurs dafür aus, für den Nikki ausgewählt wird. Ein jede Witwe hat / hatte ihr Päckchen zu tragen, ob jung oder alt. Unter ihnen gibt es stärkere wie auch schwache Persönlichkeiten. Welche, die von Neid zerfressen aber auch solche, die neugierig und wissbegierig sind.
Als letzt wäre noch Kulwinder zu nennen. Die Leiterin der “Frauenabteilung” im Tempel. Sie hat ihre Tochter Maya auf grausame Art verloren. Das hat sie gebrochen. Sie hat sich von allem zurückgezogen und einen negativen Blick auf ihre Umgebung entwickelt, der es ihr oftmals schwer macht, mit ihren Mitmenschen zurechtzukommen.

Spannung: Dies ist kein Krimi, somit gibt es keine Spannung im wörtlichen Sinne. Als Leser ist man aber daran interessiert, wie der “Witwen-Kurs”, der eine Eigendynamik entwickelt, sich auf Nikki und die jeweiligen Witwen auswirken wird. Werden sie an Selbstvertrauen gewinnen? Werden sie aus ihrem unsichtbaren Dasein ausbrechen können und die Traditionen an der einen oder anderen Ecke umschiffen? Wird Nikki mit einem Sikh, den sie zufällig im Tempel kennengelernt hat, die Liebe finden?
Und wer ist das, der Kulwinder (ver)folgt? Hat das was mit dem Tod ihrer Tochter zu tun?

Schreibstil: Ein Buch, das sich gut und leicht lesen lässt. Die “geheimen” Geschichten der Witwen, die sich als erotische Geschichten entpuppt haben, sind nicht schmutzig oder anstößig, sondern hin und wieder voller Traurigkeit und / oder mit Humor gespickt.

Ende: Nach einigem Hin und Her wird alles aufgelöst und es bleiben keine offenen Fragen zurück. Ein Buch, von dem man ein Happy End erwartet und nicht traurig ist, wenn alles so kommt, wie erhofft.

Fazit: Die Autorin hat in ihrem Buch viele Vorurteile, Klischees und Schattenseiten der indischen Sikh-Tradition aufgezeigt und beleuchtet. Dabei kommt die arrangierte Ehe, die Ehre der Familie über die Ehre der unberührten Töchter, das Leben und die Integration im Ausland, die Unterdrückung von (Ehe)frauen und die Gewalt ihnen gegenüber und noch viele weitere Themen aufs Papier. Was jetzt vielleicht etwas überladen klingt, ist im Buch sehr gut gelöst und fühlt sich nicht überfrachtet an.

Positiv hervorheben möchte ich das Verzeichnis am Ende des Buches, das viele fremde Begriffe erklärt und somit das Lesen und das Verständis erleichtert.

Meine Kritik ist nun gar nicht so leicht zu fassen. Die Autorin hat ein leichtes, trauriges, humorvolles und erotisches Buch geschrieben, das gar nicht so verkehrt ist. Leider konnte ich, außer den Informationen zum Leben und den Problemen von Sikh im Ausland, hier in London, für mich nicht mehr mitnehmen. Die erotischen Geschichten hätte ich nicht in diesem Maße erotisch gebraucht. Hier wäre die echte Übersetzung des Originaltitels “Erotic Stories for Punjabi Widows” wohl besser gewesen. Dann wüsste man ganz genau, was man zu erwarten hat. Ich habe “geheime” Geschichten nicht unbedingt als “erotische” Geschichten identifiziert und eine etwas falsche Vorstellung von dem gehabt, was mich erwartet. Zudem fiel es mir recht schwer, Sympathie für Nikki zu gewinnen. Manches Handeln war nicht ganz nachvollziehbar.

Insgesamt ein interessantes aber leichtes Buch, das für Zwischendurch gut lesbar ist, aber nicht lange nachhallen wird. Ganz nett zu lesen, muss man aber nicht gelesen haben.

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Nussschale

Ian McEwan , Bernhard Robben
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.01.2018
ISBN 9783257244151
Genre: Romane

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Die Schmetterlingsinsel

Corina Bomann , Elena Wilms
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 08.03.2013
ISBN 9783869091242
Genre: Romane

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Haymatland

Dunja Hayali
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.10.2018
ISBN 9783550200175
Genre: Sachbücher

Rezension:

Meine Meinung
Die Autorin hat hier ein sehr persönliches Buch geschrieben. Sie gibt viel von ihrer Familie, von ihren eigenen Gedanken und Gefühlen preis. In sehr verständlicher, einfacher und gut lesbaren Sprache erzählt Dunja Hayali, wie ihre Eltern sich kennengelernt haben und wie es dazu kam, dass sie letztendlich in Deutschland hängengeblieben sind. Diese Geschichte ähnelt allen anderen “Elterngeschichten” von Kindern mit Migrationshintergrund. Fast alle Eltern wollten ein paar Jahre bleiben, das Studium beenden, etwas Geld verdienen. Berufserfahrung sammeln und dann mit dieser “bunten Tüte” voller materiellen und immateriellen Schätzen nach Hause in die Heimat zurückkehren.

Wie bei so vielen zog sich die Entscheidung über die Rückkehr so lange hin, bis sie sich selbst in Deutschland beheimatet fühlten und deshalb geblieben sind. Hayalis Mutter wollte sogar in Deutschland beerdigt werden.

So kam es, dass die Autorin, in Deutschland geboren, sich als Deutsche fühlt und Deutschland als ihre Heimat benennt. Die Erklärungen und Beschreibungen für den Begriff “Heimat” und das Gefühl, das er auslöst, haben mir sehr gut gefallen. Sie drücken die Liebe, die Freude und das Glück, im Geburtslotto gewonnen zu haben, sehr gut aus.

Dass Menschen ihr Geburtsland verlassen, um in der Fremde, aus welchen Gründen auch immer, eine neue Heimat zu finden, ist wohl so alt wie die Menschheit selber. So nennt Dunja Hayali auch den bekanntesten Verfechter gegen Migration, der nur aufgrund der Auswanderung seiner Vorfahren genau dort ist, wo er jetzt ist:

“Donald Trump. Sein Großvater, Friedrich Trump, wanderte nämlich 1885 aus Kallstadt in der Pfalz in die USA aus. Er war Friseur (bitte fügen Sie hier einen Gedanken Ihrer Wahl ein) und hatte in der Heimat keine wirtschaftliche Perspektive. Im Nordwesten der USA und im kanadischen Yukon-Territorium häufte er mit einfachen Restaurants, die unter anderem Pferdefleisch verkauften, vor allem in den Jahren des Goldrauschs die Grundlage seines Wohlstands an. Davon zehrt sein Enkel noch heute.” (eBook Pos. 157 von 2013)


Leider ist es derzeit so, dass auch die Autorin öffentlich und in den (un)sozialen Medien von vielen Menschen ganz furchtbar unter der Gürtellinie angegangen wird, die ihr das Deutsch-Sein und Deutschland als ihre Heimat absprechen wollen. Und so fragt sie sich nicht zu unrecht:

“Wird es wirklich dazu kommen, dass jemand für mich entscheidet, was ich Heimat nennen darf, egal ob ein Minister oder selbsternannter Abendlandsverteidiger? Entscheiden die, wo ich leben darf? Grölen bald deutlich mehr Menschen als der kleine Haufen am Aschermittwoch 2018 im sächsischen Nentmannsdorf >>Abschieben!<>Kameltreiber<< oder >>Asyltouristen<< diffamieren?” (eBook Pos. 197 von 2013)


Ich folgte Dunja Hayalis Gedanken und Ausführungen sehr gerne. Es ist ein persönlicher Erlebnisbericht zum Thema “Deutsche mit Migrationshintergrund”, dem wachsenden Hass gegen solche Bürger, dem Versagen der Politik sich angemessen mit diesen Themen auseinanderzusetzen und Lösungen zu bieten. Sie nimmt aber auch die Medien und ihre Berufsgruppe unter die Lupe und in die Pflicht.

“Unser Job ist es nun einmal, Konflikte und ihre Auswirkungen schonungslos zu beschreiben und einzuordnen. Aber manchmal verlieren wir dabei das Positive, das Gelungene aus dem Blick.” (eBook Pos 1448 von 2013)


Fazit
Dies ist ein wunderbares Buch, das vor Lebenslust nur so sprüht. Und genauso intensiv benennt die Autorin darin aber auch ihr Missfallen an der derzeitigen Situation, die sie zwingt, sich in bestimmten Situationen und mit bestimmten Menschen unwohl zu fühlen. Sie will diese negative Entwicklung in Deutschland und in vielen Regionen auf der Welt, so nicht einfach hinnehmen. Wir müssen die Augen öffnen und erkennen, dass Deutschland bereits seit langem ein Einwanderungsland ist, nicht erst seit der Flüchtlingswelle von 2015. In Deutschland leben neben Türken auch viele Russen, Polen, Spanier, Franzosen, Griechen, US-Amerikaner und noch viele andere, die Deutschland seit Jahren bunt gemacht haben, mit ihren Sprachen und Kulturen bereichern und wir alle gemeinsam dafür sorgen müssen, dass es uns weiterhin so gut geht wie bisher. Dabei müssen wir von der Politik unterstützt werden, die nun auch anfangen müssen, sich um weitere Themen als die Flüchtlinge zu kümmern und all die “Abgehängten” wieder auffangen. Ich danke der Autorin für dieses besondere Plädoyer für ein WIR und dass wir dabei immer im Dialog bleiben, um voneinander zu lernen. Absolute Leseempfehlung!

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Tags: fremdenhass, migrationshintergrund   (2)
 

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Die Schwestern vom Ku'damm

Brigitte Riebe
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 23.10.2018
ISBN 9783805203371
Genre: Historische Romane

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Der Fledermausmann

Jo Nesbø , Günther Frauenlob , Uve Teschner
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei TIDE exklusiv, 13.11.2017
ISBN 9783844917079
Genre: Krimi und Thriller

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Tags: australien, harry hole, krimi, reihe, sydney   (5)
 

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Der Syrien-Krieg

Kristin Helberg
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 20.08.2018
ISBN 9783451381454
Genre: Sachbücher

Rezension:

Meine Meinung

Für mich ist das das wichtigste Buch des Jahres!

Es klärt den Leser als erstes über das syrische System und sein Regime auf. Wer ist Assad und seine regierende Baath-Partei? Wie kam es zur Machtübernahme?

“Auch nach der neuen Verfassung von 2012 kontrolliert der Präsident Exekutive, Legislative und Judikative. Bashar al-Assad erlässt Dekrete, ernennt Premierminister und Minister, bestimmt Mitglieder des Verfassungsgerichts und kann das Parlament auflösen. Dabei ist er als Präsident, Parteichef und Oberbefehlshaber durch Immunität vor Strafverfolgung geschützt (außer im Falle des Landesverrats).” (S. 16)

Nachdem man über einige historische Fakten und die Situation von heute Bescheid weiß, stellt uns die Autorin die Gesellschaft vor. DIE Syrer gibt es nicht. Sie sind kein homogenes Volk. In Syrien lebten Menschen mit verschiedenen religiösen Zugehörigkeiten: Sunnitische Muslime, Schiiten, Alawiten, Christen, Kurden, Drusen und weitere religiöse Minderheiten. Es gibt/gab Menschen, die Assad unterstützen und auch solche, die gegen ihn sind/waren.
Im zweiten Abschnitt des Buches wird nachvollziehbar erklärt, wie die syrische Gesellschaft zerrüttet wurde und zerfallen konnte und wie der IS sich inmitten der haltlosen Gesellschaft einnisten konnte und welche Auswirkungen das auf die dortige Bevölkerung hatte.

Als der Arabische Frühling in 2011 auch Syrien erreichte, hegten die Menschen große Hoffnung, dass auch in Syrien, ähnlich wie in Ägypten, eine friedliche Revolution von Erfolg gekrönt werden könnte. Doch die Revolution scheiterte, denn syriens Machtapparat war mit dem ägyptens keineswegs vergleichbar. In Syrien hatte der regierende Präsindent viel mehr zu verlieren, um das er mit Einsatz von schlimmster Gewalt bis heute noch kämpft!

Dabei unterstützen ihn viele internationale Mächte. Kristin Helberg nennt dies in ihrem 4. Kapitel “Spielfeld Syrien”. Auf diesem “Spielfeld” tummeln sich hauptsächlich Russland und der Iran. Des Weiteren “spielen” aber auch die USA, Saudi-Arabien und Qatar mit. Sogar die Türkei ist dabei, der Irak kann nicht so, wie er gerne möchte, Jordanien ist durch all die Flüchtlinge überlastet und der Libanon ist schon immer sehr eng mit Syrien gewesen… Wer nicht wirklich mitspielen will ist Europa. Dabei wäre es so wichtig, dass auch irgendjemand mal an die Bevökerung und ihren Schutz denkt, damit nicht so viele Menschen fliehen müssen. Die Autorin schlüsselt die Interessen der jeweiligen “Spieler” auf. Und plötzlich versteht man, warum sich bestimmte Mächte zu einem bestimmten Zeitpunkt einmischen oder raushalten. Dieses Kapitel ist sehr aufschlussreich und eröffnete mir eine neue Sicht auf den Krieg und den globalen Konflikt, der daraus entstanden ist.

Ich hatte vor dem Lesen nicht wirklich gedacht, dass man diesen Krieg, seine Mitstreiter und die Verhältnisse verstehen und durchschauen kann. Aber Kristin Helberg ist genau das gelungen. Und sogar noch mehr! Im letzten Kapitel zeigt sie Möglichkeiten und Handlungsempfehlungen auf, die kurz- und langfristig diesen Krieg beenden könnten.

“Er [der Syrien-Krieg] ist ein Weltkonflikt geworden, der die Grundfesten unseres internationalen Systems erschüttert und symptomatisch für eine neue Welt-Unordnung steht. Deshalb geht seine Lösung tatsächlich uns alle an.” (S. 201)

Dieser Konflikt hat sich spürbar in unserem Alltag eingenistet. Thema Nr. 1 sind Flüchtlinge. Dies geht so weit, sodass unsere Parteien ausschließlich mit diesem Thema Wahlkampf betreiben, um sich Stimmen zu sichern, anstatt sich auch um all die anderen wichtigen Belange unseres Landes zu kümmern.
Dieser Konflikt hat die Rechten und Rassisten erstärken und die AfD in alle Landtage sowie den Bundestag eindringen lassen.
Dieser Konflikt bringt all die unterdrückten hässlichen Seiten in unseren Mitmenschen hervor.

Und neben all diesen Punkten wächst eine junge syrische Generation auf, die kein Zugehörigkeitsgefühl kennt, sich nirgendwo willkommen fühlt, keine Heimatverbundenheit entwickeln kann, oftmals staatenlos und ohne Rechte ist, die getrennt von ihren Familien lebt, keine Perspektiven für ihre Zukunft sieht, ausgebeutet wird und höchst traumatisiert ist. Ist es das was wir wollen? Diesen Kindern ihre Zukunft nehmen?


Fazit
Ich bin sehr froh, dass die Autorin sich an die schwierige Aufgabe gewagt hat dieses Buch so umfassend und möglichst verständlich zu schreiben, damit alle Interessierten es gut lesen und daraus sehr viel mitnehmen können. Kristin Helberg erklärt den Konflikt und die Machtspiele, zu denen man nicht durchdringen kann, wenn man sich nicht genug mit der Materie auskennt. Sie liefert Argumente für Diskussionen, weckt Empathie und den Wunsch zu helfen und Unwissende zu überzeugen. Für mich, das wichtigste Buch des Jahres! Wer nur ein Buch im Jahr lesen kann, der sollte zu diesem hier greifen, denn dieser Krieg begleitet uns nicht nur schon so viele Jahre, er wird uns auch noch die nächsten Jahre begleiten und sich weiterhin schwerwiegend auf unser Leben auswirken. Wer jetzt unbedingt wissen will, warum das so ist, holt sich das Buch und liest!

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Tags: globaler konflikt, krieg, lösungswege, syrien   (4)
 

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Als Oma, Gott und Britney sich im Wohnzimmer trafen

Luna Al-Mousli
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Weissbooks, 27.08.2018
ISBN 9783863371715
Genre: Biografien

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Guten Morgen, Genosse Elefant

Christopher Wilson
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio, 16.08.2018
ISBN B07G22LGG2
Genre: Romane

Rezension:


Handlung 4
interessant, leicht übertrieben, mit Tiefgang, enthält Gewalt
Sprache 5
satirisch, bissig, Thema entsprechend
Charaktere 5
vielseitig, skurril, fiktive und historische
Ende 5
passend, rund, überraschend
Hörbuch 5
toller Sprecher, empfehlenswert

Gesamtwertung
4,8 / 5


Fazit:

Ein sehr interessantes Buch, das auf eine ganz eigene und spezielle Art und Weise mit dem Thema Kommunismus umgeht. Der Autor bedient sich eines lädierten und sehr naiven 12jährigen Jungen namens Juri, der als Vorkoster Stalins ins Zentrum der Macht gerät und somit unsere Brille auf die letzten Tage Stalins wird. Durch ihn erfahren wir von den Machenschaften der Politiker und des Scheiters des Kommunismus. Juri sieht aber versteht nicht alles. Was wiederum sein großes Glück ist, denn der Autor schreckt auch nicht vor Kindesmisshandlungen zurück. Der Kunstgriff durch die kühle und distanzierte Sprache, der Anwendung des satirischen Stilmittels, lässt für diese Misshandlungen kaum Emotionen zu. Dafür bin ich dem Autor sehr dankbar.

Als Satire ist dieses Buch sehr gelungen! Ich konnte lachen und doch ist mir das Lachen zum Ende hin auch im Halse stecken geblieben. Je mehr Juri erlebt und uns berichtet, desto mehr Tiefgang bekommt das Buch. Denn im Gegensatz zu Juri verstehen wir alles sehr wohl sehr gut.

Man kann die Eloquenz und Klugheit Juris kritisieren oder man sieht sie, so wie ich, als das überzogene Element, das es möglich macht, die Geschichte und ihren Inhalt auf diese spezielle Art und Weise erzählen zu können.

Ein überaus gelungenes Hörbuch mit einem tollen und passendem Sprecher! Ein Buch, das mich durch und durch überraschen und unterhalten konnte! Eine gelungene Geschichte, die Fiktion und historische Fakten wundervoll verbindet. Wo jedoch die Historie endet und die Fiktion beginnt, ist ohne Hintergrundwissen kaum auseinanderzuhalten und animiert den Leser deshalb zur weitere Recherche.

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Tags: russland, satire, stalin   (3)
 

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Flucht aus Lager 14

Blaine Harden , Udo Rennert , Samy Andersen
herunterladbare Audio-Datei: 256 Seiten
Erschienen bei Lindhardt og Ringhof Forlag, 02.01.2015
ISBN 9788711444122
Genre: Sachbücher

Rezension:

Meine Meinung

Der Autor interviewte über Jahre den ersten in so einem Lager geborenen und aufgewachsenen Nordkoreaner, der es geschafft hat, von dort zu fliehen. Nordkorea bestreitet, dass es solche Arbeitslager gibt, doch viele Geflüchtete bestätigen, dass sie entweder selbst ein paar Jahre in so einem Lager verbringen mussten oder Menschen kennen, die in so einem Lager waren. Sehr umfassend informiert der Autor die Leser über Nordkorea und seine Führung(en) allgemein, die Situation und Abhängingkeiten mit China und Russland, sowie die Beziehungen und Situationen von Geflüchteten, die es nach Südkorea schaffen. Und das alles anhand der Biografie von Shin Dong-hyuk.

Es geht hier um Shin Dong-hyuk, der bis zu seiner Flucht nichts von der Außenwelt, der Welt außerhalb von Lager 14, kannte. Er wuchs als eine Art Sklave der Regierung auf. Hatte keine Rechte und was Menschlichkeit bedeutet, lernte er erst nach seiner Flucht. Seine Erziehung, die auf Gewalt, Gehorsam und Denunzierung basierte, gab ihm keinen moralischen Kompass mit auf den Weg. Er hatte nie Liebe und Geborgenheit erfahren. Vertrauen konnte er im Lager niemandem, nicht einmal seinen Eltern oder Geschwistern. Denn, um zu überleben und nicht permanent vom Hunger geplagt zu sein, wird im Lager jede noch so kleine Information an Obrigkeiten weitergegeben, nur um klitzekleine Vorzüge und bessere Behandlung zu ergattern. Deshalb verriet Shin auch seine Mutter und seinen älteren Bruder, die daraufhin wegen ihrem Fluchtversuch getötet worden sind.

Das Buch hat mich sehr aufgewühlt. Der Autor schreibt nüchtern und dennoch schlägt einem alles Gesagte schwer aufs Gemüt. Es ist einfach unfassbar, dass in der heutigen Zeit eine Regierung der eigenen Bevölkerung immer noch so etwas antut (antun darf) und dass die Welt zuschauen muss! Nordkoreaner sind ihr Leben lang Gefangene; körperliche wie auch mentale. Sie werden ausgebeutet und haben keine Chance sich ein besseres Leben aufzubauen. Sie werden belogen, betrogen und misshandelt. Die Bevölkerung hungert jeden Tag. Das ganze Leben dreht sich darum, genug zu essen zu haben und nicht ins Visier der Regierung zu gelangen. Was wir von Shin erfahren, ist jenseits menschlicher Vorstellungskraft. Wie Blaine Harden (und andere Jourlanisten und Aktivisten) es schafft, sich permanent mit solchen Themen und Menschen auseinanderzusetzten und dabei nicht zu verzweifeln, ist mir ein Rätsel.

Shin, wie auch alle anderen geflohenen Nordkoreaner, haben ein Leben lang große Probleme sich in der freien Welt zu orientieren und sich zu organisieren. Sie müssen Selbstverständlickeiten lernen, als wären sie kleine Kinder. Eine richtige Vertrauensbasis erlangen sie quasi nie. Das Gefühl des Verfolgt-seins endet nie. Sie versuchen sich möglichst unauffälig und leise zu verhalten.

Es ist eine Qual über solche Schicksale zu lesen, aber es ist wichtig, dass wir wissen, dass es auf dieser Welt noch ganz schlimme Gegenden gibt, in denen Menschen unsere Hilfe brauchen. Wir dürfen sie nicht vergessen!

Das Buch kann ich auch als Hörbuch empfehlen. Ich kannte den Sprecher bisher nicht aber ich konnte mich sehr gut mit seiner Sprechart arrangieren.


Fazit

Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder dieses Leid und schreckliche Schicksal von Shin und anderen Nordkoreanern ertragen kann. Aber es öffnet einem die Augen. Es zeigt uns in welch grandioser Freiheit und Selbstbestimmung wir leben! Wir vergessen das leider zu oft.
Zum anderen kann so ein Buch Empathie und ebenso das Interesse und den Wunsch zum Helfen wecken. Wir müssen laut werden für solche Menschen, denn ihnen ist ihre Stimme genommen worden.

Über meine weitere Recherche bin ich darüber gestolpert, dass Shins Geschichte im Buch nicht ganz so stimmt. Shin hat einiges im Buch widerrufen. Manche Abläufe waren (wohl) in Wirklichkeit anders. Wobei ich denke, dass es dem Grunde nach nicht wichtig ist, welche Abläufe wie waren und was uns Shin verheimlicht hat, wessen er sich schämt oder was er nicht an die Öffentlichkeit preisgeben wollte. Wie auch immer es war, es war schlimm, unmenschlich und erniedrigend. Und das sollten wir nicht vergessen! Deshalb stimme ich den folgenden Sätzen absolut zu:

“Wer an einem Trauma leidet, kann die Wahrheit oft nicht erzählen. Menschlich ist das verständlich, für einen Aktivisten ist es unverzeihlich. Aber sein Rückzug ins Private, den Shin auf Facebook ankündigte, sollte nicht davon ablenken, dass genau in diesem Moment in den Arbeitslagern der Kim-Diktatur Menschen ausgebeutet, gequält und getötet werden.” (aus “Lehrstück über Propaganda” aus Deutschlandfunk vom 31.01.2015)

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Tags: biografie, flucht, nordkorea   (3)
 

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Sains Hochzeit

Tajjib Salich , Regina Karachouli
Fester Einband: 108 Seiten
Erschienen bei Lenos, 15.03.2004
ISBN 9783857873508
Genre: Romane

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Vor dem Morgen

Jörn Riel , Wolfgang Th Recknagel , Samy Andersen
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lindhardt og Ringhof Forlag, 01.01.2015
ISBN 9788711455982
Genre: Romane

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Die Hungrigen und die Satten

Timur Vermes , Christoph Maria Herbst
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 27.08.2018
ISBN 9783785758007
Genre: Romane

Rezension:

Kurzmeinung

Genre: Roman, (politische) Satire

Handlung: Der Autor hat die derzeitige Situation der Flüchtlinge übernommen und in seinen Roman eingebaut. Europa schottet sich ab, Deutschland schottet sich ab und baut einen mächtigen Zaun, um die Massen an Flüchtlingen, die sich auf den weiten (Fuß)weg nach Deutschland gemacht haben, begleitet von einer Moderatorin und dem Life-TV, fernzuhalten.

Charaktere: Zwei Protagonisten, die sich auf unterschiedlichen Seiten befinden, bilden den Roten Faden entlang der Fluchtroute. Zum einen ist das Nadeche Hackenbusch, die naive, überdrehte und wie ein Wasserfall redende Moderatorin, die mirnichtsdirnichts entscheidet, dass man diese armen Menschen im Lager nicht einfach so vor die TV-Kamera ziehen, um sich dann wieder, nachdem die Sendung im Kasten ist, auf den Rückweg in die schöne und sichere Welt im Westen machen kann und sein Leben weiter lebt wie bisher, als wäre nichts geschehen. Auf der anderen Seite nenne ich hier die deutschen Politiker, die sich mit der Tatsache beschäftigen müssen, was sie machen sollen, wenn all die Flüchtlinge, auch wenn sie nicht daran glauben, tatsächlich vor den deutschen Grenzen stehn würden und hinengelassen werden wollen.

Spannung: Timur Vermes schafft es eine bestimmte Spannung zu erzeugen, da man als Leser/Hörer natürlich unbedingt wissen möchte, was am Ende tatsächlich passiert. Welche Entscheidung wird die Politik treffen, um mit dem Problem “Massenansturm von Flüchtlingen” umzugehen. Werden sie sich für den Mensch und die humanitäre Lösung entscheiden oder werden sie sogar Gewalt und Waffen anwenden, um die deutschen Grenzen zu verteidigen? Wie wird sich die Bevölkerung entscheiden? Gibt es noch eine Moral oder fallen irgendwann alle Masken?

Schreibstil: Da dies eine Satire auf die aktuelle Situation ist, ist natürlich alles überzogen; die Charaktere als auch die Dialoge. Für meinen Geschmack ist alles aber zu sehr überzogen! Nadeche Hackenbusch hat nicht nur einen dämlichen Namen, nein, sie erscheint oftmals sogar ziemlich debil. Ihre Blödheit ging mir recht bald ganz stark auf die Nerven. Zudem verstärkt der Sprecher Christoph Maria Herbst diese Blödheit durch seine Art zu sprechen und Nadeche zu interpretieren noch zusätzlich.

Ende: Je mehr wir uns dem Ende nähern, wird der Roman tiefsinniger und realitätsnaher. Und weil ich diese Entwicklung so gut fand, störte mich der zu überdrehte satirische Charakter noch mehr! Insgesamt ein gutes und rundes Ende, das man sich nicht traut, vorher zu überlegen und vorzustellen.

Hörbuch: Was mir an “Er ist wieder da” durch den Sprecher besonders gefallen hat, störte mich im vorliegenden Buch, nämlich, die Interpretation des Sprechers! Hier ist es mir einfach ZU viel. Ein anderer Sprecher hätte die Geschichte für meinen Geschmack vielleicht besser stimmlich umgesetzt. In “Er ist wieder da” gibt Christoph Maria Herbst der Geschichte den richtigen Kick! Hier machte er für mich die Geschichte leider eher “kaputt”.

Fazit: Ein interessantes Buch zu einem sehr wichtigen Thema, da der Autor sich traut Fakten zu schaffen und die daraus resultierenden Konsequenzen aufzuzeigen. Es ist das, was die derzeitige Politik tunlichst vermeidet. Ich wäre sehr gespannt darauf, was unsere Regierung machen würde, stünden sie vor dem selben Problem wie die Regierung im Buch. Vermes schafft es zudem alle an dem Thema “Flüchtlinge” Beteiligten in seinen Roman einzubinden und vorzuführen, sei es die Medienindustrie, die Schlepper, die Politik oder gar die ach so “besorgten Bürger”. Das Hörbuch war mir leider zu überzogen und deshalb gibt es 3 Sterne dafür. Das gedruckte Buch könnte deshalb womöglich bis zu einen Stern mehr erhalten, da mein größter Kritikpunkt wegfällt.

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Lost in Fuseta

Gil Ribeiro , Andreas Pietschmann
Audio CD
Erschienen bei Argon, 27.04.2017
ISBN 9783839815540
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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40 Tage Georgien (DuMont Reiseabenteuer)

Constanze John
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 03.08.2018
ISBN 9783770182930
Genre: Sachbücher

Rezension:

Meine Meinung
Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut. Wollte ich doch das Land literarisch erkunden, bevor es zu Gast auf der Frankfurter Buchmesse 2018 ist. Leider hatte das dann nicht geklappt. Und zum einen lag das am Schreibstil der Autorin.

Etwas distanziert und recht kühl berichtet Constanze John von ihren Ausflügen und Begegnungen. Auch wenn sie ab und zu in die Situation kommt, den einen oder anderen Menschen einfach so auf der Straße zu umarmen und diese Gestik mehr aussagt als wenn man sich sprachlich verstehen würde, kommen selbst diese Umarmungen im Buch nicht voller Emotionen rüber.

In vielen längeren aber auch sehr vielen ziemlich kurzen Unterkapiteln wird vieles einfach nur angeschnitten und hing dann für mich ganz zusammenhangslos in der Luft, sodass ich mich oftmals fragte, wozu uns das erzählt worden ist. Wäre es unerwähnt geblieben, hätte auch nichts gefehlt.

Nachdem ich das Buch beendet hatte, konnte ich meine Unzufriedenheit erstmal nicht genau greifen. Und dann wurde es mir doch plötzlich bewusst, was mir die ganze Zeit gefehlt hat: die Begegnungen mit einfachen Menschen.

Die ganze Reise über begegnet Frau John Malern, Schriftstellern und anderen Künstlern. Lehrern, Übersetzern, Anwälten und Historikern, Botschaftern, studierten Betriebswirtschaftlern und so weiter. Viele dieser Menschen kennen Deutschland. Entweder haben sie (entfernte) deutsche Wurzeln oder sie hatten mal eine zeitlang in Deutschland gelebt, gearbeitet, studiert oder alles zusammen. Die Älteren sind wieder zurück nach Georgien gegangen, die etwas Jüngeren pendeln noch zwischen Deutschland und der eigentlichen Heimat Georgien.

Diese Menschen schaffen für die Autorin immer weitere Kontakte zu anderen und so verabredet und reist Frau John von Ort zu Ort und macht immer wieder Halt bei dem einen oder anderen. Sie besucht Museen, interviewt Museumsdirektoren, ist auf Festivals und Weinfesten zu finden und kehrt gefühlt in jede Kirche in Georgien ein, die es gibt.

Hin und wieder erfährt man von den Kriegen, den Problemen und den Konflikten mit den Autonomen Republiken Abchasien und Adscharien und Südossetien. Doch bleibt dies alles sehr oberfächlich. Hier hätte ich sehr gerne sehr viel mehr erfahren. Insbesondere aus Gesprächen mit den Betroffenen. Wie es ihnen geht, wie sie die Flucht erlebt hatten, wie sie aufgenommen worden sind? Ob sie Zukunftspläne haben oder nur ums Überleben kämpfen?

In diesem Zusammenhang fehlten mir somit auch die Gespräche mit den Bürgerlichen, den Georgiern, die nicht zu den oben genannten Berufsschichten gehören. Wie empfinden Arbeiter, Bäcker und z.B. Verkäufer das heutige Georgien. War es für sie damals leichter oder fühlen sie sich auch “befreit” und bereit für Neues?

Da man in Georgien an Stalin nicht vorbeikommt, besuchte die Autorin auch Stalins Geburtsort Gori. Hier hat mir sehr gut gefallen, was Constanze John so alles erfahren und aufgeschrieben hat.

Ein Reisebericht lebt auch durch die Bilder, die das Land im Buch zeigen. Hier hätte ich mir farbliche Bilder gewünscht. Diese hätten das Buch freundlicher gestaltet. Wenn es dem Text schon etwas an Wärme fehlt, hätten hier die bunten Fotos das Fehlende ein bisschen überbrücken können.

Abgesehen von meiner Kritik, zeigt Constanze John dem Leser ein Georgien, das sie in der Zeit erlebt hat: Offene und sehr aufgeschlossene Menschen, die selbst heute noch sehr traditionsbewusst sind. Sehr gastfreundliche Menschen, die gerne feiern und dabei Trinksprüche, verwenden die bei einer Supra fast die gleiche Stufe von Gebeten haben. Große und kleine Supras wurden für die Autorin veranstaltet. Man erkennt sehr gut, wie wichtig die Supras für Georgier sind.
Mit Englisch, Deutsch und Russisch ist sie überall sehr gut durchgekommen. Wer nicht gerne in Hotels bucht wird sich freuen, dass Constanze John überwiegend in privaten Unterkünften gebucht hatte und diese sehr empfehlen kann.


Fazit
Ein interessantes Buch, dem es für mich etwas an Tiefe gefehlt hat. Wer ein bisschen über die georgische Sprache, über Akademikerkreise erfahren möchte und sich für Georgiens religiöse Seite interessiert, ist bei diesem Buch absolut richtig. Wer es zusätzlich noch etwas politischer mag, sollte sich für diese Ergänzung noch weitere Lektüre suchen.

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Tags: georgien, reise   (2)
 

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Gschlamperte Verhältnisse

Felicitas Gruber , Robert Fischer
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diana, 10.09.2018
ISBN 9783453359574
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Meinung
Schon beim letzten Band dachte ich, er wäre der beste. War er damals auch. Doch mit dem aktuellen Buch aus der “Kalte Sofie”-Reihe haben sich die beiden Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch, die das Pseudonym Felicitas Gruber bilden, noch einmal gesteigert! Die Geschichte war reiner Lesegenuß!

Wer die Reihe bereits kennt, wird den speziellen Humor, der diese Reihe begleitet, sofort wiedererkennen und sich auch sofort dariin wieder wohl fühlen. Die beiden Autorinnen schaffen es nahtlos an ihre vorherigen Bände anzuknüpfen. Dieses Mal besticht das Buch auch noch durch sehr spannende und sehr gut verzwickte Mordfälle, die ich bis zur Lösung interessiert verfolgt habe. Hatte ich bei den vorherigen Bänden das Gefühl, dass der Humor und das Wohlfühlen überwiegten, so wurde im aktuellen Band ein Gleichgewicht zwischen Humor und dem Krimielement angestrebt und hervorragend umgesetzt.

In “Gschlamperte Verhältnisse” werden die bereits eingeführten und bekannten Charaktere vertieft und weiterentwickelt. Das hat mir sehr gut gefallen. Brigitte Riebe und Gesine Hirsch beweisen, dass es manchmal gar nicht nötig ist, weitere Figuren einzuführen, um eine Geschichte interessant werden zu lassen.

Auch Sofies Liebesleben und die Verwicklung mit Charly und Joe geht einen gestanden Schritt nach vorne und das auch noch mit einer sehr guten Lösung, an die ich mich vorher gar nicht getraut hatte zu denken und zu hoffen, um dem Aberglauben nicht Nahrung zu bieten.

Die Dialoge werden im gewohnt bayerischen Dialekt geführt, was ich an dieser Reihe so sehr liebe, da ihr das damit Natürlichkeit und Erkennungswert verleiht. Wer nur mal kurz in München zu besuch war, wird bereits wissen, dass der echte Bayer einfach kein Hochdeutsch sprechen kann…

Murmelchen darf natürlich nicht fehlen und dieses Mal spielt es eine tragende Rolle in Sache Liebe. Sogar Dr. Iglu konnte mich in Band 5 überzeugen. Wir erfahren mehr von ihr, kommen hautnah an sie ran und erfahren, wie und warum aus Elke eine Elfe wird.

Fazit
Ein Lokalkoloritkrimi der Extraklasse! Spannend und ausgwogen wie nie zuvor! Für alle “Kalte Sofie” – Fans und diejenigen, die es noch werden wollen. Ein Einstieg in die Reihe ist zwar jederzeit möglich, doch um den vollumfänglichen Lesegenuß zu erhalten, sollte unbedingt der Reihe nach gelesen werden. Absolut empfehlenswert und (m)ein Highlight aus dem September!

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Bittere Orangen

Claire Fuller , Susanne Höbel
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.09.2018
ISBN 9783492059213
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung
Wir begegnen hier einer außergewöhnlichen Dreiecksbeziehung. Frances ist eine introvertierte Frau. Ihr ganzes Leben lang war sie eher demütig und hat das ausgeführt, was andere von ihr wollten. Ihre Mutter bestimmte den Alltag und den Lebenslauf von Frances. Diese Dominanz hatte sie nie durchbrochen. Sie pflegte ihre Mutter bis zu deren Tod. Die danach gewonnene Freiheit wusste Frances zu Beginn nicht richtig zu leben, konnte ihre Schüchternheit nicht wirklich ablegen. Nachdem sie auf Lynton angekommen war, war es Cara, die Frances in das Leben im Herrenhaus integrierte und bestimmte somit fortan einen Großteil von Frances’ Alltag, auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten! Cara liebt das Leben, weiß um ihre Schönheit und ihren Charme. Sie kann kochen, ist gesellig und aufgeschlossen. Aber auch sie hat eine etwas geheimnisvolle Vergangenheit, die sie Frances nach und nach offenbart. So stark Cara auf den ersten Blick erscheint, lebt sie wiederum in einer seltsamen Abhängigkeit von Peter, ihrem Freund. Peter ist nicht richtig greifbar. Ein Charakter, der zwischen den Stühlen sitzt, nicht nur zwischen denen von Cara und Frances.

All das, was ich bis hierher erwähnt und leicht angerissen habe, beschreibt Claire Fuller sehr episch, denn es passiert bis ca. der Hälfte des Buches nichts, das einem spannend erscheint. Das Ganze ist die Vorbereitung für den eigentlichen Showdown. Man muss wirklich Durchhaltevermögen beweisen, um nicht vorher abzubrechen. Die Charakterisierung der drei Figuren ist somit sehr breit angelegt. Dabei kommt man in den Genuss des wundervollen Schreibstils der Autorin. Man fühlt die Landschaft, die Atmosphäre und das alte Herrenhaus. Das Setting ändert sich das ganze Buch über nicht, solange Francis von ihrer Vergangenheit erzählt.

Francis ist krank und dem Tode geweiht. Sie liegt auf der Krankenstation und erzählt ihrem Pfarrer-Freund Victor über das, was in der Vergangenheit geschehen war. Denn etwas Schlimmes war passiert, das ist dem Leser bewusst. Langsam aber stetig baut sich ein Grauen auf, auf das man zusteuert.

Und dann gelingt der Autorin zum Ende hin ein zweifacher Plottwist, der absolut fantastisch ist! Hier zeigt Claire Fuller, dass sie mit ihrer Geschichte, auch nach ihrem grandiosen Debüt “Eine englische Ehe”, zu den überdurchschnittlichen Geschichtenerzähler*innen gehört.

Womöglich benötigt dieses Buch diese lange Charakterisierung und die Geschichte funktioniert am Ende nur deshalb. Ich hätte jedoch einen stetigeren Spannungsaufbau besser gefunden. Denn ich muss zugeben, dass ich eine Zeit lang überlegt habe, ob ich abbrechen soll. Hätte ich von Beginn an gewusst, dass der Aufbau sich so zieht, hätte mir dieses Wissen viel erspart.

Fazit
Mit diesem zweiten Buch ist Claire Fuller ein besonderes Buch gelungen, das mit sehr wenigen Figuren auskommt. Die zwei Handlungsebenen bauen eine sehr langsame aber eindringliche Spannung auf, die in einem einzigartigem Finale enden. Von mir gibt es auch für dieses Buch der Autorin eine absolute Leseempfehlung! Wer in Geschichten nicht viele Ortswechsel braucht und Bücher liebt, die von intensiven Charakteren leben, ist hier genau richtig!

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Tags: dreiecksbeziehung, england, herrenhaus   (3)
 

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Kind Nr. 95

Lucia Engombe , Peter Hilliges
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.09.2004
ISBN 9783548258928
Genre: Biografien

Rezension:  
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Die Katze und der General

Nino Haratischwili
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei HörbucHHamburg HHV GmbH, 31.08.2018
ISBN B07GPKKNNK
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Dieses Buch wurde sehr lange erwartet. Nino Haratischwili hat mit “Das achte Leben (für Brilka)” die Leser auf einer Ebene erreicht, sodass sie (auch ungewollt) größtmöglich auf ihr neues Buch gespannt waren. Die Lobeshymnen überschlugen sich: von Meisterwerk zu sprachliches Kunstwerk und noch vieles mehr. Auch ich konnte das Ganze nicht an mir vorbeiziehen lassen und entschied mich, “Das achte Leben” zu lesen. Doch mein Leben machte mir einen Strich durch die Rechnung, sodass ich dieses opulente Werk von ca. 1300 Seiten nach hinten schieben musste.

Umso mehr freute ich mich als ich sah, dass “Die Katze und der General” als ungekürztes Hörbuch erschienen ist. Ich lud es sofort runter, denn neue Bücher kann ich problemlos als Hörbücher in meine Leseplanung zwischenreinschieben. Die Zeit bis zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse reichte aus, um mit dem Buch bis dahin durch zu sein. Mit Georgien als Gastland, Haratischwilis neuem Buch, das sogar auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises gelandet war, fühlte ich mich bestens vorbereitet.

Doch leider wurde mein Enthusiasmus recht schnell gebremst. Konnte mich das Buch auf den ersten Hörstunden noch restlos begeistern, kippte meine Begeisterung ganz promt in Langeweile um. Solange es um Nura ging, die sehr charismatisch wirkte, ihre Zukunft noch vor sich sah und das Setting des Buches in Tschetschenien war, hing ich mit dem Ohr an der Geschichte. Kaum war das vorbei, konnte mich die Autorin mit dem Fortgang der Geschichte nicht mehr fesseln.

In Deutschland (Berlin) angekommen, langweilten mich die Protagonistin als auch alle Nebenfiguren. Sie durchleben das Gleiche wie fast alle Gastarbeiter, die nach Deutschland kamen und sich eine tolle Zukunft im Westen erhofften. Hier gab es (natürlich) keine neuen Erkenntnisse. Doch wurde mir dies zu episch dargestellt. Immer und immer wieder wurde betont, wie sehr man sich fremd fühlt und die Heimat vermisst. Gefühlt hatte ein jede (Neben)figur einen Lebenslauf parat, durch den ich mich quälen musste. Die Geschichte steckt lange Zeit fest und dreht sich im Kreis. Lang und ausschweifend wird erzählt, ohne dass ich absehen konnte, dass die Dialoge wichtig gewesen wären.

Wenn die Geschichte nicht ganz so reizt, dann vielleicht die Sprache? Hoch gelobt war der Schreibstil der Autorin, doch auch hier kann ich das Lob nicht nachempfinden. Nino Haratischwilis Sprachstil ist zwar gut lesbar, jedoch eher durchschnittlich und mit recht vielen Metaphern versetzt. Erwartet hatte ich jedoch etwas anderes.

Wenn nun nach ca. 43% des Buches einen die Charaktere nicht überzeugen können und man sich nur so durch die Geschichte quält, ist es Zeit für einen Abbruch, auch, wenn viele Leser behaupten, dass das Ende sehr stimmig und der letzte Teil sehr spannend ist. Ein Buch, dass mich erst zum Schluss einfangen kann, ist kein Buch, das sich für mich zum Lesen bzw. Hören lohnt.

Ich gab dem Buch viele Chancen! Erst habe ich es weggelegt und Pause gemacht. Dann habe ich ein paar begeisterte Rezensionen gelesen und weiter gehört. Schließlich habe ich mir auf der Messe ein Interview mit der Autorin angehört, sie persönlich gesehen, doch der Funke sprang einfach nicht über. Die interessante Thematik des Buches konnte mich in der Umsetzung der Autorin einfach nicht begeistern. Die Diskrepanz zwischen dem genialen Plot und dem Geschriebenen war zu groß. Dieser Roman hatte in meinen Augen so viel Potential, das m.M.n. leichtfertig vergeben wurde.

Es tut mir sehr leid, für die Autorin und das Buch, doch das war nichts. Nun freue ich mich auf “Das achte Leben (für Brilka)”, weil ich fast ganz sicher bin, dass auch mich dieses Vorängerbuch begeistern wird.

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Tags: erster tschetschenienkrieg, russland, tschetschenien   (3)
 

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246 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 134 Rezensionen

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung
Dieses Buch hat mich sehr überrascht! Und zwar im positiven Sinne! Es hat mich aber auch ganz tief ge-/berührt.

Wir lernen Doris kennen, eine 96 jährige Frau, die ein buntes Leben gelebt hat und am Ende ihres irdischen Weges steht. Das ist ihr bewusst. Deshalb hatte sie vor einger Zeit angefangen ihr Leben für ihre Großnichte Jenny niederzuschreiben. Dies macht sie anhand der Menschen, die ihr im Laufe der Zeit über den Weg gelaufen sind und die in irgendeiner Form eine gewichtige Rolle für sie gespielt haben. Alle Namen sind fein säuberlich dem ABC nach in ihrem roten Adressbuch notiert, das Doris damals mit 10 Jahren von ihrem Vater zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte.

Mit 96 hat man leider die meisten geliebten Menschen bereits hinter sich gelassen. So auch Doris. Bis auf Jenny ist niemand mehr am Leben, der ihr etwas bedeutet. Fast jeder Name im Adressbuch ist durchgestrichen. Dahinter hat Doris immer “TOT” vermerkt.

So erfahren wir in angenehmen kurzen Kapiteln, wie Doris als sehr junges Mädchen von ihrer Mutter fortgeschickt wird, warum sie nach Paris gelangt und wie sie Allan, die große Liebe ihres Lebens, kennenlernt. Doch die schönen Zeiten sind bald vorüber, der Zweite Weltkrieg bricht aus. Auch Frankreich und Paris sind betroffen. Doris nächster Weg führt sie nach Amerika, wo sie schwere Schicksalsschläge hinnehmen muss. Über einen ungewollten Umweg über England gelangt sie schließlich wieder nach Schweden, in ihre alte Heimat.

Die Autorin hat ein wundervolles, einfühlsames und berührendes Buch geschrieben. Sie zeigt ehrlich und nachvollziehbar die Probleme und das Leid eines sehr alten Menschen auf, dessen Umwelt ihn nicht mehr richtig warhnimmt und ihn nicht mehr als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft betrachtet. Ja, alte Menschen können auch stur und eigensinnig sein. Doch dahinter verbirgt sich auch ofmals der Frust, nicht mehr so aktiv sein zu können wie früher. Sehr schön stellte Sofia Lundberg dieses Thema dar und beschreibt, wie angestrengt sich Doris gegen die Bevormundung wehren muss, nicht gegen ihren Willen ins Pflegeheim abgeschoben zu werden. Wenn man sich Zeit lässt über solche Sachen nachzudenken, erkennt man, wie realitätsnah diese Szenen beschrieben sind. Somit kratzt das Buch in seiner Tiefe auch an aktuellen Problemen, die wir derzeit auch in Deutschland haben.

Ohne den Krieg zu groß zu thematisieren bringt die Autorin in ihrem Buch den Zweiten Weltkrieg unter und positioniert darin einen lebenslange Liebe, die mir am Ende richtiggehend ans Herz ging.

Wenn auch keine fordernde Literatur, so ist dieser Roman doch große Unterhaltungsliteratur, die das hält, was sie verspricht. Ein interessantes Debüt, das einen fragen lässt: Wie viele solcher Geschichten verbergen sich in den Leben der alten Menschen, die (leider) nie ihren Weg nach außen finden werden?


Fazit
Wer gerne eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art lesen möchte, der ist bei Lundbergs Buch genau richtig. Manchmal sachlich, manchmal rührend und dann wieder überaus traurig – all das findet man in dieser Geschichte. Sie ist so, wie das Leben selbst, unbeeinflussbar und überraschend. Man sollte sich darauf einlassen und genießen. Prädikat: absolut lesenswert!

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Tags: alter, leben, liebe, schweden   (4)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Oxen. Der dunkle Mann

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger , Dietmar Wunder
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783742404121
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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100 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Was ich euch nicht erzählte

Celeste Ng , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423145992
Genre: Romane

Rezension:

Handlung 4
regt zum Nachdenken an, stimmig, fesselnd, realistisch erzählt, etwas langatmig
Sprache & Stil 5
oftmals melancholisch, Thema entsprechend, angenehm und ungekünstelt
Charaktere 5
greifbar, nachvollziehbar handelnd, unterschiedlich, einprägend
Ende 5
sehr gelungen, rund, überraschend
Hörbuch 5
tolle Sprecherin, sehr empfehlenswert

Gesamtwertung
4,8 / 5



Fazit:

Ein absolut gelungenes und grandioses Debüt!
Eine Familientragödie, die sich nach und nach vor dem Leser vollends entfaltet und die Großartigkeit der Autorin aufzeigt. “Was ich euch nicht erzählte” behandelt Probleme von Familien, verschärft noch um den Aspekt eines Migrationshintergrundes des Vaters, der der Sohn chinesischer Einwanderer ist. Thematisiert werden Fragen über Erwartungen in jeglicher Form: der Eltern an sich selber sowie an die Kinder. Ab wann ist der Punkt erreicht, an dem Kinder versuchen dem von den Eltern für sie erträumten Leben gerecht zu werden? Es geht aber auch um Liebe; Liebe als Paar und zu den Kindern. Wird sie gerecht aufgeteilt? Ist man sich dessen bewusst, wie man seine Kinder behandelt und was am Ende bei ihnen ankommt? Und die wichtigste Frage in diesem Fall: wie geht man mit so einem schweren Schicksalsschlag, wie dem Tod eines Kindes, um? Was passiert in solch einem Fall mit den Geschwistern? Können sie das verarbeiten?
Stück für Stück erfahren wir aus verschiedenen Perspektiven und durch Rückblicke was sich zugetragen hat. Und nur der Leser erfährt alles!

Celeste Ng kann nicht nur schreiben, sie kann auch wahrlich eine Geschichte absolut rund und überraschend beenden. Das ist hier der Fall, wie auch in ihrem nächsten Buch “Kleine Feuer überall“. Bitte mehr von dieser tollen Autorin!

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