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26 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

psychothriller, mord, verlust, vergangenheit, poriomanie

Zwanzig Sekunden Ewigkeit

Siegfried Langer
E-Buch Text
Erschienen bei null, 04.08.2016
ISBN B01JSEF4VS
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alex friert erbärmlich. Sie liegt auf einer Edelstahlfläche und ist nur mit einem grauen Hemd bekleidet. Als sie sich aufrichtet, sieht sie sich in einem Raum befindlich, der an den Kühlraum für Leichen erinnert.
An den Wänden große Schubladen, auf dem Boden ein Kärtchen an einer Drahtschlaufe mit ihrem Namen, dem nicht leserlichen Geburtsdatum und dem ebenfalls unleserlichen Sterbedatum. Sie findet einen Schrank mit Kleidung, die sie an ihre Kindheit erinnert, die jedoch ihre jetzige Größe hat.
Wie kam sie dorthin und warum ist sie eingeschlossen?
Sie schreit um Hilfe und wird nicht gehört und als sich die Tür wie von Geisterhand geöffnet hat, befindet sie sich in einem seltsamen Haus…

Dieses neue Buch von Siegfried Langer ist ganz anders als seine Vorgänger. Es hat nur ca. 150 Seiten und in einer Schreib- und Ausdrucksweise verfasst, die untypisch für diesen Autor macht. Das jedoch machte für mich den besonderen Reiz aus, mich in die Geschichte ziehen und fesseln zu lassen. Genau das passierte mit mir.
Zu Anfang war ich etwas verwirrt, denn wenn man von einem Autor alle Bücher gelesen hat, so hat man sich an seine Art zu schreiben und sich auszudrücken gewöhnt. Hier jedoch bricht Langer mit allem bisher von ihm Dagewesenem.
Teilweise in extrem kurzen und doch markanten Sätzen peitscht er den Leser durch das Geschehen. Lange wird ist nicht klar, worum es sich hier handelt. Ich stellte diverse Mutmaßungen während der Lektüre an, verwarf diese wieder und kam doch immer wieder zurück, um Neue anzustellen. Erst spät führt der Autor den Leser in die Richtung, die er selber beim Schreiben anstrebte, sodass man dieses Buch einfach in einem Rutsch lesen muss. Langsam beginnt man zu lesen, aber je weiter man ins Geschehen um Alex eintaucht, umso schneller will man wissen, was mit Alex wirklich los ist.
Dass Siegfried Langer nur drei Hauptprotagonisten hat, zeigt sein Talent, aus wenig viel zu machen. Die anderen Protagonisten spielen eine untergeordnete, wenn auch wichtige Rolle, der Focus bezieht sich jedoch nur auf Alex, Alexander und Dominik.

Den Spannungslevel setzt Langer bereits auf den ersten Seiten sehr hoch an, hält diesen lange Zeit auf diesem Level, um ihn dann am Ende nochmals steil ansteigen zu lassen.

Den einzigen Minuspunkt, den ich diesem Buch geben möchte, ist das etwas ungünstig gewählte Cover. Warum möchte ich nicht erwähnen, denn das würde zu viel über den Inhalt verraten.

Unblutig und doch spannungsgeladen kommt dieses neueste Werk aus Siegfried Langers Feder daher und zeigt, dass dieser Autor in der Lage ist, aus seinem Schema auszubrechen und sich neu zu erfinden.
Immer wieder bestätigt sich mir, dass ich bei diesem Autor noch nie einen Fehlgriff landete und immer wieder froh bin, nicht auf das Neueste von ihm zu verzichten.

Mit Zwanzig Sekunden Ewigkeit vollführte er bei mir eine zu 100% zu empfehlende Punktlandung.

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Tags: psychothriller   (1)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

thriller, krimis, laura mchugh, spannungsroman, krimi

Die Schwere des Blutes

Laura McHugh , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Limes, 27.06.2016
ISBN 9783809026433
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Thriller

Vor sechzehn Jahren verschwand Lila, Lucys Mutter spurlos aus Henbane, einem verschlafenen Städtchen in Missoury.
Lila war wunderschön, aber bei den anderen Bewohnern Henbones als Hexe in Verruf. Daher kam es den meisten Einwohnern gerade recht, als Lila plötzlich spurlos verschwand. Als nun sechzehn Jahre später Cheri, Lucys Freundin spurlos verschwindet und bald darauf schrecklich verstümmel aufgefunden wird, möchte Lucy herausfinden, was geschah.
Sie stößt auf Zusammenhänge zwischen beiden Fällen, die sie ohne ihre intensiven Nachforschungen nie gesehen hätte. Als diverse Mitbürger und auch Verwandte Lucys merken, dass sie der Lösung des Rätsels nahe ist, beginnen diese zu mauern…

Laura McHugh verfaßte mit „Die Schwere des Blutes“ einen Roman über die Geschichte zweier mysteriöser Fälle, die ohne Lucy nie geklärt hätten werden können. Das Buch wurde dem Genre Thriller zugeordnet, wobei ich es eher als Kriminalroman oder als Roman einordnen würde, denn für einen Thriller fehlt mir hier der besondere Kick.
Mir fehlte über lange Strecken die in Thrillern übliche Spannung. Ebenso baute die Autorin sehr oft langatmige und somit ermüdende Passagen ein, die mich mehrmals in Versuchung brachten, das Lesen einfach abzubrechen und ein anderes Buch zur Hand zu nehmen. Letztendlich biss ich mich aber bis zur letzten Seite durch und stellte fest, dass ich meine Zeit hier total vergeudet habe.
Warum?
Das größte Rätsel blieb ungeklärt und einen richtigen Abschluss fand die Autorin leider auch nicht.

Verfasst ist dieses Buch in einfachen Sätzen sowie zahlreichen Zeitsprüngen, die teilweise überflüssig sind weil ohne sie die Geschichte zwar kürzer, aber vielleicht etwas spannender geworden wäre.

Angepriesen als scharfsinniges, abgründiges und eindringliches Lesevergnügen einer begnadeten Erzählerin, löste es bei mir nur gesteigertes Schlafbedürfnis aus.

Eine an sich gute Idee, einfach tot geschrieben. Schade, seit langem wieder ein Buch, dem ich keine Empfehlung aussprechen kann.


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Tags: thriller   (1)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

tod, wachkoma, kamp, biografie, hospiz

Mascha, du darfst sterben

Antje May
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 25.04.2016
ISBN 9783579086347
Genre: Biografien

Rezension:

Erfahrungen, Schicksale

Mascha ist 17 Jahre alt und hat ihr ganzes Leben noch vor sich, als ein schrecklicher Unfall aus diesem lebenslustigen Mädchen einen Pflegefall im Wachkoma macht.

Nach dem Tod des Teenagers reist ihre Mutter Antje May nach Finnland um dort Ruhe und zurück zu sich selbst zu finden. In diesen vier Wochen schreibt sie Maschas Geschichte vom Zeitpunkt des Unfalles bis zu ihrem Tod nieder.
Sie berichtet über die intensivmedizinische Versorgung, die Versuche der Rehabilitation, ihren Kämpfen mit Ärzten und Behörden um eine Lösung zu finden, ihre Tochter sterben und nicht zu einem lebenslang dahinvegetierenden Bündel Mensch werden zu lassen.

Antje May beschreibt ihren anfänglichen Kampf um Maschas Leben ebenso wie ihren Kampf, Mascha gehen lassen zu dürfen.
Ihre Tage und Nächte am Krankenbett ihrer Tochter und die teils menschenunwürdigen Behandlungsmethoden. Methoden, die Mascha am Ende nicht halfen, sondern sie nur unnötig quälten. Und schlussendlich den Kampf, Mascha in ein Hospiz bringen zu lassen, um ihr ein menschenwürdiges Sterben zu ermöglichen.

Teils sehr nüchtern, dann wieder überaus emotional verfasste Antje May die Geschichte ihrer Tochter vom Tag des Unfalles bis zu deren friedlichem Hinübergleiten in den gnädigen Tod.

Diese Geschichte entstand in der Zeit, in der die Autorin langsam mit Hilfe der Abgeschiedenheit an einem finnischen See zurück in ihr eigenes Leben fand.
Sie nimmt Bezug auf Vorgänge, OP- und Untersuchungsmethoden im Krankenhaus, die sie versuchte, in einfachen und für den Laien leicht verständlichen Worten zu erklären.

Im Nachwort geht sie speziell auf Ratgeber und Mitarbeiter zu diesem Buch ein und verweist auf diverse Anlaufstellen ebenfalls betroffener Eltern.

Die Geschichte Maschas ist keine leichtverdauliche Kost für den Zwischendurchleser. Sie bringt zum Nachdenken, ist teilweise brutal und schockierend, insbesondere wenn man selbst Kinder in diesem Alter hat.
Aber hinsichtlich des medizinischen Fortschrittes der letzten 30 Jahre und dessen Ausmaßes ist dieses Buch zu 100% empfehlenswert. Denn nicht alles was entwickelt und erforscht wird, ist unbedingt ein Segen für betroffene Patienten und dessen Angehörige.

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Tags: biografie, erfahrungen, schicksale   (3)
 

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118 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, israel, stockholm, fredrika bergman, schweden

Papierjunge

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Limes, 29.02.2016
ISBN 9783809026402
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: thriller   (1)
 

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6 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

füße, thrille, hände, zwillinge, thriller

Axt

Marcus Sammet
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Schindler-Verlag, 09.07.2016
ISBN 9783939571087
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Thriller

Max Hermann und Ines Mellinghof reisen in München an, um die Beisetzung seines Vaters zu besuchen, der im Pflegeheim verstarb. Aber bereits kurz nach ihrer Ankunft geraten die beiden in Streit und Ines läßt Max stehen.
In der U-Bahn trocknet sie ihre Tränen der Wut auf ihren Lebensgefährten. Dabei wird sie von zwei Männern beobachtet, die ihr folgen. Als sie am Bahnsteig auf gleicher Höhe sind, versucht sie gerade Max über Handy zu erreichen. Dass sie Entführungsopfer werden soll, ist ihr da noch nicht klar. Können die perversen Brüder ihre Sexgelüste an ihr ausleben? Wird sie rechtzeitig von Max gefunden?
Zeitgleich entdeckt ein Tippelbruder unter „seiner“ Brücke eine schrecklich zugerichtete Frauenleiche. Ihr fehlen die Hände und die Füße. Schnell rückt die Polizei an und nimmt die Ermittlungen auf. Als sie feststellen, dass die Frau noch am Leben ist, gehen sie noch von einem Fall aus, der recht schnell geklärt werden kann.
Aber dann mischt sich Max Hermann ein und es geht hart zur Sache…

Mit „Axt“ knüpft Marcus Sammet an seine Vorgänger-Thriller an, indem er den roten Faden der Fälle und Protagonisten, die schon in früher in Erscheinung traten, immer weiter spinnt. Auch bleibt er mit diesem fünften Band dem ursprünglichen, optischen Erscheinungsbild treu, von dem er mit Band vier leider abgewichen war.
Immer wieder flocht er Hinweise auf zurückliegende Fälle ein, obwohl auch dieser Band aus der „Sterbe wohl-Reihe“ in sich abgeschlossen ist. Aber durch dieses Verflechten macht er die Leserschaft geschickt darauf aufmerksam, dass da schon mal was war und bringt sie dazu, auch die anderen Teile lesen zu wollen.
Das jedoch war in meinem Fall nicht nötig, da ich alle gelesen und damit festgestellt habe, dass Sammet von Band zu Band immer besser wird.

„Axt“ ist in meinen Augen nun sein bester Thriller. Er hat im Laufe der Zeit gelernt, immer mehr mit den Gefühlen und der Psyche seiner Leser zu spielen. Schnell war ich mitten im Geschehen und hätte ich nicht so viele Termine gehabt, hätte ich dieses Manuskript, das ich mir als Testleser zu Gemüte führen durfte, wohl in einem Rutsch gelesen.

Sammet baut die Story in zwei Handlungssträngen auf, die sich im Laufe des Geschehens immer wieder annähern und sich aber ebenso schnell wieder voneinander entfernen und die er erst zum Ende hin im letzten Drittel perfekt zueinander führt, bis es zum Showdown kommt, bei dem es nur einen Gewinner geben darf.
Wer sich in München auskennt, wird die eine oder andere Stelle dort sofort wieder erkennen und sich wohl beim nächsten Mal dort bildlich ausmalen, was ihm der Autor im Buch vorgezeigt hat. Ob es nun um Schusswechsel, Schlägereien oder andere Dinge geht, sie werden sicher bei Betreten der Plätze wieder präsent sein.
In diesem Buch hat er es so richtig geschafft, meine Gefühle überborden zu lassen. So mancher Leser wird sicher auch weinen und eine bestimmte Szene mit einem lauten „NEIN“ kommentieren.
Marcus Sammet liebt es kurz und knapp und bringt auf 284 alles an Action und Gefühlen unter, was ein perfekter Thriller braucht.

Wer eine schlaflose Nacht haben will, ist mit diesem Thriller bestens bedient.

Info:

284 Seiten
Schindler Verlag Holzkirchen
Erschienen am 05. Juli 2016
ISBN 978-3939571087

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Tags: thrille   (1)
 

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129 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

berlin, psychothriller, schuld, thriller, unfall

Schuld bist du

Jutta Maria Herrmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.06.2016
ISBN 9783426518519
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jakob kommt von einer Dienstreise zurück und findet die mit Frau und Tochter bewohnte Wohnung leergeräumt vor. Der Umzug war geplant, aber nicht zu diesem Zeitpunkt, daher fragt er sich, ob der Umzug vielleicht vorgezogen wurde. Allerdings findet er auch in der neuen Wohnung weder seine Tochter, noch seine Frau vor.
Er macht sich auf die Suche nach Frau und Kind und stößt dabei immer wieder auf die Aussage „Schuld bist du“ mit Blut an eine Fensterscheibe oder Wand geschrieben.
Jakob weiß nicht, woran er schuld sein sollte und macht sich auf die Suche quer durch Berlin.

So gestaltet sich der hauptsächliche Handlungsstrang, wozu es noch einen zweiten, nicht weniger spannenden Handlungsstrang gibt, bei dem es mir das ganze Buch über ein Rätsel war, wie die Autorin diese zusammen führen will, um am Ende ein perfektes Gesamtpaket zu schnüren.

Die Autorin Jutta Maria Herrmann hat mich als Psychothriller-Fan von der ersten Seite an an das Buch gefesselt und nicht mehr losgelassen. Nicht umsonst habe ich es in zwei Tagen gelesen und war am Ende enttäuscht, als ich am Ende angelangt war.
Herrmann hält ihren stets nach oben zeigenden Spannungslevel sehr hoch und schafft es, ihn bis zum Ende hin nicht abstürzen zu lassen. Manchmal etwas verwirrend, führt sie den Leser zielgerichtet an den überraschenden Schluss, der leider nicht alle, aber doch die meisten über meinem Kopf schwebenden Fragezeichen verschwinden ließ.
Ihre Schreibweise ist für jeden Leser gut zu verstehen und nachvollziehbar, sie hetzt einen kreuz und quer durch Berlin, auf der Suche nach Frau und Kind, sodass man am Ende regelrecht atemlos dieses Buch zuklappt.

Das Cover wurde in blutrot, wie der Schriftzug „Schuld bist du“ gestaltet und macht auf den Inhalt neugierig. Somit ist die Gestaltung perfekt gelungen.

Jutta Maria Herrmann, die im Saarland geborene gelernte Buchhändlerin und studierte Germanistin verschlug es Mitte der 80er-Jahre nach Berlin, wo sie Rockkonzerte veranstaltete und Synchrondrehbücher schrieb. Zur Zeit arbeitet sie für eine Tageszeitung.
Beim MDR Literaturwettbewerb belegte sie mit einer Kurzgeschichte einen Platz in den Top 25.
Seit 2003 lebt sie mit ihrem Mann, dem Autor Thomas Nommensen im brandenburgischen Panketal und ist Mitglied im Syndikat.

Da es sich mit „Schuld bist du“ um einen rundherum gelungenen Psychothriller handelt, spreche ich diesem und natürlich der Autorin meine absolute Empfehlung aus. Da es sich hiermit um das zweite Buch dieser Autorin handelt, werde ich nun natürlich auch den Vorgänger „Hotline“ lesen müssen, worauf ich mich nun freue.

Buchinfo:

Psychothriller
352 Seiten
Knaur
Erschienen am 01. Juni 2016
ISBN-10: 3426518511
ISBN-13: 978-3426518519

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Tags: psychothriller, thriller   (2)
 

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(29)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

thriller, terror, skandal, berlin, schläfer

Gift - Der Tod kommt lautlos

Ivo Pala
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.04.2015
ISBN 9783734101465
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einem NATO-Stützpunkt an der deutsch-polnischen Grenze bahnt sich Schlimmes an.
Eine Kantinenmitarbeiterin verhält sich an diesem Tag besonders vorsichtig als sie die Milchkännchen auffüllt, das Müsli vorbereitet und vieles mehr. Sie arbeitet hochkonzentriert und weiß, dass sie ihren Feierabend nicht mehr erleben wird.
Ein hinterhältiger Giftanschlag soll die Soldaten töten, die kurz darauf in der Kantine ihr Frühstück zu sich nehmen.
Patrizia Hardt und Gernot Löw, Angehörige der nationalen Terrorabwehr stoßen bei ihrer Jagd nach den Drahtziehern auf Furchtbares. Sie finden heraus, dass auf ostdeutschem Boden versteckte Depots mit biologischen Waffen und gefährlichen Giften vorhanden sind. Dass es sich um tödliche Gifte handelt, sollen sie schnell herausfinden. Als sie die Terroristen bis nach Leipzig verfolgen, gibt es den ersten Todesfall. Als sie herausfinden, dass es sich um die Pest handelt, spitzt sich die Lage dramatisch zu.
Nach H2O hat Ivo Pala wieder ein heißes Eisen angefasst. Realitätsnah erzählt er in diesem Buch über einen Anschlag auf die deutsche Bevölkerung, um die Regierung Deutschlands und Russlands unter Druck zu setzen. Wer Ivo Pala kennt, weiß dass er nicht zu faul für ausgiebige Recherche ist und glaubt ihm jedes Wort dieses erschreckenden Thrillers. Er entführt den Leser in Kasernen, in Regierungsgebäude und lässt ihn Zeuge von Verbrecherjagd und Aufklärung eines Verbrechens werden, das einmal in Gang gekommen, ganze Landstriche an Menschen töten könnte.
Ein von Anfang an hoch angesetzter Spannungslevel wird vom Autor stetig nach oben getrieben, ohne zwischendurch abzusacken.
Zwar ist das Ende in einigen Punkten vorhersehbar, aber das ist nicht schlimm, denn trotzdem bringt Pala den Showdown perfekt ins Ziel.
Durch seine ausführliche Schreibweise, ist er sehr gut verständlich und nachvollziehbar. Jeder Thrillerfan wird begeistert sein und dieses Buch am liebsten in einem Rutsch lesen. So erging es mir, aber bei der Anzahl Seiten, wird es dann doch etwas länger dauern.
Das Cover ist wie bereits beim Vorgänger H2O perfekt in schwarz ohne großen Schnickschnack gewählt und spricht damit den Thrillerfan voll und ganz an.
Wieder ein Pala wie man Pala kennt, dem ich natürlich wieder meine 100%ige Empfehlung ausspreche.

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Tags: thrille   (1)
 

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58 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

rheingau, korruption, mord, reihe, regionalkrimi

Bluthatz

Richard Hagen
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.03.2014
ISBN 9783442380091
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kriminalroman

In den Kellern des Klosters Eberbach wird eine bestialisch zugerichtete Leiche gefunden. Den Fall lösen sollen die Staatsanwältin Inga Jäger, genannt die Jägerin und Kriminalhauptkommissar Kai Gebert, genannt Rübezahl.
Schnell ist mit Hilfe der Rechtsmedizin ermittelt, um wen es sich bei dem Opfer handelt. Es war ein hochrangiger Bürger von Eltville, für den der Bürgermeister in die Bresche springt und meint, die Ermittlungen behindern zu müssen. Nicht genug, dass es genügend Tatverdächtige, die es auszusieben gilt gibt, zu denen auch die Exfrau und die aktuelle Frau des Opfers zählen, muss nun auch auf die politische Ebene im Rheingau Rücksicht genommen werden.
Viele haben berechtigte Motive, jetzt gilt es aber den einen zu ermitteln, was sich zu Anfang als äußerst schwieriges Unterfangen für die Jägerin und Rübezahl zeigt.

Dies ist der zweite Krimi aus dem Rheingau mit Inga Jäger und Kai Gebert, den Ivo Pala unter dem Pseudonym Richard Hagen für seine Leserschaft ersonnen hat. Gleich auf den ersten Seiten ist es möglich, ganz tief ins Geschehen einzutauchen und von der Spannung mitgerissen zu werden.
So erging es mir. Ich mochte dieses Buch, zu dem Ivo Pala perfekt in den polizeilichen Mordermittlungen und den staatsanwaltlichen Tätigkeiten ermittelte, nicht zur Seite legen, bevor ich es nicht fertig gelesen hatte. Was jedoch bei der hohen Seitenanzahl nicht so einfach möglich war, womit Ivo Pala mich darin bestätigt, dass ein Buch unter 400 Seiten kein Buch, sondern ein Heft ist.
Das Spannungsniveau wird von Anfang an recht hoch angesetzt und flacht bis zum Ende hin nicht ab. Im Gegenteil, der Autor führt es stetig leicht ansteigend nach oben, bis es seinen Höhepunkt in einem überraschenden Showdown findet.
Die rasante Schreibweise treibt den Leser von Kapitel zu Kapitel und lässt ihm kaum die Zeit, Luft zu holen. Das ist aber genau das, was einen guten Kriminalroman ausmacht, von denen es leider viel zu wenige auf dem Markt gibt.
Leider zäumte ich mit „Bluthatz“ das Pferd von hinten auf, weil ich nicht beachtete, dass es einen vorhergehenden Fall der beiden Ermittler gibt. Natürlich werde ich es nachholen, auch dieses Buch zu lesen.

Richard Hagen treibt den Leser durch einen Teil des Rheingaus, das er sehr detailverliebt erklärt, sodass man den Eindruck hat, selbst schon dort gewesen zu sein.
Seinen Protagonisten drückt Hagen ganz individuelle und doch sehr menschliche Stempel auf. Da wäre die Jägerin Inga Jäger, alleinerziehende Mutter mit alltäglichen Problemen und ihres Zeichens erfolgreiche Staatsanwältin, die in vorbildlicher Art und Weise in die Ermittlungen involviert wird und Kriminalhauptkommissar Rübezahl Kai Gebert, der alleinstehende, in die Tochter der Staatsanwältin vernarrte Polizist, der seine Liebe zu der Staatsanwältin auch nicht verheimlichen kann.
Dieses allzu Menschliche macht mir diese beiden besonders sympathisch, obwohl die aufkeimende Beziehung der beiden nicht im Mittelpunkt steht, was auch gut so ist.
An der Darstellung der restlichen Mitwirkenden lässt der Autor erkennen, wie sympathisch sie ihm auch im wirklichen Leben wären. Man merkt, mit wie viel Empathie der Autor an seine Werke heran geht und das wirkt sich auf die Protagonisten ebenso wie auf die Handlung aus.
Das Cover wurde perfekt ausgewählt, zeigt es doch ein Tor in eine geheimnisvolle Welt, wie hier wohl in die Keller des Klosters Eberbach. Dass dieses Bild dunkel gehalten wurde, macht es besonders spannend, zu diesem Roman zu greifen.

„Bluthatz“ von Richard Hagen hat alles was ein guter Kriminalroman haben muss, daher kann ich meine vollste Empfehlung dafür aussprechen.

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Tags: kriminalroman, regionalkrimi, rheingau   (3)
 

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(40)

79 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

unsterblichkeit, thriller, eibe, eve sinclair, folter

Die Lazarus-Formel

Ivo Pala
Flexibler Einband: 445 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.12.2011
ISBN 9783442376483
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schon seit langer Zeit forschen die Wissenschaftler nach einem Heilmittel gegen Krebs. Durch Zufall stößt Eve Sinclair im Zuge ihrer Untersuchungen auf das Geheimnis ewigen Lebens.
Wieso hat es noch niemand vor ihr entdeckt? Es offenbart sich vor ihr, als wäre es für jeden ohne großen Aufwand zu entdecken gewesen.
Bis Eve feststellt, dass es bereits Unsterbliche gibt, die auf das gleiche Geheimnis stießen wie sie. Aber warum machen die sich nun auf die Jagd und trachten ihr nach dem Leben? Da tritt ein Mörder in ihr Leben und rettet sie…

Ivo Pala hat sich mit diesem Thriller auf den Weg in die Wissenschaft und deren Rätsel gemacht. Er hetzt den Leser einen stetig ansteigenden Spannungsbogen hinauf, auf dem es zu keinem Zeitpunkt Langeweile gibt. Schnell ist man voll im Geschehen und tut sich schwer, dieses Buch zur Seite zu legen.
Der Autor hetzt einen von Kampf zu Kampf und wenn er beim Schreiben ebenso außer Atem geriet, wie ich beim Verfolgen der spannenden Kämpfe, dann spart er sich wohl für lange Zeit das Sport treiben. So hart, teilweise brutal wie er die Kämpfe um das ewige Leben beschreibt, mit so viel Gefühl geht er in die Beschreibung der wenigen erotischen Szenen.

Die Story um Eve, Margaret, Set und Ben ist in sich schlüssig und einmalig recherchiert und in Szene gesetzt. Pala hauchte den Protagonisten die perfekte Vita ein, sodass keiner unsympathisch erscheint und einem jeder auf seine Weise ans Herz wächst.

Die Schreibweise ist relativ einfach gehalten, sodass jeder Leser dem Geschehen folgen kann. Auch die wissenschaftlichen Dinge, die perfekt ins Geschehen eingebaut sind, wurden sehr gut erklärt, sodass keine Fragen offen blieben.
Ich persönlich hätte ewig weiter lesen können.

Das Cover zeigt die Frucht und die Nadeln der Eibe, um die sich der Großteil dieses Thrillers dreht, das an sich dunkle, düstere ist perfekt an das Geschehen angelehnt.

Kurz und gut, wo Pala drauf steht, ist Pala drin und zu 100% empfehlenswert.

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Tags: thriller   (1)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kurzgeschichten, frauen, singlefrau, frauenpower, urlaubslektüre

Gänseblümchen hat Gänsehaut

Silke Kasamas
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Thekla Verlag, 25.09.2015
ISBN 9783945711064
Genre: Humor

Rezension:

Kurzgeschichten

Der Klappentext beginnt mit dem Satz „Humorvoll bis satirisch, manchmal nachdenklich oder auch romantisch“

Dieser Satz ist für dieses Buch über Frauen, die mitten im Leben stehen und doch so manche Katastrophe überstehen, perfekt gewählt.

Sei es die eine, die endlich mal wieder einen Wellnesstag einlegen möchte und dauernd dabei gestört wird und letztendlich ihrem Traummann mit ihrer Schokomaske im Gesicht gegenüber steht, oder diejenige, die den Garten ihrer Freundin auf Vordermann bringt und dabei den falschen Garten zu einer Traumoase macht, oder die gestresste Businessfrau, die sich mehr Ruhe gönnen sollte und im Yogakurs landet, sowie viele andere Frauen, die in dieser Sammlung aus Kurzgeschichten erscheinen.

Kurzgeschichten waren bisher nicht mein Ding. Ich liebe es, in „richtige“ Bücher einzutauchen und mich tagelang im Geschehen aufzuhalten. Dieses Buch von Silke Kasamas hat mich jedoch davon überzeugt, dass es mir auch richtig Spaß machen kann, Kurzgeschichten zu lesen. So manches Mal brach ich in schallendes Gelächter aus, schmunzelte und grinste über die Protagonistinnen, von denen mir jede einzelne auf ihre Weise ans Herz wuchs.

Die Autorin schafft es, auf wenigen Seiten Begeisterung zu wecken und gespannt auf die nächste Geschichte zu machen. Sie verfügt über eine herrlich lockere und freche Ausdrucksweise, sodass ich eine wahre Freude am Lesen hatte.

Sie wählte zum Einstieg in diese Kurzgeschichtensammlung Einsteins Satz
„Kreativität ist Intelligenz, die Spaß macht“
Ja, Kasamas ist kreativ und sie vermittelt Spaß am Lesen.

Der Aufbau ihrer Geschichten ist logisch nachvollziehbar und vor allem kann ich mir vorstellen, dass es bei manchen Frauen im Leben genau so abgeht. Traurige Szenen gibt es nicht, daher ist dieses Buch das perfekte Werk um abzuschalten und einfach nur mit einem kleinen Tick Schadenfreude das Leben anderer Revue passieren zu lassen.

Titel und Cover sind perfekt gewählt und zaubern dem Leser schon im Laden ein Lächeln ins Gesicht.

Guten Gewissens spreche ich „Gänseblümchen hat Gänsehaut“ meine 100%ige Empfehlung aus.

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Tags: kurzgeschichten   (1)
 

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169 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 71 Rezensionen

dystopie, zwillinge, francesca haig, rebellion, heyne

Das Feuerzeichen - Rebellion

Francesca Haig , Viola Siegemund
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2016
ISBN 9783453270411
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Welt in der Zukunft besteht aus Zwillingen. Diese sind zusammengestellt aus Omegas und Alphas. Die Alphas sind die perfekten Zwillinge, die alle Vorteile und Privilegien genießen. Die Omegas sind der schlechtere Teil der Zwillinge, behaftet mit einem körperlichen Makel, der sie zu einem Menschen zweiter Klasse macht und zu Ausgestoßenen, die nichts in der Welt der Alphas zu suchen haben. Aus diesem Grund werden sie von den Eltern in Omegabezirke verstoßen, wo sie in Armut an der untersten Grenze der Gesellschaft ihr Leben fristen.

Die Insel der Omegas wird zerstört und zwingt somit die Freunde Piper, Zoe und Cass zur Flucht vor Mord und Totschlag. Irgendwo soll es ein Land geben, in dem niemand drauf achtet, ob sie als Omega gebrandmarkt sind oder nicht. Um dorthin zu kommen, müssen sie aber Cass` Zwillingsbruder Zach überwinden, der über überdurchschnittliche Macht verfügt und sie verfolgt…

Die Autorin Francesca Haig brachte nun mit „Das Feuerzeichen – Rebellion“ den zweiten Teil der Feuerzeichen-Trilogie auf den Markt. Wie auch im ersten Band verfügt die Autorin über die Gabe, mit so manchen Rätseln zu spielen, sodass sie den Leser auf den dritten Band neugierig macht und somit sicher sein kann, ihre bisher begeisterte Leserschaft an dieser Trilogie zu halten.

Positiv zu werten ist auch, dass der Verlag mit diesem zweiten Teil auf so manche Kritik hinsichtlich der gehäuften Rechtschreibfehler im ersten Band einging, und dieser zweite Band nun erheblich besser aufgestellt ist. Wobei ich persönlich noch kein Buch in Händen hielt, das zu 100% fehlerfrei war. Hierzu mein großes Kompliment an die Korrektoren und Lektoren, die sich scheinbar doch Rezensionen und Kritiken zu Herzen nehmen.

Wer erst mit Band 2 in die Trilogie eingestiegen ist, wird sicherlich etwas enttäuscht sein, weil ihm die gesamte Vorgeschichte über die zurückliegende Nuklearkatastrophe und deren Auswirkungen fehlt. Hierzu kann ich nur empfehlen, unbedingt vor Band 2 den ersten Band zu lesen, um die Zusammenhänge zu verstehen.

Die Autorin erzählt aus der Sicht von Cass in der Ich-Form, was sicherlich von manchem Leser als störend empfunden wird, da dadurch Cass in den Mittelpunkt gestellt wird, wo sie schon allein als Zwillingsschwester von Zach steht. Streckenweise empfand ich die Geschichte durch aufgebauschte Kampfszenen sehr langatmig, so dass ich in Versuchung geriet, ganze Passagen zu überblättern. Ebenso stellten sich die Fluchtszenen für mich dar. Daher hatte ich manches Mal das Empfinden, dass das Buch nur aus Kampf und Flucht besteht und dadurch die Protagonisten in den Hintergrund gedrängt werden.
Ich bin auf den dritten Band gespannt, denn ich möchte wissen, ob die Freunde es schaffen, das Land zu finden, in dem sie nicht mehr ausgegrenzt werden.

Das Cover passt perfekt zu dem des ersten Bandes und wird vom Omega-Zeichen dominiert, das in gewisser Weise ja auch in der Handlung im Vordergrund steht.
Ein Roman, der in der Zukunft spielt, den auch ich nicht mehr aus der Hand legen wollte.

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Tags: fantasy, scifi   (2)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

biografien

Das ZickZack-Prinzip

Christof Meueler
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 28.03.2016
ISBN 9783453168039
Genre: Biografien

Rezension:

Der in Berlin lebende Journalist und Soziologe, sowie Herausgeber von Rat Race in den 80er Jahren und heutiger Ressortleiter für Fuilleton und Sport bei der Tageszeitung junge Welt, Christof Meueler, verfasste mit dem ZickZack-Prinzip die Geschichte es Labelchefs Alfred Hilsbergs, der bekannten Musikern wie den Einstürzenden Neubauten und vielen anderen zu ihrem Erfolg verhalf.
Auch an der Entstehung und des Erfolges der Neuen Deutschen Welle war Hilsberg in den 80er Jahren war Hilsberg maßgeblich beteiligt.
Er wollte den Musikern die Selbstbestimmung garantieren, geriet aber im Laufe der immer wieder wegen ausbleibender Zahlungen mit ihnen aneinander. Trotzdem blieben sie ihm und er ihnen treu. So grandios wie seine Karriere begann, so traurig scheiterte er am Ende, an seinem eigenwilligen Geschäftsgebaren.
Das ZickZack-Prinzip ist keine reine Biografie über einen Menschen, sondern spiegelt die deutsche Popgeschichte der letzten vierzig Jahre wider.

Ernsthaft ebenso wie humorig und teils mit einem Augenzwinkern erzählt der Autor Christof Meueler den Aufstieg und Fall des Labelchefs Alfred Hilsberg. Mit Euphorie steigt er in diese Geschichte, die über ein Leben ganz oben auf der Erfolgsleiter erzählt ein und mit ebenso viel Feingefühl erzählt er den langsamen aber unausweichlich stetigen Fall eines der erfolgreichsten Labelchefs in der deutschen Musikgeschichte.
Er erzählt darüber, wie riskant teilweise dessen Aktionen waren und gerade diese Arbeitsweise brachte dem Label ZickZack den gewünschten und zielstrebig angesteuerten Erfolg.
Meueler hat ausgiebig in der Musikgeschichte und im Leben von Hilsberg recherchiert und damit ein Werk geschaffen, das längst fällig war.
Wer in der deutschen Musikgeschichte nicht so bewandert ist, wie auch ich, wird sich immer wieder durch google suchen müssen, um zu wissen, um wen oder was es gerade eben geht. Da dieses Thema an sich aber so interessant und facettenreich ist, macht das in diesem Fall auch noch richtig Spaß.
Der chronologische Aufbau lässt einen den roten Faden nicht verlieren und man kann auch immer wieder Pausen einlegen, da es sich hierbei mehr um ein Sachbuch, als um eine Autobiografie im üblichen Stil handelt.

Ich fühlte mich von diesem Buch sehr gut unterhalten und informiert und bin der Meinung, dass es jeder lesen sollte, der denkt, mehr über die deutsche Musikgeschichte wissen zu wollen oder zu müssen.

Das Cover ist einfach in schwarz-weiß aufgebaut, Schörkel und Firlefanz sucht man vergebens. Aber es sind die meisten er erfolgreichen Musiker der letzten 40 Jahre darauf aufgelistet und so mancher wir hier nach seinen Favoriten suchen.

Von mir bekommt dieses Buch eine 100%ige Empfehlung

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Tags: biografien   (1)
 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

krimi, serie, www.die-rezensentin.de, mord, christine bernard

Christine Bernard. Das Eisrosenkind

Michael E. Vieten
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783862824137
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Christine Bernard freut sich über ihren freien Abend, den sie bei einem Klassikkonzert verbringen darf, in dem ihr Freund einer der Musiker ist. Sie genießt es in vollen Zügen und freut sich auf ihr Treffen mit ihm, bei dem sie klären möchte, ob sie beide denn nun ein Paar sind oder nicht.
Leider macht ihr ein neuer Mordfall einen Strich durch die Rechnung. Der Job geht vor. Also macht sie sich auf den Weg. Rosalia, ein achtjähriges Mädchen wurde aus dem Hort entführt. Die Mutter steht Todesängste um ihr Kind aus und die Polizisten haben schnell einen Verdächtigen, an dem sie sich buchstäblich festbeißen.
Dann wird eine Kinderleiche gefunden und der Fall scheint scheinbar aufgeklärt. Erfroren und trotzdem wunderschön anzusehen ist das Mädchen. Aber in der Rechtsmedizin stellt sich heraus, dass es sich nicht um die vermisste Rosalia handelt. Dieses Mädchen wurde vor 12 Jahren tiefgefroren und am Moselufer abgelegt.
Die Suche nach dem Mörder und dem Motiv beginnt.

Das Eisrosenkind ist der zweite Band um die Trierer Kommissarin Christine Bernard. Nach seinem ersten Psychokrimi um Christine Bernard, der mich ebenso gefesselt hat, hat Michael E. Vieten mit dem Eisrosenkind einen perfekten zweiten Fall oben drauf gesetzt.
Mit dem aktuellen Krimi verschafft der Autor dem Leser nicht nur aufgrund der Jahreszeit Gänsehaut, sondern auch mit der Handlung. Man mag dieses Buch einfach nicht zur Seite legen, sodass ich es in zwei Tagen gelesen, nein, regelrecht verschlugen habe.
Michael E. Vieten hat sich in die Tiefen der Rechtsmedizin und der polizeilichen Ermittlungsarbeit begeben und damit eine glaubwürdige und nachvollziehbare Story abgeliefert.

Christine Bernard kommt menschlich realistisch rüber, sie geht nicht nur in ihrem Job voll und ganz auf, sie vergisst darüber auch nicht, dass sie ein eigenes Leben führt, was sie umso sympatischer gegenüber anderen 08/15-Ermittlern macht.

Der gefrorene Torso mit den Rosenblättern auf dem Cover ist perfekt gewählt und lässt genau auf das hoffen, was man im Buch serviert bekommt.

Michael E. Vieten hat sich in seiner Schreibweise im Vergleich zum ersten Band deutlich weiter entwickelt, was daran erkennbar ist, dass der Aufbau der Geschichte, die Wortwahl und auch die Satzstellungen professioneller wurden. Es macht Spaß, diesen Krimi zu lesen und sich auf den nächsten Fall zu freuen.

Ein Kriminalroman, dem ich jedem Fan außergewöhnlicher Mordfälle guten Gewissens ans Herz legen kann.

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Bettine und Achim von Arnim

Hildegard Baumgart
Fester Einband: 750 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783458176619
Genre: Biografien

Rezension:  
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267 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 97 Rezensionen

cornwall, familie, liebe, england, eve chase

Black Rabbit Hall

Eve Chase , Carolin Müller
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 29.02.2016
ISBN 9783764505608
Genre: Romane

Rezension:

Roman, Familiensaga

Klappentext:

Der Geruch nach Bienenwachs, das Summen des Globusses. Der Geschmack der Vergangenheit. Salzig, köstlich auf der Zungenspitze – das ist
BLACK RABBIT HALL
Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, langsamer vergehen als anderswo. Es passiert nicht viel. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen Amber und ihre drei Geschwister sich nun mehr denn je aufeinander verlassen.
Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes , leicht verfallenes , aber wunderschönes Haus…

Mein Umriss:

Lorna und Jon wollen heiraten. Weitab ihrer Heimatstadt London, in Cornwall. Auf einem alten Landsitz soll die Hochzeit gefeiert werden. Auf der Suche nach Black Rabbit Hall will Jon schon aufgeben, als er in einen Beinaheunfall verwickelt wird und ihm der Bauer den restlichen Weg auf den Landsitz erklärt. Dort angekommen, sieht Jon das Gebäude nüchterner als Lorna. Er will ihr die Feier dort ausreden. Lorna jedoch verliebt sich auf Anhieb in das alte Gemäuer und bleibt sogar ein paar Tage, um mehr darüber zu erfahren.
Als sie Bruchstücke über die ehemaligen und auch der noch aktuellen Bewohner erfährt, sieht sie einen Zusammenhang mit ihrer eigenen Adoption und beginnt, näher zu forschen und stößt auf Dinge, die sie niemals für möglich hielt…

Mein Eindruck:

Schnell liest man sich in diesen Roman ein. Die Schreibweise der Autorin erinnerte mich etwas an die Bücher der Jahre 1950 bis 1970. Damals beherrschten die Autoren sie ebenso wie Eve Chase. Blumig, bildhaft, teils so detailverliebt, dass es schon unrealistisch ist und trotzdem einfach nur schön zu lesen. Nein, um anspruchsvolle Literatur handelt es sich bei diesem Buch nicht, aber das wollte Chase wohl auch nicht erreichen. Hier geht es nur darum, den Leser nach Cornwall zu entführen, ihn eintauchen zu lassen, in die Landschaft und diesen ehemaligen Landsitz, der zu verkommen begann, als sich der Herr des Hauses nach dem Tod seiner ersten Frau eine Nachfolgerung für sie ins Haus holte. Durch die Beschreibungen der Autorin, kommt es einem während des Lesens vor, als würde man mitten drin sein, die Gerüche wahrnehmen, den Wind, die salzige Meeresbrise und man hört die Kinder, die dort lebten.
Die Aufmachung des Buches verdient besonderes Lob. Der Schutzumschlag besteht aus Transparentpapier, auf dem der Klappentext und der Titel gedruckt ist. Nimmt man diesen ab, so erkennt man nur noch Black Rabbit Hall unter einem wolkenverhangenen Himmel.
Eben wie das Buch an sich, ist die Aufmachung auch eine Augenweide, die sich in jedem Bücherregal einen Sonderplatz verdient

Mein Fazit:

Nette Unterhaltung für entspannte Urlaubstage oder während einer längeren Bahnfahrt

Danksagung:

Mein Dank geht an den Blanvalet Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zukommen ließ. An Randomhouse geht mein herzlicher Dank, das Cover zum Zwecke der Veröffentlichung in Verbindung mit meiner Rezension veröffentlichen zu dürfen

Gebundene Ausgabe
416 Seiten
Blanvalet Verlag
Erschienen am 29.Februar 2016
ISBN 978-3764505605

Kindle Edition
1468 KB
Verkauf durch Amazon Media EU
ASIN B0196U7LAG

Audio CD
Random House Audio
Gekürzte Lesung
ISBN 978-3837133592

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Tags: romane   (1)
 

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Fremdes Leben

Petra Hammesfahr
E-Buch Text: 497 Seiten
Erschienen bei Diana Verlag, 08.03.2016
ISBN 9783641184704
Genre: Sonstiges

Rezension:

Psychothriller, Roman

Klappentext:

Den eigenen Albträumen ausgeliefert.
Ohne Erinnerung. Nur mit der Gewissheit, dass jemand sterben sollte…

„Mach sie tot, mach sie tot!“ Mit diesen Worten im Kopf erwacht eine Frau auf einer Intensivstation . Hat sie das gesagt? Oder war sie etwa gemeint? Fast zwei Jahre soll sie im Koma gelegen haben, dich sie weiß nichts mehr. Den Mann, der sie mit Claudia anspricht und sich als ihr Ehemann vorstellt, kennt sie nicht. Auch der erwachsene Sohn, der von seiner leidvollen Kindheit erzählt, ist ihr fremd. Erst als sie sich an einen kleinen Jungen erinnert, der in einer brennenden Wohnung nach seiner Mutter ruft, keimt in ihr ein entsetzlicher Verdacht…

Mein Umriss:

Zwei Jahre soll sie im Koma gelegen haben, dann erwacht die Frau mit den Worten „mach sie tot, mach sie tot“ im Kopf. Sie liegt auf der Intensivstation und wird von der Ärztin Lina Scheuer betreut, die ihr auf ihrem Weg zurück ins Leben hilft.
Langsam kommen scheinbare Erinnerungen zurück, die sie jedoch falsch deutet und zuordnet.
Je näher ihr Entlassungstermin rückt, umso näher rückt auch die Gefahr, in der sie sich befindet.
Scheinbar liebevoll wird ihr geholfen, eine Wohnung zur Verfügung gestellt, sogar ein Auto, damit sie mobiler ist soll her.
Was macht die Erinnerung dieser Frau für ihr Umfeld so gefährlich, dass sie plötzlich viele Feinde hat?

Mein Eindruck:

Mehr als in meinem Umriss, wollte ich zu diesem Psychogramm einer Frau, die nichts mehr weiß, nicht verraten.
Petra Hammesfahr hat mit Fremdes Leben bei mir wieder mal voll ins Schwarze getroffen.
Am Anfang etwas verwirrend, sodass ich mich mehrfach fragte, was mir die Autorin denn mitteilen will, war ich dann doch recht schnell im Geschehen, das mich bis zum überraschenden Ende nicht mehr los ließ.
Hier handelt es sich eher um einen ruhigen Psychothriller, der es trotzdem nicht an Spannung mangeln lässt. Somit zeigt Petra Hammesfahr, dass es nicht immer laut und brüllend sein muss.
Die Schreibweise hat mich wie bei den anderen Büchern, die ich von ihr schon gelesen habe, besonders angesprochen. Zumal sie sich in den Leser hineinversetzt und nicht versucht, durch geschraubte Begriffe die Spannung zu erhöhen, was sowieso in den meisten Fällen nicht gelingt.
Den Spannungsbogen lässt die Autorin langsam aber stetig ansteigen, sodass der Showdown am Ende eine perfekte Punktlandung wurde.

Mein Fazit:

Wer Psychothriller mag, sollte sich diesen auf jeden Fall gönnen.

Danksagung:

Mein herzliches Dankeschön geht an die Verlagsgruppe Randomhouse und dort im Speziellen an den Diana Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte. Ebenso bedanke ich mich dafür, das Cover zum Zwecke der Veröffentlichung in Verbindung meiner Rezension verwenden zu dürfen.

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234 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 106 Rezensionen

familie, alzheimer, demenz, jenny downham, homosexualität

Die Ungehörigkeit des Glücks

Jenny Downham , Astrid Arz
Fester Einband: 478 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 22.02.2016
ISBN 9783570102923
Genre: Romane

Rezension:

Roman

Klappentext:

Katie – Caroline – Mary
Drei Frauen
Drei Generationen
Drei Lebensgeschichten

Die Begegnung der drei lässt alte Wunden aufbrechen und Lebenslügen zerbrechen.
Als die siebzehnjährige Katie ihrer Großmutter Mary zu ersten Mal begegnet, hat diese schon deutliche Anzeichen von Alzheimer. Katie erkennt das Liebenswerte und Faszinierende an der alten Dame, und vor allem beginnt sie, deren Erinnerungen aufzuschreiben. Sie spürt dabei Familiengeheimnisse auf, die nicht nur ihre Mutter Caroline in ein völlig neues Licht rücken.

Mein Umriss:

Caroline wird ins Krankenhaus gerufen, wo sie kurz darauf auf ihre Mutter Mary trifft. Ihre Mutter, die sie ihr Leben lang als solche vermisste. Nun sollte sie sich plötzlich um die alte Dame kümmern, die sie so gut wie gar nicht kennt.
Aber so ist es bestimmt. Das Kind kümmert sich um die Mutter, wenn diese nicht mehr in der Lage ist, ihr Leben selbstbestimmt zu führen.
Diese Gewissheit stellt Caroline vor ein großes Problem, da sie nicht von ihrer Mutter, sondern von ihrer Tante großgezogen wurde, die sie an Kindesstatt annahm. Jetzt bleibt ihr aufgrund der Alzheimer-Erkrankung aber nicht mehr viel Zeit, ihre Mutter und deren Leben kennen zu lernen. Nur ihre Tochter Katie kommt auf die Idee, das Leben der Großmutter zu erforschen, solange diese noch in der Lage ist, ihr darüber zu erzählen. Sie beginnt das Leben der Großmutter aufzuschreiben…

Mein Eindruck:

Nachdem ich vor ein paar Jahren bereits „Bevor ich sterbe“ von Jenny Downham gelesen habe, wollte ich mir dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen. Damals habe ich während des Lesens nicht nur so manche Träne geweint, nein, ich habe geheult wie ein Schloßhund. Also dachte ich, dass die Autorin mich auch diesmal wieder an meiner verletzlichen Seite packen würde, zumal das Thema Alzheimer in meiner Familie auch einige Jahre sehr präsent war.
Der Einstieg gelang Downham perfekt. Sie schrieb in meinen Augen in Rätseln. Diese Rätsel jedoch wurden schnell gelöst und ich dachte, ich wäre im Geschehen angekommen. Leider verzettelte sich die Autorin immer wieder in langatmiges, unnötiges Blabla, das mich absolut nicht vom Hocker riss. Erst dachte ich noch, ich gebe dem Buch eine Chance bis Seite 50. Dann bekam es eine Verlängerung bis Seite 100, denn ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Autor in ein so tiefes Tal abgleiten kann. Auf Seite 100 stellte ich fest, dass die Autorin noch immer nicht zu Potte kam und sich in Kleinigkeiten verlief, also gab ich ihr noch einen Leseabend.
Dieser jedoch endete nun leider mit dem Abbruch dieses Buches, mit dem mir Jenny Downham alles andere als begeisterte.
Sicher wird die Autorin Leser finden, die dieses Buch vergöttern werden, meinen Nerv hat sie damit leider nicht getroffen. Vielleicht schafft sie das ja mit dem nächsten Buch, falls sie nochmal eines schreiben sollte.

Mein Fazit:

Leider nichts für mich, weil zu langatmig und langweilig

Danksagung:

Mein Dank geht an die Randomhouse-Verlagsgruppe und hier im Speziellen an den Bertelsmann Verlag, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte. Auch für die Genehmigung, das Coverbild in Verbindung mit meiner Rezension zu verwenden bedanke ich mich an dieser Stelle recht herzlich.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

thriller, gefängnisliebe, psychothriller

Totgetäuscht

Cornelia Lotter
E-Buch Text: 148 Seiten
Erschienen bei null, 27.02.2016
ISBN B01CBTQCXG
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext:

Was veranlasst Frauen dazu, sich für Männer zu interessieren, die hinter Gittern sitzen?
Die 36-jährige Bibliothekarin Dorothea Baum beginnt einen Briefwechsel mit dem verurteilten Totschläger Oliver Hilzinger. Es gelingt ihm, ihr Vertrauen durch seine einfühlsamen Briefe so weit zu gewinnen, dass sie ihn schließlich besucht und nach einigen Jahren heiratet.
Doch kennt sie den Mann wirklich, mit dem sie ihr Bett teilt? Als eine ermordete Frau gefunden wird, beginnt Dorothea zu zweifeln. Denn auch sonst ist nichts so, wie sie es sich vor seiner Entlassung erträumt hat.
Ein Thriller, der leise beginnt und vom Leser alles abverlangt. Kein Buch für schwache Nerven!

Mein Umriss:

Dorothea Baum beginnt eine Brieffreundschaft mit einem Strafgefangenen. Durch seine gewählte, vornehme und teils antiquierte Ausdrucksweise erreicht er bei ihr mehr, als sie ursprünglich plante. Sie verliert ihr Herz an den Mann im Gefängnis. Immer mehr öffnet sie sich ihm, obwohl sie von ihrer Freundin öfter als einmal gewarnt wird.
Sie bekommen die Erlaubnis, sich in der „Liebeszelle“ zu treffen, wo Oliver sie behandelt, als wäre sie eine Königin. Er liest ihr alle Wünsche von den Augen ab und Dorotheas Himmel hängt voller Geigen. Nicht lange danach läuten die Hochzeitsglocken und bald steht Olivers vorzeitige Entlassung an und Dorothea hat Zweifel, die sich verstärken, als sie in der Zeitung über einen Mord in der Nähe liest. Nun gibt es keine Ausflüchte mehr dafür, warum er sich seit der Entlassung so seltsam verhält.
Als Dorothea dann noch ein handgeschriebenes Buch findet, fürchtet sie um ihr Leben…

Mein Eindruck:

Cornelia Lotter hat mich mit dieser Mischung aus Thriller und Psychothriller schon auf den ersten Seiten an dieses Buch gefesselt. Sie zeigt die Geschichte einer Frau, die eine Brieffreundschaft mit einem Gefängnisinsassen beginnt, wie es sehr oft auch in der Realität vorkommt.
Warum macht Dorothea das?
In ihrem Fall liegt der Grund in ihrer Kindheit, in der sie missbraucht wurde und ihr Schuldgefühle eingeredet wurden. Sie sieht nichts Besseres für sich als einen Gefängnisinsassen.
Lotter zeigt, den Zwiespalt der Gefühle, dem diese Frauen ausgesetzt sind. Sie erfahren vom Gefängnispsychologen, warum der Mann ihrer Träume einsitzt, um vielleicht doch noch einen Rückzieher zu machen. In diesem Fall jedoch spann die Autorin das Netz immer weiter, bis es zum ersten Treffen außerhalb der Gefängnismauern kam, das anders lief, als die Treffen im Gefängnis. Sie zeigt die Angst vor der Entlassung des Mannes, den sich Dorothea anders vorgestellt hatte, als er sich bei seinem ersten Besuch in ihrer Wohnung zeigte.
In einem weiteren Handlungsstrang ist man als Leser Zeuge von Verbrechen. Am Anfang sind diese nicht leicht zuzuordnen, was aber leichter fällt, je weiter man im Geschehen kommt. Dieser Strang taucht irgendwann in Form eines Buches auf und somit werden die Stränge zusammen geführt und es kommt zum Showdown, der zwar vorhersehbar war, wobei aber trotz aller Vorhersehbarkeit doch nicht alles so ablief, wie ich es mir zusammen fantasierte.
Die Autorin vereinte mit diesem Buch Thriller und Psychothriller, wobei der Psychothrill die Oberhand hatte. Trotz Szenen in etwas härterer Gangart doch recht unblutig, spielt das Geschehen eher mit der Psyche des Lesers, was mich als Psychothrillerfan sehr positiv angesprochen hat.
Aufgrund der zahlreichen, recht ausführlich beschriebenen Sexszenen, die hier einfach in der Art und Weise dazu gehören, würde ich eine Altersbeschränkung auf 18 Jahre setzen.

Mein Fazit:

Die perfekte Vereinigung von Thriller und Psychothriller mit härterer Gangart

Danksagung:

Mein Dank geht an Cornelia Lotter, die mich für dieses Buch als Testleserin ausgewählt hat und mir die Erlaubnis erteilte, das Cover in Verbindung mit meiner Rezension zu veröffentlichen

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Tags: psychothriller, thriller   (2)
 

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thriller, atommüll, wasser, terroristen, ivo pala

H2O - Das Sterben beginnt

Ivo Pala
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.06.2014
ISBN 9783442382934
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Thriller

Klappentext:

Wasser ist Tod!

Eine bislang unbekannte Terrorgruppe verseucht ein Trinkwasserreservoir im Bayrischen Wald mit hoch radioaktivem Atommüll. Erste Opfer sterben an den Vergiftungen und die Bevölkerung gerät in Panik, denn weitere Anschläge sind bereits angekündigt, und niemand ist in der Lage, sämtliche Wasservorräte der Republik zu bewachen. Julian Berg von der Terrorabwehr und Dr. Alexander Kehlhausen vom Bundesamt für Strahlenschutz versuchen, den Ursprung des Giftmülls zu finden und so die Terroristen aufzuspüren. Da stellen diese eine aberwitzige Forderung.

Mein Umriss:

Wasser – unendlich und unerschöpflich. Eine Gabe der Natur, um die sich der Mensch in den meisten Regionen dieser Erde keine Gedanken machen muss. Doch plötzlich ist alles anders. In der Nähe eines Trinkwasserreservoirs im Bayrischen Wald werden Leichen gefunden, die Anzeichen einer atomaren Verseuchung aufweisen. Schnell wird klar, dass das Wasser in dem Wasserspeicher radioaktiv verseucht ist.
Die Nachforschungen beginnen und innerhalb kürzester Zeit stellt sich heraus, dass die Gefahr nicht nur im Bayrischen Wald lauert…

Mein Eindruck:

Dies war das erste Buch von Ivo Pala, das ich las und es war sicher nicht mein letztes. Ivo Pala vereint alles, was ich für entspannte Lesestunden brauche – Spannung, Nervenkitzel, eine angenehme Schreibweise und Action.
Auch wenn die Täter sehr früh bekannt sind, fehlt hier nichts was ein echter Thriller braucht. Nicht den Täter aufzuspüren, sondern den Fall zu lösen ist hier die Aufgabe und die verpackt Pala perfekt in einer rasanten Abfolge von Aktionen, in die eine Hand voll Ermittler eingebunden sind. Ohne Ablenkung durch irgendwelches Liebesgeplänkel führt der Autor den Spannungslevel von Anfang an schon sehr hoch angesetzt immer weiter hoch, ohne auch nur kurzzeitig abzufallen. Er bleibt am Ball und lotst den Leser geradewegs auf die Lösung des Falles zu, ohne jemals in langweiliges Geplänkel abzufallen.
Eine klar strukturierte Schreibweise mit wenigen Fachausdrücken bringt so richtig Spaß ins Lesen, ebenso die übersichtliche Beschreibung der Umgebungen, in denen sich die Handlung abspielt. Die Personen sind leicht auseinander zu halten und Pala hält sich auch bei ihnen nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Das braucht ein guter Thriller auch nicht.

Mein Fazit:

Ivo Pala beschränkt sich auf das Wesentliche und erschafft daraus Fantastisches

Danksagung:

Mein Dank geht an die Randomhouse Verlagsgruppe und dort im Speziellen an Blanvalet, der mir das Rezensionsexemplar überließ und die Erlaubnis erteilte, das Cover in Verbindung mit der Rezension zu veröffentlichen.

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Tags: thriller   (1)
 

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135 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

toskana, thriller, stalker, schriftstellerin, krimi

Und draußen stirbt ein Vogel

Sabine Thiesler
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.01.2016
ISBN 9783453269682
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Thriller

Klappentext:

Der Sommer war heiss.
Der Rosmarin duftete.
Und niemand hörte ihre Schreie.
Hasserfüllt beobachtet er die Autorin Rina Kramer bei ihrer Lesung. Jedes Wort von ihr macht ihn wütend. Sie hat ihn bestohlen, hat seine Ideen und Gedanken geraubt.
Er reist ihr nach, findet sie in ihrem idyllischen Landhaus in der Toskana und mietet sich bei ihr ein.
Wie ein harmloser Urlauber, aber besessen davon, sie zu vernichten. Rina ahnt nicht, was der eigentümliche Gast plant. Als sie endlich die Gefahr erkennt, ist es bereits zu spät.

Mein Umriss:

Rina Kramer hält eine Lesung. Plötzlich klingelt ein Handy und zerstört die spannende Stimmung. Als niemand Anstalten macht, das nervige Geräusch zu eliminieren. Plötzlich meldet sich ein Mann aus der Dunkelheit ganz hinten und fordert in unflätigem Ton auf, das Klingeln endlich zu beenden.
Danach kann Rina die Lesung fortsetzen und zum Ende bringen.
Es war die letzte Lesung, bevor sich Rina in ihr Landhaus in der Toscana zurück zieht, um dort ein paar Tage mit ihrem Mann und ihrem Sohn zu verbringen. Leider muss ihr Mann schon bald in Richtung Frankreich abreisen, wo er als Regisseur arbeitet. Somit sind Rina und Fabian allein.
Das zum Landhaus gehörende Nebengebäude vermietet Rina den Sommer über an Urlauber, um das Gebäude nicht ungenutzt zu lassen und finanziell etwas besser gestellt zu sein.
Als Manuel mit seiner Ratte Toni anreist, soll sich alles ändern und Rina und Fabian schweben in höchster Gefahr.

Mein Eindruck:

Sabine Thiesler verfaßte mit „Und draussen stirbt ein Vogel“ wieder einen Thriller der Extraklasse. Eher unblutig, aber nicht weniger spannend zeigt sie mit wie viel Herzblut sie ihre Romane schreibt. Die italienische Lebensart hat sie so eingefangen und wieder gegeben, wie es nur jemand kann, der dieses Land liebt. Die Protagonisten läßt sie mit viel Liebe zum Detail in der Handlung erscheinen und es ist egal, ob eine Person wichtig ist, oder eher am Rande agiert, sie zeigt Respekt vor jedem.
Langsam und stetig spannt Thiesler den Spannungsbogen gleichmäßig ansteigend, bis sie zum Ende hin zu einem zwar leicht vorhersehbarem, aber nicht weniger spannenden Showdown kommt.
Den Kindesmissbrauch durch Mitglieder der katholischen Kirche läßt sie ebenso einfließen, wie die Tricks der Yellowpress in Bezug auf Leserbriefe.
Schade finde ich, dass sie den Eindruck hinterläßt, als wäre das beschriebene Dorf in der Toscana von lauter Idioten bevölkert. Hiermit bestätigt sie (vielleicht unbewußt) das Gerücht, dass in Bergdörfern nur inzesttreibende Menschen leben.
Die Schreibweise ist eher einfach gehalten, sodass ein Abschalten und sich ins Geschehen fallen lassen, bereits auf den ersten Seiten möglich ist.

Mein Fazit:

Sehr empfehlenswerter Thriller für spannende Stunden

Danksagung:

Mein Dank geht an die Verlagsgruppe Randomhouse und hier im Speziellen an den Heyne Verlag für das Überlassen des Rezensionsexemplares und die Erlaubnis, das Cover zur Veröffentlichung in Verbindung mit der Rezension verwenden zu dürfen.

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Tags: thriller   (1)
 

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143 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

abenteuer, humboldt, afrika, jugendbuch, weltensucher

Chroniken der Weltensucher - Der gläserne Fluch

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Loewe, 06.06.2011
ISBN 9783785565773
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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208 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 32 Rezensionen

abenteuer, jugendbuch, berlin, paris, thomas thiemeyer

Chroniken der Weltensucher - Der Palast des Poseidon

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 479 Seiten
Erschienen bei Loewe, 01.06.2010
ISBN 9783785565766
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags: steampunk-fantasy   (1)
 

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116 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

abenteuer, java, humboldt, oskar, chroniken der weltensucher

Chroniken der Weltensucher - Der Atem des Teufels

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Loewe, 01.06.2012
ISBN 9783785570494
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags: steampunk-fantasy   (1)
 

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106 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

zeitreise, abenteuer, berlin, jugendbuch, intrigen

Chroniken der Weltensucher - Das Gesetz des Chronos

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.06.2013
ISBN 9783785570500
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags: steampunk-fantasy   (1)
 

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biografie, schicksale, erfahrungen

Papa, ich hätte dich geliebt

Liane R. Anderson , Attila Hirth
Buch: 340 Seiten
Erschienen bei Verlag 3.0 Zsolt Majsai, 20.12.2014
ISBN 9783956670848
Genre: Biografien

Rezension:

Klappentext:

Ein gewalttätiger und dem Alkohol verfallener Vater, tiefe Armut und die damit verbundene Ausgrenzung gegenüber „normal“ aufgewachsenen Kindern prägten Liane Andersons Kindheit, die ihr früh genommen wird. Viel zu jung spürt sie, dass sie selbst innerhalb der eigenen Familie ein entfremdendes Außenseiterdasein führt. Äußere Erscheinungsmerkmale, ein extrovertiertes Wesen und nicht zuletzt ihre Lust, auf der Bühne zu stehen, bilden einen unübersehbaren Kontrast zum introvertierten Leben der Menschen in ihrer Herkunftsfamilie.
44 Jahre müssen vergehen, bis ein Zufall an einem Weihnachtsfest ihr die schockierende Antwort auf all ihre Fragen beschert, warum sie so ganz anders ist. Denn der Mann, den sie zeitlebens für ihren Vater hielt, ist nicht ihr Vater. Und ihr Bruder nur zur Hälfte ihr Bruder.
Recherchen im Internet führen sie zu einem ihr unbekannten Mann, der ihr Leben mit einem Schlag vollkommen verändert. Eine packende Reise zum Ich beginnt, Liane hält es in einem fesselndem Tagebuch fest: Wer ist dieser Mann? Ist er der Vater, den sie sich immer gewünscht hat?
Ein aufrüttelnder Appell an mehr Offenheit und bekennende Verantwortung in einem noch immer düsteren Kapitel zahlloser Familiengeschichten mit erschreckend hoher Dunkelziffer: Kuckuckskinder ergreifen das Wort.

Mein Umriss:

Liane R. Anderson erfährt mit 44 Jahren, dass sie ein Kuckuckskind ist. Ihr bisheriger Vater nicht ihr leiblicher Vater ist und sie ihm von ihrer eigenen Mutter ins Nest gelegt wurde. Liane macht sich auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater, dessen Namen sie von ihrer Mutter an Weihnachten, eher unabsichtlich erfahren hatte. Christian Gartening
Sie recherchiert im Internet, erhält Hilfe von ihrer Freundin Judith und wird schnell fündig. Den Kontakt mit ihrem Vater herzustellen, war dann nur noch eine Frage der Zeit.
Bei der ersten Kontaktaufnahme ging sie noch etwas vorsichtig vor, denn sie wusste nicht, wer dieser Gartening war und wie er reagieren würde.
Entgegen ihrer schlimmsten Befürchtungen war er ein scheinbar offener und herzlicher Mensch, der ihr schnell sympathisch war. Dass er Forderungen stellte, übersah Liane zuerst. Bereitwillig ging sie für und mit ihm für die Familie einkaufen und zahlte auch bereitwillig die von ihm bestimmten Restaurantbesuche.
Am Anfang schlug sie alle Warnungen über ihren leiblichen Vater in den Wind. Es dauerte jedoch nicht lange, bis auch sie ihn durchschaute. Er wollte nur Geld und das sah er auch, indem er versuchte, sie zu einem Interview für eine Zeitung und später von einer Talkshow zu überreden. Das jedoch schlug sie aus, weil sie ihrer Mutter damit keinen Schaden zufügen wollte. An diesem Punkt angelangt spürte sie zum ersten Mal Christians Aggressionen und seine unflätige Ausdrucksweise. Auch welche Meinung er von ihr und ihrer Familie hatte, zeigte sich in diesem Moment…

Mein Eindruck:

Liane R. Anderson verfasste die Zeit zwischen dem 26. Dezember und dem 21. Juli in Tagebuchstil. Bei vielen wird diese Art, ein Buch zu verfassen, schnell langweilig und auch langatmig. Nicht so bei Liane, die „nur“ einen Teil ihrer Lebensgeschichte aufgeschrieben hat, es aber trotzdem schafft, einen an eben dieser Lebensgeschichte festzuhalten.
Sehr emotional geht sie an ihre Treffen mit ihrem Vater heran, den sie so gerne lieben können würde, der dies aber durch seine Herrschsucht nicht zulassen will. So emotionsgeladen wie die Autorin hier geschrieben hat, so wird man als Leser von den aufkommenden Emotionen mitgerissen. Teils den Tränen nahe, wollte ich Liane am Schlafittchen packen, sie schütteln und ihr zurufen, dass dieser Mann eine Tochter wie sie nicht verdient hat und sie ihn ziehen lassen soll.
Aber gerade als Tochter, wenn man nach der Liebe seines Vaters lechzt, die man nie bekommen hat, kann man ihr Verhalten nachvollziehen.
Liane schreibt nicht nur ein Tagebuch, das sich über ein halbes Jahr ihres Lebens erstreckt, nein, am Ende verfasste sie einen ans Herz gehenden Epilog, der zeigt, dass sie ihre ganze Mühe nicht als vergebens ansieht, sondern als weiteren wichtigen Schritt in ihrem Leben. Einem Schritt, bei dem sie nie die letzten an sie gerichteten Worte ihres biologischen Vaters vergessen wird.
Wie gerne hätte sie ihn geliebt.

Mein Fazit:

Man muss kein Fan von Biografien sein, um von diesem Buch gefesselt zu werden. Von mir erhält es die besten Empfehlungen

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