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Nennen Sie mich Diener

Milena Oda
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei Typostudio Schumacher-Gebler GmbH Studio für Typographie, Satz und Druck, 17.03.2011
ISBN 9783941209060
Genre: Romane

Rezension:

"Nennen Sie mich Diener" ist kein Roman im klassischen Sinne, sondern er ist in 3 Teile gegliedert. Diese 3 Erzählungen kann man unabhängig voneinander lesen, sie beziehen sich aber auch aufeinander und ergeben eine Geschichte, was mir persönlich sehr gut gefällt.

In dem Buch geht es um 2 Männer. Beide haben sich eine eigene Welt aufgebaut, die schon fast pathologisch wirkt. Sie sind besessen und krankhaft, das wird deutlich an dem Leben, das sie führen. Es besteht nur aus Regeln und Systemen, die unbedingt und unter allen Umständen eingehalten werden müssen. Das wird auch von der Umgebung und den Mitmenschen eingefordert, was die zwei Protagonisten dann an ihren Ansprüchen scheitern lässt.

Diese 2 krankhaften Persönlichkeiten werden von der Autorin aber sehr liebevoll beschrieben und man merkt an diesem Roman diese Vorliebe, die sie für solche "Sonderlinge aller Art" (SZ-Buchrezension v. 14.09.11) hegt.

Interessant ist, welche Menschentypen sie für die beiden Männer gewählt hat - einen Diener, der unbedingt eines Tages am englischen Königshof dienen will und einen Professor namens Alfred KÖNIG, der sich in der Arithmetik verloren hat und sogar ein eigenes Schrittsystem entwickelte.

Im Laufe der Geschichten treffen sie dann aufeinander, wie könnte es anders sein und ein verqueres Spiel beginnt. Der etwas unerwartete Schluss stimmt einen nachdenklich und zeigt wie hochaktuell dieser Roman ist. Figuren, die ihren eigenen, aber auch ihren aufgezwungenen Regeln und Systemen nicht gerecht werden können.

Wir leben in einer Welt, in der wir alles und jedem gerecht werden müssen und eigentlich können wir gar nicht anders als unter diesem Druck zu scheitern.

Mir hat das Buch deshalb so gut gefallen, weil es sich mit einem Thema beschäftigt, das uns alle betrifft - diese "Überanforderungen" an uns selbst und an andere - aber mit Sprachwitz und Humor.

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