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509 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 85 Rezensionen

götter, liebe, fantasy, kampf, titanen

Erwachen des Lichts

Jennifer L. Armentrout , Barbara Röhl
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959670968
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gleich vorweg: Es handelt sich bei dem Buch um einen Ableger der Dämonentochter-Reihe. Sollte der Bedarf bestehen, diese noch zu lesen, dann empfehle ich, sich dieser zuerst zu widmen. „Erwachen des Lichts“ spoilert den gesamten Handlungsverlauf der Bücher.

Mit dem Auftakt der Trilogie „Erwachen des Lichts“ habe ich zum zweiten Mal ein Fantasybuch der Autorin Jennifer Armentrout gelesen. „Obsidian“ hatte ich mich damals in der Originalsprache gewidmet. Den Schreibstil dort behielt ich positiv in Erinnerung, weswegen es mich sehr überraschte als der Stil in „Erwachen des Lichts“ besonders aus der Perspektive der weiblichen Protagonistin Josie ab und an recht plump wirkte. Ihre Wortwahl ist stellenweise so absurd, dass man über diese Lächerlichkeit nur verzweifelt den Kopf schütteln konnte. Dies wird besonders deutlich wenn die junge Frau sehr häufig und somit teilweise zu extrem unpassenden Augenblicken von der männlichen Hauptfigur Seth schwärmt. Seths Sicht gefiel mir deutlich besser. Mir sagte sein trockener Humor sehr zu und seine Unterhaltungen mit Apollo waren mein Highlight. Seth durchläuft eine nachvollziehbare Entwicklung und verstärkt durch seine Präsenz die Substanzlosigkeit von Josie. Diese ist ein sehr blasser und unscheinbarer Charakter. Die Kreation einer toughen und smarten Protagonistin mit Aspekten wie ihrem Psychologiestudium scheitert insbesondere aufgrund genannter Schwärmereien.             
   Zudem werden so meiner Meinung nach Seiten über Seiten des Buches verschwendet, welche vor allem der Mythologie hätten zu Gute kommen können. Generell bin ich ein großer Fan von Fantasybüchern, welche sich mit der griechischen oder auch ägyptischen Geschichte auseinandersetzen. In „Erwachen des Lichts“ bleibt das Potenzial jedoch unausgeschöpft. Am Anfang noch sehr unübersichtlich, wird durch die regelmäßige Wiederholung zwar deutlich, welche „Art“ nun mit wem, welche Nachkommen hervorbringt, aber etwa die Bedeutungen einzelner Götter und ihre Beziehungen untereinander bleiben zu oberflächlich. Weitere Namen werden einfach nur in den Raum geschmissen, wobei eine zusätzliche Erklärung zu ihrer Positionierung sehr sinnvoll gewesen wäre (z.B. Perses).     
   Insgesamt fehlte mir im Verlauf der Geschichte ein Spannungsaufbau. Der Ablauf blieb vorhersehbar und lange Einschübe ohne jegliches Vorankommen der Handlung schmälerten das Lesevergnügen. Mit abrupten Actionszenen versuchte die Autorin letztlich die Leser zu fesseln. Bevor dies allerdings geschehen konnte, waren diese auch schon wieder vorbei. Besonders der Endkampf hinterlässt dabei einen säuerlichen Nachgeschmack.             

 Zusammenfassend würde ich das Buch somit nicht weiterempfehlen. Der Handlungsverlauf ist offensichtlich, die Mythologie kommt zu kurz und eine mit Schwärmereien beschäftigte blasse Protagonistin schmälern das Lesevergnügen. Nur der männliche Protagonist konnte mit trockenen Schlagabtäuschen Begeisterung in mir wecken.

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Tags: 201, fantasy, griechen, hardcover, jennifer armentrou, jugend, mythologie, new adult, young adult   (9)
 

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206 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, auf immer gejagt, erin summerill, königreich der wälder

Auf immer gejagt (Königreich der Wälder 1)

Erin Summerill , Nadine Püschel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.04.2017
ISBN 9783551583536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Erin Summerill hat einen wunderbaren Schreibstil. Besonders der Einstieg von „Auf immer gejagt“ ist besetzt von poetischen Einschüben, die den Leser in eine atmosphärische Welt zweier verfeindeter Königreiche zieht und dabei Magisches entfacht. Allerdings bricht die Ausdrucksweise der Protagonistin in Dialogen vermehrt mit diesem Stil, weshalb man sich nicht gänzlich fallen lassen kann. Mit Verlauf der Geschichte wechselt der Stil meiner Meinung nach, sodass es keine Brüche mehr gibt, jedoch das Poetische in den Hintergrund rückt. So liest sich das Buch schließlich insgesamt sehr flüssig und angenehm.   
  Tessa (im Englischen „Britta“), welche hier als Ich-Erzählerin fungiert, hat mir als Protagonistin recht gut gefallen. Obwohl ihr die Angst allein zu sein sehr auf's Gemüt schlägt, bemüht sie sich stark zu sein. Allerdings hätte ich mir in Bezug auf Cohen (ihrem Loveinterest) ein bisschen mehr Rückgrat gewünscht. Sie denkt häufig darüber nach, wie sehr sie von ihm verletzt wurde, doch kommt nicht drum herum, ihn in so gut wieder jeder Auseinandersetzung anzuschmachten. Ihre Faszination für Cohen wirkt deshalb stellenweise auf mich unglaubwürdig und somit aufgesetzt.     
  Cohen selbst bleibt zu Beginn der Geschichte noch etwas farblos. Seine Verhaltensumschwünge sind teilweise nicht nachvollziehbar und diese Motivlosigkeit geht einem regelrecht auf die Nerven. Mit Verlauf der Story gewinnt Cohen dann aber an Substanz, insbesondere durch viele Gespräche mit Tessa und man kann ihm mehr Verständnis entgegenbringen.
  Die weiteren Charaktere scheinen recht einfach gestrickt zu sein. Demnach zeichnen sie sich nur durch eine markante Eigenschaft beziehungsweise durch eine hervortretende Handlungsweise aus. Das macht sie leider etwas langweilig und ich konnte kaum eine Verbindung zu ihnen aufbauen.
  Hauptsächlich liegt der Fokus also auf der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten Tessa und Cohen. Man kann mehr oder weniger von einem Road-Trip Buch sprechen, da sie sich die meiste Zeit auf der Flucht beziehungsweise auf der Suche nach dem Mörder von Tessas Vater befinden. Die spannungsfördernden Elemente verlaufen dabei alle ziemlich gleich ab, sodass sie ihrer Funktion nicht ganz gerecht werden. Dementsprechend bleibt das Erzähltempo relativ stabil und die auf „Action“ ausgelegten Szenen konnten mich nicht mitreißen.
  Mehrfach habe ich jedoch gelesen, dass das Ende noch einmal den Spannungsbogen hebt und zum Weiterlesen der Reihe animiert. Leider ist dies bei mir nicht der Fall. Der eingeführte Aspekt ist für mich inzwischen aufgebraucht und ich ertrage ihn nicht mehr in Büchern für junge Erwachsene. Da ich ohnehin einige Parallelen zu weiteren Büchern gesehen habe (atmosphärisch etwa Grischa, Witch Hunter oder Young Elites), hatte ich gehofft, dass diese Reihe einmal ohne das Klischee der heutigen Jugendbücher auskommt, aber hier folgt die Autorin der Norm. Mich schreckt das nun eher ab und ich werde vermutlich nicht weiterlesen.

Insgesamt fand ich das Buch durchaus unterhaltend, aber letztlich ohne Besonderheiten. Es liest sich angenehm aufgrund der hervorragenden Ausdrucksweise der Schriftstellerin, doch der fehlende Spannungsaufbau und der zu vorhersehbare Verlauf lassen das Buch leider im Genre untergehen.         

  (1)
Tags: 2017, auf immer gejagt, erin sommerill, fantas, grisch, hardcover, jugendbuch, lovestory, witch hunter, young elites   (10)
 

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(13)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

familiengeschichte, spuk, im licht des augenblicks, geheimnisse, bäume

Im Licht des Augenblicks

Garth Stein , Werner Löcher-Lawrence
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.03.2017
ISBN 9783426281444
Genre: Romane

Rezension:

Vorweg sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich in der Thematik noch ein Neuling bin. Die einzigen Bücher, die ich mit einer ähnlichen Richtung gelesen habe waren Whisper und Salzige Küsse aus dem Jugenbuchbereich. Also bin ich vollkommen frei in das Buch eingestiegen.
Und dieser Einstieg verlief wirklich flüssig. Trevor übernimmt die Erzählstimme und berichtet in dem Roman „Im Licht des Augenblicks“ über die Geschehnisse im Sommer 1990 als er gemeinsam mit seinem Vater Zeit auf dessen Familienanwesen verbrachte.  An der einen oder anderen Stelle weist der „heutige“ Trevor auch auf Erkenntnisse hin, welche er damals, obwohl er für sein Alter ausgesprochen clever war, noch nicht erlangt hatte. Ich konnte mich dabei sofort auf Trevors bedachte Erzählart einlassen und mich in seine Gefühlswelt besonders in Bezug auf seine Familiensituation hineinversetzen. 
Die anderen Charaktere sind ebenfalls sehr griffig und charakterstark. Sie haben alle ihre Eigenheiten und bleiben diesen auch treu, sodass sie plastisch und glaubwürdig erscheinen. Die Familienstruktur ließ sich gut erfassen und es kam in keinem Fall Verwirrung auf, in welcher Generation der Riddell Familie, die genannte Person zu verorten ist. Mir hat es zudem sehr zugesagt, wie der Autor offenlegte, dass sich Mitglieder einer Familie trotz der Verwandtschaft stark in ihren Interessen und Motiven unterscheiden können.
Insgesamt empfand ich die Szenerie als sehr atmosphärisch, besonders auch durch unterschiedliche Einschübe - wie visionsartige Träume, Einblicke in Trevors Kindheit vor dem besagtem Sommer, oder zahlreiche Briefe und Tagebucheinträge. Die generationsübergreifende Handlung entfaltete sich so sehr schlüssig und harmonisch. Ich hatte über weite Passagen hinweg wirklich das Gefühl, ich würde einen Film schauen.
Stellenweise herrschte für meinen Geschmack aber ein zu langsames Erzähltempo. Gerne hätte ich schon in der ersten Hälfte mehr über das Geheimnis im Hause gelesen, doch ich verstehe, dass der Autor zunächst erst einmal eine Verbindung zu den unterschiedlichen Charakteren aufbauen wollte. Dennoch empfand ich den Ablauf generell als etwas zu vorhersehbar, sodass auch das Ende nicht wirklich überraschend kam. Dennoch trägt der gewählte Abschluss dazu bei, dass die Grundstimmung intensiviert und das Buch mir noch länger im Gedächtnis bleiben wird.

Insgesamt bin ich mit meiner ersten richtigen Erfahrung im Bereich der generationsübergreifenden Familienromane mit Spukelementen aber doch zufrieden und vergebe solide 4 von 5 Sternen.

  (1)
Tags: familiengeschichte, generationenroman, spuk   (3)
 

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veronica roth, rat der neun, science fiction, fantasy, jugendbuch

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Normalerweise beginne ich meine Rezensionen mit einer eigenen kleinen Einleitung in die Geschichte des Buches, doch das ist bei „Rat der Neun“ nicht ganz einfach. Veronica Roth erschafft ein komplexes System einer sich auf mehrere Planten erstreckenden Gesellschaft, in denen zwar Strukturen herrschen, die unseren Bedingungen nicht ganz fremd sind, welche aber in ihrer Ausführung viele Besonderheiten aufweisen, die man in einer Rezension schlichtweg nicht in ihrer Gänze aufführen kann, ohne selbst ein Buch zu schreiben. Somit empfehle ich an dieser Stelle: Lasst euch einfach abholen und genießt die Reise.
   Die Autorin führt den Leser behutsam in ihr Setting ein. Zunächst ist man etwas beunruhigt, ob man sich neben den fremdklingenden Namen der Charaktere auch mit den neuen Bezeichnungen für die Städte, Planeten oder gar Maßeinheiten zurechtfinden wird, doch das Erzähltempo gibt genügend Zeit, im Umgang mit ihnen vertraut zu werden. Somit ist der Leseprozess jedoch etwas verlangsamt, da die Begriffe dem Auge noch nicht gewohnt sind und die Vorstellungskraft deutlich mehr beansprucht wird, als es beispielsweise bei einem Contemporary Roman der Fall ist. Unterstützend kann man sich jedoch das Glossar sowie die Karte über das beschriebene Sonnensystem am Ende des Buches zu Rate holen.
   Insgesamt wirkt die Szenerie des Buches sehr detailreich und erscheint als Gesamtkonzept schlüssig und glaubwürdig. Ein großes Kompliment an dieser Stelle an Veronica Roth für diese Inszenierung. Stellenweise ist allerdings der Verlauf somit auch etwa langezogen, da die Beschreibungen Platz und Zeit beanspruchen. Ich selbst empfand etwa die Einführungen in Traditionen der unterschiedlichen Planeten jedoch als sehr interessant und die somit ausbleibende Action in diesen Abschnitten fehlte mir keineswegs. Es gibt dafür einige rasante Passagen, bei denen mein Blick nur so über die Seiten huschte und ich tatsächlich eine Pause einlegen musste, um Luft zu holen.
   Lediglich ein Übergang zwischen den Kapiteln ist nicht ganz gelungen. Der holprige Sprung wird aber kurz darauf geglättet. Insgesamt ist der Handlungsverlauf überwiegend nachvollziehbar wenn auch vereinzelt vorhersehbar, doch ein „Fehler“ bezüglich der Schicksale (bestimmte Geschehen, die in jeder Variante der Zukunft eintreffen und somit anscheinend unausweichlich sind) ist mir ein großer Dorn im Auge. Es ist möglich, dass die Autorin im zweiten Teil noch auf diese Ungereimtheit eingehen wird, doch wäre eine vorherige Diskussion oder zumindest ein Verweis, dass daran gedacht wurde, an gegebener Stelle definitiv angebracht gewesen. Letztlich ist mir besonders diese Unsinnigkeit im Gedächtnis geblieben und schmälert leider meine Euphorie über die Geschehnisse. Auch in Hinblick auf die Gaben – eine einzigartige Kraft, welche die Zukunft eines Menschen mitgestaltet – hätte ich mir manchmal eine tiefere Auseinandersetzung gewünscht, insbesondere hinsichtlich Ryzek, dem Antagonisten. Ebenfalls kam mir die ein oder andere Handhabung dieser speziellen Fähigkeiten mit Blick auf „Ich fürchte mich nicht“ von Tahereh Mafi bekannt vor. Diese Parallelen empfand ich allerdings nicht als störend, sondern kann hier den Lesern von „Rat der Neun“ mit Interesse an dieser Thematik genannte Reihe empfehlen und andersherum.

   Die zahlreichen Charaktere von „Rat der Neun“, allen voran die Protagonisten Cyra und Akos, sind mit viel Mühe gestaltet worden. Das Buch wechselt zwischen dem personalen Erzähler, wenn es um Akos geht, und der Ich-Erzählerin Cyra. Der Zugang zu Cyra fiel mir dementsprechend leichter, zumal zu Beginn auch der Fokus auf ihrer Person liegt. Sie ist eine wirklich herausragende Protagonistin. Konstant leidet sie unter Schmerzen, die ihren Charakter sehr geprägt haben. Sie ist eine belesene und hervorragende Kämpferin, welche gerne auf Sarkasmus zurückgreift. Cyra ist sich ihren Stärken bewusst, jedoch auch ihren Schwächen und ihre Auseinandersetzung mit letzteren weckt Bewunderung. In der Figur spiegelt sich ein Wechselspiel zwischen Gefahr und Sicherheit wider.
   Akos wird erst nach und nach greifbar. Wirkt er zunächst noch wie der nette Nachbar von nebenan, welches seinen Charakter noch sehr simpel erscheinen lässt, stellen sich mit Verlauf des Buches insbesondere sein Können, seine Loyalität, sein Mitgefühl sowie seine Verletzlichkeit heraus. Dementsprechend ist Akos kein unantastbarer Bad Boy, sondern ein nahbarer Gefährte. Cyra und Akos gehen sehr respektvoll miteinander um. Die Beziehung zwischen beiden Charakteren zueinander wird sehr sacht und behutsam aufgebaut und diese Herangehensweise hat mir sehr zugesagt.
   Hervorzuheben ist ebenfalls die Gestaltung des Antagonisten Ryzek. Er befindet sich im ständigen Zwiespalt mit seinen Handlungen und seinem Empfinden. Dabei ist er unbeschreiblich grausam, aber schafft es auf verstörende Weise trotzdem Mitgefühl zu wecken.
   Die Nebencharaktere zeichnen sich alle durch spezifische Charaktereigenschaften und besondere äußerliche Merkmale aus. So wirken sie ohne Ausnahme authentisch und ergänzen Cyra und Akos als Leitfiguren vollkommen, sodass die vielschichte Weltenstruktur um ein ebenso komplexes Personengeflecht ergänzt wird ohne dass das Zusammenspiel unnatürlich oder überfordernd wirkt.

   „Rat der Neun“ besticht durch ein ausgeklügeltes Weltensystem, in dem ausgearbeitete Charaktere gewillt sind, sich ihren Platz zu suchen, zu erkämpfen und zu verteidigen. Eine Unstimmigkeit stört dabei jedoch massiv mein Empfinden des Handlungsverlaufs. Dennoch bleibt es ein Buch, welches gekonnt Themen wie Verlust, Schmerz, Narben des Lebens und Zusammenhalt thematisiert und dabei den Leser in einen Strudel der Gefühle zieht.

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Tags: 2017, dystopie, jugendbuch, science fiction   (4)
 

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785 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 156 Rezensionen

fantasy, young elites, marie lu, jugendbuch, die gemeinschaft der dolche

Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 16.01.2017
ISBN 9783785583531
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Adelina überlebte das Blutfieber, eine Krankheit die betroffene Erwachsene tötete und Kinder mit Makeln behaftete, welche sie als "Malfettos" kennzeichnen. Der Protagonistin fehlt seit ihrem Überleben ihr linkes Auge und ihre Haare färbten sich von schwarz zu silbern. Als Ausgestoßene der Gesellschaft und von der Regierung gering geschätzt, ist sie den Grausamkeiten ihres Vaters ausgesetzt. Dies weckt in der Protagonistin eine Dunkelheit, welche sie selbst nicht gänzlich zu begreifen scheint. In ihr ruht eine Fähigkeit, die sie neben den äußerlichen Veränderungen in Folge des Blutfiebers erlangt hat. Adelina ist eine Begabte und gewinnt die Aufmerksamkeit Ihresgleichen: Die Gemeinschaft der Dolche will die Loyalität der Protagonistin und gemeinsam mit ihr gegen die Malfettos-verachtende Regierung vorgehen.

Marie Lus Schreibstil lässt sich angenehm lesen. Sie besitzt ein wahres Talent dafür, mit wenigen aber ausdrucksstarken Worten den Leser in ihren Ban zu ziehen. Die Handlung setzt 1361 an. Adelinas Welt ist plastisch beschrieben und wirkt dabei doch mystisch. Die Atmosphäre wirkt in einem Spiel zwischen Zuständen des Mittelalters und von Magie. Dabei erinnerte es mich zu Beginn sehr an die Grundstimmung von Virgina Boeckers "Witch Hunter".
Die Protagonistin hebt sich deutlich zwischen den anderen des Jugendbuchgenres hervor. Sie ist eine aufregende Figur in der berüchtigten Grau-Zone. Demnach ist sie keine typische Heldin; man darf sie meiner Meinung nach nicht einmal als solche bezeichnen. Sie ist ein Mädchen, welches gezeichnet ist (im wahrsten Sinne des Wortes) und man weiß zunächst nicht, was in ihr schlummert. Im Verlauf des Buches erfährt man immer mehr über ihre Innenwelt, besonders auch mit Hilfe von Einblicken in ihre Vergangenheit, welche zunehmend der Ursprung ihres Charakters aufdecken. Adelina lässt jedoch keine Identifizierung zu - der Lese kann sie zwar erfassen und ihre Handlungen verstehen, aber auf ihre Art und Weise bleiben sie trotzdem abstoßend. Die Autorin hat hier wirklich eine reizvolle Situation für den Rezipienten geschaffen, die ein einfaches Fallenlassen und ein blindes Folgen der Protagonistin ausschließt. Marie Lu treibt den Zwiespalt der Figur, welcher auf dem Klappentext mit "zwischen Liebe und Dunkelheit" beschrieben ist, zu einem Höhepunkt, welcher Lust auf den zweiten Band der Reihe macht.
Neben der dominanten Figur von Adelina führt das Buch, auch mithilfe von kurzen Kapiteln aus anderen Perspektiven, zahlreiche Nebencharaktere ein. Viele bleiben, besonders in der Rängen der Gemeinschaft der Dolche, leider etwas farblos. Zu den herausstechenden Charakteren baut man als Leser eine Bindung auf, doch Adelinas Beziehungen zu ihnen mitsamt ihren Gefühlsregungen sind zum Teil ebenfalls blass. Ich hätte mir eine tiefere Auseinandersetzung mit ihnen gewünscht, sodass die Figuren sich nicht nur auf ein markantes Attribut beschränken. In einer Welt, in der die Protagonistin nicht auf der "guten" Seite steht, da diese im eigentlichen Sinne auch nicht existiert, hat Marie Lu dafür die Aufmerksamkeit auf die gegnerische Seite gelenkt und zumindest diese greifbarer gestaltet, was mir sehr zugesagt hat.

Insgesamt überzeugen der Schreibstil der Autorin und das von ihr beschriebene Setting. Der Umgang mit der Protagonistin erfordert eine hohe Aufmerksamkeit und ist nicht immer leicht. Sie verkörpert jedoch eine aufregende Figur für den Leser, während viele Nebencharaktere recht substanzlos bleiben. Ich vergebe an das Buch entsprechende 4 Sterne, mit Luft nach oben für den zweiten Band, den ich sicher lesen werde.

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Tags: jugendbuch, marie lu, young elites   (3)
 

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1.345 Bibliotheken, 20 Leser, 3 Gruppen, 267 Rezensionen

fantasy, witch hunter, magie, hexen, hexenjäger

Witch Hunter

Virginia Boecker , Alexandra Ernst
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423761352
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

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(142)

295 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

liebe, almost, anne eliot, vergewaltigung, verlieben

Almost

Anne Eliot , Birgit Niehaus
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423716710
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Drei Jahre nach einer verheerenden Nacht, die ihr Leben für immer verändert hat, will die siebzehnjährige Jess nur noch eins, wieder „normal“ sein - oder zumindest so erscheinen. Um die Zustimmung ihrer Eltern für ein College zu erlangen, will Jess ihnen beweisen, dass sie ihr Leben im Griff hat. Ihr Plan sieht dafür einen Job und einen Freund vor.               
Bei der Bewerbung für einen Praktikumsplatz trifft sie auf ihren Mitschüler Gray. Diesem schlägt sie einen Deal vor, der ihr jene Aspekte sichern soll. Gray stimmt zu, sich mit Jess den Job zu teilen und ihren Freund zu mimen, wenn er allein das Gehalt für die getane Arbeit erhält. Aber ist das Geld der einzige Grund für seine Zusage?      

Meine Meinung
„Almost“ wechselt zwischen den Perspektiven der beiden Protagonisten Jess und Gray, die aus der Ich-Perspektive ihr Erleben beschreiben. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und lässt sich schnell lesen. Häufige Wortwiederholungen und der sehr umgangssprachliche Ausdruck fielen mir dabei jedoch negativ ins Auge.
Jess ist eine sehr gewöhnungsbedürftige Protagonistin. Sie scheint jegliche Möglichkeit auf eine Verbesserung ihres Zustands, ausgeschlossen zu haben, und verbeißt sich in ihr gegenwärtiges Stadium. Geschehende Entwicklungen scheint sie weder wahrzunehmen noch zu reflektieren. Obwohl sie gegenüber ihrer Eltern „normal“ wirken möchte und sich von ihrer kleinen Schwester diesbezüglich sogar Handlungsweisen aufschreiben lässt, scheint Jess kein Problem damit zu haben, Gray ein ums andere Mal ihren hoffnungslosen Zustand unter die Nase zu reiben. Dabei will sie eigentlich nicht darüber reden.               
Des Weiteren ist sie in der einen Sekunde vollkommen beherrscht, dann trägt sie einen verletzen Gesichtsausdruck und schließlich bricht eine flapsige Bemerkung aus ihr raus – in dieser Reihenfolge durchaus sinnvoll,  doch ist es im Buch in jeder möglichen Kombination ein großes Chaos. Ihre Aussagen kommen teilweise so außerhalb des Kontextes, dass ich mehrfach überrumpelt wurde.               
Auch aus Grays Perspektive wirkt Jess immer sehr patzig. Ich konnte ehrlich gesagt stellenweise nicht nachvollziehen, worauf seine Zuneigung beruht. Aus ihrer Sicht wird ihr Verhalten als Teil ihres Schutzmechanismus‘ erklärt, aber es blieb trotzdem sehr schwierig, seine Faszination zu begreifen.          
Gray selbst bietet in dem Genre endlich mal ein wenig Abwechslung. Als männlicher Protagonist ist auch er mal unsicher, macht unangebrachte Witze, um seine Unsicherheit zu überspielen, und läuft auch mal rot an – endlich mal kein beherrschter Bad Boy, der als einziger in einer Unterhaltung durchgehend entspannt bleibt. 
Allerdings fehlt es den Gesprächen ein ums andere Mal an Biss, an brodelnden Gefühlen. Auch Schlagabtäusche bleiben flach. Auf rein inhaltlicher Ebene sind die Sätze zwar in der Regel zutreffend, dennoch wurde ich nicht richtig in den Austausch hineingezogen und habe mich häufig als ein Betrachter einen „schlecht geschauspielerten“ Sitcom gefühlt.
So bleiben leider die Nebencharaktere ebenfalls recht farblos. Insbesondere ihre jeweilige Beziehung zu Jess, ausgenommen die mit ihrer Schwester Kika, sind unglaubwürdig. Erst gegen Ende kann ihnen die Autorin noch ein wenig Substanz geben. Jedoch zu spät, um sie im Verlauf der Geschichte authentisch erscheinen zu lassen. 
Zuletzt bleibt noch zu sagen, dass meiner Meinung nach durch zahlreiche Zeitsprünge die Geschichte um vielversprechende Möglichkeiten beraubt wurde. Wechsel in der Szenerie hätten notwendige Abwechslung gebracht, die so ausblieb.      
          
Fazit     
Eine unsympathische Protagonistin und überwiegend substanzlose Charaktere verhinderten, dass mich „Almost“ in seinen Bann ziehen konnte. Hervorzuheben ist jedoch der erfrischende männliche Protagonist, welcher den Leseeindruck positiv beeinflusste. Auch die grundsätzliche Idee hinter der Handlungsgeschichte verhilft dem Buch zu seinen von mir vergebenen 2 Sternen.

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Tags: almost, anne elio, contemporary, new adult, zwei sterne   (5)
 

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

alban nikolai herbst, 4 sterne, 2015, roman, sterben

Traumschiff

Alban Nikolai Herbst
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 11.08.2015
ISBN 9783866482159
Genre: Romane

Rezension:

„Lange habe ich gedacht, dass wir einander erkennen. Aber das stimmt nicht. Wir verstehen uns nur“ sind die ersten Sätze von Herbsts „Traumschiff“, die den Leser empfangen und ihn in einen Roman ziehen, welcher immer wieder zum Innehalten und Nachdenken zwingt.   
Der Leser begleitet den fast 70-jährigen Gregor Lanmeister auf seiner Reise. Er ist ein Protagonist, der aufgehört hat zu reden, aber viel zu erzählen hat. Lanmeister schreibt von zahlreichen Kladden, die er an Kateryna adressiert. Dieser Roman scheint eine solche Kladde zu sein, die die Pianistin an Bord erhalten soll, wenn Lanmeister stirbt. Denn er wird sterben. Dafür ist er an Bord des Traumschiffes gegangen. Gemeinsam mit 143 weiteren Menschen, die wie er das „Bewusstsein“ haben, nimmt er Abschied vom Leben.       
Das Buch verbreitet trotz der Thematik keinen Schrecken, sondern schenkt Hoffnung: „Nicht einmal mehr vor dem Sterben habe ich Angst. Denn das wusste ich nun ganz genau, dass ich starb. (…) Das Bewusstsein ist gar nichts anderes. Nur dass es hier zu Licht wird“ (79). Der Roman verschweigt dabei nicht die schmerzvollen Momente des Prozesses. Lanmeisters Körper zerfällt im Fortschreiten der Geschichte. Er erleidet mehrere Anfälle und verliert die Kontrolle über seine Gliedmaßen. Es wird jedoch betont, dass Schmerz in diesem Abschnitt des Lebens seine Bedeutung verliert (49).        
Humorvolle Passagen unterstreichen, dass Bedrücktheit nicht aufkommen soll. Leicht gewöhnt der Autor den Rezipienten an den Sterbeprozess und berührt ihn auf eine einzigartige Weise, indem er durch seine Unmittelbarkeit nichts verleugnet, aber durch fantastische Einschübe der Thematik seine Schwere nimmt. Der innere Monolog wird dabei im Schreibstil dem sterbenden Erzähler gerecht. Die Sätze brechen ab oder werden zum Teil grammatikalisch falsch vervollständigt. Lanmeister vergisst Details oder ganze Personen und setzt Informationen falsch, oder anders als zuvor, zusammen. Leerstellen in seinem Gedächtnis beunruhigen ihn jedoch nicht. Nur ein Außenstehender, der Leser, wird unruhig. Mit tiefsinnigen Passagen besänftigt der Text den Rezipienten wieder und nimmt ihn mit zum Zentrum seiner selbst. Es wird ein neuer Blick auf die Bedeutung des Lebens und speziell auf die Existenz von Menschen ermöglicht, die sich in ihrer Wichtigkeit nicht von anderen Lebewesen unterscheiden.          
Das Buch regt somit zum Reflektieren an und lässt den Leser auch nach Beendigung des Romans nicht zur Ruhe kommen. Der Autor verzichtet auf eine vollkommene Aufklärung über die Tragweite der Traumschiff-Symbolik und überlässt es dem Rezipienten, interpretierend auf die Zeilen zurückzublicken. So lehrt das Buch den Umgang mit Personen, denen es nicht mehr möglich ist zu kommunizieren. Auch wenn die Person, die wir einmal kannten, tief in sich zurückgezogen ist, bedeutet es nicht, dass sie fort ist. Es bedarf, ihr weiterhin mit Respekt gegenüber zu treten. Der Körper nimmt stets wahr und so fühlt auch Lanmeister weiterhin. Wenn seine Ohren etwa hören, ob „wir denn heute schon Zähne geputzt [haben]?“ (148), fühlt er sich seiner Würde beraubt: „Weil man gar nicht mehr als eigenständige Person wahrgenommen wird. Sondern man wird unbesonders“ (148). Der Roman tritt mit dieser Perspektive für die ein, die es nicht mehr können und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck, den man nicht missen möchte.           

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Tags: 2015, 4 sterne, alban nikolai herbst, roman, sterben, traumschif   (6)
 

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1.270 Bibliotheken, 6 Leser, 5 Gruppen, 105 Rezensionen

liebe, e-mail, email, freundschaft, roman

Alle sieben Wellen

Daniel Glattauer
Flexibler Einband: 219 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 08.03.2011
ISBN 9783442472444
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt
Nachdem Emmi auf den letzten Seiten von „Gut gegen Nordwind“ Leo voll aufgewühlter Emotionen mitteilte, wieso sie nicht zu ihrem gemeinsamen Treffen erschienen ist, erhielt sie bloß die automatische Rückmeldung des Systemsmanagers. Dieser teilt ihr auch am Anfang von „Alle sieben Wellen“ mit, dass der eigentliche Empfänger die gesandten E-Mails nicht erhält. Als Leo letztlich nach einem ¾ Jahr (Seite 9 meiner Ausgabe) aus Boston zurückkommt und der Kontakt wieder aufblüht, merken beide, dass sie nicht ohne einander können, aber auch irgendwie nicht wirklich miteinander...

Bewertung
Das Cover ist wesentlich angenehmer anzusehen, als jenes von „Gut gegen Nordwind“.
Trotzdem passt das Motiv nicht ganz zu der eigentlichen Thematik, denn bei dieser Aufmachung würde ich einen Sommerroman erwarten, welches auch der Titel suggeriert. Dass hinter der berühmten siebten Welle doch so viel mehr steckt, als bloß ein weiterer Überschlag des Meeres, wird wie beim vorherigen Titel dann erst im Kontext klar, was mir wiederum sehr gut gefällt.

Wie der erste Teil besteht auch dieses Buch nur aus E-Mails. Dass sich Emmi und Leo in „Alle sieben Wellen“ aber tatsächlich begegnen, auch wenn diese Begegnungen nicht außerhalb des E-Mail-Formats erzählt werden, bringt Abwechslung in die Unterhaltung. So können sich die beiden ausnahmsweise über etwas gemeinsam Erlebtes austauschen, was mir im ersten Teil gefehlt hat. Damals habe ich das Lesen deshalb als etwas anstrengend empfunden, während sich sich „Alle sieben Wellen“ meiner Meinung nach wesentlich flüssiger liest.
Glattauer weiß es dabei wieder gekonnt in bloßer Dialog-Form den Charakteren Leben einzuhauchen. Sie wirken beide authentisch und ihre Unterhaltungen lassen sich gut beobachten. „Beobachtung“ ist dabei das richtige Wort, denn das Auf und Ab mit Emmi und Leo lässt sich miterleben, ohne dass man sich wirklich mit einem der beiden identifizieren muss. Glattauer schafft es, dass man trotzdem lacht, verstört die Augenbrauen zusammenzieht und ungläubig den Kopf schüttelt, nur damit sich dann doch wieder ein feines Lächeln auf die Lippen legt.

Fazit
Emmis und Leos Geschichte hat mir in „Alle sieben Wellen“ noch besser gefallen als in seinem Vorgänger. Es ist eine schnell gelesene Lektüre, die einen trotzdem mitnimmt.

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Tags: alle sieben welle, daniel glattauer, e-mail, fortsetzung, goldmann, gut gegen nordwind, leichte lektüre, zweiter teil   (8)
 

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80 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

thriller, science-fiction, jugendthriller, science fiction, mystery

Ihr seid nicht allein

Robison Wells , Alice Jakubeit
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.08.2014
ISBN 9783841421418
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Der zweite Teil knüpft nahtlos an den ersten Teil an. Nach der nervenaufreibenden Flucht von der Maxfield Academy, gelangen Benson und die schwerverletzte Becky in das Dorf, welches sie bereits hinter den Mauern der Schule haben erahnen können. Nach dem Schock, Jane lebendig wiederzusehen, erfährt Benson, was es mit der Siedlung auf sich hat. Von den anwesenden Jugendlichen wurden Roboterduplikate gebaut, die ihr Leben auf dem Gelände der Maxfield Academy verbringen. Chips in den Köpfen der Menschen verbinden diese mit ihren Doubles und durch unkontrollierbare „Feedbacks“ erleben sie die Maxfield Academy aus der Sicht der Roboter. Keiner, der im Bündnis mit den Leitern des Internats steht, darf erfahren, dass Benson und Becky sich in der Siedlung verstecken. Doch auch im Fort Maxfield ist nicht jeder das, was er zu sein scheint und die beiden können sich nicht sicher sein, wer Freund und wer Feind ist...

Titel und Cover
Der Titel stellt eine Beziehung zum ersten Teil her, welches mir sehr gefällt. Wurde am Anfang noch darauf hingewiesen, dass es keinen gibt, dem man sein Vertrauen schenken kann, lässt der Titel „Ihr seid nicht allein“ ein kleinen Hoffnungsfunken entstehen.
Auf dem Cover ist wieder das Subjekt in Stacheldraht eingewoben, welches auch bei diesem Teil perfekt passt. Denn auch wenn Benson und Becky vom Gelände der Maxfield Academy geflohen sind, sind sie noch lange nicht frei.

Stil
Das Buch ist wie sein Vorgänger aus der Perspektive von Benson geschrieben. Der Sprachgebrauch ermöglicht ein flüssiges Lesen. Robison Wells schafft ein spannenden Handlungsverlauf. Habe ich beim vorherigen Teil gegen Mitte noch eine Abnahme der Spannung bemängelt, bin ich dieses Mal vollkommen zufrieden mit dem Tempo. Dabei steigt auch die Brutalität im Vergleich zum vorherigen Buch. Die Gewalthandlungen nehmen zu und werden fühlbar beschrieben.
Ich hätte mir aber generell mehr Tiefgang in der Ausführung von Bensons Gedanken gewünscht. Von manchen Dingen ist plötzlich wie selbstverständlich die Rede, doch der Leser wird davon vollkommen überrascht. Mit diesen Sprüngen hatte ich aber nicht nur auf der persönlichen Ebene von Benson zu kämpfen, sondern auch der gesamte Handlungsverlauf präsentierte sich nicht immer schlüssig. Zum Teil wurden Handlungen scheinbar komplett vom Protagonisten vergessen, um dann viel später wieder eine Rolle zu spielen. Zwischenzeitlich wurde kein Gedanke daran verschwendet, wie es diesbezüglich weitergehen könnte. Des Weiteren hat der Autor vergessen, dem Leser entscheidende Informationen zu geben, wodurch ich regelrecht nach einer von Bensons Aktionen auf der nächsten Seite gestutzt habe und dachte „Hä?“

Charaktere
An Benson hat sich nicht geändert, dass immer wieder seine Kämpfernatur zum Vorschein kommt. Er gibt nie auf und tüftelt immer wieder neue Pläne zur Flucht aus. Seine unüberlegten Handlungen, die bereits im ersten Teil auffallend waren, schlugen mir jedoch in diesem Teil zunehmend auf mein Gemüt. Einen Ausgleich zu seiner naiven Art bringt aber Becky. Ihre Handlungen erscheinen sinnig und und ihre starke Persönlichkeit zeigt sich zunehmend. Ihr Fortschritt hat mir wirklich sehr gefallen.
Im Vergleich zu „Du kannst keinem trauen“ bleiben die meisten anderen Charaktere für mich aber leider ziemlich farblos. Meiner Meinung nach sind sie einfach nur dagewesen, ohne dass ich emotional von ihrem Schicksal ergriffen gewesen wäre. Ich denke, dies liegt zum Teil an der fehlenden zwischenmenschlichen Beziehung zwischen Benson und dem Großteil der anderen auftretenden Dorfbewohnern, sodass auch der Leser von ihnen unberührt bleibt.

Fazit

„Ihr seid nicht allein“ ist deutlich schwächer als sein Vorgänger. Trotz des hohen Tempos verringerten nicht nachvollziehbare Handlungsfolgen den Lesespaß. Das schwache Ende lässt mich unbefriedigt zurück und ich denke nostalgisch an den wirklich guten ersten Teil der Dilogie zurück. Insgesamt vergebe ich 2 Sterne an das Buch, die es sich durch die Idee und durch die sich trotzdem aufbauende Spannung verdient.

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Tags: dilogie, ihr seid nicht allein, jugendthriller, robison wells, thriller   (5)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

du kannst keinem trauen, young adult, ab 14, krimi & thriller, 2014

Du kannst keinem trauen

Robison Wells
E-Buch Text: 480 Seiten
Erschienen bei Fischer E-Books, 16.05.2014
ISBN 9783104006628
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt
Benson Fisher sichert sich ein Stipendium für die Maxfield Academy in New Mexiko. Bereits bei seiner Anfahrt bemerkt er, dass das Elite-Internat anders ist als erwartet: dreieinhalb Meter Maschendrahtzaun umgeben das riesige Gelände, tiefer im Inneren erstreckt sich eine massive Backsteinmauer und die Schüler, die er von außen im Gebäude sehen kann, verhalten sich merkwürdig. Im System des Internats gibt es keine Erwachsenen, dafür aber viele Regeln, deren Bruch hart bestraft wird. Kontrolliert wird die Einhaltung von Kameras, die sich überall im und am Gebäude befinden. Trotzdem kennt Fisher nur einen Gedanken: Flucht aus diesem Hochsicherheitsgefängnis, das ihm seine Freiheit nimmt und ihn von der Außenwelt abschottet. Doch als Jane, ein Mädchen für das er etwas mehr empfindet als er sollte, bei einem brutalen Angriff schwer verletzt wird, kommt Benson dem Geheimnis der Maxfield Academy auf die Spur, welches ihn bis ins Mark erschüttert...

Titel und Cover
Der Titel passt wie die Faust auf's Auge. Mehr kann ich dazu nicht sagen, ohne etwas zu verraten.
Das Cover ist sehr passend. Das Rot strahlt etwas gefährliches aus und erinnert mich an das Licht von Kameras, die es ja an der Maxfield Academy zu genüge gibt. Passenderweise ist auch noch das „DU“, wie Benson, eingekesselt von Stacheldraht. Wirklich perfekt!

Stil
Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, sodass der Leser das Internat und seine Besucher aus der Sicht von Benson Fisher erlebt. Am Anfang erhält Benson und somit auch der Leser einen Überblick über das System, welches recht simpel erklärt wird und man sich so gut in die Geschichte einfinden kann. Ich gehe an dieser Stelle nicht weiter auf Einzelheiten ein, da es einfach zu viel vorweg nehmen würde.
Der Text ist sehr einfach, im Sinne von klar und verständlich, geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Mir hat der Schreibstil wirklich gut gefallen, da er zum Charakter von Benson passt. So etwas wie poetische Ausschweifungen wären hier einfach fehl am Platz gewesen. Des Weiteren gehört das Buch meiner Meinung nach zurecht zur Kategorie der Young Adult-Thriller, da es spannend ist, aber nicht auf eine Art, die sich etwa auf einem Level mit grausamen Psychospielen und perfiden Ritualmorden bewegt. Ich denke aber, dass es definitiv auch älteren Generationen gefallen wird.

Charaktere
Da es in dem Buch besonders um Vertrauen geht, stelle ich hier nur den Protagonisten vor, damit nicht zu viel über die anderen Personen verraten wird.
Benson ist 17 Jahre jung, hat in seinem Leben schon 33 Pflegefamilien durchlaufen und dementsprechend häufig die Schule gewechselt. Er bewirbt sich selbstständig auf das Stipendium, da er seine kindliche Hoffnung, dass es in der nächsten Familie und somit auch der nächsten Schule besser sein wird, abgelegt hat.
Sein Charakter ist durch das Alleinsein prägt. Er beißt sich durch das Leben, ist aber seelisch nicht immer so stark wie er es gerne hätte. Zum Teil wirkt er auch noch sehr naiv und ist sich der Konsequenzen seines Handelns nicht vollkommen bewusst. Diese Darstellung fand ich sehr realistisch, da er eben immer noch ein Teenager ist. Der Leser erlebt jedoch mit, wie sich Benson im Umgang mit seiner Situation an der Maxfield Academy stetig weiterentwickelt.

Fazit
Die ganze Idee Rund um die Maxfield Academy hat mir sehr gut gefallen. Sie war nicht ganz neu, aber wirklich gut umgesetzt. Die Geschichte ist fesselnd, das ganze Buch ein absoluter Page-Turner und nimmt kurz nach der Hälfte der Seiten eine Wendung, die für mich vollkommen überraschend war! Der zweite Teil „Ihr seid nicht allein“ ist ein absolutes Muss, da das Buch mit einem fiesen Cliffhanger aufhört.
Insgesamt vergebe ich vier von fünf Sternen. Den einen Stern Abzug gibt es aufgrund einer nicht ganz so neuen Idee und einem kurzen Spannungstief im mittleren Bereich des Buches. Trotzdem gilt: Absolut empfehlenswert!

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Tags: 2014, du kannst keinem trauen, jugendbuch, jugendthriller, robison wells, thriller, young adult   (7)
 

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(92)

197 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

liebe, cynthia j. omololu, drew, akhet, fantasy

Für immer die Liebe

Cynthia J. Omololu ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.01.2014
ISBN 9783791515076
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Da es sich um einen zweiten Teil handelt, kann ich Spoiler nicht ausschließen! Für immer die Liebe ist die Fortsezung des Bandes Für immer die Seele und wie ich erst einige Tage nach Beendigung des Buches erfahren habe, der Abschluss der Reihe (dazu später mehr).

Zum Inhalt
Nachdem Cole erfahren hat, dass sie eine Akhet ist, ein Mensch, der sich an seine früheren Leben erinnert, ist für sie nichts mehr wie es einmal war. Den Angriff von Veronique haben sie und Griffon soweit überstanden, doch nun taucht einer neuer "Gegner" ihrer Liebe auf. Drew gibt sich bereits am Ende des zweiten Teils als Coles ehemalige Liebe zu erkennen und macht deutlich, dass er noch immer Gefühle für sie hat. Im zweiten Teil will er sie davon überzeugen, dass das Schicksal nach ihrer gewaltsamen Trennung in der Vergangenheit für ihre Zusammenführung verantwortlich ist und dass sie ihr Leben nun gemeinsam verbringen sollten. Außerdem entwickelt Veronique, die in  eine Substanz, die, ohne zu viel verraten zu wollen, in den falschen Händen eine gefährliche Entwicklung mit sich ziehen würde.

Zur Bewertung
Das Cover ist genauso schön wie das vom ersten Band, einfach traumhaft - mehr kann man dazu nicht sagen.
Ich hatte einige Schwierigkeiten in den zweiten Teil reinzukommen, aber ich denke, dass lag einfach daran, dass Für immer die  Seele schon so lange her war. Nach und nach kamen mir die Namen dann wieder bekannt vor und ich fand mich immer mehr zurecht. 
Cole hat mir in diesem Band leider etwas weniger gefallen als im ersten. Liebt sie Griffon oder liebt sie ihn nicht? Liebt sie Drew oder liebt sie ihn nicht? Ihr Gefühlschaos ist zwar nachvollziehbar, aber dass sie sich am Anfang die ganze Zeit selbst überzeugen will, dass Griffon der einzig Wahre für sie ist und auf keinen Fall jemand anderes in Frage kommt, fand ich eine sehr kindliche und nervige Reaktion. Griffon nimmt ihr dann ja aber die Entscheidung ab - eine Handlung, die ich in keinster Weise verstanden habe und deren Begründung am Ende so platt eingefügt wurde, dass ich die Autorin in der Hinsicht nicht ernst nehmen konnte. Es schien so, als würde sie einfach Raum für Drew schaffen ohne sich weiter mit Griffons Beweggründen für seine Entscheidung auseinandersetzen zu wollen. Einfach eine lieblos ausgeführte Wende, die dem Zweck diente. Und als Cole erfährt, wieso Griffon so gehandelt hat, lief es nach dem Motto "Achso na dann. Okay, ich verzeih dir" ab. Einfach viel zu... schnell. Das Liebesdrama nimmt leider den Großteil des Buches ein und verhindert so, dass Spannung aufkommt. Ich habe mich zwischendurch schlichtweg gelangweilt.
Doch es gibt natürlich auch positive Seiten des Buches, wieso ich auch zu dem Schluss komme, dass es sich um eine "akzeptable Fortsetzung" handelt. Die ganze Welt um die Akhet hat mich wieder in ihren Bann gezogen. Im Verlauf des Buches erlebt der Leser immer mehr von Coles früheren Leben, die zwar nicht unbedingt zum Verlauf der Handlung beitragen, aber einfach so faszinierend/interessant sind, dass man zunehmend begeistert ist von der Vorstellung ist, schonmal gelebt zu haben. Und dann das Ende .... BRRRRRRR .... Creepy!
Aber wieso ist es eigentlich das Ende? Am Anfang habe ich ja schon angedeutet, dass ich erst später erfahren habe, dass dies der Abschluss der Reihe war. Ich möchte nur so viel sagen: Das "Ende" hab ich wohl verpasst.

Fazit
Da mir die Welt um die Akhet so gut gefällt, schafft es das Buch Für immer die Liebe noch zwei Sterne zu ergattern. Mit unnötigem Liebesdrama und geringer Spannung, kann ich das Buch leider nur akzeptieren und das auch nur als eine Fortsetzung und nicht als Abschluss der Reihe.

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Tags: cynthia j. omololu, fortsetzung, für immer die liebe, omololu, zwei sterne   (5)
 

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(2.295)

2.945 Bibliotheken, 32 Leser, 6 Gruppen, 202 Rezensionen

dystopie, liebe, fraktionen, die bestimmung, veronica roth

Die Bestimmung

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.10.2013
ISBN 9783442479443
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:
Beatrice Prior lebt in einer Welt, die in 5 Fraktionen eingeteilt ist: die Selbstlosen (Altruan), die Furchtlosen (Ferox), die Gelehrten (Ken), die Freimütigen (Candor) und die Freundlichen und Friedfertigen (Amite). Bis zum 16ten Lebensjahr gehört man der Fraktion seiner Eltern an und so ist Beatrice zu Beginn Teil der Altruan. Sie fühlt sich allerdings nicht wohl in ihrer Haut, und auf keinen Fall "selbstlos". Ihr Eignungstest, der den 16-jährigen sagen sollen, für welche Fraktion sie am besten geeignet sind, nicht einstimmig ausfällt (sie ist eine "Unbestimmte") verstärkt sich ihr innerer Konflikt. Sie entschiedet sich letztlich dafür, ihre Fraktion zu verlassen und zu den Ferox zu wechseln. Dort müssen sie für ihren Platz in der Fraktion allerdings noch auf das Unerbittlichste kämpfen, doch nicht nur von der Seite geht Gefahr aus...

Zur Bewertung:
Das Buch beginnt eher ruhig, der Leser wird erst einmal in die Welt eingeführt. Und die ist einfach grandios! Klar, dass einem die Idee ein bisschen bekannt vorkommt, doch die Einteilung in die fünf Fraktionen, die sich einen Wert, z.B. Selbstlosigkeit oder Freundlichkeit, als höchstes Ziel setzen, unterscheidet sich dann doch von den anderen bekannten Büchern (ich spiele da auf Panem an). 

Tris (Beatrice) fand ich auf anhieb sympathisch. Ihr Zwiespalt zu Beginn, ob sie sich nun für "ihre" Fraktion entscheidet oder sie zur Zeremonie doch wechselt, wurde sehr bildhaft beschrieben. Ihre Reaktionen sind nachvollziehbar und man spürt wie sehr sie aus ihrer alten Haut heraus möchte. Dabei ist ihre Entwicklung bzw. dabei sind ihre Fortschritte nicht übertrieben und sehr realistisch.
Four ist der männliche Hauptprotagonist des Buches. Und mit "männlich" meine ich nicht nur "männlich", sondern auch "männlich", wenn ihr versteht. Das betont auch Tris ab und zu. Der aufmerksame Leser merkt bzw. ahnt was sich zwischen beiden Hauptpersonen anbahnt, aber trotzdem ist man doch hin und wieder sehr überrascht von Fours Verhalten. Auf der einen Seite nett, auf der anderen Seite wieder ein kompletter Arsch - aber ich mag so ein Hin- und Herschwanken, wenn es so wie in dem Buch in einem wirklichkeitsgetreuem Rahmen gehalten wird. Dass er Gerechtigkeit schätzt, wird einem schon zu Beginn klar, sowie man auch sonst schnell hinter seine "wahre" Identität kommt, was mich persönlich aber nicht gestört hat.
Auch die anderen Charaktere fand ich sehr gut dargestellt. Zumal es nicht auf einmal hieß "Hey, wir sind jetzt in einer Fraktion, lass uns eine große, glückliche Familie sein.", welches in der durch Fraktionen geprägten Welt, einfach undenklich gewesen wäre.

Fazit:
Veronica Roth hat eine durchdachte, realistische Zukunftswelt erschaffen, in der auch die Charaktere überzeugen. Somit ist "Die Bestimmung" ein sehr gelungenes Buch und ich kann es nur weiterempfehlen.

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Tags: buchverfilmung, die bestimmung, panem, veronica roth   (4)
 

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(20)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, before i go to sleep, leserunde, psychothriller, sleep

Before I Go to Sleep

S.J. Watson
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Black Swan, 27.03.2014
ISBN 9781784160012
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt
Christine Lucas wacht zu Beginn des Buches neben einem ihr fremden, älteren Mann auf. Sie befürchtet, dass sie eine Affäre mit ihm hat, kann sich aber an nichts mehr erinnern. Ben, der Mann aus dem Bett, erzählt ihr, dass sie an einer Amnesie, ausgelöst durch einen Autounfall, leidet, sie eigentlich 47 Jahre alt ist und nicht wie von ihr angenommen Anfang zwanzig und dass sie schon über Jahrzehnte hinweg mit ihm verheiratet ist. Ihre Krankheit ist dadurch geprägt, dass sobald Christine schläft, sie ihr Gedächtnis verliert. Als Ben zur Arbeit aufbricht, erhält die Protagonistin einen Anruf von Dr. Nash, der ihr mitteilt, dass sie gemeinsam an ihrem Erinnerungsvermögen arbeiten und Christine seit kurzer Zeit ein Tagebuch führt. Er meint, dass Ben davon nichts weiß und verrät ihr, wo sie es versteckt. Als sie es aufschlägt lauten die ersten Worte in ihrer Handschrift: DON'T TRUST BEN.

Titel und Cover
Der Titel der Originalausgabe gefällt mir leider nicht so gut wie der deutsche Titel „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“. Bei letzterem wird deutlich, dass während oder nach dem Schlafen etwas passiert, was es zu verhindern gilt. „Before I go to sleep“ hört sich meiner Meinung nach nicht bedrohlich genug an. Es könnte sich auch um eine Gute-Nacht-Geschichte handeln.
Das Cover der Filmausgabe gefällt mir jedoch sehr. Die Streifen, die sich durch die drei Gesichter ziehen, erinnern mich an eine Fassade, welche in einem Buch über Identität(sverlust) und Vertrauen eine entscheidende Rolle spielt. Wer ist wirklich das, was er zu sein scheint?

Stil
Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt: Today, The Journal of Christine Lucas, Today. Der Leser wacht gemeinsam mit einer verwirrten Christine auf und versucht gemeinsam mit ihr im zweiten Abschnitt, in dem die Protagonistin selbst und der Leser das Buch liest, ihre Vergangenheit zusammenzusetzen. Trotz vieler Kommentare in dem Tagebuch, die auf vorherige Einträge verweisen, wirkt der Text aufgrund der Wiederholungen nicht langatmig, sondern realistisch, da nun mal jeder Tagebucheintrag darauf basiert, dass die Protagonistin die vorherigen Einträge gelesen hat. Der Autor kürzt es hier an den richtigen Stellen, sodass sich das Buch sehr flüssig liest.
Durch immer wieder auftretende Wendungen, die im Verlauf des Tagebuchs auftreten, wird der Leser herumgewirbelt. Wie Christine konnte ich nicht sagen, wem zu trauen ist und wurde gemeinsam mit ihr ein kleines bisschen paranoid. Der Thriller hat also seine Aufgabe erfüllt.

Protagonistin

Christine wacht jeden Morgen auf ohne zu wissen wo sie ist, wer die Person neben ihr im Bett ist und vor allem ohne jegliches Wissen darüber wer sie selbst ist. Mal fühlt sie sich wie eine junge Frau, mal wie ein kleines Mädchen, und mal in dem Körper ihrem Alter entsprechend. Sie hat keinen Überblick darüber, was in ihrem Leben passiert ist. Doch sie kämpft. Sie will nicht mehr vergessen. Dieser Biss, aber auch die Einbrüche ihrer Stärke sind authentisch dargestellt. Man fiebert mit Christine mit, teilt ihr Misstrauen und unterstützt ihr Vorgehen gegen die Ungewissheit. Sie ist ein sehr sympathischer Charakter, den ich gerne durch das Buch begleitet habe.

Fazit
Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. „Glaubwürdige“ Charaktere und zahlreiche Wendungen untermalen die Suche nach den Bausteinen des Lebens von Christine Lucas und verfeinern das Lesevergnügen. Insgesamt gibt es von mir fünf von fünf Sternen: Gute Idee, guter Aufbau, guter Schreibstil, gute Charaktere und am Ende ein zufriedener Leser.

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Tags: before i go to sleep, buchverfilmung, christine lucas, filmcover, ich. darf. nicht. schlafen., s j watso, steve watson   (7)
 

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(189)

463 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

koma, liebe, unfall, jugendbuch, franziska moll

Was ich dich träumen lasse

Franziska Moll
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Loewe, 20.01.2014
ISBN 9783785578452
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Elena und Rico sind ein Paar. Und was für eines! Doch noch im ersten Kapitel wird Rico in einen Unfall verwickelt und fällt ins Koma. Die Leser begleiten Elena auf ihrem Kampf um Ricos Bewusstsein und um ihr eigenes Leben.

Stil
Mit den ersten paar Sätzen schafft es die Autorin, den Leser in eine sehr intensive Gefühlswelt zu ziehen. Im Umgang von Elena und Rico merkt man sofort, welche Liebe, welches Vertrauen die beiden miteinander teilen. Die tiefe Bindung der beiden berührt einen bis ins Herz.
Weißt du noch,...
Die Rückblicke, die Elena Rico zu erzählen scheint, beginnen jedes Mal mit diesem Satz und jedes Mal wieder, wurde es eng in meiner Brust. Diese Einblicke verstärken den Eindruck der Beziehung der beiden, den ich von Anfang an hatte, ein ums andere mal. Je mehr man die beiden im Umgang miteinander erlebt, desto mehr leidet man mit Elena und auch Ricos Familie.
Ein weiteres Stilmittel, welches die Autorin verwendet, sind eingeschobene Dialoge in dem die Sätze eingerückt sind und ihnen ein Punkt "." vorangestellt ist. Diese Dialoge sind in der Regel Einschübe von Elenas und Ricos Unterhaltungen, die ihr durch eine gegenwärtige Situation wieder einzufallen scheinen. Wie die Rückblicke steigert dieses Element die Einbindung der Leser in Elenas Gefühlswelt.

Charaktere
Elena ist ein sehr glaubwürdiger Charakter. Sie hat eine starke Persönlichkeit, kann und will sich allerdings nicht mit der Situation in ihrer Gänze auseinandersetzen, welches sehr realistisch dargestellt wird. Sie wirkt gefasst, aber in ihr brodelt es. Rico... Hachja... Rico. Ein Charakter, der voll Leben sprüht und mir sofort ans Herz gewachsen ist.
Auch die Nebencharaktere sind realistisch dargestellt. Lediglich Isabellas Handlungen, Ricos Schwester, konnte ich nicht komplett nachvollziehen.

Cover
Passend zum Titel ist das Cover ein Traum. Ein Traum mit Bedeutung. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen, nur dass es mir sehr gefällt.

Fazit
Insgesamt ein sehr ergreifendes Buch mit liebevoll gestalteten Charakteren, welches den Leser in ein emotionales Chaos zieht, das einen auch nach Zuschlagen des Buches nicht mehr loslässt.

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Tags: franziska moll, rezension, rezi, was ich dich träumen lasse   (4)
 

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(1.024)

2.337 Bibliotheken, 88 Leser, 10 Gruppen, 265 Rezensionen

bücher, fantasy, magie, bibliomantik, libropolis

Die Seiten der Welt

Kai Meyer
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.09.2014
ISBN 9783841421654
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(50)

113 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

thriller, boston, krimi, diamanten, usa

Die Unbekannte

Peter Swanson , Fred Kinzel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 28.07.2014
ISBN 9783764504861
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover
Das äußere Erscheinungsbild des Buches fand ich gleich sehr ansprechend. Der Rot-Weiß-Kontrast, die Schriftart und die kleinen Blätter, die immer mal wieder von den einzelnen Buchstaben abgehen und sich auf dem ganzen Umschlag verteilen... so schlicht und doch einfacht etwas ganz besonderes. Sehr gelungen finde ich auch, dass die Schrift angeraut ist, sodass sich diese von der glatten roten Oberfläche noch etwas weiter absetzt. Nach der gelungenen Verpackung war ich gespannt auf den Inhalt und wurde leider sehr enttäuscht.


Inhalt und Schreibstil
Meine Enttäuschung lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass es sich bei dem Buch "Die Unbekannte" meiner Meinung nach nicht um einen Thriller handelt - Aber von Anfang an:
Der Prolog führt den Protagonisten George ein, dem der Leser das ganze Buch über folgt. Er befindet sich in einem durch Polizeiband abgesperrten Haus, welches so als Tatort gekennzeichnet ist. Er ist auf der Suche nach etwas, weiß aber selber nicht was. Und entdeckt schließlich ihr Lieblingsbuch mit einer Postkarte drin.
Das Buch macht einen Zeitsprung und wir treffen George wieder, wie er in einer Bar seine Ex-Freundin aus Collegezeiten 'zufällig' trifft, gegen seine Vernunft eine Unterhaltung mit ihr führt und schließlich in ein Netz voller Intrigen gespinnt wird...

Generell hat mir die Idee gut gefallen. Die Geschichte ist durchdacht und erfährt durch viele Blicke in die Vergangenheit auch ein wenig Tiefgang. Sonst fehlen meiner Meinung nach jegliche Emotionen. Der Schreibstil des Autors bleibt distanziert und es baut sich keine Spannung auf. Der Fortgang des Buches plätschert vor sich hin, auf eine Handlung folgt die nächste und, wie gesagt, nur die Rückblicke in die Vergangenheit bringen ein bisschen Abwechslung. Ein Thriller war dieses Buch somit definitiv nicht für mich. Mir fehlte der Nervenkitzel, das schnelle Huschen der Augen über die Seiten, um ja schnell weiterzulesen, weil das eigene Herz gegen die Brust hämmert.

Charaktere
Wie bereits zuvor aufgegriffen, denke ich, dass es dem Buch leider an Emotionen fehlt. Ganz rational betrachtet George die Geschehnisse. Seinen Charakter empfinde ich als Folge dessen als zwiespältig, denn obwohl er immer wieder phasenweise begreift, dass Liana wohl doch ein Spiel mit ihm spielt, versucht er jeden schlechten bzw. irgenwie unangenehmen Gedanken in Bezug auf Liana gänzlich zu verdrängen. Seine Fixation auf seine 'Collegeliebe' kann ich dabei nicht nachvollziehen. Ich habe häufig in anderen Rezensionen gelesen, dass Liana doch seine große Liebe ist etc. aber die Emotion Liebe kann ich in dieser Verbindung wirklich nicht feststellen. Wenn, dann ist es eher eine Art Besessenheit, die ihn so handeln lässt, wie er handelt.
Liana ist perfekt dargestellt. Dem Leser kann gar nicht entgehen, dass sie nicht das hilflose Reh mit großen Augen ist, welches vorgibt zu sein, sondern dass noch viel mehr hinter der Fassade steckt. Man erlebt sie nur im Umgang mit George und ihre offensichtlichen Manipulationen werden auch von George registriert jedoch vollkommen gleichgültig behandelt.

Fazit
Das Buch ist ein emotionsloser Bericht mit einer durchdachten, verstrickten Handlung. George, dem Protagonisten, bin ich als Leser ungern gefolgt, da ich mich weder mit ihm identifizieren konnte noch seine Entscheidungen, auch bis zum Ende nicht, nachvollziehen konnte. 
Die Punktevergabe ergibt sich somit aus
1 Punkt für das geniale Cover
1 Punkt für die durchdachte Handlung
Minus 1 Punkt für z.T. nicht nachvollziehbare Charaktere - besonders deutlich am Protagonisten, deshalb ein ganzer Punkt Abzug
Minus 1 Punkt für die, meiner Meinung nach, falsche Betitelung als 'Thriller'
Minus 1 Punkt, weil mich das Buch mit einem unbefriedigten Gefühl zurücklässt 

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Tags: die unbekannte, peter swanson, rezension   (3)
 
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