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Edison

Torben Kuhlmann , Torben Kuhlmann
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei NordSüd Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783314104473
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Endlich wieder ein Kinderbuch aus der Feder von Torben Kuhlmann! Nachdem mich Armstrong so begeistern konnte, war ich unglaublich gespannt auf Edison, einer Geschichte, in der sich eine junge Maus auf die Spuren einer großen Erfindung begibt. Ich bin fasziniert davon, wie der Autor und Illustrator Torben Kuhlmann es schafft, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge für Kinder auf die wichtigsten Informationen herunterzubrechen und in einem spannenden Mauseabenteuer aufzubereiten. Jedes seiner Bücher behandelt eine revolutionäre Erfindung eines Pioniers und erinnert damit an eine Zeit, in der viele unserer heutigen Annehmlichkeiten noch nicht existierten. Dieses Buch ist ein wahrer Schatz im Bücherregal und hat meine sehr hohen Erwartungen wie immer voll und ganz erfüllt.

Mit Lindbergh ging es hoch hinaus, denn eine kleine Maus macht eine entscheidende Erfindung für die Luftfahrt. In Armstrong flog eine Maus sogar bis zum Mond. In Edison wird der Schauplatz der Geschichte unter anderem in die unendlichen Tiefen des Meeres verlegt. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, denn zunächst gilt es in der Universität der Mäuse ein für Mäuse taugliches Unterseeboot zu bauen, damit die beiden pelzigen Helden unbeschadet nach dem verschollenen Schatz suchen können. Mich konnte das Setting dieser Geschichte mehr als überzeugen, denn die Mäuseuniversität liegt vor Menschenblicken verborgen in einer Buchhandlung! Hinzu kommt, dass der Ozean für die beiden Mäuse auf ihrer Expedition viele Gefahren birgt, was der Geschichte zusätzliche Spannung verleiht.

Wer Armstrong gelesen hat, der kennt schon die Maus, die als erste den Mond betreten hat. In Edison gibt es ein Wiedersehen mit ihr, doch inzwischen ist sie ein in die Jahre gekommener Professor mit Schnäuzer, der an der Mäuseuniversität Veranstaltungen über die Erfindungen der Menschen abhält. Neuer Charakter und junger Held der Geschichte ist Pete, ein Mäuserich voller Tatendrang, Wissensdurst und Neugier. Ich fand es toll, dass der Autor seine Figuren vergangener Bücher wiederauftauchen und noch einmal an einem großen Abenteuer teilhaben lässt. Petes Motivation ist Motor der Geschichte, denn er möchte das Geheimnis seines Großvaters lüften und sich auf die Suche nach dem Mauseschatz begeben. Pete bleibt als Identifikationsfigur in der Geschichte ein bisschen blass, was für ein Bilderbuch aber nicht weiter schlimm ist.

Die Geschichte an sich ist sehr interessant und für Kinder ab fünf Jahren als Vorlesebuch sehr gut geeignet. An ein oder zwei Stellen sind mir jedoch kleine Lücken in der Geschichte aufgefallen, in denen die Handlung nicht näher erklärt und auch von den Illustrationen nicht erläutert wurde. Kinder, die die Geschichte nur vorgelesen bekommen und sich gleichzeitig an den Bildern orientieren, können diese Lücken meiner Meinung nach nicht so schnell füllen, worunter dann das Verständnis leidet. Aber das war nur eine Kleinigkeit, die mir aufgefallen ist. Edison hat einen klaren Spannungsbogen, mit einigen überraschenden Wendungen und präsentiert, wie von Torben Kuhlmanns Büchern gewohnt, ein schönes Ende, das noch nähere Informationen zur Thematik bietet.

Last but not least: die Illustrationen. Ich könnte hier in ausschweifende Begeisterungsstürme ausbrechen und Torben Kuhlman für seine so wunderbar fantasievollen, detailreichen und liebevollen Zeichnungen mit Lob überschütten. Das tue ich nicht, denn das Folgende reicht vollkommen: Sie sind wunderschön!

Fazit & Bewertung

Edison – Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes von Torben Kuhlmann ist ein wunderschön gestaltetes Bilderbuch, das sich mit den glorreichen und bahnbrechenden Erfindungen des Pioniers Thomas Alva Edison auseinandersetzt. Für Kinder ideal in einer Geschichte über wissbegierige Mäuse verpackt, erschafft Torben Kuhlmann eine Welt, in die man als Leser gerne einmal hineinschlüpfen würde. Ein tolles Buch, dass ich jedem nur empfehlen kann!
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170 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

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Die Legenden der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel , Andrew Davidson
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426226568
Genre: Fantasy

Rezension:

Immer wieder spielen in den Abenteuern von Jacob, Emma und Miss Peregrine die Legenden der besonderen Kinder eine Rolle. Die Idee, diese in der Handlung vorkommenden Erzählungen niederzuschreiben und ebenfalls zu veröffentlichen, ist nicht neu. Auch große Autorinnen wie J.K. Rowling oder Cornelia Funke veröffentlichten Märchen und Legenden, um ihren Fans noch einen tieferen Einblick in ihre Lieblingsgeschichten zu geben. Die Märchen von Beedle dem Barden oder Mein Reckless Märchenbuch sind Beispiele für erfolgreiche Spin-offs zur Originalgeschichte. Als bekannt wurde, dass Die Legenden der besonderen Kinder herauskommen sollte, habe ich mich als Fan der Trilogie wahnsinnig gefreut. Für mich sind die Kurzgeschichten eine ideale Ergänzung zu den Büchern, auch wenn sie keinen Bezug auf bekannte Figuren nehmen. Ich werde euch im Folgenden die einzelnen Geschichten kurz vorstellen, die dahinterstehende Moral umreißen und euch verraten, wie sie mir gefallen haben.

Die edlen Kannibalen: Diese Legende spielt zu einer Zeit, in der die Besonderen sich noch nicht in Zeitschleifen verstecken mussten, sondern noch frei und unabhängig lebten, ihrer Arbeit nachgingen und das wenige, was sie zum Leben benötigten, schätzten. Diese Geschichte ist als Einstieg in das Buch ziemlich schockierend, denn die Besonderen waren nicht zu jeder Zeit so besonnen und bescheiden, wie die Kinder bei Miss Peregrine es waren.

Die Prinzessin mit der gespaltenen Zunge: Die Prinzessin ist eine Besondere, die die Abneigung eines jeden Werbers, der um ihre Hand anhalten möchte, deutlich zu spüren bekommt. Ihre Besonderheit ist ihr anzusehen und entstellt sie. Dennoch ist die Güte eine Eigenschaft, die jeder Besondere in sich trägt, auch wenn ihm Ablehnung und Abscheu entgegengebracht wird.

„Könnte es tatsächlich wahr sein?“, fragte die Prinzessin. „Ist er so besonders wie ich?“ „Ich würde sagen, dass es sich herauszufinden lohnt“, sagte die Zofe. (S. 50)

Die erste Ymbryne: Nicht nur Millard, eines von Miss Peregrines besonderen Kindern, ist der Meinung, dass die Geschichte über die erste Ymbryne die wichtigste von allen bekannten Legenden ist. Auch mir hat diese Legende am besten gefallen, denn sie enthält Hintergrundinformationen über die geheimnisvollen Menschenvögel und die Entstehung der Zeitschleifen.

Die Geisterfreundin: Hildy hat die besondere Eigenschaft Geister zu sehen. Zu lange ist der verstorbene Geist ihrer Schwester ihre beste Freundin, sodass sie keine anderen, menschlichen Freunde findet. Doch Besondere sind nicht dafür bestimmt alleine zu sein. Sie müssen nur jemanden finden, der sie so akzeptiert wie sie sind. Die Geschichte von Hildy ist teilweise ziemlich traurig, aber umso gelungener ist das glückliche Ende.

„Ich will keine Insel sein, ich will normal sein!“ „Aber wir beide sind nicht normal“, beharrte sein Vater. „[…] Es gibt kein Heilmittel. Dies ist unsere natürliche Gestalt.“ (S.112)

Cocobolo: Cocobolo – ein Name, den wahrscheinlich noch keiner von euch zuvor gehört hat. Nun, einem Besonderen in den Legenden wird dieser Name einerseits zum Verhängnis, andererseits aber auch zur Erlösung. Diese Geschichte hat mich unendlich gefesselt, sie war dramatisch, fantasievoll und – im wahrsten Sinne des Wortes – besonders.

Die Tauben von St. Pauls: Wer schon einmal die St. Pauls Cathedral  von London besucht hat, kennt sicher ihre ständigen Bewohner: Tauben. Und Tauben sind es auch, die in einer Legende um die Erbauung der Kathedrale eine wichtige Rolle spielen. Aber nur Dank eines Besonderen, ist das heutige friedliche Zusammenleben zwischen Menschen und Tauben an St. Pauls möglich.

„Du denkst, dass Albträume gut sein können?“, fragte Lavinia. […] „Nun, nicht unbedingt gut„, antwortete der Vater. „Aber ich glaube, dass manche Menschen ihre Albträume verdienen, und andere wiederum nicht.“ (S.141)

Das Mädchen, das Albträume zähmen konnte: Manchmal ist die besondere Begabung auch mehr Fluch als Segen, denn sie kann dem Besonderen selbst schaden oder sich der Kontrolle des Besonderen entziehen. Skurril und unheimlich ist nämlich die Geschichte über das Mädchen, das Alpträume bändigen konnte. Sie hat mir besonders gut gefallen und dient als Warnung für alle Besonderen, ihre Macht nicht zu unterschätzen.

Die Heuschrecke: Nicht nur die Besonderen müssen lernen, mit ihren Fähigkeiten umzugehen, auch die Familien und Freunde müssen sich auf ein Leben mit ihnen einlassen können. In Die Heuschrecke ist es der Vater eines besonderen Kindes, der seine Lektion darüber lernen muss, dass Leben, egal in welcher Form, kostbar ist.

Es gab einmal zu einer besonderen Zeit einen tiefen, uralten Wald, in dem viele Tiere umherstreiften. Man fand dort Hasen, Rehe, Füchse, wie in jedem Wald, aber auch sehr viel seltenere Tierarten, […] besondere Tiere […]. (S.196)

Der Junge, der Macht über das Meer hatte: Niemand, der besondere Fähigkeiten besitzt, sollte leichtfertig mit ihnen umgehen. Das lernt auch der Junge, der das Meer beherrschen und kommen und gehen lassen kann, wann er möchte. Denn je weniger Menschen von einer Gabe wissen, desto weniger wird man zur Zielscheibe von Habgier und Eigennutz.

Die Geschichte von Cuthbert: Nicht nur besondere Kinder, auch besondere Tiere müssen um ihre Freiheit fürchten. Doch einer hat sich gegen eine geringe Gegenleistung ihrer Rettung verschrieben: Cuthbert, der sanfte Riese. Und auch besondere Tiere besitzen Güte, einen Freund in Not niemals im Stich zu lassen. Eine herzerwärmende Geschichte, die sehr zum Nachdenken anregt!

Fazit & Bewertung

Die Legenden der besonderen Kinder sind ein Muss für jeden Fan der Buchreihe. Die Legenden bieten spannende Hintergrundinformationen und tiefere Einblicke in die faszinierende Welt der besonderen Kinder. Ransom Riggs entführt den Leser mit jeder Kurzgeschichte in ein spannendes und fantastisches Abenteuer und lässt jedes mit einer Moral für besondere Kinder enden. Also einer Moral für jeden von uns!

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250 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 90 Rezensionen

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Vox

Christina Dalcher , Marion Balkenhol , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 15.08.2018
ISBN 9783103974072
Genre: Romane

Rezension:

Selten haben mich ein Klappentext und ein Cover so magisch angezogen und neugierig gemacht wie die von Vox. Hinzu kamen natürlich die vielen unterschiedlichen Meinungen von Rezensenten, die deutlich machten, dass dieses Buch klar feministisch ist und damit auch sehr bedeutend für die aktuelle Frauenbewegung. Mich hat Vox unglaublich gefesselt, gleichzeitig aber auch erschreckt und aufgebracht, sodass mich die Thematik bis jetzt immer noch nicht losgelassen hat.

Wir lernen die Protagonistin Jean McCellan als eine Frau kennen, die jedes Wort, das sie spricht, genauestens abwägt. Ganze Sätze werden auf das wichtigste Wort heruntergebrochen, Blicke, Mimik und Kopfschütteln ersetzen Gespräche, Telefonate mit der Familie werden zu einem unmöglichen Unterfangen. Jean McCellan trägt einen Wortzähler an ihrem Arm, der sie mit Stromschlägen bestraft, sobald sie über die täglichen, von der Regierung vorgesehenen 100 Worte kommt. Doch Jean McCellan ist noch nicht gebrochen und trägt Wut in sich, Wut gegen die Regierung, gegen jeden Anhänger und jeden Mann, der der Unterdrückung der Frauen tatenlos zugesehen hat. Für mich war Jean McCellan eine wunderbare Protagonistin. Obwohl sie zu Beginn kaum redet, werden ihre Gedanken und Gefühle im Roman sehr eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht. So sehr, dass sich ihre Wut und ihre Fassungslosigkeit über die Erniedrigung der Frauen in Amerika unmittelbar auf den Leser übertragen.

„Was glaubst du, wer momentan am wütensten ist? In unserem Land, meine ich. […] Der heterosexuelle weiße Mann. Er ist stinkwütend. Er fühlt sich entmannt. […] Wart’s nur ab. In ein paar Jahren ist es eine andere Welt, wenn wir nichts unternehmen, das zu ändern.“ (S.30-31)

Der Einstieg in die Geschichte hat mich sofort gefesselt: Als Leser wird man unmittelbar in die prekäre Situation der Protagonistin hinein gezogen. Sofort zu Beginn der Geschichte wird deutlich, wie schwierig das Leben für die Frauen und Mädchen unter der neuen Regierung im Einzelfall wirklich ist. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass im Laufe der Geschichte noch näher darauf eingegangen wird, wie es so weit kommen konnte, dass Frauen ihrer Stellung enthoben und entmündigt werden. Viele der Frauen wie Jean McCellan haben sich ihr Leben lang wenig für Politik interessiert, haben Feministinnen, die auf die Straße gingen, um für ihre Rechte zu demonstrieren, belächelt. Wenig wird im Roman jedoch über die Umstände berichtet, mit welchen Versprechungen die Politiker die Bevölkerung für ihre neue, frauenfeindliche Regierung gewinnen konnte. Denn alle Frauen des Landes ihrer Stellung zu entheben und ihrer Stimme zu berauben, bedeutet unweigerlich für die zurückbleibenden männlichen Arbeitskräfte zusätzliche Arbeit.

Ich hasse [meine männlichen Familienmitglieder] nicht. Ich rede mir ein, dass ich sie nicht hasse. Aber manchmal tue ich es doch. […] Mir immer wieder einzureden, dass sie nicht diejenigen sind, die mir dies angetan haben, ist eine Qual. (S. 39)

Erschreckend und eindrucksvoll zugleich ist, dass die Kinder in den Schulen die Ideologie der Regierung eingeimpft bekommen – nicht selten wird man als Leser deswegen an den Nationalsozialismus von damals und den Rechtsextremismus von heute erinnert. Auch Jean McCellans Sohn ist nach kurzer Zeit davon überzeugt, dass seine Mutter verdient habe, so leben zu müssen und sieht mehr und mehr auf sie herab. Dass sich so wenige der Männer in diesem Roman gegen die Ungerechtigkeit, die den Frauen angetan wird, erheben, ist nur eine Metapher für die Teilnahmslosigkeit, die die meisten Männer auch heutzutage an den Tag legen, wenn es um Frauenrechte geht – niedrigere Löhne oder befristete Arbeitsverträge sind nur zwei Beispiele für die Ungleichbehandlung der Geschlechter in der heutigen Zeit.

Ja, ich würde alles tun. Ich würde töten. Die Frau, die diese Worte sagt, klingt ganz und gar nicht wie ich. Vielleicht aber doch. Jedenfalls mag ich sie irgendwie, diese neue Jean. (S.346)

Leider hat zum Ende hin die bis dato sehr gut konzipierte Geschichte stark an Verständlichkeit eingebüßt. Man hat den Eindruck, als ob die Autorin schnell zu einem Ende kommen wollte, wodurch leider die Auflösung der Geschichte sehr gelitten hat. Viele wichtige Punkte in der Handlung wurden nur noch oberflächlich und nicht so ausführlich wie im Rest der Geschichte besprochen, sodass für mich teilweise das Ende unverständlich und viel zu abrupt war.

Fazit & Bewertung

Ein von der Thematik her unglaublich wichtiges Buch! Christina Dalcher hat mit ihrem Debütroman Vox den Nerv der Zeit getroffen. Obwohl der Roman eine Dystopie ist, ist die Handlung keinesfalls für die heutige Zeit undenkbar. Frauen, die ihrer Stellung beraubt, den Mund verboten bekommen und entmündigt werden gibt es leider noch viel zu viele auf diesem Planeten. Was den Leser in Vox so erschreckt ist, dass genau das auch in unserer zivilisierten und modernen westlichen Welt möglich sein könnte. Mich konnte Vox abgesehen von dem holprigen und zu knappen Ende überzeugen. Ein Buch, dass jeder einmal gelesen haben sollte!

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Deathline - Ewig wir

Janet Clark
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbj, 10.04.2018
ISBN 9783570165140
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Geschichte des ersten Bandes der Deathline-Reihe, Deathline – Ewig dein, hat mir noch ziemlich gut gefallen. Die anfängliche Liebesgeschichte von Ray und Josie war spannend, abwechslungsreich und es galt viele Hindernisse für die Protagonisten zu überwinden, damit sie endlich als Paar zueinander finden konnten. Doch der Tod war es letztlich, der beide wieder trennte, denn Ray musste, um seine Liebe zu retten, über die Deathline, auf die Seite des Todes gehen. Und wer ist mit so einem Ende einer Geschichte schon zufrieden? Für mich stand natürlich fest, dass ich die Fortsetzung Deathline – Ewig wir auf jeden Fall lesen würde, um herauszufinden, ob Josie und Ray wieder zueinanderfinden würden. Meine Erwartungen an das Finale der Geschichte waren also dementsprechend hoch – und wurden leider nicht erfüllt. Einige Aspekte der Geschichte haben mir nicht gefallen, habe ich als verworren und als sehr konstruiert empfunden.

Kommen wir zuerst zur Protagonistin. Josie ist 16 Jahre alt und unsterblich verliebt in Ray. Ihre Sehnsucht und ihre Trauer nach Rays Fortgang sind zunächst gut nachzuvollziehen. Immer wieder versucht sie Kontakt zu Ray aufzunehmen und per Gedankenübertragung mit ihm zu sprechen, was jedoch nicht funktioniert, weil sie die Yowama-Regeln, die Eigenschaften des indianischen Volkes, von dem Ray abstammt, nicht kennt. Wenn man als Leser nun in Erwartung war, dass Josie im Laufe des Romans dieser Regeln und Gesetzte mächtig wird, so wird man enttäuscht. Denn Josies Figur macht innerhalb der Geschichte keinerlei Entwicklung durch. Bis zuletzt hat sie im Grunde keine Ahnung, was sie tun muss, um mit Ray Kontakt aufzunehmen, wer sie wirklich ist, welche Kräfte sie besitzt und was sie mit ihnen bewirken kann. Und dieses Unwissen hat mich irgendwann an ihrer Figur extrem genervt. Nicht nur Josie hatte keinen Durchblick, auch als Leser hatte man im Laufe der Geschichte immer mehr den Eindruck, den Überblick und den roten Faden der Geschichte zu verlieren.

Die Story an sich ist diesmal an vielen Stellen verworren und durch die Nennung zu vieler Figuren, die in der Handlung nicht einmal vorkommen, unübersichtlich und kompliziert. Gerade zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass die Autorin alles schnell zu einem Abschluss bringen wollte und dabei nicht ahnt, dass man ihr nicht mehr folgen kann. Auch ist mir bis zuletzt nicht klar geworden, was nun letztlich des Rätsels Lösung der Geschichte war, weil mir das Rätsel an sich beim Lesen schon zu unausgereift vorkam und teilweise zu viele Handlungsfäden aus der Vergangenheit beinhaltete, die der Leser durch die Figuren nur erläutert bekam. Die Auflösung der Geschichte [Achtung Spoiler!], betreffend Josie und Ray, war zudem unglaubwürdig und zielte meiner Meinung nach zu sehr darauf ab, ein Happy End zu produzieren. Von der Entwicklung der Handlung her kann man jedoch sagen, dass die Autorin geschickt wusste Höhepunkte einzusetzen, um die Spannung des Lesers zu halten und die Geschichte voranzutreiben.

Gut gefallen hat mir jedoch, dass die bekannten Nebenfiguren, Josies Freunde Gabrielle und Dana und ihr Bruder Patrick wieder eine wichtige Rolle in Josies chaotischem Leben spielen. Auch eine neue bedeutende Nebenfigur, Serena, hat mir sehr gut gefallen. Sie bringt durch ihre spirituelle Einstellung und ihrer Verbundenheit zum menschlichen Geist und zur Natur frischen Wind in die Geschichte und wird eine enge Vertraute, deren Charakter sehr glaubwürdig und authentisch ist.

Der Fantasy-Aspekt der Geschichte, der mich im ersten Band noch so fasziniert hat, bleibt diesmal etwas im Hintergrund. Trotz der Stromausfälle und Explosionen, die den Schatten der getöteten Yowama zuzurechnen sind, sind Wesen, die von der anderen Seite stammen und tatsächlich in der Story auftreten, diesmal eine Seltenheit.

Das Setting der Geschichte ist hingegen von der Autorin wieder sehr schön gewählt. Josies Zuhause, die Ranch ihrer Eltern, ist denGroßteil der Geschichte über Hauptschauplatz der Handlung. Hin und wieder unternehmen Josie und ihre Freunde, ob freiwillig oder unfreiwillig, Ausflüge in den angrenzenden Wald, in dem der Zutritt eigentlich strengsten untersagt ist. Dort ist es dunkel, die Bäume scheinen ihren Platz zu ändern und um wieder herauszufinden, bedarf es Mut und einer Portion Yowama-Blut. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass der Leser endlich auch mehr über das mysteriöse Yowama-Gebiet erfährt, das direkt neben dem Gelände der Ranch angesiedelt ist.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Ihre Sprache ist unterhaltend und in ihren Beschreibungen sehr atmosphärisch, gerade was das Setting angeht.

Fazit & Bewertung

Deathline – Ewig wir von Janet Clark hat mich leider nicht überzeugen können. Zu verworren und unausgegoren wirkte die Handlung, sodass ich sogar des Rätsels Lösung am Ende kaum nachvollziehen konnte. Auch die Protagonistin hat während der Geschichte keinerlei Entwicklung durchlaufen, sodass sie mich mehr genervt, als inspiriert hat. Abgesehen davon, dass ich mich gefreut habe, den bekannten Figuren wiederzubegegnen, gab es nicht viele positive Aspekte, wegen derer ich euch die Geschichte empfehlen könnte. Ich kann euch jedoch raten, den ersten Teil Deathline – Ewig dein zu lesen, denn der war um Längen besser als diese Fortsetzung.
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119 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Cassandra Jean
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 27.09.2016
ISBN 9783551728265
Genre: Comics

Rezension:

Die Comic-Adaption von Die Insel der besonderen Kinder hat mir ein ums andere Mal gezeigt, wie fantasievoll und ganz und gar großartig Ransom Riggs Geschichten sind, die vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs spielen und die Gräueltaten der Nazis indirekt thematisieren. Natürlich tragen die Zeichnungen von Cassandra Jean einen großen Anteil an meiner Begeisterung und sollen daher im folgenden etwas näher beschrieben werden.

Cassandra Jean war mir als Zeichnerin bisher nicht bekannt, aber schon nach dem Aufschlagen der ersten Seite habe ich mich in ihren Zeichenstil restlos verloren. Ihre Zeichnungen haben eine klare Linie, sind anmutig und erwachsen, nicht laut und überfüllt. Vielmehr wird gerade durch die Unaufgeregtheit der Zeichnungen die Geschichte und ihre Atmosphäre perfekt umgesetzt. Die düstere Stimmung, die Jacob ständig umgibt und die ihn rastlos und unermüdlich nach dem Mörder seines Großvaters suchen lässt, spiegelt sich in Cassandra Jeans Bildern wieder. Nicht selten sind ganze Hintergründe in schwarz gehalten oder Doppelseiten farblos. Trotzdem werden immer wieder in den passenden Momenten Farbakzente gesetzt, die Wendepunkte und spannende Szenen unterstreichen.

Als ich noch ein kleiner Junge war, war Grandpa Portman der faszinierendste Mensch, den ich kannte. Wann immer ich ihn sah, bettelte ich ihn an, mich mit Geschichten zu füttern.

Was mir bereits in den Original-Büchern sehr gut gefallen hat sind die echten Fotos, die abgedruckt werden, um das Aussehen der besonderen Kinder zu visualisieren. Denn bei den Fotos handelt es sich um wahre Sammlerraritäten, die schon das Taschenbuch herrlich illustriert haben. Die Kombination dieser gestalterischen Mittel, der echten Materialien und der Zeichnungen, ergibt ein stimmiges und sehr vielfältiges Bild der Geschichte. Ich fand die Gestaltung des Comics einfach traumhaft, nicht nur die Innenausstattung, auch das Cover und die Innenseiten der Klappbroschur sind mit wunderschönen Verzierungen versehen und machen aus diesem Buch einen ganz besonderen Schatz im Bücherregal.

„Aber warum wollten euch die Monster denn wehtun?“ -„Weil wir nicht wie die anderen Menschen waren. Wir waren besonders.“-„Wie besonders?“ – „Oh, auf alle möglichen Arten.“

Wie auch Ransom Riggs über die Adaption sagte, hätte Cassandra Jean die Geschichte über Jacob und die besonderen Kinder in ihren Zeichnungen nicht besser treffen können. Sehr gefallen hat mir vor allem ihre Darstellung der pupillenlosen Wrights und die der mit Tentakeln bestückten Monster, welche es auf die besonderen Kinder abgesehen haben. Obwohl sie, wie aus einem Horrorfilm entsprungen scheinen, sind sie haargenau so wie ich sie mir beim Lesern der Romane vorgestellt hatte. Die Gesichter der besonderen Kinder und ihrer Ymbryne sind in den Zeichnungen natürlich den Fotos entlehnt. Das Gesicht des Protagonisten Jacob hingegen war auch für mich völlig neu, denn meist geht es mir beim Lesen so, dass ich die Gesichter der Figuren nicht genau vor Augen habe oder sie mir vorstelle. Aber auch hier ist die Umsetzung in jedem Fall sehr gut gelungen!

Ich glaubte ihm wirklich – ein paar Jahre lang zumindest. Wir halten uns fest an unseren Kindergeschichten, bis wir einen zu hohen Preis für unseren Glauben zahlen.

Der Text und die Dialoge sind, wenn nicht 1:1, dann doch sehr nah am Original gehalten. Vor allem zu Beginn werden ganze Textpassagen zur Einführung in die Geschichte übernommen. Zum sprachlichen Genie des Autors brauche ich hier nicht viel zu sagen, außer – dass er ein GENIE ist!

Fazit & Bewertung

Ransom Riggs Trilogie der Besonderen Kinder sollte jeder einmal gelesen haben, denn sie ist ganz und gar großartig! Ich bin ihr vollkommen verfallen, weswegen ich umso begeisterter war, als die gleichnamige Comic-Adaption erschien. Cassandra Jeans Umsetzung fängt toll das düstere Setting der Geschichte ein, rundet die Vorstellung, die man von der Geschichte hat, ab und macht sie deswegen einfach vollkommen.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Der Bergmann

Natsume Sōseki , Franz Hintereder-Emde , Franz Hinterder-Emder
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 12.03.2018
ISBN 9783832164461
Genre: Klassiker

Rezension:

Der Bergmann ist aufgrund seiner gesellschaftskritischen Haltung und dem Bezug zur japanischen Hauptstadt Tokio dem Genre Großstadtroman zuzuordnen. Die Geschichte über den 19-jährigen namenlosen Jungen, der sich aus Tokio aufmacht um zu sterben, hat mich von Anfang an fasziniert. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive des jungen Mannes. Sein innerer Monolog und seine intensive gedankliche Auseinandersetzung mit sich selbst und seinem Leben, lassen den Leser unmittelbar an der Figur teilhaben. Gleichzeitig werden dadurch Einblicke in seine Überzeugungen zugelassen, aber auch in seine Ängste und Unsicherheiten.

Sobald man schläft, verschwindet die Zeit. Jeder, für den der Fluss der Zeit eine Qual ist, sollte schlafen. Sterben ist allen Anschein nach ähnlich. Es scheint so einfach und ist doch ziemlich schwierig. (S. 58)

Obwohl man über die Vorgeschichte des jungen Mannes weitestgehend im Unklaren gelassen wird, sind seine Zerrissenheit und sein Wunsch nach Suizid durch seine philosophischen Gedanken greifbar. Immer wieder bezieht er Erlebtes auf den eigenen Geist oder Körper und philosophiert bspw. über den Charakter des Menschen, über die Konsistenz des Herzens, über menschliche Tränen oder das abgestumpfte Bewusstsein.

Kurz, ich hatte die Absicht, an einen dunklen Ort zu gehen, genauer gesagt war ich gezwungen, aber beim geringsten Anlass ergriff ich die erstbeste Gelegenheit, in dieser mir vertrauten Welt zu bleiben. (S. 28-29)

Interessant fand ich vor allen Dingen, wie unentschlossen der Protagonist ist, was sein eigenes Leben anbelangt. Ständig will er aus seinem eigenen Fluchtversuch ausbrechen und dem Todeswunsch entkommen, um ihn dann ein ums andere Mal wieder zu verfolgen. Sōseki ist mit Der Bergmann ein fesselndes, literarisches Werk gelungen, das trotz weniger Handlungsstränge und eines abrupten Endes vollkommen wirkt. Der Protagonist, der sich nach Dunkelheit sehnt, erkennt in derselben, dass das Leben lebenswert ist.

In dieser Situation wurde mein Schicksal mehr durch äußere Umstände als durch meinen eigenen Charakter bestimmt. Bei solchen Gelegenheiten rutscht mein Charakter dabei oft unter das Durchschnittsniveau. Wieder einmal ein besonders glänzendes Beispiel von vielen dafür, wie mein in langer Zeit im Selbstvertrauen aufgebauter Charakter in sich zusammenstürzte. (S. 176)

Sōsekis unterschwellige Kritik an den Zuständen im Bergwerk und die harten Lebensbedingungen der Bergmänner, die sich in ihren ausgemergelten Gesichtern widerspiegeln, haben mich sehr angesprochen. Seine Darstellung der Welt unterhalb der Erdoberfläche ist so eindrücklich, dass die Enge und das Gefühl eingesperrt zu sein erschreckend realistisch wirken. Sprachlich schafft es der Autor, durch detailgenaue, bildhafte Beschreibungen und prägnante, eindrückliche Sätze, die Wahrnehmung des Protagonisten lebendig wirken zu lassen. Spannende Höhepunkte in der Geschichte sind jedoch nicht vorgesehen, aber genau aufgrund dieser Andersheit konnte mich Der Bergmann überzeugen.

Fazit & Bewertung

Der Bergmann von Natsume Sōseki ist ein Großstadtroman, der die bürgerliche Gesellschaft Japans zum Thema nimmt und anhand eines Einzelschicksals deutlich macht. Spannende Handlung ist in diesem Roman von Anfang an nicht vorgesehen, trotzdem sind die Gedanken und Wahrnehmungen des namenlosen Protagonisten so packend, dass man Höhepunkte nicht vermisst.

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301 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 136 Rezensionen

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Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.05.2018
ISBN 9783404176908
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meine diesjährige Urlaubslektüre! Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen von Petra Hülsmann ist eine herrlich unterhaltsame Geschichte – perfekt, um abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen. Obwohl mich die Story an vielen Stellen an die Filmreihe Fack Ju Göhte erinnert hat, habe ich den Witz und den lockeren Schreibstil der Autorin durchweg genossen. Mit den Romanen von Petra Hülsmann kann man nie etwas falsch machen, sie sind sehr nah am Leben, dabei humorvoll und stets amüsant. Denn auch die Liebesgeschichte ist in jedem Fall etwas fürs Herz, sehr authentisch und romantisch, ohne dabei kitschig zu werden.

Musiklehrerin Annika ist als Protagonistin der Geschichte eine Figur, bei dir es mir nicht sehr schwer viel, mich mit ihr zu identifizieren. Sie ist Mitte Zwanzig, Single, wohnt mit ihrer besten Freundin in einer WG, ist noch nicht allzu lange in ihrem Job und genießt ihr ruhiges und gemütliches Leben. Annika ist sympathisch, nicht übereifrig aber gewissenhaft und daher als Hauptfigur auf dem ersten Blick eher unspektakulär. Doch ihr Leben gerät aus dem Fugen, als ihr Chef ihr offenbart, dass sie an eine Problemschule versetzt wird. Das geheuchelte Mitleid ihrer Kollegen, die froh waren, nicht selbst versetzt zu werden, fand ich richtig amüsant. Für Annika ist die Vorstellung von einer Versetzung allerdings der blanke Horror. Annika, die es sich in ihrem Job gemütlich gemacht hat, muss nun Teenager unterrichten, die vollkommen andere Ansprüche und Lernniveaus haben, als sie bisher kannte. Vor allem Annikas neu entflammter Ehrgeiz, alles dafür zu tun, dass sie wieder an ihre alte Schule zurück kann, fand ich klasse und hat der Geschichte einen spannenden Einstieg verschafft.

Das Setting des Romans ist sehr abwechslungsreich und damit wirklich ansprechend. Ich fand es toll, mich gedanklich in eine schöne Altbauwohnung in Hamburg versetzen zu lassen, in der Annika mir ihrer besten Freundin lebt und ständig Besuch von ihren beiden Nachbarn bekommt, die als Gegenleistung für gelegentliche, handwerkliche Arbeiten, gerne bei den beiden Freundinnen zu Mittag essen. Dann ist der Schauplatz wieder die Problemschule, in der Annika nun eine Musical AG auf die Beine stellt und daher viel Zeit in der Aula mit der Theaterbühne verbringt. Immer wieder wird die Handlung aber auch an die Elbe verlegt, wenn Annika und ihre Freunde nach getaner Arbeit gemeinsam zusammen den Tag ausklingen lassen. Schon lange habe ich keinen Roman mehr gelesen, der in Hamburg spielt, umso mehr habe ich die verschiedenen Settings genossen und wieder Lust gehabt, selbst in die Stadt an der Elbe zu reisen.

Weil sie die Musical AG alleine kaum gestemmt bekommt, holt sich Annika, nicht ganz uneigennützig, noch andere Lehrer und Freunde mit ins Boot. Nur mit dem Ziel: So schnell wie möglich wieder von dort weg zu sein! Aber ihre wahren Pläne darf sie so natürlich niemandem verraten. Als ihre Mutter auf die Idee kommt, dass Annika ihre erste große Liebe, den Theaterregisseur Tristan um Hilfe bitten könnte, ist Annika zuerst wenig begeistert. Denn was gibt es Schlimmeres, als jemanden um Hilfe zu bitten, der einen einst übel abblitzen ließ? Ab dem Punkt fand ich die Story zwar sehr vorhersehbar, trotzdem, wollte ich wissen, auf welchen Höhepunkt sie hinauslief. Schön war auch, dass die Autorin immer wieder spannende und überraschende Wendungen eingebaut hat, die die Vorhersehbarkeit unterbrochen und die Geschichte aufgelockert haben. Tristan ist als Figur eher unscheinbar, und wenn er auftrat, dann war er nicht wirklich sympathisch. Das legt aber den Fokus auf eine andere Figur, die in Annikas Leben ebenfalls eine immer wichtigere Rolle spielt.

Was mir sehr gut gefallen hat und was mich auch an Fack Ju Göthe erinnert hat: die Jugendlichen, die Annika betreut, besitzen alle ihren eigenen Charme, egal aus welchem familiären Umfeld oder welchen sozialen Verhältnissen sie stammen. Sie sind auf ihre besondere Art einzigartig, witzig, bewundernswert und nicht so asozial, wie sie oft von der Gesellschaft abgestempelt werden. Mir sind die Schüler, ebenso wie bei der Filmreihe Fack Ju Göhte, schnell ans Herz gewachsen. Und auch aufgrunddessen, könnte ich mir vorstellen, dass wir ihnen, vielleicht in dem ein oder anderen Roman von Petra Hülsmann wiederbegegnen (einen Kniff, dem sie häufiger schon mal bei einem gewissen Hamburger Urgestein und Taxifahrer anwendet).

Fazit & Bewertung

Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen von Petra Hülsmann, ist ein unterhaltsamer und witziger Roman, der durch seine sympathische Hauptfigur, tolle Settings und überraschende Wendungen im Plot punktet. Weniger gut hat mir die Vorhersehbarkeit und teilweise Einfachheit der Story gefallen, aber der Roman ist definitiv eine schöne Lektüre für Zwischendurch und ideal für Fans von Sophie Kinsella.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hilda und der Steinwald

Luke Pearson , Matthias Wieland
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Reprodukt, 01.05.2017
ISBN 9783956401251
Genre: Comics

Rezension:

Hildas Geschichten sind selbst nach fünf Bänden ausnahmslos grandios und überraschend. Auch Hilda und der Steinwald ist keine Ausnahme. Diesmal hat sich der Zeichenkünstler Luke Pearson wieder einige ganz besondere Kniffe ausgedacht und mich mit seiner Fantasie, seiner Experimentierfreude und seinem Humor wieder mal verzaubert.
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Das sind Trollfeuer. So was hab ich lang nicht mehr gesehen.[…] Sie wollen die Stadt daran erinnern, dass sie noch da sind.

Trollen sind wir schon in einigen Geschichten von Hilda begegnet. Dass sie aber unbeabsichtigt in das Reich dieser unberechenbaren Kreaturen gerät und sich plötzlich in einer steinig, kargen Welt wiederfindet, ist etwas ganz Neues! Und die Trollwelt ist nichts für zarte Gemüter, denn sie ist riesig, unüberschaubar und bedrohlich. Die unheimliche Stimmung des Settings ist so kraftvoll und deutlich in den Panels wiedergegeben, dass man auch als Leser nicht anders kann, als zu erschaudern und sich vor den großen Trollen, die hinter jedem Fels lauern können, zu fürchten. Mir hat das Setting sehr gut gefallen, denn es war wunderbar düster, fremd und schaurig schön!

Ich glaube, irgendwas ist schiefgegangen und nun hat es uns an einen Ort verschlagen, wo wir nicht hinwollten.

Wer schon Geschichten von Hilda gelesen hat, der weiß, dass Hildas Mutter alleinerziehend ist (ein Vater wird zumindest nie erwähnt). Hildas Mutter weiß bis zu einem gewissen Grad über die Abenteuer der Tochter Bescheid und lässt ihr in der Regel viel Freiraum. Trotzdem kommt es immer wieder zu Streitereien, wenn sie Zeit mit ihrer Tochter verbringen will, die aber lieber draußen bei ihren Freunden und Monstern ist. Nicht selten fallen dann auch verletzende Worte, die die Realität in Familien sehr gut wiederspiegeln. Umso schöner fand ich die Idee, die Beziehung von Hilda und ihrer Mutter in diesem Comic in den Vordergrund zu stellen und eine Geschichte zu entwerfen, die die Bindung zwischen Mutter und Tochter stärkt. Hildas Mutter ist nach diesem Abenteuer nicht mehr länger nur eine Zuschauerin und Randfigur in Hildas Leben, sondern nimmt aktiv an den Abenteuern ihrer Tochter teil. Hilda kann ihr endlich beweisen, wie mutig, verantwortungsvoll und selbstbewusst sie ist. Auf der anderen Seite erkennt Hilda, dass es gar nicht so schlimm ist, Zeit mit ihrer Mutter zu verbringen, dass sie Spaß haben und gemeinsam etwas erreichen können.

Ein wenig Nervenkitzel ist ja ganz nett, wenn ich weiß, dass du zu Hause auf mich wartest…

Luke Pearson ist ein wahrer Zeichenkünstler und hat auch diesem Comic mit seinen Zeichnungen und der speziellen Farbgestaltung eine ganz besondere Note verliehen. Jede Seite folgt einer festgelegten Farbgebung, die die Atmosphäre der Geschichte wiederspiegelt und unterstützt. So können Seiten mit vollkommen bunten oder schwarzweißen Panels herauskommen, Seiten mit länglichen oder quadratischen Panels, oder auch ganzseitige Zeichnungen. Jedes Mal, wenn ich eine Seite in einem Luke Pearson Comic umblättere, schlägt mein Germanisten-Herz bis zum Hals, denn ich liebe es mir zu überlegen, was sich der Autor bei der Anordnung und Farbwahl gedacht haben mag und in welchem Zusammenhang das mit der Geschichte steht. Luke Pearson ist in der Hinsicht so experimentierfreudig wie klassisch, und genau das ist es, was mir so sehr an seinen Büchern gefällt!

Fazit & Bewertung

Hilda und der Steinwald ist Band 5 der erfolgreichen Hilda-Reihe und wieder mal ein wahrer Augenschmaus für Comicfans die es sind und noch werden wollen. Nicht nur das wunderbar düstere Setting hat mich in diesem Comic überzeugt, auch die Mutter-Tochter Thematik fand ich dieses Mal besonders gelungen. Eine fantasievolle Geschichte in einer herrlich skurillen und einzigartigen Welt, in der man einfach mal eingetaucht und ein bisschen gelebt haben sein muss. Ich liebe es!

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Der Sommer ihres Lebens

Thomas von Steinaecker , Barbara Yelin
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Reprodukt, 01.09.2017
ISBN 9783956401350
Genre: Comics

Rezension:

Dieser Graphic Novel ist etwas ganz Besonderes, wenn auch nicht für zarte Gemüter. Denn Alter und Tod sind für viele Menschen ein sensibles und auch beängstigendes Thema, über das nur sehr ungerne nachgedacht, geschweige denn gesprochen wird. Aus diesem Grund ist Der Sommer ihres Lebens so lesenswert. Zwar wird der Alltag im Seniorenheim sehr realistisch, aber nicht zu detailliert dargestellt. Trotzdem bleibt eine ungeschminkte Wahrheit, wie alte Menschen mit so einer einschneidenden Veränderung im Alter zurechtkommen, welche Dinge für sie an Wert verlieren und welche an Wert gewinnen. Und genau das hat mich so sehr an dieser Geschichte fasziniert.

In Der Sommer ihres Lebens lernt man Gerda zunächst in der Gegenwart kennen. Im Seniorenheim findet sie sich auf den Fluren schlecht zurecht, sie ist von fremden Menschen umgeben und muss akzeptieren, dass ihr Körper nicht mehr das kann, was sie möchte. Die Arme beim täglichen Waschen zu heben fällt ihr zum Beispiel zunehmend schwer. Wer selbst den körperlichen Verfall eines Menschen hautnah miterlebt, vielleicht Altenheime schon von innen kennengelernt hat, weiß, wir hart das Leben dort und im Alter generell ist. Barbara Yelin hat diese Tatsachen sehr authentisch in ihren Zeichnungen eingefangen und erlaubt damit einen ungeschönten Einblick in einen Lebensabschnitt, den die meisten von uns noch vor sich haben.

Oft denke ich ich bin schon tot. Und das hier ist die Ewigkeit. Früher raste die Zeit. Erinnere ich mich daran, sticht es. Trotzdem will ich jetzt wieder öfter an früher denken. Ich spüre dann, ich lebe noch. (S. 8-9)

Gerdas gedankliche Rückblicke in ihre Vergangenheit werden in den Panels farblich von der Gegenwart abgehoben, sind in warmen und freundlichen Tönen gehalten. Sie beginnen mit ihrer Schulzeit, in der sie sich als einzige Frau für Astrophysik begeistern kann und damit eine ziemliche Exotin darstellt. Gerdas Charakter ist sehr interessant, denn nicht nur ihre Begeisterungsfähigkeit für eine Männerdomäne, auch ihre Sanftheit und ihre Kultiviertheit machen sie zu einer Figur, der man gerne folgt. Ihren Sinn für die Schönheit der Natur und ihre oftmals weisen Gedanken, die sie sowohl in ihrer Jugend schon hatte und auch im Alter nicht verloren hat, haben mich sehr gefesselt und begeistert.

Alles, was möglich ist, geschieht auch. In dieser oder in einer anderen Welt. (S. 50)

Man kann den Graphic Novel Der Sommer ihres Lebens auch als experimentell bezeichnen – aber nur im positiven Sinne. Nicht nur, dass man sich mit der Geschichte an sich schon an ein seltenes Thema herangewagt hat, auch was den Zeichenstil betrifft, wurde von Barbara Yelin einiges ausprobiert. Sowohl was die Anordnung der Panels und die Größe der Zeichnungen anbelangt, als auch was die raumzeitliche Logik betrifft, ist dieser Graphic Novel etwas ganz Besonderes. So kann es sein, dass man das gesamte Buch drehen muss, um eine Zeichnung vollständig erfassen zu können, was ich absolut genial fand!

Wenn es so weit ist werden meine fünfundachzig Jahre (aufgerundet!) ungefähr null Komma null null null null null null zwei Prozent der gesamten Existenz der Erde und null Komma null null null null null null null sieben Prozent jener des Universums ausgemacht haben. (S. 57-58)

Wie schon oben angedeutet, ist die Geschichte genauso belebend, wie gefühlvoll. Vor allem zum Ende hin, musste ich einige Male eine Pause einlegen, um das Gelesene auf mich wirken zu lassen. Dass man berührt ist, zeugt nur von der einfühlsamen Herangehensweise dieses Graphic Novels an ein schwieriges Thema, das ich so zuvor noch nicht gelesen habe. Sowohl Barbara Yelin als auch Thomas Steinaecker haben hervorragend zusammen harmoniert und eine Geschichte erschaffen, die hoffentlich viele lesen und für ihr eigenes Leben nutzen können.

Fazit & Bewertung

Der Sommer ihres Lebens von Barbara Yelin und Thomas Steinaecker ist ein Graphic Novel, den ich jedem empfehlen kann, der warmherzige und authentische Geschichten abseits der kommerziellen Themen sucht. Ein Graphic Novel, der mich sehr berührt hat und mir einen ganz anderen Blick auf die Frage gegeben hat: Bist du glücklich? Lest ihn!

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Sherlock 3

Jay. , Mark Gatiss , Steven Moffat , Gandalf Bartholomäus
Flexibler Einband: 244 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.11.2017
ISBN 9783551728869
Genre: Comics

Rezension:

Als großer Sherlock-Fan sind für mich die gleichnamigen Mangas zur Serie ein muss. Ich liebe die von Sarkasmus und düsterem Humor triefenden Dialoge, Sherlocks verworrene Denkweise und seine Genialität. Und genau das ist in diesem Comic von Jay. und Mark Gatiss zeichnerisch und sprachlich einfach wunderbar umgesetzt. Der dritte Band der Comic-Reihe legt an Humor noch einmal eine Schippe drauf, hat mich von der ersten Seite an toll unterhalten und mir das Gefühl gegeben, die Serie noch einmal Revue passieren zu lassen.

Sherlock ist in dieser Fortsetzung ein genialer Kopf wie eh und je. Weil er vor Langeweile umkommt und sich nicht zu beschäftigen weiß, bekommen die Menschen in seiner Umgebung seine Launen gehörig zu spüren und selbst die Zimmerwand muss für Pistolenschüsse herhalten. Sherlocks Halt- und Rastlosigkeit machen selbst den Leser ganz nervös und lässt einen den nächsten Sherlock-würdigen Fall herbeisehnen. Ich habe es geliebt, erneut Zeuge von Sherlocks skurillen Eigenschaften und seiner trockenen, aber absolut witzigen Art und Weise zu sein.

Watson: „Im Kühlschrank ist ein Kopf! […]“ Sherlock: „Und? Wo soll ich ihn sonst unterbringen? Stört er sie?“ (S.13 )

Das Setting in diesem Comic ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Die Handlung spielt einen großen Teil wieder in Sherlocks und Watsons WG in der Bakerstreet, aber auch in Sherlocks Labor, an Bahnhöfen und verschiedenen anderen Tatorten, an die es die beiden Detektive diesmal verschlägt. Am genialsten finde ich wie immer die Darstellung von Sherlocks zu Hause, denn wie in der Serie kann man auch als Leser dieses Comics so viele ünerraschende Details in seiner Wohnung festgestellen, dass man einfach nur fasziniert sein kann. Ob menschliche Körperteile, Waffen oder sonstiger Kleinkram- Sherlocks Wohnung ist ein Sammelsurium von Merkwürdigkeiten und Sonderbarem, deren Faszination man sich auch als Leser nur schlecht entziehen kann.

Watson: „Die Frau könnte dabei sterben.“ Sherlock: „Na und? Die Krankenhäuser sind voll von sterbenden Menschen. Warum heulen Sie denen nicht hinterher?“ (S. 47)

Wer die Geschichten von Sherlock kennt, weiß, dass sie immer recht komplex und teilweise ein bisschen verworren sind. Auch in dieser Geschichte ist Sherlocks Fall eine harte Nuss, sodass ich jedem nur raten kann, die Geschichte ohne längere Pausen zu lesen, um selbst alles im Gedächtnis zusammenfügen zu können und das Ende zu verstehen. Natürlich ist wie so oft eher Watson derjenige, der auf einer falschen Fährte ist, aber auch Sherlock muss diesmal einige Rückschläge einstecken. Ich habe die Geschichte geliebt und finde, dass sie von ihrer Spannung und den überraschenden Wendungen her eine der besten der ganzen Serie ist.

Sherlock: „Ich habe die Fälschung bemerkt, das muss reichen! Ich habe den Fall gelöst. Der Beweis ist doch nebensächlich.“ (S. 179)

Sprachlich trifft Mark Gatiss wie schon in den letzten beiden Bänden genau den Ton, den Sherlocks Charakter und Benedict Cumberbatch als Schaukapelle so sehr ausmacht. Ich hatte oft die Filmbilder der Serienepisode im Kopf und habe mich völlig in die Geschichte hineinversetzt gefühlt. Auch dem Zeichner Jay. kann man wieder nur ein großes Lob aussprechen. Eine wirklich tolle Umsetzung mit genau der richtigen Mischung an wilder Verspieltheit und klaren Linien.

Fazit & Bewertung

Sherlock: Das große Spiel von Jay. und Mark Gatiss kann ich allen empfehlen, die die Serie Sherlock wie ich geliebt haben. Vorkenntnisse der Serie sind hier von Vorteil, da man den Witz und den Humor, der in den Panels und den Dialogen steckt, meiner Meinung nach nur eindeutig versteht, wenn man Benedict Cumberbatchs Umsetzung der Figur in der Serie kennt. Wie immer eine absolut grandiose Adaption, die bei jedem Fan das Herz höher schlagen lässt.

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Dieser Augenblick, erschreckend und schön

Marci Lyn Curtis , Nadine Püschel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551560285
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ohne zu wissen, was mich erwartet, ohne vorab Rezensionen oder Meinungen gelesen zu haben, habe ich mich in diese Geschichte hineinbegeben. Ich muss zugeben, dass das Cover diesmal bei meiner Wahl eine wichtige Rolle gespielt hat, denn so konnte ich schon erahnen, dass es nicht nur traurige Momente in der Geschichte geben wird. Die Farbgebung und die Gestaltung stehen vielmehr für die Hoffnung, dass das Leben nach schlimmen Erfahrungen nicht vorbei ist, sondern dass man es nur neu skalieren muss. Auch die vielen tiefgründigen, aber meist lebensbejahenden Einsichten der Protagonistin haben mich sehr berührt und mir so viel gegeben, sodass ich euch gerne von diesem tollen Buch berichten möchte.

Unsere Freundschaft erlosch einfach, als hätte ich einen Eimer Wasser auf ein Feuer gegossen: Die Kohlen waren noch da, aber sie glühten nicht mehr. Sie waren kalt. (S.59)

Die Protagonistin Grace hat bereits einiges in ihrem Leben an Schicksalsschlägen einstecken müssen. Doch meine anfänglichen Befürchtungen, dass man es mit einer frustrierten und depressiven Persönlichkeit zu tun zu haben wird, hat sich nicht bewahrheitet. Grace‘ Gefühlswelt besteht hauptsächlich aus Trauer und Enttäuschung. Trauer darüber, ihren Vater und ihr Zuhause verloren zu haben und Enttäuschung darüber, für niemanden mehr von großer Bedeutung zu sein. Ein Leben abseits zu führen. Grace‘ Wut richtet sich anfänglich hauptsächlich gegen ihren Onkel, der nach dem Tod ihres Vaters zwei Jahre gebraucht hat, um ihre Vormundschaft zu übernehmen. Grace‘ Probleme und ihr Gefühle sind für den Leser sehr realistisch und authentisch. Ich konnte mich sehr schnell mit ihr identifizieren und ihre Motivation und ihre Beweggründe für ihr Handeln die gesamte Geschichte über gut nachvollziehen. Grace‘ ist ein herzensguter Mensch mit einer schlimmen Vergangenheit, trotzdem legt die Geschichte es nicht darauf an, Mitleid zu empfinden, vielmehr ist es so, dass man Grace Bewunderung entgegenbringt. Für ihre Kraft und ihre Stärke, ihre Güte und ihren Mut.

Schon komisch, dass man in schlechten Zeiten immer denkt, es müsste mordsmäßig was passieren, damit man sich nicht mehr so mies fühlt. Dabei sind es in Wirklichkeit immer die kleinen Dinge, die einem guttun – Lachen, Sonnenuntergänge und Blumen und ein Apfel-Zimt-Croissant. (S.291)

Dramaturgisch ist die Geschichte mit einigen spannenden Wendungen ausgestattet, denn Grace macht sich nicht nur an die mühsame Arbeit, ihr Leben wieder unter Kontrolle zu bringen, sondern begibt sich auch auf die Suche nach ihrem Vergewaltiger, was ihr gefühlsmäßig einiges abverlangt. Bis zuletzt hat die Autorin die Spannung aufrecht erhalten und mich als Leserin an ihre aufwühlende und auch erschreckende Geschichte gefesselt. Einige entspannende Nebenstränge, z.B. die des Onkels und seiner neuen Flamme, Grace‘ kriminelle Energien oder die Freundschaft zur ehemaligen besten Freundin Janna machen die Geschichte abwechslungsreich und lenken auch ab und an von dem großen Thema des sexuellen Missbrauchs ab, gönnen dem Leser und Grace eine Pause.

Bei aller Schönheit, allem Wunder, aller Liebe ist die Welt ein beängstigender Ort. (S.318)

Auch eine Liebesgeschichte kommt in dem Jugendroman nicht zu kurz. Obwohl sie von Grace‘ Vergangenheit überschattet wird, hat man als Leser dennoch die Hoffnung, dass sich in der Hinsicht alles für sie zum Guten wendet. Man wünscht es ihr so sehr, dass ich schon alleine aus dem Grund, das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Im Gegensatz zu Jugendromanen mit dem Thema erste Liebe, ist in dieser Geschichte das Ende und der Ausgang ganz und gar nicht vorersehbar. Das fand ich klasse und hat gezeigt, wir sehr die Autorin ihr Handwerk beherrscht.

Weiterleben bedeutet nun mal nicht, die Vergangenheit unter den Teppich zu kehren. Es bedeutet, sich für das Glücklichsein zu entscheiden. (S. 365).

Sprachlich ist Marci Lyn Curtis sehr nah an ihrer Zielgruppe. Der Roman lässt sich leicht und flüssig lesen, und wäre meiner Meinung nach auch sehr gut als Schullektüre geeignet, um nicht nur Mädchen für die Thematik zu sensibilisieren.

Fazit & Bewertung

Dieser Augenblick, erschreckend und schön von Marci Lyn Curtis hat mich sehr berührt und mich noch einmal auf ein Thema im Genre Jugendbuch aufmerksam gemacht, das ich lange vernachlässigt habe. Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung ist ein Thema, das in der Gesellschaft diskutiert und gehört werden sollte, aber immer noch viel zu oft tabuisiert wird. Aus dem Grund müsst ihr dieses Buch lesen. Es geht um die Zerstörung eines Menschenlebens und um den starken Willen einer jungen Frau, nicht aufzugeben und sich das Glück Stück für Stück zurückzuerobern. Sehr berührend, sehr aufwühlend und erschreckend, aber auch ermutigend.

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228 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

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Du wolltest es doch

Louise O'Neill , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.07.2018
ISBN 9783551583864
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ich vor Kurzem den Titel Dieser Augenblick, erschreckend und schön aus dem Königskinder Verlag gelesen und mich damit schon dem Thema Vergewaltigung im Jugendbuch angenähert habe, wollte ich unbedingt mehr erfahren und Schicksale junger Frauen kennenlernen, die dasselbe furchtbare Erlebnis teilen. Auch in Du wolltest es doch geht es um eine junge Frau, deren Vergewaltigung eine besondere Brisanz dadurch erhält, dass sie sich an das Geschehen selbst nicht erinnern kann. Mich hat dieses Buch wahnsinnig erschüttert und ich war schockiert, wie schlimm auch diese Ungewissheit für das Opfer ist und wie sehr es ihr Leben komplett aus den Angeln hebt. Bitte beachtet, dass die folgende Rezension Spoiler enthalten könnte!

Blasse, schlaffe Arme und Beine, lange Haare, der Kopf ist nach hinten aufs Kissen gerollt. Die Fotos zeigen erst nur das Gesicht und arbeiten sich dann langsam den Körper hinab, halten auf dem nackten Fleisch inne.[…] Das bin nicht ich. (S. 155)

Emma ist keine Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt. Obwohl sie nach außen hin, das nette, gutaussehende Mädchen ist, sind ihre Gedanken hingegen oft arrogant und selbstgefällig. Emmas Schönheit ist ihr bewusst, trotzdem gönnt sie auch ihren drei Freundinnen Maggie, Ali und Jamie kein Glück, will nicht, dass sie die heißen Typen abkriegen und will selbst von den festen Freunden ihrer Freundinnen bewundert und begehrt werden. Klar, dass das für viel Zündstoff in der Freundschaft der vier Mädchen sorgt. Trotzdem wandelt sich der Eindruck, den man als Leser zu Beginn von Emma erhält. Denn nach der Vergewaltigung ist alles anders. Emma ist nicht mehr das It-Girl Nr. 1 an der Schule, sondern ist auf einmal die Schlampe, die Nutte, die Hure, die sich an Jungs ranmacht, die eine Freundin haben. Vor allem dieser Wandel, Emmas charakterliche Veränderung, ihre offensichtlichen Angst und Depression haben mich dazu gebracht, ihre Figur mit anderen Augen zu sehen. Nämlich als Opfer und Leidtragende, deren Schicksal berührt und mit der man sich identifiziert. Die Emma nach der Vergewaltigung ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, und das ist das, was mich so sehr erschreckt und gleichzeitig gefesselt hat.

Wird jeder Tag gleich sein? Bitter schmeckende Träume, als hätte ich in eine Zitrone gebissen. Niederschmetternde Enttäuschung, wenn ich aufwache und feststelle, dass ich immer noch lebe, dass mein Herz immer noch schlägt, dass meine Lungen immer noch nach Atem ringen. (S. 324)

Die Kernfragen des Romans sind: Wie kann ein Vergewaltigungsopfer eine Tat bezeugen, an die es sich nicht erinnern kann? Und warum wird die Glaubwürdigkeit von Frauen selbst dann in Frage gestellt, wenn es eindeutige Beweise für eine Vergewaltigung gibt? Wie kann einem Opfer jemals gleichzeitig die Schuld für solch ein Verbrechen gegeben werden? Man sollte meinen, dass diese Fragen nicht schwer zu beantworten sind und trotzdem zeigt die Geschichte von Emma, wie gespalten die Gesellschaft auf sie reagiert. Dass es nämlich sehr wohl Menschen gibt, die eindeutige Beweise, wie in Emmas Fall die Fotos, in Zweifel ziehen. Die den Frauen, die Schuld geben, weil sie sich zu freizügig gekleidet, zu aufreizend gegeben und damit die Vergewaltigung erst provoziert hätten. Unglaublich, aber leider alltäglich. Nicht kurze Röcke und rotgeschminkte Lippen sind Schuld an einer Vergewaltigung, sondern die Vergewaltiger!

Eine Statistik am Ende des Buches Dieser Augenblick, erschreckend und schön zeigt:

1 von 6 Frauen war schon Opfer einer versuchten oder erfolgten Vergewaltigung Alle 98 Sekunden wird irgendwo ein Mensch Opfer sexueller Gewalt 7 von 10 Vergewaltigungen finden im Bekanntenkreis statt 2 von 3 Vergewaltigungen werden nicht angezeigt

Da ist sie (Flüstern, ein Stoß in die Rippen mit dem Ellenbogen). Das ist dieses Mädchen, die behauptet, sie wäre…du weißt schon.

Jetzt werde ich für immer „dieses Mädchen“ sein. (S.212)

Deswegen ist es so wichtig, ein Buch wie Du wolltest es doch zu lesen, fiktive Geschichten wie die von Emma publik zu machen, weil es genug Frauen gibt, die sich in ihnen wiederfinden. Die in ihnen Mut oder Trost finden. Über sexuelle Gewalt zu sprechen und sie nicht zu verharmlosen oder zu verschweigen, ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit und dieses Buch trägt sehr zu diesem Fortschritt bei!

Die Autorin hat es geschafft, ein hoch brisantes Thema für Jugendliche so aufzubereiten, dass es aufrüttelt und zum Nachdenken anregt. Teilweise drastisch und immer sehr nah an der Gefühlswelt der Protagonistin, schildert Louise O’Neill, wie sehr ein Leben durch solch eine Erfahrung zerstört werden kann. Gleichzeitig schafft sie es stets, leichte und einfach verständlich Worte zu finden, und damit jedem Leser gerecht zu werden. Obwohl mich das Ende überrascht und auch etwas unbefriedigt zurückgelassen hat, habe ich durch das Nachwort der Autorin deren Vorgehensweise in der Plot-Entwicklung sehr gut nachvollziehen können.

Fazit & Bewertung 

Du wolltest es doch hat mich sehr beeindruckt. Die Geschichte von Emma, die sich dem Vorwurf einer Mitschuld an ihrer Vergewaltigung ausgesetzt sieht und von ihren Mitschülern und ihren Freunden dafür verachtet wird, ist erschreckend und aufwühlend. Dieses Buch ist ein großartiger Schritt in die richtige Richtung, nämlich sexuelle Übergriffe nicht länger totzuschweigen, sondern endlich zu thematisieren. Gerade im Zeitalter der #metoo-Bewegung ist dieses Buch ein ganz bedeutendes!

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

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Agalstra

Anna Herzog
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 20.06.2018
ISBN 9783649624516
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Klappentext von Agalstra hat mich ziemlich neugierig auf diese Geschichte gemacht. Vor allen Dingen war ich gespannt, wie das Thema Theater in die so wunderbar geheimnisvoll klingende Geschichte integriert wird und ob sich vielleicht danach junge Leser für einen Gang ins Theater begeistern könnten. Ich war in Erwartung einer mitreißenden Geschichte, die vor dem Hintergrund eines aufregenden Settings, einer mysteriösen Burg, spielt und war leider umso enttäuschter, als ich bemerkt habe, wie viele Schwachstellen die grundsätzlich schöne Idee der Geschichte aufwies.

Ich denke, dass es kein gutes Zeichen ist, wenn man ein Buch beendet und sich dabei gleichzeitig fragt: Habe ich etwas überlesen? Muss ich das Buch noch einmal lesen, um es zu verstehen? Gerade im Kinderbuch darf diese Frage am Ende nicht aufkommen. Die Geschichte sollte in sich so plausibel und verständlich sein, dass ein Kind mit zehn Jahren es auf Anhieb versteht. Zurückblättern oder gar von vorne anfangen müssen ist keine Option.

Aber genau das ist die größte Schwachstelle dieses Buchs. Die Autorin wollte teilweise zu viel und hat damit das Gegenteil erreicht. Ein Beispiel: Das Buch wird durchzogen von nennen wir es mal Tagtraumsequenzen der Kinder, in denen sie in die Zeit, in der das Theaterstücks spielt, zurück versetzt werden. Als Leser ist man nach diesen Szenen jedoch nur maßlos verwirrt. Sie werden unmittelbar in die Geschichte eingebaut, die Kinder lassen ihre Erfahrungen danach jedoch unkommentiert, was absolut unverständlich ist und es kommen die Fragen aufwirft: Handelt es sich um eine parallele Geschichte? Die Fantasie der Kinder? Oder gar Realität?

Ein leises Knirschen. Leichte Schritte im Wald, der von oben aussah, als hülle das Mondlicht ihn ein und nichts dringt je in sein dunkles Inneres. (S.7)

Auch wird das Buch durchzogen von Dialogsequenzen, die zwar farblich und mit einem Kasten vom Rest des Textes abgesetzt werden, wer jedoch überhaupt spricht und worum es geht, ist vollkommen unverständlich und auch am Ende der Geschichte nicht klar aufgeklärt. Ebenso verwirrend ist, dass drei Kapitel aus der Sicht einer Figur eingeleitet werden, bei der man sich bis zum Ende nicht sicher ist, um wen es sich handelt und ob diese Sequenzen überhaupt in der Realität stattfinden. Um es kurz zu machen: Der rote Faden der Geschichte wird zu oft von Passagen unterbrochen, die unklar sind und verwirren. Mich hat das teilweise beim Lesen wirklich frustriert und man kann hier nicht von einem strategisch geplanten Spannungsaufbau sprechen, der sich am Ende klar aufklärt. Das Ende der Geschichte hat mich leider deswegen auch sehr unbefriedigt zurückgelassen. Da während der kompletten Story vieles so undeutlich blieb, war das Ende umso überfordernder. Auch hier hatte ich das Gefühl, dass die Autorin ein großes Finale erzwingen wollte, was dadurch aber umso unglaubwürdiger wurde.

Das Porträt unterschied sich in nichts von den anderen. Etwas aber hielt Merles Blick gefangen – und das waren die Augen der jungen Frau. Sie lebten. Merle wandte sich noch einmal um und erschrak. Sie sah ihr nach! Die Frau auf dem Bild sah ihr nach! (S. 47)

Inhaltlich gibt es einige Schwachstellen in Agalstra, aber eine hat mich besonders gestört: Obwohl die Geschichte sich rund ums Theaterspielen dreht und Merle und ihre Freunde einen Theater-Workshop besuchen, wird ihnen rein gar nichts während ihrer Zeit auf der Burg diesbezüglich beigebracht. Wenn ihre Abenteuer, die sie auf der Burg erleben, das rechtfertigen würden, könnte ich das verschmerzen, aber auch denen konnte ich aufgrund der oben genannten Gründen nur wenig folgen. Hinzu kommt, dass die Beschreibung der großen Aufführung der Kinder am Ende so lückenhaft und sprunghaft ist, dass man auch hier als Leser, wenn man die Tagtraumsequenzen schon nicht verstanden hat, von der Geschichte des Stücks nur wenig versteht. Schade!

Hoch in der Burg, in einem Zimmer, das halb ins Tal herabsah und halb auf die bewaldeten Berge, schrak ein alter Mann aus dem Schlaf und setzte sich schwitzend auf. Er fuhr sich mit zitternder Hand über die Stirn. Wieder ein Traum! Wieder ein Alptraum! (S. 153)

Die Ideen von Anna Herzog sind grundsätzlich sehr gut! Sie hat sympathische Figuren, fiese Antagonisten, ein wunderbar gruseliges Setting und eine Story entworfen, die ohne den genannten Kritikpunkten wirklich toll wäre! Ich mochte ihren Schreibstil, die Vielfalt der Geschichte und die Idee, dass die Kinder ein Theaterstück entwerfen müssen, dass eine alte, wahre Begebenheit enthält. Leider war das Zusammenspiel der einzelnen Elemente noch nicht ausgearbeitet genug. Ein großes Lob möchte ich aber auf jeden Fall für die Gestaltung des Buchcovers aussprechen! Das Cover hat einen leichten Holo-Effeckt und ist farblich der unheimlichen Stimmung auf der Burg angemessen. Ich habe mich sofort von dem Cover angezogen gefühlt und finde es toll, dass das Cover eine Aussparung enthält, sodass es beim Aufklappen einem Theatervorhang ähnelt, hinter der die Geschichte beginnt.

Fazit & Bewertung

Ich bin der Meinung, dass diesem Buch eine inhaltliche Überarbeitung gut täte. Zu viele Dinge waren unbegreiflich und holprig, sodass ich die Geschichte, von deren Idee ich grundsätzlich immer noch begeistert bin, nicht genießen konnte. Das Ende hat mich mehr vetwirrt als aufgeklärt, sodass ich das Gefühl hatte, das Buch noch einmal lesen zu müssen, um alles zu verstehen. Schade!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

abenteuer, familie, freundschaft, geheimagenten, gutenacht-geschichten, mut, spannung

Die Königlichen Kaninchen von London (Bd. 2)

Santa Montefiore , Simon Sebag Montefiore , Claudia Müller , Kate Hindley
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Woow Books, 09.03.2018
ISBN 9783961770083
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nach meiner Begeisterung für den ersten Band der Königliche Kaninchen-Reihe (Die Königlichen Kaninchen von London) stand für mich fest: Diese Fortsetzung musst du auf jeden Fall lesen! Denn die Abenteuer des kleinen Hasen Shylo sind wagemutig, bedrohlich und witzig zugleich. Hinzu kommt, dass mich das Cover, wie schon beim ersten Band, unheimlich angezogen hat. Diesmal verziert ein bläulicher Lack das Buchcover und lässt es in unterschiedlichen Facetten glänzen und schimmern. Man kann an dieser Stelle nur ein großes Lob an die Illustratorin Kate Hindley und die Gestalter aussprechen, denn das Cover (und auch die Innenausstattung) zählt meiner Meinung nach zu den schönsten im Kinderbuchbereich!

Schon auf den ersten Seiten des Buches wird dem Leser eine Karte präsentiert, die Shylos bisherige Reise dokumentiert und eine Übersicht über sämtliche Höhlen und Gebäude bietet, die für die Geschichte von Bedeutung sind. Auch gibt es wieder eine Auflistung aller Königlichen Kaninchen, die Shylo in seinen Abenteuern begegnen. Diese Übersicht hat mir sehr geholfen, denn ich muss zugeben, dass ich vor allem in diesem Teil mit den Namen recht oft durcheinander kam, denn dem Leser werden viele neue Figuren vorgestellt. Sehr schön ist, dass nicht nur Kaninchen und Ratten, sondern diesmal auch einige Füchse eine wichtige Rolle in der Geschichte einnehmen. Denn nicht nur die britische Königsfamilie, auch der amerikanische Präsident hat eine ganze Horde Aufpasser, nämliche Füchse, die ihm auf seinem Staatsbesuch ungesehen begleiten.

„Das Leben ist ein Abenteuer“, sagte er und blätterte auf die erste Seite. „Alles ist möglich – mit Willenskraft und Glück, mit einer saftigen Karotte, einer feuchten Nase und einer guten Portion Wagemut!“ (S.19)

Ihr könnt euch vorstellen, dass das Aufeinandertreffen zwischen den amerikanischen Füchsen und den Königlichen Kaninchen nicht ganz reibungslos verläuft. Vor allem Shylo ist anfänglich sehr skeptisch was seine natürlichen Feinde betrifft und lernt den Füchsten nur langsam zu vertrauen. Doch sie haben einen gemeinsamen Gegner, die Ratzis, und das schweißt selbst Fuchs und Kaninchen zusammen. Trotz der vielen neuen Charaktere bleibt Shylo der unangefochtene Held der Geschichte und ist gleichzeitig für die anderen Kaninchen ein liebenswerter und verlässlicher Freund. Die Botschaft seiner Figur ist unmissverständlich: Auch wenn man klein und unscheinbar ist, kann man großes bewirken! Denn Shylo schlittert von einem Abenteuer in das nächste, weiß aber stets sich auch aus den unmöglichsten Situationen zu befreien.

„Schlau wie ein Fuchs. […] Du wärst ein guter Fuchs, wenn du nicht diese komischen Hasenohren und diesen eigenartigen Schwanz hättest, der wie ein Staubwedel aussieht.“ (S.114)

Die Geschichte ist wie im ersten Band in London angesiedelt. Diesmal entführen die Autoren ihre jungen Leser nicht nur in die unterirdischen Höhlen unter dem Königspalast, sondern auch an den beliebten Treffpunkt der Füchse, dem Fuchs-Club, in dem die Füchse es sich mit Jukeboxen, Kaffee und Tanzmusik gemütlich gemacht haben. Auch ein Wolkenkratzer, der Shard, ist immer wieder Teil der Geschichte, denn dort befindet sich das Hauptquartier der Ratzis, an dem sämtliche teuflische Pläne ausgeheckt werden. Mir hat der Wechsel der Settings sehr gut gefallen und ich fand es immer wieder toll zu sehen, dass die Autoren viel Fantasie bei der Auswahl ihrer Schauplätze bewiesen haben.

Shylo […] blickte über die Stadt. Die Sonne war noch weiter gesunken, und die Themse sah aus wie ein Strom aus fließendem Gold. Nun war es schon fast ganz dunkel, und es gab nichts, was Shylo tun konnte, um die Königlichen Kaninchen zu warnen. (S.94)

Wie schon in meiner Rezension zu Die Königlichen Kaninchen von London beschrieben, kann ich die Liebe und die Arbeit, die in diesem Buch steckt nur bewundern! Mit unheimlich liebevollen und detailreichen Bildern schafft es die Illustratorin die Abenteuer des kleinen Shylo auf Papier zu bannen und sie nicht nur für junge Leser ansprechend zu machen. Der Schreibstil des Autorenduos ist wunderbar leicht und verständlich, sodass auch Leseanfänger die Geschichte ohne Probleme meistern dürften.

Mein einziger Wehrmutzstropfen an dieser Geschicht: Ich habe eine wichtige Figur vermisst! Horatio, Shylos Mentor und Freund, ein altes und weises Kaninchen, das Shylos im ersten Band Mut macht, die Königlichen Kaninchen aufzusuchen, kommt so gut wie gar nicht in der Geschichte vor. Das fand ich sehr schade, denn er ist mir im ersten Band besonders ans Herz gewachsen und gehört meiner Meinung nach zu den interessantesten Figuren.

Fazit & Bewertung

Obwohl ich die Geschichte diesmal ein bisschen schwächer fand als den ersten Band der Reihe, hat mich die Fantasie des Autorenduos wieder begeistert. Man merkt, dass hinter der Geschichte noch unheimlich viele weitere Ideen lauern, sodass ich davon ausgehe, dass dies nicht die letzte Geschichte der Königlichen Kaninchen gewesen ist. Die Königlichen Kaninchen – Flucht aus dem Turm ist eine wunderbar aufregende Geschichte, die Mut macht und zeigt, dass auch die Kleinsten wahre Größe zeigen können.

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185 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

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Love, Simon (Filmausgabe)

Becky Albertalli , Ingo Herzke
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.05.2018
ISBN 9783551317520
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Simon ist ein Protagonist, der einem sofort ans Herz wächst, Die Geschichte wird aus seiner Ich-Perspektive erzählt und gewährt damit tiefe Einblicke in Simons Gefühlswelt und Seelenleben. Ich mochte Simon auf Anhieb, obwohl er eigentlich stinknormal und wie jeder andere ist: Er hat eine normale Familie, coole Freunde, geht auf die Highschool und das Leben läuft für ihn super. Aber, Simons Homosexulaität macht ihm in vielerlei Hinsicht ein Strich durch die Rechnung. Denn dieses Wissen mit anderen zu teilen, anderen zu verkünden, wer er wirklich ist, ist für Simon beängstigend. Simon teilt seine Gefühle mit Blue und hat oft eine sehr nüchterne aber weise Sicht auf ihrer beider Situation. Und gerade diese nüchterne Sicht auf die Dinge, hat mich an Simon so beeindruckt. Er gesteht sich selbst viel ein, kennt sich sehr gut, was ihm von Anfang an dabei hilft, seine Sexualität zu akzeptieren.

[…] ich habe die Nase voll von Coming-out. Ich mache ständig irgendein Coming-out. Ich versuche mich nicht zu ändern, aber ich ändere mich ständig, lauter kleine Verwandlungen.[…] Jedes Mal muss ich mich dem Universum wieder neu vorstellen. (S.63)

Da sich Simon und Blue gegenseitig E-Mails schreiben, liest sich der Roman teilweise wie ein Briefroman. Der größte Teil der Handlung spielt jedoch außerhalb der virtuellen Welt, sodass man als Leser einen guten Einblick darin erhält, in welchem Verhältnis Simon zu seiner Familie steht, wie sein Schulalltag abläuft und wie er seine Freizeit gestaltet. Die verbringt er nämlich hauptsächlich mit seinen Freunden Nick, Abby und Leah. Nick und Simon sind schon ewig Freunde und haben ihre ungeschriebenen Gesetzte: sich nicht zu umarmen zum Beispiel. Trotzdem kann Simon sich nicht überwinden, seinen besten Freunden von Blue oder seiner Homosexulität zu erzählen. Simons Sorge, sie könnten ihn dann anders behandeln oder ihn mit anderen Augen sehen, werden sehr realistisch und authentisch geschildert. Ich konnte Simons Zweifel verstehen und fand es umso wichtiger, dass die Geschichte letztendlich zeigt, das diese Angst unbegründet ist. Nicht nur hinsichtlich dem Thema Coming-out macht die Geschichte Mut, sondern auch dahingehend, die eigenen Zweifel zu überwinden und sich selbst so zu aktzeptieren, wie man ist.

Mal ganz nebenbei, findest du nicht auch, jeder sollte sich Outen müssen? Wieso ist hetero die Normalität? Jeder sollte sich einfach in die eine oder andere Richtung erklären müssen, und es sollte für jeden so eine große, peinliche Sache sein, ob du nun hetero, schwul, bi oder sonst was bist. (S.152)

Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Simon und Blue hat mich unglaublich ergriffen. Zuletzt hat mich eine Liebesgeschichte so glücklich gemacht, als ich Eleanor & Park von Rainbow Rowell gelesen habe. Auch wenn es in dieser Geschichte nicht um Homosexualität ging, ist doch die Liebe zwischen den beiden Jugendlichen so eine besondere und zerbrechliche. Unaufdringlich und absolut authentisch kommen sich Blue und Simon über ihre E-Mails näher, tauschen Geheimnisse aus, die sonst niemand anderes kennt und verlieben sich in die Seele und den Charakter des jeweils anderen, ohne zu wissen, wer derjenige ist. Das, meine Lieben, ist wirklich etwas fürs Herz!

Ich will hier einfach nur sitzen und an Blue denken. Ich glaube, ich bin allmählich ein bisschen besessen von ihm. […] Es ist so komplett verwirrend. Er ist verwirrend. (S.114)

Becky Albertalli war mir als Autorin bisher weitestgehend unbekannt, doch sie hat mich schon von der ersten Seite an vollends begeistert! Ihr Schreibstil ist flüssig und unglaublich lebendig, sodass sie mich quasi unmittelbar in in den Bann ihrer Geschichte gezogen hat.

Fazit & Bewertung

Nur drei Worte von Becky Albertalli ist ein Jugendbuch mit sehr wichtigem Thema. Homosexualität wird in der Realität leider viel zu oft noch als Tabuthema behandelt. Dieses Buch macht allen Mut, frei ihre Gefühle einzugestehen, sich so zu aktzeptieren wie man ist und Toleranz zu leben, wo sie eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Ein Jugendbuch, das mich vollends in seinen Bann gezogen hat und mich absolut begeistern konnte!

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hilda und der schwarze Hund

Luke Pearson , Matthias Wieland
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Reprodukt, 01.11.2014
ISBN 9783956400193
Genre: Comics

Rezension:

Nicht umsonst zähle ich die Hilda-Comics von Luke Pearson schon seit dem ersten Band zu meinen absoluten Lieblingen (Weitere Bände: Hilda und der Mitternachtsriese, Hilda und der Troll, Hilda und die Vogelparade). Luke Pearson überrascht seine Leser in jeder Geschichte mit einem ganz eigenen Blick für die vielen wunderbare Dinge, die uns tagtäglich umgeben. Und jedes ist Teil der Abenteuer der Heldin Hilda, die mit viel Wagemut und Neugier diese fantastische Welt erkundet. Hilda und der schwarze Hund ist ein All-Age Comic, der den Leser an einen aufregenden und gefährlichen Ort entführt, den man am liebsten so schnell nicht mehr verlassen möchte.

Irgendwas ist da draußen, was Gefährliches… Und ich schätze, es will uns fressen.

Hilda ist eine unvergleichliche Heldin, die mir so in einem Comic noch nie begegnet ist. Ob Insekten, Trolle oder obdachlose Hausgeister – jedes Lebewesen ist für Hilda etwas Besonderes und jedem einzelnen von ihnen begegnet sie mit ihrer ganz eigenen Herzlichkeit, Ehrlichkeit und Ehrfurcht. Hilda ist im Besitz einer beneidenswert grenzenlosen Fantasie, die anderen um ihr herum verborgen bleibt. So ist sie die einzige, die herumstreunende Nissen, wuschelige, behaarte Hausgeister, in den Straßen von Trollberg entdeckt und sich auf die Suche nach der Ursache ihres heimatlosen Daseins begibt. Pfadfinderin zu werden, scheint daher ein ideales Hobby für Hilda zu sein, denn die Natur zu inspizieren ist eines ihrer größten Leidenschaften. Auch aus dem Grund fühlt man sich Hilda unheimlich nah, denn ihre Neugier erinnert an die eigene, unbeschwerte Kindheit, an spannende Abenteuer, die einem nur die Natur und ihre Wunder bieten konnte.

Das ist der echte Wald, wo die Trolle hausen. Stellt euch vor, während wir schlafen, steht da vielleicht so ein riesiges, grässliches Monster wenige Meter entfernt von uns!

Herrlich ist, dass in allen Hilda-Abenteuern neue fantastische Wesen im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Ob Woffel, Holzmännchen, Meeresgeister oder Mitternachtsriesen – kaum eines dieser Wesen ist dem Leser bereits in Fantasy-Geschichte begegnet. Damit bieten sie eine ganz neue Leseerfahrung. Luke Pearsons fantastische Wesen sind ein Highlight, das natürlich auch in dieser Geschichte wieder heraussticht. Hausgeister, oder auch Nissen genannt, leben unsichtbar in jedem Haus, aber auf besondere Art und Weise. Denn sie nutzen Verstecke, hinter denen sich eine ganz eigene Welt verbirgt. Habt ihr schon einmal geglaubt Dinge in eurer Wohnung verlegt oder verloren zu haben? Dann habt ihr ganz sicher auch einen Hausgeist, denn der liebt es Dinge zu stibitzen! Und sebst Hilda kann ihren Augen kaum trauen, als sie sieht, wer da in ihrem Haus verborgen lebt. 

Der Spalt hinter dem Bücherregal, die Ritzen zwischen den Bodendielen, die Oberseite des Schranks, die man von unten nicht sieht […] All diese kleinen Orte zusammengenommen ergeben in jedem Haus einen ganz eigenen Raum, den nur Nissen betreten können. […]

Wie in allen Hilda-Comics wird die Spannung in der Geschichte einerseits durch Hildas Wissensdrang, andererseits durch Situationen erzeugt, die bedrohlich erscheinen. In jedem Fall ist die Geschichte durchgehend auch für junge Leser angemessen und bietet immer wieder unvorhersehbare und aufregende Wendungen und Überraschungen.

Luke Pearsons unverkennbar farbenfroher Zeichenstil zeichnet diesen Comic wieder besonders aus und rundet die Geschichte perfekt ab. Ich finde es toll, dass jede Seite einem bestimmten Farbschema folgt, das die Atmosphäre der Geschichte widerspiegelt. Gleichzeitig wird mit den Rahmungen der Panel gespielt und manche Seiten zeigen sogar großformatige Zeichnungen. Man kann nicht anders als sich in die Darstellung von Hildas Welt zu verlieren und jedes einzelne Detail gierig in sich aufzunehmen.

Fazit & Bewertung

Hilda und der schwarze Hund hat mich wieder vollkommen überzeugt. Hilda ist eine abenteuerlustige Heldin, wie man sie nur selten trifft und die den Leser in eine wunderbare Welt entführt, von der man nicht zu träumen gewagt hätte. Mit viel Witz, Wärme und Fantasie schafft Luke Pearson es sowohl kleine als auch große Leser für Hildas Geschichten zu begeistern. Ich für meinen Teil kann es kaum erwarten, noch mehr von Hildas Welt zu erfahren.

Und hier noch ein Tipp für Hilda-Fans: Noch dieses Jahr erscheint Hilda als Serie auf Netflix! Ich bin gespannt!

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cafe, café, cornwall, england, ferienanlage, hund, küste, liebe, meer, obdachlos, sommerroman, strand, träumereien, unwetter, utopische ideen

Hinter dem Café das Meer

Phillipa Ashley , Marion Herbert
Flexibler Einband: 398 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 18.05.2017
ISBN 9783832164072
Genre: Romane

Rezension:

Hinter dem Café das Meer von Phillipa Ashley hat meine Erwartung an eine erfrischend leichte Sommerlektüre vollends erfüllt. Schon vor meinem Kauf war mir bewusst, dass es sich bei dem Roman um den Auftakt einer Trilogie handelt, von der inzwischen auch der zweite Band, Weihnachten im Café am Meer* erschienen ist und jetzt im Juni auch der Abschlussband, Hochzeit im Café am Meer*, veröffentlicht wird. Beide Folgebände werde ich auf jeden Fall lesen, denn die Geschichte um Demi und Cal ist eindringlich, mitreißend und einfach wunderschön.

Das Setting des Romans hat mich besonders begeistert, denn die Geschichte spielt vor dem Hintergrund von Cornwalls Küste, die in ihrer vollen Schönheit präsentiert wird. Dass die Ferienanlage von Cal inmitten einer solchen Idylle steht, jedoch heruntergekommen ist und jahrelang dem Verfall ausgesetzt war, erweckt umso mehr den Willen in Demi, aus ihr wieder etwas Besonderes zu machen. Als Leser hat mich die Atmosphäre der Landschaft und der Charme der maroden Anlage beeindruckt und nicht nur einmal habe ich mir gewünscht, bei der Renovierung mitanpacken zu können, mir dabei den salzigen Wind um die Nase wehen zu lassen und mich am Ende des Tages bei einem langen Strandspaziergang mit Mitch zu entspannen.

Der Weg wird von cornwalltypischen Hecken gesäumt, aber die Wiese zur Küste hin fällt sanft ab und erlaubt uns einen wunderbaren Blick auf den Atlantischen Ozean. Die Sonne glitzert auf dem Wasser. (S. 65)

Nicht nur das Setting hat mich in seinen Bann gezogen, auch die Charaktere der Geschichte werden sehr eindringlich beschrieben, sodass man sie  als Leser schnell ins Herz schließt. Erzählt wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Demi und Cal, wobei aus Demis Sicht der Großteil der Geschichte beschrieben wird. Demi wird als eine Figur eingeführt, der das Schicksal schon das ein oder andere Mal übel mitgespielt hat. Sie haut von zu Hause ab, verliert ihren Job und ist obdachlos. Cal wirkt demgegenüber wie der Ritter in der glänzenden Rüstung, denn er bietet Demi nicht nur Arbeit an, sondern lässt sie auch in einem alten Cottage auf der Ferienanlage wohnen. Cal und Demi sind jedoch sehr unterschiedliche Charaktere, denn Demi weiß ihr Glück zu schätzen, sprüht vor Elan und Begeisterung und will das Unmögliche möglich machen. Cal hingegen ist mürrisch und einsilbig, verfolgt stur seine Pläne und hängt einer alten Liebe nach, die ihm das Leben schwer macht. Klar, dass beide wie füreinander geschaffen sind – nur, dass sie es selbst noch nicht wissen.

„Worüber lächelst du?“[…] Ich höre augenblicklich auf zu lächeln und werde stattdessen rot. „Nichts.“ „Oh, doch, du hast wieder diesen Blick.“ „Welchen Blick?“ Ich sehe ihn an und lächle nun wieder, weil ich jetzt diejenige mit einem Geheimnis bin, was zur Abwechslung mal ganz nett ist. (S. 221)

Die Handlung des Romans umfasst die Dauer eines Sommers, in dem die Ferienanlage in St. Trenyan aufpoliert wird und sich Demi und Cal immer näher kommen. Es gibt einige spannende Szenen und überraschende Wendungen, die mich als Leser an die Geschichte gefesselt haben mir noch mehr Lesevergnügen beschert haben. Obwohl es Folgebände gibt, ist die Geschichte in Hinter dem Café das Meer in sich abgeschlossen und endet nicht, wie in so vielen Trilogien, mit einem Cliffhanger. Dennoch möchte man als Leser am Ende wissen, wie es denn mit dem Café am Meer weitergeht, wie die Liebesgeschichte fortgesetzt wird und welche Schwierigkeiten sich noch für die Neueröffnung der Ferienanlage ergeben.

Das Haus ächzt und stöhnt, Glas splittert und ich schreie auf. „Was zur Hölle…?“ Cal bleibt der Mund offen stehen, ein schwarzes Loch im Mondlicht. Als ich aufschaue, sehe ich, wie eine große, schwarze Masse auf uns herabstürzt. (S. 228)

Phillipa Ashleys Schreibstil ist lebendig, abwechslungsreich und dabei leicht verständlich. Sie weiß ihre Leser in ihren Bann zu ziehen und lässt sie vollkommen in die Geschichte eintauchen. Mir hat Phillipa Ashleys Stil so gut gefallen, dass ich sie als Autorin auf jeden Fall auch nach dem Lesen der Café am Meer-Trilogie weiter im Blick behalten werde.

Fazit & Bewertung

Hinter dem Café das Meer ist eine durchweg unterhaltende und wunderbar sommerliche Urlaubslektüre, die ich jedem nur empfehlen kann. Besonders das Setting von Cornwall hat es mir in dieser Geschichte angetan, aber natürlich ist auch die Liebesgeschichte zwischen Demi und Cal etwas fürs Herz. Perfekte Unterhaltung und damit vier Sterne wert!

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"science fiction":w=1

Die Auserwählten - Kill Order

James Dashner , Anke Caroline Burger , Katharina Hinderer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.04.2018
ISBN 9783551317056
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Erst im vergangenen Jahr habe ich James Dashner Trilogie über die Auserwählten gelesen und ich war absolut begeistert! (Zu meinen Rezensionen: Band 1:Die Auserwählten im Labyrinth , Band 2: Die Auserwählten in der Brandwüste, Band 3: Die Auserwählten in der Todeszone). Der Autor hat es geschafft, mich so für seine Geschichte einzunehmen, dass ich es gar nicht erwarten konnte, zu erfahren, worüber die Vorgeschichte im vierten Band Kill Order handelt. Leider muss ich sagen, dass sich meine Vorfreude beim Lesen dann recht schnell gelegt hat und ich die Geschichte insgesamt ziemlich enttäuschend fand.

James Dashner will mit seinem Buch Kill Order den Hunger seiner Fans nach mehr stillen und natürlich an den Erfolg seiner Die Auserwählten-Trilogie anknüpfen. Um dies zu erreichen, legt er von allem noch eine Schippe obendrauf. Das bedeutet: Noch mehr Spannung, noch mehr Leid und Grauen und ganz klar: noch mehr Action. Und gerade das ist meiner Meinung nach dem Autor diesmal zum Verhängnis geworden, denn er verliert dabei den Blick für eine abwechslungsreiche und unvorhersehbare Handlung – und, was noch wichtiger ist, er schafft es nicht mehr, die Handlung mit einer ausgewogenen Dramaturgie, also einem gesunden Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung zu versehen.

Es war einfach unfassbar grausam, was diese Krankheit mit den Menschen anstellte. Und es war ein fürchterlicher Gedanke, dass es wahrscheinlich ständig schlimmer werden würde. (S.321-322)

James Dashners Erfolgsrezept in seinen bisherigen Büchern war jedoch genau das: Nach einer unglaublich spannenden Szene folgte eine, in der sich der Leser von der Aufregung erholen und die Geschehnisse sacken lassen konnte. Es gab eine Verschnaufpause, bevor es dramatisch weiterging. In Kill Order sind diese Verschnaufpausen für den Leser jedoch nur rar gesäht, denn der Autor jagt seine Helden von einer gefährlichen Situation in die nächste, überschlägt sich geradezu in den Beschreibungen der Kampfhandlungen und bewirkt dadurch, dass die Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit des Lesers immer mehr nachlässt. Die Todesangst des Helden und seine Kämpfe bis aufs Messer lassen zudem kaum einen Fortschritt der Handlung zu, denn sie überwiegen den Großteil der Story, ohne das wirklich etwas passiert.

Es schockierte ihn nicht mehr, wie unsagbar diese neue Welt war. In diesem Haus, jedem Block sagen sie Dinge, die noch schlimmer waren als alles, was sie bis dahin für das Schlimmste gehalten hatten. (S. 349)

James Dashner ist die dramaturgische Gestaltung aber nicht nur innerhalb der Szenen misslungen, sondern auch auf die Gesamtheit der Geschichte bezogen. So wird schon früh in der Handlung klar, wer hinter der tödlichen Virusepidemie steckt, aber genau diese Offenbarung wird am Ende des Buches noch einmal als DIE große Auflösung des Plots präsentiert. Ich war maßlos verwirrt und enttäuscht, denn ich habe mich zum Schluss immer wieder gefragt: Was ist eigentlich in diesem Buch wirklich passiert?

Hinzukommt, dass James Dashner diesmal kaum Wert darauf gelegt hat, seine Figuren mit einem Wiedererkennungswert oder gar irgendwie mit einem einnehmenden Charakter auszustatten. Sowohl der Protagonist Mark, als auch seine Freunde bleiben die ganze Geschichte über blass und stehen hinter den dominierenden Kampfszenen hintenan. Auch eingehende Dialoge oder eine besondere Interaktion zwischen den Figuren sucht man vergebens. Dem Leser wird kaum Gelegenheit geboten, die Figuren näher kennenzulernen, geschweige denn, sich mit ihnen zu identifizieren. Nur in wenigen Rückblenden erfährt man mehr über den Protagonisten Mark und dies sind auch die einzigen Szenen, die ich im gesamten Buch als gelungen betrachte.

Fazit & Bewertung

Leider ist James Dashner mit Kill Order diesmal keine Glanzleistung gelungen. Kaum Handlung, ein Übermaß an Kampfszenen, zu blasse Figuren und eine schlechte Auflösung haben mir den Lesespaß diesmal gründlich verdorben. Schade, denn wir alle wissen, dass der Autor sein Handwerk eindeutig besser beherrscht. Nichts ändert sich jedoch daran, dass ich großer Fan der Die Auserwählten-Reihe bin und deshalb auch dem zweiten Prequel Phase Null, der unmittelbar vor Thomas‘ Zeit im Labyrinth spielt, eine Chance geben werde, sobald er als Taschenbuch erscheint.

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Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß - Neuedition

Hiromi Kawakami , Jiro Taniguchi
Fester Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.03.2018
ISBN 9783551754493
Genre: Comics

Rezension:

Ungleiche Liebespaare – von ihnen finden sich in unseren Bücherregalen etliche. Ob Romeo & Julia, Elisabeth Bennet & Mr Darcy oder Bella & Edward – ein schier unüberwindbares Hindernis trennt die Liebenden, doch bereits bei der ersten Begegnung ist das gewisse Etwas zu spüren, das beide miteinander verbindet und gegenseitig anzieht. Unmöglich ist es jedoch, eine so außergewöhnliche Liebesgeschichte wie die zwischen Tsukiko und ihrem alten Lehrer mit bekannten Erzählmustern aus Liebesromanen erklären zu wollen. Denn die Schilderung ihrer allmählichen Annäherung vor dem Hintergrund japanischer Traditionen, ist so ganz anders, so viel leichtfüßiger und trotzdem intensiver, als viele Liebesgeschichten, die ich bisher gelesen habe.

Zwei Figuren stehen im Mittelpunkt der Geschichte: Tsukiko und ihr Lehrer, den sie seit ihrem ersten Treffen Sensei nennt. Nur eine weitere Figur könnte man wohlwollend als Nebenfigur bezeichnen, diese ist jedoch für die Fortführung der Handlung wenig bedeutend. Über 440 Seiten lauschen wir also fast ausschließlich Gesprächen zwischen Tsukiko und dem Sensei, die sich meistens in ihrem Stammlokal oder anderen Kneipen aufhalten und sich kulinarische Köstlichkeiten genehmigen. Tsukiko ist eine Figur, die anfänglich nur schwer zu greifen ist. Obwohl wir die Geschehnisse aus ihrer Perspektive geschildert bekommen (ihre Gedanken werden neben den Dialogen in den Panels verschriftlicht), habe ich etwas länger benötigt, um sie wirklich sympathisch zu finden. Tsukiko ist sehr still, scheint sich hinter einer melancholischen Fassade zurückgezogen zu haben und nur der Sensei ist in der Lage, ihr Gefühlsregungen, die sich auch auf ihrem Gesicht abzeichnen, zu entlocken. Mit dem Fortschreiten der Handlung fiel es mir dann leichter, ihren Charakter zu verstehen und mich in ihre Figur hineinzufühlen.

Der Sensei ist ein Mann von Stand und vollkommen verankert in den japanischen Traditionen. Deshalb hält er Distanz zu Tsukiko und lässt sie nur ganz allmählich näher an sich heran. Auch der Sensei war mir zu Beginn der Geschichte ein Rätsel, denn wie ich oben schon erwähnt habe, hat man normalerweise als erfahrener Leser schon bei der ersten Begegnung zweier Personen ein Gespür dafür, ob sie die Liebesgeschichte beherrschen werden. Beim Sensei war ich mir dessen nicht so sicher, nicht nur der hohe Altersunterschied, auch sein traditionelles Verhalten (z.B. will der Sensei nicht, dass Tsukiko ihm etwas zu Trinken nachschenkt) schien so wenig zu einer aufkeimenden Liebesgeschichte zu passen. Doch genau das fand ich letztlich so grandios an dieser Geschichte: Auch durch die mir sehr fremde japanische Kultur hat die Geschichte ständig mit meinen Erwartungen gebrochen und mir die Figuren dafür umso näher gebracht.

Was viele vielleicht als eintönig und langweilig empfinden könnten, hat mir besonders gut gefallen: Dramaturgisch ist die Handlung nicht sehr abwechslungsreich, von einem Spannungsbogen kann man meiner Meinung nach kaum sprechen. Trotzdem hat die Geschichte auf mich einen unglaublichen Reiz ausgeübt, allein dadurch, dass sie so unaufgeregt und still daherkommt. Es geht um die zarte Annäherung zweier Menschen, die die Liebe schon für sich abgeschrieben hatten. Literarische Gespräche sind dabei ebenso bedeutsam, wie die sinnliche Stimulation der Genüsse. Für mich war die Geschichte genau aus dem Grund so unheimlich bereichernd und hat meinen Horitzont im Bezug auf japanische Traditionen und Kultur sehr erweitert.

In einem dem Buch anhängendem Interview zwischem Autor und Zeichner, liest man heraus, dass Hiromi Kawakami restlos begeistert ist über die Comic-Umsetzung seines Romans und ich kann mich dem nur anschließen. Jiro Taniguchi war mit bisher als Zeichner unbekannt, doch seine klären Linien und der unverkennbare Zeichenstil vor allem in landschaftlichen Szenerien haben mich sehr beeindruckt. Außerdem fand ich es angenehm, einen japanischen Comic mit klaren Panelrahmungen zu lesen.

Sprachlich hat sich Jiro Taniguchi sehr eng an der Romanvorlage gehalten, das bedeutet, die Dialoge sind in gehobener bis literarischer Sprache verfasst. Trotzdem sind sie sehr eingängig und verständlich.

Fazit & Bewertung

Der Himmel ist Blau, die Erde ist Weiß von Hiromi Kawakami und Jiro Taniguchi ist eine wunderschöne Literaturadaption, perfekt geeignet für Liebhaber japanischer Traditionen und unaufgeregten, dafür nachhaltigen Geschichten. Mich hat die Geschichte von Tsukiko und ihrem alten Lehrer positiv überrascht, denn es handelt sich wahrhaftig um eine sehr außergewöhnliche Liebesgeschichte, die mich mit ihrer intensiven Erzählweise in ihren Bann gezogen hat.

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Eddi Error

Anne Böhme , Susanne Göhlich
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 16.02.2017
ISBN 9783522184564
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Geschichte des kleinen Roboters hat mich schon nach den ersten Kapiteln überzeugt, denn Eddis unfreiwillig komischen Abenteuer, seine Pannen und Katastrophen, seine witzige und liebenswerte Art haben mich köstlich amüsiert und werden jeden Erstleser in ihren Bann ziehen.

Jule fing an zu lachen. „Der ist neu“, rief sie, „guck doch, wie er glänzt!“ Tatsächlich, außer der Stimme war an Eddi nichts rostig. Er funkelte. Er war spielgelglatt wie das Kleingeld, das der Fahrkartenautomat neulich ausgespuckt hatte […]“ (S. 15)

Ein beliebtes Motiv im Kinderbuch ist das des Außenseiters oder Neulings. Auch Eddi Error kommt als Roboter neu in die Familie von Jule und Niels und obwohl Eddis Gefühle hier weniger im Fokus stehen, wird dennoch schön deutlich, wie es sich für die Kinder anfühlt, plötzlich ein neues Familienmitglied zu haben. Doch Eddi ist keineswegs ein Störfaktor, er ist Spielkamerad und Freund. Dabei spielt es für die Kinder keine Rolle, dass er nicht perfekt ist und für einen Aufräumroboter reichlich wenig aufräumen kann. Für sie zählt, dass er ihnen hilft, so gut er eben kann – sein Bemühen, der Familie Gutes zu tun, reicht ihnen vollkommen aus. Schön ist in der Geschichte beschrieben, dass die ganze Familie den kleinen Roboter schnell ins Herz schließt und ähnlich geht es auch dem Leser.

„Error ist Englisch“, sagte Mama verdutzt. „Das heißt FEHLER.“ „Ist doch klar“, rief Papa. „Das passiert, wenn die Elektronik spinnt.“ Aber Niels schüttelte heftig den Kopf. „Eddi spinnt nicht“, sagte er. „Er heißt so: Eddi Error. Wenn er blinkt, stellt er sich vor.“ (S.16)

Die Handlung der Geschichte umfasst einige Wochen, in denen der kleine Roboter bei seiner neuen Familie allerhand erlebt und während denen es gilt, auch ein Geheimnis aufzudecken. Denn so ganz geklärt ist nicht, wie Eddi überhaupt seinen Weg in Niels und Jules Zuhause gefunden hat. Wer hat ihn gestohlen und auf dem Flohmarkt verkauft? Einige Zeit steht das Geheimnis um Eddis Herkunft im Mittelpunkt der Geschichte, während sich allerhand witzige Dinge ereignen, für die meistens Eddi unfreiwillig verantwortlich ist. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Geschichte mit Eddis Erlebnissen immer komplexer wurde und es am Ende sogar zu einem kurzen dramatischen Höhepunkt kam.

Es war längst dunkel und sie räumten und räumten: Sie räumten aus und ein und weg und um und hin und her. Sie tuschelten und surrten, kicherten und lachten bis Eddi das Licht seiner Laternen löschte. (S. 37)

Sprachlich hat Anne Böhme genau den richtigen Ton getroffen, um Leseanfänger und Grundschulkinder an ihre Geschichte zu fesseln. Eddis Abenteuer und werden in knappen verständlichen Sätzen erzählt und von wunderschönen, kunterbunten Illustrationen unterstrichen.

Fazit & Bewertung

Eddi Error – Unser Roboter krempelt alles um ist eine zuckersüße Geschichte über Freundschaft und über das Nicht-Perfekt-sein. Mit dem liebenswerten und chaotischen Protagonisten gibt es einiges zu lachen, sodass nicht nur Leseanfänger ihren Spaß haben.


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Hummeln im Herzen

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.09.2016
ISBN 9783404175840
Genre: Romane

Rezension:  
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11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Anne Frank und der Baum

Jeff Gottesfeld , Mirjam Pressler , Peter McCarty
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.02.2018
ISBN 9783737355094
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Anne Franks Geschichte wird immer wieder neu adaptiert, ob in Form eines Graphic Diaries, in Filmen oder als Bilderbuch. Ihre Geschichte ist allgegenwärtig und wichtig wie eh und je. In Anne Frank und der Baum wird schon den jüngsten Lesern eine der wohl bedeutsamsten Biografien eines Menschen des vergangenen Jahrhunderts vermittelt. Ich war sehr gespannt darauf, Annes Geschichte aus einem anderen Blickwinkel zu erfahren, und die Perspektive eines Baumes ist so ziemlich das abstrakteste, was ich mir in der Hinsicht vorstellen konnte. Deswegen war ich positiv überrascht über die gelungene Umsetzung des Illustrators und Autors, eine so komplexe Geschichte auf wenige bedeutsame Momente in Anne Franks Leben herunterzubrechen.

Es war ein Kastanienbaum. Seine Blätter waren grüne Sterne; seine Blüten bildeten „Kerzen“ in Weiß und Rosa. Jeden Herbst ließ er Kastanien zu Boden fallen.

Trotzdem sollte man von diesem Bilderbuch nicht mehr erwarten, als von jedem anderen Bilderbuch auch: eine kurzweilige Geschichte, die mehr Wert auf großflächige Illustrationen, als auf Erläuterungen legt. Damit ist das Bilderbuch aber gerade für seine Zielgruppe vollkommen angemessen und verständlich, trotzdem werden vermutlich bei den jüngsten Lesern genügend Fragen auftauchen, denn eines kann das Bilderbuch nicht: Annes Verschwinden erklären. Vielmehr wird deutlich, dass Anne nur eine viel zu kurze Zeit Teil der Geschichte des Buches ist und danach der Hauptaugenmerk auf ihren Tagebüchern liegt und darauf, was aus dem Kastanienbaum geworden ist.

[Der Baum] schlug weitere Wurzeln und streckte sich friedlich himmelwärts. Bis der Krieg kam.

Der Kastanienbaum im Hof der Prinsengracht lebte insgesamt 172 Jahre lang und hat die Kriegsjahre in Amsterdam vollständig miterlebt. Ich fand es sehr schön, dass der Baum zum Symbol und Teil der Kriegsgeschichte wurde. Obwohl er nicht mehr existiert, leben seine Setzlinge in der ganzen Welt als Erinnerung an Anne Frank weiter. Das Bilderbuch illustriert wunderschön, dass diese Erinnerung nie in Vergessenheit geraten darf. Neben der Geschichte des Baumes werden einzelne Momente in Anne Franks Leben thematisiert.

Das Mädchen und sein Vater nähten Vorhänge aus Lumpen für die wichtigsten Fenster. Von Zeit zu Zeit lugte ein Gesicht durch die Vorhänge.

Der Baum wird Zeuge davon, wie der Krieg Einzug in die Stadt hielt, wie die Familie Frank in das Hinterhaus einzog und wie der Baum erkannte, dass die jüngste Tochter der Franks etwas Besonderes war. Sehr schön ist das mit einfarbigen Tuschezeichnungen dargestellt, die oft ganzseitig das Buch gestalten. Es wird kurz auf die Beziehung zu Anne und ihrem Vater eingegangen, wie die Untergetauchten mit dem Begehen von Festen versuchten ihre Religion, für die sie so viel Leid erdulden mussten, aufrecht zu erhalten und wie das Mädchen sich veränderte, dünner und blasser wurde. Die zweite Hälfte des Bilderbuches macht die Jahreszeiten zum Thema und bringt dadurch zum Ausdruck, wie viel Zeit verging, bevor Annes Vater allein ins Hinterhaus zurückehrte. Mir hat die Auswahl der Szenen sehr gut gefallen, denn man erhält einen kleinen Einblick dessen, was Annes Familie während der Kriegsjahre erlebte.

Fazit & Bewertung

Ein kurzweiliges Bilderbuch mit einer wichtigen Geschichte! Anne Frank und der Baum verbindet die Geschichte eines Kastanienbaumes mit dem Leben des wohl bekanntesten Mädchens aus der Kriegszeit. Der Kastanienbaum hat eine distanzierte Sicht auf die Dinge und trotzdem reicht dieser, um Annes Geschichte für Kinder verständlich zu machen. Ich habe das Bilderbuch sehr gerne gelesen, die Illustrationen bewundert und halte es für ein Buch, das allen als Erinnerung an ein ganz besonderes Mädchen dienen sollte.

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836 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 222 Rezensionen

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Beautiful Liars - Verbotene Gefühle

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 23.08.2017
ISBN 9783473401536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von fünf Jugendlichen erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Avery ist die pure Schönheit und lebt im Penthouse des Towers. Sie wird von allen begehrt und bewundert, doch sie sehnt sich ausschließlich und im Geheimen nur nach der Liebe eines einzigen Jungen. Eris hingegen ist es egal, wessen Liebe ihr zufliegt. Sie weiß genau, wie sie ihre Reize einsetzen muss, um zu bekommen was sie will und liebt es zu spielen. Leda war im vergangenen Sommer in einer Entzugsklinik und hat die größten Schwierigkeiten sich in ihr altes Leben wieder einzufinden, in dem rauschende Partys und Drogenexzesse zum Alltag gehören. Watt ist Profi-Hacker und obwohl er weit unten im Tower lebt, Genie darin jeden Schritt der Schönen und Reichen zu beobachten. Rylin hat noch nicht mal das Privileg im Tower zu wohnen, seitdem ihre Eltern gestorben ist, arbeitet sie in einer Imbissbude und vergisst ihr Scheißleben bei regelmäßigen Drogentrips mit ihren Freunden.

Die Hauptfiguren der Geschichte sind sehr individuell entworfen, sodass man schnell eine Bindung zu ihnen aufbaut. Mir hat der Perspektivwechsel zwischen den Figuren besonders gut gefallen, denn der Wechsel bringt ein hohes Erzähltempo und Spannung in die Geschichte. Gefühlt hätte jede Figurenschilderung für mich ewig so weitergehen können, weil mich ihre Persönlichkeiten und ihre Lebensumstände so fasziniert haben. Gekonnt werden von der Autorin so aus den unterschiedlichen Blickwinkeln die Zusammenhänge zwischen den Figuren und innerhalb der Handlung hergestellt.

Die Idee, ein Gesellschaft zu erschaffen, deren unterschiedliche Klassen dadurch zum Ausdruck kommen, in welchem Stockwerk die Menschen leben, hat mich schon beim Lesen des Klappentextes neugierig gemacht. Somit stand der Tower in Manhatten beim Lesen ständig im Zentrum meiner Aufmerksamkeit. Ich fand es wahnsinnig interessant, wie Katharine McGee eine so vollkommene Welt innerhalb eines Turmes erschaffen konnte, ohne dass die Menschen diesen irgendwann in ihrem Leben einmal verlassen müssten. Der Tower ist so groß, dass jede Etage ganze Wohnviertel inklusive Parks, Geschäfte und Straßen fasst. Jedes Deck wird mit künstlichem Tageslicht, künstlichem Himmel, Sonne und Wolken beleuchtet, sodass es für die Menschen den Anschein erweckt, sie seien draußen. Faszinierend ist, dass kaum einer von ihnen das Gefühl hat eingesperrt zu sein, was mir ständig beim Lesen durch den Kopf ging.

Die Handlung von Beautiful Liars hat mich von der ersten Seite an mitgerissen. Freundschaften, die am seidenen Faden hängen, Geheimnisse, die nicht offenbart werden dürfen, Gefühle die nicht gezeigt werden dürfen – das Zusammenspiel hochexplosiver Themenfelder macht dieses Buch zu einem wahren Meisterwerk im Jugendbuch und steht ganz oben auf meiner Liste von Büchern, die unbedingt einmal verfilmt werden sollten! Sprachlich schafft es Katharine McGee genau die richtige Atmosphäre für ihre Geschichte zu schaffen und auch ihr Schreibstil ist angenehm leicht und konnte mich in seinen Bann ziehen.

Fazit & Bewertung

Beautiful Liars – Verbotene Gefühle ist der spannende Auftakt einer Dystopie, die ich euch nur ans Herz legen kann. Lügen, Intrigen, Liebe und Freundschaft sind die großen Themen die hier gekonnt zu einer Geschichte über fünf Jugendliche gesponnen werden, die Teil einer Welt sind, in der der Reichtum maßgeblich ist für dein Ansehen. Kommt euch das nicht auch bekannt vor? Ein grandioses Buch!

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Auf Eis gelegt

Rebecca Michéle
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 18.09.2017
ISBN 9783940258779
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dass die kleine Grafschaft Cornwall als Haupthandlungsschauplatz der Geschichte ausgewählt wurde, gibt dem Krimi den heimeligen Flair, den man von einem Cozy Crime erwarten würde. Die Bewohner des Städtchens sind eigenartig, voreingenommen und misstrauisch gegenüber allem Neuen. Desto weniger mögen sie es, dass der Landsitz Higher Barton zu einem Romantic Hotel umgebaut wird und damit den lokalen Bed & Breakfirsts die Kundschaft stehlen. Ohne die Landschaft wirklich genießen zu können, sieht sich die Protagonistin Sandra Flemming deswegen bereits zu Beginn mit vielen Problemen konfrontiert. Trotz allem bleibt dem Leser die Schönheit der Umgebung nicht verborgen, denn detaillierte Beschreibungen der Ortschaft und des Hotels  geben einen wunderbaren Einblick in das Setting der Geschichte.

Ihr Blick schweifte über den Park hinweg und über hügelige Wiesen mit weißen Schafen. Kein Strommast oder ein anderes Merkmal des 21. Jahrhunderts störte das harmonische Bild. Sandra dachte unwillkürlich, dass dieser Ausblick seit hundert Jahren unverändert geblieben war. (S.39)

Anders als in den Agatha Christie Krimis, gibt es in Auf Eis gelegt eine recht überschaubare Anzahl an Figuren: die Protagonistin Sandra Flemming, ihr unleidlicher Chef und später Opfer Harris Garvey, die strenge Rezeptionistin Eliza Dexter, der Ermittler Christopher Bourke und eine Handvoll Mitarbeiter und Anwohner des Hotels. Ich fand es erfrischend, dass ich mir bei diesem Krimi, nicht wie bei einigen Hercule Poirot-Geschichten, die Namen der Figuren notieren musste, um beim Lesen nicht durcheinander zu kommen. Die Perspektive wechselt zwischen den Figuren, wobei die Geschichte jedoch hauptsächlich aus der Sicht von Sandra Flemming erzählt wird. Mit ihr gelingt daher die Identifikation auch am besten, denn als Leser erhält man ausführlichen Einblick in ihre Gedanken und dem was sie aufgrund des Mordfalls beschäftigt. Der Wechsel der Erzählperspektive hat mir dennoch sehr gut gefallen, denn er trägt dazu bei, dass der Krimi seine Spannung bis zum Ende aufrechterhält.

Mit Eichenholz getäfelte Wände, an der Decke dunkle Holzbalken, ein mannshoher, gemauerter Kamin, darüber eine Rosette aus alten Handfeuerwaffen. Auch wenn alles vorhanden war, was in einer modernen Hotelhalle erwartet wurde – Sandra fühlte sich um ein Jahrhundert in die Vergangenheit zurückversetzt. (S.29)

Die Entdeckung der Leiche ist relativ unspektakulär, aber auch das kenne ich nicht anders aus anderen Krimis desselben Genres. Die Handlung dreht sich also weniger um die Mordtat an sich, sondern um die Ermittlung und das Verhalten der Beteiligten. Die Autorin schafft es, den Leser bis zum letzten Drittel der Geschichte im Unwissen darüber zu lassen, wer der Täter ist. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass der Tathergang noch ein wenig komplexer und ausgeklügelter gewesen wäre, sodass ich erst am Ende der Geschichte überrascht worden wäre, wer der Mörder ist. So hatte ich schon früh einen Verdacht, der sich letztlich auch bestätigt hat. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass mir der Plot der Geschichte sehr gut gefallen hat.

Der Deckel der Truhe klemmte, Mrs Roberts musste mit beiden Händen kräftig am Griff ziehen, bis der Deckel nach oben schwang. Sie schaute in die Truhe – und direkt in die weit aufgerissenen Augen eines ihr unbekannten Mannes. (S. 86)

Zu guter Letzt möchte ich noch etwas über die Beschaffenheit des Buches an sich sagen. Sofort beim ersten Aufschlagen ist mir das besondere Papier der Seiten aufgefallen, das angenehmer in der Hand liegt, als das Papier so manch anderer Bücher. Ich vermute, es handelt sich hierbei um hochwertigeres Papier, denn es ist unglaublich weich und fühlt sich richtig schön an, sodass ich beim Lesen immer wieder mit den Fingern darüber fahren musste. Auch die Gestaltung der Klappen, des Innenteils der Buchdeckel und das Cover haben mir sehr gut gefallen!

Fazit & Bewertung

Auf Eis gelegt von Rebecca Michéle ist ein Cozy Crime wie er im Buche steht. Ein abgelegener Schauplatz, der sich perfekt für eine Mordtat eignet, Figuren, die undurchsichtiger und rätselhafter nicht sein könnten und ein Mord, der sehr viele Fragen aufwirft. Wunderbar gemütlich und gleichzeitig erfrischend unerklärlich. Eine klare Leseempfehlung von mir!

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

deutschland

Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch

Andreas Steinhöfel , Peter Schössow
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551556653
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Auch wenn Weihnachten nun schon etwas länger vorbei ist, möchte ich euch unbedingt noch dieses tolle neue Kinderbuch aus der Feder von Andreas Steinhöfel vorstellen. Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch ist aber nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern ganzjährig ein wunderbarere Lesespaß, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet!  Schon der erste Band der Erfolgsreihe, Rico, Oskar und die Tieferschatten  hat mich köstlich amüsiert und mich von der herrlichen Schreibweise des Autors überzeugt!

Die Leser begegnen den bereits bekannten Hauptfiguren Rico und Oskar, deren Familien und der ganzen Nachbarschaft aus ihrem Mehrfamilienhaus in der Diffe. Neu ist diesmal, dass Rico, der die Geschichte im Tagebuch-Stil aus seiner Perspektive erzählt, Rückblenden in die Vergangenheit vornimmt und von seinen neuen Freunden erzählt, die er im Sommer kennengelernt hat. Die Geschichte „jenes Sommers“ wird noch eine wichtige Rolle an Heilig Abend in der Diffe spielen und für viel Durcheinander und Verwirrung sorgen. Für die Leser sind Ricos Rückblenden eine spannende Abwechslung, denn Rico und Oskar treffen auf Kinder anderer Kulturen, auf starke Persönlichkeiten, denen sie sich mit ihrer jeweiligen Art zunächst annähern müssen. Sowohl Rico, der tiefbegabt ist, als auch der schlaue Oskar lernen durch die neuen Bekanntschaften einiges fürs Leben, denn nicht jeder Mensch ist auf Anhieb durchschaubar und trotzdem ist Freundschaft auf irgendeine Weise möglich.

„Weißt du“, sagte er schmatzend, „Liebe ist, glaube ich, etwas ziemlich Unerschöpfliches. Dir wird nichts weggenommen – wenn jemand Neues dazukommt, wächst für den einfach neue Liebe dazu. Deshalb muss man auch keine Vorräte davon anlegen, es ist immer genug für alle da.“ (S. 94)

Doch die Geschichte hält noch mehr Überraschungen bereit, denn auch der treue Oskar scheint für Rico seit einiger Zeit nicht mehr durchschaubar. Irgendetwas verheimlicht Oskar ihm,  denn er kauft mysteriöse Dinge im Kaufhaus und benimmt sich äußerst seltsam. Jede der Geschichten von Rico und Oskar enthält ein spannendes Geheimnis, das aufgedeckt werden will, was hier wieder besonders schön umgesetzt ist. Doch diesmal muss Rico sich nicht nur Gedanken um seinen besten Freund machen, sondern auch darüber, dass er, seine Mutter und der Bühl bald nicht mehr zu dritt sein werden. Rico bekommt nämlich ein Geschwisterchen und malt sich daher die tollsten Szenarien aus, wie das Baby aus dem Bauch seiner Mutter herauskommt. Nicht nur einmal musste ich herzlich lachen, wenn Rico beschreibt, wie er sich eine Geburt vorstellt und was das mit ihm und seiner Familie macht.

Oskar:“Ich glaube nicht, dass die alle noch Geschenke besorgen […]. Die gehen einfach nur gern einkaufen oder schauen sich Zeugs an, das sie gern hätten, weil sie glauben, dass damit ihr Leben glücklicher wird.“ Rico: „Wirds das denn?“ Oskar: “ Wäre dann noch jemand hier?“ (S. 71)

Neben den spannenden Themen Freundschaft, Vertrauen und Babys, darf der fantastische Sprachwitz des Kinderbuches nicht unangesprochen bleiben. Andreas Steinhöfel ist ein Genie darin, Ricos tiefbegabte Sicht auf die Welt unglaublich sympathisch zu verpacken. So werden die Wörter, die für Rico schwierig zu verstehen sind, jeweils in einem Kasten noch einmal aus seiner Sicht erklärt, sodass der Leser meist überrascht ist, über seine intelligenten Ansichten. Wie die Zitate bereits andeuten, gibt es auch nicht wenige Stellen im Buch, die den Leser deswegen unglaublich amüsieren und Spaß bereiten.

Irgendwer hatte mal hier, mal dort ein paar Tannenzweige, silberne Christbaumkugeln und rote Schleifchen in die Auslage gelegt. Als ob so ein Schnitzel oder ein Steak, wenn es erst mal hier gelandet war, noch einen Grund zum Feiern hätte. (S. 73)

Das Setting der Geschichte ist diesmal fast ausschließlich das Haus in der Diffe, in der Rico und Oskar wohnen. Doch weil an Heilig Abend in ihrem Mehrfamilienhaus alles drunter und drüber geht, werden sämtliche Wohnungen zum Schauplatz lustiger Begebenheiten. Wie jedesmal, gibt es auch diesmal vorne im Buch eine schöne Zeichnung des Hauses, auf der man sehen kann, wer in welcher Wohnung in der Diffe wohnt und wo sich welches Chaos an Heilig Abend abspielt. Ich fand es wunderbar mich wieder in die besondere Hausgemeinschaft von Rico und Oskar zu verlieren und habe mich gefreut, dass wieder sämtliche Nachbarn in die Abenteuer der beiden Freunde hineingezogen werden.

Fazit & Bewertung

In Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch von Andreas Steinhöfel geht es um große Themen, wie Freundschaft und Vertrauen, die kindgerecht und im Rico-Charme erklärt und behandelt werden. Mir hat dieses vierte Buch der Reihe wieder sehr gut gefallen, denn man begegnet den altbekannten zauberhaften Helden, deren Abenteuer diesmal so ganz anders verlaufen als sonst. Mit viel Sprachwitz schafft es der Autor seine Leser zu begeistern und gleichzeitig unglaublich zu amüsieren.

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