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16 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

hörbuch, witwe, iris berben, neue liebe, kuraufenthalt

Und jetzt lass uns tanzen

Karine Lambert , Pauline Kurbasik , Iris Berben
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 06.03.2017
ISBN 9783837138283
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Roman „Und jetzt lass uns tanzen“ der belgischen Autorin Karine Lambert erzählt auf berührende Weise von der zauberhaften Geschichte einer späten Liebe.

Marguerite und Marcel sind 78 und 73 Jahre alt, als sie sich zufällig während einer Thermalkur in den französischen Bergen begegnen. Beide sind seit wenigen Monaten verwitwet und von diesem Verlust auf ganz unterschiedliche Weise betroffen. Während Marcel nach dem tragischen Unfalltod seiner geliebten Ehefrau mit dem Alleinsein kämpft, wurde Margerite in ihrer Ehe jahrelang von ihrem Ehemann dominiert und muss erst schrittweise lernen, mit ihrer ungewohnten Freiheit und Selbstständigkeit umzugehen. Als Notargattin hat sie zwar ein komfortables aber fremd bestimmtes Leben geführt und nie wirkliche Liebe erlebt. Umso mehr faszinieren sie die Aufmerksamkeit und die sensible Art Marcels. Entgegen der Ressentiments ihres Umfelds und trotz einiger Hindernisse wagen die beiden einen Neuanfang.

Der Roman erzählt abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptcharaktere und beschreibt auf einfühlsame und behutsame Weise von ihren Gefühlen und Vorbehalten ohne ins Kitschige abzurutschen. Mir hat die manchmal einfach erscheinende aber auch prägnante Sprache gut gefallen, die Raum für das Kopfkino lässt. Marcel und Margerite kommen aus ganz verschiedenen Verhältnissen und sind ganz unterschiedliche Charaktere. Ihre Schicksale berühren ebenso wie ihr offener und herzlicher Umgang miteinander. Trotz ihres Alters wirken sie manchmal wie zwei frisch verliebte Teenager. Ihre Geschichte macht Mut, auch nach dem Verlust eines geliebten Menschen nicht die Hoffnung zu verlieren und sich zum „alten Eisen“ abstempeln zu lassen.

Ein wenig gestört hat mich die Gebrechlichkeit, mit denen Marguerite und Marcel zum Teil beschrieben wurden. Gerade mit dem sozialen Hintergrund der beiden sind 73 und 78 Jahre kein Alter, mit dem heutzutage als gebrechlich oder senil gelten muss.

Ansonsten hat mir diese herzerwärmende Geschichte sehr gut gefallen, Iris Berben findet für das Hörbuch den richtigen Ton, so dass es sehr angenehm ist, die Geschichte auf diesem Weg erzählt zu bekommen.  

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(24)

41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

schwangerschaft, hypochonder, geburt, schwangerschaftsmanager, lustig

Die Schwangerschaft des Max Leif

Juliane Käppler
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2017
ISBN 9783426519745
Genre: Romane

Rezension:


Die sieben Tode des Max Leif haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, das Leben geht weiter und hat für Max so einige Überraschungen parat. Seine Hypochondrie glaubte er im Griff zu haben, als plötzlich Maja krank wird. Zum Glück stecken keine fremdartigen Parasiten oder gefährlichen Krankheiten hinter ihren seltsamen Symptomen, sie ist einfach „nur“ schwanger - und das auch noch doppelt! 
Das stürzt Max erst einmal in eine Krise und türmt einen Haufen Sorgen vor ihm auf. Was kann in einer Schwangerschaft nicht alles passieren?! Mit Übereifer macht Max sich daran, alle möglichen Stolpersteine während der Schwangerschaft zu ergründen und zu umgehen, was nicht nur Majas und Dr. Bärbeißers Geduld so manches Mal strapaziert, sondern wie schon im ersten Band zu einigen urkomischen Szenen führt.
Es gibt aber auch immer wieder nachdenkliche und auch sehr berührende Momente, wenn Max sich beispielsweise an seinen verstorbenen Freund Max erinnert, der auch jetzt noch großen Einfluss auf sein Leben besitzt.
In neun Kapiteln analog zu neun Schwangerschaftsmonaten kann der Leser an Max und Majas Leben in Form vieler kleiner Anekdoten teilhaben und sich an einem Wiedersehen mit wunderbaren Charakteren wie Jekaterina Poljakow oder dem eher nervigen Machete erfreuen. Aber auch neue Figuren bereichern und beeinflussen die Geschichte.
Es hat mich beim Lesen wieder einmal begeistert, wie lebendig und lebensnah die Figuren wirken. Im ersten Band fand ich Max stellenweise sehr anstrengend, inzwischen wirkt er im Leben mehr angekommen, so dass ich ihn mir noch eher als einen Kumpel von Nebenan vorstellen könnte.Max Leif hat seine Ängste seit dem ersten Band ein gutes Stück bändigen können und wird sowohl durch seine Beziehung zu Maja als auch seien stabilere Lebenssituation geerdet. Entsprechend schwanken auch seine Stimmungen nicht mehr so ins Extreme wie im ersten Band, was der Fortsetzung ein klein wenig von dem Charme des Vorgängers nimmt, so dass ich diesmal 4 von 5 Sternen vergebe.

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(68)

95 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

krimi, schweden, flüchtlinge, organhandel, tom stilton

Schlaflied

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 20.02.2017
ISBN 9783442757169
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Schlaflied“ ist bereits der 4. Band um die Stockholmer Ermittlerteam Olivia Rönning, Tom Stilton und Mette Olsätter und gehört meiner Meinung nach zu den stärksten der Reihe. 

Schon andere Bände der Reihe griffen politische Hintergründe auf, hier werden gleich mehrere aktuelle Themen zu einem spannenden Krimi verwoben.

Da ist zum einen die Flüchtlingswelle, die auch in Schweden vor große organisatorische Herausforderungen stellt. Olivia Rönning leistet neben ihrem Job wie auch Tom Stiltons Freundin Luna freiwillig Hilfe am Stockholmer Hauptbahnhof. Alleinreisende Jugendliche drohen in dem Chaos unter zu gehen und sind dankbar für angebotene Hilfe, leider ist diese nicht immer so wohlmeinend wie gedacht. Ein kleines, dunkelhäutiges Mädchen wendet sich in ihrer Not an die Obdachlose Muriel, die mit ihr Zuflucht in einer Hütte auf dem Land lebt. Aber sind sie dort sicher? 

Tom Stilton nähert sich derweil Schritt für Schritt wieder einem geregelten Leben und bietet der Stockholmer Polizei Hilfe an bei der Aufklärung eines Mordfalls an einem Jungen, der in einem Wald in Småland vergraben aufgefunden wurde. Schon bald stellt sich heraus, dass dieser Fall weitere Kreise zieht als erwartet, und führt die Ermittler unter anderem nach Rumänien, wo sie am eigenen Leib die Gefahren kennen lernen, die dort in Bukarest in der Unterwelt der Kanalisation herrscht. Mit herkömmlichen und legalen Methoden ist dieser Fall kaum zu lösen, doch dank Tom Stilton und Mette Olsätters Beziehungen können die Ermittler nach und nach die Verstrickungen lösen.

Der Krimi ist komplex und durchgehend spannend, die Charaktere wirken authentisch, überzeugen durch ihre menschliche Art und haben sich im Laufe der Reihe glaubhaft weiterentwickelt. Die Ermittler dürfen auch mal Schwächen zeigen und Verzweiflung angesichts der Aussichtslosigkeit, der Skrupellosigkeit des organisierten Verbrechens Einhalt zu gebieten. Der Krimi überzeugt nicht nur durch die aktuellen Themen, die er aufgreift, sondern überzeugt durch die Nähe zu den menschlichen Schicksalen. Mich hat ein Krimi selten so bewegt und berührt wie dieser.

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111 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

elefant, gentechnik, genmanipulation, zirkus, diogenes

Elefant

Martin Suter
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 18.01.2017
ISBN 9783257069709
Genre: Romane

Rezension:  
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174 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

thriller, psychothriller, perfect girl, vergangenheit, familie

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit

Gilly Macmillan , Maria Hochsieder
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426520567
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

An einem Winterabend ereignet sich nach einer Party ein tragischer Unfall, bei dem drei Jugendliche uns Leben kommen. Am Steuer sitzt die erst 14-jährige Zoe Guerin. Dieses Ereignis erschüttert Zoes Leben zutiefst, auch die Ehe ihrer Eltern zerbricht daran. Nach ihrer Zeit im Jugendarrest, zieht Zoe mit ihrer Mutter Maria nach Bristol, wo deren Schwester Tess lebt. Dort beginnt ihr 2.Leben mit Marias 2. Ehe und einer neuen Familie. Auf einem gemeinsamen Klavierkonzert mit ihrem Stiefbruder kommt es jedoch zu einem Eklat, Zoes Geheimnis droht ans Licht zu kommen, und am nächsten Morgen ist Zoes Muttet tot. 

In diesem Thriller wird das Geschehen in kurzen Kapiteln aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei wird schnell klar, dass in dieser Familie hinter der glänzenden Fassade einige Geheimnisse lauern. Aufgrund der sehr persönlichen Schilderungen ist der Leser sehr nah dran an der Handlung. Dieser Thriller ist etwas besonderes, denn er dreht sich nicht um besonders psychopathische oder grausame Taten, sondern spielt raffiniert nicht nur mit den Gefühlen der Charaktere sondern auch mit denen der Leser. Wonach bemisst sich Schuld? Wäre ich selber fähig zu vergeben? Wiesehr lassen wir und von Vorurteilen und oberflächlichen Eindrücken leiten? Abgesehen von den Rückblenden findet das Geschehen in einer sehr kurzen Zeitspanne und einem sehr eingeschränkten Raum statt und erinnert damit ein wenig an ein Kammerspiel. Umso intensiver sind die Erlebnisse für einzelnen Personen und die zum Teil dramatischen Folgen für ihre weitere Zukunft. Das Buch hat mich inhaltlich und sprachlich sehr beeindruckt, der Spannungsbogen ist durchgehend hoch, ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen. Dies wird ganz sicher nicht mein letztes Buch von Gilly Macmillan gewesen sein.

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261 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 136 Rezensionen

mord, psychologie, krimi, roman, erinnerungen

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:

„Das Buch der Spiegel“ ist ein außergewöhnliches Buch, nicht nur aufgrund der Idee hinter der Geschichte, sondern auch aufgrund der ungewöhnlichen Erzählweise.

Zu Beginn erhält der Literaturagent Peter Katz einen Auszug aus dem Roman des Autors Richard Flynn zur Begutachtung. Flynn erzählt darin eine sehr persönliche Geschichte aus seiner 27 Jahre zurückliegenden Studentenzeit. Damals war er privat mit dem Psychologieprofessor Joseph Wieder bekannt, dessen brutale Ermordung nie aufgeklärt wurde, Richard Flynns Leben aber nachhaltig beeinflusst hat. Nach all den Jahren haben neue Erkenntnisse seine Sicht auf die Vorfälle geändert, so dass er sich die Geschichte in Form eines Romans von der Seele geschrieben hat. An entscheidender Stelle endet das Manuskript, der Literaturagent ist jedoch von Stil und Inhalt der Geschichte so begeistert, dass er mit dem Autor Kontakt aufnehmen und das Buch veröffentlichen will. Leider muss er feststellen, dass Richard Flynn inzwischen verstorben und der Rest des Manuskripts nicht auffindbar ist. Die Geschichte lässt ihn nicht los, so dass er versucht die Wahrheit hinter der Geschichte zu ergründen.

Inklusive Richard Flynn sind es 4 Ich-Erzähler, die nacheinander jeder auf ihre Art zu der Aufklärung der Geschichte beitragen. Die Wechsel der Erzählperspektive sind klar voneinander abgegrenzt, die Charaktere unterscheiden sich deutlich voneinander und verleihen dem Buch so einen besonderen Charme. Am Ende sind nicht alle Fragen eindeutig geklärt, aber das passt zu der Aussage des Buches. 

Es spielt gewissermaßen damit, dass die Wahrheit, die man zu kennen glaubt, oft nur einen Teil der tatsächlichen Wahrheit widerspiegelt und uns eine Realität vorgaukelt, die es so gar nicht gibt. Der Leser wird immer wieder in die Irre geführt und kann mit darüber nachgrübeln, wie die Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben.

Ich finde dieses Buch mit seinen geschickten Wendungen sehr bemerkenswert, weil es viele Denkanstöße gibt und mit einer klaren Sprache eine wunderbare komplexe Geschichte erzählt.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Turm der toten Seelen

Christoffer Carlsson , Susanne Dahmann , Wanja Mues , Mark Waschke
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 09.03.2015
ISBN 9783844518177
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

“Der Turm der toten Seelen“ ist der Auftakt einer Krimireihe um den Stockholmer Polizisten Leo Junker, verfasst von dem damals erst 27-jährigen Autor Christoffer Carlsson. Der Autor wird hoch gelobt und als würdiger Nachfolger von Henning Mankell oder Stieg Larsson angepriesen, was mir allerdings nach dem Hören des Hörbuchs des ersten Bandes etwas hochgegriffen erscheint.

Hauptfigur Leo Junker ist Polizist in Stockholm, wurde jedoch vom Dienst suspendiert, nachdem er bei einem Einsatz versehentlich einen Kollegen erschossen hat. Nach diesem Ereignis ist Leo physisch und psychisch stark angeschlagen, der Leser erfährt im Verlauf der Geschichte, dass dies nicht der erste Schicksalsschlag war, den Leo verkraften muss.

Durch den Mord an einer jungen Frau in seinem Wohnhaus wird er aus seiner Lethargie aufgeschreckt und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Ein Detail des Falls erinnert ihn an seine Jugend in Salem, einem kleinen Ort in der Nähe Stockholms, an die dort vorherrschende Gewalt, seine erste Liebe und seinen damaligen besten Freund John Grimberg. Tragische Ereignisse haben die Freundschaft damals zerstört, und obwohl Leo Johns Rache fürchtet, stellt dieser ein wichtiges Bindeglied zu dem aktuellen Mordfall dar.

Dieser Thriller ist sehr eng mit Leos Geschichte verknüpft. In vielen Rückblenden wird von den Ereignissen aus Leos Jugend erzählt, aber auch von den Umständen, die zu seiner Suspendierung geführt haben. Die Erzählung springt zwischen den Zeitebenen, ich brauchte ab und an einen Moment um zuzuordnen, wann das Geschehen gerade angesiedelt ist. Die Stimmung ist analog zu Leos Gemütsverfassung oft düster, wie sein durch Medikamente getrübter Geist, wirken die Schilderungen teils nicht nur schwermütig sondern auch schwerfällig, was dem Thriller leider an Spannung nimmt. Die Einblendungen der an Leo gerichteten Briefe machen zwar zunächst neugierig, sind aber dann doch zu schnell durchschaubar. Lediglich gegen Ende des Buches nimmt die Geschichte mit ein paar spannenden Wendungen Fahrt auf.

Die Schilderungen sind interessant trotz der oft kurzen Sätze, die Atmosphäre ist stimmig. Leo ist als Hauptfigur nicht immer sympathisch aber deutlich vielschichtiger als der Thriller insgesamt. Im Vergleich zu den Büchern von Stieg Larsson fehlt mir die Komplexität, und die Geschichte ist zu vorhersehbar. Gerade gegen Ende der Geschichte zeigt Leo Junker jedoch, was in ihm steckt, so dass ich dennoch neugierig bin, ob die Folgebände eine Steigerung darstellen.

Die Übersetzung des Titels ist wie so oft eher abschreckend, „Der unsichtbare Mann aus Salem“ trifft es deutlich besser. 

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206 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 111 Rezensionen

schweden, krimi, fabian risk, dänemark, happy slapping

Minus 18 Grad

Stefan Ahnhem , Katrin Frey
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 02.01.2017
ISBN 9783471351246
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Minus 18 Grad“ ist bereits der dritte Krimi um den Ermittler Fabian Risk, er setzt zeitlich 2 Jahre nach dem ersten Band „Und morgen Du“ an, spielt wieder in erster Linie in Helsingborg und ist ebenso spannend und komplex wie die anderen Bände.

Es geht um einen seltsamen Todesfall; bei einer Verfolgungsjagd durch Helsigborg landet ein Auto im Hafenbecken. Alles deutet auf einen Unfall hin, doch der Gerichtsmediziner Flätan entdeckt, dass der Fahrer bereits seit 2 Monaten tot war und in der Zwischenzeit offenbar tiefgefroren. Doch wie kann es sein, dass Zeugen den Toten ein paar Tagen zuvor noch lebendig getroffen haben wollen?

Das Team um Fabian Risks Chefin Astrid Tuvesson ist derzeit in keiner guten Verfassung, da einige mit privaten Problemen zu kämpfen haben, dennoch kommen sie schnell zu dem Schluss, dass der Täter offenbar systematisch die Identität des Opfers angenommen hat. Und wie es scheint, ist der Tote im Hafenbecken weder der erste noch der letzte Fall dieser Art. Der Täter geht raffiniert vor, hinterlässt keine Spuren und macht es dem Team schwer, seine wahre Identität zu entlarven.

In einem anderen Handlungsstrang gibt es ein Wiedersehen mit der dänischen Polizistin Dunja Hougaard, die immer noch mit den Rachegelüsten ihres ehemaligen Chefs Kim Sleizner zu kämpfen hat und während ihres Streifendienstes auf die Zeugin eines brutalen Mords trifft. Die Aufklärung des Todes fällt zwar nicht in ihren Kompetenzbereich, die halbherzigen Ermittlungsansätze ihrer Kollegen veranlassen sie jedoch auf eigene Faust zu ermitteln und führen sie unter anderem auch nach Schweden und zu Fabian Risk. Diesmal kommt es zwar zu keiner direkten Zusammenarbeit, dennoch sind beide Handlungsstränge spannend und halten den Leser in Atem.

Der Titel ist als Krimi eingestuft, hat in vielen Punkten aber eher das Potential eines Thrillers mit einigen brutalen Szenen, die die beteiligten Personen psychisch an ihre Grenzen treiben. 

Neben der belastenden Ermittlungsarbeit wird Fabian Risk auch in seinem Privatleben schwer beansprucht. Sein Sohn Theodor erholt sich nur sehr langsam von dem zwei Jahre zurückliegenden Trauma, die daraus resultierenden Spannungen zwischen Vater und Sohn schwelen weiterhin, in Fabians Verhältnis zu seiner Frau Sonja überwiegen weiterhin die Misstöne.

Auch dieser Band hat mir mit seiner Vielschichtigkeit wieder sehr gut gefallen. Der Spannungsbogen ist hoch, die Charaktere sind glaubhaft, wenn auch nicht unbedingt sympathisch. Die bildhafte Sprache und die zum Teil schonungslosen Schilderungen der Szenen vermitteln eine große Nähe zu den Personen und lassen den Leser an ihren Schicksalen teilhaben. Die Geschichte ist in sich schlüssig, auch wenn die Motive der Täter etwas zu kurz kommen. Die skrupellose und teils wahllos wirkende Gewalt erscheint erst unglaubwürdig und konstruiert. Leider basiert insbesondere der Handlungsstrang um Dunja Hougaard auf realen Fällen und  verleiht dem Krimi zusätzlichen Schrecken und Authentizität.

Das Buch steht für sich allein, gibt kurze Hinweise auf die Vorgeschichte, ohne zu viel von den anderen Bänden zu verraten, um die Entwicklung der Charaktere und ihre Reaktionen zu verstehen, ist es aber durchaus ratsam, die Bände in der chronologischen Reihenfolge zu lesen.

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12 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Lesegören: Jetzt geht´s ab, Girls!

Bianka Minte-König , Carolin Liepins
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 16.02.2017
ISBN 9783522505161
Genre: Kinderbuch

Rezension:

“Jetzt geht’s ab GIRLS!“ ist bereits der 5. und leider auch der letzte Band um Lotte und ihre Freundinnen des GIRLs-Club und bildet einen schönen Abschluss für eine tolle Buchreihe für Mädchen im Alter von 10-12 Jahren.

Im Mittelpunkt steht diesmal die Klassenfahrt von Lotte und ihren Mitschülern, die zunächst fast abgesagt zu werden droht, weil ihre Lehrerin Frau Weissgerber aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig als Begleitperson ausfällt. Doch dank des Engagements der GIRLs wird schnell Ersatz gefunden. So geht es doch noch mit Lehrern, Schülern und nicht zu vergessen Rubber an den Darß, wo es nicht nur viel zu entdecken, sondern auch ein unerwartetes Wiedersehen gibt. Lotte ist nicht immer ganz bei der Sache, weil sie von privaten Sorgen geplagt wird, doch als die Chicks und Marcel mit seinen Dumpfbacken in Schwierigkeiten geraten, ist sie es, die mit ihren GIRLs eine rettende Idee findet.

Meine Kinder und ich haben in allen Bänden mit Begeisterung Lottes Lebensgeschichte verfolgt, auch hier überzeugen wieder die sehr lebendig wirkenden Charaktere und die spannenden Erlebnisse der GIRLs. Das Buch dreht sich genau um die Themen, die Mädels in diesem Alter beschäftigen wie Freundschaft, Eifersucht oder auch erste Verliebtheit. Bianca Minte-König trifft dabei immer den richtigen Ton, schafft mit ihren bildhaften Beschreibungen lebendige Szenarien, während sie bei sensiblen Themen um die erste Liebe behutsam mehr Raum für das Kopf-Kino lässt.

Und so ganz nebenbei lernen die jungen Leser in diesem Band noch einiges über die Besonderheiten des Darß, Naturschutz und nachhaltigen Umgang mit der Natur, geschickt eingepackt in eine spannende Geschichte. Zwischen den Seiten steckt einiges, das zum Nachdenken anregt, auch über den eigenen Umgang mit der Natur, den Freunden oder Klassenkameraden. 

Lotte und ihre Freundinnen haben sich mit ihren Lesern im Verlauf der Reihe weiter entwickelt, sie haben einige Herausforderungen gemeistert und dabei an Selbstbewusstsein gewonnen. Sie nähern sich dem Teenager-Alter, ein neuer Lebensabschnitt beginnt und Lotte muss immer seltener ihren Lebens-Kompass befragen.

Wir haben den GIRLs-Club in dieser Zeit richtig lieb gewonnen und trennen uns nun schweren Herzens von ihnen. Diese Reihe habe ich mit meinen Kindern gemeinsam gelesen, aber auch sie werden älter und wollen zunehmend lieber allein in den Büchern schmökern. Ich bin sicher, dass da auch in Zukunft noch einige Bücher der Autorin dabei sein werden.

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112 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 44 Rezensionen

thriller, daniel cole, serienmörder, london, ermittlungen

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ragdoll – Dein letzter Tag“ von Daniel Cole ist ein spannender aber auch brutaler Thriller. Derart gewalttätige Geschichten sind eigentlich nicht mein Fall, der durchweg hohe Spannungsbogen und die Psychothriller-Elemente haben mich jedoch so gefesselt, dass ich dabei geblieben bin.

Schon im Prolog gibt es eine heftige Szene, als während einer Gerichtsverhandlung der Ermittler Detective Layton-Fawkes, genannt Wolf, den Angeklagten brutal niederschlägt.

Die eigentliche Handlung setzt dann gut 4 Jahre später ein, Detective Wolf ist nach einiger Zeit in psychiatrischer Betreuung rehabilitiert und in seinen Job bei der Londoner Polizei zurück gekehrt, als er zu einem grausigen Tatort gerufen wird. Fixiert von hunderten feiner Fäden hängt eine Leiche von der Decke. Und auch der Leichnam selbst ist alles andere als gewöhnlich, denn er wurde aus den Leichenteilen 6 verschiedener Toter grob zusammengenäht. Noch dazu scheint diese Leiche auf Wolfs Wohnung zu zeigen, die in einem Block gegenüber liegt, und seine Exfrau, die als Journalistin bei einem Nachrichtensender arbeitet, erhält eine Liste mit den Namen und Todesdaten von sechs weiteren Opfern, Wolf selbst ist der letzte auf der Liste.

Dieser Fall stellt die Londoner Polizei vor einige Herausforderungen nicht nur aufgrund der emotionalen Betroffenheit der Ermittler. Der Täter ist intelligent und scheint der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein.

Der Autor schont seine Charaktere nicht, er offenbart ihre Schwächen ebenso wie ihre Stärken. Die Sprache ist oft sehr direkt und schockt den Leser so manches Mal mit grausamen Details. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, mal aus Sicht von Wolf, mal aus der seiner Exfrau oder auch der Kollegen Baxter und Edmunds. Dann wieder werden die Geschehnisse von einer Art Erzähler zusammengefasst, was mich an einigen Stellen vom Stil an das Kino-Genre Film-Noir erinnert hat. Die Charaktere sind überzeugend und polarisierend, er entlarvt Schwächen und auch Stärken der Figuren, nimmt gleichzeitig aber auch die Reaktion der Bevölkerung und vor allem der Medien aufs Korn. Das Ende und die Auflösung konnten mich nicht ganz überzeugen, dazu ist für meinen Geschmack die ganze Geschichte zu realitätsfern, insgesamt ist dies aber ein spannender Einstig in eine neue Thriller-Reihe.  

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

hörbuch, ab 10, schenken, trauer, kinderbuch

Ein Junge namens Weihnacht

Matt Haig , Sophie Zeitz , Rufus Beck
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783862318292
Genre: Romane

Rezension:

Mit dem Kinderbuch "Ein Junge namens Weihnacht" hat der Autor Matt Haig wieder einmal seine Erzählkunst bewiesen. Nachdem mir schon "Ich und die Menschen" mit seiner originellen Geschichte und seiner Wortgewandtheit ausgesprochen gut gefallen hat, wurden meine Erwartungen auch hier nicht enttäuscht. Das Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch das winterliche Finnland ins Reich der Wichtel und erzählt eine Geschichte darüber, wie es zu dem heute allseits bekannten Mythos um den Weihnachtsmann gekommen ist. Den Weihnachtsmann selbst kennt jedes Kind, aber wer macht sich schon darüber Gedanken, wie es dazu gekommen ist? Matt Haig erzählt hier sehr bildhaft, wie es wohl gewesen sein könnte. Viele Details wie die Wichtel, Elfen oder auch sprechende Tiere lassen die Geschichte wie ein Märchen erscheinen und geben ihr einen besonderen Zauber.

Der kleine Nikolas wächst in ärmlichen Verhältnissen im ländlichen Finnland auf. Sein Vater Joel verdient mehr schlecht als recht mit Holzhacken ihren Lebensunterhalt, Nikolas begleitet ihn oft, zum Spielen besitzt t er lediglich eine aus einer Steckrübe geschnitzte Puppe. Eines Tages erhält der Vater die Gelegenheit, sich mit einer Gruppe Männer auf die Suche nach dem Reich der Elfen und Wichtel zu begeben und dafür reich entlohnt zu werden. Nikolas bleibt in der Obhut seiner Tante Carlota zurück, die sich jedoch als gemein und hartherzig entpuppt. So beschließt Nikolas davon zu laufen und seinen Vater zu suchen. Auf seiner Reise findet er die Freundschaft eines Rentiers, die Mütze seines Vaters und schließlich auch die Wichtel. Er erlebt schöne und schmerzliche Dinge, es ist ein langer Weg, bis er seine Bestimmung erreicht. Das Buch enthält ebenso magische wie grausame Momente, bei dem Hörbuch haucht der großartige Rufus Beck mit seiner differenzierten Lesung den Figuren Leben ein. Es gibt einige tolle Charaktere, neben Nikolas und Blitz hat uns auch die kleine Wahrheitselfe Pixi besonders gut gefallen.

Ich hatte eine zeitlang Zweifel, ob die Altersempfehlung mit 10 Jahren nicht etwas niedrig angesetzt ist, da ein paar Szenen recht brutal sind, allerdings findet man dergleichen auch bei klassischen Märchen, und meine Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren waren begeistert. Lediglich der Schluss zog sich etwas hin, hier wurde die Geschichte eher nachdenklich und hat an Spannung verloren, das hätte man etwas raffen können. Insgesamt ist dies jedoch eine wirklich schöne Weihnachtsgeschichte für Jung und Alt, die wir sicher im nächsten Jahr wieder zur Einstimmung in die Adventszeit hören werden.

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(19)

23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

schlager, krimi, castingshow, undercover, kriminalroman

Der Träume blauer Schlussakkord

Brigitte Pons
Flexibler Einband
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783736304918
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

“Der Träume blauer Schlussakkord“ ist bereits der vierte Band um den sympathischen Ermittler Frank Liebknecht und erfordert diesmal seinen ganz besonderen Einsatz.

Im Vielbrunner Parkhotel hat sich das Team einer Casting-Show eingemietet. Im Stil der 70er-Jahre wird hier ein Revival des Deutschen Schlagers zelebriert. Als der Chef des Catering-Sevice Frank Liebknecht telefonisch von Gerüchten zu einem geplanten Mordkomplott bei der Show erzählt und kurz darauf spurlos verschwindet, wird Frank hellhörig. Spontan beschließt er, seinen ohnehin anstehenden Urlaub für einen Abstecher in die Musik-Branche zu nutzen und heuert auf eigene Faust bei der Show als Bassist an. Kurz darauf treibt tatsächlich im Hotelpool eine Leiche,  die Erbacher Kripo spielt zum Glück Franks Spiel mit und nutzt seinen Undercover-Einsatz für ihre Ermittlungen. 

Auch Marcel Neidhardt und Sylvia Klingelhöfer sind wieder mit von der Partie, insbesondere Marcel tut sich schwer damit, die neue Chefin Isolde Dannenberg als neue Vorgesetzte anzunehmen. Auch in der Freundschaft zu Frank kriselt es, da Marcel sich von Frank hintergangen fühlt. 

Der Fall ist verzwickt, es gibt nur wenige Spuren und um so mehr Beteiligte. Rund um die Schlager-Show zählt mehr Schein als Sein und macht eine Einschätzung der Motive schwierig, außerdem muss Frank vorsichtig agieren, um seinen verdeckten Einsatz nicht zu gefährden. Der Leser weiß während des gesamten Verlaufs kaum mehr als die Ermittler, kann so miträtseln und spekulieren und wird dabei so manches Mal auf eine falsche Fährte geführt.

Mir hat auch in diesem Band die Mischung wieder sehr gut gefallen aus einem spannendem Mordfall, interessantem Hintergrundwissen, diesmal in die Abgründe des Schlager- Business. 

Die Geschichte ist kurzweilig und pointiert erzählt, es gibt ebenso Szenen zum Schmunzeln wie auch ernste bis bedrückende Passagen. Die Charaktere wirken lebendig, insbesondere Frank Liebknecht und Marcel Neidhardt sind mir im Verlauf der Reihe regelrecht ans Herz gewachsen. Die Entwicklung der Figuren nimmt neben dem Kriminalfall einiges an Raum ein, das muss man mögen, ich habe die Lektüre genossen und mochte das Buch kaum aus der Hand legen. 

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457 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

david hunter, thriller, simon beckett, england, backwaters

Totenfang

Simon Beckett , Sabine Längsfeld , Karen Witthuhn
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 14.10.2016
ISBN 9783805250016
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach 5 Jahren Wartezeit hat Simon Beckett endlich seine erfolgreiche Thriller-Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter fortgesetzt. In diesem 5.Band mit dem Titel „Totenfang“ wird Hunter zu einer Leichenbergung hinzugezogen in den Backwaters, einem unwirtliches Mündungsgebiet in Essex. Die Polizei vermutet, dass die Leiche dem seit einem Monat als vermisst gemeldeten Leo Villiers gehört, dem 31-jährigen Sohn einer einflussreichen ortsansässigen Familie. Villiers wurde ein Verhältnis mit der verheirateten Emma Darby nachgesagt, die ebenfalls bereits seit einiger Zeit vermisst wird. Er stand im Verdacht, erst seine Geliebte und später sich selbst umgebracht zu haben. David Hunter soll zunächst nur die Bergung beaufsichtigen, durch einen unglücklichen Zwischenfall muss er jedoch länger in der Gegend verweilen, und nachdem er einen einen einzelnen Fuß im Wasser auffindet, der eindeutig nicht zu Leo Villiers gehört, kommen Hunter Zweifel an der Identität der Leiche. 

5 Jahre sind eine lange Lücke zwischen den Bänden, geht der Reihe die Luft aus? Zumindest braucht diese Geschichte eine Weile, bis sie in Fahrt kommt und Spannung aufbaut. Ich kenne alle vorangehenden Geschichten, musste nach dieser langen Zeit aber trotz einiger Andeutungen zu Hunters Vorgeschichte meine Gedächtnis erst wieder auffrischen, um ein klares Bild von seinem Charakter und den früheren Ereignissen zu bekommen. Man kann diese Geschichte problemlos auch ohne Vorkenntnisse lesen, da dies nicht unbedingt der stärkste Band ist, würde ich das als Einstieg jedoch nicht empfehlen.

Sprachlich ist die Geschichte auch dieses Mal wieder brillant, in den ersten Kapiteln steht jedoch David Hunter mit seinen persönlichen Problemen etwas sehr im Vordergrund, der Fall scheint zunächst eine Nebensache zu sein. Dabei passt das düstere und bedrohliche Szenario der Backwaters zu Hunters psychischer und physischer Verfassung. Die Hintergrundinformationen über Wasserleichen tragen ebenso zum Gruselfaktor bei, wobei die Hunters wissenschaftliche Betrachtung der Dinge dieses Thema eher interessant als eklig werden lässt. Und wenn die Geschichte im letzten Drittel Tempo aufnimmt und sich mehr und mehr Spannung aufbaut, wird klar, wieso die detaillierten Charakterisierungen notwendig waren. Ich habe schon Bücher von Beckett mit mehr psychologischem Thrill gelesen, aber auch hier hat mir die komplexe und überraschende Geschichte wieder gut gefallen.

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(23)

36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

kiel, mord, historischer krimi, krimi, sabotage

Tod am Nord-Ostseekanal

Anja Marschall
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 22.09.2016
ISBN 9783954519781
Genre: Historische Romane

Rezension:

“Tod am Nord-Ostseekanal“ von Anja Marschall ist ein rundum gelungener Krimi vor historischer Kulisse in Schleswig-Holstein im Jahre 1894. Die Geschichte ist spannend aufgebaut und erzählt, die Charaktere wirken ebenso glaubhaft und authentisch wie das Szenario. Die Autorin lebt in der Nähe des Ortes, an dem sie ihren Kriminalroman angesiedelt hat, und man merkt in vielen kleinen Details, dass sie die Gelegenheit genutzt hat, gründlich zu den historischen Hintergründen zu recherchieren. Der Leser bekommt so ganz nebenbei einen Einblick in die Lebensumstände und die Probleme der Menschen in der damaligen Zeit.

Hauptfigur ist wie schon in „Fortunas Schatten“, einem weiteren historischen Kriminalroman der Autorin, der ehemalige Kapitän Hauke Sötje. Inzwischen ist Sötje als Anwärter bei der noch recht neuen Kriminalpolizei in Kiel angestellt. Er hofft auf eine feste Anstellung, um seinem Leben neue Stabilität zu geben und endlich seiner Sophie einen Heiratsantrag machen zu können.

Doch vorher muss er seinen Vorgesetzten von seiner Loyalität und Zuverlässigkeit überzeugen und wird  deshalb zur Aufnahme eines Unfallberichts nach Brunsbüttel geschickt. Dort ist bei den Bauarbeiten zum Nord-Ostseekanal der aus Österreich stammende leitende Ingenieur ums Leben gekommen. Kurz vor dem Besuch des deutschen Kaisers an den Bauarbeiten des Kanals kämen politische Komplikationen äußerst ungelegen, die Polizei hat schon mit zunehmenden Unruhen durch sozialistische Arbeitergruppierungen genügend Probleme.

Wenn Hauke etwas in Angriff nimmt, dann geht er jedoch gründlich vor, so dass er in diesem Fall schnell einige Ungereimtheiten entdeckt, die auf einen Mord an Ingenieur Strasser hindeuten. Auch die wenig versteckten Drohungen des Bauunternehmers Jennings halten ihn nicht von weiteren Untersuchungen ab. Nebenbei lässt Hauke auch das Geheimnis um den Mord an einem Arbeiterführer in Kiel keine Ruhe, nach weiteren Zwischenfällen in Brunsbüttel, die einen Unfall immer unwahrscheinlicher wirken lassen, bekommt er alle Hände voll zu tun.

Neben dem sich spannend entwickelnden Fall erhält der Leser Einblicke in die Lebens - und Arbeitsverhältnisse der damaligen Zeit. Mit den Rechten der Arbeiter und Meinungsfreiheit war es nicht weit her, Vorgesetzte und Unternehmer hatten weitgehend freie Hand, Ausbeutung war an der Tagesordnung. Auch Hauke kommt immer wieder in Gewissenskonflikte, denn wenn er nach seinem Grundsätzen handelt und den Anweisungen der Oberen zuwider handelt, setzt er seine persönliche Zukunft aufs Spiel. 

Zu einer stimmigen Atmosphäre  tragen auch die Kapitelanfänge bei, in denen jeweils kurze Zeitungsauszüge aus der Region abgedruckt sind, die einen ergänzenden Eindruck darüber vermitteln, was den Menschen im Jahr 1894 wichtig war.

Der Krimi hat mich mit seiner wendungsreichen Geschichte und seinem sympathischen Hauptprotagonisten sehr gut unterhalten und immer wieder überrascht. Den ersten Band kenne ich bislang nicht, werde das aber auf jeden Fall nachholen, um mehr über die Vorgeschichte von Hauke Sötje zu erfahren.

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(142)

234 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

thriller, island, mord, krimi, psychologin

DNA

Yrsa Sigurdardóttir , Anika Wolff
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 26.09.2016
ISBN 9783442756568
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Island besitzt nach internationalen Studien eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt, Morde sind auf der Insel nicht gerade an der Tagesordnung, aber gerade das scheint die Fantasie der Krimiautoren anzufachen. Zumindest in dem neuen Thriller von Yrsa Sigurðardóttir geht es um einen ausgesprochen perfiden Mörder.

Schon der Prolog ist düster und beklemmend. Er erzählt von drei kleinen Kindern, die durch ein schreckliches Ereignis ihre Eltern verloren haben und nun zur Adoption stehen. Obwohl sich die Geschwister teils sehr nahe stehen, müssen sie getrennt vermittelt werden auch in der Hoffnung, dass sie ihre Vergangenheit so schneller hinter sich lassen und vergessen können.

Die eigentliche Handlung setzt 28 Jahre später ein. Elísa ist mit ihren drei Kindern allein zu Hause, da ihr Mann geschäftlich nach Amerika gereist ist. Als ihre siebenjährige Tochter Margrét nachts zu ihr ins Bett kriecht und berichtet, sie hätte einen Mann im Wohnzimmer gesehen, schreibt Elísa dies zuerst der Fantasie ihrer Tochter zu. Doch kurz darauf ist Elísa tot, auf grausame Weise ermordet, während ihre Tochter sich nur knapp vor dem Mörder verstecken kann. Die Polizei findet am nächsten Tag das völlig verstörte Mädchen, da sie die einzige Zeugin ist, soll sie trotz ihres Traumas mithilfe der Psychologin Freyja befragt werden. Und tatsächlich erfährt der leitende Kommissar Huldar durch Margrét, dass der Täter einen weiteren Mord angekündigt hat. 

Nicht nur aufgrund fehlender Indizien und Spuren stehen Huldar schwierige Ermittlungen bevor. Es ist für ihn der erste Fall als Ermittlungsleiter, und dann erkennt er in Freyja auch noch einen On-Night-Stand wieder, bei dem er sich als Tischler statt als Polizist ausgegeben hatte. 

Während Huldar nach Verdächtigen sucht, taucht in der Geschichte ein junger Mann auf, der mit seinem Funksender rätselhafte Zahlencodes empfängt, in denen er unter anderem seine Personen-ID erkennt, aber auch die einer gewissen Elísa Bjarnadóttir. Auch eine pensionierte Lehrerin bekommt per SMS ähnliche Zahlenreihen und glaubt zunächst an einen technischen Fehler.

Der Thriller ist düster, die Sprache so gewählt, dass eine eindringliche Atmosphäre geschaffen wird. Auch ohne die Schilderung allzu vieler Details ist in einigen Szenen die Angst der Personen oder das Grauen der Opfer fast greifbar und wirkt beängstigend real.

Leider verliert sich der Thriller insbesondere im Mittelteil zu sehr in Einzelheiten aus dem Leben der Charaktere. Noch dazu wirken diese oft sehr steif und hölzern ebenso wie viele der Dialoge. Die meisten der Personen des Buches leiden derart unter ihren Selbstzweifeln, dass sie dadurch in ihrem Auftreten und ihren Entscheidungen stark gehemmt sind. Das war mir insgesamt zu viel und zu deprimierend.  

Abgesehen vom schwachen Mittelteil mit einigen Längen ist der Spannungsbogen jedoch hoch, die Geschichte ist logisch aufgebaut und lässt den Leser mitfiebern. Ich habe die ganze Zeit versucht einen Zusammenhang zwischen dem Prolog und der Haupthandlung zu finden, und die Geschichte konnte mich bis zum Ende hin immer wieder überraschen.

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(46)

81 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

entführung, thriller, berlin, kindesentführung, catherine shepherd

Krähenmutter

Catherine Shepherd
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492309653
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei diesem Buch habe ich mich leider von den zahlreichen 5-Sterne Rezensionen täuschen lassen. "Krähenmutter" war der erste Thriller, den ich von Catherine Sheperd gelesen habe, und es wird ganz sicher auch der letzte sein. Dabei klangen das Thema und der Klappentext vielversprechend, Kindesentführung ist ein emotionales Thema, das für mich als Mutter Horrorszenarien birgt. "Krähenmutter" verschenkt viel an Potential, da der Leser bereits sehr früh die Auflösung des Falls erfährt. Dadurch kommt so gut wie keine Spannung auf, lediglich die Passagen, in denen "Baby" von sich und seinen Erlebnissen erzählt, bieten ein wenig Thrill und haben mich beim Lesen schaudern lassen.
Der Rest der Geschichte ist mehr schlecht als recht zusammen konstruiert, die Charaktere sind flach und klischeehaft, insbesondere die Hauptfigur Laura wirkt in sich unglaubwürdig und unstimmig inklusive ihres Lebenslaufs. Der hübschen und aufgrund eines Kindheitstraumas sensiblen blonden Ermittlerin stehen zwei starke, große Kollegen zur Seite, die um sie buhlen und stets zu ihrer Rettung bei Fuß stehen. Einige der Szenen könnten glatt aus einem Groschenroman stammen. Der skrupellose Geschäftsmann schmückt sich mit einer hübschen Ehefrau, die beim Make-Up Kauf ihr Kind aus den Augen verliert. 
 Die Ermittler agieren hilflos und planlos, statt logischer Kombination von Erkenntnissen führen unglaubwürdige Zufälle zu Ermittlungserfolgen. Das ganze Konstrukt um den Täter, seine Geschichte und Motivation ist komplett unglaubwürdig und fast eine Beleidigung an die Polizeiarbeit. Die rund 280 Seiten sind aufgrund der einfachen Sprache schnell gelesen, beiden vielen Wiederholungen war ich manchmal versucht quer zu lesen. Die Einstufung Thriller passt in meinen Augen gar nicht, weil dem Buch jegliche Thrillermerkmale fehlen, ein trivialer Krimi trifft es besser.

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(275)

559 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 139 Rezensionen

drohne, jugendbuch, thriller, elanus, ursula poznanski

Elanus

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 22.08.2016
ISBN 9783785582312
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(130)

176 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 118 Rezensionen

thriller, psychothriller, schweden, stockholm, krimi

Glücksmädchen

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Journalistin Ellen Tamm hat im Alter von 8 Jahren bei einem
tragischen Unfall ihre Zwillingsschwester Elsa verloren und dieses
Trauma nie überwunden. Das Thema Tod lässt sie nicht los auch während
ihrer Arbeit als Kriminalreporterin beim schwedischen Fernsehen. Als die
8-jährige Lycke von ihren Eltern als vermisst gemeldet wird, brechen
Ellens Erinnerungen wieder durch und sie ist quasi besessen von dem
Gedanken, Lycke zu retten. Je mehr sie in die Geschichte eintaucht, umso
deutlicher wird jedoch, dass Lyckes Leben ihrem Namen nicht gerecht
wird. Aufgerieben zwischen dem Rosenkrieg der Eltern und der
Stiefmutter, der sie im Weg ist, hat Lycke sich immer mehr zurück
gezogen und findet selbst in der Schule keine Freunde.

Der Thriller berührt, denn bei Lyckes Verschwinden geht es kaum jemanden
um sie selbst, die Familie und auch Ellen sind mehr mit sich selbst
beschäftigt, die Medien suchen nach einer bestmöglichen Vermarktung. Der
Fokus liegt weniger beim Täter als vielmehr bei den Reaktionen und
Emotionen der betroffenen Personen. Die Journalistin Ellen Tamm steht im
Vordergrund, was vielleicht daran liegen mag, dass die Autorin wie ihre
Protagonistin zeitweise bei einm TV-Sender gearbeitet hat.

Der Thriller spricht brisante Themen an, allerdings fehlt es etwas an
Spannung und Ellens persönliche Geschichte steht ein wenig zu sehr im
Mittelpunkt. Sie wird durch den Fall nicht nur indirekt an ihre eigene
Vergangenheit erinnert, sondern gezielt manipuliert, um bei den
Ermittlungen und Berichterstattungen ihre Grenzen zu überschreiten. Bei
ihren Ängste und Beklemmungen gibt es zu viele Wiederholungen, das Motiv
des Täters bleibt dabei leider etwas auf der Strecke. Abgesehen von
Ellen bleiben die Charaktere etwas blass, da hätte man mehr herausholen
können. Insgesamt ist dieses Buch jedoch ein vielversprechendes Debüt,
in Schweden ist bereits der Folgeband erschienen, in dem Ellens
Vergangenheit erneut mit einem Mordfall verquickt ist.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

ritter, lebensweisheiten, ethan, lebensregeln, ratschlag

Regeln für einen Ritter

Ethan Hawke , Kristian Lutze
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462049336
Genre: Romane

Rezension:

Das Büchlein „Regeln für Ritter“ des Schauspielers und Autors Ethan Hawke ist nicht nur durch seine äußere Erscheinung ungewöhnlich. Mit seinen 10 x 15 cm und 186 Seiten ist das Buch klein, fällt durch seinen grünen Leineneinband und die geprägte goldenen Schrift sofort ins Auge. Aufmachung, Titel und Inhalt wirken auf den ersten Blick altertümlich, Thematik und Aussage sind jedoch zeitlos und aktuell. 

Das Buch widmet sich der Frage, was im Leben wirklich wichtig ist und erläutert anhand kleiner Geschichten die wichtigsten ethischen Grundregeln unserer Gesellschaft. Insgesamt 20 Stichworten wie Dankbarkeit, Freundschaft, Großzügigkeit, Glaube oder auch Hingabe und Liebe ist jeweils ein Kapitel gewidmet, in denen der Begriff mit knappen Worten erläutert und mit kleinen Anekdoten veranschaulicht wird. Als Rahmenhandlung dient der Brief eines Ritters, der Ende des 15.Jahrhunderts am Vorabend einer Schlacht in einem Brief seinen 4 Kindern die Lebensgrundsätze weiter geben möchte, die er selbst als junger Mann von seinem Großvater vermittelt bekommen hat. 

Diese Rahmenhandlung, die noch dazu von einem Vorfahren des Autors verfasst wurden, geben dem Buch eine sehr persönliche Note. Die aufgeführten Grundwerte haben auch in der heutigen Zeit nicht an Aktualität und Bedeutung verloren. Die Geschichten regen zum Nachdenken an und lassen das eigene Handeln überdenken. Es ist nicht unbedingt ein Buch, das man in einem Rutsch durchliest, sondern das man gerne immer mal wieder in die Hand nimmt, um darin zu stöbern.  Bei uns wird es einen festen Platz im Bücherregal bekommen, und ich werde es auch meinen Kindern zum Lesen empfehlen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und mich neugierig auf weitere Veröffentlichungen des Autors gemacht.

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

berlin, ddr, mord, krimi, friedhof

Wintertod

Thomas Nommensen
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.09.2016
ISBN 9783499271984
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Wintertod“ ist der 2. Band mit dem Ermittler Arne Larsen, der mir mit seiner besonnenen Art schon in „Ein dunkler Sommer“ gut gefallen hat. Inzwischen hat Larsen von Kiel ans LKA in Berlin gewechselt, er hat kaum seine Stelle angetreten, als er und seine neue Kollegin Mayla Aslan mit einem mysteriösen Fall betraut werden. Auf einem bereits vor Jahren stillgelegten Friedhof im Stadtteil Buch wird die verscharrte Leiche einer Frau gefunden. Alle Spuren deuten auf eine Selbsttötung hin, doch wer hat die Frau dann dort vergraben? Hinweise auf ihre Identität finden sich nicht. Wenig später wird neben dem provisorischen Grab eine Kinderleiche entdeckt, so dass die Polizei doch von einem Verbrechen ausgehen muss.

Ein 2.Handlungsstrang dreht sich um die Grundschullehrerin Lea Zeisberg, die nach einem traumatisierenden Vorfall an ihrer Schule ein halbes Jahr pausiert hat und nach ihrer Rückkehr dort einige beunruhigende Vorfälle beobachtet. Ihre Schülerin Merle, die in der letzten Zeit auffällig oft gefehlt hat, sendet einen versteckten Hilferuf, eine Kollegin verschweigt einen brutalen Angriff in ihrer Klasse. Da die Schule Leas Beunruhigungen nicht ernst nimmt, versucht diese auf eigene Faust heraus zu finden, was hinter den Geschehnissen um Merle und ihren Bruder steckt.

Später kommt noch ein dritter Handlungsstrang dazu, der in kurzen Abschnitten von den verstörenden Erinnerungen eines kleines Jungen gegen Ende der 70er Jahre in der „Waldsiedlung“  erzählt. 

Alle Erzählstränge weisen auf unterschiedliche Art und Weise beklemmende Stimmungen auf. Die Geschichte ist rätselhaft und komplex, beim Lesen habe ich ständig mitgegrübelt, wie die Ereignisse zusammen hängen könnten und wer hinter den Morden steckt. Auch bei den Ermittlungen tauchen trotz erster Erfolge mehr neue Fragen auf als geklärt werden. Der Spannungsbogen ist durchgehend hoch, die Geschichte erreicht gegen Ende mit ihrem Höhepunkt eine schlüssige und überraschende Auflösung. 

Wie schon beim ersten Band hat mir auch hier wieder neben dem Aufbau der Geschichte die ausgefeilte Sprache begeistert. Der Stil ist auf das Wesentliche reduziert, der Autor schafft auch ohne blutige oder grausame Details eindringliche und beklemmende Szenen, die mir so manche Gänsehaut verschafft haben. Die Geschichte mich hat berührt und schaudern lassen. Larsen als Ermittler ist eine sympathische  Figur mit Ecken und Kanten aber ohne allzu große Marotten. Der Fall steht im Vordergrund, das Privatleben Larsens und seiner neuen Kollegin spielt nur eine Nebenrolle, trotzdem bekommt man einen guten Eindruck von ihren Figuren.

Von mir gibt es für diese Thrillerreihe eine absolute Leseempfehlung.  

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(118)

174 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

wiedergeburt, reinkarnation, sharon guskin, kind, familie

Noah will nach Hause

Sharon Guskin , Carina Tessari
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Allegria, 22.09.2016
ISBN 9783793423065
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman „Noah will nach Hause“ erzählt eine außergewöhnliche Geschichte. Er beschäftigt sich mit dem Phänomen der Reinkarnation, ein schwieriges Thema, da es rational nicht erklärbar ist und schnell auf Ablehnung stößt.

Sharon Guskin geht sehr sensibel mit dem Thema um und verpackt es in eine berührende und zugleich spannende Geschichte.

Janie ist mit Ende dreißig unerwartet und ungeplant schwanger geworden. Der Vater war eine flüchtige Zufallsbekanntschaft, sie erzieht ihren Sohn Noah allein und gerät durch seine sehr spezielle Persönlichkeit an den Rand ihrer Kräfte und Existenz. Noah ist inzwischen vier Jahre alt, wird was jede Nacht von Albträumen geplagt, in denen er zu ertrinken glaubt und sich nach seiner richtigen Mom sehnt. Im Kindergarten eckt er an mit den grausigen Geschichten die er erzählt, und deren Ursprung sich Janie nicht erklären kann. Nach zahlreichen vergeblichen Ärztebesuchen stößt Janie zufällig auf eine Veröffentlichung des Psychologen Jerome Anderson, der sich mit dem Thema Wiedergeburt beschäftigt, und findet in dessen Fallbeschreibungen Parallelen zu Noahs Erzählungen. 

Mit Andersons Hilfe machen sie sich auf die Suche nach dem Ursprung von Noahs Erinnerungen und treffen dabei auf eine in Trauer gefangene Familie.

Der Tod ist etwas, das alle Menschen auf die eine oder andere Weise beschäftigt, jeder wird irgendwann damit konfrontiert und muss seinen eigenen Weg finden, mit Trauer und Verlust umzugehen. Dieses Buch beleuchtet auf fesselnde und berührende Art und Weise, was der Gedanke an den Tod und die Trauer aus den Menschen machen kann. Er stellt die Frage, ob es vielleicht eine versteckte Ebene gibt, die uns Menschen mehr miteinander verbindet, als wir rational erklären können. An eingestreuten Fallbeispielen werden faszinierende Biographien beschrieben, deren Geschichten nachdenklich machen.

Mir haben die Geschichte und der Erzählstil sehr gut gefallen, weil sie die Gefühle der Charaktere eindringlich und authentisch wieder geben, ohne kitschig zu sein oder zu urteilen. Das Buch macht nachdenklich und erzählt gleichzeitig einen spannenden Kriminalfall, so dass mich das Buch sowohl inhaltlich als auch sprachlich sehr ansprechen.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

freundschaft, schule, musik, song, eifersucht

Lesegören - Cooler Auftritt, Girls!

Bianka Minte-König , Carolin Liepins
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 15.07.2016
ISBN 9783522505154
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Auch der 4.Band aus der Lesegören-Reihe um den GIRLS-Club hat uns wieder genauso gut gefallen wie die anderen Bände.

Inzwischen neigt sich das 6.Schuljahr dem Ende entgegen und vor den Ferien soll in der Schule ein großes Sommerfest stattfinden, für das die Schüler sich Aktionen ausdenken sollen. Das ist ganz nach dem Geschmack der GIRLS, und bei Lottes spontaner Idee eine Band zu gründen sind Hanna und Stine gleich begeistert. Lotte spielt Klavier, Hanna hat zumindest eine Zeitlang Gitarre gespielt, und Stine entdeckt unerwartet ihr Talent fürs Schlagzeug. Wie gut, dass Lottes Papa früher mal mit einer Band aufgetreten ist und in der alten Villa sein Schlagzeug aufgebaut hat. Außerdem hat sein alter Bandkumpel Ekki in der Stadt ein Tonstudio und eine Musikschule, diese Beziehungen können die GIRLS gut gebrauchen. Ob sie es sogar wuppen können, mit einem eigenen Song beim Schuljubiläum aufzutreten? 

Lotte ist leider zwischendurch von anderen Problemen abgelenkt, denn die Versöhnung ihrer Eltern verläuft nicht so glatt wie gehofft. Die alte Villa mit ihrer Baufälligkeit stellen Lottes Mutter ebenso auf die Probe wie die Haustiere, und selbst Lottes friedliebender Papa verliert irgendwann die Geduld.

Meine Kinder und ich hatten viel Spaß beim Lesen des Buches, Lottes offene und herzerfrischende Art, aus ihrem Leben zu erzählen ist wieder sehr mitreißend. Insbesondere bei dem Bandprojekt haben wir mit den GIRLS mitgelitten und mitgefiebert. Die Charaktere und Themen wirken sehr realistisch und sind nah an den Themen dran, die die Zielgruppe der Leser beschäftigt. Es ist schön mitzuerleben, wie Lotte, Stine und Hanna sich im Laufe der Geschichten entwickelt haben, gerade das Bandprojekt hat sie vor einige Herausforderungen gestellt, sie aber auch an Erfahrung und Selbstbewusstsein gewinnen lassen. 

Bianca Minte-König hat mit den GIRLS tolle Charaktere entwickelt, mit denen sich die LeserInnen identifizieren können, und von denen sie sich inspirieren lassen können. Wir freuen uns schon auf neue Abenteuer und Projekte.

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(89)

143 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

berlin, jugendbuch, is, attentat, freundschaft

Die Attentäter

Antonia Michaelis , Kathrin Schüler
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789104565
Genre: Jugendbuch

Rezension:

“Die Attentäter“ von Antonia Michaelis zählt leider zu den wenigen Büchern die ich nicht zu Ende gelesen habe, weil ich es irgendwann leid war, mich durch die Seiten zu quälen.

Die ersten Seiten, die ich Probe gelesen habe, sowie der Klappentext ließen eine spannende Geschichte erwarten, doch das Buch entpuppt sich für mich als Enttäuschung.

Auf den ersten Seiten klingt das Buch noch nach einer realistischen Geschichte um die Beziehung dreier grundverschiedener Jugendlicher, doch nach und nach verliert sich das Buch immer mehr in  Absurditäten und Oberflächlichkeiten. Die Charaktere sind sehr klischeehaft angelegt, das beginnt schon bei den Hauptfiguren. Cliff ist nicht nur äußerlich dunkel, er besitzt auch ein düstereres und aggressionsgeladenes Naturell. Der blonde Alain ist sein heller Gegenpol, der sensiblere und „Gute“. Dazu kommt noch die bodenständige Margarete, die die beiden Jungen erdet und als eine Art Vermittlerin agiert. 

Aufgrund der ständigen Sprünge in der Zeitlinie und Wechsel der Erzählperspektiven ist das Lesen des Buchs anstrengend. Cliff und Alain erzählen teilweise aus der Ich-Perspektive, dann wieder ist der Erzähler ein Beobachter von außen, Margarete kommuniziert meist im Briefstil mit Cliff oder Alain. Die Wechsel erfolgen teilweise in kurzen Abschnitten, der Leser kann nur aus dem Text erschließen, um wen es sich gerade dreht. Offenbar hat auch die Autorin ab und an den Überblick verloren und die falschen Namen eingesetzt. Das hilft nicht gerade beim Verständnis der Geschichte.

Die Sprache der Autorin ist zudem gewöhnungsbedürftig, mir war es nach einer Weile zu viel an Bildhaftigkeit, die Autorin schwelgt in wortgewaltigen Umschreibungen, ohne wirklich konkretes auszusagen. Die Charaktere sprechen stets ausweichend und in vielen Andeutungen miteinander, klare Dialoge sucht man vergeblich. Den größten Teil des Buches wirken die Personen wie unter Drogeneinfluss, nehmen die Realität kaum war und leben wie in einer Art Wolke.

Die Gefahren des IS und seinen Strukturen gehen unter in der abwesenden Art, in der Cliff diese wahr nimmt. Auch hier verliert sich das Buch in Klischees und gibt liefert keine greifbaren Erklärungen für die Faszination, der die Anhänger erliegen, sondern eher eine Verklärung der Gewaltherrschaft.

Mir fehlt letztendlich auch Erklärungen für die Motivation der Hauptpersonen, die in meinen Augen nicht in sich schlüssig wirken. Alain beispielsweise wird von Cliff immer wieder vor den Kopf gestossen sowie psychisch und physisch verletzt. Trotzdem ist er von Cliff quasi besessen und abhängig. 

Ich kann die Euphorie der anderen Leser leider nicht nachvollziehen, für mich hat dieses Buch nichts zu bieten, was das Lesen interessant machen könnte, so dass ich es nach gut 2/3 dann doch entnervt beiseite gelegt habe.

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(71)

118 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

alchemie, thriller, gold, stein der weisen, andreas eschbach

Teufelsgold

Andreas Eschbach
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.09.2016
ISBN 9783785725689
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

“Teufelsgold“ ist kein reißerischer oder blutiger Thriller wie es die Kennzeichnung auf dem Cover suggerieren könnte, sondern eher eine Mischung aus Wissenschafts- und Fantasy-Roman. Er ist weniger actionreich als die bekannteren Bücher Eschbachs wie „Das Jesus-Video“ oder „Der Jesus-Deal“, aber wie vom Autor gewohnt sehr gut recherchiert und in seiner Aussage durchaus provokant.

In vielen Romanen Andreas Eschbachs werden auf die eine oder andere Art wissenschaftliche Utopien thematisiert, in diesem Fall geht es unter anderem um die Überwindung der Alterungsprozesse des menschlichen Körpers und die Erreichung ewigen Lebens. Aber daneben greift Eschbach auch ethische und gesellschaftliche Themen auf wie die Frage nach dem Sinn des Lebens und den Zielen, die wir uns in unserem Leben  setzen. Aufhänger ist der Mythos um den „Stein der Weisen“, ein in der Literatur vielfältig erwähntes Phänomen, dessen Vielschichtigkeit auch in „Teufelsgold“ mit allen Facetten zum Tragen kommt. So wird ihm zum einen nachgesagt, man könne mit seiner Hilfe unedle Metalle zu Gold umwandeln und so zu unendlichem Reichtum gelangen. Zum anderen soll der Stein ein heilende und verjüngende Wirkung besitzen und wird so zum Sinnbild für das ewige Leben, noch weiter gehend soll er den Menschen dazu verhelfen können ein vollkommenes Selbst zu erreichen. 

In Teufelsgold stehen verschiedene Charaktere für diese verschiedenen Ausrichtungen des Steins. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Hendrik Busske, dem durch Zufall während einer Seminarreise nach Zürich ein antiquares Buch in die Hände fällt, in dem eine im 14. Jahrhundert angesiedelte Anekdote um den „Stein der Weisen“ geschildert ist. Für Hendrik stellt die Begegnung mit dem Buch eine Art Meilenstein dar, da die Geschichte in ihm zum einen Begeisterung für das Thema Alchemie weckt, ihn zum anderen dazu antreibt die Ziele seines Lebens neu auszurichten, um zu mehr beruflichem und finanziellen Erfolg zu gelangen. Beim Verständnis der alchemistischen Hintergründe ist zunächst sein älterer Bruder Adalbert Ansprechpartner, der als Physiker im Genfer CERN arbeitet. Die Brüder haben kein besonders gutes Verhältnis, im Verlauf der Geschichte und der Suche nach dem Geheimnis des „Stein der Weisen“ ergibt sich jedoch ein engerer Austausch. Adalbert gibt sich zunächst skeptisch, anders als Hendrik liegt ihm nichts an materiellem Reichtum, jedoch ist er an der Verlängerung des Lebens interessiert und lässt sich schließlich ebenfalls von der Magie des Steins in den Bann ziehen, steht somit für diese Seite von dessen Wirkung.

Für das Streben nach Vollkommenheit steht eine Figur aus dem mittelalterlichen Teil der Geschichte, der Alchemist John Scoro. Im Laufe der Zeit wird Hendrik Busske mit verschiedenen Büchern um die Geschichte des Steins der Weisen und John Scoro konfrontiert. Diese Kapitel mit Ausschnitten aus der mittelalterlichen Erzählung ziehen sich durch den Roman und vermitteln gemeinsam mit geschickt eingebauten historischen Erläuterungen auch dem Leser nach und nach die Hintergründe um den „Stein der Weisen“ und dessen geschichtliche Bedeutung.

Ich habe beim Lesen viel gelernt und an einigen Stellen Anregungen gefunden, auch meine Lebenseinstellung zu hinterfragen. Insbesondere die geschichtlichen und philosophischen Exkurse haben mir sehr gefallen. Der Roman beginnt eher ruhig und mit einem langen Einführungsteil, wird dann jedoch zunehmend spannender und interessanter. Die Charaktere sind glaubhaft wenn auch nicht unbedingt sympathisch, die Geschichte ist rätselhaft und lässt viel Raum für Spekulationen. Ich habe schon viele Romane von Eschbach gelesen und weiß somit, dass er in seinen Geschichten ab und an die Grenzen der Naturgesetzte überschreitet. In diesem Fall ist er für meinen Geschmack am Ende etwas zu weit gegangen, als eher rationalem Menschen fällt es mir schwer, die Schilderungen im Schlussteil hinzunehmen, auch wenn sie für den Abschluss der Geschichte wichtig sind.

Insgesamt hat mich beim Lesen jedoch wieder einmal die Vielschichtigkeit des Romans begeistert, „Teufelsgold“ ist eine Geschichte, die mich noch länger in Gedanken beschäftigen wird. 

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

drogen, undercover, thriller, berlin, adoptivbruder

Puppenruhe

Ben Bauhaus
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.07.2016
ISBN 9783736301740
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Krimi „Puppenruhe“ ist bereits der dritte Band aus einer Reihe um den Berliner Kommissar Johannes Thiebeck und stellt in meinen Augen eine gelungene Fortsetzung dar.

Bis vor einigen Jahren war Thiebeck bei der Berliner Mordkommission als Ermittler tätig, wurde jedoch unter anderem aufgrund seiner unorthodoxen Methoden und Alleingänge vor einiger Zeit vom Dienst suspendiert.  Gerade diese Eigenheiten machen ihn jedoch auch immer wieder als Unterstützung für die Kripo interessant. Diesmal wird Thiebeck undercover als V-Mann in die Drogenszene eingeschleust, um Informationen über die Vertriebswege einer neu aufgetauchten synthetischen Droge zu beschaffen. In dieser Rolle berichtet er diesmal nicht an seine frühere Kollegin Jana, sondern an die Tulay Tassin von der Drogenfahndung, ein toller neuer Charakter und Gegenpol in der Reihe. Doch als in der Szene, in der Thiebeck, alias Jonny Ticker, gerade Fuß zu fassen versucht, zwei grausame Morde bekannt werden,  wird er doch wieder in die Ermittlungen der Mordkommission verwickelt.

Schon in den ersten beiden Bänden hat Thiebeck seinen besonderen Riecher und seine Kombinationsgabe bewiesen, noch dazu verfügt er über einige hilfreiche Beziehungen, so dass er auch diesmal wieder der Mordkommission schnell einen Schritt voraus ist. Doch gerade bei solch skrupellosen Gegnern bergen seine Alleingänge auch einige Risiken, so dass Thiebeck nicht nur einmal in sehr brenzlige Situationen gerät.

Der Krimi beginnt ruhig gewinnt dann aber enorm an Tempo und ist druchweg spannend erzählt, zum Luftholen gibt es aber ebenso Szenen zum Schmunzeln wie zum Nachdenken. Thiebeck ist ein interessanter Charakter mit Ecken und Kanten, der aber auch seine sensible und nachdenkliche Seite zeigen darf, was unter anderem den Charme dieser Reihe ausmacht. Die anderen Charaktere sind etwas klischeehafter geraten, der eine oder andere ist aber durchaus für eine Überraschung gut. 

Auch diesmal gibt es eine persönliche Verbindung der Fälle zu Thiebeck, sein Adoptivbruder Jan taucht zwischen den Fronten auf und bringt Jonny in moralische Bedrängnis. Auch das gefällt mir an dieser Krimireihe; es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, nicht nur Gut oder Böse, sondern es wird gezeigt, wie schwierig es manchmal sein kann, einen Menschen für sein Handeln zu verurteilen.

Das Ende ist abgerundet lässt aber auch ein paar Fragen offen und auf eine baldige Fortsetzung hoffen.

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