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Speicher 13

Jon McGregor , Anke Caroline Burger
Fester Einband
Erschienen bei Liebeskind, 22.01.2018
ISBN 9783954380848
Genre: Romane

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31 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

krankheit, demenz, reise, reise in der vergangenheit, schiksal

Das Leuchten der Erinnerung

Michael Zadoorian , Elfriede Peschel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 20.12.2017
ISBN 9783959671187
Genre: Romane

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Eine Leiche für Perrot

C'rysta Winter
Flexibler Einband: 308 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 28.09.2017
ISBN 9783744871303
Genre: Krimi und Thriller

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diogenes verlag, olga, arktis, deutschland, liebe

Olga

Bernhard Schlink
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070156
Genre: Romane

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izquierdo

Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 524 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 15.01.2018
ISBN 9783458363095
Genre: Romane

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musik, verarbeitung, rené gummelt, krieg, periplaneta

Prägung

René Gummelt
Geheftet: 64 Seiten
Erschienen bei Periplaneta Verlag, 26.02.2010
ISBN 9783940767486
Genre: Sonstiges

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david nathan, hörbuch, gekürzte hörbuchfassung, zuschauereffekt, bystander-effekt

Ein Akt der Gewalt

Ryan David Jahn , Teja Schwaner , David Nathan
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Random House Audio, 16.02.2011
ISBN 9783837109245
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

DER BYSTANDER EFFEKT...

Auf dem Heimweg von der Arbeit wird Katrina Marino in den frühen Morgenstunden Opfer eines brutalen Überfalls. Der Angriff findet direkt vor ihrer Haustür statt - und unter den Augen ihrer Nachbarn, die fast ausnahmslos untätig bleiben. Jeder hat mit seinem eigenen kleinen Drama zu kämpfen. Der 19-jährige Patrick etwa, der zur Armee eingezogen werden soll, aber für seine kranke Mutter sorgen muss. Oder Diane, die sich mit ihrem Ehemann streitet, weil dieser sie betrügt. Sie alle hören Katrinas Schreie und sehen, dass vor ihrer Haustür etwas Schreckliches passiert. Katrina spürt die Betrachter und ihre Blicke und hofft auf Hilfe. Und sie kämpft gegen den Tod...

"Ein Akt der Gewalt" basiert auf einer wahren Geschichte, dem Fall Kitty Genovese, der 1964 weltweit für Schlagzeilen sorgte und dessen Umstände später unter dem Begriff "Bystander-Effekt" in die Kriminalgeschichte eingingen. Siehe auch:
http://www.social-psychology.de/sp/konzepte/bystander-effekt

Ryan D. Jahn beschreibt in diesem (Hör-)Buch fast minutiös das Geschehen der Nacht - aus der Sichtweise vieler verschiedener Personen. Jede einzelne davon hat ihr Schicksal, das sie auch in dieser Nacht nicht loslässt - und jede einzelne verlässt sich darauf, dass jemand anderes der Überfallenen zu Hilfe eilt oder die Polizei ruft. Der Zuschauereffekt und die unterlassene Hilfeleistung sind kaum fassbar, werden hier aber sehr plastisch dargestellt. Dabei wirkt die Erzählweise fast nüchtern, gleichzeitig aber auch sehr bedrückend. Als Hörerin war ich fast froh, als das (Hör-)Buch und damit die Schicksals-Nacht dem Ende zuging - und verspürte den Wunsch nach etwas menschlicher Wärme in einer kalten Welt.

Insofern ist es dem Autor gut gelungen zu vermitteln, was das Wegsehen und Nichtstun bedeutet - für jeden einzelnen, nicht zuletzt natürlich aber für das Opfer. Insgesamt jedoch hat Jahn für mich die Schicksale der Zeugen teilweise zu sehr beleuchtet und breitgetreten. Dabei geriet das eigentliche Geschehen zu sehr aus dem Fokus. Hinzu kommt, dass es sich um eine gekürzte Hörbuchfassung handelt (303 Minuten). Ich kenne zwar die gedruckte Vorlage nicht, doch habe ich das Gefühl, dass diese Kürzung der Geschichte nicht gut getan hat. Und obwohl ich David Nathan im Allgemeinen als Leser von Hörbüchern sehr schätze, fand ich ihn in diesem Fall nicht überzeugend. Irgendwie empfand ich die Lesung als "abgespult".

Ein wichtiges Thema, dem sich der Autor da verschrieben hat. Aber in dem Fall würde ich wirklich eher das gedruckte Buch empfehlen!


© Parden

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Tags: bystander-effekt, david nathan, gekürzte hörbuchfassung, hörbuch, unterlassene hilfeleistung, zuschauereffekt   (6)
 

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achtsamkeit, traum, winterschlaf, ruhe, skulptur

Herr Jakob träumt

A.S. Dowidat
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 22.11.2017
ISBN 9783746015903
Genre: Romane

Rezension:

EIN SEHNSUCHTSBUCH...

Wer fühlt sich nicht gelegentlich gestresst, von der Hektik des Alltags getrieben, vom Hamsterrad des Lebens gegängelt? Nun, Herrn Jakob geht es jedenfalls genau so. Er hat das Gefühl, nur noch funktionieren zu müssen und seine eigentlichen Bedürfnisse nie ausleben zu können. Der Beruf als Bibliothekar, der ihm immer sinnloser erscheint, der nicht enden wollende Streit mit seiner Exfrau, die nicht abreißenden Forderungen seiner Töchter, die sich zuspitzenden Geldsorgen und die allzu dynamische Putzfrau - all dies sind Faktoren, denen sich Herr Jakob zunehmend weniger gewachsen fühlt. Er sehnt sich ganz einfach nach Ruhe.

Der graue Winter verstärkt dieses Bedürfnis nach Ruhe noch, die Hektik der Menschen um ihn herum macht Herrn Jakob immer müder, und so sucht er händeringend nach einem Ausweg. Immer schwerer fällt es ihm, morgens rechtzeitig wach zu werden, immer früher hat er das Gefühl, ins Bett gehen zu müssen, und schließlich fasst er einen Entschluss: Er wird einen Winterschlaf halten. Und so trifft er akribisch seine Vorbereitungen und gleitet schließlich in einen langen Schlaf, in eine Traumwelt, die manch merkwürdige Begegnung für Herrn Jakob bereit hält. Doch vor allem lehrt sie ihn eines: Lebe den Augenblick!


"...und in Herrn Jakob (...) breitete sich das wohlige Gefühl aus, um nichts auf der Welt an einem anderen Ort sein zu wollen. Für einen kurzen Moment empfand er ein solch mächtiges Wissen des Angekommenseins, dass es ihn innerlich schauderte und er seufzend ausatmete."


Im Grunde ist dies ein Sehnsuchtsbuch, rührt es doch an die eigenen Bedürfnisse des Lesers, zumindest gelegentlich der Hektik des Alltags zu entfliehen, sich auf den Augenblick zu besinnen und ganz bei sich zu sein. Herr Jakob driftet ganz sicher unmerklich auf ein Burnout-Syndrom zu oder gar auf eine Depression, manche Ereignisse erinnern auch fast an den Beginn einer Demenz, aber benannt wird hier nichts davon. Das ist in meinen Augen jedoch nicht weiter tragisch, denn auch diese Erkrankungen tragen im Kern ein Entfremden von der Welt und von sich selbst in sich, oftmals verbunden mit einer zunehmenden Müdigkeit und dem Gefühl, den Anforderungen des Alltags nicht mehr gewachsen zu sein. Doch das Bedürfnis nach Ruhe in unserer unruhigen Zeit verspürt sicher jeder von uns - mal mehr und mal weniger. Insofern bietet das Buch in vielerlei Hinsicht eine Plattform der Identifikation.

Herr Jakob selbst erscheint in dem kleinen Roman merkwürdig unscharf, fast selbst wie eine Traumfigur der Welt, in die er nur zu bald hinübergleitet. Der Blick auf Herrn Jakob bleibt stets ein distanzierter, vieles wird vage gehalten - und bietet damit einen interessanten Kontrast zu den teilweise überaus detailliert geschilderten Beobachtungen von Herrn Jakob in der Traumwelt, wie z.B. der Weg einer Wolke quer über den Himmel. Dieses Buch schreibt jedenfalls nicht nur vom Entschleunigen, es entschleunigt auch das Lesen.

Der Schreibstil ist behutsam und klar, was sehr gut zu dem Geschehen selbst passt. Manches wird nur angerissen und bleibt letztlich offen, was mich ein wenig verwirrt hat, doch insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Das offene und leise Ende bildet für mich einen passenden Schlusspunkt.

Ein Buch, das einen Kontrapunkt darstellt zu unserer schnelllebigen Zeit und an das gemahnt, was uns wirklich gut tut: Achtsamkeit und Ruhe.


© Parden

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Tags: achtsamkeit, entschleunigung, geheimnis, hektik, ruhe, schnelllebigkeit, winterschlaf   (7)
 

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thriller, selbstmord, cambridge, england, john castell

Dead End - Lacey Flint 2

Sharon Bolton , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.04.2014
ISBN 9783442480609
Genre: Krimi und Thriller

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familie, trauer, neustart, hoffnungslosigkeit, australien

Nur zusammen ist man nicht allein

Mike Gayle , Katja Bendels
Flexibler Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.12.2017
ISBN 9783458363163
Genre: Romane

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triaden, stasi, schottland, eismeer, geheimdienst

Der Zerberus-Schlüssel

Gerd Schilddorfer
Flexibler Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.10.2017
ISBN 9783404175956
Genre: Krimi und Thriller

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ungeborenes baby, geburt, vater, plan, ehemann

Nussschale

Ian McEwan , Bernhard Robben
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 24.01.2018
ISBN 9783257244151
Genre: Romane

Rezension:

HAMLET! ODER SO...

Zugegeben, bislang hatte ich noch keine Begegnung mit einem Buch von Ian McEwan. Vorgenommen hatte ich es mir schon lange, aber irgendwie kam es nie dazu. Doch hier, bei seinem neuesten Werk, wurde ich neugierig. Und bereits auf den ersten Seiten wurde klar: das ist ein Roman für mich!

Worum es geht, ist rasch skizziert: Mann, Frau, Liebhaber. Einer zu viel. Der Stoff, aus dem große Dramen entstehen. Doch halt, so ganz neu ist der Stoff wohl nicht. Schon die Namen einiger Personen deuten in die Richtung, in der man suchen muss. Trudy heißt die Frau und Claude der Liebhaber - und wem hier Hamlet von Shakespeare in den Sinn kommt (die Königin Gertrude und Claudius, der Bruder und Mörder des Königs und späterer Gemahl von Gertrude), ist auf der richtigen Spur. Auch bei McEwan ist Claude der Bruder von Trudys Ehemann - und die beiden planen die Ermordung des werten Gatten.


"Er merkt nicht, wie ungeduldig sie darauf wartet, dass er wieder geht. Wie pervers die Verbannung ist, die sie ihm (...) auferlegt. Ist er denn wirklich ein so bereitwilliges Werkzeug seines eigenen Untergangs? (...) ein Riesennarr, der es für klug hält, seiner Frau jenen 'Raum' zu geben, den sie angeblich braucht." (S. 29)


Doch auch Shakespeare hatte seinerzeit so seine Quellen - die Geschichte selbst ist also noch viel älter. Mir hat die Entdeckung dieses Zusammenhangs einfach viel Freude gemacht. Wichtiger jedoch ist nun zu schauen, worin das Besondere in dem Werk von McEwan liegt.

Da wäre zunächst einmal die überaus ungewöhnliche Perspektive zu nennen, aus der die Geschichte erzählt wird. Eine wichtige, wenn nicht gar die wichtigste, Person wurde bislang nämlich noch nicht benannt. Trudy ist im neunten Monat schwanger - und das Ungeborene erzählt hier die Ereignisse um seine Mutter, seinen Vater und seinen Onkel, all die Abgründe menschlichen Lebens, eine Geschichte von Intrige und Verrat. Durch die besondere Situation sind dem Erzähler die Hände gebunden, so dass er nichts tun kann, um das geplante Verbrechen zu verhindern, was ihm zwischenzeitlich sehr zusetzt.

Wer jetzt stutzt angesichts der Erzählperspektive - ja, das Erleben hatte ich beim Lesen auch. Wie kann denn ein Ungeborenes derart allwissend sein, die Situation analysieren, Überlegungen anstellen? Und nicht nur das: es beschreibt sinnliche Erfahrungen wie den Geschmack des Weins, den seine verantwortungslose Mutter täglich in sich hineinschüttet, oder auch über das Erleben von Farben. Darüber hinaus philosophiert das Ungeborene immer wieder auch über die verschiedensten Themen fröhlich vor sich hin. McEwan selbst hat die Antwort parat: Radio, Fernsehen, Podcasts, alles aufgesogen in den neun Monaten seines Daseins im Bauch der Mutter. Natürlich ist das wenig realistisch, aber irgendwie doch unwiderstehlich albern. Und das Ungeborene ist in bester Erzähllaune, so viel sei hier verraten. Wenn es gelingt, diese Erzählperspektive einfach als gegeben hinzunehmen, ist das Lesen ein wahres Vergnügen...


"Nicht jedermann weiß, wie es ist, den Penis des Rivalen seines Vaters nur wenige Zentimeter vor der eigenen Nase zu haben. In diesem späten Stadium sollten sie sich mir zuliebe eigentlich zurückhalten (...) Jedes Mal, bei jedem Kolbenhub fürchte ich, er könnte durchstoßen, könnte meinen weichen Schädel aufspießen und meine Gedanken mit seiner Essenz besamen..." (S. 37)


Ian McEwan hat hier eine besondere Mischung geschaffen aus Drama, Krimi und Satire, gewürzt mit allerlei philosophischen Betrachtungen. Böser schwarzer Humor versüßt dabei selbst die düstersten Darstellungen. Und bei all dem ist zu merken, wie viel Vergnügen der Autor selbst beim Schreiben gehabt haben muss.

Manche Passagen hinsichtlich der Reflexion des Weltgeschehens oder über die Natur der Menschheit sind für meinen Geschmack ein wenig zu ausschweifend geraten. Ein wenig so, als hätte McEwan selbst noch ein Fläschchen Wein geöffnet und den Philosophen rausgeholt, um über Gott und die Welt zu schwadronieren. Da geriet die Handlung für mich zu sehr ins Stocken. Doch die Schreibkunst des Autors, seine subtilen Beobachtungen zwischenmenschlichen Handelns, die hier fein herausgearbeitet sind, versöhnten mich wieder mit diesen Abschweifungen.

Insgesamt jedenfalls fühlte ich mich von dem Roman bestens unterhalten und habe jetzt Lust bekommen, weitere Werke des Autors kennenzulernen!


© Parden

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ptbs, liebesroman, handicap, slow burn

Walnussdonner

Cosima Thomas
E-Buch Text: 488 Seiten
Erschienen bei null, 15.08.2017
ISBN B074V9HV4D
Genre: Sonstiges

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Die schwarze Spinne

Jeremias Gotthelf , Stefan Möller , Karlheinz Gabor
CD-ROM
Erschienen bei hoerbuch.cc, 01.04.2006
ISBN 9783902419392
Genre: Klassiker

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familie, krankheit, liebe, distanziertheit, tod

Schwarz und Silber

Paolo Giordano , Heikko Deutschmann , Heikko Deutschmann
Audio CD: 3 Seiten
Erschienen bei Audiobuch, 29.09.2015
ISBN 9783899649253
Genre: Romane

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hörspiel, edgar allan poe, gruselkabinett, tod, grusel

Gruselkabinett - Folge 46

Edgar Allan Poe , Wolfgang Condrus , Titania Medien
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.10.2010
ISBN 9783785743898
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

GELUNGENER MIX VON ZWEI GESCHICHTEN...

Im ganzen Land wütet eine tödliche Seuche. Der exzentrische Landesfürst Prospero ignoriert die Nöte seiner Untertanen und feiert mit seiner Hofgesellschaft ein Fest nach dem anderen. Für einen Maskenball hat er sich etwas ganz besonderes ausgedacht...

In ganz Italien wütet "der rote Tod" und rafft tausende Menschen qualvoll dahin, doch der Landesfürst Prinz Prospero lässt es sich gut gehen. Um der verheerenden Seuche zu entgehen, hat er sich mit seinem Hofstaat auf seinem Landsitz verbarrikadiert. Um auch der Langeweile zu entgehen, feiert der Prinz mit der reichen Gesellschaft ein rauschendes Fest nach dem anderen. Wie gut, dass ihnen noch reichtzeitig die heimatlosen Zirkusartisten Tripetta und "Hopp-Frosch" in die Hände gefallen sind. Die Kleinwüchsigen werden gegen ihren Willen auf dem Landsitz des Prinzen festgehalten und gedemütigt und sorgen auch sonst für allerlei Unterhaltung der Eingeschlossenen. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall, und bald schon ist zu ahnen, dass es nicht der Prinz sein wird, der hier zuletzt lacht.

In diesem Hörspiel werden gleich zwei Geschichten des Gruselmeisters Edgar Allan Poe miteinander verwoben. Zum einen die Kurzgeschichte "Die Maske des roten Todes", zum anderen auch die Erzählung "Der Hopp-Frosch". Da in beiden Geschichten ein Maskenball eine wesentliche Rolle spielt, ist gegen die Vermischung der Geschichten auch nichts einzuwenden. Zwar ahnt der Hörer frühzeitig, wie die Erzählung enden wird, aber die überaus gelungene Umsetzung (Sprecher, Dialoge, Hintergrundmusik, Klangteppich) macht dies allemal wieder wett. Für mich eine starke Inszenierung, die die 65 Minuten wie im Flug vergehen ließen.

Empfehlenswert!


© Parden

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Tags: gruselkabinett, hörspiel   (2)
 

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stefan kaminski, hörbuch, sibirien, moderne, schnee

Der Schneesturm

Vladimir Sorokin
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Argon Verlag, 18.11.2015
ISBN B017DNXNT6
Genre: Sonstiges

Rezension:

SYMBOLBEFRACHTETE LITERATUR...

Der Landarzt mit dem eigentümlichen Namen Platon Garin will so schnell wie möglich in das entlegene Dorf Dolgoje gelangen, um die dort ansässigen Menschen gegen eine rätselhafte Epidemie zu impfen, die bereits einige Opfer gefordert hat. Allerdings scheint der Schneesturm eine Weiterfahrt unmöglich zu machen. Garins Pferde sind erschöpft, in dem kleinen Ort findet er nicht wie erhofft Pferde zum Wechseln, doch die Zeit drängt. Glücklicherweise kann er den Brotkutscher Kosma, genannt Krächz, aus seinem Schlaf auf dem warmen Ofen wecken und ihn überreden, ihn  in das nunmehr noch 17 Kilometer entfernte Dolgoje zu kutschieren.
Mit dem von 50 rebhuhngroßen Pferdchen gezogenen Schneemobil machen sich Garin und Krächz auf den Weg, müssen jedoch blad schon erkennen, dass der anhaltende Schneesturm nicht nur die Sicht erschwert. Immer wieder kommt es zu ungeplanten Komplikationen, Garin und sein Kutscher kommen einfach nicht an. Und ungeahnt entpuppt sich das, was wie eine Erzählung aus dem 19. Jahrhundert beginnt, als eine fantastisch-märchenhafte Irrfahrt durch ein rückständiges Russland, das gleichzeitig mit Zutaten einer Hochtechnologiegesellschaft versehen ist.

Eine verwirrende Mischung hat Sorokin da geschaffen, sprachlich an alte russische Meister der Literatur erinnernd, durchzogen von einem Hauch russischer Seele - Wodka, heißer Tee und ein wenig Schwermut. Eingängige Bilder werden in den Kopf des Lesers projeziert, aber verstörende zuweilen. Relikte der Vergangenheit  - alte mit Holz geheizte Öfen, von Pferden gezogene Kutschen, der Kneifer auf der Nase oder die Fußlappen, damit die Füße in den Fellstiefeln nicht erfrieren - treffen unvermittelt auf technologische Errungenschaften, die es heute teilweise noch nicht einmal gibt. Historische Science Fiction?
Aber nein, hinzu kommen noch Elemente aus Märchen und Fantasy - Zwergen und Riesen gibt es dort ebenso wie lebendgebärenden Filz oder Zombies. Ein sprachlich versiertes Spiel mit Realität und Fantasie - und mit einer überbordenden Symbolik.

Ein wenig fühlte ich mich beim Hören an meine Schulzeit erinnert: erst mit Hilfe einer im Umfang doppelt so dicken Interpretation wird der eigentliche Text verständlich - und selbst dann womöglich nur rudimentär. Aber angesichts der durchweg positiven Bewertungen des Buches hatte ich das Gefühl, es könnte sich lohnen, sich ein wenig intensiver mit der Erzählung Sorokins zu befassen.

"Grundsätzlich ist es ja so, dass Russland in einer weit entfernten Vergangenheit lebt, und davon erzählt mein Roman", so erklärt der Schriftsteller selbst zu seinem Buch 'Der Schneesturm'. Einen Roman über den Stillstand und die Erstarrung in Russland wollte Sorokin hier präsentieren, so erfährt man weiter. Das Buch: eine ironisch-bittere Metapher für ein Land, das den Weg in die Moderne einfach nicht findet.

"Wenn man heute die Machthaber in diesem Land sieht, die Elite Russlands, die fahren Mercedes, telefonieren mit Smartphones usw., aber mental und kulturell stehen sie im 16./17. Jahrhundert. Ich habe den Eindruck, Russlands Zukunft: das ist unsere Vergangenheit plus Hochtechnologie."

Keine Brechstange gegen die herrschenden Verhältnisse stellt seine Literatur nach seinen eigenen Angaben dar, doch Sarokin ist in der Tat ein hochpolitischer Autor. Vor einigen Jahren wurden seine Bücher in einem riesigen Klo öffentlich versenkt - eine Aktion auf Betreiben von Putins Jugendorganisation. Heute lebt der Autor in Berlin.

Das ungekürzte Hörbuch (344 Minuten) war in jedem Fall ein beeindruckendes, eines, das mich auch durch den gekonnten Vortrag von Stefan Kaminski hineinzog in die schneebedeckten Weiten Sibiriens  und mich entführte in eine fremdartige Welt, und mich verwirrte, begeisterte, beschäftigte. Das ist mehr als es manch anderes Buch vermag. Gerne mehr davon!


© Parden

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Tags: hörbuch, metapher, moderne, russland, schnee, sibirien, stefan kaminski, symbolik, vergangenheit   (9)
 

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43 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

erzählband, kurzgeschichten, erwachsen werden, prosa, nobelpreis für literatur

Tanz der seligen Geister

Alice Munro , Heidi Zerning
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 15.05.2012
ISBN 9783596512195
Genre: Romane

Rezension:

VOM ERWACHSENWERDEN...

Schon lange befindet sich dieser Band von 15 Erzählungen in meinem Regal - zufällig sogar das Debüt der kanadischen Schriftstellerin (Erstveröffentlichung 1968) -, und spätestens seit Alice Munro 2013 den Nobelpreis für Literatur erhielt, war ich neugierig auf dieses Buch. Doch erst jetzt nahm ich mir die Zeit für die Lektüre und kann schon so viel vorweg verraten: es wird für mich nicht das letzte Buch der 1931 geborenen Preisträgerin gewesen sein.

Das verbindende Glied der 15 Erzählungen ist im weiteren Sinne der Abschied von der Kindheit, das Finden eines eigenen Weges. Angesiedelt sind die Geschichten etwa in den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der kanadischen Provinz, und wie ich gelesen habe, beinhalten sie zahlreiche autobiografische Erlebnisse der Schriftstellerin. Dies lässt die meist zwischen 20 und 30 Seiten langen Erzählungen in einem besonderen Licht erscheinen.


"Es gibt nichts, was du im Augenblick tun kannst, außer die Hände in die Taschen zu stecken und dir ein unvoreingenommenes Herz zu bewahren." (S. 55)


Aber auch ohne dieses Wissen konnte mich Alice Munros Schreibstil beeindrucken: präzise, unsentimental und intensiv, dabei oftmals poetisch und melancholisch, zeitweise ironisch, immer aber durchzogen von einer tiefen Ernsthaftigkeit. Die Unausweichlichkeit der geschilderten Situationen wird dem Leser vor Augen geführt, nur gelegentlich begleitet von einem leisen Bedauern, stets aber mit der immensen Bedeutung des Geschilderten für das Schicksal der jeweiligen Hauptperson im Fokus. In wenigen Sätzen skizziert Munro den oftmals eher tristen Ort, die Situation, das Geschehen und schafft so ein scharfes Bild, das ein Wegschauen unmöglich macht.


"Wie die Kinder im Märchen, die gesehen haben, dass ihre Eltern mit furchterregenden Fremden einen Pakt schlossen, die entdeckt haben, dass unsere Ängste auf nichts als der Wahrheit beruhen, die aber nach wundersamer Rettung aus Gefahr heil nach Hause kehren, artig und wohlerzogen zu Messer und Gabel greifen und vergnügt bis an ihr seliges Ende leben - wie sie, von den Geheimnissen benommen und mit Macht begabt, sagte ich nie auch nur ein Wort." (S.79)


Die einzelnen Geschichten hier vorzustellen, würde m.E. den Rahmen sprengen, und so schließe ich die Rezension mit der Erwähnung meines anfänglichen Erstaunens und der mit dem Lesen wachsenden Erkenntnis, dass auch und gerade das Schreiben von Kurzgeschichten eine Kunst ist - eine so hohe, dass Alice Munro, die 13 Erzählbände und nur einen einzigen Roman geschrieben hat, den Nobelpreis für Literatur in meinen Augen zu Recht gewonnen hat. Eben als "Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte". Chapeau.

Für mich mit Sicherheit nicht das letzte Buch dieser Schriftstellerin!


© Parden

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Tags: abschied, erwachsenwerden, erzählband, erzählband mit kurzgeschichten, kurzgeschichten, nobelpreis für literatur, nobelpreis für literatur 2013   (7)
 

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 7 Rezensionen

inseln, atlas, meer, geschichten, ozeane

Atlas der abgelegenen Inseln

Judith Schalansky
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 01.01.2009
ISBN 9783866481176
Genre: Sachbücher

Rezension:

IRGENDWO IM NIRGENDWO...

Die Einsamkeit liegt im Nordpolarmeer - und Amsterdam mitten im Indischen Ozean, doch weit weg von den farbenblinden Pingelapesen. Wohl verrückt geworden? Aber nein, das sind nur drei der insgesamt fünfzig Inseln, die Judith Schalansky in diesem außergewöhnlichen Atlas vorstellt.

Moment mal: Wer liest denn wohl einen Atlas? "Ich nicht!", hätte ich vor einem Blick in dieses Buch im Brustton der Überzeugung gesagt, und tatsächlich fand ich die schulisch genutzten Diercke-Exemplare meist eher staubig und ziemlich langweilig. Doch Judith Schalansky hat sich den Exoten gewidmet, unzugänglichen Fleckchen Erde, weitab in den Ozeanen der Welt, oft so weit entfernt von ihrem Mutterland, dass sie nicht mehr auf die nationalen Karten passen: "Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde." Eben.

Dieser Untertitel macht neugierig, und nach einem ersten Durchblättern war mir klar, wie unterschiedlich diese dargestellten Inseln sind. Sei es von der Entstehung her (vulkanischen Ursprungs oder entstanden durch die Abglagerungen von Korallen oder das Ergebnis von Aufwerfungen durch die Verschiebung tektonischer Platten), sei es bezogen auf das Klima (tropische Bedingungen bis hin zur unwirtlichen Eiswüste) oder aber auch hinsichtlich der Entdeckungsgeschichte, der Nutzung, der Bewohnbarkeit... Was sich jetzt vielleicht doch lesen mag wie 'typsich Atlas', wird hier aber eher 'nebenbei' vermittelt.


"Viele abgelegene Inseln erweisen sich als doppelt unerreichbar. Der Weg zu ihnen ist lang und beschwerlich, die Anlandung lebensgefährlich bis unmöglich, und selbst wenn sie gelingt, entpuppt sich das so lang ersehnte Land häufig genug - als hätte man es nicht schon geahnt - als öde und wertlos (...) Nicht selten macht sich bei den wenigen Besuchern vor Ort das blanke Entsetzen breit, und im Angesicht des deutlich begrenzten Raumes schleicht sich wie von selbst der beunruhigende Gedanke an das Risiko ein, zurückgelassen zu werden und bis ans Ende der Tage hier, auf einer einsamen Insel, ein Dasein fristen zu müssen." (S. 15 ff.)


Judith Schalansky versteht den Begriff 'Atlas' eher in seiner ursprünglichen Bedeutung: 'Theatrum orbis terrarum' - 'Theater der Welt' - und versucht diesem in ihren Schilderungen gerecht zu werden. Gerade die Abgeschlossenheit der Inseln und ihre abgelegenen Positionen führen, sofern sie bewohnt sind, oft zu skurrilen Auswüchsen menschlichen Verhaltens. Eine unumgängliche Kindstötung im Sinne einer Geburtenkontrolle findet sich hier ebenso wie Vergewaltigung, Mord und Kannabalismus, selbsternannte Könige und Kaiserinnen genauso wie Völkerrechtsbrüche durch das Initiieren ökologischer Katastrophen oder auch das Zünden von Atombomben.


"Das Paradies mag eine Insel sein. Die Hölle ist es auch." (S. 18)


Dieser außergewöhnliche Atlas fasziniert neben dem ungewöhnlichen Schwerpunkt auch durch seine aufwändige und liebevolle Gestaltung. Kunstvoll illustriert, zeigt er nach Ozeanen geordnet alle Inseln im jeweils identischen Maßstab. Dem jeweiligen Ozean ist auf leuchtendem Orange gedruckt eine Übersichtskarte vorangestellt, so dass die Lage der im Anschluss näher vorgestellten Inseln deutlich wird. Dabei sind die Landmassen der Kontinente nur in schemenhaftem Grau angedeutet, was die Aufmerksamkeit auf die Inseln selbst lenkt.

Der Vorstellung der einzelnen Inseln ist jeweils eine Doppelseite gewidmet: rechts auf blauem Hintergrund die graphische Darstellung des Eilandes (eben wie in einem Atlas), links Wissenswertes zu der Insel. Dabei befinden sich die grundlegenden Informationen wie der Name der Insel in verschiedenen Sprachen, die genaue Lage, die Darstellung auf der Weltkugel, die Entfernungen zu den nächstgelegenen Landmassen sowie ein Zeitstrahl, auf dem die wichtigsten Ereignisse rund um das Eiland festgehalten wurden, im oberen Drittel der Seite. Die anderen zwei Drittel der Seite sind nicht etwa der Nutzung der Insel gewidmet, den klimatischen oder topographischen Gegebenheiten, sondern, zu meiner positiven Überraschung, jeweils einer besonderen Anekdote, die sich auf der jeweiligen Insel zugetragen hat.


"Jedoch sind es gerade die schrecklichen Begebenheiten, die das größte erzählerischen Potenzial haben und für die Inseln der perfekte Handlungsort sind. Während die Absurdität der Wirklichkeit sich in der relativierenden Weite der großen Landmassen verliert, liegt sie hier offen zutage. Die Insel ist ein theatraler Raum: Alles, was hier geschieht, verdichtet sich beinahe zwangsläufig zu Geschichten, zu Kammerspielen im Nirgendwo..." (S. 19)


Diese Anekdoten sind lehrreich und unterhaltsam, stellen historische und naturwissenschaftliche Informationen in den Vordergrund - und vor allem den Menschen selbst. Von gestrandeten Sklaven ist hier ebenso die Rede wie von einsamen Naturforschern, verirrten Entdeckern und verwirrten Leuchtturmwärtern; meuternde Matrosen schaffen sich ebenso ihr Refugium wie vergessene Schiffbrüchige, Sträflinge sind kaum schlechter dran als ihre Bewacher. Hier lässt sich mindestens so viel über die menschliche Natur lernen wie über die sachlichen Fakten zu den Inseln.

Fünfzig entlegene Inseln, die garantiert in keinem Reisekatalog auftauchen, die aber, sorgfältig recherchiert wie hier, in jedem Fall gut sind für eine interessante und lehrreiche Lektüre. Nicht nur das Durchblättern lohnt sich hier, der Atlas will tatsächlich gelesen werden. Und das habe ich gerne und mit wachsendem Vergnügen getan.


© Parden

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Tags: atlas, aufwändige gestaltung, inseln, kolonialisierung, kontinente, ozeane, sachbuch, weltmeere   (8)
 

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der rote faden, geschenkbuch, gedichte, weihnachten

Frohe Weihnacht überall

Annemarie Wagner
Flexibler Einband
Erschienen bei Coppenrath, 19.09.2017
ISBN 9783649626374
Genre: Sonstiges

Rezension:

NETTE GESCHENKIDEE...

Aus dem Coppenrath Verlag stammt dieses gerade einmal 20seitige Büchlein, das allein schon durch seine Aufmachung ein echter Hingucker ist. Ein starker Pappeinband mit weihnachtilichem Aufdruck umschließt ein liebevoll gestaltetes Büchlein, in dem die Texte durch rot gedruckte Muster geschmückt sind und dessen Seiten durch einen roten Faden zusammengehalten werden.

Das Büchlein beinhaltet weihnachtliche Gedichte von Annemarie Wagner. Manche Werke tragen einen Titel, andere nicht, aber alle drehen sich um das Weihnachtsfest und um das, um was es dabei eigentlich geht.


Ich wünsch euch von Herzen eine fröhliche Zeit
und Freude am Schenken fürwahr.
Dann werden es, glaubt mir, ohne Hetze und Streit
die beglückendsten Tage im Jahr.



Nicht jedes Gedicht konnte mich berühren, manches erinnerte auch an schon anderweitig Gelesenes, aber die Freude am Dichten kann man allen Versen anmerken. Vom Schreibstil erinnern manche Gedichte an die Werke alter Meister, was aber für mich gut zum Geist der Weihnacht passt.

Ich selbst habe das Büchlein von einer Bücherfreundin geschenkt bekommen und es gerne gelesen. Überhaupt scheint die Reihe 'Der rote Faden' einige schöne Werke zum Verschenken bereitzuhalten. Hier halte ich mal die Augen offen!


© Parden

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Tags: der rote faden, gedichte, geschenkbuch, weihnachten   (4)
 

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südkorea, gwangju-massaker, gewalt, gwangju, studentenaufstand

Menschenwerk

Han Kang , Ki-Hyang Lee
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 15.09.2017
ISBN 9783351036836
Genre: Romane

Rezension:

WAS IST MENSCHLICHKEIT UND WIE LÄSST SIE SICH BEWAHREN?

In ihrem neuen Roman führt die südkoreanische Schriftstellerin ("Die Vegetarierin") den Leser zurück in die jüngere Vergangenheit Koreas. Im Jahr 1980 kam es in der Stadt Gwangju zu friedlichen Studentenprotesten gegen die Militärdiktatur. Diese Proteste wurden von der Militärregierung mit einem brutalen Massaker zerschlagen: der damalige südkoreanische Militärmachthaber Chun Doo-Hwan ließ seine Truppen wahllos in die Menge schießen. Als sich in den darauf folgenden Tagen die Bevölkerung der Stadt mit den Studenten solidarisierte, wurde die Mehrzahl der Demonstranten ermordet.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht der der 15-jährige Schüler Dong Ho, der mit einem gleichaltrigen Freund in einen Demonstrationszug gerät, wobei dieser erschossen wird. Dong Ho hilft später, die Getöteten zu bergen und in eine Schule zu bringen, wo sie von Verwandten identifiziert werden können. Schließlich stirbt auch Dong Ho, als die Soldaten die Schule stürmen. In Rückblicken wird von den Überlebenden des Massakers berichtet, von den Erlebnissen während der brutalen Ereignisse, aber auch von den Folgejahren. Traumatisierungen durch Haft und Folter, soziale Entfremdung und Einsamkeit, Depression und Schuldgefühle ziehen sich durch die Generationen. Eine Dokumentation der Gewalt und der Unmöglichkeit, normal weiterzuleben.


"Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein. Ich kämpfe gegen die Tatsache, dass ich ein Mensch bin."


In jedem Kapitel kommen andere Menschen zu Wort, die dieses Massaker miterlebten. Jeder Zeitzeuge erzählt seine Geschichte - sachlich oft im Stil, die Sätze meist kurz gehalten. Hinzu kommt, dass die Erzählenden oft mit jemandem sprechen, den sie als 'Du' bezeichnen: einem Toten, einem Überlebenden, einem Vermissten. Dadurch schafft Han Kang für den Leser eine Distanz zum Geschehen, die durch die akribische und detaillierte Art der Schilderung der Gewalttaten und ihrer Folgen jedoch aufgeweicht wird. Hier wird die existenzielle Gewalterfahrung auf eine derart eindringliche Weise vermittelt, dass man meint, unmittelbar am Schauplatz unmenschlichen Geschehens, nahezu Augenzeuge der Vorgänge zu sein. Die einzelnen Geschichten greifen zunehmend ineinander und verdichten sich zu einem Ganzen, das den Leser an den Rand des Erträglichen führt. Doch Han Kang schafft auch sinnliche, stille, poetische und zeitweise surreale Bilder wie beispielsweise den Monolog einer Seele, die sich vergeblich bemüht, sich von ihrem verwesenden Körper auf einem Leichenhaufen zu lösen.


Der Epilog verrät, dass die Autorin selbst aus Gwangju stammt, und dass  ihre Eltern vor dem Umzug nach Seoul ihr Haus an die Familie von Dong Ho verkauft haben. Der Hauptcharakter des Buches ist also eine reale Figur, die zum Auslöser für den Roman wurde. Dabei schaut Han Kang in ihrem Resümee nicht nur nach Südkorea, sondern auch über den Tellerrand, und auch dem Leser dürfte klar sein, dass derlei Geschehnisse in der Weltgeschichte kein Einzelfall sind. Insofern gewinnt der Titel 'Menschenwerk' tatsächlich eine übergreifende Bedeutung.


Insgesamt ist dieser Roman ein Werk von ungeheurer atmosphärischer Dichte, das einen gnadenlosen Blick auf das Wesen 'Mensch' gewährt. Er verdeutlicht, dass der Mensch sowohl zu der ihm innewohnenden Gutherzigkeit als auch zu der ihm ebenso innewohnenden Gewaltbereitschaft getrieben werden kann und bietet damit auch eine nahezu philosophische Auseinandersetzung mit der Frage nach dem 'Menschsein' und der 'Menschlichkeit'.


Wieder einmal ein beeindruckender Roman der Südkoreanerin!


© Parden

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Tags: gewalt, massaker von verden, militärdiktatur, studentenproteste, südkorea, zeitgenössischer roman   (6)
 

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hamburg rain 208, dystopie, serie, korruption, hirnwäsche

Rehab: Hamburg Rain 2084 (KNAUR eRIGINALS)

Ralf Wolfstädter
E-Buch Text: 169 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 22.10.2015
ISBN 9783426437490
Genre: Sonstiges

Rezension:

EXPERIMENTE...

Hamburg ist im Jahr 2084 im ewigen Regen nach einer Klimakatastrophe zum Moloch mit 22 Millionen Einwohnern herangewachsen. Bauwerke früherer Epochen sind zu einem einzigen Gebäude verschmolzen, das sich über eine gigantische Fläche erstreckt und weit in den Himmel ragt. Wie ein surreales Gebilde aus dem Traum eines Wahnsinnigen reckt es seinen Körper aus Stein, Glas und Stahl in die Wolken und unablässig fließt der Regen an seinen Milliarden Ecken und Kanten herab. Dieser gigantische Koloss ist in Ebenen unterteilt, die weit in die Höhe und tief unter die Oberfläche reichen. Das Leben ist streng hierarchsich organisiert: Je reicher, desto weiter oben; je ärmer, desto weiter unten. Während sich oben im wenigen Sonnenlicht die Reichen und Schönen vergnügen, leben die Armen in Dunkelheit und Müll. Nur die Mittelschicht bildet da mit ihren Träumen von einer besseren Wetl die Ausnahme. Und manchmal geschieht es, dass jemand den zugewiesenenLebensraum verlässt. Mit unvorhersehbaren Folgen. Davon handeln die Storys der dystopischen Science Fiction eBook-Serie 'Hamburg Rain 2084'.

'Sundown' ist nach dem Prequel  der dritte Band der ersten Staffel des spannenden Future Fiction eSerials. Die Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens sind:

V2 Sundown
Rehab
Zerfall
Risse im Fundament
Die SeucheAlle Bände sind unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge lesbar.


* * *


Daniel Arzberger kann sich an nichts erinnern, als er aus tiefer Bewusstlosigkeit erwacht. Neben ihm in seiner Wohnung liegt eine sterbende Frau, die ihm gerade noch einen Namen zuraunen und eine Disc in die Hand drücken kann. Bevor sich Daniel noch fragen kann, was das alles soll, klopft auch schon die Polizei an seine Wohnungstür und verlangt energisch Einlass. Daniel bleibt nichts anderes übrig als zu fliehen, will er jemals der Wahrheit auf die Spur kommen.

Doch die Polizei setzt ihren besten Mann auf den Flüchtigen an, und so landet Daniel schließlich im Gefängnis. Er wird des Mordes angeklagt, aber Daniel ist von seiner eigenen Unschuld überzeugt. Um dem Gefängnis zu entkommen, stimmt er der Möglichkeit zu, Teil eines Forschungsprojektes zu werden. Als die rätselhaften Ereignisse in dem Forschungslaboratorium zunehmen, beschließt Daniel zu fliehen, um auf eigene Faust nach Antworten zu suchen. Doch was er findet, lässt ihn an seinem eigenen Verstand zweifeln...

Nach einem abrupten Beginn, der den Leser gleich in medias res wirft, entwickelt sich die Handlung zunächst spannend. Vor allem die Frage, was eigentlich hinter all dem stecken mag, treibt nicht nur Daniel Arzberger immer weiter durch das Geschehen. Wie bei einer Schnitzeljagd begibt sich der Hauptcharakter auf der Suche nach der Wahrheit von Spur zu Spur, doch die Geheimnisse wollen sich lange nicht auflösen. Dafür gerät Daniel immer wieder in große Gefahr, und nicht nur er.

Die Ausgangssituation versprach eine weitere spannende Folge des Serials um die Stadt Hamburg im Jahr 2084. Auch die sich entwickelnden ethischen Fragestellungen (z.B. Grenzen von wissenschaftlichen Allmachtsfantasien, heimliche Experimente an Strafgefangenen u.a.m.) ist eigentlich eine gute Grundlage für eine interessante Erzählung. Die Umsetzung jedoch konnte mich hier nur wenig überzeugen. Viel Action mit zunehmender Skrupellosigkeit dominiert das Geschehen, was gemeinsam mit einer oftmals rüden und zotigen Sprache recht überdimensioniert wirkt. Dabei zieht sich Daniel auch meist wenig elegant aus der Affäre, sondern entwickelt plötzlich Superheldqualitäten, die die interessante Fragestellung hinter der eigentlichen Geschichte leider eher in den Schatten rücken.

Die Szenen wirkten auf mich oft auch nicht ausgereift, sondern eher oberflächlich skizziert, so dass ich mich beim nächten Abschnitt manchmal fragte, ob ich etwas überlesen hatte, da ich den plötzlichen Sprung nicht nachvollziehen konnte. Am meisten störte mich aber die Darstellung des Hauptcharakters, der ähnlich wie ein Westernheld eher unnahbar blieb. Die Emotionen Daniels waren für mich jedenfalls nicht greifbar, so dass sich bei mir auch hier eher der Eindruck einer Oberflächlichkeit festigte. Auch die anderen Charaktere blieben für mich eher flach und oftmals überzeichnet. So reicht es bei einem niesen Polizisten nicht aus, dass er korrupt ist, sondern er muss von morgens an saufen, am Arbeitsplatz masturbieren und wehrlose Betrunkene verprügeln, um den Stressabbau zu gewährleisten...

Alles in allem also für mich eher eine schwächere Folge der Reihe, doch die Grundidee hinter der Geschichte fand ich durchaus interessant. Hier wurde für mich jedoch Potential verschenkt zugunsten einer überdimensionierten und zur Brutalität neigenden Actionlastigkeit. Schade.


© Parden 

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Tags: buchreihe, dystopie, hamburg rain, serial, serie, zukunft   (6)
 

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kinderbuch, polen, selfpublisher, kinderkrimi, usedom

EISKALTE JAGD - Eine Gangsterjagd im Schneesturm: Ein Kinderkrimi auf Usedom von Hans-Rainer Riekers

Hans-Rainer Riekers
E-Buch Text: 111 Seiten
Erschienen bei null, 09.12.2014
ISBN B00QU5AMKC
Genre: Sonstiges

Rezension:

NICHTS MIT INSELIDYLLE...

Oma Richter hat es sich so schön ausgemalt: Zu ihrem 60. Geburtstag im März hat sie die ganze Familie in ein schönes Hotel auf Usedom eingeladen. Die ersten Sonnenstrahlen im Strandkorb genießen, während die Kinder am Ostseestrand herumtoben und ihren Drachen steigen lassen. Das wäre herrlich. Leider wird daraus nichts. Kaum auf der Insel eingetroffen, kommt es zu einem schweren Wintereinbruch und ein Schneesturm zieht auf. Dann geraten Lena und Bjarne auch noch in eine undurchsichtige Geschichte, die sie am Ende in die Gewalt von zwielichtigen Gestalten bringt. Eine aufregende Gangsterjagd beginnt.

Manchmal kann man unter den Selfpublishern richtige Schätze entdecken. Und dieser Kinderkrimi (Altersempfehlung ab 10 Jahren) muss sich nicht hinter Abenteuern von TKKG & Co. verstecken. Ganz im Gegenteil. Hans-Rainer Riekers weiß, wovon er da schreibt - immerhin hat er bis zu seiner Pensionierung selbst als Polizeibeamter seinen Dienst verrichtet. Um seinen Enkelkindern eine Freude zu machen, begann er als Pensionär, Kinderkrimis zu schreiben. 'Eiskalte Jagd' ist der dritte von mittlerweile sechs Krimis - für mich allerdings der erste.

Angenehm flüssig und kindgerecht geschrieben, schafft Riekers einen gelungenen Mix aus dem Urlaubsgeschehen mit der Familie und den spannenden Ereignissen, in die vor allem die Kinder Lena und Bjarne geraten. Zwar zuckten an der ein oder anderen Stelle meine Augenbrauen in die Höhe, weil manche Entscheidungen und Handlungen doch sehr fragwürdig waren (aus Sicht der Erwachsenen), aber ich weiß, dass mir das als Kind wohl egal gewesen wäre. Nicht so egal sind mir einige übersehene Rechtschreibfehler, aber die schmälern das Lesevergnügen nur minimal.

Von mir eine klare Empfehlung!


© Parden

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Tags: ehemaliger polizeibeamter, kinderbuch, kinderkrimi, polen, selfpublisher, spannung, usedom   (7)
 

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cyberworld, london, freundschaft, jugendbuch, zukunft

CyberWorld 5.0: Burning London

Nadine Erdmann
E-Buch Text
Erschienen bei Greenlight Press, 29.11.2017
ISBN 9783958342835
Genre: Jugendbuch

Rezension:

CYBER-TERROR...

Nach den dramatischen Ereignissen in Yonderwood hoffen Jemma, Jamie, Zack und ihre Freunde eigentlich bloß auf Ruhe, die Rückkehr in den Alltag und einen coolen Ausflug nach CyberLondon, der neuen Simulationswelt in der CyberWorld. Doch was als netter Abend in der CyberCity geplant war, wird schon bald zu einem tödlichen Wettlauf gegen die Zeit, denn Terroristen kapern die Stadt – und sie kennen kein Erbarmen…

CyberLondon ist das virtuelle Abbild der britischen Hauptstadt, und ein Stadtbummel oder ein Konzertbesuch lassen sich so ganz gemütlich vom heimischen Sofa aus bewerkstelligen. Nach einem anstrengenden Tag wollen die Zwillinge Jamie und Jemma sowie ihre Freunde Zack und Will in Ruhe den Abend genießen und sich virtuell in die CyberCity begeben. Schließlich haben die R.A.T.s für diesen Abend eine ganz besondere Überraschung versprochen. Diese geheime Gruppe von Technologiegegnern hat bereits in den vergangenen Wochen für einige originelle Aktionen in CyberLondon gesorgt, doch dieser Abend soll alles andere in den Schatten stellen.

Was die vier Freunde dann aber in CyberLondon erwartet, entspricht so gar nicht ihrer Vorstellung von einem gemütlichen Abend. Die Aktion der R.A.T.s entpuppt sich als terroristischer Akt - und plötzlich finden sich die Vier in einer Art Cybergame ohne Spielregeln: die Jagd ist eröffnet. Die Terroristen haben die komplette CyberCity unter Kontrolle und jede Menge fieser Fallen aufgebaut - sämtliche Avatare, die sich an dem Abend in die virtuelle Stadt begeben haben, sind nun die Geiseln der R.A.T.s, und der Rückweg in die reale Welt ist versperrt. Doch was will die Gruppe der Technologiegegner wirklich? Und wird es den Freunden mit Hilfe von Ned und seinem Vater gelingen, CyberLondon rechtzeitig zu verlassen?

Dies ist bereits der fünfte Band der CyberWorld-Reihe, und wieder hat sich Nadine Erdmann etwas ganz Besonderes ausgedacht: eine komplette virtuelle Stadt, die Sightseeing vollkommen neu definiert, das hat schon etwas. Aber natürlich geht es hier in erster Linie wieder um die Abenteuer, die diesmal alleine Jamie, Jemma, Zack und Will in CyberLondon bestehen müssen. Die anderen beiden 17Jährigen, Charlie und Ned, haben an dem Abend andere Pläne, doch als der Terrorakt bekannt wird, versuchen sie alles, um ihren vier in der CyberWorld gefangenen Freunden zu helfen.

Actionlastig ist dieser fünfte Teil der Reihe, und tatsächlich gönnt die Autorin ihren Helden - und dem Leser - kaum einmal eine Atempause. Dabei sind die in CyberLondon lauernden Gefahren abwechslungsreich und überraschend, und gekonnt spielt Nadine Erdmann hier auch mit den Ängsten der Leser. Doch neben Action und Spannung spielen auch wieder Themen wie Freundschaft und Liebe, Ängste und Wut, Trauer und Verletzlichkeit eine große Rolle, und dies alles in einer angemessenen Dosierung. Diese gelungene Mischung sorgt zusammen mit dem wieder einmal flüssigen Schreibstil dafür, dass man das eBook kaum einmal aus der Hand legen möchte. Seit langem kam ich so wieder mal zu einer halb durchlesenen Nacht...

Sehr gelungen fand ich den ständigen Perspektivwechsel zwischen den Abenteuern in der CyberWorld und dem Geschehen in der realen Welt, in der sich fieberhaft bemüht wird, den Terrorakt zu beenden und die tausenden von Geiseln zu retten. Gerade auchdie Wechselwirkung zwischen den beiden Welten hat Nadine Erdmann überaus glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Gut gefallen hat mir ebenfalls, dass in dieser Folge auch einmal die Kehrseite der Medaille beleuchtet wird - die möglichen Gefahren und Nachteile, die solch eine erweiterete Technologie wie die CyberWorld mit sich bringen kann. Bei aller Begeisterung, die die technischen Errungenschaften so mit sich bringen, wird hier doch deutlich, dass man nicht alles kritik- und gedankenlos hinnehmen kann und darf, und dass mit den zunehmenden Möglichkeiten auch das Gefahrenpotenzial steigt.

Doch sind diese Themen nicht der Schwerpunkt der Handlung - es erwarten den Leser also keine philosophischen Grübeleien - sie sind vielmehr einfach der notwendige Hintergrund für ein überaus spannendes Jugendbuch mit authentischen und sympathischen Charakteren, die man am Ende gar nicht gerne ziehen lässt. Zum Glück erwarten uns noch Band 6 und 7 - ich bin gespannt!

Wer die Reihe noch nicht kennt: Lesen!


© Parden

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Tags: action, buchreihe, cyberlondon, cyberworld, familie, freundschaft, gefahren der technik, jugendbuch, london, terror, terroristen   (11)
 

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freundschaft, meer, geheimnisse, südsee, liebe

Das Haus, das in den Wellen verschwand

Lucy Clarke , Claudia Franz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2016
ISBN 9783492060295
Genre: Romane

Rezension:

MITTEN IM OZEAN IN EINER MONDLOSEN NACHT...

Lana und ihre beste Freundin Kitty wagen das große Abenteuer und verlassen ihre Heimat England, um auf Weltreise zu gehen. Unterwegs treffen sie auf eine Gruppe junger Backpacker, die mit ihrer Jacht von den Philippinen nach Neuseeland segelt. Schnell werden die beiden Mädchen Teil der Crew, und es beginnt eine aufregende Zeit vor der traumhaften Kulisse der Südsee. Als plötzlich ein Crewmitglied mitten auf dem Ozean spurlos verschwindet, merken die Freundinnen jedoch, dass an Bord nichts ist, wie es scheint. Nach und nach kommen die Gründe ans Licht, weshalb ihre Mitreisenden die Fahrt wirklich angetreten haben …

Die Ereignisse werden aus der Sicht der jungen Malerin Lana geschildert. Dabei wechselt die zeitliche Ebene immer wieder zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, wobei diese Verzahnung der Zeitebenen einen gelungenen Schachzug darstellt. Fragezeichen entstehen sowohl im 'Damals' als auch im 'Jetzt', denn zu Beginn der Erzählung ahnt der Hörer in keinster Weise, worum es hier eigentlich geht. Scheibchen für Scheibchen erfährt er mehr über die Hintergründe, und doch gibt es immer wieder überraschende Wendungen, die die Geschehnisse in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

Im 'Damals' segelt Lana mit ihrer besten Freundin Kitty und einigen anderen jungen Männern und Frauen mit der Yacht 'The Blue' in der Südsee von Insel zu Insel, und sie genießt das Leben in vollen Zügen: Sonne, Meer und Freiheit, solange das Geld reicht. Entscheidungen an Bord werden demokratisch gefällt, anfallende Arbeiten werden gerecht aufgeteilt, und eigentlich herrschen hier paradiesische Zustände. Und doch fällt ein tiefer Schatten auf das Paradies, als eines Tages eines der Crewmitglieder spurlos verschwindet, mitten auf dem Ozean. Lana ist entsetzt über das Verschwinden, noch entsetzter allerdings über die Reaktion der übrigen Mitreisenden. Sie wollen das Fehlen des Crewmitglieds den Behörden gegenüber verschweigen. Was ist da wirklich geschehen - und wer hat da etwas zu verbergen? Das Misstrauen wächst, und Lana muss eine Entscheidung treffen...

Im 'Jetzt' befindet sich Lana in Neuseeland und wartet auf die Ankunft der Yacht 'The Blue', als sie im Radio die Nachricht hört, dass diese vor der Küste gesunken sein soll. Was ist geschehen? Und was ist mit der Besatzung? Ist Kitty noch am Leben - und was ist mit den anderen? Lana steht große Ängste aus und verfolgt die dramatische Suche nach den Vermissten. Dabei wird sie von ihren Erinnerungen an ihre eigene Reise mit der Segelyacht und den anderen Bordmitgliedern eingeholt, und zunehmend nähert sich so die Vergangenheit der Gegenwart an.

Einiges war etwas vorhersehbar, manche Passagen empfand ich auch als langatmig. Doch insgesamt ist dies ein Roman, wo die latente Spannung meistens präsent ist und die überraschenden Wendungen zwischendurch für neuen Schwung sorgen. Die Charaktere offenbaren sich hier nur in dem Maße, wie sie sich Lana gegenüber geöffnet haben - und da ist beileibe nicht alles so, wie es sich zu Beginn präsentiert. Selbst der Epilog hält noch eine Überraschung bereit, die mir fast noch die Tränen in die Augen trieb.

Ein Roman, der eigentlich besser in den Sommer passt - der aber auch in den dunklen Wintermonaten nett zu lesen ist...


© Parden

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