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62 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

jugendbuch, schrumpfen, action, infinity, drake

Infinity Drake - Scarlattis Söhne

John McNally , Christian Dreller
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 14.01.2015
ISBN 9783785580646
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf dieses Buch war ich sehr neugierig. Vom ersten Moment an, in dem ich davon hörte. Das klang ganz nach meinem Geschmack mit einem Killerinsekt und einer Bedrohung für die Menschheit. Immerhin ist das doch mal eine nette Abwechslung zu all den Geschichten, in denen die Menschheit sich wie auch immer selbst zugrunde richtet um dann darum zu kämpfen, wieder auf die Beine zu kommen. Das auffällige coole Cover tat sein Übriges dazu. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich es in einer Leserunde auf loveylbooks lesen durfte.
Doch leider stellte sich sehr bald heraus, dass "Infinity Drake" und ich keine Freunde werden würden. Warum? In erster Linie, weil die Geschichte gespickt ist mit (vermeintlich) wissenschaftlichen Begriffen, unter denen ich mir nicht nur nichts vorstellen konnte, sondern bei denen ich sogar die Vermutung hatte, dass sie etwas beschreiben, was es eigentlich gar nicht gibt. Es ist schon blöd, wenn man von etwas liest und keine Bilder davon vor Augen hat, weil man aus dem Begriff nichts ableiten kann, was ein Bild ergeben würde.
Ein paar Begriffe und / oder Namen habe ich gegoogelt. Das hat teilweise geholfen, aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr dazu. Es fallen so viele derartige Begriffe, da hätte ich mir jeden Abend eine Liste für google machen können. So macht mit Lesen keinen Spass. Ich möchte beim Lesen das Geschehen vor mir sehen können. Das hat die Reihe "BZRK", weit besser hinbekommen. An diese erinnerte mich "Infinity Drake" in Sachen Wissenschaft, Kampftechnik und dem Blick auf die Makroebene oft.
Zweitens bin ich halt jemand, für den Action nicht automatisch Spannung bedeutet. Mir geben seitenlange Schilderungen irgendwelcher Kämpfe überhaupt nichts. Natürlich gehört Action zu dieser Geschichte, doch es hätte weniger sein dürfen. Viel zu selten wird auf Spannung aus der Atmosphäre oder einer bedrohlichen Situation gesetzt. Dabei hätte die Geschichte davon einige mehr hergegeben, da bin ich sicher. Für 9 Millimeter große Menschen gibt es sicher genug Gefahren, die nicht mit irgendwelchen Waffen daherkommen. Doch das spielt die Story nur ganz selten mal aus. Diese Passagen haben mir dann widerum gut gefallen. Gleichzeitig habe ich mich aber darüber geärgert, dass sie so selten sind und stattdessen lieber rumgeballert wird.
Das bringt mich zum nächsten Minuspunkt. Mit "Infinity Drake" hat man ein Buch in der Hand. So eines mit Text und ohne Bilder. Keinen Comic! Und in solch ein Buch gehört für mich kein kawumm,* zisch* oder wkztwkztwkzt und drrrrrrrt.
So richtig gut haben mir nur einige wenige Szenen gefallen. Beispielsweise eine, in der sich Finn und seine Truppe durch einen Vorgarten kämpft oder als er und seine Kollegin Delta in ein Haus eindringen und es aus einem so ganz anderen Blickwinkel sehen als man es als normal großer Mensch gewöhnlich tut. Das erinnerte mich ziemlich an den Film "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft", und den mag ich schon immer ;)
Das Killerinsekt selbst fand ich ganz cool. Aber eine coole Killerwespe kann halt nicht eine ganze Geschichte retten.

Ich habe es als sehr mühsam empfunden, das Buch zu lesen. Anfangs bin ich noch über diese ganzen bildlosen Begriffe gestolpert, dazu noch alle naselang vermeintlich erklärende Fußnoten, irgendwann habe ich darüber einfach hinweggelesen. Das hat es etwas leichter gemacht. Und auch die Schauplatzwechsel haben es mir nicht leichter gemacht. Nomalerweise sorgt sowas immer für Auflockerung. Aber eben nicht, wenn es an diesen anderen Schauplätzen genauso krude zugeht.

Vom Cover bin ich noch immer angetan. Ich mag das knallige Gelb mit den schwarzen Kontrasten, die fiese Wespe und den von Blitzen durchzogenen Titelschriftzug. Die kleine Gestalt auf den Buchstaben ist mir dagegen erst recht spät aufgefallen.

Fazit: Mir was hier alles einfach zu viel. Zu viele unnötig ausgewalzte Action- und Kampfszenen. Sowas sorgt nicht automatisch für Spannung. Zu viel wissenschaftliches Geschwafel, das keine Bilder im Kopf aufkommen ließ und stattdessen Zweifel schürte, ob es das alles überhaupt gibt. Zu viele Verstrickungen, die man in diesem ersten Band gar nicht durchschaut. Zu viele so sonderbar "talentierte" Figuren, dass es bei einigen schon eklig wirkte. Wirkliche Spannung kam bei mir selten auf, gelacht habe ich kaum, obwohl John McNally unverkennbar eine gewisse Komik einfließen lässt. Und dann noch diese frappierende Ähnlichkeit mit "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" und "BZRK". Ich habe nichts dagegen, wenn ich in Geschichten Ideen aus anderen Geschichten wiederfinde, aber hier war es mir zu deutlich und zu schlecht gekreuzt. Ich werde die Reihe nicht weiter verfolgen.

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414 Bibliotheken, 8 Leser, 8 Gruppen, 56 Rezensionen

thriller, deutschland, wald, bahnschranke, mord

Tief im Wald und unter der Erde

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 10.08.2009
ISBN 9783442469550
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andreas Winkelmann gehört schon länger zu meinen Lieblingsthrillerautoren. Bei diesem Buch hatte ich anfangs allerdings das seltsame Gefühl, Kommissarin Nele Karminter bereits vorn irgendwoher zu kennen. Ich habe kurz nachgeschaut und sie in "Bleicher Tod" gefunden, das ich vor Längerem gelesen habe. Irgendwie habe ich die Sache mit ihr also quasi von hinten aufgezäumt.
Das hatte aber widerum den Vorteil, dass ich sie nicht erst noch kennenlernen musste. Stattdessen habe ich sie im Laufe dieser Geschichte einfach nur noch besser kennengelernt. Es ist also kein Problem, wenn man in die Thriller mit ihr so quer einsteigt wie ich.
Das Buch beginnt mit einem Rückblick in das Jahr vor dem, in dem die eigentliche Handlung spielt. Schon dieser Rückblick lässt einen schaudern und sorgt für eine wohlige Gänsehaut. Ich fand ihn sogar etwas gruselig und war damit gleich gut eingestimmt auf den Rest der Geschichte.
Ich muss gestehen, dass ich Züge irgendwie auch unheimlich finde. Speziell, wenn es dunkel ist und diese Tonnen an Metall in unaufhaltsamem Tempo vorbeirauschen. Das habe ich bisher zum Glück nur in Bahnhöfen erlebt, aber an einer einsamen Bahnschranke, abends im dunklen Wald, muss das noch viel unheimlicher wirken. Entsprechend schauerlich fand ich hier die Szenen an der einsam gelegenen Bahnschranke.
Erschreckend regelmäßig und schnell hintereinander verschwinden an dieser Schranke junge Mädchen. Nele Karminter und ihr Team müssen herausfinden, wer dahinter steckt und wo sich die Mädchen befinden.
Ich fand diese Jagd nach dem Täter durchweg sehr spannend und habe ordentlich mitgefiebert. Dabei hat mir besonders gefallen, dass die Ermittlungen keineswegs immer wie am Schnürchen verlaufen. Lange haben sie gar keinen Anhaltspunkt, fischen praktisch im Trüben und obendrein sitzt ihnen noch die Chefetage im Nacken. Ich kann mir gut vorstellen, dass Polizeiarbeit in der Realität auch manches Mal so aussieht. Daher mag ich es einfach gerne, wenn Ermittler in Büchern keine Überflieger sind, die den Täter im Nu erwischen. Außerdem freundet man sich hier wirklich leicht mit Nele, ihrer Freundin Anou, dem Kollegen Tim usw an. Das macht es umso spannender, denn natürlich sorgt man sich vor allem um Figuren, die man mag.
Genauso gut hat mir der Schlupfwinkel des Täters gefallen. Solch eine Anlage ist irgendwo schon eine coole Vorstellung. Vielleicht ein wenig gruselig und sicher auch gefährlich, aber eben auch so cool, dass ich mich dort gerne mal genauer umschauen würde.
Der Täter selber dagegen hat nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Natürlich ist er grausam, skrupellos und krank im Kopf, somit also absolut nach meinem Geschmack, aber mir fehlte das gewisse Etwas. Das, was ihn besonders macht und von anderen Psychopathen abhebt. Denn außer einer äußerlichen Eigenschaft gibt es keinen nennenswerten Unterschied zu seinen Kollegen. Und die sind schließlich genauso grausam, skrupellos und krank im Kopf. Andererseits sage ich mir, dass 2009 vielleicht noch nicht so viele Thriller in den Regalen der Buchhandlungen standen und entsprechend weniger Psychopathen dort unterwegs waren als heute. Das kann sein.
Ob man das Motiv bzw den Auslöser für seine Taten für überzeugend hält, das muss jeder für sich entscheiden. Ich habe ja etwas gegen diese Theorie mit der schlimmen Kindheit und finde sie nicht zwangsläufig überzeugend.
Übrigens musste ich ab und zu schmunzeln. Denn man navigiert in dieser Geschichte noch mit Landkarten! Und wenn man Infos über eine Gegend braucht, dann schmeißt man nicht kurz mal google an, sondern fragt bei Ortskundigen nach. Das ist irgendwie niedlich ;)

Das Buch liest sich prima und zügig weg. Andreas Winkelmann gehört für mich zu den Autoren, die beweisen, dass auch ein flüssiger und unterhaltsamer Schreibstil im Nullkommanix für Spannung und eine düstere Atmosphäre sorgen kann. Die Kapitel sind hier recht lang, zumal jedes von einem ganzen Tag erzählt. Das bedeutet aber auch, dass einen jedes ein ordentliches Stück voran bringt.

Bei dem Cover habe ich lange überlegt, ob mir der blutrote Fleck etwas sagen soll. Soll das eine Silhouette von irgendwas sein? Dann habe ich Andreas Winkelmanns "Hänschen klein" daneben gelegt und beschlossen, dass es einfach nur ein blutroter Fleck und wohl ein "Markenzeichen" seiner Thriller aus 2009 / 2010 ist. Das ist auch in Ordnung, Blutrot passt zu einem Thriller. Und ein Wald, wie er im oberen Teil des Motivs zu sehen ist, spielt in der Geschichte eine große Rolle.

Fazit: Ein spannender Thriller, nach dem ich mich auf den kurzen Wegen in meiner dunklen Wohnung durchaus etwas unwohl gefühlt habe. So müssen solche Bücher bei mir wirken, dann mag ich sie. Außerdem fand ich es schön, Kommissarin Nele Karminter etwas besser kennenzulernen und konnte gut nachempfinden, unter welchem Druck sie und ihr Team bei den Ermittlungen stehen. Der Täter hätte für mich gerne etwas einzigartiger sein dürfen, abe 2009 tummelten sich vielleicht noch nicht so viele Psychopathen in den Bücherregalen, so dass dieser hier damals tatsächlich besonders grausig wirkte.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Wach auf und schrei!

Lotte Kinskofer
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.01.2015
ISBN 9783423716109
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein Jugendthriller, da kann ich einfach nicht nein sagen. Außerdem klang der Klappentext wirklich interessant.
Es gab zwar gleich zu Anfang einen kleinen Dämpfer, weil Miriam nicht mehr im Teenageralter ist, doch diese Tatsache trat schnell in den Hintergrund. Denn Laura liegt im Koma, nachdem sie einen Unfall hatte. Und wenig später -es sind keine drei Seiten- stirbt Miriams zweite beste Freundin Kim bei einem Bergunfall. Es ist also gleich von Anfang an etwas los und man wird direkt in die Geschichte hineingeschubst. Ich mag es, wenn sich Bücher nicht mit langen Vorreden aufhalten.
Wenn man den Rückentext nicht gelesen hat, dann ahnt man spätestens bei Miriams Unfall, dass all das keine Zufälle sein können. Das wäre wirklich extrem seltsam.
Auch Miriam kommen nach diesem Unfall Zweifel und sie beginnt -soweit sie es im Krankenhaus kann- Nachforschungen anzustellen. Ehe sie es sich versieht, ereignen sich weitere unheilvolle Vorfälle. Das fand ich alles soweit ganz spannend.
Genauso wie die Frage, ob und wie Miriam mit ihrem neuen Freund, dem Krankenpfleger Daniel, den Täter entlarven würde. Der ist nämlich durchaus clever und gewitzt und absolut kaltschnäuzig, wenn es um die Durchsetzung seiner Pläne geht.
Was ich dagegen überhaupt nicht spannend fand, ist die Frage, wer der Täter ist. Das lag für mich so ziemlich von Anfang an klar auf der Hand. Ich habe mich oft gewundert und den Kopf darüber geschüttelt, dass Miriam das nicht viel schneller erkennt.
Ich schätze aber, dass die Story nicht darauf ausgelegt ist, ihre Spannung aus dieser Frage zu ziehen. Dafür ist die Antwort zu offensichtlich. Vermutlich soll die Spannung wirklich eher daher rühren, wann und wie Miriam dahinter kommt. Und ob und wie sie und Daniel dem Täter das Handwerk legen, und das funktioniert einwandfrei. Beim Finale habe ich mich tatsächlich dabei erwischt, wie ich am Fingernagel geknabbert habe.
Mein spezieller Liebling hier war Krankenpfleger Daniel. Er ist einfach total nett und witzig. Ich habe oft über seine Sprüche und die schlagfertigen Diskussionen zwischen ihm und Miriam lachen müssen. Und auch Miriams Bettnachbarin ist nach dem ersten Schrecken einfach ein Original, liebenswert und alles andere als auf den Kopf gefallen. Ein Thriller darf also auch ruhig mal witzige Szenen haben.

Mit 268 Seiten ist “Wach auf und schrei!” nicht gerade ein Wälzer. Ich habe es an einem Abend gelesen. Es ist einfach angenehm kurz, aber nicht zu kurz, und leicht zu lesen. Die Kapitel haben im Schnitt eine ganz ordentliche Länge. Mit jedem kommt man ein gutes Stück voran. Außerdem sorgen Kapitel aus Sicht des Täters für Abwechslung.

In einer der letzten Rezis hatte ich bereits mal erwähnt, dass ich weiße Cover nicht besonders mag. Zu einem Thriller passen sie für mich einfach nicht richtig. Thrillercover sollten für mich eher düster sein. Dafür gefällt mir aber die schaurige Schriftart beim “…schrei”. Und auch den Kontrast der roten Blüten mag ich gerne. Es sind schöne Akzente im sonst eher schlichten Motiv.

Fazit:  Wer der Täter ist, das wird einem bei “Wach auf und schrei!” wirklich sehr schnell klar. Aus dieser Richtung kann also keine Spannung aufkommen. Die zieht die Geschichte hauptsächlich aus der Frage, wann Miriam die Sache durchschauen wird. Und ob es Daniel und ihr gelingen wird, den Täter zu entlarven und ihm das Handwerk zu legen. Ich gehe davon aus, dass das auch genauso gewollt ist. Und bei mir hat es prima funktioniert. Ein schöner Thriller-Happen für zwischendurch!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

abenteue, ab 12

Australien? Australien!

Tino Schrödl , Ulf K. null , Ulf K. , Ulf Ulf K.
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 18.07.2014
ISBN 9783764170165
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch habe ich aus verschiedenen Gründen gelesen. Erstens fand ich Titel und Cover witzig. Zweitens finde ich Australien toll und möchte un-be-dingt mal dorthin. Drittens mag ich solche Roadmovies per se gerne. Und viertens ist mein erklärtes Ziel derzeit: weg hier! Und sei es nur mit einem Buch.
Genau damit hängt es zusammen, dass ich mich anfangs mit Meo und seiner Einstellung sehr schwer getan habe. Es ist für mich stumpf nicht nachvollziehbar, dass jemand, dem die Chance geboten wird, für eine Zeit nach Australien zu gehen, dankend und sogar ziemlich panisch abwinkt.
Weiterhin habe ich über den Teenie Meo allgemein den Kopf geschüttelt. Ein Fünfzehnjähriger, der am liebsten zuhause rumsitzt, der ständig Panik vor Krankheiten hat, der Veränderungen generell nicht mag. Das einzig teeniemäßige an ihm war, dass er gegen die Pläne seiner Eltern bockt. Ich musste sogar seinem Vater recht geben als der ihn als “Pfeife” bezeichnet. Es stimmt ganz einfach.
Natürlich geht es dann doch auf die große Reise. Zum Glück, wie ich fand. Ich fand echt, dass Meo mal einen solches “Donnerwetter” braucht. Dass er nicht seinen spießigen Kopf durchsetzt und dass er mal merkt, dass es noch etwas anderes auf der Welt gibt als sein sicheres Zimmer. Anfangs sträubt er sich natürlich weiter. Und so normal ich das für einen Teenie finde, das heißt nicht, dass ich das okay finde. Ich hätte den Bengel schütteln mögen!
Deshalb war bei mir auch eine gute Portion Boshaftigkeit dabei als Meo und Odette plötzlich auf sich gestellt sind. So nach dem Motto: nun sieh mal zu, wie du klar kommst, Junge!
Natürlich sind Meo und seine Freundin Odette zunächst restlos überfordert mit der Situation, aber der Wille treibt sie doch voran. Dabei geraten sie in manch seltsame und auch gefährliche Situation, was für Spannung sorgt. Gleichzeitig erfährt man einiges über Land und Leute, was ich ausgesprochen interessan fand. Und ich war -gefährlich hin oder her- neidisch, so neidisch! I Was würde ich für Meos Chance geben! So habe ich Meos und Odettes Erlebnisse nur so aufgesogen und ich bin mir nach diesem Buch umso sicherer, dass ich irgendwann mal nach Australien muss. Soweit man der Ueberreuter Seite entnehmen kann, reist Tino Schrödl gern und viel durch die Welt, deshalb glaube ich ihm seine Beschreibungen. Er schildert Australien und seine Bewohner so anschaulich, dass er einfach dort gewesen sein muss. Und demnach bietet Autralien so viel Schönes…
Natürlich macht es Meo nicht gleich zu einem anderen Menschen, dass er sich alleine mit Odette durch Australien schlagen muss, aber nach und nach verändert er sich dann doch. Das fand ich wirklich schön zu verfolgen, und es hat mich in meiner Ansicht bestärkt, dass der Junge solch einen Kulturschock einfach mal brauchte. Gelegentlich hat er zwar mal einen Rückfall, aber er hat nie genug Zeit, um sich wieder total in sein Schneckenhaus zu verkriechen.
Genauso gut hat es mir gefallen, wie Odette sich entwickelt. Das Mädchen ist trotz aller Widrigkeiten einfach nur pfiffig und cool. Von ihr könnte Meo eine ganze Menge lernen. Sie nimmt viele Dinge wesentlich lockerer und hilft Meo aus manchem Tief heraus.
Das Ende fällt erfreulicherweise sehr authentisch aus. Alles andere hätte ich nicht geglaubt bzw als unglaubwürdig rosarot abgetan. Entsprechend war ich froh über diesen Verlauf. Und so wenig ich anfangs mit Meo zurechtkam, ich wäre neugierig darauf, nochmal von ihm zu hören.

Meo erzählt seine Geschichte selber und legt dabei einen herrlichen Humor an den Tag, den ich ihm angesichts seines Gehabes nicht zugetraut hätte. Ich habe oft geschmunzelt, gegrinst und manches Mal sogar gelacht. Und wenn sich ein Buch so spaßig liest, dann ist es im Nu ausgelesen. Ich habe es als eBook gelesen und die ziehen sich für mich -jedenfalls gefühlsmäßig- oft ganz schön. Doch “Australien? Australien!” hatte ich nach zwei Abenden durch.

Das Cover finde ich witzig mit diesem Krokodil-Warnschild. Außerdem ist es mit den knalligen Farben ein echter Hingucker.

Fazit: Mit Meo hatte ich lange meine Probleme. Es ist, wie es ist: er ist anfangs tatsächlich eine Pfeife. Zum Glück verändert ihn der Roadtrip durch Australien klar zum Besseren. Dafür sorgen interessante, aufregende und mitunter auch gefährliche Situationen. Das ist spannend und interessant. Man erfährt eine Menge über Australien und die Menschen dort. Zusammen mit der witzigen Erzählweise sorgte das dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Und ja: wie gerne hätte ich mit Meo getauscht.

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251 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

meer, magie, liebe, hexen, hexe

Salt & Storm - Für ewige Zeiten

Kendall Kulper , Yvonne Hergane
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.08.2014
ISBN 9783737351003
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch wurde mir quasi von einer Flaschenpost ins Haus gespült, worüber ich mich sehr gefreut hatte. Es stand nämlich ohnehin bereits auf meinem Wunschzettel.
Allerdings dauerte es nur wenige Seiten, da stand die Sache mit “Salt & Storm” und mir bereits auf der K(l)ippe. Die Geschichte spielt nämlich im Jahre 1860. Wer mich kennt, der weiß, dass das viel, viel, viel zu lange her ist um für mich noch interessant zu sein.
Ich habe aber die Zähne zusammengebissen, was auch gar nicht mal so schwer fiel. Erstens fand ich, dass die Geschichte für diese Zeit schon sehr modern geschrieben ist. Zweitens gefiel mir Averys burschikose Art, die ebenfalls nicht so recht in die Zeit passte. Zu dieser burschikosen Art zähle ich es jedoch nicht, dass sie so oft so bockig und widerspenstig ist. Damit wurde mir doch etwas zu sehr übertrieben. Das wäre sicher nicht nötig gewesen. Und drittens hatte ich vom ersten Moment an eine Stimme zu Avery im Ohr, die mir die Geschichte erzählte und im Nu eine geheimnisvolle und schöne Atmosphäre heraufbeschwor. Da habe ich die einsame Insel schnell vor mir gesehen, das kleine Örtchen, in dem Avery lebt, die Hütte ihrer Großmutter, das Meer und den Hafen mit seinen Schiffen. Ich mag das Meer und daher haben Geschichten rund um das Meer per se einen Stein bei mir im Brett.
Spannung kam dagegen für mich erst auf als Tane auf der Bildfläche erschien. Immerhin weiß man als Leser durch den Klappentext bereits, was auf Avery zukommt, wenn sie sich verliebt. Tane hat außerdem eine Bitte an Avery, die ebenfalls für Spannung sorgt. Und seinerseits kann er Avery eventuell helfen, zu einer richtigen Hexe zu werden. Beides fand ich wirklich ganz spannend. Den Part um Tane etwas mehr als den um Avery. Dafür kam in ihrem Teil für mich sehr gut rüber, wie sehr es sie quält, dass die Magie in ihr nicht “ausbrechen” kann. Das kann man beim Lesen tatsächlich fühlen.
Was ich nicht nachempfinden konnte, das waren Averys plötzliche Gefühle für Tane. Anfangs hegt sie alles andere als liebevolle Gefühle für ihn, motzt mit ihm herum, aber als er ihr dann hilft und total nett und gefühlvoll mit ihr umgeht, da ist es mit einem Mal um sie geschehen. Avery fühlt in Sachen Hexendasein und Magie so viel, da wäre für ein bisschen Romantik sicher auch noch Raum gewesen. Es hätte gar nicht so viel sein müssen. Eben einfach genug um diesen Gefühlswechsel nachvollziehen zu können.
Selbstverständlich können und wollen die beiden -vor allem Avery- nicht einsehen, dass es für ihre Liebe nach all diesen Kämpfen keine Chance geben soll, und sie stemmen sich nach Kräften gegen dieses Schicksal. Obwohl ihre Liebe für mich -wie gesagt- nicht so rüber kam, habe ich es ihnen doch gegönnt. Dabei kommt es zu einem sehr dramatischen Vorfall auf hoher See, der wunderbar konsequent endet. Mehr möchte ich dazu nicht verraten, außer dass mich ein anderes Ende enttäuscht hätte.
Die Geschichte hatte für mich also ihre Schwächen, aber durchaus genauso viele Stärken. So bleibt ein guter Gesamteindruck zurück. Ich befürchte, es ist einmal mehr ein Serienauftakt, aber erstmal möchte ich daran nicht glauben. Die Geschichte könnte problemlos für sich stehen und braucht in meinen Augen keinen zweiten oder gar dritten Teil.

Wie schon erwähnt, hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen. Einfach weil er nicht nach 1860 klingt, sondern deutlich moderner. Das wirkt vielleicht etwas skurril, für mich aber genau richtig. Mit einer altertümlichen Erzählweise wäre das Buch bei mir tatsächlich nach ein paar Seiten unten durch gewesen. So aber lässt es sich prima und zügig lesen, ohne dass dabei die Atmosphäre auf der Strecke bleibt.

Das Cover finde ich wunderschön mit den türkisfarbenen Wasserwirbeln und dem Mädchen mit dem rabenschwarzen Haar, das einen so tollen Kontrast zum Türkis bildet. Endlich mal ein Mädchengesicht / Mädchenkopf auf einem Buchcover, das nicht fotorealistisch ist. So hebt sich “Salt & Storm” gut von vielen Genrevertretern ab.

Fazit:  Die Geschichte hat ihre Schwächen. Beispielsweise dauert es, bis es wirklich spannend wird. Außerdem wurden mir Averys und Tanes Gefühle für einander nicht intensiv genug beschrieben. Und ab und zu war mir Avery auch unnötigerweise zu bockig und widerspenstig. Doch als Tane auftaucht, kommt die Story in Sachen Spannung und Dramatik ordentlich in die Gänge. Außerdem konnte ich mir die Insel sehr gut vorstellen und Averys Gefühle um die unterdrückte Magie wirkten schön intensiv. Einen dicken Pluspunkt verdient sich “Salt & Storm” mit seinem konsequenten Ende, das hoffentlich auch das Ende ist. Eine Fortsetzung wäre nicht notwendig.

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156 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

raum 213, jugendbuch, angst, tod, party

Raum 213 - Arglose Angst

Amy Crossing
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Loewe, 10.03.2014
ISBN 9783785578728
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Band 1 dieser Reihe konnte mich zwar nicht komplett begeistern, war aber von der Grundidee her immerhin so interessant, dass ich an der Serie drangeblieben bin.
Wenn man den Vorgänger kennt, dann weiß man natürlich bereits, dass mit diesem Raum 213 an der Eerie High School irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Dass es dort zu seltsamen Vorfällen gekommen ist und dass die wildesten Gerüchte kursieren, die man als Schüler dort besser ernst nehmen sollte. Kennt man Band 1 nicht, so ist das aber kein Problem. Man kann problemlos mit diesem Teil in die Reihe einsteigen, denn er gibt einem genau wie Band 1 alles nötige Wissen über Raum 213 dafür an die Hand. Außerdem dreht sich die Geschichte um andere Figuren. So sind auch in dieser Hinsicht keine Vorkenntnisse nötig.
Bereits auf der dritten Seite hält Madison die geheimnisvolle Einladung zur Party in Raum 213 in der Hand, die mit dem Satz “Bewahre Stillschweigen, sonst könnte das deine letzte Party gewesen sein…und sei pünktlich!” endet.  Weil das Verbotene schon immer einen besonderen Reiz ausgeübt hat, beschließt Madison wider besseren Wissens zur Party zu gehen. Außerdem wird auch ihr großer Schwarm Elijah mit von der Partie sein. Zunächst ist die Geschichte also eine relativ normale Teenie-High-School-Lovestory, was zumindest für mich etwas Klassisches hat. So etwas habe ich früher geliebt und heute versetzt es mich stets um die paar Jahre zurück, was ich wirklich schön finde.
Schon als sich die eingeladenen Kids abends vor der Schule treffen, geschieht Seltsames. Niemand ist da um sie in die Schule zu lassen. Wer hat sie eingeladen? Dann taucht der seltsame Sohn des Hausmeisters auf (den ich schon ganz schön gruselig fand) und lässt sie hinein. Ich weiß noch ganz genau, wie gruselig ich meine alte Grundschule früher fand. Entsprechend gut konnte ich Madisons Angst nachvollziehen als sie durch die dunklen Flure zu Raum 213 gehen. Hier war also schon die erste Gänsehaut fällig.
In Raum 213 angekommen, sieht zunächst alles nach einer ganz normalen Party aus. Musik, Alkohol, Tanzen und Knutschen, besser könnte es nicht sein. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Zwischenfall und plötzlich wollen alle nur noch raus aus Raum 213. Da entfaltet dieser sein unheimliches Eigenleben. Die Tür lässt sich nicht mehr öffnen, die Lichter fallen teilweise aus und die Musik verändert sich. Was wird noch geschehen?
Ich fand das sehr anschaulich und eindringlich beschrieben. So konnte ich mir gut vorstellen, wie es in diesem finsteren Raum mit den zuckenden Lichtern und der psychedelischen Musik sein muss, wenn man nichts mehr richtig sehen und hören kann. Wenn also quasi die wichtigsten Sinne in solch einer Situation ausgeschaltet sind. Ich konnte die Panik der Kids gut nachvollziehen und fand besonders die Erscheinungen gruselig, die sie sehen. Sei es eine Fratze im Fenster oder auch ein Kreuz auf dem Schulhof. Anfangs versuchen sie noch, Ruhe zu bewahren, aber all das sorgt schnell dafür, dass die Stimmung kippt und Panik aufkommt. Zu lesen, wie einige der anfangs so vernünftigen Kids regelrecht den Verstand zu verlieren scheinen, das ist nicht ohne!
Das Geheimnis um Raum 213 wird natürlich auch in diesem Band (noch?) nicht aufgelöst, dafür bekommt man aber eine Antwort auf die Frage, wer hinter der Einladung und dem dramatischen Vorfall steckt. Wer an den Einladungen beteiligt war, hatte ich mir zwar schon gedacht, aber wer das Drama angezettelt hat, das hat mich doch überrascht. Ich fand nur das Motiv etwas schwach, zumal das vorher nicht mal angedeutet wird. Also denke ich wie Madison, dass der Raum selber auch seinen Teil dazu beigetragen hat, dass die Party so ausgeufert ist.

Band 1 habe ich mir noch eingeteilt um ihn besser genießen zu können. Bei Band 2 ging das nicht und ich habe ihn in einem Rutsch gelesen. Aber ich habe länger dafür gebraucht als es beim ersten Teil sicher gedauert hätte. Denn als die Party ihre verhängnisvolle Wendung nimmt, ist es mit den Dialogen, die sich so leicht lesen lassen, weitestgehend vorbei. Stattdessen wird beschrieben, was vor allem Madison in dem Raum sieht und erlebt, und solche Schilderungen lesen sich naturgemäßig nicht so flott. Sonst bin ich kein Fan davon, aber hier wirkt die Story genau deshalb so gut, weil die Ereignisse in Raum 213 so intensiv beschrieben werden.

Ich weiß immer noch nicht, was es mit der Covergestaltung dieser Reihe auf sich hat. Nach Thriller sieht das auch bei diesem zweiten Band nicht aus. Aber aus den roten Farbklecksen kann man mit etwas Phantasie wenigstens Blutstropfen machen. Enttäuschend fand ich es, dass dieses Mal kein Downloadcode für das eBook beilag.

Fazit: Kurz und knapp: wow! Ein super spannender und gruseliger zweiter Band, der seinem Vorgänger spielend den Rang abläuft. Lediglich am Ende offenbarte sich eine kleine Schwäche, die für mich aber nicht sonderlich ins Gewicht fiel. Die Reihe steigert sich, was mich wirklich freut und mir Lust auf Band 3 und 4 macht, die sicher bald gelesen werden.

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197 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

mord, unfall, liebe, thriller, tod

Schmetterlingsschatten

Veronika Bicker
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2008
ISBN 9783401061771
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es war mal wieder an der Zeit für einen Arena Thriller. Meine Wahl fiel auf “Schmetterlingsschatten”, da sich der Klappentext vielversprechend anhörte.
Leider wurde dieses Versprechen für mein Empfinden nicht eingehalten. Dabei bringt die Geschichte eigentlich alles mit, was ich an einem Thriller mag. Es wird eine Leiche gefunden und ehe es Elena sich versieht, werden Zusammenhänge und Ähnlichkeiten mit dem Unfalltod ihrer Schwester Laura deutlich. Was geschah mit dem ermordten Mädchen im Wald? Führte tatsächlich ein Unfall zum Tod ihrer Schwester, oder steckte mehr dahinter? Und wieso zeigt ausgerechnet jetzt eine Clique und ein Junge Interesse an Elena, der sie bisher kaum beachtet hat? Spannende Fragen eigentlich und ich habe durchaus eine Weile geknobelt, was vorgefallen sein könnte. Außerdem konnte ich Elenas Neugierde auf die Wahrheit gut verstehen.
Allerdings konnte ich den Rest von Elenas Wesen und Verhalten kaum bis gar nicht verstehen, und genau das hat mir “Schmetterlingsschatten” letztlich verleidet. Ja, Elena ist mit ihrer egoistischen Mutter gestraft und auch Lauras Tod belastet sie noch sehr. Das ist verständlich. Daher hatte ich ihr ein wenig Aufheiterung  wirklich gegönnt. Entsprechend habe ich mich zunächst noch darüber gefreut, dass Tristan auf der Bildfläche erschien. Vielleicht würde er ein wenig Spass in Elenas Leben bringen. Gewissermaßen tut er das auch, jedoch machen er und seine Clique binnen kürzester Zeit eine solche Rebellin aus Elena, dass ich es als schlichtweg unglaubwürdig empfunden habe. Obendrein hatte ich Elena als ausgesprochen klug eingeschätzt. Jedenfalls solange bis sie sich für Tristan und seine Freunde mehrere Male in Gefahr begibt. In Lebensgefahr sogar! Wo bitte ist da plötzlich Elenas Verstand geblieben? Andererseits, irgend wie habe ich doch die ganze Zeit gehofft, dass Elenas Irrsinn sich letztlich auszahlen würde.
Es war also ein einziges Hin und Her für mich beim Lesen. Mal mochte ich Elena und konnte sie verstehen, dann wieder hätte ich sie am liebsten geschüttelt. Und insgesamt habe ich ihr diese Wandlung einfach nicht abgenommen, was mich geärgert hat.
Wenn ich mich über eine Hauptfigur ärgere, dann hilft auch der beste Krimi oder Thriller nichts mehr. Die Geschichte hat zwar einzelne spannende Momente, doch das Geschehen, wenn Elena mit Tristan zusammen ist, lenkt immer wieder davon ab. So wurden schnell andere Fragen spannend. Beispielsweise, was Elenas Mutter zu ihrer neuesten Eskapade sagen würde. Oder zu welcher Irrsinnstat sich Elena als nächstes würde hinreißen lassen. Das sind nur leider nicht die zentralen Fragen in diesem Thriller, und wenn man die so leicht aus den Augen verliert, dann spricht es nicht eben für eine wirklich interessante Geschichte.
Als wenig glaubwürdig habe ich auch den Showdown am See empfunden. Es gab einfach Figuren in dieser Geschichte, die ich mir nicht als rächender Messerschwinger vorstellen konnte. Entsprechend habe ich nur mit dem Kopf geschüttelt als eine dieser Figur genau das tut.
Das Ende selber hielt dann keine weiteren Überraschungen parat. Irgendwie hatte ich mir das trotz allen Hoffens für Elena und ihre Schwester schon gedacht gehabt. Und zwar nicht, weil ich so talentiert im Knobeln und Kombinieren bin, sondern weil es erstens gar nicht anders sein konnte und zweitens von Anfang an mit dem sprichwörtlichen Handschuh zu fühlen war.

Mit seinen 206 Seiten ist “Schmetterlingsschatten” kein Wälzer. Umso ungewöhnlicher ist es, dass ich dafür mehrere Abende gebraucht habe. Aber es hat mich inhaltlich einfach nicht gefesselt. Vom Schreibstil her gibt es nichts daran auszusetzen. Außer vielleicht, dass es für einen Jugendroman eine Spur zu dröge geschrieben ist. Trotzdem liest es sich an sich ganz gut und zügig. Die Kapitel sind nicht zu lang und die den Kapiteln vorangestellten Texte lockern zusätzlich auf.

Bei diesem Titel ist es nur logisch, dass auf dem Cover ein Schmetterling zu sehen ist. Allerdings muss man genau hinschauen. Auf den ersten Blick könnte er einem entgehen. Für mich ist Pink aber nicht gerade eine Farbe für einen Thriller, und sonderlich geheimnisvoll wirkt diese Gestaltung ebenfalls nicht. Stände nicht “Thriller” drauf, könnte man das Buch auf Anhieb leicht in ein ganz anderes Genre einordenen.

Fazit: Grundsätzlich ist das Rätsel um das ermordete Mädchen und Lauras Tod durchaus spannend. Daraus hätte man etwas machen können. Leider durchläuft die anfangs kluge und vernünftige Elena im Laufe der Geschichte eine Wandlung, die ich ihr nicht abkaufen konnte. Ich habe mich oft wirklich sehr über sie geärgert. Und wenn ich mich über eine Hauptfigur ärgere, übertüncht das problemlos selbst die spannendste Handlung. Da ist es nicht verwunderlich, dass es bei dieser eher leidlich spannenden Story erst recht passiert ist.

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110 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

freundschaft, winter, selbstmord, liebe, psychothriller

Eisblau ist die Liebe

Lena Klassen
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 06.08.2014
ISBN 9783440144961
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Von Lena Klassen kannte ich bislang nur die Dystopie “Wild” aus dem Drachenond Verlag, die mir damals wirklich gut gefallen hatte. Deshalb war ich neugierig, wie sie sich im Thriller-Genre schlagen würde. Dass es ein Thriller für Jugendliche ist, kam mir dabei umso mehr entgegen.
Der Start in die Geschichte verlief einige Seiten etwas holprig. Ich habe immer so meine Probleme damit, in kurzer Zeit mehrere Figuren kennenzulernen. So schnell kann ich sie mir meist nicht merken. Zum Glück fiel es aber dann doch sehr leicht, zumal die Charaktere alle etwas Markantes an sich haben, woran man sie immer wieder erkennt.
Für den Aufhänger dieses Thrillers muss man allerdings eines ganz sicher: daran glauben, dass man sich auf den ersten Kuss verlieben kann, obwohl man sich zuvor seit dem ersten Blick nicht ausstehen konnte. Ich bin leider so unromantisch, dass ich daran nicht glaube. Entsprechend hatte ich so meine Schwierigkeiten mit Lunas Schwärmereien. Aber immerhin ist sie dabei so süß, dass ich es mir ihr zuliebe eingeredet habe soweit es halt ging.
Letztlich lenkte mich der Thriller dann auch ausreichend davon ab. Als Lunas neue große Liebe David auf einem zufrorenen See verschwindet und man neben einem Loch im Eis seinen Schal findet, stet für die Polizei bald fest, dass er dort eingebrochen ist. Das klingt natürlich naheliegend, aber Luna kann und will es sich einfach nicht vorstellen. Ich war dabei hin- und hergerissen. Einerseits wäre es natürlich möglich, denn die Kids wagen sich oft auf die Eisfläche öhne sicher zu wissen, dass sie überall trägt. Andererseits häufen sich bei Luna plötzlich die Anzeichen dafür, dass David doch nicht tot ist. Ich konnte mich bis zuletzt nicht entscheiden, ob ich ihn für tot halten sollte, oder eben nicht. Das hat einen Großteil der Spannung ausgemacht.
Ebenso spannend fand ich auch Lunas Nachforschungen, die sie zusammen mit einigen Freunden aus der Schule unternimmt. Dabei kommen viele Dinge ans Tageslicht, die stets ein neues Licht auf das Rätsel um David werfen. Da macht es Spass, mitzuknobeln. Vor allem, weil man nach und nach an einen Punkt gelangt, wo man sogar an Lunas Freunden zu zweifeln beginnt. Das macht den Fall umso interessanter und einige Male habe ich auch um Luna gebangt. Es geht hier nämlich durchaus gut zur Sache. Einigen der Chraktere geht es ganz schön an den Kragen. Da wird man sich wohl um die Hauptperson sorgen dürfen.
Zwischenzeitlich hatte ich allerdings auch die Angst, die Geschichte könnte hinsichtlich des Grundes für Davids Verschwinden abheben und unglaubwürdig werden. Der Grund für diese Bedenken war ein Treffen von verschiedenen Erwachsenen, die mit David, Luna und den anderen Kids verwandt sind. Glücklicherweise war dies nicht der Fall. Darüber war ich erleichtert.
Das Ende bzw die Auflösung hat mir gefallen. Vor allem das böse Erwachen kurz zuvor als ich erkennen musste, dass ich mich von den Charakteren absolut aufs Glatteis habe führen lassen. Mit diesem Dreh hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Sehr schön! So gehört sich das für einen Thriller / Krimi!Zum Schluss habe ich noch eine Frage, die vielleicht bieder klingt, aber sei’s drum: heißen die Kids heute wirklich so? Luna, Scarlett, Miko? Ich will niemandem zu nahe treten, der so heißt, aber auf mich wirken solche Filmstar-Namen bei Kindern und Jugendlichen irgendwie sperrig. Gut, dass es hier noch einen “altmodischen” Sebastian, David und eine Nicole gab. Es wird noch dauern bis Lunas und Scarletts so normal für mich klingen.

Wenn ein Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist, erleichtert es mir immer das Lesen. Ich finde, dieser Schreibstil ist besonders locker und leicht zu lesen. Entsprechend flogen die Seiten von “Eisblau ist die Liebe” nur so dahin. Luna erzählt wunderbar anschaulich und viele Dialoge bringen zusätzlich Tempo in den Lesefluss.

Der Look des Buchs orientiert sich am Farbton aus dem Titel. Die Kratzer wirken wie Kratzer im Eis, was ebenfalls gut passt. Die Schrift im Hintergrund habe ich erst auf den zweiten Blick entdeckt. Eine schöne Idee. So als könnte man durch den Deckel hindurchsehen wie durch eine Eisfläche.

Fazit:  “Eisblau ist die Liebe” ist ein durchweg spannender Jugendthriller, der einen mit grausigen Begebenheiten und zahlreichen Wendungen bei Laune hält. Ich musste mich zusammenreißen, ihn nicht auf einmal zu verschlingen. Lena Klassen kennt sich offensichtlich nicht nur mit Fantasy und Dystopien aus, sondern auch mit Thrillern. Ich würde mich freuen, mal wieder einen Jugendthriller von ihr zu lesen.

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147 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

kluftinger, krimi, allgäu, kempten, hochzeit

Grimmbart

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer, 20.09.2014
ISBN 9783426199381
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich ein neuer Fall für Kommissar Kluftinger! Das Buch war seit Ewigkeiten vorbestellt und wurde natürlich sofort gelesen als es eintraf. Kluftingers Krimis gehören zu den Büchern, die bei mir gar nicht erst auf dem SUB landen.
Ich hatte sicher keine allzu hohen Erwartungen an “Grimmbart”, nachdem mir der Kommissar im vorigen Band eine ganze Ecke zu dusselig dargestellt wurde. Ich erwartete einfach ein spannendes und unterhaltsames Krimivergnügen.
Daran kann es also nicht liegen, dass es stolze 16 Kapitel dauerte bis mich der Krimi endlich packte. Es war zwar nicht gerade langweilig bis dahin, aber nicht griffig. Natürlich, es gab einen Mord, dessen Umstände recht seltsam sind, es gab mehrere Verdächtige und einen Schauplatz mit Gruselpotenzial, aber so richtig ausgereizt wurde das für mich nicht. Stattdessen habe ich die ersten Ermittlungen als ziemlich blindes Herumstochern empfunden. Mir ist schon klar, dass wohl kaum ein Kommissar in der Realität sofort auf der richtigen Fährte ist. Deshalb darf Kluftinger das auch nicht sein, sonst wäre es kaum glaubhaft. Aber etwas zügiger hätte es schon gehen dürften. 16 von 36 Kapiteln Anlauf ist viel. Ich habe in der Zeit versucht, selber zu Kombinieren, aber das führte ebenso wenig zu einem Zipfel der Wahrheit, daher war das recht frustrierend. Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich mich über Kluftingers Privatleben nur amüsieren kann, wenn er auch bei der Arbeit etwas zustande bringt. Somit konnte mich sein Privatleben in diesen Kapiteln nicht über das Herumstochern hinwegtrösten. Und leider, leider habe ich weder das Schloss, noch den Märchenwald als schaurig empfunden. Daran hat sich bis zum Ende übrigens nichts geändert.
Doch dann war es endlich soweit. Nach sechzehn Kapiteln erwischte mich “Grimmbart” doch noch, und zwar so richtig. Endlich hatte ich das Gefühl, dass die Ermittlungen in die richtige Richtung gehen, endlich konnte ich richtig miträtseln. So mag ich das bei Krimis, dann finde ich sie auch spannend. Es gab eine Reihe interessanter Verdächtiger, es tauchten erste (mögliche) Zusammenhänge auf, immer wieder gab es Wendungen, die einen in eigenen Verdächtigungen wieder ins Wanken brachten, und Kluftinger hat mich dieses Mal wieder mit seiner Clverness beeindruckt. Man traut es ihm zwar in gewissen Situationen gar nicht zu, aber er ist eben doch ein wirklich guter Kommissar, der außerdem über ein verlässliches Bauchgefühl verfügt. Das kann auch nicht schaden. Und genauso möchte ich Kluftinger -zumindest in seinem Job- erleben.
Sein Privatleben dreht sich in diesem Band ganz klar um die Hochzeit seines Sohnes mit der Japanerin Yumiko, kurz “Miki” genannt. Das ist verständlich, denn eine Hochzeit ist eine große Sache, die viel Planung erfordert. Typisch Kluftinger will er das aber nicht so recht einsehen. Auch aus finanziellen Gründen nicht, denn die Kosten häufen sich zusehends. Und sei es nur durch spezielle Kloschuhe für Mikis Familie, weil man so etwas in Japan halt benutzt. Mit der japanischen Verwandtschaft und Kluftinger prallen zwei Welten aufeinander.  Ich fand das ziemlich witzig, auch wenn ich Kluftingers Englisch teilweise zum Fremdschämen empfunden habe. Aber wenn man diese Sprache halt kaum spricht, dann ist das wohl einfach so. Seine japanischen Gäste arrangieren sich ja auch damit und es entsteht sowas wie ein freundliches Einvernehmen.
Beim Finale finden Krimi und das Hochzeitsthema dann gelungen zusammen. Da geht es ebenso rasant und spannend wie auch rührend zu. Eine schräge Mischung, die aber dennoch stimmig ist. Das beweist einmal mehr, dass ein Krimi durchaus ein echter Krimi sein kann, auch wenn sich ein weiterer relaitv großer Teil um das Privatleben des Kommissars dreht.

Durch die besagten ersten 16 Kapiel habe ich mich ziemlich gequält, so ungerne ich es zugebe und so ungerne ich es über einen Kluftinger-Krimi sage. Das hatte aber inhaltliche Gründe. Geschrieben ist “Grimmbart” im bereits von der Reihe gewohnten lockeren und unterhaltsamen Stil, der sich eigentlich lesen lässt wie nix, dem es aber dennoch gelingt, im Nu Spannung aufkommen zu lassen. Das hat der Umschwung nach diesen Kapiteln wieder einmal sehr gut bewiesen. Von da an konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Ich möchte die Verkehrsschilder auf dem Cover der Kluftinger-Krimis zurück. Ich seufzze sehnsüchtig bei jedem neuen Buch. Mir fehlen sie einfach. Da nützt auch der Kasten im Verkehrschildstyle um die Namen der Autoren herum nicht viel. Trotzdem gefällt mir dieses Cover wirklich gut. Es wirkt mit dem Schloss hinter dem Gitter und den finsteren Himmel recht unheimlich. Und der Dachs schaut angemessen böse aus dem Pelz.

Fazit:  Der Anlauf bis mich der Krimi so richtig packte, dauerte mir ganz klar zu lang. Bis dahin wirkten alle Ermittlungen wie ein blindes, ziemlich orientierungsloses Herumstochern. Zum Glück bekam die Geschichte dann doch noch den richtigen Dreh. Plötzlich konnte ich mitknobeln, die Verdächtigen wurden zunehmend interessant und Kluftinger hat mich mit seiner Cleverness mehrmals beeindruckt. In Kluftis Privatleben dreht sich alles um die Hochzeit seines Sohnes und den japanischen Familienbesuch der Braut. Das sorgt für Spass und Turbulenzen, wächst sich dann aber doch zu einem schönen Einvernehmen aus. Diese Entwicklung hat mir gefallen.

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69 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

krimi, mord, krimödie, nordsee, loretta luchs

An der Mordseeküste

Lotte Minck
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Droste Vlg, 01.12.2016
ISBN 9783770015139
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem mir Lorettas erster Fall so gut gefallen hatte und mir ihr zweites Abenteuer irgendwie durchgegangen ist, hatte ich im Rahmen einer Leserunde auf lovelybooks die Gelegenheit, zumindest diesen dritten Band wieder zu lesen.
Der Wiederienstieg fiel mir leicht. An die Charaktere konnte ich mich noch gut erinnern und wer seitdem mit wem was angefangen hat, das hatte ich ebenfalls schnell auf der Reihe. Deshalb würde ich auch sagen, dass man bei dieser Reihe durchaus mit dem zweiten oder dritten Band einsteigen kann.
Loretta und ihre Clique sind in den Ferien an der Nordsee. Die Geschichte beginnt direkt mit dem Leichenfund an ihrer Strandburg. Ich finde immer, dass es einem Krimi einen Schuss an Würze nimmt, wenn so etwas vorweggenommen wird. Deshalb war ich hier zunächst auch etwas skeptisch, ob trotzdem noch richtige Spannung aufkommen würde.
Sie kam auf! Genau ab dem Moment, in dem Lorettas Freund  Frank -just aus dem Alkoholkoma erwacht- sich durch eine unbedachte Frage ins Visier der Polizei bringt. Als Tatverdächtiger Nummer 1! Frank ist meine Lieblingsfigur in dieser Reihe. Ich mag diesen schrägen, aber so herzensguten Kerl unheimlich gerne. Genau deshalb konnte ich nicht glauben, dass er der Mörder ist. Nur leider erinnert er sich nicht, was am Vorabend passiert ist, und so musste ich natürlich unbedingt mit Loretta nachforschen, was sich da getan hat und wer der tatsächliche Täter ist.
Und diese Nachforschungen fand ich dann wirklich super spannend. Allzuviele Personen mischen dabei nicht mit. So kann man gut den Überblick behalten und weiß stets, mit wem man es zu tun hat. Dadurch lassen sich leicht Vermutungen über den Verlauf des Abends und des Tathergangs, sowie Verdächtigungen anstellen. Ich finde es immer toll, wenn ein Krimi so angelegt ist, dass man als Leser so gut mitermitteln und am Schluss tatsächlich auf die richtige Auflösung kommen kann. Ich lag zumindest bei zwei Beteiligten richtig mit meinem Verdacht. Dafür konnte mich das Motiv dann noch überraschen.
Selbstverständlich gibt es auch bei diesem dritten Band wieder eine Menge zum Lachen, allen Leichen und Mördern zum Trotz. Ich mag Lorettas burschikose Art und ihren Humor sehr gerne. Er ist wunderbar bissig und sehr gewitzt. Das trifft so genau mein Komikzentrum.
Gefallen hat mir außerdem die Szenerie dieser Geschichte. Die Nordsee, der Strand, die Deiche und die Landschaft werden so anschaulich und wunderschön beschrieben, dass ich unbedingt auch mal wieder dorthin möchte. Allerdings nur, wenn mir der Wettergott dann genauso hold ist wie Loretta und ihren Freunden, die zumindest in der ersten Hälfte der Geschichte das herrlichste Sommerwetter genießen dürfen. Leider sehen meine Erinnerungen an verschiedene Aufenthalte an der Nordsee sehr anders aus.

Wenn ich ein Buch lese, bei dem ich lachen kann, kommt es oft vor, dass ich es an einem Abend auslese. Bei “An der Mordseeküste” war das nicht der Fall. Einfach weil die Geschichte zwar sehr heiter bis witzig ist, gleichzeitig aber genauso ernst daher kommt wie andere Krimis, die weniger Humor an Bord haben. Das ist schwer zu erklären, ich hoffe man kann das so verstehen. Es ist ein waschechter Krimi, kein Buch, dem es nur ums Lustigsein geht und das man an einem Abend herunterrasselt bzw herunterrasseln sollte. Genau das gefällt mir so gut daran!

Auf den ersten Blick zeigt das Cover die pure Nordsee-Urlaubs-Idylle mit blauem Himmel, Muschelsuchen, einem Leuchtturm und grünen Deichen. Der Muschelschriftzug “I <3 Ruhrpott” sorgt für ein Grinsen. Doch spätestens auf den zweiten Blick erkennt man auch die beiden Beine, die hinter dem Sandwall hervorschauen. Damit ist klar, hinter diesem Deckel wartet ein neuer Fall für Loretta Luchs.

Fazit:  “An der Mordseeküste” hat mir wieder einmal sehr gut gefallen! Ein waschechter und sehr spannender Krimi, bei dem man als Leser toll mitknobeln kann und der so humorvoll erzählt ist, dass man um ein Grinsen und Lachen einfach nicht herumkommt. Ich freue mich schon sehr auf weitere Fälle für Loretta und ihre Freunde. Allen voran natürlich Frank.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

hunde, hund, witzig, paarung, sachbuch

Hundherum glücklich

Mara Andeck
Fester Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.10.2013
ISBN 9783785724866
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich liebe Hunde und habe bei Mara Andecks Jugendbüchern wirklich herzlich gelacht. Da war es nur logisch, dass ich mir auch dieses Buch zulegen würde. Ich mus gestehen, ich hatte etwas anderes erwartet. Ich dachte irgendwie, Mara Andeck würde in erster Linie von ihrem Hund erzählen und was sie bereits gemeinsam erlebt haben.
Das stimmt so direkt nicht. Natürlich berichtet sie ab und zu von ihrem Hund, aber im Wesentlichen ist das Buch ganz allgemein gehalten und nimmt sich den verschiedensten Themen rund um den wedelnden Hausgenossen an. Da geht es beispielsweise um den Hundeführerschein, den Umgang mit den Hinterlasenschaften des Vierbeiners, selbstgemachte Hundeleckereien und dem Hund in anderen Kulturen. Aber auch ernste Themen wie den Tod des geliebten Tieres oder Tierversuche an Hunden kommen zur Sprache. Um nur ein paar der Themen zu nennen, die man in diesem Buch antrifft.
Mit dieser abwechslungsreichen Mischung dürfte Mara Andeck den Geschmack jedes Hundehalters oder Hundliebhabers treffen. Die Hundehalter werden ihren Liebling sicher in einigen Passagen wiedererkennen. Und wer -wie ich- keinen Hund hat, diese Tiere aber trotzdem toll findet, der wird sich auf jeden Fall mit größtem Vergnügen durch die Kapitel lesen. Für beide “Parteien” gibt es hier aber obendrein und ganz klar auch noch viel zu lernen. Über einige Informationen habe ich einfach nur den Kopf geschüttelt. Was für ein Quatsch, was manche Gesetze um den Hund so vorschreiben. Andere wie zB beim Thema Tierversuche haben mich schaudern und am Verstand der Menschen zweifeln lassen. Und über wieder andere habe ich schlichtweg nur gestaunt, meist im positiven Sinne!
Schön ist an diesem Buch, dass es wirklich sehr objektiv geschrieben ist. Sicher, hier und da blitzt schon durch, wie sehr Mara Andeck ihren Hund und Hunde allgemein mag, doch es ist selten. So wird kein Verhalten -egal ob das des Hundes oder das des Menschen- je verurteilt oder vorgeführt. Es bleibt dem Leser und eventuellen Hundehalter überlassen, was er von den geschilderten Informationen hält und wie er sie für sich einsortiert. Ich kann es gar nicht leiden, wenn mir ein Buch gleich auch eine Wertung aufdrücken will, deshalb fand ich das bei diesem Buch wirklich toll! Da können Hundehalter und Hundefreunde eine ganze Menge für sich mitnehmen.

Das Buch liest sich leicht und vergnüglich. Nicht so zum Tränenlachen witzig wie Mara Andecks Teenie-Bücher, aber doch mit einem spitzbübischen Augenzwinkern und Humor. Da macht das Lesen einfach Spass. Zudem sind die einzelnen Kapitel meist knackig kurz. Da kann man auch mal ein paar mehr hintereinander lesen, ohne dass es anstrengt.

Das Cover lädt zum Kraulen ein. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, denke ich. Sehr hübsch! Wer Hunde mag, der wird auch dieses Motiv mögen. Toll sind auch die zahlreichen Illustrationen im Buch. Liebevoll gezeichnet und zum Grinsen komsich.

Fazit: Ein hundherum gelungenes Buch für alle Hunde-Fans! Interessant, informativ, zum Schmunzeln, Staunen und gelegentlich auch zum Kopfschütteln und ein Tränchen verdrücken. Außerdem ist es mit vielen witzigen Illustrationen sehr liebevoll gestaltet. Mara Andeck hat mich auch mit diesem Buch wieder überzeugt.

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195 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

tod, thriller, oma, erpressung, marie

Waldesruh

Susanne Mischke
Flexibler Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2009
ISBN 9783401063362
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Manchmal muss es einfach ein Arena Thriller sein. Die von Susanne Mischke gehen sowieso immer, weil ich stets auf der Suche nach einem bin, der mit meinem Favoriten “Röslein stach” mithalten kann.
Was soll ich sagen? Im Großen und Ganzen habe ich ihn mit “Waldesruh” gefunden!
Marie, ihre große Schwester Janna und ihr kleiner Bruder Moritz leben bei ihrer Großmutter in einem kleinen Häuschen weit vom Schuss. Als die Großmutter eines Tages stirbt, befürchten Marie und Janna, dass sie ins Heim müssen. Heime kennen sie nur zu gut und dementsprechend haben sie absolut keine Lust darauf. Gemeinsam mit Maries Freundin Emily schmieden sie einen Plan. Was, wenn niemand vom Tod der Großmutter erfahren würde?
Sicher wird mancher völlig zu Recht behaupten, dass die Story total unglaubwürdig ist. Ein paar Kinder, die die tote Oma im Wald verbuddeln, sich überall durchmogeln und lange Zeit recht unbehelligt zusammenleben. Es ist schon sehr unwahrscheinlich, dass das klappt und dass solche Kids das abgebrüht durchziehen. Trotzdem hat mir genau das an dieser Geschichte gefallen. Das ist krass, das ist ganz schön schräg und oft bleibt einem dem Mund vor Staunen offen stehen. Wer außerdem mit einer Prise schwarzen Humors gesegnet ist, der hat hier auch manches Mal etwas zum Lachen. Bei “Röslein stach” war es genauso. Deshalb war “Waldesruh” ganz nach meinem Geschmack.
An Spannung mangelt es ebenfalls nicht. Immerhin fragt man sich ständig, ob und wie lange die Freunde mit ihrem Spielchen durchkommen. Es gibt so manche brenzlige Situation. Aus einigen winden sie sich nur mit viel Glück heraus, andere meistern sie, indem sie ungeahnte Talente an den Tag legen. Kreativ sind sie also auf jeden Fall. Ich habe außerdem immer darauf gewartet, irgendwann den Moment  zu erleben, an dem sie an den Rand ihres Einfallsreichtums geraten.
Der tritt ein als sich ein Landstreicher bei ihnen einnistet, der mit allen Tricks nicht dazu zu bewegen ist, wieder zu gehen. Mit ihm nimmt dann das eigentliche Drama der Geschichte seinen Lauf. Ehe Marie, Janna, Emily und Moritz es sich versehen, haben sie es mit echten Verbrechern zu tun. Doch um was geht es denen? Auch das sorgt nochmal für einen Schuss Spannung. Vorhersehbar ist die Handlung zu keinem Zeitpunkt.
Für mich erhielt “Waldesruh” mit der Erkenntnis, um was es den Verbrechern geht, dann leider einen Dämpfer. Nach der bislang so schrägen Story mischt plötzlich ein ganz hundgewöhnliches Verbrechen mit. Das habe ich als zu schlicht empfunden. Für mich nahm es der Geschichte das Besondere.  Mir hätte da ein etwas schauriger Einschlag weit besser gefallen, beispielsweise.

Ich habe “Waldesruh” an einem Abend ausgelesen. Eine Geschichte, die zu drei Vierteln solchen Spass macht, die liest sich einfach weg wie nichts. Zahlreiche Dialoge lockern zusätzlich auf und der jugendliche Ton tut ein Übriges dazu. Außerdem gibt es keine Kapitel, also ist nichts da, was einen zu einer Lesepause verleiten könnte.

So rot ist das Buch ein echter Hingucker im Regal und zieht schon alleine damit die Aufmerksamkeit auf sich. Ich mag aber dieses kleine Häsuchen mit dem engen Zaun drumherum ebenfalls sehr gerne. Es sieht aus wie ein Spielzeughaus und hat einen leichten 3D-Effekt.

Fazit:  Ich hatte mit “Waldesruh” einen sehr vergnüglichen und spannenden Abend. Die Geschichte ist herrlich schräg, krass und schwarzhumorig, ohne dabei aber je wirklich unglaubwürdig oder platt zu wirken. Diese Geratwanderung muss man erstmal schaffen. Im Vergleich dazu war mir das Verbrechen eine Spur zu gewöhnlich, aber immerhin blieb es spannend. Deshalb sehe ich das nicht so eng.

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142 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

internat, thriller, trauen, robison wells, benson

Du kannst keinem trauen

Robison Wells , Alice Jakubeit
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.05.2014
ISBN 9783841421401
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jugendthriller wecken meine Neugier stets aufs Neue. Bei diesem war es ausnahmsweise mal nicht das Cover, das mich sofort ansprach, sondern der Klappentext. Das klang doch so ganz nach meinem Geschmack!
Zu Beginn bekam mein Enthusiasmus aber zunächst einen kleinen Dämpfer. Benson ist nämlich kein normaler Teenager. Er hat eine harte Kindheit und Jugend hinter sich, ist von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht worden und hatte mit allerlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Ihm hängt etwas Rebellisches an. Solch “problematische” Hauptfiguren sind meist nicht mein Fall. Ein solches Leben ist zu weit weg von meinem eigenen, weshalb ich mich nur schwer mit solchen Figuren identifizieren oder mich in sie hineinversetzen kann.
Glücklicherweise stellte sich Benson im weiteren Verlauf nicht als auf Krawall gebürsteter Unruhestifter mit säckeweise Altlasten aus seinem biherigen Leben heraus. Ich fand es gut, dass er stattdessen darauf aus ist, seinem Leben mit der Zeit auf dem Internat doch noch eine positive Wendung zu geben.
Schnell wird Benson und somit auch dem Leser klar, dass diese Schule auf sehr spezielle Art etwas Besonderes und Seltsames ist. Keine Lehrer, Schüler, die sich zu Banden zusammengeschlossen haben, Unterricht, der von den Schülern selber gegeben wird und nichts mit normalem Schulunterricht zu tun hat, eiserne Regeln, die -werden sie nicht eingehalten- mit harschen Strafen wie Hungern oder Schlimmerem geahndet werden. Und außer Benson scheint niemand daran etwas außergewöhnlich oder gar schlimm zu finden. Ich konnte nur zu gut verstehen, wieso ihm all das gegen den Strich geht und weshalb er unbedingt von der Schule weg will.
Gleichzeitig habe ich natürlich gemeinsam mit ihm gegrübelt, was oder wer dahinter stecken könnte. Das sorgt für Spannung. Ein paar Theorien hatte ich schnell an der Hand, doch die wurden über kurz oder lang zunichte gemacht. Da blieb nur die Frage, mit welcher Überraschung die Geschichte noch um die Ecke kommen könnte.
Ich muss sagen, sie hatte eine Überraschung im Gepäck, die sich gewaschen und mich mit offenem Mund hat dasitzen lassen. Damit hatte ich wahrlich nicht gerechnet, aber ich fand es richtig, richtig cool! Außerdem hatte ich nun eine Idee, was hinter dem Internat und seinen Schülern stecken könnte.
Benson stürzt seine Entdeckung ins blanke Entsetzen und für ihn steht damit umso fester, dass er weg muss. Am besten mit ein paar Leuten, mit denen er sich angefreundet hat. Nur wie? Ich konnte mir keine Fluchtmöglichkeit vorstellen und die Strafe, die auf einen Fluchtversuch steht, macht das Vorhaben noch gefährlicher und brisanter.
Das Ende der Geschichte ist actionreich und rasant und lässt einem kaum Zeit zum Durchatmen. Fand ich die vorherigen Paintballduelle noch viel zu langatmig beschrieben, so flog der letzte Teil des Buchs für mich nur so dahin. Und wie könnte es anders sein? Meine Idee über die Hintergründe des Internats wurde hier prompt wieder über den Haufen geworfen.
Ich bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt, und das sage ich mittlerweile wirklich selten, weil fast nur noch Reihen erscheinen. Doch Bensons Geschichte soll mit Band 2 abgeschlossen sein, soweit ich weiß. Das wäre toll! Er erscheint bereits im August.

Die Geschichte ist aus Bensons Sicht geschrieben. Ich mag seine Art zu erzählen. Er klingt einerseits jugendlich locker und ein wenig rebellisch, hat aber auch eine feine Beobachtungsgabe und denkt meist ganz vernünftig. So las sich das Buch ganz interessant und anschaulich. Solch eine Erzählweise treibt mein Lesetempo an. Einige Kapitel sind etwas länger, dafür kommt man damit aber auch ein gutes Stück in der Geschichte voran.

Das Cover fällt mit der riesigen blutroten Schrift vor dem schwarzen Hintergrund natürlich sofort auf. Anhand des Stacheldrahts und der einsamen Gestalt im Wald kann man nur spekulieren, was in der Geschichte passiert.

Fazit:  Ich fand “Du kannst keinem trauen” sehr spannend! Ein erschreckendes Szenario, eine Entwicklung, die jede Theorie, die man sich zurechtgelegt hat, zuverlässig über den Haufen wirft und eine echte Überraschung als man zum ersten Mal einen Zipfel der Wahrheit zu fassen bekommt. Das actionreiche und rasante Ende setzt allem ein vorläufiges i-Tüpfelchen auf. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

geister, sara, jugendliche ab 12 jahren, phoebe rivers, spukhaus

Saranormal - Die Geisterstadt

Phoebe Rivers , Christina Neiske
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 16.05.2014
ISBN 9783833902741
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bei diesem Buch war es mal wieder Liebe auf den ersten Blick was das Cover anbetrifft. Außerdem mag ich solche Geistergeschichten für junge Leser ganz gerne. Das liegt daran, dass ich als Kind lange eine Geistergeschichte als Lieblingsgeschichte hatte
Diese Geschichte hier hält sich mit langen Vorreden nicht auf. Kaum angefangen, erzählt Sara bereits von ihrem ungewöhnlichen Talent. Als erwachsene Leserin fand ich Saras Fähigkeit eigentlich ganz cool und konnte mir manch unheimliche Begebenheit damit vorstellen. Doch Sara ist nicht erwachsen. Sie ist erst zwölf Jahre alt. Sie findet es unheimlich und geht Geistern daher lieber aus dem Weg. Drauf musste ich mich erst besinnen: dass sie eben noch sehr jung ist, und sich genauso verhält, wie es andere Zwölfjährige wohl auch tun würden. So hat es mir dann doch ganz gut gefallen. Ich denke, junge Leser können sich auch eher mit einer Hauptfigur identifizieren, wenn sie nicht immer Herr der Situation und der Held überhaupt ist. Wer ist das im wirklichen Leben schon? Eben! Und so habe ich es übernommen, Saras Gabe eher unheimlich zu finden. Leid tat sie mir auch.
Doch in dem Städtchen, in das Sara mit ihrem Vater zieht, wimmelt es geradezu vor Geistern. Dort kann Sara ihnen nicht mehr aus dem Weg gehen. Und die Geister selber suchen Kontakt zu ihr. Es scheint etwas vor sich zu gehen bzw dem Städtchen scheint etwas bevorzustehen, und scheinbar ist Sara der Schlüssel und die Lösung dafür. Was das ist, ist lange nicht klar. Das sorgt natürlich für Spannung. Ein paar gruselige Szenen -natürlich auf das Alter der Leserschaft abgestimmt- gibt es ebenfalls. Es hat mir Spass gemacht zu überlegen, was da auf Sara und die Stadt zukommen könnte. Und ich habe mich -zugegeben- gefragt, ob Sara einer eventuellen Katastrophe gewachsen sein würde.
Neben dieser Geistergeschichte ist “Saranormal” aber auch eine Geschichte um Freundschaft. Denn Freunde hatte Sara bisher nie so wirklich. Doch in der neuen Stadt freundet sie sich mit Lily und David an, für den sie sogar ein bisschen schwärmt. Das fand ich sehr goldig. Außerdem ist es immer wichtig, Freunde zu haben, auf die man sich verlassen kann. Das zeigt “Saranormal” schön auf, und es ist außerdem eine wichtige Botschaft für die jugendlichen Leser.
Einen besonderen Reiz machte es für mich aus, dass die Geschichte viel Sommerliches an sich hat. Beispielsweise mit Eisessen, sich draußen mit Freunden treffen und einer Promenade am Meer. Vor solch einer Szenerie wirkt eine Schauergeschichte irgendwie etwas bizarr. Das hat was!

Ich habe mit dem Buch einen unterhaltsamen Abend verbracht, dann war es auch schon ausgelesen. Leser ab 10 Jahren werden dafür sicher etwas länger brauchen. Ich fand es schön leicht und locker geschrieben für diese Altersgruppe. So macht Lesen Spass. Und ich finde, so sollten Kinder- bzw Jugendbücher auch geschrieben sein.

Wie schon gesagt, hat es mir das Cover wirklich angetan. Schwarz wie es sich für eine schauerliche Geschichte gehört und mit schönen schnörkeligen Verzierungen. Ganz besonders mag ich den Mädchenkopf im Stil eines Scherenschnitts. Und das Haus sieht wirklich aus wie eine Gruselvilla. Die Krönung wäre es für mich gewesen, wenn die Schnörkel, die Fenster und die Haare des Mädchens im Dunklen geleuchtet hätten. Das stelle ich mir toll vor!

Fazit: Eine schöne und spannende Schauergeschichte für junge Einsteiger in dieses Genre. Sara ist eine erfreulich normale zwölfjährige Hauptfigur, mit der man sich schnell anfreundet und identifizieren kann. Ich würde mir wünschen, sie würde noch weitere Abenteuer erleben.

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263 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

vampire, vampir, prophezeiung, blut, dark heroine

Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir

Abigail Gibbs , Diana Bürgel , Katrin Behringer
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.04.2014
ISBN 9783492702973
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch habe ich gelesen, weil ich vorher so viele Vorschusslorbeeren darüber gehört hatte. Vor allem in die Richtung, dass die Geschichte endlich mal eine andere Art Vampirgeschichte sei. Das gab mir Hoffnung, denn die ganzen romantisch-weichgespülten Blutsauger bin ich ziemlich leid.
Entsprechend groß waren natürlich meine Erwartungen.
Die Geschichte beginnt auch ganz verheißungsvoll. Kaum hat man ein paar Seiten gelesen, steckt man gemeinsam mit Violet in einer seltsamen und gefährlichen Situation, aus der man zunächst überhaupt nicht schlau wird. Das sorgt für Spannung gleich von Anfang an. Und die Brutalität des Überfalls gab mir weiterhin Hoffnung, hier auf Vampire zu treffen, wie sie ursprünglich mal gedacht waren.
Wenig später lernt man dann Vampir Kaspar kennen, in dessen Haus Violet von nun an gefangen ist. Mir hat es gefallen, dass er sich nicht binnen kurzer Zeit in Liebesschwüren zu Violet ergeht. Ganz im Gegenteil macht er einen ausgesprochen ruppigen Eindruck. Violet hat mir ebenfalls gefallen, weil sie so schön selbstbewusst und energisch wirkt. Ich mag es nicht (mehr), wenn Mädels angesichts eines attraktiven Vampirs sofort dahinschmelzen. Das gab es einfach schon zu oft. Von daher hatte “Dark Heroine” für mich durchaus etwas erfrischend Neuartiges an sich. Zurück zu den Wurzeln der Vampirgeschichten quasi.
Lange Zeit fand ich die Geschichte wirklich spannend. Vor allem habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wieso Violets Vater so wenig unternimmt um seine Tochter zu befreien. Zudem gab es einige brenzlige Siatuationen für Violet und irgendetwas scheint in Kaspars Familie vor sich zu gehen, das mit Violet zusammenzuhängen scheint. Ein wenig kann man da natürlich spekulieren, denn der Titel des Buchs gibt ja schon einen Hinweis, aber was es genau damit auf sich hat, das stellt sich erst nach und nach heraus. Über den gesamten Geschehen liegt eine düstere und bedrohliche Atmosphäre. Wenn ich an die Geschichte zurückdenke, kommt mir die Farbe Schwarz in den Sinn. Ehrlich gesagt, war es mir doch etwas zu viel der Düsternis. Den Humor, der angeblich in der Geschichte steckt, habe ich leider nicht entdecken können. Das finde ich sehr schade.
Das ist aber nicht der einzige Grund, wieso mich “Dark Heroine” nicht komplett überzeugen konnte. Der zweite wesentliche Grund ist, dass es mir zum Ende hin schlichtweg zu komplex wurde. Alleine schon, alle Figuren auf die Reihe zu kriegen! Ich weiß schon jetzt, dass ich -sollte ich Band 2 lesen- Probleme haben werde, mich an alle zu erinnern und sie richtig einsortieren zu können. Dann sind da noch die Zusammenhänge und Verstrickungen. Dafür, dass davon lange nichts zu erahnen ist, geht es in der Hinsicht zum Ende hin in die Vollen. Ich hoffe, ich konnte mir das Nötigste merken. Und zuletzt noch wurde es mir schon wieder zu viel mit Vampiren und Dhampiren und und und. Da war für mich das anfänglich Neuartige ein ganzes Stück weit dahin.

Ich habe lange für das Buch gebraucht. Das ist ein recht deutliches Zeichen, dass es mich nicht so ganz fesseln konnte. Dabei liest es sich gut. Violet hat eine angenehm jugendliche und anschauliche Art zu erzählen. Viele Kapitel sind auch aus Kaspers Perspektive geschrieben. Sie klingen düsterer und leicht bedrohlich. Das sorgt für Abwechslung. Ich hätte mir noch einige Dialoge mehr gewünscht. So hat das Buch einen sehr wuchtigen Eindruck bei mir hinterlassen.

Auch das Cover präsentiert sich düster. Ich finde ja, dass Schwarz und Blutrot immer gut zu einem Vampirbuch passen. Ansonsten gibt das Motiv nichts über die Geschichte dahinter preis.

Fazit:  Die Geschichte begann vielversprechend mit einer spannenden Situation und sympathischen Charakteren. Leider blieb es für mich nur bis zu dem Moment spannend als die Story wie aus dem Nichts einen Sack voll Figuren, Zusammenhänge und Verstrickungen hervorzauberte. Im Verhältnis dazu geht es zuvor wirklich sehr ruhig zu. Entsprechend erschlagen habe ich mich gefühlt. Ich bezweifle, dass ich all diese Details zum Erscheinen von Band 2 noch auf die Reihe kriege. Daher denke ich, werde ich den zweiten Band wohl nicht mehr lesen. Zudem habe ich den angekündigten Humor vermisst, sodass die Geschichte bei mir insgesamt einen finster-tristen Eindruck hinterlassen hat.

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194 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

britta sabbag, stolperherz, musik, krankheit, roadtrip

Stolperherz

Britta Sabbag
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Boje, 14.02.2014
ISBN 9783414823816
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ein Buch gelesen habe und nach dem anschließenden Stichwortenotieren ein Zettelchen voll mit Lob und positiven Punkten vor mir liegt. Leider ist das sehr selten, aber bei “Stolperherz” hielt ich endlich  wieder ein solches Komplimentezettelchen in der Hand.
Ich weiß gar nicht, wo ich zu loben anfangen soll…
Am besten vielleicht bei Sanni, die ich vom ersten Moment an mochte. Natürlich tat sie mir leid wegen ihrer Krankheit, aber noch viel mehr habe ich sie bewundert. Für ihre guten Nerven, mit denen sie ihre überbesorgte Mutter aushält, für ihren Humor, den sie sich trotz allem bewahrt hat, für ihren Mut, sich über alle Verbote hinwegzusetzen und mit den Jungs auf Tour zu gehen und für ihren Willen, sich nicht von Kira und Michelle ausbooten zu lassen. Außerdem konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen. Es war für mich teilweise erschreckend wie ähnlich sich Sanni und ich (damals mit 15 Jahren) sind. Diese Schüchternheit und diese Unsicherheit, die Angst vor allen möglichen Dingen wie zB dem freien Sprechen vor eine Gruppe Leute usw. Darin habe ich mich so wiedergefunden, dass es ein Leichtes war, mich in Sanni hineinzufühlen.
Den nächsten Kelch Lob schütte ich über der Geschichte an sich aus. Welches Teeniemädel träumt nicht mal davon, mit einer Band auf Tour zu gehen? Sanni hat dieses Glück. Auch wenn sie nicht die Spitzenreiter der Charts begleitet, sondern eine eher lokal berühmte Band. Für sie ist es trotzdem das größte Abenteuer. Unter anderem, weil ein gewisser süßer Bassist natürlich mit von der Partie ist. Von Luxus und Starallüren ist hier weit und breit nichts zu finden. Man stapelt sich zum Schlafen in winzigen Zimmern oder gar dem Tourbus, die Clubbesitzer sind oft reichlich schräg drauf, aber ich habe das so als schön realistisch empfunden. Welche Schülerband darf schon in Luxussuiten nächtigen? Wohl keine.
Gerade weil es oft so unkomfortabel ist, immer wieder Probleme auftauchen und die Clubs meist Räucherbuden sind, kam bei mir beim Lesen dieses Gefühl einer solchen Tour umso besser auf. Das hat viel mehr Charme und Abenteuer als wenn man über eine glitzernde Musikwelt lesen würde. Ich war einige Male wirklich neidisch auf Sanni. Solch ein Abenteuer könnte mir auch gefallen und entsprechend gespannt habe ich es verfolgt.Vor allem auch, weil man dabei die die gleiche Freiheit spürt, die Sanni empfindet. Ich habe es ihr von Herzen gegönnt.
Als ebenso realistisch habe ich es es empfunden, dass Sanni nicht ab dem Moment, in dem sie in den Tourbus steigt, von allem akzeptiert und gemocht wird. Das wäre seltsam gewesen, wo sich fast alle vorher eher über sie lustig gemacht haben. Aber Sanni kämpft. Auf ihre zurückhaltende Art, aber sie kämpft und hält durch. Da ist es schön zu verfolgen, wie sie, die Jungs von der Band und die beiden anderen Mädchen sich allmählich einander annähern. Dabei muss Sanni zwar oft einstecken, doch sie lässt sich nicht beirren. Das fand ich toll! Und es macht sie nach und nach ein ganzes Stücke selbstbewusster und mutiger, ohne dass sie dabei ihr zurückhaltendes Wesen verliert. Sanni bleibt trotz allem ganz sie selbst.
Die Lovestory hier kommt eher dezent daher, was aber gut passt. Das ist süß und wunderschön und es passt zu Sannis Wesen.
Trotz aller Begeisterung habe ich mir ab und zu aber doch Sorgen gemacht, dass dieser Traum schneller endet als es Sanni und mir lieb sein konnte. Immerhin hat sie zuhause eine Lüge aufgetischt um mitfahren zu können und Lügen haben bekanntlich kurze Beine. Außerdem ist da ja immer noch Sannis Herzfehler. Ich habe immer wieder besorgt überlegt, wann ihr eines von beiden zum Verhängnis werden würde. Und ein bisschen schlechtes Gewissen ihrer Mutter gegenüber hatte ich auch.
Dass einer der Auftritte der Band auf dem Manschseefest in Hannover stattfindet, hat mich zusätzlich begeistert. Das Fest ist so klasse, ich war total begeistert als ich letztes Jahr dort war. Es ist immer toll,  wenn man sich beim Lesen alles so gut vorstellen kann.
Am Ende der Geschichte hat man genau wie Sanni eine Menge darüber gelernt, was Mut ist. Dass es manchmal lohnt, etwas Verrücktes zu tun. Dass man immer man selbst bleiben sollte und sich trotzdem weiterentwickeln kann. Dass der erste Eindruck täuschen kann und nicht entscheidend sein sollte. Dass jeder so seine Schwächen hat. Dass Freundschaftenschließen und Erwachsenwerden manchmal gar nicht so leicht ist, es aber lohnt, sich im positiven Sinne “durchzubeißen”. Hach, ich könnte noch ewig weiter schwärmen!

Wenn man so begeistert von einer Geschichte ist, dann liest sie sich selbstverständlich auch weg wie nichts. Speziell Sannis Humor hat mir das Lesen super leicht gemacht. Ich habe oft schmunzeln und sogar lachen müssen und konnte einfach nicht genug davon kriegen. Wen wundert es da, dass ich das Buch an einem Abend ausgelesen habe?

Vom Cover war ich sofort begeistert. So schön bunt und cool mit dem alten VW-Bus! Und dass es um Musik und Liebe geht, das sieht man ebenfalls auf den ersten Blick. Für mich vermittelt allein dieses Motiv irgendwie schon das Gefühl von Freiheit, Abenteuer und Glück.

Fazit:  Eine rundum wunderschöne Geschichte, nicht nur für Teeniemädels. Zum Lachen, zum Weinen, zum Mitfiebern, zum Träumen, einfach zum Wohlfühlen. Meine absolute Leseempfehlung!

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

zauberer, eiche, wuppertal, magie, anne carina hashagen

Anton Pfeiffer und der Zauberkongress

Anne Carina Hashagen
Flexibler Einband: 244 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 03.09.2012
ISBN 9781479213511
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich muss gestehen, ich hatte so meine Bedenken was dieses Buch angeht. Es ist nämlich noch gar nicht lange her, dass ich eine Geschichte gelesen habe, die sich sehr großzügig an “Harry Potter” bedient. Nach solch einer Erfahrung darf man wohl skeptisch sein.
Und ja, wenn man will, dann kann man natürlich auch in “Anton Pfeiffer und der Zauberkongress” gewisse Parallelen finden. Beispielsweise was die drei Freunde Anton, Oskar und Emma angeht. Anton, der ein ganz normaler Junge ist und von Magie bislang so gar nichts weiß, Oskar, der etwas freche Jungmagier, und die ausgesprochen clevere Emma. Das erinnert doch an Harry, Ron und Hermine.
Das war es dann aber auch schon, zum Glück. Mir fallen ansonsten keinerlei auffällige Parallelen mehr ein. Womit bewiesen wäre: man kann gute, spannende und witzige Geschichten um die Zaubererwelt und junge Zauberer schreiben, ohne im großen Stil abzukupfern! Das zeigt Anne Carina Hashagen mit ihrem “Anton Pfeiffer” ganz klar, und das finde ich schlichtweg toll!
Anton mit seiner ruhigen Art und seiner Vorliebe für Bücher mochte ich sofort. Der aufgeweckte Oskar gefiel mir ebenfalls und Emma rundete das Bild der munteren Clique passig ab. Mit diesen Freunden habe ich gerne ein Abenteuer erlebt.
In diesem ersten Band erhält man gemeinsam mit Anton quasi eine Einführung in die Welt der Zauberer und der Magie. Dabei gibt es eine ganze Menge zu entdecken. Gespickt ist diese Einführung mit einer Fülle an phantasievollen und lustigen Ideen. Ich habe oft darüber geschmunzelt, was die Freunde auf dem Kongress und in der Stadt entdecken. Mancher Wuppertaler wird seine Schwebebahn nach dieser Geschichte vielleicht mit anderen Augen sehen. Die wunscherfüllenden Windbeutel fand ich ebenso klasse wie Oskars verkappten Besen und so eine hölzerne Tischuhr mit Plattfüßen und Schluckauf hätte ich wirklich sehr gerne! Und das sind nur ein paar der Elemente, mit denen mich die Story begeistert hat.
Dieses Entdecken der magischen Welt macht den Großteil der Spannung der Geschichte aus. Ich war aber auch neugierig, wie es mit Anton, seiner Mutter und der Schule weitergeht. Und der mit großer Freude erwartete Ehrengast und Ehrenmagier taucht nicht auf dem Kongress auf. Was kann das geschen sein? Doch insgesamt machen diese Fragen den kleineren Teil an Spannung aus. Ich fand das überhaupt nicht schade, zumal der Rest einfach sehr vergnüglich war. Das hat das für mich aufgewogen.
Als erwachsener Leser, der seinen Harry Potter kennt, hat man vielleicht ab einem gewissen Punkt auch so eine Ahnung, was es mit Anton, einigen seiner Familienmitglieder und gewissen Geschenken auf sich hat, aber so richtig sicher war ich mir darüber lange nicht. So gesehen war auch das eine ganz spannende Sache

Antons erstes Abenteuer liest sich prima! Schön locker und leicht und humorvoll. Ich habe es als eBook gelesen und ich habe noch nie über ein eBook gesagt, dass die Seiten nur so dahin flogen, aber hier stimmt es einfach. Auffällig ist, dass das Buch nicht eindeutig kindgerecht geschrieben ist. Natürlich ist Anton erst 12 Jahre alt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass an seiner Geschichte auch ältere und erwachsene Leser ihre Freude haben werden. Es ist schon rein sprachlich kein eindeutiges Kinderbuch. Es kommen auch Gedanken darin vor, die Kinder noch nicht voll erfassen können.

Ein Baum, genauer gesagt eine Eiche, spielt in der Geschiche eine ganz wichtige Rolle. Deshalb ist es nur richtig, dass er es auf das Cover geschafft hat. Ansonsten ist das Motiv recht geheimnisvoll, wie ich finde. Viel kann man über die Geschichte nicht herauslesen.

Fazit: Mir hat “Anton Pfeiffer und der Zauberkongress” von vorne bis hinten sehr gut gefallen! Eine sehr phantasievolle und amüsante Geschichte, die hier und da aber auch mal ernstere Töne anschlägt, liebenswerte Charaktere und eine für die Fortsetzung vielversprechende Entwicklung. Und nochmal: Antons erstes Abenteuer beweist 100%ig, dass man Geschichten und Zauberer schreiben kann, ohne sich am Potter-Büffet den Teller mit Ideen voll zu schaufeln. Klasse!

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142 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

sommer, liebe, freunde, dagmar hoßfeld, conni

Mein Sommer fast ohne Jungs

Dagmar Hoßfeld
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.05.2014
ISBN 9783551260024
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie man mir ganz leicht Angst machen kann? Indem man zum Beispiel im Klappentext eines Conni-Buchs andeutet, dass sich ein anderer Junge zwischen Conni und Philip drängt. Ich finde Conni und Philip so süß, die beiden sind eins meiner persönlichen Traumpaare. Da geht sowas natürlich absolut gar nicht!
Conni tat mir schon im vorigen Band sehr leid als sich abzeichnete, dass Philip für ein halbes Jahr in die USA geht. Und erst recht als er dann wirklich abflog. Entsprechend habe ich auch am Anfang dieses zweiten Bandes ganz schön mit ihr gelitten. Sommer, Sonne, Ferien und der Freund ewig weit weg. Das ist schon schlimm.
Doch Conni wäre nicht Conni, wenn sie sich davon komplett unterkriegen lassen würde. Sie hat zwar ihre Durchhänger und Sehnsuchsmomente, aber da sind schließlich auch noch ihre Freundinnen und Freunde, die für Abwechslung sorgen. Partys, Treffen am See, baden, gelegentlich eine kleine Shoppingtour…über Langeweile kann Conni -und damit auch der Leser- wirklich nicht klagen. Es ist immer etwas los. Dabei geht es so sommerlich-fröhlich zu, dass die Sonne quasi zwischen den Seiten herausscheint. Da bekommt man gleich Lust, genauso einen Sommer zu erleben. Schaut man allerdings aktuell aus dem Fenster…nun ja. Aber dann ist es schön, sich den Sommer mit einem Buch so leicht ins Haus  und sogar auf die Couch oder ins Bett zu holen.Doch so richtig Schwung kommt erst mit Connis Ferienjob in einem Eiskiosk in die Geschichte. Denn dort taucht fast täglich ein netter Junge auf, der obendrein noch gut aussieht. Er scheint an Conni interessiert zu sein. Und ja, Conni ist irgendwie auch ein wenig angetan von ihm. Was mich dabei am meisten schockiert hat: sogar mir hat Finn ganz gut gefallen! Dabei hätte ich ihn doch total doof finden müssen! Schon wegen Philip! Das ist geschickt gemacht, dass man Finn trotzdem ganz in Ordnung findet.
Mir hat es prima gefallen, wie Conni die Situation meistert. Sie macht sich viele Gedanken über Philip, Finn und auch sich selber. Sie spricht mit ihren Freundinnen und auch, wenn sie manchmal denkt, absolut nicht mehr durchzusteigen in Sachen Liebe, findet sich schließlich doch den für sie richtigen Weg. Und sollte das Buch jungen Leserinnen in die Hände geraten, die in einer ähnlichen Situation stecken, können sie die gerne für sich übernehmen. Wie leicht hat man sich in diesem Alter mal verguckt. Da hilft Conni womöglich besser als Eltern, die hauptsächlich Moralpredigten auf Lager haben. Ich mag einfach diese Realitätsnähe der Conni-Geschichten. Dazu gehört in diesem Buch aber auch mal der Gedanke “jetzt erst recht!” als sich Philip eine Weile einfach nicht mehr meldet
Ich habe wieder sehr viel gelacht bei diesem Buch. Conni hat eine so herzige, herzliche und fröhliche Art zu erzählen, da kommt man um ein Lachen oft gar nicht herum. Ein Gespräch mit Philip gegen Ende hat mich aber widerum auch so gerührt, dass ich ein Taschentuch brauchte.

Und weil Conni so mitreißend erzählt, habe ich mich auf der Hälfte vom Buch bewusst gebremst, sonst wäre aus “kurz mal reinlesen” glatt “in einem Rutsch gelesen”geworden. Dafür sind mir Conni-Bücher aber einfach zu schade.

Das Cover zeigt sich genauso sommerlich wie die Geschichte. Ganz gleich, ob Flipflops, Eis oder das Badetuch, alle diese Elemente spielen in der Geschichte eine Rolle. Schön bunt ist das Motiv außerdem.

Fazit: “Mein Sommer fast ohne Jungs” ist meist fröhlich, lustig und sommerlich, hat aber ab und zu auch ruhige, nachdenkliche und traurige Momente. Langweilig wird es nie. Mir hat diese Geschichte wieder sehr viel Spass gemacht. Hier strahlt die Sonne zwischen den Seiten hervor! Einmal mehr rundum gelungen. Und ich hoffe sehr, Conni hört auf den Ratschlag der Ente am Ende

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119 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

mord, jugendbuch, wald, thriller, schuld

Kiss me, kill me

Lucy Christopher , Beate Schäfer
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.01.2014
ISBN 9783551520333
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf dieses Buch hatte ich mich riesig gefreut. Der Klappentext klang genau nach meinem Geschmack und das Cover lockte mich ebenfalls ganz ordentlich.
Der Anfang ließ dann auch hoffen. Man wird sofort in eine dramatische Situation hineingestoßen, die den Grundstein für die weitere Geschichte legt. Auf den ersten Blick ist mit diesem Prolog eigentlich bereits alles ganz klar. Doch das Buch hätte nicht 372 weitere Seiten, wenn nicht doch mehr dahinterstecken würde, ganz klar.
Leider hielt die Geschichte für mich dann doch nicht, was Cover, Klappentext und der Anfang versprachen. Natürlich war ich neugierig, was da im Wald vorgefallen ist. Wer Ashlee umgebracht hat. Ob es tatsächlich Emilys Vater war, oder doch jemand anderer? Denn so recht glauben kann man es nicht. Schon alleine, weil Emily es nicht glaubt. Doch wer soll es dann gewesen sein, und wieso? Das hätte tatsächlich richtig spannend sein können, wenn es nicht so dermaßen “zerredet” werden würde.
Die Kapitel werden abwechselnd von Emily und von Damon erzählt und ergehen sich förmlich in ihren Schilderungen zum Geschehen und ihren Gefühlen. Ganz ehrlich, die beiden sind sechzehn Jahre alt! Figuren dieses Alters nehme ich solch tiefgründige, weitreichenden Gedanken schlichtweg nicht ab! Sicher ist die Situation für beide nicht leicht, das sie klingen mir über weite Teile schlichtweg zu erwachsen. Das haben ich zwei Teenies nicht abgenommen, was mich schnell geärgert hat. Außerdem erzählen sie häufig das gleiche, nur mit anderen Worten. Beispielsweise Emily von ihrer Liebe zum Wald oder von ihren zerrissenen Gefühlen für ihren Vater, und Damon von seinen Gefühlen nach Ashlees Tod oder den Ereignisse im Wald ehe sie starb. Mit solchen Wiederholungen kann man mich leicht langweilen.
Ein wenig konnte ich mich damit ablenken zu überlegen, wer tatsächlich Ashlees Mörder war. Es gibt einige Kandidaten und auch wenn das Motiv bis zum Schluss nicht zu erraten ist, man ja mal ein paar Theorien anstellen. Mit meiner lag ich dann auch prompt richtig. Und ich muss zugeben, von so etwas wie diesem “Spiel” (es wird bis zum Schluss nicht aufgelöst, um was es dabei geht) hatte ich bis dahin noch nichts gehört. Eine schaurige Vorstellung, dass es solche “Spiele” wirklich gibt.
Zuletzt frage ich mich einmal mehr bei einem Jugendbuch von Chicken House, ob es hier bei den Geschichten Bedingung ist, dass die Hauptfiguren aus schwierigen Familien- und Lebensverhältnissen stammen? Ehrlich, inzwischen verdrehe ich schon die Augen, wenn sich das nur andeutet. Sicher können nicht alle Geschichten in Friede-Freude-Eierkuchen-Familien spielen. Und natürlich ist es wichtig, jungen Lesern zu vermitteln, dass nicht jedes Kinder / jeder Teenager aus einer heilen Familie stammt, dass es Schicksalsschläge gibt, die alles verändern, aber ungelogen in allen Bücher von Chicken House, die ich bisher gelesen habe, gibt es solche schwierigen Familiensituationen. Ich denke, so langsam haben es die jungen Leser begriffen, oder?

Ich habe sehr lange für “Kiss me, kill me” gebraucht, obwohl die Kapitel abwechselnd von Emily und Damon erzählt werden. So etwas lockert eine Geschichte für mich normalerweise auf. Hier allerdings kein Stück. Einfach, weil Emily und Damon -wie schon gesagt- mich über weite Teile hinweg mit ihren oft gleichen, nur anders formulierten, und tiefschürfenden Gedanken gelangweilt und geärgert haben. Das war für mich unheimlich anstrengend zu lesen.

Das Cover gefällt mir immer noch. So schön düster und mit den blutroten Schemen von Blättern und Sträuchern verspricht es eine spannende und gruselige Story. Da der Wald eine große Rolle spielt, passt das bestens zur Handlung.

Fazit: Mich hat “Kiss me, kill me” leider enttäuscht, geärgert und schnell auch gelangweilt. Dabei macht einen die Story schon anfangs neugierig darauf, was tatsächlich im Wald passiert ist. Aber Emily und Damon erzählen mir einfach zu langatmig und tiefgründig. Ja, sie stecken in eine schwierigen Situation, aber so viel Tiefgang nehme ich zwei Teenagern nicht ab. Nicht mal, wenn er so breit ausgewalzt wird wie hier. Immerhin überrascht die Auflösung mit einer schaurigen Idee.

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Tags: chicken house, familie, wald   (3)
 

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268 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

liebe, jugendbuch, julie leuze, träume, nordsee

Sternschnuppenträume

Julie Leuze
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei INK, 03.04.2014
ISBN 9783863960650
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Obwohl die Geschichte eigentlich nicht so richtig in mein Beuteschema bei Büchern fällt, fand ich Cover und Klappentext doch zu schön und vielversprechend um mir “Sternschnuppenträume” entgehen zu lassen. So ein wenig Romantik ab und zu schadet ja nun wirklich nicht.
Die Geschichte wird abwechselnd von Svea und Nick erzählt. Svea gefiel mir auf Anhieb, auch wenn sie mir ab und zu etwas zu schwermütig vorkam. Andererseits kann man das aber natürlich verstehen. Immerhin hat sich in ihrer Familie etwas ereignet, um das zunächst noch ein Geheimnis gemacht wird. Aus Sveas Andeutungen heraus kann man aber nach und nach schließen, was vorgefallen ist. Und auch wenn ich es nicht als so dramatisch empfunden habe, so war mir doch klar, dass es auf einer solch kleinen Insel durchaus für ein Drama reichen könnte. Es gibt Dinge, die man auf solch engem Raum kaum geheim halten kann und nirgends zerreißt man sich lieber das Maul über andere als in solch einer verglechsweise kleinen Gemeinschaft.
Aus Sveas Erzählungen heraus war mir Nick anfangs nicht sonderlich sympathisch. Ich hatte immer so einen muskulösen, blonden Surfer-Schönling vor Augen, dem die Mädels reihenweise zu Füßen liegen und der das auch gerne ausnutzt. Leider trifft das auch alles nur zu genau zu! Doch die Kapitel, die aus Nicks Sicht erzählt werden, machen einem schnell klar, dass hinter dieser Fassade ein ganz anderer Nick steht. Einer, der kein Stück eingebildet ist, dem das Getue mit den Mädels auf den Keks geht und der -vor allem!- genau wie Svea ein böses Familiengeheimnis hütet.
Da es also ganz klar so aussieht als könne aus Svea und Nick niemals etwas werden, hat mich ihre gemeinsame Nacht am Strand ziemlich überrascht. Aber ich fand sie wunderschön und die beiden einfach nur total süß!
Danach erlebt man natürlich erstmal wieder einen Knacks in der Handlung. Nach solch glücklichen Momenten stürzen ja viele Geschichten zunächst wieder in ein Tal der Hoffnungslosigkeit. Svea ist nämlich einen Tag später bereits restlos überfordert mit dem, was sie getan hat. Und entsetzt über sich selber! Prompt stößt sie Nick vor den Kopf, und es dauert eine geraume Weile ehe sie sich wieder annähern.
Selbstverständlich spielen Sveas und Nicks Probleme zuhause weiterhin eine große Rolle. Beide haben damit schwer zu kämpfen, und bald wird klar, dass sie sich dem stellen müssen, wenn sie zusammen glücklich sein wollen. Mir hat sehr gut gefallen, wie realistisch die Ereignisse und ihre Folgen beschrieben werden. Denn so etwas, was Sveas Mutter getan hat, zieht seine Kreise und irgendwann kommt doch genug ans Tageslicht um das befürchtete Drama auszulösen. Und das, was bei Nick zuhause los ist, das ereignet sich sicher in mehr Familien als man vielleicht denken mag. Und nicht immer löst sich letztlich alles in Wohlgefallen auf, weil jemand plötzlich erkennt, wie ungeheuerlich seine Taten sind.
Ein richtiges Happy Ende gibt es bei dieser Geschichte also nicht. Jedenfalls nicht, wenn man Sveas und Nicks komplette Familien dabei betrachtet. Und auch die beiden sind lange Zeit keineswegs auf Rosen gebettet. Vieles sind nur Übergangslösungen und ich habe mich ab und zu doch gefragt, ob die beiden bei alldem zusammenbleiben würden. Leicht haben sie es wirklich nicht. Dafür sind sie mutig und haben gute Freunde an ihrer Seite, was ganz hilfreich ist.

Die Seiten dieses Buchs flogen nur so dahin und es ging nicht anders: ich musste wissen, wie es endet und habe es in einem Rutsch gelesen. Nick und Svea erzählen so herrlich lebendig von den Ereignissen, dass man gar nicht merkt, wie man sich durch ganze 352 Seiten schmökert. Dazu kommt anfangs noch, dass die sommerliche Insel so schön beschrieben wird, dass man gar nicht mehr weg möchte. Und die appetitliche Länge der Kapitel treibt einen ebenfalls voran.

In das Cover bin ich ziemlich verliebt, wie ich zugeben muss. Ich finde es herrlich romantisch wie die beiden dort beisammensitzen an einem Ort, der recht abgeschieden wirkt. Außerdem gefällt es mir, dass das Motiv in schwarz-weiß gehalten ist. Das ist mal etwas anderes inmitten der sonst meist so farbigen Buchcover.

Fazit:  Ich bin hin und weg von “Sternschnuppenträume”! Eine wunderbar romantische Liebesgeschichte, die aber niemals richtig kitschig ist. Schon alleine deshalb nicht, weil darin wirklich ernste Themen zur Sprache kommen, die einen erschrecken und nachdenklich stimmen. Diese Themen werden erfreulich glaubhaft behandelt, was dazu führt, dass man am Ende nicht in allen Belangen von einem Happy End sprechen kann. Aber es ist immerhin so happy, dass ich tatsächlich ein bisschen geheult habe

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

schule, hund

Hundetraining mit Martin Rütter: individuell, partnerschaftlich, leise

Martin Rütter
E-Buch Text: 160 Seiten
Erschienen bei Franckh-Kosmos Verlags-Gmbh & Co. KG, 05.06.2014
ISBN 9783440134917
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich liebe Hunde und ich bin Fan von Martin Rütter. Deshalb habe ich mich sehr über diese Gelegenheit gefreut, eines seiner Bücher zu lesen.
Grob unterteilt sich das Buch in vier Rubriken.
“Martin Rütter und D.O.G.S” ist die erste Rubrik, die einen Blick auf Martin Rütters Start als Hundetrainer wirft, und darauf, wieso er es für nötig hielt, sein D.O.G.S. – Konzept zu entwickeln. Das fand ich ebenso interessant wie den Blick hinter die Kulissen eines solchen D.O.G.S.-Zentrum. Hier wird beschrieben, wie dort mit den Menschen und Hunden umgegangen wird, welche Methoden im Training mitunter eingesetzt werden und welche Rolle der Tierschutz in solch einen Training stets spielt.
Die zweite Rubrik nimmt sich der “Mensch-Hund-Beziehung” an. Hier geht es im Wesentlichen darum, wie sich das Zusammenleben von Mensch und Hund am besten gestalten lässt. Dabei werden die Wünsche des Menschen berücksichtigt, aber ebenso die Wünsche des Hundes. Und zwar nicht die, die ihm der Mensch durch ein Hunde-Luxusleben quasi anerzieht, sondern die Wünsche, die der Hund als Tier mit wölfischer Abstammung mitbringt. Beispielsweise Anspruch auf ein Territorium, auf Futterrationen, Schlafplätze usw. Denn viele Verhaltensweisen, die ein Hund an den Tag legt, gehen auf das ursprüngliche Verhalten zurück. In dieser Rubrik lernt man sie zu erkenne, einzuordnen und richtig damit umzugehen.
Rubrik 3 -”Erfolgreiches Hundetraining”- kann sich jeder frischgebackene Hundebesitzer als Leitfaden zur Hand nehmen. Hier wird geschildert, wie sich die Grundsignale wie “Sitz”, “Platz”, “Bleib” oder auch “Down” am besten und effektivsten trainieren lassen. Hier gibt es ganz viele Tipps an die Hnd. Mir hat daran einmal mehr gefallen, dass dabei rücksichts- und respektvoll mit dem Hund umgegangen wird. Wenn ich so etwas lese, dann frage ich mich, wie man überhaupt noch härtere Erziehungsmethoden für in Ordnung halten kann. Aber solche Menschen soll es geben…leider.
Die vierte Rubrik schließlich hat “Spiel und Beschäftigung” als Thema. Den wenigstens Hunden dürfte es schließlich reichen, täglich dreimal neben Herrchen her um den Stadtpark zu traben. Und auch zuhause sollte man sich mit seinem Hund befassen, ihn beschäftigen und fordern. Eigentlich ja wieder sehr logisch, dass man so ungewünschtes Verhalten verhindert. Wie soll der Hund Kissen zerfetzen, wenn er gerade bespaßt wird? Na also!
Zugegeben, ich hatte mir das Buch etwas heiterer vorgestellt. Auf Martin Rütters oft flapsige Bemerkungen muss man hier verzichten. Aber es geht schließlich auch um ein ernstes Thema, da ist das absolut richtig so wie es ist.

Ich habe mir bewusst Zeit mit dem Buch gelassen und konzentriert gelesen. Aber es fordert auch seinerseits Konzentration und ein langsames Lesen ein. Unbestreitbar hält man mit dem Buch ein Sachbuch in der Hand, und die lesen sich meistens nicht so hoppla-hopp weg. Wenn es um solch ernste Themen geht, ist das für mich völlig in Ordnung.

Auf dem Cover sind natürlich Martin Rütter und ein Hund zu sehen. Kein Zweifel also, wer hinter dem Buch steckt und um wen es darin geht. Im Buch selber findet man massig Bilder von Hunden, ihren Besitzern und / oder Trainern. Auf den wenigsten Fotos ist Martin Rütter zu sehen. Das Buch ist also keine Selbstbeweihräucherung oder Selbstdarstellung, wie mancher Kritiker denken könnte. Außerdem finde ich es ganz toll, dass neben Rassehunden auch ganz viele Bilder mit Mischlingen dabei sind.

Fazit: Ich empfehle dieses Buch jedem Hundehalter, solchen, die es erst werden wollen, und auch den Leuten, die Hunde lieben ohne selbst einen zu haben oder haben zu können. Es ist immer wieder verblüffend für mich, wie logisch die Prinzipien von D.O.G.S. sind. Man muss sich nur mal ein paar Gedanken machen und versuchen, die Welt aus Hundeaugen zu sehen. Und das hat -meiner Meinung nach- jeder Hund verdient. Und den Menschen schadet es sicher auch nicht. Genau das hält einem dieses Buch vor Augen und -noch viel besser- es sorgt auch direkt für diesen Blick durch Hundeaugen. Außerdem kann man sich hier viele tolle Tipps mitnehmen und einiges lernen. Top!

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

hochzeit, liebe, alm, alpen, jugendbuch

Kuhfladenwalzer

Sonja Kaiblinger
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Loewe, 10.03.2014
ISBN 9783785578773
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bei diesem Titel und dem Cover war es unvermeidlich, dass ich das Buch lesen würde. Außerdem kannte ich Sonja Kaiblinger bisher nur von ihren “Scary Harry”-Geschichten, die sich an eine jüngere Leserschaft richten. Da war ich gespannt, was Sonja Kaiblinger für die Leserschaft im Teenageralter in petto hat.
Ich muss gestehen, dass mich die Geschichte erst kaum gepackt hat. Ich mochte Caro zwar ganz gerne und ja, ihre Familie ist durchaus etwas schräg drauf, aber so richtig vom Hocker gehauen bzw zum Lachen gebracht hat sie mich erstmal nicht. Außerdem habe ich beim besten Willen nicht verstanden, was Caro an Adam findet. Außer gut aussehen und kochen kann der doch offenkundig kaum etwas! Außerdem, Caro ist nicht dumm! Wieso merkt sie nicht, dass von ihm längst nicht das zurückkommt, was sie ihm gefühlsmäßig entgegenbringt! Und sich wegen eines solchen Typen auf DSDS-Rockröhre stylen? Naja, mit sechzehn ist das vielleicht tatsächlich eine Option…
Als Caro die Hochzeit ihrer Mutter ausrichten soll, ausgerechnet auf einer einsam gelegegen Alm, kommt ein wenig mehr Schwung in das Geschehen. Als Caro und ihre Freunde zum ersten Mal dort eintreffen und erkennen müssen, dass von Wellness wenig bis gar nichts zu sehen ist, habe erstmals wirklich gelacht. Vor allem über die herrlich kauzige Frau, die sie in Empfang nimmt. Es ging also aufwärts!
So richtig gepackt hat mich die Story dann als sich Caro und ihre Freundin Esther immer mehr auf der Alm einleben, den Reiz der Gegend und der Gebräuche dort erkennen und so nach und nach in ihre Aufgabe als Hochzeitsplaner hineinwachsen. Selbst an einem so wenig luxuriösen, dafür aber rustikalen Ort. Mir ging es beim Lesen ganz ähnlich. Anfangs fand ich die Alm wenig einladend und hielt die Hochzeitsplanung für hanebüchen, doch allmählich gefiel mir dieses Urige und oft Kauzige immer besser. Gerade für jemanden, der so vernarrt in Tiere ist wie ich, gibt es eine ganze Reihe Szenen, die einem eine solche Alm wie das Paradies vorkommen lassen.
Es ist aber nicht nur die anstehende Hochzeit, die Caro auf Trab hält. Da ist natürlich noch Adam, der mit auf der Alm ist, und Leo, der dort mit seiner Mutter lebt. Caro und er haben zunächst überhaupt nichts für einander übrig, doch wer sich ein bisschen in diesem Genre auskennt, der ahnt bald, dass das so nicht stimmt bzw sich bestimmt noch ändern wird. Ich mochte den burschikosen Leo vom ersten Moment an. Und als Caro und er notgedrungen miteinander auskommen müssen und dabei oft genug aneinander geraten, hatte die Geschichte mich endgültig am Schafittchen gepackt. Was habe ich über ihre Wortgefechte gelacht! Außerdem fand ich es lustig zu verfolgen, wie sie um einander herumschleichen, sich nicht eingestehen wollen, dass sich doch mögen und wie sich dabei das in solchen Situationen übliche Chaos entspinnt. Die beiden sind dabei so goldig, dass es mich kein Stück gestört hat, dass der Verlauf nicht der Allerneueste ist.
Als es schließlich mit der Hochzeit in den Endspurt geht, gab es noch mehr zum Lachen. Beispielsweise, wie sie den völlig verkaterten und total ahnungslosen Bräutigam ausstaffieren oder der Braut statt Abnehmpulver gemahlenes Mastfutter unterjubeln um die durch die Diät aufgekommenen Depressionen zu heilen. Oder später bei der Hochzeit die Band…zum Totlachen komisch, ehrlich! Und dabei so liebenswert, dass es mir richtig leid tat als ich das Buch ausgelesen hatte. Ich wäre gern noch länger auf der Alm und bei der schrägen Truppe geblieben.

Caros jugendlich lockerer Erzählstil hat mir das Lesen sehr leicht gemacht. So macht Lesen Spass und die Seiten fliegen dahin. Die Titel der Kapitel machen außerdem so neugierig, dass man immer wieder beschließt, dass ein Kapitel mehr das Aufstehen am nächsten Morgen auch nicht so sehr erschweren wird.  Und dann ist man plötzlich durch mit dem Buch, es ist zwei Uhr nachts und das Aufstehen am Morgen fällt doch ganz schön schwer. So ging es mir.

Ich finde die Kuh ja allerliebst, wie sie da schleckend und breit grinsend um die Ecke schaut. Bei diesem Titel gehört einfach eine Kuh auf das Cover. Die gepunkteten Gummistiefel sehen lustig und süß aus und die Wand mit den karierten Vorhängen rechts und links erinnern an eine Bühne. Dieser Eindruck wird durch die Rückseite dann nochmal bestätigt. Da in der Geschichte ebenfalls eine Bühne eine wichtige Rolle spielt, passt das prima.

Fazit:  “Kuhfladenwalzer” hat mich nicht sofort gepackt. Caros Familie und Freunde sind zwar allesamt etwas schräg, ich mochte sie durchweg auch alles, aber Caro war mir anfangs doch eine Spur zu dusselig in ihrer Schwärmerei für den schönen Adam. Als es dann auf die Alm ging, Leo auf der Bildfläche auftauchte und die Hochzeit immer näher rückte, ging es dann aber zum Glück aufwärts und ich habe wirklich oft gelacht. Gleichzeitig sind mir die Alm und die Leute dort immer mehr ans Herz gewachsen. So hat mir “Kuhfladenwalzer” dann doch noch richtig gut gefallen!

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250 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

mobbing, jugendbuch, das wirst du bereuen, amanda maciel, selbstmord

Das wirst du bereuen

Amanda Maciel , Christa Prummer-Lehmair , Katharina Förs
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Boje, 18.07.2014
ISBN 9783414824066
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Über diese Rezension habe ich länger nachgedacht als sonst. Einfach, weil ich nicht recht wusste, wie ich sie angehen soll. Ich habe mich nun dafür entschieden, die beiden Teile, aus denen die Geschichte besteht, einzeln zu betrachten.
Der eine Teil spielt im Zeitraum von Januar bis März. In dieser Zeit lebt Emma noch und als sie sich an Saras Freund heranmacht, beschließen Sara und ihre Freundin Brielle, ihr einen Denkzettel zu verpassen. Wie schon der Klappentext verrät, verselbstständigt sich diese Aktion und am Ende ist Emma tot. Genau das wurde der Geschichte bei mir zu Verhängnis: dass man von vorneherein weiß, wie es mit Emma enden wird. Das hat dafür gesorgt, dass bei mir keine echte Spannung aufkommen wollte. Ich war allenfalls neugierig, was Sara und Brielle sich als nächstes für Emma ausdenken würden. Ja, richtig gelesen: ich war neugierig! Ich habe es mir nicht mit Schaudern ausgemalt. Denn so richtig schocken konnten mich ihre Aktionen nicht. Zwar hat mir der Verstand gesagt, wie grausam sie sind, aber gefühlsmäßig kam das bei mir nicht so an. Das schiebe ich darauf, dass man die Geschichte aus Sicht einer der Täter liest, nämlich aus der von Sara. Und die leidet natürlich kein Stück unter den Grausamkeiten. Entsprechend undramatisch wirkten sie auf mich. Gefühlsmäßig, wie gesagt!
Ich denke, um auch zu spüren, wie schlimm ihre Attacken für Emma sind, hätte ich über Emmas Gefühlswelt lesen müssen. Sara hingegen fühlt sich völlig im Recht mit dem, was sie tut, und ich muss gestehen, dass ich oft sogar Verständnis für sie hatte. Nicht für das, was sie Emma zusammen mit Brielle antut, aber auf jeden Fall für ihren Hass auf Emma. Und so richtig unsympathisch war mir zumindest Sara auch nie. Brielle schon eher, aber eben nicht heftig genug um sie für ihr Tun zu verurteilen.
Der zweite Teil der Geschichte spielt im Zeitraum von Juli bis November. Sara und Brielle wurden angeklagt, Emma mit ihrem Mobbing in den Tod getrieben zu haben. Die Verhandlung ist nicht mehr lang hin, doch für Sara ist das Leben ziemlich gelaufen. Man schneidet sie, verachtet sie und sie pendelt zwischen Anwaltsbüro und der Praxis ihrer Therapeutin.
Zunächst muss ich sagen, dass ich völlig richtig finde, dass mit Sara und Brielle dermaßen hart ins Gericht gegangen wird. Mobbing ist grausam und verdient entsprechend harte Strafen. Gearde heute kann ich mir gut vorstellen, dass es bei den Kids oft eine gefährliche Gratwanderung ist zwischen Streichen und Mobbing, die nur allzu leicht in die falsche Richtung kippt. Da ist es gut, wenn jugendlichen Lesern aufgezeigt wird, was ihnen blühen kann. Das wird hier schön anschaulich, intensiv und bedrohlich beschrieben, sodass eine sehr gedrückte Stimmung über dem Geschehen liegt. So wirkt es bei den meisten jungen Lesern hoffentlich vorbeugend.
Entsetzt hat es mich, dass Sara sehr lange nicht mal im Ansatz Reue für ihr Tun empfindet. Ich finde, spätestens wenn einem eine Haftstrafe droht, ist es an der Zeit zu bereuen. Natürlich konnte ich weiterhin verstehen, dass sie es Emma übelnimmt, dass sie ihr den Freund ausgespannt hat, aber selbst das rechtfertigt solche Taten keineswegs. Auch wenn man erst 16 Jahre alt ist, müsste der Verstand doch so weit reichen um das wenigstens im Nachhinein zu erkennen.
Diesen zweiten Teil fand ich eine Spur spannender als den ersten, weil man hier nicht weiß, worauf es hinauslaufen wird. Als die Gerichtsverhandlung immer näher rückte, konnte ich das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, wozu vor allem Sara verurteilt wird. So ganz glücklich bin ich mit dem Urteil zwar nicht -was die Strafe für Mobbing angeht bin ich einfach radikal eingestellt- aber immerhin scheint es Sara endlich aufzurütteln.

Da die Geschichte aus Saras Sicht erzählt wird, ist der Ton jugendlich gehalten. Das liest sich zwar leicht, aber man sollte sich davon nicht täuschen lassen. Die Schrift ist ziemlich klein und so ist es -lockerer Ton hin oder her- massig Text. Ich habe mehr Abende dafür gebraucht als für andere Bücher dieser Dicke. Der jugendliche Erzählstil bringt allerdings auch solche Begriffe wie “Schnalle”, “Schlampe”, “Hure”, “Alte” usw mit sich.  Das mag auf den Schulhöfen heute üblich sein, auf mich wirkt das einfach nur assig (um in diesem Slang zu bleiben), und so etwas lese ich nicht gerne. Schon lange nicht in dieser Masse und in Gesprächen unter Freundinnen (?!?)

Das Cover gibt über die Geschichte nichts preis. So schwarz wird es dem Schrecken darin aber auf jeden Fall gerecht. Die leuchtend pinkfarben Schrift bildet dazu einen tollen Kontrast, der das Buch zu einem Blickfang macht.

Fazit: Ich fand die Geschichte so “halb gut”. Im Teil vor Emmas Tod fehlte es mir an Spannung. Außerdem wirkten Saras und Brielles Taten auf mich nicht so dramatisch, wie sie sicher gewirkt hätten, wenn man in Emmas Gefühlsleben hätte hineinschauen können. Der Teil nach Emma Tod hat mir eine ganze Ecke besser gefallen, zumal Mobbing hier -in meinen Augen- angemessen geahndet wird. Ich hoffe, es wirkt abschreckend genug. Zudem fand ich es spannend zu verfolgen, was Sara in dieser Zeit erlebt. Weil ich unbedingt wissen wollte, wie der Prozess ausgeht, konnte ich das Buch dann schließlich gar nicht mehr aus der Hand legen.

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thriller, familiengeheimnis, elisabeth herrmann, hamburg, krimi

Seefeuer

Elisabeth Herrmann
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbt, 23.06.2014
ISBN 9783570162675
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf diesen neuen Jugendthriller hatte ich mich riesig gefreut. Elisabeth Herrmann ist es noch mit jedem ihrer Jugendthriller gelungen, dass ich nach dem Lesen an die Schauplätze reisen wollte. Da war ich gespannt, ob das auch “Seefeuer” gelingen würde.
Anfangs sah es ganz danach aus. Die burschikose Marie mochte ich sehr schnell und ich habe sie für ihre Arbeit auf der Seehundstation bewundert. Dabei bleibt es natürlich nicht aus, dass man auch auf die Nordsee hinausschippert. Außerdem klingt oft heraus, wie sehr Marie die See liebt. Da hat man beim Lesen quasi den salzigen Geruch der Nordsee in der Nase und spürt den Seewind im Gesicht. Genau so wünsche ich es mir von Elisabeth Herrmanns Jugendthrillern. Entsprechend zufrieden war ich zunächst. Und ja, ein Ausflug an die See könnte mir in nicht allzu ferner Zukunft gefallen.
Als das Schiff der Seehundstation mit einem Metallteil eines vor mehreren Jahrzehnten Frachters kollidiert, kommt nicht nur dieses Teil an die Wasseroberfläche, sondern auch einige Rätsel und Geheimnisse aus Maries Familienleben. Das fordert Marie schon deshalb besonders, weil mit ihrer Familie so manches im Argen liegt. Ihr Vater ist vor Jahren verstorben, die Mutter ist Künstlerin, die die Realität meistens ausblendet, und ihr neuer Freund scheint nichts Gutes im Schilde zu führen. Maries geliebte Großmutter liegt nach einem Schlaganfall im Koma. So kann Marie sich bei ihr keinen Rat holen, und das, obwohl ausgerechnet die Großmutter eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Als Marie sich plötzlich Übergriffen auf sich, das Haus und ihre Familie ausgesetzt sieht, geht die der Frage nach, in welchem Zusammenhang sie bzw ihre Familie mit dem gesunkenen Frachter steht.
Ich habe dabei geraume Zeit gerne mitgerätselt, wer hinter den Angriffen stecken könnte und wieso. Vieles sprach für den Freund ihrer Mutter, aber irgendwie glaubte ich es nicht. Dann hatte ich Maries Kollegen im Verdacht, doch wieso sollten sie? Solches Rätseln macht mir immer viel Spass.
Allerdings kippte die Geschichte für mich wenig später in gewisser Hinsicht. Lange Zeit ist sie schön übersichtlich, doch bei ihren Nachforschungen muss sich Marie auch der Vergangenheit ihrer Familie stellen. So werden Charaktere von damals wichtig, zu den Verstrickungen in der Firma der Familie im Heute kommen noch Verstrickungen von früher hinzu, die heute wieder wichtig sind, und mit der Besatzung des Bergungsschiffs mischt nochmal ein ganzer Schwung neuer Figuren mit. Ich wusste zwar immer, um wen es ging, wenn ich einen Namen las, aber ich hatte nicht immer genau auf dem Schirm, was diejenige Person vielleicht mit Marie oder ihrer Familie zu tun hat oder welche Verbindungen es von ihr aus in die Vergangenheit gibt bzw geben könnte. Das hat sicher auch ein ganz kleines bisschen damit zu tun, dass bei mir sofort die Klappe fällt, wenn eine Geschichte die Nazizeit antippt. Aber hauptsächlich waren es mir zum Ende hin zu viele Figuren und Zusammenhänge.
Auch mit Marie habe ich mich zu diesem Zeitpunkt plötzlich schwer getan. Einfach, weil ich ihre Ansicht nicht teilen konnte, dass ein gesunkenes Schiff ein Grab ist, das niemand anrühren darf.  Und auf diesem Argument reitet Marie alle naselang herum. Das fand ich auch irgendwie egoistisch von ihr. Ja, Menschen aus ihrer Familie sind mit dem Frachter gesunken, aber trotzdem! Sicher hat nicht jeder im ihrem Umfald lautere Absichten mit der vermutlich wertvollen Fracht, aber beispielsweise die Bergungstaucher konnte ich nicht verurteilen. Sie tun letztlich nur ihren Job, und wem kann man es dabei schon übel nehmen, wenn auch eine Prise Abenteuerlust dabei ist? Nein, mit Maries radikalen Ansichten in dieser Hinsicht konnte ich mich nicht arrangieren.
Die Auflösung gefiel mir ebenfalls nur so halb. Ich mag es nicht so gerne, wenn ich einen ganzen Thriller oder Krimi geknobelt habe, wer der Täter ist, und am Ende dann erkennen muss, dass ich gar nicht darauf hätte kommen können. Spannend ist das Finale aber dennoch. Nur eben halt das Ende bzw der Täter…

Für “Lilienblut” und “Schattengrund” habe ich einen einzigen Abend bzw einen Tag gebraucht, dann waren die Bücher ausgelesen. Für “Seefeuer” habe ich drei Abende gebraucht. Das hatte aber die oben genannten inhaltlichen Gründe. Lesen lässt sich “Seefeuer” ebenso gut wie seine Vorgänger. Ich mag diesen Schreibstil, der sich so schön leicht und flüssig lesen lässt, Maries Alter entsprechend leicht jugendlich, aber doch mit der nötigen Ernsthaftigkeit. Gestört habe ich mich an den drei Fehlern, die ich gefunden habe. Der erste gleich im ersten Satz, in dem ein “den” fehlt. Der zweite als das Schiff plötzlich “Sandrose” statt “Seerose” heißt. Bei dritten wird plötzlich die Mutter von Maries Großmutter erwähnt, obwohl mit Sicherheit die Großmutter selber gemeint ist. Ich bin ehrlich kein Fehlersucher und auch nicht sonderlich sensibel was das angeht. Wenn selbst mir das auffällt, dann heißt das also schon was.

Das Cover finde ich einfach nur toll. Die tosende See, der einsame Leuchtturm, der den Wellen trotzt, die Naturgewalt hinter solch einem Sturm kommt hier wirklich gut rüber. Und mit dem Rot den den sonst so düsteren Farben wirkt es auch  angemessen finster für einen Thriller.

Fazit:  Leider hat mit “Seefeuer” nicht so gut gefallen wie seine Vorgänger. Anfangs mochte ich Marie wirklich gerne und fühlte mich an die Nordsee versetzt. Später dann vertrat Marie Ansichten, die ich so nicht teilen konnte und die auf mich auch ziemlich egoistisch wirkten. Außerdem war das schöne Nordseeflair plötzlich verschwunden. Mein größtes Problem war es aber, dass mir die Geschichte später zu komplex wurde um noch alle Charaktere und Zusammenhänge stets im Hinterkopf zu haben. Und wenn ich ein Buch lang quasi umsonst gerätselt habe, wer der Täter sein könnte, dann finde ich das auch nicht so dolle…

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259 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 18 Rezensionen

thriller, liebe, satanismus, mord, valle

Höllenflirt

Beatrix Gurian
Flexibler Einband: 245 Seiten
Erschienen bei Arena, 15.06.2009
ISBN 9783401063867
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Start mit diesem Arena Thriller war nicht so ganz leicht. Alleine schon deshalb, weil Toni sich anfangs absolut unnötig in eine gefährliche Situation bringt. Da habe ich mich ehrlich gefragt, wie man so dumm sein kann. Dumme Charaktere liegen mir nicht. Und warum tut Toni etwas so Leichtsinniges? Natürlich wegen einem Typen. Wegen Valle, genauer gesagt. Ein Typ, der solche Dinge von seiner Freundin verlangt, steht in meiner Achtung auch noch gerade weit oben. Außerdem hat Valle ein paar Ansichten und Eigenarten, bei denen sich mir alles sträubte. Mir leuchtete absolut nicht ein, was Toni an ihm findet. Sie entpuppt sich glücklicherweise schnell als doch ganz clever und eigentlich auch ganz vernünftig. Nämlich genau zu dem Zeitpunkt als die kleine Mutprobe außer Kontrolle gerät und ungeahnte Folgen nach sich zieht. Da konnte ich mich dann endlich mit ihr anfreunden.
Außerdem fand ich die Geschichte von da an auch wirklich spannend. Denn die Mutprobe hat Folgen, bei denen es nicht nur für Toni um Leben und Tod geht. Ich habe so sehr gegrübelt, wer hinter dem ganzen Geschehen steckt. Denn auch Valle steht plötzlich in ganz anderem Licht da als noch am Anfang, wo ich ihn wenig mochte. Inwieweit hängt er in der Sache mit drin? Und was ist mit Tonis Ex und ihrer Schwester Kati? Oder mit dem Kerl, der Toni bei der Mutprobe erwischt hat? Oder dessen Freundin? Ich hatte alle abwechselnd im Verdacht und habe mich erst spät festgelegt. Dafür lag ich mit meiner Vermutung dann aber richtig.
Das Ende fand ich dann nochmal besonders spannend. Da wächst Toni förmlich über sich hinaus und das habe ich sehr bewundert. Außerdem gibt es auch noch eine Überraschung was Valle anbetrifft, die ich -kaum aus dem ersten Horror heraus- nicht noch kommen gesehen hatte.
Von dem Thema, um das sich hier alles dreht, habe ich -zum Glück!- keine Ahnung. Deshalb musste ich alles glauben, was mir hier erzählt wurde. Ob das so stimmt und ob es in solchen Gruppen tatsächlich so zugeht, weiß ich nicht. Ich gehe aber davon aus, dass Beatrix Gurian gut für ihren Thriller recherchiert hat. Daher glaube ich es. Für mich jeder, der sich auf solche Leute einlässt (und auch diese Leute selber) ganz gewaltig einen an der Murmel. Basta!

Anfangs las sich “Höllenflirt” für mich ziemlich anstrengend. Einfach, weil ich weder mit Toni, noch mit Valle zurechtkam. Erst als mir Toni sympathischer wurde, kam ich zügiger voran, denn von da an konnte ich mit ihr fiebern, bangen und hoffen. Das reißt mich leichter mit. Die Zeitsprünge vom Heute in die Vergangenheit haben da auch gut mitgeholfen. So etwas bringt Abwechslung rein.

Das Cover ist für mich ein typisches Arena Thriller Cover. Auf denen sind ja immer gerne mal Blumen zu sehen. Düster wirkt es aber trotzdem.

Fazit: Der Anfang mit “Höllenflirt” war schwierig, weil ich mich weder mit Toni, noch mit Valle anfreunden konnte. Später wurde mir Toni dann aber zum Glück richtig sympathisch und schon fand ich die Geschichte auch viel spannender. Ich habe gegrübelt, mir Theorien überlegt und alle naselang jemand anderen verdächtigt. Das hat Spass gemacht. Und deshalb zählt “Höllenflirt” trotz des heiklen Anfangs für mich zu den besten Arena Thrillern.

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