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(288)

444 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

liebe, analphabetismus, nationalsozialismus, schuld, kz

Der Vorleser

Bernhard Schlink
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes
ISBN 9783257056082
Genre: Klassiker

Rezension:

Kurz und knapp geht es in dem Buch um eine Beziehung zwischen einem 15 Jährigen und einer Frau Mitte Dreißig, die, wie sich später herausstellt, vor (oder auch nach; das war mir nicht ganz klar geworden) der Affäre, eine Stelle als Aufseherin in einem KZ inne hatte. Die Wege der Beiden trennten sich und führten zufällig, während eines Seminars des, mittlerweile, jungen Mannes im Prozess, der dieser Frau gemacht wurde, wieder zusammen. Er beschäftigte sich zu dieser Zeit mit der immer noch präsenten Ideologie des NS-Regimes, repräsentiert von einer ganzen Menge Alt-Nazis die in den Gerichten und Ämtern immer noch hohe Stellen besetzten, warum die Leute dies tolerierten, ja, sogar zuließen und letzten Endes mit der endgültigen Schuldfrage. Auch inwieweit er von dieser Vergangenheit betroffen ist oder auch wie betroffen er eigentlich wirklich sein muss. All diese Fragen gipfeln sich in dem Prozess, in dem er glaubt zu erfahren, er habe sich durch das Lieben einer KZ-Aufseherin schuldig gemacht.
Allgemein habe ich mittlerweile, nach so unendlich viel NS-Vergangenheits-Literatur, nur noch wenig Geduld für derartige Werke, aber in diesem Fall muss ich gestehen: positiv überrascht. Eher weniger werden die unsagbaren Schrecken der NS-Zeit erneut ausgebuddelt, viel mehr wird auf die Ohnmacht des Menschen, der solch immense, unmenschliche Brutalität einfach oft nicht fassen kann, eingegangen. Was übrig bleibt ist die vermeindliche Betäubung des Gewissens, da man sich außer Stande fühlt, dem Maß, welches bei solch unfassbaren Gräueltaten, wie sie in der Zeit unter Hitler geschahen, angebracht wäre, an Mitgefühl gerecht zu werden. Sehr zu empfehlen!

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Tags: generationskonflikt, nationalsozialismus, romantik, schuldfrage   (4)
 

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(16)

36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

klassiker, gesellschaft, freiheit, amerikanische literatur, staat

Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat

Henry David Thoreau
Fester Einband: 150 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.10.2004
ISBN 9783257064605
Genre: Klassiker

Rezension:

Allgemein geht es um die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, der wir alle, so meine ich, unterliegen. Thoreau wettert in seinem Werk gegen jede Art von unberechtigter Authorität in Form von Regierungen, Institutionen und dessen Untertanen, den Beamten. Wenn man dieses Buch, eigentlich eher ein etwas längerer Bericht, über die Gedanken, welche Thoreau durch den Kopf gingen, liest, wird einem an vielen Stellen klar, dass er weit ausholt, manchmal weit herholt, aber im großen und ganzen doch sachlich-romantisch seinen Standpunkt nachvollziehbar vertreten kann. Auch versucht er den Leser durch wiederholtes, rhetorisches Fragen, selbst zum kritischen Denken anzuregen und ihn einzuladen, sich durchaus einmal ohne jeden Grund gegen etwas auszusprechen, einfach nur weil es unser aller Recht ist. Dieses Buch wird alle, die einen kleinen anti-autoritären Anarchisten in ihrem Herzen haben, ansprechen, wenn man Schlussfolgerungen liest wie: "Ist die Demokratie, wie wir sie kennen, wirklich die letzte mögliche Verbesserung im Regieren? Ist es nicht möglich, noch einen Schritt weiter zu gehen bei der Anerkennung und Kodifizierung der Menschenrechte? Nie wird es einen wirklich freien und aufgeklärten Staat geben, solange sich der Staat nicht bequemt, das Individuum als größere und unabhängige Macht anzuerkennen, von welcher sich all seine Macht und Autorität ableitet, und solange er den Einzelmenschen nicht entsprechend behandelt" (Zitat: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat; S. 70; Henry Thoreau)

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376 Bibliotheken, 9 Leser, 6 Gruppen, 31 Rezensionen

alaska, abenteuer, wildnis, tod, aussteiger

In die Wildnis

Jon Krakauer , Stephan Steeger (Übers.)
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Piper, 05.09.2007
ISBN 9783492250672
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch handelt von einem jungen, hochintelligenten Mann namens Chris McCandless (aka Alex Supertramp), welcher nach seinem College-Abschluss beschließt, die Zivilisation und all das, was dem modernen Menschen so wichtig erscheint, für ihn jedoch völlig bedeutungslos ist, hinter sich zu lassen, um ca. 2 Jahre später glücklich in einem ausranchierten Bus in Alaska zu verhungern. Er reiste per Anhalter, nur mit dem aller-notwendigsten, kreuz und quer durch ganz Amerika und noch weiter. Erzählt wird die Geschichte von Jon Krakauer, selbst natur-liebender, romantischer und McCandless in vielerlei Hinsicht ähnlicher, Bergsteiger, was man in der, stark mit McCandless sympathisierenden, Erzählweise erkennen kann. Die Informationen für diese Biographie bezog Krakauer aus McCandless' Tagebüchern, welche dieser während seiner Reise schrieb, und von Menschen, die ihn kannten oder die ihm auf seiner Reise begegneten. Der Autor gab sich große Mühe mit den Recherchen und schafft es, die schnell auftauchenden Tendenzen beim lesen, was man nun eigentlich von dem waghalsigen Ausbruch aus der Gesellschaft halten soll, immer wieder in ein neues Licht zu rücken und zwingt einen, seine anfängliche Meinung von Alex Supertramp immer wieder selbst kritisch zu hinterfragen. Da es jedoch gerade die Absicht von Chris McCandless war, sich komplett aus der Gesellschaft zurückzuziehen und jeglichen Kontakt zur Außenwelt zu vermeiden, zieht sich das Buch an manchen Stellen hin und kaut, so kam es mir vor, auf Bedeutungslosigkeiten rum, um diese Löcher in der Geschichte über die Reise von Alex Supertramp, zu füllen.
Alles in allem jedoch ein hervorragendes Buch! Für alle Hobby-Soziopathen, Gesellschaftskritiker, Romantiker, Exzentriker, Freiheitsliebende und solche, die es werden wollen! (durchaus positiv gemeint). Ich habe das Buch verschlungen und sehr genossen!

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Tags: aussteiger-literatur, biographie, freiheitsliebe, natur, unabhängigkeit   (5)
 
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