nessisbookchoices Bibliothek

75 Bücher, 66 Rezensionen

Zu nessisbookchoices Profil
Filtern nach
75 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

kinder, thriller, london, bunker, sicherheit

Seelenkinder

Sarah Hilary , Astrid Finke
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 11.09.2017
ISBN 9783442748082
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: „Seelenkinder“
Band:  Band 2 der Reihe um Marnie Rome (Teil 1: „Herzenskalt“)
Autorin: Sarah Hilary
Erscheinungsdatum: 11. September 2017
Seitenanzahl: 480 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
ISBN: 978-3-442-74808-2
Verlag: btb Verlag
Klappentext:
Ein grauenvoller Fund: Im Garten seines Hauses in einer Londoner Neubausiedlung entdeckt Familienvater Terry Doyle einen alten Bunker – und darin, dreieinhalb Meter tief in der Dunkelheit, zwei Kinderleichen. Für das Team um Detective Marnie Rome türmen sich die Fragen auf: Wer waren die Kinder? Warum wurden sie nie als vermisst gemeldet? Welche Rolle spielt Clancy, der verhaltensauffällige Ziehsohn von Terry? Die Begegnung mit Clancy ist für Marnie wie eine Falltür in die Vergangenheit – er erinnert sie an ihren Adoptivbruder Stephen, den Mörder ihrer Eltern. Und als Clancy plötzlich mit Terrys leiblichen Kindern verschwunden ist, ahnt Marnie: Jetzt zählt jede Sekunde.
(Randomhouse)

Hier kannst Du „Seelenkinder“ kaufen.

 

Zunächst einmal möchte ich mich beim btb Verlag und der Verlagsgruppe Randomhouse für die Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar bedanken! 

 

Cover und Klappentext

Das Cover zeigt eine gepflasterte Straße, an deren Seiten links und rechts Häuserreihen zu finden sind.
Es ist relativ düster gehalten, da es hauptsächlich lila, schwarz und braun kombiniert.

In Anbetracht des Inhalts hat das Cover wenig Bezug zur Geschichte, passt sich aber nach meiner Recherche vom Stil her gut an den ersten Teil der Reihe an.

Der Titel ist in weißer und dementsprechend prägnanter Schrift in der oberen Hälfte des Covers angesiedelt und sticht heraus.
Darüber finden wir in leuchtendem Pink den Namen der Autorin.

Der Klappentext klingt interessant und hat mich dazu veranlasst das Buch anzufragen.

Nach Lesen des Thrillers finde ich allerdings, dass er zu lang und durchsichtig gehalten ist, sodass er mindestens die Hälfte der Geschehnisse im Buch bereits vorab verrät.
Das ist für mich ein No-Go bei einem Klappentext.

Ebenso hat mir ein wichtiger Hinweis auf dem Buchumschlag gefehlt:

Dass dieser Thriller ein zweiter Teil ist!
Weder vorn, noch hinten oder auf den ersten Seiten des Buches wird erwähnt, dass es einen vorherigen Teil gibt.

Für jemanden, der Reihen grundsätzlich lieber von vorn beginnt ebenfalls ein No-Go.

An dieser Stelle allerdings der Hinweis:
Das Buch ist auch ohne das Wissen um den ersten Teil lesbar und verständlich!

 

Figuren

Hauptsächlich begleiten wir DI Marnie Rome und ihren Kollegen Detective Noah Jake.

Detective Inspector Rome wirkte auf mich in den ersten Zügen des Buches unscheinbar, sodass ich nicht vermuten konnte, dass sie die spätere Protagonistin dieses Thrillers wird.

Das gesamte Buch über schien sie relativ unscheinbar und gebrochen, was auf ihre tragische Vergangenheit schließen lässt, mit der sie jedoch relativ offen umgeht.
Marnie war für mich ein oberflächlicher Charakter, der für mich viel mehr Tiefe abseits einer typischen 08/15 Vergangenheit hätte vertragen können.

Gerade zu Beginn musste ich einige Male die Stirn runzeln, das sie sich in meinen Augen nicht gänzlich wie ein DI verhielt, sondern eher wie ein schüchterner, naiver Neuling, der versucht Fuß zu fassen.

Viel zu oft stellte sie Verdächtigungen aufgrund ihrer eigenen subjektiven Einschätzung an, die inhaltsbezogen und sinnmäßig für mich überhaupt keinen Hintergrund hatten, weshalb ich daher von solchen Verhaltensweisen relativ schnell genervt war.

Im Laufe des Buches entwickelt sie sich zwar und stellt sich doch noch als gute Polizistin dar, jedoch wurde ich nie hundertprozentig mit ihr warm.

Aufgrunddessen hatte ich schneller ein Auge auf ihren Kollegen Jake geworfen, der für mich anfangs viel präsenter war.

Noah Jake erschien mir als selbstbewusster, fähiger Polizist, der seine Arbeit liebt, privat aber ebenso Probleme hat, wie jeder andere Mensch auch.

Seine familiären Umstände, sowie sein Liebesleben und seine aktuelle Alltagssituation wurden weitesgehend thematisiert, sodass ich mir ein gutes Bild von ihm machen konnte.

Auch bei seiner Figur hatte ich das Gefühl, dass hier (bewusst oder unbewusst) viele Klischees bedient wurden, was mir auf einen Schlag zu unauthentisch war, auch wenn ich den Charakter als sehr sympathisch und aufgeschlossen empfunden habe.

Natürlich erfahren wir noch viel mehr, vor allem über Familie Doyle, in deren Garten sich der grausame Fund ereignet hat, doch um nichts zu verraten sage ich einfach:
Lest selbst! 

 

Schreibstil und Inhalt

Mit Sarah Hilarys Schreibstil hatte ich das halbe Buch über arge Schwierigkeiten.

Er war sehr schwerfällig, sodass ich oft stockte, da mir einige Satzbauten oder Ausdrücke in gewissen Zusammenhängen sinnmäßig und grammatikalisch einfach falsch erschienen.
Ein flüssiger und angenehmer Lesefluss sieht also anders aus.

Ebenfalls hatte ich mit den amateurhaften spannungsaufbauenden (zumindest denke ich, dass es welche sein sollte) Kapitelenden zu kämpfen.
Ich als Leser wurde mit Sätzen, wie „Du ahnst nicht, was wir gefunden haben…“ neugierig gemacht, doch im nächsten Kapitel wurde entweder kein direkter Bezug darauf genommen oder es wurde etwas entdeckt, was absolut unwichtig und lachhaft in Bezug zu dieser vorherigen Aussage war.

Allerdings muss ich sagen, dass sich dies nach etwa 200 Seiten bessert. Man hat regelrecht das Gefühl, dass die Autorin ab dort sehr viel mehr Bezug zum Buch aufgebaut hatte und ihn nun nicht mehr derart gezwungen umsetzen musste.

„Seelenkinder“ beginnt mit einem Prolog, in dem wir die beiden Jungs Fred und Archie kennenlernen.
Wir begegnen einer Situation, die dem Leser sofort begreifbar ist, ihn ins Schaudern versetzt und er sich fragt: Wieso? Weshalb? Warum?

Das Buch ist in mehrere Teile eingeteilt, die durch temporäre Kennzeichnungen, wie „Jetzt“ oder „5 Jahre zuvor“ gekennzeichnet sind.
Wer mich kennt weiß: Ich bin kein Fan von Einteilungen, sondern mag lieber das gerade herausgeschriebene Buch.
In diesem Fall macht die Aufteilung allerdings Sinn und hat sich für mich gut ins Buch eingefügt.

Innerhalb dieser Einteilungen begleiten wir also DI Rome und Detective Jake bei ihren Ermittlungen rund um den Fund der Kinderleichen und haben natürlich schon einen Verdacht, um wen es sich bei den Kindern handelt, jedoch nicht, was die Hintergründe für die Tat waren.

Der andere Teil des Buches besteht in der erste Hälfte aus Kapiteln in kursiver Schrift, die von einem Dritten gesprochen/gedacht werden.
Immer wieder stieß ich auf einen Namen, der dort erwähnt wurde und hatte schon einige Theorien bezüglich einer Persönlichkeitsabspaltung oder -störung.

Gerade diese Teile empfand ich als besonders spannend, denn die Ermittlungen schienen ganze 250 Seiten lang keine nennenswerten neuen Ergebnisse zu liefern.
Ich langweilte mich und hatte wirklich keine Lust mehr, dieses Buch zu beenden.
Da ich es aber nun mal grundsätzlich nicht mag ein Buch abzubrechen und ich immer bis zur letzten Seite auf eine überraschende Wendung hoffe, habe ich durchgehalten…

und meine überraschende Wendung bekommen!

Ab der zweiten Hälfte stieg das Tempo rasant an und die bis dato kaum vorhandene Spannungskurve entwickelte sich nach und nach.

Plötzlich machte es mir Spaß das Treiben zu verfolgen und ich wollte unbedingt herausfinden, was es nun mit alldem auf sich hat und wie die beiden Erzählstränge (Ermittlungen und Erzählungen/Gedanken) miteinander in Verbindung stehen.

Ab hier wurde auch der eben erwähnte zähe Schreibstil auf wundersame Weise lesbarer, sodass ich schneller durch die Seiten flog und das Buch doch noch relativ zügig beendete.

Das Ende und die Auflösung waren wirklich interessant und packend, da es einige psychologische Fakten beinhaltet und aufzeigt, wie gewisse Situationen ausarten können, wenn sie von Ärzten nicht richtig behandelt oder vom Staat nicht genügend Möglichkeiten für die Betreuung der unmittelbar betroffenen Personen bereitgestellt werden.

 

Fazit

Sarah Hilarys „Seelenkinder“ ist ein Buch, bei dem man sich regelrecht durch Langeweile quälen muss, um dafür etwas Spannendes als Belohnung zu bekommen.

Wer die erste Hälfte aushält, wird also belohnt.

Ab dort wird das Buch umgehend spannender, rasanter und packender. Es wiegt mit psychologischen Aspekten und neuen Figuren auf, die dem Ganzen die gewisse Würze verleihen, sodass es Spaß macht, weiterzulesen.

Natürlich kann die gähnende und vor Versagen der Ermittlungen strotzende erste Hälfte nicht außer Acht gelassen werden, weshalb ich sehr gut gemeinte 3/5 Punkten verteile, obwohl das Buch bis ca. Seite 250 für mich ein 1-Sterne-Buch war.

Der weitere Verlauf der Geschichte, der Figuren und die Auflösung der Hintergründe und Verbindungen konnte mich einfach mitreißen und begeistern, weshalb die Bewertung nochmal glimpflich ausgefallen ist. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(46)

124 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

thriller, düsseldorf, mord, serienmörder, arno strobel

Im Kopf des Mörders - Kalte Angst

Arno Strobel
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 11.01.2018
ISBN 9783596296170
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: „Kalte Angst – Im Kopf des Mörders“
Band: Teil 2 der Reihe um Max Bischoff und Horst Böhmer
Autor: Arno Strobel
Erscheinungsdatum: 11. Januar 2018
Seitenanzahl: 368 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
ISBN: 978-3-596-29617-0
Verlag: S. Fischer Verlage
Klappentext:
Oberkommissar Max Bischoff traut seinen Ohren nicht, als ihn der Leiter der Klinik für Forensische Psychiatrie in Langenfeld anruft und ihm mitteilt, dass er wichtige Informationen zu einem aktuellen Fall hat. Einem Fall, der Max Bischoff und seinem Partner Horst Böhmer nichts als Rätsel aufgibt. Denn scheinbar wahllos dringt ein Unbekannter, der sein Gesicht unter einer Fliegenmaske verbirgt, nachts in Wohnungen und Häuser ein. Er überwältigt die Bewohner und lässt jedes Mal nur einen Überlebenden zurück. Und eine Botschaft: „Erzähl es den anderen.“
Und jetzt der Anruf aus der Langenfelder Psychiatrie. Siegfried Fissmann, einer der Patienten dort und selbst ein verurteilter Mörder, sagt diese Morde genau voraus. Bischoff bleibt nichts anderes übrig, als sich auf Fissmann einzulassen, wenn er verhindern will, dass noch weitere Menschen sterben. Auch wenn das bedeutet, dass er selbst an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit gerät …
(S. Fischer Verlage)

Hier kannst Du „Kalte Angst – Im Kopf des Mörders“ kaufen.

Weitere meiner Rezensionen zu Werken von Arno Strobel:

Tiefe Narbe – Im Kopf des Mörders“ (Teil 1)

Der Trakt

Das Wesen

Anonym“ (mit Ursula Poznanski)

 

Cover und Klappentext

Das Cover ist schlicht in blau gehalten und hebt sich somit von Strobels Einzelwerken ab, gesellt sich vom Design aber absolut passend zu seinem Vorgänger.

Auch hier prangert der Titel in einer stechenden Farbe inmitten des Covers; dazwischen der Subtitel und am oberen Rand der Name des Autors in einfachen, weißen Buchstaben gedruckt.

Allgemein betrachtet empfinde ich den Klappentext als zu lang. Etwas kürzer und knackiger wäre von Vorteil gewesen und hätte nicht allzu viel verraten, um es spannender zu halten.

Denn so erfährt man als Leser bereits durch diesen von den Handlungen in einem großen Teil des Buches und wird kaum mehr auf die Folter gespannt, wenn auch das Wort „Psychiatrie“ bei mir die Hoffnung aufkeimen ließ, dass wir uns diesmal etwas mehr „Im Kopf des Mörders“ befinden und psychologische Fakten deutlicher aufgegriffen werden.

 

Figuren

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich kaum mehr an die beiden Kriminalbeamten Bischoff und Böhmer erinnern konnte, da meine Lesestunden mit dem ersten Teil schon etwas her sind.
Dazu kam, dass ich Bischoff mit dem Protagonisten Buchholz aus Strobels Kooperation mit Ursula Poznanski („Anonym“) verwechselt habe.

Scheinbar waren beide Figuren im ersten Teil nicht präsent genug gezeichnet worden, um bei mir einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, obwohl ich mich mit ihnen im Laufe des ersten Teils gut anfreunden konnte.

Leider konnte ich beiden Polizisten in diesem Teil nicht besonders viel abverlangen, da mir die nötige Tiefe und Emotionalität gefehlt hat.

Natürlich könnte man jetzt auf Max‘ Verhalten verweisen, die er das gesamte Buch über an den Tag gelegt hat, aber von meinem Gefühl aus war alles relativ oberflächlich.

Max hat in „Kalte Angst“ mit den Folgen eines Verlusts zu kämpfen und verhält sich dementsprechend impulsiv.
Verständlich, aber auf Dauer ziemlich störend, da ich denke, dass er als Polizist in gewissen Situationen seine Impulse einfach besser kontrollieren können müsste.

Nichtsdestotrotz war er mir sympathisch und konnte mit ihm mitfühlen.
Ich habe seine Handlungen verstanden, auch wenn ich ihn für so manche Reaktion hätte meucheln können.

Gerade seine Beziehung zu seiner Schwester empfand ich als innig und sehr passend dargestellt. Hier habe ich meine gewünschte Tiefe und familiäre Verbundenheit gespürt.

Sein Kollege Horst Böhmer bleibt aber in meinen Augen immer noch recht inhaltslos und flach.
Es wird deutlich, dass der Fokus definitiv auf Max gelegt und Horst somit vernachlässigt wird.

Sehr schade, denn auch er hätte Potenzial und das Recht dazu, dass seine Vergangenheit und auch die momentane Lage bezüglich seines Alltags/Liebeslebens etwas mehr durchleuchtet wird.
Es werden ab und an Anspielungen auf beides abgegeben und es wird kurz angesprochen, jedoch blockt Horst als Charakter sofort ab, was ich enttäuschend finde.

Für mich ist er Max‘ Partner und leitender Ermittler, aber mehr nicht.
Außerdem scheint trotzdem Max die Nase vorn zu haben, da einige Male auf seinen Instinkt und seine frühen Erfolge angespielt wird.

 

Schreibstil und Inhalt

Diejenigen, die meine früheren Rezensionen zu anderen Büchern von Strobel gelesen haben, wissen:

Ich mag ihn, seine Bücher und seinen Schreibstil gerne.

Jedes seiner Bücher ließ sich bisher flüssig und angenehm lesen, sodass man durch das Buch flog, was auch hier wieder der Fall war.
Unterstützt wird es durch eine schöne Formatierung – eine Schriftart, die groß genug ist und ein Zeilenabstand, den ich als sehr gut gewählt empfinde.

Allerdings gab es einige Stellen bei Zeugenbefragungen, in denen mir die Umgangssprache und der unschöne Wortschatz der Betreffenden zu viel wurde.

Zu Beginn des Buches werden wir als Leser erstmal ziemlich mit den im Klappentext besagten Morden bombardiert.
In kursiver Schrift begleiten wir die späteren Opfer beim Überfall durch „die Fliege“, was sich schön vom Ermittlungstreiben abgrenzt, welches später und zwischendrin einsetzt.

Zu großen Teilen begleiten wird Bischoff und Böhmer erstmal zu den jeweiligen Tatorten und sind gespannt, welche Verbindungen geknüpft werden können.
Ich war neugierig, wie die Morde zusammenhängen und welche Hinweise sich nun bieten.

Ich muss leider sagen, dass Strobel mit Hinweisen und der Spannung ziemlich gespart hat.
Der Spannungsbogen ist über die erste Hälfte hinaus relativ flach und steigt kaum an.

Die Ermittlungen liegen fast schon brach, da sich weder neue Verbindungen, noch besagte Hinweise oder geistreiche Einfälle der Polizisten finden lassen.

Theoretisch liest man in großen Stücken vom Versagen der Polizeiarbeit und dem persönlichen Versagen von Max bezüglich seines berühmten „Instinktes“, sich in den Kopf eines Mörders hineinzuversetzen, was einige Längen erzeugt, die nicht hätten sein müssen.

Hierzu möchte ich sagen, dass ich den Untertitel der Buchreihe als sehr ansprechend empfinde, die Umsetzung dazu allerdings vermisse.
Bei einem solchen Subtext sollte man davon ausgehen können, dass wir es hier mit Fallanalysen oder psychologischen Profilen zu tun bekommen und uns auch als Leser regelrecht in die Köpfe des Täters hineinversetzen können…

Wir lesen zwar darüber, dass Max am Tatort versucht, etwas über den Täter und seine Intentionen herauszufinden, jedoch auch, wie er teils daran verzweifelt und eigentlich keine neuen, wirklich relevanten Ergebnisse liefern kann.

Diesbezüglich hätte ich gerne mehr Psychologie und Verständnis für Intentionen von Mördern beziehungsweise Tätern im Allgemeinen gehabt.

Psychologische Aspekte lieferte allerdings der Klinikleiter einer Psychiatrie, sowie ein Patient, der dort behandelt wird.
Dieser Patient scheint eine Verbindungen zu den gegenwärtigen Morden darzustellen, ist aber aufgrund seiner psychischen Erkrankung kaum durchgängig ansprechbar.

Diese Inhaltsaspekte empfand ich als wirklich spannend, denn hier konnten wir uns fundierte Informationen eines Psychiaters aneigenen und seinen Einschätzungen über den Zustand des Patienten lauschen.
Schon allein die Atmosphäre einer Psychiatrie löst bei mir Neugier aus, die gern gefüttert wird.

Es gab einige Stellen im Buch, an denen ich mich fragte, ob bestimmte handelnde Personen nicht doch etwas mehr mit den Morden zu tun haben, als sie zugeben und ich wollte unbedingt wissen, wie der Patient der psychiatrischen Klinik außerhalb seiner Reichweite mit den Taten zu tun haben kann.

Die Überführung des wirklichen Täters hat mich leider nicht nur enttäuscht, sondern auch etwas unbefriedigt gelassen.
Nicht aufgrund der Auflösung der Person, sondern des Hergangs der Situation.
Es ging alles viel zu schnell und wurde kaum mit spannungssteigernden Stilmitteln aufbereitet, sodass man das Gefühl hatte, dass die ganze Sache innerhalb von 2 Seiten (auf gut Deutsch) „gegessen“ wäre.

Daher hätte ich mir beim Ende durchaus mehr Brisanz, Rasanz und Spannung gewünscht, wie auch das gesamte Buch über.

Zum Ende des Buches erfahren wir noch einige religiöse Fakten, die wichtig für das Gesamtverständnis sind, in meinen Augen aber viel früher hätten thematisiert werden müssen, um es authentischer darzustellen.

Das Buch hat zwar kein offenes Ende im Bezug zum Täter und den Morden, lässt den Leser allerdings mit einem Cliffhanger in einem anderen Bereich zurück, der neugierig macht.
Sicherlich hätte ich es gern gesehen, wenn dieses Thema noch in „Kalte Angst“ Platz gefunden hätte, gehe aber davon aus, dass dies ein Mittel zum Zweck darstellt, den dritten Teil zu lesen (was bei mir natürlich wieder wunderbar funktioniert).

 

Fazit

Auch der zweite Teil der Reihe um Max Bischoff und Horst Böhmer konnte mich unterhalten und ließ sich wirklich zügig von der Hand lesen.

Die Spannungsdefizite, die ich im ersten Teil noch verziehen habe, da dieser für mich den reinen Aufbau einer Reihe mit all seinen Charakteren verkörperte, kann ich hier allerdings nun nicht mehr verzeihen.

Der Spannungsbogen hätte definitiv an eigen Stellen durch brisante und unvorhergesehene Wendungen , sowie handlungsverändernde Hinweise bei den Ermittlungen ansteigen müssen, um den Leser bei Laune zu halten.

Gerade zum Ende hin nahm es dennoch an Fahrt auf und ließ mich mit einem Cliffhanger sitzen, dessen Ausgang ich auf jeden Fall verfolgen möchte.

Es ist kein schlechtes Buch und ich werde die Reihe definitiv weiter verfolgen, da ich Strobels Schreibstil, seine Figuren und Ideen mag, aber etwas mehr Pfiff, Würze und Psychologie können Bischoff und Böhmer, sowie ihre Täter und Fälle in der Zukunft definitiv vertragen!

Für „Kalte Angst – Im Kopf des Mörders“ vergebe ich daher 3/5 Sternchen. 

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

48 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

prag, serienmörder, thriller, hogart, detektiv

Die schwarze Dame

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.12.2017
ISBN 9783442480265
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: „Die schwarze Dame“
Band: Teil 1 der Reihe um Peter Hogart
Autor: Andreas Gruber
Erscheinungsdatum: 18. Dezember 2017
Seitenanzahl: 362 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
ISBN: 978-3-442-48026-5
Verlag: Goldmann
Klappentext:
Auf der Suche nach einer spurlos verschwundenen Kollegin wird der Wiener Privatermittler Peter Hogart nach Prag geschickt. Doch die Goldene Stadt zeigt sich Hogart von ihrer düstersten Seite: Mit seinen Ermittlungen sticht er in ein Wespennest und hat binnen Stunden nicht nur eine Reihe äußerst zwielichtiger Gestalten, sondern auch die gesamte Prager Kripo gegen sich aufgebracht. Nur die junge Privatdetektivin Ivona Markovic, die gerade eine Reihe bizarrer Verstümmelungsmorde untersucht, scheint auf Hogarts Seite zu stehen. Als die beiden bei einem Anschlag nur knapp dem Tod entrinnen, wird klar, dass es eine Verbindung zwischen ihren Fällen geben muss. Und dass ihnen die Zeit bis zum nächsten Mord davonläuft …
(Randomhouse)

Hier kannst Du „Die schwarze Dame“ kaufen.

Weitere meiner Rezensionen zu Titeln des Autors:

„Todesfrist“

„Todesurteil“

„Todesmärchen“

„Todesreigen“

 

Vielen lieben Dank an den Goldmann Verlag und Randomhouse für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares dieses Titel! 

 

Cover und Klappentext

Das Cover und besonders die Farben finde ich absolut gelungen und es hat mich sofort angesprochen!
Die düstere Atmosphäre bietet sofort den richtigen Einstieg in das Buch.

Den Klappentext hingegen finde ich in Ordnung, jedoch nicht weltbewegend. Er klingt wie eine typische Ermittler-Story und auch die Tatsache, dass die Handlung scheinbar in Prag spielt, verursachte bei mir nicht gerade Euphorie.

Ich hatte Sorge, dass ich durch bestimmte (kaum aussprechbare) Ortsnamen oder Namen der Figuren den Spaß am Lesen der Geschichte verliere, was jedoch nicht der Fall war.

Trotzdem war ich gespannt auf die Geschichte und wollte wissen, welche anderen Geschichten aus Grubers Feder mich vielleicht ebenso überzeugen können, wie die Reihe um Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez.

 

Figuren

Als wichtigste und auf den ersten Blick prägnanteste Person dieses Thrillers würde ich Peter Hogart betiteln.

Ich habe ihn als freundlichen Mann kennengelernt, der zufrieden in seinem Beruf ist und ihn mit Freude und Geschick ausübt. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass er sich zu mehr berufen fühlt und daher etwas zurückstecken musste.

Teilweise bekommt man als Leser kleinere Einblicke in sein Familienleben als Bruder und Schwager, welches aber ziemlich schnell wieder in den Hintergrund rückt, da es zum gegebenen Zeitpunkt einfach nicht sehr wichtig erscheint.
Allerdings wird dem Leser dadurch ein privaterer und familiärer Peter Hogart schmackhaft gemacht.

Hogart ist stets engagiert und gerät in Situationen, die derartig weder geplant noch gut für den Fall waren (zumindest in den Augen seiner Auftraggeber).
Oft findet er sich zwischen Ereignissen wieder, die brenzlig bis hoch gefährlich sind, doch lässt nicht locker und ist mehr als bemüht seinen ihm aufgetragenen Fall zu lösen.

Innerhalb der Story lernen wir ebenfalls die Privatdetektivin Ivona Markovic kennen, die auf mich beim ersten Aufeinandertreffen eher wie eine hochnäsige und arrognate Geschäftsfrau wirkte.

Im Laufe der Handlung lernen wir sie, einige ihrer Hintergründe, ihren Bruder und ihre bisherigen Ermittlungen kennen, die sich zu einem runden Bild zusammensetzen und gut zu Ivona als Person passen.

Obwohl sie auch ihre weichen Seiten zeigt, habe ich sie doch größtenteils als toughe, starke und autarke Frau erlebt, die sich in ihrem Beruf einen Namen gemacht hat.
Ebenso wie Hogart ist sie stets versessen darauf, ihre Fälle zu lösen und gerät mit ihm zusammen in Situationen, die sie gemeinsam meistern.

Gruber hat außerdem noch einige andere Figuren konstruiert, die ebenfalls gut in die Story und deren Atmosphäre passten.
Einige habe ich zu Beginn falsch eingeschätzt und wurde positiv überrascht.

 

Schreibstil und Inhalt

Zunächst möchte ich hier erwähnen, dass wir es bei „Die schwarze Dame“ mit Andreas Grubers Debüt-Thriller zu tun haben, der Ende letzten Jahres neu aufgelegt wurde.

Demnach berücksichtige ich seine Anfänge hinsichtlich meiner Bewertung.

Den Schreibstil empfinde ich auch in diesem Buch als angenehm, wobei ich das Gefühl hatte, dass Gruber im Laufe der Story auch mit seinem Schreibstil gewachsen ist.
Zu Beginn hatte ich einige Stellen, über die ich gestolpert bin, obwohl sich weder Rechtschreib- noch Grammtik- oder Satzbaufehler finden ließen.

Wie bereits unter dem ersten Punkt beschrieben, hatte ich bei dem Handlungsort zunächst meine Bedenken, da ich bereits öfter das Problem hatte, mir unter Straßen- oder Ortsnamen einfach nichts vorstellen oder diese gedanklich nicht aussprechen zu können, was für mich den Lesefluss enorm gestört hat.

Auch hier finden wir natürlich einige tschechische Sätze, Orts- oder z.B. Restaurantnamen, die aber von Gruber umgehend und laienhaft leicht erklärt und übersetzt werden, sodass ich keinerlei Verständnis- bzw. Vorstellungsprobleme hatte.

Außerdem befindet sich im vorderen und hinteren Einschlag des Buches eine, zwar etwas sehr klein und unscharf, abgedruckte Karte, die mir als Leser einen noch besseren Eindruck in die grobe Umgebung Prags verschaffen konnten.

Zudem beschreibt Gruber die Orte seiner Handlungen und die dazu passende Atmosphäre sehr bildgewaltig und realitätsnah, was damit zusammenhängt, dass der Autor selbst Prag besucht und Inspiration für diese Geschichte und die passenden Zutaten für die Kulisse gesucht, sowie gefunden hat.

Der Thriller beginnt seichter und nimmt im Laufe der Handlung in Prag immer mehr Fahrt auf.
Wir begleiten Hogart, und später mit ihm zusammen auch Markovic, bei ziemlich fulminanten und explosiven Ereignissen, die die Seiten nur so dahin fliegen lassen.

Lange wusste ich außerdem nicht, worauf der Täter bei der Auswahl seiner Opfer und der Orte, an denen er sie ablegt, achtet und empfand auch die Auflösung etwas an den Haaren herbei gezogen.
Für mich war das zunächst eine lieblos hervorgekramte Kiste, die neu aufpoliert wurde.
Originell und eher außergewöhnlich war sie, aber sie konnte bei mir nicht den berüchtigten „Aha-Wow“-Moment verursachen, vor allem auch, weil dieser Part schon bereits bei ca. der Hälfte aufgedeckt wurde.

Zu meinen Glück nahm Gruber nach diesem kleineren Tief wieder mehr Fahrt auf und schilderte mir eine spannende Verfolgungsjagd, durch die das Buch sehr rasch gelesen war.

In kleineren Teilen haben wir es hier mit einem Thema zu tun, dem ich bisher nicht wohlgesonnen war.
Allerdings wird dies lediglich kurz erwähnt und die Hintergründe werden erörtert.
Hier hat Gruber ebenfalls einige kleinere psychologische Aspekte eingebaut, die ich grundsätzlich in jedem guten Buch zu schätzen weiß.

 

Fazit

Gruber hat mit seinem Debüt „Die schwarze Dame“ als erster Teil seiner Reihe um Peter Hogart ein wirklich gutes Buch auf den Markt gebracht, was äußerlich brillant neu aufgelegt wurde.

Trotz einiger kleineren Längen und einem zu Beginn etwas holprigen Einstieg habe ich das Buch sehr gerne gelesen, weshalb ich es relativ zügig durch hatte.

Mit Peter Hogart und Ivona Markovic hat Andreas Gruber zwei sehr sympathische und gut zueinander passende Protagonisten gezeichnet, die sehr gut in die Atmosphäre der Stadt und der Handlung passten.

Ich freue mich schon auf den zweiten Teil der Reihe und vergebe für dieses Buch 4,5/5 Sternchen. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(146)

276 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

weihnachten, new york, winter, kiss me in new york, liebe

Kiss me in New York

Catherine Rider , Franka Reinhart
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei cbt, 03.10.2016
ISBN 9783570164556
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

87 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

vergangenheit, vater, familie, eifersucht, hass

Solange du atmest

Joy Fielding , Kristian Lutze
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 24.07.2017
ISBN 9783442314348
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Solange du atmest"
Autorin: Joy Fielding
Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017
Seitenanzahl: 448 Seiten
Genre: Roman/Thriller
Preis: Hardcover 19,99€
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-31434-8
Klappentext:
Als Psychotherapeutin und mit eigener verkorkster Familiengeschichte glaubt Robin, alle menschlichen Abgründe zu kennen. Doch dann erhält sie eines Tages während einer Sitzung einen Anruf, der sie völlig aus der Fassung bringt. Ihre Schwester Melanie, zu der sie jahrelang keinen Kontakt hatte, teilt ihr mit, dass jemand brutal auf ihren Vater, seine neue Frau Tara und deren zwölfjährige Tochter geschossen hat. Tara erliegt kurz darauf ihren Verletzungen. Obwohl Robin zweifelt, dass es das Richtige ist, sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen, macht sie sich auf den Weg in ihren Heimatort. Ihr ist klar, dass es viele Menschen gibt, die einen Grund hätten, ihren Vater zu hassen – allen voran ihre eigene Familie. Aber was für ein Monster schießt auf eine Zwölfjährige?
(Quelle: Randomhouse)

Hier kannst Du "Solange du atmest" kaufen.

 

Ich habe dieses Büchlein vom Goldmann Verlag und Randomhouse als Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt bekommen.
Vielen Dank dafür! :)

 

Cover und Klappentext

Ich finde das Cover wirklich gelungen. Es strahlt eine merkwürdige Harmonie aus, ist aber dennoch gleichzeitig so geheimnisvoll, dass man sich fragt, was es mit dem Schmetterling auf sich hat.

Dieser prangert inmitten des Covers ziemlich hervorstechend heraus, was den Titel darunter etwas in den Hintergrund rückt.
Dies tut der Neugierde allerdings keinen Abbruch.

Der Titel wird ein einziges Mal im Buch in einen Kontext gesetzt und auch zur allgemeinen Handlung passt er gut.
Dennoch hätte ich mir für dieses Werk einen prägnanteren Titel gut vorstellen können.

Der Kontrast zwischen dem Grau und Rot des Hintergrundes und des Schmetterlings, sowie das Weiß und der darauf liegende Name der Autorin in Schwarz ist wunderbar gelungen und macht das Cover zu etwas Einzigartigem.

Der Klappentext lässt den Leser bereits darauf schließen, dass es sich hierbei wieder um einen Thriller handelt, obwohl das Werk mit "Roman" tituliert ist.
Dennoch finde ich die Bezeichnung "Roman" in einigen Punkten treffend, da es sich in diesem Buch ebenfalls um eine Familientragödie zu handeln scheint.

Alles in allem hat mich der Klappentext nur noch neugieriges auf das Buch werden lassen und hat definitiv nicht zu viel verraten oder gar versprochen.

 

Figuren

Die Protagonistin dieses Werkes ist Robin Davis, eine Psychotherapeutin aus LA, die mit ihrer Familie, so scheint es, weitesgehend abgeschlossen hat und keinen engeren Kontakt pflegt.

Bereits auf den ersten Seiten erschien sie mir wie eine gebrochene, unsichere Frau, die Panikattacken erleidet und damit nicht gut umzugehen weiß, was für mich einen kleinen Widerspruch zu ihrem Beruf bildet, indem sie sich mit genau derartigen Problemen auseinandersetzt.

Im Laufe der Handlung verändert sie sich nicht unbedingt, sondern bleibt eher zurückhaltender, was ihre eigene Meinung betrifft und gibt in meinen Augen schnell auf.
Ich denke, dass sie mit diesen Methoden eine gemeinsame Basis mit ihrer Schwester Melanie sucht, was jedoch in den meisten Fällen fehlschlägt.

Melanie ist eine ziemlich unzufriedene Frau und Mutter eines authistischen Sohnes.
Das gesamte Buch über liest man über ihre Unzufriedenheit bezüglich ihres Lebens, der Krankheit ihres Sohnes, ihr kaum vorhandenes Liebesleben und über die Personen, die sie in ihrem Leben als störend empfindet (was so gut wie jeder ist).

Sie erschien mir absolut verbittert und trat zu 95% mürrisch, missgelaunt und sarkastisch auf.
Mit ihrer Schwester Robin findet sie keinen grünen Zweig und findet so gut wie nur Kritik an allem, was sie tut.

Auch, wenn sich diese beiden Hauptfiguren für euch nun total negativ behaftet anhören, lasst euch sagen:
Auf irgendeine verquere Weise mag man sie trotzdem und einige finden sich bestimmt zu kleinen Teilen darin wieder.

Dadurch, dass beide Frauen ihre Probleme, sowie Ecken und Kanten (mal größere, mal kleinere) haben, wirken sie zu großen Teilen authentisch, realistisch und menschlich.
Fielding beweist durch diese humane Zeichnung ihrer Charaktere ihr Talent.

Natürlich spielen auch andere Charaktere eine große Rolle in diesem Roman.

So auch Robins und Melanies Bruder Alec. Auch er hat sich von der Familie abgeschottet, wird aber in dem Buch näher beleuchtet, sodass wir die Hintergründe des Zerwürfnisses auch hier nochmal deutlich gezeigt bekommen.

Wir hätten noch Blake, Robins Verlobten, der aber in meinen Augen keine allzu große Rolle spielt. Er kommt in der zweiten Hälfte quantitativ mehr vor, besitzt für mich aber keine Figur von allergrößtem Gewicht, obwohl er natürlich in einigen Aspekten und für gewisse Hintergrundinformationen wichtig ist.

Viel mehr von Bedeutung ist da die 12 jährige Cassidy: 
Robins und Melanies Stiefschwester, sowie Opfer einer Schiesserei im trauten Heim, der ebenso ihre Mutter und ihr Stiefvater zum Opfer liegen.

Zu Beginn wirkte Cassidy für mich wie ein aufgewecktes Mädchen, das sich absolut nicht ihrem Alter entsprechend verhielt.
Ihr Ausdruck ist so manches Mal der eines Erwachsenen und auch ihre Handlungen sind nicht 'kindlich' genug.

Mit der Tat an sich scheint sie gut, vielleicht sogar zu gut, umzugehen und sie immer mehr zu verkraften.

 

Inhalt und Schreibstil

Ich habe bisher lediglich ein Buch von Joy Fielding gelesen und das war "Lauf, Jane, Lauf", welches mir schon gut gefallen hat.
Dort hatte ich allerdings an der kleinen Schrift und dem engen Zeilenabstand zu meckern, was in "Solange du atmest" allerdings keinen negativen Kritikpunkt darstellt.

Hier finden wir eine schöne, gut lesbare Schrift, sowie einen ausreichenden Zeilenabstand vor, der, in Verbindung mit einem brillanten und absolut angenehm zu lesenden Schreibstil, dazu führt, dass man quasi durch das Buch fliegt.

Fielding hat es geschafft, konstant Spannung aufzubauen, obwohl das gesamte Konstrukt zum Ende hin betrachtet denkbar einfach gestrickt ist.
Für mich waren die stetigen Spannungen innerhalb der Familie und die entsprechenden Hintergründe ebenso interessant, wie die eigentliche Tat (die Schiesserei) an sich.

Auch durch Fieldings einfachen sprachlichen Ausdruck sind die Seiten nur so vor sich hingeblättert.
Ich wollte außerdem durchgehend wissen, wie es weitergeht.

Natürlich konstruiert man sich im Laufe einer Handlung seine eigenen Theorien, verdächtigt Personen, die einem merkwürdig vorkommen und fragt sich, wie nun alles aufgelöst werden wird.

Wie bereits kurz angeschnitten haben wir hier keinen hochkarätigen und komplex strukturierten Thriller vor uns, sondern ein Buch, das eher auf die seichte Rasanz und Brisanz setzt.
So lesen wir des öfteren kleine, aber feine packende Aspekte, die der Handlung immer wieder neuen Schwung geben und den Leser dazu bringen, seine bisherigen Theorien und Gedanken nochmals neu zu ordnen.

Das Ende ist gut durchdacht, allerdings für Thriller-Viel-Leser etwas zu durchsichtig.
Wie ihr wisst, bin ich kein Genie im Herausfinden von Tätern vor der autorischen Auflösung, aber die letzten Seiten vor dieser hat Fielding relativ offensichtlich gestaltet, sodass ich erahnen konnte, worauf der Abschluss nun hinausläuft.

Hier hätte ich mir, auch durch die Handlungen der einzelnen Charaktere, einfach mehr Spannung, unvorhersehbare Wendungen und einen den einen "Wow"-Moment gewünscht, den so ein Buch eigentlich verdient hätte.

Nichtsdestotrotz bin ich mit dem Ende als solches zufrieden und fühle mich von "Solange gut atmest" gut unterhalten.

 

Fazit

Joy Fielding hat mit diesem, für mich erst zweiten, Roman ein weiteres Buch in die Buchhandlungen befördert, das definitiv lesenswert ist!

Man wird durch verschiedene Aspekte und Thematiken immer wieder gut unterhalten, was den Spannungsbogen nie wirklich sinken lässt.

Die Figuren hat Fielding individuell und, wie ich finde, außergewöhnlicher, als die typischen 08/15 Mainstream Protagonisten gezeichnet und hat ihnen somit Leben eingehaucht.
Die Autorin schafft es, die Charaktere trotz ihrer, teils doch relativ beachtlich negativen Eigenschaften, sympathisch und echt wirken zu lassen, sodass man sich in keiner einzigen Minute von ihnen gestört fühlt.

Das Ende hätte für meinen Geschmack noch etwas...Explosiveres vertragen.

Alles in allem vergebe ich aber 4,5/5 Sternchen an ein Buch, dass durch seine seichte, aber doch konstante Spannung, unverwechselbare Charaktere und Leichtigkeit des Schreibstils besticht. 

Ich freue mich schon auf ein weiteres Buch von Joy Fielding. "Die Schwester" liegt schon bereit und wartet auf mich! :)

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(38)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

thriller, ehe, harpercollins verlag, spannung, drama

Unter Wasser hört dich niemand schreien

Paula Treick DeBoard , Constanze Suhr
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.09.2017
ISBN 9783959670982
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Unter Wasser hört dich niemand schreien"
Autorin: Paula Treick DeBoard
Erscheinungsdatum: 11. September 2017
Seitenanzahl: 450 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Broschurausgabe 12,99€
Verlag: HarperCollins Verlag
ISBN: 978-3-959676540
Klappentext:
Das Mädchen von nebenan liegt leblos im Pool. Und der glitzernde Schein des Villenviertels "The Palms" ist zerstört. Von Beginn an hat Liz sich dort wie eine Außenseiterin gefühlt. Nur ihrer Tochter Danielle und ihrem Mann zuliebe ist sie in diese wohlhabende Nachbarschaft gezogen. Danielle freundete sich schnell mit der gleichaltrigen Kelsey an. Bald schon ging das Mädchen bei der Familie ein und aus. Bis sie im Wasser treibt, und jeder einen Grund gehabt hätte sie hineinzustoßen - selbst Liz.
(Quelle: HarperCollins)

Hier kannst du dir "Unter Wasser hört dich niemand schreien" von Paula Treick DeBoard kaufen. 
Außerdem findest du dort auch eine Leseprobe. :)

 

Ein großes Dankeschön an den HarperCollins Verlag und sein, erst seit einiger Zeit aktives, hauseigenes Bloggerportal.

 

Cover und Klappentext

Das Cover des Buches sprach mich sehr an, ebenso der Titel und der Klappentext.

Das Cover ist schlicht gehalten und man erkennt hauptsächlich Wasser und den Grund eines Pools. Dadurch sticht der Titel, der gekonnt mittig des Covers platziert ist, etwas mehr heraus, obwohl dieser durch die eher unglückliche Farbwahl (weiß) teils in den Hintergrund tritt.

Was ich toll finde ist, dass der Titel sich vom Design her an den Hintergrund anpasst und die Schwingungen und Bewegungen des Wassers aufnimmt.

Der Klappentext lässt den interessierten Leser bereits vermuten, dass dieser Thriller nicht mit Dramen sparen wird - und genau so war es.

Für mich persönlich lenkt der Klappentext aber auf eine andere Einschätzung der Handlung und Struktur des Buches, bevor man es gelesen hat.
Ich erwartete ein Buch, das sich mit dem Tod des Nachbarsmädchen auseinandersetzt. 
Ein Buch, bei dem ich in der Gegenwart gemeinsam mit den Protagonisten Hinweise aus der Vergangenheit aufspüren und in ein aktuelles Konstrukt setzen kann.

Leider wurde ich diesbezüglich und auch in anderen Aspekten eher vom Buch enttäuscht.

 

Figuren

Die wichtigsten Figuren scheinen auf den ersten Blick die McGinnis zu sein.
Eine Familie, die sich vor rund 5 Jahren zusammengefunden hat, indem Liz ihren jetzigen Ehemann Phil geheiratet hat, der auch ihre Tochter Danielle als sein eigenes Kind ansieht.

Auf den ersten Blick erschienen mir alle Familienmitglieder authentisch, sympathisch und einfach normal.
Wir begleiten sie zunächst bei ihrem Umzug in eine hoch angesehene Wohnanlage der Schönen und Reichen, in der sich, verständlicherweise, nicht sofort jeder von ihnen wohlfühlt.

Ich konnte mich anfänglich gut in Liz, ihre Sorgen und Ängste hineinversetzen und sie verstehen. Ich selbst hätte mich ebenfalls als Außenseiter gefühlt und hätte vermutlich dauernd den Haken an der ganzen Sache gesucht.

Phil hingegen lernte ich als einen engagierten und motivierten Mann kennen, für den der Umzug einer Reise ins Paradies gleich kam.
Im Laufe des Buches bröckelte sein Optimismus und seine offene, herzliche Art, die ich zu Beginn des Buches an ihm mochte und er entwickelte sich immer weiter zu einem paranoiden, lügenden Mann, der sich teilweise wie ein Teenager verhält, anstatt seine Probleme wie ein Erwachsener zu klären.

Apropros Teenager-Verhalten:
Dies finden wir natürlich nicht nur bei der 14 Jährigen Danielle, deren Verhalten ich als absolut typisch und normal für ihr Alter einstufen würde.
Nein, auch ihre Mutter handelt zunehmend infantil und befindet sich damit in perfekter Gesellschaft bei ihrem Ehemann.

Während das Buch voranschritt konnte ich einzelne Handlungen von Liz und Phil absolut nicht mehr nachvollziehen und schon gar nicht für sinnvoll erachten.
Des Öfteren habe ich nur den Kopf geschüttelt und gehofft, dass dies nur kurzzeitige Anwandlungen unter Stress waren - leider hielten diese zu 3/4 des Buches an.

Wenn wir gerade bei nervigen Charakteren sind...

Natürlich wartet Paula Treick DeBoard auch noch mit dem Nachbarsmädchen Kelsey Jorgensen auf.
Sie wirkte auf mich durchaus hinterlistig und zeigte starke Züge von Stalking und vielleicht sogar einem Vaterkomplex. 
Sie selbst sieht sich vermutlich als eine der 'Coolen', Reichen und Hübschen, die auch in der Schule etwas zu sagen haben und sich alles erlauben können, denn mit Geld kann man nun mal einige Ungereimtheiten aus der Welt schaffen.

Wir lernen auch noch einen Haufen anderer Leute aus der Nachbarschaft kennen, die mir, bis auf eine, nicht unbedingt sympathisch waren. Sie halten sehr viel auf sich und erschienen mir nur auf ihr Image bedacht, sodass sie zunehmend unmenschlicher wirkten.

 

 

Schreibstil und Inhalt

Hier möchte ich erstmal ein Lob aussprechen, dass das Buch lies sich sehr gut und leicht lesen. Es weist einen einfachen Ausdruck auf, durch dessen man quasi über die Seiten.

"Unter Wasser hört dich niemand schreien" ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt, die in zwei Erzählperspektiven gegliedert sind.

Das Buch beginnt mit der Ausgangssituation, die bereits im Klappentext thematisiert ist.
Entgegen meiner Vermutung läuft die Handlung nicht von diesem Punkt aus weiter, sondern wir befinden uns nur ein Kapitel später vom Zeitrahmen her 1 Jahr (vom aktuellen Zeitpunkt) in der Vergangenheit.

Die Vergangenheit, die immer weiter dem aktuellen Tag entgegenkommt, wird immer nach einem kurzen Kapitel aus der Gegenwart erzählt und ist durch kleine Überschriften, die den Monat und die Perspektive anzeigen, klar erkennbar, sodass man die Geschehnisse gut in einen temporären Zusammenhang setzen kann.

Die vergangenen Handlungen werden in einem meist langen Kapitel von Liz wiedergegeben, an deren Erzählungen ein kürzeres, dennoch relativ langes, Kapitel aus Phils Perspektive anknüpft.

Ich benötigte etwas Zeit, um diese wiederkehrende Struktur herauszufiltern und war anfänglich in der zeitlichen Abfolge der Dinge verwirrt, habe ich nicht richtig auf die Jahreszahlen geachtet.
Die Länge der Kapitel empfand ich als viel zu lang, sodass ich mich öfter fragte, wann nun endlich ein Einschnitt kommt.
Eine zusätzliche Unterteilung in kleinere Abschnitte innerhalb Liz' Erzählungen wäre viel angenehmer gewesen, hat es dafür doch viele Stelen gegeben, die passend gewesen wären.

Die erste Hälfte des Buches war noch relativ interessant und Ashley und ich haben durchgehend über den Ausgang des Buches diskutiert, aber je länger das Buch wurde, desto mehr störte mich einfach alles.

Wie ich bereits im ersten Punkt erwähnte, habe ich mit einer völlig anderen Struktur bezüglich des Aufbaus des Buches gerechnet.
Ich dachte, der Klappentext wäre die Ausgangssituation, auf deren Szenen sich die weiteren Kapitel aufbauen.
Hätte man innerhalb der Handlung die Vergangenheit herausfinden müssen, wäre es für mich weitaus spannender gewesen, als ständig 1 Jahr oder weniger zurückzuspringen und zu lesen, was dort passiert ist.

Wir beide waren nur noch genervt von Dingen, die wir beim Lesen erfuhren, von den Protagonisten und ihren Handlungen (auch wenn ich sie teilweise als realistisch betiteln würde) und generell der gesamten Atmosphäre in der genannten Wohnanlage.
Alles wirkte irgendwie steril und gar nicht heimelich oder gar gemütlich.
Man hatte durchgehend das Gefühl, dass hier alles andere wichtiger war, als die Menschen, ihr Leben und ihre Probleme an sich.

Bezüglich der anderen Figuren im Buch, die wir durch die Wohnanlage kennenlernen, kann ich nur sagen, dass man mit diesen in den Anfängen des Buches regelrecht 'beschmissen' wird.
Man lernt sie kaum näher kennen und wenn erfahren wir nur einzelne Aspekte der Charaktere über bestimmte Personen.
Auf mich wirkten gerade die stetig lästernden/tratschenden Frauen alle gleich affektiert und auf die falschen Prioritäten setzend, sowie die Männer, die hauptsächlich mit ihrer Abwesenheit glänzten.

Das Ende des Buches war für mich ein absoluter Flop!
Die Autorin hätte vielerlei Möglichkeiten gehabt das Buch enden zu lassen, hat sich aber für die unspektakulärste, vorhersehbarste und einfach langweiligste Lösung entschieden, die nicht nur mich enttäuscht zurückließ.
Nebenbei diskutierten wir außerdem darüber, ob die Schilderungen der Autorin so überhaupt sinnvoll sind und nicht eher anders ablaufen würden.

Ebenso wurde ich recht unbefriedigt zurückgelassen, was das weitere Leben der McGinnis angeht. Hier hätte ich mir, wenn auch nur kurz, eine Ausführung darüber gewünscht, wie sich ihr Leben nun gestalten wird.

 

 

Fazit

Wer mich und meine büchermäßigen Vorlieben kennt weiß, dass ich kein Problem mit Dramen und dem, auf gut Deutsch gesagt, "Hin und Her" in Thriller habe, denn bei guter Umsetzung machen genau diese Aspekte ein Buch für mich spannend und interessant.
Ich kann miträtseln und werde meist durch eine überraschende Auflösung begeistert.

Mit diesem Buch hat Treck DeBoard mich aber leider alles andere als begeistert.

Abgesehen von der Tatsache, dass sich das Buch um 100 Seiten minimierter vermutlich als rasanter und packender gestaltet hätte, habe ich mich irgendwann konstant über die handelnden Charaktere geärgert.

Bis zur Hälfte des Buches hätte ich 3/5 Sternen verteilt, da man doch seine eigenen Theorien aufgestellt hatte, wie die ganze Situation nun ausgehen kann/wird, doch dann sank der positive Unterhaltungsfaktor stetig.

Das Ende hat mich dermaßen verärgert, dass auch 3/5 Sternen noch zu viel wären, weshalb ich leider nur noch maximal 2,5/5 Sternchen verteilen kann.

Ein Thriller, der nicht schlecht begann, sich aber durch sprunghafte und teils unfreundliche Charaktere mit wirren Handlungen und ein absolut unbefriedigendes Ende immer weiter von der Punkteskala herunter schreibt.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(76)

132 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 51 Rezensionen

thriller, berlin, martin krist, spannung, kannibalismus

Märchenwald

Martin Krist
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548287645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(107)

192 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 87 Rezensionen

thriller, julia corbin, mannheim, kriminalbiologie, die bestimmung des bösen

Die Bestimmung des Bösen

Julia Corbin
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.05.2017
ISBN 9783453359345
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: „Die Bestimmung des Bösen“
Autor: Julia Corbin
Erscheinungsdatum: 9. Mai 2017
Seitenanzahl: 416 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Diana Verlag
ISBN: 978-3-453-35934-5
Klappentext:
„Schließ die Augen und zähl bis hundert.“ Dies sind die letzten Worte, die Alexis von ihrem Vater hört. Kurz darauf sind ihre Eltern tot, und das kleine Mädchen bleibt als Waise zurück, verfolgt von traumatischen Erinnerungen.

Dreiundzwanzig Jahre später ist Alexis Hall Kommissarin bei der Mannheimer Kripo. Die wahren Gründe, warum sie zur Polizei ging, kennt niemand. Als mehrere brutal entstellte Frauenleichen in einem Wald entdeckt werden und sie die Ermittlungen leiten soll, holt sie ihre Vergangenheit ein. Denn die weißen Anemonen, mit denen die Toten geschmückt sind, kennt Alexis nur zu gut – aus ihrer Kindheit …
(Quelle: Randomhouse)

Hier kannst Du Julia Corbins „Die Bestimmung des Bösen“ kaufen.

 

Wieder einmal kommt von mir an erster Stelle das große Dankeschön an den Diana Verlag, sowie die Verlagsgruppe Randomhouse, für die Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar!

 

Cover und Klappentext

Für meinen Geschmack ist das Cover relativ schlicht und eintönig gehalten. Die roten Blutspritzer auf weißen Untergrund springen dem interessierten Leser sofort ins Auge.

Den Titel finde ich, vor dem Hintergrund des Inhalts, wirklich passend. Anfänglich brauchte ich etwas, um eine Verbindung von Titel und Handlung zu erkennen, was im Nachhinein betrachtet aber keinesfalls schlimm war.

Der Klappentext ließ mich neugierig zurück, obwohl hier ein altbekanntes Thriller-Klischee angesprochen wurde: ein Kind, das in frühster Kindheit traumatische Erfahrungen erlebt hat, geht später zur Polizei und wird dort mit einem Fall konfrontiert, der es an die Vergangenheit erinnert. In welcher Weise auch immer.

Obwohl dies also eher als „08/15“ oder „typisch“ bezeichnet werden kann, hat mich der erste Teil des Klappentextes, sowie die bereits vielen positiven publizierten Meinungen zu dem Buch dazu veranlasst, es dennoch zu lesen.

Und ich wurde nicht enttäuscht.

 

Figuren

Aber widmen wir uns erst einmal den wichtigsten Charakteren im Buch:

Der, bereits im Klappentext vorkommenden Kommissarin, Alexis Hall und ihrer guten Freundin, der Kriminalbiologin Karen Hellstern.

Alexis habe ich zunächst als toughe junge Frau wahrgenommen, die sich in einem Männer dominierten Beruf gut durchzusetzen weiß.
Im Laufe des Buches offenbarte sie aber ihre menschliche, verletzliche Seite und wurde für mich dadurch noch authentischer.

Zwischenzeitlich konnte ich mir nicht gänzlich sicher sein, was den Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte angeht, was es für mich als Leserin allerdings nur noch interessanter machte.

Ich konnte mich gut in sie und ihr Handeln hineinversetzen, auch wenn ich sie manchmal gerne durchs Buch schütteln wollte, um sie von ihren Vorhaben abzubringen und auf die ‚richtige Spur‘ zu lenken.

Alexis‘ Vergangenheit empfand ich als äußerst spannend. Ich wollte unbedingt erfahren, was damals geschehen ist und wie es mit ihrem aktuellen Fall zusammenhängt.
Nach und nach kamen immer mehr Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend ans Licht, die man selbst in die Gegenwart einpuzzlen konnte.

Karen Hellstern habe ich als gute Freundin kennengelernt, die am meisten von der Biologie fasziniert ist und in ihrem Beruf vollkommen aufblüht.
Sie ist mit Herz und Seele dabei und versucht der Polizei, so gut sie kann, unter die Arme zu greifen.

Gerade in der zweiten Hälfte des Buches erfahren wir einige Dinge über ihre Familienangelegenheiten. Ab dort verwandelte sie sich für mich regelmäßig von der hartgesottenen, sehr intelligenten Kriminalbiologin in einen herzlichen Familienmensch.

 

Schreibstil und Inhalt

Ich muss gestehen, dass ich anfänglich kleinere Probleme hatte, in das Buch einzufinden.
Ich konnte es nur stockend lesen und kam nicht recht voran.

Nach und nach gewöhnte ich mich allerdings an den Schreibstil und den massiven theoretischen, biologischen Input.

Man merkt anhand des Stils und der Handlung des Buches, sowie der Protagonisten, dass die Autorin Biologin ist und das Maximale an Wissen in diesen Thriller stecken wollte.
Ich selbst belegte in der Oberstufe einen Biologie Leistungskurs, was mir innerhalb dieses Buches das ein oder andere Mal tatsächlich zugute kam.

Ich las interessiert über Verwesungsgerade der Leichen, pürierte Madenproben, sowie die Aussagekräftigkeit von Geruch und äußerlichem Zustand von toten Lebewesen.

Leider muss ich dazu sagen, dass etwas weniger Biologie dem Thriller gut getan und mehr Leben eingehaucht hätte, da es zeitweise wirklich anstrengend war, das Gelesene zu Verarbeiten und in Verbindung zu anderen Dingen der momentanen Handlung zu setzen.

Die Handlung erfahren wir als Leser in verschiedenen Erzählperspektiven, die uns Alexis als Person, die Vergangenheit, die Fortschritte von Karens Arbeit und später das Leben einer zunächst unbekannten Person näher bringen.

Beginnen tut dies mit einer Rückblende von vor 23 Jahren. Die Zeitabstände der Rückblenden werden immer kürzer, sodass wir die Erlebnisse von über 20 Jahren in relativer kurzer Zeit miterleben.

Der Prolog an sich weckte meine Neugier und ist gut geschrieben.

Von einem rasanten Einstieg geht es direkt weiter in die nächste rasante Szene, in der der Leser mit relativ detailliert beschriebenen Gewalttaten konfrontiert wird.

Nach und nach scheint es Verbindungen zu Alexis‘ Privatleben zu geben und man wird auf eine spannende Reise durch Vergangenheit und Gegenwart mitgenommen.

Ich würde nicht sagen, dass der Spannungsbogen kontant hochgehalten wird, da es doch einige Momente gab, die hätten abgekürzt werden können.
Andererseits gab es dann wieder jene Situationen, über die ich gerne mehr gelesen hätte.

Hauptsächliches Interesse hatte ich tatsächlich an Alexis, ihrer Person, ihrer Vergangenheit und ihren aktuellen Handlungen, sodass der Kriminalfall für mich teils in den Hintergrund rückte und ich mich durchgehend fragte, wie alles nun zusammenhängen kann.

Im Laufe der Handlungen lesen wir Kapitel aus der Sicht eines unbekannten Dritten.
Hier hatte ich zwischendurch eine Vermutung, die die Identität des Dritten betrifft, die ich dann wieder verwarf, nur um am Ende doch recht zu behalten.

Generell haben wir es hier nicht nur mit einem Fall und einer Auflösung zu tun, sondern mit einem Geflecht aus mehreren Ereignissen und Hintergründen.
Einer der Handlungsstränge war ziemlich vorhersehbar, was den Täter betrifft. Die Auflösung ist bestimmt auch deutlicher, wenn man, im Gegensatz zu mir, gut darin ist, Storys vor dem Ende des Buches zu lösen.

Das Buch beschäftigt sich ebenfalls mit, in meinen Augen, ethischen und moralischen indirekten Fragen, durch die man selber anfängt über dieses Thema nachzudenken und seine Einstellung dazu zu überdenken.

Achtung, der folgende Abschnitt könnte Spoiler enthalten!

Ebenso lernen wir hier das fiktive kill:gen kennen, das Alexis‘ Adoptivvater erforscht und studiert hat. Er hat massig Studien darüber geleitet und Thesen veröffentlicht.

Hier ist der mögliche Spoiler zu Ende.

Nun stell dir selbst einmal die Frage:

Glaubst du an eine genetische Vererbung von „Gut“ und „Böse“?
Hat man selbst automatisch die Veranlagung zum „Bösen“, nur weil die Eltern bisher nicht die klügsten Entscheidungen getroffen haben?

Ich selbst sehe das entstehende Leben und die Charakterentwicklung eher als ein Zusammenspiel von Anlage und Umwelt.
Ich denke schon, dass gewisse Vorlieben oder Charaktereigenschaften durchaus vererbbar sind, allerdings möchte ich auch in großem Teil an den Einfluss der Umwelt auf die Entwicklung des Ichs glauben.

Und genau vor diesem Hintergrund empfinde ich den Titel als wirklich passend, denn gibt es eine „Bestimmung des [oder besser „zum“] Bösen“?

Diese These wird in den einzelnen Handlungssträngen immer wieder indirekt und teils ziemlich drastisch beleuchtet und innerhalb der fiktiven Handlung des Buches thematisiert.

Das Ende beziehungsweise die Auflösung des großen Ganzen und das Zusammenkommen der einzelnen Stränge ist nicht mehr gänzlich überraschend, da man schon vorher ahnt, auf was diese hinauslaufen wird.

Mit einem Aspekt des Endes bin ich allerdings unbefriedigt zurückgelassen worden.
Hier hätte ich mir definitiv mehr Input und einen Abschlussabschnitt gewünscht.

 

 

Fazit

Wer die Bücher von Kathy Reichs verschlungen hat, wird hier definitiv auch bedient.

Dieser mit biologischen und ethischen Fakten, sowie Einstellungen, gespickter Thriller weckt in jedem die Neugier, der sich ein wenig mit Kriminalbiologie und genetischer Veranlagung auseinandersetzen möchte.

Für Leser, die eher auf getaktete und strikte Polizeiarbeit und Ermittlungen ohne große Bohei stehen, wird dieser Thriller wohl nicht das Highlight des Jahres werden.

Ich selbst wurde von Autorin Julia Corbin durchweg gut unterhalten, sodass man über den, für meinen Geschmack, übergroßen Anteil an Biologie teils hinwegsehen kann.
In den meisten Szenen war ich allerdings mit großem Interesse dabei und habe gespannt verfolgt, wie später alles zusammengesetzt wird.

Der Aspekt am Ende, den ich im oberen Abschnitt als etwas zu kurz deklariert habe, könnte allerdings im nächsten Buch der Autorin auftauchen, das „Das Gift der Wahrheit – Ein Fall für Hall und Hellstern“ heißen und somit den zweiten Band rund um Alexis und Karen darstellen wird.
Daher hoffe ich, dass dies dort ebenfalls noch einmal Thema sein wird.

Im Großen und Ganzen möchte ich Julia Corbin für ihr Debüt 4/5 Sternchen geben und freue mich auf den nächsten Teil, der am 9. Juli 2018 erscheinen wird!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(430)

902 Bibliotheken, 60 Leser, 0 Gruppen, 139 Rezensionen

flugangst, thriller, sebastian fitzek, psychothriller, flugangst 7a

Flugangst 7A

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer, 25.10.2017
ISBN 9783426199213
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Flugangst 7A"
Autor: Sebastian Fitzek
Erscheinungsdatum: 25. Oktober 2017
Seitenanzahl: 400 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Hardcover 22,99€
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3-426-19921-3
Klappentext:
Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt.
Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen.

Ein Nachtflug Buenos Aires-Berlin.
Ein labiler Passagier, der unter Gewaltphantasien leidet.
Und ein Psychiater, der diesen Patienten manipulieren soll, um an Bord eine Katastrophe herbeizuführen.
Sonst verliert er etwas sehr viel Wichtigeres als sein Leben ...
(Quelle: Droemer Knaur)

Hier kannst Du "Flugangst 7A" kaufen.


 

Zunächst einmal möchte ich mich herzlichst für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares beim Droemer Knaur Verlag bedanken!

 

Cover und Klappentext:

Was soll ich schon zum Cover sagen? 
Ich liebe es! Es macht neugierig und ist auf seine eigene Weise mysteriös. Dies liegt vermutlich an der Hand und weiter im Hintergrund der Frau, die in dem Fenster der 3D ähnlichen Flugzeugtür erscheinen.

In meiner Ausführung ist lediglich die Hand durchgängig dort, doch in den normal verkäuflichen Versionen erscheinen Frau und Hand, je nachdem wie man das Buch hält und plötzlich ist sie wieder weg.
Wir haben es hier mit einem Wackelbild zu tun, das besser sichtbar ist, wenn man den Schutzumschlag abnimmt. 

Auch unterhalb des Umschlages ist das Buch ein Hingucker, denn es hat die typischen Farben und Abnutzungs-/Rosterscheinungen eines Flugzeuges.
Leider habe ich dies ebenfalls nicht, denn mein Buch ist lediglich blau.

Der Klappentext hat mich sofort in den Bann des Buches gezogen, denn Wörter wie "Psychiater", "labil" und "Patient" machen mich bei Büchern sehr glücklich (sofern der Inhalt des Buches stimmt und es gut umgesetzt wird).

Allerdings muss ich gestehen, dass ich Bücher von Fitzek blind und umgehend kaufe, da sie mir bisher immer gut bis fantastisch gefallen haben.
Trotzdem finde ich die Covergestaltung und die Inhaltsangabe sehr passend.

Den Titel hätte man vor dem Hintergrund des Inhaltes etwas passender wählen können, doch dann würde man vermutlich schon früh auf die richtige Fährte gebracht werden - was natürlich niemand will.

 

Figuren

Zu Beginn lernen wir Nele kennen, die kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes steht und demnach ziemlich aufgeregt ist.
Scheinbar war sie anfänglich dem Kind gegenüber eher zwiegespalten, freut sich aber jetzt auf die Ankunft ihres "Murkels", wie sie es nennt.

Ich habe sie als freundliche, starke Frau mit einigen Problemen und Sorgen kennengelernt, die eine nicht unbedingt angstfreie Vergangenheit hinter sich hat.
Ich fieberte im Laufe des Buches mit ihr und habe ihre Ängste sehr gut verstehen und mich in die hineinversetzen können.

Wir lesen im Laufe des Buches immer mehr über die Instinkte und die Liebe einer Mutter, welches ich passend dargestellt und beschrieben finde.

Der zweite Protagonist des Buches ist Mats, Neles Vater, der sich gerade auf den Weg zu seiner Tochter begibt, um ihr bei der Geburt beizustehen und ihr auch danach mit dem Baby zu helfen.

Augenscheinlich haben beide nicht das beste Verhältnis zueinander, aber auch die Liebe eines Vaters zu seiner Tochter kann Wände bewegen, auch wenn das Verhältnis eher zerrüttet war/ist.

Ich empfand Mats als sympathischen, intelligenten, aber, bezüglich seiner intensiven Flugangst, paranoiden Mann, der alles für seine Tochter tun würde und seines Verständnisses nach gut auf seinen Flug vorbereitet ist (soweit das eben geht).
Wir erfahren vieles über die Vergangenheit von Mats, was er bisher durchstehen musste und was er erlebt hat. 

Das gebrochene Verhältnis von Nele und Mats wird ebenfalls thematisiert, was die ganze Situation verständlich, real und menschlich macht. Es zeigt dem Leser, wie vergänglich das Leben ist und was es heißt, zu bereuen, zu vergeben.

Eine alte Freundin von Mats und auch Bekannte von Nele wird ebenfalls mit ins Boot geholt, was ich sehr gut fand, denn sie hauchte der Geschichte rund um Nele gerade im letzten Abschnitt des Buches Leben und Dramatik ein.

Wir lernen noch zwei weitere sehr wichtige Charaktere kennen, die ich hier weiter nicht intensiver darstellen möchte, um nicht zu spoilern.
Nur so viel sei gesagt: Ich konnte beide von Anfang an nicht gänzlich einschätzen und war gespannt, wie es mit beiden weitergehen würde.

 

Schreibstil und Inhalt

Das Buch ist in 3 Erzählperspektiven aufgeteilt.
Wir lesen einmal über Neles Situation, über Mats und seine Erlebnisse im Flugzeug während seines Fluges, sowie über die Handlungen einer dritten Person.

Alle Perspektiven sind bei den Anfängen der Kapitel gut durchschaubar anhand von Name und Uhrzeit aufgelistet, sodass man sofort weiß, wessen Erlebnisse man gerade verfolgt. Durch die Zeitangaben kann man alle Handlungen sehr gut in einen temporären Rahmen setzen und die Ereignisse demnach besser einordnen.

Ein Handlungsstrang beschäftigt sich in hohem Maße mit der Milchproduktion, sowie ihren Nachteilen. Dies wurde aus meiner Sicht an manchen Stellen zu sehr thematisiert, sodass ich mich freute, sobald ich mit meinen Gedanken wieder im Flugzeug war.
Dies war definitiv der spannendere Part für mich!

Zum Schreibstil möchte ich gar nicht so viel sagen, außer:
Fitzek schafft es wie kaum jemand sonst, den Leser schnell und mit einfachen Worten in seinen Bann zu ziehen.
Man fliegt nur durch die Kapitel, sodass man das Buch, wenn man mag, zügig, aber trotzdem angenehm und spannungsgeladen durchlesen kann.
(Ich hatte es innerhalb eines halben Tages gelesen.)
Die Kapitel enden oftmals mit dem obligatorischen Cliffhanger, den ich persönlich allerdings sowieso als passendes Stilmittel für Thriller empfinde, sofern er unterschwellig und gekonnt eingesetzt wird.)

Zu Beginn des Buches treffen wir einen alten Bekannten, den wir in einigen anderen Fitzek Thrillern ebenso getroffen haben.
Ich finde es grandios, wenn Autoren bekannte Figuren in neuen Büchern wieder aufleben lassen und sie in eine neue Szenerie setzen.

Der Prolog ist, wie so häufig bei Fitzek, eine Vorausschau auf das Ende des Buches, verrät aber mal wieder nicht zu viel und nicht zu wenig.
Er macht eher Lust auf mehr.

Die Handlung des Buches ist durchgehend interessant, sodass der Spannungsbogen nie abfällt und konstant gehalten wird.
Natürlich erleben wir Höhen und Tiefen, aber es gab keine Stelle, die ich als 'langweilig' betiteln würde.

Als Leser erleben wir viele Wendepunkte und Überraschungsmomente, sowie die bekannte "falsche Fährte", auf die ich eigentlich immer geführt werde.
Wie ich  schon mal erwähnte, bin ich die letzte Person, die Täter oder Auflösung vor dem Ende herausfindet und bei Fitzek war es bei mir noch nie der Fall gewesen.

Der Autor verwendet häufig ziemlich konstruierte und komplizierte Handlungsstränge, die innerhalb der Haupthandlung eher willkürlich zusammengestellt erscheinen, am Ende aber meist sehr passend zu einem großen Ganzen zusammengeführt werden.

Auch ich hatte irgendwann den "Pling" Moment (*hier bitte die obligatorisch plötzlich aufleuchtende Glühbirne über dem Kopf einsetzen*) und die Auflösung war für mich stimmig.

Einige Dinge sind schon recht weit hergeholt, aber wurden dennoch gut in einen Zusammenhang gesetzt.
Für mich sind Bücher zur Unterhaltung dar und bieten reine Fiktion gepaart (!) mit Realismus. Möchte ich eine zu 100% realistische Geschichte, dann lese ich eine Biographie oder Dokumentation.

Es fasziniert mich immer wieder, wie mit der menschlichen Psyche gespielt werden kann und was einige kleine 'Taschenspielertricks' eines Psychiaters bei Menschen auslösen können.

Die Auflösung an sich hat mich mal wieder überzeugt. Natürlich haben wir auch hier wieder den Moment, in dem man in sich geht und sich eine virtuelle Hand gegen die Stirn haut, da man einige Details vorher nicht schon selbst erkannt und entsprechend interpretiert hat.
Sei es bei bestimmten Handlungen, die man hätte enträtseln oder bei Personen in der Geschichte, die man schneller hätte entlarven können.

Das eigentliche Ende des Buches ließ mich etwas traurig zurück, denn wir haben hier kein komplettes Happy End, was das Ganze wiederum natürlicher und realistischer macht, denn auch im wahren Leben gibt es nicht immer ein Happy End.
Und bei den Erlebnissen, die das Buch uns aufzeigt, wäre für ein Happy End für manche Leser vermutlich wieder zu unrealistisch gewesen.

Herr Fitzek ist im Übrigen der einzige Autor, bei dem ich nach der Haupthandlung noch die Danksagung und die letzten Ausführungen lese.
Es ist immer wieder spannend zu lesen, was der Autor sich bei der Ereignissen gedacht hat und wie er auf die Idee zum Buch kam. 
Sebastian Fitzek schließt seine Bücher immer mit einem gewissen Charme und Witz ab, sodass selbst hier der Spaß am Lesen erhalten bleibt.

 

Fazit

Mit "Flugangst 7A" habe ich mal wieder einen brillanten Psychothriller gelesen, der seinem Namen alle Ehre macht.

Nachdem sich Sebastian Fitzek schon mit "Das Paket" eher wieder auf seine ursprünglichen Spuren besinnt hat, hat er mit seinem neuen Werk für mich wieder voll ins Schwarze getroffen.

Ich persönlich mochte auch seine Ausführungen in "Noah", "Das Joshua Profil" etc. sehr, aber wahre Psychothriller werden immer meine Lieblingslesebeschäftigung sein.

Thematiken wie Flugangst, Kuhhaltung in der Milchproduktion, Labilität und Resilienz werden subtil, aber deutlich thematisiert und wurden in meinen Augen fundiert wiedergegeben.

Für spannende Lesestunden, dramatische Wendungen und das Mitfiebern beim Lesen, kann ich nur 5/5 Sternchen vergeben und ein großes 'Danke!' an Sebastian Fitzek richten! :)

  (5)
Tags: buchbesprechung, buchbewertung, droemerknaur, flugangst7a, psychothriller, rezension, sebastianfitzek, thriller   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(155)

226 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 105 Rezensionen

thriller, martin abel, rainer löffler, fallanalytiker, gummersbach

Der Näher

Rainer Löffler
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.04.2017
ISBN 9783404174546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Der Näher"
Teil einer Reihe: Band 3 der Abel-und-Christ-Reihe
(Band 1 "Blutsommer" , Band 2 "Blutdämmerung")
Autor: Rainer Löffler
Erscheinungsdatum: 24. April 2017
Seitenanzahl: 463 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 12,00€
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17454-6
Klappentext:
Ein Thriller wie ein Stich ins Herz

In der Nähe von Köln verschwinden zwei schwangere Frauen. Martin Abel, Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, übernimmt die Ermittlungen. Kurz darauf werden die Leichen einer Mutter und ihres Kindes in einem unterirdischen Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um eine Frau, die vor Jahren verschwunden ist. Dann taucht eine der beiden vermissten Frauen wieder auf und gibt erste Hinweise auf den Täter. Martin Abel muss sich in eine Welt zerstörerischer Fantasien hineindenken. Denn der Mörder tötet nicht nur, sondern platziert etwas im Körper der Toten ... [...]
(Quelle: Bastei Lübbe)

 

Hier kannst du "Der Näher" kaufen.

Meine anderen Rezensionen zu Büchern von Rainer Löffler:

"Blutsommer" (Band 1 der Abel-und-Christ-Reihe)

 

"Der Näher" wurde mir freundlicherweise vom Bastei Lübbe Verlag als Rezensionsexemplar zur Vorbereitung auf das Autoren Meet & Greet mit Rainer Löffler zur Verfügung gestellt.
Viele Dank dafür! :)

Meine Erlebnisse und Erfahrungen zur Frankfurter Buchmesse, sowie meinen Bericht zum Treffen mit Rainer Löffler am Messestand der Bastei Lübbe, findet ihr hier. :)

 

Cover und Klappentext

"Der Näher" weißt offensichtlich ein andere Coverdesign, als die bisherigen Bände dieser Reihe auf.
Dies hat Löffler zu Folge mit dem Wechsel zu Bastei Lübbe zu tun und ist beabsichtigt derart deutlich dargestellt.

Ich persönlich bin begeistert von der äußerlichen Aufmachung des Buches! Sie gefällt mir um Längen besser, als die Gestaltung der ersten beiden Reihenteile.
Allein die haptischen Elemente sind bei diesem Buch einfach grandios.
Der Buchschnitt ist einmalig, störte allerdings beim Lesen, weshalb ich ihn einklappte. Ein Ausklappen und wieder an den Buchschnitt anpassen war allerdings kein Problem.

Die Covergestaltung passt hervorragend zum Titel des Buches, der wiederum perfekt zum Inhalt der Geschichte passt.

Der Klappentext weckte bei mir sofort Interesse und zeigt somit bei mir eine genau gegensätzliche Reaktion zu dem bei "Blutsommer".
Hier finde ich die Inhaltsangabe sachlich, nicht künstlich überzogen und interessant, sodass man unbedingt mehr erfahren möchte.

 

Figuren

Wie zu vermuten ist, ist Martin Abel logischerweise auch hier wieder der Protagonist des Buches.
Wer meine Rezension zu "Blutsommer" gelesen hat weiß, dass ich Abel als äußerst unauthentischen, unsympathischen und nicht unbedingt tiefgründigen Zeitgenossen ansah, was ich nun allerdings revidieren muss.

In "Der Näher" wird Abel viel intensiver und menschlicher beschrieben, was ihn auf mich viel sympathischer wirken ließ. Ich habe mit ihm mitgefühlt, da seine Gefühle, Emotionen und Handlungen ziemlich transparent und sinnvoll waren.
Ich habe in diesem Band relativ schnell Empathie zu ihm entwickeln können und somit eine Verbindung zu ihm aufgebaut.

Ebenso ergeht es mir mit Hannah Christ.
In "Blutsommer" empfand ich sie als etwas nervig, inkompetent und störend. In diesem Band allerdings war sie für mich eine wichtige Kompetente für die Handlung und auch für die Charakterentwicklung von Abel.

Christ war auch hier eher eine Nebenfigur, hat aber in der Hintergrundhandlung einige wichtige Stellen, die zur Haupthandlung beitragen und zu einer gewissen beklemmenden Stimmung beitrugen.

Sie wirkte auf mich wie eine natürliche, toughe und starke Frau, die weiß, was sie will, trotzdem aber Sorgen und Ängste hat, was sie nur noch menschlicher und authentischer erscheinen lässt.

In diesem Buch lernen wir noch einige andere Charaktere kennen, die für die Geschichte wichtig sind, denn Abel wird von seinem Vorgesetzten nach Gummersbach geschickt, wo er die hiesigen Kollegen unterstützen soll.

Hier tritt inbesondere eine Person besonders in den Vordergrund, auf die ich jetzt allerdings nicht weiter eingehen möchte, um euch die Spannung nicht zu nehmen. :)

 

Schreibstil und Inhalt

Nachdem ich im ersten Teil ein ziemlich großes Problem mit dem Sprecher des Hörbuches hatte, habe ich mich bei diesem Teil dazu entschieden, es als Buch zu lesen, um das Lesevergnügen zu erhöhen und nicht zu riskieren, mir die Story abermals durch einen Sprecher kaputt machen zu lassen.

Es stellte sich schnell heraus, dass es eine sehr gute Idee gewesen war.

Das Buch wirkt direkt übersichtlicher und ist schön anhand von Überschriften aufgeteilt, die die einzelnen Tage/Daten kenntlich machen, sodass man als Leser gut die temporäre Linie des Thrillers nachvollziehen kann.

Rainer Löffler beweist bei diesem dritten Band ein tolles Gespür für das Wecken von angemessenen Emotionen an den passenden Stellen und einen angenehm flüssigen Schreibstil, der dazu beiträgt, dass man das Buch sehr gut durchlesen kann.

Das Buch beginnt mit einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer, welches für mich gut zu interpretieren war, auf welches ein Prolog folgt, der den Leser direkt per "Du" anspricht und ihn so direkt in die Story mit hineinzieht.
Man fühlt sich als Leser direkt mit der Handlung verbunden.

Bereits zu Beginn nimmt die Handlung ziemlich schnell Fahrt auf und man befindet sich relativ zügig in immer neuen rasanten Handlungssträngen, die den Spannungsaufbau unterstützen und eine Spannungskurve darstellen, die auf einem konstanten Level auf hohem Niveau gehalten wird.

Da ich den zweiten Teil der Reihe ("Blutdämmerung") aufgrund der schlechten Erfahrungen mit Teil 1 ausgelassen und mit diesem dritten Band weitergemacht habe, da mich der Klappentext viel mehr angesprochen hat, wurde ich vermutlich in den Anfängen dieses Buches über den Ausgang des zweiten gespoilert.
Natürlich liest man normalerweise Teil 2 vor dem dritten Band, weshalb ich dies unmöglich als negativen Punkt ankreiden kann.
(Allerdings muss ich dazu sagen: Beim Schreiben dieser Rezension habe ich den genannten Bezug zu "Blutdämmerung" bereits wieder vergessen, was zeigt, dass er eher im Hintergrund und unauffällig mit eingebracht wurde.)

Durch die Kapitel aus den Perspektiven der schwangeren Frauen konnte man sich noch intensiver in das Geschehen einfinden und die Ausmaße noch genauer erkennen.

Löffler beschreibt einige Aspekte wirklich blutig und abscheulich, bewahrt dabei aber einen passenden Stil für Beschreibungen und Details.
So wird noch deutlicher, was im Kopf des Täters vor sich geht und man kann Mitleid, Abscheu und Ekel kaum zurückhalten.

Ebenso erlebt man als Leser Kapitel aus der Sicht eines Unbekannten, die ich allerdings relativ zügig als die Perspektive des Täters entlarvt habe.
Wir tauchen hier in die Vergangenheit und somit die Kindheit des Täters ein und versuchen zu verstehen, wieso er heute zu den Taten fähig ist, von denen wir vorher und nachher gelesen haben und noch lesen werden.

Somit hat "Der Näher" außerdem einen gut ausgearbeiteten, aber für Laien absolut verständlichen psychologischen Aspekt, den, glaube ich, wirklich jeder gut für sich selbst interpretieren und es auf das Geschehen anwenden kann.

Neben der Psychologie bekommt man als Leser auch noch Teile der griechischen Mythologie, der fetalen Biologie, der Kunst von Michelangelo und auch Aspekte der Religion geboten.

Auch wenn es sich anhört, als hätte der Autor zu viele verschiedene Aspekte in ein Buch packen wollen, versteht Löffler es jedoch hervorragend, diese verschiedenen Bereiche in einen logischen Zusammenhang zu bringen und ein gut konstruiertes Gebilde für die Handlung der Story zu bauen, in die es ebenso perfekt hineinpasst.

Rainer Löffler wirft diese Aspekte außerdem ähnlich laienhaft, wie die psychologischen Aspekte, in die Geschichte ein, was durchaus positiv ist, da es zum leichteren Verständnis der Handlung und ihrer Handlungsstränge, sowie der theoretischen Basis beiträgt.

Auch das Ende des Buches empfand ich als überraschend.
Zwar habe ich damit gerechnet, dass es kaum ein bisher unbekannter Mensch sein kann, aber dieses Ausmaß habe ich nicht erwartet, weshalb das noch ein zusätzlicher Pluspunkt ist.

 

Fazit

Mir gefiel das gesamte Buch einfach nur sehr gut.

Es gab Entwicklungen der Charaktere, immer neue Hinweise zum Fall, den Abel ermittelt, private Hintergrundhandlungen, die jedoch keineswegs zu aufdringlich wirkten und daher angenehm zu erfassen waren und mythologische, biologische, psychologische und religiöse Aspekte, die einfach in Verbindung gesetzt werden konnten.

Der Autor hat es geschafft, den Spannungsbogen kontinuierlich hoch zu halten und immer neue rasante Wendungen und Handlungen einzubauen, sodass es zu keinem Zeitpunkt langweilig wurde.

Ich wurde von diesem Buch mehr als positiv überrascht, nachdem ich "Blutsommer", wie bereits erwähnt, eher schlecht fand, und freue mich schon sehr auf den nächsten Teil mit Martin Abel und Hannah Christ!

Natürlich bekommt das Büchlein von mir nach so viel Lob volle 5/5 Sternchen! :)

  (4)
Tags: band3, basteilübbe, bestialisch, bewertung, dernäher, dritterteileinerreihe, rainerlöffler, rezension, serienmörder, thriller   (10)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(341)

574 Bibliotheken, 5 Leser, 10 Gruppen, 146 Rezensionen

thriller, köln, serienmörder, metzger, fallanalytiker

Blutsommer

Rainer Löffler , ,
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.06.2012
ISBN 9783499257278
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Blutsommer"
Teil einer Reihe: Band 1 der Abel-und-Christ-Reihe
(Band 2 "Blutdämmerung", Band 3 "Der Näher")
Autor: Rainer Löffler Sprecher: Thomas Wencke
Erscheinungsdatum: Buch: 1. Juni 2012 / Hörbuch: 7. Januar 2013
Seitenanzahl: 496 Seiten / gekürztes Hörbuch 7 Stunden 10 Minuten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€ / Hörbuch im audible Abo maximal 9,95€
Verlag: Rowohlt Verlag / audio media verlag
ISBN: 978-3499257278
Klappentext:
Das 1x1 des Grauens. 

Eine Dunstglocke liegt über der Stadt. Die Hitze ist unerträglich. Und dann der Geruch, dieser furchtbare Geruch!

Der Picknickausflug von Familie Lerch nimmt ein grausiges Ende, als sie im Wald auf einen dunklen Haufen stößt, von Fliegen und Maden bedeckt: Der «Metzger» hat wieder zugeschlagen.

Martin Abel, bester Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, wird zur Unterstützung der Polizei nach Köln beordert. Keiner kann sich so gut in die Gedankenwelt von Serienmördern hineinversetzen wie er: eine Gabe, die einsam macht. Abel glaubt, an Schrecklichem schon alles gesehen zu haben. Doch das hier – das ist eine neue Dimension.
(Quelle: Amazon)

 

Hier kannst du "Blutsommer" als Buch kaufen.

Hörst du lieber Hörbücher? Dann klicke hier für das digitale Hörbuch und hier für die Audio CD!

 

Vorab möchte ich euch nochmal darauf hinweisen, dass ich "Blutsommer" als Hörbuch bei audible gehört habe!

 

Cover und Klappentext

Das Cover des Buches wirkt relativ schlicht, obwohl vieles im Hintergrund zu erkennen ist.
Zuerst sticht jedoch der Titel des Buches hervor, der in Flammen zu stehen scheint.
Im Hintergrund vermute ich Felsen und ein Feld davor, dessen Pflanzen den Titel unterhalb untermalen.

Der Klappentext wirkt etwas künstlich überdramatisiert. Auf mich wirken Äußerungen, wie "bester Fallanalytiker des LKA" oder "Doch das hier erreicht neue Dimensionen!" mittlerweile viel zu alltäglich und ziehen mich daher nicht mehr in ihren Bann.
Schlimmer noch stoßen sie mich eher ab.

Wirklich neugierig gemacht hat mich der Klappentext daher nicht.
Da ich jedoch viele positive Meinungen über das Buch, sowie generell den Autor und die gesamte Reihe gehört habe und dies auch von Lesern mit einem ähnlichen Buchgeschmack, wie meinem, habe auch ich mich an die Reihe machen wollen.

 

Figuren

Als Protagonisten lernen wir den Fallanalytiker Martin Abel kennen, den ich als ziemlich eintönigen und wenig tiefgründigen Menschen erfasst habe.
Leider wirkte er auf mich wenig sympathisch und somit konnte ich kaum eine Verbindung zu ihm aufbauen, seine Handlungen gut nachvollziehen oder Empathie entwickeln.

Ebenso erging es mir leider auch mit Hanna Christ, die Tochter einer wichtigen Persönlichkeit beim LKA - Abel's Chef.
Christ erschien mir des Öfteren absolut inkompetent und handelte (in meinen Augen) ebenso oft willkürlich, ohne, dass ich es wirklich verstehen und mich in sie hineinversetzen konnte.

Ich hatte das Gefühl, dass sie außerdem kaum etwas zum Fall beiträgt und nur für private Randbeziehungen in die Story geschrieben wurde.
So hatte ich ein komisches Gefühl bei der Zusammenarbeit bzw. den Zusammentreffen von Abel und Christ, welche unangenehme Ausmaße annahm, die für mich aus heiterem Himmel auftraten.

Abel zeichnete sich auch in anderen Beziehungen merkwürdig ab. So erschien mir sein Verhältnis zur Witwe des Opfers doch als eher seltsam und unangebracht.

 

Schreibstil und Inhalt

Am Schreibstil an sich habe ich kaum etwas auszusetzen, denn man konnte vom Ausdruck, der Grammatik und dem Satzbau der Geschichte gut folgen.

Und, jetzt kommt das große 'aber':

Für mich war die Wahl des Hörbuches ein ziemlich großer Flop.
Dem Sprecher ist absolut nicht angenehm zu lauschen, da er eine, in meinen Ohren, quietschige Stimme hat und diese relativ aufdringlich rüber bringt.
Thomas Wencke schien seinen Text förmlich runterzurattern, sodass, in Verbindung mit seiner viel zu hellen Stimme, die düstere Atmosphäre eines Thrillers schnell verloren ging.

Leider habe ich es versäumt, mir vor dem Kauf die Hörprobe anzuhören.
Daher mein Tipp:
Hört immer kurz in die Hörprobe rein und schaut, ob euch der Sprecher zusagt. Denn ein euch unangenehmer Sprecher macht so manches kaputt...
(Bei audible habt ihr laut deren Aussage außerdem die Möglichkeit, ein Hörbuch, das nicht gefällt, zurückzugeben.
Dies habe ich allerdings nicht in Anspruch genommen, da ich angefangene Hörbücher dann auch beenden möchte.)

Apropros "ein unangenehmer Sprecher macht so manches kaputt":
Für mich litt die Stimmung und die Spannung absolut darunter.

Spannung und ein Spannungsbogen waren für mich kaum vorhanden, da man außerdem von vornherein den Namen des Mörders kennt und daher lediglich auf seinen Auftritt wartet.
Natürlich weiß man nicht, inwiefern er in die Geschichte hineinpasst oder welche Rolle er spielt, aber für mich ist die Bekanntmachung des Namens des Täters ein absolutes No-Go für Thriller!

Bei mir persönlich kommt meist kaum mehr Spannung und Interesse auf, da mir das Geheimnisvolle und mysteriöse Rätseln, was Thriller für mich interessant macht, fehlt.

Der erste Teil des Klappentextes zeigt die ersten paar Kapitel auf, die im weiteren Verlauf nichts mehr mit dem Buch zu tun haben.
Natürlich sollte nicht zu viel dem Inhalt eines Buches auf dem Buchrücken präsent sein, aber den Beginn quasi als Hauptteil der Geschichte darzustellen, missfällt mir dann doch sehr.

Bezüglich des Täters (und eines nicht existenten Spannungsbogens) wird man zwar auf eine falsche Fährte gelockt, was für mich aber auch eher gedrungen und nicht unbedingt gut konstruiert klang.
Er spielt eine andere Rolle im Gebilde, als ihm vorher vermutend zugetragen wurde.

Dies könnte ein spannungsfördernder Stil sein, aber mich hat das Buch zu diesem Zeitpunkt einfach nicht mehr in seinen Bann ziehen können.

 

Fazit

Für mich hat definitiv die monotone Stimme von Thomas Wencke die Geschichte kaputt gemacht.
Zudem hatte ich bei den Dialogen der Figuren das Gefühl, dass zwischenzeitlich ein anderer Sprecher reingrätschen würde, was, denk ich, nicht der Fall war, mich aber störte.

Zusätzlich entstand für mich kaum Spannung, die in mir Neugier erweckte, unbedingt weiterhören und herausfinden zu wollen, wer der Täter ist und was eigentlich passierte.

Des Weiteren kam das Hörbuch mit zu vielen irrelevanten Randbeziehungen/-informationen daher, die teils nichts mit dem Fall zu tun hatten und mir die sowieso schon zweifelhaft erscheinenden Protagonisten noch merkwürdiger in Erinnerung blieben ließen.

Und wo wir gerade beim Thema sind:
Abel und Christ empfand ich nicht unbedingt als die sympathischsten und authentischsten Charaktere, die es geben kann.
Eher noch stießen mir einige charakteristische Merkmale eher auf, sodass ich keine gute Verbindung zu beiden herstellen konnte.

Daher kann ich dem Hörbuch leider nur 2/5 Sternchen geben. :(

  (2)
Tags: bewertung, blutigemorde, blutsommer, rainerlöffler, rezensio, rowohl, serienmörder, thriller   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(40)

87 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

housesitter, andreas winkelmann, priska wagner, thomas bennett, thriller

Housesitter

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 18.08.2017
ISBN 9783805251020
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Housesitter"
Autor: Andreas Winkelmann
Erscheinungsdatum: August 2018
Seitenanzahl:  496 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Broschur Ausgabe 14,99€
Verlag: Wunderlich (Rowohlt)
ISBN: 978-3805251020
Klappentext:
Er will dein Haus. Er will deine Frau. Er will dein Leben. Er ist der Housesitter
Stell dir vor, du kommst mit deiner Freundin aus dem Urlaub in dein Haus zurück. Du merkst sofort, dass irgendetwas anders ist: Die Möbel sind verrückt. In der Küche stehen benutzte Töpfe. Die Handtücher riechen fremd. 
Dann spürst du einen jähen Schmerz - und es wird Nacht um dich.
Stell dir vor, du wachst erst nach Tagen im Krankenhaus auf. 
Deine Freundin ist verschwunden - entführt.
Denn da draußen ist jemand, der sich nach einem warmen Heim sehnt. Nach einer liebenden Frau. Nach deinem Leben. Und er ist zu allem entschlossen...
(Quelle: Rowohlt)

Hier könnt ihr "Housesitter" kaufen.

 

Dieses Buch wurde mir vom Rowohlt Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, worüber ich mich sehr gefreut habe!
Vielen Dank dafür. :)

 

Cover und Klappentext

Das Cover ist relativ schlicht und besticht mit der roten hervorstechenden Schrift des Titels.
Auch das Genre ist groß aufgedruckt, was jedoch zum Titel passt.
Der Hintergrund wirkt erst auf den zweiten Blick, ist dann aber sehr gut mit Titel und Klappentext in Verbindung zu bringen.

Der Buchrücken ist einfach schwarz, jedoch ist auch dieser auf seine eigene Weise extravagant, da auch hier die rote Schrift des Titels zu finden ist.

Der Klappentext ist sehr zielgerichtet und spricht den Leser mit "Du" als erste Person an, womit man unwillkürlich indirekt in die Handlung einbezogen wird.
Bereits beim Lesen des Inhalts wurde ich neugierig und wollte unbedingt dir Umstände der Situation und ihren weiteren Verlauf erfahren.

 

Figuren

Als Hauptfiguren treffen wir hier auf Thomas und Saskia, die gerade aus dem Urlaub zurückkehren.
Sie bemerkten merkwürdige Dinge in ihrem Haus, geben jedoch nicht viel darum, da sie an ihrer eigenen Erinnerung zweifeln.
Schnell wird Thomas niedergeschlagen und fast getötet. Als er wochenlang im Krankenhaus im Koma liegt und aufwacht ist Saskia verschwunden - mit dem Mann, der sie überfallen hat.

Ich habe Thomas als liebenden Freund kennengelernt, der sich selbst eher als Schwächling sieht und Konflikten eher aus dem Weg geht, was er selbst stark bedauert.
Als Saskia immer länger verschwunden bleibt macht Thomas jedoch eine Entwicklung durch, die dem Leser natürlich nicht verborgen bleibt.

Er ist eisern entschlossen seine Freundin zu finden und tut alles in seiner Macht stehende, um sein Vorhaben umzusetzen und positiv zu beenden.
Thomas wird zunehmend charakterstärker und auch der Polizei gegenüber eindringlicher, welches die heikle Situation zusätzlich gut unterstreicht.

Saskia erschien mir zu Beginn als toughe Frau, die weiß, was sie will. Bezüglich einiger Aspekte, die wir ebenfalls anfänglich erfahren, ist sie emotional gegenüber, aber dennoch entschlossen.

Am Anfang der Story erschien es mir so, als hätte sie die Hosen in der Beziehung an und wäre der stärkere Part, welches sich im Laufe der Handlung, auch aufgrund der oben genannten Dinge über Thomas, verändert.

Ebenso lernen wir einige Polizisten und Polizistinnen kennen.
Eine ganz besondere Rolle wird von einer Polizistin übernommen, die Thomas bei seiner Suche gewissermaßen unterstützt und sich dabei selber in Gefahr begibt, sowie ihre Karriere gefährdet.

Auch sie spielt einen großen Teil in der Geschichte und war mir zunehmend sympathisch, auch wenn sie sich teilweise forsch, nicht ganz vorurteilsfrei gegenüber ihrem jungen Kollegen und ständig genervt (meistens von eben diesem) gab.
Sie ist sehr beharrlich und vertraut ihrem eigenen Instinkt, der sie vielleicht trügt, vielleicht aber auch nicht.

Schlussendlich lernen wir auch Nina kennen, die auf das Haus ihrer Eltern aufpassen soll, während diese im Urlaub sind.
Was genau passiert, werde ich hier natürlich nicht verraten.
Aber ich empfand Nina als tolle und sympathische Person, die realistische Gedankengänge hat.

 

Schreibstil und Inhalt

Der "Housesitter" beginnt mit einem Prolog der beschreibt, wie der Täter ein Pärchen beobachtet, das in den Urlaub abreist. Wie man aufgrund des Klappentext bereits vermutet, nistet er sich 2 Wochen in deren Haus ein und lebt dort, als wäre es sein eigenes.

Bereits da stellt sich eine beklemmende Atmosphäre ein, denn der Aspekt, dass man jemanden dabei begleitet, wie er in die Intims- und Privatsphäre anderer Leute eindringt, fühlt sich einfach falsch an.

Das Buch ist in mehrere Perspektiven geschrieben. So begleiten wir Thomas, die zu Hilfe kommende Polizistin, den Täter und einen kleinen Jungen, der von seinem gewalttätigen Stiefvater fliehen will, durch die Geschichte und erleben immer mehr Nebenaspekte, die kleinere und größere Hinweise zur Auflösung bieten.

Anfänglich empfand ich die vielen Perspektiven, die in keinster Weise gekennzeichnet sind, als etwas durcheinander, jedoch wurden sie mir im Laufe der Handlung immer klarer, weil man deutlich erkennen kann, wen man gerade bei seinen Erlebnissen begleitet.

Einige Kapitel sind zusätzlich noch durch eine kursive Schrift gekennzeichnet und heben sich so noch mehr von den anderen ab.

Wir erfahren viele Hintergrundinformationen über den Täter und sein Motiv, welches dazu führt, dass man ihn besser versteht beziehungsweise sich in sein Denken hineinversetzen kann.

Winkelmann hat bestimmte Aspekte gekonnt eingesetzt, sodass der Leser zu jedem Zeitpunkt der Geschichte mitdenkt und rätselt, wie einige Dinge nun in die bisherige Struktur passen.
Das ein oder andere Mal habe ich mich dabei ertappt zu denken, dass nun doch ein bisschen zu viel herumgespinnt wurde und die Zusammenhänge der Ermittlungen und die Vorgehensweise, wie auf weitere Hinweise geschlossen wird, etwas zu gewollt konstruiert sind. Einige dieser Schritte habe ich auch nicht ganz nachvollziehen können, da sich für mich zu schwach waren, als dass ich selbst sie als wirklichen Hinweis hätte enttarnen können.

Dennoch überzeugt mich der Autor mit einer wirklich angenehmen Art des Schreibens.
Ich konnte mich sehr gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen, die charakteristisch gut ausgearbeitet wurden und nicht nur an der Oberfläche kratzen.

Oft habe ich bei Informationen über die Figuren das Gefühl, dass es nichts zur Story beiträgt, aber Winkelmann scheint ganz genau zu wissen, wie er die Balance zwischen "notwendig", "zusätzliche Information, um den Charakter zu bestärken" und "eher unbrauchbar und nicht nötig" halten kann.

Auch die Handlung als solche finde ich durchaus spannend.
Ebenso regt die Basis der Grundidee zum Nachdenken an...

Was würde ich selbst tun, wenn ich nach Hause käme und feststellen würde, dass jemand fremdes in meine Wohnung eingedrungen wäre?

Wie schnell würde ich begreifen, dass etwas nicht so wie sonst ist?

Inwiefern würde ich meinen eigenen Instinkten vertrauen?

Könnte ich noch weiterhin in meiner Wohnung wohnen oder müsste ich mir schnell eine neue Bleibe suchen?

Mit all diesen und noch einigen anderen Fragen wird man in diesem Buch konfrontiert und auch zum Ende kann ich sie nicht gänzlich beantworten (und hoffe es auch niemals zu können).

Die Geschichte überrascht mit einem konstanten Spannungsbogen, den ich so ehrlicherweise nicht erwartet hatte. Ich hatte aufgrund der heimelichen Atmosphäre im eigenen zu Hause damit gerechnet, dass viel mehr der Handlung dort spielen würde und dass der Thriller dementsprechend eher seicht ausfällt.

Dies ist hier nicht der Fall. Das Buch wartet mit einigen Handlungsorten auf, die bildlich beschrieben werden, sodass man sie sich vor seinem inneren Auge genau vorstellen kann.
Ich bin allerdings auch ein Leser mit sehr viel Fantasie und dichte mir meine eigenen Vorstellungen von Umgebungen zusätzlich dazu. 

Durch die Perspektivenwechsel und das Begleiten verschiedener Personen wird es nie langweilig sondern bleibt durchgehend interessant.
Es passiert immer etwas, mal mehr und mal weniger.

Das Ende war für mich nicht unbedingt vorhersehbar, aber selbst wenn es das wäre, wäre ich sehr wahrscheinlich die letzte Person auf diesem Planeten, die es vorher herausfinden würde.
Es ist nicht durchweg ein "Happy End", was ich ebenfalls als eine gelungene Abwechslung bezeichnen möchte.
Die Entscheidung, das Ende derart 'persönlich' zu gestalten und die Auflösung auf ein ebenso bedrückendes Level zu schieben, die mir wieder mal klar machte, wie sehr man in gewisser Weise fremden Menschen vertraut und man sie nie eines Verbrechens bezichtigen würde.

 

Fazit

Mit "Housesitter" kam mir mein erstes Buch von Andreas Winkelmann vor die Linse und es war definitiv nicht mein letztes!
Das nächste ("Tief im Wald und unter der Erde") liegt schon bereit und wurde gestern angefangen.

Ich wurde durch einen ausdrucksstarken, aber nicht allzu aufgesetzt oder unbedingt gewollt überaus professionell klingenden Schreibstil in den Bann des Buches gezogen, das außerdem mit einer Handlung aufwartet, die in Teilen ziemlich realistisch erscheint und den Leser daher persönlich konfrontiert.

Es wird mit einer Angst gespielt, die, glaube ich, jeder Mensch auf einem gewissen Level in sich trägt und der leider einige Menschen auch im wahren Leben gegenüber stehen und sie bekämpfen müssen, denn sie müssen sich ihre Privatsphäre und ihre Sicherheit zurückerobern.

Als FunFact möchte ich an dieser Stelle noch angeben, dass ich Andreas Winkelmann auf der Frankfurter Buchmesse persönlich treffen und kennenlernen durfte, was mir das Lesen des Buches im Nachhinein noch schöner gestaltet hat.
Er ließ im Gespräch durchsickern, dass er gerne Menschen aus seinem eigenen persönlichen Umfeld in seine Geschichten einbaut und auch in "Housesitter" einige davon wiederzufinden sind.
Ich lasse hier mal offen, welche es sind. Vielleicht habt ihr ja einige Ideen. :)

Etwas zu meckern habe ich eigentlich nur an den Formatlitäten und das auf hohem Level, denn ich hätte mir eine klare Einteilung der verschiedenen Perspektiven, sowie eventuelle Datums- und/oder Zeitanzeigen gewünscht, die die Handlung auf den ersten Blick noch deutlicher und realer hätten erscheinen lassen.

Ich möchte dem Buch gerne 4,5/5 Sternen geben und freue mich auf weitere Bücher des Autors! :)

Es gibt von mir natürlich eine absolute Leseempfehlung!

  (1)
Tags: andreaswinkelmann, buchbesprechung, buchbewertung, housesitter, presse, rezension, rezensionsexempla, rowohlt, thriller, wunderlichverlag   (10)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

drama, roman, goldmann, heatheryoung, dasverlorenemädchen

Das verlorene Mädchen

Heather Young , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.08.2017
ISBN 9783442485802
Genre: Romane

Rezension:

Titel: „Das verlorene Mädchen“
Autorin: Heather Young
Erscheinungsdatum: 21. August 2017
Seitenanzahl: 480 Seiten
Genre: Roman
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-48580-2
Klappentext:
Minnesota 1935: Die Familie Evans verbringt ihren Sommerurlaub mit ihren drei kleinen Töchtern Emily, Lucy und Lilith in einem Haus am See. Was paradiesisch beginnt, endet in einer Katastrophe: Die sechsjährige Emily verschwindet eines Tages spurlos. 64 Jahre später: Ihr ganzes Leben hat Lucy das Geheimnis um Emily mit sich herumgetragen. Doch als sie stirbt, hinterlässt sie ihrer Großnichte Justine ein Notizbuch mit Hinweisen, was damals geschah. Justines älteste Tochter Melanie ist von der Geschichte geradezu besessen. Um jeden Preis will sie die ganze Wahrheit erfahren. Aber manchmal ist es besser, die Toten ruhen zu lassen …

 

Zu Beginn möchte ich mal wieder ein großes Dankeschön an den Goldmann Verlag und die Verlagsgruppe Randomhouse richten, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

 

Cover und Klappentext

Das Cover ist relativ schlicht und hat mich ziemlich schnell angesprochen.
Darauf zu sehen ist ein kleines Mädchen umring von Bäumen, die etwas ausgeblichen sind, sodass das Mädchen im Vordergrund und Mittelpunkt steht.

Der Klappentext lässt darauf schließen, dass das abgebildete Mädchen Emily ist, die vor 64 Jahren verschwand.
Ich hoffte auf eine geheimnisvolle und intrigenhafte Familietragödie, auf die der Inhalt schließen ließ.

Leider wurde ich extrem enttäuscht. Aber dazu später mehr.

 

Figuren

Das Buch beginnt, nach einem Zitat von Sophokles, mit der Perspektive von Lucy, der Großtante, die nun verstorben ist.

Über Lucy erfahren wird hauptsächlich Dinge, die in ihrer Vergangenheit als Kind spielen und dort wichtig sind.
Über ihre gegenwärtige Situation bzw. jene vor ihrem Tod wird lediglich ausgesagt, dass sie ein Haus am See besitzt, in dem sie mit ihrer Schwester Lilith gewohnt hat, welches nun ihre Großnichte Justine mit ihren Töchtern Melanie und Angela bewohnt, da sie es geerbt hat.

Über Justine erfahren wir noch einiges mehr. Auf mich wirkte sie zunächst wie eine durchschnittliche, alleinerziehende Mutter, die ihre Probleme hat.
Zunehmend wurde aber klar, dass sie ziemlich mittellos ist und ihre Töchter nicht unbedingt das innigste Verhältnis zu ihr haben, was sich mit der Zeit aber etwas ändert.

Melanie ist der typische zickige und unzufriedene Teenager und Angela die klischeehafte kleine Schwester, für die die Welt noch in Ordnung zu sein scheint.

Keine der Figuren konnte mich großartig überzeugen, mitreißen oder mich mit ausgefuchsten und tiefsinnigen Charakterzügen umhauen.

 

Schreibstil und Inhalt

Wie bereits erwähnt startet das Buch mit einem Zitat. Allerdings ist mir bisher unklar, was genau es zu bedeuten hat.
Da ich Lyrik aber generell nicht viel abverlangen kann, kann es auch an meinem fehlenden Interpretationsvermögen bezüglich dieses Genres liegen.

Das Buch ist in 2 Perspektiven aufgeteilt – die von Lucy und die von Justine.
Lucys Perspektive beschreibt die Vergangenheit, die sie selbst als Geschichte oder Brief an Justine verfasst hat.
Langsam beschreibt sie ihre Kindheit, ihre Sorgen und Ängste und das Leben mit Lilith, Emily und ihren Eltern.
Leider sagte mir der Schreibstil hier nicht ganz zu, weshalb sich diese Abschnitte wirklich schwermütig lesen ließen.

Justines Perspektive spielt in der Gegenwart und, wie bereits erwähnt, erfahren wir einiges über ihr Leben und ihre Absichten.
Diese Abschnitte ließen sich flüssiger lesen, aber trotzdem gab es immer noch ein Problem:

Alle Kapitel, egal aus welcher Perspektive, strotzen einfach vor purer Langeweile.

Nach 250 fängt langsam erstmal das ‚Ermitteln‘ der Tochter Melanie an, wenn man es denn so nennen kann. Denn eigentlich liest sie nur die Bücher, die Lucy damals über Emily geschrieben hat.

Nach knapp 400 Seiten ist die kleine Schwester von Lucy, Emily, immer noch nicht verschwunden und man fragt sich, wozu die restlichen Seiten, die man bis hierhin gelesen hat, überhaupt gut waren.
Für mich haben sie viel zu ausführlich erzählt, wie es zu dem Verschwinden kam.

Natürlich bauen die einzelnen Handlungen aufeinander auf, aber vor allem die Gegenwart aus Justines Perspektive hätte locker um 3/4 gekürzt werden können.

Ich persönlich hätte es auch lieber gesehen, wenn schneller mit dem Verschwinden von Emily aufgewartet worden wäre, um die Umstände aus der heutigen Zeit von Melanie aufklären zu lassen.

Leider ist dies absolut nicht der Fall.
Die Auflösung wird von Lucy innerhalb ihrer Bücher/Briefe geboten, ist aber auch eher unüberraschend und bietet keinerlei Schock-Momente.

Mir war klar, dass ich keinen hochkarätigen Thriller und dementsprechend Thrill erwarten kann, dennoch habe ich in der Vergangenheit schon mit „Roman“ betitelte Bücher gelesen, die Spannung, rasante Wendungen und unvorhersehbare Wendungen boten, weshalb ich sehr gespannt auf dieses Buch war, denn auch Familientragödien sagen mir öfter zu.

Ich würde aber absolut enttäuscht.
Für „Das verlorene Mädchen“ habe ich 2 Wochen gebraucht und wollte auch eigentlich gar nicht weiter lesen, habe mich aber durchgequält.
Auch, weil ich immer hoffe, dass bis zum Schluss noch irgendetwas spannendes passiert. Das gab es in diesem Buch allerdings nicht.

Wenn man auf extrem seichte und amateurhafte familiäre Tragödien steht, die mit keinerlei Spannung und einem zähflüssigen Schreibstil aufwarten, hat man mit diesem Buch einen guten Deal gelandet.

 

Fazit

Wie ihr bestimmt gemerkt hat, konnte mich das Buch in keinster Weise überzeugen.

Von mir gibt es weder Punkte für den Schreibstil, eine originelle Handlung mit einem fulminanten Ende oder tiefgründige Figuren, die einem and Herz wachsen und die man unbedingt weiter begleiten will.

Aus gutem Willen und für den eigentlich spannenden Klappentext, der mehr verspricht als das Buch halten kann, gibt es von mir 1,5/5 Sternchen.

Das war leider nichts. 

  (1)
Tags: dasverlorenemädchen, drama, familientragödie, goldmann, goldmannverlag, heatheryoung, rezensionsexemplar, roman   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(148)

278 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 56 Rezensionen

thriller, todesreigen, andreas gruber, sabine nemez, maarten s. sneijder

Todesreigen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.08.2017
ISBN 9783442483136
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Todesreigen" (4. Teil der Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Reihe)
Autor: Andreas Gruber
Erscheinungsdatum: 21. August 2017
Seitenanzahl: 576 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-48313-6
Klappentext:
"Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin und Ausbilderin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auzulöschen ..."
(Quelle)

Hier kannst Du "Todesreigen" kaufen.

Weitere meiner Rezensionen zu Gruber's Büchern:

"Todesfrist"

"Todesurteil"

"Todesmärchen"

 

Vielen herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und die randomhouse Verlagsgruppe, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!
Ich habe mich sehr gefreut. :)

 

Cover und Klappentext

Da ich mittlerweile auch zu einem Cover-Fanatiker geworden bin, muss ich kurz meckern.
Das Cover sticht mit dem Kontrast vom schwarzen Hintergrund und den gelben Vögeln ziemlich aus der Reihe hervor und gliedert sich nicht so schön ein.
Schon bei Teil 3 empfand ich den geänderten Coverstil als störend in der Optik.

Außerdem kann ich mir die Auswahl der Covergestaltung auch nicht unbedingt erklären, denn das Buch bietet keine Verbindung zum Vogel.

Der Titel war mir auch nicht sofort schlüssig.
Der erste Teil des Titels passt hingegen sehr gut zur Reihe, den zweiten empfand ich eher als unpassend.
Abgesehen davon, dass mir das Wort "Reigen" rein gar nichts sagte, kann ich nach einer Googlesuche nur vermuten, was es damit auf sich hat. Durch die eigene Interpretation kann man bestimmte Bezüge zu dem Inhalt herstellen.

Der Klappentext ist spannend geschrieben, verrät allerdings in Teilen bereits die erste Hälfte des Buchs. 

 

Figuren

Zu den Protagonisten, Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder, brauche ich eigentlich kaum mehr was sagen. Wer die ersten 3 Teile gelesen hat, wird die beiden bereits sehr gut selbst einschätzen können.

Ich persönlich bin nie zu 100% mit Nemez warm geworden, was sich jedoch pro Buch steigert.
In jedem Band lernt man mehr über die beiden Figuren und sie sind sehr tiefsinnig und charakterstark dargestellt.

Sie sind einem einfach sympathisch, weil sie ihre Ecken und Kanten haben und eben nicht perfekt und klischeehaft sind.

Sneijder schon gar nicht. In diesem Buch hat er einen geringeren Part, dessen Grund man im dritten Band erfährt.
Dennoch tritt er in bekannter alter 'Manier' auf und ist der übliche, beliebte Kotzbrocken.

Dieses Buch wimmelt gerade zu von alten Bekannten aus den vorherigen Bänden.
Gruber greift einige auf, die man bereits gut kennengelernt hat und mit deren Namen man sofort etwas anfangen kann.
Ich bin ein großer Fan von rekurrenten Figuren, weshalb ich das Aufgreifen hier besonders gut fand!

Allerdings lernt man natürlich auch neue Charaktere kennen, die mir ebenfalls zunehmend sympathischer wurden. Man konnte im Laufe des Buches ihre Hintergründe verstehen und entwickelte eine Verbindung zu ihnen.

 

Schreibstil und Inhalt

Wie seit Anbeginn der Reihe ist der Schreibstil absolut flüssig und angenehm zu lesen.

Zunächst war ich jedoch etwas verwirrt, da man bereits zu Anfang mit einer Vielzahl an Personen überhäuft wird. Einige kennt man, einige lernt man kennen.
Dieses Gewirr wird jedoch schnell deutlicher und verdichtet sich.

Gruber schreibt diesmal in verschiedenen Perspektiven. Wir begleiten Sabine bei ihrer Suche nach der Wahrheit, Tina bei ihren Ermittlungen, Sneijder bei seinen privaten Machenschaften, einem Mann, den wir neu kennenlernen, bei seinem Leben nach dem Knast und noch einiges mehr.
So erfährt man einen riesigen Rundumblick über das ganze Geschehen und erhält vielerlei Einblicke.

Dieses Buch weist einen etwas anderen Stil als seine Vorgänger auf.
Bisher hatten wir es mit einem starken und sturen Ermittler-Duo zu tun, das sich an die Fersen von Serienmördern heftet und deren Taten aufklärt.

Doch diesmal haben wir es mit einem etwas anderen Fall zu tun:

Sneijder taucht diesmal weniger auf, als bisher, einige bekannte namenhafte Polizisten sterben unter mysteriösen Umständen und Nemez versucht zuerst auf eigene Kappe die Verbrechen aufzuklären.
Dabei stößt sie auf ungeklärte Dinge in der Vergangenheit aller und begibt sich damit in Gefahr.

Andreas Gruber hat sich mit "Todesreigen" in eine etwas andere Richtung verleiten lassen, die jedoch genauso gelungen und packend ist, wie Teil 1-3.

Der Spannungsbogen wird immer konstant oben gehalten, denn es kommen immer mehr Hinweise ans Licht, was das Kramen in der Vergangenheit noch interessanter macht.

Man merkt schnell, dass man auf ein ziemlich komplexes Konstrukt zwischen Figuren, Handlungen und der Zeit stoßen wird.
Es ist ein Auf und Ab von Vertuschungen, Intrigen und Verbrechen, die eine schussgeladene Portion Action ins Buch einbringen.

Vermutlich musste ich deswegen zwischendurch pausieren, um das Gelesene zu verarbeiten. Am Inhalt und Schreibstil lag es in keinem Fall.

Ich habe bereits einige Rezensionen zu diesem Buch gelesen und ich muss nochmals zugeben, dass Sneijder natürlich in diesem Buch weniger Anteil hat, als sonst.
Dennoch erscheint es mir nicht so, als hätte Gruber keine Ideen mehr gehabt oder als wäre Sneijder einfach vergessen worden.
Für mich war es ein kluger und realistischer Schachzug, der basierend auf dem letzten Teil absolut Sinn ergibt.

Kleinere Teile der Auflösung hatte ich in der Theorie erahnt, das gesamte Ende und die darin zutage kommenden Personen, hatte ich allerdings nicht im Kopf.
Sicherlich hätte man dazu noch einige Hinweise mehr streuen und es etwas interessanter gestalten können, allerdings ist es für mich trotzdem ein gelungenes Ende eines großartigen Buchs!

 

Fazit

Andreas Gruber konnte schon viele Menschen mit seiner "Todes-"Reihe begeistern und hat auch mich in seinen Bann gezogen!

Während mir Teil 1 gut gefiel, "Todesurteil" für mich jedoch etwas schwächer ausfiel und der dritte Teil ein absoluter Oberhammer war, bei dem vollständig jeder Nerv bei mir getroffen wurde, haben wir mit "Todesreigen" einen weiteren genialen Thriller eines wunderbaren Autoren geliefert bekommen.

Ich durfte ein Buch lesen, welches mit durchgehend rasanter Handlung besticht und bis zur letzten Seite und darüber hinaus spannend bleibt!
Ein Thriller, in dem auch ein gewisse Touch an Humor zu finden ist, der einen schmunzeln lässt.

Am Ende stellte ich bereits Vermutungen über den Inhalt des nächsten Bandes an, der in der Danksagung des Autors bereits bestätigt wird und bei mir große Vorfreude geweckt hat.

Ich kann die Bücher von Andreas Gruber nur jedem Thriller-Fan ans Herz legen, der Wert auf Spannung, Raffinesse und kantige Charaktere legt.

Von mir bekommt auch "Todesreigen", wie sein Vorgänger, 5/5 Sternchen! :)

 

 

 

  (1)
Tags: andreasgruber, goldmann, goldmannverlag, rezensionsexemplar, teileinerreihe, thriller, todesreigen, vierterteil   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(123)

250 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

thriller, psychothriller, berlin, puppe, max bentow

Das Porzellanmädchen

Max Bentow
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.07.2017
ISBN 9783442205110
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Das Porzellanmädchen"     (Rezensionsexemplar)
Autor: Max Bentow
Teil einer Reihe/Einzelband: Einzelband
Erscheinungsdatum: 17. Juli 2017 
Seitenanzahl: 382 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Paperback  15,00€
ISBN: 978-3-442-20511-0
Verlag: Goldmann Verlag
Klappentext:
Luna Moor ist eine gefeierte junge Autorin auf dem Gipfel ihres Erfolgs. Keine schreibt so packend und mitreißend wie sie über die Abgründe der menschlichen Seele, und ihre Bücher gehen unter die Haut. Niemand ahnt, dass Luna selbst als junges Mädchen in die Hände eines Wahnsinnigen fiel und ihm nur knapp entkam. Seither quält sie die Erinnerung an den Täter, und eines Tages fasst sie den kühnen Entschluss, an den Ort ihres Martyriums zurückzukehren. Sie will eintauchen in die bedrohliche Atmosphäre des einsam gelegenen Hauses, in dem sie einst gefangen war, und versuchen zu verstehen, was damals geschah. Gemeinsam mit Leon, dem Sohn einer Freundin, richtet sie sich ein in dem verlassenen Haus im Wald. Sehr schnell muss sie jedoch erkennen, dass sie in einen Albtraum geraten ist, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Aber ist Luna wirklich das unschuldige Opfer, das sie vorgibt zu sein?

Hier könnt ihr "Das Porzellanmädchen" kaufen.

 

Vielen Dank an den Goldmann Verlag und randomhouse, dass sie mir ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt haben!

 

Cover und Klappentext

Das Cover ist sehr ansprechend und farblich schlicht gehalten. Die rote Schrift des Titels sticht gerade zu hervor und passt perfekt zu den roten Lippen und den Bluttropfen, die von der Schrift heruntertropfen.

Zum Titel und zum Inhalt passt das Cover wirklich gut. Die Risse im Gesicht lassen sich nach Lesen des Buches perfekt interpretieren, sodass sich alles schön zusammenfügt.

Der Klappentext ist etwas länger und beschreibt im Groben schon die Handlungsstränge des Buches. 
Dennoch habe ich mich sofort angesprochen gefühlt und mein Interesse daran, das Buch zu lesen, war groß.

 

Figuren

Wie der Klappentext es schon verrät, handelt das Buch von der Protagonistin Luna, die sich im Thrillergeschäft als gefeierte Autorin bereits einen Namen gemacht hat, aber einige Schwierigkeiten in ihrer Vergangenheit hatte.

Auf mich wirkte sie schüchtern, zurückhaltend, scheu, introvertiert und ängstlich, was sich für mich anfänglich nicht richtig angefühlt hat. Ich hatte eine toughe, starke Frau erwartet, die sich "(...)[den] Dämonen ihrer Vergangenheit(...) [stellt]." (Klappentext)

Im Laufe des Buches konnte man ihre Charakterzüge allerdings verstehen und man begann, sich in ihre Lage zu versetzen. Gänzlich in sie hineinversetzen konnte ich mich allerdings nicht.

Ich kann ebenso nicht sagen, ob sie mir sympathisch war. Als eine besonders freundliche Protagonistin kann ich sie nicht bezeichnen, da mir einfach die nötige Empathie fehlte.

Außerdem lernen wir Leon kennen. Er ist 15 Jahre alt und befindet sich zur Zeit der Handlung bei Luna.
Mir fiel auf, dass er oftmals nicht unbedingt wie ein 15 Jähriger spricht und sich verhält, was etwas merkwürdig war
Andererseits tut er nicht das, was ihm gesagt wird und begibt sich damit in Gefahr, was wieder für die Handlungen eines Teenagers spricht.

Als "merkwürdig" würde ich auch die Beziehung zwischen Luna und Leon beschreiben. Häufig empfand ich die Verbindung der beiden etwas abstrus und einfach komisch.
Um es weiter zu beschreiben, müsste ich auf den Inhalt eingehen. Da ich allerdings nicht spoilern möchte, lasse ich euch einfach mal mit diesen Infos stehen.

 

Schreibstil und Inhalt

Das Buch beginnt mit 2 Zitaten von Stephen Kind und Friedrich Nietszche,  die mir anfangs etwas deplatziert, nach Beenden des Buches aber treffend gewählt erschienen.

Es ist in 4 Teile aufgeteilt, wobei die ersten beiden Sinn ergeben, die beiden letzte sich mir jedoch eher nicht als sinnig erklärt haben.
Teil 2-4 hätte man gut zusammenfassen können.

Bentow verwendet hier das, für mich, spannende Stilmittel des "Buch im Buch".
Wir begleiten die Geschichte, die Luna Moor in ihrem neusten Thriller aufschreibt ebenfalls.
Die verschiedenen Handlungsstränge sind visuell, durch unterschiedliche Schriftart und -größe, gut voneinander zu trennen, wobei mir auffiel, dass ich die Geschichte, die Luna über eine Frau namens Maria schreibt, stockender lesen konnte.

Die Teile über Luna waren schön, angenehm und flüssig zu lesen. Der Schreibstil ist toll gehalten, sodass man zügig voran kommt und das Buch schnell durchgelesen hat.

Das Buch bietet einen rasanten Einstieg in die Story und zeigt eine direkte Verbindung zu der Geschichte, da man diese direkt mit dem Klappentext in Verbindung setzt.

Die Kapitel sind schön kurz gehalten und enden öfter mit einem gerade ansteigenden Spannungsbogen, sodass man einfach weiterlesen muss und möchte.
Das gesamte Buch über herrscht eine unterschwellige Spannung und eine beklemmende Atmosphäre, die gerade auf den letzten 100 Seiten ihren Höhepunkt erreicht und auch lange hält.

Dennoch empfand ich die Geschichte teilweise als etwas oberflächlich und zu künstlich konstruiert, wobei ich keine genauen Gründe dafür nennen kann.
An einigen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe und Liebe zum Detail gewünscht. Gerade in den Teilen, in denen es um die psychologische Basis der Story und um Informationen bezüglich der Ausprägung und Bewältigung dieser ging, hatte ich mir mehr sprachliche und inhaltliche Raffinesse, aber auch eine höhere Quantität dieser Aspekte gewünscht.

Bentow bedient sich allerdings nicht nur an geschickten Stilmitteln, mit denen er mich überzeugen konnte, wie beim "Buch im Buch".
Bereits zu Anfang war ich skeptisch, wie die Wahl der Puppen auf mich wirken würde, denn die Umsetzung des Grauens ist hier von größter Wichtigkeit, um einen gewissen Gruselfaktor bei mir zu erzeugen.

Leider hat dies nicht gänzlich funktioniert. Der Gruselfaktor blieb aus und das Klischee setzte ein.
Eine düstere, mysteriösere Aura hätte hier perfekt gepasst, konnte aber nicht gut erzeugt werden.

Das Ende war ziemlich fulminant, die Auflösung jedoch vorhersehbar.
Es wurde einiges an Action geboten, was die Offensichtlichkeit des Täters etwas wett macht.
(Allerdings muss ich sagen, dass ich den Täter vorher eigentlich nie richtig vermute...)

 

Fazit

Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir wirklich schwer fällt, dieses Buch zu bewerten.

Auf der einen Seite gibt es einige Punkte, die für mich persönlich mehr ausgearbeitet hätten sein müssen, um das Grauen gelungen in Szene zu setzen.
Ich denke, dadurch hätten die Story und auch die Figuren auf mich nicht so künstlich gewirkt.

Andererseits hat mich das Buch durchweg mit einem konstanten Interesse unterhalten.
Es ließ sich toll lesen und spielte ein wenig mit der Handlung und den eigenen Gedanken dazu.

Vom Gefühl her, würde es für mich gerade so für eine 4-Sterne-Rezension reichen, was aber aufgrund der oben genannten Kritikpunkte nicht zu vertreten wäre.
Daher vergebe ich 3,5 Sternchen und überlasse die übliche Interpretation jedem selbst. :)

 

  (1)
Tags: dasporzellanmädchen, goldmannverlag, grusel, maxbentow, phobie, psychothriller, puppen, thriller   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(42)

104 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

thriller, psychothriller, münchen, mord, clara weiss

Ich will brav sein

Clara Weiss
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.06.2017
ISBN 9783442486045
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: „Ich will brav sein“    (Rezensionsexemplar)
Autorin: Clara Weiss
Erscheinungsdatum: 19. Juni 2017
Seitenanzahl: 411 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann Verlag
Klappentext:

Glühende Hitze über den Dächern der Stadt. Eine Tat, die das Blut in den Adern gefrieren lässt. Und eine junge Frau, die unentrinnbar ins Verderben gerissen wird.

Im Dachgeschoss eines alten Münchener Mietshauses hat Juli endlich ein Zimmer gefunden. Ihre Mitbewohnerin Greta, eine charismatische rothaarige Schauspielerin, ist der Studentin auf Anhieb sympathisch. Bis Juli auf dem Dachboden eine Leiche mit einem Büschel roter Haare im Mund entdeckt und an der Tür die verstörende Botschaft eines Kindes.
Hat Greta etwas damit zu tun? Je mehr Juli über die Schauspielerin herausfindet, desto undurchsichtiger erscheint sie. Was an ihr ist echt, wer ist sie wirklich?
Und während allmählich die Sommerhitze durch die Mauern des Hauses kriecht, raubt eine schleichende Gewissheit Juli die Luft zum Atmen…

 

Vielen herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und die Verlagsgruppe randomhouse, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Außerdem habe ich dieses Buch in einer Leserunde mit Marina gelesen. Danke auch an dich!
Hier findet ihr ihren Blog

 

Cover und Klappentext

Das Cover empfinde ich als sehr ansprechend! Es machte mich neugierig und ließ mich auf Spannung hoffen, die man erst hinter verschlossenen Türen findet.

Zu Beginn des Buches gibt es ein Klappcover, dessen Buch eine düstere Atmosphäre des Dachbodens, der im Klappentext erwähnt wird, verspricht.
Eine wirklich tolle Darstellung, die zusammen mit dem Klappentext meine Neugier nur noch weiter wachsen ließ!

Sogar der Titel liefert tiefere Verbindungen zum Inhalt des Buches, was ich sehr gut gelungen finde.

Wem kann Juli trauen?
Diese Frage stellt man sich bereits zu Anfang, da natürlich Probleme, Ängste und Sorgen aufgrund des Covers und des Klappentextes vorprogrammiert sind.

 

Figuren

Als Protagonistin lernen wir Julietta kennen, die von allen jedoch nur Juli genannt wird.
Sie kommt nach Berlin um die Vergangenheit ihrer Mutter nachzuvollziehen und ist auf der Suche nach etwas ganz Bestimmtem.

Ich empfand sie als sympathisch, aber teilweise etwas zurückhaltend, da sie nicht immer ihre ehrliche Meinung offen und direkt gesagt hat.
Ich habe mit ihr gefühlt und konnte mich in sie hineinversetzen.

Ihre Mitbewohnerin Greta war mir zunächst ebenfalls sympathisch, sie entwickelte sich im Laufe des Buches allerdings zu einer riesigen Zicke und eröffnete dem Leser gewisse Neurosen und Starallüren.

Außerdem lernen wir Greta’s und Juli’s Freunde, Gregor und Hannes, kennen, die aber beide eher kleinere Parts in dem Buch einnehmen, dennoch wichtig für den Handlungsverlauf sind.

 

Schreibstil und Inhalt

Zu Beginn ist zu sagen, dass das Buch in 5 Teile aufgeteilt ist, die jeweils mit einem kurzen Gedicht beginnen, welches bereits am Anfang des Buches eine wirklich beklemmende und düstere Atmosphäre heraufbeschwört.
Zusätzlich dienen kurze Kapitel nach diesen Gedichten, die scheinbar in der Vergangenheit spielen und die Geschichte eines Mädchens und seiner Mutter erzählt, zum Erhalt der regelrecht einsamen und trübseligen Stimmung.
Diese Teile sind kursiv gedruckt, sodass man sie perfekt vom Rest der Handlung unterscheiden kann.

Durch das Buch hinweg sind vielerlei Hinweise enthalten, denen Juli allerdings nicht weiter nachgeht.
Sie werden in die Handlung eingebracht, aber für lange Zeit nicht weiter aufgegriffen, weshalb sie zunächst willkürlich und fragwürdig erscheinen.

Dem Lesefluss tat dies, aufgrund des schönen und angenehm zu lesenden Schreibstils, keinen Abbruch. Als Leser kann man das Buch flüssig lesen.

Einige Dinge, wie zum Beispiel das permanente Erwähnen der beißenden Hitze in Berlin, empfand ich allerdings irgendwann als sehr störend.
Es wurde, meiner Meinung nach, einfach viel zu oft und viel zu detailreich erwähnt. Hier hätte man die Buchstaben lieber in andere Teile des Buches investieren und die Hitze-Beschreibungen auf ein Nötiges minimieren können.

Natürlich spielen sie im Gesamten betrachtet eine Rolle, dennoch denke ich, dass weniger manchmal mehr ist.

Weiss setzt auf unterschwellige und im ersten Teil eher subtile, konstante Spannung, weshalb man hier nicht mit rasanten Handlungsdetails rechnen kann.
Ab der Hälfte des Buches verdichten sich jedoch gewisse Aspekte, sodass die Spannungskurve an sich immer weiter ansteigt, bis sie schlussendlich ihren Höhepunkt erreicht und alles Mysteriöse, was bisher unterklärbar schien, aufgelöst und erklärt wird.

Jeder noch so kleine Hinweis, den wir innerhalb des Buches entdeckt haben, wurde in einen einzigen Strang integriert, der in gewisser Weise realistisch und nicht künstlich konstruiert erschien.

Wir erhalten psychologische Einblicke in die menschliche Seele und unbewusste Abwehrmechanismen des Körpers und Gehirns, welche ich persönlich grundsätzlich interessant und wirklich spannend finde.
Diese Aspekte wurden in einfacher Sprache erklärt, sodass jeder sie verstehen und für sich selbst interpretieren konnte.

Mich konnte das Buch wirklich begeistern und zum Mitfiebern und Miträtseln anhalten, weshalb ich gerne 4,5/5 Sterne für dieses Schätzchen vergebe!

Ich freue mich auf mehr von Clara Weiss! 

 

  (0)
Tags: buchbewertung, claraweiss, goldmann, goldmannverlag, ichwillbravsein, psychologie, psychothriller   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(187)

298 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 96 Rezensionen

thriller, haus, psychothriller, spannung, the girl before

The Girl Before

JP Delaney , Karin Dufner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 25.04.2017
ISBN 9783328100997
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "The Girl Before - Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot"      (Rezensionsexemplar) 
Autor: JP Delaney
Erscheinungsdatum: 25. April 2017
Seitenanzahl: 398 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Broschiert 13,00€
Verlag: Penguin Verlag
Klappentext:
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches.

Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.

 

Zuerst möchte ich mich bei Penguin und randomhouse bedanken, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt haben.

 

Cover und Klappentext

Das Cover an sich empfinde ich als schlicht, aber dennoch auf irgendeine unbestimmte Weise ansprechend. Eventuell eben weil es schlicht ist.
Die rote Schrift mit dem Haupttitel sticht hervor und der Subtitel lässt den Leser neugierig werden.

Auf dem Cover sehen wir eine Frau, die ein Haus betritt, das auch hier schon ziemlich steril aussieht.

Der eigentliche Klappentext auf der Rückseite des Buches ist kurz und bündig gehalten, indem er lediglich aus dem ersten Abschnitt des oben aufgeführten Inhalts besteht.
Er lässt schon Interpretationen zu und stellt sich erste Fragen.
Der längere Teil ist vorne im eingeklappten Cover zu finden.

 

Figuren

In den ersten Kapitel lernen wir Emma und Simon kennen. Ein junges Paar, das eine neue Wohnung sucht, wobei sie bestimmte Ansprüche hat.
Sie wirkt sehr übervorsichtig und nicht kompromissbereit, sowie etwas zickig.
Simon dagegen scheint einfach alles tun zu wollen, um Emma glücklich zu machen und steckt eventuell auch seine eigenen Wünsche zurück.

Später lernen wir Jane kennen. Auch sie ist auf der Suche nach einer neuen Wohnung und hat eine schwierige Vergangenheit, die sie belastet.

Beide Frauen lernt man als Leser sehr gut kennen.
Zunächst wirken beide sehr ähnlich, wobei sie auch äußerlich so beschrieben werden, dennoch entwickeln sich im Laufe des Buches immer mehr individuelle charakteristische Eigenschaften, die die beiden Frauen für mich als sehr wohl unterschiedlich darstellten.

Dabei erschien mir Jane schlussendlich sympathischer als Emma, wobei das Bild von ihr, welches ich mir durch das Buch hinweg von ihr aufgebaut habe, aufgrund von einer Sache am Ende, leicht ins Wanken gerät.

Wir lernen ebenso Edward Monkford, den Vermieter und Architekten des Hauses näher kennen. Sympathisch erschien er mir allerdings, aufgrund offensichtlicher Dinge, die einem beim Lesen unter die Augen treten, nicht wirklich.

 

Schreibstil und Inhalt

Wie bereits erwähnt, lernen wir Emma und Jane kennen, die jeweils aus der Ich-Perspektive erzählen.
Zu Beginn lesen wir ein paar Kapitel etwas über Emma, bevor es sich mit Jane's abwechselt. 

Jedes Kapitel beginnt mit "Damals: Emma" oder "Heute: Jane" und dient sehr gut der Orientierung.

Bei den Kapiteln über Emma fiel mir sofort auf, dass hier gänzlich auf Anführungszeichen zur Verdeutlichung der wörtlichen Rede verzichtet wird.
Ich könnte mir vorstellen, dass dies dadurch einer Nacherzählung gleichen und damit Parallelen zu Jane darstellen soll, dennoch empfand ich dies, gerade zu Beginn, als wirklich anstrengend.
Es störte den Lesefluss und teilweise musste ich Sätze öfter lesen, um den Sinn und die sprechende Person herauszufiltern.

Allgemein empfand ich den Schreibstil von Delaney jedoch als sehr angenehm und flüssig, sodass ich viele Seiten am Stück lesen konnte.
Delaney verwendet eine durchschnittliche Sprache und wirft nicht mit Fachbegriffen um sich, weshalb der Inhalt und die Handlung gut zu verstehen sind.

Für mich persönlich strahlte das Buch von vornherein eine bedrohliche und beklemmende Atmosphäre aus. 
Allein der Gedanke, in einem dermaßen sterilen, kühlen und einfach 'unwohnlichen' Ort zu wohnen, war mir nicht geheuer.

Um sich als Mieter dieses Hauses bezeichnen zu dürfen, müssen Bewerber vorher einige Hürden durchlaufen, die ich hier jedoch aufgrund von Spoilern nicht weiter erläutern möchte.
Allerdings erschienen mir diese ebenso seltsam und eigenartig, wie der Vermieter selbst.

Es gibt viele Fragen, die möglichen Mietern gestellt werden, die relativ schnell auch an den Leser herangetragen werden.
Bald finden wir zu Beginn vieler Kapitel eine Frage mit möglichen Entscheidungen und Kästchen für die Kreuze.

Dies fand ich besonders spannend, denn hier denkt man als Leser über sich selbst und die eigene Einstellung zu bestimmten Dingen nach.
Man steht teilweise vor schwierigen moralischen Dilemmata und findet vermutlich noch so einiges über das eigene Ich heraus, sofern man die Fragen ehrlich für sich selbst beantwortet.

Ebenso setzt man sich im Laufe des Buches damit auseinander, inwieweit eine gewisse Überwachung und moderne Technologie noch angenehm ist und ab wann es unangenehm, unnötig oder auch beängstigend erscheint.

Die grundsätzliche Spannung baut sich langsam auf und nimmt ab der Hälfte der Handlung Fahrt auf.
Man beginnt zu grübeln und zu rätseln und versucht ein mögliches Ende des Buches zu konstruieren, was mir allerdings nicht gelungen ist, da ich vieles einfach nicht einschätzen konnte.

Es entsteht ein psychologischer Handlungsbogen, mit kleinen sexuellen Elementen, die jedoch in direkter Verbindung zum ersten Aspekt stehen und für mich daher völlig in Ordnung waren. 
Für mich persönlich entstand irgendwann der Eindruck, es handele sich um eine, auf dem zu analysierenden Charatker basierend, seichte Mischung aus "Fifty Shades of Grey" und "Saving Grace" von B.A. Paris.

Mich hat das Buch auf eine seltsame Art und Weise in seinen Bann gezogen und ich war interessiert daran herauszufinden, welche Handlungsstränge das Buch nimmt, wie sich die Charaktere und deren Beziehung zueinander entwickeln.

Das Ende an sich war gut, jedoch hätte es etwas länger und detailreicher erzählt werden können.
Außerdem hatte ich einen gewissen Teil der Auflösung so im Gefühl, wie es geschehen ist. Dies tut dem Ganzen aber keinen Abbruch.

Für mich war es ein gutes, spannendes Buch, welches mit 4,5/5 Sternchen belohnt wird. :) 

  (0)
Tags: bestseller, jpdelane, penguin, penguinverlag, thegirlbefore, thriller   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(69)

127 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

moor, thriller, psychopath, gefangenschaft, karen dionne

Die Moortochter

Karen Dionne , Andreas Jäger
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 24.07.2017
ISBN 9783442205356
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Die Moortochter"    (Leseexemplar)
Autorin: Karen Dionne
Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017
Seitenanzahl: 384 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Broschur 12,99€
Verlag: Goldmann 
Klappentext:
Helena Pelletier lebt in Michigan auf der einsamen Upper Peninsula. Sie ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin – Fähigkeiten, die sie als Kind von ihrem Vater gelernt hat, als sie in einer Blockhütte mitten im Moor lebten. Für Helena war ihr Vater immer ein Held – bis sie vor fünfzehn Jahren erfahren musste, dass er in Wahrheit ein gefährlicher Psychopath ist, der ihre Mutter entführt hatte. Helena hatte daraufhin für seine Festnahme gesorgt, und seit Jahren sitzt er nun im Hochsicherheitsgefängnis. Doch als Helena eines Tages in den Nachrichten hört, dass ein Gefangener von dort entkommen ist, weiß sie sofort, dass es ihr Vater ist und dass er sich im Moor versteckt. Nur Helena hat die Fähigkeiten, ihn aufzuspüren. Es wird eine brutale Jagd, denn er hat noch eine Rechnung mit ihr offen ...

 

Zuerst einmal möchte ich mich bei der Mayerschen Buchhandlung im Ruhr-Park Bochum und seinem Team bedanken, die mir nach einer Blogger-Aktion dort offengestellt haben, dieses Leseexemplar aus ihrem Repertoir mitzunehmen!

 

Cover und Klappentext

Das Cover empfinde ich als durchaus ansprechend. Es bildet eine schöne Verbindung zum Titel und strahlt daher eine Einheitlichkeit aus, die Neugier erweckt.

Einen Klappentext im üblichen Sinne, auf der Rückseite des Buches, gibt es nicht. Diese ist lediglich geschmückt mit Belobigungen und Zitaten über das Buch.
Ich persönlich bin kein großer Fan einer solchen Darstellung von Büchern, da meine Erwartungen automatisch hochschellen. Ebenso halte ich von hochgelobten Aussagen eher weniger, da ich sie teilweise nicht glauben kann.

Da es sich bei dieser Ausgabe um ein broschiertes Buch handelt, kann man vorne und hinten Klappen an den Seiten lösen. Vorn ist nun eine Art Klappentext zu finden.
Dieser verspricht so einiges: von rasanter Spannung bis hin zu psychologischen Hintergründen soll laut diesem alles dabei sein.

Leider hört sich der Klappentext aufregender an, als das eigentliche Buch ist.

 

Figuren

Hauptsächlich begleiten wir Helena durch das Buch. 
Laut Angaben befindet sie sich auf der Jagd nach ihrem Vater und sie tut alles, um ihn zu finden.

Wir erfahren sehr viele Dinge und erleben einige Situationen aus ihrer Vergangenheit, die sich im Moor abgespielt hat.
Sie war mir nicht unsympathisch, aber auch nicht gänzlich sympathisch. Ich konnte mich einfach kaum mit ihr identifizieren, geschweige denn mich in sie hineinversetzen.

Sie hat eine andere Sozialisation als die meisten von uns erlebt und benimmt sich dementsprechend. Auf mich wirkte sie fast durchgehend ziemlich maskulin, taff und abenteuerlustig.

Einige ihrer Handlungen, in der Vergangenheit, sowie der Zukunft, konnte ich weiß Gott nicht nachvollziehen.
Das mag wohl daran liegen, dass ich ihre heutige Erscheinung als etwas zu oberflächlich dargestellt empfinde.

Wir lernen ebenfalls ihre Eltern und ihre eigene Familie kennen.
Letztere tritt im Laufe des Buches eher am Rande in Erscheinung und spielt als Basis eine Rolle, kommt jedoch nicht großartig im Detail zur Sprache.
Gewisse Informationen erhalten wir allerdings zu Beginn des Buches.

Helena's Eltern werden ebenso stark abgebildet, wie sie selbst, wenn auch der Fokus auf ihrem Vater liegt.
Es scheint eine klare Aufgabenverteilung zu geben und Rollenklischees werden deutlicher, je mehr man in die Geschichte eintaucht.

 

Schreibstil und Inhalt

Im ersten, eher kurzen Kapitel, erfahren wir alle nötigen Grundinformationen, um den weiteren Handlungen der Geschichte zu folgen.
Kurz und knapp präsentiert.

In weiteren Kapiteln, jedoch nicht in ausschließlich jedem, bekommt man zu Beginn einen kurzen Text in kursiver Schrift zu Lesen. Dabei handelt es sich um das Märchen "Die Tochter des Moorkönigs" von Hans Christian Andersen.
Diesen Teil empfand ich als besonders schön und klug in Szene gesetzt, denn es passt perfekt zur Storyline der Geschichte!

Der Schreibstil der Autorin erwies sich zunehmend als flüssig und angenehm zu lesen. Die Wortwahl variiert zwischen relativ einfach hinzu zu individuelleren Ausdrücken, die auf die Indianerkultur zurückgreifen.

Allgemein erfahren wir viel über die Indianer und man bekommt das Gefühl eher einen altindianischen Survival-Ratgeber zu lesen.
Wie bereits erwähnt, besteht der Inhalt des Buches zu 3/4 oder mehr aus Helenas Vergangenheit, die bestückt ist mit Jagen, Töten, Überleben.
So wie man es von einem "Wie überlebe ich in der Wildnis?"-Lexikon erwarten würde, erhält man als Leser tiefere Einblicke in das "wilde Leben" ihrer Familie und ihrer Überlebensstrategien.

Vielerlei Dinge sind sehr detailgenau ausschraffiert, wie beispielsweise Tötungen oder das Häuten von Tieren und die Verarbeitung zu Handschuhen.

Dabei fiel mir auf, dass der Tod im allgemeinen eher als etwas Nebensächliches geahndet wird. Wo ich teilweise angeekelt und schockiert über gewisse Brutalitäten über die Seiten flog, war es für die Figuren das Normalste auf der Welt.
Das Leben im Moor beziehungsweise "in freier Wildbahn" wurde daher, für mich persönlich, ziemlich gut dargestellt.

Dennoch muss ich gestehen, dass der Klappentext mich etwas in die Irre geführt hat.
Ich habe einen psychologisch ausgeklügelten Thriller mit packenden Spannungselementen erwartet, in dem uns die von ihrem Leben in der Wildnis geprägte Protagonistin mit auf eine gefährliche Jagd nimmt.

Letzteres bekommt man zwar geboten, aber, im Vergleich zum Rest des Textes, quantitativ minderwertig dafür, dass der Klappentext darauf zu weisen scheint.

Einen "psychologisch ausgeklügelten Thriller mit packenden Spannungselementen" suchte ich jedoch vergebens...
Natürlich ist ein gewisser psychologischer Hintergrund zwischen den Zeilen zu erkennen, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass mehr darauf und auf die Auswirkungen für die heutige Zeit eingegangen wird.

Man erfährt natürlich, wie die Protagonistin sich neu einleben und mit der Zivilisation klar kommen musste, jedoch fehlte mir für einen ausgeschriebenen "Psychothriller" der "Psycho"-Aspekt.
(Auch wenn das jetzt nach hohen Ansprüchen klingt.)

Ich persönlich würde das Buch auch nicht als Thriller, sondern vielmehr als Spannungsroman bezeichnen. Es gibt auf jeden Fall Aspekte eines Thrillers in der Story, jedoch überwiegt für mich mehr das Interessante, was man über ihr altes Leben erfährt.

Leser sollten daher keinen rasanten Spannungsaufbau erwarten, sondern eher mit einer seichten, unterschwelligen Spannung rechnen und sich auf viele Lesestunden in den tiefen der Upper Peninsula (im Moor) einstellen.

Mir fällt es wirklich schwer, dieses Buch einzuschätzen.
Denn auf der einen Seite ließ es sich sehr gut und zügig lesen und gewisser Maßen war ich auch interessiert dabei.
Andererseits habe ich aufgrund der Genre-Ausschreibung und des Klappentextes einfach etwas anderes erwartet, wie ich oben hoffentlich deutlich genug erläutert habe.

Ich habe erst mit dem Gedanken gespielt, das Buch mit 2,5 Sternchen zu bewerten, was allerdings dem tollen Schreibstil und der Eingliederung des Märchens nicht gerecht werden würde.

Daher habe ich mich dafür entschieden, diesem Büchlein durchschnittliche 3/5 Sternchen zu geben, aber dennoch auf die oben genannten negativen Punkte hinzuweisen.

 

  (2)
Tags: diemoortochter, goldmannverlag, karendionne, märchen, psychothriler, thriller   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

amnesie, misstrauen, psychothriller, thriller, weltbild

Kalte Erinnerung

Patricia Walter
E-Buch Text
Erschienen bei Bastei Entertainment, 31.10.2016
ISBN 9783732531509
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Kalte Erinnerungen"
Autor: Patricia Walter
Erscheinungsdatum: 3. Februar 2017
Seitenanzahl: 288 Seiten
Genre: (Psycho-)Thriller
Preis: Taschenbuch 5,99€
Verlag: Weltbild
Klappentext:
Nur wenn sie sich erinnert, wird sie überleben.
Ein eisiger Wintermorgen: Zoe schreckt aus einem Albtraum auf, am ganzen Körper mit Verletzungen übersät und ohne Erinnerung an die vergangenen beiden Tage. Ihr Mann David ist spurlos verschwunden. Kurz darauf wird sie von einer verzerrten Stimme am Telefon bedroht, die die Wahrheit über gestern Nacht wissen will. Geschockt legt Zoe auf - doch der unheimlichen Forderung des Anrufers kann sie nicht entkommen. Und die Wirklichkeit ist grausamer, als sie sich jemals hätte vorstellen können ...

 

Zuerst möchte ich mich herzlichst bei der Autorin, Patricia Walter, bedanken, die mir großzügigerweise ein Exemplar dieses Buches zugeschickt hat!
Vielen Dank dafür und auch für die nette Widmung zu Beginn. :)

 

Cover und Klappentext:

Das Cover des Buches ist eisig, aber ansprechend und erinnert zunächst eher an einen Roman, da jegliche Eingliederung in ein Genre auf diesem fehlt.
Liest man sich den Klappentext durch, wird dieser erste Eindruck natürlich widerlegt.

Mich sprach der Inhalt sofort an, da ich ein großer Fan von Amnesie bei den Protagonisten vieler Bücher bin. Ich mag es mit ihnen gemeinsam herauszufinden, was geschehen ist.

Wem kann man vertrauen?

Wer spielt nur ein böses Spiel?

Kann ich meinen eigenen Erinnerungen vertrauen?

Auch in diesem Buch dreht es sich um diese Aspekte.
Im Nachhinein betrachtet verspricht der Klappentext allerdings mehr Psycho und Dramaturgie, als es im Inhalt tatsächlich wiederzufinden ist.

 

Figuren:

Man lernt Protagonistin Zoe mit jedem Kapitel näher kennen. Ebenso verzweifelt man auch mit ihr und möchte unbedingt wissen, was geschehen ist.

Ich empfand sie als sympathisch, konnte aber nicht zu 100 % eine Beziehung zu ihr aufbauen, was eventuell an der Länge des Buches liegt.

Daher lernt man die anderen Nebenfiguren des Buches vermutlich auch nur stichprobenartig kennen. Ich konnte keinen von ihnen wirklich einschätzen, was jedoch die Spannung oben hielt.
Ich konnte nicht sagen, wem Zoe vertrauen könnte und wer sie hintergeht. Ich war beim Lesen ebenso hilflos, wie sie und musste mit dem arbeiten, was ich geboten bekam.

 

Schreibstil und Inhalt:

Allgemein fiel mir bereits zu Anfang auf, dass das Buch eine sehr angenehme Schriftart und -größe hat, sodass es angenehm zu lesen ist. Hierzu trägt natürlich der Schreibstil bei, der schön flüssig ist.

Das Buch beschränkt sich im wahrsten Sinne des Wortes auf die wichtigsten Fakten und kommt fast ohne große Umschweife aus.
Gerade zu Beginn hatte ich größere Probleme damit, dass vieles für mich unzureichend ausgeschmückt und man direkt in das Getümmel geworfen wurde.

Hier hätte ich mir etwas mehr Liebe zum Detail gewünscht, um zunächst mal ins Buch, in die Figuren und die Umgebung hineinzufinden.

Dieser Stil zieht sich das gesamte Buch durch und erscheint mir teilweise als wirklich angebracht, teilweise aber auch als zu abgekürzt.
An bestimmten Stellen hätten Aspekte einfach mehr ausschraffiert werden können, um den Leser in das Buch zu ziehen.

Die Autorin bedient sich typischer "Thriller-Klischees", wie den spannenden Satz am Ende jedes Kapitels, um zum Weiterlesen zu motivieren.
Viele finden dieses Stilmittel amateurhaft, bei mir bewirkt es jedoch genau das:
Entwicklung von Neugier und dem typischen "Ein Kapitel geht noch" Gedanken.
Daher empfinde ich persönlich dies als gelungenes Mittel, sofern es gut eingesetzt wird.

Es gibt einfache Erzählstränge und Strukturen, sodass es dem Leser nicht schwer fällt zu folgen. 
Ich persönlich hätte mir allerdings etwas mehr sprachliche Raffinesse gewünscht, sodass das Lesen und "Zusammenpuzzlen von Ereignissen" eine kleine Herausforderung darstellt.
Einiges war leider zu durchschaubar ausgearbeitet und bei mir stellte sich bei der ersten Erwähnung die Vermutung ein, dass bestimmte Teilaspekte noch wichtig werden können.

Gerade die am Ende zusammengeführten Stränge, die die Auflösung präsentierten, empfand ich als sehr einfach konstruiert. 
Aufgrund des Klappentextes habe ich mehr Tiefe und psychologische Hintergründe erwartet.

Einige Handlungen beziehungsweise Dinge innerhalb der Handlung empfand ich zunächst als etwas drastisch dargestellt, jedoch stellte sich bei mir zunehmend Verständnis für die Lage der Protagonistin und ihre daher rührenden Taten und Gedanken ein.
Einen ganz bestimmten Aspekt des Buches, bezüglich Zoe's Gesundheit, kann ich bis heute nicht ganz nachvollziehen, da ich selbst betroffen bin und dementsprechend recherchiert und Gespräche mit Ärzten geführt habe.

Teile vom Ende habe ich bereits vorher leicht und indirekt vermutet, jedoch nicht in diesem Ausmaß.
Es waren Andeutungen und kleinere Hinweise im Buch versteckt, aber die gesamte Auflösung gelang mir erst durch die Autorin.

Alles in allem wurde ich aber gut unterhalten und empfinde das Buch als einen guten Einstieg in die literarische Welt des Thriller!

Von mir bekommt das Buch 4/5 Sternchen und ich bin gespannt auf das nächste Buch der Autorin und auf ihre Fortschritte im Autorendasein! :)

  (2)
Tags: amnesie, erinnerungen, kalteerinnerung, patriciawalter, psychothriller, thriller, weltbild   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

69 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

horror, geister, grusel, geisterhaus, peter james

Das Haus in Cold Hill

Peter James , Christine Blum
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2017
ISBN 9783596297740
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Das Haus in Cold Hill"    (Rezensionsexemplar)
Autor: Peter James
Erscheinungsdatum: 27. April 2017
Seitenanzahl: 368 Seiten
Genre: Roman / Gruselbuch 
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Fischer Taschenbuch
Inhalt:
Für Ollie und Caro Harcourt und ihre Tochter Jade ist es ein wirkliches Abenteuer: Ihr neues Zuhause ist ein riesiger, verfallener alter Kasten. Genau das Richtige, um es von Grund auf zu sanieren, eine veritable Geldanlage. Doch die Harcourts sind nicht die einzigen Bewohner. Ungewöhnliche Dinge gehen hier vor sich, eine gespenstische Frau in Grau wandelt durch die Flure. Als die verängstigten Harcourts schließlich die dunkle Geschichte von Cold Hill erfahren, ahnen sie, dass ihr Leben auf dem Spiel stehen könnte.

 

Zunächst möchte ich mich beim Fischer-Verlag für das Rezensionsexemplar des Buches bedanken! 

Für mich war "Das Haus in Cold Hill" mein erstes Buch von Peter James, weshalb ich relativ unvoreingenommen an die Geschichte herangegangen bin.

 

Cover und Klappentext:

Das Cover ist in Anbetracht der Geschichte wirklich gut gewählt!
Es zeigt das Haus, um das es sich in dem Buch dreht. Es gibt ein beleuchtetes Fenster, welches mich neugierig gemacht hat.
Bereits diese Abbildung weckte bei mir Interesse und ich wollte wissen, worum es geht.

Der Klappentext fasst alles Wichtige grundlegend zusammen, verrät aber nicht zu viel.
Es bleibt mysteriös und geheimnisvoll.

Durch beide Elemente vermutete ich bereits, dass es sich um ein wahres "Gruselbuch" handelt und war gespannt.

 

Figuren:

Das Buch beginnt mit einem Einblick in den Einzug einer anderen Familie und den darauf folgenden Begebenheiten.
Diese sind, dafür, dass man sich erst im ersten Kapitel des Buches befindet, wirklich düster und rasant dargestellt, welches meine Neugier allerdings nur noch weiter entfachte.

Besagte Familie erschien mir zu Beginn eher befremdlich, was aber nicht weiter schlimm war.

Familie Harcourt, um die diese Geschichte sich auch dreht, war mir von vornherein sehr sympathisch.
Sie stellten sich als normale Menschen mit einem Traum heraus, den sie verfolgten.
Es gab ein bisschen von allem: harmonische Familienidylle, Skepsis, realistische Ängste, Probleme der Tochter und auch kleinere Streitigkeiten.

Bis etwa zur Hälfte des Buches erschienen mir die Eltern, Ollie und Caro, etwas zu perfekt.
So kam es rüber, als seien die beiden erst seit kurzem verheiratet und wären noch in der Honeymoon-Phase, welches sich mir nach über einem Jahrzehnt an Ehejahren nicht ganz erschloss.
Dies änderte sich jedoch in der zweiten Hälfte und wurde etwas glaubwürdiger.

Der Handlung angepasst haben sich auch die Figuren verändert. Und nicht immerzu ins Positive, was ich aufgrund der derzeitigen Ereignisse aber gut verstehen und mich daher total in die Situation und die Personen hineinversetzen konnte.
Mehr möchte ich hierzu nun allerdings nicht mehr verraten. ;)

 

Schreibstil und Inhalt:

Die eindeutige Eingliederung in ein Genre fiel mir nicht leicht, weshalb ich das Buch allumfassend als "Jugendgruselroman" beschreiben würde.

Zu Beginn jedes Kapitels war als Überschrift der Tag angegeben, an dem sich die Handlung dieses abspielte. So manches Mal half es mir bei der Rückverfolgung und Zusammensetzung einzelner Dinge und visualisierte toll die Entwicklung der Story.
Zwischenzeitlich war ich wirklich verwirrt von einigen Dingen und deren zeitlicher Abfolge. Anhand der Jahreszahlen und Datumsangaben konnte ich dies gut einordnen.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und angenehm zu lesen und man stockt dabei keineswegs.
Die Wortwahl passt für mich allerdings eher in ein Jugendbuch, da sie teils sehr einfach gehalten ist.

Andererseits weist sie aber auch speziellere und schwerer verständliche Aspekte auf, wie zum Beispiel ein Gespräch über Energien verstorbener Personen, das Körpergedächtnis oder Ähnliches.
Dies wurde mit einigen Metaphern, Vergleichen oder auch Beispielen belegt, sodass ich hier intensiver lesen musste, um es gänzlich zu verstehen und auf die Grundhandlung zu beziehen, welches dann aber ohne Problem funktionierte.

Gerade diese Teilaspekte empfand ich als wirklich interessant zu lesen!

Wirklich toll und überraschend empfand ich auch einzelne illustrierte Abbildungen, die an zwei Stellen der Geschichte auftauchten.
Es gab der Handlung einen neuen Schwung und die bildliche Darstellung im eigenen Kopf wurde angeregt.

Neben allen positiven Belobigungen, muss es natürlich auch etwas Negatives geben...
An einigen Stellen hätte ich mir eine detailliertere Ausführung des Bildes gewünscht.
Dabei wäre eine etwas gruseligere Beschreibung schön gewesen, um den gewünschten Gruselfaktor auf ein höheres Level zu heben.

Dabei empfinde ich es als wichtig zu sagen, dass es sich hier natürlich keinesfalls um einen Horrorgruselroman dreht, nach dessen Lesen man sich kaum noch traut aufzustehen oder die Augen zu schließen.
Einige Dinge stellten sich mir als ehrlich gruselig dar, sofern man sich in die Lage hineinversetzte und es sich visuell in der eigenen Fantasie zusammenreimte.

Daher würde ich behaupten, dass dieses Buch eine perfekte Vorlage für einen wirklich gruseligen Film bieten würde!

Das Ende war etas chaotisch und verwirrend.
Hier hätten es ein paar mehr Seiten und eine (mehr auf dem Silbertablett servierte) Erklärung einfacher und deutlicher gemacht.

Alles in allem wurde ich aber gut unterhalten und möchte daher dem Buch
4/5 Sternchen geben.

  (1)
Tags: dashausincoldhill, fischer, fischerverlage, geister, gruselbuch, peterjames, roman, übernatürliches   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(206)

329 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 148 Rezensionen

thriller, jonas winner, murder park, freizeitpark, vergnügungspark

Murder Park

Jonas Winner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453421769
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Murder Park"        (Rezensionsexemplar)
Autor: Jonas Winner
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Seitenanzahl: 414 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Klappenbroschur 12,99€
Verlag: Heyne
Klappentext:
Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde.

Ein Killer ist auf der Insel …keiner kann dem anderen trauen …die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen …

 

Danke an den Heyne Verlag und die Verlagsgruppe randomhouse, die mir ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt haben!

 

Cover und Klappentext 

Das Cover dieses Thrillers finde ich sehr gelungen. Es signalisiert sofort eine unheimliche Atmosphäre.
Toll finde ich ebenfalls die dort abgebildete Kulisse des "Zodiac Island Vergnügungsparks", der im Klappentext angesprochen wird.
Dort findet der interessierte Leser bereits Einblicke in die Basis der Vergangenheit dieses Parks und Ereignisse aus der Gegenwart.
Ein spannender Klappentext, durch den man mehr erfahren will.

 

Figuren

Alle Charaktere des Buches werden in jeweils einem gesonderten Kapitel thematisiert, welches wie ein Interview mit einem Psychiater aufgebaut ist, der ebenfalls eine Rolle im Buch spielt.
Man erfährt einiges über die verschiedenen Vergangenheiten der Personen, dennoch blieben sie für mich fast alle sehr oberflächlich. Der Großteil der Informationen bezieht sich lediglich auf frühere Erlebnisse im Park und zieht Rückschlüsse auf die Gegenwart.
Man erfährt kaum etwas anderes über die Anwesenden.

Auch innerhalb der Kapitel konnte ich zu keiner Person eine Beziehung aufbauen.
Alle erschienen mir als sehr kühl, auf das Ziel gebannt, skeptisch, teils arrogant und von ihrer Sache total eingenommen.

Lediglich von Paul Greenblatt, der für mich den Haupt-Protagonisten der Story ausmacht, erfährt man mehr. Leider auch nur bezogen auf die Grundhandlung.
Dies ist allerdings von größter Wichtigkeit, sodass sich am Ende viele kleine Puzzleelemente zusammenfügen.

Allerdings habe ich auch Paul nicht unbedingt als einen liebsamen Charakter kennengelernt und habe kaum mit ihm, wie auch mit den anderen, mitgefühlt.

 

Schreibstil und Inhalt

Die fehlende Empathie meinerseits für die Figuren könnte allerdings vom Schreibstil herrühren.
Ich hatte bis zum Schluss des Buches etliche Probleme mit dem Schreibstil, wobei ich nicht genau sagen kann, woran es lag.

Für mein Empfinden hat Winner einfach viel zu wenig emotionale Tiefe in das Buch hineingebracht. Unabhängig von Ereignissen der Vergangenheit.
Ich hätte mir einfach mehr Menschlichkeit und Authentizität bei den Figuren gewünscht, sodass man sich in sie hätte hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen können.

Dies ist mir, gerade bei den Morden, sehr deutlich aufgefallen.
Sie wurden sehr abgehackt, kurzweilig und spontan geschildert. Man hatte als Leser das Gefühl, dass gar nichts Schlimmes oder Spannendes passiert, obwohl in der Handlung gerade jemand zu Tode kam. Der Schreibstil von Winner hat diese Situationen nicht gut untermalt.

Allgemein empfand ich Winners Stil zu schreiben zwischenzeitlich als etwas wirr und unstrukturiert.
Teilweise passten für mich die Enden und Anfänge des nächsten Kapitels einfach nicht zusammen, denn dort passierte etwas, was im vorherigen Kapitel weder angekündigt, noch in irgendeiner Weise, beispielsweise als Cliffhanger im letzten Satz, angeprangert wurde.

Zudem kam ich beim Lesen eher langsam voran, da mich scheinbar die Satzstrukturen des Öfteren aus dem Rhythmus gebracht haben.
Ich geriert häufig ins Stocken und musste einzelne Sätze nochmals lesen.
Leider kann ich nicht genau definieren, weshalb es so war.
Vor allem bei den Interviews störte mich die allgemeine Umgangssprache und das Abbrechen bzw. Stottern der Figuren im Satz sehr.
Es untermalte natürlich die Situation, dennoch störten ständige " ... " und " - " oder " ; " den Lesefluss ungemein.

Die Grundidee als solches finde ich brillant!
Die Atmosphäre eines alten Vergnügungsparks, in dem vor Jahrzehnten Morde stattfanden, zu nutzen, um einen Thriller darauf aufzubauen, hat mich an "Joyland" von Stephen King erinnert.
Ich persönlich empfinde alte Ruinen, generell veralterte Plätze, Häuser und Gebäuse als tolle Kulisse, die den Gruselfaktor unterstützen!

"Zodiac Island" als Kulisse für den neuen Murder Park, bietet zwar eine einseitige und monotone Landschaft und man entdeckt als Leser nicht unbedingt viel Neues, aber dennoch kann man einzelne Ortschaften immer wieder neu interpretieren.

Der Name des alten Parks lässt bereits etwas auf den Inhalt schließen, wozu ich an dieser Stelle jedoch nicht mehr verraten möchte.

Die Handlung baut sich langsam auf und steigt zu Beginn mit vielen Interviews ein, die ich anfangs bereits erwähnte.
Für mich waren diese leider etwas deplatziert, da mich diese Informationen ohne Grund und Boden etwas erschlugen. Ich kannte die Personen nicht und konnte die Infos kaum mit ihnen verknüpfen.
Die Interviews, die zu einem späteren Zeitpunkt Platz im Buch fanden, konnte ich eher mit in die Geschichte aufnehmen und eigens Interpretationen damit anstellen.

Der Ablauf der Handlung ist auf den ersten 200 Seiten eher seicht. Es passiert nicht unbedingt viel und die Spannung hält sich in Grenzen.
Für mich wurde es dann jedoch schnell interessanter und ich begann eigene Überlegungen anzustellen.

Viele Handlungsstränge sind in diesem Buch sehr miteinander verworren und nicht auf den ersten Blick erkennbar. Selbst, wenn man bestimmte Hintergründe kennt fällt es schwer, sie in Verbindung zueinander zu setzen, weshalb das Buch manchmal als etwas durcheinander erscheint.

Das Ende habe ich so nicht erwartet.
Winner führt den Leser auf einige falsche Fährten , wobei sich mir viele bereits vorher als "falsch" erschlossen, da sie einfach zu übertrieben dargestellt worden waren. Sei es durch Äußerungen oder Taten der handelnden Personen.
Bei einigen meiner Theorien bin ich allerdings froh, dass diese nicht umgesetzt wurden. Sie hätten das gesamte Buch einfach nu unglaubwürdig gemacht.

Die Glaubwürdigkeit und die Realitätsnähe des Buches sei mal dahin gestellt.
Der Ausgang des Ganzen, aber auch Teile der Basis, sind schon ziemlich weit hergeholt.

 

Fazit

Ich habe wirklich Probleme, dieses Buch zu bewerten.

Einerseits ist es tatsächlich an einigen Ecken sehr widersprüchlich, wirr und konfus.
Der Schreibstil hat mir zu schaffen gemacht und ich kam nur mühselig voran.

Andererseits gelingt es dem Autor, mich als Leser völlig in die Irre zu führen, sodass man keinem Menschen auf dieser Insel vertraut. Bis zum Schluss weiß man nicht, wie die Geschichte ausgehen wird.
Viele Fragen, die im Laufe des Buches durch Erzählungen der Figuren aus der Vergangenheit auftauchen, werden erst am Ende des Buches geklärt.

Für das Cover, die Idee, die Handlung und die Geheimnisstuerei würde ich gerne 4/5 Sternchen vergeben.
Leider haben der Stil und die chaotische Verworrenheit das Buch für mich etwas abgestuft, sodass ich nur 3,5/5 Sternchen verteilen kann.

  (1)
Tags: heyne, insel, jonaswinner, murderpark, neuerscheinung, serienkiller, trauma, vergnügungspark   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(92)

203 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 36 Rezensionen

thriller, entführung, paul finch, london, mädchenjäger

Mädchenjäger

Paul Finch , Johannes Sabinski
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.04.2014
ISBN 9783492304627
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Titel: "Mädchenjäger"  (als Hörbuch gehört)
Autor: Paul Finch
Erscheinungsdatum: 14. April 2014
Seitenanzahl: 464 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€ ; Hörbuch 9,95€ (im audbile-Abo)
Verlag: Piper Verlag
Klappentext:
Achtunddreißig verschwundene Frauen innerhalb weniger Jahre. Ohne jede Spur. Kein Motiv, kein Muster, keine Leichen. Detective Sergeant Mark »Heck« Heckenburg ist überzeugt, dass das kein Zufall sein kann, doch außer ihm glaubt niemand an einen Zusammenhang. Als Heck auf eigene Faust ermittelt, kommt ihm eine Frau zuhilfe: Lauren Wraxford, die verzweifelt auf der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester ist. Gemeinsam riskieren sie alles – in einem Kampf auf Leben und Tod gegen eine unsichtbare Macht ...






"Mädchenjäger" war mein erstes Buch von Paul Finch.
Lange lag es auf dem SuB und um dem Verstauben endlich zu entkommen habe ich mich entschlossen, dies als Hörbuch zu hören.
Der Sprecher, Detlef Bierstedt, war mir bereits von den Hörbüchern Harlan Coben's bekannt, von denen ich bekanntlich ein großer Fan bin!
Auch hier hat Bierstedt wieder grandiose Arbeit geleistet und ein tolles Hörerlebnis gestaltet.




Cover und Klappentext


Äußerlich fällt natürlich sofort der bunt gestaltete, bei diesem Band gelb gehaltene, Buchschnitt auf, der farblich einheitlich zum Titel passt.
Mich sprach dies auf Anhieb an.
Die gefesselten Hände im oberen Teil lassen auf Entführungen innerhalb der Handlung vermuten und sind gelungen gewählt.
Der Klappentext verrät nicht zu viel. Er spiegelt lediglich den Anfang des Thrillers wieder.
Dennoch wirkt er etwas unspektakulär und hätte spannender formuliert werden können.




Figuren


Da hätten wir zunächst natürlich Ermittler Mark Heckenburg, der von allen möglichen Leuten nur "Heck" genannt wird. Abkürzungen des Nachnamens oder die reine Nennung diesen ist scheinbar im Ermittler-Genre oft wiederzufinden. Störend finde ich dies allerdings nicht. Eher wird für mich ein beruflich, etwas strenge Atmosphäre erzeugt.


Heck wirkt auf mich etwas ambivalent und nicht hundertprozentig einschätzbar.
Er scheint unberechenbar, unbelehrbar und auf seine eigene Meinung pochend zu sein. Andererseits interpretiere ich ein großes Engagement, sowie Mitgefühl und die Verantwortung, bestimmte Fälle zu lösen, in sein Profil hinein.
Allgemein empfinde ich ihn aber als sympathisch und er scheint jemand zu sein, der sein Ding durchzieht, egal, was andere davon halten. Einfach offen, ehrlich, direkt und authentisch.
Lauren Wraxford erscheint für den Hörer eher unbeabsichtigt in der Story und fällt bei mir auch weiterhin in diese Schiene.
Wie im Klappentext erwähnt, sucht sie verzweifelt ihre Schwester und wendet sich dabei an Heck.
Lauren konnte ich ebenso wenig einschätzen, da auch sie sehr zwiegespalten wirkte.
Zu Beginn strotzte sie vor Männlichkeit, Stolz, Durchsetzungsvermögen, Kraft und schien eher maskulin. Im Laufe des Buches verweichlichten ihre Züge jedoch etwas und der verletzliche Mensch hinter der Fassade wurde sichtbar.
Die Verbindung der beiden empfand ich als eher widersprüchlich, was sich erst zum Ende hin änderte.






Schreibstil und Inhalt


Das Buch beginnt mit einem beklemmenden, nachdenklich machenden Prolog.
Wir lernen Luise kennen und man kann sich als Hörer regelrecht in ihre Situation einfühlen und mitfühlen.
Im weiteren Verlauf erfährt man zunächst einiges über Heck, seine Arbeit und seine Verbindungen, welches später noch eine Rolle spielen wird.
Hier beginnt man ihn einzuschätzen und gewisse Charakterzüge herauszufinden.
Grundsätzlich finde ich es in Büchern immer relativ schwer zu glauben, dass ein Detective zum Urlaub gezwungen wird und innerhalb dieses auf eigene Faust ermittelt, weshalb mir den Einstieg in die Handlung etwas schwer fiel, da es auf mich nicht realistisch wirkt.


Man erfährt im Buch viele Aspekte, die am Ende zusammenführen, jedoch denke ich, dass einiges hätte weggelassen werden können beziehungsweise interessanter hätte ausgestaltet werden können.


Da ich das Buch als Hörbuch gehört habe, waren mir einige Handlungsstränge zu verworren und es war teils schwierig, den einzelnen Inhalten zu folgen.
So musste ich des Öfteren überlegen, welche Personen bereits vorkamen, wer sie waren und wie sie nochmal in die Handlung passten.
Wie in den meisten Detective-Storys kommen sehr viele Namen vor, die nur in kleinem Maße eine Rolle spielen oder zu bestimmten Gruppen gehören, womit ich leider meistens ein Problem des Auseinanderhaltens habe.
(Leider habe ich dieses Problem bei Hörbüchern öfter, da ich nebenbei meistens einer anderen Tätigkeit nachgehe. 
Daher kann ich Hörbüchern mit einer Privatperson oder einem Ermittler, den man länger kennt und den man einschätzen kann, eher folgen.)
Allgemein findet man im Buch und auch Hörbuch einen angenehmen Stil der Erzählungen vor, dessen groben Zügen man ohne weiteres gut folgen kann.
Von der Sprache her werden häufiger Schimpfwörter oder eine allgemeinere Umgangssprache genutzt, welches jedoch gut in den gesamten Stil des Buches und des Inhalts passt.
Für mich hätte die Handlung jedoch etwas rasanter, spannender, geheimnisvoller und einfach packender sein können.
Des Öfteren hatte ich das Gefühl, die Ermittlungen plätschern vor sich hin und kleineren Hinweisen wird in viel zu großem Ausmaße nachgegangen. Oder es war wohl eher so, dass kleinere Dinge größer hätten dargestellt werden können und umgekehrt.
Die Grundidee an sich ist nichts Neues und daher eher unoriginell.
Gerade dann muss für mich eine frische Würze herrschen, die einen durch das Buch/Hörbuch fliegen lässt.




Fazit


Ein nettes Buch für zwischendurch und keineswegs ein schlechter Auftakt einer Reihe.
Ich habe bereits häufiger gehört, dass die Reihe wohl besser wird, weshalb ich definitiv noch weitere Bücher lesen/hören werde.
Dennoch hat eindeutig Spannung und der gewisse originelle Kick gefehlt.


Für ein Hörbuch hätten die Zusammenhänge auch einfacher aufgeklärt werden können.


Von mir bekommt das Buch 3/5 Sternchen. :)

  (1)
Tags: mädchenjäger, paulfinc, thriller, entführunge   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(237)

417 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 92 Rezensionen

thriller, mord, melanie raabe, falle, die falle

Die Falle

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei btb, 11.04.2016
ISBN 9783442714179
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Titel: "Die Falle"   (Rezensionsexemplar)
Autorin: Melanie Raabe
Erscheinungsdatum: 11. April 2016
Seitenanzahl: 352 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: btb
Klappentext:
Die berühmte Bestsellerautorin Linda Conrads lebt sehr zurückgezogen. Seit elf Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Als sie im Fernsehen den Mann zu erkennen glaubt, der vor Jahren ihre Schwester umgebracht hat, versucht sie, ihm eine Falle zu stellen - Köder ist sie selbst.






Zunächst einmal vielen Dank an das Bloggerportal und den btb-Verlag für die Zusendung eines Exemplares dieses Buchs!
"Die Falle" war mein erstes Buch von Melanie Raabe und "Die Wahrheit" wird definitiv noch gelesen!
Cover und Klappentext


Das Cover des Buches empfinde ich eher als unaussagekräftig, aber vielleicht kann ich einfach nur nicht genug hinein interpretieren.
Der Klappentext ist kurz und knackig gehalten, sodass man einen ungefähren Einblick in die Grobhandlung bekommt, aber nicht zu viel verraten wird.
Der Umfang des Buches, sowie die Länge der Kapitel, die Schriftart etc. ist wirklich angenehm zu lesen.




Figuren


Die Protagonistin, Linda, empfand ich zunächst als wirklich seltsam und konnte sie, aufgrund der außergewöhnlichen Lebensumstände nicht unbedingt einschätzen.
Aber genau das hat mich wieder in den Bann gezogen und mein Interesse geweckt.
Die Vorstellung der Figur erfolgt erst in Kapitel 3, weshalb ich mir bis dato schon eine eigene bildliche Vorstellung ihrerseits zurechtgelegt hatte.


Der Mann, der als der mögliche Täter ins Buch eingebracht wird, wirkte auf mich sehr ambivalent und nicht einzuschätzen.
Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich ihn als aufrichtig verwirrt oder als beabsichtigt dumm einstufen sollte. Dies blieb bis zu den letzten 100 Seiten, deswegen möchte ich nicht zu viel verraten und jedem seine eigene Einschätzung lassen.




Schreibstil und Inhalt


Das erste Kapitel wirkte auf mich etwas "schwaflerisch" und ich hatte die Befürchtung ein Buch anzufangen, das von Umschreibungen und lang verschachtelten Beschreibungen nur so strotzt. Dies ist Gott sei dank nicht eingetreten!


Das Buch ist quasi in 2 Bücher aufgeteilt:
"Die Falle" von Melanie Raabe und "Blutsschwestern" von Linda Conrads.
Man liest abwechselnd, wobei der Anteil des eigentlichen Buches natürlich größer ist.
Teilweise findet man als Leser einen sehr angenehmen Schreibstil vor, teilweise gibt es aber auch Kapitel mit sehr abgehackten und in sich wiederholenden Sätzen, was aber, wenn man es im Nachhinein genauer betrachtet, situationsbedingt Sinn macht.
Schwierig zu lesen war es dennoch.
Allgemein gibt es einige Wiederholungen in diesem Buch.
Ob es Namen sind, die 3 mal unmittelbar hintereinander genannt werden, Dopplungen von Sätzen, die nicht nötig sind (Beispiel: "Das Schlimmste ist der Zweifel. Ein kleiner Zweifel bleibt immer zurück. Das ist das Schlimmste." 
"Die Falle" von Melanie Raabe, Seite 232), oder die Tatsache, dass es in den letzten 11 Jahren der Protagonistin viel Zeit zum Lesen gab.


Manche mögen es belustigend finden und als Running Gag einstufen, ich empfinde es aber als durchaus störend.


Zu Beginn des Buches wurde ich außerdem mit der Frage konfrontiert, inwiefern man wirklich ein derart isoliertes Leben führen kann.


Was ist mit Behördengängen?


Operationen können auch nicht auf dem heimischen Esstisch vollzogen werden...


Wird man als Autor wirklich erfolgreich, wenn man sich in der Öffentlichkeit kaum präsentiert?


und noch vieles mehr hat mich an der Authentizität dieses Buches zweifeln lassen.
Dennoch konnte ich mich immer mehr mit den Erklärungen innerhalb der Handlung anfreunden, da einige Fragen ebenfalls beantwortet wurden.


Eins ist mir aber bis heute nicht recht: 
Wieso hat man einen Hund, wenn man niemals das Haus verlässt?
Natürlich für sich selbst, damit man nicht vereinsamt, aber für das Tier tut es mir wirklich leid. Kleine Runden mit einer Assistentin oder mal nen Ausflug in den Wintergarten sind doch nichts für einen Hund!
An sich empfand ich die Handlung als spannend geschildert. Nicht immer rasant, aber eine unterschwellige Spannung war immer vorhanden.
Und sei es nur, weil man sich einfach nicht entscheiden kann, wer nun Wahrheit und wer die Lüge spricht. 
(Was mir, nebenbei erwähnt, ziemlich schwierig fiel. Ich glaube ich habe meine Meinung im Laufe des Buches an die 5 Mal revidiert.)
Allerdings ist dies ein wichtiger Aspekt, der für mich bei keinem Thriller fehlen darf:
Unwissenheit und Geheimnisse bis zum bitteren Ende!
Es gibt nichts schlimmeres, als ein absolut vorhersehbares Buch. Und "Die Falle" ist definitiv keines!
Von mir gibt es 4/5 Sternchen für ein gelungenes, packendes Buch, das etwas mit der Psyche und dem Einschätzungsvermögen des Lesers spielt.

  (1)
Tags: blut, btbverlag, diefalle, melanieraabe, mörder, psychologie, thriller   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(270)

509 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 81 Rezensionen

thriller, märchen, profiler, bka, maarten s. sneijder

Todesmärchen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442483129
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Titel: "Todesmärchen"  (als Hörbuch gehört)
Autor: Andreas Gruber  Sprecher: Achim Buch
Erscheinungsdatum: 12. August 2016 / 15. August 2016
Hörbuchdauer: 14 Stunden und 28 Minuten / 544 Seiten
Genre: Thriller
Preis: im Audible-Abo: 9,95€
Verlag: Der Hörverlag / Goldmann
Klappentext:
Sneijder und Nemez sind zurück! In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein - doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gitter gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel..






Nun ist es also daran, den dritten Teil der Sneijder und Nemez-Reihe zu rezensieren.
Vorab: 
Wie ihr oben schon lesen könnt, habe ich auch diesen Teil wieder als Hörbuch gehört.
Daher allgemeine Aspekte kurz zusammengefasst:


Der Sprecher, Achim Buch, macht seine Sache wirklich fabelhaft! Der niederländische Akzent ist auf den Punkt getroffen und ich finde ihn wirklich gelungen.
In diesem Buch unterscheiden sich die verschiedenen Varianten des Akzentes sogar deutlich, sodass es dem Verständnis keinen Abbruch tut.


Das Cover finde ich sehr schön, jedoch passt das Design wenig zu den ersten beiden Covern, die doch eher kühl und winterlich wirken.


Der Schreibstil von Gruber ist auch bei diesem Hörbuch angenehm zu hören.






Beim zweiten Teil "Todesurteil" hat mich gestört, dass es teilweise sehr langatmig war.
Man hätte vieles kürzen können und gerade den Anfang schnittiger halten sollen.
Bei diesem Buch wurde eine perfekte Balance zwischen Action und Erklärung gefunden!
Das Thema "Märchen" finde ich hier, wie im ersten Teil "Todesfrist", wieder spannender, sodass ich mich vielleicht auch einfach lieber darauf eingelassen habe.
"Todesmärchen" steigt sofort mit dem Fall ein, der den Leser das Buch über beschäftigen wird.
Man wird sofort mit dem Tatort und einigen Verdächtigungen beziehungsweise Vermutungen in die Story hineingezogen.
Die Geschichte ist in mehrere Erzählstränge gegliedert, wobei die Perspektive von Sneijder und Nemez, sowie die der Psychologin Hannah vorerst von großer Wichtigkeit sind.


Alle Figuren finde ich in diesem Buch toll umgesetzt! Man fühlt sich mit jedem Teil mehr mit ihnen verbunden und kann sich immer besser in sie hineinversetzen.
Besonders Sneijder wird mir pro Buch immer sympathischer und allgemein authentischer, da man vieles über ihn erfahren konnte. Besonders in diesem Teil!
Sabine empfinde ich teilweise als zu hoch angesetzt, angesichts der Tatsache, dass sie eigentlich nur eine durchschnittliche Ermittlerin ist, die sich gerne aufmüpfig gegen die Regeln und Vorschriften stellt, womit sie natürlich andere Erkenntnisse erlangt, als andere Ermittler.
Dennoch mag ich sie gerne und im Gespann mit Sneijder ist es teilweise sogar lustig, den beiden zuzuschauen. Mittlerweile sehe ich sogar eine gewisse "Liebe" zwischen ihnen, da sie sich immer wieder necken, sich aber eigentlich gern haben.


Bereits im Klappentext wird ein gewisser Piet van Loon erwähnt, auf den das Ende des zweiten Teils schließen konnte.
Mich hat seine Vergangenheit wirklich interessiert und ich wollte unbedingt wissen, was an ihm so schrecklich sei.
Die Verbindung zum Titel wird durch ihn hergestellt und wurde passend konstruiert.
Natürlich findet man dies im Laufe der Story heraus, dennoch finde ich es zu "krass", wie er, im Gegenzug zu seinen Taten, beschrieben wird.
Wobei ich auch hier wieder gestehen muss, dass es schon relativ "krass" ist, aber eben nichts Neues.
Ebenso empfand ich die Erklärung hinter seiner Intelligenz als fragwürdig. 
Aber: Es ist ein Buch zur Unterhaltung, daher ist es Fiktion und muss nicht zwingend realitätsnah sein. Trotzdem frage ich mich dennoch, ob das die sinnvollste Erläuterung gewesen ist.
Die Story an sich bietet eine konstante, kribbelnde Spannung und man möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht und was als nächstes passiert!
Ich war sehr gespannt, was ich bis zum Ende des Buches noch alles über die handelnden Personen erfahren würde und ich muss sagen:
WOW!


Viele Male saß ich regelrecht mit offenem Mund vor meinem Handy und musste verarbeiten, was ich gerade gehört habe. Und das ist wirklich keine Übertreibung.


Dieses Buch beinhaltet so viel unvorhersehbare und unerwartete Wendungen, dass man aus dem Schwitzen schon nicht mehr herauskommt.


Auch hier weißt das Ende des Buches wieder auf den nächsten Teil "Todesreigen" und dessen Inhalt hin, welches am 21. August 2017 erscheinen wird.
Und ich bin schon sehr gespannt!
"Todesmärchen" bekommt von mir als erster Gruber ganze 5/5 Sternchen!
Ein wirklich tolles Buch! :)

  (1)
Tags: andreasgruber, maartenssneijder, märchen, sabinenemez, thriller, todesmärchen   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(171)

250 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 104 Rezensionen

entführung, thriller, baby, kindesentführung, geheimnisse

The Couple Next Door

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783785725856
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "The couple next door"  (Rezensionsexemplar)
Autorin: Shari Lapena
Erscheinungsdatum: 16. März 2017
Seitenanzahl: 352 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Broschiert 15,00€
Verlag: Bastei Lübbe
Klappentext:
Jedes Paar hat seine Geheimnisse. Manche sind tödlich ...

Deine Nachbarin möchte nicht, dass du dein Baby zur Dinnerparty mitbringst. Dein Ehemann sagt, das sei schon in Ordnung. Ihr wohnt ja gleich nebenan. Außerdem habt ihr ein Babyfon und könnt abwechselnd nach der Kleinen sehen. Deine Tochter schläft, als du das letzte Mal nach ihr siehst. Doch jetzt herrscht Totenstille im Haus. Du rennst ins Kinderzimmer - und dein schlimmster Alptraum wird wahr: Die Wiege ist leer.

Es bleibt nur eins: die Polizei zu rufen - doch wer weiß, was sie finden wird ..


Zu allererst möchte ich mich beim Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplar bedanken!
Ich habe zuvor noch nie etwas von dieser Autorin gehört und demnach auch nichts von ihr gelesen, dennoch erschien mir der Klappentext ansprechend.

Und ich wurde nicht enttäuscht!

Aber von vorne...

Auf der ersten Seite lernt man sofort die, auf den ersten Blick, wichtigsten vier Personen kennen:
Anne und Marco, die Eltern der kleinen Cora, sowie die Nachbarn Graham und Cynthia.

Anfänglich hatte ich etwas Sorge, dass ich mich nicht in die Protagonisten einfinden kann, da sie auf den ersten Seiten alle etwas oberflächlich erschienen.
Dies änderte sich jedoch schnell und Marco und Anne wurden mir rasch sympathisch.
Man konnte ihren Schmerz nahezu in den Seiten fühlen.

Lapena erzählt die Geschichte aus der Sicht eines allwissenden Erzählers.
Meistens finde ich diese Perspektive unglücklich gewählt, da viel zu viel und zu schnell verraten wird.
Hier jedoch ist es passend gelöst worden, auch, wenn man wirklich ziemlich schnell einige Dinge erfährt, die aber auch sehr gut hätten herausgezögert werden können.
Das widerrum lässt das Buch etwas an Spannung einbüßen und ich war mir nicht sicher, ob dies nicht der Todesschuss für die Story gewesen sein könnte.

Und jetzt kommt das große ABER:
Es war trotzdem durchgehen spannend!
Allerdings gab es eine eher unterschwellige, konstante Spannung, sodass man einfach wissen wollte, wie es weiter geht!

Den ermittelnden Detective empfand ich stellenweise als kühl und konnte anfangs seine Verdächtigungen nicht ganz nachvollziehen, da sie eher aus dem Nichts kamen, als dass sie begründet gewesen wären.

Allgemein empfand ich Lapenas Schreibstil als sehr angenehm und man konnte das Buch flüssig und relativ schnell durchlesen.
Es gab kürzere, aber auch wieder längere Sätze, sowie Kapitel, sodass die perfekte Mischung gefunden wurde.
Die längeren Kapitel wurden durch Sternchen unterteilt, weshalb ich auch hier, als ausgeschriebener Verfechter von langen Kapiteln, schnell und mit Freude lesen konnte. Und das, ohne nachzuschauen, wie lange ich noch bis zum nächsten Kapitel brauchen würde.

Zum Titel möchte ich eigentlich nur Eines sagen:
Er ist ziemlich irreführend und bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, was nun damit gemeint ist.
Eine ziemlich ausgefuchste Sache!

Das gesamte Buch besteht aus Geheimnissen, Intrigen, Beweisen, Ängsten, Sorgen, Drohungen und Verdächtigungen.
Man weiß nie, was man denken soll.
Hat man das Gefühl, man wüsste endlich, wie der Abend abgelaufen ist, kommt wieder ein neues Detail ans Tageslicht und man muss seine ganze Theorie wieder überdenken.

Wie bereits erwähnt, bietet das Buch natürlich keine actionsreiche, explosive Hollywood Spannung, sondern begeistert viel mehr mit psychologischer Tiefe und der Konfrontation mit einer der menschlichen Urängste: das Verschwinden des eigenen Kindes.
Eine spannungsreiche Familientragödie eben.

Das vorläufige Ende (bezogen auf die Lösung des 'Falles') war ebenso überraschend, wie passend.
Auf den letzten Seiten wird man zwar direkt hingeführt und auch vorher gibt es kleinere Hinweise, dennoch hatte ich keine spezifische These für das Ende.
Auf jeden Fall, wurde es gut gelöst, wie ich finde.

Das wirkliche Ende, bezogen auf das letzte Kapitel, war allerdings absolut unnötig und hätte so nicht mehr verschriftlicht werden sollen.
Die spätere Ausgangslage finde ich nicht verkehrt, aber eine andere Umsetzung in Verbindung mit der Story wäre wünschenswert gewesen.

Dennoch hat mich das Buch in seinen Bann gezogen.
Daher bekommt es von mir 4,5/5 Sternchen. :)

  (1)
Tags: basteilübbe, dramatik, familientragödie, sharilapen, thecouplenextdoor, thriller, tragik   (7)
 
75 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks