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Haus ohne Spuren

Viktor Arnar Ingólfsson , Dietmar Wunder
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Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.05.2007
ISBN 9783838762913
Genre: Krimi und Thriller

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hannover 96, hooligans, familie, hooligan, freundschaft

Hool

Philipp Winkler
Fester Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 19.09.2016
ISBN 9783351036454
Genre: Romane

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hörspiel, weihnachtsmann, weihnachten

Das Zauberschwert (Weihnachtsmann & Co. KG 6)

Thomas Karallus
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Erschienen bei Edelkids, 11.11.2016
ISBN B01N3YLGAW
Genre: Sonstiges

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HISTORISCHE EINBLICKE...

Der Weihnachtsmann und seine drei Elfen Trixi, Jordi und Gilfi wohnen am Nordpol und produzieren mit der „Spielzeug-Maschine“ Spielzeuge für Kinder, um diese dann pünktlich zum Weihnachtsfest zu verteilen. Oft aber stehen ihnen der böse Grantelbart und sein Assistent Gugor im Weg. Diese versuchen, durch fiese Pläne den Weihnachtsmann daran zu hindern, alle Geschenke pünktlich auszuliefern. Zum Glück aber hat der Weihnachtsmann seine drei fleißigen Elfen und den Eisbären Balbo, die ihn jederzeit unterstützen.

Die Hörspielereihe entstand nach der gleichnamigen Zeichentrick-Verfilmung, und tatsächlich erscheinen die Produktionen sehr bildhaft, so dass auch jüngere Kinder sich die Szenen sicher gut vorstellen können. Gesprochen wird mit passenden Stimmen unterschiedlicher Sprecher, so dass es auch nicht schwer ist, die Figuren auseinanderzuhalten. Geräuschkulisse und Hintergrundmusik erscheinen stimmig und unaufdringlich - die Dialoge stehen hier immer im Vordergrund. Bisher erschienen 6 Folgen der Reihe als Hörspiele, 6 weitere scheinen geplant zu sein. Jede Folge beinhaltet zwei kurze Geschichten, denen Kinder gut folgen können.


Die sechste Folge hat eine Spieldauer von 56 Minuten und beinhaltet die beiden Geschichten: "Das Zauberschwert" sowie "Strafe muss sein". Beide Geschichten bieten ausreichend Spannung, jedoch sollte klar sein, dass bei der Zielgruppe das Happy-End selbstverständlich vorprogrammiert ist. Trotz der Vorhersehbarkeit bieten die Geschichten auch kleine Überraschungen, die auch dem erwachsenen Hörer Vergnügen bereiten können.


Das Zauberschwert:
Der Weihnachtsmann und seine Elfen bekommen Besuch von einer Star-Reporterin. Diese will eine Story schreiben und fragt den Weihnachtsmann nach seinem aufregendsten Abenteuer. Der Weihnachtsmann erzählt, wie er vor 1500 Jahren mit Hilfe von Merlin, dem Zauberer, Artus das Schwert Excalibur geschenkt hat. Und das war gar nicht so einfach, denn da gab es auch noch den Grafen Grantelbart...


Strafe muss sein:
Die kleine Peggy wird von den anderen Kindern wegen ihrer Nase gehänselt und wünscht sich einen Zauberstab, um ihr Aussehen zu verändern. Der Weihnachtsmann kann ihr diesen Wunsch nicht erfüllen, denn ein Zauberstab in Kinderhänden richtet nur Unheil an. Heimlich kopiert sich Grantelbart die Bastelanleitung, doch sein Zauberstab richtet letztendlich nur Chaos an.


Nun, wenn man so alt ist wie der Weihnachtsmann, muss es einen nicht verwundern, wenn der anders 'von früher' erzählt als unsereins. Da werden einem plötzlich tiefe historische Einblicke gewährt, die ein vollkommen neues Licht auf gewisse Ereignisse werfen. Und das Kinderherz wird das Ende der letzten Geschichte erfreuen, denn da bekommt Grantelbart endlich einmal, was er verdient... :)

Insgesamt waren die sechs Folgen der Reihe nett und unterhaltsam zu hören. Für Kinder sicher eine angenehme Verkürzung der langen Wartezeit bis Weihnachten...


© Parden

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hörspiel, weihnachtsmann, weihnachten

Der Glücksbringer (Weihnachtsmann & Co. KG 5)

Thomas Karallus
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Erschienen bei Edelkids, 11.11.2016
ISBN B01N3YLEQI
Genre: Sonstiges

Rezension:

DER WEIHNACHTSMANN VERSUCHT AUCH DIE ABSONDERLICHSTEN WÜNSCHE ZU ERFÜLLEN...

Der Weihnachtsmann und seine drei Elfen Trixi, Jordi und Gilfi wohnen am Nordpol und produzieren mit der „Spielzeug-Maschine“ Spielzeuge für Kinder, um diese dann pünktlich zum Weihnachtsfest zu verteilen. Oft aber stehen ihnen der böse Grantelbart und sein Assistent Gugor im Weg. Diese versuchen, durch fiese Pläne den Weihnachtsmann daran zu hindern, alle Geschenke pünktlich auszuliefern. Zum Glück aber hat der Weihnachtsmann seine drei fleißigen Elfen und den Eisbären Balbo, die ihn jederzeit unterstützen.

Die Hörspielereihe entstand nach der gleichnamigen Zeichentrick-Verfilmung, und tatsächlich erscheinen die Produktionen sehr bildhaft, so dass auch jüngere Kinder sich die Szenen sicher gut vorstellen können. Gesprochen wird mit passenden Stimmen unterschiedlicher Sprecher, so dass es auch nicht schwer ist, die Figuren auseinanderzuhalten. Geräuschkulisse und Hintergrundmusik erscheinen stimmig und unaufdringlich - die Dialoge stehen hier immer im Vordergrund. Bisher erschienen 6 Folgen der Reihe als Hörspiele, 6 weitere scheinen geplant zu sein. Jede Folge beinhaltet zwei kurze Geschichten, denen Kinder gut folgen können.


Die fünfte Folge hat eine Spieldauer von 54 Minuten und beinhaltet die beiden Geschichten: "Der Glücksbringer" sowie "Der fliegende Teppich". Beide Geschichten bieten ausreichend Spannung, jedoch sollte klar sein, dass bei der Zielgruppe das Happy-End selbstverständlich vorprogrammiert ist. Trotz der Vorhersehbarkeit bieten die Geschichten auch kleine Überraschungen, die auch dem erwachsenen Hörer Vergnügen bereiten können.


Der Glücksbringer:
Chrissie ist eine hochtalentierte Eiskunstläuferin und Favoritin für die Weltmeisterschaft. Als sie ihren Kristallglücksbringer verliert, will sie beim Wettbewerb nicht antreten. Chrissie hat ihre Freundin und Konkurrentin in Verdacht. In geheimer Mission reisen der Weihnachtsmann und seine Elfen zu ihr und entdecken, dass die Welt des Eiskunstlaufs voller Schwierigkeiten und Rivalitäten steckt...


Der fliegende Teppich:
Sven wünscht sich einen fliegenden Teppich, um seinen Vater nach Hause holen zu können. Der wird bei Ausgrabungsarbeiten im Orient festgehalten, weil eine wertvolle Statue gestohlen wurde. Die Elfen reisen nach Almiria und fragen sich zu dem Händler durch, der ihnen einen fliegenden Teppich besorgen kann. Doch der sperrt die beiden ein, um vom Weihnachtsmann ein Lösegeld zu erpressen. Grantelbart hat wieder seine Finger im Spiel und der Weihnachtsmann reist auch nach Almiria.


Immer schwebt bei dieser Reihe auch der erhobene Zeigefinger über den kleinen Geschichten. Moralvorstellungen und Werte sind von Bedeutung, sind aber auch kindgemäß und in modernem Gewand integriert in die eigentliche Handlung. Tröstliche Geschichten über Kinder, die in irgendeiner Weise unglücklich sind. Schließlich spielt hier der Weihnachtsmann die Hauptrolle - und der erfüllt eben auch die absonderlichsten Wünsche...


© Parden

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hörspiel, weihnachtsmann, weihnachten

Ein Geschenk für zwei (Weihnachtsmann & Co. KG 4)

Thomas Karallus
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Erschienen bei Edelkids, 11.11.2016
ISBN B01N8Y8874
Genre: Sonstiges

Rezension:

SCHWIERIGE EINSÄTZE FÜR DEN WEIHNACHTSMANN...

Der Weihnachtsmann und seine drei Elfen Trixi, Jordi und Gilfi wohnen am Nordpol und produzieren mit der „Spielzeug-Maschine“ Spielzeuge für Kinder, um diese dann pünktlich zum Weihnachtsfest zu verteilen. Oft aber stehen ihnen der böse Grantelbart und sein Assistent Gugor im Weg. Diese versuchen, durch fiese Pläne den Weihnachtsmann daran zu hindern, alle Geschenke pünktlich auszuliefern. Zum Glück aber hat der Weihnachtsmann seine drei fleißigen Elfen und den Eisbären Balbo, die ihn jederzeit unterstützen.

Die Hörspielereihe entstand nach der gleichnamigen Zeichentrick-Verfilmung, und tatsächlich erscheinen die Produktionen sehr bildhaft, so dass auch jüngere Kinder sich die Szenen sicher gut vorstellen können. Gesprochen wird mit passenden Stimmen unterschiedlicher Sprecher, so dass es auch nicht schwer ist, die Figuren auseinanderzuhalten. Geräuschkulisse und Hintergrundmusik erscheinen stimmig und unaufdringlich - die Dialoge stehen hier immer im Vordergrund. Bisher erschienen 6 Folgen der Reihe als Hörspiele, 6 weitere scheinen geplant zu sein. Jede Folge beinhaltet zwei kurze Geschichten, denen Kinder gut folgen können.


Die vierte Folge hat eine Spieldauer von 52 Minuten und beinhaltet die beiden Geschichten: "Ein Geschenk für zwei" sowie "Das Super-Kaninchen". Beide Geschichten bieten ausreichend Spannung, jedoch sollte klar sein, dass bei der Zielgruppe das Happy-End selbstverständlich vorprogrammiert ist. Trotz der Vorhersehbarkeit bieten die Geschichten auch kleine Überraschungen, die auch dem erwachsenen Hörer Vergnügen bereiten können.


Ein Geschenk für zwei:
Der Geschenke-Computer weist den Weihnachtsmann auf ein Kind hin, das sich zu Weihnachten nichts gewünscht hat. Bei einem Besuch finden sie heraus, dass er zwar alles hat, aber keine Freunde. Also darf der Junge mit in die Werkstatt des Weihnachtsmannes kommen, um vielleicht doch noch etwas zu finden, was er sich wünschen kann. Tatsächlich findet er eine Sache, die ihm Spaß macht, nämlich selbst Weihnachtsmann zu spielen und andere zu beschenken - bekanntlich der beste Weg, um sich Freunde zu machen...


Das Super-Kaninchen:
Der kleine Andy liebt seinen Plüschhasen "Schnüppi" über alles. Sein großer Bruder Frank findet, dass Kuschelhasen nur für Kleinkinder sind und wirft "Schnüppi" weg. Das kleine Kaninchen sendet Notsignale an den Weihnachtsmann und die Elfen finden Schnüppi auf der Müllhalde und können ihn gerade noch retten. Sie wollen Andy seinen Hasen wiedergeben, doch Frank gelingt es immer wieder, das zu verhindern. Erst als aus Schnüppi der Held eines Videospiels geworden ist, findet der "Super-Hase" Gnade vor Franks Augen.


Im Vergleich zu den vorherigen 3 Hörspiel-CDs hat mir diese Folge nicht ganz so gut gefunden. Die erste Geschichte erscheint mir - sorry, dass ich hinsichtlich einer Weihnachtsmann-Geschichte ein solches Wort in den Mund nehme - wenig realistisch. Da geht es nämlich um Leon, den Sohn reicher Eltern, der mit Butler und anderem Personal in einem eigenen Haus lebt, während die Eltern in einer noch größeren Villa in einem anderen Ort wohnen. Natürlich demonstriert das auch die große Einsamkeit des Jungen, doch kann ich mir den Hintergrund derart exterm nicht so recht vorstellen. Und die zweite Geschichte gab es in ähnlicher Form schon einmal, wo nämlich der große Bruder dem jüngeren den (eigentlichen) Weihnachtswunsch untersagen will. Die Inszenierung selbst allerdings konnte wieder überzeugen.

Auf zu den vorerst letzten zwei Hörspielen!


© Parden

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hörspiel, weihnachtsmann, weihnachten

Leons Weihnachten (Weihnachtsmann & Co. KG 3)

Thomas Karallus
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Erschienen bei Edelkids, 11.11.2016
ISBN B01N3UIN51
Genre: Sonstiges

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EIN WUNDER VOLLBRINGEN, UND ZWAR SCHNELL...

Der Weihnachtsmann und seine drei Elfen Trixi, Jordi und Gilfi wohnen am Nordpol und produzieren mit der „Spielzeug-Maschine“ Spielzeuge für Kinder, um diese dann pünktlich zum Weihnachtsfest zu verteilen. Oft aber stehen ihnen der böse Grantelbart und sein Assistent Gugor im Weg. Diese versuchen, durch fiese Pläne den Weihnachtsmann daran zu hindern, alle Geschenke pünktlich auszuliefern. Zum Glück aber hat der Weihnachtsmann seine drei fleißigen Elfen und den Eisbären Balbo, die ihn jederzeit unterstützen.

Die Hörspielereihe entstand nach der gleichnamigen Zeichentrick-Verfilmung, und tatsächlich erscheinen die Produktionen sehr bildhaft, so dass auch jüngere Kinder sich die Szenen sicher gut vorstellen können. Gesprochen wird mit passenden Stimmen unterschiedlicher Sprecher, so dass es auch nicht schwer ist, die Figuren auseinanderzuhalten. Geräuschkulisse und Hintergrundmusik erscheinen stimmig und unaufdringlich - die Dialoge stehen hier immer im Vordergrund. Bisher erschienen 6 Folgen der Reihe als Hörspiele, 6 weitere scheinen geplant zu sein. Jede Folge beinhaltet zwei kurze Geschichten, denen Kinder gut folgen können.


Die dritte Folge hat eine Spieldauer von 53 Minuten und beinhaltet die beiden Geschichten: "Mission im Weltall" sowie "Leons Weihnachten". Beide Geschichten bieten ausreichend Spannung, jedoch sollte klar sein, dass bei der Zielgruppe das Happy-End selbstverständlich vorprogrammiert ist. Trotz der Vorhersehbarkeit bieten die Geschichten auch kleine Überraschungen, die auch dem erwachsenen Hörer Vergnügen bereiten können.


Mission im Weltall:
Der kleine Simon, der das Weihnachtsfest auf einer Raumstation verbringen muss, wünscht sich ein Pony als Geschenk. Der Weihnachtsmann besorgt ein richtiges Pony und schrumpft es auf Spielzeuggröße. Nun müssen der Weihnachtsmann und seine Elfen ihren Schlitten nur noch "weltraumtauglich" machen.


Leons Weihnachten:
Der kleine Leon hat sich gewünscht, dass der Weihnachtsmann ihm seinen Hund Lenny wiederbringt, den seine Eltern weggaben. Da sein Wunsch nicht erfüllt wurde - der Brief war beim Weihnachtsmann verlorengegangen - ruft er alle Kinder an seiner Schule zum Weihnachtsmannboykott auf. Als die drei Elfen herausfinden, was hinter der Revolte steckt, machen sie sich auf die Suche nach Lenny.


Wenn es einmal vollkommen brenzlig wird und einer der Wichtel aufgeregt fragt, was sie jetzt machen sollen, kommt es beruhigend mit sonorer Stimme vom Weihnachtsmann: "Ein Wunder vollbringen, und zwar schnell." Ohne ein solches wäre so manche Situation hoffnungslos verfahren, doch der Weihnachtsmann wäre eben nicht der Weihnachtsmann, wenn er die Sache mit den Wundern nicht beherrschen würde. Und so übersteigt eben selbst ein Einsatz im Weltall nicht seine Möglichkeiten...


© Parden

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hörspiel, weihnachtsmann, weihnachten

Rudolph ist verschwunden (Weihnachtsmann & Co. KG 2)

Thomas Karallus
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Erschienen bei Edelkids, 11.11.2016
ISBN B01MRICDWP
Genre: Sonstiges

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HIGHTECH UND TRADITION...

Der Weihnachtsmann und seine drei Elfen Trixi, Jordi und Gilfi wohnen am Nordpol und produzieren mit der „Spielzeug-Maschine“ Spielzeuge für Kinder, um diese dann pünktlich zum Weihnachtsfest zu verteilen. Oft aber stehen ihnen der böse Grantelbart und sein Assistent Gugor im Weg. Diese versuchen, durch fiese Pläne den Weihnachtsmann daran zu hindern, alle Geschenke pünktlich auszuliefern. Zum Glück aber hat der Weihnachtsmann seine drei fleißigen Elfen und den Eisbären Balbo, die ihn jederzeit unterstützen.

Die Hörspielereihe entstand nach der gleichnamigen Zeichentrick-Verfilmung, und tatsächlich erscheinen die Produktionen sehr bildhaft, so dass auch jüngere Kinder sich die Szenen sicher gut vorstellen können. Gesprochen wird mit passenden Stimmen unterschiedlicher Sprecher, so dass es auch nicht schwer ist, die Figuren auseinanderzuhalten. Geräuschkulisse und Hintergrundmusik erscheinen stimmig und unaufdringlich - die Dialoge stehen hier immer im Vordergrund. Bisher erschienen 6 Folgen der Reihe als Hörspiele, 6 weitere scheinen geplant zu sein. Jede Folge beinhaltet zwei kurze Geschichten, denen Kinder gut folgen können.


Die zweite Folge hat eine Spieldauer von 52 Minuten und beinhaltet die beiden Geschichten: "Zwei kleine Genies" sowie "Rudolph ist verschwunden". Beide Geschichten bieten ausreichend Spannung, jedoch sollte klar sein, dass bei der Zielgruppe das Happy-End selbstverständlich vorprogrammiert ist. Trotz der Vorhersehbarkeit bieten die Geschichten auch kleine Überraschungen, die auch dem erwachsenen Hörer Vergnügen bereiten können.


Zwei kleine Genies:

Trixi entdeckt mittels ihres Computers, dass von allen Kindern aus Zuckerstadt nur zwei auf der Liste derer stehen, die ein Geschenk erhalten sollen. Der Weihnachtsmann schickt Trixi und Guilfi als Menschen verkleidet in die Schule, wo sie zwei freche Jungen kennenlernen und entdecken, dass die "kleinen Genies" den Computer des Weihnachtsmanns manipuliert haben...


Rudolph ist verschwunden:

Rudolph hat sich eine schwere Erkältung zugezogen. Jetzt ist fraglich, ob er rechtzeitig wieder einsatzbereit ist. Der Weihnachtsmann überlegt nun, ob er auf einen Motorschlitten umsatteln soll. Der geknickte Rudolph wird von Grantelbart dazu angestiftet, ins Gletscherland zu ziehen, wo sich ein Eskimo-Junge zu Weihnachten ein Rentier gewünscht hat. Der Weihnachtsmann und seine Elfen machen sich auf die Suche nach Rudolph und kommen gerade noch rechtzeitig, um ihn und den Jungen vor den Wölfen zu retten...


Somit befindet sich das Weihnachtsgeschäft in einem meist gelungenen Spagat zwischen Hightech und Tradition - einerseits wird das Weihnachtsgeschäft durch Computer unterstützt, und auch am Nordpol wird nicht auf die Annehmlichkeiten der modernen Gesellschaft verzichtet, andererseits funktionieren Modernisierungsversuche wie der eines elektrischen Schlittens nicht wirklich, so dass auf das althergebrachte Schlittengespann mit Rudolph & Co. nicht verzichtet werden kann. Auch diese beiden Geschichten waren angenehm zu hören...


© Parden

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hörspiel, weihnachtsmann, weihnachten

Die Weihnachtsmann-Prüfung (Weihnachtsmann & Co. KG 1)

Thomas Karallus
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Erschienen bei Edelkids, 11.11.2016
ISBN B01N3Y30O1
Genre: Sonstiges

Rezension:

NETTE WEIHNACHTSGESCHICHTEN FÜR KINDER...

Der Weihnachtsmann und seine drei Elfen Trixi, Jordi und Gilfi wohnen am Nordpol und produzieren mit der „Spielzeug-Maschine“ Spielzeuge für Kinder, um diese dann pünktlich zum Weihnachtsfest zu verteilen. Oft aber stehen ihnen der böse Grantelbart und sein Assistent Gugor im Weg. Diese versuchen, durch fiese Pläne den Weihnachtsmann daran zu hindern, alle Geschenke pünktlich auszuliefern. Zum Glück aber hat der Weihnachtsmann seine drei fleißigen Elfen und den Eisbären Balbo, die ihn jederzeit unterstützen.

Die Hörspielreihe entstand nach der gleichnamigen Zeichentrick-Verfilmung, und tatsächlich erscheinen die Produktionen sehr bildhaft, so dass auch jüngere Kinder sich die Szenen sicher gut vorstellen können. Gesprochen wird mit passenden Stimmen unterschiedlicher Sprecher, so dass es auch nicht schwer ist, die Figuren auseinanderzuhalten. Geräuschkulisse und Hitnergrundmusik erscheinen stimmig und unaufdringlich - die Dialoge stehen hier immer im Vordergrund. Bisher erschienen 6 Folgen der Reihe als Hörspiele, 6 weitere scheinen geplant zu sein. Jede Folge beinhaltet zwei kurze Geschichten, denen Kinder gut
folgen können.


Die erste Folge hat eine Spieldauer von 56 Minuten und beinhaltet die beiden Geschichten: "Die magische Perle" sowie "Die Weihnachtsmann-Prüfung". Beide Geschichten bieten ausreichend Spannung, jedoch sollte klar sein, dass bei der Zielgruppe das Happy-End selbstverständlich vorprogrammiert ist. Trotz der Vorhersehbarkeit bieten die Geschichten auch kleine Überraschungen, die auch dem erwachsenen Hörer Vergnügen bereiten können.


Die magische Perle:

Kurz vor Weihnachten stiehlt Grantelbart die Spielzeugfabrikationsmaschine. Während der Verfolgung des Diebs stürzt die Maschine in einen Abgrund und zerschellt. Dabei wird auch die "magische Perle", die für die Spielzeugherstellung unerlässlich ist, zerstört. Der Weihnachtsmann muss nun in einer geheimnisvollen Kristallhöhle auf die Suche nach einer neuen Perle gehen...


Die Weihnachtsmann-Prüfung:

Alle hundert Jahre muss der Weihnachtsmann beweisen, dass er noch in der Lage ist, den Kindern Geschenke zu bringen. Unter den Augen der Herren von der Weihnachtsmann-Gesellschaft, muss er sich einem schweren Test unterziehen. Grantelbart versucht natürlich mit allen Mitteln dafür zu sorgen, dass der Weihnachtsmann die Prüfung nicht besteht...


Gehört habe ich dieses Hörspiel übrigens mit dem Kind meiner Freundin, und anschließend hat es mir die restlichen Folgen geliehen. Mit der Erwartung, dass ich diese nun auch höre. Was ich pflichtschuldigst tun werde, und gar nicht mal ungern.


© Parden

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liebe, vergangenheit, liebesroman, roman, schicksal

Immer wenn es Sterne regnet

Susanna Ernst
Flexibler Einband
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2015
ISBN 9783426516805
Genre: Liebesromane

Rezension:

GEFÜHLVOLLE LIEBESGESCHICHTE MIT EINEM HAUCH MYSTIK...

Dieses Buch habe ich gewonnen, und es gehört nicht zu den Genres, die ich üblicherweise lese. Deshalb lag es hier einige Zeit und musste warten, bis ich in der Stimmung war für die Lektüre. Denn sowohl das Cover als auch der Klappentext machen sofort deutlich: es ist eine Liebesgeschichte. Nun aber, in der grauen, kalten Vorwinterzeit, schien mir der Zeitpunkt günstig für dieses Buch.

Mary ersteht auf einem Flohmarkt einen schönen alten Sekretär und findet darin in einem Geheimfach ein Bündel Briefe aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Neugierig beginnt sie zu lesen und taucht so tief ein in die Liebesgeschichte um Adam und Gracey, die unter keinem günstigen Stern zu stehen scheint. Doch die sehnsuchtsvolle Sprache der Briefe berühren Mary tief und wecken eine alte Sehnsucht in ihr. Denn das, was sie sich  am meisten wünscht - einen liebevollen Mann und Kinder, um die sie sich kümmern kann - scheint ihr selbst nicht vergönnt zu sein.

Marys Freundinnen arrangieren ein Blind-Date für sie, um sie auf andere Gedanken und um sie ihrem Traum vielleicht doch ein wenig näher zu bringen. Und tatsächlich findet Mary bei dem Treffen einen Mann auf Anhieb sympathisch, bis - bis sie in ihm ihren alten Schulkameraden Jerry entdeckt, der sie seinerzeit täglich drangsaliert hat. Entsetzt flüchtet sie aus dem Lokal und will mit all dem nichts mehr zu tun haben. Stattdessen beschließt sie, sich auf die Spur der alten Briefe zu begeben und herauszufinden, was aus der Liebesgeschichten von Adam und Gracey wurde. Doch sie rechnet nicht mit Jerrys Hartnäckigkeit - er möchte versuchen, Mary seine Drangsalierungen während der Schulzeit zu erklären und sich bei ihr zu entschuldigen. Und so reist er ihr hinterher...

Nette, sympathische Charaktere hat Susanna Ernst da geschaffen. Sowohl Adam und Gracey wurden so trotz der nur bruchstückhaften Einblicke greifbar als auch und vor allem Mary und Jerry. Am interessantesten war für mich jedoch ein Mann namens Eliah Woods, der Möbel baut und Antiquitäten restauriert, und von dem Mary auch den alten Sekretär erstand. Ein überaus feinfühliger Mensch ist dieser Eliah Woods, scheint stets zu wissen, woran sein Gegenüber gerade denkt und wie ihm zumute ist. Seltsam getröstet geht ein jeder aus einer Begegnung mit ihm hervor, und bei Eliah scheinen irgendwie alle Fäden zusammenzulaufen. Faszinierend und, ja, auch ein wenig mystisch ist diese Figur.

Der Aufbau ist bis auf die kurzen historischen Einschübe und die Briefe chronologisch ausgerichtet. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Mary und Jerry, was es dem Leser ermöglicht, beide Charaktere intensiv kennenzulernen. Der Schreibstil ist flüssig, und Susanna Ernst bedient hier virtuos die Klaviatur der Emotionen, die mich größtenteils erreichen konnten.

Insgesamt ein angenehm zu lesender Liebesroman mit einigen mystischen Elementen, die sich aber gut ins Gesamtkonzept integrieren. Wer an die 'Magie der wahren Liebe' glaubt, so wie es der Klappentext verspricht, dem sei diese Lektüre wärmstens empfohlen...


© Parden

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Tags: liebe, liebesroman, magie der wahren liebe   (3)
 

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weihnachten, geschenke, weihnachtsgeschichten, humor, geschichten

Aber dieses Jahr schenken wir uns nichts!

Mark Spörrle , Sabine Völkers , any.way , Cathrin Günther
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2008
ISBN 9783499247200
Genre: Romane

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erika, weihnachten, plüschschwein, stofftier, betty

Erika

Michael Sowa , Elke Heidenreich
Fester Einband: 54 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.12.2015
ISBN 9783446242203
Genre: Kinderbuch

Rezension:

ES WAR, ALS HÄTTE ICH ZU LEBEN VERGESSEN...

Erika ist ein Schwein. Ein Schwein aus hellrosa Plüsch und lebensgroß mit vier strammen Beinen, einem dicken Kopf, weichen Ohren und großen himmelblauen Glasaugen mit einem unbeschreiblichen Ausdruck - vertrauensvoll, gutmütig, neugierig und mit einer Art gelassener Pfiffigkeit.

Elisabeth, eine Frau in den mittleren Jahren in Berlin, ist kurz vor Weihnachten völlig ausgepowert, hat im vergangenen Jahr viel gearbeitet, dabei aber vergessen zu leben. Als sie eine Einladung von ihrem Exfreund Franz erhält, sie über Weihnachten in Lugano zu besuchen, sagt sie spontan zu.  Schnell macht sie noch einen Abstecher ins KaDeWe, um Franz seinen Lieblingssenf zu besorgen, als ihr Blick auf Erika fällt.

Der Senf ist vergessen, Elisabeth gibt eine Unsumme für das Plüschschwein aus - und schon beginnt die Welt rundherum sich zu verändern. Alle freuen sich, Erika zu begegnen, lächeln und wollen sie streicheln. Mit ihr unterm Arm werden die Menschen zutraulich und pflegeleicht. Und das Leben so herrlich, dass Betty Franz am Bahnhof stehen lässt und einfach in eine ungewisse Zukunft weiterreist, die im Verlaufe der Geschichte allerdings ein wenig an Gewissheit gewinnt. Und so beginnt ein Weihnachtstag, der völlig anders verläuft als vorhergesehen.

Eine kleine, aber durchaus lohnenswerte Geschichte von Elke Heidenreich, die mit ihren sechsundfünfzig Seiten rasch gelesen ist. Eine Geschichte voller Poesie, ergänzt durch Zeichnungen des Malers Michael Sowa, die dem kleinen Werk noch einen ganz besonderen Charme verleihen. Ideal als nettes Geschenk unter dem Tannenbaum - oder auch einfach mal so!


© Parden

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Tags: einsamkeit, erika, melancholie, poesie, schwein, weihnachten   (6)
 

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drachen, ausrottung, ritter, mittelalter, drachen lachen

Drachen haben nichts zu lachen

Franz Sales Sklenitzka
Fester Einband: 101 Seiten
Erschienen bei G & G Kinder- u. Jugendbuch, 01.03.2012
ISBN 9783707401707
Genre: Kinderbuch

Rezension:

WAS FÜR EIN NETTES KINDERBUCH!

Turniere sind dem Ritter Ottokar von Zipp ein Gräuel, und Tiere hat er viel zu lieb, als dass er sie jagen würde. Am liebsten hat er Drachen. Damals gab es ja noch Drachen: die zarten Erddrachen, die flinken Zaundrachen, die scheuen Kammdrachen, die glänzenden Smaragddrachen, die stacheligen Bürstendrachen und die bunt schimmernden Karfunkeldrachen. Sie will er vor dem Aussterben retten. Wie das geschehen soll, weiß Archibald von Exeter, der Minnesänger - so nannte man damals die langhaarigen Popsänger. Er hat eine tolle Idee ...

Der Ritter Ottokar von Zipp macht seiner Zunft wahrlich keine Ehre. Das Kämpfen überlässt er gerne seinen Kollegen, und auch sein sonstiges Verhalten passt so gar nicht zu dem eines Mitglieds des Ritterstandes. Während andere Ritter die Bauern bis aufs Blut auspressen, lebt Ottokar von Zipp von dem, was ihm seine Untergebenen freiwillig geben. Und auch an der Drachenjagd beteiligt er sich nicht - im Gegenteil, auf seinem Grund und Boden finden die begehrten Beutetiere Zuflucht und Sicherheit, wenn sich nicht gerade ein fremder Ritter widerrechtlich dort zur Jagd begibt.

Ottokar von Zipp liebt seine Bücher - und ja, er ist einer der wenigen Ritter, die überhaupt lesen und schreiben können, und kurzsichtig ist er auch. Und er will etwas unternehmen, um die vom Aussterben bedrohten Drachen zu retten. Drachen sind zu der Zeit nämlich sehr beliebt - als Festtagsbraten ebenso wie beispielsweise zur Herstellung wasserdichter Regenschirme (Drachenhaut) oder auch zur Stärkung des ritterlichen Bartwucheses (Drachenblut). Als im Jahr 1271 ein Turnier ausgerufen wird, bei dem der Sieger einen Wunsch erfüllt bekommt, hat Ottokars bester Freund Archibald von Exeter, ein fahrender Sänger, die Idee, dass der Ritter sich daran beteiligen könnte. Als Sieger hätte Ottokar es in der Hand, die Drachenjagd für immer verbieten zu lassen...


"Drachen haben nichts zu la-a-chen,
hierzula-ande, welche Scha-an-de.
Je-der ja-agt sie, ohn' Er-ba-ar-men,
je-der plagt sie, die-se A-ar-men."



Vergnüglich, kurzweilig, und für kleine Leser sicherlich auch spannend, schildert Franz Sales Sklenitzka auf den gerade einmal 104 Seiten des Buches die Bemühungen Ottokars, die Drachen vor dem Aussterben zu bewahren. Alles andere als ein Held, muss dabei alles mögliche geschehen, damit Ottokar tatsächlich als Sieger das Turnier verlässt. Mit einer Riesenportion Glück stolpert er daher durch das Turnier, tatkräftig unterstützt von seinem Freund, dem Minnesänger, der sich trotz der mittelalterlichen Zeiten wie ein von Groupies bedrängter Rockstar benimmt. Dabei ist die Konkurrenz nicht von Pappe. Der unbarmherzige Ritter Siegmund Silberzahn-Floretto beispielsweise kämpft mit harten Bandagen und joggt zur Turnier-Vorbereitung schon jeden Morgen in voller Rüstung durch den Wald...

Witzig, ironisch, zeitgemäß und doch auch geschichtlich interessant und sehr menschlich - eine wundervolle Mischung, die ich sehr gelungen fand!


© Parden

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Tags: ausrottung, aussterben, drachen, kinderbuch, ritter, turnier   (6)
 

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familie, weihnachten, weg fliegen, christmas, geschenke

Advent fängt im September an

Evelyn Sanders , Andrea Dölling
Fester Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 21.09.2007
ISBN 9783426662861
Genre: Romane

Rezension:

PLÄTSCHERNDE LANGEWEILE...

Die kirchliche Tombola, bei der es vor allem Feinstrumpfhosen in Größe 48 zu gewinnen gibt; die beiden verliebten Weihnachtsmänner vor dem Warenhaus, von denen einer sich als Weihnachtsfrau entpuppt; der so romantisch gedachte Hüttenurlaub in den Bergen, der zur Katastrophe gerät – Bestsellerautorin Evelyn Sanders versteht es, typische vorweihnachtliche Erscheinungen in zwölf vergnüglichen Geschichten amüsant aufs Korn zu nehmen.

Die zwölf voneinander unabhängigen Geschichten rund um die Adventszeit spielen um Evelyn Sanders selbst und ihren weitverzweigten Familienclan. Angeblich 'neue lustige, turbulente, typisch großfamiliäre Geschichten rund um die kalte Jahreszeit'. Doch hier ist ehrlich gesagt nichts witzig spritzig so wie angekündigt, kein humoreskes Feuerwerk erwartet den Leser hier, auch kein (vor-)weihnachtliches Flair, sondern im großen und ganzen eine gepflegte Langeweile. Der Vorteil an den einzelnen Geschichten ist, dass sie
jeweilse rasch gelesen sind und man das Buch nach jeder Episode erst
einmal wieder zur Seite legen kann.


"Weihnachtszeit ist die Zeit, in der man für andere Leute Dinge kauft, die man sich selbst nicht leisten kann!"


Klischeehaftes und Binsenweisheiten in recht einfach gehaltenem Schreibstil gibt es hier - keine Überraschungen, kein Aufbegehren aus dem
Vorsichhinplätschern. Die Figuren austauschbar, eindimensional,
gesichtslos, und wenn man, wie ich, zuvor noch kein Buch von Evelyn
Sanders gelesen hat, ist es manchmal kaum ersichtlich, um welches
Familienmitglied der Autorin es sich da in der ein oder anderen
Geschichte gerade handelt.

Ein wenig wirkt das Buch wie eine 'Resteverwertung' für Geschichten, die nirgendwo anders untergekommen sind. Begeisterte Rezensionen belegen: Evelyn Sanders kann auch anders! Für mich ist dieses Buch jedenfalls eine Enttäuschung und garantiert keine Einstimmung auf die nun anstehende vorweihnachtliche Zeit. Sehr schade...


© Parden

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

weihnachten, winter und schokolade, familie, kate defrise, belgien

Winter und Schokolade

Kate Defrise ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.10.2015
ISBN 9783453418950
Genre: Romane

Rezension:

FAMILIENREZEPTE UND -GEHEIMNISSE...

Die Schwestern Magali, Jacqueline und Colette haben schon lange nichts mehr von ihrem Vater gehört. Seit dem Tod ihrer geliebten Mutter vor vielen Jahren herrscht Eiszeit in der Familie. Als ihr Vater sie einlädt, Weihnachten mit ihm zu feiern, sind sie alles andere als begeistert. Dennoch fahren die Schwestern nach Hause, im Gepäck nichts als ihren Groll und das alte Familienrezept für Mousse au Chocolat. Sie ahnen nicht, dass ein lang gehütetes Geheimnis darauf wartet, gelüftet zu werden ...

Drei Schwestern - drei Leben. Einen Bruder gibt es auch noch, doch der treibt sich ständig anderswo in der Weltgeschichte herum, und niemand weiß aktuell, wo er zu finden ist. Der Roman erzählt im Wesentlichen von den Lebensentwürfen der drei Schwestern - Magali, zweifache Mutter, gelernte Köchin und Autorin von Kochbüchern, Jacqueline, belgische Operndiva mit intensivem Kinderwunsch und Colette, das chaotische Nesthäkchen, die es trotz ihrer großen Intelligenz noch nicht geschafft hat, ihren Platz im Leben zu finden, aber ihre Kreativität im Nähen von außergewöhnlichen Kleidungsstücken auslebt. Allen gemein ist die Distanz zum Vater, der nun aber ausgerechnet mit allen Familienmitgliedern Weihnachten feiern möchte - und dabei ein Geheimnis lüften will...


Wenn etwas leicht und süss und gut ist, sagt man auf Englisch, es sei ein "piece of cake", also ein Stück Kuchen. Und was ist noch besser als ein Stück Kuchen? Eine ganze Torte!


In jedem Kapitel wechselt die Perspektive hier von einer Schwester zur nächsten. Normalerweise finde ich derartige Perspektivwechsel gelungen, weil man so die verschiedenen Charaktere gleichwertig kennenlernt, doch hier war es mir doch des Guten zu viel - all die Personen drumherum, die das Leben jeder einzelnen Schwester bevölkern, gingen in der Summe doch sehr auf Kosten der Übersichtlichkeit. Im Grunde ist tatsächlich keine der Schwestern wirklich zufrieden mit ihrem Leben - jede findet da konsequent ein Haar in der Suppe (manchmal gleich ein ganzes Büschel) und tut sich schwer mit Veränderungen. Allen gemein ist aber die Liebe zu gutem Essen - und davon ist hier viel und ausführlich die Rede, bis hin zu eingestreuten, ausführlichen Rezepten, die zugegebenermaßen ebenfalls Lust aufs Essen machen.

Das Weihnachtsfest mit dem Vater der drei Schwestern rückt unaufhaltsam näher, doch erst die letzten Kapitel des Buches beschäftigen sich dann tatsächlich mit dem Zusammentreffen. Und das Geheimnis? Ja, es wird aufgedeckt, aber für meine Begriffe wenig spektakulär. Da hatte ich aufgrund des Klappentextes doch anderes erwartet.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, doch insgesamt konnte mich das Buch nicht so recht überzeugen. Es ist Kate Defrise in meinen Augen nicht so recht gelungen, das Gleichgewicht zu wahren zwischen der Darstellung der Lebenssituation der drei Schwestern einerseits und dem Familientreffen andererseits. Und zudem waren mir zwei der Schwestern auch noch wenig sympathisch, da ich ihre Einstellungen und Reaktionen teilweise nicht so recht nachvollziehen konnte und auch nicht wollte.

Ein ganz nettes Buch für zwischendurch, aber für mich war hier zu viel gewollt und zu wenig gekonnt. Da hatte ich einfach mehr erwartet.


© Parden

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71 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

irland, tod, selbstmord, suche, waisenhaus

Nach Hause schwimmen

Rolf Lappert
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.12.2009
ISBN 9783423138307
Genre: Romane

Rezension:  
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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

dresden, mitschüler, nachkriegszeit, verlust, 50er jahre

Das Mädchen mit den Orangenpapieren

Hanns Zischler , Hanna Zeckau
Fester Einband
Erschienen bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch, 10.09.2014
ISBN 9783869710969
Genre: Romane

Rezension:

WAS IST HEIMAT?

Elsa heißt das Mädchen, das hier im Mittelpunkt der episodenhaften Erzählung steht. Mit ihrem Vater lebt sie Mitte der 50er Jahre seit sieben Monaten in Marstein, einer kleinen Stadt an der Ache, in den Bergen, unweit des Chiemsees. Geflüchtet sind die beiden aus dem zerbombten Nachkriegs-Dresden, die Mutter Elsas kurz zuvor verstorben. Die Trauer und die Fremde haben Elsa und ihren Vater sehr zusammengeschweißt, und doch muss jeder seinen Alltag auf sich allein gestellt bewältigen.

Während der Vater arbeiten geht, besucht Elsa als Externe das Internat im hochgelegenen Schloss. Schon der Schulweg ist nicht leicht, denn Elsa laboriert an einem Hüftleiden, das ihr das Gehen erschwert. Aber auch sonst ist es nicht einfach an dem neuen Ort - als Auswärtige, die die hiesige Mundart kaum versteht, ist sie ein Außenseiter. Nur Pauli, ein Junge aus ihrer Klasse, hat nicht gelacht, als Elsa als Neue in ihrem Dresdner Dialekt zu sprechen begann.

Zuflucht vor der Einsamkeit und ihrer Trauer sucht Elsa in ihrer Sammlung von Orangenpapieren. Vielleicht erinnert sich noch jemand daran: Zitrusfrüchte wurden früher einzeln durch hauchzarte, federleichte, fast transparente Papierchen geschützt und so verpackt in eine Stiege gelegt. Diese Papierchen hatten stets ein aufgedrucktes Bild, das den Flair des Südens, des ganz Besonderen, noch verstärkte. Und diese Bilder der Orangenpapierchen kann Elsa stundenlang betrachten. In manchen der abgebildeten Figuren meint sie gar ihr bekannte Personen wiederzuerkennen.

Diese Orangenpapierchen setzt Hanns Zischler als wundervolle Symbolik ein für die Schutzhülle, in die Elsa sich flüchtet, wenn die Gefühle sie zu übermannen drohen. Und so wie die Orange ausgewickelt wird und erst dann ihre ganze Pracht offenbart, legt auch Elsa zunehmend ihre Schutzhüllen ab, in dem Maße, wie sie Freundschaft und Zuwendung erfährt.

Auch sonst bedient sich Hanns Zischler einer ausgesprochen bildgewaltigen und metapherstrotzenden Sprache, die mir allerdings gelegentlich als etwas zu bemüht erschien.


"(...) hat sie sich an den Anblick der Berge nicht gewöhnen können. Manchmal will sie den Blick gar nicht heben, zu erdrückend ist die Maßlosigkeit der dunklen Felsen und Klüfte. Das Auge rutscht ab an den glatten, baumlosen Kanten, den Brocken und Schründen. Fremd und kalt ragen die Berge auf, unerreichbar und undurchdringlich (...) Auch die aufregenden Farbenspiele - das Grauviolett des Himmels, die zentaurischen Wolken mit ihren jagenden Schatten, die blaugrünen Nadelwaldhänge, die helle Tonsur der hoch oben in den Wald eingekerbten Herzwiese - können die monumentale Fremdartigkeit nicht vertreiben. Elsa findet hier keinen Halt. Alles stürzt."


Durch die Genauigkeit der Beobachtung und die Konzentration auf das Einzelne gelingt es Hanns Zischler, die Atmosphäre jener Zeit einzufangen, die von Traumatisierung und Verlust geprägt war. Gerade einmal 112 Seiten umfasst das schmale Büchlein, doch durch das Aneinanderreihen von Episoden gelingt es dem Autor trotzdem, eine Entwicklung Elsas darzulegen. Allerdings empfand ich manche Episoden als sehr sprunghaft aneinander gesetzt, so dass das Bild Elsas Risse bekam. Handlungen und Reaktionen erschienen mir dadurch nicht immer gleich nachvollziehbar, eine plötzliche Offenheit des Mädchens sehr überraschend.

Dennoch war das literarische Debüt Hanns Zischlers, der mir eher durch seine schauspielerische Leistung bekannt ist, insgesamt recht angenehm zu lesen.


© Parden

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Tags: dresden, flucht, heimat, nachkriegsdeutschland, trauer, verlust   (6)
 

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146 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

thriller, lincoln rhyme, krimi, insekten, entführung

Der Insektensammler

Jeffery Deaver , Hans-Peter Kraft
Flexibler Einband: 476 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 01.05.2003
ISBN 9783442359059
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

hörspiel, krimi, hercule flambeau, pater brown

Das Haus der Schlange (Hercule Flambeau's Verbrechen)

Ellen B. Crown
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Maritim, 19.03.2009
ISBN B002TVSBW2
Genre: Sonstiges

Rezension:

DIE MEISTERDIEBE GEBEN SICH DIE EHRE...

Flambeau stellt sich der Herausforderung seines Lebens: Der Meisterdieb muss einen anderen Meisterdieb bestehlen, um seinen Ruf zu retten. Denn beim Wettlauf um eines der verschollenen und unbezahlbaren Fabergé-Eier, kommt ihm ein mysteriöser Konkurrent zuvor. Ein Mann, der in Diebeskreisen bloß unter dem Decknamen "Die Schlange" bekannt ist... Doch Hercule Flambeau ist fest entschlossen, das Fabergé-Ei an sich zu bringen und seinen Ruf als Meisterdieb wieder herzustellen. Ein aufregendes Abenteuer führt ihn ins Geheimversteck seines dunklen Gegenspielers, in dem tödliche Gefahren auf Flambeau lauern. Denn dort, in einer halbverfallenen Villa, liegt das verschollen geglaubte Meisterwerk versteckt. Und so betritt Hercule Flambeau schließlich das Haus der Schlange...

Meisterdiebe müssen erfinderisch sein, und Hercule Flambeau ist tatsächlich ein Meister seines Faches. Zuletzt gelang ihm wieder einmal ein genialer Coup, bei dem ihm die wertvollen Schmuckstücke einer reichen Dame in die Hand fielen. Doch nun entdeckt Flambeau zu seiner großen Empörung einen Zeitungsartikel, in dem ihm der Rang des größten Meisterdiebes aberkannt wird. 'Die Schlange' kündigt in diesem Artikel an, ein kostbares Fabergé-Ei zu stehlen, und als es Flambeau nicht gelingt, seinem Konkurrenten zuvorzukommen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit seinem Freund Leon in das Haus der Schlange einzubrechen, um seinen Ruf wiederherzustellen. Doch dort erwartet ihn eine böse Überraschung...

Mit nur fünf Sprechern plus Erzähler kommt dieses gerade einmal 59-minütige Hörspiel aus: Hans Georg Panczak spricht Flambeau schon in den Pater Brown-Hörspielen und erweckt den Meisterdieb auch hier mit seiner unverkennbaren Stimme zum Leben, wobei er seinen Part mit Hingabe und hörbar Lust an der Rolle bestreitet. Dabei gibt es gerade zu Beginn des Hörspiels eine ganze Reihe von Anzüglichkeiten und Doppeldeutigkeiten, die, da so unerwartet präsentiert, einfach nur amüsant sind. Die akkustische Gestaltung untermalt die Erzählung durchaus angemessen, wobei eher Wert auf eine recht ruhige, stimmungsvolle Atmosphäre als auf überladene Soundeffekte gelegt wird. Im Mittelpunkt stehen hier ganz eindeutig die Sprecher.

Eine nette Unterhaltung für zwischendurch, von der nicht zu viel erwartet werden darf. Aber wer Hörspiel-Krimis à la Pater Brown mag, der wird auch hier auf seine Kosten kommen.


© Parden

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Tags: hercule flambeau, hörspiel, krimi, pater brown   (4)
 

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72 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

thriller, berlin, nils trojan, mord, hexe

Das Hexenmädchen

Max Bentow
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.04.2016
ISBN 9783442484287
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

MÄRCHENHAFT...

Der Berliner Kommissar Nils Trojan und sein Team geraten in einen wahren Albtraum, als sie fieberhaft im Fall eines Serientäters ermitteln. Drei Opfer wurden kurz nacheinander tot in ihren Wohnungen aufgefunden, auf ebenso groteske wie grausame Weise ermordet – und mit jeder Stunde, die vergeht, muss Trojan fürchten, an einen weiteren Schauplatz gerufen zu werden. Dann sind plötzlich zwei kleine Mädchen unauffindbar, und Trojan wird das Gefühl nicht los, dass ein Zusammenhang zwischen den Fällen besteht. Denn beide Kinder sprachen kurz vor ihrem Verschwinden von einer „Hexe“, die sie in Angst und Schrecken versetzte. Und Trojan musste beim Anblick der Toten unwillkürlich an ein bekanntes Kindermärchen denken ...

Der vierte Teil der Reihe lässt Nils Trojan hinter einem Täter herjagen, der seine Opfer in demütigender Haltung hinterlässt: kniend vor dem Ofen, den Kopf bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Abgesehen von dem bestialischen Gestank ist es diese demütigende Haltung, die der Ermittler nicht aus dem Kopf bekommt. Dazu zwei verschwundene Mädchen, ein alter Fall, in dem ein Kind aus dem Wald gerannt kam und seinem Retter von einer Hexe berichtete, dann aber verstarb, und eine geheimnisvolle Schneekugel mit einem kleinen Hexenhäuschen, einer Hexe und Gretel davor - doch wo ist Hänsel? Nils Trojan muss seine grauen Zellen schon arg anstrengen, um da einen Zusammenhang zu entdecken.

Wieder einmal stößt Nils Trojan bei seinen Ermittlungen an persönliche Grenzen - die Panikattacken scheinen eher noch zuzunehmen, und Hilfe ist nicht in Sicht. Er versucht, seine Ängste vor seinen Kollegen zu verbergen, kann aufgrund der Brisanz der Fälle aber auch nicht kürzer treten. Selbst als Trojan die Symptome fälschlicherweise für einen Herzinfarkt hält und sich ärztlich untersuchen lässt, zieht er keine Konsequenzen. Seine ehemalige Psychologin Jana Michels kann ihn therapeutisch auch nicht länger unterstützen, da sie und Nils sich privat näher gekommen sind. Selbst wenn ihre Beziehung momentan eher auf Eis liegt, da Jana sich nicht sicher ist, ob sie die stets dräuende Gefahr um den Ermittler auf Dauer erträgt.

Die Nähe zu einem der Grimmschen Märchen ist von Max Bentow bildhaft inszeniert worden. Das Ausleuchten der Tatorte ist stellenweise durchaus gruselig, was nicht nur auf den Leser zutrifft, sondern auch auf den Ermittler des Thrillers. Da ich Trojan nun schon vier Fälle lang begleitet habe, interessiert mich sein Privatleben durchaus, doch muss Bentow aufpassen, dass sich das Verhältnis zwischen den Ermittlungen einerseits und den Einblicken in Trojans Leben andererseits zumindest noch die Waage hält - zwischenzeitlich fand ich es des Guten doch ein wenig zu viel. Zu viel waren für mich dann auch die Personen, die in diesem Fall alle eine Rolle spielten. Dies trug natürlich auch zur gewünschten Verwirrung bei, doch war es tatsächlich schwierig, da noch den Überblick zu behalten. Ich war froh, dass es am Ende nicht - wie doch schon in einigen vorherigen Bänden bemängelt - Superkräfte waren, mit deren Hilfe Trojan den Serientäter schießlich stellte. Trotzdem war ich am Schluss nicht ganz zufrieden, weil die Auflösung zwar überraschend war, aber in meinen Augen zu konstruiert und von der Motivlage her wenig vorstellbar.

Kurze Kapitel, geschickt platzierte Cliffhanger sowie wechselnde Perspektiven sorgten, verbunden mit einem gewohnt flüssigen Schreibstil und immer wieder aufkeimender Spannung, dafür, dass ich nur so durch die Seiten flog. Deshalb runde ich die 3,5 Sterne gerne auf vier auf und freue mich trotz meiner kritischen Anmerkungen schon auf Band 5!


© Parden

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Tags: berlin, hänsel und gretel, hexe, märchen, nils trojan, ofenmorde, serienmörder, thriller   (8)
 

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67 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

drama, london, familie, schwarzer humor, intrige

Nussschale

Ian McEwan , Bernhard Robben
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.10.2016
ISBN 9783257069822
Genre: Romane

Rezension:

HAMLET! ODER SO...

Zugegeben, bislang hatte ich noch keine Begegnung mit einem Buch von Ian McEwan. Vorgenommen hatte ich es mir schon lange, aber irgendwie kam es nie dazu. Doch hier, bei seinem neuesten Werk, wurde ich neugierig. Und bereits auf den ersten Seiten wurde klar: das ist ein Roman für mich!

Worum es geht, ist rasch skizziert: Mann, Frau, Liebhaber. Einer zu viel. Der Stoff, aus dem große Dramen entstehen. Doch halt, so ganz neu ist der Stoff wohl nicht. Schon die Namen einiger Personen deuten in die Richtung, in der man suchen muss. Trudy heißt die Frau und Claude der Liebhaber - und wem hier Hamlet von Shakespeare in den Sinn kommt (die Königin Gertrude und Claudius, der Bruder und Mörder des Königs und späterer Gemahl von Gertrude), ist auf der richtigen Spur. Auch bei McEwan ist Claude der Bruder von Trudys Ehemann - und die beiden planen die Ermordung des werten Gatten.


"Er merkt nicht, wie ungeduldig sie darauf wartet, dass er wieder geht. Wie pervers die Verbannung ist, die sie ihm (...) auferlegt. Ist er denn wirklich ein so bereitwilliges Werkzeug seines eigenen Untergangs? (...) ein Riesennarr, der es für klug hält, seiner Frau jenen 'Raum' zu geben, den sie angeblich braucht." (S. 29)


Doch auch Shakespeare hatte seinerzeit so seine Quellen - die Geschichte selbst ist also noch viel älter. Mir hat die Entdeckung dieses Zusammenhangs einfach viel Freude gemacht. Wichtiger jedoch ist nun zu schauen, worin das Besondere in dem Werk von McEwan liegt.

Da wäre zunächst einmal die überaus ungewöhnliche Perspektive zu nennen, aus der die Geschichte erzählt wird. Eine wichtige, wenn nicht gar die wichtigste, Person wurde bislang nämlich noch nicht benannt. Trudy ist im neunten Monat schwanger - und das Ungeborene erzählt hier die Ereignisse um seine Mutter, seinen Vater und seinen Onkel, all die Abgründe menschlichen Lebens, eine Geschichte von Intrige und Verrat. Durch die besondere Situation sind dem Erzähler die Hände gebunden, so dass er nichts tun kann, um das geplante Verbrechen zu verhindern, was ihm zwischenzeitlich sehr zusetzt.

Wer jetzt stutzt angesichts der Erzählperspektive - ja, das Erleben hatte ich beim Lesen auch. Wie kann denn ein Ungeborenes derart allwissend sein, die Situation analysieren, Überlegungen anstellen? Und nicht nur das: es beschreibt sinnliche Erfahrungen wie den Geschmack des Weins, den seine verantwortungslose Mutter täglich in sich hineinschüttet, oder auch über das Erleben von Farben. Darüber hinaus philosophiert das Ungeborene immer wieder auch über die verschiedensten Themen fröhlich vor sich hin. McEwan selbst hat die Antwort parat: Radio, Fernsehen, Podcasts, alles aufgesogen in den neun Monaten seines Daseins im Bauch der Mutter. Natürlich ist das wenig realistisch, aber irgendwie doch unwiderstehlich albern. Und das Ungeborene ist in bester Erzähllaune, so viel sei hier verraten. Wenn es gelingt, diese Erzählperspektive einfach als gegeben hinzunehmen, ist das Lesen ein wahres Vergnügen...


"Nicht jedermann weiß, wie es ist, den Penis des Rivalen seines Vaters nur wenige Zentimeter vor der eigenen Nase zu haben. In diesem späten Stadium sollten sie sich mir zuliebe eigentlich zurückhalten (...) Jedes Mal, bei jedem Kolbenhub fürchte ich, er könnte durchstoßen, könnte meinen weichen Schädel aufspießen und meine Gedanken mit seiner Essenz besamen..." (S. 37)


Ian McEwan hat hier eine besondere Mischung geschaffen aus Drama, Krimi und Satire, gewürzt mit allerlei philosophischen Betrachtungen. Böser schwarzer Humor versüßt dabei selbst die düstersten Darstellungen. Und bei all dem ist zu merken, wie viel Vergnügen der Autor selbst beim Schreiben gehabt haben muss.

Manche Passagen hinsichtlich der Reflexion des Weltgeschehens oder über die Natur der Menschheit sind für meinen Geschmack ein wenig zu ausschweifend geraten. Ein wenig so, als hätte McEwan selbst noch ein Fläschchen Wein geöffnet und den Philosophen rausgeholt, um über Gott und die Welt zu schwadronieren. Da geriet die Handlung für mich zu sehr ins Stocken. Doch die Schreibkunst des Autors, seine subtilen Beobachtungen zwischenmenschlichen Handelns, die hier fein herausgearbeitet sind, versöhnten mich wieder mit diesen Abschweifungen.

Insgesamt jedenfalls fühlte ich mich von dem Roman bestens unterhalten und habe jetzt Lust bekommen, weitere Werke des Autors kennenzulernen!


© Parden

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Tags: drama, hamlet, krimi, satire, schwarzer humor, shakespeare   (6)
 

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83 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

widerfahrnis, flüchtlinge, deutscher buchpreis 2016, deutscher buchpreis, liebe

Widerfahrnis

Bodo Kirchhoff
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 01.09.2016
ISBN 9783627002282
Genre: Romane

Rezension:

AMAVERO - ICH WERDE GELIEBT HABEN...

Von der Möglichkeit einer Liebe handelt diese preisgekrönte Novelle, von einer Reise in den Süden, in die Vergangenheit, in einen Abschied, von Verdrängung, von Schuld - von zwei Leben.

Viel Stoff für ein kurzes Buch, vieles leise zwischen den Zeilen, viel Raum für Interpretationen, passend geschneidert auf das eigene Leben des Lesers - eines jeden Lesers?

Zwei Menschen: ein Mann, eine Frau, abseits ihres früheren Lebens, gestrandet in einer luxuriösen Wohnanlage in einem kleinen Tal am Alpenrand. Reither, früherer Verleger eines kleinen, exklusiven Verlags, ein Arbeitsleben lang bemüht um das Schleifen der Wörter, die Exaktheit des Ausdrucks, das Wesen der Sprache - doch nun, da es mehr Schriftsteller als Leser zu geben scheint, ein resignierter Rückzug. Und Leonie Palm, einst Besitzerin eines Hutladens, doch in Zeiten, da es immer weniger Gesicher für ihre Hüte zu geben scheint, gab auch sie ihr Geschäft auf.


"Nein, kein Paar. Nur Mann und Frau. (...) Ein Du taugt nur etwas, wenn es aus dem Sie hervorgeht."



Eine Begegnung in der Nacht. Die Palm läutet bei Reither, nachdem sie ihn einige Stunden zuvor zufällig in der Bücherecke des Kaminfoyers stehen sah, ein Buch in der Hand. Ein Gespräch, einige gemeinsame Zigaretten, etwas Wein, ein Kaffee. Und dann die spontane Fahrt mit dem kleinen Cabrio der Palm, eine Probefahrt in der Nacht, raus aus dem Schnee, in den Sonnenaufgang. Doch beim geplanten Ziel nicht kehrtgemacht, sondern weitergefahren, in den Süden, in den frühen Sommer in Sizilien. Kaum ein Halt, das Autofahren als Katalysator - eine Reise zueinander, eine Reise auch in die Vergangenheit.


"Rauchen wir vorher noch eine? Sie hielt die Hand auf, und er legte eine Zigarette hinein, sie steckte sie zwischen die Lippen, er gab ihr Feuer, sie hielt die Hand schützend um die Flamme, obwohl das Fenster nicht auf war, und er die Hand schützend um ihre, obwohl die Zigarette schon brannte - das alte, stille Vorgehen. Dann steckte er sich auch eine an und sah zu der Frau, die mit ihm in der Dunkelheit eine Autofahrt machen wollte. Na, denn, sagte er."


Die Hauptmotive der Vegangenheit der beiden Hauptcharaktere lässt Kirchhoff ebenso rasch erscheinen wie er die wachsende Liebe von Reither und Palm vorantreibt. Getriebene, so scheint es, sind die beiden, rastlos in Raum und Zeit, kein längerer Halt, weiter, immer weiter. Hin auf ein Ziel, weg von unangenehmen Themen. Reither, der eine große Liebe verlor, weil er sich gegen ein werdendes Leben entschied - Palm, die ihre einzige Tochter an einen Suizid verlor und ihren unaussprechlichen Schmerz darüber in einem kleinen Buch zum Ausdruck brachte.


"Wir sind schon auf der Strecke zum Brenner, und wenn wir hier weiterfahren, geht es über die Alpen, sagte er. Über alle Berge, Leonie, das wollten Sie doch."


Distanziert ist die Sprache, virtuos, wohlgefeilt jedes Wort, nichts dem Zufall überlassen. Spröde gezeichnet die Charaktere, wenig direkte Rede, dann integriert in den Fließtext ohne Anführungszeichen. Bilder, Beobachtungen, Gedanken prägen das Geschehen, kein überflüssiges Wort, vieles ungesagt. Und doch, bei aller Distanziertheit, bei aller Desillusioniertheit der Charaktere, sind sie da, die Emotionen, zwischen den Zeilen, in dem Raum, den der Leser mit seinen Erfahrungen füllen, wiedererkennen kann.


"Erinnerungen sollten wie Abschnitte in einem Handbuch sein, nur dazu dienen, in bestimmten Situationen die richtigen Worte in richtiger Reihenfolge zu sagen, aber es sind Einflüsterungen, die einen betören oder mit Schmerz erfüllen oder beides."


Eine Liebe im Alter, ein unerhofftes Verlangen zueinander, eine Nähe trotz allem. Doch 'amavero' - Ich werde geliebt haben - nimmt das Ende der Erzählung vorweg. Passend. Überraschend. Melancholisch.

In jüngeren Jahren hätte mich das Buch vermutlich nicht angesprochen, doch da sich Kirchhoff eher an eine etwas reifere Leserschaft wendet, hat mich die Erzählung getroffen. Und arbeitet weiter. Zwischen den Zeilen...


© Parden

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Tags: deutscher buchpreis, deutscher buchpreis 2016, liebe, novelle   (4)
 

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42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

krimi, havel, toni sanftleben, berlin, potsdam

Kalte Havel

Tim Pieper
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783740800017
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

LOST PLACES...

Eigentlich ist Toni Sanftleben ganz zufrieden mit dem Leben, so wie es jetzt ist. Er ist nach den Ereignissen im vorherigen Band zwar vom Dienst beurlaubt, doch kümmert er sich nun liebevoll um seine Frau, die nach etlichen Jahren wieder zu ihm und seinem Sohn zurückgekehrt ist. Eigentlich verschwendet Toni kaum noch einen Gedanken an seine frühere Arbeit, und um so überraschter ist er, als die Staatsanwältin ihn auf seinem Hausboot aufsucht.

Ein Freund ihres Sohnes Alexander wurde erschossen - und seither ist er selbst wie vom Erdboden verschwunden. Entführt? Ermordet? Weggelaufen? Die Staatsanwältin hofft, ihren Sohn lebendig wiederzusehen und bittet Toni dringend um seine Mithilfe. Für diesen einen Fall ist seine Beurlaubung aufgehoben, und schon bald ist klar, dass er hier seine gesamte Erfahrung als Hauptkommissar in die Waagschale werfen muss, um Schlimmeres zu verhindern...

Düster ist die Atmosphäre, die Tim Pieper hier in dem zweiten Band um den Berliner Ermittler Toni Sanftleben schafft. Viele der geschilderten Szenen spielen sich in sog. Lost Places ab, wie z.B. in den Beelitz-Heilstätten bei Potsdam oder in der verlassenen Kaserne in Krampnitz. Diese morbide Atmosphäre erscheint ungemein passend zu den Geschehnissen und Hintergründen des Falls, was mir sehr gefallen hat.


"...und er erfasste instinktiv, was die einmalige Atmosphäre ausmachte. An den vernagelten Fenstern, an den verrosteten Teppichstangen und dem überwucherten Sprtplatz war abzulesen, dass alles, was sich hier abgespielt hatte, unwiederbringlich der Vergangenheit angehörte. Gleichzeitig war dieser Ort noch keiner neuen Bestimmung zugeführt worden, was ein Gefühl des Schwebenden, des Vagen und des Ungewissen auslöste, das in der geordneten Welt außerhalb (...) kaum entstehen konnte. Dieser Ort suggerierte eine Parallelexistenz." (S. 61)


Toni Sanftleben hat es nicht leicht, wieder in den geordneten Dienst zurückzukehren, zumal nicht alle Kollegen ihn wieder willkommen heißen. Doch bald schon ist er bis über beide Ohren in den Fall verstrickt und ermittelt dabei teilweise in gänzlich anderer Richtung als in die von seinem Chef vorgegebene. Im Grunde hat er mit seinen Kollegen im Laufe der Ermittlungen kaum etwas zu tun - er gibt Anweisungen und holt sich gelegentlich Informationen ein, doch eigentlich geht Toni die meiste Zeit über seiner ganz eigenen Wege. Dieser Aspekt war für mich doch etwas verwunderlich, denn Polizeiarbeit im konsequenten Alleingang ist doch zumindest außergewöhnlich.

Dennoch ergeben sich im Laufe der Ermittlungen immer neue Aspekte und Hintergrunddetails, die Toni allmählich klarer sehen lassen - und doch auch wieder nicht. Denn alles, was er herausfindet, komplettiert einerseits das Täterprofil, passt jedoch andererseits gleich auf mehrere der Verdächtigen. Das hat Tim Pieper wieder geschickt konzipiert, denn auch der Leser wird bis kurz vor Schluss im Unklaren gelassen, wer denn nun hinter der Ermordung des Freundes von Alexander steckt und was es mit dem Verschwinden des Sohnes der Staatsanwältin tatsächlich auf sich hat.

Die Mischung aus morbider Atmosphäre einerseits und den vielen Fragezeichen andererseits, die lange immer mehr zu werden scheinen, hat mir gut gefallen. Ebenso empfand ich die Verwebung der fallrelevanten Elemente in der Gegenwart mit den Rückblenden aus der Sicht des ermordeten Opfers als sehr gelungen. Auch die privaten Einblicke in das Leben von Toni Sanftleben stehen in einem angenehmen Verhältnis zu dem Fall an sich - und machen Lust auf weitere Folgen der Reihe. Denn hier ist das letzte Wort noch nicht geschrieben, und etliche Antworten bezüglich des Privatlebens von Toni bleibt der Autor hier noch schuldig. Ein geschickter Schachzug!

Der Schreibstil ist dabei flüssig und angenehm zu lesen, wobei ich manche Stellen als etwas zu gestelzt und zu gewollt empfunden habe, andere Passagen dagegen sehr bildhaft und fast schon poetisch fand.

Insgesamt also ein gelungener zweiter Teil der Reihe, der unbedingt neugierig macht auf die Folgebände.



© Parden

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Tags: beelitzer heilstätten, berlin, brandenburg, düstere stimmung, krimi, lost places, toni sanftleben   (7)
 

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54 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

vatikan, abenteuer, wien, nostradamus, thriller

Der Nostradamus-Coup

Gerd Schilddorfer
Flexibler Einband: 796 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783404174256
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(403)

742 Bibliotheken, 12 Leser, 6 Gruppen, 87 Rezensionen

thriller, struwwelpeter, andreas gruber, wien, todesfrist

Todesfrist

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.03.2013
ISBN 9783442478668
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

48 STUNDEN ZEIT...

Sabine Nemetz arbeitet beim Münchner Kriminaldauerdienst, wird aber in den neuesten Mordfall mehr als erträglich hineingezogen. Trotz ihrer persönlichen Betroffenheit - oder vielleicht auch gerade deswegen - setzt sie alles daran, den Täter zu überführen. Sie staunt jedoch nicht schlecht, als ihr nach einer heimlichen Anfrage in einem ihr eigentlich nicht zugänglichen Computersystem des BKA, plötzlich ein Fallanalytiker dieser Bundesbehörde gegenübersteht: Maarten S. Sneijder. Obwohl Sabine Nemetz eigentlich nicht an den Ermittlungen beteiligt werden soll, beweist sie eine rasche Auffassungsgabe und forsche Unerschrockenheit, so dass Sneijder schließlich auf ihrer Mitarbeit besteht.


"Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie."


Der Mordfall in München entpuppt sich rasch als Teil einer ganzen Mordserie, die an Brutalität kaum zu überbieten ist. Dabei finden die Morde an vollkommen unterschiedlichen Orten statt, die Opfer haben anscheinend nichts miteinander zu tun, und die Tötungsart ist jedesmal eine andere. Verhungernlassen gehört ebenso zum Spektrum der grausamen Morde wie das Ertränken in Tinte oder das Umhüllen des noch lebenden Opfers mit Beton. Der vom BKA abgestellte Fallanalytiker Maarten S. Sneijder und die junge Ermittlerin Sabine Nemetz entdecken schließlich trotz aller Unterschiede ein Muster hinter den Taten. Der Serienmörder lässt sich von dem alten Kinderbuch 'Der Struwwelpeter' inspirieren - er setzt die Darstellungen der drastischer Bestrafung kindlichen Fehlverhaltens einfach in die Tat um. Doch was ist das Motiv des Täters? Und wie um Himmels Willen sollen sie ihn stoppen?

Was für ein Thriller! Er beginnt schon rasant und behält dieses Tempo auch weitgehend bei. Dabei springt das Geschehen in den kurzen Kapiteln von einem Schauplatz zum anderen, aber auch zwischen Gegenwart und Vergangenheit - und sorgt dadurch für zusätzliche Verwirrung. Der flüssige Schreibstil lässt einen neben der zunehmenden Spannung geradezu von Kapitel zu Kapitel fliegen. Dabei hält das Gefühl einer wachsenden Bedrohung an, und vor allem Sabine Nemetz kommt zunehmend an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Doch als unerwarteter Protegé des aalglatten Maarten S. Sneijder, der es hervorragend versteht, die Kollegen vor Ort mit wachsender Begeisterung vor den Kopf zu stoßen, wächst Sabine geradezu über sich hinaus.


"Er war so charmant wie eine giftsprühende Kobra, die noch nicht gefrühstückt hatte."


Maarten S. Snijder - damit hat Andreas Gruber einen Ermittler kreiert, der seinesgleichen sucht. Als erfahrener Fallanalytiker des BKA wird der Niederländer immer wieder bei der Klärung schwieriger Mordserien von den Dienststellen vor Ort herangezogen, doch eilt ihm inzwischen sein Ruf voraus. Ein regelrechtes A...loch ist er bei aller Genialität, ein Kollegenschw...in, das am liebsten alleine arbeitet und seine Ruhe verlangt. Kollegen als gleichberechtigt anzusehen, kommt ihm gar nicht erst in den Sinn, sein arrogantes Verhalten ist legendär. Um so erstaunlicher mutet es an, dass er die toughe Sabine Nemetz schließlich unter seine Fittiche nimmt und ihr sogar kleine Einblicke in sein Privatleben gewährt. Vanilletee und Hasch gehören ebenso zu dem exzentrischen Ermittler wie Akkupunkturnadeln und Diebstähle in Buchhandlungen. Trotz allem mochte ich Sneijder zunehmend gerne, und seine junge Kollegin Sabine Nemetz erlebte ich als beherzt und sympathisch. Beide Charaktere waren für mich authentisch und glaubwürdig.

Ein für mich rundum überzeugender Thriller mit ungewöhnlichen Mordarten, einem spannenden Wettlauf mit der Zeit und mit einem überaus schrägen Ermittler. Ich freue mich schon auf ein Wiederlesen mit Maarten S. Sneijder & Co. Zum Glück gibt es schon Fortsetzungen...


© Parden

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serie, lokalkrimi, krimi, volksmusik, georg wilsberg

Wilsberg - Ein bisschen Mord muss sein

Jürgen Kehrer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 20.10.2015
ISBN 9783894254636
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

MÜNSTERSCHER KARNEVAL...

Mit Erstaunen hat Georg Wilsberg den Werdegang seines Studienkumpels Wolfram Schniederbecke verfolgt: Aus dem früheren Punkmusiker ist ein gefeierter Schlagerstar geworden, mit ›Goldstück‹ hat Wolf Schatz, wie sich Schniederbecke nun nennt, einen Riesenhit gelandet. Und mit Erstaunen nimmt der Privatdetektiv zur Kenntnis, um was ihn Schatz bittet – der Sänger hat Spielschulden und möchte, dass Wilsberg einen Geldkoffer überbringt. Nicht zuletzt, weil ein bezahlter Auftrag mal wieder zur rechten Zeit kommt, willigt Wilsberg ein. Doch bei der Übergabe des Koffers stellt sich alles anders dar, als es Schatz beschrieben hat – und am Ende ist der beliebte Schlagersänger tot …

In seinem 19. und bislang letzten Fall ermittelt Wilsberg mit einem konstant schlechten Gefühl im Bauch. Hier ist nichts so, wie es anfangs zu sein scheint, und Wilsberg gerät nicht nur mit einigen hartgesottenen Russen aneinander, sondern auch mit der Polizei - und schlittert schließlich mitten in den münsterschen Karneval. Was Jürgen Kehrer von dem Karnevalstreiben in der Heimamtstadt Wilsbergs hält, wird hier mehr als deutlich - und manchesmal konnte ich mir da ein fieses Grinsen nicht verkneifen. Auch das Schlager- und Volksmusikbusiness bekommt hier ordentich sein Fett weg, einschließlich der riesigen Fangemeinde mit einem Altersdurchschnitt weit jenseits der 40.

Überhaupt ist hier schwarzer Humor sowie eine ordentliche Portion Zynismus an der Tagesordnung. Ansonsten ist die Stimmung, in die Kehrer seinen Krimi taucht, eher düster - jedenfalls trotz des Dauergeplänkels zwischen Wilsberg einerseits und der Kommissarin sowie ihrem Assistenten andererseits weit düsterer als in der TV-Darstellung der Fälle. Wilsberg ist ein alternder, hüftschwacher Privatdetektiv, der es mit dem Gesetz nicht immer so genau nimmt, dabei aber durchaus enge moralische Vorstellungen hat, die ihn sympathisch erscheinen lassen. Allerdings hat er auch schon viel erlebt, so dass er meist recht nüchtern an eine Ermittlung herangeht und sich relativ desillusioniert gibt.


"Als ich die Tür zu meiner Wohnung aufschloss, gab es keine Region meines Körpers, in der mir nichts wehtat. Auch eine Methode, sich lebendig zu fühlen."


Kehrer präsentiert hier einen Krimi, der von seinem Hauptcharakter lebt. Anfangs ist nicht klar, wie die einzelnen Handlungsstränge zusammengehören, doch folgt der Leser Wilsbergs Spuren, so dass allmählich Licht ins Dunkel kommt. Es war für mich eher die Figur des Wilsberg und die Stimmung, die mich hier überzeugen konnte, als der Fall selbst. Der ist nicht uninteressant, aber es ist eben auch nicht so, dass ich beim Lesen nägelkauend vor den Buchseiten saß.


"Allerdings glaube ich nicht, dass (...) ein Mörder ist", beendete ich meine Ausführungen. "Ach,und warum glauben Sie das nicht?", fragte die Hauptkommissarin. "Weil er nicht der Typ dafür ist." "Das sagt Ihnen Ihr von Lebenserfahrung gesättigter Detektivverstand?" "Genau." (...)


Mir hat der bislang letzte Fall des münsterschen Ermittlers Wilsberg gut gefallen, woran vor allem die düstere, von schwarzem Humor durchzogene Note einen großen Anteil hatte...


© Parden

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Tags: krimi, lokalkrimi, münsterscher karneval, schlager, serie, volksmusik, wilsberg   (7)
 
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