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48 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

japan, tokio, botschafter, 2. weltkrieg, roman

Demnächst in Tokio

Katharina Seewald
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 27.03.2017
ISBN 9783958901063
Genre: Romane

Rezension:

„Und nun griff Deutschland wieder zu den Waffen. Ja, hatten wir denn nichts gelernt?“ (S. 199)

Zusammenfassung. Eine große Liebesgeschichte vor der Kulisse eines der größten Kriege der näheren Geschichte: Elisabeth ist gezwungen, einen Mann zu heiraten, den sie bloß vom Sehen kennt, und ihm an seinen neuen Arbeitsplatz nach Tokio zu folgen. Dort ist alles anders und neu für die gerade 19-Jährige und obwohl der Krieg und der Schrecken der Nazizeit in solcher Ferne beginnen, wird bald schon auch die scheinbare Idylle in der deutschen Botschaft getrübt. Wem kann sie in dieser Zeit trauen und wer spielt ein falsches Spiel?

Erster Satz. Der Kessel verschluckt sich fast an seinem eigenen Pfeifen.

Inhalt. Katharina Seewald ist es in diesem Roman eine Kombination aus vielem gelungen, das mir sehr gut gefallen hat: Wir haben hier eine Geschichte, die die Wirren und Schrecken des Krieges anschneidet; wir erleben ein kleines bisschen Japan den Dreißiger- und Vierzigerjahren; wir haben echt atemberaubend spannende Anteile; und natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz, auch wenn die Situation im Endeffekt für keinen der Beteiligten so ganz einfach ist. Das ist aber vielleicht auch einer der Kritikpunkte für mich am Buch: Bei vielem hatte ich das Gefühl, dass mehr als bloßes Anschneiden nicht drin war (und dabei ist der Roman mit seinen knapp über 400 Seiten ja nun auch echt nicht das schmalste aller Werke). Elisabeth begegnet dem Elend der Bevölkerung und ist schockiert, aber so richtig Thema ist das dann doch nicht - nur um ein kleines Beispiel zu nennen. Auch der Rahmen, in den das ganze eingefasst ist (die inzwischen über 90-Jährige Elisabeth erzählt in einem langen Brief ihrer Tochter Karoline die Geschichte ihres Lebens) schneidet vieles an und bleibt trotzdem wahnsinnig knapp. So könnte man sich die Frage stellen, ob es diesen Rahmen wirklich braucht.

Personen. Ganz ähnlich meinen Kritikpunkten (eigentlich ist es ja bloß ein einziger, dass nämlich vieles nur angerissen wird) wurde uns Lesern auch bei den Personen eine ungeheure Fülle vorgesetzt. So viele Namen kamen vor, dass es mir zum Teil gar nicht so leicht fiel, die entsprechende Figur zuzuordnen. Auch mit den entsprechend vergleichsweise vielen Schicksalen mitzufühlen, ist unter den Voraussetzungen nicht immer einfach - man hätte sich für meinen Geschmack gern etwas mehr auf die Kernfiguren und -geschichten konzentrieren können. Aber abgesehen davon haben mir die Charaktere sehr gut gefallen. Jeder hat seine eigene Persönlichkeit und handelt auch dementsprechend, jeder hat seine Geheimnisse und nicht alle davon erfährt Elisabeth. Bei einigen dauert es bloß eine Weile, andere werden mit ins Grab genommen und vieles erfahren auch wir als Leser nicht.

Fazit. Es ist so viel einfacher, sich bei einer Rezension auf die Kritikpunkte zu konzentrieren: Die sind (für mein Empfinden jedenfalls) so viel einfacher in Worte zu fassen. Aber damit hier kein falsches Bild aufkommt, muss ich doch klarstellen, dass mir der Roman wirklich richtig gut gefallen hat. Er war berührend und brachte mich zum Weinen, er war schön und erschreckend und ehrlich und wirklich eines meiner Highlights dieses Jahr.

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(173)

292 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 150 Rezensionen

mord, psychologie, krimi, roman, manuskript

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:

Zusammenfassung. Es beginnt mit dem Manuskript eines gescheiterten Autors und entpuppt sich als verspätete Mordermittlung: Das Buch der Spiegel liefert einen Krimi und verpackt ihn in ungewöhnlich erzählten einzelnen Episoden. Dabei kann man nie so ganz genau wissen, wer nun lügt und wer die Wahrheit sagt - wie auf der Rückseite schon steht: „Die Wahrheit des einen ist die Lüge des anderen“.

Erster Satz. Ich bekam das Schreiben im Januar, als alle in der Agentur sich noch von ihrem Festtagskater zu erholen versuchten.

Inhalt. Es fällt mir schwer, diesen Roman in eine Kategorie einzuordnen, denn obwohl hier ein Mordfall aufgerollt wird, fehlt ihm die nervenaufreibende Spannung, um ein Krimi zu sein. Ich hatte zwischendurch eher den Eindruck, die Geschichte plätschere so dahin, und häufig lag das Buch eine ganze Weile unbenutzt neben mir, weil ich nicht so begierig darauf war, weiter zu lesen. Das ist irgendwie schade!
Denn auf der anderen Seite gefällt mir die Idee des Romans und auch seine Umsetzung wirklich ausgesprochen gut: Die Erzählweise war mir in dieser Form neu und konnte mich (trotz mangelhafter Spannung) überzeugen.

Personen. Sehr gut gefallen hat mir die wiederkehrende Unzuverlässigkeit der Protagonisten und die Unsicherheiten, wem man glauben kann und wer nur auf seinen eigenen Nutzen aus ist; wer alles preisgibt, was er zu wissen glaubt oder weiß, und wer (mit guten Absichten?) lügt. Etwas anstrengend fand ich jedoch die schiere Masse relevanter Charaktere, die Chirovici dem nichtsahnenden Leser um die Ohren haut. Da hatte ich zwischendurch tatsächlich Schwierigkeiten, dem Handlungsverlauf zu folgen und im Kopf zu behalten, wer nun gleich weswegen von Interesse für die Recherchen und Ermittlungen ist.

Fazit. Leider muss ich sagen, dass ich von diesem Roman mehr erwartet hatte, obwohl ich meine Erwartungen nicht in Worte fassen kann. Die Spannung, das Sitzen auf der Stuhlkante, das nicht-ansprechbar-Sein, all das fehlte mir zu einem wirklich packenden Werk.
Was ich jedoch bekam: Eine faszinierende Geschichte darüber, wie anders Dinge sein können, die wir nur von außen sehen; wie wenig wir zum Teil von außen sehen; und wie falsch das sein kann, was wir aufgrund unserer eigenen Erfahrungen, Gedanken und Ängste in das interpretieren, was wir von außen sehen.

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90 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

sterbebegleitung, sterben, hospiz, roman, tod

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048704
Genre: Romane

Rezension:

„Vorlesen darfst du mir erst, wenn ich mich nicht mehr dagegen wehren kann. Ich mochte Vorlesen noch nie, aber wahrscheinlich wird es mir bei dir sogar gefallen.“ (S.168)

Zusammenfassung. Fred ist seit Neuestem ehrenamtlicher Sterbebegleiter und will alles tun, um seinen ersten Einsatz nicht zu vermasseln. Karla hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und gerät in ihren letzten Monaten an Fred. Diese Konstellation, so schwierig sie zu Beginn auch zu werden scheint, lässt nicht nur Karla und Fred ein gutes Stück wachsen.

Erster Satz. Nur zehn Minuten vor Karlas Hauseingang reichten aus, um Freds Zuversicht in Beklommenheit und dann in mühsam kontrollierte Panik zu verwandeln.

Cover. Es gibt schönere Cover und solche, die mich mehr ansprechen. Was mir jedoch gut gefällt, das ist der Titel, obwohl ich ihn zunächst nicht verstanden habe. Aber als mir dann klar war, wann dieses „und dann“ eintritt, da fand ich den Titel wirklich gelungen.

Inhalt. So schwer die Geschichte auch ist, die in diesem Roman erzählt wird, so leicht ließ sie sich doch lesen, nicht im Sinne von „leichter Lektüre“, sondern weil sich alles, was geschildert wird, so natürlich und richtig anfühlt, nie gestelzt oder hölzern (außer an den Stellen, an denen die Situation es erfordert). Vieles wird nie ausgesprochen, vieles findet nur am Rande Erwähnung und hätte dem Buch noch ein paar Seiten mehr bescheren können, und viele Stellen finde ich im Nachhinein ein wenig unbefriedigend.
Aber dann wieder ist es ganz genau das, was mir an dem Roman so gut gefallen hat: Seine Unvollkommenheit, dass sich im Leben eben nicht immer alles aufklärt und in Wohlgefallen auflöst, dass nicht immer alles einfach ist.

Personen. Kaum ein Roman hat es bisher auf die Weise geschafft, mir Figuren an die Hand zu geben, mit denen ich mich identifizieren kann, wie dieser. Das beginnt bei Fred, dessen Gedanken mir zu Beginn teils unangenehm waren, weil ich mich so gut in ihnen wiederfinden konnte; da ist Freds Sohn Phil, der eine solche Begeisterung für Wörter aufbringt, dass ich mich (in dieser Hinsicht) so verstanden wie nie zuvor gefühlt habe; und da ist Karla, für deren Zitat oben ich sie hätte knutschen können, weil ich mich so sehr darin wiederfinde. Allein das fand ich an „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ ziemlich grandios.
Und auch in den Figuren ist dieses Buch so wunderbar unperfekt. Sie erklären sich nicht, jedenfalls nicht wirklich in zufriedenstellendem Ausmaß, und unter anderem dadurch entsteht diese Unvollkommenheit, die mir an diesem Roman sehr gut gefallen hat.

Zitate. „Sie hatten immer noch schlechten Sex, aber sie heirateten trotzdem, weil es niemanden gab, mit dem sie besseren Sex hätten haben können.“ (S. 91)
„Das Konzept der Seele, verstand er plötzlich, war nicht durch religiösen Idealismus entstanden, sondern nur das Ergebnis eines einfachen Subtraktionsprozesses.“ (S. 172)
„Wie unangenehm dieser plötzliche Druck war, den er in seinem Brustkorb spürte, es könnte Kotzen oder Weinen oder ein Herzinfarkt werden.“ (S. 250)

Fazit. Ein Roman, der mich sehr bewegt hat, den ich mit Vergnügen und häufig mit mindestens einer Träne im Auge gelesen habe. Ein Roman über das Wachsen an Aufgaben und Situationen, über Liebe und Freundschaft und über Familie. Ein Roman, den ich wirklich empfehlen kann.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

wort, nobelpreisträgerin, hasen, köpf, zeitungen

Vater telefoniert mit den Fliegen

Herta Müller
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.03.2014
ISBN 9783596198269
Genre: Gedichte und Drama

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(168)

316 Bibliotheken, 29 Leser, 2 Gruppen, 138 Rezensionen

thriller, serienmörder, london, ragdoll, daniel cole

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zusammenfassung. In „Ragdoll“ lernen wir einen sehr speziellen Detective kennen, der in London eine Reihe ungewöhnlicher Morde aufklären muss. Dabei ist der Druck höher als üblich, denn am Ende der vom Killer verfassten Liste steht der Todeszeitpunkt des Ermittlers selbst...

Erster Satz. Samantha Boyd duckte sich unter dem flatternden Absperrband und blickte zur Statue der Justitia oben auf der Kuppel von Old Bailey hinauf, dem berühmtesten Londoner Gerichtsgebäude.

Cover. Obwohl ich das Cover schon auf den ersten Blick ansprechend fand, muss ich nun, nachdem ich auch das zugehörige Buch gelesen habe, doch ein wenig Kritik üben: Denn den Zusammenhang mit dem Inhalt sehe ich nicht wirklich. Das finde ich immer etwas schade, denn es hätte sicherlich viele Optionen gegeben, ein düsteres, ansprechendes Cover zu wählen, das im Zusammenhang mit dem Inhalt steht. Doch trotzdem verfehlt es sein Ziel nicht und spricht so sicherlich auch im Vorübergehen Leser an.

Inhalt.
Die Idee hinter der Handlung hat mir sehr gut gefallen, auch weil ich echt nicht darauf gekommen bin, wie die Auflösung nicht nun gestalten mag. Der Teil verdient also ein ganz eindeutiges Plus. Auch teils absurde, witzige Handlungsentwicklungen haben mir ziemlich gut gefallen.
Leider gab es auch die ein oder andere Stelle, an der ich das Buch auf den Tisch geworfen und meinen Freund durch laute Ausrufe im Stil von „Was soll denn DAS jetzt?!“ erschreckt habe.

Personen. Wirklich, wirklich gut waren an den vorkommenden Figuren die völlig verschiedenen Charakterisierungen. Es gab so viele verschiedene Personen, die man alle auf unterschiedliche Weisen ins Herz schließen konnte, die alle ihre eigenen Macken und ihre eigenen Fehler hatten und, wenn man vielleicht auch nicht so gehandelt hätte wie sie, doch glaubwürdig waren.
Mein persönlicher Held war Edmunds, und zwar von vorn bis hinten. Mit ihm konnte ich mich am meisten identifizieren und ich fand seine Haltung bewundernswert, doch auch weniger sympathische Figuren (wie beispielsweise Wolfs Ex Andrea) sind irgendwie überzeugend.

Fazit. Das hier ist wahrscheinlich nicht der beste Thriller, den ich jemals gelesen habe, aber er ist auch nicht unendlich weit davon entfernt. Spannend ist er auf jeden Fall, teils ein wenig unheimlich und mit Figuren, mit denen es wirklich nicht langweilig wird. Also im Ganzen auf jeden Fall eine Empfehlung wert!

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

sri lanka, sehkraft, schicksal, hoffnung

Mein Blind Date mit dem Leben (Eichborn digital ebook)

Saliya Kahawatte
E-Buch Text: 209 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe (Bastei Entertainment), 05.02.2014
ISBN 9783838756011
Genre: Sonstiges

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(201)

354 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

klassiker, der kleine prinz, freundschaft, reise, kinderbuch

Der Kleine Prinz

Antoine de Saint-Exupéry , Peter Stamm
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.03.2016
ISBN 9783596906314
Genre: Klassiker

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(27)

57 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

irland, geister, vergangenheit, waisenhaus, dorfgemeinschaft

Der Freund der Toten

Jess Kidd , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.05.2017
ISBN 9783832198367
Genre: Romane

Rezension:

„Sieh dich vor. Es gibt in diesem Dorf keine vertrauenswürdige Seele. Jeder von ihnen hat mindestens zwei Gesichter.“ (S. 75)

Zusammenfassung. In „Der Freund der Toten“ entdecken wir gemeinsam mit dem Hippie Mahony das grausige Schicksal seiner Mutter, das von den Bewohnern ihres Heimatdorfes sorgfältig verborgen gehalten wird. Denn so richtig schön ist vieles nicht, das in diesem Zuge ans Tageslicht zu kommen droht, und Schweigen ist diesem kleinen irischen Dorf schon immer das Mittel der Wahl gewesen.
So bleiben Mahony auf seiner Mission nicht viele Verbündete, wenn man von den vielen Toten absieht, die seinen Weg säumen und immer wieder (mal mehr und mal weniger) hilfreich sind.

Erster Satz.
Sein erster Schlag: Sie gab keinen Laut von sich, riss nur die dunklen Augen weit auf.

Cover. Das Cover gefällt mir ziemlich gut, zum einen hat es mich optisch direkt angesprochen, zum anderen illustriert es auch so wunderschön die märchenhafte Sprache, mit der dieser Roman immer wieder aufwartet. Es passt in meinen Augen im Besonderen ganz wunderbar zu meiner unten zitierten Lieblingsstelle.

Inhalt.
Vor allem anderen ist „Der Freund der Toten“ ein wirklich spannender Roman. Schon während sich die Handlung langsam entrollt, gegen Ende dann jedoch ganz besonders, mochte ich das Buch kaum zur Seite legen.
Ein Knackpunkt, der es mir erschwert, das Buch uneingeschränkt jedem zu empfehlen, ist das exzessive Auftauchen Toter, mit denen Mahony spricht und die teils Hinweise liefern, teils wirre Informationen mitzuteilen scheinen und die der Handlung einen leicht abgedrehten Touch verleihen. Mir selbst haben diese Elemente unwahrscheinlich gut gefallen, sie machen einen nicht unerheblichen Teil meiner eigenen Begeisterung aus, doch gleichzeitig weiß ich durch diesen Faktor, der die Geschichte in einigen Teilen deutlich unheimlicher machte als ich es erwartet hatte, einfach nicht, wem ich das Buch nahe legen möchte. Schwiegermama, die spannende Krimis und Thriller liest? Meiner eigenen Mama, die tiefgehende Romane vorzieht? Dem Freund, der an sich gar nicht gerne liest und der sein Herz allenfalls an Fantasy-Titel hängt? Dieses Buch macht es mir nicht leicht.

Personen. Obwohl sehr viele Charaktere vorkommen und relevant sind, gelingt es der Autorin in meinen Augen ganz wunderbar, uns (beinahe) jeden näher zu bringen. Sie wechselt zwischen Perspektiven hin und her und bietet uns als Lesern auf diese Weise einen ziemlich umfassenden Einblick in die Geschichte, Hintergründe, Gedanken und Gefühle der meisten Figuren.
Ein besonderes Faible hatte ich für die vorkommenden Toten, die zum Teil auf wirklich anrührende Weise versucht haben, am Geschehen teil zu haben, und die eine gewisse Komik mit in jede Situation gebracht haben.

Zitate. „Doch während der Mann sich wusch, hatte der Wald das Kind verborgen. [...] So kam es, dass der Mann, als er sich umschaute, das Kind nicht mehr finden konnte, so gründlich er auch suchte.“ (S. 9)
„Ich hab ein Jo-Jo gehabt, aber ich hab’s verloren. [...] Ich glaube, der Wald hat’s gestohlen. Der stiehlt alles, was hübsch ist.“ (S. 31)

Fazit. Ich persönlich bin ein wenig verliebt, in die Sprache, in das Märchenhafte und das Besondere. Ich weiß bloß nicht, wem es ähnlich ergehen könnte und wem die abgedrehten Aspekte nur befremdlich erscheinen würden. Mein Tipp: Wenn man reinliest und alles ein paar Seiten auf sich wirken lässt, dann weiß man (glaube ich) ziemlich schnell, ob dieses Buch einen ansprechen kann oder ob man eher die Finger davon lassen sollte.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

falscher priester, paderbornkrimi, tanzschule

Miss Paderborn

Erwin Grosche
Flexibler Einband: 231 Seiten
Erschienen bei Pendragon, 12.10.2009
ISBN 9783865321572
Genre: Krimi und Thriller

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(73)

101 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

reise, leben, freundschaft, weit weg ist anders, berlin

Weit weg ist anders

Sarah Schmidt
Flexibler Einband: 261 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.03.2017
ISBN 9783458362562
Genre: Romane

Rezension:

„Sie musste sich nicht beeilen, sie musste… Einfach gar nichts.“ (S. 189)

Zusammenfassung. Christel Jacobi und Edith Scholz teilen einige wenige Eigenschaften – beide sind sie nicht mehr die jüngsten, beide verbringen sie einige Zeit in einer Reha-Klinik auf Usedom – und vor allem teilen sie ihre Abneigung gegenüber der jeweils anderen. Wie es trotzdem passieren kann, dass sie sich plötzlich auf einer gemeinsamen Fahrt quer durch Deutschland wiederfinden, wieso sie dabei mehr als einmal praktisch auf der Flucht sind und wen oder was sie dabei finden? Davon erzählt dieser Roman.

Erster Satz. Die Lampe hing zu hoch und warf mehr Schatten als Licht in den langen Wohnungsflur.

Cover. Häufig ist das Cover nicht besonders spannend und erwähnenswert, in diesem Fall jedoch möchte ich kurz meiner Irritation Worte verleihen: Mir ist nicht ganz klar, was das durchaus hübsche Cover mit dem Inhalt zu tun haben sollte. Vermutlich steht der Bus fürs Verreisen im Allgemeinen und Berliner Sehenswürdigkeiten kann man immer mal zeigen, aber abgesehen davon? Hm. Vielleicht kann mir das ja jemand erklären.

Inhalt. Dieses Buch hätte deutlich vorhersehbarer ausfallen können als es im Endeffekt passiert ist – Story und Charaktere hätten das zweifellos hergegeben. Stattdessen werden wir mitgenommen auf eine Reise quer durch Deutschland, auf der lange nicht alles glatt läuft, an der aber mindestens die beiden Hauptfiguren noch ein ganzes Stückchen wachsen.
Was mich etwas traurig gemacht hat: So ganz rein kam ich irgendwie nicht. Vielleicht lag das daran, dass ich den Eindruck hatte, es gäbe einen Hauch zu viele Zeitsprünge: Dadurch lag der Fokus auf dem, was wirklich wichtig war, doch zwischen durch fehlten mir ein paar Kleinigkeiten.

Personen. Nachdem ich vor kurzem „Meer Liebe auf Sylt“ gelesen habe und leider nicht so begeistert werden konnte, war mir zu Beginn auch hier etwas bang, denn von der Idee her – zwei ältere und sehr gegensätzliche Damen stoßen aufeinander und raufen sich irgendwie zusammen – ist es gar nicht so weit auseinander. Was mir allerdings hier deutlich besser gefallen hat: Obwohl die Charaktere sehr extrem gezeichnet wurden, waren sie glaubwürdig und (weitgehend) nachvollziehbar, ich hatte nicht den Eindruck, in ein wandelndes Klischee zu laufen. Die Zwischentöne veränderten sich etwas subtiler, die Figuren waren nicht so platt wie sie es hätten werden können und vor allem war am Ende nicht alles gut und Friede Freude Eierkuchen.
Trotzdem fiel es mir schwer, mich mit den Charakteren zu identifizieren, und das ließ mich ein wenig unzufrieden zurück. Ich weine sonst IMMER mit den Figuren mit, wieso haben mich diese nicht so gepackt? Keine Ahnung, ehrlich. Oh, und eines noch: Leute, redet miteinander. Das macht vieles so viel einfacher.

Fazit. „Weit weg ist anders“ bietet nette Unterhaltung, die für meinen Geschmack etwas tiefer hätte gehen können, etwas mehr hätte berühren können. Aber ich mochte die Glaubwürdigkeit (trotz der extremen Charakterisierungen!) der Figuren und der Handlung und heutzutage ist es schon viel, wenn ich nicht nach wenigen Seiten von Handlungen und Gedanken der Protagonisten genervt bin.
Also keine uneingeschränkte Leseempfehlung, aber wer vom Klappentext angesprochen wird, der wird wohl nicht enttäuscht werden.

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415 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

magie, harry potter, fantasy, hogwarts, umbridge

Harry Potter and the Order of the Phoenix

Joanne K. Rowling
Flexibler Einband: 766 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury Publishing Plc, 04.06.2007
ISBN 9780747591269
Genre: Fantasy

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(45)

60 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

familie, paris, simon van booy, chancen, liebevoll gezeichnet

Mit jedem Jahr

Simon Van Booy , Claudia Feldmann
Fester Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 26.03.2017
ISBN 9783458176992
Genre: Romane

Rezension:

Es gibt Bücher, die bringen mich zum Weinen, weil sie auf die Tränendrüse drücken und sich suhlen in ihrem Leid; die zelebrieren, wie schlimm das Leben sein kann (und das ist gar nicht abwertend gemeint, ich lese solche Bücher sehr gern). Es gibt Bücher, denen gelingt es nicht, mich anzurühren, weil ich mich einfach nicht mit den Protagonisten identifizieren kann (das ist abwertend gemeint, solche Bücher empfinde ich als unbefriedigend). Und es gibt Bücher wie dieses.
Bücher, die mir das Gefühl geben, im Leben nicht die richtigen Worte zu finden, die ihnen gerecht werden können. Bücher, die so subtil und so zart und so anrührend sind, dass immer wieder einzelne Tränen das Lesen begleiten: Tränen der Trauer und des Glücks, Tränen der Schönheit und des Schreckens. Genau so ein Buch ist „Mit jedem Jahr“ für mich.
Und doch (oder gerade deswegen?) fällt es mir unendlich schwer, den Inhalt dieser Geschichte zusammen zu fassen. Normalerweise lasse ich mich in solchen Fällen, wenns ganz schlimm kommt, vom Klappentext inspirieren; der Klappentext ist aber leider einer der zwei Kritikpunkte, die ich an diesem Buch habe. Ich finde, er wird dem Inhalt in keinster Weise gerecht.
Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, rechnete ich mit einer vorhersehbaren „Bad Boy hat es schwer, wird aber ein toller Vater“-Geschichte und las eigentlich nur aus Langeweile rein. Die ersten Seiten haben mich dann aber gepackt und ich glaube, wer an den ersten Seiten Spaß hat, der mag auch das ganze Buch. Deswegen: Ignoriert den Klappentext und lest stattdessen die Leseprobe (die gibt es zum Beispiel auf der Seite vom Suhrkamp-Verlag).
Ich möchte aber wenigstens versuchen, etwas zum Inhalt zu sagen. Es geht um die Beziehung zwischen Vater und Tochter (nicht umsonst heißt das Buch im Original „Father's Day“), es geht um Liebe und um das, was uns ausmacht. Es geht um die Frage, was eine Familie zur Familie macht und wie ein guter Vater, ein gutes Elternteil sein muss. Es geht um Fehler und darum, Fehler gut zu machen, und darum, was am Ende wirklich, wirklich wichtig ist. Es geht um Trauer und um Freude, um Schönheit und um Schlimmes. Und all das wird präsentiert in einer Sprache, die in ihrer Poesie so unendlich leicht ist und durch die die Seiten nur so dahinfliegen.

Zitate. „Aber irgendwann erkannte Jason, dass es auch lauter kleine Dinge waren – der Pizzaabend, Schlagzeug spielen, Zeichentrickfilme angucken –, die das Leben lebenswert machten.“ (S. 145)
„„[...]Was für eine Niete könnte so jemanden denn wohl lieben?“ Harvey stand so abrupt auf,dass ihr Stuhl umkippte. Dann lief sie hinaus, und Jason hörte sie auf der Terrasse weinen. Als er begriff, warum sie so außer sich war, durchrollte ihn eine warme Welle.“ (S. 163)
„Das ist die Wahrheit, Harvey, nicht das, was auf einem Stück Papier steht oder im Blut, was sowieso keiner sehen kann – sondern die Erinnerung, wie es sich angefühlt hat, zusammen zu sein.“ (S. 305)

Mit den gewählten Zitaten habe ich versucht, den Geist (so wie ich ihn empfunden habe) einzufangen und Simon Van Booys Worte zu nutzen, weil meine sich so unzureichend anfühlen. Ich habe mich in die Sprache verliebt und in die Subtilität, mit der Van Booy sentimental ist.
Ein wenig unzufrieden war ich mit der Wendung ganz am Ende, weil sie mir ein wenig unglaubwürdig erschien; aber dafür, dass ich inhaltlich mit ihr nicht ganz glücklich war, hat mir die Umsetzung wirklich gut gefallen.

Um abschließend zu einem Fazit zu kommen: Lest dieses Buch, wenn euch die Leseprobe gefällt, denn dann ist es fantastisch. Lest dieses Buch nicht wegen des Klappentextes, lest am besten nicht einmal den Klappentext, denn ich finde, er verrät zu viel (und schürt falsche Erwartungen und schreckt Leser ab, denen das Buch wirklich gut gefallen könnte).
In meinem Regal wird sich dieser Roman ohne weitere Zwischenstationen zu den Lieblingsbüchern gesellen.

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Harry Potter and the Goblet of Fire: 4/7 (Harry Potter 4) by J.K. Rowling (2014-09-01)

Joanne K. Rowling
Fester Einband
Erschienen bei Bloomsbury Childrens, 01.01.1899
ISBN B01N2GIDVA
Genre: Sonstiges

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(12)

28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Harry Potter and the Prisoner of Azkaban: 3/7 (Harry Potter 3) by J.K. Rowling (2014-09-01)

Joanne K. Rowling
Fester Einband
Erschienen bei Bloomsbury Childrens, 01.01.1716
ISBN B01MXKXMCQ
Genre: Sonstiges

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(35)

57 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

liebe, vergangenheit, mode, historisch, kragen

Aimées geheimer Wunsch

Kelly Doust , Cornelia Röser
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.05.2017
ISBN 9783462049879
Genre: Romane

Rezension:

„Wenn ich daran denke, was ich verloren habe… Manchmal kann ich kaum noch atmen.“ (S.140)

Zusammenfassung. In diesem Buch erzählt Kelly Doust uns die Geschichte eines Schmuckstücks, das eng verwoben ist mit dem Schicksal einer ganzen Reihe von Frauen. Dabei orientiert sie sich an der Geschichte von Maggie, die in einem Auktionshaus in London arbeitet, und in dem Rahmen den wunderschön gearbeiteten Kragen entdeckt. Abwechselnd erfahren wir dann von Maggies Leben und ihren Versuchen, die Vergangenheit dieses Kragens herauszufinden, auf der einen Seite und Episoden der Frauen, die diesen Kragen eine Zeit lang besaßen, auf der anderen.

Erster Satz. Mit Daumen und Zeigefinger ertastete Aimée die Mulden der nächsten Glasperle, einer silbriggrauen, die wie Quecksilber schimmerte.

Cover. Gut gefallen hat mir am Cover, dass man das Gesicht der Frau nicht sieht – ich mag es immer, mir selbst eine Vorstellung davon zu machen, wie eine Figur aus meinem Buch aussieht, statt das Gesicht vom Cover vor Augen zu haben. Allerdings habe ich aus irgendeinem Grund vom Cover her eher mit einem japanischen Einschlag gerechnet, deswegen wäre das Cover für die Geschichte nicht meine eigene Wahl. Der Titel kam mir nicht so ganz passend vor, "Aimées geheimer Wunsch" hatte eine vergleichsweise geringe Bedeutung innerhalb der Geschichte, aber deutsche Titel sind ja häufig keine Verbesserung im Vergleich zu den Originalen.

Inhalt. Es ist jetzt nicht so, als hätte mich die Geschichte umgehauen oder als wäre eine überraschende Wendung nach der anderen passiert, das nicht. Spaß gemacht hat das Buch dennoch.
Ich mochte die unterschiedlichen Stimmungen, die je nach Episode aufkamen, mir haben die Verwicklungen gefallen, durch die der Kragen seine Besitzerin gewechselt hat, und ich mochte die Auflösung, das Ende sehr gern (obwohl es, nach der Geschichte jedenfalls, fast ein bisschen zu einfach war).
Von Zeit zu Zeit hatte ich das Gefühl, dass nun etwas zu viel passiert (ist), dass irgendwie alles mit in die Story gepackt wurde, was der Autorin einfiel; insgesamt ist es aber doch stimmig.

Personen. Naturgemäß, bei der Geschichte eines Schmuckstücks, das durch viele Hände gegangen ist, lernen wir eine ganze Reihe an Figuren kennen. Diese sind uns zu einem großen Anteil in einigen wenigen Kapiteln sehr nah, um danach wieder in der Versenkung zu verschwinden (eine Ausnahme bilden dabei Maggie und die anderen Figuren in der Gegenwart). In meinen Augen ist es der Autorin trotzdem gelungen, jedem Charakter eine eigene Persönlichkeit zu verpassen: Es sind bei weitem nicht alle sympathisch, manche Gedankengänge kann oder möchte man nicht nachvollziehen, aber jeder von ihnen hat etwas eigenes und Hintergründe, die seine Motive zumindest in Grundzügen rechtfertigen.

Zitate. „Aus der schrecklichsten Dunkelheit entsteht Licht.“ (S.248)
„Die Realität zu akzeptieren, anstatt alles anders haben zu wollen, zu schätzen wissen, was man hat, anstatt zu wollen, was man nicht hat… Das ist der Schlüssel.“ (S.300)

Fazit. Ich tue mich ein wenig schwer damit, dieses Buch uneingeschränkt zu empfehlen – ich bin mir bloß nicht ganz sicher, woran das liegt. Die Geschichte war schön, die Erzählweise mochte ich auch, aber irgendwie hat es sich im Mittelteil etwas gezogen, sodass ich den Reader kurzzeitig beiseite gelegt habe (das könnte aber zum Teil auch daran gelegen haben, dass ich selbst genug zu tun und den Kopf voll hatte). Insgesamt ist mein Problem vermutlich die Diskrepanz zwischen einer Geschichte, die nicht allzu tief geht und eher etwas zum Berieseln ist, und der Erzählweise, die durch so viele Charaktere trotzdem eine gewisse Konzentration verlangen. Das Buch ist durchaus lesenswert, aber nichts, um sich davon berieseln zu lassen.

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(34)

48 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

portugal, krimi, mord, algarve, hamburg

Lost in Fuseta

Gil Ribeiro
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 31.03.2017
ISBN 9783462048872
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Das war ein Scherz“, sagte Leander aufgeregt. „Hat er funktioniert?“ (S.383)

Zusammenfassung. In „Lost in Fuseta“ begleiten wir die Ermittler eines portugiesischen Ortes bei den Ermittlungen in einem Mordfall, der einige Fragen aufwirft; und lernen mit ihnen zusammen den seltsamen neuen Kollegen aus Deutschland kennen, der im Rahmen eines EU-Austauschprogramms ein Jahr bei ihnen in Fuseta leben und arbeiten wird. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelingt es der ungleichen Truppe, sich zusammen zu raufen und gegen gemeinsame Gegner vorzugehen.

Erster Satz. Es war einer dieser Tage, der so verheißungsvoll begonnen hatte, dass man fürchtete, es müsse zwangsläufig etwas dazwischenkommen.

Cover. Das Cover hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen, aber es ist schon ganz hübsch. Lust auf Urlaub an der portugiesischen Küste macht es auf jeden Fall. Nettes Feature: die Landkarten in den Innenseiten des Einbands, die ein klein wenig mehr der Gegend vor Augen führt.
Inhalt. Ich muss ehrlich sagen, ich hatte bei einem Krimi etwas anderes erwartet, und in anderer Stimmung würde mein Urteil vielleicht auch anders ausfallen. Denn eines habe ich festgestellt: Für mich war der ganze Roman eher einer, in dem es um Menschen im Allgemeinen und unseren Leander Lost im Besonderen ging, als ein „echter“ Krimi. Der Mordfall und alles, was damit zusammenhing, war zwar durchaus spannend und unterhaltsam, aber was mich wirklich gepackt hat, das war alles dazwischen.
Denn während ich die persönlichen Entwicklungen sehr geschätzt habe, konnten mich die ermittlerischen Wendungen nicht immer überzeugen. Irgendwie war mir häufig alles zu einfach (oder sie haben es nur einfach zu einfach gesehen). In jedem Fall, hätte ich einen Krimi gewollt, der durch Verbrechen und Ermittlungen spannend ist, dann wäre ich vermutlich enttäuscht gewesen.

Personen. Fast alle Charaktere haben mir gut gefallen, wobei hier natürlich einige herausstechen. Zum einen die portugiesischen Ermittler Graciana und Carlos, die beide auf ihre eigene Art sympathisch sind (wenn sie sich auch ermittlerisch hin und wieder das Leben ein wenig zu leicht gemacht haben); Gracianas Schwester Soraia, die ein beeindruckendes Gespür im Umgang mit Leander Lost an den Tag legt; die verletzte, starke Zara; und natürlich der titelgebende Leander Lost himself.
Gemocht habe ich ihn von Anfang an, und kann stolz behaupten, dass ich schon vor den Ermittlern auf sein Geheimnis gekommen bin. Hier haben wir auch wieder einen Pluspunkt des Krimis, der mir sehr gut gefallen hat: in den ersten Kapiteln wird Leanders Hintergrund so eindeutig und doch so in die Geschichte eingebunden geschildert, dass alles so gut passt, glaubwürdig ist und mich wirklich begeistert hat. Ich weiß natürlich nicht, wie realistisch das alles tatsächlich ist, aber das ist mir jetzt auch gar nicht so wahnsinnig wichtig.

Zitate. […] „Dann wirst du sehr wahrscheinlich ums Leben kommen.“
„Das ist ja tröstlich.“
Mit einem Mal wurde Losts Gesicht durch ein Lächeln dominiert, er beugte sich neugierig zu ihr vor.
„War das Ironie?“
„Natürlich. Ich finde es nicht sehr tröstlich, wenn ich sterben muss.“
Er strahlte. (S.320)

Fazit. Nach „Lost in Fuseta“ bin ich völlig angefixt und freue mich echt wahnsinnig auf einen Nachfolgerteil (der auf der Rückseite durch den Satz „Der brillante Start einer Krimireihe um Leander Lost“ angedeutet wird). Ich werde ihn nicht lesen, wenn ich einen brutal spannenden Krimi-Krimi lesen möchte, aber werde dafür eine Menge Spaß mit einem Haufen liebenswerter Charaktere haben, die sich nur hin und wieder ihr Leben ein bisschen leicht gemacht und alles ziemlich schwarz und weiß gesehen haben.

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marmelade, trauer, familiengeheimnis, boddenlandschaft, freundschaft

Das Brombeerzimmer

Anne Töpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613178
Genre: Romane

Rezension:

„In den süßesten Früchten steckt ein Geheimnis.“

Zusammenfassung. Nora trauert noch um ihren Mann, als sie einen Brief entdeckt, der darauf hindeutet, dass er Kontakt zu einer bis dahin unbekannten Großtante hatte, kurz vor seinem Tod. Kurzentschlossen fährt sie Richtung Ostsee, und findet sich prompt in wilde Familiengeschichten verwickelt…

Erster Satz. Der Duft von Holunder zieht durch das Haus.

Cover. Ich mochte das Cover schon optisch sehr, aber als ich das Buch dann in den Händen hielt, stellte ich fest: Es fasst sich auch richtig gut an! Eine der glatten Brombeeren auf der Rückseite dürfte inzwischen richtiggehend abgegriffen sein, weil ich immer wieder mit dem Zeigefinger darüber gefahren bin, während ich las.

Inhalt. Von Anfang an war ich eher zwiegespalten: Der Klappentext suggeriert für meinen Geschmack eine überaus kitschige, von Klischees übersättigte Geschichte. Die Leseprobe hat mir dann aber doch wahnsinnig gut gefallen, die folgenden Kapitel waren dann jedoch die klischeelastigen Passagen, die ich befürchtet hatte. Gegen Ende gefiel es mir wieder besser, jedoch nahm die Aufdeckung der brisanten Familiengeheimnisse so wenig Raum ein, dass man damit eigentlich kaum werben darf – so finde ich jedenfalls. Überhaupt wirkte das Ende ein bisschen plötzlich, als hätte sich die Autorin 400 Seiten als Ziel gesetzt und wäre davon überrascht gewesen, wie schnell sie dort angekommen war.
Ein weiterer Punkt, über den ich bisweilen gestolpert bin, waren logische Lücken. Da zieht Nora erst eine Schürze an und geht dann doch einkaufen – aber wahrscheinlich passiert sowas einfach manchmal und die meisten Fälle habe ich auch schon wieder vergessen.

Personen. Die vorrangig auftretenden Figuren sind wahnsinnig sympathisch und laden zum Mitfühlen ein, allerdings sind sie sich alle auf eine Weise ähnlich: Sie sind so perfekt. Und so toll. Und sie haben kaum Ecken und Kanten, das hat mir echt gefehlt.
Auf der anderen Seite hat man die Unsympathen, die auch vor allem einfach nur das sind: unsympathisch, brutal, grausam, und vor allem einseitig.
Diese vergleichsweise wenig ausgewogenen Charakterisierungen machen das Buch seichter als es eigentlich sein müsste.

Zitate. „Trauern erfordert Mut, Nora.“ (S. 45)
„Nicht weinen.“ Ich blinzle die Träne weg. „Dagegen kann ich gar nichts machen. Es passiert von ganz allein.“ (S. 81)

Fazit. Es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen, aber es war nicht das berührende, besondere Buch, das ich erhofft hatte. Dazu war es zu seicht und zu sehr Klischee (und die Sätze über Depressionen, die am Rande mal fallen, haben mich noch dazu sehr irritiert).
Mein Fazit findet sich schon in der Titelzeile: Die Geschichte ist süß, aber nichts Handfestes, was sich für meinen Geschmack für eine ernsthafte Mahlzeit eignet. Aber Geschmäcker sind verschieden, und sicherlich wären manche mit Marmelade glücklich, wenn ich in der gleichen Situation eine große Portion Spaghetti Carbonara präferieren würde.

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71 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

sylt, liebe, familie, meer, strand

Meer Liebe auf Sylt

Claudia Thesenfitz
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548288475
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Sich mit jemandem wohlzufühlen ist schon ganz schön viel“ (S. 248)

Zusammenfassung. Mit ihrer plötzlichen Abreise nach Amerika hinterlässt Alexandra ihrer Mutter, Schwester und Schwiegermutter nicht nur Kind und Haus, sondern stürzt sie auch noch in die anstrengendsten und schönsten paar Tage seit langem. Mit Henrietta, Ulla, Jana und natürlich der kleinen Emma stößt dabei eine ganz schön wilde Mischung an Menschen aufeinander, die versucht, das Beste aus der gemeinsamen Zeit zu machen.

Erster Satz. Dass es knallte – genau, das war es!

Inhalt. Es fällt mir gar nicht so leicht, etwas zum Inhalt zu sagen, und vielleicht ist es die beste Entscheidung, in Worte zu fassen, warum das so ist.
Ich hatte nicht das Gefühl, das überhaupt so viel passiert wäre! Dieser Roman liest sich eher wie ein ereignisarmer Urlaub am Meer und davon darf man halten, was man will – ich hab ihn ganz gern gelesen.

Personen. Dieser Roman präsentiert uns eine Hand voll Charaktere, die so unglaubliche Stereotype waren, dass mir erst grauste. In der Leseprobe fand ich das zum Lesen dann ganz reizvoll und unterhaltsam, auf über 250 Seiten war das jedoch wieder etwas anstrengend.
Der Großteil der Figuren hätte davon profitiert, etwas weniger extrem gezeichnet zu sein.
Was mir aber wirklich gut gefallen hat: Die Entwicklung der Personenkonstellationen. Wenn sie auch so überzeichnet waren, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten, so haben sie sich doch im Zusammenspiel miteinander sehr gut entwickelt.
Was ich mich aber noch immer Frage: Kann man in Deutschland tatsächlich nicht krankenversichert sein?!

Fazit. „Ein Glücksroman“, das steht auf dem Cover. Aber was steckt drin?
Weniger als ich erwartet und gehofft hatte. Ein von Klischees überladener Roman (das mag natürlich Absicht sein, ich konnte damit nur leider nicht so viel anfangen), der mich nicht glücklicher oder klüger gemacht hat als ich es zuvor war.
Allerdings auch ein Roman, der mich einige Zeit unterhalten und mir Lust gemacht hat, Urlaub am Meer zu machen.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

liebe, trauer, koma, liebeserklärung, rashid

Kleine Lichter

Roger Willemsen
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.11.2007
ISBN 9783596510276
Genre: Romane

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london, vermisst, krimi, england, mord

Die letzte Spur

Charlotte Link
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 13.10.2014
ISBN 9783442383719
Genre: Krimi und Thriller

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

solitaire

Solitaire

Alice Oseman
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HARPER COLLINS, 30.03.2015
ISBN 9780062335685
Genre: Jugendbuch

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

hörbuch, kindermädchen, kinderbuch, kinder, mary poppins

Mary Poppins

P. L. Travers , Heike Makatsch (Sprecher)
Audio CD: 208 Seiten
Erschienen bei Random House Audio, 08.03.2007
ISBN 9783898309707
Genre: Fantasy

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38 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

die relative unberechenbarkeit des glücks, antonia hayes, hayes, vernunft, geheimnis

Die relative Unberechenbarkeit des Glücks

Antonia Hayes , Andrea Brandl
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 22.08.2016
ISBN 9783764505752
Genre: Romane

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briefe, liebe, spanien, freundschaft, poesie

Der schönste Grund, Briefe zu schreiben

Ángeles Doñate , Anja Rüdiger
Fester Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag , 27.02.2016
ISBN 9783851793413
Genre: Romane

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80 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

brasilien, historischer roman, österreich, portugal, liebe

Der grüne Palast

Peggy Hohmann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613529
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Nur weil wir Frauen auch denken können, müssen wir es nicht zeigen.“, S. 262, Marie an Leopoldine

Zusammenfassung. „Der grüne Palast“ erzählt die mitreißende Lebensgeschichte der Erzherzogin Leopoldine von Österreich, die mit dem portugiesischen Thronfolger verheiratet wird und deswegen nach Brasilien reisen muss. Begleitet wird sie hauptsächlich von Gräfin Lazansky, die schon die Erziehung in der Österreichischen Heimat übernommen hatte, und Leopoldine mit Rat und Tat zur Seite steht.
Dabei wird man konfrontiert mit der Aussichtslosigkeit weiblicher Figuren in politischen Kämpfen des neunzehnten Jahrhunderts, mit großen Gefühlen wie Liebe und Hass, und mit großen Gefahren.

Erster Satz. Verehrter Marquis, aber freilich werden Sie Walzer tanzen müssen!

Cover. Das Cover ist wunderschön, vor allem fasst es sich wunderschön an (und ich mag die Farbakzente und die fühlbare Schrift).

Inhalt. Hach ja. Wie fange ich nur an… Absolut großartig fand ich die Art und Weise, alles nur in Briefen verschiedener Charaktere untereinander zu erzählen. So werden Geschehnisse aus derart unterschiedlichen Blickwinkeln geschildert, dass man sich fragt, ob die Personen tatsächlich am selben Ereignis teilgehabt haben können. Ungefähr nach zwei Dritteln des Romans blieb mein Blick zufällig am Klappentext hängen, der die Überschrift „Eine Geschichte von Freiheit und Liebe“ trägt, und da drängte sich mir die Frage auf, ob das mit der Liebe und der Freiheit noch kommt – aber auch ansonsten würde ich dem Klappentext nicht zu viel Bedeutung beimessen. Ich selbst habe etwas völlig anderes erwartet als ich am Ende bekam.
Und was ich bekam war zu meinem Leidwesen über weite Teile irgendwie ziemlich deprimierend und zeugte hauptsächlich von Unfreiheit und Verrat und machte mich wütend. Insofern gelingt es der Autorin vermutlich, die Gegebenheiten sehr gut einzufangen – denn wahrscheinlich war das Leben zu der Zeit ganz genau so. Allerdings hatte ich einfach ein wenig mehr Hoffnung, Liebe und Freiheit erwartet (diese Erwartung wurde nicht vollends enttäuscht, aber doch für meinen Geschmack zu sehr).

Personen. Die Erzählweise ermöglichte es mir als Leserin, sehr in die handelnden Charaktere einzufühlen auf der einen Seite – auf der anderen jedoch den Kopf darüber zu schütteln, wie unterschiedlich sich einzelne Personen verhielten, je nachdem, an wen sie schrieben. So mag ich Metternich nun nach der Lektüre dieses Romans noch viel weniger gern, obwohl er mir schon zuvor ziemlich unsympathisch gewesen ist; mit Erzherzogin Leopoldine hingegen konnte ich so gut mitfühlen und mitleiden, dass mir ihre Verluste und Schmerzen fast ebenfalls wehtaten.

Zitate. „Sie ist intelligent, nicht zu viel, als dass es lästig würde, und nicht zu wenig, als dass man sich langweilt.“, S. 292, Metternich an Gräfin Lazansky

Fazit. Mein Fazit in der Bewertung wird bedauerlicherweise durch hohe Erwartungen getrübt. Ich fand es frustrierend und schmerzlich, von all der Aussichtslosigkeit zu lesen, derer Leopoldine sich gegenüber sieht; von dem Frauen- und Fremdenbild, das natürlich im neunzehnten Jahrhundert naturgemäß nicht zu verhindern ist, und das trotzdem fürchterlich ist. Und trotzdem (oder gerade deswegen?) fühlten sich die wenigen Triumphe noch triumphaler an als sie es möglicherweise sonst getan haben. Und gerade der Schreibstil hat mir eine ganze Menge gerettet.

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