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84 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherkönig

Akram El-Bahay
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 31.08.2018
ISBN 9783404209095
Genre: Fantasy

Rezension:

„Bücherkönig“, der zweite Band aus Akram El-Bahays Reihe um die Bibliothek der flüsternden Schatten, entführt den Leser erneut in die fantastischen Welten von Mythia und die in den Tiefen von Paramythia verborgenen Geheimnisse. Die Handlung knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Bandes an, den man zum Verständnis der Geschichte kennen sollte, um die Ereignisse und Entwicklungen zu verstehen. Während der Band „Bücherstadt“ in großen Teilen eine Einführung in die Besonderheiten der Stadt und ihrer riesigen unterirdischen Bibliothek darstellt, werden in der Fortsetzung einige der Geheimnisse enthüllt und die Charaktere in zum Teil gefährliche Abenteuer verwickelt.

Dieser Band beginnt nach einem kurzen Prolog gleich mit einer spannenden Szene, dennoch kam beim Lesen bei mir schnell die Erinnerung an die Hauptfiguren Samir und Kani zurück wie an einige der fantastischen Wesen, die sie aus Paramythia befreit hatten. Schnell entstanden wieder leuchtende Bilder vor meinem inneren Auge und ich war erneut von der Geschichte in den Bann gezogen. Auch hier begeistert mich wieder Akram El-Bahays Erzählstil, der sich der Szenerie und den unterschiedlichen Charakteren anpasst.

Die Rolle Kanis gewinnt zunehmend an Bedeutung, einige Szenen werden aus ihrer Sichtweise geschildert, die wechselnden Erzählperspektiven generieren zusätzliche Tiefe. Auch die Rollen anderer Figuren wurden ausgebaut und sorgen bei aller Dramatik für Situationen zum Schmunzeln. Insgesamt gefällt es mir an dem Buch gut, dass nach Momenten mit viel Action die Spannung mit ruhigeren Situationen und nachdenklich stimmenden Dialogen etwas heruntergeschraubt wird, auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Gegen Ende dieses Bandes entwickelt sich die Geschichte jedoch in eine sehr von Kampfszenen dominierte Richtung, die ich persönlich nicht mag. Die Entscheidungen und Aktionen mögen zwar wichtig sein für den Verlauf der Trilogie, mir als Leser erschienen sie zu überstürzt und nicht passend zu den Charakteren Kanis und Samirs, die eher von Besonnenheit und Rücksichtnahme auf das Leben anderer geprägt war, zumindest nach meinem Eindruck. Samir wirkte im Laufe der Zeit reifer, verantwortungsbewusster, gegen Ende scheinen die Leben einzelner zunehmend bedeutungsloser zu werden, gleichzeitig mit der wachsenden Brutalität verliert die Geschichte ihren märchenhaften Charme. Ich werde mir genau ansehen, was der Klappentext des dritten Bandes verheißt, wenn dieser so weiter geht, wie der zweite Band endet, dann ist das kein Buch mehr für mich. Inzwischen hat mein 16-jähriger Sohn begonnen die Reihe zu lesen, vielleicht ist das eher nach seinem Geschmack.

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183 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 102 Rezensionen

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:

Mit ihrem Debütroman „Das rote Adressbuch“ hat die schwedische Autorin Sofia Lundgberg nicht nur eine Hommage an ihre verstorbene Großtante veröffentlicht, sondern auch ein sehr persönliches Buch, in das viele ihrer eigenen Erfahrungen und Gedanken eingeflossen sind. Man merkt der Geschichte an, dass ihr die Hauptfiguren sehr am Herzen liegen, so liebevoll, wie dieses gezeichnet sind. Sie schildert die Ereignisse, wie sie gewesen sein könnten und hält sich dabei mit Wertungen sehr zurück, was dem Leser Raum gibt, sich seinen eigenen Gedanken zu machen. 

Als Rahmen der Geschichte dient das Titelgebende in rotes Leder gebundene Adressbuch von Doris Alm. Inzwischen 96 Jahre alt, hat sie dieses Adressbuch, das sie 1928 von ihrem Vater zu ihrem 10 Geburtstag geschenkt bekam, viele Jahre lang begleitet. Inzwischen sind die meisten Menschen, die hier ihren Eintrag gefunden hatten, verstorben, so dass ihr Name von Doris durchgestrichen und mit dem Zusatz „tot“ versehen wurde. Nach einem bewegten Leben ist Doris als einizig nahestehende Person die Enkeltochter ihrer Schwester verblieben, die mit ihrer Familie auf der anderen Seite der Weltkugel in Kalifornien lebt und mit der sie in erster Linie über Skype in Kontakt steht. Die Einträge in ihrem roten Adressbuch wecken bei Doris viele Erinnerungen und Geschichten, die sie für  Jenny aufschreibt, damit ihre Erlebnisse nicht völlig in Vergessenheit geraten. Während Doris in der Gegenwart zunehmend an Kraft verliert, nimmt sie in ihren Erinnerungen den Leser mit auf die Reise durch ihr teils aufregendes, teils entbehrungsreiches Leben. Kapitel aus Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich ab, da die Geschichte in chronologisch erzählt wird und die Abschnitte aus der Vergangenheit meist mit dem Namen der im Mittelpunkt stehenden Person betitelt sind, verliert man beim Lesen nie den Überblick.

Es gab im Leben der Autorin eine Großtante mit Namen Doris, die ihr unter anderem ein Adressbuch mit vielen durchgestrichenen Namen hinterlassen hat. Das Leben von Doris aus dem Buch wurde deutlich ausgeschmückt und erzählt so eine bewegende Geschichte, die mit großer Intensität die Lebenserfahrung einer älteren Person darstellt und darauf aufmerksam machen möchte, dass wir eben diese deutlich mehr wertschätzen sollten.

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227 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

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Vox

Christina Dalcher , Marion Balkenhol , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 15.08.2018
ISBN 9783103974072
Genre: Romane

Rezension:

In ihrem Debütroman „Vox“ entwirft die Autorin Christina Dalcher ein unglaubliches und erschreckendes Szenario, das sich bei näherem Hinsehen als beängstigend realistisch entpuppt.

In den USA haben sich die Republikaner und christlichen Fundamentalisten an die Spitze der Regierung gesetzt. Um die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umformen zu können, wird für die weibliche Bevölkerung angeordnet, dass sie pro Tag nicht mehr als 100 Wörter sprechen dürfen. Aber auch die schriftliche Kommunikation über Computer, Handy oder auch Papier wird verboten für alle Frauen egal ob jung oder alt. 

Als sich die ersten Anzeichen eines zunehmend totalitären Systems abzeichnen, kann die Neurolinguistin Jean McClellan nicht glauben, dass dies größeren Einfluss auf ihr Leben nehmen könnte. Doch schon bald wird sie an der Ausübung ihres Berufes gehindert, ihre Tochter Sonia, die auf einer Mädchenschule nicht mehr im Lesen und Schreiben unterrichtet wird, verkümmert, und Jean ist zunehmend verzweifelt über ihre isolierte Lage und die Veränderungen in ihrer Familie. Doch dann werden Jeans Kenntnisse für ein Forschungsprojekt gebraucht und sie bekommt die Chance, sich gegen das System aufzulehnen.

Dies ist der erste Roman der Autorin, die bislang mit Kurzgeschichten und Flash Fiction Ansehen erlangt hat. Man merkt dem Buch an, dass sie geübt darin ist, mit wenigen präzisen Worten eindringliche Stimmungen zu schaffen. Die Wut und Hilflosigkeit der Hauptfigur war oft bedrückend greifbar und hat mich beim Lesen in eine gereizte Stimmung versetzt gegenüber diesen selbstgerechten Machtmenschen und totalitären Systemen. Es ist ebenso erschreckend wie leider auch glaubhaft über die Veränderungen im Denken der Menschen und die geschickte Manipulation der Kinder und Jugendlichen zu lesen. Im Roman sind die Maßnahmen und ihre Folgen sehr drastisch geschildert, machen aber auch bewußt, wie viele Frauen weltweit von Männern beherrscht und dominiert werden.

Trotz einiger Schwarz-Weiß- Malerei und zum Teil klischeehaften Charakteren beeindruckt dieses Buch. Es macht bewußt, wie wichtig für uns unsere Sprache und eine Meinungsfreiheit sind, und wie wichtig es ist, für die Wahrung seiner Rechte einzutreten. Mit seinem beklemmenden Szenario zeigt es auf, wie sehr wir es schätzen können, in einer Demokratie leben zu dürfen nach den Prinzipien der Gewaltenteilung, was für viel zu viele Menschen weltweit heutzutage nicht zutrifft.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Erzengel

Voosen | Danielsson , Roman Voosen
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.06.2018
ISBN 9783462051377
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Erzengel“ ist bereits der 6.Band des Autorenduos Voosen/Danielsson um die beiden Ermittlerinnen Ingrid Nyström und Stina Forss und wieder ähnlich spannend und komplex wie seine Vorgänger.

Auch diesmal hat das Ermittlerteam nicht nur mit einem Fall zu tun, was die in der jüngsten Vergangenheit zusammen geschrumpfte Gruppe an den Rand ihrer Belastungsgrenze bringt. Zunächst steht wie schon in anderen Bänden der Reihe ein Fall aus der Vergangenheit im Vordergrund; die Rechtsmedizinerin Ann-Vivika Kimsel stößt auf Ungereimtheiten bei dem 25 Jahre zurück liegenden Selbstmord eines jungen Mannes, der eines grausamen Anschlags auf die Bandmitglieder einer Death-Metall-Band verdächtigt wurde. Bei der Exhumierung der Leiche findet die Kriminalpolizei ein leeres Grab vor und beginnt den Fall neu aufzurollen und auch den Anschlag auf die Band näher unter die Lupe zu nehmen. Keine leichte Aufgabe, da nach dieser langen Zeit viele Spuren kalt sind. Hinzu kommen bald ein weiterer Mord, sowie Brandanschläge auf historische Kirchen. Die Vorfälle erscheinen zunächst ohne Zusammenhang, doch bei den Ermittlungen um den Suizid und den Mord an den Bandmitgliedern tauchen verstärkt Hinweise auf religiösen Fanatismus und Okkultismus auf, die den Schluss nahelegen, dass die aktuellen Ereignisse kein Zufall sind, sondern der alte Fall noch lange nicht gelöst wurde.

Die Geschichte beginnt langsam, je mehr lose Fäden zusammenkommen, umso mehr nimmt die Spannung zu, auch der Leser kommt den Zusammenhängen zwischen den Ereignissen nur nach und nach auf die Spur.

Mir hat wieder die Vielschichtigkeit und Komplexität der Geschichte gefallen, auch wenn der Einstieg diesmal eher ruhig war. Die Charaktere sind mir mit ihren kleinen Macken im Laufe der Reihe ans Herz gewachsen, sie entwickeln sich an den Ereignissen weiter, was es Neueinsteigern erschweren dürfte, einige Anspielungen zu verstehen. Das Rätsel um die Vergangenheit von Stina Forss Vater zieht sich wie ein roter Faden durch die Reihe, wird inzwischen nach meinem Eindruck etwas sehr in die Länge gezogen, ebenso wie das Geheimnis um die Figur Kent Vargens, das schon in den letzten Bänden künstlich hochgehalten wurde und so zu Unglaubwürdigkeit beiträgt. Auch mit dem vermeintlichen Psychopathen wird hier stellenwiese etwas dick aufgetragen.

„Erzengel“ ist nicht das Highlight dieser Reihe, für Fans aber auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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224 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 131 Rezensionen

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Miss Gladys und ihr Astronaut

David M. Barnett , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 28.05.2018
ISBN 9783548289540
Genre: Romane

Rezension:

Der Autor David M. Barnett hat in seinem Heimatland England schon einige Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht, mit „Miss Gladys und ihr Astronaut“ erscheint im Ullstein-Verlag erstmals eines seiner Bücher in deutscher Sprache und hat mich auf Anhieb begeistert.

Die Geschichte ist ebenso skurril wie herzerwärmend, sie ist einerseits nicht ganz ernst zu nehmen und überspitzt dar gestellt, dennoch sind mir die Charaktere und ihre Schicksale beim Lesen schnell ans Herz gewachsen.

Da ist zum einen der Chemieingenieur Thomas Major, der durch einen schicksalhaften Zufall zu seinem Traumjob kommt; er darf als Astronaut allein in einer Raumkapsel zum Mars fliegen und damit den Menschen auf der Erde entkommen, zu denen er im Laufe seines Lebens nie eine wirklich enge Bindung aufzubauen in der Lage war. Doch auch im All findet er nicht die angestrebte Ruhe, denn mit seinem vermeintlichen Anruf bei seiner Exfrau, landet er bei Gladys Ormerod, ein weiterer schicksalhafter Zufall, der nicht nur sein Leben maßgeblich beeinflusst. 

Gladys ist 70 Jahre alt und zur Zeit Erziehungsberechtigte für ihre Enkel James und Ellie, deren Vater gerade eine Gefängnisstrafe ableisten muss. Aufgrund von Gladys zunehmender Demenz ist es aber an der 15-jährigen Ellie, neben der Schule mit ihren 3 Jobs für den Unterhalt der kleinen Familie zu sorgen und Gladys davon abzuhalten, in ihrer Verwirrung Unheil anzustiften. Während ihr jüngerer Bruder James unter dem Mobbing seiner Mitschüler zu leiden hat, lebt Ellie zusätzlich in der ständigen Sorge, die Behörden könnten auf ihre Situation aufmerksam werden und die Familie auseinander reißen. Wie kann da eine Anruf aus dem All eine Wendung bringen? Das sollte man selbst heraus finden, wenn man bereit ist, sich auf diese originelle Geschichte einzulassen. 

In einigen Motiven und Ansätzen hat mich die Geschichte an „Ein Mann namens Ove“ erinnert, anderes ließ mich an „Weit weg und ganz nah“ von Jojo Moyes denken. Als roter Faden zieht sich der Bezug zu Dawid Bowie und seinem Song „Space Oddity“ durch das Buch, was im Original-Titel „Calling Major Tom“ noch deutlicher wird. Auch bei der Idee zu der Performance dieses Titels hat sich der Autor anderweitig inspirieren lassen (unter den Stichworten „astronaut space oddity“ wird man dazu schnell fündig), die Geschichte ist aber so liebenswert erzählt, dass ich ihm das nicht wirklich übel nehmen kann.

Neben einer gehörigen Prise britischem Humor steckt viel soziale Kritik in dieser Geschichte. Es ist ein Buch darüber, allein zu sein oder sich allein gelassen zu fühlen, aber auch darüber gemeinsam zu kämpfen und seine Stärken zu entdecken. Ich werde mir den Autor merken und freue mich auf weitere Werke dieser Art.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Als die Tage nach Zimt schmeckten: Roman

Donia Bijan
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 06.07.2018
ISBN 9783843717960
Genre: Romane

Rezension:

Noor ist 17 Jahre alt, als ihr Vater sie im Jahr 1984 gemeinsam mit ihrem älteren Bruder vom Iran in die USA schickt, um sie vor den unsicheren Zeiten nach der Revolution in ihrem Heimatland zu bewahren. Als 30 Jahre später Noors Leben durch das Scheitern ihrer Ehe ein Riß erhält, kommt der Brief ihres Vaters mit der Bitte, sie in Teheran zu besuchen, gerade recht. In den Sommerferien packt sie eine Tasche und reist mit ihrer 15-jährigen Tochter Lily in ihre alte Heimat. Ihre Großelter väterlicherseits sind viele Jahre zuvor von Russland in den Iran ausgewandert, haben dort das Café Leila eröffnet und sich in das Land und die Kultur verliebt. Noors Vater Zod führt immer noch dieses Café, das zwischenzeitlich um ein Hotel erweitert wurde, gemeinsam mit langjährigen Angestellten, die fest mit dem Café und der Familie verbunden sind. 

Der Roman schlägt einen Bogen zwischen dem weltoffenen Persien damals und der teils rauen und gewalttätigen Wirklichkeit heute. Insbesondere für Lily ist es nicht immer leicht, die ihr fremde Kultur zu verstehen und zu akzeptieren. Aber auch ihre anfängliche Ablehnung wird durch de Zauber des Cafés und der dort lebenden Menschen nach einer Weile gebrochen. Das Café bildet eine Art Oase in der manchmal harten Wirklichkeit Teherans heute. In Rückblenden erhält der Leser einen Einblick in die nicht immer einfache Familiengeschichte der Familie Yadegar, der gegenseitige Liebe und Vertrauen insbesondere bei der Bewältigung schwieriger Zeiten eine Stütze war.

Donia Bijan schafft mit ihrer bildhaften und oft poetischen Sprache ein lebendiges Bild vom Leben in diesem für mich fremdartigen Land. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, die Gerüche aus der Küche des Cafés in der Nase spüren zu können, das fröliche Lachen der Menschen im Café klang in meinen Ohren, ich habe Tränen der Freude, der Trauer und des Entsetzens geweint und selten ein Buch erlebt, dass mich derart berührt. Donia Bijan zeigt die widersprüchlichen Seiten dieser faszinierenden Stadt, Noor ist das Bindeglied zwischen der westliche Welt und den Besonderheiten der persischen Kultur. 

Donia Bijans Debütroman, der im Juli 2018 im Ullstein-Verlag erschienen ist, hat mich auf 384 begeistert und ist für mich persönlich eine der Buchhighlights des Jahres.

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82 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

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Hyde

Antje Wagner
Fester Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 10.07.2018
ISBN 9783407754356
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Antje Wagners neuer Roman „Hyde“ aus dem Beltz-Verlag, ist ein sprachlich beeindruckendes Jugendbuch, das mich inhaltlich leider nicht ganz überzeugen konnte.

Katrina ist 18 Jahre alt und als Tischlergesellin auf der Walz unterwegs. Das ist zumindest die offizielle Version, denn eigentlich finanziert sie mit ihren Jobs ihren persönlichen Rachefeldzug und befindet sich nebenbei auf der Suche nach sich selbst und ihrer wahren Identität. Katrina hat einige schicksalhafte Erlebnisse hinter sich, dazu gehören einige Jahre gemeinsam mit ihrem Vater und ihrer Schwester in einem versteckten Haus im Wald namens Hyde und ein paar Jahre, die sie als Gefangenschaft erlebt hat. Nach einem Unglücksfall ist Katrina im Gesicht entstellt und sie musste erfahren, dass die Wirklichkeit, die sie erlebt hat, vielleicht eine Lüge war. Auf ihrer Suche nach der Wahrheit landet Katrina an einem anderen einsam gelegenen Haus im Wald, das nicht nur in den letzten Jahren stark vernachlässigt wurde und heruntergekommen ist, sondern einige Geheimnisse verbirgt.

Das Buch ist spannend erzählt, Wechsel in den Zeitebenen halten den Spannungsbogen hoch. Während der Leser Katrinas Weg in der Gegenwart folgt, werden in Form von Rückblenden und Erinnerungen immer mehr Details aus ihrer Vergangenheit aufgedeckt.

Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Einerseits hat mich die detailreiche Sprache und die Nähe zu den Figuren begeistert, andererseits erscheint die Geschichte an einigen Stellen sehr unreflektiert und nicht schlüssig. Katrina fasst beispielsweise zu der Wahrsagerin Josefine Vertrauen, obwohl diese ihr einen sehr ungastlichen Ort als Arbeitsstelle empfiehlt und sie dort absetzt. Eben noch schwer krank mit Fieber kann sie am nächsten Tag eine 12-Stunden-Schicht leisten.

Zum Ende hin bekommt das Buch einen etwas zu fantastischen Einschlag. Das muss man mögen, mein Fall ist es nicht, in meinen Augen nimmt es dem Buch seinen Zauber, auch wenn die Symbolik in Bezug auf das Haus einen reizvollen Ansatz besitzt. Der Schluss kommt sehr schnell und lässt einige Fragen offen, die kitschig anmutende Wendung passt nicht zu dem Bild, das ich zuvor von Katrinas Charakter gewonnen habe.

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(78)

145 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 56 Rezensionen

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AMNESIA - Ich muss mich erinnern

Jutta Maria Herrmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.06.2017
ISBN 9783426519974
Genre: Krimi und Thriller

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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Pheromon - Sie sehen dich

Rainer Wekwerth , Thariot , Frauke Schneider
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522505543
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Pheromon -Sie sehen dich" ist meiner Meinung nach eine gelungene Fortsetzung beziehungsweise Weiterführung des ersten Bandes. Die Reihe ist konzipiert als Science-Fiction-Geschichte für Jugendliche ab 14 Jahren, bietet aber auch Erwachsenen spannende Unterhaltung. Wie schon im ersten Teil wechseln sich zwei Handlungsstränge ab, einer aus der Gegenwart, der andere aus der Zukunft. Im Jahr 2018 setzt die Geschichte unmittelbar dort an, wo der erste Teil endet, kurz nach dem Anschlag auf die New Yorker HFP-Zentrale. Jakes Begegnung mit Lee und Skagen enthält ein paar wichtige Details aus der Vorgeschichte, auch wenn die Lektüre bei mir schon eine Weile her ist, waren die Ereignisse schnell wieder präsent. Während seine Freundin Amy unerkannt bleibt und nach Hause zurück kehren kann, wo sie zunächst in Sicherheit ist, gerät Jake auf die Fahndungsliste des FBI. Auf seiner Flucht trifft Jake neben Skagen auf weitere der von Lee geretteten Hunter-Kinder, die ähnlich wie er besondere, wenn auch andere, Fähigkeiten besitzen. Im zweiten Handlungsstrang im Jahr 2118 steht diesmal die Juristin Giovanella Muscat im Mittelpunkt, die von einem Mandanten auf die Spur von Jake Merdon angesetzt wird und damit ebenfalls ins Visier des FBI gerät. Durch Giovannas Recherchen erhält der Leser Einblicke in die Zusammenhänge der Zeitschienen und die Gefahren des drohenden Krieges. Beide Handlungsstränge werden dabei geschickt miteinander verknüpft, Personen und Ereignisse aus dem ersten Band erschließen sich aus einem anderen Blickwinkel. Das Buch ist durchgehend spannend, auch wenn es insgesamt wie eine Zwischensequenz wirkt, Höhepunkt und Auflösung der Geschichte folgen augenscheinlich im Abschluss der Trilogie. Die Idee hinter der Geschichte ist interessant, das Thema Zeitreise bedingt, dass nicht alle Ereignisse logisch erklärbar sind. Insbesondere bei der Figur von Carl bin ich gespannt, ob es eine schlüssige Auflösung geben kann. Mir hat auch in diesem zweiten Band die Mischung aus actionreichen Szenen und humorvollen Details sehr gut gefallen, ich freue mich schon auf die Fortsetzung und vermutlichen Höhepunkt des Abenteuers im dritten Teil. Den Preis von 17,- Euro für einen Band von nur 384 Seiten empfinde ich allerdings als unangemessen hoch.

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173 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 111 Rezensionen

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Der Alphabetmörder

Lars-Erik Schütz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783548289304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lars Schützs Debüt, das im Juni im Ullstein-Verlag erschienen ist, erzählt auf 384 Seiten eine spannende und temporeiche Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat.

Im Westerwald wird in einem Gehege eines Wildparks eine grausam zugerichtete Leiche aufgefunden, ein laienhaft eintätowiertes „A“ lässt die Ermittler gleich auf eine gezielte Tat schließen. Nahezu zeitgleich wird wenig entfernt eine weiter Leiche aufgefunden, auch diese mit einer Tätowierung gezeichnet. Diesmal ist es der Buchstabe „B“, offensichtlich treibt hier ein Serienmörder ein perfides Spiel. Jan Grall und Rabea Wyler, Profiler des LKA in Frankfurt, werden zur Unterstützung der schnell eingerufenen SOKO  „Alphabetmörder“ hinzugezogen. Für Jan Grall ist es die Rückkehr in die Heimat seiner Jugend, die er einige Jahre zuvor nach einschneidenden Ereignissen fluchtartig verlassen hat, neben der Lösung des Falls hat er mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen. Die Zeit drängt, denn es wird nicht nur eine weitere Leiche mit dem Buchstaben „C“ gefunden, sondern vor Jan Gralls Hotelzimmer wird der Buchstabe „Z“ als drohende Botschaft auf die Wand gemalt.

Der Thriller dreht sich um eine Serie von sehr brutalen Morden, die Schilderungen der Taten sind jedoch moderat gehalten, verzichten auf blutrünstige Details und lassen viel Raum für Kopfkino, was mir positiv aufgefallen ist, da ich seitenweise brutale Schilderungen von Gewalt als abstoßend und unangemessen empfinde. Es gibt wechselnde Spuren, verschiedene Personen verhalten sich verdächtig, heiße Spuren erweisen sich als Finte. Der Leser rätselt mit, die Charakterisierung der Hauptfiguren habe ich als gelungen und nachvollziehbar empfunden, der zunehmende Druck und die zeitweise Frustration wirken fast greifbar. Die psychopathische Figur des Täters kommt allerdings in meinen Augen etwas kurz, seine Beweggründe werden fast ausschließlich von Außen analysiert, Nähe zu den Taten entsteht nur durch Szenen, in denen ein gefangenes Opfer sein Martyrium beschreibt. Die Motivation zu den Taten in diesem Ausmaß habe ich als nicht wirklich plausibel empfunden, die Geschichte ansich ist aber komplex und spannend erzählt. Jan Grall als zentrale Figur ist ein interessanter Charakter, über den man in diesem Band einiges erfährt, er dürfte aber auch in Folgebänden für die eine oder ander Überraschung gut sein. Ich werde den Autor und diese Thrillerreihe im Auge behalten.

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Manchmal hilft nur fauler Zauber

Nicola Lux
Buch: 260 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 02.03.2018
ISBN 9783956691003
Genre: Romane

Rezension:

Nicola Lux Roman „Manchmal hilft nur fauler Zauber“ aus dem Bookspot Verlag ist schwer einzusortieren. Er bildet eine eigentümliche Mischung ab aus schwarzer Komödie und einer Lobes-bis Werbehymne auf die Nordseeinsel Amrum.

Die zumindest anfangs makabre Geschichte ist in einem lockern Plauderton aus der Sicht der Hauptfigur Anna erzählt. Ihr frisch angetrauter Ehemann Hartmut zeigt bereits auf der Hochzeitsfeier sein wahres Gesicht. Seine charmanteren Schmeicheleien waren reine Berechnung, er hat Anna lediglich geheiratet, weil sie ihm bei seinen politischen Ambitionen nützlich sein kann, ansonsten betrügt er sie offen mit seiner Sekretärin Vanessa. Als Anna sich scheiden lassen will, droht er ihr und ihrer Familie Gewalt an. Hoffnung auf Rettung bietet die unerwartete Erbschaft eines Hauses auf Amrum. Zwar hat in diesem Haus eine Frau lebenslanges Wohnrecht, doch mit dieser freundet Anna sich schnell an und findet in ihr eine Verbündete, um Hartmut aus dem Weg zu räumen.

Es spielen noch weitere Mordfälle eine Rolle, allerdings werden diese eher wie Randnotizen abgehandelt. Einen weit aus größeren und im Verlauf des Buches wachsenden Raum nehmen Anekdoten und Beschreibungen rund um Amrum sowie die angrenzenden Inseln Föhr und Sylt ein. Es werden die Vorzüge der Insel aufgeführt sowie ein ausführlicher Einblick in die kulinarischen Spezialitäten der Region gegeben. Das habe ich auf Dauer als nervend empfunden.

Es gibt durchaus ein paar Stellen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben, ein paar der Zitate, mit denen die Kapitelanfänge ausgeschmückt werden, sind durchaus interessant, insgesamt fehlt es dem Buch aber sowohl an Witz als auch an Spannung. Die eingebauten Scherze wirken zu bemüht, die Charaktere sind sehr flach angelegt, Anna ist mir mit ihrer naiven und zugleich egozentrischen Art unsympathisch geblieben, ebenso wie ihre Mitbewohnerin Vida erscheint sie zu oberflächlich.

Auf den letzten 17 der 282 Seiten werten ein paar Rezepte von im Buch erwähnten Gerichten das Buch auf, insgesamt war es für mich eher eine Enttäuschung.  

Die sehr fehlerhafte Formatierung der kindle-Version hat mir das Lesevergnügen zusätzlich verhagelt. Umbrüche mitten in den Zeilen, fehlende Leerzeichen nach Satzzeichen und zwischen den Worten erschweren das Lesen zum Teil massiv, das muss dringend nachgebessert werden.

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Power Women - Geniale Ideen mutiger Frauen

Andreas Jäger
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 18.06.2018
ISBN 9783845828626
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dieses Buch erzählt in wundervoll illustrierter Form die Geschichten von 25 Frauen, die mit ihrem Handeln einen wichtigen Einfluss darauf hatten, dass unsere Welt so geworden ist, wie wir sie kennen. Diese Frauen haben auf ganz unterschiedliche Weise gewirkt, „eines haben alle diese Frauen gemeinsam: Sie sind oder waren Feministinnen — das heißt, sie sind der Überzeugung, dass Männer und Frauen ebenbürtig sind. (Was sie selbstverständlich sind.) Und sie haben sich geweigert, Männern den Lauf der Geschichte zu überlassen.“ Dieses Zitat aus dem Vorwort spiegelt gut die Kernaussage des Buches wieder, es will heutigen jungen Mädchen Mut machen, die eigenen Stärken zu entwickeln und selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen.

Jeder der ausgewählten 25 Frauen, die in unterschiedlichen Epochen der Geschichte bis zur Gegenwart gelebt haben, sind dabei 4 Seiten gewidmet. In Kurzform werden Informationen zur Biografie der jeweiligen Person gegeben sowie zu ihren bemerkenswerten Taten oder Eigenschaften. Neben einer großformatigen Illustration der Figur wird jeweils noch ein passendes 

Zitat angegeben und ein schöner Bezug zu den Leser/innen geschlossen. Zu aktuellen Fragen oder Problemen, die junge Mädchen von heute beschäftigen wird eine Frage gestellt und darüber spekuliert, wie die jeweilige berühmte Persönlichkeit in diesem Fall gehnadelt hätte.

Das Buch enthält eine schöne Mischung von bekannten und weniger Bekannten Frauen, die großes geleistet haben, dabei wird ein Bogen gespannt von der Antike mit Kleopatra bis zu Malala heute.

Einige Frauen haben besonders mutig gehandelt, sich für ein Anliegen eingesetzt, andere haben in der Wissenschaft großes geleistet, was gerade für Frauen in der Vergangenheit kein einfaches Feld war. Bei diesen 25 Frauen ist bestimmt eine dabei, mit der sich ein junges Mädchen von heute identifizieren und sich zum Vorbild wählen kann. Die Informationen sind jeweils knapp gehalten und vereinfacht aber für die Zielgruppe verständlich formuliert. Sie bieten aber vielleicht den Anreiz, sich mit der einen oder anderen Persönlichkeit in weiterführender Literatur näher zu beschäftigen. 

Am Ende runden ein Persönlichkeitstest, in dem die Leser/innen ihre Stärken ermitteln können, und eine Zeitleiste das Buch ab. Mir hat das Buch mit seiner abgerundeten Mischung gut gefallen, es bietet einen leicht verständlichen Einstieg in Geschichtsthemen und kann junge Mädchen von heute darin bestärken, selbstbewusst ihren Lebensweg zu suchen.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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The Stranger - Wer bist du wirklich?

Saskia Sarginson
E-Buch Text: 325 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 01.06.2018
ISBN 9783732547173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei Saskia Sarginsons neuem Buch „The Stranger - Wer bist du wirklich?“ habe ich aufgrund der Veröffentlichung im Verlag beTHRILLED by Bastei und der Beschreibung einen spannenden Thriller erwartet, es handelt sich jedoch in erster Linie um ein emotionales Beziehungsdrama mit einigen rätselhaften Ereignissen, selbst für die Einstufung als romantischer Thriller fehlt es meiner Meinung nach an Tiefe und Spannungsmomenten. 

Angesiedelt ist die Geschichte in einem kleinen, beschaulichen englischen Dorf, in dem allerdings die Idylle trügt und einiges nicht so ist wie es scheint.

Gleich zu Beginn gibt es eine dramatische Szene, als Eleanor Zeugin wird, wie ihr Ehemann William bei einem Autounfall ums Leben kommt. Eleanor ist verunsichert, denn es passt so gar nicht zu Williams Charakter, dass er derart über die Landstrasse rast und dabei auch noch große Mengen Alkohol im Blut hat. Hinweise, dass William sie betrogen haben könnte, erschüttern ihr Bild von ihrem Ehemann. Hatte er noch weiteres vor ihr verborgen? Aber auch Eleanor selbst trägt seit vielen Jahren ein Geheimnis mit sich herum. Trost findet sie in der Arbeit in ihrer Bäckerei und wenig später in dem kurz nach ihr verwitweten Gutsbesitzer David Mallory. Auch der Wanderarbeiter Luca, der sich um den Garten ihres Cottages kümmert, wird zu einem wichtigen Begleiter.

Zwar flicht die Autorin in die Geschichte einige Ungereimtheiten ein und sät Zweifel an der Integrität einiger Charaktere, das wirkt aber insgesamt zu bemüht, um Nervenkitzel zu erzeugen. Eleanor als Hauptfigur handelt zu gleichmütig, auf auf Anfeindungen ihr gegenüber, ihre Emotionen wirken nicht glaubhaft, es kommt keine Atmosphäre auf.

Erst auf den letzten gibt es ein paar dramatische Entwicklungen, die Auflösung kann jedoch nicht wirklich überraschen, dazu fehlt dem Buch die Raffinesse, es ist zu vorhersehbar, wer hier zu den Bösen und we zu den Guten gehört. Das Buch ist flüssig zu lesen für meinen Geschmack aber zu seicht gehalten.

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80 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

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Der einsame Bote

Gard Sveen , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783471351505
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Der einsame Bote“ von Gard Sveen ist der insgesamt dritte Band um den norwegischen Ermittler Tommy Bergmann und die direkte Fortsetzung des Krimis „Teufelskälte“. Er wird zwar von den Ullstein Buchverlagen beworben als geeignet für Fans und Neueinsteiger, in meinen Augen baut dieser aktuelle Band aber stark auf der Vorgeschichte auf. In „Teufelskälte“ hatte Tommy Bergmann mit grausamen Morden an jungen Mädchen zu tun,  deren Serie seit seinem Einstieg bei der Polizei beschäftigt. Am Ende ist der Fall nur scheinbar gelöst, denn es tauchen Hinweise auf, dass der Verdächtige Jon-Olav Farberg nicht wie gedacht ums Leben gekommen ist, sondern erneut ein junges Mädchen gekidnappt hat. Tommy Bergmann steht mit seinen Zweifeln jedoch allein da, seine Kollegen bei der Polizei und die Staatsanwaltschaft wenden sich von ihm ab, ihm droht eine Suspendierung, wenn er seine Ermittlungen nicht einstellt. Doch Tommy sieht eine Chance, dass die 13-jährige Amanda noch lebt, eine Spur zu einer Sekte, die in grausamen Ritualen junge Mädchen opfert, weckt in ihm die Hoffnung, den Fall doch noch lösen und weiter Morde verhindern zu können. Im Alleingang reist Tommy nach Litauen und gerät dort in einige brenzlige Situationen, er zieht lediglich seine Kollegin Susanne Bech ins Vertrauen, die aufgrund von Hinweise zu weiteren Morden zunehmend an Tommys Theorie glaubt. 

Im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden ist dieser Krimi mit 304 Seiten eher kurz, dies macht sich auch in der Komplexität bemerkbar und trägt zu dem Eindruck bei, lediglich eine Fortsetzung zu sein. Als Fan der Reihe waren mir die Charaktere weitgehend bekannt, trotz kurzer Rückblenden auf die Vorgeschichte dürfte es Neueinsteigern aber schwer fallen, die Anspielungen und Nuancen der Persönlichkeiten zu verstehen. Im Verlauf der Geschichte gibt es jedoch auch hier einige falsche Fährten und unerwartete Entwicklungen ebenso wie einen actionreichen Showdown. Der Fall um die ermordeten Mädchen ist diesmal gelöst, es gibt jedoch auch diesmal einige los Fäden insbesondere um die Hauptfigur Tommy Bergmann, die auf einen weiteren Band hoffen lassen, der hoffentlich an die Qualität der Vorgänger anknüpfen kann. 

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Beim Morden bitte langsam vorgehen

Sara Paborn , Wibke Kuhn
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei DVA, 16.04.2018
ISBN 9783421048028
Genre: Romane

Rezension:

In Schweden ist die Autorin Sara Paborn schon seit ein paar Jahren bekannt, nun wird mit „Beim Morden bitte langsam vorgehen“ zum ersten Mal einer ihrer Romane im DVA-Verlag in deutscher Übersetzung veröffentlicht.

Seit 39 Jahren sind Irene und Horst verheiratet, als es Irene endgültig reicht. Sie ist es leid, von Horst wie Luft behandelt oder verhöhnt und mit ihren geliebten Büchern in den Keller verbannt zu werden. Doch mit einer banalen Scheidung soll er nicht davonkommen. „Warum sollte man einem solchen Menschen eine Scheidung gewähren? Das wäre doch wohl ein bisschen zu einfach, oder?“ Als Irene in einer alten Kiste von ihrer Mutter geerbte Bleigewichte entdeckt, reift in ihr eine Idee. Als Bibliothekarin hat sie Zugriff auf alte Chemiebücher, die ihr dabei helfen, sich von der stillen Ehefrau in eine Hobbychemikerin zu verwandeln, die ihrem Mann den morgendlichen Kaffee mit Hilfe von selbst hergestelltem Bleizucker süßt und ihm so langsam aber sicher seiner Lebenskräfte beraubt. 

In einem Notizbuch schreibt Irene sich die Ereignisse und ihre Gedanken von der Seele, durch die Ich-Perspektive entsteht für den Leser eine Nähe zur Hauptfigur, identifizieren konnte ich mich mit Irene jedoch nicht, dafür waren mir ihr Leben und ihre Einstellungen zu fremd.

Der Roman ist amüsant zu lesen, neben einigen Szenen zum Schmunzeln findet man anderseits viele Stellen, die zum Nachdenken anregen zum Beispiel darüber, wie viel man eigentlich von seinem Leben erwartet und was man braucht, um glücklich zu sein. Irenes Methode, sich ihres Mannes zu entledigen, ist ebenso makaber wie brutal. Überwiegt anfangs noch der schwarze Humor, gewinnt nach meinem Eindruck der Sarkasmus im Verlauf immer stärker die Oberhand. Irene wirkt oft sehr verbittert und desillusioniert, die Schwarzmalerei zum Thema Ehe habe ich als zu einseitig empfunden.

Gut gefallen hat mir Irenes schrittweise Metamorphose von der stillen und unterdrückten Hausfrau zu einer selbstbewussten Frau, die ihr Leben nach ihrem Gusto gestaltet.

Die 272 Seiten des Romans sind flüssig und amüsant zu lesen, bleibenden Eindruck haben aber weder die Geschichte noch die Autorin hinterlassen.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

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In den Fängen des Löwen

Mons Kallentoft , Markus Lutteman , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Tropen, 31.05.2018
ISBN 9783608503722
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der am 31. 5. Im Tropen- Verlag erschienene Thriller „In den Fängen des Löwen“ ist bereits der 2. Band des Autorenduos Kallentoft/Lutteman um den Stockholmer Ermittler Zack Herry, für mich war es der Einstieg in die Reihe, aber es wird ganz bestimmt nicht der letzte bleiben.

Das Buch beginnt mit einem spannenden Einstieg, auf dem Schornstein einer stillgelegten Zementfabrik wird durch einen Zufall die Leiche eines brutal ermordeten Jungen aufgefunden. Wenig später wird der Polizei ein Film zugespielt, in dem eben dieser Junge über Wochen in einer Berghöhle in einem Käfig gefangen gehalten wird, während der Entführer im Hintergrund wie ein löwenartiger Schatten um ihn herum schleicht und ihn am Ende außer Sicht der Kamera schleift.

Die Polizei kann zwar den Jungen identifizieren, zunächst Erfolg versprechende Spuren laufen jedoch ins Leere. Kurz darauf taucht ein weiterer Film auf, in dem ein verängstigt wirkender Junge in einer ähnlichen Höhle gefangen ist, diesmal ist im Hintergrund jedoch eine rückwärts laufende Uhr zu sehen. Der Ermittler Zack Herry versteht schnell, dass das Leben des Jungen auf dem Spiel steht, wenn es ihnen nicht gelingt, diese Höhle und den Jungen rechtzeitig zu finden. Dabei hat Zack Herry gerade genug eigene Probleme, er droht den Kampf gegen seine Drogensucht zu verlieren ebenso wie das Vertrauen und die Loyalität seiner Kollegin Deniz.

Der Thriller ist spannend und actionreich aber auch bis an die Grenze gehend brutal. Die Sprache ist einfach aber direkt, die kurzen Kapitel erhöhen das Tempo. Die Gruppe der Ermittler besteht aus interessanten Charakteren, wobei die Figur Zack Herrys sehr anstrengend düster ist. Hier wird das Klischee des des mit persönlichen Problemen kämpfenden Ermittlers auf die Spitze getrieben. Der extrem kalte schwedische Winter verstärkt die düstere Stimmung der Geschichte.

Gut gefallen hat mir die Komplexität des Thrillers und der Bezug zu der Sage um Herkules Kampf mit dem Nemischen Löwen; In Schweden trägt die Serie um Zack Herry sogar den Untertitel „Herkulesserie“. 

Der Band kann alleinstehend gelesen werden, ich hatte nicht den Eindruck, etwas nicht zu verstehen, weil ich den Anfang der Reihe nicht kenne. Dennoch habe ich mir den ersten Teil schon bestellt, da mich das Autorenduo mit ihrem fesselnden Thriller überzeugt, dass sie ihr Handwerk verstehen. Ich hoffe sehr, dass auch Teil 3 und 4 zeitnah  ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht werden.

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108 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

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Schwestern für einen Sommer

Cecilia Lyra , Heidi Lichtblau
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.05.2018
ISBN 9783596296620
Genre: Romane

Rezension:

Cassie und Julie sind Halbschwestern. Während Cassie erst im Alter von 9 Jahren von der Existenz ihrer Schwester erfährt, ist Julie schon sehr früh klar, dass ihr Dad neben ihr und ihrer Mutter noch eine andere, richtige Familie hat. Es ist die gemeinsame Großmutter Nana, die die Mädchen zusammen bringt und ihnen in den Sommerferien in ihrem Haus in Montauk ein wenig Geborgenheit geben will. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten fassen die Schwestern Vertrauen zueinander und halten auch in der übrigen Zeit des Jahres Kontakt. Doch kurz dem geplanten gemeinsamen Start an der Uni bringt ein schicksalhaftes Ereignis die beiden auseinander, sie meiden einander und blenden auch Nana zunehmend aus ihrem Leben aus. Als diese einige Jahre später stirbt, ist es ihr letzter Wille, dass ihre Enkeltöchter sich wieder versöhnen. Wenn sie im Sommer einen Monat gemeinsam in Nanas Haus verbringen, soll es in beider Besitz über gehen. Cassie und Julie sind zunächst entsetzt, doch private Zwischenfälle führen beide dazu, eine Auszeit in Montauk willkommen zu heißen. 

Der Klappentext und die ersten zwei Kapitel, die ich Probe gelesen hatte, verhießen eine abwechslungsreiche und spannende Geschichte, diese Erwartungen konnte das Buch jedoch leider nicht erfüllen. Für meinen Geschmack waren die Charaktere zu flach angelegt, statt echter Gefühle ging es zu sehr um die Wahrung des äußeren Scheins, die Reaktionen der Personen waren oft zu überzeichnet theatralisch bis hysterisch und den Situationen nicht angemessen. Statt Schwarz-Weiß-Malerei hätten den Figuren facettenreichere Charaktere gut getan. Zu viele Verwicklungen und ins Leere gehende Gespräche haben das Buch im Mittelteil in die Länge gezogen, der Ausgang des Buches war dagegen schon nach wenigen Kapiteln klar, die Vorhersehbarkeit hat die Spannung sehr herunter geschraubt. 

Gut gefallen hat mir die sprachliche Gestaltung des Buches. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht Cassies und Julies geschildert, so dass der Leser von einigen Situationen zwei verschiedene Versionen und Auslegungen geschildert bekommt und in manchen Punkten mehr weiß als die jeweilige Schwester. Die jeweiligen Erzählweisen sind gut von einander abgegrenzt und auf die verschiedenen Charaktere angepasst.

Insgesamt handelt es sich bei dem Roman um eine eher seichte Sommerlektüre. Wer romantische Liebesgeschichten mit einem Hang zum Kitsch mag, wird hier auf seine Kosten kommen, mein Genre ist das nicht, da habe ich mich leider bei dem Buch getäuscht und vergriffen.

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117 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 84 Rezensionen

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Sommernachtstod

Anders de la Motte , Marie-Sophie Kasten
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 02.05.2018
ISBN 9783426306246
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anders de la Motte hat in Schweden bereits Preise für seine Krimis eingeheimst, „Sommernachtstod“ war für mich der erste Krimi, den ich von ihm gelesen habe. Mir hat der Erzählstil sehr gut gefallen, die Geschichte ist eher ruhig und dennoch fesselnd, sie lebt von den Stimmungen und dem genauen Blick des Autors auf die Menschen und hinter ihre Fassaden.

 An einem Spätsommerabend des Jahres 1983 verschwindet der fünfjährige Billy spurlos aus dem Garten seiner Eltern in einem kleinen Dorf in Schonen, als einzige Spur hinterlässt er einen Schuh im angrenzenden Maisfeld. Obwohl sich das ganze Dorf an der Suche beteiligt, wird keine Spur von Billy gefunden, stattdessen mehren sich Gerüchte und Verdächtigungen. Die polizeilichen Ermittlungen bleiben trotz Hilfe von Außerhalb ergebnislos und werden schließlich eingestellt, Billys Mutter verkraftet den Tod ihres Jüngsten nicht, und auch der Rest der Familie droht an diesem Verlust zu zerbrechen.

20 Jahre später hat Billys Schwester Vera sich in Stockholm eine neue Existenz aufgebaut und leitet eine Gruppentherapie zur Trauerbewältigung. Als sich ein junger Mann der Gruppe anschließt und von seinen Erinnerungen erzählt, brechen alte Wunden bei Vera auf, sie reist in ihr Heimatdorf in der Hoffnung, dem Rätsel um das Verschwinden ihres Bruders doch noch auf den Grund zu kommen und dem Sommer von damals zu entkommen, der nie zu enden scheint.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, im Jahr 1983 schildert in erster Linie der Polizist Krister Månsson seine Eindrücke und zunehmende Frustration während der Ermittlungen. Als Zugezogener fällt es ihm nicht leicht, gegen die eingeschworene Dorfgemeinschaft und ihre Vorurteile an zu kommen. In der zweiten Zeitebene 20 Jahre später steht Vera, oder Veronica wie sie sich jetzt nennt, im Mittelpunkt der Ereignisse, mit ihrer erneuten Suche nach der Wahrheit stößt sich im Ort nicht überall auf Zustimmung.

Die Geschichte ist beklemmend und in manchen Punkten erschreckend. Der Autor fängt nicht nur die Gefühle der Hauptcharaktere gut ein, er hat ein Gespür für die Abgründe, die in manchem lauern und für die gefährliche Dynamik, die sich in einer abgeschiedenen Dorfgemeinschaft entwickeln kann. Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, für Liebhaber von Krimis mit psychologischem Schwerpunkt gebe ich eine Leseempfehlung. 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde , Ursel Allenstein , Ulla Mothes , Christiane Pearce-Blumhoff
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 19.03.2018
ISBN 9783844528794
Genre: Romane

Rezension:

Nach dem Erfolg ihres Debütromans "Die Geschichte der Bienen" widmet sich Maja Lunde nun in "Die Geschichte des Wassers" einer anderen wichtigen Resource unsere Umwelt. Ich kenne den ersten Band nicht und kann mir nach der Lektüre dieses Romans die Begeisterung um ihre Geschichten nicht wirklich erklären. Auch in "Die Geschichte des Wassers" stehen nicht die Umweltaspekte im Vordergrund, sondern Maja Lunde versucht anhand verschiedener Charaktere darzulegen, wie wichtig das Element Wasser für unser Leben ist. Diesmal sind es zwei Handlungsstränge, die zum einen in der Gegenwart spielen, zum anderen in der nahe gelegenen Zukunft im Jahr 2041. In der Gegenwart steht die knapp 70-jährige Signe im Mittelpunkt, die mit ihrem Segelboot, der „Blau“ allein von Norwegen nach Frankreich segelt, um ihrem dort lebenden Jugendfreund Magnus Gletschereis vor die Füße zu kippen, an dessen Handel er beteiligt ist. In Rückblenden erfährt der Leser, dass Signe schon seit ihrer Jugend als Umweltaktivistin aktiv ist, als die Ehe ihrer Eltern an allzu unterschiedlichen Einstellungen zu einem Kraftwerksbau in der norwegischen Heimat zerbrochen ist. 

Im zweiten Handlungsstrang haben David und seine kleine Tochter Lou mit der Wasserknappheit in Frankreich zu kämpfen. Nach einem Brand in ihrem Heimatort haben sie auf der Flucht  nicht nur eine Hälfte ihrer Familie, Mutter Anna und Baby August, verloren sondern ihre gesamte Existenz. In einem Flüchtlingslager finden sie Unterschlupf, aber auch dort werden die Zustände zunehmenden schwieriger, die Menschen unzufriedener und kampfeslustig. David und Lou finden Ablenkung in einem Segelboot, das sie in einem Vorgarten finden. Signes „Blau“ lässt sie von einem Neuanfang in den „Wasserländern“ träumen. 

Das Thema des Buchs ist hochaktuell, schon heute sind die Folgen von Wasserknappheit vielerorts spürbar. Mir ist das Buch jedoch zu flach, die Figuren zu leblos und naiv. Ich kann Signe als Umweltaktivistin nicht ernst nehmen, dafür sind ihre Motive zu eigennützig und engstirnig, zumindest die hier aufgezeigten. In dem in der Zukunft spielenden Teil ist mir die Geschichte zu einseitig, die Autorin schafft ein konstruiertes Szenario, das ihre Zwecke erfüllt, realistisch wirkt es ohne Hintergrundinformationen nicht.

Die Umsetzung des Hörbuchs mit den Sprechern Christiane Blumhoff und Shenja Lacher habe ich als gelungen und angenehm zu hören empfunden.

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192 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

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Ich beobachte dich

Chevy Stevens , Maria Poets
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 25.04.2018
ISBN 9783651025523
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lindsey ist erst 19, als sie in dem nur wenige Jahre älteren Andrew ihre große Liebe findet. Nach nur sechs Monaten heiraten die beiden, wenig später macht ihre Tochter Sophie das Glück komplett. Andrew ist charmant, besitzt eine eigene kleine Baufirma und unterstützt Lindseys Familie. Doch wenn die beiden allein sind, zeigt Andrew sein wahres Gesicht. Er ist eifersüchtig, kommt häufig betrunken nach Hause und wird dann Lindsey gegenüber gewalttätig. Als Lindsey ankündigt ihn zu verlassen zu wollen, falls er sich nicht in den Griff bekommt, droht Andrew ihr und schüchtert hat sie ein. Doch Lindsey wagt die Flucht kann mit Sophie entkommen, während Andrew im Gefängnis landet. Elf Jahre lang genießt sie Sicherheit und baut sich mit Sophie ein neues Leben auf, dann wird Andrew entlassen und spürt sie auf. 

Durch die Ich-Perspektive schafft die Autorin eine große Nähe zu ihren Hauptpersonen. Im ersten Teil überwiegen Lindseys Eindrücke, ihre zunehmende Verzweiflung wirkt sehr glaubhaft und bedrückend. In Rückblenden wird deutlich, wie sich Andrew geschickt Lindseys Vertrauen erwirbt, um sie dann gezielt von sich abhängig zu machen. Im weiteren Verlauf des Buches erfährt der Leser zunehmend mehr über Sophies Sicht der Dinge, sie verbindet überwiegend positive Erinnerungen an ihren Vater und kann die Ängste ihrer Mutter nicht nachvollziehen.

Über weite Teile gefällt mir die Umsetzung der Geschichte gut, es werden beim Leser immer wieder Zweifel gesät an dem Charakter und der Glaubwürdigkeit Andrews. Aber auch andere Personen im Umkreis von Lindsey und Sophie fangen plötzlich an, sich seltsam zu verhalten, die Autorin streut zu bewußt irre führende Situationen ein. Mir kam in  der zweiten Hälfte des Buches zu schnell der Verdacht auf, wo der Roman hinführen würde, so dass mich Ende nicht überraschen konnte. Die Charaktere der Hauptfiguren sind gut und glaubhaft angelegt, die schwierige bis ausweglose Lage der Opfer häuslicher Gewalt werden insbesondere im ersten Teil des Romans sehr realistisch beschrieben, im zweiten Teil war mir die Geschichte zu sehr auf Verwirrung und den Showdown hin konstruiert, um überzeugend zu wirken.

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368 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 149 Rezensionen

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Wie man die Zeit anhält

Matt Haig , Sophie Zeitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281676
Genre: Romane

Rezension:

Mit welcher Frage sich Matt Haig in seinem aktuellen, gerade bei dtv erschienenen Roman beschäftigt steckt schon im Titel „Wie man die Zeit anhält“.  

Was bedeutet Zeit für uns? Wieviel Zeit bleibt uns? Viele Menschen leben bewußt und gesund, um ihr Leben zu verlängern, einige träumen sogar von einem ewigen Leben. Aber ist das wirklich so erstrebenswert? 

Tom Hazard ist mit der Gabe ausgestattet, sehr viel langsamer zu altern als bei den Menschen üblich. Er wurde Ende des 16.Jahrhunderts geboren und sieht mehr als 400 Jahre später erst aus wie Anfang 40. Doch er zahlt einen hohen Preis für diese Besonderheit, denn dieses lange Leben bezahlt er mit Einsamkeit. Seine große Liebe musste er vor vielen Jahren verlassen, um sie nicht dem Verdacht der Hexerei auszusetzen, eine enge Beziehung zu ihm bedeutet Gefahr für andere Menschen aber auch für Tom selber, so dass alle 8 Jahre Aufenthaltsort und Identität wechselt, bevor anderen auffällt, dass er nicht altert. Als er in unserer heutigen Zeit doch erneut Gefühle für eine Frau entwickelt, zweifelt er an der Entscheidung, immer auf der Flucht zu leben. Kleinigkeiten lassen bei ihm Erinnerungen aufleben, in Rückblenden lässt er den Leser teilhaben an seiner ereignisreichen, von interessanten aber auch niederschmetternden Erlebnissen geprägten Geschichte. Dass er dabei viele berühmte Persönlichkeiten getroffen hat, wirkt manchmal etwas überzogen, passt aber zu seinem Leben. Seine Biographie bleibt lückenhaft, eine detailreichere Ausführung würde aber auch den Rahmen des Buches sprengen. Es gibt amüsante aber auch traurige Episoden, Toms Schwermut  und die Tragik seines Schicksals sind gut nachvollziehbar. Die folgende Aussage hat mir unter anderem gut gefallen und mich zum Nachdenken angeregt: „Die Geschichte war - ist - eine Einbahnstraße. Es geht nur in die eine Richtung. Aber man muss nicht immer nach vorne blicken. Manchmal kann man sich umschauen und einfach da, wo man ist, glücklich sein.“

Schon in „Ich und die Menschen“ hat mir die Mischung aus philosophischen Gedanken und tragikomischer Handlung sehr gut gefallen. Der aktuelle Roman verströmt nicht ganz diese Intensität und wirkt etwas weniger Rund, wer sich gerne mit ungewöhnlichen Gedankenansätzen auseinander setzt, wird hier aber gut unterhalten.

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274 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 117 Rezensionen

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The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.03.2018
ISBN 9783764506414
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

A.J.Finns Debütroman ist eine Variation des Hitchcock-Klassikers „Das Fenster zum Hof“, er greift viele Elemente des Films auf, erzählt aber eine ganz eigene Geschichte.

Hier ist es eine allein lebende Frau, Anna Fox, die an ihr Haus gebunden ist und deren Hauptbeschäftigung neben dem Konsum von Alkohol und dem Ansehen alter schwarz-weiß Filme in der Beobachtung ihrer Nachbarschaft liegt, oft durch die Linse ihrer Fotokamera. Anna ist nach einem traumatischen Erlebnis psychisch labil und nicht mehr in der Lage, ihr Haus zu verlassen. Sie ist ausgebildete Psychologin und bietet in einem Online-Portal anderen Betroffenen Hilfe an, ohne sich selbst von ihren Phobien befreien zu können. Als in das Haus nebenan neue Nachbarn einziehen, erinnert diese dreiköpfige Familie Anna an ihr früheres Leben und lässt sie ihren Mann und ihre Tochter schmerzlich vermissen. Besuche der Nachbarin und ihres Sohnes scheinen Anna gut zu tun. Kurz darauf wird sie jedoch Zeugin eines brutalen Überfalls, sie versucht zu helfen, wird aber von einer Panikattacke übermannt. Als sie wieder zu sich kommt, hat es den Überfall angeblich nie gegeben, Anna beginnt an ihrer Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln. 

Die Stärke der Geschichte liegt in seiner psychologischen Spannung, Annas Gedanken und Selbstzweifel sind glaubhaft, es gibt einige lose Fäden, die auch den Leser immer wieder in die Irre führen. Es bleibt lange unklar, was der Wirklichkeit entspricht und was Annas Phantasie. 

Nach einem spannenden Beginn, der viele Fragen aufgeworfen hat, fiel das Buch in der zweiten Hälfte etwas ab, nachdem das Rätsel um Annas Trauma gelöst war. An einigen Punkten wirkt das Buch etwas konstruiert, um gezielt Zweifel an Annas Zurechnungsfähigkeit zu säen. Zum Ende hin nimmt das Buch noch einmal an Tempo zu, es gibt es schlüssige aber in meinen Augen nicht glaubwürdige Auflösung, bei der sonstigen psychischen Tiefe des Romans bleibt der Autor hier etwas oberflächlich, finde ich. Das Buch ist ein durchaus spannender Psychothriller, den Hype um den teils sehr hoch gelobten Roman kann ich jedoch nicht nachvollziehen.

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(100)

156 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

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Hologrammatica

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.02.2018
ISBN 9783462051490
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Das Buch beginnt wie ein klassischer Detektiv-Roman: der „Quästor“ Galahad Singh wird beauftragt, den Aufenthaltsort einer vermissten Frau ausfindig zu machen. Doch die Geschichte ist alles andere als klassisch, denn Tom Hillenbrands neuestes Werk spielt im Jahr 2088. Nach einer Seuche ist die Erdbevölkerung stark reduziert, die Klimaveränderung hat zu Völkerwanderungen geführt, der technische Fortschritt ist stark vorangeschritten. Neben einem holographischen Netz, welches dafür sorgt, dass viele Oberflächen inklusive der Outfits der Menschen optisch verbessert werden, ist die Technik des „Mind Uploadings“ eine für die Geschichte wichtige Entwicklung. Mithilfe dieser recht kostspieligen Technik kann man die Daten seines Gehirns extern speichern und in andere Körper, sogenannte Gefäße hochladen. Die vermisste Frau, die Galahad aufspüren soll, beschäftigt sich beruflich mit der Programmierung von Verschlüsselungstechniken für diese digitalen Gehirne. Sie hat offenbar an einem geheimen Projekt mitgearbeitet und wurde möglicherweise gekidnappt. Auf der Suche nach den Hintergründen zu diesem Fall gerät Galahad Singh in einige brenzliche Situationen, er fragt sich immer mehr, welcher Art dieser mächtige Gegner ist, mit dem er zu tun bekommt. Ist er menschlich oder steckt gar eine künstliche KI dahinter? Auf seinen Reisen bringt Galahad Singh dem Leser nach und nach die Vision Hillenbrands von der Welt der Zukunft näher.  

Den Einstieg in „Hologrammatica“ habe ich als schwierig empfunden aufgrund der Zukunftsszenarien und vielen unbekannten technischen Begriffen. Hilfreich ist dazu das Glossar auf den letzten Seiten des Buches. Amüsant fand ich die Anspielung auf den Autor Philip Kindred Dick, ein bedeutender Science-Fiction Autor, von dem ich zumindest einige Werke als Verfilmungen kenne. 

Der Thriller ist rasant und abwechslungsreich, die Mischung aus Krimigeschichte und Science-Fiction finde ich sehr gelungen. Anfangs kamen mir die technischen Entwicklungen sehr weit gegriffen vor, da uns bis zum Jahr 2088 nur 70 Jahre trennen. Wenn man aber betrachtet, wie sich die Welt in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat und wie das Tempo anzieht, erscheint das Szenario glaubwürdiger.

Von Tom Hillenbrand kannte ich bislang „Der Kaffeedieb“, dieses Buch ist ganz anders, hat mich aber nicht weniger begeistert. Die Geschichte ist fantasievoll erzählt und wirkt zugleich fundiert, einige Entwicklungen erscheinen abschreckend, manche Gedanken haben etwas Philosophisches. Für Liebhaber von Dystopien oder Science-Fiction mit Thriller-Elementen würde ich eine Leseempfehlung aussprechen.

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135 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

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Idaho

Emily Ruskovich , Stefanie Jacobs
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 19.02.2018
ISBN 9783446258532
Genre: Romane

Rezension:

Was ist die Wahrheit? Gibt es eine absolute Wahrheit? Oder sieht jeder für sich die Wahrheit so, wie er sie empfindet und interpretiert? Wie gehen wir mit unbequemen Wahrheiten oder dramatischen Erlebnissen um? Das sind Fragen, mit denen sich der Roman „Idaho“ von Emily Ruskovich beschäftigt, oder zumindest ist es das, was ich auch diesem Roman herausgelesen habe. 

Das Buch ist keine einfache Kost. Es ist angesiedelt in den Bergen Idahos, im Mittelpunkt steht die tragische Geschichte der Familie um Wade Mitchell. Im Jahr 1995 unternimmt Wade mit seiner Frau Jenny und seinen beiden Töchtern einen Ausflug auf einen Berg, um Holz für den Winter zu holen. Am Ende des Tages ist die jüngste Tochter tot, die andere ist verschwunden, und Jenny landet wenig später im Gefängnis, schuldig gesprochen an dem Tod ihrer Tochter. Wade leidet an einer früh einsetzende Demenz, er spricht nicht über die Ereignisse und beginnt nach und nach die Erinnerung an das Drama zu verlieren. Unterstützung findet er bei seiner zweiten Frau Ann, die ihm zur Seite steht und sich aus den wenigen Hinweisen, die sie von Wade erhält, eine eigene Version der Geschichte zusammen reimt. 

Das Buch nimmt im Verlauf an Tempo zu, die Kapitel werden immer kürzer und verschachtelter, es springt nicht nur innerhalb der Perspektiven sondern auch innerhalb der Zeitlinie. Insgesamt betrachtet es einen Zeitraum von 1973 bis 2025, geht dabei auf Wades Jugend ein, auf seine gemeinsame Zeit mit seiner ersten Frau Jenny, dem nicht immer ungetrübten Verhältnis der beiden Schwestern aber auch Jennys Leben im Gefängnis und ihren Gefühlen. Das Buch ist sprachlich überzeugend, die Stimmungen sind sehr intensiv und überwiegend düster, einige Szenen verstörend. Es nicht immer klar, aus wessen Sicht die Ereignisse geschildert werden, vieles entspringt der Fantasie Anns, die Wade ja erst später kennen gelernt hat. Mir sind die Charaktere eher fremd geblieben, zu viele Fäden bleiben lose, zu viele Fragen ungeklärt. Auch wenn es in dem Buch um Vergessen und Vergeben geht, hätte ich mir zumindest eine mögliche schlüssige Version der Wahrheit gewünscht. Mir sind die Figuren und ihre Schicksale zu fremd gelblieben, als dass mir das Buch irgend etwas hätte geben und bedeuten können. 

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222 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 140 Rezensionen

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Für immer ist die längste Zeit

Abby Fabiaschi , Barbara Christ
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 21.03.2018
ISBN 9783810524799
Genre: Romane

Rezension:

Abby Fabiashis Debütroman wird beworben mit dem Kommentar der Autorin Kristin Harmel: „Ein absolut unvergesslicher Roman, der dich zum Lachen und zum Weinen bringt. Und danach willst du gleich die eigenen Lieben umarmen.“  Diese Aussage bringt auf den Punkt, was auch ich bei der Lektüre des Romans empfunden habe.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Maddy, Brady und ihre Tochter Eve, eine scheinbar normale, wenn auch gut situierte amerikanische Familie. Doch dann verändert Maddy tödlicher Sturz vom Dach der Bibliothek alles. Es gibt keine Hinweise auf Fremdeinwirkung aber auch keinen Abschiedsbrief, keine sichtbaren Hinweise, dass Maddy psychische Probleme hatte. Für ihren Mann Brady und die 16-jährige Tochter Eve bricht eine Welt zusammen, sie müssen nicht nur ihre Schuldgefühle bewältigen, sondern stellen auch fest, dass Maddy viel mehr in ihrem Alltag und für den Familienzusammenhalt geregelt hat, als ihnen bewusst war.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Maddy, Brady und Eve erzählt, Maddy befindet sich dabei in einer Art Zwischenebene, ist zwar tot, kann aber ihre Umwelt noch sehen und ihre Mitmenschen gedanklich erreichen und beeinflussen. Mir haben diese wechselnden Perspektiven gut gefallen, so wird die Geschichte von verschiedenen Sichtweisen beleuchtet. Die Charaktere wirken dabei auf mich glaubhaft, die Abschnitte und Erzählstile sind gut gegeneinander abgegrenzt. Die Vorstellung, dass Maddy aus einer Art Zwischenwelt die Personen beobachtet und zu beeinflussen versucht, ist erst einmal schräg, aber das ist hier gut gelöst und lockert das ernste Thema etwas auf.

Die Autorin geht meiner Meinung nach in ihrem Debüt sehr sensibel mit dem Thema Trauer und seinen unterschiedlichen Facetten um. Das Buch ist durch die Erzählperspektiven sehr dicht dran an seinen Hauptfiguren, der Leser nimmt an ihren Gedanken und Gefühlen teil. Es wird aufgezeigt, wie unterschiedlich der Umgang mit der Trauer sein kann und auch die Auswirkung auf das alltägliche Leben. Es bewertet dabei nicht, gibt aber viele Denkanstöße und zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, einen Weg aus dieser Krise zu finden.

Mich hat die Geschichte in vielen Szenen sehr berührt, ich bin selbst Mutter von Kindern im Teenageralter, einige der geschilderten Alltagsszenen kommen mir dadurch bekannt vor. Mir hat das Buch viel Stoff zum Nachdenken gegeben und mir bewusst gemacht, wieviel mir meine Familie bedeutet und wieviel manchmal in kleinen unscheinbaren Gesten steckt.

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