Leserpreis 2018

pardens Bibliothek

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68 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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Macbeth

Jo Nesbø , André Mumot
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Penguin, 27.08.2018
ISBN 9783328600176
Genre: Krimi und Thriller

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144 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

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Liebe und Verderben

Kristin Hannah , Gabriele Weber-Jarić
Fester Einband: 591 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 14.09.2018
ISBN 9783352009136
Genre: Romane

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Im Regen verbrannt

Vanessa Heintz
Flexibler Einband: 564 Seiten
Erschienen bei Nova MD, 09.03.2018
ISBN 9783961119448
Genre: Krimi und Thriller

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 0 Rezensionen

Nichts weniger als ein Wunder

Markus Zusak , Alexandra Ernst
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Limes, 04.02.2019
ISBN 9783809027065
Genre: Romane

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 1 Rezension

Fall

Candice Fox , Thomas Wörtche , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 470 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.12.2018
ISBN 9783518469279
Genre: Krimi und Thriller

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22 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

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Abendrot

Kent Haruf , pociao
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.01.2019
ISBN 9783257070453
Genre: Romane

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27 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Oxen – Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger , Dietmar Wunder
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783742402042
Genre: Krimi und Thriller

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Marburger Konzentrationstraining (MKT) für Kindergarten,Vorschule und Eingangsstufe

Dieter Krowatschek , Sybille Albrecht , Gita Krowatschek
Sonstige Formate: 244 Seiten
Erschienen bei borgmann publishing, 05.12.2018
ISBN 9783861452690
Genre: Sachbücher

Rezension:

HILFREICHES BAUKASTENSYSTEM ZUR FÖRDERUNG DER KONZENTRATION...

Das Marburger Konzentrationstraining (MKT) für Kindergarten- und Vorschulkinder ist für den Einsatz im Kindergarten, in der Vorschule und in der Arbeit mit entwicklungsverzögerten Kindern gedacht, wenn sich Aufmerksamkeitsstörungen und Verhaltensschwierigkeiten schon frühzeitig abzeichnen. Kinder, bei denen ADS oder ADHS vermutet wird, profitieren von den Trainingsmaterialien in besonderem Maße.

Die Durchführungsdauer des Trainings beläuft sich auf etwa acht Stunden oder eine tägliche Übungsphase von 30 Minuten über sechs Wochen. Die Mappe enthält konkrete nonverbale Anweisungen für die Kinder und genaue Instruktionen für die Trainerinnen. Das Training kann problemlos von Kindergärtnerinnen, Ergo- und Lerntherapeutinnen, Heilpädagoginnen und Lehrkräften durchgeführt werden.

Zusätzlich finden sich in der Mappe zahlreiche motivierende Spielvorschläge zur Förderung der Konzentration, des sprachlichen Ausdrucks, aber auch der Gruppenfähigkeit. Durch die Materialien erfolgt eine Förderung der Wahrnehmungsgenauigkeit, ein Training der Merkfähigkeit und der Feinmotorik. Sie sind eine hervorragende Vorbereitung auf die Schule, können aber auch Defizite und Entwicklungsrückstände ausgleichen helfen. Für die therapeutische Arbeit werden zusätzlich fünf begleitende Elternabende mit Materialvorschlägen beschrieben. Die Materialien wurden in der Praxis entwickelt und in mehreren Kindergärten und Vorklassen erprobt.

244 Seiten beinhaltet der DIN-A-4-Ringordner, der mit dem Marburger Konzentrationstraining kein stures Lernprogramm anbeitet, sondern ein Baukastensystem, das sich auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder zuschneiden lässt.

Explizit wird erläutert, für welche Zielgruppe dieses Training geeignet ist und welche Entwicklungsbereiche sich dadurch fördern lassen. Als schulvorbereitende Maßnahme scheint es in jedem Fall hervorragend geeignet zu sein. Vermittelt wird eine kurzer theoretischer Abriss von Konzentrationsstörungen und deren Auswirkungen sowie in erster Linie verhaltenstherapeutische Möglichkeiten zu deren Verbesserung aufgezeigt. Dabei ist vor allem die positive Verstärkung herauszustreichen - die Methode arbeitet nicht mit Kritik, sondern im Gegenteil mit Lob.

Klare Strukturvorgaben, abwechslungsreiche methodische Vorgehensweisen und individuelle sowie gruppenbezogene Angebote sind feste Bestandteile des Trainings. Dazu gehören Entspannungsübungen, Arbeitsblätter mit Übungsaufgaben, Schulung der Sinnesmodalitäten, Bewegungsphasen sowie direkte Rückmeldungen mittels eines Belohungsplans. Die Kinder sollen so lernen, strukturierter und weniger impulsiv zu arbeiten und dadurch Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden. Dabei wird vermittelt, dass Fehler keine 'Katastrophe' sind, sondern leicht verbessert werden können.

Elternarbeit ist ein wichtiger weiterer Bestandteil dieses Trainings. Die Eltern sollen nicht nur nachvollziehen können, was das MKT vermitteln soll und wie es angewendet wird, sondern nach Möglichkeiten Inhalte wie Loben und Selbststeuerung des Kindes auch mit in den Alltag übernehmen. So kann die einmal angestoßene Entwicklung des Kindes weiter gefördert werden.

Die z.T. farbigen Kopiervorlagen und Spielvorschläge sind praktisch erprobt und sehr einladend und beinhalten verschiedene Schwierigkeitsstufen, so dass sie auf den individuellen Entwicklungsstand der Kinder angewendet werden können. Zustätzlich wird dazu ermuntert, selbst kreativ weitere Übungen / Spiele hinzuzufügen.

Ein hilfreiches Instument für pädagogische und therapeutische Fachkräfte in vorschulischen Institutionen, das präventiv gegen Schulschwierigkeiten eingesetzt werden kann.


© Parden

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Tags: elternarbeit, fachliteratur, förderung, konzentration, lob, pädagogik, positive verstärkung, therapie, vorschulkinder   (9)
 

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49 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Weißer Tod

Robert Galbraith , Wulf Bergner , Christoph Göhler , Kristof Kurz
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 27.12.2018
ISBN 9783764506988
Genre: Krimi und Thriller

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die Wege, die wir kreuzen

Katy Mahood , Gabriela Schönberger
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Droemer, 11.01.2019
ISBN 9783426281857
Genre: Romane

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13 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Gegen den Wind: Windstärke 1-12 Gesamtausgabe

Jana Seidel
E-Buch Text: 845 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 12.12.2018
ISBN 9783962151027
Genre: Liebesromane

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Schwimmclub der traurigen Heldinnen

Ruth Fitzmaurice , Maria Hochsieder
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Knaur, 20.08.2018
ISBN 9783426214398
Genre: Biografien

Rezension:

WIEVIEL KRAFT KOSTET DIE AKZEPTANZ EINES TODESURTEILS?

Ein ergreifende wahre Lebensgeschichte aus Irland: Ruth Fitzmaurice, eine junge Ehefrau und Mutter, meistert mit der Kraft ihrer Liebe ein schweres Schicksal. Ihr geliebter Mann Simon leidet an der unheilbaren Motoneuron-Krankheit, an der auch Stephen Hawking litt. Ein berührendes irisches Familienschicksal!

Als Ruth Fitzmaurices Mann Simon die Diagnose Motoneuron-Krankheit erhält, bricht für die junge irische Familie eine Welt zusammen. Die Ärzte geben ihm höchstens noch drei Jahre zu leben. Allen Warnungen zum Trotz, lässt Ruth ihren Mann zu Hause pflegen inmitten ihres Haushalts, der aus fünf Kindern unter zehn Jahren, einem alten Hund und bald auch einer Heerschar von Pflegern besteht. Doch Simons Zustand verschlechtert sich zusehends. Schließlich kann er nur noch mit seinen Augen via Computer kommunizieren. Aber er überlebt seine Drei-Jahres-Diagnose getragen von der Liebe seiner Frau und seinen Kindern. Für Ruth ist die Belastung enorm. Doch sie gibt nicht auf und findet ihren Platz zum Auftanken und Loslassen an der Greystone Bay. Dort trifft sich "der Schwimmclub der traurigen Heldinnen" fast täglich, um in die wilden Fluten der irischen See zu springen. Denn beim Schwimmen im eiskalten Wasser vergessen die Freundinnen ihre Trauer und ihre Sorgen und können dem Alltag danach mit neuer Kraft, Humor und Liebe begegnen. Die Geschichte einer bemerkenswert starken Frau, die unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt.

In kurzen Kapiteln lässt Ruth Fitzmaurice uns teilhaben an ihren Gedanken, Gefühlen, Abläufen in ihrem Leben. Seit der Nachricht, dass ihr Mann unheilbar an der Motoneuron-Krankheit leidet und voraussichtlich nur noch drei Jahre zu leben hat, steht die Welt der Familie Kopf. Trauer, Angst und Wut stehen im Widerstreit mit dem festen Willen alles zu tun, damit Simon in Würde leben kann, auch wenn sich sein Zustand zusehends verschlechtert - damit die Familie noch als Familie funktioniert, auch wenn sich Gruppen von Pflegern die Klinke in die Hand geben, damit Ruth selbst der Gegenwart und Zukunft mit Mut und Kraft begegnen kann, auch wenn sie dem Schicksal nicht entrinnen kann.

Titel, Cover und Klappentext implizieren, dass besagter Schwimmclub der traurigen Heldinnen hier einen besonderen Stellenwert einnimmt. Dies stimmt jedoch nur bedingt. Eindeutig ist sowohl die Gemeinschaft der drei Freundinnen, die alle auf ihre Art traurig sind, als auch das eigentliche Schwimmen im Meer ein Bestandteil im Leben, der Ruth Kraft gibt. Dieses Schwimmen gibt dem Tag eine feste Struktur und sorgt gleichzeitig dafür, dass Ruth für einige Minuten ihre Gedanken loslassen kann und nur sie selbst ist. Doch nehmen die Schilderungen dieser Szenen nur einen kleinen Teil des Buches ein.

Rasch aufeinanderfolgende Kapitel zeigen auf, wie sehr sich das Leben für Ruth - und für alle anderen in ihrer Familie - verändert hat seit der Diagnose. Das Bemühen, weiterhin positiv zu denken und stark zu sein - für Simon, für die fünf Kinder, für das Leben. Aber auch die grauen Tage, die Mutlosigkeit, die Trauer, der Blick auf das Unvermeidliche. Nicht chronologisch, sondern wild hin und her springend in den Zeiten - Szenen vor der Erkrankung, die allmähliche Verschlechterung von Simons Zustand, die Reaktionen der Kinder und von Simons Mutter, die Entscheidung, trotz fortgeschrittener Erkrankung ein weiteres Kind zu bekommen (es wurden dann Zwillinge), sowieso immer wieder ein: Trotzdem!

Mit der Bewertung derartiger Bücher tue ich mich immer wieder schwer. Die Art des Springens in den Zeiten sowie häufig auch von einem Gedanken zu einem ganz anderen Thema empfand ich oftmals als verwirrend, kann aber nachvollziehen, dass Erinnerungen, Empfindungen, Gedankenfetzen sprunghaft kommen und die Art der Darstellung insofern wieder passend ist. Der Schreibstil ist eher einfach, und immer wieder schleichen sich Wiederholungen ein - aber kommt es bei einem solchen Erfahrungsbericht wirklich darauf an? In jedem Fall gehört eine gewaltige Portion Mut dazu, sich nicht nur der Krankheit - und hier gibt es kein Happy End - zu stellen, sondern diese und das eigene Leben auch einem Publikum zu präsentieren. Sicher eine Form der Trauerbewältigung für Ruth Fitzmaurice, aber vielleicht auch etwas, das anderen Betroffenen Mut machen kann. Denn Ruth hat überlebt.

Bei allem Elend vermeidet es die Autorin jedenfalls, auf die Tränendrüse zu drücken. Es geht ihr nicht darum bemitleidet zu werden, es geht ihr darum, Stärke zu demonstrieren, zu zeigen, wozu Liebe in der Lage ist und was Zusammenhalt bedeutet. Natürlich gibt es auch berührende Szenen, vor allem gegen Ende, und es ist zu ahnen, wie schwer ihr allein die Erinnerungen gefallen sein müssen. Aber letztlich ist es wirklich das Buch einer Überlebenden, einer Kämpferin, einer starken Frau. Und dafür zolle ich ihr meine Hochachtung...


© Parden

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Die allertraurigste Geschichte

Ford Madox Ford
E-Buch Text: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes Verlag AG, 24.10.2018
ISBN 9783257609110
Genre: Klassiker

Rezension:

VON DOPPELMORAL UND ENGEM GESELLSCHAFTLICHEN KORSETT - UND GROSSER LANGEWEILE...

Am Vorabend des Ersten Weltkriegs verbringen die Ehepaare Ashburnham und Dowell alljährlich glückliche Tage in Bad Nauheim. Erst nach dem Tod seiner Frau entdeckt John Dowell, dass der Schein in all den Jahren getrogen hat, und er beginnt, den wahren Charakter seiner Freunde und seiner Frau zu erkennen. Ein bewegender Roman, der den Leser mit jedem seiner betörenden Sätze tiefer in das Labyrinth der menschlichen Seele lockt.

Nachdem ich mich buchstäblich Seite für Seite durch den Roman gequält und geärgert habe, fühle ich mich mit der Aufgabe überfordert, eine wertneutrale Rezension zu schreiben. Am liebsten würde ich herausschreien: langweilig, überflüssig, unmöglich! Aber derlei Meinungsäußerungen benötigen ja eine Begründung, da sie ansonsten nicht nachvollziehbar sind.

Ich finde es eigentlich sehr bereichernd, gelegentlich einen Klassiker zur Hand zu nehmen oder auch unbekannte Werke zu lesen. Als ich also die Gelegenheit erhielt, diesen Titel im Rahmen einer Leserunde kennenzulernen, zeigte ich mich von der Idee sehr angetan. Und ich muss gleich dazu sagen, dass es zu diesem 1915 erstmals erschienenen Roman durchaus begeisterte und positive Stimmen gibt. Nur kann ich mich ihnen in keinster Weise anschließen.

Tatsächlich litt Ford Madox Ford (1873-1939) schon zeitlebens unter einem Mangel an Lesern, wie das  Nachwort verrät - als Verleger und Kritiker hatte er deutlich mehr Erfolg als mit seinen Romanen und Gedichten. Trotzdem gilt 'Die allertraurigste Geschichte' - zunächst erschienen unter dem Titel 'The Good Soldier' - als eines der wichtigsten Werke der englischen Literatur der frühen Moderne. Wie das?

Nun, Ford Madox Ford lässt den Ich-Erzähler John Dowell konsequent als unzuverlässigen Erzähler fungieren - mit anderen Worten: ihm kann man kein Wort glauben. Und tatsächlich widerspricht sich die Geschichte immer wieder, manchmal schon im selben Satz. Als Leser ist man es gewohnt, der Erzählung zu vertrauen, dem Gesagten zu folgen und seine Schlüsse daraus zu ziehen. Das funktioniert hier nicht. Überhaupt nicht.

Das beginnt bereits damit, dass John Dowell sich als Außenstehender zu präsentieren versucht, der das geschilderte Geschehen zugetragen bekommen oder auch zum Teil beobachtet haben will - in Wirklichkeit steckt er aber selbst mittendrin. Dowell selbst erscheint als äußerst naiver, gutgläubiger Zeitgenosse, der in jedem Menschen das sieht, was dieser ihn sehen lässt. Er hinterfragt nichts und unterstellt jedem zunächst nur positive Attribute. Doch als unzuverlässiger Erzähler widerspricht er dem nur zu bald, und tatsächlich entpuppen sich die Figuren nach und nach als etwas gänzlich anderes.

Was sich hier vielleicht wie ein genialer Schachzug liest und von anderen Rezensenten auch als solcher bezeichnet wird, konnte mich leider nicht begeistern. Abgesehen davon, dass ich nie wusste, was ich nun glauben sollte, fühlte ich mich mit der umständlichen und verschachtelten Art des Erzählens überfordert, mit der Detailverliebtheit der Schilderungen, den ständigen Zeitsprüngen, Abschweifungen und Einschüben, die einzig und allein der Verwirrung des Lesers zu dienen scheinen. Die Erzählung plätschert von Anfang bis Ende vor sich hin ohne auch nur ansatzweise so etwas wie Spannung zu erzeugen - und tatsächlich erschließt sich mir auch nach der Lektüre nicht, wofür dieses Buch überhaupt geschrieben wurde.

Ja, die Themen Doppelmoral, enge gesellschaftliche Konventionen statt individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, der Moralkodex der katholischen Kirche - all dies findet sich in diesem Roman. Doch werden diese Themen allenfalls angerissen und angedeutet - und verlieren gleich im nächten Absatz wieder an Bedeutung. Für eine Gesellschaftskritik ist mir das viel zu wenig.

Und auch der Entwicklung der Figuren kann ich hier nichts abgewinnen. Zwar blickt man mit John Dowell allmählich hinter die glattgeschliffenen Fassaden der Gutbürger, doch abgesehen von der veränderten Perspektive ändert sich hier wenig. Das Leben findet statt zwischen den Polen Langeweile und Drama, was letztlich Konsequenzen nach sich zieht. Was bei mir am Ende bleibt ist leider lediglich ein Achselzucken.

Langeweile - das war auch mein hauptsächliches Empfinden während der Lektüre. Und deshalb kann meine Bewertung des Romans auch nicht höher ausfallen. Immerhin ist das Buch sehr hochwertig und hübsch aufgearbeitet, so dass dies für mich ein Pluspunkt war. Ansonsten gibt es diesmal von mir leider keine Leseempfehlung.


© Parden

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Tags: england, klassiker, unzuverlässiger erzähler   (3)
 

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Das Glück umarmen

Nicole Walter
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 12.01.2018
ISBN 9783426519691
Genre: Liebesromane

Rezension:  
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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß

Christoph Wortberg
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 10.04.2018
ISBN 9783407746597
Genre: Jugendbuch

Rezension:

WARUM?

Jakob ist tot. Ein Sturz von der Zugspitze beendete das vielversprechende Leben. Gerade hatte er das Abitur als Jahrgangsbester absolviert, sich für das Pharmaziestudium schon eingeschrieben, war auch sportlich sehr erfolgreich. Und nun: vorbei.


"Die Geräusche der Stadt, der Geruch des Sommers. Alles wie immer und nichts wie früher. Ich gehöre nicht dazu. Die Welt der anderen dreht sich weiter, meine Welt steht still." (S. 96)


Zurück bleiben seine fassungslosen Eltern und sein zwei Jahre jüngerer Bruder. Lenny. Der, der sein Leben lang im Schatten seines großen Bruders stand und nie eine wichtige Rolle in der Familie gespielt hatte. Der sich aber mit Jakob immer gut verstanden hat und für den nun die Welt stehen bleibt.

Trauer, Wut, Fassungslosigkeit begleiten Lenny fortan - und leise Zweifel, ob es sich bei Jakobs Tod wirklich um einen Unfall handelte. Als aus diesen Zweifeln Gewissheit wird, sucht Lenny nach Antworten ohne zu wissen, ob er diese finden wird. Bei seiner Suche stößt er auf Rosa, die ihm vielleicht die Antworten geben kann - und vielleicht auch mehr...


"Ein einziger Satz, der sich mit jeden Schritt tiefer in mich hineingräbt: Mein Bruder hat sich umgebracht. An seinem Tod ändert das nichts. An meinem Leben alles. Weil er nicht länger als der Bruder gestorben ist, den ich kannte. Weil er jetzt ein anderer für mich ist." (S. 76)


Als ich las, worum es in diesem Buch ging und dazu die gerade einmal 192 Seiten der Erzählung wahrnahm, regten sich in mir gleich Zweifel, ob es gelingen konnte, diesem Thema auf so engem Raum wirklich gerecht zu werden. Anfangs war ich positiv überrascht, denn die Szenen im Krankenhaus und auf dem Friedhof waren wirklich emotional und wirkten sehr authentisch.

Danach jedoch wurden - fast wie erwartet - viele Szenen und Themen im Grunde nur angerissen und entwickelten dadurch nicht die Intensität, die ihnen meiner Meinung nach hätte zukommen müssen. Dass die Entscheidung sich selbst umzubringen nicht aus heiterem Himmel gefällt wird, sondern sich dahinter stets ein Konglomerat an Gründen verbirgt, erklärt sich wohl von selbst. Viele der Gründe sind Lenny direkt klar, denn sie hängen mit seinem Elternhaus zusammen.

Wenig Entfaltungsmöglichkeiten, starre Erwartungshaltungen, enge Strukturen und die Tablettenabhängigkeit der Mutter kennzeichnen beispielsweise das Klima im Hause von Lenny und Jakob - und jedes Familienmitglied erfüllt dabei eine klar definierte Rolle, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Lenny sucht nun nicht nur nach Antworten, sondern beginnt auch, gegen das eingefahrene System zu rebellieren - sein Bruder fand einen anderen Ausweg. Aber warum so und nicht anders?


"Ein Held ist jemand, der (...) bereit ist, in den eigenen Abgrund zu schauen, ganz gleich, was er darin sehen wird. Der lacht, wenn es Zeit ist zu lachen, und weint, wenn es Zeit ist zu weinen. Und geht, wenn es Zeit ist zu gehen. Mein Bruder Jakob sagte: Ich bin ich und die anderen sind die anderen. Er sagte: Ich habe nur dieses eine Leben. Dann ging er. Mein Bruder war ein Held." (S. 7)


Viele Themen schwingen in diesem schmalen Jugendbuch mit. Die Situation, zurückgelassen worden zu sein. Trauer, Schuldgefühle, Schuldzuweisungen, Wut. Die Suche nach Antworten, die Tatsache der Unbegreiflichkeit, der Schmerz, wenn sich das Bild der geliebten Person verändert, die Einsamkeit. Die erste Liebe, Angst um jemanden, Selbstmordforen. Die Abnabelung vom Elternhaus, Pubertät, Rebellion, das Hinterfragen der eigenen Rolle. Zu viel, um wirklich ausreichend Raum zu erhalten auf den paar Seiten - aber als Diskussionsgrundlage im Rahmen einer Klassenlektüre durchaus vorstellbar.

Durch die Unterschiedlichkeit der Brüder wird in jedem Fall deutlich, dass es sehr verschiedene Wege gibt, mit belastenden Situationen umzugehen. Lenny jedenfalls nimmt sein Leben nun in die Hand, stellt vermeintliche Gegebenheiten in Frage und führt so Veränderungen herbei. Allein dies ist schon eine positive Blickrichtung, die dem Leser als Perspektive mit auf den Weg gegeben wird.

Der Schreibstil ist durch meist kurze Sätze geprägt, die einem in manchen Szenen wie kleine Schläge um die Ohren gehauen werden. Dadurch liest sich die Erzählung rasch und unkompliziert, nimmt den Themen dadurch zudem auch oft auch ein wenig von ihrer Schwere.

Auch wenn mich das Buch in der Umsetzung nicht komplett überzeugt hat, finde ich es wichtig, dass sich Jugendliche mit den angesprochenen Themen beschäftigen und darüber diskutieren. Deshalb könnte ich es mir sehr gut als Schullektüre in der Mittelstufe vorstellen.


© Parden

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Tags: elternhaus, festgelegte rollen, jugenbuch, liebe, schuldgefühle, selbstmord, selbstmordforum, suche nach antworten, trauer   (9)
 

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Der zauberhafte Sauerteig der Lois Clary

Robin Sloan , Dietlind Falk
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Blessing, 22.10.2018
ISBN 9783896676153
Genre: Romane

Rezension:

NICHT DER ERWARTETE WOHLFÜHLROMAN...

Erwartet hatte ich hier nach dem Überfliegen des Klappentextes einen Wohlfühlroman, und genau darauf hatte ich Lust in den Tagen rund um Weihnachten. Die Ausführlichkeit des Klappentextes hätte mich vielleicht warnen sollen, dass es so simpel nicht ist. Den Roman einer festen Kategorie zuzuordnen, verbietet sich jedenfalls.

Dabei begann die Erzählung vielversprechend. Lois Clary erledigt pflichtbewusst ihren Job als Software-Ingenieurin und lebt im Grunde nur für ihre Arbeit. Überstunden werden erwartet, Privatleben wird überbewertet, 'höher, schneller, weiter' ist die Prämisse bei General Dexterity. Die junge Frau bekommt zu wenig Schlaf, entwickelt bei all dem Stress einen empfindlichen Magen und steigt wie viele ihrer Kollegen bald schon auf künstliche Nahrung um, die langweilig schmeckt aber gut verträglich zu sein scheint.

Eines Abends entdeckt Lois zufällig eine Anzeige, in der für einen kleinen Lieferservice geworben wird. Sie bestellt dort eine scharfe Suppe und ein Sauerteigbrot - und wähnt sich schon kurz darauf wie im siebten Himmel. Die Schärfe der Suppe scheint genau das Richtige für ihren Magen zu sein, und das Brot - einfach himmlisch. Bald schon gibt es nichts, auf das sie sich mehr freut als auf die allabendlich Lieferung ihrer Suppe und ihres Brotes. 'Beste Esserin' nennen sie die beiden Brüder, die den kleinen Lieferservice betreiben, doch eines Abends erfährt Lois zu ihrem Entsetzen, dass die beiden schon am nächsten Tag nach Europa reisen werden - für immer.

Als Trost lassen ihr die Brüder einen kleinen Teil ihres Ansatzes für das Sauerteigbrot da samt einiger Hinweise für den korrekten Umgang damit. Lois beginnt, sich mit der Herstellung von Brot zu beschäftigen, denn sie will diesen Ansatz keinesfalls verkümmern lassen. Doch dass dann alles derart ausufern würde - damit hätte wohl niemand gerechnet. Lois baut nicht nur ihren eigenen Steinofen im Garten, sie kündigt auch ihren gut bezahlten Job und begibt sich in das Abenteuer des Neuanfangs: Brot backen und verkaufen...

So weit, so gut und in Richtung Wohfühlroman deutend. Aber dann... Der Sauerteig entpuppt sich als etwas Besonderes, das ein Eigenleben zu führen scheint, das beispielsweise eine bestimmte Musik braucht um zu wachsen und das selbst bestimmte Gerüche (immer: Banane) und Geräusche absondert. Dieser Sauerteig entwickelt sich weiter und führt zu Überraschungen und Komplikationen, die niemand hätte vorhersehen können. Klingt abgedreht? Stimmt.

Lois will Brot backen und davon leben - und dafür schließt sie sich einem experimentellen Street-Food-Markt an, wo sie einer großen Zahl anderer Menschen begegnet, die etwas Besonderes schaffen und damit etwas verändern wollen. Dabei gehört modernste Technologie unweigerlich dazu - auch Lois nimmt die Hilfe eines Roboterarms bei ihren zahllosen Backdurchgängen gerne in Anspruch. Doch ist die Verbindung zwischen Tradition und neuen Kulturtechniken wirklich empfehlenswert?

Was ist das nun also für ein Roman? Vor allem zu Beginn gibt es den erwarteten Wohlfühlcharakter - zumindest eine Ahnung davon. Bei der Geschichte um den Sauerteig kommen eindeutig märchenhafte Anteile hinzu, bei der Erläuterung von technischen Details gibt es teilweise ausführliche Ausflüge in die wissenschaftliche Abteilung, historische Anleihen gibt es ebenfalls bei einigen Themen und ein paar Tropfen Liebesgeschichte sowie einige humorvolle Szenen setzt der Autor als Topping oben auf.

Keine immer gut verdauliche Mischung, so empfand ich es zumindest, zumal der Lesefluss immer wieder durch häufige Themen- und Ortswechsel unterbrochen wird. Dadurch wirkt die Erzählung weniger ruhig und aus einem Guss. Schön fand ich die eMails zwischen Lois und einem der Brüder, die ihr den Sauerteig-Ansatz überlassen hatten, die immer wieder zwischen den Kapiteln auftauchten. Allerdings war Lois als Person für mich nur halbwegs greifbar - eine fleißige Ameise, die allmählich herausfindet, was ihr wichtig ist im Leben, von der ich aber bis zum Schluss kein wirkliches Bild vor Augen hatte.

Insgesamt konnte ich mich jedenfalls leider nicht so in die Erzählung fallen lassen wie ich es mir erhofft hatte. Meine Erwartung von der Art des Romans wurde ebenfalls nicht erfüllt, sondern ich bekam eine etwas schräge Geschichte in wildem Genremix um den Konflikt zwischen Tradition und moderner Technologie. Ein Buch, das bei mir leider sicher keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Schade.


© Parden

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Tags: backen, ei-problem, kein wohlfühlroman, moderne technologie, neustart, roboter, sauerteigansatz, sauerteigbrot, technologie, tradition   (10)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Hundert

Heike Faller , Valerio Vidali
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 12.03.2018
ISBN 9783036957814
Genre: Kinderbuch

Rezension:

EIN BUCH FÜR KLEIN UND GROSS...

Hundert ist ein Buch für Kinder und Erwachsene gleichermaßen, ein Buch zum Vorblättern und Zurückblättern, zum Fantasieren und miteinander ins Gespräch kommen. Es geht um alles, was man im Leben lernt: Der erste Purzelbaum, die erste Liebe, das erste Mal Kaffee trinken und die Erkenntnis, wie riesengroß die Welt ist. Später begreift man, dass man sich immer noch nicht erwachsen fühlt, auch wenn die mittleren Jahre längst erreicht sind. Und im hohen Alter lernt man nicht nur, wie kostbar die Zeit ist, sondern auch, Dinge zu verlernen. Und die Angst vor dem Tod zu verlieren. Das ist der natürliche Prozess des Lebens. Heike Faller serviert uns keine Lebensweisheiten, sie hat mit jungen und alten Menschen gesprochen und deren Erfahrungen in kurze Sätze gefasst, die sich zusammenhängend lesen wie ein schönes, anrührendes Gedicht über das Leben.

Dieses Buch lebt von der Idee an sich und dem gelungenen Zusammenspiel von Text und Bild. Mit jeder Seite gelangt man von der Geburt an zu einem immer weiteren Lebensjahr und erfährt, wie es einem da ergehen kann. Natürlich vergleicht man die Sätze mit der eigenen Lebenssituation und -erfahrung und nickt zustimmend oder wiegt den Kopf, wenn es einmal nicht übereinstimmen will.

Wenn ich das Buch mit einem Attribut beschreiben müsste, so wäre das wohl: 'schlicht'. Aber hier passt es irgendwie, weil sowohl die Bilder als auch der Text viel Raum für eigene Gedanken lassen und dabei trotzdem eine ganz eigene Atmosphäre erzeugen. Der Wunsch der Autorin ist es, dass jemand mit noch wenig Lebensjahren das Buch gemeinsam mit jemandem liest, der bereits über deutlich mehr Lebenserfahrung verfügt, und dass man darüber zum gemeinsamen Austausch kommt. Eine schöne Idee, wie ich finde, und damit nicht nur ansprechend, sondern auch anregend.

Valerio Vidalo ist für die Illustrationen verantwortlich, die in diesem Buch eine große Rolle spielen. Die meisten Bilder haben mich auch tatsächlich angesprochen, allerdings stieß mich die zunehmende Dunkelheit bei den höheren Lebensjahren doch etwas ab. Natürlich ist Altsein nicht immer schön, man hat schon viele Verluste erlebt, vergisst das ein oder andere und muss der Endlichkeit des eigenen Lebens immer mehr ins Auge blicken - aber die immer düstereren Bilder depremierten mich auch irgendwie. Glücklicherweise ging der Text damit nicht immer d'accord, sondern bot immer wieder einmal auch positive Aspekte.

Ein schönes Buch auch zum Verschenken - für dich und mich und Klein und Groß...


© Parden

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Tags: erwachsenenbuch, gemeinsam lesen, illustrationen, kinderbuch, lebenserfahrungen, lebensjahre, valerio vidalo   (7)
 

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Die Ernte des Bösen

Robert Galbraith , Dietmar Wunder
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 26.02.2016
ISBN 9783837133578
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

BODY INTEGRITY IDENTITY DISORDER...

Body Integrity Identity Disorder, kurz BIID, bezeichnet eine seltene neurologische Störung, bei der der Betroffene glaubt, dass ein oder mehrere Körperteil/e nicht zu ihm gehört/en. Der größte Wunsch der Betroffenen ist es, dieses 'überflüssige' Körperteil loszuwerden - sei es per ärztlicher Amputation oder aber durch oft lebensgefährliche Selbsthilfe. Der Wunsch nach Durchtrennung des Rückenmarks gehört ebenso zu dem Spektrum der BIID wie das Bestreben, einen Körpesinn auszuschalten (Sehen, Hören usw.).

Wem beim Lesen dieser Zeilen schon ganz anders zumute wird - na, der sollte den dritten Band der Reihe um den privaten Ermittler Cormoran Strike lieber nicht lesen. Denn diese Störung BIID zieht sich durch den kompletten Roman. Und ist beileibe nicht das Blutigste und Verstörendste, das Robert Galbraith alias Joanne K. Rowling hier zu bieten hat...

Gleich zu Beginn erhält Cormorans Partnerin Robin Ellacott in dem schäbigen Büro der Detektei von einem Motorradkurier ein Paket. Doch statt der erwarteten Hochzeitsutensilien erwartet sie ein schrecklicher Anblick, als sie die Sendung öffnet. Ein abgetrenntes Frauenbein liegt da und schockiert nicht nur sie. Auch Cormoran Strike ist sofort in Alarmbereitschaft.

Rasch ist klar, dass da jemand agiert, der mit Cormoran noch eine alte Rechnung offen hat. Doch gleich drei Männer fallen ihm ein, denen er eine solche Tat ernsthaft zutraut. Als die Medien von dem abgetrennten Frauenbein erfahren, bekommt Strike gleich zu spüren, dass die Strategie des Täters aufgeht. Immer mehr Klienten springen ab und entziehen ihm ihr Mandat, weil ihnen solche 'Geschichten' zu heikel sind.

Neben dem schwindenden Budget macht Strike und Robin auch der personelle Engpass zu schaffen. Sie sind gerade mal zu zweit, müssen aber neben den verbliebenen offiziellen Aufträgen auch noch die drei Verdächtigen im Zusammenhang mit der blutigen Sendung zunächst finden und dann im Auge behalten. Ein schier unmögliches Unterfangen, zumal die Polizei meist keine wirkliche Unterstützung ist. Die Situation spitzt sich noch zu als klar wird, dass es sich bei dem Versender des Frauenbeins um einen Serienmörder handelt.

Dies ist der bislang persönlichste Fall um den privaten Ermittler Cormoran Strike und liefert neben der Darstellung der aktuellen Ereignisse auch tiefe Einblicke in die Vergangenheit sowohl Cormorans als auch Robins. Die Erzählung lässt sich viel Zeit und liefert dadurch zahlreiche Details, die auch dazu beitragen, dass sich das Profil der Charaktere immer deutlicher herausschält. Einige langatmigere Passagen seien deshalb hiermit 'verziehen'.

Ein flüssiger Schreibstil und interessante Dialoge sorgen trotz der Länge des Romans für eine kurzweililge Unterhaltung, durchzogen von Ironie und schwarzem Humor. Die Entwicklung der beruflichen wie privaten Beziehung zwischen Cormoran und Robin darf mit Spannung weiter verfolgt werden, denn hier zeichnet sich eine beiderseitige Sympathie ab, die von beiden Seiten jedoch vehement negiert und verdrängt wird, zumal sowohl Cormoran als auch Robin in festen Beziehungen stecken. Robin beispielsweise steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem langjährigen Verlobten. Es kann also nicht sein was nicht sein darf? Dies bleib abzuwarten...

Der Roman beinhaltet zwar langatmige und sehr ausführliche Szenen, spart andererseits aber auch nicht an Spannung. Sowohl die ständige, nahezu greifbare Bedrohung macht deutlich, dass es sich hier nicht um ein Kinderspiel handelt, als auch kurze Einblicke in die Perspektive des Täters. Blutige und gewaltbesetzte Szenen sorgen immer wieder für Schockmomente, und gegen Ende lässt die Spannung gar nicht mehr nach.

Die ungekürzte Hörbuchausgabe (18 Stunden und 23 Minuten) wird herausragend gelesen von Dietmar Wunder. Er verleiht den Charakteren Stimmen mit Wiedererkennungswert und sorgt dafür, dass ich sowohl Cormoran als auch Robin fast bildlich vor Augen habe. Ich bin gespannt, ob die Verfilmung (die Cormoran-Strike-Romane werden aktuell für BBC One als große TV-Serie verfilmt) mir hinsichtlich dieser Bilder nicht einen Strich durch die Rechnung macht...

Alles in allem ein weiterer überzeugender Krimi aus der Reihe um Cormoran Strike. Bis kurz vor Schluss ahnte ich nicht, welcher der drei Verdächtigen nun tatsächlich hinter den Serienmorden steckte, denn zuzutrauen wäre es tatsächlich allen dreien. Aufgrund der Entwicklung der Charaktere sollte man die Bände in der vorgesehenen Reihenfolge lesen - ansonsten gibt es hier von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung an alle Liebhaber epischer Krimis.

Und da dieser Band mit einem fiesen Cliffhanger endet, bin ich wirklich froh, dass Band vier hier bereits liegt. Auf geht's!


© Parden


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Bislang gelesen aus der Reihe um Cormoran Strike:

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Tags: abgeschnittenes frauenbein, band 3, biid, body integrity identity disorder, cormoran strike, dietmar wunder, hörbuch, krimi, krimireihe, london west end, robin ellacott, serienmörder, ungekürzte hörbuchfassung   (13)
 

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Die drei ??? und der 5. Advent

André Minninger , Silvia Christoph
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 09.09.2013
ISBN 9783440134696
Genre: Kinderbuch

Rezension:

ADVENTSKALENDER FÜR FANS...

Justus Jonas besucht am 1. Dezember nichtsahnend die 86jährige Lydia Candle, um ihr ein kleines Präsent seiner Tante zu überreichen. Als die alte Dame ihn hereinbittet und ihm etwas von ihren selbstgebackenen Plätzchen anbietet, scheint dies ein gemütlicher Nachmittag zu werden. Doch dann kommt Lydia Candle auf die Idee, mit Justus zusammen das erste Türchen ihres Adventskalenders zu öffnen - und bekommt dabei einen solch heftigen Schock, dass sie vorsichtshalber ins Krankenhaus eingeliefert wird.

Zum Vorschein gekommen war in dem Adventskalender nicht nur eine nette Kleinigkeit, sondern auch ein handgeschriebener Zettel - angeblich von Lydia Candles Enkel. Doch der ist bereits vor fünf Jahren gestorben! Und es bleibt nicht bei der einen Botschaft. Doch was hat das alles zu bedeuten? Und wer steckt wirklich hinter all dem? Die drei ??? müssen ihre grauen Gehirnzellen gewaltig anstrengen, um das Rätsel lösen zu können. Doch schaffen sie dies rechtzeitig, bevor am 5. Advent ein Mord geschieht?

Für alle Fans der Drei ??? ist dies genau der richtige Adventskalender. Jeden Tag wird der Fall ein wenig weiter aufgerollt, wobei sich die Fragezeichen im Kopf des Lesers tatsächlich erst kurz vor dem 24. Dezember auflösen. Davor stochert man lediglich hilflos im Nebel herum und merkt einmal mehr, dass man es mit den Detektiven - und da allen voran mit Justus Jonas - wohl nicht aufnehmen kann...

Spannung verbunden mit den Gepflogenheiten in der Adventszeit - hier passt für mich alles zusammen. Zwar wirkt der Fall phasenweise etwas sehr in die Länge gezogen, aber immerhin müssen hier 24 Tage sinnfüllend bedient werden. Letztlich hat mich das Buch jedenfalls gut unterhalten!


© Parden

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Tags: adventskalender, bob andrews, justus jonas, peter shaw, serie   (5)
 

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87 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

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Die Lichtstein-Saga - Aquilas

Nadine Erdmann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Greenlight Press, 27.09.2018
ISBN 9783958342965
Genre: Fantasy

Rezension:

GELUNGENER EINSTIEG IN DIE FANTASY-REIHE...

Nadine Erdmann ist mir vor allem von den CyberWorld-Abenteuern her bekannt, deren siebter und damit finaler Band nun bald ansteht. Doch mit 'Aquilas' präsentiert sie den Beginn einer neuen Reihe, die in vier Bänden erscheinen soll. Eine Fantasy-Reihe. Worum es hier geht, verrät schon ein wenig der Klappentext:

Die Welt der Menschen ist nicht die einzige. Verborgen hinter mächtigen Grenzen existiert die Schattenwelt, das Reich der Dämonen. Ahnungslos wächst die junge Liv in der Menschenwelt auf. Doch sie ist weit mehr, als sie ahnt. Als sie eines Tages die Barriere zwischen den Welten durchschreitet, wird sie mit der Kraft des Engelslichts konfrontiert – und ihrer Bestimmung. Die Zeit drängt, denn die Grenze zum Reich der Finsternis droht zu fallen.

Zu Beginn des Buches wird Liv - und mit ihm der Leser - sozusagen ins kalte Wasser geworfen. Das fast volljährige Mädchen schläft abends noch in ihrem eigenen Bett ein, wacht aber in einer komplett anderen Welt auf. In den folgenden Kapiteln stürzt eine derartige Informationsflut auf Liv ein, dass ich mich phasenweise überfordert fühlte und unsicher war, tatsächlich alles mitzubekommen. Doch der Kern des Geschehens ist schnell klar.

Liv ist die letzte der vier Cays, die nach Interria zurückkehrt. Ihnen als Auserwählten des Engels des Lichts obliegt die Aufgabe, die Grenzen zum Reich der Schattenwelt  zu erneuern und damit nichts geringeres, als Interria und auch die Menschenwelt zu retten.

Die vier Bände der Reihe widmen sich jeweils einem der Cays, von dene jeder seine eigene Aufgabe zu bewältigen hat, immer im Zusammenspiel mit den anderen. Die erste Aufgabe muss Ari lösen, der seinen Stein (Aquilas) von dem Volk der Nymphen zurückholen soll. Als Gruppe noch unerfahren, machen sich die vier mit ihren Begleitern auf die Reise - und sehen sich bald schon ungeahnten Gefahren gegenüber...

Nadine Erdmann hat das Fantasy-Genre nicht neu erfunden. Einige Aspekte habe ich in ähnlicher Form auch an anderer Stelle schon gelesen, aber das Gesamtpaket stimmt hier trotzdem. Die Bücher dieser Autorin leben zum einen natürlich von den Welten, die sie kreiert, zum anderen und vor allem aber von den Charakteren, denen sie stets einen ganz eigenen Stempel aufdrückt.

In einem bleibt die Autorin sich auch diesmal wieder treu: sie schreibt Bücher rund um Jugendliche und für Jugendliche. Hier hat sie wieder sehr verschiedene jugendliche Charaktere erschaffen, die selbst schon im ersten Band zunehmend an Profil gewinnen und teilweise einen interessanten Kontrast zueinander bilden. Sie müssen bei allen Unterschieden aber beweisen, dass sie auch als Gemeinschaft funktionieren, denn sonst ist die große Aufgabe zum Scheitern verurteilt, das Schicksal Interrias besiegelt.

Während in den ersten drei Vierteln die Welt Interrias und die Charaktere selbst bildhaft und authentisch vorgestellt werden und verschiedene Themen wie Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern, der Umgang mit gleichgeschlechtlicher Liebe oder traumatische Kindheitserfahrungen Einzug halten, kommt im letzten Viertel wie erhofft doch noch mehr Spannung auf. Aber wie! Bildlich gesprochen haut die Autorin plötzlich mit der Faust auf den Tisch, und als Leser fällt man dabei fast vor Schreck vom Stuhl.

Eine Szene habe ich dreimal lesen müssen, bevor ich glaubte, was ich da las, und von da an war erst Nägelkauen angesagt, und dann kam das Spiel mit den Emotionen, das die Autorin perfekt beherrscht. In der Leserunde verriet Nadine Erdmann, dass ihr selbst beim Schreiben dieser Szenen die Tränen kamen.

Die Auswirkungen der dramatischen Erlebnisse gegen Ende des ersten Bandes sind noch gar nicht alle deutlich und werden sicher im zweiten Band wieder aufgegriffen. Vermutlich werden sich die einzelnen Personen unter dem Eindruck der Ereignisse auch ein Stück weit verändern. Zudem gibt es hier noch etliche lose Enden in der Handlung, die neugierig machen auf die Fortsetzung. Weiterlesen ist also dringend angesagt!

Alles in allem stellt Aquilas einen gelungenen Einstieg in die neue Fantasy-Reihe dar, deren zweiter Band hoffentlich bald erscheint...


© Parden

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Tags: cays, engel des lichts, fantasy forum, interria, jugendbuch, klosterturm, nymphen, schattenwesen, stein   (9)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Billie

Sara Kadefors , Lotta Rüegger
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Urachhaus, 08.03.2017
ISBN 9783825151119
Genre: Jugendbuch

Rezension:

LEBENSWELTEN...

Okay, Billie hat eine Mutter, die sich nie um sie kümmern konnte. Familienleben und Gefühle kennt sie hauptsächlich aus  Fernsehserien. Als 12-jährige Frohnatur kann sie aber damit umgehen. Als sie zu der perfekten Pflegefamilie kommt, mischt sie mit ihren Dreadlocks und ihrer entwaffnenden Offenheit die Provinz auf – und zeigt, worauf es wirklich ankommt …

Billie landet aus der Großstadt Stockholm plötzlich in einem kleinen schwedischen Dorf. 'Langweilg' ist das Erste, was ihr dazu einfällt, doch sie bemüht sich, sich möglichst nichts anmerken zu lassen. Und so gibt Billie sich Mühe, als sie ihre Pflegefamilie kennenlernt, versucht sich anzupassen, eigene Wünsche hintenanzustellen, ihren Sehnsüchten nicht zu viel Raum zuzugestehen.

Billie ist 12 Jahre alt, und das Jugendamt hat beschlossen, dass ihre Mutter sich nicht länger um sie kümmern kann. Nur für eine Weile, so der Plan, soll sie daher bei der Pfarrerin Petra und ihrer Familie wohnen. Eine neue Familie, eine neue Schule, andere Regeln, aufdringliche Fragen - all das meistert Billie scheinbar mit bemerkenswerter Gelassenheit. Dabei macht sie sich durchaus so ihre Gedanken, und wenn sie glaubt, sie müsse platzen, schleicht sie sich aus dem Haus und in den Wald und singt sich die Seele aus dem Leib, bis es ihr wieder besser geht.

Doch bald schon merkt sie, dass es auch anderen Personen in ihrem Umfeld nicht immer gut geht. Und mit großem Einfühlungsvermögen gibt sie Dingen, Fragen, Sorgen einen Namen und zerrt sie damit aus ihrem Tabu. Ganz allmählich verliert das Grau im Dorf seine Eintönigkeit und macht Lebendigkeit und Lachen Platz.

Die Schwedin Sara Kadefors hat hier ein wirklich lesenswertes Jugendbuch mit einer unkonventionellen Protagonistin geschrieben, das mich stellenweise sehr berührt hat. Dabei steht Billie selbst im Mittelpunkt des Geschehens, doch spielen hier auch andere Jugendliche eine Rolle, und so findet die Zielgruppe (empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre) mit Sicherheit passende Identifikationsmöglichkeiten.

Billie selbst hat mir sehr gut gefallen. Sie ist selbständig ohne zu unabhängig zu wirken, sie ist traurig, nicht bei ihrer Mutter leben zu können, aber realistisch genug um zu erkennen, dass es nicht anders geht, sie will in ihrer Klasse dazugehören, aber nicht um jeden Preis. Ein Mädchen, das durch seine Offenheit besticht, durch seine Lebensfreude und durch seine Weigerung, Regeln einfach nur deshalb hinzunehmen, weil sie jemand aufgestellt hat. In jedem Fall ein Mensch, den man selbst gerne kennen würde...

Ein schönes Jugendbuch, das tiefgründiger ist als es anfangs den Anschein hat, und dem ich viele Leser wünsche...


© Parden

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Tags: 12 jahre, dreadlocks, jugendbuch, pflegefamilie, schweden   (5)
 

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Liebe ist die beste Therapie

John Jay Osborn , Jenny Merling
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.10.2018
ISBN 9783257070439
Genre: Romane

Rezension:

IST DIE EHE NOCH ZU RETTEN?

Alles spielt sich in einem Raum mit vier Stühlen ab. Auf denen sitzen: eine Frau und ein Mann Mitte 30 sowie eine Paartherapeutin mit unorthodoxen Methoden. Der vierte Stuhl bleibt leer, er steht für die Ehe, die die beiden aufgebaut haben. Und von der die Therapeutin zu Anfang sagt, die Chance, sie zu retten, sei höchstens 1:1000.

Charlotte hat die Nase voll davon, dass Steve nur seine Arbeit im Kopf hat und sie allein für die Kinder und den Haushalt zuständig ist, obwohl sie ebenfalls arbeiten geht. Zu allem Überfluss belügt er sie auch noch ständig und hat sie mehrfach betrogen. Das Vertrauen ist weg, die Liebe verschüttet - Charlotte hat sich von ihrem Mann getrennt.

Um herauszufinden, ob es für ihre Ehe noch eine Rettung gibt, beginnen die beiden eine Paartherapie bei Sandy, einer erfahrenen Therapeutin. In 31 wöchentlichen Situngen kommen hier die ganze angestaute Wut, der Schmerz, die Verletzungen, die Verstörung ans Licht. Und was der Klappentext kaum glauben macht: dieser Roman ist durchaus spannend!


"Sie waren so vertraut zusammen, wie ein Paar nur wirken kann. Abgesehen von den kaputten Uhrwerken in ihrem Herzen."


Erzählt wird das ausschließlich auf die Sitzungen beschränkte Geschehen aus der Sicht der Therapeutin, was m.E. ein kluger Schachzug des Autors war. So bleibt der Leser wie Sandy selbst eher neutral, auch wenn eigenes Erleben in der Vergangenheit (oder Gegenwart) die ein oder andere Szene vielleicht emotional färben mag. Zudem erhält der Leser auf diese Art nicht nur einen Einblick in das konkrete Geschehen in dem Raum, sondern auch in die Gedanken der Therapeutin. Gerade im Hinblick darauf, was mit etwas Gesagtem eigentlich tatsächlich gemeint ist, waren diese Gedanken für mich durchaus erhellend. Somit fungiert Sandy in ihrer Rolle auch als 'Dolmetscherin' für die Verhaltensweisen und Gespräche der beiden Eheleute.

Durch das Setting ist klar, dass es hier einen hohen Anteil an wörtlicher Rede gibt. Dies, verbunden mit einem flüssigen Schreibstil und durchsetzt von Stellen plötzlichen Humors, lässt den Leser durch die Seiten fliegen. Immer gespannt darauf, ob Charlotte und Steve letztlich wieder zueinander finden - oder ob sie, jeder für sich gestärkt, ein eigenes Leben führen werden, verbunden allerdings durch ihre gemeinsamen Kinder.

Ein überraschend kurzweiliger Roman, der zeigt, dass es sich immer lohnt, an sich selbst zu arbeiten. So oder so...



© Parden

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Tags: betrug, beziehung, eheberatung, grüner sessel, liebe, paartherapeutin, paartherapie, trennung, vertrauen   (9)
 

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Die furchtlosen zwei – Keilerei auf Bahnsteig 3

Joachim Friedrich , Dirk Hennig
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 18.01.2016
ISBN 9783522184205
Genre: Kinderbuch

Rezension:

HEIMATLOS?

Ist denn das zu fassen? Eine freche Rattenbande hat es sich auf dem Bahnhof gemütlich gemacht und klaut den Tauben das Futter. Das können die natürlich nicht auf sich sitzen lassen! Billy und sein Kumpel Pommes, die furchtlosen zwei von Bahnsteig 3, haben auch schon einen Plan: Mit einer gezielten Kack-Attack werden sie die Eindringlinge vom Bahnhof vertreiben. Doch die Ratten sind schlauer als gedacht ...

Im zweiten Band der Reihe um die Tauben Billy und seinem besten Kumpel Pommes gibt es gleich zwei dicke Probleme. Das eine sind die Ratten, die sich nicht länger an die alte Abmachung halten, dass den Tauben der Bahnsteig gehört, den Ratten alles, was darunter liegt. Die Ratten kommen nach oben und machen den Tauben Platz und Futter strittig. Aber weshalb bloß? Es sieht jedenfalls ganz so aus, als müsste sich die Tauben-Gang ein neues Zuhause suchen!

Und die Brieftauben von Herrn Kowalski scheint das gleiche Schicksal zu ereilen. Plötzlich ist der Schlag zugenagelt, und auf die ungläubigen Tauben wird mit Gegenständen geworfen, um sie restlos zu vertreiben. Vorbei ist es mit dem bequemen Leben, und zunächst finden die feinen Tauben Asyl im Bahnhof bei Billy und Pommes. Aber nun scheint eben auch der nicht länger sicher zu sein. Wo nur sollen sie aber alle hin?

Joachim Friedrich beschreibt das Geschehen erneut aus der Perspektive der jungen Taube Billy. Kinder ab 8 Jahren erleben so hautnah die Abenteuer mit und können sich nebenbei an dem losen Mundwerk der Hauptcharaktere erfreuen. Als besonderes Highlight kommt immer wieder einmal die Geheimwaffe von Billy und Pommes zum Einsatz: Kack-Attack. Gezielte Kotabwürfe können so mancherlei bewirken und bedeuten gelegentlich Rettung in letzter Not.

Ich persönlich mag Tauben im echten Leben nicht besonders gerne, weil eben jene Kotabwürfe oftmals recht ärgerlich platziert werden und diese Vogelart zudem nicht besonders intelligent zu sein scheint. Aber in diesem Kinderbuch sind die Tiere derart vermenschlicht, dass meine Aversion dagegen allmählich nachließ. Die Dialoge sind zudem recht witzig gehalten, und manche Charaktere sind einfach nur zum Knuddeln.

Das Buch ist fließend zu lesen und zahlreiche Illustrationen machen die Lektüre auch für Leseanfänger sehr schmackhaft. Ich jedenfalls bin durchaus neugierig auf weitere Abenteuer mit Billy und Pommes...


© Parden

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Tags: abenteuer, bahnhof, billy und pommes, kinderbuch, kinderbuchreihe, ratten, tauben   (7)
 

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Die furchtlosen zwei von Bahnsteig 3

Joachim Friedrich , Dirk Hennig
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 16.07.2014
ISBN 9783522183871
Genre: Kinderbuch

Rezension:

KACK-ATTACK!

Billy und sein bester Kumpel Pommes gehören zu der Taubenbande am Bahnhof. Sie nennen sich 'die furchtlosen zwei von Bahnsteig drei.' Doch ganz ungefährlich ist das Leben im Bahnhof nicht! Da haben sie es beispielsweise mit dem 'schwarzen Monster' zu tun, dem Bahnhofswärter in seiner Uniform, dem die Tauben auf den Bahnsteigen ein stetiger verhasster Dorn im Auge sind. Die meisten 'Weichschnäbel', wie die Bahnhofstauben die Menschen nennen, hasten achtlos an den tierischen Bewohnern des Bahnhofs vorbei, doch der Bahnhofswärter sinnt auf eine Möglichkeit, diese Viecher endlich loszuwerden.

Die beiden Tauben Billy und Pommes nehmen diese Ambitionen des Bahnhofswärters nicht ernst, sondern schauen eher, wie sie an Nahrung gelangen können und welche Abenteuer womöglich gleich um die Ecke auf sie warten. Tatsächlich lernen die beiden zufällig zwei junge Brieftauben kennen, und plötzlich finden sie sich in einer ganz fremden Welt wieder. Diese Tauben leben nicht frei, sondern in einem Stall, und sie müssen die Weichschnäbel auch nicht fürchten, sondern werden von ihnen gefüttert! Zudem gehen die Taubenjungen in eine Schule, in der ihnen alles Wichtige im Leben beigebracht wird.

Doch auf das, was Billy und Pommes bei ihrer Rückkehr am Bahnhof erwartet, hätte keine Schule der Welt sie vorbereiten können. Alle Tauben sind weg! Natürlich muss das schwarze Monster dahinter stecken - aber was hat er bloß gemacht? Billy und Pommes gehen auf Spurensuche - und befinden sich plötzlich in einer ausgeweglosen Situation. Hier helfen nur noch Freunde. Und 'Kack-Attack'!

Joachim Friedrich beschreibt das Geschehen aus der Perspektive der jungen Taube Billy. Kinder ab 8 Jahren erleben so hautnah die Abenteuer mit und können sich nebenbei an dem losen Mundwerk der Hauptcharaktere erfreuen. Als besonderes Highlight kommt immer wieder einmal die Geheimwaffe von Billy und Pommes zum Einsatz: Kack-Attack. Gezielte Kotabwürfe können so mancherlei bewirken und bedeuten gelegentlich Rettung in letzter Not.

Ich persönlich mag Tauben im echten Leben nicht besonders gerne, weil eben jene Kotabwürfe oftmals recht ärgerlich platziert werden und diese Vogelart zudem nicht besonders intelligent zu sein scheint. Aber in diesem Kinderbuch sind die Tiere derart vermenschlicht, dass meine Aversion dagegen allmählich nachließ.

Das Buch ist fließend zu lesen und zahlreiche Illustrationen machen die Lektüre auch für Leseanfänger sehr schmackhaft. Ich jedenfalls bin durchaus neugierig auf weitere Abenteuer mit Billy und Pommes...



© Parden

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Tags: bahnhof, bahnhofswärter, brieftauben, kack-attack, kinderbuch, schwarzes monster, tauben   (7)
 

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Cherringham - Folge 30

Matthew Costello , Neil Richards , Sabine Schilasky , Sabina Godec
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio, 14.08.2018
ISBN 9783838787534
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

ZUG VERPASST?

Bernard Mandeville liebt Züge. Jeden Sonntag kauft der elegante ältere Herr ein Ticket für die Great Cotswold's Dampfeisenbahn. Und jedes Mal nimmt er im Erste-Klasse-Abteil Platz und genießt die Fahrt in dem prächtigen Museumszug. Doch an diesem einen Sonntag geschieht etwas Merkwürdiges: Bernard verschwindet spurlos und die Zeugen sind sich sicher, dass der alte Herr den Zug nie verlassen hat! Die Familie engagiert Sarah und Jack, um nach dem vermissten Bernard zu suchen. Wurde er entführt? Die beiden Ermittler sind entschlossen, das Rätsel um den verschwunden Gentleman zu lösen, doch ihre Zugfahrt in der historischen Bahn birgt eine Menge Überraschungen.

Dies ist bereits der dreißigste Band der mittlerweile 32bändigen Reihe englischer Kurzkrimis, bei Audible als ungekürzte Hörbuchfassung (3 Stunden und 33 Minuten) erhältlich. Gelesen wird das Hörbuch wie immer von Sabina Godec, die den Vortrag wieder einmal ruhig und unaufgeregt gestaltet, die aber durch ihre charismatische Stimme zu fesseln weiß.

Die Krimis dieser Reihe haben einfach einen nicht abzusprechenden Wohlfühlcharakter, der mich fast jede Folge genießen lässt. Ein wenig Spannung ist auch diesmal wieder dabei, auch wenn ich rasch ahnte, in welche Richtung sich der Fall entwickeln würde. Die Mischung aus Ermittlungen und dem inzwischen sehr freundlichen Umgang von Sarah und Jack ist hier sehr gelungen.

Diesmal fahren die Hobby-Ermittler nicht nur mit einer echten nostalgischen Dampflokomotive, sondern sie machen sich verbotenerweise auch zu Fuß auf den Weg durch einen langen Eisenbahntunnel - wobei sie hoffentlich den richtigen Fahrplan im Kopf haben! Sarah entwickelt sich immer mehr zu einer fast schon professionellen Miss Marple, was auch der ehemalige Detective der New Yorker Mordkommission neidlos anerkennen muss. Manche Zusammenhänge hat die Hobby-Ermitterin dieses Mal rascher durchschaut als Jack.

Viele Folgen sind jetzt nicht mehr übrig, weshalb ich nun erst einmal eine Pause einlege. Demnächst tauche ich aber sicher wieder ein in die Welt von Cherringham...

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Tags: cosy krimi, dampflokomotive, eisenbahn, hörbuch, krimireihe, sabina godec, sarah und jack   (7)
 
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