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schule, fußballplatz, interne, dick, jugendzentrum

Nicht mit mir!

Christine Biernath , Cornelia Niere , Cornelia Niere
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 21.11.2014
ISBN 9783407743336
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Rezension von Nico Schlüter:

Christine Biernath beschreibt in ihrer Geschichte zunächst einmal ein ganz typisches Klassenbild: Da gibt es die coolen Sprücheklopfer, wie Lennard oder Julian, die zickigen Mädchen, die Ihresgleichen nur nach Körpermaßen und modischem Outfit beurteilen, die Mitläufer wie Jenny und da gibt es die Außenseiter, in diesem Fall Lukas bzw. Fatso, der durch sein Übergewicht und dem entsprechend tapsigen Benehmen zum Einzelgänger wird. Die Anfeindungen gegenüber Fatso werden deutlich, wenn er beim Fußballspielen als Torwart ganz bewusst durch seinen Umfang gedemütigt wird. Bevor Lukas übergewichtig war, wurde er Lucky genannt, weil er als Torhüter die Bälle so fantastisch hielt. Doch die ganze Dramatik des Mobbing-Systems wird nicht wirklich klar herausgearbeitet. Immer dann, wenn die Brisanz von Mobbing eingehender, tiefer beschrieben werden könnte, nein müsste, fällt die Geschichte in Nebensächlichkeiten ab.  Die Folgen der Demütigungen für Lukas  bleiben  oberflächlich. Immer wieder nehmen unwichtige Nebenschauplätze einen breiten Rahmen ein, beispielsweise rückt der neue Job als Zahnärztin von Nadjas Mutter in den Vordergrund, damit verbunden die Suche nach einer weiteren Zahnarzthelferin.

Vielleicht liegt es daran, dass die Handlung nicht linear sondern immer abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Personen erzählt wird, dass die katastrophalen Auswirkungen von suptilen Entwürdigungen und auch manche Charaktere  nur oberflächlich bleiben. Vielleicht liegt es daran, dass mal die Probleme von Nadja, als kritisch und mit wenig Toleranz beäugter Neuzugang in der Klasse in den Vordergrund gestellt werden, dann wieder die Opferrolle von Lukas. Beide werden auf  unterschiedliche Weise von ihren Klassenkameraden vorgeführt und nur Nadja kann sich durch den Rückhalt ihrer Freundin im Hintergrund in der Klasse durchsetzen.  Sicherlich wünschenswert aber völlig unrealistisch das Ende, als sich die Protagonisten harmonisch am Krankenbett eines Klassenkameraden glücklich vereinen. Auch wenn am Anfang des Buches die angesagte explosive Stimmung vernehmbar gewesen ist, durchzieht die in knapper, klarer Sprache gehaltene Geschichte ein laues Lüftchen. Den eindringlichen, nachwirkenden Eindruck von Schulmobbing mit seinen traurigen und manchmal tragischen Folgen hat man leider nicht erreicht.

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