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juden, berlin, parochialkirche, geschichte, dunkle geheimnisse

Schaurige Geschichten aus Berlin

Jan Eik
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Jaron Verlag GmbH, 01.10.2007
ISBN 9783897731417
Genre: Romane

Rezension:

Mit ihren 780 Jahren, die Berlin seit ihrer offiziellen Gründung im Jahr 1237 auf dem Buckel hat, gehört sie zwar nicht zu den ältesten Städten Deutschlands aber bestimmt zu denen, die eine besonders bewegte Geschichte vorzuweisen haben und die mit ihren Bewohnern gewachsen und sogar zur Hauptstadt herangereift ist.

Der Kriminalschriftsteller Jan Eik hat in seinem Buch „Schaurige Geschichten aus Berlin. Die dunklen Geheimnisse der Stadt“, herausgegeben vom Jaron Verlag, die düsteren Kapitel der Stadt gesammelt und sie in kurzen Episoden zusammengefasst. Zu finden sind Erzählungen, die durch alle Jahrhunderte der Berliner Stadtgeschichte springen. Angefangen bei angeblicher Brandstiftung durch einen Ritter, beidem das Feuer im Jahr 1376 die halbe Stadt zerstörte, hin zu Hexenverbrennungen, tragischen Unfällen, Geistergeschichten, Berlins eigenen Massenmördern, die zwar nicht die schaurige Berühmtheit erreichten wie ein Jack the Ripper, aber den damaligen Zeitgenossen doch ziemlich unter die Haut gegangen sein mussten und noch vielem mehr.

Jan Eik führt den Leser in seinem Buch in die verkommenen Gassen Berlins, in denen sich die Unterwelt tummelte. Die Kapitel sind dabei in kleinere Geschichten unterteilt, die eine Übersicht über die angesprochenen historischen Ereignisse verschaffen. Die Hintergründe und Legendenbildungen der erzählten Geschichten könnten dabei etwas ausführlicher beschrieben werden, da zeitweilig eine bloße Aneinanderreihung von Daten bzw. Ereignissen erfolgt. Zum Glück für den interessierten Leser gibt es aber im Anhang ein Literaturregister aus dem die verwendete Literatur zum ausführlicheren Nachlesen entnommen werden kann. Positiv fällt auch die genaue Ortsbeschreibung durch die Angaben der historischen und jetzigen Straßenmanen auf. Als Berliner lässt es einen doch so manches Mal schmunzeln, wenn man die beschriebenen Straßen wiedererkennt und die Beschreibungen mit dem heutigen Stadtbild vergleichen kann.

Zum Abrunden des Ganzen fehlt jedoch eine Karte des historischen Berlins bzw. eine aktuelle Karte auf der die beschriebenen Orte markiert sind um die städtische Entwicklung auch für Nichtortskundige deutlicher zu machen. Auch wenn der Gruselfaktor bei den historischen Darstellungen etwas zu kurz kommt, eignet sich das Buch zum Schmökern in der zum Teil doch recht brutalen Vergangenheit Berlins und macht neugierig die Stadt unter den düsteren Gesichtspunkten einmal zu durchwandern um vielleicht noch Spuren der zwielichtigen Historie zu erleben.


Originalbeitrag: Schaurige Geschichten von Berlin

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Tags: berlin, geschichte   (2)
 

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

norwegen, saga, könige, wikinger, historisch

Krone und Feuer

Linnea Hartsuyker , Edigna Hackelsberger
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548289144
Genre: Historische Romane

Rezension:

Was tut eine Historikerin, die erfährt, dass sie von dem norwegischen König Harald I. abstammt? Genau, Sie schreibt einen Abenteuerroman über den mittelalterlichen König! Und dieser wird auch noch ziemlich gut, denn er strotzt vor Abenteuern, Gefahren und Mut. Und es ist auch noch ein Wikinger-Roman, womit alle meine Wünsche an einen Roman erfüllt wären.
Doch kann eine Geschichte mit Wikingern nach der Serie Vikings überhaupt noch ernst genommen werden? Ja kann sie, wenn sie so wunderbar erzählt ist wie Krone und Feuer von Linnea Hartsuyker.

Im frühmittelalterlichen Norwegen kämpfen junge Männer in fernen Ländern um Macht und Reichtum. Doch was passiert, wenn diese heim kommen und sich einen Platz in der Welt suchen müssen?

Der junge Kämpfer Ragnvald und seine jüngere Schwester Svanhild sind vom Schicksal geschlagen. Der Stiefvater ersinnt einen Plan um die Geschwister loszuwerden und seine eigenen Söhne als Erben einzusetzen. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken ist beiden ein schlagend ehrlicher Charakter gegeben worden, der ihnen einen steinigen Weg beschert. Nur mit Mut und unverschämten Glück können sie ihm folgen und ihre Bestimmung erfüllen.

Rangvald, der auch der Halb-Ertrunkene genannt wird, steht plötzlich zwischen zwei mächtigen Königen und muss seinen Platz zwischen aufstebenden Söhnen, machtgierigen Onkeln und übereifrigen Jünglingen behaupten. Er wird zum engsten Berater des jungen Königs Harald, der danach strebt die kleinen Königreiche zu einem großen zu vereinen und sich selbst auf den Thron zu setzen.

Die schöne Svanhild kämpft in der Frauenwelt mit sich und ihren Wünschen nach einem Ehemann, der ihr Freiheiten erlaubt, die sonst nicht erduldet wurden. Diese Freiheiten findet sie ausgerechnet in den Armen des Mannes, der ihren Bruder ermorden sollte. Auch führt dieser die Gegner Haralds an, wodurch die Kluft zu ihrer Familie noch weiter wächst.

Männliches Ehrgefühl, Liebe, Familie und der Wunsch nach einem sicheren Zuhause führt die Geschwister an gegnerische Fronten. Im Auftackt der Fjordland-Saga scheint die Zukunft ungewiss, jedoch auch positiv für beide Seiten zu sein.

Linnea Hartsuyker erschuf wunderbar schillernde Charaktere und Sittuationen, die mich fesselten und begeisterten. Durch ihre glaubhafte Darstellung beider Seiten und verschiedenen Standpunkten gibt es keine nur guten oder nur schlechten Charaktere, sondern komplexe Figuren, die wunderbar menschlich sind.

Sicherlich deswegen blieb mir diese Geschichte noch länger in den Gedanken und ich freue mich sehr auf die nächsten Teile. Ich hoffe, dass der Verlag es bei den Folgeromanen schafft, einen besseren Titel für die deutsche Ausgabe zu finden, denn der jetzige klingt doch sehr abgedroschen. Der übersetzte Originaltitel wäre um einiges besser und zutreffender gewesen.


Originalbeitrag: Krone und Feuer

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Tags: frühmittelalter, mittelalter, norwegen, wikinger   (4)
 

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skandinavien, mystisch, historischer roman, frühes mittelalter, wikinger

Foy und der Ring des Mauren

Katharina Münz
E-Buch Text: 454 Seiten
Erschienen bei Selfpublisher, 15.05.2017
ISBN B06ZZNGDM4
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die wunderbare Katharina Münz veröffentlichte noch ein Buch mit einer Geschichte, die Melwyns Leben in der Schildmaid-Saga berührt und in der gleichen Zeit spielt. Die halbmaurische Foy wächst in einer mitteleuropäischen Stadt auf und lebt ein Leben als Dienstmagd an einem adligen Hof. Doch plötzlich lernt sie einen Fremden kennen, der ihre innigsten Wünsche auf eine nicht vorhergesehene Art wahr werden lässt.

Foy ist eine junge Frau des Frühmittelalters, die mit beiden Beinen im Leben steht. Sie hatte sich nicht viel von ihrer Zukunft erhofft und war auch recht zufrieden damit. Als sie plötzlich wie eine Trophäe bei einem Raubzug aus ihrem Leben gerissen wird, weiß sie zuerst nicht, wie sie damit umgehen soll. Ihr Entführer entpuppt sich als ein wohlhabender Däne und er nimmt sie mit sich, zeigt ihr seine Welt und heiratet sie aus Liebe. Doch Foy ist bis zum Schluss, bis nach der Geburt ihres ersten Kindes, nicht sicher, ob sie genauso fühlen kann.

Grundsätzlich beweist Katharina Münz wieder einmal, dass sie bewegende und schillernde Charaktere erschaffen kann. Jedoch erinnert mich sehr vieles an Melwyn, denn die Zusammensetzung der Paare ist ähnlich. Eine Christin wird von Dänen entführt und verliebt sich in ihren Entführer. Außerdem findet sie mehr Erfüllung in der ‚heidnischen‘ Religion und den dänischen Bräuchen. Was bei Melwyn frisch und neu war, fühlt sich hier ein wenig abgedroschen an. Auch der Erzählstil ist diesmal nicht ganz so kräftig und überzeugend, jedoch solide (und das ist vollständig als Kompliment gemeint, auch wenn viele umgangssprachliche Ausdrücke verwendet wurden).

Im Allgemeinen hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte gut durchdacht, jedoch hastig entstanden ist. Viele Abläufe sind ähnlich, einiges wirkt recycelt aus früheren Romanen. Ich glaube diesem Buch hätte es gut getan einige Zeit zur Reifung liegengelassen zu werden. Ich bin trotzdem gespannt, ob und was als nächster Historienroman erscheint.

Originalbeitrag: Foy und der Ring des Mauren

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hasgers Hunde 1: Der Weg nach Treveris

Annette Imort
E-Buch Text: 183 Seiten
Erschienen bei Burgenwelt Verlag, 01.10.2016
ISBN 9783943531510
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ohne zu wissen worauf ich mich einließ, fing mich dieses wunderbare Buch in seinen Bann. Die Autorin Annette Imort schuf in einem frühmittelalterlichen Setting um Trier einen Einblick in das harte Söldnerleben und die unschönen Seiten des Krieges. Geld, Macht und Mord liegen in der Waagschale und suchen sich einen Weg zwischen Gewissen und Moral und dem Drang zu überleben. Wo sind die Grenzen und wo geben sich Gelüste und menschliche Bedürfnisse die Hand?

Die ruhige jedoch jähzornige Fränkin Thurudhild lebt in einem kleinen Dorf des Frühmittelalters, als sich an einem unbesonderen Tag ihr Leben auf einmal schlagartig ändert. Fremde überfallen den kleinen Ort und töten dabei ihren Mann. Plötzlich steht die gestandene Frau alleine da, ohne Familie, ohne den Zuspruch ihres Dorfobersten. Und irgendwie hatte sie auch nie richtig dazu gehört.

Unvermittelt schließt sie sich den Männern an, die den Dorfleuten zu Hife geeilt waren: ein Söldnertripp mit einem sehr schlechten Ruf. Die Leute nennen die Männergruppe um den Anführer Hasgar eine Hundemeute, weil sie sich wohl ebenso benahmen und aus ebensolchen Aussenseitern bestand, wie auch Thurudhild eine war. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase entschließt sie sich bei den Männern zu bleiben. Doch ist das in der Welt des Frühmittelalters überhaupt möglich für eine Frau solche Freiheiten zu genießen?

Eigentlich folgt diese Geschichte einem beliebten und oft ausgeschlachteten Plott, indem eine Frau unbedingt bei den Männern aufgenommen werden will, mit ihnen reitet, lebt und wie ein Bruder dazugehört. Annette Imort allerdings gibt dem Ganzen etwas Außergewöhnliches. Die gut recherchierte Handlungsumgebung fügt sich mit den schillernden Charakteren zu einem runden Gesamtbild und ich bin wirklich erstaunt darüber, wie gefangen ich in der Geschichte war. Erfrischend und mit einer starken Erzählkraft schildert sie die Gefühle, die in der Protagonistin vor sich gehen. Gefangen zwischen den Traditionen ihres Volks und den eigenen Wünschen, gepaart mit der Trauer um ihren Mann und das Gefühl zu einer Gruppe zu gehören, in der sie respektiert und gemocht wird, findet Thurundhild ihren Platz in der Welt der Völkerwanderungszeit.

Außerdem bin ich erfreut darüber, dass auch schon die nächsten Teile beim Burgenweltverlag erschienen sind, denn ich werde mich gleich darüber hermachen. In dem Interview mit der talentierten Autorin konnte ich interessante Hintergrundinformationen erfahren, die der Geschichte einen noch größeren Auftrieb gegeben haben.

Originalbeitrag: Hasgers Hunde 1

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196 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 100 Rezensionen

historischer roman, otto der große, rebecca gablé, ottonen, mittelalter

Die fremde Königin

Rebecca Gablé , Jürgen Speh
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2017
ISBN 9783431039771
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die fremde Königin von Rebecca Gablé, erschienen beim Lübbe Verlag, ist mein erster Roman der erfolgreichen Schriftstellerin. Vor allem ist sie durch ihre Romane über das britische Mittelalter bekannt, doch der Roman, den ich las, spielte im Frühmittelalter in Mitteleuropa. Die sehr junge italienische Prinzessin Adelheit wurde entführt und ein ganz besonderer Ritter wird ausgesandt um sie aus ihrem Gefängnis zu befreien.

Adelheit von Burgund ist erst 19 Jahre, als sie und ihre kleine Tochter von dem Mörder ihres Mannes (König Lothar von Italien) entführt und gefangen gehalten wird. Sie entkommt und heiratet kurz darauf Otto von Pavia, der auch Otto der Große genannt wird. In Gablés Roman verhilft ihr ein junger Krieger mit festen Grundsätzen zur Flucht und wird fortan ihr Schatten, um sie vor allem Bösen zu bewahren. Gaidemar, der selbst eine verworrene Geschichte mit sich herum trägt, hadert mit seinem Schicksal und dem seiner Königin.

Der charmante Krieger ist der eigentliche Protagonist des Romans, denn auch wenn der Titel auf die Königin schließen lässt, so spielt sie nur eine größere Nebenrolle. Ich erhielt mehr Einblick in das Gefühlsleben des Gaidemar, denn von Adelheit, die ich ein wenig wie aus der Ferne wahrnahm. Dadurch konnte ich aber von Beginn an Gaidemars Sicht und Gefühle besser nachvollziehen und verstehen. Gablé versteht es ihren Charakteren ein schillerndes Gewand anzulegen, das größtenteils absolut natürlich wirkt.

Die etwa 1000 Seiten kamen mir nicht sehr lang vor. Der Schreibstil und die Übersetzung sind fabelhaft, vital und spannend. Jedoch blieb mir die ganze Geschichte nicht sehr in Erinnerung. Zu wenig Ecken und Kanten, zu wenig tiefe Gefühle und ein zu geraffter Zeitstrang ließen ein leicht gehetztes Gefühl zurück. Lieber hätte ich die Charaktere besser kennen gelernt und Einblick in ihr Seelenleben erhalten, als geschichtliche und  verworrene Ereignisse miteinander verknüpft zu wissen.

Es ist ein guter Roman, keine Frage. Ich werde sicherlich auch die anderen Bücher dieser Reihe von ihr lesen, vielleicht ergibt sich dann ein vollständigeres Bild.

Originalbeitrag: Die fremde Königin

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

mittelalter, wolfram von eschenbach, epos

Willehalm und Arabel

Gudrun Opladen
Flexibler Einband: 218 Seiten
Erschienen bei rethink verlag, 12.05.2015
ISBN 9783981502466
Genre: Sonstiges

Rezension:

Gudrun Opladen schuf mit der Neuerzählung des Willehalm von Wolfram von Eschenbach einen modernen Zugang in die mittelalterliche Erzählwelt. Das vom Leseforum Bayern 2016 als Schulbuch ausgezeichnete Werk, beschäftigt sich vor allem mit den Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen. Der Islam und das Christentum und ihre Unterschiede wurden demnach schon im frühen 13. Jahrhundert diskutiert.

Wolfram von Eschenbach präsentierte in neun Büchern eine nicht abgeschlossenes Epos über den christlichen Ritter Willehalm. Die Geschichte setzt ein, nachdem der Ritter sich unsterblich in die heidnische Königin Arabel verliebt hatte und mir ihr gemeinsam in seine Heimat fliehen konnte. Da Arabel auch ihr Herz an den tapferen Ritter verschenkte, konvertierte sie zum Christentum und lebte fortan als seine Frau an seiner Seite. Doch ihr Vater und verlassener Ehemann sinnen auf Rache und kommen mit dem gesamten Heer des Morgenlandes um sie zurück zu holen.

Um diesen Kampf und um die tapferen Ritter, die auf beiden Seiten gegeneinander kämpfen, dreht sich nun die Geschichte. Da kein Ende von Wolfram von Eschenbach überliefert wurde, kann nur spekuliert werden, wie sich der Künstler das Schicksal von Willehalm und Arabel vorstellte.

Bei meinem Kollegen Daniel Ossenkop (Das Mittelalter – Der Blog) verspricht die Autorin Gudrun Opladen für ihre Interpretation „eine authentische, ungewöhnliche und bestürzend aktuelle Reise in die Welt des Mittelalters“. Darin kann ich ihr nur zustimmen. Opladen brachte eine Version zustande, die behutsam das Versmaß gegen eine Romanform tauschte, ohne die mittelalterliche Sprache zu verlieren. Dieses Buch und die ehrliche Übersetzung ist ideal um einen guten Einblick in das höfische Leben des Mittelalters und seine Literatur zu erhalten.

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Tags: epos, mittelalter, wolfram von eschenbach   (3)
 

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historischer roman, britannien, ceretic, pikten, vortigern

Hengist und Horsa. Die Britannien-Saga

Sven R. Kantelhardt
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 02.02.2015
ISBN 9783862823222
Genre: Historische Romane

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roman, historisch, krieg, band 1

Legenden des Krieges: Das blutige Schwert

David Gilman , Anja Schünemann
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.07.2017
ISBN 9783499290763
Genre: Historische Romane

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68 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

tolkien, mittelerde, fantasy, beren und luthien, klett cotta

Beren und Lúthien

J.R.R. Tolkien , Christopher Tolkien , Helmut W. Pesch , Hans-Ulrich Möhring
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 28.06.2017
ISBN 9783608961652
Genre: Fantasy

Rezension:

Und wieder schaffte es Christophier Tolkien eine Geschichte seines Vaters so zu rekonstruieren, dass dessen Erzählkraft ungerbochen zum Leben erweckt wird. Beren und Lúthien ist, wie auch die Kinder Húrins, eine herzergreifende Liebesgeschichte im historischen Stil erzählt.

Die Geschichte von Beren und Lúthien spiel lange vor den Abenteuern von Bilbo oder Fodo und ist auch von einer ganz anderen Art. Sie erzählt vom Leben des Beren, eines Menschen, der die schönste und anmutigste Elbenfrau aller Zeiten beim Tanzen beobachtete und sich daraufhin in sie verliebte. Auch Lúthien verlor nach einiger Zeit der kreuschen Zweisamkeit ihr Herz und wollte Beren für immer bei sich behalten. Doch ihr Vater Tingol, König von Doriath, legte dem tapferen Krieger eine unlösbare Aufgabe auf, bevor er seine Tochter heiraten durfte. Der Verehrer soll einen kostbaren und verfluchten Edelstein, einen von drei Silmaril, aus der Krone des Melkos, ein großer böser Vala, stehlen und somit zu seinen wahren Besitzern zurück bringen.

Lúthien/Tinúviel von Alan Lee. Quelle: http://alan-lee.narod.ru/Images/lee-lotr_LuthienTinuviel.jpg

Da Beren auf sich allein gestellt ist, und Lúthien, die in früheren Fassungen noch Tinúviel heißt, von ihrem Vater gefangen gehalten wird, gibt es kaum Hoffnung für die beiden verliebten. Doch die schöne Tinúviel ist mit besonderen Gaben ausgestattet und der tapfere Beren mit einer besonderen Beharrlichkeit, so dass sie am Ende zueinander finden. Doch die Gefahr ist noch nicht vorbei und das wirklich besondere an der Geschichte passiert erst danach, als der Stein in den Händen des Elbenkönigs liegt und Tinúviel und Beren vereint sind. Vom Ende der Geschichte gibt es verschiedene Fassungen, die in Mittelerde erzählt werden:
Bei einem letzten Gefecht stirbt Beren und die treue Lúthien steigt in die Unterwelt und tauscht ihre Unsterblichkeit für ein zweites Leben ihres Geliebten ein. So erhält der Tapfere eine zweite Chance und Tinúviel/Lúthien lebt und altert mit ihm an einem entfernten und beschützen Ort.

Christopher Tolkien hat eine der schönsten Liebesgeschichten seines Vater liebevoll rekonstruiert und alle Versionen des Textes zusammen geführt. Die Ausgabe beinhaltet verschiedene Prosa sowie Dichtungen und bildet eine einheitliche und schillernde Darstellung des Werdegangs des Textes.

Dazu kommen die großartigen Bilder des Künstlers Alan Lee, der schon viele Tolkien-Werke illustrierte und mit seinen Zeichnungen einen Standard der Fantasykunst erschuf.

Dieses Buch ist eine lyrische Bereicherung, nicht nur für Tolkien-Fans, sondern auch für Liebhaber mittelalterlicher Erzählungen, Fantasy und Liebesgeschichten. J. R. R. Tolkiens Geschichten sind niemals einfach, niemals unkompliziert, aber sie beinhalten meistens mehr als reine Fantasy.

Originalbeitrag: Beren und Lúthien

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Tags: j.r.r. tolkien   (1)
 

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bücher, bibliothek, drachen, fantasy, elfen

Die flammende Welt

Genevieve Cogman , André Taggeselle
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404208449
Genre: Fantasy

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bibliothek, fantasy, genevieve cogman, parallelwelten, magie

Die unsichtbare Bibliothek

Genevieve Cogman , Dr. Arno Hoven
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.07.2017
ISBN 9783404208708
Genre: Fantasy

Rezension:

Da ich Bücher und Bibliotheken liebe, zog mich dieses Buch fast schon magisch an. Ich musste Die Unsichtbare Bibliothek kaufen und konnte es kaum abwarten mit dem Lesen zu beginnen. Unüblicher Weise (für mich) spielt dieses Buch im Viktorianischen London (so um 1890). Nicht nur das, es existiert zusätzlich eine magische Form von Technik, womit es die Geschichte in eine Art Steampunk-Zeit versetzt. Wieso nicht? Das könnte spaßig werden, dachte ich, – und das wurde es auch.

Die Autorin mit dem ungewöhnlichen Namen Genevieve Cogman schuf einen tollen Debütroman. Ihre Protagonistin, Irene (der Name stammt von Irene Adler von den Sherlock Holmes Romane), reist durch Raum und Zeit durch Portale, die an Bibliotheken gekoppelt sind. Ihre Aufgabe ist es einmalige, wichtige, fortschrittliche oder außergewöhnliche Bücher zu sammeln und sie der Unsichtbaren Bibliothek zu bringen. Irene ist eine Bibliothekarin und somit eine Art Agentin mit einem Herz für Bücher.

Ihr nächster Auftrag scheint jedoch etwas komplizierter zu sein, als sie gehofft hatte. Ihre Vorgesetzte stellt ihr nicht nur einen Studenten an die Seite, sondern schickt sie zudem in eine Welt, die als gefährlich gilt. Doch Irene ist eine starke Persönlichkeit und übernimmt den Auftrag wie jeden anderen.

Schon bald sieht sie sich in der Situation einer fast unmöglichen Begegnung mit einer bedrohlichen Legende, übernatürlichen Mächten, die das Chaos beeinflussen, und einem Superdetektiven. Und welche Rolle spielt ihr Student Kai dabei?

Dieses Buch ist eine Mischung zwischen Krimi und Steampunk-Fantasy, dem die ganze Zeit über eine einprägsame Liebe zum Buch und der Literatur im Allgemeinen mitschwingt. Meine liebe Kollegin Sissie Ritter hat in ihrem Blog darüber ausführlich berichtet: The Invisible Library. Dort beschreibt sie wunderbar, wie literarische Elemente ganz nebenbei in den Plot mit eingewebt wurden.

Mir gefällt diese Geschichte sehr gut, denn ich kann diese Leidenschaft des Bücher-Sammelns und -Lesens und -Besitzens durchaus nachvollziehen. Und auch Irenes Zweifel und Gedanken sind mir nicht gänzlich fremd, so dass die Charaktere auf mich lebendig wirken. Ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen.

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Tags: 19. jahrhundert, fantasy, krimi, literatur   (4)
 

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19. jahrhundert, liebe, briefe, jane austen

Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben

Jane Austen , Christian Grawe , Ursula Grawe , Christian Grawe
Flexibler Einband
Erschienen bei Reclam, Philipp, 10.02.2017
ISBN 9783150204726
Genre: Biografien

Rezension:

Jane Austen starb am 18. Juli 1817 und heute stelle ich Euch ihre wohl persönlichsten Werke vor: ihre Briefe. In dieser wunderschönen Ausgabe sind jedoch nicht nur Briefe von Jane enthalten, sondern auch jene, die über sie berichten. So konnte ein schillerndes Bild der talentierten Schriftstellerin gewonnen werden.

Jane Austen lernt man über ihre Briefe wirklich gut kennen. Sie schilderte ihren Korrespondentinnen, meistens ihren Schwestern, ganz klar ihre Meinung über fast alle Dinge. Sie jammert und tratscht und der Leser erhält einen kleinen Eindruck davon, wie die Welt um 1800 in England ausgesehen hat.

Leider erhielten sich nicht alle Briefe von Jane, da ihre Schwester einen Großteil vor ihrem eigenen Tod verbrannte. Auch die Textstellen, die aus den vermachten Zeugnissen heraus geschnitten wurden, sind nicht mehr zu rekonstruieren. Es ist auch nicht ganz klar, ob Jane oder ihre Schwester Cassandra die Wörter heraus schnitt. Und auch wenn heute anders mit Nachlässen von Schriftstellern umgegangen wird, so war es damals ein ganz normales Vorgehen nach dem Tod eines Familienmitglieds persönliche Informationen zu vernichten. Somit sind uns nur noch 161 Briefe überliefert, wie viele verloren gegangen sind, ist nicht dokumentiert, es müssen jedoch eine Menge gewesen sein.

Vor ihrem ersten erhaltenen Brief, den sie mit 20 Jahren schrieb, wurden Beschreibungen von Verwandten hinzugezogen. So wurde sie mit 12 Jahren von Philadelphia Walter 1788 als „gar nicht hübsch und sehr geziert“ beschrieben. ( Seite 7) Doch sie wuchs wohl zu einer „vollkommenen Schönheit“ heran (Seite 8) mit sehr guten Französischkenntnissen (Seite 10).

So gedenken wir heute der wunderbar romantischen Autorin, die mit so jungen Jahren unverheiratet und kinderlos verstarb. Sie hinterließ diese aussagekräftigen Romane, die über 200 Jahre hinweg gelesen und in alle möglichen Medien rezipiert wurden.

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Tags: 19. jahrhundert, briefe, jane austen, liebe   (4)
 

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helathy, lebenseinstellung, zuckerfrei, zucker, sachbuch

Zuckerfrei

Hannah Frey
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 07.02.2017
ISBN 9783833859342
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ja, auch mich hat die Frage interessiert, ob ich ohne Zucker leben kann. Ich habe mich kurzfristig am 1. März dazu entschlossen mit dem Zuckerfasten zu beginnen und würde euch gerne an meiner Erfahrung teilhaben lassen. „Wieso?“ fragt ihr euch sicherlich. „Was hat das mit dem Mittelalter zu tun?“ Ganz einfach, ich erkläre es euch.

Zum einen will ich darauf aufmerksam machen, dass in fast jedem verarbeitetem Lebensmittel, das im Supermarkt gekauft werden kann, zusätzlich Zucker zugeführt wird. Es geht mir hier nicht um den natürlich vorkommenden Zucker in Stärke oder Obst und Gemüse. Mir geht es eher um den, der in Salami oder in Frischkäse oder im gekauften Eiersalat ist. Sogar im so gesund angepriesene Sojajoghurt. Schaut genau hin, was ihr kauft. Zucker MACHT SÜCHTIG! Ich konnte es am eigenen Leib erfahren, der Entzug ist nicht lustig. Zum Vergleich: Ich habe vor vier Jahren mit dem Rauchen aufgehört und das war bei weitem nicht so schwer.

Jetzt zu der Frage mit dem Mittelalter: Für die Menschen des christlichen Mittelalters waren die Ostertage und das Osterfest der heiligste Feiertag des Jahres. Im Frühmittelalter fasteten die Menschen direkt an den Ostertagen. Später ging man dazu über eine 40-tägige Fastenzeit zu praktizieren, weil Jesus zwangsweise 40 Tage in der Wüste fastete. Es gab seitdem einige Veränderungen, doch einige Riten sind immer noch zu beobachten. (Erst kürzlich war ich in Bayern unterwegs und in allen katholischen Kirchen war das große Kreuz am Altar verhangen.)  Das Fasten und Ostern hat in unserer westlichen Kultur zwar einiges an Bedeutung verloren, jedoch wird es immer noch von tausenden von Menschen praktiziert, bzw. gefeiert.
Dazu kommt: Wenn ich an das Museumsdorf Düppel denke und die einfach lebenden Menschen vor 800 Jahren, fällt es mir nicht schwer daran zu denken, dass sie keinen Zucker hatten, nur wenig Süßspeisen zu sich nahmen oder (wie absurd!) ihr Fleisch mit Zucker würzten. Wenn sie ihr Essen süß wollten, dann suchten sie sich Honig (der für mich in den letzten Wochen auch tabu war). Ja okay, sie hatten auch Zucker, nutzen ihn aber trotzdem anders, als wir heute!

Nun genug mit der Vorrede, ich wollte euch von meiner Erfahrung berichten. Es fiel mir, wie schon erwähnt, gar nicht leicht den Zuckerkonsum zu reduzieren, denn ich bin ein Mensch der modernen Zeit, habe einen Schreibtischjob, bewege mich zu wenig und esse zu gern und zu viel Fertigprodukte.

Ich folge den Beiträgen von Hannah Frey schon seit einer ganzen Weile. Zuerst nur wegen der Clean-Eating Tipps und den tollen Rezepten und dann kam das Zuckerfrei-Thema auf. Ich dachte mir am Anfang: „Ach, das kann schon nicht so schlimm sein. So viel Zucker isst du ja gar nicht.“ Doch damit hatte ich absolut unrecht, was ich aber erst vor Kurzem feststellte.

Da es mir durch Stress am Anfang des Jahres nicht so gut ging und ich immer müde und antriebslos war, befahl ich mir selbst eine Ernährungsumstellung. Da kam mir die 40 Tage-Challenge gerade recht. Das Buch Zuckerfrei lachte mich so schön im Zeitschriftenladen am Bahnhof an und ich nahm es mit. Doch fasten ist einfacher gesagt als getan. Nun ist es kein Heilfasten, sondern ’nur‘ den Zucker weglassen, aber ich glaube im Endeffekt ist es schwerer in der Durchführung.

Ambitioniert startete ich also in die erste Woche. Ich genoß es Fleisch essen zu dürfen, das Wetter wurde besser, so dass ein Salat dazu meistens genügte. Doch jeden Tag wurde es schwerer auf bestimmte Produkte zu verzichten, die vorher meine Grundnahrungsmittel darstellten: Reis, stärkehaltiges Gemüse, Brot, Milch und Milchprodukte. Dazu kamen die Stimmungsschwankungen, die starken Hjeeper und der innere Drang nach etwas Süßem. Als ich dies meiner Mutter erzählte, sagte sie mir: „Du musst dir Traubenzucker einpacken. Du bist dann unterzuckert, dann wird man so ein bisschen dusselig im Kopf.“ Und damit hatte sie so Unrecht! Denn genau das ist ein Anzeichen einer Sucht. Ich war wirklich schockiert darüber wie sehr mich die Lust auf einen Keks in der Hand hielt. Ich konnte streckenweise kaum an etwas anderes denken.

Als nächstes wurde ich unausstehlich. Gut, dass mein Mann mich schon vorher geheiratet hatte, denn ich glaube während dieser Woche hätte er es nicht getan. Doch schon in der zweiten Woche ging es mir von der Stimmung her besser. Doch dann musste ich ein anderes Problem bewältigen. Obwohl ich schon seit einer ganzen Weile wirklich regelmäßig auf die Inhaltsangaben bei verpackten Lebensmitteln schaue, ist es mir entgangen, dass in vielen industriell gefertigten Produkten Zucker steckt. Dies machte mir das Einkaufen und Kochen, was ich beides eigentlich wirklich gerne tat, zu einem Spießrutenlauf. Ich war in der zweiten Woche wirklich sehr frustriert. Ich hatte keinen Appetit mehr, alles schmeckte fade. Ich hatte keine Lust auf Lebensmittel, wollte nichts mehr kochen. Teilweise ernährte ich mich nur noch von Käse, Ei, Kaffee und Wasser.

Dann hatte ich einen Nervenzusammenbruch. Danach wurde alles besser (was auch damit zusammen hängen könnte, dass ich entdeckte, dass meine Lieblingssojasoße kein Zucker enthielt). Ich merkte, dass es doch gar nicht so schlimm war zu kochen. Ich konnte fast genau so wie vorher Fleisch, Salat, Gemüse und Obst zu mir nehmen. Ich begann mir zum Frühstück Smoothies oder Smoothie-Bowls zu machen. Buchweizennudeln mit Gemüse lässt sich sehr schnell zubereiten und isst sich super gut auch noch kalt am nächsten Tag. Ich eignete mir also eine neue Routine an.

Nun, da es zuhause klappte, war es gar nicht mehr so schlimm, ich wusste ja auch, dass ich bald wieder viele Lebensmittel essen durfte. Jedoch ist es wirklich schwer die Ohne-Zucker-Variante unterwegs durch zu halten, oder wenn man wo eingeladen ist. Bei diesen Gelegenheiten gab ich mein bestes und wich auf die beste Alternative aus, die zu finden war.

In den letzten 10 Tagen der Fastenzeit durfte ich wieder zu mehr Lebensmitteln greifen. Ich bin, ehrlich gesagt, etwas zögerlich und versuche meine neue Routine so lange es noch geht aufrecht zu erhalten. Noch erinnere ich mich gut an die Symptome der Sucht und hoffe, dass ich nicht zu bald wieder rückfällig werde.

Und die Moral von der Geschicht‘: Zucker ist lecker, aber ich brauche ihn nicht.
Es ist ein absolut überflüssiges Lebensmittel. Der Fruchtzucker in Obst und die Kohlehydrate in Gemüse und Fleisch sind der einzige Zucker, den der menschliche Körper braucht. Jedoch ist es oft zu aufwendig ihn nicht zu benutzen. Dazu kommen Erinnerungen an die Kindheit oder an tolle Moment, die man mit einem bestimmten Lebensmittel wieder erwecken möchte. Das funktioniert nicht, wenn es ’so ähnlich‘ gemacht ist.

Doch es gibt auch Dinge, die mich dazu veranlassen weiterhin darauf zu achten, wie viel Zucker ich in mich hinein stopfte. Meine Haut ist sehr viel besser geworden. Ich bin etwas ruhiger und entspannter und kann mich länger konzentrieren. Ich habe wieder Spaß am Kochen und Essen gefunden und probiere wieder mehr aus. Es gibt so viele tolle Lebensmittel und Gerichte auf der Welt, die ganz ohne Zucker auskommen.

Außerdem habe ich das Experiment bis zum Schluss durchgezogen. Meine ganzen anderen Projekte sind Langzeitprojekte und werden erst in einigen Jahren, vielleicht auch niemals, zu einem Abschluss kommen. Ich habe verstanden, dass es auch wichtig ist Kurzzeitprojekte anzugehen. Etwas abschließen zu können ist eine wirklich gute Erfahrung und macht gute Laune. Für eine kurze Zeit auf etwas verzichten zu können, was einen großen Raum im Leben einnimmt, ist schwer, aber machbar. Es bringt niemanden um, es verletzt nicht. Jedoch fokussiert es wesentliche Dinge und zeigt die eigenen Stärken. Ich denke ich werde auch nächstes Jahr wieder etwas für 40 Tage aus meinem Leben verbannen und am Ende froh darüber sein.

Danken möchte ich meinem Mann und meiner ‚Düppel-Crew‘ für die herzliche Unterstützung und Hannah Frey für die wirklich inspirierende Literatur.

Originalbeitrag: Zuckerfrei. Die 40 Tage-Challenge

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Tags: ernährung, ernährungsumstellung, helathy, lebenseinstellung, zucker   (5)
 

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katholische kirche, reformation, religion, sachbuch geschichte & völker & länder, protestantismus

Die Reformation

Dietmar Pieper , Eva-Maria Schnurr
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei DVA, 29.08.2016
ISBN 9783421046758
Genre: Sachbücher

Rezension:

Martin Luther und die Reformation. Dieses Jahr ‚feiern‘ wir im Oktober das 500-jährige Bestehen der größten christlichen Abspaltung der katholischen Kirche. Dazu gibt es dieses Jahr so einige Bücher, Dokumentationen und Ausstellungen um die Allgemeinheit erneut darüber aufzuklären. Das Jahr 1517 liegt schon ’nach‘ dem Spätmittelalter, oder ist Luther eigentlich derjenige, der den Wandel durch seine in die Wege geleitete Reformation in Gang setzt?

Die Reformation. Aufstand gegen Kaiser und Papst„, herausgegeben von Dietmar Pieper und Eva-Maria Schnurr, erschienen bei Randomhouse, beleuchtet das Thema Reformation von allen Seiten. Wie schon der Titel verrät, wird Martin Luther hier nicht als ein heldenhafter Retter der Kirche dargestellt, sondern als eine weitere Person des Fortschritts seiner Zeit. Spiegel-Autoren und Journalisten näherten sich dem Thema von sehr vielen Seiten und auf unterschiedlicher Art. Dieses Buch enthält so einige Überraschungen (positive und negative).

Positiv erachte ich die Vielfältigkeit der Beiträge. Es gibt Interviews der Autoren, die über Luther und seine Zeit erzählen. Es wurden auch Briefwechsel zusammengefasst und abgedruckt. Diese Elemente lockern das Gesamtbild auf und geben dem Kopf eine kleine Atempause.

Was ich jedoch nicht gut finde sind die fehlenden Quellen. Gerade bei der Wiedergabe von Briefen sollten die mindesten Angaben gemacht werden. Dieser Umstand wirkt sich leider für mich immer extrem auf die Glaubwürdigkeit der Autoren aus, auch wenn sie sicherlich seriös gearbeitet haben. Dabei ist es gar nicht so kompliziert, es existieren genügend Quellen von und über Martin Luther und wenn schon Informationen über ihn zusammen getragen werden, können sich doch gleich die genutzen Quellen notiert werden. Auch der Laie hat, meiner Meinung nach, ein Anrecht darauf, zu wissen, woher eine Information genommen und wie sie weiter verarbeitet wurde.

Dadurch bin ich der Publikation eher skeptisch gegenüber. Ja, sie verschafft einen guten Überblick. Aber bitte nur mit Vorsicht zu genießen!

Originalbeitrag: Die Reformation. Aufstand gegen Kaiser und Papst

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Tags: katholische kirche, martin luther, protestantismus, reformation, religion   (5)
 

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england, bebbanburg, eroberung, schottland, historischer roman

Der Flammenträger

Bernard Cornwell , Karolina Fell
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291104
Genre: Historische Romane

Rezension:

Uthred, der charmante Raufbold, dessen Leben ich schon seit über 6 Jahren verfolge, ist endlich in seine Heimat zurück gekehrt. Er hat es in den vorherigen Jahren (und neun Büchern) geschafft einen etwas wackeligen Frieden im Land zu stiften und nutzt die Gelegenheit sich sein Zuhause, Bebbanburg, zurück zu erobern. Doch ist es wirklich so einfach? Und was hat es mit dem Flammenträger auf sich?

Voller Zuversicht schmiedet Uthred Pläne, wie er die Burg seiner Vorväter zurück erobern könnte. Doch als er seine Pläne in die Tat umsetzten will, kommt ihm ein ehrgeiziger Schotte in die Quere. Außerdem erweist sich der Frieden, den er im Band 9 der Saga (Die dunklen Krieger) geschaffen hatte, als zu brüchig. Offenbar wurde der Krieg nur um einige Jahre aufgeschoben. Doch er hatte seine Tochter und ihren Mann eingesetzt und sie würden den größten Schaden erleiden, wenn der Friede nicht halten sollte.

Also muss Uthred seine Eroberungspläne vorerst auf Eis legen und versucht heraus zu bekommen, wer absichtlichen den Frieden frühzeitig brechen will. Dabei stößt er auf viele unterschiedliche Charaktere: ehrgeizige, wahnsinnige, treulose, ehrenvolle.

Und der stolze Krieger Uthred wird alt. Dies wird immer deutlicher. Oft versinkt er in Erinnerungen, zu jedem Ort kennt er eine Geschichte, die er selbst erlebte. Gefühlt jede Stadt in Britannien wurde schon von ihm erobert oder als Stützpunkt für militärische Zwecke genutzt. Einige Male wird er im Kampf übervorsichtig geschützt, weil die jüngeren Krieger sich um seine Gesundheit sorgen. Doch er nutzt auch sein Alter um Gegner zu täuschen.

Zum Schluss wird Uthreds Traum wahr und er erobert, wie einst der Flammenträger aus dem Norden, seine Burg an der steinigen Küste Northumbriens, unweit des Klosters Lindisfarne. Doch ist das alles gewesen? Der brüchige Frieden wurde um ein Jahr verlängert, doch Uthred muss seine Familie weiterhin beschützen. Es muss also weiter gehen!

Bamburgh Castle. Quelle

Da ich nun schon so viel der Geschichte um Uthred miterlebte, fühlt sich ein neuer Band immer an, als würde ich ‚heim kommen‘. Auch wenn ich nicht alle Bände hintereinander gelesen habe, bin ich sofort wieder drin in der Geschichte. Der einzigartige abgespeckte Erzählstil Bernard Cornwells zieht mich sofort ins Frühmittelalter und in die Kriegswelt. Uthreds taktisches Vorgehen bei Hinterhalten oder politischen Schachzügen ist sogar für mich Laie (auf diesem Gebiet) logisch und einfach nachvollziehbar. Uthred scheint stets die für sich beste Lösung zu finden. Manchmal jedoch, und das ist nun mal menschlich, werden Fehlentscheidungen getroffen. Und auch davor ist Uthred nicht geschützt, was in diesem Teil sehr deutlich wird. Trotzdem sind ihm die Götter wohl gesonnen. Nur welche Götter sind es noch? Offenbar nutzt er alle Möglichkeiten, die er hat, die Grenzen zwischen den Religionen verschwimmen.

Schon jetzt ist absehbar, das es noch mindestens einen weiteren Teil der Reihe geben wird. Uthred wurden einige Aufgaben übertragen, die wohl noch in Zukunft etwas Unheil bedeuten könnten. Ich bin gespannt und kann es kaum abwarten.

Was für mich eine große Überraschung war, ist Bernard Cornwells Beichte darüber, dass er von Uthreds Familie abstammt, die wohl bis heute überlebt haben soll. Genial, wie man sich selbst, wenn man ein guter Schriftsteller ist, seine heroische Familiengeschichte basteln kann!!

wyrd bið ful aræd


Originalbeitrag: Der Flammenträger

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Tags: bernard cornwell, britannien, england, frühmittelalter, mittelalter, uthred   (6)
 

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liebe, familie, 19. jahrhundert, klassiker, roman

Überredung: Roman (Reclam Taschenbuch)

Jane Austen
E-Buch Text: 348 Seiten
Erschienen bei Reclam Verlag, 04.02.2016
ISBN 9783159609782
Genre: Klassiker

Rezension:

Ja, ich konnte es selbst kaum glauben, aber ich las diesen Mai das erste Mal einen Jane Austen Roman. Da ich nicht der Typ bin, der romantische Bücher liest, passiert es nur ganz selten, dass ich dafür in der richtigen Stimmung bin. Und da die Übersetzer ihrer Werke sich wirklich Mühe geben der Sprach gerecht zu werden, brauchte ich fast den halben Roman um rein zu kommen.
Doch als ich den Schritt geschafft hatte, war ich bezaubert von dieser starken Erzählkraft.

In einem der späteren Werke von Jane Austen geht es um eine nicht mehr ganz junge Frau (27 Jahre), Anne, die sich als junges Mädchen unsterblich in einen jungen armen Mann verliebte. Damals war ihnen niemand gewogen, denn Anne kommt aus gutem Hause, der junge Mann nicht. Ihre Wege trennen sich und Anne bleibt nun viele Jahre allein, denn kein anderer Mann kann ihrem Mr. Wentworth das Wasser reichen.  Erst nach acht Jahren finden sie wieder zusammen.

Dieses Aufeinandertreffen war eher zufällig, doch die beiden merken, dass sie immer noch in einander verliebt sind, lassen es sich jedoch nicht anmerken, denn einer Ehe wurde schon einmal nicht zugestimmt. Auch sich selbst gegenüber gestehen sie sich ihre Verliebtheit nicht ein. Doch als Anne es dann nicht mehr abstreiten kann und auch der ehemals arme Junge, der zu einem wohlhabenden Marieneoffizier aufgestiegen ist, immer eindeutiger ihre Nähe sucht, wagen sie den Schritt und lassen den jeweils anderen an ihren Gefühlen teilhaben. In einer ungewöhnlichen Aktion gesteht Frederick Wentworth seiner Anne Elliot die Liebe.

Ich kann die Faszination für Jane Austens Romane nun endlich nachvollziehen. Der Prozess des Findens in Liebesdingen ist eine der spannensten Phasen einer Partnerschaft. Das erste Herzflattern, der erste gemeinsame Moment, die Gewissheit, dass der Gegenüber ähnliche Gefühle in sich trägt. Über diese Momente wird meistens kaum mehr gedacht, doch wärend man darin steckt können sie sich zu gefühlten Jahren dehnen.

Der Leser kann viel aus der Zeit lernen, in der Jane ihr kurzes Leben lebte. Ansichten und Verhaltensweisen sind direkt und unbeschönt dargestellt und bringen aus heutiger Sicht einen gewissen Humor mit sich. Anlässlich ihres 200. Todestages (18. 07. 1817) gibt es wieder eine erhöhte Anzahl an dekorativen Auflagen ihrer Romane und ich empfehle unbedingt einen davon zu kaufen und zu lesen.

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Tags: 19. jahrhundert, jane austen, liebe, überredung   (4)
 

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fantasy, ransom riggs, kinder, die insel der besonderen kinder, besondere fähigkeiten

Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426520260
Genre: Fantasy

Rezension:

Auf dieses Buch bin ich dank der guten Besetzung des Films gestoßen. Eva Green verkörpert eine der Protagonisten und das war für mich Grund genug die komplette Reihe bei einem Frustkauf zu erwerben. Die Insel der besonderen Kinder las ich in der Originalausgabe, verglich die Bücher aber und empfand die Übersetzung ins Deutsche als gelungen. Was mich jedoch noch zum Kauf reizte, war nach dem ersten Blick in eines der Bücher, die skurillen alten Fotografien der Kinder und Jugendlichen.

Erst etwas gruselig, weckten diese Bilder schnell meine Neugierde und ich begann gleich auf dem Rückweg aus dem Buchladen zu lesen. Schon nach den ersten Seiten verschwand der Grusel und eine entzückende Spannung blieb. Dieses wirklich einzigartige Konzept, gesammelte Bilder zu einer Geschichte zu spinnen, ist und bleibt unübertroffen. Ransom Riggs (dessen Internetseite genauso phantastisch ist) fand wirklich unglaublich seltsame Bilder von ernsten Kindern oder übernatürlich anmutenden Momenten.

Aus der Sammlung der Bilder schuf der Autor eine Geschichte von dem jungen Jakob, der über eine mysteriöse Familiengeschichte stolpert. Nur er scheint die Hinweise, die sein Großvater ihm hinterlassen hat, richtig zu deuten. Er folgt ihnen und landet in einer Welt, in der er nicht mehr der Außenseiter ist, sondern ein wichtiges Mitglied einer extremen Gemeinschaft, in der jeder seine ganz persönlichen Talente mitbringt.

Von einem Einzelgänger wandelt sich der mutige Junge zu einem Anführer. Er spürt, dass die Aufgabe, die plötzlich vor ihm liegt, sehr wichtig ist, und dass die Gemeinschaft, in der er sich plötzlich befindet, ihm vertrauter ist als seine eigene Familie. Aus Fragen werden Antworten, zwischen Unverständnis und Sehnsucht erblüht eine zarte Liebe, die Jakobs Entscheidung im Laufe der Geschichte stark beeinflusst.

Ich las dieses Buch sehr gerne. Der Erzählstil ist spannend, nicht zu langsam jedoch sind Gedanken und Handlungen nachvollziehbar. Ich war vor dem Kauf gespannt und danach begeistert und freue mich auf die nächsten Teile.

Originalbeitrag: Die Insel der besonderen Kinder

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fantasy, ransom riggs, die stadt der besonderen kinder, kinder, besondere kinder

Die Stadt der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426517185
Genre: Fantasy

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fantasy, ransom riggs, die bibliothek der besonderen kinder, roman, london

Die Bibliothek der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2016
ISBN 9783426520277
Genre: Fantasy

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historischer roman, geschichte, männlicher protagonist, deana zinßmeiste, goldmann verlag

Das Lied der Hugenotten

Deana Zinßmeister
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.01.2017
ISBN 9783442484096
Genre: Historische Romane

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england, historischer roman, 2015, feindschaften, mittelalter

Die Wächterin der Krone

Beate Sauer
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.11.2014
ISBN 9783442479337
Genre: Historische Romane

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rothfuss, george rr martin, martin, bast, gardner dozois

Der Bruder des Königs

George R.R. Martin , Gardner Dozois , Andreas Helweg , Andreas Kasprzak
Flexibler Einband: 1.040 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 28.11.2016
ISBN 9783764531751
Genre: Fantasy

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fantasy, kurzromane, george r. r. martin, frauen, kurzgeschichten

Königin im Exil - und 20 weitere Kurzromane

George R. R. Martin , Gardner Dozois , Wolfgang Thon , Barbara Schnell
Flexibler Einband: 1.100 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.04.2015
ISBN 9783734160127
Genre: Fantasy

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fantasy, venedig, drachen, london, bibliothekare

Die maskierte Stadt

Genevieve Cogman , Dr. Arno Hoven
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.08.2016
ISBN 9783404208036
Genre: Fantasy

Rezension:

Kaum hatte sich die Aufregung des spannenden ersten Teils gelegt, gibt es auch schon die nächste Unruhe im fiktiven viktorianischen England. Irene, die toughe Protagonistin, reist in ein fernes Venedig, wo ein immerwährender Maskenball stattzufinden scheint. Doch sie reist nicht allein und sie reist auch nicht zum Spaß dort hin.

Die Agentin der Unischtbaren Bibliothek muss in diesem Abenteuer nicht nur das Leben ihres Schülers Kai retten, sondern gleichzeitig ein Welten-Krieg verhindern. Alles scheint miteinander verwoben zu sein, doch Irene kann sich geschickt durch alle Fäden winden.

Leider hat die Fortsetzung inhaltlich, wie stilistisch einige Mängel. Sissie Ritter hat in ihrem Beitrag ganz Recht damit, zu betonen, wie die Charaktere hinter der faden Geschichte ins Dunkle verschwinden. Schade, ich war so überzeugt vom ersten Teil, es war einfach eine neue und frische Geschichte, die leider in dem zweiten Teil in einem der langweiligsten Stereotyp-Plots versunken ist.

Was mich am Meisten gestört hat, war das Ende, das mitten in der Geschichte lag: ein riesen Cliffhanger. Ja, natürlich gehe ich davon aus, das alles gut endet, aber vielleicht gibt es ja gerade nach der ganzen vorhersehbaren Geschichte DIE Wendung. Aber damit kann ich wohl nicht rechnen.

Im Allgemeinen las sich das Buch so lala, ich konnte es jederzeit weglegen, es gab kaum spannende Stellen. Auch die ‚überraschende Wendung‘, als der Detektiv Vale wieder in die Geschichte stößt, war mir von Anfang an klar. Dank des Endes werde ich auch den nächsten Teil lesen, bin mir aber nicht sicher, ob es sich lohnt weitere Teile zu kaufen.

Aber: Möglicher Weise dient ‚Die maskierte Stadt‘ dazu alle gegnerischen Parteien besser kennen zu lernen. Vielleicht diente dieses Geplänkel ja dazu einen unterschwelligen Konflikt weiter brodeln zu lassen und vielleicht war auch dieser ganze vorhersehbarer Plot genau das, was er sein sollte: Vorhersehbar. Immerhin steckte Irene tief in der Fanatasywelt der Elfen und dort läuft alles nach einer Geschichte ab (je nachdem in welcher man gerade steckt). Und ich muss sagen, wenn es gewollt war, dann ist es wirklich gut gewesen. Ich kann in etwa nachvollziehen, wie schwer es ist mit voller Absicht eine stereotypische Geschichte zu schreiben, obwohl die Ausgangssituation wirklich keine war.

Deswegen bin ich hin und her gerissen, wie ich dieses Buch bewerten soll. Ich bin gespannt auf den nächsten Teil.

Originalbeitrag: Die maskierte Stadt

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geschichte, geisteswissenschaft, mittelalter, mark brandenburg, ausstellungen

Im Dialog mit Raubrittern und Schönen Madonnen

Clemens Bergstedt , Heinz-Dieter Heimann , Knut Kiesant , Peter Knüvener
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Lukas Vlg f. Kunst- u. Geistesgeschichte, 19.09.2011
ISBN 9783867321181
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Anfänge Brandenburgs im Mittelalter ist seit einer ganzen Weile stärker diskutiert worden. Vor einigen Jahren gab es dank der regen Diskussion einige Ausstellungen in Potsdam, Berlin und Ziesar zum Thema. Der Lukas Verlag veröffentlichte passend einen umfangreichen Katalog mit zahlreichen Aufsätzen von renommierten Wissenschaftlern.

Das Buch ist in acht große Kategorien unterteilt.  Sie umfassen mehrere Epochen der Geschichte, vom Hochmittelalter bis zum „denkwürdigen Jubiläum der Hohenzollerndynastie“ (S. 12) im 19. Jahrhundert. Die Beiträge arbeiten de Entstehung Brandenburgs neu auf und sollen zu einem Neuanfang und neuem Ansatz der Forschung anregen.

Nebenbei ist der wunderbar farbige Band mit ausgewählten Bildern von Kunstwerken und Nachlassenschaften bestückt. Viele lang in Archiven deponierte Kunstgegenstände gelangten wieder an die Öffentlichkeit und erschaffen ein anderes, neues Bild der Geschichte der Mark Brandenburg.

Weiterhin werden in den Beiträgen die Leser für die Rezeptionsgeschichte sensibilisiert. Es erscheinen auch neue Informationen in Form von u.a. Legenden, die der Öffentlichkeit weniger in Erinnerung geblieben waren.

Meiner Meinung nach ist dieser Katalog und die Ausstellungsreihe beispielhaft für die deutsche Regionalgeschichte. Sie zeigen, dass die Geschichtsforschung und Archäologie auf keiner Ebene eine entgültige Antwort erarbeiten können, dass jedoch die Nachfrage immer größer wird. Die Autoren vergangener Geschichtsbücher konnten auch nur die ihnen vorliegenden Informationen verarbeiten, sahen evtl. einiges als nicht so interessant wie anderes und sortierten nach bestem Wissen und Gewissen Forschungsergebnisse.

Nichts anderes tun auch wir heute, nur mit dem Wissen, dass eine fehlende Information für den nächsten Interpreten zu einschlägigen Missverständnissen und Fehlinformationen führen kann. Deswegen gehen wir, die modernen Wissenschaftler, sensibler mit Wissen und deren Verbreitung um.

Der Aufsatz im Katalog von Heinz-Dieter Heimann „Von der Erfindung des Mittelalters“ erinnert daran, dass der Begriff des Mittelalters ein später erfundenes Wort darstellt, welches der Abgrenzung zur damaligen Moderne verdeutlichen sollte. Heimann erinnert auch daran, dass das ‚gängige‘ Bild des Mittelalters aus dem 19. Jahrhundert stammt und sich als traditionell Darstellungsform festgesetzt hat. Doch ein Umdenken trat schon ein. „Eine vielförmige historische Orientierungssuche ist in Gang gekommen, die als Rückkehr der Regionen ein zeitgemäß gewandeltes Interesse an landesgeschichtlichem (Selbst-) Bewusstsein und Nachbarschaften ausmacht, abgestützt durch zeitgemäße Fragen gegenwärtiger Geschichts- und Kulturwissenschaften und die Anforderungen der Erinnerungskultur.“ (S. 46)

Abschließen möchte ich diese Buchvorstellung mit den Worten von Heinz-Dieter Heimann:

‚Das‘ Mittelalter – eine stets aktuelle, endlose Geschichte. (S. 47)

Quelle: Im Dialog mit Raubrittern und schönen Madonnen. Die Mark Brandenburg im Mittelalter, Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, Band 6, Lukas Verlag, 2011.


Originalbeitrag: Im Dialog mit Raubrittern und schönen Madonnen

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