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baden-württemberg, erfindungen, erfolgsgeschichten, historie, marken, schwaben, wirtschaft

Autos, Dübel, Teddybären

Astrid Schlupp-Melchinger , Harald Braun
Flexibler Einband
Erschienen bei Südverlag, 28.09.2015
ISBN 9783878000815
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was macht ein Völkchen, das kaum nennenswerte Bodenschätze besitzt, weder vom Tourismus, noch vom Fischfang oder vom Verkauf landwirtschaftlicher Produkte leben kann und dessen Topographie für flächendeckende Industriestandorte einfach zu eigenwillig ist? Richtig: es erfindet, was das Zeug hält!

Der Titel von Astrid Schlupp-Melchingers neuem Buch “Autos, Dübel, Teddybären – Das Wirtschafts-sammelsurium Baden-Württemberg” lässt bereits vermuten, was dabei heraus kommt, wenn Schwaben Hirnschmalz einsetzen: Erfindungen von Auto bis Zeppelin, von (Matrosen-)Anzug bis “Zwirn” für Windkraftanlagen, von Ahoij-Brause bis Zigarren aus Hockenheim.

Aufgeteilt in die Kapitel Schick&Strick, Achse&Schraube, Genuss&Geschmack, Geld&Wohltat, Hexenküche&Co., Bewegt&Unterwegs sowie Dies&Das streift die Journalistin, Autorin, Kunsthistorikerin und “schwäbische Wirtschafts-Expertin” durch die vergangenen zwei Jahrhunderte, fördert Skurriles und Bahnbrechendes, rasante Erfolgsgeschichten und auch so manche Pleite zu Tage.

Die Auswahl ist “bewusst subjektiv” gesteht die Autorin sympathischerweise, dennoch erwartet den Leser ein durchaus repräsentativer “Querschnitt durch die wichtigsten Branchen” Baden-Württembergs – in kleinen Lesehäppchen, von gestern und heute. Erfreulicherweise hat Astrid Schlupp-Melchinger den Schwerpunkt mal nicht auf die “üblichen Verdächtigen” gelegt, deshalb sind Daimler und Porsche vergleichsweise selten erwähnt.

Auch von der Firma Bosch ist ja bestens bekannt, dass sich der Globalplayer microsoft-mäßig aus der Garage raus entwickelte – und es gibt noch mehr solcher Beispiele im Ländle, über die man gern mal in so einem Buch sprechen kann: so verhüllte das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude den Reichstag mit Tüchern aus Gütermann-Garn, das seit 1867 in Gutach im Schwarzwald hergestellt wird. Auch exklusive Stoffe von Marc Cain kommen geradewegs aus der schwäbischen Provinz und verdanken ihren Erfolg guten Ideen und klugen unternehmerischen Entscheidungen statt einem fetten StartUp-Kredit.

Überhaupt die Textilindustrie: “Nirgendwo sonst sind auf so engem Raum so viele Top-Textilunternehmen zuhause wie rund um die Südwestalb und im Land insgesamt. Baden-Württemberg kleidet den Rest der Welt in edles Tuch und wirkt auch im Bereich der technischen Textilien ganz vorne mit”, schreibt die Autorin und anscheinend sind manche dieser Textilien leichter und langlebiger als eine konventionelle Stahlbrücke. Gerade bei der Firma Gütermann werden seit 2008 zukunftsweisende Synthetikfasern gesponnen und im vielfach ausgezeichneten Unternehmen “Trigema” entstand übrigens das erste kompostierbare T-Shirt – wobei sich vermutlich jedes Baumwollshirt irgendwann mal auflöst, wenn man es lange genug im Freien liegen lässt…

Noch ein Beispiel für besondere Garne sei gestattet: wenn Stahlwerker, Feuerwehrmänner oder Formel-1-Piloten an die Arbeit gehen, tragen sie Spezialfasern von Amann am Leib. Gilt auch für viele Luftakrobaten, die ihren Fallschirm ins Flugzeug tragen.

Praktisch, dass der Weltmarktführer für industrielle Maschinennadeln, Werkzeuge und Systeme rund um die Textilherstellung, die Groz-Beckert KG, gleich um die Ecke sitzt.

Eine ganz und gar indiskrete Anektdote aus früheren Tagen überliefert, dass Robert Vollmoellers bequeme “Reformunterwäsche” – von 1881 bis 1971 in Stuttgart-Vaihingen produziert – auch von Oscar Wilde und George Bernard Shaw getragen wurde. Ich mag Reformware und Wollenes ja, aber ob die zahlreichen Verehrerinnen dieser Intellektuellen mit Bequemunterwäsche gerechnet haben, als es an die selbige ging?

Im Kapitel Achsen&Schrauben spielt natürlich die Firma Würth in Künzelsau eine bedeutende Rolle – ebenso die Firma Festo, die sich kürzlich hoch überm Nekartal mit einem weithin sichtbaren,  verglasten Turm ein Denkmal setzte oder die Firma Herrenknecht, deren Tunnelvortriebsmaschinen sich durch den gesamten Globus fräsen.

Motorsägen und Gabelstapler der Firma Stihl aus Waiblingen sind weltweit ein Qualitätsbegriff und die Trennschleifer der Firma Flex-Elektrowerkzeuge gehören längst zur deutschen Sprache: die “Flex” ist so selbstverständlich geworden wie “Tempo” für Taschentuch. Schwarzwälder Uhren sind fast ein Kapitel für sich und auch kreative Erfinder wie Philipp Matthäus Hahn passen prima hier rein.

Das Filderkraut, die größten Nudelhersteller, Seitenbacher Müsli, Schokolade im quadratisch, praktisch, guten Format sowie bekannte Bierbrauer, Winzer, Sekthersteller und der Weltmarktführer für Glückskekse tummeln sich im Kapitel Genuss&Geschmack, bevor es zur Erfolgsgeschichte der Bausparkasse Wüstenrot im Kapitel Geld&Wohltat geht.

Dass es Capri-Sonne neuerdings auch in Bio-Qualität gibt, hab ich unter anderem im Kapitel Hexenküche&Co. erfahren, auch dass der Pharma-Riese Pfizer mit Know-How und Manpower aus Ludwigsburg entstanden ist. Der Drogeriemarkt-Gründer Götz Werner reformiert die Unternehmenskultur von Karlsruhe aus und Stars in Hollywood schwören auf Naturkosmetik von Dr. Hauschka in Bad Boll.

Last but not least trat der Teddybär von Gingen aus seinen Siegeszug um die Welt an, in Schwäbisch Gmünd wird die noch älteste erscheinende Tageszeitung gedruckt und dass der Pustefix-Schaum für luftig-schillernde Seifenblasen ebenfalls aus Baden-Württemberg kommt, fand ich so herzig wie interessant. Ich glaube, ich hab schon genug verraten – für mich ist “Autos, Dübel, Teddybären” bestes Infotainment im Buchformat.

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biosphärengebiet, flora und fauna, lautertal, münsingen, schwäbische alb

Im Herzen der Alb

Rainer Enkelmann , Dieter Ruoff , Wolfgang Wohnhas
Buch: 200 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.04.2015
ISBN 9783842513815
Genre: Sachbücher

Rezension:

Vom Militärgelände zum Naturparadies: in ihrem neuen Buch "Im Herzen der Alb" laden Reiner Enkelmann, Dieter Ruoff und Wolfgang Wohnhas zu einem Streifzug durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Das Kernstück: der ehemalige Truppenübungsplatz in Münsingen.

Zig Tausende pilgern täglich nach Metzingen um die besten Schnäppchen zu ergattern - was die meisten Schnäppchenjäger wahrscheinlich gar nicht wissen: gleich hinter Outlet-City beginnt ein Naturschutzgebiet, das ebenfalls eine wachsende Anziehungskraft entwickelt. Das liegt unter anderem an den Produkten die hier erzeugt und verkauft werden - bestimmt habt Ihr schon von den Alb-Schnecken oder von der Alblinse gehört - zum anderen erschließt sich Ausflüglern ein abwechslungsreiches Wandergebiet mit unterschiedlichsten Landschaftsformen, mit teilweise seltenen Pflanzenarten und mit interessanten Sehenswürdigkeiten wie Burgen, Schlösser, Klöster und auch Höhlen. Immer mehr umliegende Städte und Gemeinden wollen zum "Herzen der Alb" dazu gehören:

Rund um den 2005 aufgelösten Truppenübungsplatz in Münsingen entsteht ein Biospärenreservat, das sich nach verbindlichen Zielen der UNESCO entwickeln soll: so soll beispielsweise der Schutz des Natur- und Landschaftshaushaltes, die Sicherung der Tier- und Pflanzenwelt mit ihren Lebensräumen garantiert sein, es sollen "nachhaltige und umweltgerechte Formen der Landnutzung" angewendet werden und gleichzeitig dient das Biosphärenreservat der Umweltforschung und Umweltbeobachtung.

Das Gebiet zwischen Weilheim, Pfullingen, Schellklingen und Zwiefalten teilt sich deshalb in Kerzonen mit Hang-, Schlucht- und Bannwäldern, wo vor allem der Schutz des Lebensraumes im Vordergrund steht. Hier entstehen Zonen, in die der Menschen nicht eingreift. In den Pflegezonen hingegen sollen nachhaltige Nutzungsformen erhalten werden, die überhaupt erst zu den hier vorkommenden Kulturlandschaften beigetragen haben. Dazu gehören Streuobstwiesen, Wachholderheiden, typische Buchenwälder oder die Mähweiden, auf denen noch einige wenige verbliebene Schafherden umherziehen.

Städte und Gemeinden gehören zu den Entwicklungszonen des Biosphärengebietes, in denen modellhaft gezeigt werden soll, wie Menschen ihre Umgebung nachhaltig als Lebens,- Wirtschafts- und Erholungsraum gestalten können, ohne sie zu gefährden oder zu zerstören. Durch seine Nähe zu Stuttgart ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb das am dichtesten besiedelte seiner Art und deshalb wohl tatsächlich notwendig.

Hier ezeugte regionale Produkte wie Alb-Dinkel, Alb-Schnecken, Alb-Merino oder die fast schon berühmte Alb-Linse sind beliebt und sind in einer vergleichsweise wenig industrialisierten Gegend eine willkommene Einnahmequelle.

Vulkangestein, seltene Orchideen, bizarre Felsformationen oder urzeitliche Höhlen: das faszinierendste sind und bleiben - hoffentlich - die kostbare Flora und Fauna sowie die geologischen Besonderheiten der Schwäbischen Alb. Die drei Autoren stellen sowohl die Flussgeschichte der Donau, als auch verschiedene Karst-Erscheinungen oder prähistorische Höhlenfunde vor. Immerhin will man mit der "Venus vom Hohlen Fels" auf der Schwäbischen Alb die älteste figürliche Darstellung eines Menschen gefunden haben.

Neun Kapitel führen durchs Biosphärenreservat: meine Lieblingsgegend ist das Lautertal, deshalb sind die Streizüge durchs Obere und Untere Große Lautertal für mich die schönsten Kapitel. Doch auch die Zwiefalter Alb, das Ermstal und der Albtrauf haben charakteristische landschaftliche Schönheiten und Eigenheiten zu bieten. Der ehemalige Truppenübungsplatz selbst - heute ein Kulturdenkmal - liegt auf der Münsinger Alb und macht die Gegend ums ehemalige Bauerndorf Gruorn zum "Herzen der Alb".

212 Farbfotos und Abbildungen zeigen das Biosphärengebiet von seinen schönsten Seiten, die drei Albkenner Enkelmann, Ruoff und Wohnhas stellen die einzigartige Landschaft mit ihren typischen naturkundlichen und kulturgeschichtlichen Eigenheiten vor.

Bleibt zu hoffen, dass Kritiker von Naturschutzgebieten ins Leere rufen und dass der Begriff Biosphärenreservat nicht - wie hier und da passiert - einfach Tourismus-Maximierung und Natur-Vermarktung schöner klingen lässt.

Wer sich vor Ort informieren mag, findet im Alten Lager in Münsingen das Besucher-Informationszentrum mit einer interaktiven Dauerausstellung. Dazu kommen 18 Informationszentren im gesamten Biosphärengebiet, von denen jedes ein bestimmtes Themengebiet in den Mittelpunkt stellt.

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bildband, eberhard rap, fotoband, stuttgar

Stuttgart. Meine Stadt

Eberhard Rapp , Stefan Schmid , Erik Raidt
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Südverlag, 22.10.2014
ISBN 9783878000563
Genre: Sonstiges

Rezension:

Stuttgart ist toll! Das darf man mittlerweile sagen, ohne voll Nachsicht belächelt zu werden. Und weil die Stadt ihren ganzen Charme oft erst auf den zweiten oder dritten Blick preis gibt, stellt Stuttgart-Kenner Eberhard Rapp in seinem neuen Fotoband “Stuttgart. Meine Stadt” seine ganz persönlichen Entdeckungen vor.

 “Stuttgart hat Charme ohne cool zu sein”, schreibt der Autor über seine Lieblingsstadt und nennt Stuttgart die Stadt der Gegensätze: Im Kessel schließen sich Weltkonzern und 1-Mann-Brauerei, Sterneküche und Rotlichtimbiss, Politikzement und Bürgerbewegung sowie Feinstaub und Kehrwoche nicht aus, sondern gehen eine spannende und immer kreativere Symbiose ein. Dass in Stuttgart Grün und Beton besonders gut zusammen gehen, zeigt bereits das Coverfoto vom Dachgarten des Züblin-Parkhauses vor Kirchturm- und Schwabenzentrum-Kulisse.

Lust auf Stuttgart will er machen und mit seinen überraschenden, wunderschönen und ungewöhnlichen Bildern gelingt ihm das auch. “Entdeckt eure Stadt!” fordert Eberhard Rapp. “Seid achtsam, seid aufmerksam, engagiert euch! Großinvestoren, Handelsketten sind heute hier, morgen dort. Wir aber, die wir hier leben, sollten alles daran setzen, dass Stuttgart menschlich und lebenswert bleibt!”

Dass es sich lohnt, zeigen die Bilder des Buches: Eberhard Rapp präsentiert in sieben Kapiteln, wie “Stuttgart schafft. Baut. Grünt.”, wie Stuttgart einkauft, isst und trinkt, unterwegs ist und er wirft einen Blick auf Kulturschaffenden der Stadt.

Altes Handwerk steht ebenso im Fokus wie moderne Architektur. Wein und Landwirtschaft sind ein Thema und hautnah in Kontakt mit dem geschäftigen Treiben von Bürgern, Industrie und Wirtschaft – zum Beispiel in den Weinbergen am Kriegsbergturm oder auf den Ackerflächen bei der Fildermesse. Außerdem war Eberhard Rapp nachts unterwegs, beleuchtet Parks und Plätze, Kirchen und Türme aus neuer Perspektive, schnuppert in Gastrobetriebe, Woll- und Teeläden, besucht Museen, Galerien und die Wilhelma, den Flughafen und den Bahnhof.

Ein facettenreicher, liebenswerter Fotoband, um alt Bekanntes zu genießen und Neues zu entdecken!


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baden-württemberg, daten, fakten, statisti, zahlen

Baden-Württemberg-Check

Sabine Ries , Björn Locke , Sabine Ries , Björn Locke
Buch: 112 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.10.2014
ISBN 9783842513259
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich weiß ja nicht, wie’s Ihnen geht, aber mich schrecken Statistiken und Zahlenkolonnen per se eher ab. Deshalb dacht ich bei Sabine Ries’ und Björn Locke neuem Buch: die trauen sich was! “Baden-Württemberg Check. Zahlen, Daten, Fakten. Ganz schön aufgebrezelt” heißt das quadratische, schick designte Buch und sehr neugierig blätterte ich rein und blieb gleich auf Seite 2 hängen: hier haben die Autoren nämlich alle Zahlen, Daten und Fakten zum Buch selbst aufgelistet, zum Beispiel wann Ihnen die Idee zum Buch geschenkt wurde, wieviel Material für die 112 Seiten verbraucht wurde, für wie viele schlaflose Nächte (10) das Machwerk sorgte, wie viele Brezeln (rund 200) und wie viele Tassen Kaffee (2500) während der Produktion verschwanden. Fand ich witzig!

Auch die “Bedienungsanleitung” machte Mut, ich wusste jetzt nämlich was mich erwartet: gewissenhaft recherchierte Zahlen, thematisch sortiert, frech kombiniert und grafisch gestaltet. Tatsächlich trägt die pfiffige Grafik maßgeblich dazu bei, dass auch Nicht-Statistiker das Buch gerne bis zum Ende durchblättern.

Ganz nebenbei kann unser kleines Ländle im internationalen und deutschlandweiten Vergleich mit wirklich großen Zahlen punkten: immerhin hat das Ulmer Münster den größten Kirchturm der Welt, hier werden die meisten Patente des Landes angemeldet, wir leben am längsten und nirgendwo gibt es weniger Sitzenbleiber als in Baden-Württemberg.

Vor allem der Schwarzwald strotzt vor Superlativen und bekommt deshalb eine eigene Rubrik: der älteste Skilift der Welt nimmt in Schollach seinen Betrieb auf, der älteste Skiclub Deutschlands tagt in Todtnau, in Pfalzgrafenweiler stehen Deutschlands größte und älteste Tannen, es gibt die weltgrößte Kuckucksuhr, die einzige deutsche Uhrenstraße, das einzige Tagebucharchiv und den größten Marktplatz Deutschlands. Hier strahlen die meisten Michelin-Sterne des Landes, hier dreht sich die älteste Gipsmühle und hier weidet die kleinste Rinderrasse Zentraleuropas, das Hinterwälder Rind.

Neben Standard-Angaben, wie viele Grenzen unser Ländle hat (5: BaWü grenzt an Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Frankreich und die Schweiz), ob die Mehrzahl der Bewohner in einer Stadt oder auf dem Land wohnen oder dass die kleinsten Gemeinden im Landkreis Tuttlingen liegen, haben Sabine Ries und Björn Locke auch vergnügliche Skurilitäten ausgegraben. Auch, dass hier die ersten Autos gebaut wurde, ist ein alter Hut, aber wussten Sie, dass die Baden-Württemberger am liebsten in Kiefern- und Fichtensärgen beerdigt werden?

Oder dass 68 Lokalkrimiautoren ihre erschreckenden Geschichten zwischen Mannheim und Konstanz spielen lassen und dass ein Fußmarsch vom Stuttgarter Hauptbahnhof bis Waldshut-Tingen 35 Stunden dauert und ganze 14 315 Kilokalorien verbraucht? Ebenfalls überraschend ist die Tatsache, dass in Baden-Baden Europas größte Ballonflotte stationiert ist und in Ingelfingen das zweitgrößte Weinfass des Kontinents steht. Drinnen ist passenderweise ein Weinbaumuseum untergebracht.

In der Kategorie “Vesper” ist erklärt, was die schwäbische Brezel von der bayrischen unterscheidet (der Einschnitt am Bauch, die dünnen Ärmchen und mehr Fett im Teig) und im Kapitel “Strecken” erfahren wir, dass in einem Bollenhut vier Kilometer Wolle stecken.

So macht Statistik richtig Spaß und ich blättere künftig noch öfter im Buch, mich interessiert nämlich jetzt schon, welche Berufe in Baden-Württemberg angesagt sind, was die Polizei so treibt, welche Stars und Sternchen aus Schwaben stammen und wie die Wilhelma zahlenmäßig dasteht. Außerdem will ich googeln, warum die Ammerbucher Froschabschlecker, die Baltmannsweiler Böbbeleskotzer, die Neckargmünder Orgeldiebe und die Lenninger Kuhdreckbatscher genannt werden.


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fotos, kalender, mensche, pflanzen, stuttgart, tier, tierpfleger, wilhelma, zo

Wilhelma-Kalender 2015

Harald Löffler , Markus Heffner
Kalender: 13 Seiten
Erschienen bei Südverlag, 23.06.2014
ISBN 9783878000570
Genre: Sonstiges

Rezension:

2015 wird echt tierisch: mit dem neuen Wilhelma-Kalender begleiten einen Erdmännchen, Giraffe, Tiger & Co. nicht nur auf großformatigen, schönen Fotos durchs Jahr, es gibt zudem jede Menge Geschichten aus einem der schönsten zoologisch-botanischen Gärten Deutschlands sowie spannende Infos zu den vorgestellten Tierarten. Fotografiert von Raubkatzenliebhaber Harald Löffler und geschrieben von Markus Heffner, freier Journalist und Co-Autor der Kinderbücher über die Wilhelma. Außerdem sind spannende Reportagen aus Stuttgart sein Spezialgebiet und als Vater erlebt er die Wilhelma so hautnah, dass er mittlerweile ein echter Insider ist.

Da ist zum Beispiel Tierpfleger Gerd Lorenz, der schon seit seiner Ausbildung 1975 in der Wilhelma arbeitet und ein spezielles Händchen für Giraffen hat. Er weiß genau, wann er aufpassen muss, denn Giraffen sind wohl ziemlich schreckhaft und schlagen dann schon mal mit beiden Vorderhufen gleichzeitig aus. Auch, dass die Wiederkäuer recht streng riechen, schreckt den Pfleger nicht. Dafür hat bereits einige Giraffengeburten erleben dürfen, bei denen die Jungen regelrecht ins Leben plumpsen. 2013 kam so Giraffenmädchen Anna zur Welt, der jüngste Nachwuchs im Stuttgarter Giraffengehege.

Oder Harald Aberle und die Leistenkrokodile: jeden Montag ist Showtime im Reptilienhaus. Dann springt das einzige weiße Leistenkrokodil der Wilhelma bis zu drei Meter weit aus dem Wasser, um die Beute zu schnappen, die Pfleger Harald alias Crocodile Harry auf einem Felsvorsprung in Aussicht hält. Sechs Jahre Training waren notwendig, bevor die atemberaubende Show 2012 zum ersten Mal öffentlich zu sehen war. Auch heute noch eine einzigartige Dressurleistung in ganz Europa.

Was wäre die Wilhelma ohne ihre Blüten, Pflanzen und Bäume. Allein 90 Magnolien stehen auf dem Gelände und verwöhnen Besucher mit einer zartrosa Blütenpracht, die im Frühling fast wie ein Feuerwerk explodiert. Sie sind die heimlichen Lieblinge der Landschaftsgärtnerin Evelyne Gehrung, die immer wieder nachschaut, dass keiner der Besucher auf die Bäume klettert. Auch 70 Mammutbäume wachsen in der Wilhelma in den Himmel, einige davon sogar aus eigens gezogenen Samen. Der schwindelfreie Bastian Donderer kümmert sich um das kleine Mammutbaumwäldchen mit aller Hingabe. Um einen Stamm zu umarmen, braucht es im dicksten Fall mindestens drei Personen, je nachdem wie lange die Arme eben sind. Eine faszinierend schöne Lotusblüte hat es stellvertretend für alle Pflanzen als Model und Hauptdarstellerin aufs Aprilfoto geschafft.

Im Mai reißt dann ein Rotgesichtmakake sein Maul mit den scharfen Eckzähnen ganz schön weit auf und auf der Rückseite lernen wir die Orang-Utan-Frau Caroline kennen, die ihre Pflegerin Julia Kaiser immer wieder aufs Neue überrascht, weil sie so wissbegierig, geschickt, geduldig und ziemlich intelligent ist.

Im Juni balzen zwei Graureiher durch die Luft und der Juli gehört einem niedlichen Kap-Klippschiefer, der frech seine rosa Zunge rausstreckt. Vermutlich prüft er, woher der Wind gerade weht.

Natürlich dürfen die beliebten Elefanten und Gorillas nicht fehlen. Zum Glück haben Jahr und Kalender noch ein paar Monate für weitere rührende und überraschende Geschichten von Mensch und Tier.  

Mit die schönsten Fotomodels sind Jürgen Deisenhofer und Eisbär Anton. Sie beschließen das Jahr als "Dezember-Paar" und waren bis zu Antons Tod mehr als 20 Jahre lang ein gutes Team. Und irgendwie sahen sie sich auch ein bisschen ähnlich, finde ich.

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baden-württember, brennereie, most, silberburg-verlag, wander

Im Schwäbischen Streuobstparadies

Markus Zehnder , Angela Hammer , Andrea Letsch
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.09.2014
ISBN 9783842513310
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die vergangenen Wochen war auf den Obstbaumwiesen so viel los, wie das ganze Jahr über nicht: es war Erntezeit. Der Großteil reifer Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Nüsse dürfte jetzt duftend in Körben und Kisten lagern, einige werden zu leckeren Kuchen, viele zu aromatischen Bränden oder Most und wieder andere zu Marmelade, Gelee und Kompott und manche schmecken einfach pur aus der Hand.

Gerade in Baden-Württemberg gehören Streuobstwiesen traditionell und unbedingt zum Landschaftsbild, zum Alltag vieler Obstgärtner sowie zur kulinarischen Landschaft entlang der Schwäbischen Alb. “Mehr als 1,5 Millionen Obstbäume bilden mitten im Herzen von Baden-Württemberg die größte Streuobstlandschaft Mitteleuropas. Über 3000 Obstsorten und 5000 Tier- und Pflanzenarten, aber auch viele Obst- und Gartenbauvereine und obstverarbeitende Betriebe haben hier ihre Heimat”, schreiben Markus Zehnder, Angela Hammer und Andrea Letsch im Vorwort ihres gemeinsam verfassten Buchs “Im Schwäbischen Streuobstparadies. Menschen, Landschaft, himmlische Genüsse”, das vor Kurzem im Silberburg-Verlag veröffentlicht wurde.

“Kaum eine Kulturlandschaft Europas bietet vergleichbar viele Facetten. Sei es der Wandel der Jahreszeiten, die bunte Vielfalt an Früchten oder die unterschiedlichen Handwerke – in jeder Hinsicht bieten die schwäbischen Obstwiesen einen Reichtum der seinesgleichen sucht.”

Jede Obstsorte hat nicht nur ein eigenes Aroma und Erscheinungsbild, sondern auch eine eigene Geschichte und immer mehr Obstgärtner widmen sich mit Hingabe alten Sorten, die oft aromatischer und widerstandsfähiger sind als neue Züchtungen. Nicht zuletzt sind Streuobstlandschaften als Wanderparadies und für Radtouren mit die schönste Naturkulisse, die ich mir denken kann. Grund genug also, einen intensiveren Blick auf und in diese urschwäbische Kulturlandschaft zu werfen.

Ich gebe zu: als es mit Opa früher zum Mirabellen ernten ging, war mir das alles gar nicht so bewusst. Klar, es war immer schön im Garten, es gab viel zu entdecken, zu schmecken und zu tun. Doch wie sehr mir Streuobstwiesen seit meiner Kindheit ans Herz gewachsen sind, merke ich erst, seit immer mehr davon zu verschwinden drohen. Für mich gehören sie untrennbar zur Vorstellung ländlicher Paradiese dazu, um so mehr freut es mich, dass immer mehr Initiativen entstehen, um diese blühenden und fruchtbaren Paradiese zu erhalten sowie regionale Erzeugnisse immer öfter in den Mittelpunkt großer und kleiner Läden zu rücken.

Junge Familien stellen mit Begeisterung ihren eigenen Saft, Baumschnittkurse haben Hochkonjunktur, Winzer, Brenner und andere Produzenten kreieren jedes Jahr neue, spannende Produkte aus Apfel, Quitte, Nuss & Co.

Die Autoren stellen die typischen Früchte vor, die auf Büschen und Bäumen wachsen, haben einige kulturhistorische Fakten rund um die Streuobstwiesen recherchiert und lassen Handwerker, Künstler, Gastronomen, Baumpfleger und andere Streuobstwiesenliebhaber zu Wort kommen und widmen den verschiedenen Gegenden und Ausflugszielen vor und am Albtrauf jeweils ein eigenes Kapitel.

Die Obstlandschaft im jahreszeitlichen Wandel ist ebenso ein Thema wie verschiedene Handwerke, die von und mit den Streuobstwiesen und ihren Erzeugnissen leben. Wanderwege, Festlestermine, Adressen sowie weiterführende Literaturtipps runden den Ausflug zu Baden-Württembergs Streuobstwiesen ab. Wunderschöne Fotos machen “Im schwäbischen Streuobstparadies” außerdem zu einem reichen Bilderbuch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt. Zum Beispiel um bei einem vollmundigen Williams vom Blütenmeer im nächsten Frühjahr zu träumen…



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christine fuch, duft, heimische pflanze, pflanzen, räucher, räucherware, wurzeln

Mein Räucherkistchen

Christine Fuchs
Buch: 64 Seiten
Erschienen bei Franckh-Kosmos, 06.08.2014
ISBN 9783440144855
Genre: Sonstiges

Rezension:

Seit einigen Wochen duftet es bei mir zuhause. Jeden Tag anders: mal nach Rosen-, mal nach Lavendelblüten, mal würzig-süß nach Angelikawurzel oder es zieht der intensiven Duft von Weißem Salbei durch die Wohnung und hinterlässt ein "sauberes" Gefühl.

Räuchern ist in und auch ich hab mir vor ein paar Jahren ein bisschen Rosenweihrauch zugelegt, hier und da ein paar Räucherstäbchen abgebrannt. Räuchergut von zweifelhafter Qualität wie ich jetzt erfahren hbe. Dass ich im Moment auf eine vielfältige und hochwertige Auswahl zurück greifen kann, liegt an Christine Fuchs' neuem Buch "Mein Räucherkistchen. Räuchern mit heimischen Pflanzen". Der dünne, aber sehr erfahren und professionell zusammen gestellte Ratgeber zum Thema Räuchern, kommt zusammen mit einer hübschen kleinen Kiste in den Buchhandel, die neun verschiedene Blüten, Wurzeln, Blätter und Harze enthält. Der perfekte Einstieg in die fast vergessene Kunst des Räucherns, die von immer mehr Menschen wieder entdeckt wird.

Dachte man bei Räuchern lange nur an aromatischen Fisch oder würzigen Speck, hat sich die Vorstellung davon, was alles "geräuchert" werden kann, in den vergangenen Jahren erfreulich erweitert. Dass sich allerdings auch Lavendel, Kamille, Baldrian oder Koriander wunderbar auf Kohle oder Stövchen verglimmen lassen, wusste ich vor der Lektüre nicht.

Zwar sehen sich moderne Räucherfans oft dem Vorurteil "zu esoterisch" ausgesetzt, doch wer einmal duftiges, getrocknetes Pflanzenmaterial aufs Räuchersieb gelegt und die wohltuende Wirkung des Rauches erfahren hat, wird dieses - ja, man kann es schon so nennen - kleine Ritual nicht mehr missen wollen.

Und Räuchern ist viel mehr als nur Duft. Christine Fuchs schreibt: "Wenn wir uns tiefer mit dem Räuchern beschäftigen, wird schnell klar: Die vielen Facetten und Dimensionen des Räucherns sind unglaublich vielfältig und gehen weit über die reine Geruchsempfindung hinaus." Anscheinend gehörte Räuchern in vielen Hochkulturen zum Alltg, vor allem, um die häusliche Atmosphäre zu reinigen wurde gern Wacholder, Kampfer, Beifuß oder Salbei verwendet. Daher kommen wohl Redewendungen wie "es herrscht dicke Luft" oder "den Rauch reinlassen". Und auch wenn ich mich in Sachen Wirkung mangels eigenem Wissen erst mal ganz auf die Pflanzenportraits im Buch verlassen muss, lässt sich mit ein bisschen Intuition das Wesen der Pflanze erspüren, die durch den alchemistischen Wandlungsprozess des Verbrennens von Materie zu "Geist" wird.

Für alle, die keine Berührungsängste mit spirituellen Themen haben, schreibt Christine Fuchs: "Die spirituelle Dimension des Räucherns stellt den Königsweg zur eigenen Seele dar. Es gibt keinen Außenstehenden, der interpretiert und durch seine Sichtweise verfremdet oder uns das eigene Innenleben verzerrt widerspiegelt. Unsere innere Befindlichkeit geht vielmehr in eine direkte und ehrliche Resonanz zu den Düften. Die jeweiligen emotionalen Botschaften können dann der Beginn sein, innerlich zu reifen und sich mit der eigenen Seele auseinnder zu setzen." Oder wie ein anderer Experte sagt: "Man kann nicht räuchern, ohne dass der Vorgang etwas auf spiritueller Ebene bewirkt."

Für alle, die es weniger mystisch mögen, belegen wissenschaftliche Forschungen, "dass Räucherstoffe über direkten Einfluss auf unser Stammhirn wirken und wie sie dort die psychischen Fähigkeiten wie Emotionen, Motivation, Erinnerungsvermögen und das vegetative Nervensystem ansprechen und beeinflussen".

Wie welche Pflanzenteile wirken - auch einige exotische Pflanzen tummeln sich in den kleinen Portraits-, welche Utensilien man zum Räuchern braucht, wie man gute Räucherware erkennt, sie nach dem Sammelkalender vor der Haustür sogar selber sammelt und trocknet und welche Mischungen sich empfehlen, erläutert Christine Fuchs leicht verständlich auf hübsch bebilderten Seiten und liefert die kleine Auswhl zum sofort Loslegen gleich mit.

Wer auch nur ein bisschen neugierig aufs Räuchern ist, wird Buch und Kistchen schnell lieben, begeistert mit eigenen Duft-Erlebnissen experimentieren und sich freuen, dass sich Pflanzen und Seele so angenehm aromatisch "unterhalten" können. Weiterführende Literatur und Bezugsadressen wie den Kräutergarten Calendula in Stuttgart-Mühlhausen oder die Gärtnerei Monika Bender in Untertürkheim ergänzen das 1x1 der Räucherkunde.

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endlich frei, gaildorf, jürgen seibold, krimi, regionalkrimi, silberburg-verla

Endlich frei

Jürgen Seibold
Buch: 256 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.07.2014
ISBN 9783842513464
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Wetzsteinstollen in Spiegelberg gibts eine Explosion: mit großem Knall stürzt der Eingang des Stollens ich sich zusammen. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und die Polizeit sind vor Ort, um die Sache zu klären. Im Gebüsch hockt ein windiger Reporter und beobachtet, wie die Hilfskräfte mit einer Spezialkamera einen Verschütteten entdecken, der allerdings recht lebendig wirkt und dank Wasser und Vesper in seinem Rucksack ohne Magenknurren bis zur Bergung durchhalten wird.

“Endlich frei” lautet der Titel von Jürgen Seibolds neuestem Baden-Württemberg Krimi und das wird sich auch Herbert Lurcher gedacht haben, als er den Stollen einige Stunden später unversehrt verlassen konnte.

Herbert Lurcher war der Mann, der den Stollen für Besucher öffnen wollte, zudem Nachbar und Intimfeind von Fritz Haberland, der an diesem Tag nicht ganz so glimpflich davon kam: er wurde tot in seinem Sessel gefunden. Erdrosselt.

Schnell laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Kommissare Schneider und Ernst fahren mit dem gelben Porsche quer über die Ostalb von einem Verdächtigen zum nächsten und werden von einer gefühlten Armada weiterer Ermittler unterstützt.

Da sind zum Beispiel Polizeihauptmeister Rainald Hoger und Polizeihauptkommissar Horst Liebeneiner, die mit der Explosion im Wetzsteinstollen beschäftigt sind. Es gibt den “Neuen” im Revier, Frank Herrmann und sein Kollege von der Pressestelle, Markus Berner, Frieder Rau ist Leiter der Spurensicherung, Kriminaloberkommissar Alexander Maigerle mit Kollegin Susanne Forberger. Da sind “Terry”, Therese Roth, Polizeihauptmeisterin im Posten Gaildorf und last but not least die äußerst attraktive und rothaarige Gerichtsmedizinerin Dr. Zora Wilde, die mal mit Kommissar Ernst verbandelt war.

Zwar schafft es Jürgen Seibold, jedem einzelnen Ermittler genug Personality mit zu geben, da sich die Schar der Verdächtigen allerdings in äußerst überschaubarer Anzahl an vergleichsweise wenigen Schauplätzen bewegt, droht der nicht all zu komplexe Fall hier und da von der leicht unübersichtlichen Menge an Staatsdienern zertrampelt zu werden wie ein belebter Tatort.

An die differenzierte Spannung des Regionalkrimis “Lindner und die Tageslosung” reicht der Plot zwar nicht heran, trotzdem ist der neueste Fall von Seibolds “Endlich”-Reihe solide Krimi-Unterhaltung mit erfreulich raffinierter Auflösung. Vor allem Krimifans, die es mögen, wenn der Fokus hauptsächlich auf der Ermittlerarbeit liegt, werden ihre Freude an “Endlich frei” haben.

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bäume, baumportraits, heilkraft, kulturgeschichte, mythos

Die Weisheit der Bäume

Fred Hageneder
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 06.08.2014
ISBN 9783440145449
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bäume versorgen uns mit Sauerstoff, Holz und Früchten und sind seit Urzeiten unsere ältesten Verbündeten. Zeit, dass wir uns im Taumel des technischen Fortschritts mal wieder intensiver mit ihnen beschäftigen, sie (neu) kennen lernen, ihren "Geschichten" lauschen und ihre Heilkraft nutzen. Wer gar nicht so genau weiß, wie und wo damit anfangen: Fred Hageneder hat mit "Die Weisheit der Bäume" ein tolles Nachschlagewerk veröffentlicht.

Unsere guten Bekannten - zum Beispiel Rosskastanie, Birke. Erle oder der Apfelbaum - werden ebenso portraitiert wie exotischere Verwandte anderer Kontinente: die subtropisch vorkommende Akazie beispielsweise, der afrikanische Baobab, der Kauri, der vor allem in Neuseeland, Australien und auf den Philippinen gedeiht, australischer Eukalyptus oder der Banyanbaum aus Indien, China und Pakistan.

Hageneder beschreibt die kulturgeschichtliche Bedeutung der einzelnen Bäume sowie ihren ganz praktischen Nutzen, etwa für den Möbel-, Haus- und Bootsbau, als Obst- und Öllieferant oder als Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere.

Und er erklärt, warum ihr Fruchtfleisch, ihre Harze, Öle, Blätter und Blüten unserem Körper gut tun. So werden frische und getrocknete Blätter der Birke bei uns als Saft und Tee traditionell im Frühjahr zum Entschlacken verwendet, während die Zweige in der russischen und skandinavischen Tradition als Ruten beim Saunaritual dienen, um den Körper damit tatsächlich zu schlagen und so den Kreislauf anzuregen. In nordamerikanischen Schwitzhütten bedecken Birkenzweige zudem den Boden.

Die germanische Rune "Berkana", die Birke, steht für Mutterschaft, Busen und Schutz. Ihre ganze spirituelle Stärke entfaltet die Birke im sibirischen Schamanismus, wo sie die "Gottheit des Tores" zur Geisterwelt symbolisiert.

Wunderschöne Farbfotos und Jahreszeiten-Uhren ergänzen die Baumportraits, so werden auch weniger "mystisch" interessierte Leser ihre Freude an dem Buch haben.

Eine vielseitige und hochwertige Neuerscheinung aus dem Kosmos Verlag, die ich sicher noch oft und gerne in die Hand nehmen werde, um in die "wesentliche" und für uns so wichtige Welt der Bäume einzutauchen.

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Moorhammers Fest

Günter Neuwirth
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Styria Premium, 30.06.2014
ISBN 9783222134807
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gottfried Moorhammer ist Künstler. Einer von der Sorte, die sich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten, sondern die große Geste und rauschhafte Gefühle l(i)eben. Gottfried Moorhammer ist außerdem Hauptfigur in Günter Neuwirths neuem Roman "Moorhammers Fest" sowie auf der Party, zu der anlässlich seines 55. zahlreiche illustre Gäste nach Hinterstoder gekommen sind.

In derselben Nacht, in der sich der Jubilar mit dem besten Schnaps der Gegend erinnerungslos säuft, stirbt seine Geliebte und Muse Adna. Die "punische Prinzessin" wie sie von allen genannt wird, liegt leblos auf einem Steinbrocken am nahen Wasserfall und so haltlos wie sie die Felswand hinab stürzte, taumelt auch Moorhammer nach ihrem dramatischen Tod durch sein Leben.

Inspektorin Christina - der Nachname tut, wie alle anderen Nachnamen auch, nichts zur Sache - ermittelt im Umfeld des Künstlers. Herrlich unaufgeregt, ohne falsches Sendungsbewusstsein, erfrischend sympathisch. Sie lernt Moorhammers Freunde kennen, darunter der schwerreiche Mäzen Heiner, Moorhammers Exfrau Elvira, die gemeinsame Tochter Jasmina, deren Partner und die Inspektorin findet in Katharina Moser - von den einen geliebt, von den anderen als Hexe verschrien - eine neue Freundin. Und dann ist da noch Jens, ein junger Avantgarde-Komponist mit leicht psychopathischen Zügen.

Anfänglich kommen alle als Täter in Frage, doch im Laufe der Ermittlungen gibt es weitere Todesfälle und die Hinweise auf den Täter verdichten sich...

Wie in einem rauschenden Gebirgsbach verschwimmen die Konturen von gut und böse, weichen dem Psychogramm eines Täters, der so monströs wie sympathisch daher kommt und sich durch echte Reue jedem moralischen  Urteil entzieht. Zudem ist Christina - wie alle anderen Beteiligten - nicht der Typ für "bürgerliche Verurteilungsmonologe", was den Krimi so angenehm von vielen anderen unterscheidet.  

Und so betten sich die Tötungsdelikte wie missratene Apfelbäume in eine idylische Landschaft, die seelischen Abgründe des Täters sind von regelrecht poetischen Gefühlswelten weich gezeichnet und stehen klar in Kontrast zu gewollt sadistischen, Gewalt verherrlichenden Taten, was den bildreichen und vielschichtigen Fall vor der heimeligen Kulisse des Stodertals fast zu einem literarischen Krimi macht.

Eine Neuerscheinung, die zu Recht den Weg ins anspruchvolle styria-Verlagsprogramm gefunden hat.

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Nichts ist vergessen

Johannes Gönner
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Styria Premium, 30.06.2014
ISBN 9783222134500
Genre: Sonstiges

Rezension:

Gerade in religiösen Kreisen ist oft von Vergebung die Rede. Doch in der Wiener Pfarre Canisius scheint ein Schäflein das Vergeben noch ein bisschen üben zu müssen: “Nichts ist vergessen” ist ein neuer Krimi von Johannes Gönner und offenbar das Motto eines Spray-Attentäters, der seine knallroten Spuren immer drastischer in und um die Kirche hinterlässt.

Auch die äußerst spendablen Geschenke, die der Gemeinde neuerdings anonym zugespielt werden, geben Pfarrer Stefan Rätsel auf. Als dann noch ein Mann vom Kirchturm fällt, ist das Maß voll – die Polizei ermittelt in lle Richtungen. Und muss dafür bis nach Kreta reisen.

Ein Pfarrer der Krimis schreibt, das hat mich doch interessiert und zumindest in dieser Hinsicht wurde ich nicht enttäuscht: die etwas verarmte Wiener Gemeinde gibt eine so heimelige wie in diesem Fall auch skurille Kulisse für einen komplexen und charmanten Pfarr-Krimi ab. Pfarrer, Mesner, Haushälterin und einige andere höchst originelle Gemeindemitglieder verleihen der Story einen familiären und unterhaltsamen Charakter. Da passen die höchst überraschenden Auflösungen der verschiedensten “Vor-Fälle” prima dazu, keine Frage.

Einzig die Dramaturgie des Autors war mir – zumindest die ersten Kapitel – fast ein bisschen zu anstrengend. Es ist derzeit zwar trendy, dem Leser komprimierte Lesehäppchen vorzusetzen, doch die Aufteilung des Krimis in äußerst kurz gehaltene Kapitel, die zudem aus zwölf wechselnden Perspektiven erzählt sind, ermöglichen natürlich einen ungewöhnlichen und temporeichen Panoramablick aufs Geschehen, sind aber einfach nicht ganz mein Geschmack.

Ich hatte schon befürchtet, der rote Faden wird durch die extrem knappen Kapitel fast völlig zerhackt, doch der versierte Autor führt die verschiedenen Stränge gerade noch rechtzeitig und raffiniert zusammen, das muss man ja auch mal anerkennen.

Ich bin jedenfalls froh, an der Geschichte dran geblieben zu sein, denn Johannes Gönners Pfarr-Krimi entwickelte sich auch für mich zu einem außergewöhnlichen Ermittlungs-Vergnügen mit viel Wiener Schmäh. “Nichts ist vergessen” – erfrischend anders und ganz klar ein Lesetipp. Amen.

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architektur, bopser, halbhöhenlag, hochwertig, nostalgie, schille, stuttgart, villenviertel, wohngebiet

Der Stuttgarter Bopser

J. Menno Harms (Hrsg.) , Ulrike Barth , Eberhard Göser , J. Menno Harms
Buch: 280 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.04.2014
ISBN 9783842513112
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sonnenverwöhnt, ruhig, zentral und doch naturnah und gefühlt immer ein bisschen frischere Luft als im Kessel: am Bopser wohnt sichs ohne Zweifel privilegiert. Kein Wunder zog es seit je her Ärzte, Professoren, Architekten, Künstler und Geschäftsleute an den Bopser.

Oder wie Anwohner “Herr Nonnenmacher” es ausdrückt: am Bopser wohnen “Individualisten und liberale Freidenker, die sich durch hohe Mobilität, ein breit angelegtes Denken und offene Weltsicht, Weitsicht und Authentizität auszeichnen”. Außerdem seien sie familiär und gut vernetzt. Für manche Bewohner ist “ihr” Bopser die schönste Gegend der Stadt.

Lange bevor der Bopser zur begehrten Stuttgarter Halbhöhen-Wohnlage wurde, war hier schon einiges los. Wer auf der Bopserstraße durch das waldreiche Gebiet unterwegs ist, nutzt einen über 2500 Jahre alten keltischen Fernweg, der von Hohenasperg über den Bopser bis zum Hohen Neuffen verlief. Woher ist das weiß? Aus Jörg Menno Harms neuem Buch “Der Stuttgarter Bopser. Häuser. Familien. Geschichten”.

Gemeinsam mit Ulrike Barth, Eberhard Goeser, Saby Lazi, Horst Reichert, Klaus Steinke und Barbara Ströbel hat der Herausgeber interessante Fakten und Geschichten rund um den Bopser zusammen getragen und im reich bebilderten Buch zur vergnüglichen und infogespickten Lektüre aufgearbeitet.

Bis 1930 transportierten beispielsweise Bauersfrauen und Milchmädchen ihre Waren von Sillenbuch über den Bopser in die Stadtmitte. An der heutigen Stadtbahnhaltestelle Ruhbank erinnert eine “Ruhbank” aus Stein an dieses anstrengende Unterfangen. Heute würden sie wohl mit dem Auto oder der Stadtbahnlinie U7 fahren, die unter anderem an der Haltestelle “Bopser” hält. Von dort ist freilich nur ein kleiner Teil des Bopsergebietes zu sehen, das sich von der Weinhalde über Reichelenberg und Weißenburg bis Stafflenberg und nach Sonnenberg rankt.

Im Buch gehts los mit Vorworten von Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Herausgeber Jörg Menno Harms, dann folgen einige historische Betrachtungen – auch zum Friedrich-List-Denkmal in den Bopseranlagen – und schließlich nach Straßen sortiert, die Geschichten einzelner Gebäude und ihrer Bewohner.

Saby Lazi beispielsweise blättert die innere und äußere Architektur der Villa in der Hohenheimer Straße 93 auf. Das Architekturbüro Eisenlohr & Weigle erbaute das schmucke, aus roten Ziegeln gebaute und mit weißen Wandpfeilern versehene Wohnhaus zwischen 1890 und 1892 für den Champagnerfabrikant Eduard Geisler. Zwar wurden die Nebengebäude im Krieg zerstört und Anfang der 50er Jahre abgerissen, das Hauptgebäude ist noch heute, eben direkt an der Hohenheimer Straße zu bewundern.

Das älteste Wohnhaus am Bopser steht übrigens an einer der steilsten Straßen der Stadt, Am Bopserweg 4, und entstand sozusagen direkt im Weinberg. Man nimmt an, dass zu Zeiten des Baugesuchs im Jahr 1875 noch kein Wasser und Strom zur Verfügung stand, weshalb Bauherr und Wasserbautechniker Christian Friedrich Münzenmayer zudem einen Antrag auf Genehmigung eines “Pumpbrunnens” gestellt hat. Warum das Gebäude auch als Milchhäusle bezeichnet wird, ist bis heute nicht geklärt.

Zwar schmiegten sich im Lauf der Jahrzehnte auch zahlreiche moderne Wohngebäude an die steilen Hänge des Bopsers – zum Beispiel im Rottannenweg 15 oder in der Wernhaldenstraße 42 – ein besonderes Schmuckstück blieb die Villa Am Bopserweg 5: Architekt Paul Gessinger baute das Wohnhaus für Professor Julius Chenaux-Repond, zahlreiche illustre Eigentümer folgten.

Zum Beispiel bewohnten der Architekt Carl Ludwig Nowotny und seine Frau Barbara – eine ehemalige Primaballerina der Zürcher Oper – für eine Weile das prächtig ausgestattete Gebäude mit seinem aussichtsreichen Salon, bevor es 1997 von der Gymnasiallehrerin Claudia Stilz und Verleger Dietmar Stilz erworben wurde und die ehemalige Leitende Direktorin der Stadtbibliothek das Dachgeschoss bezog.

Überhaupt die Bewohner: sie schreiben die wechselvollen Geschichten der Häuser und kommen spannenderweise auch im Buch zu Wort.

Auch Geschichten zum Bopser als Verkehrsknoten, über seine Parks und Plätze, Brunnen, zum Teehaus, zur Bopserhocketse oder auch zu stadtplanerischen Details sind zwischen die Häuserportraits gestreut. Die Bopserquelle galt als wohlschmeckend und heilkräftig, diente den Hausfrauen zum Kochen und Spaziergängern als willkommene Erfrischung.

Eine Bleistiftskizze von Eduard Mörike zeigt 1859 die Säulenhalle, ein Pavillon, der Besucher vor der Witteung schützen sollte, 1939 abgerissen und durch eine schlichte Brunnenschal ersetzt wurde. Leider hat sich die Qualität des Quellwassers durch die steigende Bevölkerungsdichte so verschlechtert, dass heute stattdessen Leitungswasser aus dem Brunnen fließt.

Um den Bopserwald ranken sich spannende Geschichten, so soll Friedrich Schiller hier seinen Freunden den ersten Entwurf der “Räuber” vorgelesen haben. Ein längst verschwundenes Freilichtheater war lange eine Stätte der Schiller-Verehrung. Heute erinnert noch ein einsamer “Schillerstein” an die höchst poetische Vergangenheit. Auch die so genannten Bopserhöhlen sind Räume, in denen zahlreiche Geheimnisse und Vermutungen Platz finden.

“Der Stuttgarter Bopser” ist kein Buch, das man an einem Nachmittag gelesen hat: Viele, viele Abbildungen, historische und neue Fotografien und die dicht recherchierten, charmanten Geschichten machen das hochwertig ausgestattete und schwergewichtige Buch zu einem stets neuen "Blätter"- und Lesevergnügen

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back to the root, dolomiten, flora und faun, kräute, kräuter, natur, pflanzen, rezepte, tiere, umwelt, wildni, wildpflanzen, zerstörung durch menschen

"Gebt der Wildnis das Wilde zurück!"

Michael Wachtler , . Fèro
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 07.07.2014
ISBN 9783440141601
Genre: Sachbücher

Rezension:

“gebt der wildnis das wilde zurück!”

Der Mensch entdeckt seine Wurzeln wieder! Ob Grasrootsbewegung oder Bio-Möhre: je mehr Städte sich ausbreiten und Grünflächen zubetoniert werden, je mehr wächst die Sehnsucht nach unberührter Natur, nach Stille und ursprünglicher Erholung.

Und während die einen ihre Wanderschuhe schnüren und andere ihre Dachterrasse begrünen, erzählt Michael Wachtler in seinem neuen Buch “Gebt der Wildnis das Wilde zurück” in allen Farben der Jahreszeiten so einfach, schön und aufrüttelnd die Geschichte von Fèro, einem Kräuterkundigen, der in und mit der Natur lebt, ihre Sprache und dadurch die Geschichte seiner Heimat versteht. Und der sich bedingungslos für ihren Erhalt einsetzt.

In eine kinderreiche Familie geboren, wuchs Ferruccio Valentini bereits mitten in den Dolomiten fern jeglicher Zivilisation auf. Kühe melken, Heu einbringen, Äpfel- und Birnbäume pflegen gehörten von Kindheit an zu Fèros täglichen Tätigkeiten.

Bei Tierheilern lernt er Wert und Wirkung der Kräuter kennen und schätzen und bald setzt er sie – frisch oder getrocknet – selbst ein. Mit gekochter Gerste, Malvenkraut und Wermut rettet er ein Kalb vor dem sicheren Tod. Mit 17 kümmert er sich intensiv um die Obstbäume der Familie und lernt, dass die Bäume und Früchte immer klar zu erkennen geben, was ihnen fehlt.

Es folgen Jahre als Senner auf der Alm und eines Herbsttages zieht Féro “ohne Not” an den Tovelsee. Er ist dort der einzige Bewohner.

Hier will er ein “Beobachter der Landschaft und der Zeit” werden, durchstreift tagelang und kilometerweit die Berge und Wälder, trifft Bären, folgt Rehen, Gemsen, Hasen, Adler und Auerhähnen und dringt immer tiefer in das Wesen der ihn umgebenden Flora und Fauna ein. Er wird ein Teil ihrer Art zu leben, ein Teil ihres Wesens.

Vom Mikrokosmos zum Makrokosmos

“Was bringt ein flüchtiger Aufenthalt in Rom, New York, Tokio oder London, wenn man nicht imstande ist, den Berg oder den Baum vor der eigenen Haustür zu erkennen?”, ist der Naturverbundene überzeugt. “Meine Werkhalle war der Lebensraum der Bäume und Sträucher.

Als Maschinen und Werkzeuge benutzte ich nur meine Hände. Ich sammelte Kräuter, Pflanzen, Pilze und Beeren, um mich davon zu ernähren”, so Fèro. Die Suche ist oft mühsam, doch schmeckt nicht jede Beere, jede Frucht von Baum oder Strauch direkt in die Mund geführt nicht immer noch am besten? Das “gezähmte” Obst der Supermärkte schmeckt dagegen fad.

Schnell arbeiten musste ich nie, dafür aber beständig. So war meine Zeit immer gut gefüllt. Die Wildnis verwöhnte mich – und ich lernte jeden Tag dazu.” Féro verstand es meisterhaft, ganz alleine in der Wildnis zu überleben. Der Kräutersammler wurde zu einem Naturweisen und Forscher, der Raum und Zeit durchschreiten konnte. Oder wie Fèro es ausdrückt: “Ich erkannte, dass die Erde der Jetztzeit wie der Vergangenheit ein Buch ist, das das Werden unseres Planeten in sich aufbewahrt.”

Viele gesammelte Kräuter liefert Fèro in Restaurants und Pizzerias ab. Kostenlos versteht sich. Den meisten Leuten ist gar nicht bewusst, wie viele Pflanzen und Früchte vor der Haustür wachsen. Dabei sind genau sie so wertvoll für uns: “Alle Pflanzen sind irgendwo heimisch und tragen die Geschichte ihrer Gegend in sich. Mango und Maracuja schmecken am besten in den Tropen. Blaubeeren, Preiselbeeren und Erdbeeren in unseren Wäldern.

Das größte Grauen sieht Fèro in der Gleichgültigkeit und im Schweigenm, wenn es um wahre Lebensthemen geht. Wir wissen über jedes Tor der Bundesliga Bescheid, kennen die Restaurants in unseren Urlaubsorten und welche Farbe diesen Sommer in ist. Wir interessieren uns dafür, welche Firma den am meisten Autos verkauft und welcher Politiker die Wahl gewonnen hat. “Was ihr aber nicht kennt, ist die Erde unter euren Füßen”, bemerkt Fèro für viele Menschen zu Recht.

Seine Natur-Philosophie erfasst am Ende alle Bereiche des menschlichen Lebens: “Lasst Arbeit keine Pflicht werden, sondern zu einem Fest. Lasst uns arbeiten, um unsere Kreativität zu zeigen. Nicht Geld befriedigt, sondern Liebe zum ehrlichen Tun, zur Natur, zum Menschlichen.”

Die wenigsten Menschen beherrschen die Kunst des Beobachtens, genau so wie es immer weniger echte Wanderer gibt”, stellt er fest. “Nur wer im Wald den Wald sieht, ist ein echter Wanderer. Die meisten können das nicht mehr. Wer in dunklen Zimmern sitzt, quält sich. Ihm fehlen die Abwechslungen der Natur.

Lasst den Menschen ihre Neugierde. Gerade den Kindern. Die Natur hat noch niemanden verjagt, der aufrecht in sie gegangen ist.”

Gier und Gerichtsurteile

Als die Dolomiten zum UNESCO Naturerbe erklärt werden, gerät der einfache Naturmensch Féro ins Fadenkreuz von Investoren, Justiz und Polizei. Von heute auf morgen werden uralte Felsen gesprengt, hier sollen Hotels und Infrastruktur für Touristen entstehen, die einige Tage ihre stickigen Büros und Vorstadtgärten gegen die “Wildnis” eintauschen möchten. Mit Vollpension versteht sich.

Doch welchen Sinn ergibt es, die gesamte Natur zu kultivieren? Warum lassen wir ihr nicht ihre Ursprünglichkeit? Warum wollen wir von ihrer Originalität nicht mehr lernen? Heute muss etwas Gewinn bringen, um als geeignet eingeschätzt zu werden.

Wie anders dagegen Fèros Philosophie: Jeder Fleck auf den Wildäpfeln sah für ihn aus wie eine Auszeichnung, war ein Merkmal für das Individuelle einer jeden Frucht.

Hätte Fèro Tausende von Bäumen abgeholzt für den Bau von Skipisten, hätte er Hunderte von Hektar gerodet für Fabriken, Hotels oder Geschäftszentren, hätte er Tonnen von Gift über seine Äpfel vesprüht – man hätte ihn als Wohltäter des ganzen Tales gefeiert, bemerkt Michael Wachtler sarkastisch.

So aber war sein einziges Vergehen, seinen inneren Impulsen nach Unabhängigkeit  und Freiheit zu folgen, durch die Natur zu streifen, um immer weiter von ihr zu lernen. Trotzdem schien es, als sei er plötzlich der gefährlichste Mensch der Region geworden.

Die Maßnahmen, Verbote und Repressalien denen sich Fèro wegen seiner klaren und einfachen Worte gegen die Bauwut gegenüber sieht, spotten jeder Beschreibung. Wird er beim ersten Gerichtsverfahren noch frei gesprochen, endet die “Verfolgung” damit, dass ihm verboten wird, zu seiner Hütte und damit nach Hause zu gehen.

Ungebrochen setzt sich Fèro weiter für den Erhalt der ursprünglichen Landschaft ein, hält Vorträge und teilt sein Wissen mit seinen Mitmenschen, die ihn einerseits bewundern, andererseits auch wunderlich finden.

back to the roots

“Nicht jene sollten das Land nutzen dürfen, die es erben, sondern jene, die am meisten Freude daran haben”, findet Fèro. “Uns fehlt das Abenteuer des Suchens und Findens. Vom Wilden sollten wir lernen. Es enthält unendlich viel Ursprünglichkeit und Wissen.” Schon die Suche nach einer einzigen Wald-Erdbeere bewirkt in uns Meditation hat Michael Wachtler auf seinen Wanderungen mit Fèro erfahren.

Heute sehnen sich mehr und mehr Städter nach dem “Wilden”. Eigentlich möchte jeder in der Tiefe seines Herzens ein Wilder sein. Doch die allermeisten schreckt eine Urangst ab. So bleibt es bei einem “Hauch von Wildnis”, weiß Autor Michael Wachtler.

Wie weit sind wir also weg vom Garten Eden und wie kommen wir wieder rein? Die Angst vor der Wildnis abschütteln, die Natur und ihre Lebewesen beobachten lernen, ist einfach, meint Fèro und gibt stellt nicht nur ein paar seiner liebsten Kräuter und Rezepte, sondern auch ein paar Tipps mit auf den Weg, für alle, die wahrhaftig back to the roots wollen:  “Befreit euch. Sucht möglichst andere Wege der Rückkehr als jene, auf denen ihr schon am Hinweg wart. Beginnt eure Wanderungen nicht am Parkplatz.

Lasst Euch nicht vom Wetterbericht lenken. Nehmt keine Telefone und Kopfhörer mit, keine Ortungsgeräte und keine Karten der Wegnetze. Versucht am besten, auf Wegen zurück zu kommen, wo ihr niemals wart. An jene Wanderungen werdet ihr euch ein Leben lang erinnern. Man braucht nicht in ferne Welten zu schweifen, um Neuland zu entdecken. Meist genügen einige Schritte abseits der ausgetretenen Pfade.

Fortgeschrittenen “Wilden” empfiehlt der Kräuterkundige: “Lasst uns in die Wälder und Wiesen ziehen, um das zu suchen, was uns wirklich ernährt. Nahrung, die unseren Geist füllt, gibt es in der Zivilisation selten. In der Wildnis wartet sie nur auf uns,” ermutigt der Kräuterkundige.

Und plötzlich wird einem bewusst: was so einfach klingt, kommt angesichts von Hochhäusern, Shoppingmalls, U-Bahnetzen, mehrspurigen City-Autobahnen und schwindenden Grünflächen einer echten R(E)volution gleich, die sicher von manchem mitleidigen Lächeln oder sogar Kopfschütteln begleitet wird. Trotzdem hoffe ich, dass dieses Buch noch viele interessierte Leser findet, sich genau so bereichert, bestätigt und in vielen Fragen schlicht ratlos fühlen wie ich.

Aber eigene Lösungen zu finden, hat ja noch nie geschadet. Und wer weiß, würde Fèro plötzlich in der Stadt leben müssen, er wäre eventuell ein begeistertet Urban-Gardener…

Ganz klar ein Lieblingsbuch des Jahres!

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fantasy, fluch, fluchmond, haus, hof, holztruhe, illustratorin, liebe, miriam, ralf, roman, schwarzwal, schwarzwald, silber, werwolf

Fluchmond

Simone Dorra
Buch: 480 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.07.2014
ISBN 9783842513457
Genre: Fantasy

Rezension:

Einigen Männern sagt man ja nach, sie seien einsame Wölfe. Andere werden als Wolf im Schafspelz bezeichnet. Alles nichts im Vergleich zu den Geheimnissen, die Miriam Trautweins Geliebter mit sich herum rumträgt. Dieser Mann ist anders. Ganz anders.

Das merkt Miriam allerdings erst spät. Fast zu spät für manchen Geschmack. Doch von Anfang an: Mit Simone Dorras Roman “Fluchmond” erschien der erste Fantasy-Roman im Silberburg-Verlag und wo könnte die mysteriöse Geschichte besser spielen als im Schwarzwald, wo im dunklen Dickicht so mancher Familienfluch Jahrhunderte lebendig bleiben kann.

Protragonistin Miriam Trautwein arbeitet adäquaterweise als Fantasybuch-Illustratorin und steckt mitten einem neuen Auftrag, als ihre geliebte Großmutter stirbt und ihr ein abgelegenes altes Haus im Wolftal vererbt. Miriam übersiedelt von Hannover ins Ländle, knüpft schnell an alte Freundschaften an und fühlt sich behaglich im neuen Refugium, das bald  wie ein knorriger Vertrauter wirkt. Da darf ein interessanter Mann im Leben nicht fehlen.

Obwohl die ersten Begegnungen mit Kunstschreiner Ralf Markwand alles andere als harmonisch verlaufen, kommen sich die beiden näher. Sehr nahe. Bis…ja bis… wie soll man das nur einem normalen Mensch erklären? Auch Miriam kann es nicht! Nur der Leser wird zum Mitwisser und taucht gemeinsam mit Miriam in die Welt der Werwölfe ein.

Ich habe das Buch vor der letzten Seite nicht mehr aus der Hand gegeben. Dabei lese ich nie Fantasy-Romane. Zu krude sind mir meist die Brüche zwischen gewohnter Gegenwart und Fiktion, zu anstrengend ist es mir oft, mich in all zu abstrakte Parallelwelten einzudenken, da bin ich halt so.

Dank Simone Dorras lebendigem und bildreichem Schreibstil fügen sich die phantastischen Elemente in Fluchmond gänzlich ohne Stolperkanten in den Erzählfluss ein. Alle Details der unglaublichen und packenden Ereignisse folgen derart logisch aufeinander, dass ich am Ende mit einem leichtem Schaudern fast glaubte, dass sich die Geschichte genau so abgespielt hat und womöglich kein Einzelfall ist.

Für mich ein außergewöhnliches, liebenswertes, hochspannendes, erotisches und heimeliges Buch mit angenehmstem Überraschungseffekt.

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aufstand, bauern, bauernaufstand, bauernkriege, beutelsbac, beutelsbach, eifersucht, freundschaft, geburt, geheimnis, gemeinschaft, hass, historischer roman, hunger, lehre

Der arme Konrad

Jürgen Seibold
Fester Einband: 510 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.03.2014
ISBN 9783842512979
Genre: Historische Romane

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Omas Gärten

Christiane Bach , Walburga Schillinger , Barbara Sester
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.05.2014
ISBN 9783842512955
Genre: Sachbücher

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dorflebe, landlebe, margarete, nationalsozialismu, roman, zweiter weltkrieg

Margarete

Wolfgang Stahnke
Buch: 416 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.03.2014
ISBN 9783842513143
Genre: Romane

Rezension:

Meine Großmutter hieß Margarete. Und wie die Hauptfigur in Wolfgang Stahnkes neuem Roman “Margarete” wuchs auch sie in den Wirren des Zweiten Weltkriegs ins Leben. Meine Großmutter war ein “Stadtkind”, Stahnkes Frauenfigur ist eher eine Heldin vom Land. Als Karl-Friedrich Buchsbaums jüngere Tochter lebt sie irgendwo bei Heilbronn auf dem elterlichen Hof. Im Dorf haben sie einen guten Stand und als Margarete beim Dorffest mit dem Musiker Willi in eine gemeinsame Zukunft tanzt, ist die Welt eigentlich noch in Ordnung.

Doch Nachbar Kurt Kalkbrenner steht bereits für eine Bewegung, die schnell viel Kummer unter alle Dächer bringen wird. Beim Mittagessen läuft der Volksempfänger und Margarete und ihre Familie erfahren, dass der Propagandaminister in Berlin auf einer Großveranstaltung über die “jüdische Weltverschwörung” sprach. Bald darauf verschwindet der jüdische Dorfarzt und in seinem Haus wohnt sein jüngerer, selbstverständlich arischer Nachfolger.

Auch Margaretes Mann verschwindet. Zuerst im Krieg, dann als Deserteur auf der Flucht. Und bei allen alltäglichen Sorgen und Nöten welche die junge Bäuerin bald allein zu bewältigen hat, steht immer die Frage nach dem Verbleib des geliebten Mannes, die sich erst viele Jahre nach dem Krieg, als Margarete sich einen Traktor, einen Schlepper und ein Telefon leisten kann, beantworten lässt.

Bis dahin behauptet sich die Protagonistin tapfer gegen allzu aufdringliche Parteigenossen, gegen Klatsch und Tratsch, gegen Hunger, Vorurteile und Nazipropaganda und bringt zwei Töchter durch die magersten Jahre ihres Lebens, reift zu einer klugen, herzenswarmen Frau.

Eindringlich, meist leise, dafür mit viel Liebe zum Detail zeichnet der Autor das Portrait einer jungen Frau auf dem Lande, erzählt eine fesselnde Familiengeschichte und malt das Landleben der 30er- bis 50er-Jahre so nüchtern wie farbenfroh – trotz aller Schicksalschläge und Unmenschlichkeiten, die der Krieg so mit sich brachte.

Meine Großmutter hat so gut wie nie etwas aus dieser Zeit erzählt. Um so spannender war für mich dieser bodenständige und gleichzeitig lebendige Roman, der ohne moralische Wertungen, überlebensnotwendige Verdrängung oder aufgebauschte Grausamkeit auskommt. Empfehlenswert!

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esoterik, glauben, intuition, ratgeber, spiritualitä

Licht von dieser Welt

Ralph Valenteano
Flexibler Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Smaragd Verlag, 01.06.2014
ISBN 9783955310523
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer bin ich, wie geht eigentlich glauben und was genau ist Spiritualität? Wer ein paar dringende Fragen ans Leben hat, wendet sich traditionell der Philosophie oder der Religion zu. Doch die Zugänge zu kosmischem Wissen öffnen sich heutzutage vielfältiger denn je und wer sich auf “göttliche Spurensuche” begibt, findet jede Menge Impulse, Anregungen und Ratgeber, Gurus, Coaches, Priester und Propheten.

Gerade am Anfang einer spirituellen Reise ist es manchmal gar nicht so einfach, den persönlichen Weg zu finden, der über Weisheiten, Übungen und Praktiken am Ende zum echten inneren Erleben und Erkennen führt. Doch keine Angst: im Reich der eigenen Intuition gibts kein richtig oder falsch und Umwege erhöhen bekanntermaßen die Ortskenntnis…

Das offensichtlich Richtige und Einfachste ist meistens am besten und in diesem Sinne hat Ralph Valenteano mit “Licht dieser Welt” ein kleines Büchlein geschrieben, das bei den ersten Schritten in die erstmal unsichtbare, aber dennoch fühlbare Welt des Geistes begleitet.

Bei allen Fragen rund um die Spiritualität haben wir nämlich einen ganz klaren Kompass: unsere Intuition. “Mit der Zeit reagieren die kleinen Alarmglocken immer besser und sie werden bemerken, je wahrhaftiger Sie werden, desto wahrhaftiger werden ihre Begegnungen”, ist Ralph Valenteano überzeugt und ich kann ihm an dieser Stelle nur recht geben.

Muss ich diesen Weg in weißen Gewändern gehen oder Om-singend über meiner Yoga-Matte schweben? Ganz bestimmt nicht, versichert der Autor. “Licht von dieser Welt” will dazu anregen, sich Gedanken zu machen und diesen Gedanken schließlich eine gute Ausrichtung zu geben. Will dazu ermutigen, dem 6. Sinn zu trauen, mit dem Glauben irgendwann Berge versetzen zu können aber auch die Tücken hinderlicher Glaubenssätze zu erkennen und sie schließlich aufzulösen.

Die wohl wichtigste Empfehlung des Buches: “Lernen Sie, Sie selbst zu sein. Es gibt nichts Spirituelleres als einen Menschen , der wirklich er selbst ist. Lernen Sie, zu vertrauen, und damit meine ich nicht jedem freaky hippen Selbstdarsteller, der Ihnen Opium aus der Eso-Ecke verkaufen will, sondern sich selbst und (jetzt kommt’s) der Geistigen Welt.”

“Licht von dieser Welt” ist nicht mehr und nicht weniger als ein klarer, erkenntnisreicher und liebevoller Reisebegleiter fürs eigene spirituelle Abenteuer. Sind Sie bereit?

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ausflu, bade, baden-württemberg, boot fahren, ländl, schwimmen, sehenswürdigkeite, sommer, spazieren, wander

Badeseen-Ziele im Ländle

Dieter Buck
Buch: 128 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.04.2014
ISBN 9783842513068
Genre: Sonstiges

Rezension:

In den vergangenen Wochen wagten sich nur abgehärtete Wasserratten in die Fluten, doch seit heute sind die Badeseen in der Region bevölkert wie im Hochsommer. Die Temperaturen stimmen an diesem Pfingstwochenende auf jeden Fall und wer in der kommenden Saison Abwechslung zum Lieblingssee wünscht, wird in Dieter Bucks neuem Ausflugsführer “Badeseen-Ziele im Ländle” sicher fündig.

Zugegeben: die Anfahrten sind meist ein bisschen weiter als bis zum nächsten Freibad, doch wer naturnahes Baden und Sonnen schätzt, weiß genau, warum er manchmal ein paar Kilometer mehr fährt.

Dieter Buck kennt sich aus an Baden-Württembergs Seen, deshalb eignet sich sein neues Buch vor allem für Leser, die neben Schwimmen und Sonnenbaden auf reizvollen Wander- und Spazierwegen auch die Umgebung erkunden möchten.

Eine optimale Mischung aus kultivierter Badelandschaft und naturbelassenem See ist beispielsweise der Plüderhausener Badesee. Hier wurde sogar an Nichtschwimmer gedacht: sie haben einen eigenen, gesicherten Bereich zum Planschen. Dafür fällt das Ufer am Eisenbachsee recht steil ab. Hier erfrischen sich deshalb vor allem schwimmsichere Jugendliche und Erwachsene, während der Waldsee Fornsbach ein wahres Wasserspaß-Eldorado für kleinere Kinder bietet.

Auf manchen Seen sieht man nur Boote fahren und Enten schwimmen, andere beeindrucken mit zauberhafter Flora und Fauna.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten, topographische Hinweise, Kartentipps, Einkehrmöglichkeiten sowie Hinweise auf öffentliche Verkehrswege machen die Planung besonders einfach.

Dieser Sommer wird mit Sicherheit ein Naturereignis. Abwechslungsreich und herrlich erfrischend!

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ausflugsführer, ausflugtipp, familienausflug, kinder, schwarzwald

Mit Kindern unterwegs - Schwarzwald Süd und Mitte

Marion Landwehr
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.04.2014
ISBN 9783842513075
Genre: Sonstiges

Rezension:

Endlich Pfingstferien und ideales Wetter für ein paar Ausflüge in die Region. Wie wärs mit ausgewählten Entdeckungstouren in den Schwarzwald? In ihrem neuen Buch "Mit Kindern unterwegs. Schwarzwald Süd und Mitte. Die besten Ausflugsziele für die ganze Familie" hat Autorin Marion Landwehr 66 Touren parat, die rund ums Jahr jede Menge Spaß versprechen.

Gerade im Frühsommer ist eine Gipfelrunde auf dem Belchen eine feine Sache. Wer die ganze Tour zu Fuß ein bisschen anstrengend findet, kann einen Teil der Strecke in der Belchen-Seilbahn genießen. Auch zum Feldberg fährt eine Seilbahn, die grandiose Panorama-Ausblicke garantiert.

Etwas rasanter wird die Fahrt auf der Sommerrodelbahn Gutach und auch im Europapark Rust gehts ganz schön rund. Mindestens genau so vielseitig: der weniger bekannte Steinwasenpark in Oberried mit Märchen-Kino, Gletscherblitz, Berg-Rodelbahn, Ritterburg und Gebirgsbach. Und weil der Schwarzwald eben viele Höhen und Tiefen hat, findet Ausflügler hier auch die Tubingbahn im Spaßpark Hochschwarzwald und mit dem "Hasenhorn Coaster" die längste Rodelbahn Deutschlands.

Auch in Kletterparks und Waldseilgärten gehts hoch hinaus, während in den Maislabyrinthen nur erfolgreich ist, wer sich auf verschlungenen Wegen zum Ausgang kämpft. Der Barfußpfad ist zwar schön übersichtlich, aber nicht weniger spannend: verschiedene Materialien wie Sand, Gras oder Matsch sorgen für pure Naturerfahrung unter den Fußsohlen.

Echtes Dschungelfeeling gibts bei einer Nachenfahrt durch den Taubergießen, den manche auch den "Amazonas am Oberrhein" nennen. Wasserfälle, Bäder und Badeseen, Naturerlebnispfade, Tierparks, Bergwerke, Ski- und Rodelhänge sowie Museen und Märkte runden den Ausflugsführer ab und zeigen außerdem, wie vielfältig und einzigartig der Schwarzwald als Naherholungsgebiet sein kann.

Übrigens: die Ravennaschlucht mit ihrem Wildwasserbach ist nicht nur in der warmen Jahreszeit zauberhaft. Seit einigen Jahren steigt hier einer der wild-romantischsten Weihnachtsmärkte. Den möcht ich mir unbedingt mal anschauen. Dauert halt noch ein bisschen. Vielleicht mach ich vorher doch eine Fahrt mit der historischen Kandertalbahn.

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2. weltkrieg, bergwer, freundschaft, gemälde, geschichte, helden, historisch, kunstraub, nationalsozialismus, nerobefehl, salzkammergut, schatz, thrille, zweiter weltkrieg

Mona Lisas dunkles Lächeln

Gerhard J. Rekel , Dodo Kresse
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Styria Premium in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG, 18.04.2014
ISBN 9783222134470
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit historischen Stoffen ist das so eine Sache: gut aufbereitet sind sie spannend, faszinierend authentisch und im besten Fall sogar ein bisschen lehrreich. Schlecht umgesetzt sind sie schlimmer als langweiliger Geschichtsunterricht. Auch der Thriller "Mona Lisas dunkles Lächeln" basiert auf einer wahren Begebenheit, die mit dem Film "Monuments Men" kürzlich in bewegten Bildern umgesetzt wurde: die Rettung von Nazis geraubter und beschlagnahmter Kunstschätze.

Wenn eine Lawine rollt, ist sie meist nicht aufzuhalten. Auch Ideologien haben oft eine ähnliche Wirkung und der Nationalsozialismus war eine der zerstörerischsten. Wie sehr sich manche Menschen an ihre "nationalsozialistische Rolle" klammerten, zeigen Berichte von Soldaten, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges selbst auf der Flucht waren und noch Desserteure erschossen oder die schier unglaubliche Geschichte ums Salzbergwerk im österreichischen Bad Altaussee, wo mehr als 6000 Skulpturen, Malereien und andere Kunstschätze aus ganz Europa lagerten - von den Nationalsozialisten geraubt, ersteigert, erpresst.

Auch die Mona Lisa soll tief im bombensicheren Stollen versteckt gewesen sein. Mit ihr und allen anderen Werken wollte Hitler die größte Kunstsammlung der Welt in einem eigens erbauten Museum in Linz zur Schau stellen. Doch die Alliierten sind bereits im Anmarsch, überfliegen deutsche Städte und rücken unaufhaltsam bis Österreich vor. Also lautet der Befehl: alles, was dem Feind nutzt, muss vernichtet werden. Auch die Kunst.

Willfähriger Diener vor Ort ist Gauleiter August Eigruber, ein außer Rand und Band geratener Empfänger des so genannten Nero-Befehls.  

Nun ist die Dresdnerin Anna auf den ersten Blick alles andere als eine Heldin. Die grazile Kunsthistorikerin stapft hustend und frierend verschneite Straßen im Salzkammergut entlang und bricht schließlich zusammen: Ihr Blutdruck fiel mal wieder unter Betriebshöhe. Der Kunst und ihrem ehemaligen Geliebten zuliebe reist sie nach Österreich, um die Kunstschätze in der Saline zu begutachten und zu restaurieren. Durch grobe Transporte haben einige Bilder schwer gelitten. Schon auf dem Weg zum Bergwerk macht sie Bekannschaft mit ihrem größten Widersacher und seiner menschenverachtenden Skrupellosigkeit.

Mit diesem Einstiegsszenario taucht der Leser in die letzten Kriegstage ein und es steht fest: lange kann das Drama, das hier unaufhaltsam seinen Lauf nimmt nicht mehr dauern. Um so spannender die Frage, wie Anna mit Hilfe des Bergwerksingenieurs Alfred Hauser die Kunstschätze retten will. Wird der kühne Plan gelingen? Schon fährt der Sprengmeister vor...

Beide Hauptfiiguren wurden von den Autoren Gerhard J. Rekel und Dodo Kresse dem historischen Stoff zugefügt und sie geben der Geschichte ein mitfühlendes, tief menschliches Gesicht.

Und so darf sich vor der verschneiten Landschaft des Salzkammerguts eine Geschichte entwickeln, die so grausam wie poetisch, so alltäglich wie aberwitzig daher kommt, mit fokussierter Dramaturgie und ganz ohne reißerische Bilder fesselt und nicht zuletzt tiefe Einblicke in verschiedene Charaketer gibt.

Ein weiterer außergewöhnlicher Thriller aus dem Styria premium Verlag, der das Label "exquisiter Lesegenuss" absolut verdient.

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roman, schwäbisc, ungewöhnlich

Chaos im Kessel

Melanie Fritz
Buch: 256 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.03.2014
ISBN 9783842513167
Genre: Romane

Rezension:

“Chaos im Kessel” ist ein Roman, der mich zuerst schwer irritiert, dann immer öfter zum Lachen gebracht hat: fürs schicke Stuttgart ungewohnt, ist Melanie C. Fritz’ Hauptdarsteller Otto massiv drogenabhängig und vorerst auch obdachlos. Seine Freundin bezirzt ihn mit Zahnlücke, er ist Dauergast bei der Sozialberatung und auch Kommissar “Seggl” Seggemann hat den Otto ziemlich auf dem Kieker. In Ottos Clique wird gekifft und gekokst und die meisten wetten, dass Otto es nicht schaftt, auf Ansage seiner Holden endlich clean zu bleiben. Und weil ich den ersten Roman über Otto und seine Freunde nicht gelesen habe, entnehme ich dem Klappendeckel, dass der ziemlich fertige und durchgeknallte Antiheld immer wieder unfreiwillig in Kriminalfälle verwickelt ist. Ständiger Begleiter ist übrigens ein namenloser und treu ergebener Stafford Terrier, mit dem Otto eines Morgens auf einem Haufen Bauschutt aufwacht. 

Soviel zur Story, die vor allem von Ottos kleinen und größeren Alltagsdramen lebt und lange wenig rasant, aber nach einer kurzen Gewöhnungsphase zunehmend unterhaltsam dahinplätschert. Der Leser begleitet Otto zum Fußballspiel, auf WG-Zimmer-Suche, zur Physiotherapie und erlebt während seiner persönlich verordneten Entziehungskur ungeschönt alle Zusammenbrüche, komatösen Zustände, sagenhafte Halluzinationen, unappetitlichen Rülpser und Erbrecher mit. Zugegeben: für einen Unterhaltungsroman befremdlich, alles in allem aber auch ganz schön anders und nicht zuletzt deshalb fesselnd.

Der eigentliche Clou an der Geschichte aber ist: alle Figuren schwätzed allerbroideschdes Schwäbisch und nur so funktioniert der Roman, denn die Pointen sind derb und furztrocken und die dahinter steckende Logig typisch für Menschen, die zwischen Ludwigsburg und Reutlingen leben. Schlechte Nachrichten also für Leser, die bereits mit Honoratiorenschwäbisch Schwierigkeiten haben, aber gut, dass die Autorin hier keine Kompromisse gemacht hat, denn sonst wäre “Chaos im Kessel” einfach eine oft ziemlich geschmacklose Reality-Soap in Buchform.

Wo auch immer die Autorin ihre Einblicke her hat (und diese Frage stellte sich mir angesichts ungewohnt drastischer Schilderungen öfters): mit “Chaos im Kessel” zeichnet Melanie C. Fritz ein ziemlich mögliches, ungeschöntes und zum Schreien witziges Bild Stuttgarter Subkultur, die zwischen Breuninger und Daimlerstern gerne übersehen wird.

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ausflug, baden-württemberg, kulinarisch, landgasthöf, rezepte

Unsere Landgasthöfe

Elke Wißmann
Buch: 144 Seiten
Erschienen bei Belser, 01.05.2014
ISBN 9783763026654
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Ländle hat landschaftlich und kulinarisch einiges zu bieten und Elke Wißmann ist auf heißer Spur: 

Auf ihren genussvollen Streifzügen entdeckt Elke Wißmann “kulinarische Offenbarungen und landschaftliche Perlen”, spickt in Kochtöpfe und lässt Gastleute aus ihrem Leben erzählen. Preisangaben, Öffnungszeiten und die genaue Adresse des jeweiligen Gasthauses fehlen natürlich nicht.

Handlich und appetitlich portraitiert der Begleitband zur SWR-Sendereihe “Landgasthöfe” historische Gasthäuser und kulinarische Traditionen zwischen Hohenlohe und Schweizer Grenze.

Wer keine Zeit zum Ausfliegen hat oder nochmal in Erinnerungen schwelgen mag, kann einige Gerichte der Speisekarten zuhause nachkochen, zum Beispiel Isolde Pfaff’s Lachsforelle, die im Löwen in Altheim mit selbst gezogenen Kräutern gefüllt auf den Tisch kommt oder Patrick Frankes “7 katalanische Zwerge”, ein Nachtisch, der sich mit Früchten der Saison und ein bisschen Phantasie das ganze Jahr über neu variieren und kombinieren lässt und garantiert nicht langweilig wird.

Schad wärs allerdings schon, den einen oder anderen Gasthof nicht besucht zu haben, denn Ausflugstipps runden das geschmackvolle Büchlein ab. Vom Bruderschaftsstüble in Rottweil ist es beispielsweise nur ein Narren äh, Katzensprung zum Dominikanermuseum oder zur Kunststiftung Erich Hauser.

Und wer im Hirschbräu Hirschlanden, dem ersten Sieger des SWR4 Regionalcheck-Landeswettbewerb “beste Dorfgaststätte in Baden-Württemberg”, eine Sauerkrautlasagne verkosten möchte, kann sich vorher im Römermuseum Osterburken noch ein bisschen Appetit holen.

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ausflugsführer, baden-württemberg, entdecken, expeditione, heimat

Expedition in die Heimat

Norbert Bareis
Buch: 192 Seiten
Erschienen bei Belser, 01.04.2014
ISBN 9783763026661
Genre: Sachbücher

Rezension:

Badende Nonnen am Bodensee, Kunst im XXL-Format, Rock’n Roll im Taxi oder mit dem historischen Dampfzug über die Schwäbische Alb: Expeditionen in die Heimat stecken voller Überraschungen!

Immer freitag abends lädt das SWR-Fernsehen zu spannenden, romantischen, überraschenden und manchmal fast exotisch anmutenden Erlebnistouren durch Baden-Württemberg, bei denen sich auch bekannnte Plätze, Eigenheiten, Besonderheiten und nicht zuletzt die Menschen die hier leben von einer völlig neuen Seite entdecken lassen.

Jetzt hat der Belser Verlag die Heimat-Entdeckungen schön gestaltet zwischen zwei Buchdeckel gepackt: auf rund 190 Seiten und in 16 Kapiteln stellt Nobert Bareis mit der Neuerscheinung “Expeditionen in die Heimat. Erlebnistouren in Baden-Württemberg” das Ländle mal ganz anders vor.

Von der Kurpfalz bis nach Oberschwaben locken hübsche Dörfchen und moderne Städte, Seen, Wälder und Gipfel, Museen, Galerien und besondere Architektur, Märkte, Brauchtum, kur: locken Kultur, Natur und Kuriositäten zu Wochenendetouren der besonderen Art.

Zahlreiche Farbfotos, Geschichten von gestern und heute sowie jede Menge Entdeckungen vor der Haustüre machen die Neuerscheinung zu einem Ausflugsführer, der an Vielfältigkeit kaum zu toppen und ein echtes Lesevergnügen für zuhause ist.

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ausflüge, ausflugsziele, mit kindern unterwegs, schwäbische alb

Mit Kindern unterwegs - Schwäbische Alb umsonst

Sabine Ries
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 01.04.2014
ISBN 9783842513082
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Eisheiligen hauchen heuer ihre letzten kalten Atemzüge aus, dann gibts wirklich keinen Grund mehr, daheim rum zu hocken. Sollte der Nachwuchs ebenfalls schon quengeln, gibts eine gute Nachricht: mit Sabine Ries’ neuem Buch “Mit Kindern unterwegs. Schwäbische Alb umsonst” kommen über 100 Ausflugsziele ins Haus. Umsonst heißt in dem Fall nicht, dass man sich die Schwäbische Alb sparen kann, sondern dass sich ganz nebenbei die Familienkasse freut, denn alle vorgestellten Abenteuer kosten garantiert keinen Euro.

Wer jetzt denkt, kostenlos kann man gerade mal einen Tag lang in den Himmel gucken, der irrt: Römerwellness, Entenrennen, Kurzurlaub am Stausee, Klettern an der Lauchert, Burgabenteuer, Bobbycar und Seifenkistenrennen, wildromantische Waldabenteuer, mit dem Fahrrad fliegen, Ruddern, Paddeln, Baden sowie Burgen und Höhlen entdecken, verspricht Spaß und Spannung pur!

Auch zahlreiche Museen laden zu kostenlosen Entdeckungstouren und Zeitreisen durch die Jahrhunderte: das Feuerwehrmuseum in Kirchheim/Teck zum Beispiel, das Postmuseum in Winterlingen, das Fossilienmuseum in Dotternhausen oder das exotische Korallenmuseum in Nattheim.

Auf dem Gnadenhof Emeringen, im Wildgehege an der Kaserne Geißbühl, im Haupt- und Landesgestüt Marbach, im Historischen Schneckengarten zwischen Gundelfingen und Hayingen sowie auf zahlreichen Erlebnispfaden lassen sich Tiere und Natur zum Teil hautnah kennen lernen.

Wer’s sportlich mag, kann auf den Königsbronner Skischanzen talwärts rasen, Eishockey spielen und Pirouetten auf dem Eis drehen oder sich im Skatepark an der Donaupromenade austoben.

Alle Ziele sind dank Sabine Ries’ gewohnt flotter Schreibe lebhaft vorstellbar, ein Serviceteil mit allen wichtigen Infos erleichtert die Vorab-Planung. Karten, Adressen und weiterführend Tipps zu weiteren lohnenswerten Zielen in der jeweiligen Umgebung ergänzen den handlichen Ausflugsführer.

Ich weiß jedenfalls, wo ich demnächst ein paar Wochenende verbringen werde!

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