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110 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

science fiction, bluescreen, zukunft, jugendbuch, dan wells

Bluescreen

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492280211
Genre: Fantasy

Rezension:

INHALT
Ständige Vernetzung durch ein Implantant im Kopf macht die Menschen in der Mitte des 21. Jahrhunderts abhängig von ihren sogenannten Djinnis. Die wenigsten haben lediglich ein gewöhnliches Handy und müssen auf altmodische Weise durch Los Angeles kommen - was nicht immer ganz einfach ist. Aber ein Leben als "Dinosaurier" hat auch seine Vorteile, denn so schafft man es dem neuen Feind im Netz zu entkommen.

MEINUNG
Bereits heutzutage sind wir permanent erreichbar. Das Smartphone als ständiger Begleiter gibt uns bereits jetzt nicht mehr frei. Bluescreen treibt es noch ein Stückchen weiter, denn durch Implantate im Kopf ist man nun wirklich 24 Stunden online. Völlige Überwachung und Abhängigkeit sind dadurch natürlich vorprogrammiert. Zwar scheint diese Vorstellung absurd, aber fernab der Realität ist diese Zukunftsvision keineswegs. Bereits jetzt werden durch Google Glass und Co. Schritte in diese Richtung gemacht.

"Die reale Welt. Sie war seit einer ganzen Weile nicht mehr hier gewesen." ~ S. 18
Anders als vielleicht erwartet geht es in Bluescreen nicht um Überwachung, aber die Technik birgt dennoch viele Gefahren. Eine neue Droge ist auf dem Markt erschienen, die damit wirbt virenfrei zu sein. Natürlich kommt es anders als angepriesen, denn selbst in der Zukunft ist keine Droge ohne Risiko. Neben den Menschen müssen Haustiere auch wahnsinnig vorsichtig sein. Wenn man nicht aufpasst, fallen unschuldige Katzen der modernen Technik zum Opfer und werden von Kleidungsrobotern in die Waschmaschine geworfen. Haustiere leben in der Zukunft unglaublich gefährlich.

"Die Welt drehte durch." ~ S. 305
Die Geschichte hat mir echt gut gefallen und die Charaktere waren durchweg greifbar. Marisa ist eine taffe Protagonistin, die nicht vom Außenseiter zur beliebten Heldin wird. Somit sind wir einem Klischee aus der Jugendbuchwelt glücklicherweise entkommen. Ich habe Marisa ihre Entscheidungen stets abgekaut und ihr fehlende Naivität war eine willkommene Abwechslung. Ihre Freundinnen sind mir ebenfalls sympathisch gewesen, obwohl ich mit Sahara nicht befreundet sein könnte mit ihrem Drang jeden ihrer Schritte zu filmen und ständig live zu sein. Bei ihr musste ich aber direkt an meine Grundschulzeit denken, da eine meiner ehemaligen Mitschülerinnen ebenfalls Sahara heißt. Diese Schreibweise war für mich damals total ungewöhnlich, weil sie schlichtweg Sarah ausgesprochen wurde. Irgendwie hat es mir gefallen diese Schreibweise hier wiederzuentdecken.

"Warum hatte sie sich so viele Gedanken über ihr Aussehen in der realen Welt gemacht, wenn sie ihre Zeit in dieser perfekten virtuellen Welt verbringen wollten?" ~ S. 173
Wie süß waren eigentlich die Nulis? Kleine Roboter, die ich mir automatisch wie R2D2 oder BB-8 vorstellen musste. Einfach Zucker. Besonders die kleinen Fensterputzernulis habe ich irgendwie gefeiert. Auch super gefallen hat mir die Wandlung der Love Interest. Aber hier kann ich nicht allzu viel verraten ohne zu spoilern. Also müsst ihr euch am besten selbst überzeugen und mir hinterher erzählen, ob ihr genauso überzeugt davon wart. Und auch, dass anders als ich erwartet hatte, Bao am Ende nicht den Platz als Love Interest übernommen hat.

"Wenn gar nichts mehr geht, spielen wir verrückt." ~ S. 12
Ich muss gestehen, dass hier viele Elemente aus anderen Büchern bzw. Serien oder Filmen übernommen wurden. Somit wirkt die Geschichte nicht ganz so originiell wie es zunächst den Anschein hat. Dennoch hat mir der Plot gut gefallen und auch wenn es eher ein Zusammenschluss bereits bekannter Themen war, war die Umsetzung für mich ganz nett. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass gerade Gamer sich mit der Geschichte nicht identifizieren können. Und jetzt mal im ernst. Zombies?

FAZIT 
Ich hatte Spaß beim Lesen. Die Geschichte ist schnelllebig,  informativ und spannend. Durch sympathische Charaktere hat mich der Wiedererkennugswert von Elementen aus anderen Medien nicht gestört. Dan Wells hat eine für mich realistische Zukunftsversion erschaffen.

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Tags: jugendbuch, science fiction   (2)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

zeitreisen, magical realism‎, science-fiction, liebe, kentucky

The Love That Split the World

Emily Henry
E-Buch Text: 396 Seiten
Erschienen bei Razorbill, 26.01.2016
ISBN 9780698408159
Genre: Sonstiges

Rezension:

PLOT
Two worlds joined through one fatal mistake. As a child Natalie survived a tragic car accident, which is hold as the reason for her nightmares and visions she had as a child as a form of post traumatic stress disorder. These fade with time and Natalie is feeling better and planning her life after graduation. But things suddenly change and her visions are back. Momentarily glimpses change her front door from being green to red, buildings are missing and others suddenly surface. In the next moment her whole town disappears for hours making room for rolling hills and grazing buffalo.
Natalie does not know what is wrong with her, but then Beau appears and they share an instant connection. Together they try to find answers and make sense of the happenings.

OPINION
At first I was perplexed what I got myself into. It seemed to me that the author put her religious beliefs in the foreground and tried to proselytize (or confirm ones beliefs). I was raised catholic and even went to a catholic school, but the first time I really felt people want to convert others to believe in their views was my semester abroad at university in Arkansas. Everybody was super religious and at the same time hypocritical, but everyone tried to make it look cool to believe in God (their way) and if you did not, well, you were not worthy to talk to them - and if you did they tried to sneak their beliefs into the conversation. And that was what I felt with the first chapters of the book - not my kinda thing.

"It's about the cost of love. To grow up is to love. To love is to die." ~ p. 243
Luckily the religious conversion was dropped and an interesting story unfolds. A story of time travel and parallel universes emerges in a wonderfully-written way. I really enjoyed Natalie's character as she is strong and not bitchy at all. She tries to figure out what happened to her and in a way she helps herself to find the truth. The book even has feminism in it, which is rare in YA novels - I am not much for the modern feminists who just want to, well, disagree - in this case the feminism is there, but it is not totally in your face. I liked that. We even have diversity, which does not seem to be incorporated, because it is hip and the author tried to bypass the bawlers that cry for diversity. Natalie is is a Native American character and through her we learn about fascinating Native American history and stories.

"But until I can figure out my own place in all of this, I want to hear other people's stories. Knowing stories that have been around forever and have almost been lost a hundred times already, it feels important." ~ p. 111
However, to the end it seemed just too many elements evolved. Next to the above mentioned we have adoption, mental health and pyschology, coma, and instant love. I got to admit that the instant love was actually well written, even though I am not a fan of it. Due to the background stories of Natalie and Beau it seemed plausible and I believed them, but there generates just so much around their love, which I did not enjoy as much. Love at first sight - okay, I get it. But do they really need to forget everything around them and simply their love counts? No, just no. Additionally, the story is full of tiresome info dumping. Some explanations just went on and on and on and on without giving much insight. I just got frustrated after awhile.

How did I get hold of my copy? It was included in the february owlcrate.
Why did I read the book? Too minimize my to be read pile and it seemed like a nice love story with science fiction elements.
CONCLUSION
A unique story, which was well-written at times. However, the story was too crowded because of incorporating dozens of different elements. The book left me with mixed feelings, because it was brilliant and shitty at the same time. I just don't know how to feel about it.

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(28)

63 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

tagebuch, humor, alter, hendrik groen, seni

Eierlikörtage

Hendrik Groen , Wibke Kuhn
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2016
ISBN 9783492058087
Genre: Romane

Rezension:

INHALT
Hendrik Groen ist alt, aber nicht tot. Sein Leben im Seniorenheim langweilt ihn und er möchte endlich etwas erleben - bevor es zu spät ist. Gemeinsam mit neuen und alten Freunden erlebt er ein für ihn durchaus spannendes Jahr jenseits von Kaffeetafeln. Einfach nur dahinvegetieren kommt für ihn nicht in Frage. Sein Tagebuch soll ihm dabei helfen endlich mal alles rauszulassen und einen ungeschönten Blick auf das Leben eines Rentner liefern. Erfahrungen mitten aus der Realität

MEINUNG
In den Niederlanden war das geheime Tagebuch von Hendrik Groen ein Überraschungserfolg. Jetzt hat es Hendriks Leben zu Recht über die Grenze geschafft. Peter de Smet hat unter seinem Pseudonym eine realistische Welt geschaffen, die einem viel über das Altwerden nachdenken lässt. Zwar habe ich noch eine ganze Weile Zeit bis zu meinem 84. Geburtstag, aber dennoch musste ich sofort darüber nachdenken wie es später mal um Seniorenheime bestellt sein könnte. Die derzeitigen Zustände in niederländischen Seniorenheimen werden kritisch beäugt und der Umschwung zum Pflegeheim zum Thema gemacht. Allgemein werden häufig gesellschaftskritische Themen angesprochen und gerne mit Humor gepaart. Mich hat Hendriks trockene Art ständig zum Schmunzeln gebracht.

"Auch im neuen Jahr hab ich für Senioren nichts übrig. Dieses Geschlurfe hinter Rollatoren, diese völlig deplatzierte Ungeduld, dieses ewige Gejammer, diese Kekse zum Tee, dieses Geseufze und Gestöhne." ~ S. 5
Ich liebe Sarkasmus und Witze dürfen gerne nicht sofort ersichtlich sein. Hendrik hat die perfekte Mischung zwischen Kritik und Humor getroffen und mich sofort in seinen Bann gezogen. Zwar habe ich es ein wenig vermisst herzhaft zu lachen, aber Schmunzeln musste ich ständig. In einem Seniorenheim ist der Tod natürlich ein ständiger Begleiter, wodurch es nicht nur lustig zu ging. Hendriks Tagebuch erfasst ebenfalls traurige Momente, aber gerade das macht den Charme des Buches aus. Es wird eben nicht nur Friede, Freude und Eierkuchen geliefert, sondern ein schonungslos ehrlicher Blick auf das Leben im Alter. Vielleicht sollten mehr Jugendliche zu diesem Buch greifen, um den verlorenen Respekt vor dem Alter zurückzuerlangen.

"Auch wenn das ein bisschen seltsam ist, denn es wird hier ja nicht besser, weil es anderswo schlechter ist. Als ob man auch noch dankbar sein müsste, wenn man nicht drei Tage am Stück in seiner vollgeschissenen Windel liegt." ~ S. 113
Hendrik und seine Freunde hätten es auf jeden Fall verdient. Sie mischen den tristen Alltag nochmal so richtig auf, denn an Langeweile sind sie nicht interessiert. Besonders Evert hat eine rebellische Ader und Hendrik beneidet seinen Freund darum nur allzu oft. Aber auch die anderen Senioren des Clubs Alanito (Alt-aber-nicht-tot) haben es Faust dick hinter den Ohren. Eine sympathische Gruppe, deren Lebensfreude sie voll ausleben - auch wenn die Unternehmungen altersgerecht sind. Die weiteren Charaktere mit kleineren Nebenrollen sind ebenfalls spannend dargelegt. Man erfährt überraschende Details aus vielerlei Leben.

"Entschuldigen Sie, dass ich diese Sache ein bisschen grob schildere, aber ich kann die Wirklichkeit nicht anders machen, als sie ist: traurig, hart und gleichzeitig zum Lachen." ~ S. 406
Ein wenig vermisst habe ich den Eierlikör als Titelgeber, aber dieser musste Platz für Weißwein, Rotwein, Bier und härtere Spirituosen machen. Holla die Waldfee, an Alkohol sparen die Senioren wahrlich nicht. Vermutlich sollte der viele Alkohol den trockenen Humor runterspülen, damit dieser nicht im Halse stecken bleibt. Hat funktioniert. Mich konnte Hendriks Leben auf jeden Fall begeistern. Die Probleme des Alterns wurden witzig dargestellt, aber auch vor traurigen Momenten wurde nicht halt gemacht. Eine tolle Mischung.

Wie habe ich das Buch erhalten? Für meinen Sponsored Post zum WhatsApp-Gewinnspiel vom Piper Verlag habe ich ein Exemplar erhalten, welches ich verlost habe. Meine Neugierde ist aber so groß gewesen, dass ich mir selbst auch eine Ausgabe von Hendriks Tagebuch gegönnt habe.
Warum habe ich das Buch gelesen? Aufmerksam geworden bin ich durch das oben erwähnte Gewinnspiel. Ich wollte mehr über Hendrik erfahren. Für jemanden, der so neugierig ist wie ich, ist ein geheimes Tagebuch geradezu perfekt.
FAZIT
Mich konnte Hendriks Leben auf jeden Fall begeistern. Die Probleme des Alterns wurden witzig dargestellt, aber auch vor traurigen Momenten wurde nicht halt gemacht. Eine leichte und unterhaltsame Lektüre für alle die trockenen Humor zu schätzen wissen, aber auch von berührenden Momenten nicht abgeschreckt sind. 

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Tags: piper, tagebuch   (2)
 

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(275)

807 Bibliotheken, 28 Leser, 2 Gruppen, 174 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, flawed, fehlerhaft, cecelia ahern

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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62 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

krimi, liebesroman, new york, liebe, jugendbuch

Kiss & Crime - Küss mich bei Tiffany

Eva Völler
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.09.2016
ISBN 9783846600320
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Eine ganz besondere Überraschung wartet auf Pascal. Für ihn geht es nicht nur gemeinsam mit Sarah zu einer beruflichen Tagung nach New York, sondern die beiden werden von Emmy und Oma Gerti begleitet. Doch bereits im Flieger lässt sich erahnen, dass es turbulent werden wird. Die vier treffen auf den Filmemacher Dicky, der einen Hang zur Dramatik hat und den Ärger momentan noch stärker anzieht als Emmy selbst.
 
MEINUNG
Ich habe mich riesig auf den zweiten Teil gefreut, denn mit dem ersten Band verbinde ich wundervolle Erinnerungen und noch wundervollere Menschen. Die Fortsetzung spielt in New York City und somit waren ähnlich Voraussetzungen gegeben wie zuvor. Ich konnte die Rhön als Schauplatz im echten Leben vor dem Lesen kennenlernen und auch New York City habe ich bereits zweimal bereist. Zwar habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht als Emmy und der Rest der Bande, aber viele der typischen Touristenspots kenne ich aus erster Hand. So versprach es auch dieses Mal ein ganz besonderes Lesegefühl zu geben.

"Also auf ins Abenteuer" ~ S. 56 


Der Schreibstil ist wie bereits im ersten Band sehr einfach gehalten und durch kurze Sätze geprägt. Also perfekt für die Zielgruppe gewählt und für ein Jugendbuch durchaus passend gestaltet. Durch die Wahl der Ich-Perspektive lernt man Emily am besten kennen, da man in ihre Gefühlswelt eintaucht. Zwischendurch wechselt die Erzählperspektive und der Leser erhält kurze Einblicke in ein bisher unveröffentlichtes Drehbuch, welches die Geschehnisse aufgreift. Außerdem schreibt der Drehbuchautor zwischendurch seiner Verlobten Emails, um sie von seinen dubiosen Erlebnissen sofort in Kenntnis zu setzen. Somit war Raum für ein wenig Abwechselung in der Geschichte und ein toller Rahmen für einen spannenden Krimi geliefert.

Leider schwächelt der zweite Band der Kiss & Crime Reihe für mich inhaltlich gewaltig. Zu viele Szenen drehten sich darum, dass Emmy und Pascal keine Zeit für sich hatten und immer unterbrochen wurden kurz bevor es heiß herging. Zu Beginn war es vielleicht ganz witzig, aber irgendwann war es einfach nur noch schlechter Slapstick, der mir das Lesevergnügen verdorben hat. Allgemein war die Geschichte sehr unrealistisch und nach einer Weile konnte man nicht mehr darüber hinwegsehen. Allein die Tatsache, dass sich die altbekannte Gruppe trotz ihrer Vorgeschichte und Ausbildung von einem exzentrischen Holländer in ein Luxushotel einladen lassen, obwohl eigentlich niemand ein gutes Gefühl bei der Sache hat. Aber was ist schon ein wenig Gefahr, wenn man dafür in einer Suite mitten in Manhattan übernachten kann? Klingt total nachvollziehbar. Darüber hätte ich sogar noch hinweg sehen können, aber die Kleinigkeiten häuften sich, sodass die ganze Geschichte an Glaubwürdigkeit verloren hat. Besonders gestört hat mich, dass der Drehbuchautor Dicky unglaublich paranoid ist und sogar sein Handy in den Kühlschrank legt, um ja nicht abgehört zu werden. Gleichzeitig schreibt er jedoch Emails voller Details illegaler Geschäfte an seine Verlobte. Passt für mich irgendwie nicht zu seinem Hang zur Paranoia.

"Du bist nicht dämlich. Nur manchmal ein bisschen zu impulsiv." ~ S. 253 
 
Wo der erste Teil noch durch Humor und rührende Szenen punkten konnte, gab es im zweiten Teil misslungenen Slapstick und schlechte Lügen. Pop-kulturelle Referenzen reihten sich am Anfang nebeneinander. So kam es, dass ich den indischen Chauffeur namens Ranjid irgendwie nicht lustig finden konnte, trotz der Anspielung auf "How I Met Your Mother". Die Charaktere konnten mich leider auch nicht wirklich überzeugen. Emmy war bereits im ersten Teil ein wenig naiver und in der Fortsetzung scheint sie den letzten Funken Verstand verloren zu haben. Sie ging mir ständig auf die Nerven mit ihren miesen Entscheidungen. Pascal, der mir im ersten Band noch sehr sympathisch war, hat stark eingebüßt durch seine ständigen Bewunderungsbekundungen für Emily, die jeglicher Kreativität fehlten. Ich hätte eine Strichliste für dieses dauernde "Hab' ich dir eigentlich heute schon gesagt wie süß du bist" führen sollen - und wenn ich schon einmal dabei bin füge ich direkt Emmys "Bei Tiffanys gibt es eine ganze Etage mit Verlobungsringen" hinzu. Bingo! Oma Gerti hatte mir auch zu viel Screentime (gibt es da ein buchiges Synonym?). Im ersten Band waren ihre Auftritte noch eines meiner Highlights, aber das es vielen so ging scheint auch Eva Völler mitbekommen zu haben. Ihre auflockernde Art wurde bis auf das äußerste herausgequetscht und schon war es nichts besonderes mehr, sondern einfach nur noch anstrengend. Einzig Sarah war mir weiterhin sympathisch und ich bin froh, dass sie eine etwas wichtigere Rolle als im ersten Band eingenommen hat.

"Da bekommt man perfekte Cocktails und hat einen traumhaften Blick auf die St. Patrick's Cathedral." ~ S. 272 

Positiv herausstellen kann ich auch noch die Beschreibungen Manhattans. Ich habe mich wirklich ein wenig in diese Großstadt zurückversetzt gefühlt. Falls es mich noch einmal dort hin verschlagen sollte, konnte mir der Roman von Eva Völler sogar wunderbare Ausflugstipps geben, die ich sonst nicht auf dem Plan gehabt hätte. Ich werde ein paar der weniger bekannten Sightseeing-Tipps auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.

FAZIT
Wo der erste Teil noch durch Humor und rührende Szenen punkten konnte, gab es im zweiten Teil misslungenen Slapstick und schlechte Lügen. Der zweite Band war für mich doch etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Überzeugen konnte er mich nicht, obwohl ich es wirklich versucht habe.

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Tags: jugendbuch, krimi, liebesroman, trilogie   (4)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

graphicnove, mang

Stille Wasser

Kan Takahama
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.03.2016
ISBN 9783551734402
Genre: Comics

Rezension:

INHALT
In acht Episoden werden die unterschiedlichsten Liebesgeschichten und Schicksalsschläge eröffnet. Ein Mann, der sich von einer Minderjährigen um den Finger wickeln lässt; der Ehebrecher, der sein Glück im Schoß einer anderen erhofft; die Eltern, deren Liebe erloschen ist; zwei Liebende, die sich eine Auszeit im Hotel gönnen. Die aus dem Leben gegriffenen Geschichte sind so unterschiedlich wie ihre Darsteller.

MEINUNG
Mein Graphic Novel Debüt ist auch das Debüt Kan Takahamas auf dem deutschen Markt. Die junge Mangaka hat zwar bereits andere Kurzgeschichten veröffentlicht, aber Stille Wasser ist ihr erstes Werk, das für den deutschen Markt übersetzt wurde. Gut gefallen hat mir, dass Manganeulinge direkt in die Leseart eingeführt werden. Zwar war mir bewusst, dass Mangas von hinten nach vorne gelesen werden, aber ich war im ersten Moment ein wenig verzweifelt, da ich nicht wusste ob ich auf der jeweiligen Seite oben oder unten, links oder rechts beginne. Sobald man das Buch falsch öffnet, gibt es eine kurze Einleitung und ich wusste, dass man rechts oben beginnen soll. Zwischendurch habe ich ein paar der Sprechblasen in der falschen Reihenfolge gelesen, aber irgendwann hatte ich den Dreh raus.

Durch das Cover und den Titel hatte ich irgendwie eine schöne Liebesgeschichte erwartet, die in einem kleinen Örtchen an einem See spielt. Eine Geschichte hinter der mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat. Stille Wasser sind bekanntlich tief und somit habe ich mich auch auf eine etwas tiefgründigere Geschichte eingestellt. Die einzelnen Episoden hingegen sind jedoch sehr oberflächlich und haben mich oftmals verwirrt zurückgelassen. Häufig gab es abrupte Sprünge in der Zeitabfolge und im Inhalt. Auch die Enden der einzelnen Episoden waren nicht immer optimal gewählt. Aneinandergereihte Fragmente mit sprunghaften Szenen machen für mich keine gelungene Geschichte aus. Vielleicht erwarte ich zu viel, aber für mich müssen auch illustrierte Geschichten lückenlos sein. Dennoch mag der Titel Stille Wasser gut gewählt sein, denn die Mangaka gibt dem Leser keine Wertung der einzelnen Fragmente vor. Sie selbst bleibt still und überlest dem Leser sein eigenes Urteil.

Der Zeichenstil konnte mich ebenfalls nicht mitreißen. Hier wurde vieles lediglich skizziert und die Zeichnungen wirkten ein wenig blass. Der schwarze Rahmen stellte einen netten Kontrast dar, aber vielleicht hätte dieser mich darauf vorbereiten sollen, was mich erwartete. Kühle und Nüchternheit treffen einfach nicht meinen Geschmack. Emotionslose Darstellungen diverser Liebesbeziehungen passen nicht in mein Beuteschema und beim Lesen machte sich bei mir regelrecht Unlust breit. Stille Wasser kann ich jedem Empfehlen, der auf distanzierte Darstellungen und nüchterne Betrachtung von Liebesbeziehungen steht. Mich persönlich konnten die bruchstückhaften Auszüge leider nicht innerlich bewegen. Ich hätte mich gefreut, wenn es Tiefen gegeben hätte, die es zu ergründen gilt.

Wie habe ich das Buch erhalten? Auf der Leipziger Buchmesse hatte ich beim Carlsen Bloggertreffen Glück und ein Buchpaket gewonnen. Unter anderem war auch meine erste Graphic Novel enthalten. Warum habe ich das Buch gelesen? Etwas Neues auszuprobieren passt zu meinem Blogkonzept. Anpassung zeigen und auch neuen Büchern eine Chance geben. Ob das Experiment glückt sei dahingestellt.
FAZIT
Mein Versuch in die Welt der Graphic Novels Platz zu finden ist leider gescheitert. Ich konnte nicht wirklich etwas für den Zeichenstil abgewinnen und mir waren die Geschichten einfach zu oberflächlich und sprunghaft. Vermutlich war Stille Wasser einfach der falsche Einstieg und eine andere Graphic Novel hätte mich eher überzeugen können. Irgendwann wird es sicherlich einen neuen Versuch geben.

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Tags: graphicnove, mang   (2)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

pinguin, biographie, südamerika, tom michell, tier

Der Pinguin meines Lebens

Tom Michell , Lisa Kögeböhn
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.06.2016
ISBN 9783596036028
Genre: Biografien

Rezension:

INHALT
Der Brite Tom Michell hat sich mit Anfang 20 für die Zeit seines Lebens entschieden. Als Internatslehrer zieht er nach Argentinien und kümmert sich dort um die jungen Schüler. In den Ferien auf der faulen Haut sitzen kommt nicht in Frage. Stattdessen lebt er seine Abenteuerlust aus und bereist den Kontinent der Gegensätze, um seine neue Wahlheimat Südamerika zu entdecken. Diese Entscheidung ist ein Wagnis in doppelter Hinsicht, denn die 70er Jahre sind geprägt von Putsch, Inflation und Chaos. Doch Toms größte Herausforderung steht noch vor ihm, als er einen kleinen Pinguin in Uruguay vor dem sicheren Tod rettet und dieser nicht mehr von seiner Seite weichen möchte. Er hat das Abenteuer gesucht und mit Juan Salvador gefunden.

MEINUNG  
Eine leichte Geschichte, die jedoch viele Motive näher betrachtet. Mein Fernweh wurde durch Tom Michell weiter gestärkt und teilweise bereue ich es, dass ich nicht wie er in den 70ern die unberührte Natur fernab der Touristenmassen bestaunen konnte. Er entdeckt ihm eine unbekannte Kultur und seine Neugierde lässt ihn ständig in faszinierende Situationen geraten. Diese Erfahrungen fernab des Bekannten lassen ihn Reifen und somit ist - neben der Wanderlust - das Erwachsenwerden ein großes Thema. Natürlich trägt auch die Fürsorge für den Pinguin Juan Salvador zur Entwicklung bei, da Tom nun nicht mehr sich selbst an erster Stelle sieht, sondern das beste für seinen neuen Freund möchte. Viele Menschen in seinem Leben stehen im dabei zur Seite und unterstützen Tom und Juan Salvador tatkräftig.

"Auf einmal begann ich, inständig zu hoffen, dass der Pinguin überleben würde, denn nun hat er einen Namen: Sein Name war Juan Salvador Pingüino, und mit diesem Namen entstand eine wilde Hoffnung und eine enge Verbundenheit, die ein Leben lang halten sollte." ~ S. 44
Das wichtigste Motiv ist aber natürlich die Liebe zwischen Mensch und Tier; die ungewöhnliche Freundschaft und die Bereitschaft alles zu geben. Ihre Erlebnisse haben großen Einfluss auf die Beziehung der beiden Protagonisten Tom Michell und Juan Salvador, aber auch zahlreiche Nebendarsteller bleiben vom kleinen Pinguin nicht unberührt. In einer wunderbar unterhaltsamen Art und Weise erzählt Tom von seinen Schwierigkeiten mit dem Pinguin und wie er langsam begonnen hat die Gestik Juan Salvadors zu lesen. Im Buch selbst verleiht Tom Michell Juan Salvador eine Stimme. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass Juan Salvador anthropomorph ist, sondern sich Tom Michell lediglich eine mögliche Antwort in Gedanken ausmalt. Der Erzählstil ist unter anderem dadurch geprägt von Witz und hat jede Menge Charme. In Anbetracht, dass Tom Michell hier eine Phase seines Lebens beschreibt, die er in seiner Jugend erlebt hat und eigentlich kein Autor ist, hat er es dennoch mit einer angenehmen Leichtigkeit geschafft ein berührendes Buch zu verfassen. Man spürt regelrecht die Liebe, die Tom Michell für Juan Salvador empfunden hat und sicherlich immer noch empfindet.

"Mit einer Mischung aus Geringschätzung und Ekel sah sie mich an, doch ich konnte es ihr unmöglich erklären. Was hätte ich auch sagen sollen: 'Schau mich nicht so an, das ist der Pinguin!'?" ~ S.62 
Beim Lesen erfährt man vieles über Südamerika und den Aufschwung in Argentinien in den 70er Jahren. Auch das Verhalten von Pinguinen wird dem Leser näher gebracht. Dieses Wissen musste sich Tom hart erarbeiten, denn in einer Zeit ohne Google war es nicht so einfach Informationen über artgerechte Pinguinhaltung zu erhalten. Abgerundet wird das Buch mit liebevollen Skizzen zwischen den Kapiteln. Diese zeigen Juan Salvador in verschiedenen Situationen seines Lebens.

Wie habe ich das Buch erhalten? Als Teil des Fischer Leseclubs aud Lovelybooks, durfte ich mir für meine aktive Teilnahme im Juni eines von vier Büchern aussuchen. Meine Wahl ist auf Der Pinguin meines Lebens gefallen. Warum habe ich das Buch gelesen? Im Prüfungsstress entschied ich mich für ein kurzes Buch und bin von einer herzerwärmenden Geschichte positiv überrascht worden.
FAZIT
Ein wunderbares Wohlfühlbuch, dass durch Charme und Humor für schöne Lesestunden sorgt. Das Buch bietet mehr als ich erwartet habe. Es ist nicht nur eine reine Unterhaltungslektüre, sondern liefert Allgemeinwissen und interessante Einsichten in vielerlei Themen. Die Informationen werden auf eine grandiose Art dargelegt, sodass ich eigentlich dauerhaft zum Schmunzeln angeregt wurde.

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Tags: biografischer roman, biographie, pinguin, wohlfühlbuch   (4)
 

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(302)

817 Bibliotheken, 52 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

gläsernes schwert, victoria aveyard, dystopie, fantasy, cal

Gläsernes Schwert

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.07.2016
ISBN 9783551583277
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Mare und Cal sind dem Tod knapp entkommen, aber die nächste Herausforderung wartet nicht lange auf die beiden. Gemeinsam mit Mitgliedern der Scharlachroten Garde müssen sie dem grausamen König Maven zuvorkommen und unschuldige Neublüter retten. Um Rote zu retten, die genauso wie Mare auch Silberne sind, setzt sie ihre eigene Sicherheit aufs Spiel.

MEINUNG
Wieder erleben wir die Geschehnisse aus Mares Perspektive und haben so den vollen Einblick in ihre Gefühlswelt. Die erste Szene fügt sich nahtlos an den ersten Band an, sodass wir mitten im Geschehen einsteigen. Zwischendurch werden Vorkommnisse aus dem ersten Band erwähnt und auch grob erläutert. Man ist also nicht völlig verloren, wenn  man den ersten Band nicht kennt oder dieser bereits längere Zeit zurück liegt, aber es fehlt einem schon einiges an Hintergrundwissen. Einen Einstieg mitten in der Reihe kann ich also nicht empfehlen.

"Mare aus Stilts starb an dem Tag, an dem sie auf ein Blitzschild fiel. Mareena, die lange verschollene Prinzessin, starb in der Knochenarena" ~ S.48
Der Schreibstil hat mir ein wenig besser gefallen als noch im ersten Teil. Die Erfahrung durch die erste Veröffentlichung kamen Victoria Aveyard auf jeden Fall zu gute. Die Übersetzerin ist die gleiche wie noch zu Band 1 und auch hier hat diese wieder tolle Arbeit geleistet. Allerdings stolpert man immer wieder über Tippfehler und sonstige Flüchtigkeitsfehler, die dem Lesevergnügen einen leichten Beigeschmack geben, da sie sich zu sehr häufen. Man kann eben niemandem vertrauen; dazu zählen auch die zuständigen Korrektoren.

"Wir wirken so schwach, weil wir es so wollen." ~ S. 100 
Um Vertrauen dreht es sich in Mares Welt ständig. Jeder kann jeden verraten ist wahrlich zu ihrem Motto geworden. Selbst Mare hat Geheimnisse. Vor Verrat ist niemand sicher. Gleich zu Beginn ist eine Person Mare in den Rücken gefallen, von der ich es sicherlich nicht erwartet hätte. Hier war ich wirklich geschockt und auch so hatte das Buch wieder einige überraschende Momente parat. Zahlreiche Kämpfe und Schlachten, die nicht nur physischer Natur sind, machen das Buch durchweg spannend. Selbst die ruhigeren Passagen haben mir gut gefallen. Hier hatte ich zuvor Bedenken, da ich von anderen Lesern un Bloggern gehört habe, dass sich besonders die Mitte des Buches wie Kaugummi zieht. Dieses Gefühl hatte ich keineswegs.

"Wenn ich ein Schwert bin, bin ich ein Schwert aus Glas, denn ich fühle, wie ich langsam zerbreche." ~ S. 326
Mir hingegen ist Mare zwischenzeitig enorm auf den Keks gegangen. Allerdings wurden ihre Entscheidungen sofort im Buch selbst kritisiert, sodass diese gewollt waren. Dennoch war sie mir im ersten Band noch sympathischer. Auch Kilorn konnte mich nicht wirklich überzeugen, aber dafür hat Cal mich wie im ersten Band wieder für sich gewonnen. Nur der süße Maven ist nun alles andere als niedlich. Seine Entwicklung ist sehr extrem und macht die Fortsetzung umso reizvoller. Die Bedrohung durch ihn und seine Mutter klingt nicht ab und ständig gibt es neue Hindernisse zu überwinden. Kämpfe lauern jedoch auch in den eigenen Reihen, dadurch ist durchweg Spannung gegeben.


FAZIT
Eine tolle Fortsetzung, die die Spannung durchweg aufrecht erhält, aber mich dennoch nicht ganz so mitreißen konnte wie der erste Teil. Die düstere Spannung wird zwischenzeitig mit Humor aufgelockert, sodass zwischendurch auch gelacht werden kann. Wer von Die rote Königin begeistert war, sollte auf jeden Fall schnell zur Fortsetzung greifen.

@ Das Bücherchamäleon

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Tags: young adult   (1)
 

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(72)

182 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

mythologie, götter, nordische mythologie, rick riordan, magnus chase

Magnus Chase - Das Schwert des Sommers

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2016
ISBN 9783551556684
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Nach dem mysteriösen Tod seiner Mutter, lebt Magnus auf der Straße. Schon früh musste er lernen sich durchzuschlagen; Freund von Feind zu unterscheiden. Als dann ein magischer Feuerriese auftaucht, ist Magnus gezwungen eine Entscheidung zu treffen: sich in Sicherheit bringen oder das Leben hunderter Unschuldiger retten. Seine Entscheidung bringt ihn nach Walhalla, wo er Dinge über sich selbst erfährt, die er nicht für möglich gehalten hätte. Nun liegt es an ihm die Götterdämmerung zu verhindern.

MEINUNG
Es gibt nicht viele Charaktere, die auf den ersten 50 Seiten ihres ersten Romanes sterben. Um ehrlich zu sein, kenne ich sonst keinen. Aber wenn du der Sohn einer nordischen Gottheit bist, dann ist die Reise nach Walhalla mit einer verbitterten Walküre nur der Anfang deines Abenteuers. Übrigens, bevor ihr jetzt denkt, dass ich euch das ganze Buch mit dem Anfang meiner Rezension gespoilert habe: Pustekuchen! Direkt im ersten Satz des Buches verrät Magnus euch bereits selbst sein Schicksal.

"Ich heiße Magnus Chase. Ich bin sechzehn Jahre alt. Ich erzähle euch jetzt die Geschichte, wie mein Leben den Bach runterging, nachdem ich umgebracht worden war." ~ S. 11
Genau wie am Anfang, geht es im gesamten Buch rasant weiter. Die Charaktere schlittern nach dem Lösen einer Aufgabe direkt zur nächsten Herausforderung. Dabei erzählt Magnus die Geschichte dem Leser aus erster Hand; ein wenig sarkastisch, ein wenig nerdig und vielleicht sogar ein wenig makaber. Das alles macht ihn zu einem unglaublich liebenswerten Charakter, dem man seine Einstellung völlig abkauft. Da dies mein erstes Buch von Rick Riordan ist, kann ich nicht wirklich sagen, ob Magnus und Percy sich zu sehr ähneln. Ich für meinen Teil finde, dass Magnus ein großartiger Titelheld ist. Auch die zusammengewürfelte Truppe um Magnus hat mir wunderbar gefallen; alle haben kleine (oder große) Macken. Im Laufe der Geschichte werden Schwächen und Erfahrungen dargelegt, die die Charaktere greifbar machen - sicherlich kann sich der ein oder andere auch identifizieren. Besonders wichtig ist es den Charakteren im Buch gegen den Strom zu schwimmen. Auch wenn das Festhalten an Träumen zur Abgrenzung führt, ist es das manchmal einfach wert. Für Jugendlich natürlich ein wichtiges Thema. Für mich wirkten die Charaktereigenschaften nicht übertrieben und zu gewollt, sondern fügten sich toll in die Geschichte ein. Hier hätte vielleicht sogar einigen Nebencharakteren mehr Aufmerksamkeit zukommen können; besonders die Gegenspieler sind häufig im Sande verlaufen.

"Ich wollte kein Extremfall sein. Ich wollte ein einfacher Fall sein: He, gut gemacht. Du bist ein Held. Nimm dir einen Keks." ~ S. 119
Neben den wunderbaren Charakteren, hat mir gefallen, dass der Titelheld keine unnötige Romanze eingeht. Hier werden den Charakteren keine Liebesgeschichte aufgezwungen, die sowieso völlig unglaubwürdig wären. Eigentlich finden sich im ganzen Buch keine typischen Jugendbuch-Klischees. Vermutlich hat es mir deshalb so gut gefallen. Ein weiterer Grund ist dieses unbeschwerte Herangehen an die nordische Mythologie. Ohne langweilig zu sein werden hier interessante Fakten zusammentragen und wunderbar in die Gesamtgeschichte eingebettet. Anders als unser Schönling mit den blonden Haaren (Chris Hemsworth) wird hier wert auf die raue Realität gelegt. Diese ist nicht immer ganz kindgerecht und man sollte sein Kind schon kennen. Der Tod ist eine ganz normale Gegebenheit und damit muss man klar kommen. Ich würde es meinen (rein theoretischen) Kindern dennoch vorlesen, da sie hier die Möglichkeit haben ganz nebenbei etwas zu lernen. Mein Wissen basierte zuvor überwiegen auf Asterix und Marvel. Dennoch konnte ich den Geschehnissen sehr gut folgen und habe hinterher gerne freiwillig ein wenig mehr erfahren wollen.

FAZIT
Ich kann es mittlerweile gar nicht mehr nachvollziehen, weshalb dies mein erstes Buch von Riordan ist. Das Schwert des Sommers ist unglaublich unterhaltsam und verschmilzt alte Mythologien mit alltäglichen Problemen. Man sollte sich nur bewusst sein, dass es auch mal barbarisch und grausam zu gehen kann. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung und die Geschichte zu Thors Hammer.

@ Das Bücherchamäleon

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669 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 122 Rezensionen

märchen, fee, hexenjäger, fantasy, hexe

Die Dreizehnte Fee - Erwachen

Julia Adrian , Svenja Jarisch
Flexibler Einband: 212 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 05.10.2015
ISBN 9783959911313
Genre: Fantasy

Rezension:

INHALT
Die böse Königin erwacht aus ihrem Dornröschenschlaf. Doch die Welt hat sich die letzten 1000 Jahre stark verändert und der Schlaf stahl ihre Magie. Ihre Schwestern nutzten ihre Abwesenheit, um die Menschen zu terrorisieren - ganz wie sie es einst auch tat. Gemeinsam mit dem Hexenjäger macht sie sich auf den Weg, um ihre Schwestern zu töten und die Welt zu einem weniger grausamen Ort zu machen. Denn mit dem verschwinden ihrer Magie, spürt sie immer mehr menschliche Gefühle wie Mitgefühl und Reue. Aber spornt sie wirklich der Wille zu helfen an oder ist es allein die Lust auf Rache?

MEINUNG
Ohne das Bloggen wäre ich vermutlich nie auf den Drachenmond Verlag aufmerksam geworden; hätte viele wundervolle Bücher nie kennengelernt. Eines davon ist sicherlich Die Dreizehnte Fee.  Bereits durch die Märchenwoche im Februar bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und es auf meine Wunschliste gesetzt. Endlich habe ich es mir gegönnt, um in eine Märchenwelt ganz nach grimmscher Manier zu geraten. Denn die Welt der dreizehn Feen ist düster und grausam - es kann eben nicht immer ein Happy End geben.

"Ich presse mein Gesicht fester an ihn. Er ist mein Feind. Er will mich jagen. Warum ist es dann so schwer, ihn zu hassen?" ~ S. 58
Das Buch ist sehr kurz und so bietet es sich an, dass man direkt mitten in der Geschichte landet. Zu Beginn musste ich mich erst an die kurzen Sätze gewöhnen, welche dem Buch eine ganz besondere Stimmung verleihen. Lediglich die Dialoge wirkten mir stellenweise zu aufgesetzt oder übertrieben. Es fehlte mir irgendwie an Natürlichkeit. Die Charaktere hingegen waren mir sehr sympathisch. Die dreizehnte Fee Lillith und der Hexenjäger konnten mich direkt um den Finger wickeln. Besonders in Lillith kann man sich sehr gut hineinversetzen, weil die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird. Ihre komplexe Art macht durchaus Sinn, denn sie erwachte in einer ihr fremden Welt ohne Fähigkeiten. Plötzlich empfindet sie Reue und Mitleid - vielleicht sogar Liebe, aber manchmal dringt die grausame Königin wieder an die Oberfläche. Zum Ende hin hätte ich mir jedoch eine Entwicklung gewünscht. Der Hexenjäger ist sehr emotionslos und sehr abweisend gegenüber Lillith; leider ändert sich das bis zum Schluss nicht. Zu anderen Charakteren - wie beispielsweise Elle - konnte ich keine Beziehung aufbauen, weil alles so schnell ging. Hier wirkte die Handlung sehr gehetzt und somit hat mich ihr Schicksal auch nicht wirklich tief getroffen.

"Die Fehler geschahen vor langer, langer Zeit. Damals hätten sie gerettet werden können. Heute? Heute zahlen wir den Preis für die Fehler, die wir begingen." ~ S. 112
Die Verpflechtung bekannter Märchen und Mythen hat mir unglaublich gut gefallen. Man hatte sofort den Wiedererkennungswert, obwohl die Geschichten im Buch völlig eigenständig waren. Jedes Märchen hat ein neues Gewand bekommen. So begegnen wir Frau Holle und der Pechmarie, den sieben Zwergen, aber auch Eva mit ihrem Apfel. Ihre Märchen werden komplett umgekrempelt und sind noch düsterer und unheimlicher. Man begleitet die Fee und den Hexenjäger quer durch ihre Welt. Man erfährt von Orten, Menschen und Wesen, die einen nicht mehr loslassen. Leider kommen viele Stellen viel zu kurz und ich hätte mir eine längere Geschichte gewünscht. Ich baue aber darauf, dass die Fortsetzung viele dieser Lücken aufgreift.

FAZIT 
Düster, spannend und zauberhaft. Eine Geschichte zwischen erbitterten Kämpfen und pragmatischer Leidenschaft. Durch Illustrationen spürt der Leser die Magie sofort und durch die kurzen Kapitel fliegt man regelrecht über die Seiten hinweg. 

@ Das Bücherchamäleon

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montana, worte für die ewigkeit, indianer, usa, liebe

Worte für die Ewigkeit

Lucy Inglis , Ilse Rothfuss
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.09.2016
ISBN 9783551520876
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Die schüchterne Hope verbringt den Sommer gemeinsam mit ihrer Mutter auf einer Ranch in Montana. Das Leben dort ist völlig anders als in ihrer Heimat London. Doch die neue Umgebung hat etwas Gutes, denn sie trifft auf Cal, der ihr gewaltig den Kopf verdreht. Schnell wird Hope klar, dass das Leben auf einer Ranch alles andere als langweilig ist.

Rund 150 Jahre zuvor musste auch Emily London verlassen. Auf dem Weg in Richtung Westküste verunglückt ihre Kutsche in Montana - mitten im Nirgendwo. Der Kriegsveteran und Einsiedler Nate rettet sie, obwohl Emily erst später klar wird, dass Nate viel mehr getan hat als das. Er zeigte ihr was Leben und Freiheit bedeuten.

Vier Menschen, zwei Zeitabschnitte, eine Geschichte. Die Liebe von Emily und Nate, sowie Hope und Cal, sind auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden.

MEINUNG
Als Werbeaktion zum neuen Werk von Lucy Inglis versendete der Carlsen Verlag mysteriöse Pakete mit einem durchaus ungewöhnlichen Inhalt. Um auf eine emotionale Achterbahnfahrt vorzubereiten, enthielt das Päckchen nämlich eine Box mit Taschentüchern. Somit stand für mich gleich fest, dass das Buch im Bett gelesen wird. Den Fehler, im Zug unnötig durch Tränen und Geschluchze Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, würde ich nicht schon wieder begehen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass ich das Buch ruhig hätte im Zug lesen können, denn der große Gefühlssturm blieb leider aus. Die ein, zwei vergossenen Tränen waren schnell weggewischt und somit kein Grund zur Besorgnis.

Die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Zwar konnte ich mich mit dem Schreibstil nicht wirklich anfreunden. Wir haben hier zwei unterschiedliche Perspektiven. Das Buch steigt in der Gegenwart ein und Hopes Geschichte wird durchweg von einem auktorialen Erzähler geschildert. Im Wechsel erzählt Emily in einer Art Tagebuch oder Brief ihre Geschichte, hierbei wird eine bestimmte Person direkt angesprochen. Gerade zu Beginn hatte ich schon schlimme Befürchtungen, da es mir sehr schwer gefallen ist mit den Charakteren warm zu werden - woran oftmals der einfache Schreibstil Schuld ist. Die beiden Zeitabschnitte waren hingegen wirklich schön miteinander verwoben.

"Aus deiner Hand lecken? Der Gedanke war nicht nur schockierend, sondern inakzeptabel." ~ S. 98
Die Geschichte an sich ist fesselnd. Für mich haben besonders Emilys Erlebnisse im 19. Jahrhundert das Buch gerettet. Die historischen Fakten wurden wunderbar recherchiert und auch die Charaktere waren alle grandios beschrieben. Als Knackpunkt sehe ich hier die Bösewichte, da diese für mich doch zu übertrieben waren und aus einem schlechten Western direkt ins Buch gefallen sein könnten. Hier fehlte es schlichtweg an Raffinesse. Weiterhin könnte man argumentieren, dass Nate Emily gefangen hält und sie lediglich am Stockholm Syndrom leidet. Aber wir sind hier im 19. Jahrhundert, Nate hat Emily im Nirgendwo aus einem Fluss gerettet und sie dort erst aufpäppeln müssen, da sie stark unterkühlt war. Von ihm zu verlangen 200 km im Winter durch die Prärie zur nächsten Stadt zu Reiten ist vielleicht ein wenig viel. Mir hat die Liebesgeschichte der beiden einfach das Herz erwärmt. Meine liebsten Stellen waren jedoch die mit Nates Indianergeschwistern.

"Sie schlug das Tagebuch auf und fing an zu lesen." ~ S. 189
Ganz anders die Gegenwart. Hier fiel es mir deutlich schwerer Plausibiltät in der Geschichte zu finden und mit den Charakteren warm zu werden. Immer wenn es besser wurde, kam Hopes Mutter Meredith um die Ecke und macht alles zunichte. Mich hat schon ewig kein Charakter so sehr genervt. Sie soll zwar die nervige Mutter darstellen, aber mir ging sie einfach auf den Keks, weil sie so schlecht und überzogen charakterisiert wurde. Dennoch konnte sie mir die Gegenwart nicht gänzlich vermiesen.

"Es dauerte eine gute Stunde, bis die Wölfe verstummten." ~ S. 181
Cal und Hope mochte ich als alleinstehende Charaktere sehr gerne. Beide haben auch eine tolle Charakterentwicklung durchgemacht. Ihre Liebe war zwar auch irgendwie süß. Dennoch hatte ich so meine Probleme. Ein großer Knackpunkt war - SPOILER wird durch markieren sichtbar - die Sexszene. Hier haben zwei Teenager ungeschützten Geschlechtsverkehr, was ich in einem Jugendbuch doch eher bedenklich finde. Gerade bei Charakteren, die sich erst vor einer Woche kennen gelernt haben. Aber hey, das ist ja kein Problem, denn wir haben Cals Ehrenwort, dass nichts passiert. Ernsthaft jetzt? Damit ist die Sache abgeschlossen?

 "Wir sind ein hohes Risiko eingegangen. Aber es wird alles gut, Ehrenwort." ~ S. 322
FAZIT
Trotz Kritikpunkte eine reizvolle Geschichte mit teilweise liebenswerten Charakteren. Die zwei Zeitabschnitte sind wunderbar miteinander verwoben und tragen zu einem schönen Lesevergnügen bei. Eine Geschichte über die Suche nach Selbstständigkeit und Freiheit. Ich kann das Buch mit Einschränkungen empfehlen. 

@ Das Bücherchamäleon

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Tags: carlsen, usa, youngadult, zwei zeitstränge   (4)
 

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science fiction, algis budrys, projekt, mond, wissenschaft

Projekt Luna

Algis Budrys , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.07.2016
ISBN 9783453317673
Genre: Science-Fiction

Rezension:


INHALT
Zum ersten Mal werde ich an dieser Stelle nicht meine persönliche Inhaltsangabe verfassen, sondern auf den Klappentext des Verlages zurückgreifen. Dieses Vorgehen hat einen ganz bestimmten Grund, welchen ich im nächsten Punkt genauer erläutern werde.

"Auf der Oberfläche des Mondes steht ein Labyrinth. Dieses offenbar von Aliens hinterlassene Artefakt stellt die Menschen vor ein gewaltiges Rätsel. Wer war diese fremde Zivilisation? Warum hinterließ sie dieses eigenartige Gebilde auf dem Mond? Und was verbirgt sich in seinem Inneren? Doch so leicht gibt das Labyrinth seine Gehemnisse nicht preis - jeder, der es betritt, stirbt einen grauenvollen Tod. Für den brillianten Wissenschaftler Edward Hawks beginnt die größte Herausforderung seines Lebens: die Intelligenz einer fremden Spezies zu entschlüsseln" (Quelle: Heyne Verlag)

MEINUNG
Der Klappentext hat mich fasziniert. Es blieben leider viele Punkte aus und die tatsächliche Inhaltsangabe wäre doch etwas banaler ausgefallen. Denn das geheimnisvolle Labyrinth einer fremden Zivilisation lernt der Leser auf nur wenigen Seiten am Ende genauer kennen. Zuvor wird es zwar erwähnt, aber man erfährt eben nicht mehr als der Klappentext bereits verrät. Die Auflösung dieses Rätsels steht wahrlich nicht im Vordergrund, sondern dient nur  als Kunstgriff, um eine eher langweilige Soap Opera als Science Fiction verkaufen zu können. Das Entschlüsseln einer fremden Spezies blieb sogar gänzlich aus.

"Der Mensch ist ein Phönix, der sich aus seiner eigenen Asche erheben muss, denn er hat im gesamten Universum nicht seinesgleichen. Wenn der Wind die Asche verweht, dann ist der Phönix für immer tot." ~ S. 107 


Leider kommt die Science Fiction im gesamten Buch etwas kurz. Viel mehr Aufmerksamkeit bekommt die zwischenmenschliche Beziehung diverser Charaktere und die Frage was einen echten Mann ausmacht. Diese Momente sind geprägt durch lange Monologe und langweilige Gespräche. Mir fehlte hier einfach die Spannung. Hawks neues Versuchskaninchen heißt Al Barker. Er ist eine todesmutiger Kandidat, der den Nervenkitzel sucht. Somit hat der Wissenschaftler seinen Wunschprobanden gefunden, da er einen Kandidaten benötigt, der keine Angst vor dem Tod hat und im Anblick dessen nicht verrückt wird. Um sein Projekt vorwärts zu bringen, nimmt er ständige Provokationen in Kauf. Die beiden sind wie Feuer und Eis und jeder meint sein Revier markieren zu müssen. Hinzu kommt Barkers kokette Frau, die mit jedem Mann spielt und verführt. Da wäre passenderweise auch noch der dicke Personalchef, der sich gerne verführen lässt. Die Entwicklung dieser Charaktere war konfus und nicht nachvollziehbar, sodass mich das Ende dieser seltsamen Beziehung unglaublich gestört hat.

"Es ist... ein bisschen wie ein Traum, wissen Sie? Kein Albtraum, nein - dort gibt es weder Schreckensgespenster noch Angstschreie noch etwas Ähnliches - aber ... einfach Regeln und diese verrückte Logik. Alice im Wunderland mit Reißzähnen." ~ S. 153 

Immerhin war ein wenig Platz für einige Grundkonzepte der Science Fiction, die mir ganz gut gefallen habe - auch wenn ich mir etwas völlig anderes vorgestellt habe. Die Menschheit ist Ende der 50er Jahre noch nicht so weit, um auf den Mond zu fliegen. Alternativ hat der brilliante Wissenschaftler Edward Hawks eine andere Möglichkeit gefunden das Space Race zu gewinnen. Teleportation heißt das Zauberwort. Um das Labyrinth zu betreten werden Freiwillige auf den Mond übermittelt und der Körper auf der Erde bleibt als eine Art Klon zurück, welcher mit seinem Ich auf dem Mond für eine bestimmte Zeit durch eine Art Telepathie verbunden ist. Sie finden heraus, dass das Labyrinth gewisse - ja geradezu unsinnige - Regeln hat. Sobald ein Proband stirbt, kann die Todesursache als neu entdeckte Regel niedergeschrieben werden. Die auf der Erde zurückgebliebenen Körper haben ihren eigenen Tod auf dem Mond miterlebt und die meisten werden durch dieses Wissen verrückt oder sterben. Theoretisch also ein genialer Science Fiction-Plot. Für mich hätte dieser einen größeren Stellenwert verdient. Denn besonders das Ende und der tatsächliche Gang durch das Labyrinth hat mir wirklich gut gefallen - schade, dass es nach nur sechs Seiten bereits vorbei war. Denn der Kampf ums Überleben hatte Spannung und ein wenig etwas von der Sendung Ninja Warrior.

Wie habe ich das Buch erhalten? Entdeckt habe ich das Buch vor einer gefühlten Ewigkeit auf dem Bloggerportal und vor Kurzem dann auch tatsächlich angefragt. Vielen Dank an dieser Stelle an das Bloggerportal von Random House. Warum habe ich das Buch gelesen? Ich hatte Lust auf ein gutes Science Fiction Buch. Was liegt da näher als ein Klassiker, welcher als Meisterwerk der Science Fiction verkauft wird? Ein geheimnisvolles Labyrinth auf dem Mond? Klang vielversprechend. 

FAZIT 
Dieses Buch zieht sich leider sehr und ich war die letzte Seite erreicht zu haben. Viel langweilige Gerede und psychologische Belanglosigkeiten, die für mich in einem Sci-Fi Abenteuer nicht die Oberhand gewinnen dürfen. Auch wenn dieser Roman, der wohl bekannteste von Algis Budrys ist, hat er für mich nicht den Titel als eines der Meisterwerke der Science Fiction verdient und ich blieb enttäuscht zurück.

Rezension erschienen auf Das Bücherchamäleon

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Tags: science fiction   (1)
 

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zirkus, magie, fantasy, liebe, erin morgenstern

Der Nachtzirkus

Erin Morgenstern , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.10.2013
ISBN 9783548285498
Genre: Fantasy

Rezension:

INHALT
Le Cirque des Réves - der Zirkus der Träume - öffnet nur bei Nacht. Beim Betreten tritt man ein in eine phantastische Welt, die Schein und Sein gekonnt miteinander verknüpft. Man zweifelt an der Wirklichkeit und genießt jeden Moment, die der Traum andauert. Doch hinter den Kulissen findet ein erbitterter Kampf statt. Zwei verfeindete Magier halten seit Jahrzehnten - gar Jahrhunderten - einen Konflikt aufrecht, der endlos scheint. Den Wettstreit tragen sie nicht selbst aus, sondern ihre beiden Schüler dienen als Schachfiguren. Der Zirkus ist das Schachbrett und Zug um Zug verstricken sich die beiden immer mehr - sie verlieben sich.

MEINUNG
Direkt zu Beginn befindet man sich mitten im Geschehen, denn die Autorin schreibt unmittelbar den Leser an. Zwischendurch gibt es immer wieder Einblicke in den Zirkus, die der Leser persönlich erlebt. Die Haupterzählung erzählt ein auktorialer Erzähler, welcher jedoch oftmals nur auf einen Charakter konzentriert ist und somit zum personalen Ezähler wird. Der Leser bekommt einen besonderen Eindruck vom Geschehen durch Celia, Marco und Bailey. Somit haben wir die beiden Wettstreitenden und die Sicht eines Besuchers als Perspektivengeber. In größeren Abschnitten erhalten wir eauch einen Einblick durch Zeitungsartikel eines Liebhabers - fast sogar Fanatiker - des Zirkus.

"Der Zirkus hat ihn zurückgelassen und ist weitergesegelt, er aber steht noch immer am Ufer." ~ S. 288 


Die unterschiedlichen Leseansichten haben mir sehr gut gefallen, aber mein Lesefluss wurde durch die vielen Zeitsprünge leider sehr gestört. Mal befinden wir uns im Jahr 1884, dann im Jahr 1902 oder doch erst im Jahr 1889. Innerhalb der Jahre wird auch monatsspezifisch durch die Zeit gesprungen und ich musste immer wieder zurückblättern, um festzustellen in welchem Jahr ich mich befinde oder zuvor befunden habe. Die Kapitel wurden teilweise mit einem Cliffhanger beendet, diese wurden manchmal in einer anderen Zeit aufgelöst, aber stellenweise musste man auch ewig bis zur Aufklärung warten. Dadurch war ich teilweise verwirrt und konnte mich nicht hundertprozentig auf die einzelnen Gegebenheiten  konzentrieren. Oft gefällt mir diese Herangehensweise ausgesprochen gut, aber hier war es für mich teilweise einfach zu viel des Guten. Manche Auflösungen fehlten mir dann sogar komplett, da diese den Zeitsprüngen wohl zum Opfer gefallen sind.


"Der kleinste Zauber kann die größte Wirkung haben." ~ S. 327 

Das Gesamtwerk hat mir dennoch unglaublich gut gefallen, denn die wunderschönen Beschreibungen machen regelrecht süchtig. Die beschriebenen Düfte nach Karamelläpfeln und anderen Leckereien hatte ich sofort in der Nase. Die Lust diesen magischen Zirkus zu besuchen wurde immer größer - ich wäre sicherlich eine Rêveuse, die dem Zirkus überall hin folgt und bis spät in die Morgenstunden bleibt. Zwar hätte die Geschichte bereits nach der Hälfte erzählt sein können, aber den Zauber des Buches macht nicht die Handlung, sondern die geschaffene Atmosphäre aus. Einfach unglaublich wie die einzelnen Elemente und Charaktere einen in den Bann ziehen.

Wie habe ich das Buch erhalten? Bestellt beim großen A, da das Buch einfach unglaublich günstig war. Bei so einem Angebot kann ich nicht widerstehen und mein Vorsatz Bücher im lokalen Buchhandel zu kaufen schwindet. Solange es nicht zur Gewohnheit wird... Warum habe ich das Buch gelesen? Durch viele Blogger bin ich auf das Buch gestoßen und das Cover hat mich direkt verzaubert. Die Geschichte klang einfach grandios, sodass ich nicht anders konnte, als es mir zu kaufen. 

FAZIT
Ein Buch für Träumer. Erin Morgenstern schafft es eine Welt zu schaffen, die ich sofort betreten möchte. Jetzt am Ende ist die Sehnsucht stark und ich werde sicherlich auf jede größere Wiese schauen und auf die schwarz-weißen Zelte hoffen.

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484 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 153 Rezensionen

liebe, hamburg, essen, blumen, restaurant

Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.06.2016
ISBN 9783404173648
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT
Isabelle hat ihr Leben durchgeplant und wartet nur noch auf die große Liebe. Die eine Person bei der es direkt auf den ersten Blick funkt und einfach alles stimmt. Doch mit der Schließung ihres Lieblingsrestaurants gerät Isabelles Routine mächtig aus den Fugen. Denn bisher waren ihre Wochentage strikt durchgetaktet und in der Mittagspause musste es Mr Lees Nudelsuppe geben. Nach der Schließung begnügte sie sich zunächst mit Tütensuppe, aber probierte bald schon ein Gericht im neuen Restaurant gegenüber. Von diesem Zeitpunkt an wird ihr Leben durch den Chefkoch und Besitzer des Thiels auf den Kopf gestellt, aber Isabelle macht es ihm auch nicht gerade leicht.

MEINUNG
Gerade zu Beginn war die Protagonistin für mich ein unglaublich anstrengender Charakter. Sie ging nicht nur Jens gewaltig auf die Nerven, sondern auch mir. Natürlich war es in einer Weise beabsichtigt, dass Isas dickköpfige und sture Art einen auf die Palme bringt, aber für mich war es ein wenig zu viel des Guten. Die Idee, dass Isabelles Leben ein wenig festgefahren ist und jeder Wochentag durchgeplant ist und kein Platz für Spontanität bleibt, hat mir eigentlich sehr gut gefallen. Dieser strikte Wochenplan gibt der Protagonistin Sicherheit. Aber darf man sein Leben davon abhängig machen, dass direkt alles den Bach runtergeht, nur weil das Lieblingsrestaurant schließt und man nun nicht mehr wie gewohnt jeden Tag vietnamesische Nudelsuppe essen kann?

"Das hatte ich schon oft von ihr gehört. Brigitte war einer dieser Menschen, die Gewohnheiten als etwas Negatives empfanden. Doch mir gaben sie Sicherheit und in dieser unübersichtlichen, chaotischen Welt das Gefühl, zu wissen, was kommen würde." ~ S. 6/7
Meine Antipathie gegenüber Isa hat gerade den Beginn der Geschichte für mich ein wenig schleppend dargestellt. Lediglich aufgrund des lockeren, leichten und frischen Schreibstils habe ich weitergelesen. Als dann Isabelles Leben sich Schritt für Schritt ändert und sie sich ein wenig auf die neuen Gegebenheiten einstellt, nimmt die Geschichte für mich an Fahrt auf. Zum Schluss ist mir Isabelle sogar richtig ans Herz gewachsen (und ja, es flossen ein paar kleine Tränchen). Ebenfalls gut gefallen haben mir die beiden Thiels. Jens und seine Schwester Merle sind einfach klasse und sie sind es auch, die Isabelles Leben und der Geschichte neuen Schwung verleihen. Ich habe mit Jens mitgefühlt und konnte seine Reaktionen gegenüber Isabelle gänzlich verstehen. Mein heimlicher Held der Geschichte ist allerdings Knut. Er ist einfach zum Knutschen. Seine Hamburger Schnauze ist genial und lockert das Ganze ein wenig auf und für ihn habe ich mir am allermeisten ein Happy End gewünscht.

"'Glaubst du wirklich, dass es diese einzige wahre, kompromisslose Liebe gibt?' 'Klar, du etwa nicht?'" ~ S. 122
Als nicht Liebesromanleser hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen und auch wenn direkt zu Beginn der Ausgang klar war, hat Petra Hülsmann Kleinigkeiten eingebaut, die die Geschichte noch einmal spannend gemacht haben. Die Wendung ist für mich gelungen. Liebe geht bekanntlich durch den Magen und von daher hätte ich auch keinen anderen Ausgang haben wollen. Man sollte allerdings nicht hungrig zu diesem Buch greifen, weil man sowieso ungefähr jedes Gericht probieren möchte. Selbst auf die vietnamesische Nudelsuppe bin ich gespannt, aber am allermeisten möchte ich jetzt sofort ein Schokoladenmalheur oder die leckere Pasta mit frischem Pesto. Omnomnom

Wie habe ich das Buch erhalten? Auf der LitBlog Convention im Juni haben die fünf Kölner Verlage gemeinschaftlich Goodie Bags gefüllt. In meinem versteckte sich unter anderem der sommerliche Liebesroman von Petral Hülsmann aus dem Hause Bastei Lübbe. Warum habe ich das Buch gelesen? Liebesromane gehören ja eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Genre, aber manchmal muss es etwas sein, dass sich leicht und frisch liest.
FAZIT
Durch die Ecken und Kanten der Charaktere wirken sie wie aus der Realität gegriffen. Man verfolgt gerne ihre Entwicklung und besonders Isabelles kulinarische Entwicklung hat Spaß gemacht. Ein gefühlvolles Buch mit ein wenig Liebe und viel Humor. Es kann eben nicht immer Kuschelrock und Duftkerzen sein; Schweinestall und Death Metal gefällt mir persönlich sowieso viel besser. Eine schöne Sommerlektüre, die sich frisch und leich liest.

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(1.208)

2.324 Bibliotheken, 60 Leser, 9 Gruppen, 302 Rezensionen

dystopie, fantasy, blut, silber, rot

Die rote Königin

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.05.2015
ISBN 9783551583260
Genre: Jugendbuch

Rezension:


INHALT In unserer Welt hat sich eine kleine elitäre Gruppe genetisch weiterentwickelt. In ihren Adern fließt silbernes Blut, welches ihnen übernatürliche Fähigkeiten - damit einhergehend Macht - verleiht. Diese Gruppe herrscht über die gewöhnlichen Menschen, den sogenannten Roten. Ihr rotes Blut macht sie schwach und so werden sie versklavt, um den Luxus der Silbernen zu gewährleisten.

"Ihr silberner Krieg wird mit rotem Blut bezahlt." ~ S. 52
Mare Barrow ist eine von den Roten und da sie keine Arbeitsstelle findet wird sie an ihrem 18. Geburtstag eingezogen. Wie ihre Brüder wird sie in den Krieg ziehen müssen und vermutlich an der Front ihren Tod finden. Durch eine flüchtige Bekanntschaft gelingt es ihr eine Woche vor der Einberufung tatsächlich eine Stelle am Hofe als Dienstbotin zu erhalten. Doch direkt an ihrem ersten Tag werden durch einen Unfall Mares Fähigkeiten in aller Öffentlichkeit offenbart. Dabei sollten Rote doch gar keine Fähigkeiten haben.


MEINUNG
Dieses Buch hat mich nachts wach gehalten, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Nur noch dieses eine Kapitel; jetzt aber wirklich nur dieses eine noch. Ich hatte nämlich nicht das Gefühl, dass hier Handlungsstränge unnötig in die Länge gezogen wurden und dadruch passierten so viele spannende Dinge in den Kapiteln. Ich wollte natürlich sofort wissen, was für Konsequenzen die einzelnen Handlungen haben und musste deshalb einfach weiterlesen. Die Spannung ist allerdings mehr durch Entscheidungen gegeben als durch Action und Kampf. Zwischendurch fliegt zwar einiges in die Luft, aber diesen Momenten gilt sicherlich nicht die gesamte Aufmerksamkeit.

"Die Götter herrschen noch immer über uns. Sie sind von den Sternen herabgestiegen. Aber sie sind nicht mehr gütig." ~ S. 21
Besonders gut gefallen hat mir, dass die teilweise intuitiven und nicht gut durchdachten Handlungen auch als solche behandelt wurden. Man kann immer schlechte Entscheidungen treffen, aber dann müssen diese auch negative Konsequenzen mit sich ziehen. Diese Konsequenzen mussten nicht nur andere Charaktere ausbaden, sondern der Handelnde selbst. Jede gedankenlose Entscheidung Mares hatte somit Konsequenzen für sie; zwar trafen diese nicht immer unmittelbar ein, sondern es schien oftmals bis zum Ende alles gut zu gehen. Diese realistische Herangehensweise hat mich einfach überzeugen können, denn wer möchte schon in eine Welt eintauchen, die zwar grausam ist, aber für den Protagonistin sich alles scheinbar problemlos fügt?

"Im Märchen lächelt das arme Mädchen, wenn es Prinzessin wird. Ich weiß in diesem Moment nicht, ob ich je wieder lächeln werde." ~ S. 154
Dazu passte auch, dass Mare ihre Fähigkeiten langsam entdeckt und mit der Zeit stärker wird. Zu Beginn ist sie noch unerfahren und macht Fehler und diese sind ganz normal und gehören zur Entwicklung eines Charakters dazu. Einige Rezensionen, die ich gelesen hatte, kritisieren, dass Mare urplötzlich zum richtigen Zeitpunkt ihre Fähigkeiten bemerkt und zuvor nie damit in Berührung kam. Für mich war das aber keineswegs unrealistisch, denn es fanden sich genügend Erklärungen in der Geschichte (diese werden dem Leser nur nicht immer vorgekaut). Zum einen hat sie am Tag zuvor bereits einen Teil ihrer Fähigkeit demonstriert, allerdings lief dies für Mare eher unbewusst ab und somit wurde die Tat nicht auf ihre Fähigkeit zurückgeführt. Zum anderen hat Mare in einer Welt mit wenig Elektrizität gelebt und somit fehlte ein Auslöser für ihre Fähigkeit. Die kleine Blitzwerferin entsteht dadurch nicht ohne Grund aus dem Nichts. Für mich war diese Entwicklung durchaus plausibel und ein wenig darf der Autor ja immer das Timing manipulieren.

"Jeder kann jeden verraten." ~ S. 324
Für mich hat Aveyard eine tolle Herangehensweise gezeigt. Sie beschreibt ohne viel zu schwafeln. Man kann sich den Palast, das Dorf und die einzelnen Handlungsorte sehr gut vorstellen, obwohl hier nur das Nötigste beschrieben wurde und auf überflüssige Informationen verzichtet wurde. Für mich war dies genau der richtige Grad, um meine Fantasie zu lenken, aber nicht einzugrenzen. Die Charaktere sind für mich alles andere als flach und ich konnte ihre Entscheidungen verstehen, wenn auch nicht immer gut heißen. Mare ist nun einmal erst 17 Jahre alt und in dem Alter treffen wir doch alle oftmals falsche Entscheidungen - zumindest kann ich mich selbst sicherlich nicht davon freisprechen. Die beiden Prinzen waren mir auch auf ihre Weise sympathisch und auch wenn die Wendung am Ende irgendwie zu erahnen war, war ich dennoch überrascht. Bis zum Schluss wusste ich nicht wie das Liebesdreieck (oder sogar Viereck?) ausgehen könnte und das Ende war für mich gerade toll, da Mare sich für sich selbst entschieden hat. Ins Liebesviereck wollte sich noch Mares Kindheitsfreund Kilorn einbringen, aber irgendwie hat er nie so wirklich Zugang gefunden und er ist auch der Charakter, in welchen ich mich am wenigsten einfühlen konnte. Er war zwar nicht unsympathisch, aber irgendwie fehlte mir ein wenig mehr Tiefgang. Die restlichen Nebencharaktere haben diesen Tiefgang gezeigt, denn sowohl Mares Familie, als auch die rote Garde, haben es alle in meinen Kopf geschafft. Ich kann sie vor mir sehen und ihre Persönlichkeit erfassen. Meine liebste Nebencharaktere waren jedoch Julian und Lucas und besonders letzteren vermisse ich jetzt schon.

"Ich hab dir mal gesagt, dass du besser verbergen solltest, was in deinem Herzen vorgeht. Du hättest auf mich hören sollen." ~ S. 465
Die beiden Welten sind ebenfalls schön beschrieben worden und nicht zu klischeehaft. Wir haben auf der einen Seite die Silbernen, die durch ihre Fähigkeit Macht über die Roten haben. Durch die Arbeit der Roten können die Silbernen in Luxus leben. Hinter den Kulissen ist jedoch nicht alles wundervoll in der Welt der Silbernen, denn politische Intrigen, Verrat und Hass haben auch hier ihren Platz. Gut gefallen hat mir auch, dass die beiden Welten nicht als Gesamtkonstrukt gesehen werden. Es gibt nicht nur die Masse der schwachen Roten und die Masse der starken Silbernen. Innerhalb der Silbernen gibt es Menschen, die Mitleid mit den Roten haben und Gleichheit wünschen. Nicht alle in ihren Reihen sind von Macht verdorben worden. In der Gruppe der Roten gibt es einen Teil, der nach mehr strebt, denn sie sehen sich nicht als unterlegen und schwach. Die rote Garde möchte eine Revolution und riskiert dafür alles.

Wie habe ich das Buch erhalten? Eins der letzten Bücher, welches ich im Düsseldorfer Buchhaus Stern-Verlag gekauft habe. Leider hat diese riesige Buchhandlung im März schließen müssen. 
Warum habe ich das Buch gelesen? Die vielen positiven Meinungen und der entstandenen Hype um das Buch gingen nicht spurlos an mir vorbei. Und jetzt mal im Ernst: Dystopien gehen immer (noch habe ich mich nicht daran satt gesehen).

FAZIT 
Ein dystopischer Jugendroman mit starken Charakteren. Die Handlung war für mich durchweg spannend und temporeich. Für mich ein grandioses Lesevergnügen, auch wenn ich besonders dem Tod eines Charakters nachtrauere. Jedoch kann ich niemanden empfehlen zu Die rote Königin zu greifen, der jeden Handlungsstrang erläutert haben möchte und keine Lust hat seine Fantasie für Momente zwischen den Zeilen einzusetzen. Ich für meinen Teil muss mir schnellstmöglich den zweiten Teil besorgen.

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liebe, raumschiff, these broken stars, amie kaufman, jugendbuch

These Broken Stars - Lilac und Tarver

Amie Kaufman , Meagan Spooner , Stefanie Frida Lemke
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 27.05.2016
ISBN 9783551583574
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Tarver Merendsen ist ein gefeierter Kriegsheld, aber sein neuer Status behagt ihm nicht sonderlich. Als Sohn aus einfacheren Kreisen findet er sich an Bord des Raumfahrtschiffes Icarus in einer Welt voller Schein und jenseits des Seins wieder. Dort trifft er neben Prunk und Überfluss auf das vermutlich reichste Mädchen der Galaxis - Lilac LaRoux. Schon früh hat er gelernt, dass wohlhabende Mädchen nur Ärger mit sich bringen und so versucht er seine Zuneigung zu ihr zu unterdrücken.

"Aber da war es neu und vielversprechend, voll noch nicht verwirklichtem Potenzial. Und jetzt ist es derart zerstört, das es nicht mehr wiederzuerkennen ist." ~ S. 277


Als das vermeintlich sicherste Raumschiff seiner Zeit abstürzt, stranden ausgerechnet die beiden gemeinsam auf einem seltsamen Planeten. Sie müssen ihre Kluft überbrücken, um zum Wrack der Icarus zu gelangen. Sie hoffen dort auf Rettungstrupps zu treffen. Es beginnt ein verzweifelter Kampf ums überleben in einer unbekannten Welt.

MEINUNG
Holy Guacamole. Ich habe mich in dieses Buch verliebt. Ich habe immer noch funkelnde Sterne und Herzen in den Augen. Es ist einfach grandios und ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Zum Ende hin musste ich es dann leider doch kurz beiseite legen, weil ich im Zug meine Tränen verstecken musste. Lange Zugfahrten sind zwar genial als Lesezeit, aber ich sollte mir meine Lektüre demnächst doch bedachter auswählen (der nette Herr neben mir war bestimmt überzeugt davon, dass ich verrückt bin :D). Mir sind Tarver und Lilac schnell ans Herz gewachsen, sodass ich gar nicht begreifen wollte bereits auf der letzten Seite angelangt zu sein.

"Du hast - du hast Poesie in dir." ~ S. 344


Geblendet vom Klappentext hatte ich zuvor zwar eine Geschichte mit mehr Action erwartet, aber tatsächlich stand hier die Entwicklung und Veränderung der zwischenmenschlichen Beziehung viel mehr im Vordergrund. Natürlich kam die Spannung nichtsdestotrotz nicht zu kurz. Für mich war es die perfekte Mischung und auch der Schreibstil konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Zwar habe ich mich zwischendurch an den Kopf gefasst und hätte am liebsten geschrien "Redet doch einfach miteinander! R-E-D-E-T!" Aber ich musste mir eingestehen, dass ich nicht anders gehandelt hätte. Meistens behalte auch ich meine Zweifel und meine Gefühle für mich, also warum sollten es die beiden Protagonisten besser machen? Außerdem wäre dann viel zu schnell die Luft raus gewesen und die Handlung hätte ihr geheimnisvolles Prickeln verloren. Als Leser wusste man was die beiden denken und fühlen, aber die beiden konnten nur vor die Köpfe des jeweils anderen schauen und nicht hinein. Dieser Vorteil hat mir als Leser auf jeden Fall das Verhalten der beiden erläutert und ich konnte ihre Gedanken die ganze Zeit nachvollziehen - auch wenn es so viel einfacher gewesen wäre miteinander zu reden.

"Auf einmal ist alles still." ~ S. 83

Nicht nur die Einblicke in beide Charaktere durch den Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Kapiteln hat mir gut gefallen - mittlerweile ist dieses Vorgehen besonders im Jugendbuchbereich ja bereits Standard. Auch die kleinen Ausschnitte aus dem Verhör, welchem sich Tarver nach der Rettung stellen muss, haben mir sehr gut gefallen. Tarver ist in diesen Momenten sarkastisch, patzig und dadurch irgendwie noch sympathischer. Durch das Verhör hat man direkt ein paar Einblicke in das Danach gefunden, obwohl die beiden eigentlich noch mitten im Überlebenskampf steckten. Zwischenzeitig ist man dann verwirrt, weil man durch das Verhör teilweise weiß' was passiert, aber dennoch wird man ständig überrascht. Mit einer bestimmten Sache habe ich ganz und gar nicht gerechnet und war völlig perplex als es dann soweit war. Wie konnte das nur passieren? Ist das alles nur ein Versehen? Werden die Signale falsch gedeutet? Es kam auf jeden Fall ganz anders als ich erwartet hätte und die Umsetzung hat mir unglaublich gut gefallen.

"Sie sieht einfach nur mich." ~ S. 176

Besonders imponiert hat mir Lilac, die ständig neue Seiten zum Vorschein brachte. Fernab ihres behüteten Umfeldes wird sie immer stärker und von dem anfänglichen zierlichen und schwachen Mädchen ist nichts mehr zu sehen. Sie geht immer weiter auf in ihrer neuen Rolle und man merkt, dass sie sich endlich frei fühlt. Der Leser wusste zwar schon von Beginn an, dass sie sich nur hinter der Fassade des verwöhnten Görs versteckte, aber dennoch war ich immer wieder überrascht was alles in ihr steckt. Sie wurde nie in eine Opferrolle gedrängt und ihr Willen und ihre Stärke haben sie nie aufgeben lassen. Einfach eine großartige Protagonistin. Tarver ist ebenfalls ein grandioser Protagonist gewesen und die beiden Autorinnen haben es immer wieder geschafft durch ihre Worte alle Charaktere zum Leben zu erwecken. Sie zaubern eine wundervolle Dynamik zwischen Lilac und Tarver, sodass man die beiden nur lieben kann. Den Planeten ich mir ebenfalls bildlich vorstellen können und ich habe die Strapazen der beiden Protagonisten gespürt und miterlebt. Für mich ist These Broken Stars ein Lesehighlight und ich kann den Hype völlig nachvollziehen.

FAZIT
Für mich ist These Broken Stars ein Lesehighlight und ich kann den Hype völlig nachvollziehen. Man taucht ein in eine faszinierende Welt fernab der unseren und wird von starken Charakteren begleitet. Ich habe mit Lilac und Tarver die ganze Palette der Gefühle durchlebt und werde die beiden nicht so schnell vergessen. Auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen wirkt, hoffe ich, dass die beiden im zweiten Band nochmals auftauchen werden.

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fantasy, kai meyer, bibliomantik, bücher, trilogie

Die Seiten der Welt - Blutbuch

Kai Meyer
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 10.03.2016
ISBN 9783841402264
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Das katastrophale Ende des Sanktuariums hat Furia von ihren Freunden getrennt. Diese machen sich auf die verzweifelte Suche nach ihr und müssen sich dabei mit vielen Gefahren - auch aus den eigenen Reihen - herumschlagen. Furia hingegen ist in einer Einöde ohne Ausweg zwischen den Seiten der Welt gefangen. Dort trifft sie erneut auf Siebenstern und lernt die legendäre Phaedra Herculanea kennen, die Mutter aller Bibliomantik. Die beiden haben ganz bestimmte Pläne mit Furia, aber diese will sich dem Einfluss der beiden entziehen und ihre eigenen Entscheidungen treffen, um die Bibliomantik zu retten und den Untergang der Refugien zu verhindern. Ist sie dieser Aufgabe gewachsen?


MEINUNG
Seit fast zwei Jahren begleite ich Furia durch die Seiten der Welt. Habe mit ihr gelitten und mich mit ihr gefreut. Bereits die ersten beiden Bände konnten mich begeistern, umso mehr habe ich mich auf ein grandioses Finale gefreut. Wie sollte es nach dem Ende des letzten Teiles mit Furia weitergehen? Ist es Furia möglich erneut die Welt der Bibliomantik vor einer drohenden Gefahr zu beschützen? Mit dem letzten Teil der Trilogie sollte ich es erfahren und direkt die ersten Sätze haben mich wieder mitten in die Geschichte gesogen. Gemeinsam mit Isis und Duncan,  habe ich mich auf die Suche nach Furia gemacht, die im letzten Band in den Strudel der Ideen gefallen ist.

"Familien sind Bücher. die mit Blut geschrieben werden." ~ S. 37
Nicht nur alte Freunde und Feinde nehmen einen großen Stellenwert in der Geschichte ein. Weitere Charaktere wie der Exlibri Jim Hawkins und das neue Oberhaupt der adamitischen Akademie Rachelle Himmel gewinnen an Bedeutung. Außerdem taucht ein neues bibliomantisches Wunderwerk auf, welches bereits in Vergessenheit geraten ist und als Legende in den Köpfen der Bibliomanten zurück blieb. Es handelt sich dabei, um ein sogenanntes Portalschiff, welches durch die Seiten der Welt fährt. Eine unglaublich geniale Erfindung und die detailreiche Beschreibung hat meine Vorstellungskraft angeregt und genaue Bilder hervorrufen lassen. Dennoch wurde genug Spielraum für die eigene Fantasie gelassen. Die bildhafte Sprache konnte bereits in den ersten beiden Bänden überzeugen und steckt auch in diesem in nichts nach. Neben dem Portalschiff gibt es weitere kreative Neueinführungen und so müssen sich beispielsweise Isis und Duncan einem neuen Gegner stellen - den Leseratten.

"Aber man kann nicht jedes Problem dieser Geschichte lösen, indem man irgendein besonderes Buch auftauchen lässt." ~ S. 253
Doch was ist entscheidend beim Finale einer Trilogie? Für mich ist eine Charakterentwicklung und ein zufriedenstellendes Ende. Hier hat Kai Meyer auf jeden Fall überzeugen können. Sowohl Furia, als auch einige der Nebencharaktere haben sich weiterentwickelt und sind durch ihre komplexe Charakterbildung äußerst greifbar. Die Charaktere haben Ecken und Kanten - die Bösewichte sind nicht zwangsläufig böse. In jedem Charakter steckt etwas mehr, als es zunächst den Anschein hat. Meine persönlichen Favoriten sind Jim und Patience, aber auch Furia konnte in diesem Band jede Menge Sympathiepunkte gut machen. Lediglich die Szenen mit Isis und Duncan wurden auf Dauer anstrengend, da diese einen Großteil der Geschichte einnimmt, aber nur bedingt etwas passiert. Die beiden sind die ganze Zeit in Action und schlittern von einer Kampfsituation in die nächste. Es passiert zu viel, in zu kurzer Zeit ohne dabei Abwechslung zu haben.

"Oft sprechen ausgerechnet Narren die schmerzlichsten Wahrheiten aus." ~ S. 49
Ein toller Abschluss und das Ende ist durchweg zufriedenstellend, da es ein wirkliches Ende ohne gravierende Cliffhanger ist. Zwar lässt es noch auf eine Fortführung hoffen und liefert Potential für weitere Ausflüge in die bibliomantische Welt. Beispielsweise entdeckt ein Charakter am Ende seine bibliomantischen Fähigkeiten. Wer wissen möchte, bei wem dies der Fall ist, sollte sofort zum Finale greifen und sich in eine wunderbare Welt entführen lassen. Aber macht euch auf viele Emotionen gefasst, denn liebgewonne Charaktere werden das Finale nicht überleben.

"Kummervolle Welt, wir bleiben dir erhalten." ~ S. 308
FAZIT
Trauer, Spannung, Freude und Erleichterung liegen in diesem tollen Finale dicht beieinander. Für mich war der letzte Teil gleichzeitig der beste Teil und ich kann es gar nicht richtig begreifen, dass es nun vorbei sein soll. Dennoch besteht noch ein Fünkchen Hoffnung bald wieder die Magie der Bücher zu spüren und in die Welt der Bibliomantik zu reisen. Wer Bücher liebt, sollte unbedingt zu Die Seiten der Welt greifen. 

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Tags: fantasy, kaimeyer, seitenderwelt, trilogie   (4)
 

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riesen, roald dahl, kinderbuch, queen, the bfg

The BFG

Roald Dahl
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Puffin, 16.06.2016
ISBN 9780141361321
Genre: Kinderbuch

Rezension:

PLOT
It was a momentous night when Sophie couldn't sleep during witching hour. A glimpse through the window, a mysterious shadow and suddenly she found herself snatched from her bed. To her surprise the monster that kidnapped her turned out to be as friendly as can be - he is the BFG (The Big Friendly Giant). The BFG lives in a far away land called giant land and visits human villages at night to bring little kids pleasant dreams. He couldn't risk that Sophie tells anyone about his existence; so taking her with him was the only chance he saw. In giant land Sophie finds out that there are 9 other giants, but they aren't friendly at all. Rather than bringing little kids pleasant dreams, they stroll around to eat kids and other humans from all over the world.

OPINION
I adored the BFG a lot, even though his way of talking was rather odd at the beginning. It took me a while to get accustomed to his mispronounced words and weird syntax. After I finally managed to understand him better, I enjoyed it a lot. It's something else and fits his character, because he was never able to go to school and all he had was one book he (secretly) borrowed a long time ago. It was fun to try to decode the things the BFG talks about and I am glad I actually got to read the book in English, as I don't think the translation can hold up to it (especially after finding out that the BFG is called "GuRie" standing for Guter Riese).

"'Meaning is not important,' said the BFG. 'I cannot be right all the time. Quite often I is left instead of right.'" ~ p. 27
However, even better than the weird sentence structure was the relationship between the BFG and Sophie. They quickly bonded and the little orphant Sophie is incredibly calm for being taken away from her usual surroundings into a world full of human-eating giants. Even though she didn't like her orphanage and there wasn't anybody she could miss, I am sure I'd have totally freaked out - especially the thought to only eat Snozzcumbers would have been horrible. But I guess she was pleased to be able to drink Frobscottle all day long and get all the bubbly air out of her body (by the way, I totally want to try Frobscottle, because it sounds like a fun drink).

Kick-ass Sophie helps the BFG to actually go out an do something. He watches the other giants on their way to eat humans every night. He despises their behavior and the other giants bully him. Only because of Sophie he actively tries to stop it. Obviously the way they accomplish this is kinda odd and far-fetched, but it's a book for children after all. Due to this I can ignore some of the plot holes and take the outcome as given.

How did I get hold of my copy? I won my copy on Lovelybooks as part of the Let's read in English Challenge. Thanks to Penguin Random House for the book. Why did I read the book? I actually never heard of this classical children's book, but the movie trailer of the soon to be released screen adaptation looked absolutely gorgeous. 
BOTTOM LINE
It was a pleasure to read this children book. Yes, it has some plot holes; and yes, it doesn't make sense all the time. However, I am sure as a kid I would have loved the BFG and believed in his magic. I might even have waited at night and tried risking a glance while waiting for my dream being delivered.

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entführung, la réunion, mord, familie, urlaub

Beim Leben meiner Tochter

Michel Bussi , Eliane Hagedorn , Barbara Reitz
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 16.05.2016
ISBN 9783746631936
Genre: Romane

Rezension:


INHALT
Eigentlich sollte es der Traum eines Familienurlaubes mitten im Paradies werden, aber die Idylle wird schon bald zerstört als Josaphas Mutter Liane verschwindet. Die Hotelangestellten sind sich einig, dass Liane ihr Zimmer nicht verlassen hat und schnell fällt der Verdacht auf ihren Ehemann Martial. Während sich die Frage stellt, ob Martial wirklich ein solches Monster sein kann und Details aus seiner Vergangenheit enthüllt werden, begibt er sich gemeinsam mit seiner Tochter auf eine waghalsige Flucht.



MEINUNG
Wie auch schon bei Die Frau mit dem roten Schal hat Michel Bussi es gekonnt geschafft den Leser - also mich - zu verwirren und die Grenze zwischen Schein und Realität verschwimmen zu lassen. Zunächst ist man sich sicher, dass Martial seine Frau ermordet hat, aber ich wusste einfach, dass es einen Twist geben musste. Zunächst hatte ich das Gefühl, dass Die Frau mit dem roten Schal einfach nur in ein anderes Setting gesetzt wurde und auf einer paradiesischen Insel spielt. Der Plot hangelte sich andeutungsweise an der sehr ähnlichen Geschichte Jamals lang und mir fehlte die Raffinesse und die Abgrenzung zur bereits gelesenen Geschichte. Nach ein paar weiteren Seite hatte Bussi es dann geschafft und eine eigenständige Geschichte herausgearbeitet. Ständig wechselte meine Ansicht und in meinem Kopf war Martial der Mörder, dann wieder nicht oder war er es doch? Eben genau das möchte ich bei einem guten Kriminalroman erleben. Ständiges miträtseln; durch mehrdeutige Hinweise geleitet eigene Theorien spinnen. Ich hatte immer wieder neue Täter ins Auge gefasst und am Ende kam es doch ganz anders.

Auch wenn ich zunächst eine andere Geschichte erwartet hatte, da ich durch Titel, Cover und Klappentext davon ausgegangen bin, dass sich Lianes Tochter Josapha nach dem Verschwinden der Mutter alleine durchschlagen muss und niemandem trauen kann; nicht einmal oder besonders nicht ihrem eigenem Vater. Der tatsächliche Plot gefiel mir auf jeden Fall besser und die Charaktere waren durchaus sympathisch. Als einziges die zielbewusste Polizistin Aja war für mich etwas anstrengend. Zwar finde ich es toll einen starken weiblichen Charakter zu haben, aber irgendwie ließen sich nicht alle Charakterzüge miteinander vereinbaren. Ihren Partner Christos mochte ich hingegen trotz seiner eher Faulenzereigenschaften sehr, da er seinen Job gut mit Herzblut ausgeführt hat; es allerdings anders als Aja nicht eingesehen hat seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zu opfern. Da spielte es auch keine Rolle, das ein Mörder frei herumläuft. Seine Freundin Imelda, die durch Durchblick glänzte, war eine wirklich grandiose Ergänzung und ich mochte ihre Miss Marple Methoden.

Der Schreibstil konnte mich wie auch beim letzten Mal nicht hundertprozentig überzeugen, obwohl dieser nicht mehr ganz so simpel und abgehakt war. Die Kapitel sind in diverse Abschnitte mit Uhrzeitangabe eingeteilt, welche an verschiedenen Orten erzählt werden und sich somit um andere Charaktere drehen. Wir erfahren teilweise im Minutentakt was die Charaktere unternehmen. Die Wahl dieser Erzählweise passte somit zum simplen Schreibstil und war nicht weiter störend. Das viel größere Problem für mich waren die Szenen aus der Sicht der 6-Jährigen Tochter Josapha. Diese waren als einzige nicht aus der neutralen Erzählperspektive, sondern direkt aus der Sicht der Ich-Perspektive Josaphas. Eigentlich eine schöne Idee, um den kindlichen Charakter und die Verwirrung Josaphas darzustellen, weil man sich direkt in ihre Sicht der Dinge hineinfindet, jedoch hat sich Bussi für mich nicht in die Gefühlswelt einer 6-Jährigen hineinversetzt. Ja, die Szenen wirken irgendwie kindlich, aber dennoch hat Josapha teilweise eine Auffassungsgabe, die über ihr Alter hinausgeht - besonders die gewählte Sprache ihrer Gedankengänge ist für ein Kind schlecht gewählt gewesen.

Zum Abschluss kann ich nur ein Zitat aus meiner Rezension zu Michel Bussis Die Frau mit dem roten Schal verweisen. Denn auch dieses Mal trifft es zu, dass "durch die Vermischung von Gegenwart und Vergangenheit wurde das Puzzle noch größer und die Wahrheit rückte immer weiter in die Ferne. Ich musste immer wieder neue Theorien aufbauen, die mich in keinem Fall angemessen auf das Ende vorbereitet haben."



FAZIT
Wieder ein absoluter Pageturner, der durch seine vielzähligen Wendungen und das grandiose Versteckspiel Martials lebt. Die Spannung und Raffinesse sorgen für 4 von 5 Punkten von mir. Wer auf Geschichten mit überraschenden Wendungen steht ist hier genau richtig, denn Michel Bussi versteht es einfach den Leser in die völlig falsche Richtung zu lenken, um am Ende noch einmal zu überraschen.

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Have Courage, Be Kind: The Tale of Cinderella

Brittany Candau , Cory Godbey
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei DISNEY PR, 27.01.2015
ISBN 9781484723616
Genre: Kinderbuch

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306 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 134 Rezensionen

familie, liebe, bettelarmband, viola shipman, generationen

Für immer in deinem Herzen

Viola Shipman , Anita Nirschl
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 25.05.2016
ISBN 9783810524256
Genre: Romane

Rezension:

INHALT
Eine Familientradition schweißt die Frauen der Familie Lindsey zusammen. Bereits die Großmutter der ausgeflippten Lolly hat ihr Leben lang ein Bettelarmband mit bedeutungsvollen Anhänger geschmückt und ihrer Tochter jedes Jahr zum Geburtstag und besonderen Meilensteinen einen Anhänger geschenkt. Diese Tradition ist bei Lauren nun schon in der fünften Generation angekommen, aber langsam scheint der beruhigende Klang der Bettelambänder zu verstummen.

"Aber ich höre die Stimmen meiner Familie im Klimpern der Anhänger an meinem Arm." ~ S. 13  


Lolly lebt alleine und ihre Tochter Arden und Enkelin Lauren sind in ihrem eigenen Leben gefangen und haben Lolly bereits seit eienr gefühlten Ewigkeit nicht mehr besucht. Doch ein Brief verändert alles, denn beide meinen einen Hilferuf Lollys darin zu sehen und brechen nach Michigan auf, um Lolly Gesellschaft zu leisten. Kann ein Sommer in Michigan alles ändern und führt die drei Lindseyfrauen wieder zusammen?

MEINUNG
Ein unglaublich schönes Buch, welches voller Gefühle und besonderen Momenten ist. Ich war total überrascht zu erfahren, dass Viola Shipman eigentlich das Pseudonym des männlichen Schriftstellers Wade Rouse ist. Aber spätestens seit John Green weiß nun auch wirklich jeder, dass auch Männer es unglaublich gut schaffen Emotionen einzufangen und Wade Rouse ist dies wirklich grandios geglückt. Beim Lesen bin ich immer wieder gezwungen gewesen zu lächeln, zu lachen und auch die ein oder andere Träne musste im Bus zurückgehalten werden. Es fehlte zwar noch ein wenig, um mich als verzweifelten Wasserfall zurückzulassen, aber dennoch ist dieses Buch voller wunderschöner Gefühle.

"Sie erzählen die Geschichte davon, woher wir kommen, wie weit wir es gebracht haben und wohin wir noch zu gehen hoffen." ~ S. 81  
 
Der Schreibstil ist geprägt von Lebensweisheiten und man schwebt nur so von Weisheit zu Weisheit, von Seite zu Seite. Der auktoriale Erzählstil wechselt von der Gegenwart in die Vergangenheit, denn durch diese werden die Bedeutungen der verschiedenen Anhänger an Lollys Bettelarmband verdeutlicht und man lernt etwas über die spannende und schöne Familiengeschichte der Lindseys. Mir haben die Rückblenden noch besser gefallen als die Gegenwart, da man so die schwierige Überfahrt Marys aus Irland in die USA miterlebt hat, sowie beim Bau des gemütlichen Hauses am See und dem Schließen lebenslanger Freundschaften. Jeder Anhänger erzählt eine Geschichte, denn jedes Leben ist geprägt von vielen kleinen Momenten. Im Buch geht es neben schönen Momenten auch viel um Trauer und Verlust, aber gerade weil nicht versucht wird das Leben verschönt darzustellen, war die Geschichte für mich umso wundervoller. Es wird einem bewusst was im Leben wirklich zählt und wenn man genau hinhört, kann man vieles beim Lesen dieser Geschichte lernen.

"Man muss seine Vergangenheit zwar in Ehren halten, aber das Augenmerk auf die Zukunft richten." ~ S. 208  
 
Es ist definitiv keine Schnulze, die durch Kitsch nur an der Oberfläche kratzt. Die verträumte und poetische Sprache verleiht dem Buch etwas Wundervolles. Allerdings muss man zu bedenken geben, dass die Probleme der Familie teilweise zu schnell durch einen schönen Spruch Lollys oder einer Geschichte gelöst sind. Jedoch lässt Lollys positive Art irgendwie keine Zweifel daran, dass es auch tatsächlich so sein könnte und man sich eben nicht mit Problemen rumschlagen sollte, sondern einfach durch seine Einstellung bereits vieles ändern kann. Lolly ist einfach so ein Mensch und auch wenn ihr Charaktere stellenweise etwas zu überzogen ist, passt dieser für eine Geschichte wunderbar. Ihre Tochter Arden ist das genaue Gegenteil und denkt logisch und plant voraus. Sie war mir auf eine ganz andere Art sympathisch und ich hatte wirklich Mitleid mit ihr. Sie ist übrigens in der Leserunde am schlechtesten angekommen, aber gerade ihre realistische Art hat mir als Kontrast sehr gut gefallen. Lauren ist eine Mischung aus ihrer Mutter und Großmutter, denn sie ist kreativ, aber setzt ihre Wünsche (übrigens wie Arden auch) hinten an und versucht stattdessen das Richtige und Logische zu tun. In einem Buch funktioniert das einfach nicht, aber im wahren Leben ist dies nun einmal traurige Realität.

"Aber du darfst nicht vergessen: Unglücklich sein kann dich völlig auffressen, ohne das du es überhaupt bemerkst. Glücklich zu sein ist eine bewusste Entscheidung." ~ S. 116  

Mir hat übrigens der der Handlungsort sehr gut gefallen, da ich selbst ein Jahr in Michigan gelebt habe und mich in diesen Staat verliebt habe. Die natürliche Schönheit wird wundervoll eingefangen und ich habe mich sofort zurückversetzt gefühlt. Lustigerweise habe ich noch ein Puzzle der Sleeping Bear Dunes, welche ebenfalls Platz im Buch finden, gefunden und musste direkt lospuzzlen, weil ich Lolly mit ihrer besten Freundin leidenschaftlich gern gepuzzlet hat und ihre Freundschaft sich so geformt hat.

FAZIT 
Eine perfekte Sommerlektüre voller Gefühl, Witz und Charme. Wer in die Schönheit Michigans entführt werden möchte und Lust auf ein Leben voller Hindernisse, welche man am besten gemeinsam lösen kann, hat, sollte zu Für immer in deinem Herzen greifen. Die Geschichte voller Lebensweisheiten hat von mir verdiente 4 von 5 Punkten erhalten.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Jungle Book

Rudyard Kipling
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei COLLINS, 01.03.2016
ISBN 9780062389503
Genre: Romane

Rezension:

PLOT
A beautiful collection of stories that include the well-known tale of the boy Mowgli, who grew up among wolves in the jungle. He was taught in the ways of the jungle by the bear Baloo and is grateful to the wise panther Bagheera, who made it possible for Mowgli to stay with the wolves. Furthermore we learn about the brave mongoose Rikki-Tikki-Tavi, the stubborn little seal Kotick, and many more creatures who live in the jungle, the ocean and other wild places.

OPINION
I have to admit that I was surprised about all the others stories in The Jungle Book. Even though Mowgli's story takes up the greatest part of all the stories, because it is dealt with in three chapters, I was surprised that the fourth chapter suddenly didn't play in the jungle and neither Mowgli nor any other creature we have met before takes part in this story. 

I really enjoyed all the other stories and was pleasently surprised about the tales included. The white seal Kotick for example is a stubborn little fellow, because he doesn't take no for an answer and swims through the ocean year after year in order to find a safe haven for himself and all the other seals that are killed by humans. I enjoyed his story and the one about Rikki-Tikki-Tavi the most after Mowgli's adventures.


This edition is extra special, because of the lovely illustrations and interactive elements. Included are maps of the journeys a few of the characters experience, dials that spin in order to make certain characters dance, handwritten laws of the jungle and so much more. I love books into which the designers put so much thought and it makes the reading experience a lot more memorable. The illustrations are drawn with detail and love and the cover is already an eye-catcher everybody will fall in love with immediately.

But be aware that the stories have been written in the late 19th century and archaic grammar might hinder readers who aren't used to old forms of pronouns. Thou (:D) will be thrown at with the differences of thou, thee, thy, ye and many more, but overall the language isn't difficult at all and includes simple sentences all along. Don't expect Shakespearean English and mixed up sentences. Rudyard Kipling won't talk anything like Yoda, but just be aware, that a few words might seem weird. But personally I enjoyed this a lot, because it makes you actually feel that you are reading a classic and not some run-of-the-mine book.

CONCLUSION
I fell in love with this illustrated edition right away. When my preorder finally arrived, I had to glimpse through the pages and smiled all along. It's just beautiful and it makes a great gift for book lovers, but is jsut as perfect as a little treat to oneself. Go ahead and buy it right away. I bet you will fall in love just as much as I did. This edition receives 5 out of 5 points, because of the lovely illustrations and interactive elements.

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272 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

homosexualität, liebe, coming out, freundschaft, jugendbuch

Nur drei Worte

Becky Albertalli , Ingo Herzke
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.02.2016
ISBN 9783551556097
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Simon hat ein Problem. Es ist nicht, dass er schwul ist oder das er es noch niemandem erzählt hat. Es ist nicht, dass er seine Seele einem mysteriösem E-Mail Freund ausschüttet und sich in den Unbekannten verliebt. Nein, sein Problem ist, dass ein Mitschüler diese heimlichen Mails mit seinen Geständnissen entdeckt und Simon nun erpresst. Um seine eigene, aber vor allem Blues, Privatsphäre zu schützen, geht er auf den Deal ein.

MEINUNG
Ich liebe dieses Buch, was besonders an den sympathischen Charakteren liegt. Ich liebe Simon, ich liebe Nick, Leah und Abby. Ich liebe den super süßen Hund Bieber. Achja, und ich liebe Blue. Eigentlich gibt es keinen Charakter, den ich nicht sympathisch fand. Selbst der 'Bösewicht' hat mir irgendwie Leid getan. Diese Tatsache liegt wohl daran, dass Becky Albertalli es irgendwie geschafft hat selbst kleinen Nebencharakteren Tiefe zu verleihen. Simon ist jedoch mein absoluter Lieblingscharakter, da der nerdige Protagonist wundervolle Vorlieben hat. Beispielsweise liebt er Oreokekse (wer tut das nicht?), er ist ein totaler Potterhead (wer ist DAS nicht?), und er steht auf depressive Indie-Musiker (mir ein wenig zu Indie). Außerdem ist er ein Romantiker und Träumer. Wenn er mich nicht zum Schmunzel gebracht hat, dann brachte er mich dazu zustimmend zu nicken.

"Ganz egal, wer du bist: Die Pubertät ist gnadenlos." ~ S. 18 
Nicht nur die aktuellen popkulturellen Bezüge machen das Buch lesenswert. Ich fühlte mich parallel auch irgendwie in einer Zeitkapsel gefangen. Musik aus verschiedenen Jahrzehnten, wie The Who, Lynyrd Skynyrd oder Elliott Smith; Flokatiteppich, Pokémon und die Power Rangers. Nicht direkt im Buch erwähnt, aber kennt ihr noch Blue's Clues? Ich hatte die ganze Zeit die Kinderserie und die dazu passenden Lieder im Kopf, weil jetzt mal im Ernst - im Buch wird die ganze Zeit gerätselt wer Blue sein könnte und dafür werden Hinweise, also Clues, gesucht, da liegt die Verbindung doch Nahe. Obwohl ich sagen muss, dass für mich schon ziemlich früh klar war, wer Blue ist und ich mich besonders zum Schluss über Simons Inkompetenz aufgeregt habe - warum konnte er es nicht früher sehen? Klar, das Buch wäre dann noch kürzer gewesen und ist so bereits mit ca. 320 Seiten sehr kurz gehalten und hätte stellenweise ein wenig spannender sein können.

"Drei Worte. Nur drei bescheuerte Worte, und ich bin nicht mehr der gleiche Simon." ~ S. 169 
Mir hat übrigens gut gefallen, dass die Suche nach Blue und die Erpressung durch Martin nicht der einzige Bestandteil war. Die Freundschaft zwischen Simon, Nick, Leah und Abby hat ebenfalls große Bedeutung und ist einfach fantastisch. Zwar kommen nicht alle miteinander aus, aber Simon hat in den dreien wundervolle Freunde, die verständnisvoll sind und ihn immer unterstützen. Durch diese Freundschaft war die Hürde für ihn sich zu outen vermutlich geringer als für Blue, obwohl ich wie Simon der Meinung bin, dass es eigentlich nicht so eine große Sache sein sollte homosexuell zu sein - warum muss sich nicht jeder outen? Als hetero, homo oder sonst was? Dann würde sich auch eine bestimmte Gruppe der LGBT Community sich nicht mehr so verdammt wichtig nehmen müssen.

"Aber ich habe die Nase voll vom Coming-Out. Ich mache ständig irgendein Coming-Out. Ich versuche mich nicht zu ändern, aber ich ändere mich ständig, laute kleine Verwandlungen." ~ S. 63
Neben seinen Freunden hat Simon auch riesiges Glück mit seiner Familie. Sie schauen gemeinsam irgendwelche Serien, spielen Facebook-Schnitzeljagd und sein Vater macht typische Dad Jokes. Die Facebook-Schnitzeljagd finde ich besonders toll, denn dort musst jeder seinen Facebook Newsfeed nach einem vorher festgelegten Thema durchforsten, beispielsweise ein Freund, der gerade geheiratet hat oder jemand der seine politische Ansichten in langen Tiraden teilt oder oder oder. Wer als erstes fündig wird hat gewonnen und sollte teilweise darüber nachdenken seine Freundesliste zu überarbeiten.

FAZIT 
Simons Geschichte ist auf jeden Fall lesenswert, auch wenn stellenweise ein wenig die Luft raus ist und es ein wenig dauert überhaupt erst in die Geschichte reinzukommen. Ich habe mich auf jeden Fall in die sarkastische und etwas schrullige Art Simons verliebt und das Ende lässt einfach hoffen, dass die Menschen wieder mehr lieben. Nicht nur auf romantische Art, sondern einfach die Liebe zu seinen Mitmenschen. Zwar war es nicht die schöne Liebesgeschichten aller Zeiten, aber dennoch gibt es von mir  4 von 5 Punkten für eine tolle Freundschaft, die erste Liebe und viel Humor. Schnappt euch also ein Glas Milch, eine Packung Oreokekse und Nur drei Worte von Becky Albertalli für einen tollen Leseabend.

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Tags: carlsen, coming of age, young adult   (3)
 

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märchen, rapunzel, krimi, erpressung, leicht zu lesen

Rapunzelgrab

Judith Merchant
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2015
ISBN 9783426514634
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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dystopie, mördergen, infernale, sophie jordan, jugendbuch

Infernale

Sophie Jordan , Ulrike Brauns
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.02.2016
ISBN 9783785581674
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Gewalttaten nehmen auf der ganzen Welt stetig zu. Besonders in den USA kann mit dem anwachsenden Schwall an Mördern und Verbrechern kaum noch Sicherheit geboten werden - ein Sündenbock muss her. Ein Großteilt der Gewaltverbrecher hat nachweislich ein sogenanntes Mördergen in ihrer DNS und mit der wachsenden Angst und Panik, sollen nun alle Bürgerinnen und Bürger der USA auf das Mördergern HTS (Homicidal Tendency Syndrome) getestet werden. Zunächst werden alle positiv getesteten Bürger, aufgrund ihres potentiell höher eingestuften Hang zu Verbrechen, nur eingeschränkt isoliert. Dazu zählen monatliche Besuche beim Bewährungshelfer oder Schulklassen speziell für jugendliche Träger des Mördergens. Für Musterschülerin Davy bricht eine Welt zusammen als Trägerin des Gens identifiziert zu werden, denn nun muss sie ihre Privatschule, Freunde und Zukunftsaussichten hinter sich lassen und ihr Leben als Geächtete fortsetzen.
 
MEINUNG
Der Plot hörte sich für mich bereits in der Programmvorschau unglaublich spannend an und somit ist das Buch direkt auf meiner Wunschliste gelandet. Zu meinem Geburtstag im Februar habe ich es dann kurz nach der Veröffentlichung erhalten, aber bin trotz Vorfreude nicht zum Lesen gekommen. Auf der Leipziger Buchmesse haben Philip und Saskia dann von ihrer Enttäuschung berichtet, da sie das Hörbuch auf der Hinfahrt zur Messe gemeinsam gehört haben. Beide waren von der Umsetzung des interessanten Plots weniger begeistert und somit hat es sich immer weiter verzögert, dass ich zu Infernale gegriffen habe. Letzte Woche habe ich mich dann doch durchgerungen, weil ich das Buch ja bereits hatte und es somit auch eine Chance verdient hat.

Anders als den beiden, und vielen anderen Bloggern, hat mir Infernale wirklich gut gefallen. Auch wenn viele Stellen vorhersehbar waren, hat mich der ein oder andere Twist doch überrascht. Die Charaktere waren durchaus Klischee, aber an jeder x-beliebigen High School findet man eben diese Charaktere. Das beliebte Mädchen, dem alles in den Schoß zu fallen scheint; der knallharte Draufgänger, der doch eine sensible Seite hat; der schüchterne Nerd, der Mut entwickelt; der nette und sportliche Schönling, der eigentlich doch ein Arsch ist. Man findet diese zwar in jedem Jugendbuch, aber meiner Meinung nach auch im wahren Leben. Ein großer Pluspunkt für mich war das fehlende Love Triangle.

Auch wenn nicht alle Charaktere eine wirklich gravierende Entwicklung mitgemacht haben, konnte ich mich in alle gut reinversetzen und habe besonders mit der Protagonistin Davy mitgefühlt. Ihre Bemühungen mit der Situation klar zu kommen haben nur bedingt funktioniert und ihre (für manche vielleicht nervige) Verzweiflung war für mich durchaus nachvollziehbar. Für mich hat sie die größte Entwicklung durchgemacht, welche stellenweise zwar etwas abrupt war, aber nicht unrealistisch und im Rahmen des Möglichen. Die kleine Liebesgeschichte zwischen zwei Trägern ist das Tüpfelchen auf dem i und hat mir gut gefallen, da diese nicht im Vordergrund stand. Sean konnte mich durch seine sympathische Art sofort überzeugen und sein Charakter (harte Schale, weicher Kern) wurde gut dargestellt. Seine Welt lässt es für ihn nicht zu nach außen weich zu wirken, denn es heißt fressen oder gefressen werden. Im Buch wird nämlich enthüllt, was mit schwachen Trägern passiert. Träger zählen in der Gesellschaft nichts und so gilt das Wort eines Trägers nichts gegen das eines "Normalen". Somit werden schwache Träger häufig ausgenutzt und müssen mit der Schikane aller leben.

Dass ich mich gut in die Charaktere und Geschichte selbst hineinversetzen konnte, liegt wohl an dem lockeren und angenehmen Schreibstil. Dieser ist für ein Jugendbuch äußerst passend und hat das doch heftigere Thema gut erfasst, aber nicht in die Magen umdrehende Brutalität abdriften lassen. Gerade am Anfang wird man in die idyllische heile Welt von Davy eingeführt, welche langsam zu bröckeln beginnt und eine beklemmende Atmosphäre annimmt. Der Umschwung war für mich super spannend, so dass ich Infernale an nur einem Tag durch hatte. Besonders die realistische Zukunftsvision hat mich immer wieder sprachlos gemacht. Menschen brauchen nun mal einen Sündenbock für alles Schlechte in der Welt und so gibt es nur einen schmalen Grat im Kampf zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung.

FAZIT
Ich freue mich bereits jetzt auf die Fortsetzung und kann das Buch jedem empfehlen, der dystopische Jugendbücher gepaart mit Action und Liebe verschlingt. Ein bedrückendes Szenario, welches gut umgesetzt wurde und von mir 4 von 5 Punkten erhält. 

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