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Frontiersmen: Civil War 6: Showdown bei Alamo (Frontiersmen - die Serie)

Wes Andrews , Bernd Perplies
E-Buch Text: 129 Seiten
Erschienen bei beBEYOND by Bastei Entertainment, 14.08.2018
ISBN 9783732543663
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Nachdem ein Bündnis mit den Peko gescheitert ist, ist die Konföderation weiterhin verzweifelt auf der Suche nach Verstärkung, denn die Operation Hammerschlag des Unionsmilitärs steht unmittelbar bevor. John trommelt die Frontiersmen zusammen, um sie mit Aussicht auf gute Bezahlung davon zu überzeugen, sich ebenfalls dem Kampf der Konföderierten anzuschließen. Es bleibt ihm nicht viel Zeit, denn als der Krieg beginnt, schlägt das Unionsmilitär erbarmungslos mit seiner Übermacht zu.


Der Konflikt zwischen Union und der Konföderation erlebt in diesem sechsten Band ihren blutigen Höhepunkt, der auf beiden Seiten viele Opfer fordert. Der Krieg zeigt hier sein hässlichstes Gesicht.


Gleichzeitig lernt der Leser aber noch weitere Frontiersmen kennen: schräge Typen, denen ihre Freiheit über alles geht und die sich mit ihren Frachterjobs vor allem lukrative Aufträge erhoffen – die Politik interessiert sie herzlich wenig. Daher muss John sich etwas einfallen lassen, um sie davon zu überzeugen, in dem Krieg zwischen Union und Randwelten Position zu beziehen.


Außerdem brodeln unter den einzelnen Frontiersmen mehr oder weniger starke Konflikte, die John ebenfalls unter Kontrolle bekommen muss. Die Frauen und Männer, die sich seiner Sache anschließen, sind in jedem Fall ein wilder Haufen mit unterschiedlichen Motivationen. Ich fand es toll, ihnen zu begegnen und dabei aber auch zu erkennen, wie sich John seit Higgins' Moon verändert hat, was sein Dasein als Frontiersman betrifft.


Während der Schlacht hatte ich echt Angst um die Mary-Jane und ihre Crew, die mir nach sechs Bänden inzwischen ziemlich ans Herz gewachsen ist. Ich habe gehofft, dass es am Ende wieder heißt: und die Mary-Jane fliegt weiter – und das hoffentlich im voller Mannschaftsstärke. Denn für John gibt gleich einen zweifachen Showdown bei Alamo.


Bei allem Schlachtenlärm gibt es in diesem Buch aber auch emotionale Szenen, die mir wieder sehr gut gefallen haben.

Ich fand es richtig schade, als der sechste Band zu Ende war und hoffe sehr, dass die Reihe eines Tages fortgesetzt wird.

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Frontiersmen: Civil War 5: Die Rache der Peko (Frontiersmen - die Serie)

Wes Andrews , Bernd Perplies
E-Buch Text: 118 Seiten
Erschienen bei beBEYOND by Bastei Entertainment, 10.07.2018
ISBN 9783732543656
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Nachdem John und Kelly als Ergebnis ihres Auftrags auf West Point an die Pläne über die Operation Hammerschlag gekommen sind, wird klar, dass ein offener Krieg kurz bevorsteht, bei dem die Konföderierten eindeutig im Nachteil sein werden. Johns Bordmechaniker Hobie macht den verzweifelten Vorschlag, ein Bündnis mit den Peko, den Feinden der Menschen, anzustreben – frei nach dem Motto: der Feind meines Feindes ist mein Freund. Mithilfe ihres Crewmitglieds Sekoya, einer Peko, will John mit seinen Freunden zu Sekoyas Stamm fliegen, um zu versuchen, mit ihnen Bündnisverhandlungen aufzunehmen.


In diesem Band steht die Peko Sekoya im Vordergrund, die nach längerer Zeit zu ihrem Stamm zurückkehrt und hofft, diese davon überzeugen zu können, an der Seite der Konföderierten gegen die Union in den Krieg zu ziehen. Dass dieser Auftrag alles andere als einfach ist, ist allen Beteiligten klar, denn die Behandlung, die die Peko durch die Menschen erfahren haben, nachdem sie ihnen vor Jahrzehnten den Aufbruch ins All überhaupt ermöglicht haben, erinnert stark an das Schicksal der Indianer in Amerika. Somit herrscht auf Seiten der Peko berechtigterweise Verbitterung und mehr oder weniger großer Hass auf die Menschen, ihre Unterdrücker. Und ausgerechnet ihnen sollen die Peko helfen?


Sekoya kann John jedoch davon überzeugen, dass ihr Stamm und ihr Vater zu den gemäßigteren Peko gehören und sie sicher ist, dass er sie in jedem Fall friedlich empfangen und anhören wird. Als sie auf Sekoyas Heimatplaneten ankommen, erlebt die Crew eine Überraschung.


Dieser Band hat mir ebenfalls wieder sehr gut gefallen, zumal wir diesmal mehr über die Peko und Sekoyas Stamm erfahren. Allerdings bringt der neuerliche Auftrag die Crew der Mary-Jane diesmal stark an ihre physischen Grenzen, das waren Szenen, die ich als ziemlich heftig empfand, was auch dem hervorragenden Sprecher Peter Lontzek zu verdanken ist.


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Frontiersmen: Civil War 4: Die Tochter des Admirals (Frontiersmen - die Serie)

Wes Andrews , Bernd Perplies
E-Buch Text: 127 Seiten
Erschienen bei beBEYOND by Bastei Entertainment, 12.06.2018
ISBN 9783732543649
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Nachdem bekannt wird, dass Kelly die Tochter eines Unionsadmirals ist, muss sie sich bezüglich ihrer Motivation, was ihr Aufenthalt bei den Konföderierten angeht, rechtfertigen. Gleichzeitig versuchen die Konföderierten Kelly mit einem Auftrag zu ködern, der auch ihre Loyalität unter Beweis stellt: auf der Unionsbasis West Point, auf der Kellys Vater stationiert ist, gibt es einen Spion der Konföderierten, der aufzufliegen droht und deshalb herausgeholt werden soll. Kelly soll zusammen mit John als vermeintlichem Ehemann ihren Vater aufsuchen und dabei Kontakt zu dem Spion herstellen. Die junge Frau hatte jedoch seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie und sie weiß daher nicht, wie sie empfangen werden wird.


Dass ausgerechnet Kelly bei den Konföderierten unter Verdacht steht, weil sie ihre familiäre Beziehung zu einem Unionsadmiral verschwiegen hat, hat nicht nur John aufgeregt, auch ich fand es, nach allem, was die Crew der Mary-Jane bereits für die Konföderation getan hat, einfach nur unfair. Dabei hatte Kelly gute Gründe, sich über ihre Familie auszuschweigen, da sie seit Jahren bereits den Kontakt zu ihnen abgebrochen hat.


Dieser vierte Band beginnt mit einem Rückblick in Kellys Vergangenheit und wie es zur Entfremdung mit ihren Eltern kam. Daher war ich dann sehr gespannt, wie Admiral James Robinson seine Tochter empfangen wird. Dieses Buch ist für mich bisher der persönlichste Teil dieser Reihe und auch einer meiner Favoriten. Die Konfrontation von Kelly mit ihrer Vergangenheit und ihrer Familie sowie die Beziehung zwischen Tochter und Vater und in welche Konflikte Kelly dieser neue Auftrag der Konföderierten sie stürzt, ist mindestens genauso spannend wie der Auftrag selbst.


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Frontiersmen: Civil War 3: Die Verdammten von Fort Hope (Frontiersmen - die Serie)

Wes Andrews , Bernd Perplies
E-Buch Text: 124 Seiten
Erschienen bei beBEYOND by Bastei Entertainment, 08.05.2018
ISBN 9783732543632
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der Bürgerkrieg zwischen der Union der Kernwelten und den Konföderierten der Randwelten ist nun voll im Gange. Die Aufträge, die John von Seiten der Konföderierten angeboten werden, werden immer gefährlicher und drastischer. Die Crew der Mary-Jane erklärt sich diesmal bereit, mit einem gekaperten Gemüsefrachter inkognito in die Unionsfestung Fort Hope einzudringen und diese von innen zu sabotieren, denn ein Ausfall dieser Festung würde ein großer Vorteil für die Konföderierten bedeuten. Also machen sich John und die Anderen auf den Weg in die Höhle des Löwen.

Man merkt, dass sich die Welten im Bürgerkrieg befinden, der Tonfall verschärft sich und der Krieg fordert seine ersten Opfer. Auch wenn sich John nach wie vor lieber aus den Scherereien heraushalten würde, ist ihm klar, dass die Unabhängigkeit der Randwelten auch seine eigene Unabhängig als Frontiersman tangiert und dass es inzwischen eigentlich gar nicht mehr möglich ist, sich aus der ganzen Angelegenheit herauszuhalten. Außerdem ist seine Crew sowieso der Meinung, dass es sich lohnt, die Konföderierten zu unterstützen.

Ein Auftrag, der John und seine Leute mitten in eine gut bewaffnete Unionsfestung führt, verspricht genügend spannende Schwierigkeiten, die auf unsere Helden warten. Und manchmal ist es dann vorteilhaft, unerwartete Allianzen zu schmieden.

In jedem Fall zeigt sich auch in diesem dritten Band, dass die bunt zusammengewürfelte Crew der Mary-Jane gerade aufgrund ihrer exotischen Zusammensetzung einige Vorteile bietet.

Einen Wermutstropfen gab es in diesem Band allerdings: da Johns Crew diesmal mit einem gekaperten Gemüsefrachter unterwegs sind, spielte die Mary-Jane nur eine zweitrangige Rolle, was ich schade fand und ich habe das Schiff mit seiner sympathischen KI richtig vermisst.



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Frontiersmen: Civil War 2: Vierzig Frachter randwärts (Frontiersmen - die Serie)

Wes Andrews , Bernd Perplies
E-Buch Text: 130 Seiten
Erschienen bei beBEYOND by Bastei Entertainment, 10.04.2018
ISBN 9783732543625
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der Konflikt zwischen den Kern- und den Randwelten spitzt sich immer weiter zu, bereits mehrere Randsektoren haben ihr Unabhängigkeit gegenüber der Union erklärt, ein Bürgerkrieg wird immer wahrscheinlicher. Als ein früherer Bekannter von Frachterkapitän John Donovan ihm den delikaten Auftrag anbietet, vierzig Frachter mit gestohlenem Waffenmaterial zu einer Basis der Konföderierten zu schmuggeln, ist er nicht sehr begeistert, aber seine Crew überzeugt ihn davon, dass es sich lohnt, für die Sache der Konföderierten und die Unabhängigkeit der Randwelten einzustehen. Nur ist es keine Kleinigkeit, vierzig Frachter durch die Badlands zu bringen, die berühmt-berüchtigt für ihre Piraten sind. Zu allem Überfluss sitzt der Mary-Jane auch noch eine ehrgeizige Unionsoffizierin im Nacken.

Im ersten Band „Revolte auf Higgins' Moon“ standen die Ereignisse auf dem Heimatplaneten von Harold Piccoli Pate für die nun überall aufflammenden Konflikte in den Randsektoren. Nichts weniger als die Unabhängigkeit streben die Rebellen an, die von den führenden Politikern der Randwelten angeführt werden. Umso wichtiger ist es für die Rebellen, vierzig Frachter mit gestohlenen Waffen zu einer Basen zu bringen.

Das All mag zwar groß sein, aber dennoch ist es keine Kleinigkeit, mit vierzig Frachtern unbemerkt zu verschwinden und so erwartet den Leser und Hörer auch diesmal wieder eine spannende Geschichte. Im ersten Band hat man einiges über Harold Piccoli erfahren, der seine Heimat Higgins' Moon vor einiger Zeit verlassen musste, in diesem zweiten Band steht der Computerspezialist Aleandro und sein privater Hintergrund mehr im Mittelpunkt.

Je mehr ich von der Frontiersmen-Reihe hörte, umso mehr zog mich ihre Geschichte in den Bann und ich war gespannt, wie sich der Konflikt zwischen der Union und den Konföderierten entwickeln würde.



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Frontiersmen: Civil War 1: Revolte auf Higgins' Moon (Frontiersmen - die Serie)

Wes Andrews , Bernd Perplies
E-Buch Text: 131 Seiten
Erschienen bei beBEYOND by Bastei Entertainment, 13.03.2018
ISBN 9783732543618
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Als Frontiersman und Frachterkapitän ist John Donovan mit seiner Crew immer auf der Suche nach lukrativen Transportaufträgen. Als er den Auftrag angeboten bekommt, Container mit Versorgungsmaterial zur Bergwerkskolonie auf Higgins' Moon zu bringen, sieht alles nach einem einfachen Job aus. In der Kolonie auf dem Planeten rumort es jedoch gewaltig: die Arbeiter leiden unter der zunehmenden Ausbeutung durch den Kernweltenkonzern. Dazu kommt noch, dass Harold Piccoli, ein Mitglied aus Johns Crew, ein ehemaliger Bewohner von Higgins' Moon ist, der dort steckbrieflich gesucht wird.

Dieses Hörbuch war mein erster Kontakt mit John Donovan und seiner sympathischen Crew, obwohl es schon zwei Bücher gibt, die zeitlich vor „Civil War“ spielen. Die sechs Bänder der Civil-War-Reihe sind jeweils nicht sehr umfangreich und sind zwar in sich abgeschlossen, aber der alles verbindende Bürgerkrieg und seine Entwicklung erstreckt sich über alle Bände, daher würde ich sie in jedem Fall chronologisch lesen bzw. hören.

Die Frontiersmen-Serie kann man als Space Western bezeichnen, es stehen weniger die neusten und raffiniertesten technischen Errungenschaften im Vordergrund, vielmehr verbindet der Autor sehr unterhaltsam Elemente aus dem Westernbereich mit Science Fiction: den Menschen ist es gelungen, weit auseinanderliegende Planeten zu besiedeln und regen interstellaren Handel zu treiben.

In diesem System gibt es die Kern- und die Randwelten. In den Kernwelten ist alles elitärer und moderner, während die Randwelten hauptsächlich als Rohstofflieferanten dienen, was zu einer zunehmenden Ausbeutung durch die Kernweltkonzerne und damit zur Unzufriedenheit der Menschen in den Randsektoren führt. In dieser Welt der Randwelten sind die Frontiersmen zuhause, unerschrockene Männer und Frauen, die mehr oder weniger riskante und legale Transportaufträge übernehmen, gerne für gutes Geld, und die die Gesetze der Kernunion gerne etwas großzügig auslegen auslegen – ihre persönliche Freiheit ist mit ihr höchstes Gut.

John Donovan ist ein Mann, der nicht viel Worte macht und der sich im Weltraum und auf seinem Schiff, der Mary-Jane Wellington am wohlsten fühlt. Wie alle Frontiersmen will er Ärger aus dem Weg gehen. Jedoch hat er dabei die Rechnung ohne seine Crew gemacht, die die Augen vor der Ungerechtigkeit in den Randwelten nicht verschließen will. Was mir an John gefällt, dass er wichtige Entscheidungen immer zusammen mit seiner Crew beschließt, was auch zu einem guten Klima an Bord führt.

Die Crew besteht aus Kelly, die je nach Bedarf die Rolle der Ärztin, Scharfschützin oder Co-Pilotin übernimmt. Sekoya, die grünhäutige Peko, die mit John eine Lebensschuld verbindet, nachdem er ihr vor einiger Zeit das Leben gerettet hat. Aleandro, das Nesthäkchen und genialer Computerspezialist. Harold Piccoli, der nach seiner Flucht von Higgins' Moon bei John seine Schulden abarbeitet. Und Johns alter Freund und Weggefährte Pat Hobel, der schon seit Jahrzehnten auf der Mary-Jane mitfliegt und ein begnadeter Bordmechaniker ist.

Und dann gibt es noch die Schiffs-KI der Mary-Jane, die viel mehr als nur eine künstliche Intelligenz ist und die ich daher sehr schnell ebenfalls ins Herz geschlossen habe.

Durch die Kürze der einzelnen Bände ist die Handlung spannend und ohne Längen, vor allem gefällt mir aber auch immer wieder der Humor, der oft genug eingestreut wird.

Die Hörbücher werden von Peter Lontzek gesprochen, der meiner Meinung nach seine Sache sehr gut macht. Durch die verschiedenen Stimmlagen des Sprechers wirken die Figuren noch plastischer und greifbarer.



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Jenseits von Wut

Lucie Flebbe
Flexibler Einband: 309 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 20.08.2018
ISBN 9783894255879
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Edith „Eddie“ Beelitz ist mit dem attraktiven Philipp verheiratet, den smarten Chef eines Fitness-Studios. Sie lebt in einem tollen Haus und kümmert sich voll und ganz um die Erziehung der gemeinsamen Tochter Lotti. Die Sache hat nur einen Haken: Philipp ist ein riesiger Idiot!

Als Eddie das endlich erkennt und mit Lotti auszieht, müssen schleunigst eine Unterkunft und ein Job her. Sie hat die Möglichkeit, in Teilzeit in ihren ungeliebten Beruf als Polizistin zurückzukehren, und zwar bei der Mordkommission. Gleich am ersten Arbeitstag erwarten sie die Ermittlungen zu einem Mord: die arbeitssuchende Ronja Bleier wurde direkt vor dem Jobcenter brutal erschlagen.


Ich bin ja ein großer Fan der Lila-Ziegler-Reihe und war daher sehr gespannt auf die neue Krimi-Reihe aus der Feder von Lucie Flebbe. Die Eddie-Beelitz-Romane spielen ebenfalls in Bochum und sind in sich jeweils abgeschlossen.


Die Autorin hat einfach ein Händchen für spezielle und interessante Charaktere, so auch diesmal bei der Protagonistin Eddie Beelitz, die so gar nicht für den Polizeijob gemacht zu sein scheint. Ihr Selbstvertrauen ist nicht besonders hoch, wobei hier auch eine große Schuld bei ihrem Ehemann liegt, der sie immer nach seinen Wünschen formen wollte. Außerdem ist sie zu sensibel, was den Umgang mit Waffen und Leichen angeht. Auf der anderen Seite ist sie eine sehr gute Schützin und verfügt über eine extrem gute Beobachtungs- und Kombinationsgabe.


Es fällt Eddie nicht leicht, in den Polizeijob zurückzukehren, den sie sowieso nie besonders gemocht hat. Aber sie braucht den Job, um sich und ihre Tochter nach der Trennung versorgen zu können. Dumm nur, dass es gerade bei laufenden Mordermittlungen mit der Teilzeit nicht immer gut funktioniert. Und es ist auch nicht von Vorteil, dass ihr Chef ein Ex-Lover ist.


Neben Eddie und ihren Sorgen, auf eigenen Füßen zu stehen, begegnen wir Zombie, einem Typen, der voller Aggressionen ist, die er nur schwer kontrollieren kann. Er macht es dem Leser sehr schwer, Sympathie für ihn zu empfinden, aber je näher man als Leser über ihn erfährt, desto eher kann man nachvollziehen, was alles bei ihm schief gelaufen sein muss. Dass er immer wieder an den Tatorten auftaucht, macht ihn ziemlich verdächtig, aber was hat er mit den Morden zu tun? Ist er der Täter? Als sich seine Identität am Schluss lüftet, war ich ziemlich überrascht, da ich bis zum Schluss auf der völlig falschen Fährte war. Überhaupt nimmt die Krimihandlung einen für mich überraschenden Ausgang.


Und auch die Nebenfiguren sind wieder sehr gut gelungen, zumal sie auf den zweiten Blick Qualitäten und Eigenschaften zeigen, die man anfangs gar nicht vermutet hat. Vor allem Mütze hat mir besonders gut gefallen.


Mit Eddie und Zombie hat Lucie Flebbe zwei völlig unterschiedliche, aber gelungene Figuren geschaffen, die für tolle und spannende Unterhaltung sorgen. Dabei ist das, was bei Eddie neben dem Job noch so läuft, mindestens genauso spannend wie die Ermittlungen.

Ich freue mich jedenfalls auf nächstes Jahr, wenn der zweite Teil der Reihe erscheinen wird.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Stille Schwester

Martin Krist
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei epubli, 17.07.2018
ISBN 9783746743653
Genre: Romane

Rezension:

Der Berliner Kommissar Henry Frei und seine Kollegin Louisa Albers haben wieder alle Hände zu tun: neben einer Brandstiftung, bei der ein kleiner Junge ums Leben kommt, wird auch ein Mann ermordet, der eigentlich unter Polizeischutz stehen sollte – und der etwas mit der Mordserie zu tun hat, die mit dem Tod der Frau des bekannten Fernsehpredigers Weinmann ihren Anfang genommen hat. Zwischen den einzelnen Opfern gibt es scheinbar keinerlei Zusammenhänge. Wird es den Ermittlern diesmal gelingen, dem Täter aufzuspüren und das Morden zu unterbrechen?


Im ersten Band um den pedantischen Henry Frei und seiner Partnerin Louisa Albers, die immer noch im Babystress ist, ging es vordergründig um das Verschwinden eines jungen Mädchens. Eher nebensächlich wurde damals der Mord an der Frau des Fernsehpredigers angerissen, der jedoch mit seinem Folgen in diesem zweiten Band zur Haupthandlung wird. Erschwert werden die Ermittlungen dadurch, dass es einfach keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen den einzelnen Opfern gibt. Hat es die Polizei mit geplanten Taten zu tun oder handelt es sich um einen willkürlich agierenden Psychopathen?


Bereits der Prolog beginnt, wie gewohnt, ziemlich dramatisch und spannend und man muss sich als Leser kurz orientieren, ich welchem zeitlichen Verhältnis er zum Rest der Handlung steht.

Neben den Ermittlungen der Kripo spielt die junge Rebecca eine Rolle, die sich dazu entschlossen hat, ihrem Freund einen Heiratsantrag zu machen. Bevor es jedoch dazu kommt, muss sie erkennen, dass er nicht ganz derjenige zu sein scheint, für den er sich ausgibt.


Dieser Band ist zwar in sich im Großen und Ganzen wieder abgeschlossen, aber auch über ihm schwebt die Ungewissheit, was es mit dem Verschwinden von Alanna auf sich hat, der Tochter von Freis ehemaligem Kollegen und Freund Oskar Marek. Sie wird seit einigen Jahren vermisst und Frei scheint durch ein dunkles Geheimnis mit ihr und ihrem Vater verbunden zu sein.

Marek hat schon seit Jahren den Polizeidienst quittiert und ist inzwischen mit seinen ominösen Geschäften ziemlich erfolgreich. In diesem Zusammenhang taucht er auch immer wieder in Freis Ermittlungen auf.


Die Handlung ist temporeich und der Autor schafft es wieder, mehrere falsche Fährten auszulegen. Unterbrochen werden die kurzen und knackigen Kapitel immer wieder durch die Auszüge einer geheimnisvollen Mail, die an Frei adressiert ist.


Das Finale ist ebenfalls spannend und packend, wirft aber auch einige Fragen auf und macht neugierig auf den dritten Band, in dem wir dann hoffentlich mehr über Alanna erfahren werden.

Besonders gefreut habe ich mich übrigens über den Gastauftritt von Paul Kalkbrenner, einem alten Bekannten aus früheren Romanen von Martin Krist.


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33 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Die Stimmlosen

Melanie Metzenthin
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 17.07.2018
ISBN 9782919801343
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Zweite Weltkrieg ist endlich zu Ende, jedoch ist das Leben in Hamburg und damit in der britischen Besatzungszone alles andere als leicht: durch die viel zu niedrige Kalorienzuteilung droht den Menschen der langsame Hungertod. Auch die Arztfamilien Hellmer und Ellerweg sind davon betroffen und so entscheiden sich Paula Hellmer und ihr bester Freund Fritz Ellerweg, einen illegalen Rettungsdienst einzurichten, der ihre enge Freundschaft mit dem britischen Arzt Dr. Arthur Grifford auf eine harte Probe stellen könnte, sollte er davon erfahren. Währenddessen warten Richard Hellmer und Arthur Grifford auf den Prozess gegen Richards ehemaligen Kollegen Krüger, bei dem plötzlich Richard derjenige ist, der sich rechtfertigen muss.


Auf die Fortsetzung von „Im Lautlosen“ habe ich mich sehr gefreut, vor allem auf das Wiedersehen mit den sympathischen Familien Hellmer und Ellerweg samt ihrem britischen Freund Arthur Grifford.

Zuerst war ich nur froh, dass der Krieg endlich vorüber war und keine weiteren Opfer mehr fordern konnte. Jedoch ist die Versorgungslage in den ersten Nachkriegsjahren im britischen Besatzungssektor so katastrophal, dass viele Menschen in dieser Zeit verhungerten. Auch die Protagonisten dieses Buches sind nicht von der prekären Situation ausgenommen und so ist es kein Wunder, dass sich Paula und Fritz dazu entschließen, ungewohnte Wege zu gehen, um die Versorgung ihrer Familien einigermaßen aufrechterhalten zu können.


Wie auch Richard war ich sehr gespannt auf den Prozess gegen Krüger, der u.a. wegen der Ermordung von mehr als zwanzig Kindern angeklagt werden soll, die während seiner Tätigkeit als Psychiater seine Patienten waren. Leider waren damals viele Posten gerade im Bereich der Justiz weiterhin von ehemaligen Nazis besetzt, so dass sich die deutsche Justiz damals nicht unbedingt mit Ruhm bekleckerte.


Wie schon im ersten Band geht es auch in diesem Buch um Hoffnung,Träume und vor allem tiefe Freundschaft – eine Freundschaft zwischen den Helllmers und Fritz, die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert und die die Freunde auffängt und aufrichtet, wenn sie an den Gegebenheiten zu verzweifeln drohen.

Aber auch die Freundschaft zwischen Richard, Fritz und dem britischen Arzt Arthur Grifford vertieft sich zunehmend und zeigt, dass wahre Freundschaft keine Grenzen kennt, auch wenn sie weder von deutscher noch von britischer Seite allzu gerne gesehen wird. Wer das erste Buch kennt, weiß, wie ungewöhnlich das Zustandekommen dieser deutsch-britischen Freundschaft war.


Fritz Ellerweg gehört zu meinen Lieblingsfiguren der beiden Bücher: ich liebe einfach seinen pragmatischen Humor, sein großes Herz und schätze seine Ehrlichkeit, mit der auch im zweiten Band den einen oder anderen Charakter zum Nach- und Umdenken bringt.


Die Autorin entwirft mit diesem Buch ein spannendes Zeitzeugnis der Nachkriegszeit in Hamburg, nicht nur am Schicksal der beiden Arztfamilien, sondern auch der Hamburger, die von Trümmer und Hunger betroffen sind.

Und natürlich war ich gespannt darauf, ob Richard und Paula ihre Träume, die sie sich am Ende von „Im Lautlosen“ vorgenommen haben, verwirklichen werden.


Dieses Buch ist eine tolle Fortsetzung des ersten Bandes und ich bedaure es sehr, die lieb gewonnenen Charaktere nun ziehen lassen zu müssen.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Totenbauer

Tom Finnek
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe Ag, 12.06.2018
ISBN 9783741300905
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Tod eines Mannes, der mit den Worten „Toter Bauer“ zusammenbricht, gibt Maik Bertram Rätsel auf. Der Ermittler denkt an ein Eifersuchtsdrama, jedoch treten die Ermittlungen zunehmend auf der Stelle. Daher wendet sich Bertram an seinen alten Kollegen Tenbrink, der sich noch immer von seinem Schädelbasisbruch erholt und weiterhin mit seinen massiven Gedächtnislücken zu kämpfen hat. Zusammen gelingt es ihnen, neue Spuren zu entdecken, die zu vergrabenen Familiengeheimnisse führen. Aber auch die beiden Beamten werden von ihrer Vergangenheit eingeholt.


Nach dem tollen Einstand von Heinrich Tenbrink und Maik Bertram in „Galgenhügel“ habe ich mich sehr auf den zweiten Band um den knurrigen Tenbrink und Bertram, der einfach nur von seinen Kollegen in Ruhe gelassen werden möchte, gefreut. Und auch diesmal gelingt es dem Autor wieder mühelos, einen spannenden und überraschenden Regionalkrimi mit viel Lokalkolorit zu erzählen. Dabei werden einige Hinweise gestreut, die mich immer wieder in die völlig falsche Richtung denken ließen.


Auch diesmal gibt es zwei Erzählstränge, die scheinbar erstmal nichts miteinander zu tun haben: einmal werden die aktuellen Ereignisse im Münsterland erzählt, andererseits reisen die Leser immer wieder ein paar Jahre in die Vergangenheit zu einem Familienurlaub auf Kreta und erleben dessen Folgen. Ich hatte anfangs keinen blassen Schimmer, was diese beiden Zeitebenen miteinander zu haben könnten. Wie bei einer Zwiebel gibt der Autor geschickt mit jeder Schale, die entfernt wird, mehr Informationen preis, bis allmählich nicht nur den Ermittlern die Zusammenhänge dämmern.


Tenbrink und Bertram – die beiden sind einfach ein Dreamteam, weil sie irgendwie beide besondere, aber liebenswürdige Eigenbrötler sind. Die beiden sind meiner Meinung nicht einfach mehr nur Kollegen, sondern können auch privat bei einem gemeinsamen Bier sich einiges anvertrauen.


Tenbrink lässt sich endlich untersuchen, um die Ursache für seine starken Gedächtnislücken, die ihm immer mehr und mehr zu schaffen machen, herauszufinden – auch wenn ich persönlich Angst vor der Diagnose hatte. Nach dem letzten Einsatz, bei dem er schwer verletzt wurde, ist er nach wie vor krankgeschrieben, was ihn aber nicht davon abhält, Bertram bei den Ermittlungen zur Hand zu gehen. Außerdem bekommt Tenbrink diesmal einen unerwarteten Mitbewohner.


Aber auch Bertram wird von seiner Vergangenheit in Berlin eingeholt, die ihm ziemliche Probleme bereiten wird. Bertram ist ja echt ein netter Kerl, aber was sein Verhältnis zur Oberstaatsanwältin angeht, hat er einfach keinen Arsch in der Hose, das muss man so hart sagen. Daher kommt es im zweiten Band auch zu der einen oder anderen peinlichen und unangenehmen Situation für ihn.


Der Kriminalfall ist zwar in sich abgeschlossen, aber die Vergangenheit der beiden Ermittler, die ihre langen Schatten bis in die Gegenwart wirft, zieht sich wie ein roter Faden durch die Bücher. Ich finde diese Themen genauso spannend wie die Ermittlungen selbst. Ich hoffe sehr, dass es mit Tenbrink und Bertram weitergehen wird, zumal das Ende von „Totenbauer“ einen spannenden Ausblick auf einen weiteren Band gibt.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Der Weg der verlorenen Träume

Rebecca Michéle
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 17.05.2018
ISBN 9783958131347
Genre: Romane

Rezension:

Masuren, Ostpreußen 1918: Der erste Weltkrieg ist endlich vorüber, aber er hat auch seine Spuren in der ostpreußischen Familie Mahnstein hinterlassen. An der jungen Hedwig, eine der Mahnstein-Töchter, bleibt zudem viel Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister hängen, da die Mutter kränklich ist. Dennoch verfolgt sie gegen alle Widerstände ihren Traum von einer Ausbildung als Schneiderin, obwohl es zur damaligen Zeit verpönt war, dass Frauen einer Arbeit nachgingen. Auch durch ihre Heirat mit einem aufstrebenden Musiker und der Geburt zweier Kinder denkt Hedwig nicht ans Aufgeben, obwohl sie es mit ihren Schwiegereltern alles andere als leicht hat.

Als Hedwig endlich ihre Ziele verwirklicht sieht, zerstört der Zweite Weltkrieg alles, was sich die Familie aufgebaut hat.


Diesmal entführt die Autorin die Leser nicht auf die britischen Inseln, sondern in das Ostpreußen der Weimarer Republik und des anschließenden Dritten Reichs. Dabei erzählt sie eine ergreifende und bewegende Familiengeschichte, in deren Mittelpunkt Hedwig Mahnstein und später ihre Tochter Margarethe steht. Sie erzählt von Hedwigs Kampf gegen die gesellschaftlichen Zwänge ihrer Zeit, die das Ziel der Frauen in einer Heirat und ihren Platz am heimischen Herd und bei ihren Kindern sehen. Man muss Hedwig bewundern, mit welcher Stärke und Vehemenz sie ihren Weg verfolgt. Überhaupt kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Mahnstein-Frauen Kämpferinnen und auch stolz darauf sind. Gerade für Margarethe ist das Durchhaltevermögen der Frauen ihrer Familie immer wieder ein Vorbild, sich nicht unterkriegen zu lassen.


Ganz stark ist die Darstellung der Charaktere: sie sind sehr vielschichtig gezeichnet und immer wieder für Überraschungen gut. Besonders widersprüchlich empfand ich dabei den Vater von Hedwig, der sich überhaupt nicht damit anfreunden kann, dass seine Tochter einen Beruf und die Selbständigkeit anstrebt, aber ihr dennoch in wirklich gefährlichen Situationen den Rücken stärkt.

Oder auch Hedwigs Bruder Karl, der sich desillusioniert von der Politik der Weimarer Republik empfänglich für die Propaganda von Hitler zeigt, was beim Rest der Familie auf Unverständnis stößt. Und doch, wenn es darauf ankommt, beweisen die Mahnsteins, dass sie eine Familie sind.


Zwiespältig hat mich auch Hedwigs späterer Ehemann zurückgelassen, der zwar Hedwig in ihren Träumen unterstützt, wenn es jedoch um seine eigenen Lebensziele geht, äußerst egoistisch vorgeht. Albert ist einfach zu leichtlebig und zu optimistisch, ganz das Gegenteil der starken Hedwig, die ihm jedoch viel zu lange alles durchgehen lässt.


Die Geschichte endet nicht mit der nervenaufreibenden Flucht aus Ostpreußen am Ende des Zweiten Weltkriegs, vielmehr begleitet der Leser Hedwig und Margarethe noch viele Jahre durch das Nachkriegsdeutschland und die Bundesrepublik und erlebt dabei einige Momente, die man schon als kleine Wunder bezeichnen kann.


Sehr interessant ist aber auch das Nachwort der Autorin, das für mich eine Überraschung bereithielt. Und wieder mal zeigt, dass das Leben die spannendsten und unglaublichsten Geschichten erzählt.


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Die Dämonenkriege

Michael Hamannt
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.02.2018
ISBN 9783453318380
Genre: Fantasy

Rezension:

1000 Jahre hat die Schutzbarriere gegen die Dämonen aus der Gegenwelt gehalten, aber nun scheint die Magie zu bröckeln. Der Dämonenjäger Ryk verliert bei einem Einsatz zwei Gefährten an einen Dämon, der es eigentlich nicht hätte durch die Barriere schaffen dürfen. Ryk schwört Rache und nimmt die Verfolgung des Dämons auf.

Der junge Thronprinz Ishan gerät in eine gefährliche Intrige mit dämonischem Hintergrund, die Assassinin Catara hat den Auftrag, ihm zur Flucht zu verhelfen.

Warum wird die Barriere plötzlich durchlässig? Und droht den Schwebenden Reichen womöglich ein weiterer blutiger Dämonenkrieg?


Dieses Buch bildet den gelungenen Auftakt zu dem Zweiteiler um die Schwebenden Reiche, die sich einem weiteren drohendem Dämonenkrieg gegenübersehen. Mit den Schwebenden Reichen hat der Autor eine für mich faszinierende Welt geschaffen, die aus einzelnen schwebenden Inseln besteht und durch die Feuerflüsse, die stark an Lavaströme erinnern, verbunden sind. Man ertappt sich unweigerlich dabei, die dortigen Begebenheiten mit den uns bekannten physikalischen Gesetzen erklären zu wollen. Noch spannender werden die Reiche jedoch, wenn der Leser in ihnen plötzlich auf bekannte Dinge stößt. Über die Vergangenheit der Schwebenden Reiche erhält der Leser häppchenweise Informationen und ich hoffe, dass ich im zweiten Band noch mehr darüber erfahren werde.


Ebenso spannend wie die Schwebenden Reiche selbst sind seine Bewohner und Protagonisten dieses Romans, der in mehrere Handlungsstränge unterteilt und somit aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Michael Hamannt hat es geschafft, seine Figuren vielschichtig und überraschend darzustellen, was zu einigen unerwarteten Wendungen führt. Man fiebert regelrecht mit und fragt sich, ob und wann sich die verschiedenen Handlungsstränge kreuzen werden.


Der Dämonenjäger Ryk hat ganz eigene persönliche Gründe, warum er so einen großen Hass auf die Dämonen der Gegenwelt hat. Umso unerbittlicher ist er in seiner Rache, als er zwei seiner Freunde und Gefährten an einen Dämon verliert, der gar nicht in den Schwebenden Reichen sein dürfte. Um diesen Dämon zu finden, muss er jedoch die Hilfe einer alten Freundin in Anspruch nehmen, die überhaupt nicht gut auf Ryk zu sprechen ist.


Ishan ist ein junger Prinz und ein etwas arroganter Heißsporn, der noch nicht weiß, wann es besser ist, den Mund zu halten, um sich nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Als sich für ihn die Ereignisse überschlagen, muss er auf die harte Art lernen, was es heißt, zu überleben und unterzutauchen.


Catara ist eine Assassinin im Dienste von Ishans Stiefmutter, der sie treu ergeben ist, weil sie ihr in der Vergangenheit sehr viel verdankt. Sie gehört einem Volk an, das seit Jahrhunderten unter einem schrecklichen dämonischen Fluch leidet, welchen Catara nicht zu akzeptieren bereit ist, was jedoch einen hohen Preis von ihr fordert. Sie hat mich besonders zwiegespalten zurückgelassen, denn als Assassinin ist sie es gewohnt, über Leichen zu gehen, was mich natürlich abgeschreckt hat. Andererseits konnte ich aber auch ihre Gründe nachvollziehen, je mehr wir über ihr Volk und Cataras Vergangenheit und das Leid aufgrund des Fluches erfahren.


Der Autor hat eine komplexe und spannende Geschichte geschrieben, die mit einer absolut überraschenden Wendung endet und mich sehr neugierig auf den zweiten Band macht. Am Ende des ersten Buches wird klar, dass vieles nicht so ist, wie es scheint und dass manche der Protagonisten ihre Haltung überdenken müssen.

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Träume aus Silber

Mina Baites
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 24.04.2018
ISBN 9782919800544
Genre: Historische Romane

Rezension:

1963: Nachdem Lilian Morrison überglücklich ist, ihre Familie in Kapstadt wiedergefunden zu haben, bereiten sie und ihr zukünftiger Ehemann ihren Umzug nach Südafrika vor. Allerdings lässt es Lilian keine Ruhe, nicht mehr über ihre Schwester Emma zu wissen, die in London bei einem Bombengriff während des Zweiten Weltkriegs gestorben ist. Daher macht sie sich auf die Suche, um doch noch Spuren ihrer toten Schwester zu finden.

Gleichzeitig kämpft ihre Großmutter Lotte in Kapstadt mit den Ungerechtigkeiten durch die Apartheid, in dem sie gegen das Gesetz verstößt und den Schwarzen hilft.

In Irland wird die Tischlerin Ceara Foley zunehmend von Albträumen geplagt. Ihr wird klar, dass sie sich ihrer Vergangenheit stellen muss, an die sie keinerlei Erinnerungen mehr hat.


Mit Freude habe ich die Fortsetzung von „Die silberne Spieldose“ erwartet, auch wenn man dieses Buch ohne Vorkenntnisse lesen kann. Jedoch habe ich die Menschen aus dem ersten Band ins Herz geschlossen und habe mich daher sehr über das Wiedersehen gefreut. Vor allem auch, weil diesmal das Schicksal von Emma, der älteren Schwester von Lilian, im Mittelpunkt steht. Die beiden Mädchen wurden in den dunkelsten Stunden der Nazi-Tyrannei von ihren jüdischen Eltern allein nach England geschickt, um im schlimmsten Fall wenigstens ihnen ein Überleben zu ermöglichen.


Allerdings ist bereits der Prolog ziemlich traurig, wird der Leser doch Zeuge, wie Emma das Opfer eines Luftangriffs auf London wird. Aber je weiter Lilian in der Vergangenheit ihrer Schwester gräbt, umso stärker werden die Zweifel, was ihren Tod angeht.


Die Autorin schafft es wieder mühelos, eine ergreifende und emotionale Familiengeschichte rund um die jüdische Familie Blumenthal zu schreiben. Durch die Spurensuche nach Emma erfährt der Leser Stück für Stück Einzelheiten aus ihrem Leben in London und welchen langfristigen Einfluss die Geschehnisse aus der Nazi-Zeit auf das Leben ihrer Opfer und deren Angehörigen hat.


Die Familienmitglieder der Blumenthals muss man einfach gern haben, sie haben ein sehr großes Herz, in dem trotz aller bitteren Erfahrungen noch Platz für die sie umgebenden Menschen ist.


Aber das Buch behandelt nicht nur die Suche nach der Schwester, sondern setzt sich auch kritisch mit der politischen Situation in Südafrika zur Zeit der Apartheid auseinander. Lilians Großmutter Lotte ist diesmal nicht mehr bereit, den Kopf einzuziehen, wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe ausgegrenzt werden – allerdings ist der Gegenwind mehr als rau.


Über allem steht die silberne Spieldose, die der Vater von Lilian und Emma seinerzeit von seinem Vater geschenkt bekommen hat und die Emma in England ihrer kleinen Schwester anvertraut hat – und auch in diesem Buch wieder eine wichtige Rolle spielt.


Das Ende des Buches hat mir wieder gut gefallen, die Autorin hat einfach eine sehr schöne Art, berührende Geschichten zu schreiben.

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Rotes Rauschen - Psychothriller

Cornelia Lotter
E-Buch Text: 168 Seiten
Erschienen bei null, 28.02.2018
ISBN B07B5363ZQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die 45-jährige Susanne leidet unter dem Verlust der Erinnerungen an ihre Kindheit. Warum fühlt sie sich nicht in der Lage, andere Menschen zu lieben? Warum ist das Verhältnis zu ihrer Mutter so kühl? Und welche Rolle spielt dabei ihr verstorbener Vater? Mithilfe einer neuartigen Psychotherapie, die jedoch auf der Einnahme von bewusstseinserweiternden Drogen basiert, hofft Susanne, Antworten auf diese Fragen zu finden. Dabei stößt sie das Tor zu einem vergessenen Albtraum auf.


Ich muss gestehen, aufgrund des Klappentextes hatte ich eine etwas andere Handlung erwartet, die Erwähnung von „Warum watet sie in ihren Träumen durch Seen voll Blut?“ hat mich eher an blutrünstige Morde denken lassen, daher war ich überrascht, welche Wendung Susannes Suche nach ihrer Vergangenheit genommen hat.


Susanne führt eigentlich ein gutes Leben: im Job und auch in ihrer Beziehung mit Gudrun läuft es rund. Aber dennoch lassen sie ihre fehlenden Erinnerungen an ihre Kindheit nicht zur Ruhe kommen. Sie ist sich sicher, dass es ihr erst besser gehen wird, wenn sie Antworten gefunden hat. Daher greift sie nach mehreren erfolglosen Behandlungsversuchen zu dem Strohhalm der Therapie mit bewusstseinserweiternden, illegalen Drogen. Hier verwebt die Autorin dabei geschickt Tatsachenberichte mit der Handlung. Und auch wenn sich bei Susanne erste Erfolge dank dieser Therapie einstellen, werden von Cornelia Lotter ihre gesundheitlichen Gefahren und Risiken drastisch aufgezeigt.


Ich denke, dass es durchaus Drogen gibt, mit denen man sehr gute Erfolge in der Medizin erlangen kann, jedoch bin ich sehr skeptisch, wenn die Therapie nicht unter kontrollierter ärztlicher Aufsicht durchgeführt wird. Daher kann ich Gudruns Einwände sehr gut nachvollziehen, kann aber auf der anderen Seite auch Susanne verstehen, die endlich Fragen auf ihre Antworten möchte.

Allerdings konnte man sich bei dem, was Susanne unter dem Einfluss der Drogen aus ihrem Unterbewusstsein ausgräbt, nicht sicher sein, ob das tatsächliche Erinnerungen darstellen oder ob es sich dabei um Halluzinationen handelt. Für meinen Geschmack war sich Susanne zu oft zu sicher, das ihre Flashbacks tatsächlich so geschehen sind.


Jedoch fragt man sich als Leser bei dem, was Susanne erfährt, ob es nicht seinen guten Grund hat, warum bestimmte Erinnerungen verdrängt werden. Auch mit dieser Frage setzt sich die Autorin auseinander.

Aber Susanne geht den Weg, den sie einmal beschritten hat, unerbittlich weiter, auch wenn jede neue Erinnerung weiteren Schrecken für sie bereithält. Glücklicherweise bekommt sie dabei noch Hilfe von außen.


Das Buch ist spannend geschrieben, wenn ich auch warnen möchte, dass Susannes Vergangenheit schockierende Tatsachen ans Tageslicht bringt, bei deren Beschreibung die Autorin nichts beschönigt und die mich als Leser auch nach der Lektüre noch beschäftigt haben.

Ich war mir nicht sicher, ob und wie Susanne all das verkraften wird. Spannend war in diesem Zusammenhang auch das Verhalten von Susannes Mutter, die die Augen vor der Vergangenheit fest verschlossen hat, während Susanne versucht, zu ihr durchzudringen.


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Das Imago-Projekt

Robert Corvus
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2018
ISBN 9783492704823
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die letzten freien Menschen, die sich in einem Schwarm von 28 Großraumschiffen zusammengetan haben, müssen vor ihren Feinden in den Rotraum fliehen. Dabei geraten sie in den Fokus einer fremdartigen Intelligenz, die sie Sphäre nennen. Diese gigantische Sphäre umhüllt einen Stern, jedoch nimmt sie Kontakt zu den Menschen auf, vor allem zu den sogenannten Befreiern der ESOX. Diese Gruppe will sich aus dem Überwachungsgriff der anderen Schiffe gewaltsam befreien und wieder ihrem Zentralcomputer zu alter Macht verhelfen. Mithilfe der Sphäre hoffen sie ihr Ziel zu erreichen, auch wenn das die Abspaltung vom Schwarm bedeuten würde.


Nach „Feuer der Leere“ entführt der Autor die Leser wiederum in die Welt der letzten Menschen und ihres Schwarms. Die Handlung baut jedoch nicht auf dem ersten Band auf, sondern bildet eine eigene Geschichte. Aber dennoch begegnen wir einigen Charaktere aus dem ersten Band. So auch Kara Jeskon, eine Koexistenzialistin, die daran glaubt, dass es neben dem Weg der Gewalt eine Chance auf ein friedliches Zusammenleben der Spezies gibt.

Während Kara im ersten Buch noch etwas unreif erschienen ist, muss sie diesmal beweisen, wie ernst es ihr mit ihren Idealen ist und was sie bereit ist zu tun, um diese umzusetzen.


Bei dem Raumschiffen stehen diesmal die ESOX und auch die SQUID im Vordergrund, welche nicht unterschiedlicher sein können. Die Mitglieder der ESOX setzten bis vor fünf Jahren auf Implantate und eine enge Verbindung und Abhängigkeit von ihrem Zentralcomputer, der ihnen eine technisch hohe Effizienz und persönliche Leistungssteigerung ermöglichte. Die Menschen der anderen Raumschiffe sahen hierbei eine Gefahr für das Menschsein und besetzten damals die ESOX und kappten mit Waffengewalt den Einfluss des Zentralrechners.

Die SQUID dagegen ist das einzige Schiff des Schwarms, welches selbst ein lebender Organismus darstellt. Das als Gütige Mutter bezeichnete Schiff ist ein Kind des Rotraums. Ihre Bewohner zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine technischen, sondern ausgeprägte biologische Mutationen aufweisen.


Ein Teil der ESOX, darunter Aneste, streben den früheren Zustand auf der ESOX an, und zwar mit Waffengewalt und Guerillamethoden. Anfangs konnte ich Anestes Beweggründe noch nachvollziehen, aber dann wurde sie mir aufgrund ihres brennenden Hasses auf die Besatzer immer unsympathischer. Umso gespannter war ich natürlich, ob es zu einem Zusammentreffen von Aneste und Kara kommen wird und wie dieses dann verlaufen wird.


Um ihr Ziel zu erreichen,ist Aneste bereit, sich mit der fremden Intelligenz zu verbünden, die ihr ihre Hilfe anbietet. Aber da schnell klar wird, dass die Sphäre den Menschen haushoch überlegen ist, habe ich mich gefragt, welches Ziel sie dabei wirklich verfolgt.


Das was dann die Protagonisten erleben und erfahren, ist eine spannende Reise zu den Fragen der Menschheit und was die Menschen ausmacht – und ob und wie menschlich Superintelligenzen sein können. Diese Reise bringt nicht nur die SQUID und die ESOX an ihre Grenzen, sondern könnte zu einer Gefahr für den ganzen Schwarm werden.


Gelungen fand ich auch, dass wir diesmal mit der PAYARA ein bisher unbekanntes Schiff des Schwarms näher kennenlernen. Für dessen Bewohner ist es das höchste Ziel, sich in Kämpfen Meriten zu erwerben, mit denen sie sich brüsten können. Ich muss gestehen, ich hatte ein wenig Schwierigkeiten mit dieser Zielsetzung. Vor allem war es aber ein spannender Kontrast zu Karas Bestrebungen, auf Diplomatie statt auf Waffen zu setzen.


Dank der vielschichtigen Darstellung seiner Figuren und den tiefschürfenden Fragen, die viel Raum für eigene Überlegungen und Reflexionen bieten, schaffte es Robert Corvus wieder, einen für mich äußerst spannenden und unterhaltsamen Roman zu schreiben. Mir hat „Feuer der Leere“ schon sehr gut gefallen, aber „Das Imago-Projekt“ konnte noch etwas draufsetzen. Daher hoffe ich sehr, dass wir noch weitere Geschichten rund um den Schwarm lesen werden, denn Potenzial gibt es in jedem Fall noch genug.


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So bitter die Rache

Eric Berg
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Limes, 19.03.2018
ISBN 9783809026600
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ellen Holst hat sich nach der Trennung ihres Mannes mit ihrem Sohn Tristan in Heiligendamm an der Ostsee niedergelassen. Kaum ist sie eingezogen, erfährt sie, dass in ihrer Wohnanlage und schlimmer noch, in ihrem Haus, vor sechs Jahren drei Menschen ermordet wurden. Sie versucht, die vergangenen Ereignisse nicht zu sehr an sich ran zu lassen, aber als Gegenstände aus ihrem Haus verschwinden, muss sie sich doch mit der Vergangenheit auseinandersetzen.


Die spannende Krimihandlung wird auf zwei wechselnden Zeitebenen erzählt: einmal erleben wir die Ereignisse von 2010 mit, die in dem furchtbaren Dreifachmord gipfeln, auf der anderen Seite begleiten wir Ellen und Tristan bei ihrem Neuanfang in Heiligendamm.


2010 wird die schicke und luxuriöse Wohnanlage Vineta in Heiligendamm eröffnet, verschiedene Menschen und Familien beziehen die neuen Häuser, die nach außen hin durch eine Mauer und Pförtner abgesichert sind. Der Erbauer und Gründer von Vineta, Gernot Kessel, verfolgt das Ziel, dass seine Bewohner zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen. Dazu gehören gemeinsame Grillabende usw. Ich finde es zwar schön, wenn Nachbarn nicht völlig isoliert voneinander leben, aber die Zielsetzung von Kessel und seine Durchführung hatten für mich etwas Aufgesetztes und Zwanghaftes, ja, ich empfand es stellenweise sogar als übergriffig. Schnell keimen die ersten Konflikte auf, die sich immer weiter steigern.


Als Ellen im Jahr 2016 in eines der Häuser zieht, macht Vineta einen vernachlässigten Eindruck und ich war neugierig, was zu diesem Verfall geführt hat. Und ich war natürlich auch sehr gespannt, wer von den damaligen Bewohnern noch in Vineta lebt bzw. welche damals ermordet wurden. Der Autor verschleiert die Identität der Toten sehr geschickt, so dass man als Leser viel Raum zum Spekulieren hat.


Es gibt aber noch einen dritten Handlungsstrang, bei dem es um zwei albanische Geschwister und deren furchtbare Familiengeschichte geht und den ich anfangs überhaupt nicht den Ereignissen von Vineta zuordnen konnte.


Die Charaktere sind sehr gut gelungen und manches Mal musste ich meinen ersten Eindruck revidieren. Ellen Holst hat sich schweren Herzens von ihrem Mann getrennt, weil sie das oberflächliche Leben als Diplomatengattin satt hatte. Der Leser erfährt einige Einzelheiten aus ihrem bisher luxuriösen Leben in teilweise sehr armen Ländern und ich muss sagen, ich konnte ihre Entscheidung nachvollziehen. Allerdings fällt es Ellen anfangs schwer, eine Neuorientierung für ihr nun sesshaftes Leben zu finden. Ihr Sohn Tristan erscheint anfangs als typischer Jugendlicher, aber tatsächlich hat er ein sehr großes Herz.

Aber auch die Eigenheiten der Bewohner von 2010 hat der Autor sehr gut getroffen.


Das Buch ist spannend geschrieben, mit viel Raum zum Spekulieren und die Auflösung der Morde von 2010 und seine Opfer konnten mich überraschen.


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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Die Phileasson-Saga - Schlangengrab

Bernhard Hennen
E-Buch Text: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 12.03.2018
ISBN 9783641203863
Genre: Fantasy

Rezension:

Auf geht’s ins Perlenmeer und das bunte und schrille Maraskan! Es gilt, den Zahn einer Seeschlange zu erbeuten, um in dieser fünften Runde einen Punkt zu erringen, der sowohl den Foggwulf als auch den Blender näher an den ersehnten Titel „König der Meere“ bringt. Dazu müssen die Koontrahenten jedoch zuerst ein Schiff und Mannschaft zu finden, welche sie bei ihrer Aufgabe unterstützt. Was gar nicht so einfach ist, gelten die Seeschlangen doch als Ausgeburten der Dämonen und selbst die waghalsigsten Haijäger machen einen Bogen um die Bestien. Während Phileasson verzweifelt nach einer Mitfahrgelegenheit sucht, konnte Beorn bereits einen alten Bekannten dazu überreden, ihm sein Schiff und seine Mannschaft zur Verfügung zu stellen. Jedoch vermeidet es Beorn, ihm die ganze Wahrheit über die Mission zu erzählen.


Es geht weiter bei der Wettfahrt um den Titel „König der Meere“: die Aufgabe ist diesmal eine besonders gefahrvolle Herausforderung, bei der es alles andere als sicher ist, wieviele der Recken aus den beiden Ottajaskos dieses Abenteuer überleben werden. Kein Wunder also, dass dieses Buch besonders spannend ist.


Direkt zu Beginn der Handlung habe ich mich mal wieder über Pardona und den Namenlosen geärgert, als klar wird, dass der Gott die Prophezeiung, welche Shaya erhalten hat, etwas abgewandelt hat, um die Ottajasko um Phileasson in die Irre zu leiten. Und als ob das noch nicht genug ist, gelingt es dem Foggwulf einfach nicht, ein Schiff zu finden, welches ihre wahnwitzige Mission unterstützen würde. Dagegen ist Beorn schon längst Schiffsplanken unter den Füßen und auf dem Weg, einen Zahn zu erbeuten. Es bleibt also die ganze Zeit sehr spannend, wer es diesmal schaffen wird, sich den Punkt zu verdienen.


Die Reise führt die Helden des Buchs und den Leser in das laute, bunte, schrille und chaotische Maraskan. Solch einer verrückten Stadt sind wir in den letzten Abenteuern noch nicht begegnet. Ihre Bewohner sind der Meinung, ihre Stadt ist schön, das Leben ist schön und sollte das nicht der Fall sein, dann wird es eben schön gemacht. Ich musste einige Male über die Besonderheiten dieser Stadt lachen. Sie ist zwar ziemlich anstrengend, aber gleichzeitig finde ich es auch ein bisschen schade, dass wir diesen quirligen Ort wieder verlassen. Die Flora und Fauna, die es auf Maraskan gibt, ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, weil sie völlig anders und fremdartig ist.

Für die Traviageweihte Shaya stellt Maraskan und eine ihrer Bewohnerin eine besondere Herausforderung dar.


Den Prolog habe ich mit besonderem Interesse gelesen, da wir diesmal einen wichtigen Teil aus Beorns Vergangenheit erfahren, der ein ganz neues Licht auf ihn wirft. Ich mus gestehen, ich hoffe zwar, dass Phileasson am Ende den Titel erringen wird, aber Beorn hat bei mir zwischenzeitlich auch einige Sympathiepunkte erringen können. Außerdem werden im Prolog wieder ein paar interessante Figuren vorgestellt.


Aber auch die Nebenschauplätze, wie das brisante Dreiecksverhältnis Tylstyr-Zidaine-Tjorne, kommen nicht zu kurz. Und auch Abdul der Magier hat seine spannenden Auftritte, bei denen man sich immer wieder fragt, ob er wirklich weiß, was er tut.


Die Mischung aus Tropenmeer und den spannenden Jagdszenen, das verrückte Maraskan mit seinen schillernden Bewohnern und der fremdartigen Tier- und Pflanzenwelt, alte Kulte und neue Götter machen dieses Buch für mich zu einem der Highlights dieser sowieso schon grandiosen Serie.


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86 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

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Schweigegelübde

Barbara Bierach
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783548290232
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Für Inspector Emma Vaughan von der Mordkommission Sligo kommt es gerade knüppeldick: ihre Abhängigkeit von dem opiumhaltigen Schmerzmittel Oxycodon ist ihrem Vorgesetzten nicht verborgen geblieben, daher schickt er sie zu einem Drogenscreening in das örtliche Krankenhaus. Emma ist klar, dass das Ergebnis dieses Test ihr beruflich das Genick brechen kann. Im Krankenhaus spricht sie jedoch der Ehemann ihrer Freundin an: er hat den Verdacht, dass sich ein Todesengel unter ihnen befindet, der Patienten, die sich eigentlich auf dem Weg der Besserung befinden, in den Tod befördert.


Nachdem mir der erste Band „Lügenmauer“ schon gut gefallen hat, war ich natürlich gespannt, wie es mit Emma Vaughan weitergehen wird. Da eine Entscheidung Emmas am Ende des ersten Buchs seinen fatalen Nachhall in diesem Band findet, hatte ich zuerst die Befürchtung, dass ich mich womöglich an zu wenig Details erinnern könnte, jedoch war das unbegründet, da die Autorin geschickt und wohldosiert Rückblenden einbaut.


Der neueste Fall des vermeintlichen Todesengel im Krankenhaus von Sligo ist wieder spannend aufgebaut. Interessant ist, dass dieser Fall deutlich vor dem Ende des Buches aufgelöst wird. Danach fällt die Spannung aber nicht ab, denn so wie es aussieht, hat Emma bei ihrem vorigen Fall eine tödliche Fehlentscheidung getroffen, die sie nun einholt.


Daneben muss sich Emma mit dem bevorstehenden Prozess gegen ihren ungeliebten Exmann Paul herumschlagen, der angeklagt wird, vor Jahren ein führendes Mitglied der IRA gewesen zu sein. Ob an den Vorwürfen etwas dran ist oder nicht, wird in diesem zweiten Buch ebenfalls gelüftet. Ein Vorteil hat der Prozess jedoch: Pauls neuer Anwalt macht einen äußerst sympathischen und ansprechenden Eindruck auf Emma.


Und dann schwebt noch der Drogentest wie ein Damoklesschwert über Emma und ihrer berufliche Zukunft. Dem Leser ist aber klar, dass sich diesbezüglich bei ihr etwas dringend ändern muss. Natürlich ist dieser Drogentest alles andere als angenehm für sie, aber ich habe beim Lesen dennoch gehofft, dass Emma durch den Test vielleicht endlich gezwungen wird, an ihrer Situation etwas zu ändern.


Genauso interessant wie die Krimihandlung sind wieder die vielen tiefen Einblicke in die irische Gesellschaft und ihre Vergangenheit, die bis heute durch die Religion und IRA geprägt ist. Als Leser erfährt man dabei manch traurige und ernüchternden Details, die das romantische Bild vom Sehnsuchtsziel Irland ins Wanken bringen. Man merkt, dass die Autorin seit vielen Jahren in Irland lebt.


Mich konnte der zweite Teil um die toughe Emma Vaughan wieder überzeugen und ich hoffe sehr, dass wir noch weitere Fälle mit ihr zu lesen bekommen werden.

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143 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

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Das dunkle Herz

Lukas Hainer
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492704724
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Anna verliert während des Gedächtnisgottesdienst für ihren seit zehn Jahren vermissten Bruder Ben das Bewusstsein, als sie wieder erwacht, befindet sie sich in einer völlig fremden Welt. In der Ferne erkennt sie die Gebäude und Ruinen einer Art Wüstenstadt und als sie in der Stadt ankommt, entdeckt sie weitere Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft, die sich ebenfalls nicht erklären können, wie sie plötzlich dorthin gelangt sind. Was bedeutet dieser Albtraum? Und gibt es eine Möglichkeit, wieder nach Hause zu kommen? Dann findet Anna Anzeichen, die zu ihrem Bruder Ben führen.


Die Thematik des Buches, sich plötzlich in einer wildfremden Umgebung zu befinden, ohne zu wissen, wie und warum man dorthin gelangt ist, hat mich direkt angesprochen. Und bereits nach den ersten spannenden Seiten häuften sich bei mir die Fragen: wo sind Anna und die Anderen gestrandet, befindet sich dieser Ort in unserer Welt? Nach welchen Kriterien wurden die Menschen ausgesucht, gibt es Gemeinsamkeiten zwischen ihnen? Welches Ziel wird mit der Entführung der Menschen verfolgt – und von wem? Werden sich noch andere Menschen an diesem Ort befinden, die schon länger da sind? Gibt es eine Möglichkeit, diese Welt wieder zu verlassen? Von wem stammen die Worte „Du sollst nicht töten“, die sich an der Wand einer Kirche befinden – und warum?


Der Versuch von Anna und den anderen Gestrandeten, Antworten auf diese Fragen zu finden, bilden eine packende und spannende Handlung, so dass es mir nicht leicht gefallen ist, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen. Neben der Suche nach den Hintergründen ist auch die Bildung von Gruppen und Zweckgemeinschaften sehr spannend und wie die einzelnen Menschen unterschiedlich mit der neuen Situation zurechtkommen bzw. welche Rolle sie einnehmen werden.


Es gibt einen Beobachter, eine alten Mann, der sich den Angekommenen zwar nicht offenbart, aber scheinbar genau weiß, warum sie hier sind. Auch weiß er von dem Bösen, welches unter der Stadt lauert: dem dunklen Herzen.


Die Charaktere der unfreiwilligen neuen Bewohner der Stadt sind sehr unterschiedlich und ihre jeweilige Entwicklung ist spannend zu verfolgen, zumal sie sich aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zusammensetzen. Interessant wären noch mehr Hintergrundinformationen zu den Ankömmlingen gewesen, was ihre Vergangenheit und ihr Leben in der richtigen Welt angeht. Aber da dieses Buch der Auftakt zu einer dreiteiligen Serie ist, könnte ich mir gut vorstellen, dass man das noch in den nächsten beiden Büchern thematisieren könnte.


Anna und Nico, eine griechischer junger Mann, mit dem sie sich anfreundet, gefallen mir besonders gut, da sie Einblick in die verschiedenen Gruppen bekommen. Außerdem ist Anna ziemlich mutig und will mehr über die Stadt und ihre Umgebung herausfinden, was auch daran liegt, dass sie immer wieder Anzeichen dafür findet, dass es an diesem Ort eine Verbindung zu ihrem vermissten Bruder gibt.


Das Buch wird zwar als Jugendroman eingestuft, kann aber sehr gut von Erwachsenen gelesen werden. Sehr gut hat mir der leichte Grusel gefallen, der permanent über der ganzen Handlung liegt.

Zwar ist das Buch der erste Teil, es ist aber in sich abgeschlossen, ohne einen fiesen Cliffhanger am Ende. Trotzdem bin ich sehr gespannt, wie es weitergehen wird und freue mich darauf, wenn der zweite Band erscheint.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

achtsamkeit, entschleunigung, geheimnis, hektik, roman, ruhe, schnelllebigkeit, skulptur, traum, vorbereitungen, winterschlaf

Herr Jakob träumt

A.S. Dowidat
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 22.11.2017
ISBN 9783746015903
Genre: Romane

Rezension:

Der Bibliothekar Herr Jakob fühlt sich in seinem Leben zunehmend unter Druck gesetzt: Vorträge, Aufträge für seine Skulpturen, eine Ex-Frau, die nach mehr Unterhaltszahlungen verlangt usw. Nach Gesprächen mit einem Huhn und der Tatsache, dass es Herbst ist, beschließt Herr Jakob, es mit Winterschlaf zu versuchen, zumal das Bedürfnis nach Schlaf bei ihm sowieso übermächtig wird.


Oh, ich kann den Wunsch nach Winterschlaf während der dunklen Jahreszeit so gut nachvollziehen, mir geht es oftmals nicht anders, wenn früh morgens der Wecker seinen Terror beginnt und mich aus dem wohligen Nachtschlaf reißt. Umso neugieriger war ich darauf, ob es Herrn Jakob gelingen wird. Und ja, er schafft es! Wie er die Winterruhe dabei erlebt bzw. welche Bereicherung dies für sein Leben bedeutet, hatte auch auf mich als Leser eine entschleunigende und beruhigende Wirkung. Spannend fand ich auch, welche Wirkung seine Winterruhe auf seine Umgebung hat, denen er nichts von seinen Plänen erzählt.


Die Charaktere im Buch werden zwar nicht in der Tiefe dargestellt, aber darum geht es meiner Meinung auch gar nicht, sondern darum, dass man mal wieder darüber nachdenkt, ab und an einen Gang zurückzuschalten und innezuhalten. Und dabei auf die kleinen Dinge achtet, denen man im hektischen Alltag keine Beachtung schenkt, die einem aber helfen, zur Ruhe zu kommen. Ich denke, dabei hätte eine allzu komplizierte Darstellung der Figuren eher störend und anstrengend gewirkt.


Die Sprache des Buches ist herrlich entschleunigend und beruhigend: keine langatmigen Dialoge, sondern vielmehr die Darstellung von Stimmungen und Eindrücke.

Manche Szenen werden etwas überspitzt dargestellt, was ich aber gelungen finde, da sie damit uns und unserer Gesellschaft den Spiegel vorhalten.


Ich werde es sicherlich niemals schaffen, Winterschlaf zu halten, aber seit ich das Buch gelesen habe, denke ich oft in besonders hektischen Situationen an Herrn Jakob und seine Gespräche mit dem Huhn – und nehme mir mal eine kurze Auszeit, um beispielsweise die Wolken am Himmel eingehender zu betrachten. Mir hat das Buch in jedem Fall eine sehr angenehme Lesezeit verschafft einschließlich der positiven Nachwirkungen.


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129 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

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Die geliehene Schuld

Claire Winter
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Diana, 05.03.2018
ISBN 9783453291942
Genre: Romane

Rezension:

Berlin 1949: Als die Redakteurin Vera Lessing vom Tod ihres Kollegen und engen Freunds Jonathan Jacobsen erfährt, ist sie zutiefst erschüttert. Kurz darauf hält sie die letzten Recherchen von Jonathan in den Händen: er war ehemaligen Kriegsverbrechern auf der Spur, deren Spuren über die Alpen bis zu dem Gefangenenlager in Rimini führen. Eigentlich wollte Vera das alles und die damit verbundenen persönlichen traumatischen Erfahrungen hinter sich lassen, aber ihr ist klar, dass sie es ihrem toten Freund schuldig ist, dessen Aufgabe zu Ende zu bringen. Noch weiß Vera nicht, dass ihre Nachforschungen sie in die höchsten Geheimdienstkreise führen werden. Zeitgleich versucht Vera Marie Weißenburg finden, mit der Jonathan in Kontakt stand.


Mit Spannung habe ich den dritten Roman von Claire Winter erwartet – und meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Der Autorin gelingt es hervorragend, historische Fakten mit Fiktion zu verbinden und dadurch eine komplexe Handlung auferstehen zu lassen. Das Ergebnis ist eine tragische und spannende Geschichte mit Thriller-Elementen, die einen Einblick in unsere eigene Vergangenheit gibt. Sie ist um die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland angesiedelt, mit der die NS-Diktatur ein für alle mal überwunden und ein politischer Neuanfang auf demokratischen Prinzipien eingeleitet werden sollte.


Der Roman zeichnet sich durch zwei mutige Frauen aus: zum einen Vera Lessing in Berlin, die während des Krieges ihren Mann und ihre Familie verloren hat und die ihrem Freund Jonathan das Leben verdankt. Daher ist für sie schnell klar, dass sie den letzten Willen ihres toten Freundes erfüllen möchte, auch wenn sie dazu in Abgründe steigen muss, aus denen es kein Zurück mehr gibt. Vera ist sehr mutig, zumal sie nicht weiß, wem sie überhaupt trauen kann, aber sie geht ihren Weg und setzt schlussendlich alles auf eine Karte.


Zum anderen haben wir die junge Marie Weißenburg, die in Bonn als Sekretärin im Parlamentarischen Rat unter Adenauer arbeitet, der die neue Verfassung für die junge Republik ausarbeiten soll. Marie und ihrer Familie geht es verhältnismäßig gut, auch wenn sie immer noch unter dem Verlust ihres geliebten Vaters leidet, der im Krieg gefallen ist. Über Politik hat sie sich bis zur ihrer Arbeit für den Rat nicht allzu viele Gedanken gemacht, bis sie eines Tages aus der Zeitung davon erfährt, dass ein alter Kollege und Freund ihres Vaters in den Nürnberger Prozessen unter Anklage steht. Marie plagen zunehmend Zweifel und Fragen über die frühere Tätigkeit ihres Vaters im Reichsicherheitshauptamts. Diese Fragen werden für sie immer drängender, je mehr sie auf eine Mauer des Schweigens und der Ablehnung innerhalb ihrer Familie trifft.


Als Marie bei den Nürnberger Prozessen Lina Löwy kennenlernt, eine junge Jüdin, die beinahe ihre komplette Familie im Holocaust verloren hat, will sie unbedingt die Wahrheit herausfinden und ist nicht mehr gewillt, wegzusehen. Die Freundschaft zwischen den beiden jungen Frauen ist so berührend beschrieben, zumal die Autorin verraten hat, dass es für diese ungewöhnliche Freundschaft ein reales Vorbild gibt.


Die Handlung ist in zwei sich abwechselnde Erzählstränge aufgeteilt: im ersten Strang begleiten wir Vera, wie sie den Spuren von Jonathan und seinen Recherchen folgt. Der zweite Erzählstrang spielt einige Monate und Wochen vorher und begleitet Jonathan und Marie, was mir sehr gut gefallen hat, denn nach den Erinnerungen von Vera an ihren alten Freund hatte ich es anfangs bedauert, nicht mehr von ihm erfahren zu haben.


Neben diesen beiden Frauen, die sich gegen alle Widerstände mutig der Vergangenheit stellen, bekommt der Leser auch einen Einblick in historische Fakten, die in ihrer Gesamtheit erschütternd und einfach nur skandalös sind. Es geht um ehemalige Kriegsverbrecher, die sich über die sogenannte Rattenlinie über die Alpen nach Italien abgesetzt haben und deren Spuren sich dort entweder verloren haben oder deren Akten nachträglich beschönigt wurden, so dass diese Menschen plötzlich mit einer weißen Weste dastanden und es ihnen damit möglich war, mächtige Positionen in der jungen Republik einzunehmen. Und das alles mit dem stillschweigenden Einverständnis der Alliierten bzw. der Unterstützung der italienischen katholischen Kirche, welche damals äußerst zweifelhafte Prioritäten setzte, um eine Machtergreifung der Kommunisten zu vermeiden.


Es handelt sich dabei nicht um Einzelfälle, sondern um Zahlen, die mich einfach sprachlos zurücklassen. Um politische Interessen zu wahren, wurde die Moral mit Füßen getreten und das Schlimme dabei ist, dass das kein Einzelfall war bzw. sein wird. Zudem fragt man sich, inwiefern die Übernahme der alten Welt- und Feindbilder in die Geheimdienststrukturen der jungen Republik sich auch heute noch auswirken.

Ein tolles und wichtiges Buch, das aufwühlt und zum Nachdenken anregt. Auch wenn wir erst März 2018 haben, so wage ich doch zu behaupten, dass dieses Buch eines meiner Highlights dieses Jahres darstellen wird.


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Der Preis des Todes

Horst Eckert
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 13.03.2018
ISBN 9783805200127
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Staatssekretär des Gesundheitsministerium Christian Wagner wird in Berlin tot in seiner Wohnung aufgefunden. Was zuerst wie Selbstmord aussieht, stellt sich jedoch bald als Mord heraus. Wagners Freundin, die bekannte Polit-Moderatorin Sarah Wolf, konnte von Anfang an nicht an eine Selbsttötung glauben und beginnt in der Vergangenheit ihres Freundes nach möglichen Motiven für seinen Tod zu suchen. Als in Düsseldorf die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, die zuvor mit Wagner Kontakt aufgenommen hatte, führt eine gemeinsame Spur nach Dadaab in Kenia, eines der größten Flüchtlingslager der Welt.


In dem neuesten Politthriller von Horst Eckert bekommt es der Leser mit zwei Morden zu tun, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – eine Meinung, die auch die ermittelnde Polizei vertritt. Sarah Wolf, bekanntes Gesicht einer erfolgreichen Polit-Talkshow, sieht das jedoch anders: durch ihr Verhältnis mit Christian Wagner hat sie ein persönliches Interesse daran, die Hintergründe für den Mord an ihrem Freund aufzudecken. Zudem entdeckt sie in Wagners Unterlagen Hinweise, die sie daran zweifeln lassen, wie gut sie ihren Geliebten wirklich kannte und ihren journalistischen Spürsinn wecken.


Über die Figur Sarah Wolf erhält der Leser einen vielschichtigen und spannenden Einblick in den Medienalltag, vom Planen einer Talkshow über die Auswahl der Gäste, die nicht immer so unabhängig ist, wie man denken sollte, bis zu dem erbitterten Kampf um die Einschaltquoten und damit das eigene Überleben in der Fernsehwelt.

Auch Sarah muss sich nach den Einschaltquoten und den politischen Interessen in Berlin und ihrer Vorgesetzten richten, um mit einer Verlängerung ihres Vertrags durch den Sender den Fortbestand ihrer eigenen Produktionsfirma zu sichern. Aber Sarah hat sich einen Teil ihres Idealismus bewahrt und schwimmt eben nicht immer im Strom mit, was sie mir sehr sympathisch gemacht hat. Außerdem hat sie Prinzipien, zu denen sie steht.


Mit Paul Sellin lernen wir den ermittelnden Kommissar im Fall der toten jungen Frau in Düsseldorf kennen, der schwer erkrankt ist und der einen Wettlauf gegen die Zeit gewinnen will, denn dieser Fall könnte sein Letzter sein – und er will ihn unbedingt lösen, zur Not auch gegen die Widerstände eines manchmal allzu trägen Amtsschimmels. Gerade diese Hartnäckigkeit und Sellins Bereitschaft, in alle Richtungen zu ermitteln, hat mir bei ihm sehr gut gefallen.


Bei den Nebenfiguren haben mir besonders gut Nils und Laura, zwei mutige und engagierte Kollegen von Sarah, gefallen, die genauso geradlinig sind wie sie. Aber auch der junge Krankenpfleger Henry in Kenia, der sich mutig für die Wahrheit einsetzt, obwohl er sich damit in Lebensgefahr bringt.


Sarah reist zusammen mit ihren Kollegen im Rahmen ihrer Nachforschungen und einer Reportage nach Dadaab in Kenia, dem größten Flüchtlingslager der Welt, da ihr einige Hinweise vorliegen, dass dort der Grund für den Tod von Christian Wagner verborgen liegt. Das Zusammenleben so vieler Menschen unterschiedlicher ethnischer und religiöser Herkunft unterliegt eigenen Gesetzen und führt zu Schwierigkeiten und Zuständen, die mir in dieser Weise bisher nicht bekannt waren und mich entsetzt haben. Durch das Hervorheben einzelner Schicksale erhalten die Bewohner von Dadaab in diesem Buch ein Gesicht und ihre eigene Geschichte, was ich sehr gut fand.


Was die Ermittlungen von Sarah Wolf und Paul Sellin angehen, bietet das Buch sehr viel Raum für Spekulationen. Teilweise lag ich mit meinen Ahnungen gar nicht so falsch, aber die endgültige Auflösung hat mich dann doch wieder überrascht.


„Der Preis des Todes“ konnte mich in seiner Spannung und den interessanten Einblicken in eine breite Thematik wieder voll und ganz überzeugen.

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Solange es hell ist

Alexandra Kui
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.03.2018
ISBN 9783570165157
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was veranlasst die 15-jährige Mika ihre beiden Geschwister in das Auto der Mutter zu packen und ohne Führerschein nach Dänemark zu fahren? Die drei Kinder sind eigentlich zusammen mit ihrer Mutter im Harz im Urlaub, der erste Urlaubstag war sehr harmonisch, warum also entschließt sich Mika dazu, so eine Verrückheit zu machen?


Schnell wird klar, dass es sich nicht um eine durchgeknallte „Verrücktheit“ einer Jugendlichen handelt, denn Mika erscheint für ihr Alter bereits sehr erwachsen. Sie fühlt sich für ihre Geschwister verantwortlich und will vermeiden, dass sie auseinandergerissen werden. Katie, die alleinerziehende Mutter der Drei, ist keine Unbekannte beim Berliner Jugendamt, hatte sie immer mal wieder Schwierigkeiten, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Seit Katie jedoch einer regelmäßigen Arbeit nachgeht, verlief das Familienleben in „normaleren“ Bahnen. Aber man merkt beim Lesen deutlich, dass Mika oftmals die Rolle der Mutter für ihre beiden jüngeren Geschwister eingenommen hat, da diese ihr blind vertrauen. Was aber nicht heißen soll, dass sie sich nicht auch fetzen, wie das bei Geschwistern normal ist.


Die Suche nach dem Leuchtturm gestaltet sich nicht ganz einfach: Mika kennt nicht den Namen des Leuchtturms, nur dass er in Dänemark steht und ihre Mutter dort die glücklichste Zeit erlebt hat. Dazu kommt, dass Mika mit 15 Jahren natürlich keinen Führerschein besitzt und damit das Alditüte genannte Auto der Mutter gar nicht fahren dürfte, ebenso sind die Geldmittel begrenzt, was die Drei zu gewagten Improvisationen zwingt und ihnen auch mehr oder weniger angenehme Bekanntschaften einbringt.


Die Reise nach Dänemark ist nicht nur eine Flucht, sondern auch eine Suche nach Hoffnung und Zukunft und auch wenn Mika dabei gezwungen ist, die Grenzen der Legalität zu überschreiten, habe ich mitgefiebert, ob sie ihr Ziel erreichen und sich ihre Wünsche erfüllen werden. In den sommerlichen Dünen am Nordseestrand erscheint das Leben jedenfalls viel leichter und unbeschwerter.


Ich fand, dass sich Mika mit ihrer 11-jährigen Schwester Penny, einer kleinen Diva und Teilzeitzicke, und dem 5-jährigen Elias, Sonnenschein und Nesthäkchen der Familie mit zeitweisen Temperamentsausbrüchen, sehr gut ergänzt hat. Die Drei kamen für mich sehr authentisch rüber und trotz der normalen Streitigkeiten merkte man, dass sie eine Familie sind.


Mit Mika teile ich übrigens eine Gemeinsamkeit: die Faszination für Leuchttürme. Mir geht es wie ihr, dass ich das Leuchtfeuer, welches mit gleichbleibender Regelmäßigkeit die Dunkelheit durchschneidet, als sehr beruhigend und verlässlich empfinde.


„Solange es hell ist“ ist für mich ein berührendes Buch, nicht nur für Jugendliche, zu deren Zielgruppe ich schon länger nicht mehr gehöre.

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Herrscher des Nordens - Die letzte Schlacht

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2018
ISBN 9783426520048
Genre: Historische Romane

Rezension:

Konstantinopel im April 1042: Harald und seine Mannen erklären sich bereit, die Stadtbewohner bei ihrem Aufstand gegen den verhassten Basileus Mikhael zu unterstützen. Wird es ihnen gelingen, seine Schreckensherrschaft zu beenden und endlich nach vielen Jahren in die Heimat zurückkehren zu können?


Der dritte Band schließt nahtlos an die Ereignisse aus dem Vorgängerbuch an: Harald lässt sich davon überzeugen, sich und seine Männer dem Aufstand der Byzantiner anzuschließen, obwohl ihn dieser Kampf eigentlich nichts angehen müsste. Natürlich war ich nun gespannt, ob diese Unterstützung erfolgreich sein wird, denn die Erfolgschancen sind nicht allzu hoch. Aber Harald hat schon mehrmals bewiesen, vermeintlich aussichtslose Herausforderungen meistern zu können, vielleicht gelingt ihm dieses Meisterstück in Grikaland noch einmal.


Am meisten gespannt war ich aber auch darauf, ob und wann Harald endlich in seine Heimat zurückkehren wird. Und wie er dort empfangen werden wird, immerhin wurde ihm vor einigen Jahren, als er seinen jungen Neffen Magnus nach Nordvegr hat gehen lassen, damit dieser König werden kann, unmissverständlich klar gemacht, dass er in seiner alten Heimat unerwünscht wäre.

Besteht diese Ablehnung immer noch? Und wie wird Magnus seinen Onkel empfangen, nachdem er jahrelang unter dem Einfluss von Menschen stand, die Harald zu seinen Feinden zählt?


In diesem Buch gibt es zwei größere Zeitsprünge, die jedoch keine weißen Flecken hinterlassen, sondern durch Rückblenden gefüllt werden. Ich fand es spannend zu sehen, wie sich Harald im Laufe der vielen Jahre verändert hat und wie er dies selbst wahrnimmt. Wie er ernüchternd feststellen musste, dass die Königswürde mit zahlreichen diplomatischen und politischen Stolpersteinen verbunden ist.

Nicht alle seine Entscheidungen waren weise oder klug – und auch Freundschaften blieben deswegen auf der Strecke. Aber Harald ist ein typischer Nordmann, wie er sie selbst sieht: Nordmänner greifen schnell zu den Waffen, um Konflikte zu lösen.


Ich habe die Trilogie in einer autorenbegleiteten Leserunde gelesen und was mich immer wieder fasziniert hat, waren die Erläuterungen von Ulf Schiewe, wieviele der in den Romanen erwähnten Details aus Haralds Leben tatsächlich überliefert sind – immerhin geht es hier um Ereignisse, die beinahe 1000 Jahre zurückliegen.


Mich konnte die Trilogie um König Haraldr Sigurðarson harðráði, Harald der Harte, absolut überzeugen.

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Nachts am Askanischen Platz

Susanne Goga
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.02.2018
ISBN 9783423217132
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Berlin 1928: auf dem Gelände des Askanischen Gymnasiums wird ein unbekannter Toter gefunden. Die Mordkommission Berlin sucht unter der Führung von Leo Wechsler nach der Identität des Toten und den Hintergründen für die Tat. Hat es etwas zu bedeuten, dass es in der Nähe des Fundorts eine Verbindungstür zum Nachbargelände gibt, auf dem sich das Cabaret des Bösen befindet, ein Theater mit einem skurrilen Unterhaltungsangebot? Während Leo voll in seiner Arbeit eingespannt ist, sympathisiert sein Sohn Georg zunehmend mit der Hitlerjugend und der erstarkenden SA.


Auch der sechste Band um Leo Wechsler hat nichts von dem Charme der von mir lieb gewonnenen Krimireihe aus den 1920er Jahren verloren. Der Prolog beginnt direkt ziemlich gruslig und schockierend, aber nach den ersten Seiten der Haupthandlung machte sich bei mir diesbezüglich etwas Erleichterung breit – aber ist diese Erleichterung berechtigt?


Die Suche nach der Identität des Ermordeten war knifflig und es war interessant zu erfahren, welche Mittel in der damaligen Zeit zur Verfügung standen, um unbekannten Toten einen Namen zu geben. Gespannt war ich auch auf die Vergangenheit des Toten, die zwischen den Zeilen immer wieder anklang. Nachdem seine Identität gelüftet werden konnte, hatte ich zwar eine Ahnung, aber Motiv und Hintergründe lagen für mich lange Zeit im Dunkeln.


Genauso interessant wie die Ermittlungen empfinde ich jedoch auch das familiäre Geschehen von Leo. Es ist einfach immer wieder schön, wie gut er mit seiner Frau Clara harmoniert, die – selber berufstätig – vollstes Verständnis dafür hat, wenn die Arbeit ihres Mannes mal wieder viel Raum und Zeit einnimmt.

Jedoch entfremdet sich Georg zunehmend von der Familie, da er durch seinen Freund Wolfgang zunehmend Kontakt zur SA und HJ bekommt. Da er weiß, wie sein Vater darüber denkt, versucht er es, vor ihm zu verheimlichen. Leo spürt, dass etwas mit seinem Sohn nicht stimmt, schiebt aber ein Gespräch auf die lange Bank, dabei wäre es allerhöchste Zeit, dass die beiden miteinander reden, aber kann Leo seinen Sohn überhaupt noch erreichen?


Eine historische Nebenfigur hat mich in dem Roman am meisten beeindruckt: Dr. Jacques Joseph, auch Nasenjoseph genannt, der ein wahrer Künstler und Meister der Wiederherstellungschirurgie war und zu seiner Zeit Meilensteine gesetzt hat. Das, was wir im Buch über ihn erfahren, hat mich neugierig gemacht und so bin ich gerne der Aufforderung der Autorin gefolgt, im Internet auf weitere Spurensuche zu gehen – es lohnt sich.


Susanne Goga gelingt es auch diesmal wieder, die Atmosphäre der damaligen Zeit durch ihre gründlichen Recherchen einzufangen und sie in einen unterhaltsamen Kriminalroman zu verpacken. Ich freue mich jetzt schon sehr auf den siebten Fall des Leo Wechsler.

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