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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

agententhriller, gesellschaftsroman, krimi, abenteuergeschichte

Sand

Wolfgang Herrndorf , Stefan Kaminski
Audio CD
Erschienen bei Argon, 23.02.2012
ISBN 9783839811535
Genre: Romane

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(183)

482 Bibliotheken, 21 Leser, 11 Gruppen, 42 Rezensionen

japan, parallelwelt, sekte, 1984, tengo

1Q84. Buch 1&2

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 1.021 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 03.08.2012
ISBN 9783832195878
Genre: Romane

Rezension:

bin verblüfft: fast nur sehr gute wertungen hier. weil die aber immer auch als kaufgrundlage dienen, will ich da mal gegenschießen: keine kaufempfehlung. warum?

erste hälfte, also bis in buch 2 hinein, durchaus in ordnung – aber nicht mehr. nicht der beste murakami (kein vergleich zum "schafsmann", zum "aufziehvogel", zur "gefährlichen geliebten"), aber im großen und ganzen lesbar und unterhaltend. die gegeneinander kippenden zwei ebenen (tengo und aomane), die versteckten bezüge zueinander, die rätsel, die gänge ins nichts, die einsamkeit und der ganze postmoderne kram eben: gut, aber eigentlich inzwischen geschenkt. die postmoderne ist in der literatur zum glück abgeschlossen, ihre tricks (die lange spaß gemacht und fasziniert haben) sind bekannt und durchschaut; und auch ihr anderer großmeister paul auster hat uns nicht mehr das zu sagen, was er uns mit seiner new york trilogie oder der "musik des zufalls" zu sagen hatte. das war groß, und jetzt ist es vorbei. wie in der architektur, wo pompöse gänge ins nichts (oder durch ein gebäude hindurch) anfangs eine erleuchtung waren, heute aber eben nur noch aufgewärmt wirken.

so ähnlich empfand ich jetzt auch 1Q84. irgendwie alt, altbacken, als käme da einer nicht von seiner masche los. soviel zur ersten hälfte des buches…

richtig schlecht aber wird es ab seite 600 oder so: als es erstens zu lang wird und es zweitens murakami nicht schafft, die stränge so zu verknüpfen, dass der leser ein aha-gefühl erfährt oder sich ganz und gar im labyrinth verliert. es gibt weder das eine noch das andere. es ist nur zäh, wie murakami die ebenen und die personen zusammenführt. Da gibt es keine plausibilität mehr, da wird wirklich nur noch ein märchen erzählt. Aber das war doch früher die klasse bei murakami, dass er dieses „märchenhafte“ in unsere kompexe überzivilisierte high-tech-welt einweben konnte, dass der leser immer noch in dieser welt BLIEB. hier findet ein zusammenkommen von realität und mysterium nicht statt, hier ersetzt nur das eine das andere.

folge: wir können dem plot nicht aufrichtig folgen, ihn nicht wirklich mitgehen. Wir können ihn nur lesen. Und vielleicht eigene allegorien bilden, aber das kann ich auch über einen kalenderspruch. Das ist zu wenig, und verdammt: es ist auch nicht echt! Murakami bringt die story irgendwie zu ende, aber es wirkt, als hätte er selbst den glauben an sie verloren.

Und dann, dass er seine persönlichen leidenschaften und lieblingsmusiken etc. WAHLLOS auf seine figuren verteilt: das ist fast ´ne frechheit. Weil es künstlich wirkt. Fehlt nur noch, dass irgendeiner seiner protagonisten begeisterter schwimmer ist. Nee, Murakami, das ist nichts. Für alles vorher aber vielen dank.

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

liebe, familie, london, verlust, enkel

Die späte Ernte des Henry Cage

David Abbott , Peter Torberg
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2011
ISBN 9783423248488
Genre: Romane

Rezension:

Kann man professionelle Schreiber von Buchkritiken verklagen? Und den Kaufpreis des Buches zurückverlangen? Spiegel online lobte dieses Buch über alle Maßen und schilderte einen durchaus verheißungsvollen, dramatischen Plot. Ich kaufte das Buch und entdeckte: Dieser Plot beschränkt sich auf die ersten 15 Seiten, den Rest hatte der Kritiker allerhöchstens überflogen...

Mein Tipp: Macht nicht meinen Fehler. Dieses Buch ist furchtbar. Der Abbott kann definitiv nicht schreiben, keine Charaktere erschaffen, keine nachvollziehbaren Handlungsmotive herleiten. Das beste Beispiel: Sein Held, jener Henry Cage aus dem Titel, erleidet im Alter viele harte Verluste und innere wie äußere Beschädigungen, die er teilweise sogar selbst hervorruft. Im Subtext möchte Abbott uns das als schicksalhaft verkaufen, als "späte Ernte" eines irgendwie falschen Lebens. Aber dieses Schicksal und dieses Leben gibt es gar nicht – der Cage war ein recht angenehmer, wenn auch zeitlebens etwas unemotionaler Typ. Aber definitiv keiner, der zwangsläufig auf dieses furchtbare Altersschicksal zusteuern musste. Es gibt also keinen psychologischen Grund für dessen Story – und damit keinen für das ganze Buch (entsprechend wirr und völlig an den Haaren herbeigezogen sind die unvermittelt auftauchenden Neben-Figuren und deren Aktivitäten).

Doch – einen Grund für das Buch gibt es: Abbott hatte "Saturday" von Ian McEwan gelesen, und es hat ihm (zu Recht) gefallen. "Ach", dachte Abbott, der frühere Werber, "das kann ich auch". Seinen müden, uninspirierten Abklatsch (von dtv mit extrem viel Weißraum und Senioren-Typo-Größe aufgeblasen) kann man jetzt also kaufen – oder es sein lassen. Wie gesagt: Ich empfehle das Letztere.

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776 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 36 Rezensionen

liebe, england, krieg, 2. weltkrieg, familie

Abbitte

Ian McEwan , Bernhard Robben
Flexibler Einband: 533 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.03.2004
ISBN 9783257233803
Genre: Klassiker

Rezension:

ging recht langsam los, fast zäh. ein frauen-buch? und ich kannte von mcewan nur den "zementgarten", der mich beeindruckte. und jetzt? – und dann las ich und las und kam immer besser rein und leistete schon weit vorm schluss abbitte. ein grandioses buch, eine sensationelle fähigkeit, menschen, gefühle, handlungsmotivationen zu beschreiben. je nach dem, was plot und psychologie verlangen, mal sehr konkret, fast riechbar (wie die kriegsszenen), mal allegorisch wie das großartige "innere erleben" in der sexszene zwischen robbie und cecilia. alles stimmt, alles ist große dichtkunst. und dass die noch einmal gebrochen wird und dies in einem raffinierten, unerwarteten ende mündet, das aus der sehr vitalen story ein zugleich selbstreflektives werk macht, in dem der autor abbitte leistet für alles, was schriftsteller uns immer wieder an eigenen, gottgleichen schöpfungen "um die ohren hauen" – das ist noch einmal kunst on top.

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Tags: abbitte, tb   (2)
 

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561 Bibliotheken, 15 Leser, 3 Gruppen, 40 Rezensionen

england, liebe, schuld, krieg, familie

Abbitte

Ian McEwan
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes
ISBN 9783257063264
Genre: Klassiker

Rezension:

ging recht langsam los, fast zäh. ein frauen-buch? und ich kannte von mcewan nur den "zementgarten", der mich beeindruckte. und jetzt? – und dann las ich und las und kam immer besser rein und leistete schon weit vorm schluss abbitte. ein grandioses buch, eine sensationelle fähigkeit, menschen, gefühle, handlungsmotivationen zu beschreiben. je nach dem, was plot und psychologie verlangen, mal sehr konkret, fast riechbar (wie die kriegsszenen), mal allegorisch wie das großartige "innere erleben" in der sexszene zwischen robbie und cecilia. alles stimmt, alles ist große dichtkunst. und dass die noch einmal gebrochen wird und dies in einem raffinierten, unerwarteten ende mündet, das aus der sehr vitalen story ein zugleich selbstreflektives werk macht, in dem der autor abbitte leistet für alles, was schriftsteller uns immer wieder an eigenen, gottgleichen schöpfungen "um die ohren hauen" – das ist noch einmal kunst on top.

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Tags: abbitte, ian mcewan, zementgarten   (3)
 

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(193)

354 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 54 Rezensionen

endzeit, vater, sohn, überleben, hoffnung

Die Straße

Cormac McCarthy , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, Reinbek, 16.03.2007
ISBN 9783498045074
Genre: Romane

Rezension:

habe von mccarthy "all die schönen pferde" und "grenzgänger" gelesen. jetzt "die straße". und genau in dieser reihenfolge würde ich auch werten. wobei "die straße" trotzdem großartig ist. eben mccarthy, den ich sprachlich (gemeinsam mit seinen übersetzern) für einen sehr großen schriftsteller halte. passieren tut halt nicht viel bei ihm. es gibt in allen büchern die bewegung sehr weniger protagonisten von A über X nach B. und dazu viel landschaft und viel schicksal, das sich aber nie schicksalhaft aufzudrängen versucht! ich hätte nicht gedacht, dass mich als freund guter plots das allein schon fesseln könnte. aber das tut es. "die straße" ist jetzt die (finale?) reduktion des mccarthy`schen settings. nur noch 2 figuren, nur noch 1 weg. ich las das buch am pool eines 5-sterne-hotels, was ziemlich schräg war. mir fielen die zu dick aufgetragenen düsteren adjektive vielleicht noch mehr auf als sonst. darin – und im nicht geglückten half-happy-end! – vielleicht auch die einzige schwäche: es hätte der reduktion noch mehr gedient, wenn auch die sprache noch einmal verknappt worden wäre.

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Tags: mccarthy straße   (1)
 

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(677)

1.368 Bibliotheken, 45 Leser, 4 Gruppen, 83 Rezensionen

lissabon, portugal, reise, philosophie, lehrer

Nachtzug nach Lissabon

Pascal Mercier , Peter Bieri (richtiger Name)
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei btb, 03.04.2006
ISBN 9783442734368
Genre: Romane

Rezension:

ich fand das buch so grausam, dass ich mich extra hier angemeldet habe, um nicht allein für mich meckern zu müssen. die story ist derart konstruiert, die charaktere komplett ohne motiv, alles holzschnittartig und auf eine billige weise esoterisch. ich habe nach der hälfte insgesamt 200 seiten übersprungen bzw. nur noch quer gelesen und nichts versäumt. der stil ist grausam, fast wie in groschenromanen. beispiel: mehrmals erlebt irgendjemand "tiefste tiefen" – geht das nicht anders oder kann mercier nicht anders? oder als gregorius in schallendes lachen ausbricht, bleibt das völlig unverständlich. weil das lachen weder in der handlung noch in der figur hergeleitet wird. oder dass der prado ein wer-weiß-wie-toller typ ist: das erschließt sich eigentlich durch nichts. es wird immer nur behauptet! dieser mix aus esoterik für arme, purer behauptung und schlechtem stil zeigt sich eigentlich schon auf der ersten seite: wer einen griechisch- und hebräisch-lehrer raimund (genannt mundus!) gregorius nennt, traut seiner eigenen (eigentlich guten) plot-idee nicht oder schreibt eben doch nur ganz gezielt für paulo-coelho-fans. mit literatur hat das eine wie das andere nichts zu tun.

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Tags: mercier, nachtzug   (2)
 
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