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156 Bibliotheken, 18 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, selbstmord, maarten s. sneijder, todesreigen, bka

Todesreigen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.08.2017
ISBN 9783442483136
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Todesreigen" (4. Teil der Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Reihe)
Autor: Andreas Gruber
Erscheinungsdatum: 21. August 2017
Seitenanzahl: 576 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-48313-6
Klappentext:
"Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin und Ausbilderin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auzulöschen ..."
(Quelle)

Hier kannst Du "Todesreigen" kaufen.

Weitere meiner Rezensionen zu Gruber's Büchern:

"Todesfrist"

"Todesurteil"

"Todesmärchen"

 

Vielen herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und die randomhouse Verlagsgruppe, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!
Ich habe mich sehr gefreut. :)

 

Cover und Klappentext

Da ich mittlerweile auch zu einem Cover-Fanatiker geworden bin, muss ich kurz meckern.
Das Cover sticht mit dem Kontrast vom schwarzen Hintergrund und den gelben Vögeln ziemlich aus der Reihe hervor und gliedert sich nicht so schön ein.
Schon bei Teil 3 empfand ich den geänderten Coverstil als störend in der Optik.

Außerdem kann ich mir die Auswahl der Covergestaltung auch nicht unbedingt erklären, denn das Buch bietet keine Verbindung zum Vogel.

Der Titel war mir auch nicht sofort schlüssig.
Der erste Teil des Titels passt hingegen sehr gut zur Reihe, den zweiten empfand ich eher als unpassend.
Abgesehen davon, dass mir das Wort "Reigen" rein gar nichts sagte, kann ich nach einer Googlesuche nur vermuten, was es damit auf sich hat. Durch die eigene Interpretation kann man bestimmte Bezüge zu dem Inhalt herstellen.

Der Klappentext ist spannend geschrieben, verrät allerdings in Teilen bereits die erste Hälfte des Buchs. 

 

Figuren

Zu den Protagonisten, Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder, brauche ich eigentlich kaum mehr was sagen. Wer die ersten 3 Teile gelesen hat, wird die beiden bereits sehr gut selbst einschätzen können.

Ich persönlich bin nie zu 100% mit Nemez warm geworden, was sich jedoch pro Buch steigert.
In jedem Band lernt man mehr über die beiden Figuren und sie sind sehr tiefsinnig und charakterstark dargestellt.

Sie sind einem einfach sympathisch, weil sie ihre Ecken und Kanten haben und eben nicht perfekt und klischeehaft sind.

Sneijder schon gar nicht. In diesem Buch hat er einen geringeren Part, dessen Grund man im dritten Band erfährt.
Dennoch tritt er in bekannter alter 'Manier' auf und ist der übliche, beliebte Kotzbrocken.

Dieses Buch wimmelt gerade zu von alten Bekannten aus den vorherigen Bänden.
Gruber greift einige auf, die man bereits gut kennengelernt hat und mit deren Namen man sofort etwas anfangen kann.
Ich bin ein großer Fan von rekurrenten Figuren, weshalb ich das Aufgreifen hier besonders gut fand!

Allerdings lernt man natürlich auch neue Charaktere kennen, die mir ebenfalls zunehmend sympathischer wurden. Man konnte im Laufe des Buches ihre Hintergründe verstehen und entwickelte eine Verbindung zu ihnen.

 

Schreibstil und Inhalt

Wie seit Anbeginn der Reihe ist der Schreibstil absolut flüssig und angenehm zu lesen.

Zunächst war ich jedoch etwas verwirrt, da man bereits zu Anfang mit einer Vielzahl an Personen überhäuft wird. Einige kennt man, einige lernt man kennen.
Dieses Gewirr wird jedoch schnell deutlicher und verdichtet sich.

Gruber schreibt diesmal in verschiedenen Perspektiven. Wir begleiten Sabine bei ihrer Suche nach der Wahrheit, Tina bei ihren Ermittlungen, Sneijder bei seinen privaten Machenschaften, einem Mann, den wir neu kennenlernen, bei seinem Leben nach dem Knast und noch einiges mehr.
So erfährt man einen riesigen Rundumblick über das ganze Geschehen und erhält vielerlei Einblicke.

Dieses Buch weist einen etwas anderen Stil als seine Vorgänger auf.
Bisher hatten wir es mit einem starken und sturen Ermittler-Duo zu tun, das sich an die Fersen von Serienmördern heftet und deren Taten aufklärt.

Doch diesmal haben wir es mit einem etwas anderen Fall zu tun:

Sneijder taucht diesmal weniger auf, als bisher, einige bekannte namenhafte Polizisten sterben unter mysteriösen Umständen und Nemez versucht zuerst auf eigene Kappe die Verbrechen aufzuklären.
Dabei stößt sie auf ungeklärte Dinge in der Vergangenheit aller und begibt sich damit in Gefahr.

Andreas Gruber hat sich mit "Todesreigen" in eine etwas andere Richtung verleiten lassen, die jedoch genauso gelungen und packend ist, wie Teil 1-3.

Der Spannungsbogen wird immer konstant oben gehalten, denn es kommen immer mehr Hinweise ans Licht, was das Kramen in der Vergangenheit noch interessanter macht.

Man merkt schnell, dass man auf ein ziemlich komplexes Konstrukt zwischen Figuren, Handlungen und der Zeit stoßen wird.
Es ist ein Auf und Ab von Vertuschungen, Intrigen und Verbrechen, die eine schussgeladene Portion Action ins Buch einbringen.

Vermutlich musste ich deswegen zwischendurch pausieren, um das Gelesene zu verarbeiten. Am Inhalt und Schreibstil lag es in keinem Fall.

Ich habe bereits einige Rezensionen zu diesem Buch gelesen und ich muss nochmals zugeben, dass Sneijder natürlich in diesem Buch weniger Anteil hat, als sonst.
Dennoch erscheint es mir nicht so, als hätte Gruber keine Ideen mehr gehabt oder als wäre Sneijder einfach vergessen worden.
Für mich war es ein kluger und realistischer Schachzug, der basierend auf dem letzten Teil absolut Sinn ergibt.

Kleinere Teile der Auflösung hatte ich in der Theorie erahnt, das gesamte Ende und die darin zutage kommenden Personen, hatte ich allerdings nicht im Kopf.
Sicherlich hätte man dazu noch einige Hinweise mehr streuen und es etwas interessanter gestalten können, allerdings ist es für mich trotzdem ein gelungenes Ende eines großartigen Buchs!

 

Fazit

Andreas Gruber konnte schon viele Menschen mit seiner "Todes-"Reihe begeistern und hat auch mich in seinen Bann gezogen!

Während mir Teil 1 gut gefiel, "Todesurteil" für mich jedoch etwas schwächer ausfiel und der dritte Teil ein absoluter Oberhammer war, bei dem vollständig jeder Nerv bei mir getroffen wurde, haben wir mit "Todesreigen" einen weiteren genialen Thriller eines wunderbaren Autoren geliefert bekommen.

Ich durfte ein Buch lesen, welches mit durchgehend rasanter Handlung besticht und bis zur letzten Seite und darüber hinaus spannend bleibt!
Ein Thriller, in dem auch ein gewisse Touch an Humor zu finden ist, der einen schmunzeln lässt.

Am Ende stellte ich bereits Vermutungen über den Inhalt des nächsten Bandes an, der in der Danksagung des Autors bereits bestätigt wird und bei mir große Vorfreude geweckt hat.

Ich kann die Bücher von Andreas Gruber nur jedem Thriller-Fan ans Herz legen, der Wert auf Spannung, Raffinesse und kantige Charaktere legt.

Von mir bekommt auch "Todesreigen", wie sein Vorgänger, 5/5 Sternchen! :)

 

 

 

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Tags: andreasgruber, goldmann, goldmannverlag, rezensionsexemplar, teileinerreihe, thriller, todesreigen, vierterteil   (8)
 

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thriller, psychothriller, berlin, puppe, max bentow

Das Porzellanmädchen

Max Bentow
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.07.2017
ISBN 9783442205110
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Das Porzellanmädchen"     (Rezensionsexemplar)
Autor: Max Bentow
Teil einer Reihe/Einzelband: Einzelband
Erscheinungsdatum: 17. Juli 2017 
Seitenanzahl: 382 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Paperback  15,00€
ISBN: 978-3-442-20511-0
Verlag: Goldmann Verlag
Klappentext:
Luna Moor ist eine gefeierte junge Autorin auf dem Gipfel ihres Erfolgs. Keine schreibt so packend und mitreißend wie sie über die Abgründe der menschlichen Seele, und ihre Bücher gehen unter die Haut. Niemand ahnt, dass Luna selbst als junges Mädchen in die Hände eines Wahnsinnigen fiel und ihm nur knapp entkam. Seither quält sie die Erinnerung an den Täter, und eines Tages fasst sie den kühnen Entschluss, an den Ort ihres Martyriums zurückzukehren. Sie will eintauchen in die bedrohliche Atmosphäre des einsam gelegenen Hauses, in dem sie einst gefangen war, und versuchen zu verstehen, was damals geschah. Gemeinsam mit Leon, dem Sohn einer Freundin, richtet sie sich ein in dem verlassenen Haus im Wald. Sehr schnell muss sie jedoch erkennen, dass sie in einen Albtraum geraten ist, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Aber ist Luna wirklich das unschuldige Opfer, das sie vorgibt zu sein?

Hier könnt ihr "Das Porzellanmädchen" kaufen.

 

Vielen Dank an den Goldmann Verlag und randomhouse, dass sie mir ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt haben!

 

Cover und Klappentext

Das Cover ist sehr ansprechend und farblich schlicht gehalten. Die rote Schrift des Titels sticht gerade zu hervor und passt perfekt zu den roten Lippen und den Bluttropfen, die von der Schrift heruntertropfen.

Zum Titel und zum Inhalt passt das Cover wirklich gut. Die Risse im Gesicht lassen sich nach Lesen des Buches perfekt interpretieren, sodass sich alles schön zusammenfügt.

Der Klappentext ist etwas länger und beschreibt im Groben schon die Handlungsstränge des Buches. 
Dennoch habe ich mich sofort angesprochen gefühlt und mein Interesse daran, das Buch zu lesen, war groß.

 

Figuren

Wie der Klappentext es schon verrät, handelt das Buch von der Protagonistin Luna, die sich im Thrillergeschäft als gefeierte Autorin bereits einen Namen gemacht hat, aber einige Schwierigkeiten in ihrer Vergangenheit hatte.

Auf mich wirkte sie schüchtern, zurückhaltend, scheu, introvertiert und ängstlich, was sich für mich anfänglich nicht richtig angefühlt hat. Ich hatte eine toughe, starke Frau erwartet, die sich "(...)[den] Dämonen ihrer Vergangenheit(...) [stellt]." (Klappentext)

Im Laufe des Buches konnte man ihre Charakterzüge allerdings verstehen und man begann, sich in ihre Lage zu versetzen. Gänzlich in sie hineinversetzen konnte ich mich allerdings nicht.

Ich kann ebenso nicht sagen, ob sie mir sympathisch war. Als eine besonders freundliche Protagonistin kann ich sie nicht bezeichnen, da mir einfach die nötige Empathie fehlte.

Außerdem lernen wir Leon kennen. Er ist 15 Jahre alt und befindet sich zur Zeit der Handlung bei Luna.
Mir fiel auf, dass er oftmals nicht unbedingt wie ein 15 Jähriger spricht und sich verhält, was etwas merkwürdig war
Andererseits tut er nicht das, was ihm gesagt wird und begibt sich damit in Gefahr, was wieder für die Handlungen eines Teenagers spricht.

Als "merkwürdig" würde ich auch die Beziehung zwischen Luna und Leon beschreiben. Häufig empfand ich die Verbindung der beiden etwas abstrus und einfach komisch.
Um es weiter zu beschreiben, müsste ich auf den Inhalt eingehen. Da ich allerdings nicht spoilern möchte, lasse ich euch einfach mal mit diesen Infos stehen.

 

Schreibstil und Inhalt

Das Buch beginnt mit 2 Zitaten von Stephen Kind und Friedrich Nietszche,  die mir anfangs etwas deplatziert, nach Beenden des Buches aber treffend gewählt erschienen.

Es ist in 4 Teile aufgeteilt, wobei die ersten beiden Sinn ergeben, die beiden letzte sich mir jedoch eher nicht als sinnig erklärt haben.
Teil 2-4 hätte man gut zusammenfassen können.

Bentow verwendet hier das, für mich, spannende Stilmittel des "Buch im Buch".
Wir begleiten die Geschichte, die Luna Moor in ihrem neusten Thriller aufschreibt ebenfalls.
Die verschiedenen Handlungsstränge sind visuell, durch unterschiedliche Schriftart und -größe, gut voneinander zu trennen, wobei mir auffiel, dass ich die Geschichte, die Luna über eine Frau namens Maria schreibt, stockender lesen konnte.

Die Teile über Luna waren schön, angenehm und flüssig zu lesen. Der Schreibstil ist toll gehalten, sodass man zügig voran kommt und das Buch schnell durchgelesen hat.

Das Buch bietet einen rasanten Einstieg in die Story und zeigt eine direkte Verbindung zu der Geschichte, da man diese direkt mit dem Klappentext in Verbindung setzt.

Die Kapitel sind schön kurz gehalten und enden öfter mit einem gerade ansteigenden Spannungsbogen, sodass man einfach weiterlesen muss und möchte.
Das gesamte Buch über herrscht eine unterschwellige Spannung und eine beklemmende Atmosphäre, die gerade auf den letzten 100 Seiten ihren Höhepunkt erreicht und auch lange hält.

Dennoch empfand ich die Geschichte teilweise als etwas oberflächlich und zu künstlich konstruiert, wobei ich keine genauen Gründe dafür nennen kann.
An einigen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe und Liebe zum Detail gewünscht. Gerade in den Teilen, in denen es um die psychologische Basis der Story und um Informationen bezüglich der Ausprägung und Bewältigung dieser ging, hatte ich mir mehr sprachliche und inhaltliche Raffinesse, aber auch eine höhere Quantität dieser Aspekte gewünscht.

Bentow bedient sich allerdings nicht nur an geschickten Stilmitteln, mit denen er mich überzeugen konnte, wie beim "Buch im Buch".
Bereits zu Anfang war ich skeptisch, wie die Wahl der Puppen auf mich wirken würde, denn die Umsetzung des Grauens ist hier von größter Wichtigkeit, um einen gewissen Gruselfaktor bei mir zu erzeugen.

Leider hat dies nicht gänzlich funktioniert. Der Gruselfaktor blieb aus und das Klischee setzte ein.
Eine düstere, mysteriösere Aura hätte hier perfekt gepasst, konnte aber nicht gut erzeugt werden.

Das Ende war ziemlich fulminant, die Auflösung jedoch vorhersehbar.
Es wurde einiges an Action geboten, was die Offensichtlichkeit des Täters etwas wett macht.
(Allerdings muss ich sagen, dass ich den Täter vorher eigentlich nie richtig vermute...)

 

Fazit

Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir wirklich schwer fällt, dieses Buch zu bewerten.

Auf der einen Seite gibt es einige Punkte, die für mich persönlich mehr ausgearbeitet hätten sein müssen, um das Grauen gelungen in Szene zu setzen.
Ich denke, dadurch hätten die Story und auch die Figuren auf mich nicht so künstlich gewirkt.

Andererseits hat mich das Buch durchweg mit einem konstanten Interesse unterhalten.
Es ließ sich toll lesen und spielte ein wenig mit der Handlung und den eigenen Gedanken dazu.

Vom Gefühl her, würde es für mich gerade so für eine 4-Sterne-Rezension reichen, was aber aufgrund der oben genannten Kritikpunkte nicht zu vertreten wäre.
Daher vergebe ich 3,5 Sternchen und überlasse die übliche Interpretation jedem selbst. :)

 

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Tags: dasporzellanmädchen, goldmannverlag, grusel, maxbentow, phobie, psychothriller, puppen, thriller   (8)
 

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thriller, psychothriller, clara weiss, spannung, münchen

Ich will brav sein

Clara Weiss
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.06.2017
ISBN 9783442486045
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: „Ich will brav sein“    (Rezensionsexemplar)
Autorin: Clara Weiss
Erscheinungsdatum: 19. Juni 2017
Seitenanzahl: 411 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann Verlag
Klappentext:

Glühende Hitze über den Dächern der Stadt. Eine Tat, die das Blut in den Adern gefrieren lässt. Und eine junge Frau, die unentrinnbar ins Verderben gerissen wird.

Im Dachgeschoss eines alten Münchener Mietshauses hat Juli endlich ein Zimmer gefunden. Ihre Mitbewohnerin Greta, eine charismatische rothaarige Schauspielerin, ist der Studentin auf Anhieb sympathisch. Bis Juli auf dem Dachboden eine Leiche mit einem Büschel roter Haare im Mund entdeckt und an der Tür die verstörende Botschaft eines Kindes.
Hat Greta etwas damit zu tun? Je mehr Juli über die Schauspielerin herausfindet, desto undurchsichtiger erscheint sie. Was an ihr ist echt, wer ist sie wirklich?
Und während allmählich die Sommerhitze durch die Mauern des Hauses kriecht, raubt eine schleichende Gewissheit Juli die Luft zum Atmen…

 

Vielen herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und die Verlagsgruppe randomhouse, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Außerdem habe ich dieses Buch in einer Leserunde mit Marina gelesen. Danke auch an dich!
Hier findet ihr ihren Blog

 

Cover und Klappentext

Das Cover empfinde ich als sehr ansprechend! Es machte mich neugierig und ließ mich auf Spannung hoffen, die man erst hinter verschlossenen Türen findet.

Zu Beginn des Buches gibt es ein Klappcover, dessen Buch eine düstere Atmosphäre des Dachbodens, der im Klappentext erwähnt wird, verspricht.
Eine wirklich tolle Darstellung, die zusammen mit dem Klappentext meine Neugier nur noch weiter wachsen ließ!

Sogar der Titel liefert tiefere Verbindungen zum Inhalt des Buches, was ich sehr gut gelungen finde.

Wem kann Juli trauen?
Diese Frage stellt man sich bereits zu Anfang, da natürlich Probleme, Ängste und Sorgen aufgrund des Covers und des Klappentextes vorprogrammiert sind.

 

Figuren

Als Protagonistin lernen wir Julietta kennen, die von allen jedoch nur Juli genannt wird.
Sie kommt nach Berlin um die Vergangenheit ihrer Mutter nachzuvollziehen und ist auf der Suche nach etwas ganz Bestimmtem.

Ich empfand sie als sympathisch, aber teilweise etwas zurückhaltend, da sie nicht immer ihre ehrliche Meinung offen und direkt gesagt hat.
Ich habe mit ihr gefühlt und konnte mich in sie hineinversetzen.

Ihre Mitbewohnerin Greta war mir zunächst ebenfalls sympathisch, sie entwickelte sich im Laufe des Buches allerdings zu einer riesigen Zicke und eröffnete dem Leser gewisse Neurosen und Starallüren.

Außerdem lernen wir Greta’s und Juli’s Freunde, Gregor und Hannes, kennen, die aber beide eher kleinere Parts in dem Buch einnehmen, dennoch wichtig für den Handlungsverlauf sind.

 

Schreibstil und Inhalt

Zu Beginn ist zu sagen, dass das Buch in 5 Teile aufgeteilt ist, die jeweils mit einem kurzen Gedicht beginnen, welches bereits am Anfang des Buches eine wirklich beklemmende und düstere Atmosphäre heraufbeschwört.
Zusätzlich dienen kurze Kapitel nach diesen Gedichten, die scheinbar in der Vergangenheit spielen und die Geschichte eines Mädchens und seiner Mutter erzählt, zum Erhalt der regelrecht einsamen und trübseligen Stimmung.
Diese Teile sind kursiv gedruckt, sodass man sie perfekt vom Rest der Handlung unterscheiden kann.

Durch das Buch hinweg sind vielerlei Hinweise enthalten, denen Juli allerdings nicht weiter nachgeht.
Sie werden in die Handlung eingebracht, aber für lange Zeit nicht weiter aufgegriffen, weshalb sie zunächst willkürlich und fragwürdig erscheinen.

Dem Lesefluss tat dies, aufgrund des schönen und angenehm zu lesenden Schreibstils, keinen Abbruch. Als Leser kann man das Buch flüssig lesen.

Einige Dinge, wie zum Beispiel das permanente Erwähnen der beißenden Hitze in Berlin, empfand ich allerdings irgendwann als sehr störend.
Es wurde, meiner Meinung nach, einfach viel zu oft und viel zu detailreich erwähnt. Hier hätte man die Buchstaben lieber in andere Teile des Buches investieren und die Hitze-Beschreibungen auf ein Nötiges minimieren können.

Natürlich spielen sie im Gesamten betrachtet eine Rolle, dennoch denke ich, dass weniger manchmal mehr ist.

Weiss setzt auf unterschwellige und im ersten Teil eher subtile, konstante Spannung, weshalb man hier nicht mit rasanten Handlungsdetails rechnen kann.
Ab der Hälfte des Buches verdichten sich jedoch gewisse Aspekte, sodass die Spannungskurve an sich immer weiter ansteigt, bis sie schlussendlich ihren Höhepunkt erreicht und alles Mysteriöse, was bisher unterklärbar schien, aufgelöst und erklärt wird.

Jeder noch so kleine Hinweis, den wir innerhalb des Buches entdeckt haben, wurde in einen einzigen Strang integriert, der in gewisser Weise realistisch und nicht künstlich konstruiert erschien.

Wir erhalten psychologische Einblicke in die menschliche Seele und unbewusste Abwehrmechanismen des Körpers und Gehirns, welche ich persönlich grundsätzlich interessant und wirklich spannend finde.
Diese Aspekte wurden in einfacher Sprache erklärt, sodass jeder sie verstehen und für sich selbst interpretieren konnte.

Mich konnte das Buch wirklich begeistern und zum Mitfiebern und Miträtseln anhalten, weshalb ich gerne 4,5/5 Sterne für dieses Schätzchen vergebe!

Ich freue mich auf mehr von Clara Weiss! 

 

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Tags: buchbewertung, claraweiss, goldmann, goldmannverlag, ichwillbravsein, psychologie, psychothriller   (7)
 

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thriller, haus, psychothriller, london, the girl before

The Girl Before

JP Delaney , Karin Dufner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 25.04.2017
ISBN 9783328100997
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "The Girl Before - Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot"      (Rezensionsexemplar) 
Autor: JP Delaney
Erscheinungsdatum: 25. April 2017
Seitenanzahl: 398 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Broschiert 13,00€
Verlag: Penguin Verlag
Klappentext:
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches.

Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.

 

Zuerst möchte ich mich bei Penguin und randomhouse bedanken, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt haben.

 

Cover und Klappentext

Das Cover an sich empfinde ich als schlicht, aber dennoch auf irgendeine unbestimmte Weise ansprechend. Eventuell eben weil es schlicht ist.
Die rote Schrift mit dem Haupttitel sticht hervor und der Subtitel lässt den Leser neugierig werden.

Auf dem Cover sehen wir eine Frau, die ein Haus betritt, das auch hier schon ziemlich steril aussieht.

Der eigentliche Klappentext auf der Rückseite des Buches ist kurz und bündig gehalten, indem er lediglich aus dem ersten Abschnitt des oben aufgeführten Inhalts besteht.
Er lässt schon Interpretationen zu und stellt sich erste Fragen.
Der längere Teil ist vorne im eingeklappten Cover zu finden.

 

Figuren

In den ersten Kapitel lernen wir Emma und Simon kennen. Ein junges Paar, das eine neue Wohnung sucht, wobei sie bestimmte Ansprüche hat.
Sie wirkt sehr übervorsichtig und nicht kompromissbereit, sowie etwas zickig.
Simon dagegen scheint einfach alles tun zu wollen, um Emma glücklich zu machen und steckt eventuell auch seine eigenen Wünsche zurück.

Später lernen wir Jane kennen. Auch sie ist auf der Suche nach einer neuen Wohnung und hat eine schwierige Vergangenheit, die sie belastet.

Beide Frauen lernt man als Leser sehr gut kennen.
Zunächst wirken beide sehr ähnlich, wobei sie auch äußerlich so beschrieben werden, dennoch entwickeln sich im Laufe des Buches immer mehr individuelle charakteristische Eigenschaften, die die beiden Frauen für mich als sehr wohl unterschiedlich darstellten.

Dabei erschien mir Jane schlussendlich sympathischer als Emma, wobei das Bild von ihr, welches ich mir durch das Buch hinweg von ihr aufgebaut habe, aufgrund von einer Sache am Ende, leicht ins Wanken gerät.

Wir lernen ebenso Edward Monkford, den Vermieter und Architekten des Hauses näher kennen. Sympathisch erschien er mir allerdings, aufgrund offensichtlicher Dinge, die einem beim Lesen unter die Augen treten, nicht wirklich.

 

Schreibstil und Inhalt

Wie bereits erwähnt, lernen wir Emma und Jane kennen, die jeweils aus der Ich-Perspektive erzählen.
Zu Beginn lesen wir ein paar Kapitel etwas über Emma, bevor es sich mit Jane's abwechselt. 

Jedes Kapitel beginnt mit "Damals: Emma" oder "Heute: Jane" und dient sehr gut der Orientierung.

Bei den Kapiteln über Emma fiel mir sofort auf, dass hier gänzlich auf Anführungszeichen zur Verdeutlichung der wörtlichen Rede verzichtet wird.
Ich könnte mir vorstellen, dass dies dadurch einer Nacherzählung gleichen und damit Parallelen zu Jane darstellen soll, dennoch empfand ich dies, gerade zu Beginn, als wirklich anstrengend.
Es störte den Lesefluss und teilweise musste ich Sätze öfter lesen, um den Sinn und die sprechende Person herauszufiltern.

Allgemein empfand ich den Schreibstil von Delaney jedoch als sehr angenehm und flüssig, sodass ich viele Seiten am Stück lesen konnte.
Delaney verwendet eine durchschnittliche Sprache und wirft nicht mit Fachbegriffen um sich, weshalb der Inhalt und die Handlung gut zu verstehen sind.

Für mich persönlich strahlte das Buch von vornherein eine bedrohliche und beklemmende Atmosphäre aus. 
Allein der Gedanke, in einem dermaßen sterilen, kühlen und einfach 'unwohnlichen' Ort zu wohnen, war mir nicht geheuer.

Um sich als Mieter dieses Hauses bezeichnen zu dürfen, müssen Bewerber vorher einige Hürden durchlaufen, die ich hier jedoch aufgrund von Spoilern nicht weiter erläutern möchte.
Allerdings erschienen mir diese ebenso seltsam und eigenartig, wie der Vermieter selbst.

Es gibt viele Fragen, die möglichen Mietern gestellt werden, die relativ schnell auch an den Leser herangetragen werden.
Bald finden wir zu Beginn vieler Kapitel eine Frage mit möglichen Entscheidungen und Kästchen für die Kreuze.

Dies fand ich besonders spannend, denn hier denkt man als Leser über sich selbst und die eigene Einstellung zu bestimmten Dingen nach.
Man steht teilweise vor schwierigen moralischen Dilemmata und findet vermutlich noch so einiges über das eigene Ich heraus, sofern man die Fragen ehrlich für sich selbst beantwortet.

Ebenso setzt man sich im Laufe des Buches damit auseinander, inwieweit eine gewisse Überwachung und moderne Technologie noch angenehm ist und ab wann es unangenehm, unnötig oder auch beängstigend erscheint.

Die grundsätzliche Spannung baut sich langsam auf und nimmt ab der Hälfte der Handlung Fahrt auf.
Man beginnt zu grübeln und zu rätseln und versucht ein mögliches Ende des Buches zu konstruieren, was mir allerdings nicht gelungen ist, da ich vieles einfach nicht einschätzen konnte.

Es entsteht ein psychologischer Handlungsbogen, mit kleinen sexuellen Elementen, die jedoch in direkter Verbindung zum ersten Aspekt stehen und für mich daher völlig in Ordnung waren. 
Für mich persönlich entstand irgendwann der Eindruck, es handele sich um eine, auf dem zu analysierenden Charatker basierend, seichte Mischung aus "Fifty Shades of Grey" und "Saving Grace" von B.A. Paris.

Mich hat das Buch auf eine seltsame Art und Weise in seinen Bann gezogen und ich war interessiert daran herauszufinden, welche Handlungsstränge das Buch nimmt, wie sich die Charaktere und deren Beziehung zueinander entwickeln.

Das Ende an sich war gut, jedoch hätte es etwas länger und detailreicher erzählt werden können.
Außerdem hatte ich einen gewissen Teil der Auflösung so im Gefühl, wie es geschehen ist. Dies tut dem Ganzen aber keinen Abbruch.

Für mich war es ein gutes, spannendes Buch, welches mit 4,5/5 Sternchen belohnt wird. :) 

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moor, thriller, gefangenschaft, psychopath, dramatische ereignisse

Die Moortochter

Karen Dionne , Andreas Jäger
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 24.07.2017
ISBN 9783442205356
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Die Moortochter"    (Leseexemplar)
Autorin: Karen Dionne
Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017
Seitenanzahl: 384 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Broschur 12,99€
Verlag: Goldmann 
Klappentext:
Helena Pelletier lebt in Michigan auf der einsamen Upper Peninsula. Sie ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin – Fähigkeiten, die sie als Kind von ihrem Vater gelernt hat, als sie in einer Blockhütte mitten im Moor lebten. Für Helena war ihr Vater immer ein Held – bis sie vor fünfzehn Jahren erfahren musste, dass er in Wahrheit ein gefährlicher Psychopath ist, der ihre Mutter entführt hatte. Helena hatte daraufhin für seine Festnahme gesorgt, und seit Jahren sitzt er nun im Hochsicherheitsgefängnis. Doch als Helena eines Tages in den Nachrichten hört, dass ein Gefangener von dort entkommen ist, weiß sie sofort, dass es ihr Vater ist und dass er sich im Moor versteckt. Nur Helena hat die Fähigkeiten, ihn aufzuspüren. Es wird eine brutale Jagd, denn er hat noch eine Rechnung mit ihr offen ...

 

Zuerst einmal möchte ich mich bei der Mayerschen Buchhandlung im Ruhr-Park Bochum und seinem Team bedanken, die mir nach einer Blogger-Aktion dort offengestellt haben, dieses Leseexemplar aus ihrem Repertoir mitzunehmen!

 

Cover und Klappentext

Das Cover empfinde ich als durchaus ansprechend. Es bildet eine schöne Verbindung zum Titel und strahlt daher eine Einheitlichkeit aus, die Neugier erweckt.

Einen Klappentext im üblichen Sinne, auf der Rückseite des Buches, gibt es nicht. Diese ist lediglich geschmückt mit Belobigungen und Zitaten über das Buch.
Ich persönlich bin kein großer Fan einer solchen Darstellung von Büchern, da meine Erwartungen automatisch hochschellen. Ebenso halte ich von hochgelobten Aussagen eher weniger, da ich sie teilweise nicht glauben kann.

Da es sich bei dieser Ausgabe um ein broschiertes Buch handelt, kann man vorne und hinten Klappen an den Seiten lösen. Vorn ist nun eine Art Klappentext zu finden.
Dieser verspricht so einiges: von rasanter Spannung bis hin zu psychologischen Hintergründen soll laut diesem alles dabei sein.

Leider hört sich der Klappentext aufregender an, als das eigentliche Buch ist.

 

Figuren

Hauptsächlich begleiten wir Helena durch das Buch. 
Laut Angaben befindet sie sich auf der Jagd nach ihrem Vater und sie tut alles, um ihn zu finden.

Wir erfahren sehr viele Dinge und erleben einige Situationen aus ihrer Vergangenheit, die sich im Moor abgespielt hat.
Sie war mir nicht unsympathisch, aber auch nicht gänzlich sympathisch. Ich konnte mich einfach kaum mit ihr identifizieren, geschweige denn mich in sie hineinversetzen.

Sie hat eine andere Sozialisation als die meisten von uns erlebt und benimmt sich dementsprechend. Auf mich wirkte sie fast durchgehend ziemlich maskulin, taff und abenteuerlustig.

Einige ihrer Handlungen, in der Vergangenheit, sowie der Zukunft, konnte ich weiß Gott nicht nachvollziehen.
Das mag wohl daran liegen, dass ich ihre heutige Erscheinung als etwas zu oberflächlich dargestellt empfinde.

Wir lernen ebenfalls ihre Eltern und ihre eigene Familie kennen.
Letztere tritt im Laufe des Buches eher am Rande in Erscheinung und spielt als Basis eine Rolle, kommt jedoch nicht großartig im Detail zur Sprache.
Gewisse Informationen erhalten wir allerdings zu Beginn des Buches.

Helena's Eltern werden ebenso stark abgebildet, wie sie selbst, wenn auch der Fokus auf ihrem Vater liegt.
Es scheint eine klare Aufgabenverteilung zu geben und Rollenklischees werden deutlicher, je mehr man in die Geschichte eintaucht.

 

Schreibstil und Inhalt

Im ersten, eher kurzen Kapitel, erfahren wir alle nötigen Grundinformationen, um den weiteren Handlungen der Geschichte zu folgen.
Kurz und knapp präsentiert.

In weiteren Kapiteln, jedoch nicht in ausschließlich jedem, bekommt man zu Beginn einen kurzen Text in kursiver Schrift zu Lesen. Dabei handelt es sich um das Märchen "Die Tochter des Moorkönigs" von Hans Christian Andersen.
Diesen Teil empfand ich als besonders schön und klug in Szene gesetzt, denn es passt perfekt zur Storyline der Geschichte!

Der Schreibstil der Autorin erwies sich zunehmend als flüssig und angenehm zu lesen. Die Wortwahl variiert zwischen relativ einfach hinzu zu individuelleren Ausdrücken, die auf die Indianerkultur zurückgreifen.

Allgemein erfahren wir viel über die Indianer und man bekommt das Gefühl eher einen altindianischen Survival-Ratgeber zu lesen.
Wie bereits erwähnt, besteht der Inhalt des Buches zu 3/4 oder mehr aus Helenas Vergangenheit, die bestückt ist mit Jagen, Töten, Überleben.
So wie man es von einem "Wie überlebe ich in der Wildnis?"-Lexikon erwarten würde, erhält man als Leser tiefere Einblicke in das "wilde Leben" ihrer Familie und ihrer Überlebensstrategien.

Vielerlei Dinge sind sehr detailgenau ausschraffiert, wie beispielsweise Tötungen oder das Häuten von Tieren und die Verarbeitung zu Handschuhen.

Dabei fiel mir auf, dass der Tod im allgemeinen eher als etwas Nebensächliches geahndet wird. Wo ich teilweise angeekelt und schockiert über gewisse Brutalitäten über die Seiten flog, war es für die Figuren das Normalste auf der Welt.
Das Leben im Moor beziehungsweise "in freier Wildbahn" wurde daher, für mich persönlich, ziemlich gut dargestellt.

Dennoch muss ich gestehen, dass der Klappentext mich etwas in die Irre geführt hat.
Ich habe einen psychologisch ausgeklügelten Thriller mit packenden Spannungselementen erwartet, in dem uns die von ihrem Leben in der Wildnis geprägte Protagonistin mit auf eine gefährliche Jagd nimmt.

Letzteres bekommt man zwar geboten, aber, im Vergleich zum Rest des Textes, quantitativ minderwertig dafür, dass der Klappentext darauf zu weisen scheint.

Einen "psychologisch ausgeklügelten Thriller mit packenden Spannungselementen" suchte ich jedoch vergebens...
Natürlich ist ein gewisser psychologischer Hintergrund zwischen den Zeilen zu erkennen, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass mehr darauf und auf die Auswirkungen für die heutige Zeit eingegangen wird.

Man erfährt natürlich, wie die Protagonistin sich neu einleben und mit der Zivilisation klar kommen musste, jedoch fehlte mir für einen ausgeschriebenen "Psychothriller" der "Psycho"-Aspekt.
(Auch wenn das jetzt nach hohen Ansprüchen klingt.)

Ich persönlich würde das Buch auch nicht als Thriller, sondern vielmehr als Spannungsroman bezeichnen. Es gibt auf jeden Fall Aspekte eines Thrillers in der Story, jedoch überwiegt für mich mehr das Interessante, was man über ihr altes Leben erfährt.

Leser sollten daher keinen rasanten Spannungsaufbau erwarten, sondern eher mit einer seichten, unterschwelligen Spannung rechnen und sich auf viele Lesestunden in den tiefen der Upper Peninsula (im Moor) einstellen.

Mir fällt es wirklich schwer, dieses Buch einzuschätzen.
Denn auf der einen Seite ließ es sich sehr gut und zügig lesen und gewisser Maßen war ich auch interessiert dabei.
Andererseits habe ich aufgrund der Genre-Ausschreibung und des Klappentextes einfach etwas anderes erwartet, wie ich oben hoffentlich deutlich genug erläutert habe.

Ich habe erst mit dem Gedanken gespielt, das Buch mit 2,5 Sternchen zu bewerten, was allerdings dem tollen Schreibstil und der Eingliederung des Märchens nicht gerecht werden würde.

Daher habe ich mich dafür entschieden, diesem Büchlein durchschnittliche 3/5 Sternchen zu geben, aber dennoch auf die oben genannten negativen Punkte hinzuweisen.

 

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amnesie, misstrauen, psychothriller, thriller, weltbild

Kalte Erinnerung

Patricia Walter
E-Buch Text
Erschienen bei Bastei Entertainment, 31.10.2016
ISBN 9783732531509
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Kalte Erinnerungen"
Autor: Patricia Walter
Erscheinungsdatum: 3. Februar 2017
Seitenanzahl: 288 Seiten
Genre: (Psycho-)Thriller
Preis: Taschenbuch 5,99€
Verlag: Weltbild
Klappentext:
Nur wenn sie sich erinnert, wird sie überleben.
Ein eisiger Wintermorgen: Zoe schreckt aus einem Albtraum auf, am ganzen Körper mit Verletzungen übersät und ohne Erinnerung an die vergangenen beiden Tage. Ihr Mann David ist spurlos verschwunden. Kurz darauf wird sie von einer verzerrten Stimme am Telefon bedroht, die die Wahrheit über gestern Nacht wissen will. Geschockt legt Zoe auf - doch der unheimlichen Forderung des Anrufers kann sie nicht entkommen. Und die Wirklichkeit ist grausamer, als sie sich jemals hätte vorstellen können ...

 

Zuerst möchte ich mich herzlichst bei der Autorin, Patricia Walter, bedanken, die mir großzügigerweise ein Exemplar dieses Buches zugeschickt hat!
Vielen Dank dafür und auch für die nette Widmung zu Beginn. :)

 

Cover und Klappentext:

Das Cover des Buches ist eisig, aber ansprechend und erinnert zunächst eher an einen Roman, da jegliche Eingliederung in ein Genre auf diesem fehlt.
Liest man sich den Klappentext durch, wird dieser erste Eindruck natürlich widerlegt.

Mich sprach der Inhalt sofort an, da ich ein großer Fan von Amnesie bei den Protagonisten vieler Bücher bin. Ich mag es mit ihnen gemeinsam herauszufinden, was geschehen ist.

Wem kann man vertrauen?

Wer spielt nur ein böses Spiel?

Kann ich meinen eigenen Erinnerungen vertrauen?

Auch in diesem Buch dreht es sich um diese Aspekte.
Im Nachhinein betrachtet verspricht der Klappentext allerdings mehr Psycho und Dramaturgie, als es im Inhalt tatsächlich wiederzufinden ist.

 

Figuren:

Man lernt Protagonistin Zoe mit jedem Kapitel näher kennen. Ebenso verzweifelt man auch mit ihr und möchte unbedingt wissen, was geschehen ist.

Ich empfand sie als sympathisch, konnte aber nicht zu 100 % eine Beziehung zu ihr aufbauen, was eventuell an der Länge des Buches liegt.

Daher lernt man die anderen Nebenfiguren des Buches vermutlich auch nur stichprobenartig kennen. Ich konnte keinen von ihnen wirklich einschätzen, was jedoch die Spannung oben hielt.
Ich konnte nicht sagen, wem Zoe vertrauen könnte und wer sie hintergeht. Ich war beim Lesen ebenso hilflos, wie sie und musste mit dem arbeiten, was ich geboten bekam.

 

Schreibstil und Inhalt:

Allgemein fiel mir bereits zu Anfang auf, dass das Buch eine sehr angenehme Schriftart und -größe hat, sodass es angenehm zu lesen ist. Hierzu trägt natürlich der Schreibstil bei, der schön flüssig ist.

Das Buch beschränkt sich im wahrsten Sinne des Wortes auf die wichtigsten Fakten und kommt fast ohne große Umschweife aus.
Gerade zu Beginn hatte ich größere Probleme damit, dass vieles für mich unzureichend ausgeschmückt und man direkt in das Getümmel geworfen wurde.

Hier hätte ich mir etwas mehr Liebe zum Detail gewünscht, um zunächst mal ins Buch, in die Figuren und die Umgebung hineinzufinden.

Dieser Stil zieht sich das gesamte Buch durch und erscheint mir teilweise als wirklich angebracht, teilweise aber auch als zu abgekürzt.
An bestimmten Stellen hätten Aspekte einfach mehr ausschraffiert werden können, um den Leser in das Buch zu ziehen.

Die Autorin bedient sich typischer "Thriller-Klischees", wie den spannenden Satz am Ende jedes Kapitels, um zum Weiterlesen zu motivieren.
Viele finden dieses Stilmittel amateurhaft, bei mir bewirkt es jedoch genau das:
Entwicklung von Neugier und dem typischen "Ein Kapitel geht noch" Gedanken.
Daher empfinde ich persönlich dies als gelungenes Mittel, sofern es gut eingesetzt wird.

Es gibt einfache Erzählstränge und Strukturen, sodass es dem Leser nicht schwer fällt zu folgen. 
Ich persönlich hätte mir allerdings etwas mehr sprachliche Raffinesse gewünscht, sodass das Lesen und "Zusammenpuzzlen von Ereignissen" eine kleine Herausforderung darstellt.
Einiges war leider zu durchschaubar ausgearbeitet und bei mir stellte sich bei der ersten Erwähnung die Vermutung ein, dass bestimmte Teilaspekte noch wichtig werden können.

Gerade die am Ende zusammengeführten Stränge, die die Auflösung präsentierten, empfand ich als sehr einfach konstruiert. 
Aufgrund des Klappentextes habe ich mehr Tiefe und psychologische Hintergründe erwartet.

Einige Handlungen beziehungsweise Dinge innerhalb der Handlung empfand ich zunächst als etwas drastisch dargestellt, jedoch stellte sich bei mir zunehmend Verständnis für die Lage der Protagonistin und ihre daher rührenden Taten und Gedanken ein.
Einen ganz bestimmten Aspekt des Buches, bezüglich Zoe's Gesundheit, kann ich bis heute nicht ganz nachvollziehen, da ich selbst betroffen bin und dementsprechend recherchiert und Gespräche mit Ärzten geführt habe.

Teile vom Ende habe ich bereits vorher leicht und indirekt vermutet, jedoch nicht in diesem Ausmaß.
Es waren Andeutungen und kleinere Hinweise im Buch versteckt, aber die gesamte Auflösung gelang mir erst durch die Autorin.

Alles in allem wurde ich aber gut unterhalten und empfinde das Buch als einen guten Einstieg in die literarische Welt des Thriller!

Von mir bekommt das Buch 4/5 Sternchen und ich bin gespannt auf das nächste Buch der Autorin und auf ihre Fortschritte im Autorendasein! :)

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Tags: amnesie, erinnerungen, kalteerinnerung, patriciawalter, psychothriller, thriller, weltbild   (7)
 

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geister, horror, geisterhaus, peter james, grusel

Das Haus in Cold Hill

Peter James , Christine Blum
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2017
ISBN 9783596297740
Genre: Romane

Rezension:

Titel: "Das Haus in Cold Hill"    (Rezensionsexemplar)
Autor: Peter James
Erscheinungsdatum: 27. April 2017
Seitenanzahl: 368 Seiten
Genre: Roman / Gruselbuch 
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Fischer Taschenbuch
Inhalt:
Für Ollie und Caro Harcourt und ihre Tochter Jade ist es ein wirkliches Abenteuer: Ihr neues Zuhause ist ein riesiger, verfallener alter Kasten. Genau das Richtige, um es von Grund auf zu sanieren, eine veritable Geldanlage. Doch die Harcourts sind nicht die einzigen Bewohner. Ungewöhnliche Dinge gehen hier vor sich, eine gespenstische Frau in Grau wandelt durch die Flure. Als die verängstigten Harcourts schließlich die dunkle Geschichte von Cold Hill erfahren, ahnen sie, dass ihr Leben auf dem Spiel stehen könnte.

 

Zunächst möchte ich mich beim Fischer-Verlag für das Rezensionsexemplar des Buches bedanken! 

Für mich war "Das Haus in Cold Hill" mein erstes Buch von Peter James, weshalb ich relativ unvoreingenommen an die Geschichte herangegangen bin.

 

Cover und Klappentext:

Das Cover ist in Anbetracht der Geschichte wirklich gut gewählt!
Es zeigt das Haus, um das es sich in dem Buch dreht. Es gibt ein beleuchtetes Fenster, welches mich neugierig gemacht hat.
Bereits diese Abbildung weckte bei mir Interesse und ich wollte wissen, worum es geht.

Der Klappentext fasst alles Wichtige grundlegend zusammen, verrät aber nicht zu viel.
Es bleibt mysteriös und geheimnisvoll.

Durch beide Elemente vermutete ich bereits, dass es sich um ein wahres "Gruselbuch" handelt und war gespannt.

 

Figuren:

Das Buch beginnt mit einem Einblick in den Einzug einer anderen Familie und den darauf folgenden Begebenheiten.
Diese sind, dafür, dass man sich erst im ersten Kapitel des Buches befindet, wirklich düster und rasant dargestellt, welches meine Neugier allerdings nur noch weiter entfachte.

Besagte Familie erschien mir zu Beginn eher befremdlich, was aber nicht weiter schlimm war.

Familie Harcourt, um die diese Geschichte sich auch dreht, war mir von vornherein sehr sympathisch.
Sie stellten sich als normale Menschen mit einem Traum heraus, den sie verfolgten.
Es gab ein bisschen von allem: harmonische Familienidylle, Skepsis, realistische Ängste, Probleme der Tochter und auch kleinere Streitigkeiten.

Bis etwa zur Hälfte des Buches erschienen mir die Eltern, Ollie und Caro, etwas zu perfekt.
So kam es rüber, als seien die beiden erst seit kurzem verheiratet und wären noch in der Honeymoon-Phase, welches sich mir nach über einem Jahrzehnt an Ehejahren nicht ganz erschloss.
Dies änderte sich jedoch in der zweiten Hälfte und wurde etwas glaubwürdiger.

Der Handlung angepasst haben sich auch die Figuren verändert. Und nicht immerzu ins Positive, was ich aufgrund der derzeitigen Ereignisse aber gut verstehen und mich daher total in die Situation und die Personen hineinversetzen konnte.
Mehr möchte ich hierzu nun allerdings nicht mehr verraten. ;)

 

Schreibstil und Inhalt:

Die eindeutige Eingliederung in ein Genre fiel mir nicht leicht, weshalb ich das Buch allumfassend als "Jugendgruselroman" beschreiben würde.

Zu Beginn jedes Kapitels war als Überschrift der Tag angegeben, an dem sich die Handlung dieses abspielte. So manches Mal half es mir bei der Rückverfolgung und Zusammensetzung einzelner Dinge und visualisierte toll die Entwicklung der Story.
Zwischenzeitlich war ich wirklich verwirrt von einigen Dingen und deren zeitlicher Abfolge. Anhand der Jahreszahlen und Datumsangaben konnte ich dies gut einordnen.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und angenehm zu lesen und man stockt dabei keineswegs.
Die Wortwahl passt für mich allerdings eher in ein Jugendbuch, da sie teils sehr einfach gehalten ist.

Andererseits weist sie aber auch speziellere und schwerer verständliche Aspekte auf, wie zum Beispiel ein Gespräch über Energien verstorbener Personen, das Körpergedächtnis oder Ähnliches.
Dies wurde mit einigen Metaphern, Vergleichen oder auch Beispielen belegt, sodass ich hier intensiver lesen musste, um es gänzlich zu verstehen und auf die Grundhandlung zu beziehen, welches dann aber ohne Problem funktionierte.

Gerade diese Teilaspekte empfand ich als wirklich interessant zu lesen!

Wirklich toll und überraschend empfand ich auch einzelne illustrierte Abbildungen, die an zwei Stellen der Geschichte auftauchten.
Es gab der Handlung einen neuen Schwung und die bildliche Darstellung im eigenen Kopf wurde angeregt.

Neben allen positiven Belobigungen, muss es natürlich auch etwas Negatives geben...
An einigen Stellen hätte ich mir eine detailliertere Ausführung des Bildes gewünscht.
Dabei wäre eine etwas gruseligere Beschreibung schön gewesen, um den gewünschten Gruselfaktor auf ein höheres Level zu heben.

Dabei empfinde ich es als wichtig zu sagen, dass es sich hier natürlich keinesfalls um einen Horrorgruselroman dreht, nach dessen Lesen man sich kaum noch traut aufzustehen oder die Augen zu schließen.
Einige Dinge stellten sich mir als ehrlich gruselig dar, sofern man sich in die Lage hineinversetzte und es sich visuell in der eigenen Fantasie zusammenreimte.

Daher würde ich behaupten, dass dieses Buch eine perfekte Vorlage für einen wirklich gruseligen Film bieten würde!

Das Ende war etas chaotisch und verwirrend.
Hier hätten es ein paar mehr Seiten und eine (mehr auf dem Silbertablett servierte) Erklärung einfacher und deutlicher gemacht.

Alles in allem wurde ich aber gut unterhalten und möchte daher dem Buch
4/5 Sternchen geben.

  (1)
Tags: dashausincoldhill, fischer, fischerverlage, geister, gruselbuch, peterjames, roman, übernatürliches   (8)
 

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thriller, jonas winner, murder park, vergnügungspark, freizeitpark

Murder Park

Jonas Winner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453421769
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Murder Park"        (Rezensionsexemplar)
Autor: Jonas Winner
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Seitenanzahl: 414 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Klappenbroschur 12,99€
Verlag: Heyne
Klappentext:
Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde.

Ein Killer ist auf der Insel …keiner kann dem anderen trauen …die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen …

 

Danke an den Heyne Verlag und die Verlagsgruppe randomhouse, die mir ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt haben!

 

Cover und Klappentext 

Das Cover dieses Thrillers finde ich sehr gelungen. Es signalisiert sofort eine unheimliche Atmosphäre.
Toll finde ich ebenfalls die dort abgebildete Kulisse des "Zodiac Island Vergnügungsparks", der im Klappentext angesprochen wird.
Dort findet der interessierte Leser bereits Einblicke in die Basis der Vergangenheit dieses Parks und Ereignisse aus der Gegenwart.
Ein spannender Klappentext, durch den man mehr erfahren will.

 

Figuren

Alle Charaktere des Buches werden in jeweils einem gesonderten Kapitel thematisiert, welches wie ein Interview mit einem Psychiater aufgebaut ist, der ebenfalls eine Rolle im Buch spielt.
Man erfährt einiges über die verschiedenen Vergangenheiten der Personen, dennoch blieben sie für mich fast alle sehr oberflächlich. Der Großteil der Informationen bezieht sich lediglich auf frühere Erlebnisse im Park und zieht Rückschlüsse auf die Gegenwart.
Man erfährt kaum etwas anderes über die Anwesenden.

Auch innerhalb der Kapitel konnte ich zu keiner Person eine Beziehung aufbauen.
Alle erschienen mir als sehr kühl, auf das Ziel gebannt, skeptisch, teils arrogant und von ihrer Sache total eingenommen.

Lediglich von Paul Greenblatt, der für mich den Haupt-Protagonisten der Story ausmacht, erfährt man mehr. Leider auch nur bezogen auf die Grundhandlung.
Dies ist allerdings von größter Wichtigkeit, sodass sich am Ende viele kleine Puzzleelemente zusammenfügen.

Allerdings habe ich auch Paul nicht unbedingt als einen liebsamen Charakter kennengelernt und habe kaum mit ihm, wie auch mit den anderen, mitgefühlt.

 

Schreibstil und Inhalt

Die fehlende Empathie meinerseits für die Figuren könnte allerdings vom Schreibstil herrühren.
Ich hatte bis zum Schluss des Buches etliche Probleme mit dem Schreibstil, wobei ich nicht genau sagen kann, woran es lag.

Für mein Empfinden hat Winner einfach viel zu wenig emotionale Tiefe in das Buch hineingebracht. Unabhängig von Ereignissen der Vergangenheit.
Ich hätte mir einfach mehr Menschlichkeit und Authentizität bei den Figuren gewünscht, sodass man sich in sie hätte hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen können.

Dies ist mir, gerade bei den Morden, sehr deutlich aufgefallen.
Sie wurden sehr abgehackt, kurzweilig und spontan geschildert. Man hatte als Leser das Gefühl, dass gar nichts Schlimmes oder Spannendes passiert, obwohl in der Handlung gerade jemand zu Tode kam. Der Schreibstil von Winner hat diese Situationen nicht gut untermalt.

Allgemein empfand ich Winners Stil zu schreiben zwischenzeitlich als etwas wirr und unstrukturiert.
Teilweise passten für mich die Enden und Anfänge des nächsten Kapitels einfach nicht zusammen, denn dort passierte etwas, was im vorherigen Kapitel weder angekündigt, noch in irgendeiner Weise, beispielsweise als Cliffhanger im letzten Satz, angeprangert wurde.

Zudem kam ich beim Lesen eher langsam voran, da mich scheinbar die Satzstrukturen des Öfteren aus dem Rhythmus gebracht haben.
Ich geriert häufig ins Stocken und musste einzelne Sätze nochmals lesen.
Leider kann ich nicht genau definieren, weshalb es so war.
Vor allem bei den Interviews störte mich die allgemeine Umgangssprache und das Abbrechen bzw. Stottern der Figuren im Satz sehr.
Es untermalte natürlich die Situation, dennoch störten ständige " ... " und " - " oder " ; " den Lesefluss ungemein.

Die Grundidee als solches finde ich brillant!
Die Atmosphäre eines alten Vergnügungsparks, in dem vor Jahrzehnten Morde stattfanden, zu nutzen, um einen Thriller darauf aufzubauen, hat mich an "Joyland" von Stephen King erinnert.
Ich persönlich empfinde alte Ruinen, generell veralterte Plätze, Häuser und Gebäuse als tolle Kulisse, die den Gruselfaktor unterstützen!

"Zodiac Island" als Kulisse für den neuen Murder Park, bietet zwar eine einseitige und monotone Landschaft und man entdeckt als Leser nicht unbedingt viel Neues, aber dennoch kann man einzelne Ortschaften immer wieder neu interpretieren.

Der Name des alten Parks lässt bereits etwas auf den Inhalt schließen, wozu ich an dieser Stelle jedoch nicht mehr verraten möchte.

Die Handlung baut sich langsam auf und steigt zu Beginn mit vielen Interviews ein, die ich anfangs bereits erwähnte.
Für mich waren diese leider etwas deplatziert, da mich diese Informationen ohne Grund und Boden etwas erschlugen. Ich kannte die Personen nicht und konnte die Infos kaum mit ihnen verknüpfen.
Die Interviews, die zu einem späteren Zeitpunkt Platz im Buch fanden, konnte ich eher mit in die Geschichte aufnehmen und eigens Interpretationen damit anstellen.

Der Ablauf der Handlung ist auf den ersten 200 Seiten eher seicht. Es passiert nicht unbedingt viel und die Spannung hält sich in Grenzen.
Für mich wurde es dann jedoch schnell interessanter und ich begann eigene Überlegungen anzustellen.

Viele Handlungsstränge sind in diesem Buch sehr miteinander verworren und nicht auf den ersten Blick erkennbar. Selbst, wenn man bestimmte Hintergründe kennt fällt es schwer, sie in Verbindung zueinander zu setzen, weshalb das Buch manchmal als etwas durcheinander erscheint.

Das Ende habe ich so nicht erwartet.
Winner führt den Leser auf einige falsche Fährten , wobei sich mir viele bereits vorher als "falsch" erschlossen, da sie einfach zu übertrieben dargestellt worden waren. Sei es durch Äußerungen oder Taten der handelnden Personen.
Bei einigen meiner Theorien bin ich allerdings froh, dass diese nicht umgesetzt wurden. Sie hätten das gesamte Buch einfach nu unglaubwürdig gemacht.

Die Glaubwürdigkeit und die Realitätsnähe des Buches sei mal dahin gestellt.
Der Ausgang des Ganzen, aber auch Teile der Basis, sind schon ziemlich weit hergeholt.

 

Fazit

Ich habe wirklich Probleme, dieses Buch zu bewerten.

Einerseits ist es tatsächlich an einigen Ecken sehr widersprüchlich, wirr und konfus.
Der Schreibstil hat mir zu schaffen gemacht und ich kam nur mühselig voran.

Andererseits gelingt es dem Autor, mich als Leser völlig in die Irre zu führen, sodass man keinem Menschen auf dieser Insel vertraut. Bis zum Schluss weiß man nicht, wie die Geschichte ausgehen wird.
Viele Fragen, die im Laufe des Buches durch Erzählungen der Figuren aus der Vergangenheit auftauchen, werden erst am Ende des Buches geklärt.

Für das Cover, die Idee, die Handlung und die Geheimnisstuerei würde ich gerne 4/5 Sternchen vergeben.
Leider haben der Stil und die chaotische Verworrenheit das Buch für mich etwas abgestuft, sodass ich nur 3,5/5 Sternchen verteilen kann.

  (1)
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thriller, entführung, paul finch, london, mädchenjäger

Mädchenjäger

Paul Finch , Johannes Sabinski
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.04.2014
ISBN 9783492304627
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Titel: "Mädchenjäger"  (als Hörbuch gehört)
Autor: Paul Finch
Erscheinungsdatum: 14. April 2014
Seitenanzahl: 464 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€ ; Hörbuch 9,95€ (im audbile-Abo)
Verlag: Piper Verlag
Klappentext:
Achtunddreißig verschwundene Frauen innerhalb weniger Jahre. Ohne jede Spur. Kein Motiv, kein Muster, keine Leichen. Detective Sergeant Mark »Heck« Heckenburg ist überzeugt, dass das kein Zufall sein kann, doch außer ihm glaubt niemand an einen Zusammenhang. Als Heck auf eigene Faust ermittelt, kommt ihm eine Frau zuhilfe: Lauren Wraxford, die verzweifelt auf der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester ist. Gemeinsam riskieren sie alles – in einem Kampf auf Leben und Tod gegen eine unsichtbare Macht ...






"Mädchenjäger" war mein erstes Buch von Paul Finch.
Lange lag es auf dem SuB und um dem Verstauben endlich zu entkommen habe ich mich entschlossen, dies als Hörbuch zu hören.
Der Sprecher, Detlef Bierstedt, war mir bereits von den Hörbüchern Harlan Coben's bekannt, von denen ich bekanntlich ein großer Fan bin!
Auch hier hat Bierstedt wieder grandiose Arbeit geleistet und ein tolles Hörerlebnis gestaltet.




Cover und Klappentext


Äußerlich fällt natürlich sofort der bunt gestaltete, bei diesem Band gelb gehaltene, Buchschnitt auf, der farblich einheitlich zum Titel passt.
Mich sprach dies auf Anhieb an.
Die gefesselten Hände im oberen Teil lassen auf Entführungen innerhalb der Handlung vermuten und sind gelungen gewählt.
Der Klappentext verrät nicht zu viel. Er spiegelt lediglich den Anfang des Thrillers wieder.
Dennoch wirkt er etwas unspektakulär und hätte spannender formuliert werden können.




Figuren


Da hätten wir zunächst natürlich Ermittler Mark Heckenburg, der von allen möglichen Leuten nur "Heck" genannt wird. Abkürzungen des Nachnamens oder die reine Nennung diesen ist scheinbar im Ermittler-Genre oft wiederzufinden. Störend finde ich dies allerdings nicht. Eher wird für mich ein beruflich, etwas strenge Atmosphäre erzeugt.


Heck wirkt auf mich etwas ambivalent und nicht hundertprozentig einschätzbar.
Er scheint unberechenbar, unbelehrbar und auf seine eigene Meinung pochend zu sein. Andererseits interpretiere ich ein großes Engagement, sowie Mitgefühl und die Verantwortung, bestimmte Fälle zu lösen, in sein Profil hinein.
Allgemein empfinde ich ihn aber als sympathisch und er scheint jemand zu sein, der sein Ding durchzieht, egal, was andere davon halten. Einfach offen, ehrlich, direkt und authentisch.
Lauren Wraxford erscheint für den Hörer eher unbeabsichtigt in der Story und fällt bei mir auch weiterhin in diese Schiene.
Wie im Klappentext erwähnt, sucht sie verzweifelt ihre Schwester und wendet sich dabei an Heck.
Lauren konnte ich ebenso wenig einschätzen, da auch sie sehr zwiegespalten wirkte.
Zu Beginn strotzte sie vor Männlichkeit, Stolz, Durchsetzungsvermögen, Kraft und schien eher maskulin. Im Laufe des Buches verweichlichten ihre Züge jedoch etwas und der verletzliche Mensch hinter der Fassade wurde sichtbar.
Die Verbindung der beiden empfand ich als eher widersprüchlich, was sich erst zum Ende hin änderte.






Schreibstil und Inhalt


Das Buch beginnt mit einem beklemmenden, nachdenklich machenden Prolog.
Wir lernen Luise kennen und man kann sich als Hörer regelrecht in ihre Situation einfühlen und mitfühlen.
Im weiteren Verlauf erfährt man zunächst einiges über Heck, seine Arbeit und seine Verbindungen, welches später noch eine Rolle spielen wird.
Hier beginnt man ihn einzuschätzen und gewisse Charakterzüge herauszufinden.
Grundsätzlich finde ich es in Büchern immer relativ schwer zu glauben, dass ein Detective zum Urlaub gezwungen wird und innerhalb dieses auf eigene Faust ermittelt, weshalb mir den Einstieg in die Handlung etwas schwer fiel, da es auf mich nicht realistisch wirkt.


Man erfährt im Buch viele Aspekte, die am Ende zusammenführen, jedoch denke ich, dass einiges hätte weggelassen werden können beziehungsweise interessanter hätte ausgestaltet werden können.


Da ich das Buch als Hörbuch gehört habe, waren mir einige Handlungsstränge zu verworren und es war teils schwierig, den einzelnen Inhalten zu folgen.
So musste ich des Öfteren überlegen, welche Personen bereits vorkamen, wer sie waren und wie sie nochmal in die Handlung passten.
Wie in den meisten Detective-Storys kommen sehr viele Namen vor, die nur in kleinem Maße eine Rolle spielen oder zu bestimmten Gruppen gehören, womit ich leider meistens ein Problem des Auseinanderhaltens habe.
(Leider habe ich dieses Problem bei Hörbüchern öfter, da ich nebenbei meistens einer anderen Tätigkeit nachgehe. 
Daher kann ich Hörbüchern mit einer Privatperson oder einem Ermittler, den man länger kennt und den man einschätzen kann, eher folgen.)
Allgemein findet man im Buch und auch Hörbuch einen angenehmen Stil der Erzählungen vor, dessen groben Zügen man ohne weiteres gut folgen kann.
Von der Sprache her werden häufiger Schimpfwörter oder eine allgemeinere Umgangssprache genutzt, welches jedoch gut in den gesamten Stil des Buches und des Inhalts passt.
Für mich hätte die Handlung jedoch etwas rasanter, spannender, geheimnisvoller und einfach packender sein können.
Des Öfteren hatte ich das Gefühl, die Ermittlungen plätschern vor sich hin und kleineren Hinweisen wird in viel zu großem Ausmaße nachgegangen. Oder es war wohl eher so, dass kleinere Dinge größer hätten dargestellt werden können und umgekehrt.
Die Grundidee an sich ist nichts Neues und daher eher unoriginell.
Gerade dann muss für mich eine frische Würze herrschen, die einen durch das Buch/Hörbuch fliegen lässt.




Fazit


Ein nettes Buch für zwischendurch und keineswegs ein schlechter Auftakt einer Reihe.
Ich habe bereits häufiger gehört, dass die Reihe wohl besser wird, weshalb ich definitiv noch weitere Bücher lesen/hören werde.
Dennoch hat eindeutig Spannung und der gewisse originelle Kick gefehlt.


Für ein Hörbuch hätten die Zusammenhänge auch einfacher aufgeklärt werden können.


Von mir bekommt das Buch 3/5 Sternchen. :)

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thriller, mord, melanie raabe, die falle, falle

Die Falle

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei btb, 11.04.2016
ISBN 9783442714179
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Titel: "Die Falle"   (Rezensionsexemplar)
Autorin: Melanie Raabe
Erscheinungsdatum: 11. April 2016
Seitenanzahl: 352 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: btb
Klappentext:
Die berühmte Bestsellerautorin Linda Conrads lebt sehr zurückgezogen. Seit elf Jahren hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Als sie im Fernsehen den Mann zu erkennen glaubt, der vor Jahren ihre Schwester umgebracht hat, versucht sie, ihm eine Falle zu stellen - Köder ist sie selbst.






Zunächst einmal vielen Dank an das Bloggerportal und den btb-Verlag für die Zusendung eines Exemplares dieses Buchs!
"Die Falle" war mein erstes Buch von Melanie Raabe und "Die Wahrheit" wird definitiv noch gelesen!
Cover und Klappentext


Das Cover des Buches empfinde ich eher als unaussagekräftig, aber vielleicht kann ich einfach nur nicht genug hinein interpretieren.
Der Klappentext ist kurz und knackig gehalten, sodass man einen ungefähren Einblick in die Grobhandlung bekommt, aber nicht zu viel verraten wird.
Der Umfang des Buches, sowie die Länge der Kapitel, die Schriftart etc. ist wirklich angenehm zu lesen.




Figuren


Die Protagonistin, Linda, empfand ich zunächst als wirklich seltsam und konnte sie, aufgrund der außergewöhnlichen Lebensumstände nicht unbedingt einschätzen.
Aber genau das hat mich wieder in den Bann gezogen und mein Interesse geweckt.
Die Vorstellung der Figur erfolgt erst in Kapitel 3, weshalb ich mir bis dato schon eine eigene bildliche Vorstellung ihrerseits zurechtgelegt hatte.


Der Mann, der als der mögliche Täter ins Buch eingebracht wird, wirkte auf mich sehr ambivalent und nicht einzuschätzen.
Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich ihn als aufrichtig verwirrt oder als beabsichtigt dumm einstufen sollte. Dies blieb bis zu den letzten 100 Seiten, deswegen möchte ich nicht zu viel verraten und jedem seine eigene Einschätzung lassen.




Schreibstil und Inhalt


Das erste Kapitel wirkte auf mich etwas "schwaflerisch" und ich hatte die Befürchtung ein Buch anzufangen, das von Umschreibungen und lang verschachtelten Beschreibungen nur so strotzt. Dies ist Gott sei dank nicht eingetreten!


Das Buch ist quasi in 2 Bücher aufgeteilt:
"Die Falle" von Melanie Raabe und "Blutsschwestern" von Linda Conrads.
Man liest abwechselnd, wobei der Anteil des eigentlichen Buches natürlich größer ist.
Teilweise findet man als Leser einen sehr angenehmen Schreibstil vor, teilweise gibt es aber auch Kapitel mit sehr abgehackten und in sich wiederholenden Sätzen, was aber, wenn man es im Nachhinein genauer betrachtet, situationsbedingt Sinn macht.
Schwierig zu lesen war es dennoch.
Allgemein gibt es einige Wiederholungen in diesem Buch.
Ob es Namen sind, die 3 mal unmittelbar hintereinander genannt werden, Dopplungen von Sätzen, die nicht nötig sind (Beispiel: "Das Schlimmste ist der Zweifel. Ein kleiner Zweifel bleibt immer zurück. Das ist das Schlimmste." 
"Die Falle" von Melanie Raabe, Seite 232), oder die Tatsache, dass es in den letzten 11 Jahren der Protagonistin viel Zeit zum Lesen gab.


Manche mögen es belustigend finden und als Running Gag einstufen, ich empfinde es aber als durchaus störend.


Zu Beginn des Buches wurde ich außerdem mit der Frage konfrontiert, inwiefern man wirklich ein derart isoliertes Leben führen kann.


Was ist mit Behördengängen?


Operationen können auch nicht auf dem heimischen Esstisch vollzogen werden...


Wird man als Autor wirklich erfolgreich, wenn man sich in der Öffentlichkeit kaum präsentiert?


und noch vieles mehr hat mich an der Authentizität dieses Buches zweifeln lassen.
Dennoch konnte ich mich immer mehr mit den Erklärungen innerhalb der Handlung anfreunden, da einige Fragen ebenfalls beantwortet wurden.


Eins ist mir aber bis heute nicht recht: 
Wieso hat man einen Hund, wenn man niemals das Haus verlässt?
Natürlich für sich selbst, damit man nicht vereinsamt, aber für das Tier tut es mir wirklich leid. Kleine Runden mit einer Assistentin oder mal nen Ausflug in den Wintergarten sind doch nichts für einen Hund!
An sich empfand ich die Handlung als spannend geschildert. Nicht immer rasant, aber eine unterschwellige Spannung war immer vorhanden.
Und sei es nur, weil man sich einfach nicht entscheiden kann, wer nun Wahrheit und wer die Lüge spricht. 
(Was mir, nebenbei erwähnt, ziemlich schwierig fiel. Ich glaube ich habe meine Meinung im Laufe des Buches an die 5 Mal revidiert.)
Allerdings ist dies ein wichtiger Aspekt, der für mich bei keinem Thriller fehlen darf:
Unwissenheit und Geheimnisse bis zum bitteren Ende!
Es gibt nichts schlimmeres, als ein absolut vorhersehbares Buch. Und "Die Falle" ist definitiv keines!
Von mir gibt es 4/5 Sternchen für ein gelungenes, packendes Buch, das etwas mit der Psyche und dem Einschätzungsvermögen des Lesers spielt.

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Tags: blut, btbverlag, diefalle, melanieraabe, mörder, psychologie, thriller   (7)
 

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thriller, märchen, profiler, bka, maarten s. sneijder

Todesmärchen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442483129
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Titel: "Todesmärchen"  (als Hörbuch gehört)
Autor: Andreas Gruber  Sprecher: Achim Buch
Erscheinungsdatum: 12. August 2016 / 15. August 2016
Hörbuchdauer: 14 Stunden und 28 Minuten / 544 Seiten
Genre: Thriller
Preis: im Audible-Abo: 9,95€
Verlag: Der Hörverlag / Goldmann
Klappentext:
Sneijder und Nemez sind zurück! In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein - doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gitter gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel..






Nun ist es also daran, den dritten Teil der Sneijder und Nemez-Reihe zu rezensieren.
Vorab: 
Wie ihr oben schon lesen könnt, habe ich auch diesen Teil wieder als Hörbuch gehört.
Daher allgemeine Aspekte kurz zusammengefasst:


Der Sprecher, Achim Buch, macht seine Sache wirklich fabelhaft! Der niederländische Akzent ist auf den Punkt getroffen und ich finde ihn wirklich gelungen.
In diesem Buch unterscheiden sich die verschiedenen Varianten des Akzentes sogar deutlich, sodass es dem Verständnis keinen Abbruch tut.


Das Cover finde ich sehr schön, jedoch passt das Design wenig zu den ersten beiden Covern, die doch eher kühl und winterlich wirken.


Der Schreibstil von Gruber ist auch bei diesem Hörbuch angenehm zu hören.






Beim zweiten Teil "Todesurteil" hat mich gestört, dass es teilweise sehr langatmig war.
Man hätte vieles kürzen können und gerade den Anfang schnittiger halten sollen.
Bei diesem Buch wurde eine perfekte Balance zwischen Action und Erklärung gefunden!
Das Thema "Märchen" finde ich hier, wie im ersten Teil "Todesfrist", wieder spannender, sodass ich mich vielleicht auch einfach lieber darauf eingelassen habe.
"Todesmärchen" steigt sofort mit dem Fall ein, der den Leser das Buch über beschäftigen wird.
Man wird sofort mit dem Tatort und einigen Verdächtigungen beziehungsweise Vermutungen in die Story hineingezogen.
Die Geschichte ist in mehrere Erzählstränge gegliedert, wobei die Perspektive von Sneijder und Nemez, sowie die der Psychologin Hannah vorerst von großer Wichtigkeit sind.


Alle Figuren finde ich in diesem Buch toll umgesetzt! Man fühlt sich mit jedem Teil mehr mit ihnen verbunden und kann sich immer besser in sie hineinversetzen.
Besonders Sneijder wird mir pro Buch immer sympathischer und allgemein authentischer, da man vieles über ihn erfahren konnte. Besonders in diesem Teil!
Sabine empfinde ich teilweise als zu hoch angesetzt, angesichts der Tatsache, dass sie eigentlich nur eine durchschnittliche Ermittlerin ist, die sich gerne aufmüpfig gegen die Regeln und Vorschriften stellt, womit sie natürlich andere Erkenntnisse erlangt, als andere Ermittler.
Dennoch mag ich sie gerne und im Gespann mit Sneijder ist es teilweise sogar lustig, den beiden zuzuschauen. Mittlerweile sehe ich sogar eine gewisse "Liebe" zwischen ihnen, da sie sich immer wieder necken, sich aber eigentlich gern haben.


Bereits im Klappentext wird ein gewisser Piet van Loon erwähnt, auf den das Ende des zweiten Teils schließen konnte.
Mich hat seine Vergangenheit wirklich interessiert und ich wollte unbedingt wissen, was an ihm so schrecklich sei.
Die Verbindung zum Titel wird durch ihn hergestellt und wurde passend konstruiert.
Natürlich findet man dies im Laufe der Story heraus, dennoch finde ich es zu "krass", wie er, im Gegenzug zu seinen Taten, beschrieben wird.
Wobei ich auch hier wieder gestehen muss, dass es schon relativ "krass" ist, aber eben nichts Neues.
Ebenso empfand ich die Erklärung hinter seiner Intelligenz als fragwürdig. 
Aber: Es ist ein Buch zur Unterhaltung, daher ist es Fiktion und muss nicht zwingend realitätsnah sein. Trotzdem frage ich mich dennoch, ob das die sinnvollste Erläuterung gewesen ist.
Die Story an sich bietet eine konstante, kribbelnde Spannung und man möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht und was als nächstes passiert!
Ich war sehr gespannt, was ich bis zum Ende des Buches noch alles über die handelnden Personen erfahren würde und ich muss sagen:
WOW!


Viele Male saß ich regelrecht mit offenem Mund vor meinem Handy und musste verarbeiten, was ich gerade gehört habe. Und das ist wirklich keine Übertreibung.


Dieses Buch beinhaltet so viel unvorhersehbare und unerwartete Wendungen, dass man aus dem Schwitzen schon nicht mehr herauskommt.


Auch hier weißt das Ende des Buches wieder auf den nächsten Teil "Todesreigen" und dessen Inhalt hin, welches am 21. August 2017 erscheinen wird.
Und ich bin schon sehr gespannt!
"Todesmärchen" bekommt von mir als erster Gruber ganze 5/5 Sternchen!
Ein wirklich tolles Buch! :)

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Tags: andreasgruber, maartenssneijder, märchen, sabinenemez, thriller, todesmärchen   (6)
 

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entführung, thriller, baby, kindesentführung, geheimnisse

The Couple Next Door

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783785725856
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "The couple next door"  (Rezensionsexemplar)
Autorin: Shari Lapena
Erscheinungsdatum: 16. März 2017
Seitenanzahl: 352 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Broschiert 15,00€
Verlag: Bastei Lübbe
Klappentext:
Jedes Paar hat seine Geheimnisse. Manche sind tödlich ...

Deine Nachbarin möchte nicht, dass du dein Baby zur Dinnerparty mitbringst. Dein Ehemann sagt, das sei schon in Ordnung. Ihr wohnt ja gleich nebenan. Außerdem habt ihr ein Babyfon und könnt abwechselnd nach der Kleinen sehen. Deine Tochter schläft, als du das letzte Mal nach ihr siehst. Doch jetzt herrscht Totenstille im Haus. Du rennst ins Kinderzimmer - und dein schlimmster Alptraum wird wahr: Die Wiege ist leer.

Es bleibt nur eins: die Polizei zu rufen - doch wer weiß, was sie finden wird ..


Zu allererst möchte ich mich beim Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplar bedanken!
Ich habe zuvor noch nie etwas von dieser Autorin gehört und demnach auch nichts von ihr gelesen, dennoch erschien mir der Klappentext ansprechend.

Und ich wurde nicht enttäuscht!

Aber von vorne...

Auf der ersten Seite lernt man sofort die, auf den ersten Blick, wichtigsten vier Personen kennen:
Anne und Marco, die Eltern der kleinen Cora, sowie die Nachbarn Graham und Cynthia.

Anfänglich hatte ich etwas Sorge, dass ich mich nicht in die Protagonisten einfinden kann, da sie auf den ersten Seiten alle etwas oberflächlich erschienen.
Dies änderte sich jedoch schnell und Marco und Anne wurden mir rasch sympathisch.
Man konnte ihren Schmerz nahezu in den Seiten fühlen.

Lapena erzählt die Geschichte aus der Sicht eines allwissenden Erzählers.
Meistens finde ich diese Perspektive unglücklich gewählt, da viel zu viel und zu schnell verraten wird.
Hier jedoch ist es passend gelöst worden, auch, wenn man wirklich ziemlich schnell einige Dinge erfährt, die aber auch sehr gut hätten herausgezögert werden können.
Das widerrum lässt das Buch etwas an Spannung einbüßen und ich war mir nicht sicher, ob dies nicht der Todesschuss für die Story gewesen sein könnte.

Und jetzt kommt das große ABER:
Es war trotzdem durchgehen spannend!
Allerdings gab es eine eher unterschwellige, konstante Spannung, sodass man einfach wissen wollte, wie es weiter geht!

Den ermittelnden Detective empfand ich stellenweise als kühl und konnte anfangs seine Verdächtigungen nicht ganz nachvollziehen, da sie eher aus dem Nichts kamen, als dass sie begründet gewesen wären.

Allgemein empfand ich Lapenas Schreibstil als sehr angenehm und man konnte das Buch flüssig und relativ schnell durchlesen.
Es gab kürzere, aber auch wieder längere Sätze, sowie Kapitel, sodass die perfekte Mischung gefunden wurde.
Die längeren Kapitel wurden durch Sternchen unterteilt, weshalb ich auch hier, als ausgeschriebener Verfechter von langen Kapiteln, schnell und mit Freude lesen konnte. Und das, ohne nachzuschauen, wie lange ich noch bis zum nächsten Kapitel brauchen würde.

Zum Titel möchte ich eigentlich nur Eines sagen:
Er ist ziemlich irreführend und bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, was nun damit gemeint ist.
Eine ziemlich ausgefuchste Sache!

Das gesamte Buch besteht aus Geheimnissen, Intrigen, Beweisen, Ängsten, Sorgen, Drohungen und Verdächtigungen.
Man weiß nie, was man denken soll.
Hat man das Gefühl, man wüsste endlich, wie der Abend abgelaufen ist, kommt wieder ein neues Detail ans Tageslicht und man muss seine ganze Theorie wieder überdenken.

Wie bereits erwähnt, bietet das Buch natürlich keine actionsreiche, explosive Hollywood Spannung, sondern begeistert viel mehr mit psychologischer Tiefe und der Konfrontation mit einer der menschlichen Urängste: das Verschwinden des eigenen Kindes.
Eine spannungsreiche Familientragödie eben.

Das vorläufige Ende (bezogen auf die Lösung des 'Falles') war ebenso überraschend, wie passend.
Auf den letzten Seiten wird man zwar direkt hingeführt und auch vorher gibt es kleinere Hinweise, dennoch hatte ich keine spezifische These für das Ende.
Auf jeden Fall, wurde es gut gelöst, wie ich finde.

Das wirkliche Ende, bezogen auf das letzte Kapitel, war allerdings absolut unnötig und hätte so nicht mehr verschriftlicht werden sollen.
Die spätere Ausgangslage finde ich nicht verkehrt, aber eine andere Umsetzung in Verbindung mit der Story wäre wünschenswert gewesen.

Dennoch hat mich das Buch in seinen Bann gezogen.
Daher bekommt es von mir 4,5/5 Sternchen. :)

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thriller, wien, bka, wiesbaden, profiler

Todesurteil

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.02.2015
ISBN 9783442480258
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Titel: "Todesurteil" (Sneijder und Nemez Teil 2)
Autor: Andreas Gruber  Sprecher: Achim Buch
Audible Erscheinungsdatum: 16. Februar 2015
Hörbuchdauer: 15 Stunden und 16 Minuten
Genre: Thriller
Preis: im Audible-Abo: 8,33€ ; Taschenbuch: 9,99€
Verlag: der Hörverlag ; Goldmann
Klappentext:
In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört am nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes "Inferno" tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen mehreren Fällen – aber das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat …






Da der zweite Teil der Sneijder- und Nemez-Reihe jetzt schon länger auf meinem SuB lag, habe ich mich dazu entschlossen, diesen als Hörbuch zu hören, da er vermutlich sonst noch länger gesubbt hätte.


Erstmal möchte ich ein großes Lob an den Sprecher, Achim Buch, aussprechen!
Er hat die Unterschiede zwischen Sneijder und Nemez, im sprachlichen Sinne, wirklich großartig herausgearbeitet!
Zunächst störte mich der niederländische Akzent bei Sneijder wirklich, ich lernte ihn jedoch immer mehr zu schätzen und unterstreicht seine Persönlichkeit super.
Einen anderen Running Gag finde ich jedoch weniger lustig, sondern eher nervtötend:
Sneijder besteht durchgehend auf das "S." in seinem Namen, aber im ersten Teil wirkte es so, als würde er seinen Zweitnamen verabscheuen.
Daher verstehe ich diese ganze "Maarten S. Sneijder" Geschichte nicht so ganz.


Die Story an sich wird in 2 Erzählperspektiven erzählt:
Die von Sabine Nemez, die urplötzlich an der Akademie des BKA angenommen wurde, und aus der, von der Staatsanwältin Melanie, die sich mit ihrem Therapie-Hund dem Fall Clara annimmt.
Allgemein empfand ich die zweite oben erwähnte Perspektive weitaus interessanter!
Hier ist man näher am Fall und an den Geschehnissen und kann sich schön in die handelnden Personen einfinden.
Die studierende, dennoch widerspenstige und sich widersetzende Sabine empfand ich eher langweilig. Aus dem ersten Teil weiß man, dass sie sich nichts sagen lässt und eher auf eigene Gefahr loszieht.
Es war zwar interessant, ihr dabei zu folgen, aber mehr auch nicht.
Die Spannung kam für mich eher im direkten Kontakt mit denen auf, die näher am Fall und der eigentlichen Grundstory des Buches dran waren.
Die Geschichte um Sabine beim BKA war mir, vor allem anfänglich, einfach zu langatmig und zu langweilig. Ebenso entstand eine zu große Distanz zu den eigentlichen Ermittlungen, wie ich fand, auch, wenn diese in die Seminare eingebunden wurden.
Im Laufe des gesamten Hörbuches, lernt man die beiden Protagonisten Sneijder und Nemez besser kennen und sie wurden mir deutlich sympathischer.
Dem Leser wird ein Blick hinter die Fassade gewährt, welches ich sehr authentisch fand.
Die gewisse Komik beider Protagonisten und die allgemeine des Buches, sowie irgendwie auch konfuse "Liebe" der beiden zueinander fand ich an manchen Stellen sogar relativ amüsant.
Dennoch muss ich gestehen, dass mir die Staatsanwältin Melanie in diesem Buch am sympathischsten war. Mit ihren Handlungen konnte ich mich am ehesten abfinden und mich so in sie hineinfinden.
Eventuell liegt es aber auch einfach nur an den Spannungsmomenten, die ich, wie bereits erwähnt, eher in dieser Perspektive erfahren konnte.
Es wurden viele Hinweise gegeben, durch die das Ende beziehungsweise die gesamte Auflösung etwas unspektakulär erschien, da mit dem Leser gemeinsam quasi darauf hingearbeitet wurde.


Ich persönlich fand den 1. Teil "Todesfrist" weitaus spannender und die Hintergrundgeschichte besser konstruiert.


"Todesurteil" bekommt daher von mir solide 3/5 Sternchen und ich hoffe darauf, dass "Todesmärchen" mich mehr begeistern kann.
(Ich habe das Hörbuch bereits begonnen und bin guter Dinge, denn bisher gefällt es mir wirklich besser!)

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thriller, folter, gefangenschaft, keller, entführung

Danach

Koethi Zan ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.04.2013
ISBN 9783651000452
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Titel: "Danach"
Autor: Koethi Zan  Sprecherin: Maria Koschny
Audible Erscheinungsdatum: 18. April 2013
Hörbuchlänge: 9 Stunden und 18 Minuten
Genre: Thriller 
Preis: im Audbile-Abo: 9,95€ , Taschenbuch: 9.95€
Verlag: Argon Verlag
Klappentext:
Sarah Farber hat überlebt. Drei lange, grausame Jahre in einem Kellerverlies. Zehn Jahre ist das her, aber Sarah kann nicht vergessen – die Dunkelheit, die Kälte, die Verzweiflung, die Panik. Und sie weiß noch immer nicht, was damals mit ihrer besten Freundin Jennifer geschehen ist. Jetzt kann sie nicht länger vor ihrer Vergangenheit davonlaufen. Ihr Peiniger soll auf Bewährung freikommen, und sie ist die Einzige, die das verhindern kann. Aber nur, wenn sie sich dem Schlimmsten stellt, das sie sich vorstellen kann: der Wahrheit






Nachdem ich einige sehr positive Meinungen über diesen Thriller gehört habe, wollte ich ihn unbedingt lesen. Dank audible konnte ich das Hörbuch als Geschenk zum Start durch eine Freundin (ashleysthrillerkabinett) hören.


Allgemein ist erstmal zu sagen, dass die Sprecherin, Maria Koschny, einen sehr guten Job macht und es wirklich angenehm war, ihren Erzählungen zu lauschen.


Ebenso fand ich die Grundidee gut, da man als Leser eine andere Perspektive auf Verbrechen bekommt - die Perspektive danach.
Wie geht es den Betroffenen danach?
Kann man nach derartigen Erlebnissen überhaupt noch ein normales Leben führen?
Ist es möglich, die Ereignisse vorher los zulassen und zu vergessen?


Zu Beginn war es für mich etwas schwierig, die Protagonistin Sarah nicht als "völlig verrückt" abzustempeln.
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich in keinsterweise psychische Belastungen oder Krankheiten auf die leichte Schulter nehme oder Menschen dafür verurteile!
Dennoch empfand ich es als sehr krass dargestellt, wie Sarah lebt.
Möglicherweise, kann ich mich aber auch einfach nicht in solche Situationen oder Lebenswelten hineinversetzen, da ich bisher kein einziges Mal mit so etwas konfrontiert wurde.
Trotzdem fand ich es auch wieder interessant, in das Leben eines Menschen einzutauchen, der von Paranoia getrieben lebt und versucht, trotz seiner Vergangenheit ein eigenes, selbstständiges Leben zu führen.
Die anderen beiden Frauen, Christine und Tracy, waren mir jedoch etwas fremd. Ich empfand sie als kühl und besonders Christine als sehr arrogant und abgehoben.
Diese Meinung konnte ich aber im Laufe des Buches revidieren, da der Grund für ihr Verhalten aufgezeigt wurde und die Charaktere sich zum Positiven veränderten.
Zu Beginn des Hörbuches werden erstmal jegliche Aspekte der Vergangenheit von allen drei Mädchen erörtert, um die es in der Geschichte geht.
Es erschien mir alles zu viel und ich fragte mich, ob wir wirklich alles, was wir nun hören, auch später zum gänzlichen Verständnis benötigen?
Auch am Ende stellte ich mir noch diese Frage und ich denke, man hätte einiges deutlich kürzer fassen können.
Dies ist auch meine Einstellung dem gesamten Buch gegenüber.
Für mich persönlich kam kaum Spannung auf und wenn, dann nur durch die Erzählungen der Mädchen oder nun Frauen, wie sie ihre Recherchen anstellen.
Allerdings gab es auch hier für mich einige Stellen, die kaum Sinn ergaben oder schlichtweg einfach nicht nötig für den späteren Handlungsverlauf waren.
Gegen Mitte des Hörbuches fragte ich mich immer häufiger, auf was das Ganze eigentlich hinauslaufen soll.
Man sprach immer wieder von einem "Geheimnis", auf dessen Spannung ich gebaut habe, aber dieses wurde nebenbei und ganz unspektakulär erläutert und besonders geistreich war es ebenso wenig.
Es erklärte einiges, was vorher unklar war, aber wirklich interessiert, hat es mich nicht.
Erst zum Ende hin erfährt man als Leser, was damals geschehen ist und weshalb alles nun so ist, wie es ist.
Das Ende an sich ist allerdings absolut unvorhersehbar und hat mich wirklich ein bisschen "aus den Socken gehauen", denn damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.
Dennoch möchte ich hier wieder anmerken, dass ich Sarah einfach nicht verstehe.
Ich verstehe ihre Gedankengänge nicht, ihre Handlungen, ihre Gefühle.
Ich an ihrer Stelle, hätte andere Dinge im Sinn gehabt.
Alles in allem war es für mich ein nettes Hörbuch, aber nicht mehr.
Ohne das überraschende Ende, hätte ich dem Buch vermutlich 2,5 Sternchen gegeben, lange jetzt aber bei soliden 3/5 Sternchen.

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thriller, sebastian fitzek, achtnacht, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Titel: "AchtNacht"
Autor: Sebastian Fitzek
Erscheinungsdatum: 14. März 2017
Seitenanzahl: 416 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch/Broschiert 12,99€
Verlag: Droemer Knaur
Klappentext:
Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.
Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!






Als bekennender Fitzek-Fan habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Ebenso fand ich die "The Purge"-Filme, vor allem aber den ersten, wirklich gut, da er absolut zum Nachdenken angeregt hat und es mich länger beschäftigt hat, ob sowas wirklich möglich wäre.


Allgemein ist zu sagen, dass "AchtNacht" wieder den typischen "Fitzek-Stil" aufweist (Fans wissen, wovon ich spreche).
Es ist gut geschrieben und man fliegt förmlich durch die Seiten.
Ebenfalls gibt es vor jedem Kapitel eine Notiz, in welcher Perspektive wir das folgende Kapitel vorfinden werden und wie viel Zeit noch zum Ende der "AchtNacht" übrig bleibt.


Die verschiedenen Perspektiven empfand ich nicht als störend, da sie hauptsächlich zwischen Ben und Arezu, den beiden Hauptpersonen, wechseln. Jedoch gibt es zwischendurch, und besonders zum Ende des Buches, einige Kapitel aus anderen Perspektiven. Diese empfand ich als etwas zu oberflächlich und hätte mir etwas mehr Hintergrund gewünscht, jedoch nicht zu viel. Ein gesundes Mittelmaß!


Am Anfang erfahren wir einiges über den Protagonisten Ben. Ich konnte leider nicht gänzlich mit ihm warm werden, würde ihn aber trotzdem als nett bezeichnen.
Was mich etwas störte war, dass er im Buch quasi als kleiner "Held" aufgezeigt wurde, die Hintergrundinformationen aber eher das Gegenteil widerspiegeln.


Man erfährt zudem einiges aus seiner Vergangenheit und über seine Tochter. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig.


Die zweite Protagonistin, Arezu, empfand ich als relativ nervig, undurchsichtig, wirr und noch vieles anderes. Ich konnte sie nicht einschätzen und empfand weder Mitleid mit ihr, noch habe ich Empathie aufbauen können.


Was mich persönlich sehr gefreut hat, ist, dass wir ein altbekanntes Gesicht wieder zu sehen bekommen. Ich finde es großartig, wenn Autoren rekurrente Figuren und Orte verwenden, denn man empfindet beim Lesen sofort irgendeine seltsam harmonische Verbindung, als würde man einen Teil einer Reihe lesen.


Die Spannung setzte erst nach der zweiten Hälfte des Buches ein. Anfangs gab es eine seichte Spannungskurve, die jedoch relativ schnell verflog, da man sich zunächst erst in das Buch einfinden musste, um herauszufinden, was die Informationen alle zu bedeuten haben und wie man sie einordnen kann/sollte.


Im Laufe des Buches bemerkt man, dass es sehr technisch behaftet ist und man beginnt, über die modernen und aktuellen Medien nachzudenken.


Das Ende wirkte auf mich schlüssig konstruiert, jedoch weniger realistisch. Dennoch sollte man dabei beachten, dass es Fiktion ist und nicht alles realistisch gestaltet werden muss, damit es spannend bleibt.
Einige Fragen bleiben für mich allerdings offen, weshalb ich mir beim Ende eine genauere Beschreibung bestimmter Aspekte gewünscht hätte.


Da ich vermutlich eine der 2 % der Leser bin, die das Buch durchschnittlich gut und zum Ende hin wirklich spannend fanden, kann ich abschließend noch sagen:


Natürlich ist es keineswegs das beste Werk des Autors und reicht in keinster Weise an die ersten Bücher Fitzek's ran!
Dennoch ist es ein solides bis gutes Buch, welches zwischendurch ein paar Längen aufweist, dennoch aber angenehm und flüssig zu lesen ist.


Die Thematik dieses Buches wird momentan wirklich öfter aufgegriffen, welches mir hauptsächlich durch meine Leserunde zu "Anonym" von Poznanski/Strobel auffiel, da dieses ein ähnliches Thema aufweist.


Ich vergebe für dieses Büchlein 4/5 Sternchen, da es dennoch eine schöne, interessante Lektüre ist.

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thriller, hamburg, darknet, anonym, internet

Anonym

Ursula Poznanski , Arno Strobel
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 21.09.2016
ISBN 9783805250856
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Anonym"
Autor(en): Arno Strobel und Ursula Poznanski
Erscheinungsdatum: 21. September 2016
Seitenanzahl: 384 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Harcover 19,95€
Verlag: Wunderlich Verlag
Klappentext:
Du verabscheust deinen Nachbarn? Du hast eine offene Rechnung mit deiner Ex-Frau? Du wünschst deinem Chef den Tod? Dann setze ihn auf unsere Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche wahr...
Es ist der erste gemeinsame Fall von Kommissar Daniel Buchholz und seiner Kollegin Nina Salomon, und er führt sie auf die Spur des geheimnisvollen Internetforums "Morituri". Dort können die Mitglieder Kandidaten aufstellen und dann für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt der Tod. Aber das Internet ist unendlich, die Nutzer schwer zu fassen. Nur der Tod ist ausgesprochen real, und er ist näher, als Buchholz und Salomon glauben...

Ich habe schon einige Bücher von Arno Strobel gelesen, die ich allesamt gut fand.
Von Frau Poznanski habe ich allerdings noch nichts gelesen.
Ich war dennoch sehr gespannt auf die Zusammenarbeit und wollte wissen, wie es klappt, dass 2 Autoren gemeinsam ein Buch schreiben. In der Vergangenheit habe ich schon weniger gelungene Werke von mehreren Autoren (z.B. Erik Axl Sun) gelesen.

Zu Beginn des Buches fiel mir direkt auf, dass die Schrift sehr klein ist, im Vergleich zu anderen Büchern. Da an allen 4 Rändern der Seiten noch massig Platz ist, verstehe ich immer noch nicht, wieso die Schriftgröße nicht geändert wurde.
Trotzdem gewöhnt man sich im Laufe des Buches daran.

Das Buch führt den Leser zu Beginn in einen Traum eines vermeintlichen Soldaten ein, der über damalige Ereignisse in Afghanistan, im Kosovo, auf Mali etc. beschreibt.
Wir alle haben gehofft, dass dieser Traum einen großen oder kleinen Teil zum Buch beitragen würde, aber er wurde kein weiteres Mal erwähnt. Ich finde, wenn man so etwas zu Anfang eines Buches aufgreift, sollte es wenigstens im weiteren Verlauf erwähnt oder als Hintergrundinformationen eingebunden werden.

Die Protagonisten empfand ich zu Beginn als wirklich unterschiedlich und Nina Salomon sogar als nervig.
Dies hat sich allerdings gelegt, je mehr man über beide herausgefunden und sie kennengelernt hat. Zum Ende waren mir beide wirklich sympathisch und ihre Zusammenarbeit war das ein oder andere Mal sogar sehr amüsant und unterhaltsam.
Dennoch gab es, gerade in der ersten Hälfte, einige Stellen, in denen ich das Handeln der Personen unnötig und überzogen fand.

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von beiden Protagonisten geschrieben, sodass ich anfänglich verwirrt war, in welcher Perspektive ich gerade lese: Daniel oder Nina.
Später konnte man die beiden Stränge jedoch besser auseinanderhalten.
Trotzdem hätte ich mir hier eine Überschrift oder Anmerkung gewünscht, die die Perspektive von Anfang an klärt. So hätte ich nicht einige Seiten nochmal lesen müssen, da ich sie nicht verstand.

Ich denke, dass Strobel die Sicht von Daniel und Poznanski die Perspektive von Nina übernommen hat. Jedenfalls kam es uns so vor.
Ich persönlich mochte die Sicht von Daniel etwas mehr, was aber denke ich daran lag, dass Nina mir am Anfang nicht gänzlich bekam.
Beide Perspektiven sind wirklich gut geschrieben! Der Schreibstil auf beiden Seiten war flüssig und man konnte es angenehm lesen.

Die Thematik des Buches, irgendwer wir im Internet angekündigt, andere wollen diesen Jemand töten etc., wird momentan sehr ausgereizt, wie ich finde. Man findet dieses Thema in einigen Büchern oder Filmen. Man siehe "The Purge" oder "AchtNacht" von Sebastian Fitzek.
Alles sehr ähnlich.

Allgemein empfand ich das Buch als interessant und unterhaltsam, aber spannend ist was anderes. Es mochte einfach keine Spannung aufkommen. Der Höhepunkt war quasi die Handlung auf den letzten ca. 80 Seiten. Hier kam wenigstens etwas Spannung auf.
Diese wurde im gesamten Buch wirklich nicht besonders ausgereizt und es war stellenweise relativ vorhersehbar.

Die Polizei tappt knapp 300 Seiten lang im Dunkeln und eigentlich passiert kaum etwas.
Schade. Ich hätte mir mehr Tiefe, mehr Hintergrund, mehr Geheimnisse, mehr Mysteriöses gewünscht. Und eventuell ein paar Fortschritte während der Polizeiarbeit, die sich auf das ganze Buch erstrecken und nicht nur auf den Endspurt.

Auf mich wirkte das Ende, als würden Erkenntnisse plötzlich aus heiterem Himmel auf die Protagonisten zuflattern, die vorher natürlich nicht in Betracht gezogen wurden.
Ebenfalls wurden einem Ermittler auf einmal Dinge klar, die gemeinsam vor 100 Seiten bereits festgestellt wurden. Wir haben einige (Sinn-)fehler entdeckt, die das Buch etwas unauthentisch wirken lassen.

Die Auflösung des Täters fand ich nicht verkehrt, dennoch hätte man hier mehr mit Hintergrund und Hinweisen arbeiten können, wie ich es bereits erwähnt habe.

Schlussendlich würde ich das Büchlein als soliden, aber weniger spannenden Thriller beschreiben. Es ist ein nettes Buch für zwischendurch oder Leser, die eine sanfte Vorgehensweise in ihren Büchern bevorzugen.
Für mich war es teilweise leider etwas unaussagekräftig, oberflächlich und plätscherte vor sich hin.

Daher vergebe ich 3/5 Sternchen für das Buch.

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373 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

thriller, familie, mord, psychothriller, doppelleben

Ohne ein Wort

Linwood Barclay , Nina Pallandt
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.04.2011
ISBN 9783548283418
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Ohne ein Wort"
Autor: Linwood Barcly
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2007 (11. Auflage)
Seitenanzahl: 492 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 8,95 €
Verlag: Ullstein Buchverlage
Klappentext: 
'Ich wollte, Ihr wärt tot!' Das wünscht die 14-jährige Cynthia ihren Eltern. Als sie am nächsten Tag aufwacht, sind ihr Vater und ihre Mutter verschwunden. Auch ihr Bruder ist weg. Spurlos. Ohne ein Wort. Kein Hinweis, keine Nachricht bleiben für Cynthia zurück. Erst 25 Jahre später, als sie selbst eine Familie hat, tauchen geheimnisvolle Hinweise aus ihrer Vergangenheit auf. Mysteriös, gefährlich, tödlich - etwas Böses kehrt zurück.

Ich habe das Buch auf wärmste Empfehlung einer Kollegin gelesen und es war mein erstes Buch von Linwood Barclay.
Bereits der Klappentext und ihre Schwärmereien begeisterten mich sehr, sodass ich das Buch sofort lesen musste!

Und ich muss sagen: Ich wurde keineswegs enttäuscht!

Das Buch beginnt mit seinem Prolog im Mai 1982 und spielt in der Vergangenheit der 14-jährigen Cynthia, dessen Familie über Nacht spurlos verschwindet.
Zunächst war ich wenig begeistert, da ich befürchtete, es würde längere Zeit aus der Sicht einer 14-jährigen geschrieben sein, was allerdings nicht der Wahrheit entsprach.

Der Autor steigt relativ zügig 25 Jahre später ein und stellt dem Leser die Gegenwart der Protagonistin und ihrer Familie vor.
Cynthia als Person und Hauptfigur habe ich als durchaus authentisch, sympathisch und freundlich erlebt. Ich mochte es sehr, ihre Geschichte zu verfolgen. Dennoch empfand ich einige Eigenschaften von ihr als etwas überdramatisch/paranoid und konnte mir nicht vorstellen, wie es ihr Mann damit aushält. 
Allerdings kann ich mich keineswegs in die Folgen eines solch traumatischen Erlebnisses hineinversetzen, weshalb ich mir nur ansatzweise denken kann, inwiefern man Schäden davon trägt.

Barclay berichtet ebenfalls zwischenzeitlich aus der Sicht ihres Ehemannes in der Ich-Perspektive. Terry ist mir ebenfalls sehr sympathisch gewesen und ich konnte mich sehr gut in ihn hineinfühlen. Teilweise sogar besser, als in Cynthia selber.
Er wurde für mich daher zu einer ebenso wichtigen Hauptfigur, wie seine Frau.

Zwischendurch gab es Kapitel in einer kursiven Schrift und von einem bis dato anonymen Erzähler. Die Sichtweise erschien abstrus und im Laufe des Buches immer mehr durchgeknallt und ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, von welcher Person diese Gedanken, Äußerungen und Taten stammen.

Das Buch an sich ist mit seinem sehr angenehmen Schreibstil wirklich gut zu lesen!
Barclay versteht es, den Leser dauerhaft bei Laune zu halten und stetig Spannung aufzubauen. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt des Buches gelangweilt und habe es innerhalb von 2 Tagen gelesen.

Der Autor baute durchgehend neue Hinweise, mysteriöse Vorkommnisse und Hintergrundinformationen in die Story ein.
Als Leser verfolgt man daher regelrecht mit, wie Terry und Cynthia ihrer Vergangenheit auf die Spur kommen und das Rätsel um das Verschwinden von Cynthias Familie zu lösen versuchen.
Es ist ein Auf und Ab der Gefühle - nicht nur für die Protagonistin, sondern auch für den Leser.

Ist Cynthia nun verrückt?

Spielt ihr irgendwer einen dummen Streich?

Was ist mit ihrer Familie passiert?

Ich wusste irgendwann nicht mehr, was ich denken sollte, hatte aber zum Ende des Buches einen Verdacht bezüglich der kursiv abgedruckten Kapitel, welcher sich bewahrheitete.

Dennoch kam die Auflösung absolut überraschend und schon realitätsnah, aber trotzdem etwas unspektakulär daher. Ich hatte mir etwas ausgeklügelteres gewünscht.
Allerdings kann ich sagen: Mit dem Verbleib einiger Personen beziehungsweise generell mit einem solchen Ende habe ich nicht gerechnet.
Ich fand es teilweise wirklich krass, was dort vorgefallen ist und es ist an Action kaum zu übertreffen.

Für mich ist das Buch ein absoluter Pageturner und bekommt 4,5/5 Sternchen, sowie eine absolute Kauf- und Leseempfehlung von mir!:)

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Tags: famili, linwoodbarcla, ohneeinwort, psychothriller, thriller, verschwinden   (6)
 

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thriller, genmanipulation, gentechnik, wissenschaft, marc elsberg

HELIX - Sie werden uns ersetzen

Marc Elsberg
Fester Einband: 648 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 31.10.2016
ISBN 9783764505646
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: „Helix“ (Rezensionsexemplar)
Autor: Marc Elsberg
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2016
Seitenanzahl: 648 Seiten
Genre: Roman
Preis: Gebundene Ausgabe 22,90€ / Hörbuch (ungekürzt) 25,95€
Verlag: blanvalet
Klappentext:
Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes deutlich verbessern. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert solcher »sonderbegabter« Kinder hervorgebracht hat, und natürlich wollen Helen und Greg ihrem Kind die besten Voraussetzungen mitgeben, oder? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt …

 

Ich habe dieses Buch aufgrund der Empfehlung einer Freundin als Rezensionsexemplar angefordert und es freundlicherweise vom Blanvalet-Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Danke nochmal dafür!

Zu Beginn muss ich jedoch gestehen, das Buch als Hörbuch innerhalb des Portals „audible“ gehört zu haben, dass ich zur gleichen Zeit für mich entdeckt habe.
Meine Rezension bezieht sich daher auf das Hörbuch zu „Helix“, welches von Simon Jäger, Thriller-Fans auch bekannt von den Fitzek Hörbüchern, gesprochen wurde, der eine hervorragende Arbeit macht!
Es ist toll gesprochen und man kann anhand von Jägers Stimmenverstellung gut erkennen, welche Figur gerade spricht. Die Stimme eines Kindes empfand ich jedoch als sehr unangenehm und teils sogar gruselig anzuhören.

„Helix“ war zugleich mein erstes ‚richtiges‘ Hörbuch und mein erstes Werk von Marc Elsberg.
Zunächst ist zu sagen, dass ich in Rezensionen von einem Thriller las, auf dem Buch jedoch das Genre Roman aufgedruckt ist. Ich persönlich würde es als wissenschaftlichen Spannungsroman mit Actionelementen am Ende beschreiben.

Im Hörbuch sind mehrere Handlungsstränge vorhanden, die zu Beginn auf den Hörer einschlagen. Ich brauchte eine lange Zeit, um mich einigermaßen zurechtzufinden.
Das Personen- und Beziehungsgeflecht ist dermaßen komplex, sodass man die Figuren am Anfang durch ihre charakteristischen Eigenschaften gut auseinanderhalten kann, jedoch ziemlich stark mitdenken muss.
Im Laufe des Hörbuchs nach ca. der Hälfte bessert es sich allerdings und man kann dem Treiben gut folgen.

Die einzelnen Figuren sind ihre Erzählstränge sind unterschiedlich leicht nachvollziehbar. Für mich gab es einen Strang, nämlich den, indem sich ein Paar sehnlichst ein Kind wünscht, den ich am authentischsten und realitätsnahstem fand.
Ich hätte zu Beginn gerne mehr darüber gehört, jedoch beginnt dieser Strang erst nach einiger Zeit richtig.

Die anderen Perspektiven sind sehr wissenschaftlich und teils ebenfalls politisch und gesellschaftlich behaftet.

Allgemein lässt sich sagen, dass alle Figuren relativ oberflächlich dargestellt wurden. Man erfährt zwar einzelne Hintergründe und Familiengeschichten, doch ist es aufgrund des massiven Spektrums an Charakteren kaum möglich, dem Einzelnen gerecht zu werden.
Es fehlte mir an Tiefgründigkeit und Empathie für die handelnden Personen.

Das Hörbuch lässt sich flüssig und schön hören, jedoch muss man wirklich konzentriert zuhören, da, wie bereits erwähnt, alles sehr fachlich ausgesetzt ist und daher wirklich massig wirkt.
Dies wird zudem noch von dem äußerst fachliterarischen Wortschatz des Buches unterstützt. Der gesamte Inhalt ist überzogen von Fachausdrücken, komplexen Erklärungen und biologischen Aspekten, die ein Laie kaum versteht.
Erklärungen dazu werden öfter erst später in Umgangssprache nochmals aufgegriffen, sodass für mich eine Reihe von Handlungen erst in späteren Kapiteln sinnvoll und nachvollziehbar wurde.
Ich hätte mir hier gewünscht, dass es vielleicht am Ende des Buches ein fachliches Verzeichnis zum Nachschlagen gibt – für das Hörbuch wäre das natürlich nicht umsetzbar.

Die Sprache des Buches empfand ich an einigen Stellen als etwas merkwürdig, da wenige Sätze wirkten, als wären sie schlechte englische Übersetzungen.
Die Aussage „Scheiße hat den Ventilator erreicht.“ habe ich persönlich noch nie gehört und ich stieß bei Recherchen auf Google nur auf die englische Variante, die dort erklärt wurde und für mich sprachlich auch sinniger erschien.

Zum äußeren Rahmen möchte ich anmerken, dass die Kapitelangaben im Hörbuch nicht mit denen des Buches übereinstimmen. Des Öfteren versuchte ich Stellen im Buch nachzulesen, um den Inhalt zu vertiefen, doch es dauerte bereits 10 Minuten die passende Stelle zu finden, welches ich äußerst störend fand.

Das Cover dagegen finde ich absolut fantastisch!
Im Hintergrund zeigen sich leicht DNA-Muster, die mich an die Auswertung einer Probe nach der Gelelektrophorese erinnern, durch die genetische Fingerabdrücke herausgefiltert werden. (Der Biologie-Leistungskurs zeigt sich also doch nochmal als nützlich  )
In der Mitte finden wir einen Strang einer DNA-Helix, in dessen Mitte der Titel eingebunden ist, der natürlich ebenfalls in hohem Maße am Thema des Buches angepasst ist!

Generell empfinde ich diese Thematik als wirklich spannend.
Hier spielen nicht nur Biologie und Wissenschaft eine Rolle, sondern auch die eigenen Moralvorstellungen.

Würdet ihr euch ein Kind ‚zusammenbauen‘, wenn ihr die Chance dazu hättet?

Nimmt man den Kindern damit nicht ihre Individualität?

Bestimmt man nicht einzig und allein die Zukunft der Kinder aus eigenem Interesse heraus, ohne, dass sie etwas dazu beitragen können?

Sind ’normale‘ Kindern denn nichts wert?

All diese Fragen und noch viele mehr schwirrten mir immer wieder während des Hörens im Kopf herum und ich habe bis heute keine Antwort darauf gefunden.
Natürlich vereinigt „Helix“ Realität und Fiktion und stellt somit für mich eine Dystopie auf realer Grundbasis dar, dennoch denke ich, dass wir nicht mehr allzu weit von so einer Situation entfernt sind.

Auch heute ist es schon möglich zu bestimmen, ob man ein Kind abtreiben lassen möchte, nur, weil es besonders ist und eine Einschränkung welcher Art auch immer hat.
Schon heute ist es möglich, durch In-Vitro-Befruchtung fast zu bestimmen, wie viele Kinder man haben möchte, da Mehrlinge innerhalb dieser Methode absolut keine Seltenheit ist.

Wie lange braucht es nun, bis wir uns unsere Kinder konstruieren und wie Computer in all ihren Einzelteilen zusammensetzen können, wie es uns persönlich gefällt?

Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben, dennoch finde ich wird es auch hier schon mehr als deutlich, dass dieser Roman mehr als nur ein bisschen zum Nachdenken anregt.
Man überdenkt seine eigenen Moralvorstellungen und den wissenschaftlichen Fortschritt.

Das Ende des Buches empfand ich als sehr zügig und actionsreich.
Alle Handlungsstränge flossen mehr und mehr ineinander und machten Sinn, auch, wenn dieser fernab jeglicher Vorstellungen meinerseits aufkam.
Daher finde ich das Ende gelungen, aber sehr realitätsfern.

Schlussendlich möchte ich dem Buch 3/5 Sternen geben, da ich die Thematik toll finde und sie zum Nachdenken anregt. Jedoch hapert es an einigen Stellen an der Umsetzung, da es sich stellenweise schon zog und man es hätte deutlich kürzer und verständlicher fassen können.

 

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Tags: genmanipuliertekinder, genmutatio, heli, marcelsberg, roman, spannungsroman, thriller, wissenschaft   (8)
 

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thriller, mord, düsseldorf, krimi, serienmörder

Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe

Arno Strobel
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 26.01.2017
ISBN 9783596296163
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Tiefe Narbe - Im Kopf des Mörders"
Autor: Arno Strobel
Erscheinungsdatum: 26. Januar 2017
Seitenanzahl: 368 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Fischer Verlage
Klappentext:
Max Bischoff, Oberkommissar, Anfang dreißig, ist der Neue bei der Düsseldorfer Mordkommission. Er ist hoch motiviert und schwört auf moderne Ermittlungsmethoden, was nicht immer auf Gegenliebe bei den Kollegen stößt. Sein erster Fall beim KK11 hat es in sich. Auf dem Polizeipräsidium taucht eines Morgens ein Mann auf, der völlig verstört und von oben bis unten mit Blut besudelt ist. Er weiß weder, was in der Nacht zuvor geschehen ist, noch hat er eine Erklärung für das Blut auf seiner Kleidung. Wie sich bald herausstellt, stammt es nicht von ihm selbst, sondern von einer Frau. Einer Frau, die vor über zwei Jahren spurlos verschwand. Die für tot gehalten wird. War sie all die Zeit über noch am Leben und ist erst vor kurzem getötet worden? Und was hat der Mann mit der Sache zu tun? Ist er Täter oder Opfer?


"Tiefe Narbe" ist mein drittes Buch von Arno Strobel und ich wurde auch diesmal nicht enttäuscht, obwohl das Buch etwas an Spannung eingebüßt hat.

Der Prolog ist kursiv gedruckt, sodass man als Leser bereits gespannt darauf ist, was es bedeutet und wie es weiter geht.
Die weiteren Kapitel gehen mit Tagesangaben einher und wechseln sich mit einer normalen Schriftart und der kursiven Schrift ab, die die Gedanken des Täters widerspiegeln, welches in einer "Du"-Ansprache an das Opfer geschieht und zunehmend geisteskrank wirkt.
Durch die Angaben der Tage konnte man sehr gut die Ermittlungsfortschritte verfolgen und gedanklich in eine Wochenstatistik umsetzen.

Das Buch bietet einen rasanten Einstieg in die Handlung, so wie es im Klappentext herauszulesen ist.

Der Erzähler erläutert die Handlungen in Form einer allwissenden Erzählperspektive, die die beiden Protagonisten, Max Bischoff und Horst Böhmer, gut beschreibt.
Bischoff wirkte auf mich während des gesamten Buches engagiert, freundlich und gerade zum Ende hin etwas emotional und naiv. Dennoch finde ich, dass er im Laufe des Buches eine Entwicklung durchgemacht hat, die für den Leser deutlich erkennbar war.
Sein Kollege Böhmer erschien mir jedoch sehr gehässig, grimmig und zunächst weniger sympathisch. Doch auch er entwickelte sich im Laufe des Buches und wurde mir zunehmend sympathischer und authentischer.

Bei beiden Figuren wurde das Privatleben mit in die Story eingebunden, jedoch auf einem angenehmen Level. Häufig habe ich erlebt, dass das Privatleben der Ermittler den eigentlichen Fall in den Hintergrund gerückt hat, was hier aber nicht der Fall war.
Strobel versteht sich auf einer passenden Balance zwischen Ermittlungen und Privatem.

Ebenso gelingt es Strobel sehr gut, eine realitätsnahe und absolut glaubhafte Auseinandersetzung mit der Grundbasis der Geschichte.
Alltagsprobleme und Familienstreitigkeiten werden erwähnt, ebenso persönliche Probleme oder Selbstzweifel. Hier entsteht keine Fiktion, sondern eine Empathie auf hohem Maße.

Der Schreibstil erscheint, wie bei Strobel üblich, sehr flüssig, schlüssig absolut schnell und angenehm zu lesen.
Das Buch bietet durch die Sicht der Ermittler und die Gedanken des Opfers einen umfassenden Blick hinter die Kulissen und in die Ermittlungen.

Dieser nimmt daher leider etwas Spannung aus der Geschichte. Vieles ist sehr vorhersehbar und einige Dinge, die die Ermittler erst rund 150 Seiten später erkennen, erkannte ich als Leser schon bedeutend früher.
Häufig kam die Frage auf, weshalb erfahrene Polizisten nicht auf die Idee kommen würden, bestimmte Aspekte zu überprüfen?!

Zwar fehlten mir wirkliche deutliche Spannungshöhepunkte, jedoch hielt sich das Interesse an dem Fall konstant.

Das Ende war dennoch überraschend. Ich persönlich hatte keine Idee bezüglich des Täters, zumindest nicht kurz bevor es eindeutig aufgeklärt wurde.

Ich gebe dem Buch 3,5/5 Sternchen.

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Tags: arnostrobe, fischerverlage, imkopfdesmörders, thriller, tiefenarb   (5)
 

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kindesentführung, thriller, entführung, drama, familie

Es beginnt am siebten Tag

Alex Lake , Stefanie Kruschandl
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.12.2016
ISBN 9783959670555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Es beginnt am siebten Tag" (Rezensionsexemplare"
Autor: Alex Lake
Erscheinungsdatum: 5. Dezember 2016
Seitenanzahl: 472 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Broschiert 15€
Verlag: HarperCollins Verlag
Klappentext:
Der Albtraum einer jeden Mutter: Die fünfjährige Anna ist verschwunden, als Rechtsanwältin Julia sie von der Schule abholen will. Wurde sie entführt? Ist sie tot? Sechs Tage und Nächte voller Angst, sechs Tage voller Selbstvorwürfe. Am siebten Tag taucht das Mädchen wieder auf. Es scheint unverletzt und hat keine Erinnerung an das, was geschah. Julia und ihr Mann Brian sind unendlich erleichtert. Bis Julia merkt, dass das Schlimmste für sie nun erst beginnt. Denn wer auch immer ihre Tochter in der Gewalt hatte und wiedergebracht hat, will nicht das Kind vernichten … 
Ein Mädchen verschwindet. Doch der wahre Albtraum beginnt, als sie wieder auftaucht – am siebten Tag.

"Es beginnt am siebten Tag" ist mein erstes Buch von Alex Lake. Freundlicherweise wurde es mir vom HarperCollins Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 
Dafür nochmal ein herzliches Dankeschön!

Das Buch ist in 2 Hauptteile, das "Davor" und "Danach", unterteilt, sowie im "Davor" nochmals in 7 Teile, die die sieben Tagen erzählen, in denen Anna verschwunden ist. Innerhalb dieser sieben Teile gibt es ebenfalls einzelne Kapitel, sodass das Lesen leichter fällt.

Generell finde ich den Schreibstil des Autors sehr angenehm, was die Geschichte flüssig lesbar macht und die Story, sowie die Figuren authentisch erscheinen lässt.

Erzählt wird die Story aus 2 Perspektiven - der, der Mutter, Julia, und der Strang, der aus der "Du"-Ansprache heraus so erscheint, als würde sich eine unbekannte Person selbst in der 3. Person ansprechen und aus dieser Perspektive heraus ihr Vorhaben erzählen.

Hierzu muss ich sagen, dass ich den ersten Hauptteil als Hörbuch gehört habe, welches diese "Du"-Perspektiven Stellen herausgestrichen hat. Ich habe sie zwar nachgelesen, dennoch muss ich sagen, dass sie im Hörbuch wirklich fehlten, um einen einwandfreien Eindruck zu gewinnen.

Die Protagonisten, Julia und Brian, empfand ich als realitätsnah dargestellt. All ihre Probleme, Sorgen und Ängste wurden mit einer Tiefe an den Leser herangeführt, die für eine große Empathie ihnen gegenüber, vor allem gegenüber Julia, führt.
Ich empfand während des Lesens immer mehr Mitgefühl für die Hauptfigur Julia Crowne und habe regelrecht mitgefiebert, wie es weitergeht.

Die Situation der Beiden wird von Lake absolut passend beschrieben. Genauso stelle ich mir die Umstände vor, die auftreten würden, sollte in der Realität so ein Fall geschehen und aufgedeckt werden wollen.
Gerade die sozialen Netzwerke stellen in diesem Buch einen wertvollen Teil, der nicht so wertvollen Anschuldigungen bezüglich Anna's Verschwinden dar.

Ebendiese Aspekte erinnerten mich sehr an den Fall der kleinen Maddie McCann, die im Urlaub in Portugal im Jahr 2007 spurlos verschwand.
Auch hier wird in den sozialen Netzwerken immer noch heiß diskutiert und es entstanden bis dato die wildesten Theorien über ihr Verschwinden.
Ich persönlich hoffe immer noch, dass dieser Vermisstenfall irgendwann aufgeklärt wird und es entweder ein "Happy End" gibt, oder die Eltern immerhin Gewissheit haben.

Als Leser konnte ich mich sehr gut in die verzweifelte Suche nach Anna einfinden und obwohl man aufgrund des Klappentextes weiß, dass sie wieder auftauchen wird, schafft Lake es, die ersten 200 Seiten wirklich spannend darzustellen. 
Zwar geschieht actionmäßig und auch aufklärungsmäßig nicht viel außer das Aufstellen einiger Theorien, dennoch hat mich dieser Teil gefesselt und mitgerissen.

Der zweite Hauptteil, indem Anna wieder zu Hause bei ihrer Familie ist, gestaltet sich ähnlich actionlos aber packend.
Ich kann leider nicht sagen, was mir bis kurz vor Ende an diesem Buch so gut gefallen hat, aber irgendetwas hat mich in den Bann gezogen, obwohl ich es weniger als Thriller titulieren würde, als ein Familiendrama mit Krimi-Aspekten.

Zum Ende hin hatte ich eine kleine Ahnung hinsichtlich des Täters, die sich auch bestätigt hat.
Dennoch blieb es spannend und die Thriller-Züge des Buches kamen, gerade auf den letzten ca. 100 Seiten, deutlichst durch. Es überraschte mich wirklich, mit welcher Rasantheit Lake den letzten Teil des Buches an den Leser heranführt.
Hier gab es auf jeden Fall Thrill!

Von mir bekommt das Buch 4/5 Sternchen. :)

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Tags: alexlake, drama, esbeginntamsiebtentag, familie, familiendrama, harpercollins, thriller   (7)
 

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psychothrille, margot, thriller, kathy, persönlichkeite

Dear Amy

Helen Callaghan , Heike Reissig , Christiane Marx
Audio CD
Erschienen bei Argon, 26.01.2017
ISBN 9783839815397
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Dear Amy"
Autorin: Helen Callaghan
Erscheinungsdatum: 10. Januar 2017
Seitenanzahl: 400 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: 14,99€
Verlag: Droemer Knaur
Klappentext:
Die Lehrerin Margot Lewis ist extrem beunruhigt, als ein 15-jähriges Mädchen aus ihrer Klasse verschwindet. Sie ist überzeugt, dass Katie entführt wurde, auch wenn die Polizei dafür noch keinerlei Beweise hat. Dann erhält Margot, die nebenbei die Ratgeber-Kolumne „Dear Amy“ führt, einen unheimlichen Brief: Darin fleht ein Mädchen um Hilfe, das vor 15 Jahren spurlos verschwand. Ein Graphologe bestätigt die Echtheit des Briefes – und dass er nagelneu ist.
Margot, deren Gemütszustand sich rapide verschlechtert, verbeißt sich regelrecht in die Fälle, will unbedingt helfen. Doch was verschweigt sie selbst?

Ich musste dieses Buch haben, als ich die Neuerscheinung auf Facebook gesehen habe!
Ich habe mich sehr darauf gefreut und es ist mein erstes Buch von Callaghan gewesen.
Leider muss ich gestehen, dass ich enttäuscht von dem Buch war.

Zu allererst möchte ich sagen, dass das Cover mich wirklich ansprach, obwohl es sehr an die Bücher von Gillian Flynn erinnert.
Klappt man den Buchumschlag auf, zeigt der Inhalt den Brief von Bethan an Amy, welches ich wirklich gelungen finde, da man so schön in die Geschichte einfindet.

Die Story nimmt allerdings nur sehr langsam Fahrt auf und lange passiert nichts außer dem, was dem Klappentext zu entnehmen ist.
Zu Beginn gibt es zwei Handlungsstränge: den der Protagonistin Amy/Margot und den von Katie, dem verschwundenen Mädchen.

Das Buch ist in mehrere lange Kapitel unterteilt, die jedoch Abtrennungen in Form von Absätzen durch Sternchen aufweisen.

Die Handlung ist flüssig lesbar, was allerdings nicht zuletzt daran liegt, dass die Sprache sehr einfach erscheint und auch der Ausdruck auf nicht allzu hohem Niveau liegt.
Dennoch muss ich gestehen, dass das Buch an sich gerade im letzten Drittel relativ wirr geschrieben erscheint und das Nachvollziehen wirklich schwer fällt.
Nicht aufgrund des sprachlichen Verständnisses, sondern der Realitätsnähe.

Zwischenzeitlich gibt es ebenfalls Facebook-Einträge, die gänzlich auf guten Ausdruck, Zeichensetzung und Rechtschreibung verzichten. Gerade diese empfand ich als sehr umgangssprachlich und in 'teenager-Sprache' verfasst.

Natürlich gelingt der Autorin hier eine gewisse Authentizität, da es um einen vermissten Teenager geht. Trotzdem wirkt das Buch eher wie ein Jugendkrimi/-thriller, als ein Psychothriller.
In den Briefen von Bethan herrscht ebenfalls eine eher kindliche Sprache vor. 

Die Protagonistin jedoch empfand ich als sehr widersprüchlich, welches durch einen krassen Break hervorgerufen wurde, der nach ca. der Hälfte des Buches eintrat. Zumindest empfand ich persönlich es so.
Zuvor finden wir eine liebevolle, leidenschaftliche Lehrerin, die gerade durch eine schwere Zeit geht und Briefe einer gewissen Bethan Avery vorfindet. Dieses Bild kippt schlagartig und ich konnte mich damit nicht gänzlich abfinden, da es abwegig erscheint.

Die große Wende innerhalb der Story wird zur Hälfte schweigsam und unspektakulär in die Handlung eingeworfen. Es gibt keine Vorwarnungen, keine Anzeichen die man als 'einfacher' Leser hätte erkennen können. 
Erklärungen kommen erst danach in langsamen Schritten ans Tageslicht.

Das Ende empfand ich ebenso als unglaubwürdig. Vermutlich lag dies hauptsächlich an der Tatsache, dass ich die Hintergrundinformationen zur Situation und die Erklärungen einfach unzureichend fand.

Außerdem ist zu sagen, dass das gesamte Buch sehr seicht gestaltet ist, es zum Ende hin allerdings zunehmend gewalttätig und vulgär wird. 
Ich hätte mir hier einfach mehr Balance zwischen allen Aspekten gewünscht und mehr Spannung, Geheimnisse und mehr Zeit bei der Entwicklung von Figuren.

Das Buch bekommt von mir leider nur 3/5 Sternchen.


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Tags: helencallaghan, persönlichkeite, psychothrille, thriller   (4)
 

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aachen, thriller, mord, psychiater, psychothriller

Das Wesen

Arno Strobel
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.12.2010
ISBN 9783596186327
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Das Wesen"
Autorin: Arno Strobel
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2010
Seitenanzahl: 368 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 8,95€
Verlag: S. Fischer Verlage
Klappentext:
Ein kleines Mädchen stirbt, und der Hauptverdächtige wandert in den Knast – unschuldig? 15 Jahre später: Wieder verschwindet ein Kind, und der Albtraum beginnt von vorn – für die Ermittler und den Täter von damals. 
Ein verurteilter Psychiater und ein besessener Kommissar – ein erbittertes Psychoduell um Schuld und Rache.


"Das Wesen" ist Strobels zweiter Psychothriller und ebenfalls mein zweites Buch von ihm.
Nachdem mich "Der Trakt" absolut überzeugt hat, hatte ich hohe Erwartungen an dieses Buch und wurde nicht enttäuscht.

Sofort fällt auf, dass neben Kapitelzahlen, auch Datumsangaben und später ebenfalls genaue Zeitangaben am Anfang jedes Kapitels stehen.
Das Buch wechselt pro Kapitel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, was das Lesen am Anfang etwas schwerfällig macht, da man zuerst die Eindrücke und Storys gedanklich sortieren muss. Die Geschichten sind ziemlich ähnlich, weshalb das Auseinanderhalten etwas schwieriger ist. Jedoch gewöhnt man sich wirklich schnell daran und die Jahresangaben helfen dabei ungemein.

Ebenfalls brauchte ich einige Zeit, um in den Schreibstil hereinzukommen. Dies überraschte mich, da ich dieses Problem mit "Der Trakt" nicht hatte. Ich kann außerdem auch nicht genau spezifizieren, weshalb es diesmal so war. Eventuell, weil die Sprache teilweise etwas sehr umgangssprachlich war.

Teilweise war die Sprache aber auch sehr fachlich konnotiert, da sie einige Male psychiatrische Fachbegriffe beinhaltete, die nicht sofort, sondern erst später in Bezug auf die Handlung erklärt wurden.
Ich persönlich habe den Großteil aufgrund meiner Ausbildung sofort verstanden, jedoch kann ich mir vorstellen, dass Leser ohne Hintergrundinformationen schwerer in das Thema einfinden können.

Der erste Eindruck von Protagonist Menkhoff war eher negativer Natur. Er wirkte auf mich unsympathisch, herrisch, zornig und sehr vorlaut.
Zu Beginn störte es mich auch zunehmend, dass er die anderen Figuren der Geschichte des Öfteren unterbrach, welches meinen Lesefluss teils unangenehm unterbrach.
Beides besserte sich jedoch im Laufe der Handlung und seine nervigen Eigenschaften wurden verständlich.
Nichtsdestotrotz wird Menkhoff wohl nie einer meiner Lieblingsfiguren werden.

Seinen Partner, Seifert, hingegen, empfand ich schon als sympathischer, jedoch wirkte er neben Menkhoff als kleinlaut, unterdrückt und es kam mir vor, als sage es nie, was er wirklich denkt.
Auch dieser Charakter entwickelt sich im Laufe des Buches deutlich und wurde zunehmend selbstbewusster.

Wenn wir gerade von Veränderung der Charaktere sprechen:
Strobel versteht es sehr gut, die Unterschiede der Eigenschaften der Figuren zwischen Vergangenheit und Gegenwart herauszufiltern und gut zu beschreiben.
Gerade bei dem Verdächtigen, Lichner, empfand ich zu Beginn eine große Veränderung, welche jedoch wieder rückschrittig wurde.

Die eigentliche Handlung fand ich wirklich gut und absolut sinnvoll strukturiert.
Nichts daran wirkte beabsichtigt künstlich konstruiert, allerdings rückt die eigentlich 'Haupthandlung' , das verschwundene Kind, öfter in den Hintergrund und wird von den aktuellen Ereignissen überschattet.
Allerdings ist zu sagen, dass manches für mich als Leser, manchmal unglaubwürdig erschien, da ich es mir schwer vorstellen kann, dass so etwas funktioniert.

Das Buch lässt sich flüssig lesen und es gibt eine stringent vorhaltende Spannung.
Ca. 100 Seiten vor Ende des Buches, scheint das Geheimnis gelöst und die Spannung flacht ab. Ganz überraschend gibt es jedoch ein weiteres Spannungshighlight und der Bogen fährt erneut steil nach oben.

Das Ende an sich empfand ich als absolut überraschend. Zwar hat man als Leser einige Theorien, die vielleicht sogar an der Wahrheit kratzen, sie jedoch nie vollkommen selbstständig aufdecken.
Der Mittelteil des Buches war relativ vorhersehbar, allerdings scheint dies mit Blick auf das Buch als Ganzes als in Ordnung.

Von mir bekommt das Buch 4/5 Sternchen. :)

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amnesie, thriller, psychothriller, berlin, koma

Das Gesicht meines Mörders

Sophie Kendrick
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 16.12.2016
ISBN 9783499272738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Das Gesicht meines Mörders" (Rezensionsexemplar)
Autorin: Sophie Kendrick
Erscheinungsdatum: 16. Dezember 2016
Seitenanzahl: 320 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Rowohlt Verlag
Klappentext:
Sie muss sich erinnern, um zu überleben.
Als Clara aus dem Koma erwacht, ist ihr bisheriges Leben wie ausgelöscht. Sie erinnert sich weder ihren eigenen Namen noch an ihren Ehemann, den Schriftsteller Roland Winter. Auch nicht an den Einbrecher, der sie niedergeschlagen haben soll. Freunde scheint sie keine zu haben – Roland ist ihre einzige Verbindung zur Vergangenheit. Mit seiner Hilfe wagt Clara einen Neuanfang. Bis jemand versucht, sie umzubringen. Und die junge Frau begreift, dass sie sich erinnern muss, um zu überleben. Schritt für Schritt rekonstruiert Clara ihr Leben und stößt auf eine geheimnisvolle Frau, mit der sie am Tag des Unglücks verabredet war. Und die seither spurlos verschwunden ist.

"Das Gesicht meines Mörders" ist der erste Psychothriller der Autorin Sophie Kendrick und demnach mein erstes Buch von ihr.
Nachdem ich einige durchaus positive Meinungen über das Buch gehört habe, musste ich es einfach lesen und ich muss sagen: Ich bin nicht enttäuscht worden!
Ein Psychothriller genau nach meinem Geschmack mit den, für mich, wichtigsten Zutaten, um Spannung durchgehend aufrecht zu erhalten:
Amnesie, Geheimnisse, überraschende Wendungen des Plots.

Das Buch ist in siebenTeile aufgeteilt, wobei ein Teil rund 50 Seiten umfasst und jeweils einen eigenen Ein-Wort-Titel erhalten hat, welches absolut passend für den jeweiligen Teil ist.
Dass es außer dieser Einteilung keine weiteren Kapitel vorzufinden gab, störte mich anfangs ein wenig, jedoch gewöhnte ich mich schnell daran und es tat dem Lesegefühl keinen Abbruch, da es Absätze innerhalb der Teile gab.
Mehr noch hatte ich das Gefühl, durch die längeren Teile schneller zu lesen.

Der Schreibstil von Kendrick ist sehr gut zu lesen. Sie schreibt flüssig und mit angenehmen Ausdruck, sodass man schnell in die Geschichte einfindet.

Wir lernen Clara kennen, die keinerlei Wissen über sich selbst, ihr Leben und ihre Lieben hat. Für mich stellt dies ein äußerst gelungenes Stilmittel und eine tolle Grundbasis dar, um gemeinsam mit dem Leser Geheimnisse zu lüften und sich zusammen auf die Spuren der Vergangenheit zu machen.
Man fiebert regelrecht mit der Protagonistin mit, welches zunehmend Empathie fördert und eine gewisse Sympathie entstehen lässt.

Ich wurde im Rahmen des Buches mehrmals hinters Licht geführt, hatte Theorien, die sich jedoch als falsch herausstellten und konnte niemandem so recht vertrauen.
Bis zum Schluss war nichts so, wie es scheint und genau diese Tatsache macht für mich ein sehr gutes Buch aus!
Die Handlung bietet eine durchgehende Spannung, keine Seite ist zu viel.

Im Laufe der Geschichte bekam das Cover ebenfalls immer mehr Bezug zu dieser, wovon ich wirklich positiv überrascht war, da es von einer gewissen Tiefe des Inhalts zeugt. Es zeigt, dass Kendrick sich wirklich mit dem Inhalt und der Repräsentation durch das Cover beschäftigt hat.
Ebenso ist der Titel mehrfach im Buch zu finden und hat auch hier einen großen Einfluss auf die Story.

Das Ende war noch überraschender, als ich es vorher erwartet hatte und absolut unvorhersehbar.
Es gab eine ausführliche Aufklärung über alle Geheimnisse und Fragen, die sich mir während des Lesens gestellt haben und es blieben keine ungeklärten Aspekte offen.

Für mich persönlich blieben keine Wünsche offen und "Das Gesicht meines Mörders" ist ein überaus gelungenes Debüt der Autorin.
Ich hatte das Buch wirklich schnell ausgelesen und kann eine absolute Kauf- und Leseempfehlung aussprechen!

Von mir gibt es ganze 5/5 Sternchen für dieses Büchlein! :)

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thriller, psychothriller, saving grace, spannung, erpressung

Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet

B.A. Paris , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.11.2016
ISBN 9783734102639
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet" 
Autorin: B.A. Paris
Erscheinungsdatum: 21. November 2016
Seitenanzahl: 352 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: blanvalet
Klappentext:
Grace und Jack Angel sind das perfekte Paar. Die dreiunddreißigjährige Grace ist warmherzig, liebevoll, bildhübsch. Jack sieht gut aus, ist charmant und kämpft als renommierter Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Aber sollte man Perfektion jemals trauen? Warum zum Beispiel kann Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch niemals zu? Warum umgibt ein hoher Zaun Jacks und Graces wunderschönes Haus? Doch wenn man Grace danach fragen möchte, stellt man fest, dass sie nie allein ist. Denn Jack ist immer – wirklich immer – an ihrer Seite …

"Saving Grace" ist der erste Thriller der Autorin und ich hoffe nicht ihr Letzter!
Ein absolut gelungenes Psychothriller-Debut und ganz nach meinem Geschmack.

Der Klappentext sprach ich sofort an und ich war wirklich gespannt auf den Inhalt, der sich dahinter verbirgt. Im Nachhinein betrachtet erzählt er allerdings im Allgemeinen relativ viel von der Geschichte vorweg.
Ebenso empfinde ich den Untertitel "Bis dein Tod uns scheidet" als relativ unnötig, da so einiges vom Ende verraten werden könnte. Ich persönlich habe bis zum Schluss des Buches nie wirklich auf diesen geachtet, kann aber bestätigen, dass es mich gestört hätte, wenn ich es getan hätte.

Generell ist es mir zuwider, perfekte Bücher mit den perfekten Protagonisten und ihrem perfekten Leben zu lesen, denn meist ist es hinter der Fassade eben nicht perfekt sondern relativ langweilig.
Anders als herkömmliche Thriller geht "Saving Grace" jedoch mächtig an die Substanz und ruft ein beklemmendes Gefühl beim Leser hervor.
Paris hat aus einer einfachen Grundgeschichte ein super Debut hingelegt, indem es kaum langweilig wurde!

Das Buch ist in zwei Zeitebenen eingeteilt: Vergangenheit und Gegenwart.
Diese Einteilung ist durchaus sinnvoll und fördert das Verständnis der gesamten Story. So entwickelt man ebenfalls eine große Empathie zu Grace, die mir sowieso wirklich sympathisch war, ebenso wie ihre Schwester Millie. Da sie am Down-Syndrom erkrankt ist wurden ihre sprachlichen Kompetenzen als relativ kindisch ausgelegt. Meiner Meinung nach zu kindisch. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass dadurch die Krankheit deutlich kompensiert werden sollte, da nicht so viel Wert auf Äußerlichkeiten gelegt wurde.
Genauso habe ich jedoch gelernt den Protagonisten Jack zu fassen und hinter sein perfektes Leben zu schauen.
Beide Zeitebenen ergeben im Laufe des Buches einen Handlungsstrang und führen am Ende passend zusammen.
Die Autorin versteht sich darauf, die Unterschiede sehr deutlich zu machen, sie dennoch nicht zu überdramatisieren.

Ebenso gelang es Paris durch gekonnte Schlusssätze der Kapitel mich dazu zu bringen, ihr Buch in weniger als 1 1/2 Tagen auszulesen. Ich musste einfach wissen, wie es weiter geht!

Kurz nach Beginn der eigentlichen Handlung gibt es einen Sprung und eine Erklärung in der Story, die ich aus spoilerfreien Gründen nicht weiter erläutern kann.
Jedoch kann ich sagen, dass mir dieser Sprung etwas zu schnell ging, sodass er einiges an Tiefe und Verständnis verlor. Dort hätte ich mir mehr Liebe zum Detail gewünscht und eine etwas langsamere Herangehensweise geschätzt.

Im Allgemeinen kann ich sagen, dass das Buch zwar teilweise vorhersehbar ist, dafür aber durch die drückende Atmosphäre und das Gefühl wissen zu müssen, was nun vor sich geht, weiter spannend bleibt.
Bis zum Ende hält man gespannt den Atem an und spinnt selber Theorien und Möglichkeiten, wie dieses aussehen könnte.
Paris hat mich mit ihrem wunderbar flüssigen Schreibstil und einer angenehmen Kapitellänge wirklich in ihren Bann gezogen.

Ein Geheimnis bleibt bis zuletzt offen und klärt sich erst später, was ebenfalls nochmal einen Spannungsmoment darstellt.
Allerdings gibt es nicht nur Spannung, sondern auch durchaus komödiantische Elemente, die den Leser zwischendrin, in all dem Chaos, schmunzeln lassen, sodass man die Tragödie beinahe vergisst.

Für meinen Geschmack ist dieses Buch ein perfekter Balanceakt zwischen Spannung und einer langweilig perfekten Ehestory.
Manchmal geht es sachte voran, manchmal schnell, rasant und hinterlistig.
Als Leser lernt man im Laufe der Geschichte, sich in die Köpfe der beiden Protagonisten hineinzuversetzen - und man mag nicht vermuten, was sich darin abspielt.
Ich wurde teilweise wirklich selbst paranoid und wusste nicht, wo vorne und wo hinten ist, ob es ein Spiel ist, oder nicht?!

Das Ende war für mich passend und bildete den perfekten Schluss zum Buch. Das Vorkommen einer Person hat mich hier besonders gefreut!

Alles in allem kann ich für das Buch eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen!
Noch nie habe ich in einem Buch so mit der Protagonistin gefürchtet, geraten, gesponnen. 
Noch nie hat mich ein Buch derart mit seiner bedrückenden, beklemmenden Tiefe beeindruckt.

Von mir bekommt das Büchlein 4,5/5 Sternen!

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thriller, wald, junggesellinnenabschied, spannung, mord

Im dunklen, dunklen Wald

Ruth Ware , Stefanie Ochel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.09.2016
ISBN 9783423261234
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: "Im dunklen dunklen Wald" (Rezensionsexemplar)
Autorin: Ruth Ware
Erscheinungsdatum: 23. September 2016
Seitenanzahl: 384 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Broschiert 15,90€
Verlag: dtv Verlag
Klappentext:
Eine bizarre Junggesellinnenparty. Ein Spiel, das aus dem Ruder läuft.
Manche Partys sind gut, manche sind schlecht. Diese hier ist tödlich.
Als Nora, 26, eine Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer ehemals besten Freundin Clare bekommt, ist sie mehr als überrascht. Sie hat Clare seit zehn Jahren nicht gesehen. Seit dem Vorfall damals, den Nora nie ganz überwunden hat... Und jetzt aus heiterem Himmel diese Einladung. Ein idyllisches Wochenende in einem Haus tief in den winterlichen Wäldern Nordenglands ist geplant. Was kann es schon schaden? Nora gibt sich einen Ruck und fährt hin. Doch etwas geht schief. Grauenvoll schief.

"Im dunklen dunklen Wald" ist mein bisher erstes Buch der Autorin Ruth Ware.
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, da mich schon das Cover ansprach, welches sehr düster erscheint.

Das Buch besteht auf einigen längeren Kapiteln und lässt sich teilweise flüssig, teilweise sperrig lesen. Zu Beginn musste ich ich erst an den doch relativ umgangssprachlichen Ton gewöhnen, der besonders dort vorherrschte, später aber abflachte.
Kleiner aber feiner Fehler, der mir auffiel: Es gibt keine Seite 61. Diese Seitenzahl wurde ausgelassen, sodass eine Seite nun seitenzahllos ist. Für mich kein wirklicher Makel aber durchaus lustig zu erwähnen.

Der Prolog macht Lust auf mehr und ist überraschend rasant und spannungsgeladen.

Leider kann Ware diese Spannung absolut nicht halten.
Das Buch spielt in seiner gesamten Länge in Vergangenheit und Gegenwart, welches, für mich persönlich, ein äußerst interessantes Mittel darstellt, gerade, wenn der Protagonist sich selbst an nichts erinnern kann. 
Denn so kann man sich mit ihm auf die Suche nach der Wahrheit machen. Überzeugend dabei ist ebenfalls die Ich-Perspektive, denn so erfahren wir die geheimen Gedanken und Überlegungen von Nora.

Dies überzeugt, sofern es geschickt gestaltet ist, was hier leider nur teilweise der Fall war. Zunächst war ich ziemlich überrumpelt von der Aufteilung, denn sie kommt ohne Ankündigung oder einen Hinweis mit Verweis auf die Zeit. Daher verwirrten mich die Kapitelanfänge zunehmend, da man sich als Leser immer wieder neu einfinden muss, bevor man versteht, in welcher Zeitepisode man sich nun befindet.

In diesem Buch wird das alles jedoch relativ krimimäßig erzählt und hat wenig von der Rasanz eines Thrillers.
Anfänglich empfand ich es daher sogar eher als einen New Adult Roman mit amateurhaften Krimizügen.

Allgemein fand ich die Namen der gesamten Figuren wirklich gekünstelt. Auf mich wirkten sie unreal und ich konnte mir keinen der Charaktere als wirkliche, handelnde Person vorstellen.
Ich empfand die Protagonistin Nora nicht direkt als unsympathisch, jedoch kam sie mir naiv, seltsam und überdramatisch vor.
Sich von Ereignissen von vor 10 Jahren derart beeinflussen zu lassen, kann ich nicht nachvollziehen. Zumal mich die Auflösung dieser anscheinend "verstörenden" Ereignisse weiterhin zweifeln ließ, ob ich nicht wirklich einen New Adult Roman lese.
Derartige Geheimnisse oder Erlebnisse, die verbal aufgefrischt wurden, kamen unspekatulär, wie sie nun mal sind, in die Geschichte mit rein und verursachen ein größeres Drama, als nötig gewesen wäre.
Diesbezüglich empfand ich Nora als störend und als eine "Drama-Queen"; wie sagt man so schön? "Viel Lärm um nichts." So kam es mir vor.

Gerade beim Thema kann ich erwähnen, dass eine weitere Figur ebendiese Aspekte um noch einen großen Ticken mehr erfüllt, was im Laufe der Story wirklich absolut nervig, sowie unauthentisch und realitätsfern wird.

Das Buch ist bestückt mit Intrigen, Dramatik, Liebe, Hinterlistigkeit, Misstrauen und einer wenig ansprechenden Spannungskurve.
Für mich sind all dies Aspekte einer Geschichte, die meiner persönlichen Meinung nach nichts (oder zumindest nicht zu viel) in einem Thriller zu suchen haben, denn damit werde ich beim Lesen eher gelangweilt.

Ein guter Thriller braucht Tiefe, spektakuläre Handlungen und Geheimnisse, Verwirrung und Spannung bis zur letzten Seite!
Leider kann dieses Buch das nicht bieten und fällt meiner Meinung nach daher eher in eine andere Kategorie, als "Thriller".

Dennoch ist es ein nettes Buch für zwischendurch und für Lesebegeisterte, die sich erst in den Anfängen ihrer Krimi- und Thrillerliebe befinden und sich langsam herantasten wollen. Oder auch für diese, die sonst eher seichteres lesen und mal ein anderes Genre austesten wollen.

Von mir, als bekennende (Psycho-)Thriller-Liebhaberin gibt es aber leider nur 2,5/5 Sternchen, da ich einfach mehr erwartet hätte und die Spannung für mich persönlich viel zu kurz kam.


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