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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

kettenhemd, killer, alkohol, oslo, schußwunde

Blood on Snow - Der Auftrag

Jo Nesbø , ,
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 25.09.2015
ISBN 9783957130013
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Olav ist Hoffmanns Expedient, d.h. er bringt für ihn Menschen zum Schweigen. Dies erledigt er scheinbar recht zuverlässig, ohne viel Aufhebens und schon seit längerer Zeit. In einem kalten Osloer Winter bittet ihn Hoffman jedoch, seine Frau Corina aus dem Weg zu räumen. Olav ist sich nicht sicher, ob er den Autrag annehmen will - zunächst beobachtet er Corina ausführlich. Er erliegt ihrer Schönheit und Makellosigkeit und muss tags darauf Zeuge ihrer Vergewaltigung werden. Wie wird er sich nun verhalten? Er beginnt, sein Handeln zu hinterfragen und verliebt sich - und das bleibt nicht ohne Folgen und handelt eigenmächtig, womit er nicht nur sein Leben gefährdet und seinen Arbeitgeber zutiefst verärgert.
Nachdem ich alle Nesbos (inklusive der Kinderbücher) gelesen habe, hat mich auch "Der Auftrag" brennend interessiert. Denn eines kann man sich bei Nesbos Büchern sicher sein: Sie sind wendungsreich, spannend und die Geschichte verläuft oft nicht so, wie es zu Beginn scheint. Wieder einmal beginnt die Handlung ganz langsam und steigert sich dann schnell in eine Extremsituation. Und der scheinbar harmlose Protagonist Olav, der sich bisher ausnutzen ließ, beginnt radikal vom Schema seiner Handlungsweise abzuweichen und ganz egoistisch mal seine eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und der schwarze Schnitt wirkt kühl und spannend, leider riecht die schwarze Farbe auch recht intensiv, sodass ich das Buch vom Nachttisch verbannen musste. Die Geschichte ist wieder fesselnd und flüssig lesbar, man kann das Buch nicht mehr weglegen. Einen Abzug muss ich leider vergeben, da das Buch eher wie eine Kurzgeschichte auf mich wirkt, aus der man noch mehr hätte machen können. Leider kann die Story nicht mit bspw. komplexen Nesbos wie "Der Sohn" oder der Harry Hole-Reihe mithalten. Schön für den Leser ist allerdings, dass schon einige Fortsetzungen geplant sind und in der Pipeline hängen, die sicher die Lektüre wert sein werden.

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43 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

suizidversuch, matthias, mann, matthias matting, glück

Der Mann, der nie Glück hatte

Matthias Matting
Flexibler Einband: 398 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 23.10.2015
ISBN 9781518603174
Genre: Sonstiges

Rezension:

Martin ist ein junger Mann, untergebracht in einer Klinik. Therapiert wird er von Frau Dr. Lerche. An Glücksmomente in seinem Leben, die er seiner Mutter zu verdanken hätte, kann er sich nicht erinnern, sein Bruder scheint ein Geist zwischen imaginärem Freund und verblassten Erinnerungen zu sein. Doch Martin hat sich in seinem Leben eingerichtet und damit abgefunden, dass das Glück in seinem Leben eher abwesend ist seit er seinen Vater auf dessen Wunsch hin erschoss.
Mit den Frauen hat Martin eigentlich Glück gehabt in seinem bisherigen Leben, er führte eine langjährige Beziehung zu Tamara, später in der Klinik zu Daniela, die leider schwer krank ist.das Buch wechselt zwischen den Erzählsträngen Gegenwart-Vergangenheit-Gedankenwelt Martins hin und her. Anfangs kann man dem noch gut folgen, irgednwann wird es aber schwer zu erkennen, ob der Protagonist sich manches nur einbildet oder es tatsächlich geschieht. Das Rätsel um den imaginären Bruder kann die Hauptperson glücklicherweise selber mit Danielas Hilfe lösen.
Die Auflösung einiger Probleme zum Ende hin ist für mich etwas zu sehr "back to the future"-mäßig, das ist nicht mein Genre, ich hatte mir eine realistischere Erklärung gewünscht. In eine Kategorie lässt sich dieses Buch nur schwer einordnen, ein Krimi ist es jedenfalls nicht. Phasenweise erinnerten mich einige Passagen an einen frühen Fitzek, aber längst noch nicht so ausgefeilt. Dafür dass dieses Buch vom Autor selbst produziert und über Amazon vertrieben wird, inklusive Layout etc., finde ich es nicht schlecht gemacht, sicherlich steckt jede Menge Arbeit dahinter. In seinem eigentlichen Genre fühlt der Autor sich anscheinend aber mehr zu Hause, im Romanbereich sehe ich da noch etwas Luft nach oben.

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147 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

mord, kälte, wale, elisabeth elo, boston

Die Frau, die nie fror

Elisabeth Elo , Jürgen Bürger , Kathrin Bielfeldt
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 01.02.2014
ISBN 9783550080388
Genre: Romane

Rezension:

Überlebenskünstler sind sie alle in Elisabeth Elos Buch "Die Frau, die nie fror": Pirio Kasparov (Parfümdesignerin), ihre Freundin Thomasina und deren Sohn Noah, Russ Parnell (Journalist), John Oster (Fischer). Thomasina, eine Jugendfreundin Pirios, hat gerade Ned, den Vater ihres Sohnes bei einem Bootsunfall verloren und tröstet sich wie so oft mit Alkohol. Pirio war mit an Bord, konnte aber - stark unterkühlt -gerettet werden. Nun haben viele Menschen und die Medien Interesse an ihr und ihrer Geschichte. Doch Pririo beschäftigt einzig und allein die Frage, warum ihr kleines Fischerboot von einem Frachter gerammt wurde, der gar nicht dort hätte sein dürfen. Niemand will ihre Geschichte glauben.Wie steckt ihr alter Freund John Oster mit in der Geschichte und warum rennt sie bei ihren Recherchen überall gegen unsichtbare Mauern? Was wusste Ned und wollte ihn jemand beseitigen? Sie schmugglet sich an Bord eines Frachters und kommt einer unglaublichen Geschichte auf die Spur. Gleichzeitig erfährt Pirio selbst Neues über ihre Eltern, deren Leben und Lieben, entdeckt ihr altes Ferienhaus und alte Bekannte wieder und kann schließlich das Rätsel um ihren Unfall lösen, nicht ohne dabei selbst knapp dem Tod zu entgehen. Aber die Frau, die nie fror, schafft auch das...-
Eine sehr ansprechendes Cover aus einer ungewöhnlichen Perspektive und sehr winterlich kühl gehalten. Eigenwillige Charaktere und Vergleiche machen hier den Unterschied (Kaninchenbauten alter Qualen, 2 Engel in denen Megawattbirnen brannten, teegrüne Augen). Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Roman, Kriminalgeschichte und Lebensgeschichte, sehr flüssig zu lesen und nie langweilig. Mir hat es sehr gut gefallen, dass die Autorin ein so vielschichtiges Milieu wie das der Fischerei aus allen Perspektiven darstellt. Gleichzeitig erhält man Einblicke in die Parfümherstellung und freut sich mit Pirio, als diese den unverkennbaren Duft ihrer Mutter zufällig wiederfindet. Das Rätsel wird schlüssig gelöst und die Geschichte auserzählt - ein Roman, den man mit gewissem Abstand sicher noch einmal lesen kann, ohne sich zu langweilen.

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267 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

vietnam, berlin, saigon, corina bomann, liebe

Die Jasminschwestern

Corina Bomann
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.05.2014
ISBN 9783548285276
Genre: Romane

Rezension:

Melanie, deren Verlobter gerade nach einem schweren Unfall im Koma liegt, flüchtet sich zu ihrer Groß- und Urgroßmutter aufs Land. Auf dem Dachboden entdeckt sie Kisten ihrer Großmutter Hanna voller asiatischer Kleider sowie ein Foto von 2 Teenagermädchen in Saigon, auf deren Rückseite eine Geschichte auf Französisch niedergeschrieben ist - die Geschichte der wunscherfüllenden Jasminblüten. Melanie versinkt immer tiefer in diese Geschichte und ist wie gebannt. Sie handelt von 2 Mädchen in Saigon, die Zweige eines Jasminstrauchs aus einem Tempelgarten holen wollen, die die Mutter von Than, dem einen Mädchen, einen heilen sollen. Melanie hat viele Fragen und Großmutter Hanna erzählt bereitwillig aus ihrem bewegten Leben, Wissen, das sie bisher mit niemandem aus der Familie teilen wollte. So berichtet sie Melanie von der Flucht aus Saigon, ihrem Leben in Hamburg und Berlin, dem Kennenlernen ihres Großvaters und ihrer verloren geglaubten Schwestern-Freundin Than, deren Traum Ärztin zu werden, um endlich anderen helfen zu können in Erfüllung gegangen ist. Corinna Bomann begeistert den Leser wie auch schon im "Orchideenhaus", indem sie ihn mitnimmt auf eine Rreise in die Familiengeschichte verschiedenen Frauen in verschiedenen Lebensaltern, aber gleichzeitg auch in ferne Welten wie das Saigon vergangener Epochen. Die Geschichte liest sich flüssig und man kann den Zeitsprüngen zwischen 1927 und 2013 gut folgen. Anschaulich und sympathisch berichtet Grßmutter Hanna aus ihrem bewegten Leben. Ein netter Frauenroman für zwischendurch. Ich hätte mir gewünscht, dass die Figur des Gärtners Thomas am Ende des Buches nicht einfach so utnergeht, da hier einige Fragen offen bleiben, das hätte man vielleicht noch mehr füllen können. Ansonsten ein entspannendes Buch, perfekt für einige schöne Abende oder einen Urlaub.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

ratgeber, kind, kinder, familie, paar

Familie werden – Paar bleiben

Hans Jellouschek , Bettina Jellouschek-Otto
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Hogrefe, vorm. Verlag Hans Huber, 09.09.2014
ISBN 9783456853888
Genre: Sachbücher

Rezension:

Hmm, was soll man sagen nach der Lektüre dieses "Ratgebers"? Die Autoren kommen nicht nur aus einer anderen Generation als heutige Eltern, sondern lebten auch ihr eigenes Familienleben in einer anderen Zeit. Sehr überraschend war für mich der langwierige Exkurs zum Thema "Pro oder kontra Kind" - bei der Auswahl dieser Lektüre stellt sich diese Frage eigentlich nicht mehr. Es gibt zahlreiche Fallbeispiele aber wenige wirklich praxisnahe Tipps für junge Eltern, die Phasen Schwangerschaft und Geburt hat man beim Erwerb des Buches oftmals ja auch schon erfolgreich bewältigt. Hilfreich sind die Zusammenfassungen an den Kapitelenden, es bleiben jedoch trotzdem viele Fragen offen. Den Eltern ohne Großeltern in greifbarer Nähe wird bspw. das Anlegen einens "Luxuskontos" empfohlen, um hin und wieder ihr Leben als Paar genießen zu können. Auf dieses soll dann das Paar und die Verwandtschaft einzahlen...- Naja, da hätte ich mir eher ein paar andere weiterführende Tipps versprochen. Auch die Rolle des Vaters wird teilweise etwas antiquiert und am Leben heutiger Famlien vorbei dargestellt. Wir kennen niemanden, wo der Vater nur arbeiten geht, nicht im Haushalt hilft und keine Zeit mit seinem Kind verbringen will. Meiner Ansicht nach bleibt dieses Buch sehr theoretisch und kratzt oft bloß an der Oberfläche, dann wird schon das nächste Thema eröffnet. Hatte mir mehr und aktuellere Infos erwartet.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

zweiter weltkrieg, norwegen, folter, kriegsverbrechen, tödlicher frost

Tödlicher Frost

Asbjørn Jaklin
E-Buch Text: 338 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp Verlag, 20.10.2014
ISBN 9783518734797
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Oslo, Juli 1949: Der deutsche Oberstleutnant Stuckmann checkt als Andreas Nielsen in das Osloer Hotel "Terminus" ein, um an einer verdeckten Mission teilzunehmen, er ist beteiligt an der Ermordung zahlreicher Jugoslawen und hat ein uneheliches Kind mit einer Norwegerin. Oslo, 2009: Der Jounalist Alexander Winther von der Zeitung Nordlys fährt mit Fotografin Tora zu einem Kuhstall, in dem ein Serbe aufgeknüpft wurde, dessen Füße mit einem eisernern Kreuz vom Soldatenfriedhof beschwert wurden. Wie hängen die beiden Zeitstränge und Personen zusammen? Welche historische Vebindung gibt es? Und welche Mission hatte Oberstleutnant Stuckmann in Oslo zu erfüllen? Was verbindet die Anwältin Henriette Lerke mit in der Geschichte? Der Journalist und Historiker Asbjörn Jaklin versucht historische Fakten und fiktive Personen, die all dies aufzudecken versuchen, zu einem lesenswerten Kriminalroman zu verbinden. Mir erschien beim Lesen leider vieles zu konstruiert. Die Personen sind keine Identifikationsfiguren und bleiben recht farblos, die vielen historischen und sicherlich sehr gut recherchierten Fakten hemmen den Lesefluss eines Krimis. Man merkt dass der Autor - wie seine Hauptfigur - Journalist bei Nordlys und Sachbuchautor mit dem Spezialgebiet NS-Zeit ist. Ein Zufall? Dieses Hintergrundwissen versucht er, meiner Ansicht nach jedefalls mit aller Macht, nun - nach seinem prämierten Sachbuch - auch noch zu einem Krimi zu verarbeiten, was nur halbherzig gelingt. Schnell hat man als Leser die Zusammenhänge durchschaut, Spannung und Lesefreude kamen bei mir nicht auf. Da gibt es weitaus gelungenere Skandinavienkrimis.

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253 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 65 Rezensionen

krimi, rache, oslo, norwegen, nesbo

Der Sohn

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.11.2014
ISBN 9783550080449
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich hat das Warten ein Ende - zwar kein neuer Harry Hole, aber ein neuer Nesbo ist da. Wie gewohnt spielt Nesbos Geschichte in Oslo, zunächst in einem Gefängnis. Der sanfte 30jährige Sonny Lofthus, der sein halbes Leben im Knast verbracht hat, erteilt anderen Gefangenen Absolution, die diese gerne in Anspruch nehmen. Seit sein Vater, ein beliebter Polizist, der im Verdacht stand ein sogenannter "Maulwurf" zu sein, Selbstmord beging, übernimmt "der Sohn" die Schuld für die Straftaten anderer und hört sich in seiner Zelle die Lebensgeschichten seiner Mithäftlinge an. So auch die Nestors, der ein junges Mädchen umbrachte und ein Spezialist für Waffen aller Art ist. Bevor er entlassen wird, macht er Sonny ein wertvolles Geschenk: Eine als Feuerzeug getarnte Pistole im Kleinformat, Paartherapie genannt. Schon bald kann Sonny diese gut gebrauchen, denn ihm werden Informationen zugespielt, die ihn an der "Maulwurfstheorie" zweifeln lassen. Für ihn lässt dies nur einen Schluss zu: Er muss dringend aus dem Gefängnis fliehen, um selbst zu recherchieren und Gewissheit zu erlangen, was sich wirklich damals zugetragen hat und welche Rolle sein Vater spielte. Die spektakuläre Flucht gelingt und durch seine sympathische und sanfte Art findet der Sohn schnell viele Helfer, wie die junge Martha oder den Obdachlosen Lars. Seine Rache an denen, die ihn getäuscht haben ist dennoch gnadenlos...-

Wieder einmal erzählt der Autor aus verschiedenen Perspektiven gekonnt den Tathergang in Form eines klassischen 5Akters und rollt diesen sozusagen von hinten auf. Den Leser erwartet als Nesbofan wieder eine gelungene Mischung aus skandinavischem Krimi und ansprechender Literatur mit viel Dynamik und Dramatik. Und alles ist anders, als es zunächst scheint. Toll, wie Nesbo den Leser immer wieder fesseln kann und es schafft, neue Figuren mit Star-Potential hervorzuzaubern. Bitte mehr davon!

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144 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

erica falck, patrik hedström, schweden, fjällbacka, thriller

Die Engelmacherin

Camilla Läckberg , Katrin Frey
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 04.01.2014
ISBN 9783471350843
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In ihrem neuesten Buch gelingt es Camilla Läckberg – genauso gekonnt wie immer - sogar 3 Erzählstränge und die Schicksale 3er schwedischer Frauen durch die Zeiten miteinander zu verbinden. Da ist Dagmar, die um 1930 in ihrer Kindheit in einer Pflegefamilie keine Liebe erfährt und Hermann Göring zu ihrem Idol stilisiert mit ihrer Tochter Laura, später folgt Inez 1960, die mit einem sehr viel älteren Mann verheiratet wird und ein arbeitsreiches, sehr trostloses Leben auf Valö fristet, und dann wäre da noch Ebba 2011, deren komplette Familie wahrscheinlich in den 1970ern genau dort ausgelöscht wurde, mit ihr als einziger Überlebender ohne eigene Erinnerungen. Alle sind sie "Engelmacherinnen", aber auf sehr unterschiedliche Art und Weise...- Der Leser, Patrik und Erica rätseln lange, wie die Schicksale dieser Frauen zusammenhängen und was wohl mit Ebbas Familie passiert ist. Und kurz vor Schluss, als man denkt, alles wäre klar, nimmt das Buch nochmals eine unerwartete Wendung, aber alles macht nun auf einmal Sinn. Wie immer sind auch Ericas Familienmitglieder mit von der Partie und Anna, ihre Schwester, schwebt zwischenzeitlich sogar in Lebensgefahr. Ein neues Buch der Krimi-Queen, wie man es sich besser nicht wünschen könnte. Viele dunkle Geheimnisse, die gelüftet werden und gesellschaftliche Zustände in den 70er Jahren in schwedischen Kinderheimen, die gut widergespiegelt werden. Gleichzeitig ein Porträt 4er Frauen und ihrer Schicksale, welches illustriert, wie prägend sich die eigene Kindheit auf einen Menschen auswirkt und wie gefangen er teilweise lebenslang in diesen Emotionen verbleibt. Eine absolute Empfehlung. Für Neueinsteiger ist sicher das Personenverzeichnis hilfreich und auch das Cover passt stimmig zu den Vorgängerbänden. Danke für dieses schöne Buch.

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217 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

norwegen, harry hole, krimi, oslo, polizistenmorde

Koma

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 11.11.2013
ISBN 9783550080135
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Spannung pur: Oslo im Spätherbst - Oleg Fauke hat nach wie vor ein schlechtes Gewissen, dass er auf seinen Ziehvater Harry geschossen hat, der immer um ihn gekämpft und trotz seines Drogenkonsums stets an seine Unschuld geglaubt hat. Die dazugehörige Schusswaffe, eine Odessa, liegt in der Wohnung seiner Mutter Rakel und keiner weiß, was mit Nesbøs Spezialist für Gewaltverbrechen, dem Enddreißiger Harry Hole mit dem schönen Mund passiert ist. Ein anonymer Mann jedenfalls befindet sich "blutleer, blass und durchbohrt" im Reichshospital Oslo im Koma, wo er von Polizisten bewacht wird und schließlich verstirbt. Holes ehemaliger Konkurrent Mikael Bellman ist inzwischen die Karriereleiter noch weiter hochgefallen und Polizeipräsident, seine sympathische Vertraute Beate Lonn arbeitet immer noch als Pathologin und der gelangweilte Stale Aune weiterhin als Psychologe und auch Truls Berntsen als Bellmanns Vasall ist wieder dabei. Nesbo steigt in die Story ein, indem er die Exekution des pensionierten Polizisten und Radsportlers Erlend Venneska schildert, der - wie einst Harry in "Die Larve"- nur ein mehrmaligs Pfeifen wahrnimmt, bevor er verletzt im Maridalen zu Boden geht. Während Bellmann hofft, Harry möge nie wieder aus dem Koma erwachen, hoffen die anderen alten Bekannten und Kollegen (und auch der Leser!) genau dies, da er überall schmerzlich fehlt. Doch Harry Hole ist ein "Stehaufmännchen" und eigentlich nicht tot zu kriegen und seine Kollegen bräuchten dringend seinen messerscharfen Verstand und seine kreativen Ideen, um einen kranken Polizistenmörder zu fassen..., doch das muss man selbst gelesen haben!
Unterteilt in einige kürzere Kapitel erzählt der Autor aus verschiedenen Perspektiven den Tathergang und rollt diesen sozusagen von hinten auf. Den Leser erwartet wie immer eine gelungene Mischung aus skandinavischem Krimi und ansprechender Literatur mit viel Dynamik, Brutalität und Dramatik und sehr intimen Einblicken in das Innen- und Gefühlsleben der verschiedenen Figuren. Jo Nesbos Romane lesen sich meisterhaft - egal ob die Einzelbände oder seine Harry Hole Reihe. In diesem Buch schafft er es jedoch wie in keinem anderen den Leser zu verwirren und im Dunkeln tappen zu lassen und das nicht selten, bevor es wieder mal eine nesbotypische Wendung gibt. Grandioser Thriller, für den das Vorwissen aus den Vorgängerbänden nützlich ist. Meiner Ansicht nach eine erstklassige Geschichte, die wieder Hoffnung auf neue Fortsetzungen macht - Danke Jo Nesbo für die vielen Stunden sehr spannender Unterhaltung.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

kinder, familie, suche, kita, beruf

Fuck you, Kita!

Anna Wiedemann , Daniel Wiedemann
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.08.2013
ISBN 9783548375069
Genre: Humor

Rezension:

Anna und Daniel geht es wie vielen modernen Familien, die in einer Großstadt leben. Sie wollen ein Kind aufziehen, sie müssen aber auch arbeiten um ihren Lebensstandard halten zu können. Der ganz normale Wahnsinn beginnt, als Lehrerin Anna wieder früher als geplant ins Berufsleben einsteigen will und sich auf die Suche nach einem Kitaplatz für ihren 15 Monate alten Sohn Gustav macht...- Was sie dabei erlebt ist der "ganz normale Wahnsinn" und nach zermürbenden Versuchen einen Platz zu finden, kann man den Titel des Buches emotional gut nachempfinden.

Da uns das Thema derzeit auch betrifft, musste ich beim Lesen der Leseprobe teilweise schon laut lachen, denn die derzeitige Situation ist wirklich fast überall gleich verfahren. Amüsant und gleichzeitig real beschreiben die Autoren die unendliche Suche. Sie lästern über Elterabende in Kitas, frustrierende Telefongespräche und wohlgemeinte Tipps anderer Betroffener. Zur Auflockerung trägt bei, dass Anna und Daniel sich kapitelweise abwechseln und die Situation aus ihrer Sicht beschreiben, das ist für Männer und Frauen gleichermaßen spannend, denn manchmal sieht das andere Geschlecht es vielleicht doch nochmal lockerer, nüchterner oder einfach nur anders. Gut gefallen hat mir, dass die Autoren am Ende auch nicht wertend ein Fazit ziehen, welche die beste Kinderbetreuungslösung sei, sondern darauf hinweisen, dass dies von Kind, Familiensituation, Wohnort u.v.m. abhängt. Es ist beruhigend zu wissen, dass viele Eltern gleich ticken, wenn es um dieses Thema geht, aber auch, dass man mit Humor manches besser ertragen kann. Ein amüsanter, realer Erfahrungsbericht, an dessen Ende auch Interviews mit betroffenen Familien stehen.

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

Himmlische Träume

Joanne Harris , Adelheid Zöfel
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 08.03.2013
ISBN 9783471350911
Genre: Romane

Rezension:

Vianne Rocher spürt ihn wieder einmal, den Wind des Wandels in ihrem Leben. Sie lebt inzwischen mit ihren Töchtern Anouk und Rosette im Pariser Stadtteil Montmartre. Ihr Partner Roux unterstützt sie und arbeitet als Maurer und Zimmermann und Vianne stellt weiterhin Pralinen her auf ihrem Hausboot am Anleger in Montmartre. Eines Tages jedoch erhält sie einen Brief von Luc Clairmont, dem Enkel ihrer Freundin Armande aus Lansquenet, der sie bittet, zurückzukehren. Beigelegt ist auch ein Brief von Armande, die sie an den tollen Pfirsichbaum vor ihrem Haus erinnert, dessen Früchte sie ihren Kindern geben soll. Vianne, bezaubert vom Wind des Ramadan entschließt sich zur Rückkehr, denn wie Armande schon in ihrem Brief an sie bemerkt: Der Fluss bringt am Ende alles zurück. In Lansquenet muss Vianne feststellen, dass sich die Bewohner nach wie vor nur schwer Fremden gegenüber öffnen und alles Neue mit Misstrauen betrachten. So auch die islamischen Mitbewohner und besonders die geheimnisumwobene Ines Bencharki. Vianne macht sich daran, das Geheimnis zu lösen und Frieden unter den Bewohnern zu stiften. Dabei muss sie erfahren, dass auch ihr immer noch nicht alle vorurteilsfrei begegnen...- Eine gelungene Fortsetzung von "Chocolat", die wieder durch viele Landschaftsbeschreibungen glänzt. Nach "Blaue Augen" zeigt die Autorin ihre Vielfältigkeit auf ein Neues, da sie hier ja ein ganz anderes Genre der Literatur bedient. Joanne Harris erzählt im Wechsel aus Viannes und Père Reynauds Perspektive. Das verleiht dem Roman die nötige Abwechslung und Spannung. Viele alte Bekannte aus Buch und Film sind wieder Teil der Geschichte und Viannes Töchter nun älter. Der Schreibstil ist ungekünstelt und das Buch lässt sich flüssig hinweglesen. Leitmotiv ist der Fluss, der das Leben aller Protagonisten letztendlich beeinflusst und wieder zusammenführt. Eine gelungene Fortsetzung.

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

spanien, schweden, vergangenheit, rache, krimi

Die Rache des Chamäleons

Åke Edwardson , Angelika Kutsch
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 15.02.2013
ISBN 9783550080227
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Du bist (k)ein anderer...
Er ist (k)ein anderer, aber er würde sich derzeit nichts sehnlicher wünschen: Peter Mattéus, der in Stockholm ein ruhiges Leben lebt.Gemeinsam mit Frau Rita und den Töchtern Magdalena und Isabella sowie Hündin Laika lebt Peter in der beschaulichen Vorstadtidylle Stockholms, als ihn ein mysteriöser Umschlag erreicht. Nachdem er einige unbekannte Anrufe auf seinem Handy bemerkt, bekommt er an seine Arbeitsstelle einen Umschlag mit Fotos seiner Familie geliefert und macht sich auf den Weg zum Bahnhof. Dort erwartet ihn ein Handy mit weiteren Instruktionen. Seine afrikanische Vergangenheit scheint ihn einzuholen. Mit Rita zusammen reist er nach Afrika, um alles aufzuklären. Dort begegnet er tatsächlich Personen aus seiner eigenen Vergangenheit, die meinen, dass er sich einst vor seiner Verantwortung drückte und heimlich nach Schweden davonstahl. Sie fordern eine Mutprobe von ihm und dass er Dinge aus seiner Vergangenheit endlich zu Ende bringt. Rita erkennt ihren Mann nicht mehr wieder. Ist er nun wirklich (k)ein anderer? Was genau es mit Peters Geschichte auf sich hat, bleibt lange im Dunkeln, es geht um Schiffe, Kisten und schemenhafte Gestalten dieser 1. und zugleich letzten Nacht, die Peter Mattéus am liebsten vergessen würde. Von Beginn an zieht die von Edwardsson geschilderte Düsternis den Leser in seinen Bann, denn man will ergründen, wer an Mattéus Rache üben will und aus welchem Grund. Ake Edwardsons schreibt erneut recht spannend und gesellschaftskritisch. Dennoch brauchte ich einige Zeit, um in die Geschichte reinzukommen. Wer aber gerne Krimis in Richtung Mankell oder Marklund liest und wen eher die Geschichte hinter dem Krimi interessiert, für den ist dieses Buch genau richtig.

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170 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

schweden, krimi, fjällbacka, mord, leuchtturm

Der Leuchtturmwärter

Camilla Läckberg , Katrin Frey
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 04.01.2013
ISBN 9783471350805
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verletzt, verlassen, vom Leben gezeichnet...
Endlich ein weiterer Band um Erica und Patrick von Camilla Läckberg! Mats Sverin, seine Jugendliebe Annie und ihr 5jähriger Sohn Sam kehren unabhängig voneinander zurück ins beschauliche Fjällbäcka. Annie und ihr Sohn ziehen auf die Insel Gravskär, wo auch der Leuchtturm steht und Legenden nach die Geister der Toten umgehen sollen. Sie sucht Schutz und Zuflucht, ist sie doch nachts mit blutigen Händen überhastet aufgebrochen und hat den offensichtlich toten Fredrik zurück gelassen. Mats Sverin kümmert sich seit einiger Zeit um die kommunalen Finanzen in Tanum, doch auch bei ihm scheint es, als sei er aus Göteborg geflüchtet und suche nun Sicherheit in seiner alten Heimat und bei seinen Eltern Gunnar und Signe. Erica und Patrik hingegen müssen ihre Schwester Anna zur Beerdigung ihres Sohnes begleiten, der bei einem Autounfall starb, der fast auch die Schwestern das Leben gekostet hätte (vgl. Vorgängerbuch: Meerjungfrau). Plötzlich wird der eigentlich allseits beliebte Mats durch einen Kopfschuss getötet und eine neue Ermittlung für Patrik Hedström, der seinen Dienst gerade erst wieder aufgenommen hat, beginnt. Seine Frau Erica muss ihrem Mann trotz der Arbeit mit den Zwillingen mal wieder unter die Arme greifen. Es kommt heraus, dass Sverin an einem Projekt beteiligt war, das Badehotel "Badis" im Ort in einen angesagten Spa umzubauen. Das scheint nicht allen Einwohnern Fjällbackas gefallen zu haben. Wieder einmal scheint sich die Suche nach den Hintergründen mehr als schwierig zu gestalten und alle Protagonisten scheinen verletzt, verlassen und vom Leben gezeichnet. Die von Läckberg geschaffene literarische Realität überzeugt wie eh und jeh und die Biographien der vielen, bereits bekannten Figuren werden endlich fortgeschrieben, nachdem der Vorgängerband so tragisch endete. Gleichzeitig finden wieder viele gesellschaftlich aktuelle Themen Eingang in ihren Roman, den ich als mehr, als "nur einen Krimi" ansehen würde. Die "Geschichte hinter der Geschichte" weckt erneut das Interesse des Lesers und setzt sich erst beim Lesen langsam Stück für Stück zusammen. Beim Cover überzeugt die "klare Linie", die eine konsequente Fortsetzung der Vorgängerbände darstellt. Wieder handelt es sich um eine trügerische Idylle, die von der Vergangenheit überschattet wird. Mein Fazit als Läckbergfan: Auf jeden Fall wieder einmal sehr lesens- und empfehlenswert, auch wenn mir die letzten beiden Bände spannungsmäßig ein wenig stärker erschienen.

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

krimi, frankfurt, mord, familie, vergangenheit

Dolphin Dance

Helmut Barz
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Sutton, 09.10.2012
ISBN 9783954000388
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Katharina Klein, Koalas und Killer...
Da das Rätsel um den Tod ihrer Familie noch immer nicht abschließend gelöst ist, ermittelt die clevere und hübsche Frankfurter Kommissarin weiter, dieses Mal tatkräftig unterstützt von Gerichtsmediziner Andreas Amendt, der selbst einer der Hauptverdächtigen in diesem Fall war. Alte Bekannte wie Ministro, Kurtz, Marianne und Polanski sind wieder mit von der Partie. Band 3 der Regionalkrimis spielt dieses Mal hauptsächlich in Frankfurt und der ortskundige Leser erkennt viele Orte. Mit Spannung verfolgt der Leser Katharinas Recherchen und hofft auf die Auflösung 3fachen Mordes an ihrer Familie, die der Autor liefert. Außerdem verdient die Geschichte um Katharina und Andreas eine würdige Fortsetzung. Mir hat gut gefallen, dass die Kapitel nach Musiktiteln benannt und das Buch wie ein klassischer 5-Akter in mehrere Abschnitte (Koala, Koi, Wanze, Delfin, Aaskrähe) unterteilt war. Auch die Titelauswahl (Blues, Boogie, Dance) ist wieder stimmig und der Plot von Herrn Barz sehr skurril, lesenswert und humorvoll präsentiert. Erneut ein Volltreffer aus dem Bereich Regionalkrimi. Herr Barz steigert sich von Mal zu Mal und treue Leser hoffen, dass er neben dem Verspeisen der vielgepriesenen Mürbchen Zeit für Band 4 finden wird. Uneingeschränkte Leseempfehlung! :)

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159 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 47 Rezensionen

krimi, schweden, barbarotti, mord, trauer

Am Abend des Mordes

Hakan Nesser , Håkan Nesser , Paul Berf
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (HC), 01.10.2012
ISBN 9783442753178
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cold cases für Barbarotti...
Im neuen Hakan Nesser muss Gunnar Barbarotti, geschiedener Vater von 3 Kindern und Polizist, einen schlimmen Schicksalsschlag verkraften. Seine Lebensgefährtin Marianne stirbt an einem Aneurysma und er muss sich um die 5 Kinder kümmern, von denen keines ihr gemeinsames ist. Die Trauer über Mariannes Tod fegt "wie eine Orkanböe" über ihn hinweg und lähmt die ganze Familie. Barbarotti "empfindsam und entwurzelt" zieht sich total zurück. Sein Chef Asunander überrascht Kollegin Eva Backman damit, dass er Barbarotti nun auf sogenannte Cold cases - nie aufgeklärte Fälle - ansetzen will. Doch was steckt hinter dieser Idee? Will er Gunnar nur beschäftigen und ruhig halten oder hat er mehr dabei im Sinn? Zunächst soll er im Fall des verschwundenen Elektrikers Morinder ermitteln, dessen Frau schon einmal mit einem Mord in Zusammenhang gebracht werden und dafür verurteilt werden konnte. Barbarottis Ehrgeiz ist geweckt und er deckt Schlampereien und neue Aspekte der Fälle auf, mit denen so keiner gerechnet hätte. Wieder einmal spielt Nessers einer Romanstrang im aktuellen Jahr 2012 und der zweite in der Vergangenheit - 1989. Dies macht die Lektüre für den Leser sehr spannend und aktuell, da Nessers Romane meist weit über das Genre des einfachen Krimis hinausreichen und weniger den Täter verurteilen und verteufeln, als die oftmlas unglücklichen und schicksalhaften Umstände schilden, die letztendlich zu einem Verbrechen führen können. Bereits in den letzten 4 Bänden hat man sich mit dem geschiedenen Vater aus Kymlinge identifiziert, der eisern an seinem Handel mit Gott festhält und stetig für alle Lebenssituationen Plus- und Minuspunkte vergibt. "Wir sind nicht für die Ewigkeit gemacht", sagt Marianne in Nessers Roman, bei Barbarotti hofft man das aber irgendwie doch. Sehr gut gefallen haben mir die 2 Romanstränge die versetzt erzählt werden. Als Leser kann man sich erstaunlicherweise auch gut mit der Verdächtigen identifizieren, da man im 2. Strang sehr viele Hintergrundinformationen bekommt und wieder einmal „nicht ist, wie es scheint“. Barbarotti und Backman kommen sich scheinbar wieder etwas näher, auch zu seiner Tochter kann er ein neues Verhältnis entwickeln. Wenn man den Vorgängerband gelesen hat, erfährt man außerdem, was mit Valdemar Roos passiert sein könnte. Diese vielen kleinen Details machen den Roman sehr lesens- und empfehlenswert.

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(113)

184 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 65 Rezensionen

schweden, krimi, homosexualität, mord, jerusalem

Später Frost

Kerstin Signe Danielsson , Roman Voosen
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.09.2012
ISBN 9783462044492
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zu spät für Frost...
Ein spannender Schwedenkrimi dieses Mal jedoch in der deutschen Originalversion – das hat mich erstmal stutzen lassen, dann aber um so mehr begeistert, denn die Autoren transportieren das skandinavische Lebensgefühl sehr überzeugend. Dunkel schwebt ein Falter auf dem Cover über der schwedischen Styga-Idylle und wirft seinen Schatten, in welchen bald die sympathischen Ermittlerinnen Stina Forss und Ingrid Nyström abtauchen müssen. Lange Zeit bleibt im Dunkel, warum Forss nach Jahren der Polizeiarbeit in Berlin wieder nach Växjö/Schweden zurückkehrt, zunächst wird dies immer mit „persönlichen Gründen“ erklärt, bevor es sich am Ende des Buches auflöst. Ein gewisser Henrik erliegt 1948 einem Attentat in Jerusalem, Insektenforscher Balthasar Melchior Frost verbirgt ein dunkles Geheimnis und die Person des Johan Lönn gibt den Ermittlerinnen einige Rätsel auf.
Die Autoren wählen verschiedene Spielorte (Växjö, Berlin, Jerusalem) und überraschen durch zahlreiche Erzählstränge, die der Leser entwirren und verbinden muss, doch dieses gelingt - je weiter man in das Buch eintaucht - immer leichter. Flapsige Sprüche und Vergleiche („Bevor ich es mit Plastik tue, lasse ich es lieber ganz.“), „die goldene Schlange mit den 2 Gesichtern“ und markige Figuren wie „Abwasser-Ake“, die reiche Industriellenwitwe Hildegard Hedingks und Ingrids Vorgesetzter „Halbvier-Erik“ tragen zu wirklich guter Unterhaltung und Spaß an diesem Krimi bei. Ebenso hintergründig kann man den Titel auslegen – denn Balthasar Frost gesteht sich manches erst spät im Laufe seines Lebens ein und wird dann leider Opfer einer tragischen Verwechslung, an der er nicht unschuldig ist.

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(18)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

liebe, melancholisch, scrabble, tod, familiengeschichte

Das Liebesspiel

Dawn Clifton Tripp , Andrea Fischer
Buch: 310 Seiten
Erschienen bei Arche, 23.04.2012
ISBN 9783716026632
Genre: Romane

Rezension:

Geheimes Spiel - Spiel mit Geheimnissen
Ihr Mann, die Drohung, ihr Tonfall..., sollten eine Warnung darstellen für Luce Weld, der 1957 eine Affaire mit der verheirateten Ada Varick hatte. Drei Jahre später wird sein Schädel aufgefunden, mit einer Schussverletzung. Doch niemand in der Kleinstadt in New England hat etwas gehört oder gesehen, dennoch fällt der Verdacht auf Adas eifersüchtigen Ehemann Silas. 50 Jahre später beginnt Luces Tochter Jane zu recherchieren, nicht ahnend dass ihre Tochter Marne bereits dem Charme eines von Adas Söhnen erlegen ist und die Geschichte sich zu wiederholen scheint. Außerdem hat sie irgendwie Frieden geschlossen mit Ada, mit der sie sich zu endlosen Scrabble-Spieleabenden trifft, und die sie zu schätzen lernt.

Dawn Tripp macht den Leser neugierig auf die zu lüftenden Geheimnissse - der englische Titel "Game of secrets" transportiert dies vielleicht etwas weniger kitschig und eher mysteriös. Wie beeinflusst die Vergangenheit die Gegenwart und was verbindet und trennt die beiden Familien gleichermaßen? Wie gut kennt man seinen Nächsten wirklich? Und wie verbinden sich die verschiedenen Charaktere, Perspektiven und Zeitebenen zu einem sinnstiftenden Mosaik? Durch viele Zeit- und Perspektivsprünge konnte ich mich auf keine der Figuren richtig einlassen, da ständig jemand anderes erzählt hat und man schnell den Überblick verlieren kann. Ebenso wechseln die Jahresrückblenden häufig hin und her. Ich habe für dieses Buch sehr lange gebraucht, da sich kein Spannungsbogen entwickelte. Es kommt zu keinen wirklichen Wendungen oder Auflösungen, das Buch plätschert so vor sich hin ohne einer festen Struktur zu folgen. Die endlosen Beschreibungen der Scrabblespiele und Bepunktung der Wörter haben mich schnell gelangweilt und den Lesefluss gestört. Ich lese gerne Krimis und Familiengeschichten, aber diese lässt sich weder als das eine noch als das andere einordnen. Für meinen Geschmack beantwortet Dawn Tripp zu wenige der aufkommenden Fragen, die sich beim Lesen stellen, das Buch bleibt ohne Höhe- und Wendepunkt. Ein Liebes-Thriller ist es für mich keinesfalls, eher ein Entwicklungsroman der Figuren Jane und Ada.

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(143)

232 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

freundschaft, koma, unfall, hannes, liebe

Hannes

Rita Falk
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 19.03.2012
ISBN 9783423280013
Genre: Romane

Rezension:

Schau' in die Kastanie und hoff' auf ein Wunder!
Seit etlichen Wochen schon liegt der 21jährige Hannes Ellmeier nach einem schweren Motorradunfall im Koma. Nur schwer können Freunde und Familie mit dieser neuen Situation umgehen und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Sein bester Freund - Uli Vorholzner - besucht Hannes und schreibt ihm Briefe, damit er weiß, was um ihn herum passiert. Er berichtet von gemeinsamen Freunden, sportlichen Aktivitäten und seiner Arbeit als Zivi in einem Heim für psychisch Kranke, das er "Vogelnest" nennt. Gleichermaßen erfährt man aber auch in Rückblicken etwas über die Freundschaftsgeschichte der beiden jungen Männer und über die Person Hannes.

Die Krimis von Rita Falk haben mir ehrlich gesagt nicht gefallen, sie waren mir zu sehr bayrisch geprägt und irgendwie kam ich nicht an die Figuren heran. Diese Geschichte ist etwas ganz anderes und hat mich angesprochen. Eine neue Seite der Rita Falk offenbart sich, die mir auf Hochdeutsch viel mehr zusagt. Realistisch und doch auch (be)rührend erfährt der Leser, wie Uli mit der Situation umgeht und was für ein Mensch Hannes vor seinem Unfall war. Und natürlich beschäftigt einen die Frage: Wird Hannes jemals wieder erwachen? Und wird er derselbe sein wie vorher? Das Cover ist ansprechend gestaltet und passt zu Ulis Hoffnung, denn oft sitzt er in Hannes' Krankenzimmer auf dem Fensterbrett und guckt in den Kastanienbaum, auf ein Wunder hoffend und der Leser ebenso. Ein Buch für Jugendliche und Junggebliebene, die sich gerne mit den großen existenziellen Menschheitsfragen beschäftigen.

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 24 Rezensionen

afrika, entführung, schweden, stockholm, lösegeld

Weißer Tod

Liza Marklund , Anne Bubenzer , Dagmar Lendt
Fester Einband: 378 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 08.03.2012
ISBN 9783550087523
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Moderne Piraterie in Schweden und Afrika
Ihren neuen Krimi "Du gamla, du fria" lässt die Schwedin Liza Marklund wieder einmal an mehreren Handlungsorten spielen. Zum einen ist da die inzwischen wohlbekannte und temperamentvolle Journalistin Annika Bengtzon aus Stockholm, die gerade aus Washington zurückgekehrt ist und wieder Fuß zu fassen versucht. Zum anderen reist in diesem Band ihr Mann Thomas Samuelsson für das Justizministerium nach Nairobi, um dort an einer Konferenz teilzunehmen. Darüber hinaus arbeitet Annika an der Aufklärung einiger Frauenmorde mit. Kurz darauf hat sie jedoch ein ganz anderes persönliches Problem: Thomas wurde kurz vor der Grenze zu Somalia entführt wurde und es gibt keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme...-

Inzwischen liegt mit "Weisser Tod" endlich der 8. Band von Liza Marklund um Annika Bengtzon vor. Bisher habe ich alle Romane um sie gelesen und sehr geschätzt. Es ist interessant, wie sich die Journalistin (dieses Mal mal keine Kommissarin) an die Auflösung der Fälle macht und wie sich ihr Privatleben mit Thomas, Ellen, Kalle und Freundin Anne weiterentwickelt. Als treuer Leser hat man die Figuren regelrecht vor Augen. Nach dem Roman mit James Pattersson um die "Postkartenmörder" empfinde ich diesen neuen Marklund jedoch als etwas farblos und wenig "thrillerartig". Die Geschichte um die Frauenmorde in Stockholm kommt nicht so richtig in Fahrt - der Leser will eigentlich nur wissen, wie es mit Thomas und seinen Kollegen weiter geht. Diese Randgeschichte hätte man sich somit fast (er)sparen können. Annikas Profession bleibt in diesem Band sowieso eher im Hintergrund, da sie genervt ist von ihren Kollegen und deren Fragen zu ihrer Situation. Trotz der marklundeigenen Sozialkritik sind mir einige Szenen zu brutal geschildert worden und ich habe mich gefragt, ob das wirklich nötig war. Der Leser erhält nebenbei noch Einblick in die Redaktionsarbeit, muss sich einlesen in Probleme der Globalisierung, des Terrorismus, der sozialen Ungleichheit und den Beziehungsstress der Hauptperson. Das sind sehr viele Themenstränge, die sich für mich leider nicht schlüssig zu einem Gesamtwerk zusammenfügten, sondern eher aneinandergereiht wirken. Annika als Figur erscheint passiv, ermüdet und ausgebrannt - ihr Chef schmeißt hin und die Ehe mit Thomas steht vor dem Aus. Ein bisschen viel des Guten. Vielleicht soll dies ja aber zu einer kompletten Umstrukturierung der Reihe in einem Folgeband führen. Oder die Autorin leitet – ähnlich wie bei Mankells Wallander – langsam für die Hautperson die Spirale nach unten ein. Fazit: Ein interessanter Roman, aber kein Thriller im eigentlichen Sinne und für mich persönlich einer der schwächeren Bände um Annika Bengtzon.

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(24)

48 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

liebe, tod, finnland, familie, wahrheit

Wahr

Riikka Pulkkinen , Elina Kritzokat
Fester Einband: 356 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 08.03.2012
ISBN 9783471350713
Genre: Romane

Rezension:

"Wir tragen alle früheren Formen unseres Ichs in uns."
Die renommierte Psychologin Elsa Ahlqvist hat kurz vor Weihnachten die Diagnose Krebs erhalten und wird palliativ behandelt. Ihre Tochter Eleonoora, genannt Ella, ist selbst Ärztin macht sich große Sorgen um ihre Mutter, zu der sie aber ein gespaltenes Verhältnis hat. Die Enkelinnen Anna und Maria beschließen, tatkräftig mit anzupacken und den Großeltern zur Seite stehen. Als Elsa und Anna sich für ein Picknick im Garten verkleiden wollen, zieht Anna ein Kleid aus Elsas Schrank, das diese schon vergessen hatte. Einst hatte sie es dem Kindermädchen Eeva geschenkt. Beim Anblick ihrer Enkelin in diesem Kleid, erinnert sich Elsa an Eeva. Aber weder sie noch ihr Mann, der Maler Martti wollen Anna gegenüber erklären, was es damit auf sich hat und was aus Eeva geworden ist. So begibt sich Anna selbst auf Spurensuche in die 60er Jahre und entdeckt ungeahnte Paralellen zu ihrer eigenen Lebensgeschichte. Alle Generationen beginnen zu erkennen, dass man seine früheren Ichs sein Leben lang in sich trägt und sich manchmal erst nach Jahren den Fragen der Vergangenheit erneut stellen muss.

Einige Hinweise auf die Geheimnisse der Figuren gibt uns die Autorin schon sehr frühzeitig, wenn der Großvater Martti von den "früheren Ichs" spricht und das Gedicht im Prolog die "doppelten Menschen" erwähnt. Riikka Pulkkinen beschreibt sensibel, wie die 3 Frauengenerationen mit der Diagnose Krebs und ihren Gefühlen dazu umgehen. Jede trägt ihre eigenen Geheimnisse in sich und kann sich nicht unbedingt den anderen Familienmitgliedern öffnen. Ella hat nie verstanden, warum Eeva eines Tages einfach ging und nie zurück kehrte, Anna sorgt sich um Linda, die Tochter ihres Exfreundes und Großvater Martti fragt sich, ob er die erwachsene Enkelin Anna überhaupt noch kennt. Trotz des schweren Themas und unausweichlichen Endes ist das Buch nicht traurig im eigentlichen Sinne. Die Familie versucht die letzten Monate so intensiv wie möglich zu leben und zu genießen, so sagt Elsa beispielsweise, dass sie Zwiebelkuchen gebacken hat, da sie heute keine Lust hatte nur krebskrank zu sein. Anna und Martti finden über ihr gemeinsames Spiel sich Lebensgeschichten für Passanten auszudenken wieder zueinander. Ella erinnert sich an die Puppe Molla, die sinnbildlich für ihre Kindheit steht. Elsa denkt zurück an ihr Leben in Paris und hat Martti längst vergeben. Und Martti malt nun zum ersten Mal ein Bild von Elsa. Fehlen dürfen auch nicht die typisch finnischen Zutaten wie Sommerhäuser mit Sauna am See, aufgefädelte Walderdbeeren und Moltebeerenmarmelade...-

Da wir in unserer Familie mit der gleichen Situation konfrontiert waren, hat mich das Buch sehr interessiert und berührt. Pulkkinen schreibt sehr realistisch ohen reißerisch zu wirken. Ihre Sprache ist poetisch, ohne je kitschig zu werden. Die Protagonisten schaffen es letztendlich, Frieden mit sich und ihrem Leben zu schließen. Sehr berührend und besonders, dennoch gleichermaßen unterhaltsam und melancholisch zugleich. Eine ganz klare Empfehlung.

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(144)

245 Bibliotheken, 0 Leser, 7 Gruppen, 64 Rezensionen

münchen, mord, krimi, schuld, dühnfort

Schuld währt ewig

Inge Löhnig
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.11.2011
ISBN 9783548610696
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inge Löhning nimt den Leser dieses Mal mit auf einen Exkurs ins Leben der Bogenbauerin Susanne Möbus aus Paschkofen. Diese hat neben ihrer Beziehung zum treuen Herrn Kater wenige zu anderen Menschen, seit sie ihren Schutzbefohlenen Ludwig vor 6 Jahren verloren hat. Unter welchen Umständen dies passierte und warum ihr einige Sekunden ihres Lebens abhanden gekommen sind, wird lange nicht gelüftet. Zeitgleich beobachtet und dokumentiert der Münchner Obstlerfan Eugen Voigt, dessen Hobby das Ablichten von Verkehrssündern vor seinem Fenster ist, einen Unfall. Ein Mann namens Flade wird von einem SUV erfasst und getötet. So beginnt neuer Fall für Konstantin Dühnfort und seine attraktive Kollegin Gina, die sich gegen den ehrgeizigen Karrieristen Alois behaupten müssen.

Es ist Herbst und diese Stimmung transportiert die Autorin wieder einmal in sehr detaillierten und poetischen Naturbeschreibungen - sehr passend zur aktuellen Wetterstituation. Kommissar Konstantin "Tino" Dühnfort, der von seiner "durchaus großen Liebe Agnes" getrennt ist, scheint privat neue Hoffnung durch seine noch heimliche Liebe zu Kollegin Gina zu schöpfen. Das Motiv des Schmetterlings und der Fotographie spielt auch in diesem Band der "weißen Serie" von Inge Löhnig wieder eine Rolle.

Handwerklich wieder sehr gut gestrickt, fesselnd und sprachlich auf einem sehr hohen Niveau. Ein Lob auf den deutschen Krimi, der in Form dieses Werks wieder einmal unter Beweis stellt, dass er im internationalen Vergleich durchaus mithalten kann. Hab ich sehr gerne gelesen.

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(235)

401 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 68 Rezensionen

barcelona, liebe, freundschaft, tod, spanien

Marina

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar , Carlos Ruiz Zafón
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 12.04.2011
ISBN 9783100954015
Genre: Romane

Rezension:

"Wir erinnern uns an das, was nie geschah." (Marina)
Der junge Internatsschüler Oscár Drai lernt beim Bummeln durch Barcélonas Gassen den Maler Germán Bleu und seine Tochter Marina kennen. Mehr und mehr werden sie zu einer kleinen Familie und Oscár verliebt sich in Marina. Gemeinsam wollen sie der geheimnisvollen schwarz-verschleierten Frau auf die Spur kommen, die immer wieder auf dem Friedhof eine rote Rose am Grabstein mit einem schwarzen Schmetterling niederlegt. Die beiden Jugendlichen kommen einem lange gehüteten Geheimnis um die Firma Velo-Granell, dem Investor Michail Kolwenik und Dr. Shelley auf die Schliche. Ihre Erkenntnisse werden für die beiden immer gefährlicher...-

Mir hat dieses Buch wieder besser gefallen als "Das Spiel des Engels", welches ich als zu ähnlich zu "Der Schatten des Windes" empfunden habe. Auch für den erwachsenen Leser liest sich die Liebes- bzw. Freundschaftsgeschichte zwischen Oscár und Marina sehr interessant und die kleinen Gesten und Vertraulichkeiten, die diese ausmachen, beschreibt Zafon sehr anrührend und detailliert. Wieder einmal mischen sich verschiedene Genres und es ist für jeden Geschmack etwas dabei: Liebe, Freundschaft, Feindschaft, Schicksalsschläge, Krankheit, Rache, Tod, Erkenntnis und ein gelöstes Rätsel um viele vergessene Personen. Gleichzeitig entwickelt sich Protagonist Oscár immer weiter und wird erwachsen.Das Buch lässt sich flüssig und "in einem Rutsch" lesen, phasenweise kann man es aufgrund der hohen Spanungsbögen gar nicht weglegen. Auf jeden Fall empfehlenswert, wenn einem "Der Schatten des Windes" gefallen hat.

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215 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 72 Rezensionen

krimi, oxford, homosexualität, mord, liebe

Alle Rache will Ewigkeit

Val McDermid , Doris Styron
Flexibler Einband: 567 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 20.12.2011
ISBN 9783426509937
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Charlie Flint soll für ihre damalige Professorin Corinna Newsam herausfinden, was es mit dem Mord an ihrem Schwiegersohn und der aktuellen Beziehung ihrer Tochter Magda zu einer lesbischen Frau auf sich hat. Corinna vermutet, dass die neue Freundin Magdas, Jay, viele dunkle Geheimnisse hat. Charlie begibt sich auf Spurensuche und deckt schon nach kurzer Zeit viele WIdersprüche auf...- Wie immer ein typischer McDermid-Krimi, der sich langsam steigert und den man kaum aus der Hand legen kann. Paralell zu Charlies Ermittlungen kann man Auszüge aus Jays Autobiographie lesen, E-Mails von Charlie und Zeitungsartikel aus Archiven, sehr interessant aufgebaut! Nach und nach manipuliert MCDermid den Leser immer weiter in eine Richtung zu denken, kommt dann aber zu einem überraschenden Finale. Sehr, sehr lesenswert!

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(67)

110 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

thriller, josh bazell, krimi, mafia, usa

Einmal durch die Hölle und zurück

Josh Bazell , Thomas Gunkel , Malte Krutzsch
Fester Einband: 409 Seiten
Erschienen bei Fischer, S, 10.11.2011
ISBN 9783100039132
Genre: Romane

Rezension:

Mord, Schwindel und Ungeheuer...
Das Wasser spielt eine tragende Rolle in Bazells neuem Thriller und Band 2 rund um den Mafiakiller und Arzt Dr. Peter Brown - alias Pietro Brnwa. Josh Bazell entführt uns zunächst auf ein Kreuzfahrtschiff östlich von Belize und später an den White Lake und seine benachbarten Seen. Brown arbeitet inzwischen unter dem Tarnnamen Lionel Azimuth als vermeintlicher "Zahnarzt" für reiche Touristen. Eines Tages erhält er jedoch ein Telegramm des Billionärs "Rec Bill", der ihn für einen geheimnisvollen Job anheuert. Brnwa kann das Angebot nicht ablehnen und soll gemeinsam mit der attraktiven Paläontologin Violet Hurst Jagd auf ein Ungeheuer im „White Lake“ machen.
Josh Bazell unterhält den Leser auf unterhaltsame und professionelle Art und Weise. Sein Erzählstil ist wieder leichtfüßig und lesenswert und man schwebt lange im Ungewissen.Während in Band 1 aber alles so skurril und verrückt ist, dass man dies als Leser schon wieder als kultig und bizarr empfindet, spart Bazell in Band 2 ein wenig an den, seinen Stil ausmachenden, medizinischen Fußnoten und irren Wendungen.Warum gerade die Politikerin Sarah Palin eine Rolle in seinem Werk spielen musste, hat sich mir (auch nach Lektüre des umfangreichen Anhangs) nicht wirklich erschlossen. Mein Kritikpunkt bezieht sich auf die Auflösung des Geheimnisses um das Monster vom „White Lake“. Ich hätte etwas Mysteriöseres und Abgefahreneres erwartet und war ein wenig enttäuscht, dass Bazell seinem Band 1 nun doch, was das Geheimnis betrifft, nachsteht. In seinem Anhang erfährt man einiges darüber, wie sorgfältig sich der Autor auf dieses Buch vorbereitet hat, leider hat dies den Ausgang der Geschichte aber auch nicht gerettet. Schade, Bazell hätte mehr draus machen können.

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(115)

192 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 44 Rezensionen

krimi, schweden, fjällbacka, erica falck, mord

Meerjungfrau

Camilla Läckberg , Katrin Frey
Fester Einband: 458 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 25.10.2011
ISBN 9783471350164
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vier Männer - ein Geheimnis
Magnus Kjellner, Christian Thydell, Kenneth Bengtsson und Erik Lind - vier gestandene Männer aus dem beschaulichen Fjällbäcka. Ein dunkles Geheimnis verbindet sie und die hochschwangere Autorin Erica muss ihrem Mann mal wieder unter die Arme greifen. Thydells geheimnisvolles Buch "Meerjungfrau" wird von Erica als mysteriös und rätselhaft beschrieben, der Autor selbst wird in Form anonymer Briefe bedroht und hat große Angst. Auf dem Revier Tanumshede müssen sich Patrik und seine Kollegen derweil mit dem rätselhaften Verschwinden des 40jährigen Familienvaters Magnus Kjellner befassen, der nun schon seit 3 Monaten wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint. Dann wird er tot aufgefunden und es kommt ans Licht, dass alle vier Männer von einem Unbekannten bedroht werden. Dennoch gestaltet sich die Suche nach den Hintergründen mehr als schwierig, da keiner so richtig mit der Sprache herausrücken will.
Camilla Läckberg schreibt wieder einmal spannend und dennoch "gelassen unblutig" in guter schwedischer Tradition. Sie schafft es gleichzeitig, die Biographien der vielen, bereits bekannten Figuren wie Mellberg & Ernst, Patrik & Erica, Anna & Dan gekonnt einfließen zu lassen, ohne zu langweilen. Wieder einmal ist dies kein Krimi wie jeder andere, sondern etwas Neues im Läckbergschen Stil. Die Autorin macht die Leser durch die kursiven Einträge aus der Vergangenheit immer wieder neugierig und setzt einen auf viele verschiedene Spuren an. Gleichzeitig finden gesellschaftliche Themen wie Auslandsadoption und gleichgeschlechtliche Paarbeziehungen Eingang in ihren Roman, den ich als mehr, als "nur einen Krimi" ansehen würde. Wie immer steht nicht die Tat im Vordergrund, sondern die Umstände, die einen Menschen zu dem machen, was er letztendlich ist, sowie sein innerer Konflikt und sein Ringen mit sich selbst. Diese Zerissenheit transportiert Läckberg sehr atmosphärisch und eindeutig. Die "Geschichte hinter der Geschichte" ist schlüssig und interessant erzählt und setzt sich beim Lesen langsam Stück für Stück zusammen. Wenn die Auflösung letztendlich keine ganz neue Geschichte ist, wird dies jedoch durch den Stil und den Aufbau des Romans ausgeglichen, der hervorragend geschrieben ist. Mit ihrem fulminanten Ende macht sie neugierig auf eine Forstsetzung, die im Schwedischen schon lange vorliegt. Mein Fazit als Läckbergfan: Sehr lesens- und empfehlenswert.

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