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boll, burg des südens, burg in der südbucht, cherry duff, drachen, drachenreiter, fantasy, igen, ista, jim tillek, pern, science fiction, sean o'connell, sorka manrahan, weyr

Drachensinger

Anne McCaffrey
Flexibler Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Heyne
ISBN 9783453307780
Genre: Fantasy

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Beheaded – Der Wille der Schatten

Stefan Goebels
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Schwarzer Drachen , 01.04.2018
ISBN 9783940443762
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Schicksal meint es nicht gut mit Crayne von Dalahan. Er sitzt im Gefängnis, verfügt über keine Erinnerungen an sein bisheriges Leben, seine Taten oder seinen Namen.

Dennoch akzeptiert er die ihm auferlegte Strafe und sieht die bevorstehende Enthauptung als Erlösung seines Leidens an. Aber statt zu sterben, ist er nun ein Untoter, der zwischen den Welten wandelt. Sein Kopf wird von einer Unbekannten entwendet. Eine alte Frau aus der Zwischenwelt gibt ihm den Hinweis, sich an die junge Adelige Amodela zu wenden, die durch einen Fluch mit ihm verbunden ist.  Obwohl Amodela zuerst Furcht vor dem Enthaupteten empfindet, begleitet sie Crayne, denn eine Reise mit ihm ist immer noch dem tristen Leben bei Hofe vorzuziehen.

Erste Hinweise auf seine Identität erhält Crayne von Brentan von Klien, dem Hauptmann der königlichen Garde.  Zu den dreien gesellt sich noch Raccoun, eine zwielichtige, undurchschaubare Gestalt, der sich der kleinen Gruppe anschließt.

Auf ihrer Reise in den Süden begegnen den vier Reisenden vielen Gefahren, oft müssen sie um ihr Leben kämpfen. Doch je weiter sie nach Süden vordringen, desto näher kommen sie der Lösung des Rätsels um Craynes Schicksal.

Kommentar:

Irgendwie gelingt es mir nicht, eine sinnvolle Zusammenfassung zu schreiben. Meine Worte werden der Geschichte nicht gerecht und ich möchte nicht zu viel verraten. Crayne erzählt seinen Part aus der Ich-Perspektive, wir erwachen mit ihm in der Zelle, desorientiert und ohne Erinnerungen. Die Perspektive schafft es, dass der Leser sich sehr gut in den Mann hineinversetzen kann, sein Leiden fühlt und seine Ängste teilt. Dadurch, dass der Autor dem Protagonisten den Namen Crayne gegeben hat, denkt man zuerst an Ichabod Crane aus Sleepy Hollow, damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch. Stefan Goebels hat hier eine eigenständige, unheimlich fesselnde und faszinierende Geschichte geschrieben, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Man fragt sich von Anfang an, warum es gerade diesen Mann getroffen hat und wieso Amodela zu Craynes Stimme wird. Was verbindet diese unterschiedlichen Menschen, die aus völlig verschiedenen Welten stammen und sich vorher nicht kannten? Stück für Stück, aus wechselnder Perspektive, nähern sich die Protagonisten der Lösung. Doch der Weg dorthin ist voller Gefahren.

Zu Beginn des Buches nutzt der Autor sehr viele, sehr anschauliche Metaphern. Hier ein paar Beispiele: " Draußen im Park wanden sich die Weiden in Wind und Regen, das Rippen ähnelnde Geäst gemartert und verdreht." Oder "Ihre Liebe zu ihm barg eine säuerliche Note, vergoren durch die Jahre, wie süße Früchte zu Wein." Ich könnte noch viele Beispiele anführen, sprachlich ist dieses Buch für mich ein kleines Juwel. Mit der Zeit lassen die Metaphern allerdings nach, als wäre der Autor von seiner eigenen Geschichte gefangen und mitgerissen (wie der Leser) um sich noch auf Abwege zu begeben. Die Geschichte steigert sich von Kapitel zu Kapitel und man kann das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Die Figuren sind gut ausgearbeitet, glaubhaft, überzeugend und teilweise sehr ambivalent. Das gilt vor allem für Brentan von Klien, der innerlich zerrissen ist und für Raccoun, der eigentlich keinen Grund weiß, bei den Gefährten zu bleiben, der sie aber nicht verlässt.

Amodela hat bisher ein behütetes Leben geführt, dennoch fühlte sie sich stets einsam, verloren und unverstanden. Die Droge Mondhonig half ihr, das sinnlose und leere Leben zu ertragen, doch was sie während des Drogenrausches sieht, ist teilweise furchterregend. Zeitweise kann sie zwischen Realität und Traum kaum noch unterscheiden.

Das Cover des Buches erinnert leider wieder zu sehr an sleepy hollow und wird daher eventuell einige potenzielle Leser abschrecken, was sehr schade wäre.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, sie ist innovativ und abseits des Mainstreams. Der Autor geht keine Kompromisse ein und erzählt seine Story schnörkellos und direkt. Es ist eine Mischung aus Fantasy und Horror, in einem mittelalterlichen Ambiente.

Stefan Goebels ist an mich herangetreten und hat gefragt, ob ich sein Buch lesen und rezensieren mag. Eigentlich wollte ich ja kürzer treten aber der Plot klang einfach zu interessant und ich bereue nicht, diese Geschichte gelesen zu haben. Ich hatte ihn gewarnt, dass ich meine ehrliche Meinung wiedergeben werde. Hier war die Warnung überflüssig. Vielen Dank für das Rezensionsexemplar und ich warte mit Spannung auf Band 2.

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Die Beschwörung des Lichts

Victoria Schwab
E-Buch Text
Erschienen bei FISCHER Tor, 26.04.2018
ISBN 9783104901701
Genre: Fantasy

Rezension:

Aus dem weißen London schwappt die Dunkelheit über die Grenzen und überzieht die Kells und  Rhys Heimat, die Stadt Arnes, auch genannt das rote London.  Während der Hohepriester Thieren und Rhy in der bedrohten Stadt verweilen und alles versuchen, um das schleichende Böse aufzuhalten, begeben sich der Antari Kell und der Magier Alucard gemeinsam mit Lila auf die Suche nach einem Artefakt, welches das Böse bannen kann.
Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, denn es handelt sich um den dritten und abschließenden Band der wirklich spannenden Saga, in der alle Fäden zusammenlaufen.
Ich zitiere auch hier wieder Lila, denn ihre geradlinige, offene und uncharmante Art sorgen immer wieder für ein Schmunzeln im Gesicht des Leser:
"Und Strategie ist nur ein schwieriges Wort für die Fähigkeit, Gelegenheiten beim Schopf zu ergreifen oder sich selbst welche zu schaffen. Es geht nicht darum, die Regeln zu kennen, man muss bloß wissen, wie man sie brechen kann."

Lila, die in Armut und Elend aufgewachsen ist hält sich nur an eine einzige Regel: Überleben. Sie hat gelernt, sich ihrer Haut zu erwehren, hat sich einen Panzer zugelegt. Nun muss sie lernen, mit Gefühlen wir Freundschaft, Kameradschaft und Liebe umzugehen. Diese Gefühlte machen sie einerseits verletzlich aber andrerseits stärken sie sie auch. Sie ist nicht mehr alleine und kann auf die Hilfe von Alucard, Kell oder Rhy zählen.
Und wieder muss Lila dem Antari Kell das Leben retten, sie kann nicht glauben, wie dieser mächtige Magier sich immer wieder in Gefahr bringt.
Lila ist definitiv meine Lieblingsfigur in diesen Romanen. Aber auch Kell, Rhys und Holland gewinnen an Tiefe, ebenso Alucard. Hier erfahren wir endlich mehr über die Vergangenheit des Kapitäns und des anderen Antari, der sein Leben im weißen London verbracht hat. Er ist die tragische Figur dieser Trilogie. Er unternimmt alles, um seine Stadt vor dem Schicksal des schwarzen London zu retten, doch jede seiner Entscheidungen führt ihn  tiefer in den Abgrund. Er ist eine sehr ambivalente Figur: Der Bösewicht, der Verräter, das Opfer, der Held, der Verräter, der Retter. Er und Lila sind die Außenseiter in Arnes, während die andere Mitspieler aus der Stadt stammen und ihr Hintergrund etwas farblos bleibt. Rhys ist der Thronerbe, ihm wurde alles in die Wiege gelegt, außer die Gabe der Magie, nach der er sich so sehr sehnt. Er ist charmant, etwas verwöhnt und wird von den Damen umschwärmt. Doch sein Herz ist schon lange vergeben. In der Krise kann er aber  endlich zeigen, was in ihm steckt. Das Böse kann ihm nichts anhaben, mutig stellt er sich ihr entgegen und rettet dadurch viele seine Untertanen. Man erkennt hinter seiner Fassade aus Unbekümmertheit t den König, der er einmal sein wird.
Mir hat die Serie sehr gut gefallen. Die Charaktere sind ausnahmslos gut durchdacht, die Handlung ist logisch, die Spannung baut sich langsam aber kontinuierlich auf und lässt den Leser nicht mehr los. Die Idee der vier London finde ich grandios, auch wenn unser London nur noch eine Nebenrolle spielt und sie die Handlung in das weiße und rote London verlagert.
Die Trilogie bekommt eine absolute Leseempfehlung ich bedanke mich bei Fischer Tor für die Bücher, sie ich ansonsten vielleicht nie gelesen hätte. Was hätte ich verpasst! Auf der Seite der Autron sieht man, dass sie schon viele Bücher geschrieben hat, die aber leider bei uns noch nicht erhältlich sind. Schade.

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Die Beschwörung des Lichts

Victoria Schwab
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Argon Verlag, 22.05.2018
ISBN B07CQ5DLMT
Genre: Sonstiges

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Dietrich von Bern: König ohne Reich und Krone

Lili Vogel
E-Buch Text: 294 Seiten
Erschienen bei null, 22.05.2018
ISBN B07D7Z2XQP
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dietrich von Bern ist eine tragische Gestalt. Von seinem Onkel Ermarnarich des Thrones beraubt, muss der Thronanwärter fliehen und begibt sich an den Hof von König Etzel, der ihn gastfreundlich aufnimmt.  Dietrich führt im Namen des Hunnenkönigs etliche Schlachten, doch als er davon genug hat. macht er sich, sein Königreich zurück zu erobern.

Er selbst nennt sich, in wahrhafter Selbstüberschätzung, "der Schlichter". Immer wenn ein Krieg droht, es Streit zu schlichten gibt oder eine holde Jungfrau zu befreien ist, steht Dietrich von Bern bereit, das Problem aus der Welt zu schaffen. Als ihn der berühmte Hagen von Tronje darum bittet, ihm bei der Befreiung König Gunhers aus den Händen der Hessen zu helfen, ist der Berner gerne bereit dazu.  Auch wenn dabei seine eigene Ziele zurückstecken müssen. Wer wäre nicht bereit, dem legendären Vasallen König Gunthers zu helfen?  Zumal sich Hagen und Dietrich aus früheren Zeiten kennen. Hagen von Tronje hätte sich daran erinnern sollen, denn überall, wo Dietrich von Bern erscheint, folgt der Ärger auf dem Fuße.

Kommentar:

Ich beginne mit einem Zitat, welches die Stimmung des Buches sehr gut widerspiegelt.

"Wer bist du?" fiepten die Mädchen.

"Ich bin Dietrich, der große Schlichter!"

"Und ich bin Ulf, der große Dichter"

Und vom Ufer aus krähte es: Ich bin der alte Hildebrand, ich bin der einzige mit Verstand.

Hier werden die großen Kämpfer der deutschen Heldensagen einmal nicht ganz ernst genommen. König Gunther wird als Weichei beschrieben. Ein schwacher Herrscher, der unter der Knute seines finsteren Beraters Hagen von Tronje steht.  Und Dietrich von Bern, der professionelle Streitschlichter, Jungfrauenretter und Kriegsverhinderer denkt bei den von ihm begangenen Taten nur an den Geldbeutel und an seinen legendären Ruf. Er schätzt die Bequemlichkeit, gutes Essen, Wein, Weib und Gesang. Begleitet wird Dietrich von seinem treuen Diener Hildebrand, der einst sein Ausbilder und Waffenmeister war. Diese berühmten Namen findet man tatsächlich in den deutschen Heldensagen und im Nibelungenlied, doch Lili Vogel gibt dem Ganzen ein neues Gewand.

Ich habe mich allerdings zu Beginn mit der Sprache etwas schwer getan. Sicherlich ist die Schreibweise der mittelalterlichen Handlung geschuldet aber manchmal wirkte der Satzbau doch etwas bemüht. Ein Beispiel: "Dietrich legte das Kettenhemd ab, denn er wollte nicht hart sein, wenn die schöne Maid sich fest an ihn drückte beim reiten." Aber je weiter man liest, desto mehr vergisst man dies, denn der Leser verliert sich in der amüsanten Handlung, die so anders voranschreitet, als man es von Heldensagen erwartet.

Während sich Hagen von Tronje, Dietrich von Bern und Hildebrand aufmachen, den burgundischen König zu befreien,  wiegelt Gunther seine Entführer gegeneinander auf. Mit seiner flinken Zunge ist er ein genialer Ränkeschmied und bald lesen ihm die Entführer jedes Wort von den Lippen ab. Hier wird klar, warum Gunther so ein guter König ist und keineswegs unter der Knute Hagens steht. Hagen, der in allen Sagen stets als die düstere Gestalt erscheint, wirkt auch hier unnahbar, kalt und mitleidlos. Doch seine Liebe zu seinem Herrn ist unbestreitbar, er würde sich selbst opfern, um Gunthers Leben zu retten. Er und Dietrich gelten als die besten Schwertkämpfer ihrer Zeit, der Legende nach hat Dietrich sogar Siegfried bezwungen. Kaum zu glauben, wenn man dieses Buch liest.  Hier sehen wir einen Mann, der sich dermaßen selbst überschätzt und nur auf seinen Vorteil bedacht ist. Als er den fahrenden Sänger Ulf kennenlernt, nimmt er ihn als Begleiter an, damit Ulf heroische Balladen über die kühnen Heldentaten Dietrichs verfasse. Ulf bringt eine weitere heitere Note in die Geschichte ein. Denn als die holde Weiblichkeit dem jungen Sänger mehr Aufmerksamkeit schenkt, als dem dicklichen Helden, weckt dies seine Eifersucht. Konkurrenz ist nicht gut für das Geschäft.

Das Buch besteht aus 290 Seiten und lässt sich leicht und locker lesen. Ich hatte es an einem Nachmittag aus und habe mich sehr gut unterhalten und amüsiert. Einige Sätze verleiten dazu, sie laut vorzulesen. Das Cover passt zwar zu der Geschichte, erweckt aber den Eindruck, dass es sich um eine ernsthafte Version der Heldensaga handelt und würdigt den Spaßfaktor nicht.

Ich bin gespannt, ob wir noch mehr von dieser Autorin zu lesen bekommen, lohnen würde es sich sicher.

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Die Pfade des Bösen

Tamara Siler Jones , Michael Krug
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.04.2015
ISBN 9783404207930
Genre: Fantasy

Rezension:

In den nördlichen Weiten verschwinden immer mehr junge Männer auf geheimnisvolle Art und Weise, um nie wieder aufzutauchen. Als den Kastellan Dubric Byerly die Nachricht erreicht, begibt er sich mit seinen beiden Pagen Lars und Otlee in das Gebiet, nicht ahnend, in welche Gefahr er die beiden jungen Männer bringt. Sein Knappe Dien befindet sich schon vor Ort, denn seine Schwiegereltern  leben dort und  seine gesamte Familie hilft den alten Leuten bei der Vorbereitung zum Pflanzenfest. Auch ein Verwandter von Diens Frau ist verschwunden. Während sich Dubric mit Otlee bei Maeve, der Mutter des verschwundenen Neffen von Dien, einquartiert, schickt er Lars weiter zu Dien, damit die beiden Männer aus einer anderen Richtung ermitteln.
Sobald der Kastellan das Gebiet betritt, in dem die Jungen verschwunden sind, erscheinen ihm die Geister der Verschwundenen und der alte Ermittler muss erkennen, dass er es nicht nur mit Entführungen, sondern mit grausamen Morden zu tun hat. Die Erscheinungen sind übel zugerichtet, sie wurden gefoltert und verstümmelt. Und die Zahl der Geister wächst immer weiter ohne dass die vier Ordnungshüter eine Spur des Täters finden.  Und bald richtet der Mörder sein Augenmerk auch auf Lars und Otlee. 
Kommentar:
Ich habe bei Amazon gesehen, dass die Serie sehr unterschiedlich bewertet wurde. Vielen sind die Personen zu oberflächlich. Wie beim Gericht, wenn zehn Sachverständige eine Meinung  zu einem Thema abgeben und man zehn gegensätzliche und unterschiedliche Interpretationen  bekommt, so ist auch eine Rezension sehr subjektiv.
Ich sehe Otlee förmlich vor mir. Ein kleiner, schmächtiger und etwas übereifriger Junge. Er hat die Chance erhalten, mehr aus seinem Leben zu machen und hat diese Chance mit beiden Händen ergriffen.  Er ist ein Bücherwurm und verfügt über eine schöne Handschrift, so dass er die Protokolle schreiben darf. Er bewundert Lars, Dien und Dubric und möchte immer alles richtig machen.
Und dann Lars. Er ist zwei Jahre älter als Otlee und wirkt schon sehr reif für sein Alter. Von seinem Eltern nach Faldorrah geschickt und dort allein gelassen, hat er Dubric zu seiner Vaterfigur erkoren. Er möchte es seinem Vorbild recht machen und jeden Rückschlag in einer Ermittlung sieht er als seinen Fehler an. Er ist ernst und klug und sieht oft mehr, als die anderen Menschen. Bei Zeugenbefragungen ist er der ruhige Pol (der gute Polizist) während Dien eher der einschüchternde Kerl ist. Dien arbeitet seit Jahren für Dubric und die beiden Männer verbindet eine tiefe Freundschaft. Dien ist Dubrics rechte Hand,  verheiratet und hat vier Töchter, die er um alles in der Welt beschützen will. Den Grausamkeiten der Morde steht er hilflos gegenüber, oft reagiert er daher mit Gewalt und Zorn.
Und dann Dubric. Ich habe, außer bei Col Buchanan, noch nie einen Helden in einem Buch erlebt, der über sechzig Jahre alt ist. Ich finde das mutig von der Autorin. Die Reife des Kastellan steht im Gegensatz zu der Jugend von Lars und Otlee.  Otlee ist sehr kindlich, Lars oft zu ernst, Dien die Naturgewalt und Dubric der Denker. Für mich ist das ein starkes Team. Auch die bemängelte Holprigkeit der Sprache kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Es handelt sich hier um eine brutale Welt. Das Leben ist hart und viele Menschen fristest ein karges Dasein. es ist eine mittelalterliche Welt doch die Autorin lässt immer wieder Anmerkungen einfließen, das es hier einmal Fortschritt und Technik gab. Warum sie ins Mittelalter zurückgefallen ist, erklärt sie jedoch nicht.Die Welt bleibt insgesamt sehr blass, der Leser bekommt keine zusätzlichen Informationen über die Örtlichkeiten und Begebenheiten, hier fehlt es eindeutig an Tiefe.
Tamara Siler Jones hat sicherlich viel CSI geschaut, denn viele der Ermittlungsmethoden erinnern an die Teams der Serien. Dubric weist seine Mitarbeiter an, stets Indizienbeutel bei sich zu tragen, sowie Stift und ein Notizbuch. Er hält die Menschen von den Tatorten fern, soweit es geht, denn er weiß, dass Spuren zerstört oder verunreinigt werden können. Er kennt sich mit Fußspuren, Indizien und mit Autopsien aus und hat auch zwei Mediziner als Helfer, die ihm mit Rat und Tat zu Seite stehen.
Ich lese normalerweise keine Thriller und auch keine nordischen Krimis, weil ich es nicht mag, wenn die Opfer so brutal verstümmelt und ausgeweidet oder anderweitig grausam gefoltert werden. Heutzutage gibt es ja kaum noch Krimis mit einem guten einfachen Mord, wie bei Agatha Christie, ohne dass sich Autoren in einen Blutrausch schreiben. Auch hier sind die beschriebenen Morde extrem sadistisch, grausam und verstörend. Schon im ersten Band fand ich die Anzahl der Ermordeten sehr hoch, hier steigt sie auf über zwanzig. Weniger wäre sicher mehr gewesen. Ein Kritikpunkt ist für mich, dass die vier Ermittler, vor allem die beiden Jungen, alles relativ gefasst wegstecken und zur Tagesordnung übergehen. Trotz erheblicher Verletzungen agieren die Protagonisten weiter und scheinen alles am Ende unbeschadet zu überstehen.  Das hat mich schon an Band eins gestört, scheint aber sowohl in TV Krimiserien als auch in den aktuellen Krimis und Thrillern normal zu sein.
Nichtsdestotrotz ist es eine ungemein spannende Story, die sicherlich auch jedem Thrillerfan gefallen dürfte. Das Szenario ist hier einfach etwas anders aber genauso fesselnd.
Das Cover vermittelt den Eindruck, dass es sich um einen High Fantasy Roman handelt aber außer dem mittelalterlichen Szenario, den Geister und einem Hauch Magie, ist es eher ein Buch a la CSI oder Criminal Minds.

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cool, fantasy, high fantasy

Avanyas Legenden

Mike Heinl
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 19.02.2018
ISBN 9783746017365
Genre: Fantasy

Rezension:


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diebin, fantasy, kell, könige, london, magie, schwarze magie, tor, trilogie, v. e. schwab, vier farben der magie, welten, weltenwanderer, weltenwanderer., weltenwandler

Vier Farben der Magie

Victoria Schwab , Petra Huber
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 27.04.2017
ISBN 9783596296323
Genre: Fantasy

Rezension:

Delilah Bard, genannt Lila, ist eine Diebin. Sie lebt im grauen London, einer Welt ohne Magie. Sie träumt davon, eines Tages ein eigenes Schiff zu besitzen und Piratin zu werden. Dieser Traum ist für sie der Inbegriff von Freiheit und Abenteuer. Als sie eines Tages dem Antari Kell einen schwarzen Stein stiehlt, ahnt sie nicht, in welche Gefahr sie sich und ihre Welt bringt. Kell ist ein Reisender, dem es möglich ist, zwischen den verschiedenen London , die auf der Weltenebene nebeneinander liegen, zu reisen. Dies ist nur den Antari möglich und es leben nur noch zwei dieser Magier. Kell und Holland. Während Kell im roten London zu Hause ist, in dem die Magie pulsiert und das Leben blüht, kommt Holland aus dem weißen London, einer kranken Welt. Sie liegt zu nah an dem untergegangenen schwarzen London, das von der Magie aufgezehrt wurde. Alle Pforten zu dieser Welt wurden verschlossen, damit nichts von dort in die anderen Welten dringen kann und somit zu vermeiden, dass  diese ebenfalls zerstört werden. Doch der Stein, den Lila dem jungen Kell gestohlen hat und der eine unbekannte Seite in ihr zum klingen bringt, scheint aus dem verbotenen London zu stammen. Kell versucht alles, um den Stein wieder in das schwarze London zu schaffen und Lila gerät unversehens in ein Abenteuer, das jedoch völlig anders ist, als sie es sich erträumt hat. 


Kommentar:
Lila und Kell sind zwei besondere Protagonisten. Lila ist frech, selbstbewusst, forsch, spontan, eigensinnig, stur, gewitzt. und stolz. Kell würden sicherlich noch mehr, nicht gerade schmeichelhafte, Attribute einfallen. Ihr liebster Sprich lautet: "Man kann nie genug Messer haben!" Der Magier hingegen ist eher ängstlich, zögerlich, er denkt zu viel nach und macht sich um alles und jeden zu viele Sorgen. Die beiden könnten gegensätzlicher nicht sein. Aber sie ergänzen sich auch gut und jeder verfügt über andere Fähigkeiten und Talente. Lila beherrscht den Straßenkampf wie kaum ein anderer und ihre flinken Finger sorgen dafür, dass sie immer genug zum überleben hat. Sie rettet Kell mehrmals das Leben, obwohl er sich sicher ist, der Stärkere zu sein, da er die Magie beherrscht wie kaum ein anderer Magier außer Holland.
Obwohl beide jungen Menschen sehr unterschiedlich sind, haben sie doch auch etwas gemeinsam: Ihre Einsamkeit und ihren Drang nach Freiheit. Kell wurde als Prinz erzogen. Die Monarchen des roten London haben ihn aufgenommen und ihm ein privilegiertes Leben ermöglicht, nun ist er ihnen verpflichtet. Ein Antari kann niemals frei sein, seine Fähigkeiten zum Weltenreisen binden ihn an die Herrscherhäuser, denn die Regierenden der verschiedenen London können nur über die Antari miteinander  kommunizieren. Sie sind die einzigen Weltenwanderer die es noch gibt.
Der Roman beginnt langsam. Der Leser erfährt zuerst etwas über das Leben der beiden Protagonisten. Als die zwei dann aufeinandertreffen, nimmt die Geschichte rasant an Fahrt auf. Kell ist es nicht gewohnt, dass man ihn in Frage stellt oder ihm so nahe kommt. Im roten London respektiert man ihn, aber als Mitglied der Königsfamilie steht er weit über den normalen Menschen, so dass er kaum ungezwungenen Kontakt kennt, außer zu seinem Bruder Rhy. Lila geht ihm auf die Nerven und sie liefern sich einen regelrechten Schlagabtausch. Lila ist der Auffassung, dass etwas, was sie gestohlen hat, endgültig ihr gehört, so auch der schwarze Stein. Sie ahnt nichts vom Wesen der Magie und den Gefahren, die mit der Magie einher gehen. Für sie ist das alles nur ein Spiel und ein Abenteuer. Der Stein spricht sie an, weckt etwas in ihr und sie folgt Kell auf Schritt und Tritt, um mehr über das obskure Stück herauszufinden. Natürlich immer in der Absicht, ihn Kell bei nächstbester Gelegenheit wieder zu entwenden.
Die Geschichte liest sich flüssig, es gibt keine Längen und man taucht gerne in die Welt der Autorin ein. Mir persönlich fehlen die Karten zu den vier London. Mit diesen Karten hätte man als Leser die Städte vergleichen und die Unterschiede feststellen können. Obwohl sich die Städte ähneln, gibt es doch verschiedene Bezeichnungen z.B. für die Themse oder die Herrschaftssitze. Auch ein Personenregister wäre hilfreich gewesen, aufgeteilt in die vier Schauplätze.
Aber natürlich stört das Fehlen dieser Zugaben den Lesegenuss nicht. Ich habe mittlerweile auch Band zwei beendet und kann die Reihe absolut empfehlen.

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Die Toten im Schnee

Tamara Siler Jones , Michael Krug
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2014
ISBN 9783404207817
Genre: Fantasy

Rezension:

Dubric  Byerly wurde von der Göttin Malanna verflucht. Seit dem Tod seiner Gattin vor 43 Jahren, für den er die Göttin verantwortlich macht, sieht er tote Menschen. Allerdings erscheinen  ihm nur die Geister von Mordopfern  und er sieht es als seine Pflicht an, diese Morde aufzuklären.
Als Kastellan von Faldorrah ist es seine Pflicht, die Bewohner in der Burg und deren Umgebung zu schützen. Er benutzt innovative Ermittlungsmethoden doch bei den Morden an verschiedenen Dienstmädchen der Burg kommt der alternde Kastellan einfach nicht weiter. Die Zahl der Opfer steigt und die Ausführung der Morde wird immer brutaler. Die jungen Frauen werden aufgeschnitten, ihre Eingeweide werden entfernt und der Mörder entnimmt die Nieren.
Von seinem Dienstherrn und der Bevölkerung unter Druck gesetzt, verdächtigt er bald den jungen Risley, einen Enkel des Königs, der Morde. Denn welchen Grund sollte es sonst geben, dass Nella, eine junge Magd, die Risley liebt, von dem Mörder verschon wird?

Kommentar:
Ich habe zuerst Band drei der Serie gelesen und war so begeistert, dass ich die beiden vorherigen Bücher gleich gekauft habe. Dubric ist kein 08/15 Held, wie man ihn oft in Fantasyromanen findet. Er ist ein alternder Mann, der alles in seinem Leben verloren hat, was ihm wichtig war. Er hat nur noch seine Arbeit und diese nimmt er sehr  ernst. Er verlangt sich und seinen Helfern alles ab und denkt nicht darüber nach, der er oft alle in Gefahr bringt. Im Gegensatz zu ihm sind seine beiden Helfer noch sehr jung. Otlee ist der Sohn eines Bäckers, der die Chance erhält, mehr aus sich zu machen. Er kann lesen und schreiben und ist eine buchstäbliche Leseratte. Mit seinen 12 Jahren ist er noch etwas zu jung für die gefährlichen Aufgaben, er führt daher das Protokoll bei Zeugenbefragungen. Ihm entgeht kein Wort der Aussagen und somit ist er Dubric eine große Hilfe. Lars ist zwei Jahre älter. Er wurde im Alter von 9 Jahren auf die Burg geschickt, um dort eine Ausbildung zu erhalten. Für ihn ist Dubric eine Vaterfigur. Lars ist aufgeweckt und intelligent, er kann gut kombinieren und er sieht Dinge, die anderen Menschen entgehen. Trotzdem mag er nicht glauben, dass Risley der Täter ist.
Natürlich klingt das Alter der beiden Helfer erschreckend jung. Man muss aber als Leser bedenken, dass es sich um eine mittelalterliche Welt handelt und das auch bei uns damals Jungens mit 14 Jahren schon als erwachsen galten.
Das Buch ist teilweise etwas verstörend, da die Opfer sehr detailliert beschrieben werden. Aber nie aus Effekthascherei sondern aus Notwendigkeit. Der Kastellan bedient sich forensischer Ermittlungsmethoden, ähnlich denen von CSI. Er untersucht Schnittwunden und Fußspuren, er sammelt Beweisstücke und befragt Zeugen. Er handelt absolut logisch, nur als er den Enkel des Königs verdächtigt, zögert er. Er hat den Thronfolger aufwachsen sehen und kennt ihn seit Jahren. Er traut ihm keine so brutalen Morde zu.
Mich hat auch dieser Roman von der ersten Seite an gepackt. Tamara Siler Jones hat hier etwas Neues geschaffen, dass sie selber forensische Fantasy nennt. Somit kommen auch Thrillerfans hier auf den Genuss.
Das Cover ist in einem dunklen Blau gehalten und zeigt zwei Schattenwesen vor einem weißen Mond, im Hintergrund die Burg. Übersetzt wurde das Buch von Michael Krug, der die Spannung der Geschichte perfekt ins Deutsche übertragen hat.
Eine spannenden, teils verstörende aber empfehlenswerte Lektüre für alle Fantasyfans, die Lust auf etwas Neues haben und von den ewig strahlenden Helden genug haben

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103 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Die Schatten von Edinburgh

Oscar Muriel , Peter Beyer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.02.2017
ISBN 9783442485055
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inspector Ian Frey ist einer der angesehensten Ermittler von Scotland Yard. Als sein Förderer, Sir Charles Warren in den Ruhestand gezwungen wird, stürzt auch Frey. Das er in der Mordsache Jack the Ripper bisher keine Erfolge erzielen konnte, macht es seinen Gegner leicht, ihn zu Fall zu bringen. Seine arrogante und unnahbare Art hat ihm im Yard keine Freunde geschaffen.
Um im Polizeidienst zu bleiben bleibt Ian Frey nur ein Ausweg. Er muss in das verhasste Schottland reisen und dort einer neuen Kommission beitreten. "Die Kommission zur Aufklärung ungelöster Fälle mit mutmaßlichen Bezug zu sonderbarem und geisterhaftem", wie sie genannt wird, wirkt auf den steifen Londoner etwas obskur. Auch sein neuer Vorgesetzter, Adolphus McGray, genannt "ninefinger nails", wirkt auf er ersten Blick wie das personifizierte Vorurteil, das Frey gegenüber den Schotten hegt. Können die beiden unterschiedlichen Ermittler die Mordserie lösen, in der der Täter immer spurlos vom Tatort verschwindet und nur entsetzliche Leichen zurück lässt, deren Innerstes nach außen gekehrt wurde? 

Hier handelt es sich um den ersten Fall des Ermittlerduos. Frey und McGray und ich hoffe, es bleibt nicht ihr letzter. Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich die Geschichte gefangen. Ich habe gelacht, geschmunzelt, mich gegruselt und mit McGray mitgelitten, der viel Schreckliches erlebt hat.
Hier ein schönes Zitat aus dem Buch, welches die Stimmung Freys widerspiegelt, als ihm der neue Job angetragen wird:  "Lassen Sie mich meine Situation bewerten. Ich muss mit Schimpf und Schande in das von Schotten wimmelnde Edinburgh fahren, dort vorgeben, Mitglied einer erbärmlichen Sonderabteilung zu sein, die von einem behämmerten Kerl geleitet wird, der an Elfen glaubt."
Zwei Kulturen prallen aufeinander, denn Ninefinger Nails entspricht genau den Erwartungen des Neuankömmlings. Er verfügt über einen rauen Schottencharme, er spricht die Sprache des einfachen Volkes und die Menschen vertrauen ihm. Er nennt Ian Frey "Londoner Mädel" weil er sich über dessen dandyhafte Art lustig macht und sein Getue lachhaft findet. Der Unterschied zwischen den beiden Männern wird immer wieder sehr unterhaltsam in Szene gesetzt, der Autor schafft es aber, beiden Männern den gleichen Anteil in der Geschichte zu geben. Als Leser mag man ebenfalls beide Figuren, obwohl ich persönlich McGray etwas bevorzuge.
Mit der Zeit akzeptieren beide Ermittler die Fähigkeiten des Anderen. Sie arbeiten sehr verschieden aber beide Wege führen zum Ziel, zusammen wären sie unschlagbar, könnten sie ihre Differenzen überwinden. Die gegenseitigen Beleidigungen zu Beginn sind durchaus ernst gemeint und sollen den anderen verletzen, sie zeigen, wie sehr jeder die Lebensweise des anderen verachtet. Es ist spannend zu lesen, wie sich der Dandy und das Raubein langsam annähern, ihre Abneigung scheint lächerlich im Angesicht der  Grausamkeit der Morde.
Hier noch ein schönes Zitat aus dem Buch, das Freys Ansicht über die Welt widergibt. McGray sagt es zu ihm: "Aye, für euch Engländer ist der Franzose ein stinkender Clown, der Schotte ein wilder Hund, der Spanier ein riesiger Narr, der Italiener ein Bandit. Aye, nur Engländer sind der Gipfel der Vollkommenheit." "Aber natürlich! Warum sonst würde Gott die Engländer ein Weltreich regieren lassen, in dem die Sonne nie untergeht?" fragte Frey. Der Schlagabtausch zwischen Frey und McGray ist die Würze dieses etwas schaurigen Krimis.
Wer viktorianische Krimis liebt und die Serie Ripper Street mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Ein unschlagbares Team, das einige Hürden überwinden muss, bis sie merken, dass man Vorurteile durchaus abbauen kann. Auch die Nebencharaktere sind sehr ausgefeilt, allen voran der jüngere Bruder des dandyhaften Ermittlers.
Peter Beyer hat eine wunderbare Übersetzung abgeliefert und das Cover macht neugierig, verrät aber nicht zu viel. Es ist in schlichtem schwarz weiß gehalten und beweist: Weniger ist oft mehr. Ich freue mich auf weitere Fälle der beiden Charaktere und spreche eine absolute Leseempfehlung aus.

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22 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Die Vier Farben der Magie

Victoria Schwab
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Argon Verlag, 31.05.2017
ISBN B071W6LKPJ
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ungnade - Die Getreuen und die Gefallenen 4

John Gwynne , Wolfgang Thon
Flexibler Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.03.2018
ISBN 9783734161223
Genre: Fantasy

Rezension:

Mit "Ungnade" liegt nun der vierte und abschließende Band der epochalen und gewaltigen Saga vor. Nachdem ich bei Band drei doch einige Ermüdungserscheinungen hatte, konnte ich dieses Buch kaum noch aus der Hand legen. Natürlich ist es nicht möglich, den Inhalt widerzugeben, da alle Fäden hier zusammen laufen und jedes Wort zu viel wäre. Das die Entscheidung in Drassil fallen wird, ist allerdings jedem Leser klar. Die uralte Festung der Giganten, ein Ort voller Legenden, ist das Ziel beider Parteien.
Während Calidus immer noch nach den sieben Kostbarkeiten sucht, um Asroth endlich Fleisch werden zu lassen, sammeln sich die Gefährten, um gegen das Böse zu kämpfen.  


Corban hat alles, was der dunkle Magier nicht hat. Ehre, Loyalität, Ehrlichkeit, Treue, Opferbereitschaft und Freunde, die ihm zur Seite stehen. Der Junge ist zu einem Mann und Anführer herangereift und Ghar ist berechtigterweise Stolz auf seinen Zögling. Corban schafft es, Menschen und Giganten auf seine Seite zu ziehen Er erweist ihnen Respekt und spricht ehrlich mit ihnen, was viele davon überzeugt, dass er wirklich der strahlende Stern ist. Als er von den Jotun entführt wird, versucht er, auch diesen Stamm auf die Seite des Guten zu ziehen aber die Jotun habe es Jahrhunderte lang erfolgreich geschafft, sich aus den Angelegenheiten der Verfemten Lande herauszuhalten und möchten weiterhin den Kopf in den Sand stecken. Wie ein Kind, das sich Augen und Ohren zuhält um nichts zu sehen oder zu hören agiert dieser Gigantenclan. Corban versucht sie davon zu überzeugen, dass Asroth die Welt, so wie ist, vernichten wird und man sich für eine Seite entscheiden muss.
Es ist ein Kampf David gegen Goliath. Au der Seite Nathairs steht eine gewaltige Übermacht, ein Heer aus tausenden von Kämpfern. Doch sie folgen dem Draakenreiter nur aus zwei Gründen. Machthunger und Gier. Es steht sich die Frage, wie weit die Treue der Kämpfer geht, wenn es um ihr eigenes  Leben geht. Corban kann sich sicher sein, dass seine Getreuen ihm bis zu Tod zur Seite stehen. Kann es Nathair auch?
Wolfgang Thon hat auch diesen Roman wieder perfekt übersetzt und sprachlich schön umgesetzt. Der rasante Wechsel der Kapitel steigert die Spannung ins Unermessliche.
Ich denke, jeder Leser wird seine Lieblinge haben. Meine sind Veradis und Maquin, sehr unterschiedliche aber . absolut beeindruckende Männer. Beide haben einen weiten, beschwerlichen und abwechslungsreichen Weg hinter sich.  Auf der Gegenseite mag ich Uthas am liebsten. Der Gigant hat sicher nicht vorausahnen können, wohin sein Weg ihn führt. Aber einmal beschritten, muss dieser Weg weiter gegangen werden.
Neben den sehr schön gestalteten Karten gibt es noch ein ausführliches Glossar, das ich mir am Ende nochmals durchgelesen habe, um alles zu rekapitulieren.
Für mich ist die Reihe: "Die Getreuen und die Gefallenen" ein wahres Fantasy Highlight. Man sollte die Bände allerdings in der Reigenfolge lesen, da der Autor (zum Glück) auf langatmige Wiederholungen verzichtet. Auch in Band vier wird der Leser sofort in die Geschichte hinein katapultiert und er kommt kaum zum Luft holen. Wen nach dem dritten Buch die Unlust gepackt hat, der sollte diesem vierten Teil eine Chance geben. Ihr werdet es nicht bereuen.
Jetzt kann man nur hoffen, dass Blanvalet auch "Of Blood and Bones" übersetzt, die Inhaltsangabe auf der Website des Autor lässt die Gier nach Mehr in mir erwachen.

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düster, fantasy, geheimnisvoll, grusel, halbdunkel, kurzgeschichte, kurzgeschichten, kurzgeschichtensammlung, märchen, melancholie, melancholisch, metaphern, miriam schäfer, mystery, mystisch

Das Fehlen des Flüsterns im Wind … und andere phantastische Kurzgeschichten aus dem Halbdunkel

Miriam Schäfer
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 27.02.2018
ISBN 9783862825639
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Buch: "Das Fehlen des Flüsterns im Wind" enthält 21 Kurzgeschichten von Miriam Schäfer und ist beim Acabus Verlag erschienen. Der Verlag ist dafür bekannt, auch unbekannten Autoren und ihren wundervollen Geschichten eine Chance zu geben.

Manchmal möchte man als Rezensent eine besonders schöne Rezension schreiben, um das gelesene Buch zu würdigen, dann aber fehlen einem die Worte, um auszudrücken, wie beeindruckt man von der Geschichte ist. Hier geht es mir so.

Die Geschichten beinhalten Sehnsucht, Hoffnung, Liebe, Vertrauen, Angst, Träume, Einsamkeit, Mut, Vergebung, Verlust und vieles mehr.

Sie sind zwischen 2008 und 2018 entstanden. Man merkt, dass die Autorin in der Zeit gewachsen ist, obwohl Billy durchaus spannend ist, gefallen mir einige der neueren Geschichten wesentlich besser.  Was nicht bedeutet, dass auch nur eine der Geschichten nicht spannend, schön oder überraschend gewesen wäre.

Als ich gesehen habe, dass das Buch lediglich 180 Seiten dick ist, fragte ich mich, wie man 21 Kurzgeschichten auf so wenig Raum unterbringen kann. Die Erzählungen sind unterschiedlich lang. Einige, wie Billy (II) sind sehr kurz, Claire ist einer der längsten Geschichten, für diese hat die Autorin auch einen Preis bekommen.

Ich wollte auf jede Geschichte kurz eingehen  aber dann wird die Rezension wohl zu lang. Ich kann nicht kurz. Also habe ich mir die herausgesucht, die mich am meisten beeindruckt haben oder die ich schlichtweg berührend oder schön fand.

Ich habe auf Facebook schon einige Meinungen zu dem Buch gelesen und wie es scheint, hat fast jeder Leser eine andere Lieblingsgeschichte. Das spricht schon für die Vielfalt der Themen.

Meine Lieblingsgeschichte ist Hannah. Es ist eine der einfacheren Geschichten aber sie hat mich sehr berührt. Es passiert kaum etwas und doch alles, letztendlich spricht sie für Freundschaft und Hoffnung. Andere Geschichten muss man mehrmals lesen und sie lassen einen nicht los, weil sie kein Ende bieten sondern Möglichkeiten der Interpretation, wie etwa die erste Geschichte "Lichtbringer "oder auch der "Zaun". Andere Geschichten rufen ein Gefühl der Traurigkeit hervor. "Dyson" ist eine davon, ebenso " Die Legende vom halben Halbach" oder "Engel". Am überraschendsten fand ich "Die Yuki' Hiyaku und das Licht". Was für ein erstaunlicher Einfall, mit der man niemals rechnete.

Die Vielfalt an Ideen von Mi Schäfer ist beeindruckend. Claire beginnt wie ein viktorianischer Roman oder eine Geschichte von Daphne DuMaurier. Ich wurde zweitweise an Rebecca erinnert, die Erzählung von Mi Schäfer ist genauso atmosphärisch dicht, wie dieser Klassiker aber doch ganz eigen. Claire ist mit die längste Geschichte, denn um diese Atmosphäre zu erzeugen braucht es etwas Raum und Zeit. Ein Sommernachtstraum wirkt märchenhaft und zart, Eskimo und Schmetterling ist wohl die verwunderlichste Erzählung, die mit am meisten Fragen aufwirft.

Ich bedanke mich bei Acabus für dieses wunderbare Buch und die Chance, es lesen zu können. Sollte Miriam Schäfer je einen Roman schreiben und dieser verfügt nur über einen Teil des Ideenreichtums, der Ausdrucksstärke und der Andersartigkeit, wie diese Geschichten, wird er wunderbar werden.

Ich könnte noch viel mehr schreiben, zu jeder Geschichte fällt mir noch etwas ein aber urteilt selbst. Ich bin eigentlich ein Romanleser und meide eher Kurzgeschichten aber hier enthält auch die kürzeste Geschichte oft so viel,  wie ein ganzer Roman. das beweist wieder, dass eine Menge an Worten nicht immer gut sein muss, sondern die Kunst darin liegt, mit wenigen Worten zu beeindrucken. Und das ist Miriam Schäfer absolut gelungen.

Das Cover ist dezent und passt wunderbar zu den Geschichten. Minimalistisch aber beeindruckend und anziehend.

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abenteuer, fantasy, high fantasy, jugendbuch, junge erwachsene, kampf, klassische fantasy, magie, quest, reihe, reise, relik, relikt, ritter, vergangenes volk

Das Relikt der Fladrea

Dominik Schmeller
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 14.09.2017
ISBN 9783945493540
Genre: Fantasy

Rezension:

Larima wird als kleines Baby im Wald gefunden. Obwohl sie von ihren Zieheltern und ihrem Bruder Semi alle Liebe erfährt, merkt sie im Laufe der Jahre, dass viele Bewohner von Burg Groveflyk sie als anders erachten. Der Grund dafür ist ihre auffällige und seltene Haarfarbe, die mit dem verschwundenen Volk der Fladrea in Verbindung gebracht wird, Diesem Volk werden seltsame Fähigkeiten angedichtet, für einige Bewohner der Welt Hallinga waren sie ein Segen, andere sahen sie als Fluch an. Woher die Fladrea mit ihren Schiffen kamen und wohin sie vor Jahren verschwunden sind, weiß niemand.
Als Larima an Bancrus von Eschenstab verheiratet werden soll, einem Ritter, der mehr als doppelt so alt ist wie sie, flieht sie von der Burg. Mit dem einzigen Gegenstand, den sie von ihrem Volk besitzt,  begibt sie sich auf die Suche nach ihren Vorfahren, um mehr über ihre Herkunft zu erfahren. Semi begleitet sie auf dieser Reise und beide müssen erfahren, dass die Träumerei von einem Abenteuer nichts mit der harten Wirklichkeit gemein hat.


Kommentar:
Frisch zurück von der LBM, wo ich Dominik Schmeller kennenlernen durfte, fasse ich meine Eindrücke zu dieser Geschichte zusammen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie unerschöpflich die Fantasie der Autoren ist, wenn es um die Entwicklung ihrer Welt geht. Auch Dominik Schmeller hat hier eine einzigartige Welt erschaffen, die sehr beeindruckend ist. Beigefügt ist eine Karte und ein Glossar, in dem Orte, Personen und Begriffe erklärt werden.
Um die Situation von Larima zu verstehen, greife ich auf einige Sätze des Buches zurück:
Seite 65: "Wir sind Frauen. Es ist unser Schicksal, diese Pflichten zu erfüllen. Auch für mich war es schwer, mein Heim zu verlassen und mit einem fremden Mann zu gehen. "
Frauen dürfen in dieser Welt keine Waffen tragen, keine wichtigen Entscheidungen treffen und dienen allgemein nur als schmückendes Beiwerk. Für einen freien Geist wie Larimas ist dies unerträglich. Sie erwartet mehr vom Leben, sie möchte lernen und reisen. In ihrem Ziehbruder Semi findet sie einen Verbündeten. Er verfügt ebenso über einen rebellischen Geist wie seine Ziehschwester und möchte der Strenge seines Elternhauses entkommen, aufregende  Abenteuer erleben, ein Held sein. Zudem sieht er sich als Beschützer seiner Schwester und würde sie nie alleine ins Ungewisse laufen lassen.
Beide Figuren sind sehr ausführlich beschrieben, man versteht Larimas Sehnsucht nach ihrem unbekanntem Volk, nach einer Heimat  und Semi Abenteuerlust. Ihr Gegenpart, Bancrus von Eschenstab, ist etwas stereotyp als finsterer Geselle. Brutal, gnadenlos und immer bestrebt, sein Ziel zu erreichen.
Für junge Leser, die einen Einstieg in die Fantasy suchen, ist dieses Buch sehr gut geeignet. Aber auch erwachsene Leser werden sicher ihren Spaß an der Geschichte haben. Mir hat etwas die Tiefe gefehlt aber ich lese seit 40 Jahren Fantasy, daher sind meine Ansprüche sicher manchmal etwas zu hoch.
Diese Buch hat alles, was es braucht: Eine interessante, mittelalterlich anmutende Welt, zwei liebenswerte Helden, einen schurkischen Schurken und Magie. Der Autor beherrscht sein Medium Sprache und es geht nichts durch eine Übersetzung verloren, wie bei manch anderen Romanen. Ich freue mich auf Teil zwei, der wohl Ende des Jahres erscheinen wird.

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drache, fantasy, geister, mafia, magie, magier, nekromant, urban fantasy, zwerg

Der Nekromant - Totenkult

M.R. Forbes
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 14.02.2018
ISBN 9783961880058
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die Ärzte gaben Conor Night noch eine Überlebenschance von zwei Monaten, nachdem  bei ihm Krebs diagnostiziert wurde. Nun lebt der Nekromant schon seit fünf Jahren mit seiner Krankheit, was den Tod sichtlich verärgert. Nicht nur, dass Conor immer weiter lebt, er stiehlt dem Tod auch seine Opfer und nutzt sie für seine Zwecke, setzt sie als Bauernopfer bei seinen Aufträgen als Söldner ein. 
Da Jin ihn um seinen gerechten Anteil am letzten Auftrag betrogen hat, hat er keine Gewissensbisse, ein Angebot des geheimnisvollen Tarakona anzunehmen, von Jin ein Artefakt zu stehlen. Das er vorher genau dieses Artefakt im Auftrag von Haus Black von Tarakona gestohlen hat, macht die ganze Sache umso pikanter.
Conor Night muss bald erkennen, dass er nicht nur Haus Black und Haus Red als Gegner hat, auch Tod mischt sich ein und schickt seine Truppen, um endlich der ewig sterbenden Seele des Nekromanten habhaft zu werden. In Las Vegas kommt es zum großen Showdown. 


Kommentar:
Man sollte Totennacht gelesen haben, um die Handlung dieses Buches in aller Tiefe zu verstehen.
Wirkte das erste Buch noch etwas steif, ist die Geschichte wesentlich flüssiger und aus einem Guss. Da man die Protagonisten schon kennt, nimmt sich der Autor mehr Zeit für die Handlung und die hat es in sich.
Mit Amos hat Mr.Forbes eine wirklich widerliche und abstoßenden Figur geschaffen, dem sogar ich gerne eins in die Fresse hauen würde. Aber er sorgt auch für einige humorvolle Momente und besitzt tatsächlich so etwas wie eine Söldnerehre.
Ich zitiere aus Seite 165, die Textpassage zeigt, wie Amos tickt und dass diese Fantasywelt sich nicht wesentlich von unserer Welt unterscheidet:
" Black kriegt, was er will und dann heißt es für dich Gute Nacht, zusammen mit allen anderen Baumkuschlern, Eiterbeulen, Kröten oder Lederhäuten, die mir meinen persönlichen Platz wegnehmen."
Im Gegensatz zu Amos wirkt Prithi wie eine zarte Blume. Seit Conor ihr das Leben gerettet hat, versucht sie, ihm zu helfen. Er wohnt bei ihren Eltern zur Untermiete und Prithi verschafft ihm durch die Maschine Aufträge, damit er das notwendige Geld für seine Medikamente bekommt.
Zusammen bilden die drei ein Team gegen die mächtigen Häuser, wobei weder Amos noch Prithi ahnen, dass Conor noch einen weiteren mächtigen Gegner hat.
Ich finde den Plot irgendwie amüsant. Während Conor im ersten Teil das Hua von Taranaka stiehlt, bekommt er nun von ihm den Auftrag, das Hua von Jin zurückzustehlen. Da Conor noch etwas angepisst ist, dass Jin ihn so schmählich im Stich gelassen hat, hat er zu Beginn keine Probleme, den Auftrag anzunehmen. Zumal er mit dem versprochenen Geld bist an sein Lebensende (wann immer das sein mag) ausgesorgt hätte. Bald jedoch merkt er, dass Jin nur ein Spielball von Haus Black ist und er versucht alles, um sie zu schützen und trotzdem seinen Auftrag auszuführen.
Conor ist eine sehr ambivalente Figur. Während Amos sehr direkt und derb ist und der Leser immer weiß, woran er mit ihm ist, macht es Conor einem nicht leicht. Seine Angst vor dem Tod nervt, wie schon in Band eins. Seine Ritterlichkeit und sein Wunsch, immer alles richtig zu machen, beindrucken, auch wenn ihn dieser Wunsch oft auf den falschen Weg führt.
Einige Geheimnisse bleiben auch in diesem Band verborgen und versprechen einen spannenden dritten Band.
Das Cover zeigt Conor umgeben von einem Feuerring. Das Pentagramm ist absolut irreführend und überflüssig aber die Farbgebung des Covers entspricht dem feurigen Inhalt.
Während im ersten Band Andrea Blendl als Übersetzerin genannt ist, wurde der zweite Band von Jan Enseling ins Deutsche übertragen. Meine absolut subjektive Meinung ist, dass Jan Enseling die Derbheit und Brutalität der Sprache und Ereignisse besser erfasst hat. Manche Szenarien wirken noch krasser beschrieben und haben mich manchmal den Kopf schütteln lassen.
Und die Wendung zum Ende hin hat mich echt aus den Socken gehauen!

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 12 Rezensionen

dystopie, fantasy, freundschaft, gesellschaft, gesellschaftskritik, liebe, liebesgeschichte, schöne neue welt, thriller, wüste, zukunft

Das Gamma-Lächeln

Dorothe Zürcher
Flexibler Einband
Erschienen bei bookshouse, 31.01.2018
ISBN 9789963538225
Genre: Fantasy

Rezension:

"Ich will Schritte im Sand und eine Hand auf dem Rücken", flüsterte sie.

"Veredelte verhielten sich höflich und zurückhaltend. Sendre jedoch blickte sie fasziniert an."


Naidu lebt in einer perfekten Gesellschaft, sie hat eine verantwortungsvolle Aufgabe und fühlt sich glücklich. Ihre Alpträume verschweigt sie vor ihren Mitmenschen, denn Alpträume passen nicht in diese harmonische und glückliche Gesellschaft.

Als Naidu ihre Mitbewohnerin Sendre kennenlernt, stellt sie fest, dass diese anders ist als die Bewohner von Novapolis. Sendre verfügt über keinen Veredler, der die Gefühle manipuliert und lebt ihre Emotionen aus. Naidu ist fasziniert von der Frau aus dem Ödland, die als Spionin in Novapolis lebt  und Informationen für die Rebellen sammelt, die sich gegen das System und jegliche Gedankenmanipulation stellen. Schon bald wird Naidu in den Kampf der beiden Parteien hineingezogen und ist gezwungen Novapolis verlassen. Sie muss sich ihren Ängsten und Vorurteilen stellen und lernen, mit echten Gefühlen umzugehen.

Kommentar:

Letzte Jahr hat mir die Autorin ihr Buch: Der schwarze Garten als Rezensionsexemplar angeboten. Da mir das Buch sehr gut gefallen hat, habe ich mich gefreut, als mir das Gamma-Lächeln angeboten wurde.

Das Buch hat mich sehr überrascht, denn ist völlig anders als der schwarze Garten. Nur die schöne Sprache und Ausdrucksweise sind von gleich hohen Niveau.

Die Idee, die negativen Gefühle der Menschen zu eliminieren, ist sicher reizvoll. Gier, Neid, Hass, Angst, all diese Gefühle werden ausgemerzt, doch auch die positiven Gefühle wie Liebe und Freude gehen dadurch verloren. Man fragt sich, ob es das Wert ist. Als Naidu das erste Mal auf die Rebellen trifft, ist sie abgestoßen und erschüttert über das Gefühlschaos, das diese Menschen beherrscht.. Da Naidu Aktosensoren trägt, kann sie andere Menschen beeinflussen, der Abscheu und die Angst, die ihr dadurch von den Rebellen entgegen schlägt, ist überwältigend. Man misstraut ihr und hält sie auf Abstand.

Durch den Veredler können sich die Menschen bestimmte Wellen zuführen. Alphawellenversetzen einen in einen angenehmen Zustand, Betawellen machen glücklich, Gammawellen beruhigen. Für die Bewohner des Ödlandes wirken die Städter wie Zombies, das ist auch ihr Spitzname für die Menschen aus Novapolis. Ewig glückliche und lächelnde Menschen, die emotional tot wirken, wie könnte man sie besser beschreiben als lebende Tote.

Das Szenario, welches Dorothe Zürcher hier entwirft ist absolut erschreckend. Unsere Gefühle machen unser Mensch sein aus, wenn diese Gefühle unterdrückt werden und wir nur noch wie lebende Tote agieren, was haben wir dann noch vom Leben? Freude und Furcht, Liebe und Hass, alles braucht einen Gegenpol, sonst kann man die glücklichen Momente nicht wert schätzen.

Der Geschichte hätten ein paar Seiten mehr sicher gut getan, manches kam einfach zu kurz oder ging zu schnell. Das macht das Buch zwar rasant, es fehlt aber etwas die Tiefe der Charaktere. Das ist aber eine subjektive Meinung, viele Leser werden das Tempo der Geschichte zu schätzen wissen.

Das Cover gefällt mir sehr gut, die Farben sind warm und ruhig. Einerseits entspricht es dem Leben in der Stadt, die ausgeglichen und warmen Farben spiegeln das Glück wieder, welches die Menschen dort empfinden. Andererseits spiegelt das Braun die Farben des Ödlands wieder, eine  trockene und staubige Welt ohne Farben. Bis auf die Oasen der Rebellen, welche der harten Umwelt Leben abtrotzen. Shutterstock habe ich schon mehrmals positiv erwähnt, auch hier passt das Motiv einfach wunderbar.

Ein spannender, in sich abgeschlossener Roman, der zum nachdenken anregt aber auch sehr unterhaltsam ist. Der Kontrast zwischen den "Zombies" mit ihrem ewigen Lächeln und den Bewohner des Ödlandes, mit ihren brodelnden Emotionen ist sehr gut geschildert und glaubhaft geschildert, man versteht beide Seiten, wird sich als Mensch aber immer für die Menschlichkeit mit all ihren Gefühlen entscheiden. (hoffe ich)

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78 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

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Ein Reif von Bronze

Stephan M. Rother
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 27.03.2018
ISBN 9783499403576
Genre: Fantasy

Rezension:

Dreißig Jahre lang Krieg, Blut und Schweiß. Morwa hat es endlich geschafft, die Stämme zu vereinen, wie einst sein großer Vorfahr Otta. Morwa wird König des Nordens, doch wie gewonnen, so zerronnen. Die Dunkelheit ist schon da und hat längst ihre Hand ausgestreckt. Als es um die Nachfolge des alten Königs geht, kommt es zu einem Bruderstreit und die Nordlande sind erneut gespalten. Viele Stämme stellen sich auf die Seite Morwens. Einige glauben, dass er leicht zu beeinflussen sein wird, andere sind überzeugt, dass er den Norden zu neuen Höhen führen wird.

Währenddessen ist Pol mit einer Garde auf dem Weg zur Heimstatt der vergessenen Götter  um diese zu besänftigen. Naturkatastrophen, Hungersnöte und Konflikte verdeutlichen den Zorn der Götter und nur derjenige, der von keinem Vater gezeugt und von keiner Mutter geboren wurde, kann die Götter besänftigen. Pol hat keine Ahnung, wie er an diese Rolle in dem Spiel kam aber er versucht sein Bestes. Alles ist besser als der Galgen.

Leyken ist immer noch in der Rabenstadt gefangen. Ein goldener Käfig, dem sie zu entkommen sucht.

Ildris und Sölva werden Freundinnen, Sölva ist die einzige Person im Lager der Nordländer, die mit der schweigsamen Frau aus dem Süden kommunizieren kann. Eine Frau, die viele als Hexe und als Bedrohung für ihren König ansehen.

Kommentar:

Stephan M. Rother wird mit Lob überschüttet. Er ist ein Sprachkünstler, er nutzt die deutsche Sprache wie kaum ein anderer Autor. Er weiß sich auszudrücken. Manchmal poetisch verträumt, dann wiederum drastisch und klar. Das alles kann und ich will ich nicht leugnen. Trotzdem habe ich diesen Band beendet und war ratlos. Denn mir fehlte einfach der Inhalt. Ich versuche, die 344 Seiten zu rekapitulieren, einen Kommentar zu verfassen aber ich bin sprachlos.

Es passiert eigentlich kaum etwas, ich weiß, ich stehe mit meiner Meinung alleine da. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten und es fällt mir daher umso schwerer, meine wirkliche ehrliche Meinung zu formulieren, zumal die anderen Rezensenten wirklich begeistert klingen.

Der Autor hat ein Talent dafür, treffende, aussagekräftige Metaphern zu finden, die eine Szene glasklar beschreiben. Man versteht, was er ausdrücken will, was er fühlt und zu vermitteln versucht. Aber wenn ich über anderthalb Seiten etwas über die Dunkelheit lese und Leyken über mehrere Seiten zögert in den Schacht zu steigen, sich diese Szene ewig hinzieht, dann bin ich einfach nur noch genervt.

Oder Bjorne. Erst läuft er mit dem Waffenmeister los um Morwen aufzuhalten. Dann verliert er den Waffenmeister aus den Augen, begegnet Sölva und läuft mit ihr los. Sie laufen! Tunnel und Schächte hinunter und hinauf, sie kennen ihr Ziel nicht und wissen nicht, warum sie diesem unbekannten Ziel entgegen streben. Aber sie laufen. Das zieht sich über unzählige Seiten hin und bringt die Geschichte nicht wirklich voran.

Ebenso Lyken. Sie versucht zu fliehen und stellt sich immer wieder die Frage: Ist Nala eine Freundin? Kann sie der Sklavin vertrauen? Immer und immer wieder die gleichen Gedanken aber in einer bewundernswerten Wortvielfalt. Bildhaft umschrieben, ihre Zweifel und Ängste treffen den Leser ins Mark, er zweifelt und ängstigt sich ebenso. Aber auch das zieht sich ewig hin. Ich habe viele der 344 Seiten überblättert, weil sie letztendlich nur schmückendes Beiwerk ohne wirkliche Aussage waren.

Ist das ein hartes Urteil? Sicherlich! Und ich weiß, ich stehe ziemlich alleine da. Das mittelalterliche Setting, die verschiedenen Völker und ihre Kulturen, ihr Glaube und ihre Ängste und Wünsche sind ausdrucksstark beschrieben aber die Ausschweifungen haben mich schlichtweg ermüdet. Ich liebe epische Fantasy die ins Detail geht, sich Raum und Zeit für die Figuren nimmt. Mich stören auch wechselnde Szenarien nicht, meines Erachtens erhöhen sie sogar die Spannung. Aber alles sollte zu einem Ziel führen und der Spannung nicht abträglich sein.

Mir schmerzt es selber, dieses Buch eher negativ zu rezensieren aber Sprache ist eben nicht alles, wenn die spannende Geschichte dabei aus den Augen verloren wird.

Die Aufmachung des Buches ist sehr schön. Sowohl im vorderen Buchdeckel als auch hinten sind Karten der Länder beigefügt. Ebenso findet der Leser im Anhang ein Personenregister.

Da mich die Essenz der Geschichte dennoch fasziniert und ich wissen möchte, wohin der Autor uns führen wird, werde ich sicherlich Band drei auch lesen. Wenn ein Autor es schafft, den Leser trotz dessen Kritik bei der Stange zu halten, ist das ja auch ein Erfolg.

Macht euch selber ein Bild und lasst euch von meiner subjektiven Meinung nicht am lesen hindern.

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fantasy, häuser, hexer, intrige, intrigen, kämpfen, leichen, magie, maschine, m.r. forbes, mystery, nekroman, nekromant, nekromantie, urban fantasy

Der Nekromant - Totennacht

M.R. Forbes
Flexibler Einband: 428 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 18.05.2017
ISBN 9783945493823
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Eine Welt wie die Unsere und doch ganz anders.
Conor Night ist ein Nekromant , das bedeutet, er kann Tote zum Leben erwecken. Seine Wandlung und die damit einhergehenden neuen Fähigkeiten zwingen ihn, sein normales Leben, sowie seinen Arbeit als Chirurg aufzugeben und  seine Frau Karen und seine Tochter Molly zu verlassen.
Bevor er sich dem Suff und der Verzweiflung hingeben kann, wird er von der Söldnerin Danelle gerettet, die ihm neuen Lebensmut gibt. Sie bringt ihm alles bei, was man als Söldner wissen muss und zusammen bilden sie ein starkes Team.
Da Nekromanten verhasst und gefürchtet sind und ihnen niemand freiwillig einen Auftrag geben würde, ist Danelle diejenige, welche die Kontrakte abschließt und mit den Geschäftspartnern verhandelt. 


Eines Tages trifft Conor an einem falschen Ort zur falschen Zeit eine falsche Entscheidung und zieht seine Partnerin und sich in einen Krieg der Häuser hinein, den sie beide kaum überleben werden. Die Häuser werden von mächtigen Hexern geführt und diese sorgen für eine brüchige Ordnung und Stabilität in einer chaotischen Welt voller merkwürdiger Geschöpfe.
Um sich und Danelle zu retten, muss Conor den eingeschlagenen Weg bis zum bitteren Ende gehen, ungeachtet der Konsequenzen.
Kommentar:
Der Totenkult ist der erste Band der Reihe um den Nekromanten Conor Night. Bisher waren der Psycho Killer, Bourbon Kid und Sandman Slim meine Lieblingsantihelden aber Conor Night spielt in der gleichen Liga. Auch wenn er nie die uneingeschränkten Sympathien der Leser gewinnt  wie die anderen drei, ist er doch ein außergewöhnlicher und faszinierender Protagonist. Zu Beginn ist er voller Selbstmitleid und hadert mit seinem Schicksal. Der Autor lässt es sich nicht nehmen, immer wieder darauf hinzuweisen, wie sehr Conor sich vor dem Tod fürchtet und wie schlimm er sein Leben findet. Das nervt zu Beginn etwas, verliert sich aber im Laufe der Handlung, die an Spannung kaum zu überbieten ist.
Teilweise ist die Geschichte sehr makaber und morbide. Da Conor als Söldner teilweise auf Unterstützung angewiesen ist, hat er immer schnell ein paar Tote zur Hand, die er bei Bedarf zum Leben erweckt. Er lagert sie in Kühltruhen bis zum nächsten Einsatz. Neben Menschen nutzt er auch Tiere zum ausspionieren des Gegners. Ratten, die das kleinste Schlupfloch finden, Katzen, die sich unbemerkt an ein Gebäude anschleichen können, oder Vögel, die eine Perspektive von oben vermitteln. 
M.R. Forbes hat hier etwas gänzlich Neues erschaffen und zeigt uns einen gebrochenen Helden, der sich an einen Rest Menschlichkeit klammert. Er hat alles verloren was ihm wichtig war und fühlt sich innerlich zerrissen. Er weiß nicht, wie er als Nekromant einen Platz in der Welt finden soll und ohne Danelles Hilfe wäre er aufgeschmissen. Sie wird seine Stütze, sein Halt, seine Partnerin, seine Mutter, sie gibt ihm neuen Lebensmut. Zusammen sind sie fast unschlagbar, bis sie in einen Krieg der Häuser verwickelt werden.
Die Welt wird bevölkert von Wesen jeglicher Gattung und Couleur. Obwohl Gleichberechtigung herrschen soll, werden anders aussehende Wesen wie Elfen, Trolle, Goblins oder Zwerge als Menschen zweiter Klasse behandelt, was zu einigen Spannungen führt. Sie unterscheidet sich also nicht unbedingt von unserer Welt, trotz der Magie und der seltsamen Bewohner. Politische Intrigen, brüchige Abkommen und gegenseitiges ausspionieren gibt es hier wie dort.
M.R. Forbes erzählt seine Geschichte sehr routiniert und überrascht den Leser immer wieder mit verrückten  Ideen und skurrilen Wendungen.
Das Cover ist sicherlich beeindruckend, führt den Leser aber etwas in die Irre. Conor ist kein Magier, der seltsame Rituale ausführt oder mit glühenden Händen die Tote zum Leben erweckt. Er ist ein Mensch, den das Schicksal hart getroffen hat und der versucht, das Beste aus seinem Leben zu machen.
Normalerweise zieht man andere, ähnliche Bücher als Vergleich heran um den Leser zu vermitteln, in welche Kategorie die Geschichte gehört. Hier fällt es mir schwer. Sandman Slim ist herrlich selbstironisch, die Bücher von Anonymus bestechen durch ihren schwarzen, bitterbösen Humor. Hier fehlt sowohl die Selbstironie als auch der Humor. Am ehesten ist es wohl mit den Hunt Chroniken vergleichbar.
Die Bände sind in sich abgeschlossen und einzeln lesbar. 
Ich freue mich auf Band zwei.

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67 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

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Die Dämonenkriege

Michael Hamannt
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.02.2018
ISBN 9783453318380
Genre: Fantasy

Rezension:

Auf Xe'Neridian findet eine Konferenz statt, an der alle Fürsten der schwebenden Reiche teilnehmen. Krieg liegt in der Luft, den es zu vermeiden gilt. Doch Großfürst Gregorius Thamaryn, Herrscher über das Reich Reetac und Anführer des Fünferbundes,  möchte keinen Frieden. Nur König Varras con Femen, Wortführer der Freien Reiche, wagt es, dem mächtigen Fürsten die Stirn zu bieten. Die anderen Herrscher über die freien Reiche sind zögerlich und ängstlich und hoffen, den Großfürsten durch Zugeständnisse von seinen Eroberungsplänen abzubringen. Da wird König Varras con Femen ermordet und der Verdacht fällt auf seinen Sohn Ishan con Femen, der während der Konferenz einen heftigen Streit mit seinem Vater hatte. Wie immer und überall, will die Jugend mit dem Kopf durch die Wand und die politischen Verhandlungen und Zugeständnisse entfachten Zorn in dem jungen Mann.  Die Assassine Catara ermöglicht dem jungen Prinzen die Flucht aus dem Kerker. Prinz Ishan begibt sich auf die Suche nach dem Dämonenjäger Ryk Vangar, denn  Ishan ist sich sicher, dass es ein Dämon war, der seinen Vater ermordete. Doch wie sollen die Dämonen in die schwebenden Reiche gelangt sein? Die Barriere, welche nach dem zweiten Dämonenkrieg unter großen Opfern geschaffen wurde, ist stabil und hindert die Dämonen am durchkommen. Mit Entsetzen müssen Ryk Vangar und Ishan con Femen feststellen, dass Humanos, so genannte Menschendämonen, die schwebenden Reiche schon lange infiltriert haben und in Machtpositionen gelangt sind, die es ihnen ermöglichen die Fürsten gegeneinander aufzuhetzen. Nun liegt es an vier Wesen, einen dritten Dämonenkrieg abzuwenden. Kommentar: Micheal Hammant hat mit seinen Dämonenkriegen einen guten Einstand hingelegt. Der Weltenentwurf wirkt überzeugend und innovativ. Die Anwendung der Magie und ihre Auswirkung auf den Menschen ist faszinierend. Wobei es nicht richtig ist, hier nur von Menschen zu schreiben, denn auch andere Wesen spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte. Catara ist eine Keesa. Eine Gestaltwandlerin, deren Fähigkeit aber einen hohen Preis fordert. Und Kela Mal'Dhun ist eine Halbdämonin mit überragenden Talenten. Die Dämonen sind unterteilt in Animalia, tierischen Dämonen und Humanos, den Menschendämonen. Morpheus, welche zu den Menschendämonen zählen, können jederzeit die Gestalt eines Menschen annehmen. Nur durch Verrat kann es diesen Dämonen gelungen sein, die Barriere zu überwinden und in die schwebenden Reiche einzudringen. Wie weit der Verrat geht, ahnen die vier Helden allerdings noch nicht, als sie dem Dämonen folgen, der Ishans Vater getötet hat. Die bunte Vielfalt an Geschöpfen, die ambivalenten Hauptcharaktere und die Gestaltung der Welt heben dieses Buch deutlich aus der Masse an Fantasyromanen heraus. Die Gestaltung des Buches ist sehr schön. Zu Beginn eines jeden Kapitels hat der Autor das Datum und den Handlungsort voran gestellt. Die wechselnden Szenarien halten die Spannung hoch und sind genau dosiert. Die 750 Seiten weisen zwar einige Längen auf aber das stört nicht wirklich und gibt es in der Fantasy ja häufig. Eine Karte der schwebenden Reiche und ein Personenregister vervollständigen das Ganze. Die Farbauswahl für das Cover ist ein Eyecatcher, das intensive Rot und Orange ziehen die Blicke auf sich. Ich freue mich auf Band zwei, der viel Spannung verspricht.

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

assassine, assassinen, ermitteln, fantasy, intrigen, kämpfen, mord

Die Stunde des Assassinen

R.J. Barker , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2018
ISBN 9783453318823
Genre: Fantasy

Rezension:

Die ersten sechs Jahre seines Lebens verbringt Girton als Sklave. Sein Leben besteht nur aus Angst, Hunger, Kälte und Schlägen. Sogar unter den Sklaven ist er noch minderwertig, denn er ist ein Krüppel, kaum wert, dass man ihn am Leben erhält.

Auf der Sklavenauktion kommt er als letztes auf den Auktionsblock, niemand will den kleinen, halb verhungerten Krüppel kaufen. Bis sein Meister erscheint. Sie ist es, die ihm seinen Namen und etwas Würde gibt und er dankt es ihr mit abgöttischer Liebe und tiefer Treue.

Merela Karn ist ein Meisterassassine und bildet ihren neuen Schüler ebenfalls zum Assassinen aus. Kampfkunst, Geschichte, Politik, Geografie, er saugt alles wie ein Verhungernder auf und er reift zu einem flinken, begabten jungen Mann heran.

Ihr neuer Auftrag bringt die beiden Berufsmörder in große Gefahr und an die Grenzen ihrer Fähigkeiten. Sie tappen in eine Falle und werden gezwungen, für Königin Adran zu arbeiten, die befürchtet, dass jemand einen Anschlag auf ihren Sohn Aydor plant. Aydor, der Thronfolger,  ist nicht sehr beliebt bei Hofe und es gibt ausreichend Konkurrenz um den Thron, so dass die Sorge der Königin durchaus berechtigt ist. Und wie kann man sich besser eines Assassinen erwehren, als einen Assassinen auf ihn anzusetzen.

Um das Leben ihres Schützlings zu retten, nimmt Merela den Auftrag, der gegen jeglichen Berufsethos der Mördergilde verstößt, an und bald finden sich die beiden in einem Sumpf politischer Intrigen wieder.

Kommentar:

Eigentlich wollte ich anmerken, dass zu diesem Buch eine Landkarte fehlt. Aber sie ist nicht notwendig, da über 90% der Handlung in der Burg Maniyadoc und deren Umgebung spielen. Das mag langweilig klingen aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Geschichte hat mich vom ersten Moment an gepackt und in ihren Bann gezogen. Das liegt unter anderem daran, dass die beiden Protagonisten sich von den typischen Helden der Fantasy unterscheiden.

Merela Karns Vergangenheit liegt im Dunkeln. Etwas verbindet sie mit er Königin, so dass diese die Möglichkeit hat, Merela zu erpressen und zu diesem unwillkommenen und ehrlosen Auftrag zu zwingen. Girton ist ein Faustpfand, der Junge wäre allerdings auf jeden Fall bei seinem Meister geblieben, denn er kennt nur das Leben an dessen Seite.

In der Burg bleibt er ein Außenseiter und auf Grund seines Klumpfußes wird er verspottet und verachtet. Für Girton ist der Umgang mit den Gleichaltrogen nicht einfach, hat er doch nie gelernt, mit Menschen zu interagieren. Er muss seine Fähigkeiten vor den anderen Knappen verbergen, niemand darf wissen, dass sich Assassinen in der Burg befinden. Er spioniert für seinen Meister die Stimmung unter den Knappen aus. Jeder unterschätzt den verkrüppelten Jungen, so dass er unbeachtet seiner Tätigkeit nachgehen kann.

Es ist das erste Mal, dass er ohne seinen Meister handeln muss, zu Beginn fühlt er sich sehr einsam, doch bald findet er zwei Freunde in der Burg, die ihm eine andere Seite des Lebens zeigen.

Es ist rührend zu lesen, wie sich Girton nach Freundschaft sehnt, wie tief seine Einsamkeit sitzt und wie er aufblüht, als er sich verliebt. Der Autor schildert dies mit sehr intensiven und eindringlichen Worten, der Leser kann sich dieser aufkeimenden Freude des Jungen nicht verschließen. Allerdings führt dieses "sich der Welt öffnen" zu ersten Konflikten mit seinem Meister, die erkennen muss, dass ihr Schützling langsam flügge wird.

Die politischen Intrigen verwirren die beiden Assassinen zusehends. Verschiedene Parteien innerhalb der Burg sammeln Anhänger um sich, der König liegt im Sterben und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Kampf um die Nachfolge entbrennt. Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera. Als Girton jedoch ein Geheimnis zu Ohren kommt, entscheidet er sich, zu handeln und er zieht Merela in die Ereignisse mit hinein, Obwohl sie erkennt, dass ihrer beider  Leben durch  ihre  Handlungen in Gefahr gerät, unterstützt sie Girton und lässt ihre unmenschliche Maske fallen. Letztendlich ist sie auch nur eine Frau, die aus Liebe zu ihrem Ziehsohn handelt.

Für ein Erstlingswerk ist die Geschichte sprachlich sehr ausgereift und der Plot sehr spannend. R.J. Barker erzählt routiniert und gekonnt die Geschichte zweier Außenseiter, alles fügt sich logisch und glaubhaft ineinander. Die Geschichte wird aus der Sicht von Girton erzählt, der über eine gewisse Ironie und einen trockenen Humor verfügt.

Über die Welt erfährt der Leser nicht sonderlich viel.  Nur, dass ein Zauberer sie fast zerstört hätte und Zauberei seither verboten ist. Jeder, der mit Anzeichen von Magie geboren wird, ist des Todes. Das Blut der Opfer wird dem Land zugeführt um es zu heilen. Das Leben auf dieser Welt ist schwierig, teilweise besteht sie nur aus Ödnis oder Fäulnis, Anbauflächen und somit Lebensmittel sind knapp, die Bevölkerung leidet oft Hunger. Es ist eine mittelalterliche Welt, in der das Recht des Stärkeren zählt und die Reichen die Armen ausbeuten.

Diese Rahmeninformationen reichen aber aus, um die Geschichte und die Handlungen der Protagonisten zu verstehen.

Das Cover ist etwas plakativ, zieht aber die Aufmerksamkeit auf sich.

Für mich war dieses Buch eine angenehme Entdeckung und eine positive Überraschung. Es handelt sich um einen Einzelband. Ein Lob an den Autor, wann findet man heutzutage noch einen Autor, der es schafft, in einem Band eine ganze Geschichte zu erzählen und zu einem logischen Ende zu führen. Die negativen Rezensionen auf Amazon kann ich nicht nachvollziehen. Sicherlich sprüht dieser Band nicht vor Action aber die Personen sind glaubhaft und die Geschichte spannend.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Stille der Nacht

Patricia Briggs , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2018
ISBN 9783453319035
Genre: Fantasy

Rezension:

Mercy Thompson ist tot. Gnadenlos gemeuchelt von ihrer Stieftochter Jessie, deren brutale und hinterlistigen Attacken  auch nicht vor ihrem Vater oder Ben  halt machen

Das Schicksal des Verlierers ist es, genug Cookies für ein Rudel  ausgehungerter Wölfe zu backen und Mercy fügt sich diesem Schicksal. Sie fährt zum einkaufen, um die Vorräte aufzufüllen und die Erwartung ihrer Freunde nicht zu enttäuschen.

Von diesem Einkauf kehrt sie nicht zurück. Als Adam merkt, wie seine Bindung zu Mercy abreißt, ist er wütend und entsetzt, denn er hat nicht bemerkt, dass sie in Gefahr schwebt. Er kann sie nicht mehr spüren, ist sich aber sicher, dass seine Geliebte nicht gestorben ist.

Doch wer würde es wagen, die Gefährtin von Adam Hauptman zu entführen? Stefan, der Vampir, den ebenfalls ein Band mit Mercy verbindet, liefert die ersten Hinweise, denn der Entführungsort stinkt förmlich nach Vampiren.

Die Entführer haben zwei gravierende Fehler begangen. Sie haben sich nicht ausreichend über die taffe Automechanikerin informiert und wissen nicht, wer ihre Freunde sind. Und sie unterschätzen Adam Hauptmann und sein Rudel.

Nun haben sie eine unerbittliche Kämpferin als Gefangene und einen gnadenlosen Feind auf ihren Fersen.

Kommentar:

Dies ist der zehnte Band aus der Mercy Thompson Reihe. Muss man diese Reihe gelesen haben? Sicher nicht aber es macht Freude sie zu lesen und sie ist unterhaltsam. Nicht tiefsinnig oder anspruchsvoll aber wirklich sehr unterhaltsam.

Es macht Spaß die Entwicklung Mercy zu verfolgen. Von einer widerspenstigen, frechen, vorlauten Automechanikerin, die ihrem Nachbarn das Leben schwer macht, bis hin zu Gefährtin eines der mächtigsten Alphas. Dabei gibt sie sich nie selber auf, sie bleibt sich stets treu, was zu manchen Konflikten innerhalb des Rudels führt. Auch die Auswahl ihrer Freunde macht es Adam nicht immer leicht, Mercy zu beschützen. Sie ist ein Mensch, der Konflikte und Probleme wie magisch anzieht, dass muss auch ihr Entführer bald einsehen.

Mercy wäre nicht Mercy, könnte sie sich nicht schnell aus der Falle befreien, in die man sie gelockt hat. Nun ist sie allerdings nackt, alleine, ohne Geld und Pass in einem fremden Land. Es gilt zu überleben, bis Adam sie findet.

Schnell merkt sie, dass sie sich in Prag befindet, eine uralte europäische Stadt, in der es vor Wechselgängern, Vampiren, Geistern und magischen Wesen nur so wimmelt. Ihre Anwesenheit bleibt nicht unbemerkt und schon bald machen verschiedenste Gruppierungen Jagd auf sie.

Während Mercy versucht zu überleben, macht sie Adam, zusammen mit Stefan, Marsilia und Honey auf dem Weg nach Europa. Sein diplomatisches Geschick ist gefragt, so dass er seinen Wolf, der stets an der Oberfläche lauert, im Zaum halten muss. Er weiß mittlerweile, dass seine Gefährtin entkommen ist, begibt sich aber trotzdem in die Hände ihrer Entführer, da er deren Beweggründe kennen lernen möchte. Er weiß, dass er als Alpha herausgefordert wurde und muss nun beweisen, dass er in der Lage ist, die Seinen zu beschützen. Und nicht nur die, sondern alle magischen Geschöpfe, sie in den Tri-Cities eine Heimat gefunden haben und in Frieden miteinander leben.

Man muss nicht alle vorherigen Bände kennen, um der Geschichte zu folgen. Ich kenne Band acht und neun nicht, hatte aber keine großen Probleme, sofort wieder in den Tri-Cities heimisch zu werden. Die Geschichten sind mit einer Prise Humor und einem Augen zwinkern geschrieben und die Diskussionen zwischen dem Alpha und seiner Gefährtin bringen den Leser oft zum schmunzeln.

Ich muss zugeben, dass ich die Entwicklung in Prag als sehr übertrieben und unglaubhaft empfand. Aber immerhin geht es hier um magische und übernatürliche Wesen, also wer bin ich, an den Geschehnissen zu zweifeln.

Wirklich nerv tötend ist allerdings die Übersetzung. Die häufige Verwendung der Satzkombination "als, wie" oder "wie wenn" und noch mehr grammatikalischer Unsinn lassen den Leser oft den Kopf schütteln. Das hat Patricia Briggs nicht verdient.

Eine sehr schöne Idee sind die kurzen gedanklichen Anmerkungen Mercys zu jedem Kapitel. Der Wechsel zwischen den Szenarien ist somit  leicht erkennbar. Statt der Karte zu den Tri-Cities findet der Leser dieses Mal eine Karte von Prag im Inneren des Buches und hinten eine Auflistung der handelnden Personen.

Alles in allem eine spannende und kurzweilige Lektüre für einen verregneten Nachmittag. Es muss nicht immer anspruchsvolle High Fantasy sein, um Spaß an einem Buch zu haben.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

abenteuer, fantasy, heldengeschichte, humor, indien, indischer terry pratchett, kirin, magie, magische welt, märchenhafte fantasy, humorvolle fantasy, piper, maya, prattchet-ähnlich, zauberei

Der letzte Held

Samit Basu , Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 522 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2006
ISBN 9783492701242
Genre: Fantasy

Rezension:

Der böse  Herrscher Dan-Gem prophezeite vor 200 Jahren, dass er zurückkommen und die Welt erobern würde. Doch es gab eine zweite Prophezeiung von Simoqin dem Weisen, der für diese Zeit der Not das Kommen eines Helden versprach. Nun sind die 200 Jahre um und ein Held muss her. Nur woher nehmen?  Lady Temat, die Herrscherin der mächtigen Stadt Kol, wählt den jungen und naiven Asvin von Avranti für diese Rolle aus.  Als jüngerer Bruder des Maharadschas ist Asvin zum Tode verdammt, denn es ist Tradition in Avranti, dass jüngere Brüder heimlich still und leise in den Tod geschickt werden, sprich auf eine tödliche Mission gesendet  werden , so dass sie dem Maharadscha den Thron nicht streitig machen können. Dies passiert so heimlich still und leise, dass die Zweitgeborenen noch nie etwas von dieser Tradition gehört haben und somit alle in die Falle tappen. Lady Tamat beauftragt den silbernen Dolch, ihren besten Assassinen der Stadt, Asvin zu retten und nach Kol zu bringen. Obwohl der junge Prinz schon über viele Eigenschaften eines Helden verfügt und äußerst attraktiv ist, braucht er noch einen gewissen Schliff und eine bessere Ausbildung. Der ehemalige Heeresführer Gaam und der große Zauberer Mantric sollen den naiven, hübschen und starken Mann den weltmännischen Flair verpassen, den ein Held benötigt um ernst genommen zu werden.  Leider hält sich Mantric  zur Zeit nicht in Kol auf und so begleiten Maya, die Tochter Mantrics  und Kirin, ein junger Zauberer, Asvin und Gaam auf ihrer Reise zum Aufenthaltsort des Magiers . Eine Reise voller Abenteuer und unvorstellbarer Gefahren erwarten die Reisenden und die Leser.   

Samit Batu ist in Kalkutta geboren und aufgewachsen und das merkt man dieser Geschichte  an.  Das Buch ist ein Mix aus orientalischen Märchen, Bollywood Filmen und alten Abenteuerromanen und heraus kommt ein unglaubliches Abenteuer. Frisierte fliegende Teppiche, Dschinn, die keine Wünsche erfüllen, ein dreiköpfiger Troll als Besitzer und Barkeeper eine stadtbekannten Kneipe und des edelsten Feinschmeckerrestaurants, Gestaltwandler, Drachen, Wesen von fremden Welten, dazu ägyptische Mythologie, die Ritter vom fast runden Tisch. Das Buch ist so verrückt schön und witzig wie  es sich anhört. Hier einige Zitat, das Buch wird sehr ambivalent bewertet. Man liebt oder hasst es. Wer orientalische Märchen, Humor und skurrile Figuren mag und sich auf eine etwas schräge Erzählung einlassen kann, wird dieses Buch mögen. Ich habe einige Zitate eingefügt, was ich ja normalerweise eher vermeide. Seite 147 Die anderen Stockwerke der Bibliothek waren hell erleuchtet und luftig, doch hier drängten sich die Bücher in stickiger Düsternis. Natürlich steckte auch in diesen Büchern Magie, aber sie waren alt und gehörten zu der Art, die sich selbst las und ein eigenes Bewusstsein entwicklete. Bücher über Ungeheuer besaßen Klauen und Tentakel. Die über Geister waren mit Schnüren festgebunden und gaben leise, quiekende Geräusche von sich. Die Bücher über Feuerzauber glühten in einem zornigen Rot. Seite 147 …….so dass einem nicht mehr der Arm ab gerissen wurde, wenn man „Greife der Welt“ las und keine ewige Verdammnis mehr drohte, wenn man rein zufällig ein Blatt aus „Das Einhorn in Mythen und Realität“ löste Seite 148 Eines der fundamentalen Naturgesetze lautet: Wenn ein großer Affe (oder Affenmann) zum ersten Mal eine große Stadt besucht, so entführt er eine schöne junge Frau und klettert einen Turm hoch. Die Gesetze der Magie können gebrochen werden aber nicht die der Natur. Also hob Bali (der Affenmann) Maya ( die schöne Frau) hoch und warf sie sich über die Schulter. Seite 187 (Aus Mayas Tagebuch) Gestern erkletterte Asvin (der Held) einen Hügel um mir eine wilde Rose zu holen, frisch mit Morgentau und so. Und er überreichte sie mir, damit ich sie in meine glänzende Haarpracht stecke. Ich wollte darauf hinweisen, dass ich keine glänzende Haarpracht habe, aber Asvin brachte mich mit einem Blick zum Schweigen. Ich weiß mit Blumen nicht viel anzufangen und verwende sie meistens als Ziele, deshalb gab ich die Rose Kirin , der sie wiederum Rote Perle gab, die sie sich dann prompt in ihre glänzende Haarpracht steckte, was mich am meisten ärgerte… Noch ein Auszug aus Mayas Tagebuch: Es ist ein weiterer Aspekt von Missionen, dass Helden aus einem ganz bestimmten Grund meistens männlichen Geschlechts sind. Es liegt nicht an Körperkraft oder mehr Schläue und ähnliche Unsinn, sondern einfach daran, dass Männer aufrecht stehen, wachsam bleiben und sogar Waffen halten können, auch wenn sie mit bestimmten Dingen beschäftigt sind. Wie viele tapfere Kriegerinnen sind von Feinden angegriffen und überwältigt worden, während sie sich irgendwo im Gebüsch niederhockten? Das ist unfair. Wenn ich mein Buch über historische Heldinnen schreibe, wird es ein Kapitel “Badezimmer und Bravour“ geben. Rote Perle hat dieses Problem nicht, immerhin ist sie hinten ein Pferd. Der Autor hat vor nichts und niemandem Respekt. Er nimmt sich alte Märchen aus 1001 Nacht, neue Filme und aktuelle Bücher, dreht und wendet wichtige Details und streut sie zwischen seine Zeilen, dass man aus dem lachen nicht mehr herauskommt. Nie wieder werde ich mich trauen, eine Dschinn-Lampe anzufassen und zu reiben, denn alles, was man bisher über Dschinns erfahren hat, war Lug und Trug. Und auf Tarzans Geschrei antworteten nicht die wilden Tiere au lauter Freude , sondern sie brüllten ihn an, endlich die Klappe zu halten. So zieht es sich durch das ganze Buch. Wer aber meint, Samit Basu hätte sich lediglich Ideen anderen bedient, der irrt. Dieses Buch ist auf seine Art einzigartig amüsant, charmant und  spannend. Was oder wer ist ein Held, wie wird man zu einem Helden und was macht einen Helden aus? Alle diesen Fragen werden hier genauestens beantwortet, es bleibt keine Frage mehr offen. Der Held ist derjenige, den die Menschen als Helden sehen wollen. Das Cover und der Klappentext haben mich veranlasst, das Buch zu kaufen. Das Cover ist beeindruckend, in düsteren Farben gehalten und die Augen wirken bedrohlich. Genau, das, was man auf einem Buchdeckel erwartet, dessen Titel der letzte Held lautet. So beeindruckend das Cover ist, so wenig hat es mit dem Buch gemein. Und der Klappentext, so exzentrisch er sich anhört, spiegelt nicht einmal im Ansatz wieder, was den Leser erwartet. Die exotischen Namen machen es zu Beginn etwa schwer, die Personen und Länder auseinander zu halten. Man sollte sich bewusst sein, dass der Autor aus Indien stammt und nicht erwarten, europäisch klingende Namen zu finden. Ein Personenregister und eine Karte der Welt wären sicher hilfreich gewesen, so muss man eben seine Fantasie bemühen. Ich bin kein Pratchett Fan und habe nur ein Buch über Ricewind den Uaberer gelesen, dass mich eher genervt hat.  Daher verstehe ich den Verglich nicht. Hier konnte ich sehr oft lachen und schmunzeln. Ich habe Maya immer mit Makri aus den Turai Büchern vergleichen müssen, auch wenn Maya natürlich nie so spärlich bekleidet herumlaufen würde.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

blanvalet verlag, high fantasy, teil einer reihe

Jähzorn - Die Getreuen und die Gefallenen 3

John Gwynne , Wolfgang Thon
Flexibler Einband: 928 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.12.2017
ISBN 9783734161216
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Götterkrieg hat begonnen!

Vor tausenden von Jahren fiel ein Meteorit vom Himmel. Aus diesem seltsamen Stein wurden die sieben Kostbarkeiten geschmiedet. Artefakte, um die sich heute Legenden ranken und um derentwillen viele Kriege geführt wurden.

Nun sind diese Kostbarkeiten verloren gegangen. Der Herr des Chaos, der Dämonenlord  Asroth, schickt seinen Diener in die Welt der Menschen, damit er die Kostbarkeiten findet. Denn wenn alle sieben Artefakte zusammen geführt werden, kann der dunkle Lord das Land der Menschen betreten und  seine Herrschaft über sie antreten.

Eine Prophezeiung besagt, dass in diesen dunklen Zeiten der strahlende Stern geboren werden wird, um der schwarzen Sonne entgegen zu treten.

Corban kann nicht glauben, dass er dieser strahlende Stern sein soll, der die Welt vor dem Chaos retten wird. Für ihn ist es nur wichtig, seine Freunde, seine Familie und die Menschen, die sich ihm angeschlossen haben, zu beschützen.

Als es Corban und seinen Freunden nicht gelingt, zu Königin Edana zu stoßen, die in Ardan den Widerstand anführt, begibt er sich nach Drassil, der uralten Gigantenfestung, in der es, laut Prophezeiung, zum ultimativen Kampf kommen soll,

Mit Jähzorn liegt nun der dritte Band der Reihe: Die Getreuen und die Gefallenen vor. Hier sammeln sich die einzelnen Gruppen und platzieren sich für den letzten Kampf. Corban trifft seine Entscheidung oft mit dem Herzen, was den Führer der Ben-Elim zur Verzweiflung treibt. Die Ben-Elim leben ausschließlich um zu dienen , menschliche Gefühle sind ihren fremd, so dass Meical die Handlungsweise des strahlenden Sterns häufig nicht verstehen kann. Dieser Konflikt zwischen Herz und Verstand zieht sich durch das ganze Buch und macht dem Leser bewusst, dass Corban kein genialer Feldherr oder Stratege ist, sondern ein liebenswerten junger Mann, dem seine Freunde über alles gehen.

Dieser dritte Band ist durchaus noch sehr spannend aber teilweise etwas zäh, da sich alle Gruppen auf dem Weg irgendwohin befinden und diese Reisen sehr viel Platz in der Geschichte  einnehmen. Ohne die beigefügte Karte wäre der Leser oft aufgeschmissen, wo sich denn welche Gruppe nun gerade befindet. Erst zum Ende hin wird es wieder atemlos spannend, wenn die Figuren platziert sind und der Götterkrieg seinem Höhepunkt zustrebt.

Die eigenen Gedanken der Protagonisten sind in Kursivschrift gedruckt, so dass man ihre Handlungen nachvollziehen kann. Auch bei solchen Charakteren wie Ulfilas, dessen Taten somit verständlich aber nicht akzeptabel werden.

Zu meinen Lieblingen gehört immer noch Veradis und jetzt auch Maquin und Camlin. Der Autor hat hier wirklich erstaunliche Figuren geschaffen, die einen unglaubliche Tiefe besitzen. Viele Charaktere sind ambivalent, nicht nur gut oder nur böse. Doch letztendlich treffen alle ihre Entscheidung, auf wessen Seite sie stehen wollen. Tragische Figur ist wohl Evnis, dessen Sohn Vonn sich Corban angeschlossen hat.

Ein gelungener Kniff, der zur Spannung beiträgt, ist der häufige Szenenwechsel. Jedes Kapitel ist wieder einer Person gewidmet, die Kapitel sind aber teilweise sehr kurz, so dass man sich immer wieder neu orientieren muss. Viele Leser verstört das, mir gefällt es, da es ein rasantes Tempo in die Geschichte bringt.

Wolfgang Thon hat diesen Roman wieder sehr schön übersetzt, von der Spannung geht kein bisschen verloren.

Vorne im Cover befindet sich eine Karte der verfemten Lande. Sie ist dringend notwendig, denn alle unterschiedlichen Gruppen  reisen kreuz und quer durch die Länder, manchmal verliert man fast ein wenig den Überblick. Hinten im findet sich eine Liste der handelnden Personen, mit hat es am Ende des Buches Spaß gemacht, mir noch einmal alle Protagonisten vor Augen zu führen.

Titel: Jähzorn

Reihe: Die Getreuen und die Gefallenen

Autor: John Gwynne

Übersetzer: Wolfgang Thon

Verlag: Blanvalet, Softcover, 925 Seiten

ISBN: 9783734161216

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

magische welt, selbstvertrauen, traumaugen

Eine Fee namens Johnny

Anke Höhl-Kayser
E-Buch Text: 147 Seiten
Erschienen bei BookRix, 21.11.2017
ISBN 9783743842434
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Merret ist 11 Jahre alt und geht in die vierte Klasse der Grundschule. Sie ist klein und zierlich für ihr Alter und etwas introvertiert. Das mag auch daran liegen, dass ihr linkes Auge mit einem Pflaster überklebt ist, um einen Sehfehler auszugleichen. Dieses Pflaster und ihre dicke Brille machen sie zu einem leichten Ziel für ihre Mitschüler Silas und Olli, die sich Merret als leichtes Mobbingopfer auserkoren haben. Merret weiß sich nicht zu wehren und fühlt sich hilflos angesichts der Bedrohung durch die beiden Jungen.

Als dann auch noch der Familienhund Freddie krank wird und am erblinden ist, bitte Merret um Hilfe. Einfach so, in den leeren Raum hinein, in der Hoffnung, dass irgendein Wunder geschieht und Freddie gerettet wird. Und das Wunder geschieht. Johnny erscheint. Er war schon immer bei ihr aber da sie ihn nie gerufen und um Hilfe gebeten hatte, konnte sie ihn bisher nicht sehen. Johnny trägt ein gelbes Hemd und einen lila Umhang. Er verfügt über ein spitzes Gesicht und scheint alterslos. Der Hokusdingsi, wie Freddie und Yoda den Feer nennen, krempelt das Leben von Merret völlig um. Sie und ihre Freundin Camille erleben plötzlich unglaubliche Abenteuer und entdecken ungeahnte Kräfte in sich.

Kommentar:

Wie alle Bücher, die ich bisher von Anke Höhl-Kayser gelesen habe, verzaubert auch dies vom ersten Moment an.

Jeder Erwachsene, der noch nicht vergessen hat, wie man sich als Kind gefühlt hat, wird dieses Buch mögen. Und für junge Leser mit kleinen Handicaps oder die einfach nur schüchtern und unsicher sind, ist es eine Aufmunterung, ein Beleg, dass alles im Leben möglich ist, sofern man sich traut. Natürlich kommt der Mut nicht von alleine und über Nacht. Man braucht Freunde, die zu einem halten, einem Tipps geben und einen immer einen Schritt weiter schubsen. Und ist der erste Schritt getan, wird der zweite Schritt etwas leichter. Für Merret ist Johnny dieser Freund. Er ist ein Feer und keine Fee, worauf er besonderen Wert legt. Feen sind die weiblichen Vertreter seiner Gattung und er ist unverkennbar männlichen Geschlechts, wie er immer wieder betont. Etwas pingelig und humorlos aber immer hilfsbereit und stets zu Stelle, wenn Merret seine Hilfe braucht.

Durch seine Intervention kann Freddie auf einem Auge wieder gut sehen und Merret kann plötzlich verstehen, was Freddie von sich gibt. Der Hund ist gegenüber Johnny ziemlich respektlos und als auch noch der kleine, freche Mops Yoda zu der ungewöhnlichen Truppe stößt, hat es Johnny nicht immer leicht, sich Gehör oder Respekt zu verschaffen. Yoda ist der Hund von Camille, die als einzige den Erzählungen Merrets Glauben schenkt, dass der Feer in ihr Leben getreten ist und ihr in einer Notlage hilft.

Ich lese die Bücher von Anke Höhl-Kayser wirklich sehr gerne aber für dieses Buch war ich dann nicht unbedingt die Zielgruppe. Es ist, wie alle ihre Bücher, herrlich geschrieben. Die Personen sind sehr liebevoll gestaltet und sprachlich ist es einfach wunderbar. Alexandra Fröb hat, passend zu der Geschichte, sehr schöne Illustrationen beigesteuert, die das Buch zu einem kleinen Juwel machen. Nichtsdestotrotz habe ich nach der Vorankündigung des Buches etwas mehr erwartet. Für mich ist Mobbing ein zu ernstes Thema und ich fand es irgendwie zu spielerisch abgehandelt aber das liegt wohl einfach an meinem Alter. Für Kinder um die 10 Jahre ist dieses Buch sicherlich eine kleines Wunderwerk, dass ihnen Mut machen kann. Es lehrt, dass man für seine Freunde einstehen soll, dass man nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen darf, wenn man dadurch immer das Opfer wird und das man an sich und seine Fähigkeiten glauben soll. Man kann alles erreichen, wenn man über seinen Schatten springt, vor allem mit Hilfe von Freunden und Eltern. Nicht schweigen, sondern reden und versuchen, die Probleme zu lösen.

Es ist schön zu lesen, wie Merret langsam aus ihrem Schneckenhaus auftaucht und anfängt, sich zu wehren. Wie sie ihre Mutter in Erstaunen versetzt, als sie plötzlich alleine in die Stadt möchte und sich wirklich tapfer auf ihrer ersten Fahrt schlägt. Das neue Selbstvertrauen ist noch sehr brüchig aber es wächst von Tag zu Tag und bald ist sie selber in der Lage, für andere, schwache und gehänselte Kinder einzustehen.

Merret, Camille, Freddie, Yoda und Johnny erleben die unglaublichsten Abenteuer und finden neue und ungewöhnliche Freunde. die Autorin setzt sich hier keine Grenzen und entführt den Leser an unglaubliche Orte und stellt uns die merkwürdigsten Geschöpfe vor. Solche Traumwelten hatte wohl jeder von uns als Kind und es ist schade, dass wir diese Welten im Alter vergessen. Einen Dank an Anke Höhl Kayser und Alexandra Fröb, die wieder eine Tür zu diesen Welten geöffnet haben. Das bunte Cover wird die Kinder ansprechen und neugierig machen und Merret, die auf dem Cover zu sehen ist, bezaubert beim ersten Anblick.

Und wenn Johnny den Titel lesen würde - also wirklich! Er ist ein Feer, der arme verkannte Kerl!

Ich freue mich auf die Lesung am 12.03.2018 im KOHI in Karlsruhe und erwarte eine verzauberten Abend.

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deutsche fantasy, high fantasy, leseratten verlag

Sturm der Verbannten

Tanja Kummer
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Leseratten Verlag, 01.07.2017
ISBN 9783945230282
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Stein der Völker wurde aus der goldenen Stadt gestohlen. Dieses Artefakt ist ein Garant dafür, dass die verschiedenen Völker in Frieden miteinander leben und das Dunkle aus der Welt verbannt bleibt. Das Dunkle sind die Cric, grausame und brutale Geschöpfe, an die heute niemand mehr glauben mag, bis die ersten Kreaturen über das Land herfallen und die Bevölkerung niedermetzeln. König Ansgar begibt sich, zusammen mit seinem Leibwächter Silbur, auf die Suche nach dem gestohlenen Stein. Er hofft Auskunft über den Dieb bei der legendären blauen Rose zu erhalten, ein Wesen, welches alle Fragen der Welt beantworten kann Die beiden treffen auf den jungen Myron, der zwar stumm ist, ihnen aber zu verstehen gibt, dass er das Ziel kennt und ihnen helfen kann. Der König ist verzweifelt und fühlt sich ohnmächtig angesichts der drohenden Gefahr, dass er jede Hilfe akzeptiert, die sich ihm bietet, mag sie auch noch so obskur sein. Also stimmt er zu, sehr zum Verduss Silburs, der dem jungen Mann mit Argwohn begegnet. Als die drei Männer in eine Kneipenschlägerei verwickelt und verhaftet werden, scheint sich das  Ziel ihrer Reise und somit die Rettung der Welt, immer weiter zu entfernen. Doch unverhoffte Hilfe kommt immer dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. So auch hier.  Kommentar: Wie man sieht, fass ich mich bei der Zusammenfassung relativ kurz, ganz im Gegensatz zu meinen sonstigen Rezensionen. Nach der Kneipenschlägerei entwickelt sich die Geschichte so rasant, dass jedes weitere Wort ein Spoiler wäre.  Das Cover des Buches ist sehr farbig gestaltet und das hat mich in die Irre geführt. Ich dachte, ich bekomme eine leichte, amüsante und unterhaltsame Fantasygeschichte vorgesetzt, geradlinig und einfach gestrickt. Daher habe ich das Lesen des Buches immer vor mir hergeschoben. Was für ein kolossaler Irrtum und fataler Fehler. Tanja Kummer nimmt die Erwartungen und Hoffnungen des Lesers, zerfetzt sie in kleine Stücke und zerstreut sie im Wind. Hier führt kein Weg von A nach B und von dort nach C. Die Geschichte steckt voller überraschender Wendungen, hat man sich vom ersten Schock erholt, folgt sogleich der nächste Streich der Autorin. Man schüttelt als Leser den Kopf und glaubt öfters, nicht richtig gelesen zu haben, zweifelt, blättert zurück. Doch da steht es: Schwarz auf Weiß. Tanja Kummer zieht den Leser mit ihrer Geschichte in den Bann, man inhaliert förmlich die Buchstaben und giert nach mehr. Ein mehr wird es wohl nicht geben, denn die Geschichte ist in sich abgeschlossen, es gibt keine Hinweise auf eine Fortsetzung. Bei den Hauptfiguren handelt es sich um teils ambivalente, ungewöhnliche sowie außergewöhnliche und teils liebenswerte Charaktere. König Ansgar ist einer dieser außergewöhnlichen Figuren. Er schickt nicht seine Gefolgsleute auf die Suche nach dem Artefakt, sondern begibt sich selbst auf den gefahrvollen Weg. Er ist sich seiner Verantwortung gegenüber den Völker bewusst. Als Hüter des Steins hat er versagt und dieses Versagen möchte er wieder gut machen. Er weiß, dass nur den Stein der Völker den Bann halten kann, hinter dem die grausamen Cric lauern. Myron scheint ein gewöhnlicher junger Mann. Er ist zwar stumm, kann sich aber durchaus verständlich machen und kennt die abseitigen Wege wie kaum ein anderer. Zu den Dreien gesellen sich nach und nach noch andere Wesen und jedes davon ist eine Offenbarung für den Leser. Es fällt schwer, aus diesen Figuren einen Liebling auszuwählen. Shirl und Bow sind ein Geschwisterpaar aus dem Volk der Xayer. Shirl ist die dominantere der Beiden, sie führt, während Bow folgt. Farin, der ebenfalls zu den Xayer gehört, schwankt zwischen Abenteuerlust und Verantwortungsbewusstsein. Welf aus dem Volk der Marvin ist ein stolzer Sturkopf, der sich und allen anderen das Leben schwer macht. Und dann gibt es noch Eve und Belur, die das Herz des Lesers im Sturm erobern. Sie sind treue Seelen, die ihren Gefährten an Mut und Tapferkeit in nichts nachstehen. Jeder der Protagonisten erlebt Leid, Trauer, Verlust und Tragödien aber auch unverhoffte Freundschaft, Liebe und Kameradschaft. All dies ist sehr ausgewogen und auf faszinierende Art und Weise zusammengefasst. Und Tanja Kummer kann nicht nur mit Worten zaubern. Die limitierte Sonderedition ist mit einigen sehr schönen Zeichnungen ausgestattet, welche die Autorin selber beigefügt hat. Da sie die Charaktere entwickelt hat, entsprechen die Illustrationen fast immer den Vorstellungen des Lesers über die Personen. Der Leserattenverlag hat sich mir dieser Sonderausgabe sehr viel Mühe gegeben und sich selbst übertroffen. Das Cover ist sehr stabil und widersteht auch einer lesewütigen Katze. Es entstehen keinerlei Leserillen und Knickspuren sind sicherlich nur mit roher Gewalt möglich. Der Schnitt ist anthrazit oder fast schon silbern, zusätzlich zu den Illustrationen hat Tanja Kummer noch eine sehr detaillierte und schön gezeichnete Karte beigefügt. Alles in allem hält der Leser somit ein Kleinod in der Hand, das jeden Cent wert ist. Die Autorin beweist,  dass die  deutsche Fantasy Landschaft nicht nur aus den drei H (Heitz. Hennen, Hohlbein)  besteht sondern es viele unentdeckte Schätze bei kleinen Verlagen gibt, die es zu finden lohnt.  Eine klare Leseempfehlung an alle Fantasy Fans, die spannende und erstaunliche Geschichten mit außerordentlichen und überzeugenden Figuren mögen. Und sollte euch hier ein Komma fehlen: Eingeweihte wissen, wo sie diese finden können!

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Tags: deutsche fantasy, high fantasy, leseratten verlag   (3)
 
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