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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

thriller, entführung, mord, kurzgeschichte, kalender-thriller

Februar - ...sonst tot

Thomas Nommensen & Jutta Maria Herrmann , Thomas Nommensen
E-Buch Text
Erschienen bei Knaur eBook, 02.02.2015
ISBN 9783426432853
Genre: Krimi und Thriller

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der Trick mit dem Glück

Emma Seppälä , Sabine Thiele
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Knaur Balance, 04.10.2016
ISBN 9783426675311
Genre: Biografien

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 7 Rezensionen

berlin, liebe, ddr, beziehung, geheimnisse

Roula Rouge

Mathias Nolte
Flexibler Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 06.02.2009
ISBN 9783426501184
Genre: Romane

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Frau, die in der Erde lebt

Swain Wolfe
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe
ISBN 9783404920129
Genre: Klassiker

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142 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

entführung, pädophilie, witwe, thriller, psychothriller

Die Witwe

Fiona Barton , Sabine Längsfeld , Hafen Werbeagentur
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 21.05.2016
ISBN 9783805250979
Genre: Krimi und Thriller

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amrum

Küstenmorde

Nina Ohlandt , Thomas Piper
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.09.2015
ISBN 9783838777757
Genre: Krimi und Thriller

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Schwimmen

Nicola Keegan , Bernhard Robben , any.way , Cathrin Günther
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2011
ISBN 9783499248580
Genre: Romane

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18 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

1933 war ein schlimmes Jahr

John Fante , Alex Capus , Alex Capus
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 14.11.2016
ISBN 9783351050313
Genre: Romane

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17 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

erwachsen werden, ende der ddr, roman, historisch

Flieg ich durch die Welt

Robert Gold
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Eulenspiegel - Das Neue Berlin, 14.03.2016
ISBN 9783359024972
Genre: Romane

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

senioren, verbrechen, schweden, gefängnis, altersheim

Wir fangen gerade erst an

Catherine Ingelman-Sundberg , Stefanie Werner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 16.05.2013
ISBN 9783651000605
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

glück, positives denken

Was mein Leben reicher macht: Glücksmomente aus dem Alltag

Wolfgang Lechner
E-Buch Text: 228 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 03.02.2012
ISBN 9783426414194
Genre: Romane

Rezension:

GLÜCKSMOMENTE AUS DEM ALLTAG...

Über 100 Einsendungen wöchentlich erreicht die ZEIT allein zu der Rubrik "Was mein Leben reicher macht", was zeigt, wie beliebt diese bei den Lesern ist. Immer wieder berichten Leser, wie sehr die Lektüre der Einsendungen zu diesem Thema sie bewege, 'bei der auch mal eine Träne fließt oder zwei Minuten innere Stille herrscht'.

Bekenntnisse, Beobachtungen, kleine Geschichten - hier gibt es keine Stilvorgaben. Überzeugende, anrührende, überraschende oder einleuchtende Texte sind hier zu finden, kurz und prägnant und von Lesern für Leser. Der verantwortliche Redakteur Wolfgang Lechner hat die schönsten, ungewöhnlichsten und bewegendsten Einsendungen zu den Themen 'Liebe', 'Freunde', 'Alltägliches', 'Familie', 'Natur', 'Kinder', 'Schönes', 'Begegnungen', 'Dankbarkeit' und 'Erinnerungen liebevoll ausgewählt und zusammengestellt.


"Es müsste ein Gesetz geben, dass jeden Tag nach der Tagesschau im Fernsehen fünf Minuten lang aus dieser Spalte vorgelesen wird!"


Es sind oft die kleinen Dinge, die das Leben schöner machen: eine von einem Fremden uner­wartet überreichte Blume, ein Kuss im Aufzug vom seit Jahren geliebten Mann, das ruhige Atmen der eigenen Kinder im Schlaf, das Schmunzeln der Kollegen im Büro. Solche Momente sind es, die einen das kleine Glück erleben lassen, plötzlich und unerwartet und dadurch oftmals so überwältigend.

Das Buch versammelt solche Momente und lässt uns dadurch ein wenig daran teilhaben. Es öffnet die Augen dafür, wie nah das Glück oft liegt und dass es manchmal reicht, die Aufmerksamkeit auf die kleinen Schönheiten des Alltags zu lenken, um sich reicher zu fühlen.

Manches ließ mich lächeln, manches berührte mich unerwartet - und allen Geschichten ist anzumerken, dass sie von Momenten berichten, die für den Schreibenden etwas Besonderes darstellten. Eine schöne Sammlung, die man immer wieder einmal zur Hand nehmen und darin blättern kann, vielleicht auch gerade dann, wenn das Gefühl vorherrscht, dass das Glück sich von einem abgewendet hat oder aber wenn einem in unserer hektischen Welt der Sinn mal wieder nach einem Moment innerer Stille steht... Oft schon genügt da ein Wechsel der Blickrichtung.

Sicherlich auch als ein passendes Geschenk geeignet für jemanden, mit dem man Glücksmomente teilen möchte oder aber für einen Menschen, der etwas Aufmunterung gebrauchen kann.


© Parden

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Tags: glück, positives denken   (2)
 

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alexandra potter, love from paris, paris, liebe, 30er jahr

Love from Paris

Alexandra Potter , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.07.2016
ISBN 9783442479122
Genre: Romane

Rezension:

J'ATTENDRAI...

Ruby Miller ist eine junge Autorin, die schon einige Liebesromane geschrieben hat. Als 'Anwältin in Sachen Liebe' sieht sie sich auch jenseits ihrer Bücher, nur in ihrem eigenen Leben scheint sie damit nicht so recht erfolgreich zu sein. Mit dem Amerikaner Jack verbindet sie zwar eine große Liebe, doch seit drei Monaten haben sie sich nun nicht mehr gesehen. Ruby fiebert daher der Ankunft ihres Liebsten entgegen, denn schließlich hat sie Geburtstag, und in den kommenden Tagen wollen Jack und sie alles nachholen, was sie in den vergangenen Monaten versäumt haben.

Doch Jack kommt nicht. Er teilt ihr telefonisch mit, dass er beruflich verhindert sei, als Ruby schon am Londoner Flughafen steht und auf ihn wartet. Für Ruby bricht die Welt zusammen - ein Wort ergibt das nächste, und schon ist der schlimmste Streit vom Zaun gebrochen. Als sie schließlich auflegt, liegen alle Pläne in Scherben vor ihr. Doch bevor sie sich noch in ihre Wohnung verkriechen und ihr Schicksal beweinen kann, erreicht sie ein weiterer Anruf. Ihre beste Freundin Harriet will nicht nur Rubys Geburtstag mit ihr feiern, sie benötigt auch selbst seelische Unterstützung. Denn seit sie London verlassen hat und wegen des Jobs in einem Auktionshaus nach Paris gezogen ist, droht Harriet die Einsamkeit über den Kopf zu wachsen. Also packt Ruby kurzerhand ihren Koffer und ihren kleinen Hund und setzt sich in den Zug nach Paris.

Harriet und Ruby freuen sich unbändig, sich endlich wiederzusehen. Doch auch wenn Ruby sich ihre Zeit als Autorin selbst einteilen kann, muss Harriet trotz des überraschenden Besuchs ihrer Freundin auch ihren beruflichen Verpflichtungen nachkommen. Als sie eine Wohnung besichtigen soll, in der zahlreiche wertvolle Antiquitäten vermutet werden, die demnächst versteigert werden sollen, kommt Ruby kurzerhand mit. Und schon beim Betreten der Wohnung umweht sie eine geheimnisvolle Atmosphäre. Weshalb wurde dieses Appartement fast 70 Jahre lang heimlich bezahlt, jedoch nie bewohnt? Und was sind das für Briefe, die Ruby unter dem Bett findet, als sie ihren kleinen Hund sucht, der wieder einmal ausgebüchst ist?

Ruby ist hier voll in ihrem Element. Rund um die Liebe dreht es sich eben nicht nur in ihren Büchern, sondern sie mag auch reale Liebesgeschichten. Abgesehen von ihrer eigenen Romanze, die zur Zeit gar nicht so recht läuft, ist es zum einen ihre Freundin Harriet, um die sich Ruby in Sachen Liebe kümmern will, zum anderen aber auch die geheimnisvolle Geschichte, die hinter den gefundenen Briefen in der schon lange verlassenen Wohnung liegt. Jeder dieser Briefe ein Versprechen: 'J'attendrai' - 'Ich werde auf dich warten'. Vergangenheit und Gegenwart berühren sich, und Ruby ist voller Hoffnung, dass eine große Liebe auch die Zeiten überdauert...

Ruby ist ein liebenswerter, etwas schusseliger Charakter und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Auch die anderen Figuren des Romans haben, so weit gewollt, etwas Liebenswertes, auch wenn die Charaktere etwas klischeehaft gestrickt sind. Abgesehen von ein paar seeehr bemühten 'witzigen' Stellen, bei denen mir ob der Plumpheit das Lachen verging und einigen langatmig wirkenden Stellen v.a. in der ersten Hälfte des Romans, ist die unglaubliche Anhäufung der Zufälle das, was mich hier gestört hat. Doch Alexandra Potter nimmt dieser Kritik selbst den Wind aus den Segeln:


"Man könnte es Zufall nennen. Oder Fügung (...) Aber die Ruby (...) kann sich des Gedankens nicht erwehren, dass hier höhere Mächte am Werk sind. Dass diese scheinbaren Zufälle allesamt Teil eines großen Plans sind."


Und da der Liebe immer auch etwas Magisches nachgesagt wird, sei der Autorin hiermit verziehen. Denn letztlich bekommt man als Leser genau das, was man von diesem Roman erwartet: einen unterhaltsamen und spannenden Liebesroman voller Geheimnisse, die darauf warten, endlich gelüftet zu werden. Ein Roman mit Pariser Flair, zum Abtauchen geeignet für alle, die dem Genre nicht abgeneigt sind. Für mich war es jedenfalls das Richtige zum Abschalten an einem grauen Januarwochenende.


© Parden



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japan, katze, katzen, garten, roman

Der Gast im Garten

Takashi Hiraide , Ursula Gräfe , Quint Buchholz
Flexibler Einband: 135 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.04.2016
ISBN 9783458361619
Genre: Romane

Rezension:

ÜBER DAS FLÜCHTIGE GLÜCK DES DASEINS...

Ein junges Paar, erschöpft vom Lärm der Großstadt, bezieht ein Gartenhaus außerhalb Tokios. Als eines Tages ein kleines Kätzchen auftaucht, unterbricht es die beschauliche Stille des weitläufigen Gartens, es räkelt sich verspielt inmitten der Blumenbeete im Schatten der Bäume, tollt mit Schmetterlingen und Libellen herum und streift durch das Unterholz. Mehr und mehr öffnen sich die beiden dem unverhofften Gast und bemerken dabei kaum, was die Katze tatsächlich für ihr Leben bedeutet – bis sie eines Tages verschwindet.

Mit Der Gast im Garten hat der japanische Lyriker und Lektor Takashi Hiraide hat  eine autobiographische Erzählung vorgelegt, für die die Gattungsbezeichnung 'Roman' in meinen Augen zu hoch gegriffen ist. Episodisch gestaltet, strahlt der Text eine große poetische Ruhe aus.


"Wenn Chibi sich müde gespielt hatte, kam sie ins Haus, um sich auszuruhen. Das erste Mal, als sie zusammengerollt auf dem Sofa einschlief, hielt eine tiefe Freude Einzug, als habe das Haus selbst sich diese Szene erträumt."


Auf 135 Seiten lässt der Autor den Leser teilhaben an der Begegnung mit Chibi, der kleinen weißen Katze, die bei ihm und seiner Frau schließlich ein- und ausgeht, sich jedoch nicht streicheln oder hochnehmen lässt.  Es ist, als ziehe mit Chibi die Seele ins Haus und in den Garten, die alles erst lebendig erscheinen und auch seine Bewohner aufleben lässt. Neben der wachsende Zuneigung zu der Katze erfährt der Leser so auch wie nebenher viel über das Leben und die Wesensart der Japaner. Für mich war dies auch ein interessanter Einblick in eine fremde Kultur.

Takashi Hiraide nimmt sich viel Zeit auch für unscheinbare Dinge, was die Zartheit der Erzählung unterstreicht. Als störend empfand ich dabei allerdings manche ausschweifende Erläuterungen zu Nebensächlichkeiten, wie z.B. ein seitenlanger Exkurs über die Triangulation - eine Methode, mit der Menschen früher Flächen und Höhen vermessen haben. Auch empfand ich die Aneinanderreihung der Episoden an manchen Stellen als deutlich sprunghaft, was den Fluss der zarten Erzählung für mich störend unterbrach.

Das schmale Buch über das flüchtige Glück des Daseins erscheint als Hardcover-Ausgabe in einer außergewöhnlich hübschen Aufmachung. Die Bilder von Quint Buchholz illustrieren die geschilderten Szenen vortrefflich und spiegeln deren klare Poesie. Für mich eine überaus gelungene Kombination.

Ein nettes Büchlein, das sicher auch als Geschenk für alle diejenigen geeignet ist, die im Leben zwischendurch immer gerne einmal innehalten mögen. Und für Katzenliebhaber sowieso...


© Parden

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kinderbuch, freunde, pirat, mut, abenteuer, spannung & reise

Der kleine Drache Kokosnuss - Hab keine Angst!

Ingo Siegner ,
Fester Einband: 65 Seiten
Erschienen bei cbj, 05.08.2004
ISBN 9783570128060
Genre: Kinderbuch

Rezension:

DER FEIGE PIRAT...

Kokosnuss ist ein kleiner Drache, der mit seinen Freunden stets aufregende Abentuer erlebt. Bei einem Ausflug auf die Schildkröteninsel erfährt Kokosnuss die Geschichte vom gefürchteten Piraten Roter Rudolf und seinem magischen roten Amulett. Einem Amulett, das seinem Besitzer großen Mut verleiht, aber leider im Meer vor der Insel verloren ging. Kokosnuss und seine Freunde beschließen daraufhin, nach diesem Amulett zu suchen. Bei ihren Tauchgängen begegnet ihnen ein U-Boot, das von einem waschechten Piraten gesetuert wird. Pieter Backbord ist allerdings der ängstlichste Pirat der Welt und wurde wegen seiner Feigheit von den anderen Piraten auf der Insel zurückgelassen. Kokosnuss und seine Freunde beschließen, dem Piraten zu helfen - wenn  er das rote Amulett des Roten Rudolfs bekäme, wäre endlich Schluss mit seiner ständigen Angst vor allem und jedem. Doch so einfach ist das alles nicht...

Von den Abenteuern der Suche nach dem Amulett erzählt die Geschichte, von Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Angst und Mut. Ein kindgerechter Themenmix, der hier nicht nur sprachlich nett präsentiert wird, sondern auch noch mit zahlreichen wundervollen Illustrationen untermalt wird. Die Bilder stammen ebenfalls aus der Feder von Ingo Siegner.

Die Erzählung erzeugt ausreichend Spannung, um Kinder neugierig zu machen und zum Weiterlesen zu motivieren, ist andererseits aber auch nicht zu spannend und daher auch für ängstlichere Kinder geeignet. Angegeben ist das empfohlene Alter ab 6 Jahren - vorgelesen ist die Geschichte aber m.E. auch schon für die meisten etwas jüngeren Kinder geeignet. Besondere Begriffe werden im Anhang erläutert, und beim Vorlesen ist ja der Erwachsene gefragt, der etwaige unbekannte Begriffe erklären kann.

24 Bände gibt es bislang schon aus der Reihe um den kleinen Drachen Kokosnuss. Dieses Buch wurde mir von der Tochter einer Freundin geliehen und wird wohl auch mein einziges bleiben, da es keine Kinder im passenden Alter in meinem Umfeld gibt, denen ich die Bücher vorlesen könnte. Ansonsten würde ich sicher nach weiteren Büchern der Reihe Ausschau halten.


© Parden

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kinderbuch, illustrationen, vater, bilder, krankenhaus

Lieber Momme

Peter Lustig

Erschienen bei Mann (Wolfgang), Berlin, 01.02.1998
ISBN 9783926740168
Genre: Sonstiges

Rezension:

BRIEFE AUS DEM KRANKENHAUS...

Der studierte Elektroniker Peter Lustig gestaltete über 25 Jahre als Moderator der ZDF-Sendung "Löwenzahn" nachhaltig das Kinderprogramm der deutschen Fernsehkultur. Als liebenswerter Lehrvater mit Latzhose, Nickelbrille und Halbglatze führte er durch 197 Episoden der Kindersendung, die zur populärsten ihrer Art avancierte. Doch Lustig schrieb auch Bücher - darunter 10 lehrreiche Sachbücher für Kinder.

1985 erkrankte Lustig an Lungenkrebs, der mit sieben Operationen und der Amputation eines Lungenflügels behandelt wurde. Während seiner Krankenhausaufenthalte schrieb Lustig Briefe an seinen Sohn, die als Kinderbuch unter dem Titel "Lieber Momme – Wunderliche Briefe" veröffentlicht wurden. Im Februar 2016 verstarb Lustig, und ich freue mich, dass ich dieses kleine Büchlein von gerade einmal 68 Seiten mein eigen nennen kann.

Jeder von Peter Lustigs Briefen an seinen Sohn Momme ist eine besondere Geschichte - zum (Vor-)Lesen und zum Weiterspinnen gedacht. Dabei wird jeder Brief von einer Zeichnung Lustigs begleitet, die das Geschriebene anschaulich unterstreicht. Was für eine liebenswerte Geste von einem sehr kranken Vater für seinen Sohn, der gerade lesen gelernt hatte! Damit zeigte  er dem kleinen Jungen, dass Fantasie und Lebensfreude lebenslang lebendig sein können.

Mir hat diese Sammlung sehr gut gefallen, und für mich ist sie ein schönes Andenken an den, der die Kindheit meines Sohnes mit geprägt hat - jeden Sonntag gab es 'Löwenzahn'...  Leider scheint das Buch inzwischen vergriffen zu sein.


© Parden

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Der Pfarrer von Kirchfeld (Classics To Go)

Ludwig Anzengruber
E-Buch Text: 118 Seiten
Erschienen bei Otbebookpublishing, 27.12.2015
ISBN 9783956767890
Genre: Sonstiges

Rezension:

EIN ÖSTERREICHISCHES VOLKSSTÜCK...

'Volksstück mit Gesang in vier Akten' lautet die genauere Bezeichnung, und entstanden ist es um 1870. Kein modernes Stück also, und doch gehört es zu den bekannteren Werken des Österreichers Ludwig Anzengruber, das immerhin zweimal verfilmt wurde (1937 und 1955).

Im Mittelpunkt des Geschehens steht Pfarrer Hell - sein Gegenspieler, der Graf von Finsterberg, tritt nur in der ersten und letzten Szene auf, spielt jedoch letztlich eine bedeutsame Rolle. Der feudal-klerikale Graf und der josephinisch freisinnige Pfarrer (der Josephinismus war eine wichtige Basis für die Katholische Aufklärung) stellen zwei Gegenpole dar, deren ganze Ausprägung allerdings erst am Ende des Stückes deutlich wird.

Pfarrer Hell ist in seiner kleinen Gemeinde sehr angesehen und geachtet. Die Wirtshausschlägereien haben nachgelassen, seit er nach Kirchfeld versetzt wurde, der Alkoholkonsum unter der Woche ebenso, und er selbst ist über jeden Zweifel erhaben. Als er von einem alten Kollegen gebeten wird, die junge Waise Anna in seinen Haushalt aufzunehmen und sie seiner Haushälterin Brigitte zur Seite zu stellen, ahnt er nicht, dass sich dadurch alles verändern wird: Pfarrer Hell verliebt sich in Anna, und auch wenn er sich sehr zusammenreißt, bleiben das Gerede und die Gerüchte nicht aus.

Die Bigotterie ist in diesem Volksstück ebenso Thema wie hier 'von gemischter Konfession, von gemischter Ehe und von einer aufdämmernden Notwendigkeit der Priesterehe die Rede ist'. Themen also, die wenigstens z.T. bis heute nicht ad acta gelegt worden sind, und bei denen man sich bildhaft vorstellen kann, für welche Aufregung sie in einem kleinen Bergdorf der damaligen Zeit sorgen konnten.

Die Sprache des Stückes war für mich gewöhnungsbedürftig - nicht allein aufgrund der Altertümlichkeit des Stils, sondern v.a. auch deshalb, weil das Volksstück tatsächlich im breitesten Dialekt geschrieben wurde. Da ich dialektfrei aufwuchs, fiel mir das reine Sprachverständnis schon nicht immer leicht, auch wenn der Sinn sich aus dem Zusammenhang ergeben mochte.


"Dös hab' ich auch 'glaubt - das hab' ich auch g'sagt, aber dö Letfeigen hab'n ja nit auf mich g'hört - und da hab' ich in sie 'neing'schrien - da sein dö grob word'n - ich net höflich - dö hau'n her - ich hau' z'ruck - und so hab' ich mein Teil kriegt."


Sehr gefallen haben mir dabei meist die eingefügten Lieder, deren Texte oftmals frech-frivol sind und die die oft eher düstere und melancholische Stimmung des Stückes selbst unerwartet auflockern. Die Liedertexte stammen zwar nicht aus der Feder Anzengrubers, doch da das Stück stets mit Gesang aufgeführt wurde, entschloss man sich schließlich, die Lieder im Buch auch mit abzudrucken.

Interessant fand ich auch im Anhang die zeitgenössische Theaterkritik eines Heinrich Laube aus dem Jahre 1870, der sich sowohl zum Stück selbst als auch zu der Art der Aufführung äußerte.

Die 159 Seiten meiner ererbten Ausgabe des Textes waren letztlich rasch gelesen und zeigen, dass sich ein Blick in die Vergangenheit immer einmal lohnt.


© Parden


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Anzengruber wurde am 29.11.1839 in Wien geboren, er stammte aus oberösterreichischem Bauerngeschlecht. Zuerst besuchte er die Realschule, er mußte sie aber wegen Geldmangels vorzeitig verlassen. Dann begann er eine Buchhandelslehre. Von 1860-1868 war Anzengruber Schauspieler bei verschiedenen Wandergruppen, mit denen er die Provinztheater bereiste. Sein Stück "Der Pfarrer von Kirchfeld" machte ihn berühmt. Später war Anzengruber Theaterdichter am "Theater an der Wien" und danach am Volkstheater. Er starb am 10.12.1889 in Wien.

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südsee, hörbuch, ilena gwisdalla, neuseeland, yacht

Das Haus, das in den Wellen verschwand

Lucy Clarke , Claudia Franz , Ilena Gwisdalla
Audio CD
Erschienen bei Audio Media Verlag, 01.06.2016
ISBN 9783956390678
Genre: Romane

Rezension:

MITTEN IM OZEAN IN EINER MONDLOSEN NACHT...

Lana und ihre beste Freundin Kitty wagen das große Abenteuer und verlassen ihre Heimat England, um auf Weltreise zu gehen. Unterwegs treffen sie auf eine Gruppe junger Backpacker, die mit ihrer Jacht von den Philippinen nach Neuseeland segelt. Schnell werden die beiden Mädchen Teil der Crew, und es beginnt eine aufregende Zeit vor der traumhaften Kulisse der Südsee. Als plötzlich ein Crewmitglied mitten auf dem Ozean spurlos verschwindet, merken die Freundinnen jedoch, dass an Bord nichts ist, wie es scheint. Nach und nach kommen die Gründe ans Licht, weshalb ihre Mitreisenden die Fahrt wirklich angetreten haben …

Die Ereignisse werden aus der Sicht der jungen Malerin Lana geschildert. Dabei wechselt die zeitliche Ebene immer wieder zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, wobei diese Verzahnung der Zeitebenen einen gelungenen Schachzug darstellt. Fragezeichen entstehen sowohl im 'Damals' als auch im 'Jetzt', denn zu Beginn der Erzählung ahnt der Hörer in keinster Weise, worum es hier eigentlich geht. Scheibchen für Scheibchen erfährt er mehr über die Hintergründe, und doch gibt es immer wieder überraschende Wendungen, die die Geschehnisse in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

Im 'Damals' segelt Lana mit ihrer besten Freundin Kitty und einigen anderen jungen Männern und Frauen mit der Yacht 'The Blue' in der Südsee von Insel zu Insel, und sie genießt das Leben in vollen Zügen: Sonne, Meer und Freiheit, solange das Geld reicht. Entscheidungen an Bord werden demokratisch gefällt, anfallende Arbeiten werden gerecht aufgeteilt, und eigentlich herrschen hier paradiesische Zustände. Und doch fällt ein tiefer Schatten auf das Paradies, als eines Tages eines der Crewmitglieder spurlos verschwindet, mitten auf dem Ozean. Lana ist entsetzt über das Verschwinden, noch entsetzter allerdings über die Reaktion der übrigen Mitreisenden. Sie wollen das Fehlen des Crewmitglieds den Behörden gegenüber verschweigen. Was ist da wirklich geschehen - und wer hat da etwas zu verbergen? Das Misstrauen wächst, und Lana muss eine Entscheidung treffen...

Im 'Jetzt' befindet sich Lana in Neuseeland und wartet auf die Ankunft der Yacht 'The Blue', als sie im Radio die Nachricht hört, dass diese vor der Küste gesunken sein soll. Was ist geschehen? Und was ist mit der Besatzung? Ist Kitty noch am Leben - und was ist mit den anderen? Lana steht große Ängste aus und verfolgt die dramatische Suche nach den Vermissten. Dabei wird sie von ihren Erinnerungen an ihre eigene Reise mit der Segelyacht und den anderen Bordmitgliedern eingeholt, und zunehmend nähert sich so die Vergangenheit der Gegenwart an.

Einiges war etwas vorhersehbar, manche Passagen empfand ich auch als langatmig. Doch insgesamt ist dies ein Roman, wo die latente Spannung meistens präsent ist und die überraschenden Wendungen zwischendurch für neuen Schwung sorgen. Die Charaktere offenbaren sich hier nur in dem Maße, wie sie sich Lana gegenüber geöffnet haben - und da ist beileibe nicht alles so, wie es sich zu Beginn präsentiert. Selbst der Epilog hält noch eine Überraschung bereit, die mir fast noch die Tränen in die Augen trieb.

Interessant und passend vorgetragen wird das Hörbuch durch
llena Gwisdalla. Die vorherrschende Stimmung unterstreicht die Sprecherin durch eine jeweils adäquate Betonung, und insgesamt habe ich dem Vortrag der 422 Minuten dauernden Lesung gerne gelauscht.


© Parden

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phantastik, horror, freundschaft, amerika, seele

Das Böse kommt auf leisen Sohlen

Ray Bradbury , Norbert Wölfl
Flexibler Einband: 271 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.09.2013
ISBN 9783257208665
Genre: Fantasy

Rezension:

VERLOCKUNGEN...

Eines Nachts kommt heimlich und verstohlen ein Jahrmarkt in eine kleine Stadt in Illinois und schlägt seine Zelte auf. William »Will« Halloway und James »Jim« Nightshade, zwei Jungs aus der Stadt, spüren als Erste, dass mit dem Jahrmarkt etwas nicht geheuer ist. Sie entdecken das dunkle Geheimnis eines Karussells, das auf zerstörerische Weise in das Leben der Fahrgäste eingreift. Ihre Entdeckung bleibt nicht unbemerkt: Auf leisen Sohlen, aber unerbittlich werden die Jungen vom Bösen verfolgt und in die Enge getrieben.


"Eines Jahres begann Allerheiligen schon am 24. Oktober, drei Stunden nach Mitternacht. In diesem Jahr war James Nightshade (...) dreizehn Jahre, elf Monate und dreiundzwanzig Tage alt. William Halloway von nebenan war dreizehn Jahre, elf Monate und vierundzwanzig Tage alt. Beide streckten ihre Hände nach dem vierzehnten Geburtstag aus und spürten ihn fast schon leise zitternd zwischen ihren Fingern. Das war jene Woche im Oktober, in der sie über Nacht erwachsen wurden, in der das Jungsein ihnen entglitt..."


Obwohl die beiden Jungen fast auf den Tag genau gleich alt sind und beste Freunde noch dazu, sind sie von ihrer Wesensart her komplett verschieden. Jim ist der, der Angst hat, das Leben zu verpassen - immer vorneweg und ohne Furcht vor irgendetwas, doch mit viel Sehnsucht nach dem, was da noch kommen mag. Will dagegen ist der, der nachdenkt, der träumt, der innehält - doch er läuft mit Jim, um ihn nicht zu verlieren. Heimliche nächtliche Ausflüge sind an der Tagesordnung, der Weg durchs Fenster statt durch die Tür ist Ehrensache. Beide Jungen treiben aufs Erwachsenwerden zu, doch während Jim es kaum abwarten zu können scheint, tastet sich Will eher vorsichtig heran.

Als ein Blitzableiterverkäufer in die kleine Stadt kommt, erfasst eine erste dunkle Ahnung die Jungen. Und der unterschiedliche Charakter der beiden offenbart sich einmal mehr: während Will darauf besteht, den Blitzableiter am Haus zu befestigen, wagt Jim das Spiel mit dem Feuer und reißt ihn wieder ab. In derselben Nacht kommt unerwartet ein alter Zirkus in die Stadt. Die Jungen wachen bei dessen Ankunft auf und beobachten die dunklen Schatten, die den Zirkus aufzubauen scheinen. Doch tagsüber scheint alles normal...


"Ein Jucken spür' ich, ganz verstohlen,
Das Böse kommt auf leisen Sohlen."
Shakespeare


Der Zirkus zieht die Menschen magisch an, mit seinen Karussells, seinen Attraktionen, seinen Monstrositäten. Doch Jim und Will spüren, dass hier das Böse Einzug hält. Unsichtbar für jeden, nur nicht für die empfindsamen, vibrierenden Seelen der Heranwachsenden. Aber werden sie sich der Gefahr erwehren können? Oder auch nur wollen? Denn die Verlockungen sind groß...

Bei Ray Bradbury kommt das Grauen nicht zähnefletschend und bluttriefend daher. Sondern mit Zuckerwatte, Musik und verlockenden Versprechungen. Ein subtiles Gefühl von Bedrohung, von Düsternis, aber auch von Melancholie, erfasste mich immer wieder beim Lesen. Vor allem zu Beginn die 'Ruhe vor dem Sturm', die 'bleierne Stille vor dem Gewitter' - die fand ich richtig gelungen. Hier wird allegorisch eine Geschichte erzählt über das Leben, über Trauer, über Freundschaft, über Träume, über die Verbundenheit von Vätern und Söhnen und natürlich über den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, der nicht hoffnungslos sein muss.


"Der Rest des Weges ging glatt, wunderbar, leicht, herrlich. Sie schwangen sich über das Fensterbrett und blieben dort eine Weile sitzen, gleich groß, gleich schwer, getönt von denselben Sternen. Sie umarmten sich mit dem Gefühl herrlicher Erschöpfung, lachten leise miteinander preßten einander die Hand auf den Mund, aus Angst, jemanden zu wecken – Gott, das Land, die Frau, die Mutter, die Hölle. Sie spürten die warem Quelle der Heiterkeit dort, blieben noch einen Augenblick so sitzen, die Augen hell und feucht vor Liebe.“


Und doch hatte ich trotz des überzeugenden Ansatzes einige Probleme mit der Lektüre. Zum einen fiel es mir schwer, mich an den doch altertümlich anmutenden Schreibstil zu gewöhnen (die Originalausgabe erschien bereits 1962 unter dem Titel 'Something Wicked This Way Comes', die deutsche Ausgabe erstmals im Jahr1969). Zum anderen gab es hier einige Schwachpunkte, die den Gruseleffekt für mich immer wieder verwischten oder unterbrachen:

Ein stellenweise inflationär anmutender Gebrauch von Bildern und Metaphern war gelegentlich anstrengend zu lesen und zwang die Gedanken beim Lesen immer wieder auf die mögliche hintergründige Bedeutung zwischen den Zeilen. Langatmige Passagen philosophischer Gedankengänge und Monologe wirkten auf mich teilweise zu raumfordernd und der Spannung abträglich. Manche Szenen wirkten (alb-)traumartig und surreal und verwirrten mich damit mehr als dass sie den Gruseleffekt verstärkten. Und auch wenn am Ende das Tempo noch einmal deutlich anzog, war mir die Auflösung letztlich zu einfach, zu 'platt'.


"Nein, ganz stimmte das auch nicht. Aus sich selbst heraus macht er ein Geräusch, er seufzt wie der Wind, der deine Gardinen bläht weiß wie der Atem des Schaums. Oder er macht ein Geräusch wie die Sterne, die sich in deinem Traum drehen. Vielleicht kündigt er sich auch an wie Mondaufgang und Monduntergang. Ja das ist am besten: Wie der Mond über die Tiefen des Alls segelt, so treibt ein Ballon dahin.“


Dennoch war mein erstes Buch von Ray Bradbury insgesamt eine interessante Lektüre - sein sicherlich bekanntestes Werk 'Fahrenheit 451' möchte ich auch unbedingt noch lesen. Als einer der bekanntesten und schöpferischsten Schriftsteller Amerikas hat Ray Bradbury viele seiner schreibenden Kollegen der nachfolgenden Generationen zwangsläufig beeinflusst und inspiriert. So offensichtlich auch Stephen King: Parallelen von 'Das Böse kommt auf leisen Sohlen' beispielsweise zu 'Es' lassen sich einfach nicht leugnen.

Ein Buch voller Symbolik und Allegorien, das nicht immer einfach zu lesen ist, das aber den Leser fordert, in die Abgründe hinter den Zeilen einzutauchen.


© Parden

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kalender-thriller, thriller, kurzgeschichte, knaur, claudio m. mancini

Januar - Der Pate von Lütjenholm

Claudio M. Mancini
E-Buch Text
Erschienen bei Knaur eBook, 07.01.2015
ISBN 9783426432846
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

HARMLOSER THRILLER...

Ein toter Mafiapate in einer nordfriesischen Gemeinde! Cesare Pastorale wurde der Schädel eingeschlagen und er wurde im Lütjenholmer Moor nahe Flensburg versenkt. Allerdings nicht für die Ewigkeit, denn die Leiche des Mafiapaten wird wieder an die Oberfläche getrieben und von einer Spaziergängerin entdeckt. Während die Polizei den ortsansässigen Eiscafébetreiber Salvatore Alvaro als Schwiegersohn des Toten ausfindig machen kann, wittert der Journalist Hinnerk Olsen eine riesen Story und geht Hinweisen sowie Anschuldigungen aus der Bevölkerung auf eigene Faust nach.

Was erwarte ich von einem Thriller? Spannung, interessante Charaktere, die durchaus einmal polarisieren können, mitreißende Ermittlungen, überraschende Wendungen. Selbst ein Short Thriller wie in diesem Fall mit gerade einmal 105 Seiten kann durchaus einige der genannten Elemente vorweisen, wie ich bei der Lektüre anderer Bücher gelernt habe. Doch hier? Gähnende Leere.

Da gibt es zum einen unfähige Ermittler, die fehlende Kompetenz und Intuition durch unfreundliches und ruppiges Gehabe wettzumachen versuchen. Die Klischeekiste darf hier auch nicht fehlen, und so wird ein italienischer Verdächtiger freundlichst 'Spaghetti' genannt, über einen anderen wird sich lustig gemacht: er habe eine geladene Schwulenknarre dabei gehabt. Ich mag eine lockere Schreibweise durchaus, wenn sie zu dem Geschehen passt - hier jedoch habe ich es oft als verkrampftes Bemühen empfunden, das nicht sonderlich von Erfolg gekrönt war.

Bleiben zum anderen noch oberflächliche Ermittlungen, flache Charaktere - und selbst das eigentlich überraschende Ende entlockte mir letztlich nur noch ein Schulterzucken. Als Thriller-Fan kann ich hier leider nur konstatieren: eine eher enttäuschende Leistung. Schade. Ich hoffe, die anderen Short Thriller dieser Reihe sind lohnenswerter!


© Parden

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Tags: kalender-thriller, nordfriesland, short thriller, thriller   (4)
 

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amelia sachs, lincoln rhyme, short thriller

Die Locard'sche Regel

Jeffery Deaver
E-Buch Text: 110 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 31.10.2016
ISBN 9783641211776
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

RHYMES UNTRÜGLICHER INSTINKT...

Der fünfundfünfzigjährige Unternehmer Ronald Larkin wird erschossen in seinem Haus auf der New Yorker Upper East Side aufgefunden. Der Schuss wurde offenbar durch das Fenster abgegeben, während Larkin und seine Ehefrau schlafend im Bett lagen. Die Frau ist ebenfalls verletzt, es gibt keine Zeugen, kaum Spuren, und auch Feinde scheint der sozial und umweltpolitisch engagierte Mann nicht gehabt zu haben.

Hier steht Lincoln Rhyme selbst vor einem großen Rätsel. Wieder einmal ist der nach einem Arbeitsunfall querschnittsgelähmte ehemalige Ermittler von Detective Lon Sellitto gebeten worden, der Polizei helfend unter die Arme zu greifen. Denn dies ist ein politisch brisanter Fall, der möglichst schnell gelöst werden soll. Handelt es sich doch bei dem Toten um den Philanthropen Ronald Larkin, einen hundertfachen Milliardär, der seine Firma jemand anderem übergeben und mit seinem Bruder eine Stiftung gegründet hat. In Krisengebieten verteilt diese Stiftung jedes Jahr Milliarden von Dollar an Bedürftige - doch dies ist nicht so einfach, wie es klingt.


"Sie glauben, im karitativen Bereich tummeln sich nur Heilige? Vergessen Sie's (...) ich kann Ihnen sagen, die skrupelllosesten Firmenplünderer sind nichts gegen die Vorsitzenden von Wohltätigkeitsorganisationen. "


Neben politischen Bestrebungen in den Ländern selbst, die die Spenden eher als Bedrohung ihrer Macht ansehen, gibt es auch zahlreiche Mittelsmänner, die versuchen, sich widerrechtlich an den Spenden zu bereichern - sowohl in den armen Ländern, in die die Spenden fließen, als auch in den Geberländern. Doch Ronald Larkin stellte jeden unbarmherzig an den Pranger, den er bei diesem Treiben erwischte. Und so war die Zahl seiner Feinde unerwartet groß.


"Die üblichen Verdächtigen? Rhyme lachte schnaubend. "In normalen Mordfällen gibt es wie viele Verdächtige? Vier, fünf, höchstens. Und in was für einem Haifischbecken angeln wir hier?"  Er nickte in Richtung der Liste. "Der größte Teil der Dritten Welt, halb Nahost und Europa und ein guter Teil der fünfhundert größten Unternehmen Amerikas." --- "Und alles, was er getan hat", sagte Sachs, "war, Geld an Leute zu verschenken, die es brauchten."


Doch Rhyme besinnt sich wie immer auf seine Stärken: die Suche nach und Auswertung von Spuren. Er glaubt an die Locard'sche Regel in der forensischen Wissenschaft, die besagt, dass es zwischen dem Täter und entweder dem Tatort oder dem Opfer einen unvermeidlichen Austausch von Spuren gibt. Doch hier ergeben die gefundenen Spuren irgendwie keinen Sinn - zumindest kann Rhyme darin lange keinen Sinn entdecken.

Wie immer bei Jeffery Deaver, darf der Leser auch in diesem Short Thriller seiner eigenen Intuition nicht trauen. Der Meister der falschen Fährten schlägt auch hier wieder zu. Insgesamt fand ich den Fall diesmal zwar eher verwirrend denn spannend, aber doch wieder gut gestrickt. Auch in diesen kurzen Episoden ist es mir ein Vergnügen, Lincoln Rhyme über die Schulter schauen zu können, und selbst seine schroffe Art wird mir immer vertrauter.

Gerne mehr davon!


© Parden

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lincoln rhyme, heiligabend, weihnachten, krimi, usa

Das Weihnachtsgeschenk

Jeffery Deaver
E-Buch Text: 97 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 31.10.2016
ISBN 9783641211745
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

KEINE GUTE TAT BLEIBT UNGESTRAFT...

Es ist Heiligabend, doch für die neunzehnjährige Carly hält dieses Weihnachtsfest einen großen Schrecken bereit: Ihre Mutter ist spurlos verschwunden, obwohl sie wusste, dass Carly sie am heutigen Tag besuchen würde. Die junge Frau ist verzweifelt und bittet die Polizei um Hilfe. Lincoln Rhyme und Amelia Sachs ermitteln.

Eigentlich ist Carlys Mutter erst seit vier Stunden verschwunden, doch weil Lon Sellitto, ein Detective des NYPD und ein Freund Lincoln Rhymes ihn darum bittet, stimmt dieser schließlich - wenn auch widerwillig - zu, der jungen Frau bei der Suche nach ihrer Mutter behilflich zu sein.


"Wir können nicht für jeden eine gute Tat vollbringen. Nur weil es gerade zur Jahreszeit passt."



Liebreizend wie immer beginnt Rhyme, Carly zu befragen und schickt seine Kollegin und Partnerin Amelia Sachs schließlich zum Haus der Mutter, um nach Spuren zu suchen. Als die Situation immer beunruhigender wird, glauben Rhyme und Sachs tatsächlich an ein Verbrechen. Doch was könnte ein mögliches Motiv sein?

Als Fan der Reihe um Lincoln Rhyme zögerte ich nur kurz, als mir dieser Short Thriller in die Hände fiel. Oftmals können mich Kurzgeschichten nicht wirklich überzeugen, aber mein Vertrauen in Jeffery Deaver ist inzwischen groß - und ich sollte nicht enttäuscht werden.

Mittlerweile weiß ich, dass Deaver ein Meister der Finten und überraschenden Wendungen ist, aber ich war neugierig, wie er das auf so wenigen Seiten bewerkstelligen würde. Tatsächlich wurde ich hier wieder mehr als einmal überrascht.

Der Titel ist in mehr als einer Hinsicht passend, wie man am Ende erfährt - und ja, es ist auch ein kleines Weihnachtsgeschenk für Thriller-Liebhaber. Für alle Fans der Reihe zu empfehlen, aber auch Leser, denen Lincoln Rhyme bisher nichts sagt, dürften hier auf ihre Kosten kommen...


© Parden

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irland, tod, selbstmord, suche, waisenhaus

Nach Hause schwimmen

Rolf Lappert
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.12.2009
ISBN 9783423138307
Genre: Romane

Rezension:

LEBEN LERNEN...

Wilbur Sandberg ist gerade einmal zweiundzwanzig Jahre alt, als er als suizidgefährdet in eine Klinik eingewiesen wird. Der festen Überzeugung, dort fälschlicherweise eingeliefert worden zu sein, beobachtet Wilbur zunächst einmal das Geschehen und versucht, sich an die Ereignisse vor dem Krankenhaus zu erinnern. Was hatte er als Nichtschwimmer und mit einer fast panischen Angst vor Wasser im Meer verloren? Wilbur merkt, dass ihm die Auszeit vom Alltag gut tut und beschließt, erst einmal in der Klinik zu bleiben.


"Ich bin nicht mehr und nicht weniger ein Fall für den Psychiater als die meisten Menschen, denen ich begegnet bin (...) Für mein Alter besitze ich eine umfangreiche Sammlung von Macken. Ich bin komplex, nicht verrückt (...) Mein Leben hat einen starken Hang zum Tragischen, nicht ich."


Wilbur ist in seinem bisherigen Leben tatsächlich nicht vom Glück verfolgt worden. Seine Mutter starb gleich bei seiner viel zu frühen Geburt, sein Vater war darüber so geschockt, dass er auf Nimmerwiedersehen verschwand. Nach Wochen im Brutkasten kam Wilbur für einige Zeit in ein Kinderheim, bis die Eltern seiner Mutter ihn zu sich nach Irland holten. Dort fasste der verschlossene aber hochintelligente Junge ganz allmählich Vertrauen zu seiner Großmutter Orla, die für ihn einige Jahre lang den Mittelpunkt der Welt darstellte. Die Schule behagte Wilbur dagegen nicht. Immer kleiner geraten als die anderen Kinder, war es für ihn schwer, Anschluss zu finden, und seine geistigen Fähigkeiten waren dem Schulstoff weit voraus. Ausgerechnet sein einziger Freund Conor verursachte schließlich auch noch einen Unfall, bei dem Wilburs Großmutter starb. Der Freund kam in die Erziehungsanstalt, Wilbur zu Pflegeeltern, in Kinderheime, schließlich auch in die Jugendbesserungsanstalt.


"Er war elf Jahre alt. Und das Leben schien ihm nicht mehr der Mühe wert zu sein (...) Nichts von dem, was jetzt noch geschehen mochte, würde von Bedeutung sein. Den Monaten und Jahren, die vor ihm lagen, fehlte alle Wärme und jeder Funke Hoffnung."



In wechselnden Zeitsträngen erzählt Rolf Lappert die Geschichte dieses zu klein geratenen jungen Mannes (ohne Schuhe ist er gerade einmal 1,62 m groß), der auch im Leben stets zu kurz gekommen ist. In der Gegenwart erfährt der Leser von Wilburs Erlebnissen nach der Einweisung in die Klinik, in der Vergangenheit rollt der Autor chronologisch die Kindheit des Jungen vor den Augen des Lesers auf. Doch obwohl Wilbur eindeutig auf der Verliererseite des Lebens steht, ist dies kein bedrückender Roman. Im Gegenteil - Wilbur hadert nie mit den Menschen, die in sein Schicksal verstrickt sind, nur mit dem Schicksal selbst, das es oftmals nicht gut mit ihm meint. Tragikomisch und in einem ruhigen Erzählfluss lässt der Autor Wilburs Geschichte entstehen, starke Bilder prägen die Erzählung, und bis hin zu den Nebenfiguren sind die Charaktere fein gezeichnet, so dass beim Lesen Verständnis für alle Figuren entseht.


"Aber die Zeit hatte längst aufgehört unendlich zu sein und voller Versprechen."


Rolf Lappert schildert die Notlage einer menschlichen Seele, doch gelingt es ihm dabei gleichzeitig stets, seinen unbeschwerten Erzählstil beizubehalten. Andere Rezensenten vergleichen Lapperts Stil mit dem von John Irving, doch da ich immer noch kein Buch des Amerikaners gelesen habe, kann ich zu diesem Vergleich nichts sagen. In jedem Fall nahm mich der melancholisch-heitere Ton der Erzählung gefangen, berührte mich vieles von dem, was ich da las, und ich hätte seitenweise Zitate herausschreiben können, da viele der Formulierungen so unglaublich poetisch-kraftvoll waren.

Ein Zufallsfund, der mich darin bestärkt, Bücher nach dem Bauchgefühl auszuwählen. Titel und Klappentext sprachen mich an, und der Inhalt hielt, was ich mir davon versprach. Erst nachdem ich mit dem Lesen begonnen hatte, erfuhr ich, dass der Roman den Schweizer Buchpreis 2008 gewann und auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2008 stand.

Für mich eines der Lese-Highlights des Jahres!


© Parden

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Tags: shortlist deutscher buchpreis 2008   (1)
 

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hooligans, hannover 96, gewalt, hannover, familie

Hool

Philipp Winkler
Fester Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 19.09.2016
ISBN 9783351036454
Genre: Romane

Rezension:

SPRACHLOSIGKEIT UND WUT...

Hier ist drin, was draußen draufsteht: Hooligans. Im Fokus des Geschehens steht der junge Heiko Kolbe, der gerade mal etwas älter als 20 Jahre alt ist und nur einen Lebensinhalt zu kennen scheint: die Hooligan-Szene um Hannover 96. Vor allem gemeinsam mit Heikos langjährigen Freunden Kai, Ulf und Jojo scheint jeder Gegner bezwingbar zu sein, der Kick aus Wut und Adrenalin durch jede Ader zu rauschen. Dazugehören, die Wut rauslassen - darum geht es Heiko, nicht etwa um einen radikalen politischen Hintergrund (Nazis lehnt er ab) oder gar um Fußball ('Wir sind ja nicht oft im Stadion. Ist einfach nicht mehr der Ort für unsereins.')


"Ich überlegte, was ich sagen könnte. Gottverdammte Scheiße, so was konnte ich noch nie. Kann ich auch heute noch nicht. Meine Gefühle artikulieren, wie Manuela das formuliert. Da fällt mir gar nichts mehr ein, mein Hirn blockiert und anstatt, dass irgendetwas Sinnvolles rumkommt, werde ich nur wütend." (S.72)


Erzählt wird hier aus der Ich-Perspektive Heikos, was den Leser zwingt, sich bei allem Ekel und anfänglichem Unverständnis zunehmend mit der Person des jungen Mannes zu befassen und sich in ihn einzufühlen. Saufen, rauchen, prügeln, in den Tag hineinleben, Verantwortung übernehmen nur hinsichtlich der Gruppe und ihrer Mitglieder. Für Heiko scheint diese Gruppe der Hooligans mit seinem Onkel an der Spitze eine Art Familienersatz zu sein, nachdem er seiner eigenen enttäuscht den Rücken zugekehrt hat. Heikos Mutter ist schon vor Jahren weggelaufen, sein Vater ist Alkoholiker und hat sich aus einem Thailandurlaub eine neue Partnerin mitgebracht, mit der Heiko kaum je ein Wort gewechselt hat, und Heikos Schwester versucht mit ihrer eigenen Familie die Hoffnung zu verwirklichen, dass dort alles besser klappen möge und versucht zeitweise etwas missionarisch, die Verhältnisse in der Ursprungsfamilie gerade zu bügeln.

Heiko ist längst ausgezogen, und nachdem das Verhältnis zu seiner Freundin in die Brüche ging, ist er zu einem Bekannten auf einen abgelegenen und verwahrlosten Hof gezogen, wo illegale Tierkämpfe an der Tagesordnung sind - und nicht nur Hunde gehören dazu. Brutal die Schilderungen der Zustände, vulgär oft die Sprache, jedoch nicht immer. Wiederkehrende Perspektivwechsel von der Gegenwart in die Vergangenheit zerren Heikos Geschichte ans Licht, und ebenso skizzenhaft die seiner Freunde. So gewinnt jede Figur zunehmend an Kontur, der Leser an Verständnis für die Sprachlosigkeit und Einsamkeit, die das Leben Heikos durchdringen. Und die Sehnsucht danach, anerkannt und gemocht zu werden, dazuzugehören.


"Ich weiß selber nicht so recht, warum ich überhaupt aufgestanden bin und wie ein Getriebener durch die Nacht fahre. Vielleicht weil ich irgendwo landen will, wo ich das Gefühl habe, angekommen zu sein." (S. 270)



Empathie für Heiko entsteht beim Lesen in jedem Fall, manchmal auch Sympathie, Mitleid in jedem Fall. Und Philipp Winkler schafft in meinen Augen in seinem literarischen Debüt ein authentisches Bild, auch wenn er selbst, wie er in einem Interview betont, nie zur Hooliganszene gehörte oder auch nur jemanden daraus kennt. Es mag sein, dass sich hier fleißig aus der Klischeekiste bedient wurde - denn genauso stellt man sich als Unbeteiligter die Welt eines Hooligan vor - doch geht Winkler darüber hinaus. Er zeigt, wie es ist, wenn der vermeintliche Halt in sich zusammenbricht. Denn genau dies geschieht Heiko. Ein Freund nach dem anderen verabschiedet sich aus der Hooliganszene, und auch sonst bröckelt die Welt, in die er sich geflüchtet hat, immer mehr. Mit zunehmender Wut versucht sich Heiko an den Scherben festzuhalten, und die spannende Frage ist, wohin sein Weg ihn letztlich führt.

Raffiniert ist dabei die Wahl der Ich-Perspektive, durch die der Leser Heiko zunehmend näher kommt und mit ihm fühlt. Dadurch kommt es allerdings irgendwie auch zu einer Verharmlosung der Brutalität, der Ekelexzesse, der unbeherrschten Wut, auch der Tierquälerei. Denn wenn der Ursprung der Wut verständlich wird, die Hauptfigur zunehmend auch sympathisch erscheint, wirken die negativen Aspekte nur noch halb so schlimm. Ein Spagat, den ich nicht wirklich gerne vollzogen habe.

Abgesehen von der Gewalt und der Gefühllosigkeit ist es die Einsamkeit und die Sprachlosigkeit bezüglich der wesentlichen Dinge im Leben, die mir hier beim Lesen wirklich zugesetzt haben. Tatsächlich konnte ich immer nur einige Seiten am Stück lesen und war dann froh, das Buch wieder weglegen zu können. Anfangs war ich sehr offen der Thematik gegenüber, letztlich bin ich eher froh, dass das Buch endlich ein Ende hat.

Insgesamt ein außergewöhnliches Buch mit einer nichtalltäglichen Thematik, die hier sprachlich gut umgesetzt wurde. Die Virtuosität des Autors, der manchmal nur ein Wort benötigt, um eine Situation kippen zu lassen und dem es gelingt, selbst skizzenartig aussagekräftige Bilder zu schaffen, ist bemerkenswert. Auch wenn ich hier in meiner Wertung ambivalent bin, ist es für mich nachvollziehbar, weshalb dieses Buch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 gelandet ist...


© Parden

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Tags: blut, brutalität, einsamkeit, gewalt, hooligans, sprachlosigkeit, wut, zerrüttete familienverhältnisse   (8)
 

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nostradamus, vatikan, rom, abenteuer, wien

Der Nostradamus-Coup

Gerd Schilddorfer
Flexibler Einband: 796 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783404174256
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

FILMREIF!

ENDLICH! kann man den dritten Band um den Abenteurer John Finch lesen, der trotz seines fortgeschrittenen Alters einfach nicht sesshaft werden will. Hier ergreift er gleich die Gelegenheit beim Schopf, als ihm zu Ohren kommt, dass eine Douglas DC-3 zum Verkauf steht, der legendäre Rosinenbomber, ein Flugzeug, mit dem mit die West-Alliierten seinerzeit die Blockade Berlins durch die Sowjetunion durchbrachen. John Finch ist begeistert, denn als passionierter Pilot für alle Lebenslagen fliegt er am liebsten Oldtimer. Dass er das Flugzeug von einem verlassenen Flughafen in der libyschen Wüste abholen muss, stört Finch nicht weiter, denn schließlich ist er ja ein Weltenbummler - und da seine langjährige Kollegin Amber mit von der Partie ist, sollte das alles auch gar kein Problem sein. Dumm nur, dass die beiden nach dem Start feststellen müssen, dass sich blinde Passagiere an Bord geschlichten haben. Und keine harmlosen, wie nur zu bald klar wird. Uuuuund schon geht die Achterbahnfahrt los, und Finch stürzt unversehens wieder in ein neues Abenteuer - ein geheimnisvolles Notizbuch wird zum Gegenstand der Jagd quer durch Europa.


"Es sieht so aus, als hättet ihr mit euren Recherchen in Rom etwas ausgelöst, als hätten alle nur auf einen Startschuss gewartet, um aktiv zu werden, und ihr habt ihn abgefeuert." (S. 218)


Alte Bekannte wie Major Llewwelyn, der ehemalige britische Geheimdienstchef Peter Compton oder auch Sparrow, der Papagei, sind natürlich wieder mit von der Parie, doch wer schon einmal ein Buch von Gerd Schilddorfer gelesen hat, der weiß: es erwarten einen eine Vielzahl an Handlungssträngen, Zeitebenen, historischen und gegenwärtigen Ereignissen, Organisationen, Orte und Personen, dazu ein paar mysteriöse Stichworte wie 'Nostradamus' oder 'Templer'. Dabei kocht jedes Grüppchen sein eigenes Süppchen - und keiner weiß, welches Spiel der andere wirklich spielt. Ich gebe zu, zu Beginn der Lektüre leichte Anzeichen von Verwirrung verspürt zu haben, die ich mit Hilfe von Notizblock und Bleistift zu sortieren versuchte. Doch irgendwann warf ich einfach alles hin und vertraute auf die Geschichte. Denn alles, was anfangs scheinbar vollkommen zusammenhanglos erscheint, wird letztlich logisch zusammengeführt. Darauf kann man sich bei Gerd Schilddorfer verlassen.


"Wenn Nostradamus gewusst hätte, was er in Händen hielt, dann hätte er es niemals veröffentlicht. Ganz im Gegenteil."


Dabei macht es der Autor dem Leser nicht leicht. 9 Prologe, 10 Kapitel und 3 Epiloge hat die Geschichte, ständig werden die Erzählebenen gewechselt, und vieles löst sich tatsächlich erst ganz am Schluss auf. Über lange Strecken halten die Fragezeichen vor, wie diese ganzen Puzzlesteine überhaupt zueinander passen können. Doch die gesamte Struktur des Romans ist einfach genial konstruiert, so dass letztlich kaum eine Frage offen bleibt. Spannung und Wissenswertes halten sich hier wieder die Waage - denn wie immer nutzt Gerd Schilddorfer reale historische und örtliche Gegebenheiten und schreibt seine Geschichte 'einfach' drumherum. Das macht das ganze letztlich so authentisch und verführt nebenher dazu, zu manchen Hintergründen auch im Internet weiter zu recherchieren. Dümmer wird man bei der Lektüre jedenfalls nicht! Und auch der Humor kommt hier nicht zu kurz - manche Szenen sind hier echt zum Schießen...


"Stellen Sie sich ein Schachbrett voller Hinweise vor. Die richtigen Sprünge mit dem Reiter bringen Sie weiter, die falschen führen in die Sackgasse und unweigerlich zum Schachmatt." (S. 285)


Für mich war dieses Abenteuer wieder einmal filmreif. Bildhafte Schilderungen, ein flüssiger Schreibstil und fiese Cliffhanger locken dazu, immer weiter zu lesen. Dabei ist keine der 800 Seiten des Thrillers überflüssig - bis hin zu den Epilogen ist jede Zeile wichtig, um letztlich alles zu verstehen. Und auch wenn ich mit solchen 'dicken Schinken' gewöhnlich so meine Probleme habe - hier herrschte am Ende das Gefühl vor: oooh, schon vorbei.

Doch im Herbst 2017 soll schon Band vier um John Finch herauskommen, und eines ist gewiss: ich bin wieder mit dabei!


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thriller, wien, wiesbaden, profiler, bka

Todesurteil

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.02.2015
ISBN 9783442480258
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

DANTES INFERNO...

Nachdem ich von Band 1 (Todesfrist) so begeistert war, wollte ich unbedingt rasch wissen, wie es mit den Ermittlern Maarten S. Snijder und seiner jungen Kollegin Sabine Nemetz weitergeht. Der niederländische Pofiler hat Sabine, wie von ihr schon lange gewünscht, an die Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs in Wiesbaden berufen. Nur fünf Studenten gibt es in dem von Snijder geleiteten Kurs, und der Anspruch ist hoch. Doch da Sabine bereits einen Fall gemeinsam mit Snijder gelöst hat, kennt sie dessen Marotten schon und lässt sich von seinem Gehabe nicht abschrecken. Im Gegenteil: sie liebt die Herausforderung, als Snijder mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durchnimmt.

Parallel zu dem Wiesbadener Teil gibt es einen weiteren Handlungsstrang um die Wiener Staatsanwältin Melanie Dietz, die in einem besonders brutalen Fall von Kindesentführung ermittelt. Nach über einem Jahr in Gefangenschaft ist es der zehnjährigen Clara gelungen, ihrem Entführer zu entkommen - doch ihr Rücken ist vollkommen mit Motiven aus Dantes 'Inferno' tätowiert.  Das Mädchen ist schwer traumatisiert und spricht kein Wort, doch mit Hilfe ihres Therapiehundes hofft die Staatsanwältin, einen Zugang zu Clara zu finden. Denn die Zeit drängt - unmittelbar in der Nähe von Claras Fundort tauchen nach und nach immer mehr Mädchenleichen auf.

Neben dem hohen Pensum des Lernstoffs im Rahmen der Ausbildung lassen Sabine Nemetz die ungelösten Fälle keine Ruhe, die Snijder mit seinen Studenten im Rahmen seines Kurses durchnimmt. Ihr fallen allmählich Zusammenhänge auf, an die jedoch niemand sonst glaubt. Aber Sabine forscht auf eigene Faust weiter, denn sie hat nicht zuletzt auch ein persönliches Interesse daran, die Fälle zu lösen - ihr ehemaliger Freund, ebenfalls beim BKA, war an der Lösung der Fälle beteiligt, bis er niedergeschossen wurde. Wem war er auf die Füße getreten, so dass der Schuss auf ihn die einzige verbleibende Möglichkeit war, ihn an der weiteren Ermittlung zu hindern?

In diesem zweiten Fall um Maarten S. Snijder und Sabine Nemetz nehmen die Figuren der beiden Ermittler allmählich Form an. Snijder, der unangepasste und exzentrische Einzelgänger, der sich mit Hilfe von Hasch tief in die Psyche der Täter einfühlen kann und eine unglaublich hohe Aufklärungsquote aufweist, jedoch bei Kollegen und Vorgesetzten auf wenig Sympathien stößt. Und Sabine Nemetz, die sich als Günstling des Profilers erst einmal unter ihren Mitstudenten beweisen muss, im Zuge der Ermittlungen aber eine ungewohnt gute Intuition beweist und hartnäckig wie ein Terrier ihr Ziel verfolgt. Dabei begeht sie jedoch bei allem Mut teilweise echte Anfängerfehler, und da sie ja schon über ausreichende Erfahrung in der Polizeiarbeit verfügt (zuvor war sie beim Münchner Kriminaldauerdienst), war das für mich bei allem Sinn für die Dramaturgie nicht immer nachvollziehbar.

Lange ist hier nicht ersichtlich, wie der Wiesbadener und der Wiener Handlungsstrang zusammengehören könnten, doch beide Stränge sind auf ihre Art spannend und interessant. Die Schilderung der Vorgänge beim BKA war für mich teilweise etwas langatmig, doch letztlich auch aufschlussreich. Auch wenn hier oft Sabine Nemetz im Mittelpunkt der Handlung steht, geben die Szenen mit dem Exzentriker Maarten S. Snijder dem Ganzen wieder die besondere Würze. Dabei erscheint er mittlerweile trotz seiner teilweise skurril anmutenden Verhaltensweisen etwas menschlicher - und immer noch mag ich diesen Charakter ganz besonders.

Dank des flüssigen Schreibstils, der häufig wechselnden Perspektiven und dem zunehmenden Wunsch, beide Handlungsstränge weiter zu verfolgen, flogen die Seiten wieder rasch vorbei. Noch einige Seiten vor dem Schluss hatte ich keine Idee, wie die Figuren da wieder heile rauskommen sollten - und so muss doch ein Thriller sein! Spannend, mit interessanten Figuren und einem Blick in die menschlichen Abgründe. Weiter so, Herr Gruber!


© Parden

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