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838 Bibliotheken, 15 Leser, 9 Gruppen, 64 Rezensionen

tod, london, liebe, jugendbuch, katastrophe

Numbers - Den Tod vor Augen

Rachel Ward , Uwe-Michael Gutzschhahn
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.05.2011
ISBN 9783551520166
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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1.120 Bibliotheken, 10 Leser, 6 Gruppen, 67 Rezensionen

tod, flucht, liebe, jugendbuch, zahlen

Numbers - Den Tod im Blick

Rachel Ward , Uwe-Michael Gutzschhahn
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.04.2012
ISBN 9783551311511
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wer spannende Jugendbücher mag, wird dieses Buch (übrigens das erste von dreien) wohl in einem Zug lesen und sich dann gleich Teil 2 besorgen. Das Buch bietet alles, was in einem guten Roman enthalten sein sollte: starke Charaktere, rasches Erzähltempo, gefühlvolle Abschnitte, die aber nie kitschig wirken, authentische Situationen, einen roten Faden, der sich durchzieht, eine tragische Liebesgeschichte, die Weiterentwicklung der Hauptfiguren und vieles andere mehr.

Nun habe ich dieses Buch bereits zum 3. Mal gelesen und verneige mich vor der Autorin, denn sie schafft es immer wieder, mich mit dem, was sie geschrieben hat, voll in ihren Bann zu ziehen und zu beeindrucken.

Fazit: absolut empfehlenswerte Lektüre, kurzweilig und berührend

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

empfehlungen, trauer, sachbuch elternbibliothek, kindertrauer, tod

Wie Kinder trauern

Florian Rauch , Nicole Rinder , Tita Kern
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Kösel, 26.06.2017
ISBN 9783466371747
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kinder trauern anders. Wie, das wird uns hier sehr praxisnahe mit berührenden Fallbeispielen, Kinderzeichnungen und sowie Zitaten von Kinder und Jugendlichen geschildert. Ziel dieses Buches ist es, das Verständnis für Ausdrucksformen kindlicher Trauer zu mehren, damit Kinder und Jugendliche, die mit dem Verlust eines ihnen nahestehenden Menschen konfrontiert sind, aktive Hilfsangebote bekommen und in ihrem Gefühlswirrwarr nicht alleine gelassen werden.

Eltern und andere Erwachsene werden von dem Autorenteam bestehend aus Tita Kern, Nicole Rinde sowie Florian Rauch, die alle im Bestattungsinstitut AETAS mitarbeiten, dazu ermutigt, Kindern (aber auch sich selbst) die Möglichkeit zu geben, den Tod einer Person, die sie geliebt haben, im wahrsten Sinne des Wortes zu "begreifen". Man bekommt Einblick, warum es so vielen geholfen hat, den Leichnam noch einmal zu sehen, wie wichtig eine gute Vorbereitung dafür war und warum auch Angehörige, die vorher Angst vor diesem Schritt hatten, diese Erfahrung im Nachhinein nicht mehr missen möchten. 

Alle Tipps sind als unaufdringliche Angebote verpackt. Einfühlsam werden sie als mögliche Hilfen im Trauerprozess angesprochen - mit großer Achtung vor den Wünschen der Kinder, ihrer persönlichen Grenzen und ihrem individuellen Weg der Trauer.

Von Anfang an wird hier für einen offenen Umgang mit der Wahrheit - auch in Zusammenhang mit Suizid - plädiert. Dies, weil selbst gutgemeinte Lügen den künftigen Trauerprozess erschweren können. Deshalb wird betroffenen Erwachsenen über die Kinderstiftung von AETAS auch Hilfestellung geboten, bisher Gesagtes, das unrichtig war, in kindgerechter Weise zu korrigieren. In diesem Buch, kann man sich sicher einige wertvolle Anregungen hierzu holen.

"Wie Kinder trauern" ist ein einfühlsamer Ratgeber, der klar strukturiert und verständlich geschrieben wurde, sodass ihn auch Laien gut nutzen können. 

Gefallen hat mir das Bild des "Leuchtturms", das uns Erwachsenen in der Zeit kindlicher Trauer zugedacht ist - mit dem Hinweis, nie darauf zu vergessen, dass wir auch für uns Freiräume einplanen sollten, um neue Kraft zu schöpfen.

Fazit: Ein wichtiges Buch, das ich weiterempfehlen würde, wenngleich mir konkrete Anregungen gefehlt haben, wie man zuhause oder im Krankenhaus angesichts des nahenden Todes bei schwerer Krankheit einen würdigen Rahmen schaffen kann, damit Kinder und Jugendliche sich in dieser schwierigen Zeit des Loslassens und Abschiednehmens nicht alleingelassen fühlen und bei Bedarf auch gut begleitete Rückzugsmöglichkeiten nutzen können.

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150 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

thriller, mord, hamburg, bernhard aichner, totenrausch

Totenrausch

Bernhard Aichner
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442756377
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Während ich im ersten Band sehr viel Sympathie für die Protagonistin Brünhilde Blum aufbrachte, ihre Klugheit zu schätzen wusste und sie sehr authentisch fand, war ich im Band drei ziemlich enttäuscht von ihr.

Kaum vorstellbar, dass sie sich - gerade erst der totalen Abhängigkeit entflohen - schon wieder einer fremden Person ausliefert.

Erst macht sie dem Zuhälter Schiele ein befremdliches Angebot und als er es dann einlösen will, hält sie die getroffene Vereinbarung nicht ein! Dass das Konsequenzen hat, hätte sie sich denken können (und so pfiffig und vorausschauend, wie ich sie im Band eins kennengelernt habe, hätte ich ihr das auch ohne weiteres zugetraut). Doch Blum bleibt selbst dann noch im Goldenen Käfig sitzen, als es gefährlich wird. Warum macht sie das, wo sie doch schon wochenlang fliehen hätte können? Schließlich geht es hier nicht nur um sie, sondern vor allem auch um ihre Kinder, die sie normalerweise mit Zähnen und Klauen verteidigen würde! Sorry, aber der Teil der Geschichte war für mich einfach nicht glaubwürdig.

Gespannt war ich jedenfalls auf das Ende - und hätte mir zumindest hier mehr erwartet....

Trotz des für mich nur schwer nachvollziehbaren Plots vergebe ich diesmal drei Sterne (fünf für Band 1 und vier für Band 2), weil Bernhard Aichner einen unverwechselbaren Schreibstil pflegt, den ich sehr bewundere. Seine kurzen Sätze faszinieren ebenso wie die Art seiner Dialoge. Und Langeweile kommt in seinen Büchern sowieso nie auf.

 

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59 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

krimi, provence, frankreich, mord, matisse

Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild

Pierre Martin
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2017
ISBN 9783426520321
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem ich schon drei Bände von der emanzipierten Kommissarin und ihrem liebenswerten Assistenten gelesen hatte, griff ich voller Freude zu "Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild". Leider wurden meine hohen Erwartungen diesmal nicht erfüllt. Während ich zu den vorherigen Krimis nur Positives anmerken konnte, gab es im Band vier einige Stellen, die mich irritiert haben.

Einerseits fühlte ich mich zu oft über Selbstverständlichkeiten belehrt, was dem Provencekrimi viel von seinem Charme nahm. Andererseits hätte ich mir ein besseres Lektorat gewünscht, denn es wurden mehrere Zeitenfehler übersehen.

Der Grundsatz "Show, don't tell!" hätte dem Spannungsbogen in diesem Buch gut getan. Ebenso, wenn nicht zum x-ten Mal über bereits bekannte Charaktereigenschaften der Hauptfiguren berichtet worden wäre, sondern einige amüsante Wendungen (vielleicht sogar neue Charakterzüge) eingebaut worden wären.

Gefallen hat mir, dass Isabelle Bonnet sich bei ihren Recherchen unglaublich viele Ermittlungswege einfallen ließ, um den Fall rund um den gefälschten Matisse zu lösen. Hier wurde alles sauber geklärt, das Ende war schlüssig und authentisch.

Dafür hat mir die Auflösung des von Balancourt übertragenen Falles gefehlt. Das hat bei mir sogar die Frage aufgeworfen, ob Pierre Martin, oder wer auch immer sonst sich hinter diesem Pseudonym verbirgt (war es diesmal gar ein anderer Autor?!) beim Schreiben dieses Folgekrimis unter Zeitdruck gewesen sein könnte. Jedenfalls hat er sich - nicht nur den Inhalt des Aktenkoffers betreffend - um eine plausible Hintergrundgeschichte gedrückt.

Fazit: Nach den hohen Bewertungen der ersten drei Bände vergebe ich diesmal nur drei Sterne. Nichts desto trotz würde ich  - sollte es einen Band fünf dieser Provencekrimireihe geben - diesen gerne lesen. Schon allein deshalb, weil ich nach der Lektüre dieser vier Bände in Folge ein Fan dieses Ermittlungsduos geworden bin und mich beim Lesen bestens unterhalten fühlte.

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

provence, krimi, genre: regio krimi, keine sadisten, zeitraum: heute

Madame le Commissaire und der Tod des Polizeichefs

Pierre Martin
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2016
ISBN 9783426518724
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Von den bisher gelesenen Unterhaltungskrimis von Isabelle Bonnet und ihrem schrulligen wie genialen Assistenten Appollinaire ist dieser Roman sicher der spannendste. Und das, obwohl die ihnen zugeteilten Fälle eigentlich eher das Gegenteil verheißen würden. Das bewährte Ermittlerduo soll diesmal einen zehn Jahre zurückliegenden Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft mit zwei Toten klären und nebenbei auch noch die wahren Hintergründe, die zum Suizid des örtlichen Polizeichefs Commandant Bastian führten, herausfinden.

So einiges erweist sich beim genaueren Hinsehen ganz anders als ursprünglich dargestellt, was das Ganze gleich viel spannender macht.

Glücklicherweise ist Isabele Bonnet nicht nur mit einem sechsten Sinn ausgestattet, sondern verfügt auch noch über eine erstklassige Ausbildung im Nahkampf. Diese Spezialkenntnisse erweisen sich als immenser Vorteil. Und zwar nicht nur für die Treffen mit zwei Gangsterbossen, die bei neugierigen Polizeibeamten üblicherweise rot sehen...

Privat läuft einiges nicht ganz so rund. Thierry, der bisherige Bürgermeister von Fragolin, hat sich höheren Aufgaben in Paris zugewandt und vernachlässigt die Kommissarin auf Gröbste. Wie gut, dass es an der Côte d Azur noch andere Männer mit Klasse gibt, deren Charme auch nicht zu verachten ist.

Fazit: kurzweiliger Krimispaß bis zum Schluss mit amüsanten Einblicken in Isabelle Bonnets Privatleben, vermischt mit Lavendelduft, dem Zirpen der Zikaden und einem Ausflug in die High Society von Cannes und Toulon.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

isabelle bonnet

Madame le Commissaire und die späte Rache

Pierre Martin
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2018
ISBN 9783426521113
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissarin Isabelle Bonnet findet am Strand von Pampellone eine verstümmelte männliche Leiche. Die pikanten Details, die zum Mord an diesem Monsieur geführt haben, bräuchten die Kommissarin eigentlich nicht zu interessieren. Zumal sie und ihr schrulliger Assistent neuerdings nur mehr für ungelöste Fälle aus der Vergangenheit zuständig sind.

Was aber, wenn es eine Verbindung zwischen den Morden gibt? Ausschließen kann Isabelle Bonnet dies jedenfalls nicht, vor allem, wenn sie auf ihr Bauchgefühl horcht. Also kommt sie der örtlichen Polizei mit ihren Ermittlungen gehörig in die Quere. Und als wäre das noch nicht genug, soll sie auch noch auf einen Kronzeugen aufpassen, der von seinem Tagesablauf eine ganz andere Vorstellung hat, als dies sein Zeugenschutzprogramm vorsieht und sich deshalb ab und zu eine Auszeit gönnt.

Fazit: Wie schon beim 1. Krimi, der im Hinterland der Côte d Azur spielt, kann man auch in "Madame le Commissaire und die späte Rache" mit allen Sinnen in die Provence eintauchen. Mir persönlich hat der erste Fall von Madame le Commissaire besser gefallen, weshalb ich diesmal nur vier Sterne vergebe. Dennoch sind die Sterne verdient, denn dem Pseudonym Pierre Martin ist es auch diesmal gelungen, glaubhafte neue Charaktere einzuführen, die neugierig machen und einen immer wieder zum Lächeln bringen.

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

frankreich, krimi, provence, isabelle bonnet, fee empfiehlt

Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer

Pierre Martin
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.04.2014
ISBN 9783426513842
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wer einen unbeschwerten Urlaubskrimi mit französischem Flair sucht, ist mit "Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer" bestens bedient.

Passenderweise gönnt sich die Protagonistin namens Isabelle Bonnet darin selbst eine Auszeit. Traumatisiert von den Folgen eines Bombenattentats, bei dem einige ihrer Untergebenen tödlich verletzt wurden, versucht sie ausgerechnet in Fragolin, wo sie bis zum Tod ihrer Eltern eine unbeschwerte Kindheit verbrachte, auf andere Gedanken zu kommen. Um sie bei diesem Vorhaben zu unterstützen, überträgt ihr Maurice Balancourt, ein väterlicher Freund und oberster Polizeichef im Innenministerium, einen mysteriösen Kriminalfall. Als Kommissarin vor Ort soll sie einen Mord mit einer unbekannten Toten aufklären und dabei den tatverdächtigen Engländer, der seit dem Ableben der Frau verschwunden ist, aufspüren. Um nicht alleine ermitteln zu müssen, wird ihr ein sympathisch-schrulliger Assistenz, der vorher im Polizeiarchiv beschäftigt war, zur Seite gestellt.

Die beiden Hauptfiguren, die sich erst gegen die Vorbehalte der örtlichen Polizei durchsetzen müssen, haben von Anfang an Kultcharakter. Kein Wunder, dass sie sich zu Serienfiguren gemausert haben und es mittlerweile drei Folgebücher mit ihnen gibt.

Fazit: Ein absolut empfehlenswertes Buch, das ich nicht nur wegen seiner liebenswerten Detail noch einmal lesen würde. Einzig die privaten Verflechtungen in einen viele Jahre zurückliegenden Kriminalfall fand ich entbehrlich. Dennoch vergebe ich fünf wohlverdiente Sterne an Pierre Martin, hinter dessen Pseudonym ich eine schreiberprobte Kollegin mit viel Sinn für Humor vermute. Starke Charaktere, vielfältige Einblicke in die Provence und amüsante Wendungen machen das Lesen zum Vergnügen.

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

freundschaft, entführung, hass, neid, psychothriller

WO IST JAY?

Astrid Korten
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Independently published, 18.05.2017
ISBN 9781521310021
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie der Buchtitel schon erahnen lässt, fragt man sich beim Lesen dieses Thrillers die ganze Zeit, wo Jay ist und was mit ihr passiert sein könnte. Ist sie wirklich freiwillig gegangen oder wurde sie das dritte Opfer eines Serienkillers, der bereits zwei Frauen, die Jay verblüffend ähnlich sahen, so grausam entstellt hat?

Jay ist Teil einer Freundesclique, die sich seit Jahren regelmäßig trifft. Trotzdem scheint sie niemand wirklich zu kennen. Keiner zweifelt an der Echtheit von Jays Abschiedsbrief und außer Mia, ihrer besten Freundin, die sich Jays Verschwinden einfach nicht erklären kann, will auch niemand nach ihr suchen.

Mit jedem Kapitel, das den zwischenmenschlichen Beziehungen auf den Grund geht, kommt stärker zutage, wie ambivalent die Gefühle der vermeintlichen Freunde Jay gegenüber sind.

Fazit: ein bedrückendes Buch, das laut Autorin Astrid Korten einen wahren Kriminalfall im Fokus hat, dessen Polizeiakten jahrelang unter Verschluss gehalten wurden. Mehr als 400 Seiten, die nachwirken und unzählige weitere Fragen aufwerfen. Fragen, auf die ich bislang keine befriedigenden Antworten finden konnte.

Vor allem beschäftigt es mich, ob das Dasein wahrer Freunde helfen kann, traumatische Erlebnisse so zu verarbeiten, dass man sich vom Leben nicht völlig abkehrt. Was, wenn man die Hölle durchlebt hat und danach keiner da ist, der die Bereitschaft mitbringt, diese Schrecken immer und immer wieder als Zuhörer auszuhalten? Kann man aus so einem Loch ohne professionelle Hilfe überhaupt herauskommen oder wird man dadurch unweigerlich zu einer gespaltenen Persönlichkeit? Und damit wären wir auch schon bei meiner Gretchenfrage: Ist jeder Psychopath von Grund auf schlecht oder wird er erst dazu gemacht?

Im Sinne einer möglichen Prophylaxe frage ich mich natürlich auch, von wem die schrecklichen Taten in diesem Buch verhindert hätten werden können. Wäre alles anders gekommen, wenn die Freunde zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gewesen wären? Hätte man dadurch wirklich alles verhindern können oder wäre einiges trotzdem passiert? Und falls ja, warum?

"Wo ist Jay" rüttelt auf. Wer sich in dieses Buch vertieft, wird nicht umhin kommen, sich zu fragen, was wahre Freundschaft eigentlich ausmacht und was er/sie bereit wäre zu investieren, damit so eine schreckliche Geschichte sich nach Möglichkeit nie wiederholt.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

deutsch, deutscher, beziehungsdrama, unerfüllter kinderwunsch, roman

Meerzahl

Annette Freudling
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Edition Falkenberg, 13.04.2017
ISBN 9783954941285
Genre: Romane

Rezension:

Zum Glück gibt es sie noch; die Bücher, die anders sind und die einem schon allein deshalb in Erinnerung bleiben, weil sie sich abheben durch ihre lyrische Sprache.

Aber nicht nur deshalb hat "Meerzahl" mich in seinen Bann gezogen. Es ist die Mischung, wie die Autorin Situationen und Dinge beschreibt, die man eigentlich nicht beschreiben kann.

Mir gefällt, wie sie sich auf die Gefühlsebene der Protagonisten einlässt, wodurch sie auch der Schwere des Themas gerecht wird. Gleichzeitig bewahrt sie ihre Leser und Leserinnen davor, sich überrollt zu fühlen, indem sie zum Ausgleich eine Prise Humor in das Denken der Ich-Erzählerin streut, aber auch mit feinen Dialogen unterhält.

Ich könnte mehr über das Buch und dessen Inhalt schreiben, will aber nichts vorwegnehmen oder gar zerreden. Hier eine meiner Lieblingsstellen, die vielleicht mehr aussagen, als ich es je könnte.

"Nach dem Mittagessen setzte ich mich in den Garten und malte die Ansicht unseres Hauses. Der Holunderbusch geriet mir zu groß, die alte Klappliege sah aus, als sei sie in den Rasen eingegraben, das Dach saß schief auf den Mauern und die Schrägfenster im oberen Stock erinnerten an Schießscharten. Das machte nichts. Ich betrachtete mein Bild, und ich wusste, dass in dem Haus aus Aquarellfarbe ein Mädchen lebte, ein Mädchen mit den Haaren ihrer Mutter und den Augen ihres Vaters: ein Mädchen wie ich, nur zufriedener."

Wem diese Stelle gefällt, der wird noch viele andere finden, die ihn ansprechen. So auch ich. Und deshalb werde ich dieses Buch noch einige Male lesen - und sei es auch nur, um als Autorin davon zu lernen.

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10 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Entigeln: Umgang mit Demenz

Uwe Hartmann
Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.01.2017
ISBN 9781542439923
Genre: Sachbücher

Rezension:

Mit seinem Buch "Entigeln" liefert der Autor Uwe Hartmann viel Hintergrundwissen zu den unterschiedliche Demenzarten und schildert deren Auswirkungen auf die Sinneswahrnehmung und die Kommunikationsfähigkeit der Betroffenen. Dabei verliert er nie aus den Augen, dass die Demenz mit all ihren Facetten so unterschiedlich ist, wie der individuelle Mensch selbst.

Er plädiert für bessere Gesprächsbedingungen, indem er Angehörige und sonstige Bezugspersonen von Demenzkranken dazu einlädt, sich eigener Gefühle wie Stress, Wut oder Angst bewusst zu werden, weil sie, von Demenzerkrankten ungefiltert aufgenommen, die Interaktion maßgeblich beeinflussen und Gespräche sogar verunmöglichen können. 

Immer wieder verweist er auf die - wie er sie nennt -  "Unheiligen der Demenz" (Angst Schmerz oder Verlusterfahrungen der Erkrankten), die jede Begegnung überschatten können. Vor allem aber richtet er seinen Fokus auf die Mittel, die Kommunikation gelingen lassen.

Ergänzt durch Fallbeispiele und ein vertiefendes Stichwörterregister wird das Ganze zu einem wichtigen Werkzeug, das man Laienhelfern als auch Berufsbetreuern in die Hand geben kann, um sie zu entlasten. Aber auch, um ihnen Mut zuzusprechen, Neues auszuprobieren, was zu wichtigen Begegnungszonen auf dem Weg des Vergessens führen kann.

Fazit: ein lesenswertes Buch das einer aus der Praxis mit großer Fachkompetenz und viel Herzblut geschrieben hat. Leider in sehr kleiner Schrift und mit vielen Fremdwörtern, was das Lesen phasenweise anstrengend macht.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

ostsee, weißberg, sommer, neuanfang, liebe

Meerhimmelblau

Clara Weißberg
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.05.2017
ISBN 9783548289205
Genre: Romane

Rezension:

Der Schreibstil der Autorin ist gekonnt und flüssig. Nicht nur das traumhafte Titelbild auf dem Cover, sondern auch die kurzweiligen Landschaftsbeschreibungen machen Lust auf die Ostseegegend rund um die Schlei, in die die Leserschaft mit allen Sinnen eintauchen darf.

Die Charaktere sind liebevoll beschrieben und mehrdimensional aufgebaut. Zu manchen dieser starken Persönlichkeiten fühlte ich mich total hingezogen, andere hätte ich in manchen Situationen am liebsten ein wenig geschüttelt (z.B. auch die Hauptdarstellerin, um sie daran zu erinnern, dass sie nicht nur das machen muss, was andere von ihr erwarten, sondern sich öfter fragen sollte, was sie eigentlich möchte).

Zur Handlung: Die 48-jährige Liane Fröhlich arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Universitätsbibliothek. Sie ist mit dem 12 Jahre älteren Oberstudienrat Jochen verheiratet, der ihr knapp vor dem 21. Hochzeitstag eröffnet, dass er ohne sie nach Venedig fahren wird, um sich von der Muse küssen zu lassen (und zwar in jeglicher Hinsicht) und dort ein Sabbaticalhalbjahr zu verbringen. Zu allem Überfluss quartiert er auch noch seinen besten Freund Klaus in der ehelichen Wohnung ein - und zwar ohne Rücksprache, ob Liane das überhaupt recht ist.

Sie ergreift die Flucht und landet auf Einladung ihrer Arbeitskollegin Nele, die einen Haussitter für den Hof ihres Großvaters sucht, an der Schlei. Dort erwarten sie so einige neue Herausforderungen, denn in ihrem neuen Urlaubsdomizil sind Schweine, Kaninchen, Schafe und ein großer Hund zu versorgen. Zum Glück gibt es die 10-jährige Marie, die ihr bei alledem zur Hand geht und Liane mit ihrer spontanen, lebensbejahenden Art jede Menge Lernstoff bietet.

Auf der Insel findet Liane Stück für Stück zu sich selbst, was wohl auch an den interessanten Menschen liegt, die dort sehr offen auf sie zugehen. Auch in Sachen Liebe ist nicht immer alles klar und hält das Leben noch so einige Überraschungen für Liane bereit. Die Frage ist also: Für wen wird sie sich schlussendlich entscheiden? Denn neben Jochen gibt es plötzlich auch noch zwei andere Männer, die ihr Herz schneller schlagen lassen und ganz neue Töne in ihr zum Klingen bringen...

Fazit: Ein Urlaubsroman, der unterhaltsam ist und den ich sicher noch einmal lesen werde, weil er viele liebevolle Details enthält. Leider mit einer Protagonistin, mit der ich nicht so ganz warm geworden bin, weshalb ich einen Stern abziehe.

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97 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

thriller, totenhaus, familie, bernhard aichner, selbstmord

Totenhaus

Bernhard Aichner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 14.11.2016
ISBN 9783442714421
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bernhard Aichner ist ein Könner, der seinen individuellen Schreibstil konstant weiterführt. Er versteht es, die Spannung voranzutreiben. Seite für Seite wird der nichts Gutes ahnende Leser tiefer hineingeführt in eine verstörende Welt, die Schreckliches bereithält. Gekonnt arbeitet der Autor mit Assoziationen, die Geborgenheit vermitteln und lullt Leser wie Protagonistin damit ein, um dann gnadenlos zuzuschlagen. Ein Gräuel nach dem anderen verbreitet eine Gänsehaut - nirgends ist man sicher. Am wenigstens dort, wo man es fälschlicherweise vermutet. Durch gezielte Rückblenden gewährt Bernhard Aichner Einblicke in die düstere Vergangenheit der hier handelnden Personen, macht nachvollziehbar, warum sie jetzt so "krank" agieren.

Zur Handlung: Blum, die Leichenbestatterin, die im Band 1 zur 7-fachen Mörderin wurde und damals ungeschoren davonkam, weil sie die Leichen so genial verschwinden ließ, verbringt mit ihren zwei Töchtern, die für sie "Zauberwesen" sind, einen unbeschwerten Urlaub am Meer. Mitten in dieser Idylle mit den spielenden Mädchen am Strand findet sie einen Zeitungsartikel, der sie zutiefst beunruhigt.

Wer ist diese Frau, deren toter Körper auf einer Ausstellung für Körperkunst auf einem Zebra reitet? Und vor allem: wieso sieht deren Gesicht genauso aus, wie ihr eigenes?

Verstört fährt Frau Blum nach Nürnberg, um Herrn Kuhn, der seine Leichen im Sinne der Kunst so entartet hat, zur Rede zu stellen und ist entsetzt, als sie erfährt, welche Verbindung es zwischen ihr und der Frau gibt.

Obwohl sie ahnt, dass sie sich da ev. auf etwas Gefährliches einlässt, fährt sie mit Herrn Kuhn zur Familie von Björk, ihrer Zwillingsschwester, die ebenfalls wie Blum nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurde. Ihre tiefe Sehnsucht nach familiärer Geborgenheit führt sie direkt in das imposante Hotel, in dem Björk zusammen mit ihrem Halbbruder Ingmar aufgewachsen und schließlich gestorben ist. Das Hotel ist riesengroß und beherbergt seit 20 Jahren keine Gäste mehr. Warum das so ist, erfährt Blum erst im Laufe der Zeit. Auch die düsteren Geheimnisse, der Personen, die dort wohnen und die sich alle auf ihre Art um Blum kümmern, kommen erst schrittweise zu Tage.

Vertrauend auf ihr ungutes Bauchgefühl will Blum Abstand zwischen sich und die Bewohner des leerstehenden Hotels bringen und kehrt wieder in den Schoß ihrer Familie zurück. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse.

Die sorgsam in den Gräbern anderer Personen versteckten Leichenteile werden gefunden und schon ist Blum die Hauptverdächtige, nach der fieberhaft gesucht wird. Sie, die Jägerin, wird zur Gejagten.

Da bietet Björks Halbbruder Ingmar ihr an, sich bei ihnen im Hotel zu verstecken. Kurz glaubt Blum, dass damit alles gut wird, doch ehe sie es sich versieht, ist das geniale Versteck für sie zur tödlichen Falle geworden.  Aber das ist beileibe noch nicht das Ende aller Schrecken....

Fazit: Ein Buch, das sein Lesepublikum gekonnt von Trugschluss zu Trugschluss führt, es in Sicherheit wiegt, um es dann umso mehr zu schocken.

Ein Autor, der mit Worten, kurzen Sätzen und bedeutungsschweren Hinweisen eine Realität schafft, die die Gänsehaut hervortreibt.

Eine Protagonistin, die so ganz anders agiert, als die vorausdenkende Bestatterin im ersten Band. Als Gejagte wirkt sie in diesem Buch leider längst nicht so pfiffig und klar denkend wie im ersten Band.

Kinder werden eingeführt, um das Grauen und das Ausgeliefertsein von Blum auf den Höhepunkt das treiben, was für mich persönlich eine Grenzüberschreitung darstellte, die mir nicht gefallen hat.

Und dann noch (leider!) ein relativ offenes Ende, das als neugierig machende Überleitung für den Band drei eingesetzt wurde.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

vitamin a, im wald, ermutigung, falsche diagnose, zeit zu hause

Ein Stein, der mir Flügel macht

Regula Meier
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Rüffer & Rub, 17.09.2015
ISBN 9783907625897
Genre: Sachbücher

Rezension:

Marina Meier erkrankt mit fünf Jahren an einem Neuroblastom der Niere und stirbt im Alter von sieben Jahren an dieser schweren Erkrankung.

Ihre Mutter Regula beschreibt, wie das tapfere Mädchen seinen Weg durch die Therapien schafft und zu welch großer Stütze ihr dabei ihre Freundin Chrisanthemia wird. Chrisanthemia ist eine Fantasiegestalt, die Regula Meier für ihre Tochter erfunden hat, um ihr in Durststrecken beizustehen. Die Kräuterhexe bringt ihr immer wieder kleine Geschenke und mutmachende Briefe, wenn Marina sie gerade am nötigsten braucht und gibt ihr damit neue Kraft und Zuversicht.

Es ist ein Buch, das trotz der Trauer, die wegen des Verlustes von Marina natürlich da ist, Hoffnung gibt und andere Eltern dazu einlädt, die Kraft der Fantasie für ihre Kinder zu nutzen. 

Gerade weil Frau Meier eine Mutter ist, die weiß, wovon sie redet, macht sie aus ihren Erfahrungen keine "Ratschläge" für andere, sondern beschreibt unaufdringlich und in sehr klarer Sprache den Weg, den sie für sich und ihre Familie gefunden hat, um mit der schwierigen Situation umzugehen.

Besonders gut gefällt mir, dass der Blickwinkel der Autorin von Anfang an auch auf die Geschwisterkinder gerichtet ist, worauf in anderen Büchern oft vergessen wird.

Kein Thema wird ausgespart, auch nicht das Thema Tod. Mich hat es zutiefst berührt, wie offen die Familie damit umgegangen ist und welch persönlicher Abschied denjenigen, die Marina nach ihrem Tod noch sehen wollten - selbst den Kindergartenfreundinnen - hier ermöglicht wurde.

Auch das Layout des Buches ist sehr ansprechend gestaltet. Wunderschöne Bilder und Fotos runden das Gesamtwerk ab, das mit kindgerecht gestalteten Kapitelnummern punktet.

Fazit: Frau Regula Meier hat durch ihr Buch wertvolle Einblicke in das Leben ihrer Familie gewährt, von denen andere z.B. betroffene Eltern, interdisziplinäre Klinikteams, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen und Menschen in der Palliativbetreuung - so sie wollen - lernen und profitieren können.

Ich zolle ihr dafür meinen tiefen Respekt und bedanke mich für ihre Offenheit.

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779 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

liebe, selbstmord, cecelia ahern, christine, adam

Die Liebe deines Lebens

Cecelia Ahern , Christine Strüh
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.09.2014
ISBN 9783596197293
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wer einen Wohlfühl-Roman für die Badewanne oder eine Auszeit im Liegestuhl sucht, ist mit "Die Liebe deines Lebens" vermutlich gut bedient. Im gewohnt flüssigen Schreibstil hat Cecelia Ahern hier wieder einen unterhaltsamen Liebesroman produziert, der sich gut verfilmen ließe. Viele Stellen sind amüsant und zaubern einem ein Lächeln ins Gesicht. Allerdings ist das Handeln der beteiligten Personen nicht immer nachvollziehbar und schon gar nicht logisch, weshalb ich auch nur vier von fünf Sternen vergebe.

Zum Inhalt:

Christine, eine junge Irin, die selbständig als Jobvermittlerin arbeitet, ist auf der Suche nach ihrer persönlichen Glücksbalance, die sie in ihrer Ehe bisher leider vergeblich suchte. Als sie zufällig Zeugin eines Suizidversuchs wird und den zweifachen Familienvater Simon nicht davon abhalten kann, sich eine Kugel in den Kopf zu schießen, beendet sie ihre freudlose Ehe, was ihren Noch-Ehemann zu allerlei schikanösen Handlungen bewegt.

Der zweite Protagonist dieses Buches ist der bald 35-jährige Adam Basil. Mit einem Sprung von der Ha'penny Bridge möchte auch er seinem Leben ein Ende setzen. Gründe dafür gibt es einige. Einerseits hat er seine langjährige Freundin Maria händchenhaltend mit seinem besten Freund Sean erwischt - ausgerechnet an dem Abend, wo er Maria einen Heiratsantrag machen wollte. Andererseits soll er die Schokoladenmanufaktur seines schwerkranken Vaters übernehmen, obwohl er viel lieber weiter in seinem Beruf als Hubschrauberpilot arbeiten würde. Keinen scheint zu interessieren, was er wirklich möchte, weshalb er mehr als überrascht ist, als Christine mit ihm auf der Ha'penny Bridge ins Gespräch zu kommen versucht.

Christine, die den Selbstversuch von Simon nicht vereiteln konnte, setzt nun alles daran, das Leben von Adam zu retten. Dass ihre Mutter sich das Leben genommen hat, als Christine erst vier Jahre alt war, und ihr Vater damals nichts tat, um seine Frau zu retten, gibt dem Handeln von Christine eine ganz besondere Dringlichkeit. Sie zieht mit Adam zusammen, weil sie ihn dann Tag und Nacht bewachen und sich einen Rettungsplan für ihn ausdenken kann. Die Zeit eilt, denn Adam hat sich eine Deadline gesetzt. Entweder er findet sein Leben bis zu seinem Geburtstag wieder lebenswert oder er setzt sein Vorhaben zeitverzögert endlich in die Tat um.

Christine, die sich allerlei Ratgeber bedient, verfolgt das Ziel, die Liebe zwischen Adam und Maria neu aufflammen zu lassen. Sie geht dabei äußerst kreativ vor und bringt sich und Adam dabei immer wieder in kuriose Situationen, die zum Lachen einladen. Ihr Vorhaben scheint Erfolg zu haben. Dass sie sich dabei jedoch selbst in Adam verliebt, führt zu ungeplanten Komplikationen...

Und nun zu den Ungereimtheiten, über die ich beim Lesen gestolpert bin:

Die gesamte Familie von Christine ist mit einem höchst eigenwilligen Humor ausgestattet. Das mag die Familienmitglieder individuell erscheinen lassen. Aufgrund des tragischen Verlustes von Christines Mama ist die gefühlskalte Art, mit der Christines Vater oder ihre beiden älteren Schwestern in emotionalen Situationen reagieren, für mich jedoch nicht nachvollziehbar und deshalb unglaubwürdig.

Adams Verhalten nach dem Tod seines Vaters und dem Auftauchen seiner intriganten Schwester war für mich ebenfalls schwer zu durchschauen. Warum plötzlich dieses Umdenken? Diese Antwort blieb mir Cecelia Ahern leider bis zu Schluss schuldig.

Auch das Agieren des Detektives Maguire erschien mir als Leserin weit hergeholt. Erst verletzt er seine Verschwiegenheitspflicht, indem er Christine erzählt, dass Simon überlebt hat und in welchem Krankenhaus er liegt. Und später, als seine Tochter Caroline sich die Pulsadern aufzuschneiden versucht, ruft er Christine auf ihrer Privathandynummer an, um sie zu bitten, sofort ins Krankenhaus zu kommen. Denn mit einem Mal scheint er anzunehmen, dass Christine über die Kompetenz verfügt, seine Tochter zum Reden zu bringen und ihr so aus der Krise zu helfen.

Davon abgesehen, dass die Autorin mit diesem Exkurs das Thema "Suizid" mehr als ausgereizt hat, war er für die Romanhandlung, in der es ja vor allem um die Liebesgeschichte zwischen Christine und Adam geht, überhaupt nicht notwendig. Meiner Meinung nach hätte Cecelia Ahern besser daran getan, sich mehr auf die Liebesgeschichte der beiden einzulassen, anstatt die Leserschaft zum Schluss noch mit dem Thema Cybermobbing bei Jugendlichen zu überfordern.

Fazit: Trotz meiner Kritikpunkte habe ich das Buch gerne gelesen und einige Male herzlich gelacht. Dass Cecelia Ahern schon einige Bücher geschrieben hat, merkt man dem Gesamtwerk an. Nur weil sie so ein Schreibprofi ist, kann man über die eine oder andere Ungereimtheit großmütig hinwegsehen und verzeiht ihr auch die oberflächliche Auseinandersetzung mit dem Thema Suizid.

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hoffnung, erinnerungen, familie, als, liebe

So groß wie deine Träume

Viola Shipman , Anita Nirschl
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 23.02.2017
ISBN 9783810530394
Genre: Romane

Rezension:

Ich war gespannt, wie die Autorin sich auf die Gefühlsebene einer ALS-Patientin einlassen würde. Mir hat gefallen, das das Sterben in dem Buch kein Tabu war und auch die Hospiz eingeführt wurde, was gerade bei ALS sehr, sehr wichtig ist. Die Autorin war stets darum bemüht, Metaphern zu finden, die Hoffnung geben - denjenigen, die gehen müssen und denjenigen, die schrittweise Abschied nehmen und nach dem Tod der geliebten Person irgendwie weiterleben müssen. Das sanfte Dorthinführen ist Viola Shipman wirklich gut gelungen. Deshalb habe ich auch drei Sterne vergeben.

Ansonsten war es für mich eine Herausforderung, mich durch die vielen Seiten zu kämpfen, denn die Protagonisten agierten ziemlich vorhersehbar, sodass beim Lesen streckenweise Langeweile aufkam.

Auf fast jeder Seite lachte, kicherte, lächelte oder grinste jemand. Manchmal sogar mehrmals auf einer Seite. Das war mir zu viel. Dafür fehlten mir andere Gefühlsausbrüche, die die Figuren mehrdimensionaler gemacht hätten.

Ich hätte mir z.B. gewünscht, dass Mattie zwischendurch einmal wütend wird (zumindest da, wo sie die Dame aus der Wohltätigkeitsecke traf, die sich monatelang nicht gemeldet und dann nur eine fade Ausrede parat hatte. Da hätte Mattie den schwachen Protest nicht nur denken, sondern ihren Groll ruhig auch  sagen dürfen). Sie wäre dadurch nicht weniger liebenswert, sondern authentischer gewesen. Auch ihr Mann war hingebungsvoll bis zum Schluss und die Geduld in Person. Warum auf dem Klappentext stand "Don verbirgt seine Angst vor einer Zukunft ohne seine Frau hinter schlechten Witzen" weiß ich nicht. Mir jedenfalls wären keine solchen Stellen aufgefallen.

Fazit: Mir war der Roman zu "süß" und streckenweise zu langatmig. Schade, denn die Autorin hat sich mit dem Thema ALS sicher sehr auseinandergesetzt und bringt eine Botschaft in die Welt, die eigentlich hörenswert wäre.

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selbstmord, jay asher, jugendbuch, mobbing, tote mädchen lügen nicht

Tote Mädchen lügen nicht

Jay Asher , Knut Krüger
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.10.2012
ISBN 9783570308431
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie ist es, ein Buch zu lesen, wenn man von Anfang an weiß, dass die Protagonistin tot ist? Gibt es da noch Überraschungen? Und ob! Lest das Buch und ihr werdet es merken!

Hannah Baker hat sich das Leben genommen. Anstatt eines Abschiedsbriefs hinterlässt sie 13 Tonbandkassetten mit Botschaften an die 13 Personen, die ihr das Leben auf der Highschool die letzten Monate so richtig vermiest haben.

Betroffenheit stellt sich ein, wenn man merkt, welche Auswirkungen das Streuen von Gerüchten, sexistisches Verhalten, Ignoranz usw. auf das Wohlbefinden, den Selbstwert und den Lebenswillen von Hannah hatte. Alles hängt irgendwie zusammen, weil das, was der eine macht, das Handeln und die Wahrnehmung der anderen maßgeblich beeinflusst.

Auch Clay ist einer der Empfänger der Tonbandkassetten. Durch seine Ohren dürfen wir zuhören. Mit seinen Augen sehen wir die Orte, die Hannah auf einem Plan extra herausgearbeitet hat, damit das, was sie erlebt hat, nachvollziehbarer wird.

So richtig verstanden habe ich sie trotzdem nicht. Konfrontiert mit Clays Gedanken tappte ich recht lange im Dunkeln, fragte mich, welchen Anteil Clay wohl an der Sache hatte und erlebte eine Überraschung.

Trotz des traurigen Gesamtthemas gab der Schluss mir Grund zur Hoffnung.

Dieses Jugendbuch ist sehr kurzweilig geschrieben. Durch die gesprochenen Kassetten behält es seinen roten Faden bis zum Schluss. Anfangs war es für mich etwas anstrengend, den schnellen Übergängen zwischen den gesprochenen Worten und Clays Gedankengängen zu folgen. Doch schon bald hatte ich mich an dieses abrupte Wechselspiel gewöhnt und war um seinen Blickwinkel froh.

Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Es berührt und wirkt noch lange nach.

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manchmal dreht das leben einfach um, uni, lexe, kathrin steinberger, erwachsen werden

Manchmal dreht das Leben einfach um

Kathrin Steinberger
Fester Einband
Erschienen bei Jungbrunnen, 27.07.2015
ISBN 9783702658939
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zwei Protagonisten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Ali, die Hochbegabte, die knapp siebzehnjährig fast ohne zu lernen die Maturaprüfungen mit Bravour absolviert. Sie  wohnt zusammen mit ihrem jüngeren Bruder bei ihren Eltern - ganz die brave Tochter, die immer deren Erwartungen erfüllt.

Die zweite Hauptfigur ist der etwas ältere Kevin. Er ist ein finanziell unabhängige Ex-Skater-Profi ohne sonstige Ausbildung, der nach seinem schweren Unfall gleich neben Alis' Elternhaus einzieht und seinen Platz im Leben erst finden muss.

Haben die beiden so unterschiedlichen Persönlichkeiten, die sich ineinander verlieben, als Paar überhaupt eine Chance?

Ali, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, finde ich nach jeder Buchseite sympathischer. In ihrem Gehirn rattern tausende Gedanken. Die vielen Details, über die sie bescheid weiß, lässt sie nur selektiv in Dialoge einfließen, um andere mit normalem IQ nicht zu erschrecken. Phasenweise ist Alis Spezialwissen anstrengend zu lesen. Ich vermute, von der Autorin bewusst so eingesetzt, um zu veranschaulichen, wie anstrengend das Leben einer Hochbegabten sein kann. Dass Ali nie jugendadäquat gegen die engstirnigen Ansichten ihres Vaters rebelliert, macht sie in meinen Augen zu einer Exotin, die Fragen offen lässt. Zumal sie sonst so viel denkt, aber hier offensichtlich Blockaden hat. Dafür lässt sie sich mit unbekümmerter Neugier auf ganz vieles ein, das mit Kevin zusammenhängt. Die Art, wie sie Situationen beschreibt, gewährt unter anderem interessante Einblicke in ihre ersten sexuellen Erfahrungen.

Die Handlung nimmt eine mehr als unerwartete Wendung, als das Geheimnis um Kevin gelüftet wird. Ich fürchte, jemand mit solch dramatischer Vergangenheit würde anders agieren, mehr Aussetzer haben, nicht so vernünftig handeln. Hier wäre mehr Spannung möglich und authentischer gewesen. Schade, dass die Autorin dieses Potential nicht genützt hat, weshalb ich auch nur vier Sterne vergebe.

Mit dem Ende bin ich zufrieden - zumal ich Bücher mag, wo sich die Autorin Mühe gegeben hat, eine schlüssige Auflösung zu bieten. Meiner Meinung nach hätte der Schluss bereits eineinhalb Seiten früher sein können (wäre für ein Jugendbuch vermutlich passender gewesen). Kathrin Steinberger schreibt jedoch weiter und skizziert damit die Wendungen im künftigen Leben von Ali und Kevin. Das Ganze hätte man auch in einen Band 2 packen können - schade eigentlich, dass die Autorin das nicht gemacht hat...   

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rache, mord, thriller, totenfrau, bernhard aichner

Totenfrau

Bernhard Aichner
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 11.05.2015
ISBN 9783442749263
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurze, prägnante Sätze ziehen den Leser sofort in die Geschichte hinein. Obwohl die Hintergründe für die Taten grausam sind und ich einiges lieber nicht so genau gewusst hätte, konnte ich das Buch nicht mehr weglegen.

Die Art, wie hier Dialoge eingebaut wurden, finde ich, die ich selber schreibe, faszinierend.

Frau Blum, die hauptberuflich als Bestatterin arbeitet und im Roman einen brutalen Rachefeldzug beginnt, bleibt einem bis zum Schluss sympathisch. Mehr noch, phasenweise konnte ich mir sogar vorstellen, ihr helfend zur Hand zu gehen...

Dass Herr Aichner für seine Recherche ein halbes Jahr bei einem Bestatter ein Praktikum gemacht hat, war gut investierte Zeit. Obwohl ich glaube, dass er für Hebetätigkeiten kaum eingesetzt wurde. Sonst hätte er Frau Blum nicht so viel alleine machen lassen. Denn dass sie mit ihrer zarten Gestalt z.B. einen bewusstlosen, erwachsenen Mann durch den Wald schleift und dann auch noch alleine ins Auto bekommt, das wage ich zu bezweifeln.

Ihren Namen Blum mochte ich. Brünhilde fand ich "too much" und war froh, dass der Autor den Vornamen nur sehr sparsam eingesetzt hat.

Fazit: ein spannendes Buch, das ganz ohne Schnörkel auskommt. Kein Wort zu viel. Jeder Satz, und sei er noch so kurz, ein Treffer. Fesselnd bis zum Schluss. Für Thriller-Fans absolut zu empfehlen. Aber Vorsicht: der Roman ist nichts für Leser mit schwachen Nerven!

 

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paris, freundschaft, liebe, frankreich, magersucht

Zusammen ist man weniger allein

Anna Gavalda , Ina Kronenberger
Fester Einband: 653 Seiten
Erschienen bei Gruner + Jahr, 05.03.2010
ISBN 9783570197134
Genre: Romane

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wunder, freundschaft, familie, mut, jugendbuch

Wunder

R.J. Palacio , André Mumot
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.01.2015
ISBN 9783423625890
Genre: Kinderbuch

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