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55 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

fidelma, historisch, historischer krimi, irland, keltenkrimi, kirche, kloster, krimi, krimireihe, krimiserie, mittelalter, mittelalterlicher krimi, mord, peter tremayne, schwester fidelma

Tod auf dem Pilgerschiff

Peter Tremayne , Friedrich Baadke
Flexibler Einband: 411 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.07.2002
ISBN 9783746615295
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wie im Band vorher angekündigt fährt Fidelma auf eine Pilgerfahrt. Und diese Fahrt ist nicht nur eine des Glaubens, sondern der Findung und das auf so viele Ebenen. Tod auf dem Pilgerschiff lässt endlich Einblick in Fidelmas Innenleben, in ihre Gedanken und ihr Herz. Hier lernen wir eine verletzte und enttäuschte junge Frau kennen, die eine Bestimmung in ihrem Leben sucht.

Schon bevor das Schiff seine Segel setzt, gibt es schon das erste Todesopfer. Doch dies wird durch eine schnelle Abreise verschleiert. Und doch scheint weiterhin der Tod den Pilgern auf den Fersen zu sein, denn ein weiterer Mord geschieht und Fidelma nimmt, durch Bitten des Kapitäns, die Ermittlungen auf.

Unter den Pilgern findet sich, zum Entsetzen der sonst so starken Irin, ein ganz besonderer Mensch. Es ist ihre erste große Liebe, für den sie beinahe ihre Karriere geopfert hatte. Nicht nur das, er hatte sie zudem entsetzlich betrogen und seitdem trägt Fidelma eine innere Wut und Kälte mit sich herum. Als dieser Mann nun auch noch ihre Hilfe benötigt, ist sie fast entschlossen sich gegen das Gesetz zu lehnen. Doch glücklicher Weise besinnt sie sich und findet zu ihrer inneren Stärke zurück, zu der auch Eadulf, wenn auch aus der Ferne und nur in Gedanken, beiträgt.

Auch wenn ihr ehemalige große Liebe Mitschuld an den Taten trägt, so setzt sie doch alles daran ihn zu beschützen – weil es das Gesetz so vorschreibt. Doch nicht nur die Morde erschweren die Pilgerreise, auch schlimme Unwetter und Verfolgungsjagden wühlen die Gefühle von Fidelma auf. Als dann ein Schiffbrüchiger an Bord kommt, scheint alles zu Eskalieren. Glücklicher Weise kann Fidelma wieder helfen die Wahrheit zu ergründen.

Doch als sie am Zielhafen ankommt erwartet sie eine Hiobsbotschaft. Eadulf wurde wegen Mordes verurteilt. Kann sie es noch schaffen ihn zu retten?

Durch das Zusammentreffen mit dem Menschen, der sie so tief verletzte, begibt sich Fidelma auf eine Reise zu ihrer eigenen Vergangenheit. Die Geschehnisse von damals werden als eigene Kapitel erzählt und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl sie ein wenig besser zu verstehen, ihr verbunden zu sein. Die Tat des jungen Mannes verhärteten ihr Herz, weswegen es ihr so schwer fiel Eadulf aufrichtig entgegen zu treten.

Nun endlich erhalte ich gewünschte Informationen über die Protagonistin. Auch ihre Wutanfälle (na gut, das ist vielleicht etwas schroff ausgedrückt) sind neu. Die sonst so abgeklärte Anwältin ließ sich nur selten zu einer Regung bewegen. Mich erfreut, dass der Autor endlich entschied mehr Tiefe in die Geschichte zu bringen.

Originalbeitrag: Tod auf dem Pilgerschiff

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

100jähriger krieg, david gilman, england, erzfeindschaf, frankreich, legenden des krieges, thomas blackstone

Legenden des Krieges: Der einsame Reiter

David Gilman , Anja Schünemann
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.11.2017
ISBN 9783499290992
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Geschichte des einsamen Reiters setzt etwa ein Jahr nach dem Ende des zweiten Bandes ein. Thomas Blackstone wurde von seinem König als vogelfrei erklärt und verdient sich seitdem mit seinen treuen Gefährten den Unterhalt als Söldner. Doch seine Feinde haben ihn nicht vergessen und planen längst seinen Untergang.

Als eine Botschaft des lange verstorbenen englischen Königs bis zu Blackstone durchdringt, sorgt diese für Turbulenzen, denn warum sollte ein toter König eine Nachricht schicken? Wer bemächtigte sich des Siegels? Oder ist eine Botschaft darin versteckt, die niemand zu entschlüsseln vermag? Trotz dieser ganzen Fragen bricht Thomas mit seinen Männern auf um dem Ruf des Königs zu folgen.

Doch der Weg ist steinig, denn viele Drahtzieher würden den ehemaligen Bogenschützen lieber Tod sehen. Am Ende des Weges, den Thomas wieder einmal meistert, wartet nicht nur der Tod auf ihn, sondern Möglichkeiten. Nur um dann von dem französischen Mob verschlungen zu werden. Und ganz nebenbei holt er sich selbst die giftigste Schlange ins Nest.

Ich muss zugeben, dass ich nicht so viel Freude bei diesem Teil hatte. Er ist nicht nur gefüllt voller Gewalt und Tod, sondern auch voller Hoffnungslosigkeit. Ein paar gute Momente gab es, die aber jedesmal wieder zunichte gemacht wurden. Passagen, in denen wenig passierte, wurden in die Länge gezogen. Und der ständige Sichtwechsel der Protagonisten in einem Abschnitt ist für mich ein absolutes Tabu. In einem Absatz wechselte die Perspektive zwischen Thomas und seinem Feind, ohne dass es eine Pause dazwischen gab.

Wenn ich diesen Band mit dem ersten vergleiche, verstehe ich die Entwicklung nicht. Ich hatte so viel Spaß mit dem ‚Blutigen Schwert‘, es war herausragend! Der neue Band hat damit nichts mehr gemeinsam. Ich bin sogar ziemlich enttäuscht von dem Ergebnis. Ich hoffe einfach, dass es wieder besser wird.

Originalbeitrag: Der einsame Reiter

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Anation - Wodans Lebenshauch. Von keltischer Götterdämmerung 1

Astrid Rauner
Flexibler Einband: 388 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 30.09.2011
ISBN 9783862820191
Genre: Historische Romane

Rezension:

Eigentlich bin ich, glaube ich, recht schwer zu begeistern, was Romane angeht. Dieser Plot jedoch von Anation, erschienen beim Acabus Verlag, schien für mich alles zu haben, was mich begeistern könnte. Es spielt im 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung im Süden Deutschlands. Damals besiedelten keltische Stämme die Gegend und in einem dieser Stämme wächst Aigonn auf. Er ist anders, als die anderen Jungen, denn er kann mit der Nebelfrau sprechen und nimmt mehr von der Welt wahr, als die meisten. Doch dann geschehen Dinge und plötzlich ist Aigonn nicht mehr nur ein Junge, sondern ein Seher, gesegnet von den Göttern.

Der junge Krieger Aigonn muss sich auf dem Schlachtfeld beweisen und sieht mit an, wie die geopferte junge Frau wieder zum Leben erwacht. Dies bringt ihn in größere Schwierigkeiten, als es zuerst den Anschein macht. Gemeinsam mit der jungen Frau und dem Schamanen des Dorfes, sowie viel Hilfe von der anderen Welt, gelingt es Aigonn Wissen zu erlangen.

Die ganze Geschichte soll offenbar eine Art Ursprungslegende der späteren Göttergestalten sein. Es ist recht gut geschrieben, die Autorin hat sich wohl ein wenig mit dem Thema der paganen Spiritualität beschäftigt. Jedoch konnte ich feststellen, dass sie noch nicht so viel Erfahrung im Romanschreiben hat, da viele Stellen noch sehr umgangssprachlich sind. Nun ja, jeder muss mal starten.

Die Geschichte ist spannend, schnell erzählt und gut durchdacht. Ich bin sogar wirklich gespannt, wie es weiter geht.

Jedoch bin ich von dem Titel sehr irritiert. Anation. Dies soll ein Kosename für eine keltische Frau sein. Ich habe mich von Anfang an gefragt, was an diesem Wort keltisch sein soll. Für mich klingt es wie ein modernes, englisches Wort, aus einer Sprache, die erst seit ein paar Jahrhunderten besteht. Leider zieht sich dieser ‚Name‘ durch das ganze Buch und ließ mich jedes Mal gedanklich stolpern. Es mindert das historische Setting für mich enorm. Auch die Gedanken zu der Götterwelt ergeben sich mir nicht. Ich habe schon einiges über die Kelten gelesen und auch studiert, jedoch sind mir die Annahmen und Ausführungen von Astrid Rauner vorher noch nicht begegnet. Der Aufbau der Götterwelt, die Verehrung der Toten oder auch die Idee, dass Erinnerungen bestimmten Körperteilen anhaften, oder das der Kopf der Sitz der Seele war, sind mir unbekannte Überlegungen.

Deswegen bin ich etwas zwiegespalten, was die Meinung über den Roman betrifft. Als historischer Roman nicht brauchbar, aber als Fantasy-Roman super!  Und deswegen will ich ihn auch weiter so betrachten und freue mich auf die nächsten Teile.

Originalbeitrag: Anation - Wodans Lebenshauch

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97 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

dublin, hinweise, irland, jane wade, kelten, kirche, krimi, mädchen, mord, patrick dunne, religion, ritualmord, ritualmorde, sekte, thriller

Die Keltennadel

Patrick Dunne
Flexibler Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Limes, 01.12.2001
ISBN 9783809024521
Genre: Krimi und Thriller

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66 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

bruder eadulf, fidelma, historisch, historischer krimi, irland, keltenkrimi, kirche, kloster, konflik, krimi, mittelalter, mittelalterlicher krimi, mönch, peter tremayne, schwester fidelma

Der Tote am Steinkreuz

Peter Tremayne , Friedrich Baadke
Flexibler Einband: 389 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.05.2001
ISBN 9783746615271
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nicht nur wegen der drolligen Cover bin ich gerade im Fidelma-Rausch. Es hat sich schleichend ergeben, dass ich die kurzen historischen Krimis von Peter Tremayne kaum aus der Hand legen kann. Der Tode am Steinkreuz ist ein weiterer Roman, in dem die frühmittelalterliche irische Geistliche und Anwältin Fidelma und ihr Freund Eadulf mehrere Morde aufklären.

Ogham in Stein, Dunloe, County Kerry, Ireland. Quelle.

Fidelma und Eadulf werden zu einem abgelegenen Tal gerufen, weil das Oberhaupt der Gemeinde ermordet wurde. Alles deutet auf den Jungen als Täter, der neben der Leiche gefunden wurde. Doch als Fidelma eintrifft, zweifelt sie sofort an dieser Schlussfolgerung, denn der Junge ist taubstumm und blind. Natürlich macht sich die begabte Irin auf die Spuren des Täters, die unweigerlich hinterlassen wurden.

Im Laufe der Ermittlungen trifft sie sogar auf einen Druiden, der unweit des Dorfes lebt. Dieser erklärt ihr, wie sie mit dem Jungen kommunizieren kann, denn entgegen der Meinungen der Dorfbewohner, ist der Junge nicht dumm, sondern überaus klug. Er verständigt sich mit in die Handfläche gemalten Ogham, frühmittelalterlichen irischen Schriftsymbolen.

Als Sie und Eadulf beinahe vergiftet werden, wird ihr klar, dass sie sich beeilen muss. Mit meisterlichen Schlussfolgerungen kann sie den/die Täter am Ende bezwingen.

Im Großen und Ganzen ist es ein typischer Fidelma Roman. Es gibt einen Mordfall, sie wird gerufen, stellt Fragen, weitere Morde geschehen, sie findet den/ die Schuldigen. Leider ist neben der kriminalistischen Handlung  kaum Platz für die Beziehung zwischen Fidelma und Eadulf, die langsam in Wallung kommen sollte. Immerhin merkt der Leser schon, wie sehr die beiden sich zugetan sind. Aber nichts davon wird diskutiert, nichts wird angedeutet, alles bleibt platonisch und distanziert.

Die Begegnung mit dem Druiden empfand ich persönlich als sehr spannend, aber da Fidelma das Christentum als eine Religion der Liebe lebt und wahrnimmt, entstand von Beginn an kein Konflikt. Anders, als bei den meisten Tätern in Peter Tremaynes Romanen, ist die junge Irin keine fanatische Gläubige. Und obwohl Eadulf zu Beginn etwas Bedenken hatte, trottet er Fidelma, wie immer, treudoof bei allem Hinterher. Auch bei ihrer Meinung über die vormals Gelehrten des Landes.

Ihre Dialoge bestehen größtenteils aus Fachsimpeleien über die irischen Gesetze. Gesetzestexte und Bibelzitate sind fast die einzigen Worte neben den Verhören. Es gibt keine persönlichen Gespräche, keine persönlichen Informationen über die Protagonisten und kaum Gefühlsregungen. Ich muss sagen, dass mich das in diesem Band gestört hat. Am Schluss stirbt Eadulf fast, doch Fidelma ermittelt einfach weiter und fragt nur ab und zu nach seinem Zustand. Sie wäre um ein Haar auch vergiftet worden, zeigt aber keine Spur von Panik oder Angst.

Aber ich las weiter und geriet immer mehr in den Strudel und musste immer einen Band weiter lesen. Denn so langsam wird man durch die ganzen herunter gebeteten Gesetzestexte, die wirklich gut recherchiert sind, zu einem kleinen Fachmenschen zum Thema frühmittelalterliche, irische Gesetzestexte. Und das mag ich!

Originalbeitrag: Der Tote am Steinkreuz

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

achtsamkeit, dänemark, gemütlichkeit, hygge, hyggeli, louisathomsenbrit, ratgeber

Hygge

Louisa Thomsen Brits , Leena Flegler
Fester Einband
Erschienen bei Mosaik , 06.03.2017
ISBN 9783442393176
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch von Louisa Thomsen Brits HYGGE – Die dänische Art glücklich zu leben ist ein toller Gefährte gewesen. Der Aufbau ist sehr ähnlich wie bei Marie Tourell Søderbergs hygge – Das große Glück liegt in den kleinen Dingen, die Bilder erzeugen jedoch eine ganz andere Atmosphäre wodurch nur noch deutlicher wird, dass hygge für jeden etwas anderes bedeutet. Es gibt kein einheitliches Rezept, das für jeden funktioniert. Der eigene Weg zu einem liebevollen und glücklichen Leben muss selbst erkundet werden.

Hier feiert die Autorin ein hoch auf das Leben, das so wundervoll ist und jeden Tag gefeiert werden sollte. Und ich stimme ihr da voll zu. Das Geheimnis ist, glaube ich, gerade in gestressten Momenten nicht zu verzweifeln, aus den ruhigen Momenten Kraft zu schöpfen und aktiv für glückliche Momente zu sorgen. Dazu gehört weniger am Handy, Fernseher oder PC zu hängen, mehr Gespräche zu führen und gerne auch etwas Leckeres mit viel Kalorien zu naschen.

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12 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

hygg, lebensfreude, lebensführung, ratgebe

Hygge

Marie Tourell Søderberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei mvg, 20.03.2017
ISBN 9783868828207
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch von Marie Tourell Søderberg hygge – Das große Glück liegt in den kleinen Dingen zog durch den wunderschönen Einband meinen Blick auf sich. Zu meinem neu gekauften Tolino Vision 4 HD kaufte ich das erste Mal regulär ein eBook. Gleich begann ich zu lesen und war von Anfang an begeistert. Die Autorin erschuf durch ausgewählte Bilder und Texte gleiche eine kuschelige Athmosphäre.

Sie berichtet davon, was hygge ist, warum jeder es leben sollte und wie es in der Praxis umzusetzen ist.

Besonders schön finde ich die vielen Interviews mit Dänen aus jedem Alter und jeder Geschichte. Sie berichten davon, wie hygge helfen kann, intensiver zu leben, zu lieben und zu geben. Auch die Rezepte und Bastelanleitungen sind kreativ und liebevoll ausgesucht. Ein wirklicher Glücksgriff!

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

bruder eadulf, fidelma, historisch, historischer krimi, irland, kelten, keltenkrimi, kirche, kloster, krimi, krimireihe, krimiserie, mittelalter, mordverdacht, schwester fidelma

Tod im Tal der Heiden

Peter Tremayne , Friedrich Baadke
Flexibler Einband: 419 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 20.01.2006
ISBN 9783746622118
Genre: Historische Romane

Rezension:

Und wieder wird Fidelma zusammen mit Eadulf in eine entlegene Ecke der irischen Insel geschickt. Jedoch steht zuerst nicht ein Mord im Vordergrund, sondern die Verhandlung eines noch heidnischen Ortes über den Bau einer kleiner Kirche vor Ort. Der König von Cashel, Fidelmas Bruder, schickt seine beste Unterhändlerin um eine Lösung zu finden, die alle Seiten zufrieden stellt. Doch schon bald kommt alles anders….

Schon als Eadulf und Fidelma eintreffen scheint die geplante Verhandlung zum Scheitern verurteilt zu sein. Eigentlich sollten sie wegen eines Neubaus einer kleinen katholischen Schule und einer Kirche im heidnisch geprägten Ort verhandeln. Doch vor den Toren wurden 33 Leichen junger Männer so angeordnet, dass ein Ritualmord kaum ausgeschlossen werden kann. Doch Fidelma ist diese Schlussfolgerung zu offensichtlich. Auch die Verhandlungen laufen in komplett falsche Bahnen, so dass sie diese frühzeitig abbricht. Und dann geschieht auch noch das Unfassbare: Sie selbst wird eines Mordes verdächtigt.

Nun muss der englische Mönch Eadulf sein Können unter Beweis stellen, denn er ist der Einzige, der Fidelma aus der aussichtslosen Lage helfen kann. Und dann ist da auch noch dieser verdächtige Pferdehändler, der gar keine Pferde bei sich hat und viel zu viele Fragen stellt.

In diesem besonderen Fall steckt zum ersten Mal wirklich um einiges mehr dahinter, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Morde und Verwirrungen werden immer verzwickter und Eadulf folgt Fidelma trotzdem noch wie ein lieber Hund, jedoch scheint er immer im richtigen Moment die richtige Frage zu stellen, oder durch ein Ungeschick auf einen Hinweis aufmerksam zu machen.

Durch die wirklich verwirrenden Abläufe und unzureichenden Informationen für den Leser, der wirklich ausschließlich Fidelmas und Eadulfs Erfahrungen teilt, ist die Auflösung wirklich überraschend. Ein spannender Teil, indem leider immer noch die persönliche Komponente der Protagonisten fehlt. Doch irgendwie zogen mich die Fälle der toughen Irin immer weiter in den Bann und ich musste sofort zum nächsten Teil übergehen. Gut, dass es die schmalen Bände schon günstig im Onlineantiquariat zu finden sind!

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

historischer roman, irland krimi

Tod in der Königsburg

Peter Tremayne , Friedrich Baadke
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.10.2016
ISBN 9783352008900
Genre: Historische Romane

Rezension:

Leider lag mir nicht diese wundervolle illustrierte Ausgabe von Der Tod auf der Königsburg vor, jedoch war ich im Buchladen beim Durchblättern sehr begeistert von der Aufmachung. Wieso jedoch ausgerechnet der siebente Teil als illustrierte Ausgabe erschien, verstehe ich nicht so recht.
Fidelma begeistert auch in diesem Band wieder mit Scharfsinn und Können und deckt die verwirrten Vorkommnisse souverän auf.

Seit ein paar Wochen sind Fidelma und Eadulf auf dem Königshof in Cashel, ihrer Heimat, und genießen ein wenig Ruhe. Doch es scheint nur die Ruhe vor dem Sturm zu sein, denn die Verhandlungen ihres Bruders und die friedliche Einladung des kriegerischen Fürsten der Ui Fidgente enden in einem Chaos: Beide Fürsten werden angeschossen und bezichtigen sich gegenseitig der Tat.

Natürlich muss Fidelma handeln und wird von ihrem Freund dabei unterstützt. Ihre Untersuchungen führen Sie zu einem nicht fern gelegenen Kloster, dem vor Kurzem die heiligen Reliquien gestohlen wurden. Da Sie gerade eh vor Ort ist, hilft sie auch diesen Fall zu lösen und stößt plötzlich auf Gemeinsamkeiten. Und plötzlich erwachen die Totgeglaubten wieder zum Leben und das Kloster und die umliegende Stadt sowie die große Eiche des Volkes von Cashel werden angegriffen. Der jahrhundertealte Baum wird von den Angreifern gefällt und der Verdacht wird auf die Ui Fidgente gelenkt.

Doch wer Fidelma kennt, weiß, dass sie diese plumpen und zu offensichtlichen Hinweise immer stark hinterfragt und schlussendlich dadurch zum Ziel und zur Wahrheit findet. Eine große Verschwörung brodelt im Hintergrund und droht sie und Eadulf zu verschlingen. Doch durch viel Glück kann der Drahtzieher am Ende entlarvt und die wichtigen Verhandlungen über Frieden können aufgenommen werden.

Überraschender Weise wird erwähnt, dass Fidelma aus dem Kloster, welches Sie als ihre offizielle Herkunft betitelte, ausgetreten war. Hier ist ein erster Hinweis darauf zu sehen, dass sich Fidelma in ihrem Inneren langsam nicht mehr sicher ist, ob sie eher eine Gläubige, oder eine Gelehrte ist. In dieser Episode scheint die junge Irin ständig sauer auf Eadulf zu sein. Sie hat plötzlich keine gute Meinung mehr von ihm und empfindet ihn eher wie eine Last. Doch offenbar scheint dahinter mehr zu stecken.

Zum Schluss des Romans trennen sich die Wege der beiden, denn sie sind wohl zu stolz oder zu ängstlich den ersten Schritt aufeinander zu zu machen. Es war der erste Moment, indem es hätte möglich sein können, dass sie ein wenig offener über ihre Gefühle sprechen, doch der Moment vergeht und ich will fast in mein Buch beißen, so enttäuscht bin ich darüber.

Nun geht sie auf eine Pilgerreise und er zurück nach England. Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht.

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

bernhard hennen, blog, das schwarze auge, dsa, düster, elfen, heyne verlag, high fantasy, himmelsturm, orks, phileasso, phileasson-saga, piraten, rassant, reviews

Die Phileasson-Saga - Himmelsturm

Bernhard Hennen , Robert Corvus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.08.2016
ISBN 9783453317529
Genre: Fantasy

Rezension:

Die aufregende Jagd um die Titel ‚König der Meere‘ geht in die zweite Runde. Nachdem Asleif Phileasson und sein Gegner Beorn in einem rasanten Auftakt Nordwärts segelten, fanden sie nun den sagenumwobenen Himmelsturm. Die Aufgabe bestand darin dessen Geheimnis zu ergründen.

Die beiden Mannschaften, die in das Rennen gingen, treffen im Turm aufeinander. Doch es stellt sich schnell heraus, dass dieses Monument mehr als ein Rätsel enthält. Mit dem Versuch sich einerseits gegenseitig zu behindern, andererseits aus dem Wege zu gehen, durchstreifen die Abenteurer die Räume des Turms. Die Größe überwältigt sie, offenbar wurde hier eine vertikale Stadt gebaut, die mehrere Paläste beinhaltet.

Doch neben der Gefahr, die die Mannschaften für einander darstellen, schreckt die Suche nach den Geheimnissen andere Kreaturen auf. Obwohl der Turm seit Jahrtausenden als Legende angesehen wurde, ist er weiterhin bewohnt und dies auf eine grausame und fast schon unwirkliche Art. Phileasson und seine Mannschaft können Schlussendlich entkommen, jedoch trifft das nicht auf alle Mitglieder der Gemeinschaft zu. Auch Beorn, der schrecken der Südmeere scheint verschollen.

Erst fand ich nicht in die Geschichte, da er ausführliche Prolog erst nichts mit der Geschichte der Mannschaften zu tun hatte. Ich verfolgte plötzlich eine Geschichte, die ich nicht so recht verstand und war sehr irritiert. Doch als dann das Buch richtig begann, war ich sofort wieder mit dem Foggwolf auf Abenteuerfahrt.

Die Geschichte, wie die Gemeinschaft durch den Turm streift und auf immer wüstere Geheimnisse stößt, ist absolut fesseln und spannend erzählt. Die Charaktere sind vielschichtig, schillernd und beherbergen mehr geistige Tiefe, als so manchen realen Menschen, den ich kenne.

Durch die verschiedenen Ebenen des Turms kommt zwischendurch das Feeling des Pen-&-Paper Games auf. Es passt hervorragend zu dem Erzählstil und erinnerte mich daran, was eigentlich hinter der ganzen Geschichte steckte. Dafür, dass ich das Gefühl habe, dass Geschichten mit dieser speziellen Grundlage als minderwertig abgetan werden, bin ich absolut begeistert von dem Ergebnis.

Ich wurde grandios unterhalten und kann mit gutem Gewissen dieses Buch weiterempfehlen. Es lädt zu einem wunderbaren, gefährlichen und mitreißenden Abenteuer ein.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

chroniken, karteikarten, notizen, papier, sachbuch, schreiben, schreiben lernen, schreibtisch, tagebuch, texte, zettel

Mit dem Schreiben anfangen

Hanns-Josef Ortheil
Fester Einband
Erschienen bei Bibliographisches Institut, 09.10.2017
ISBN 9783411749041
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was macht ein Blogger/eine Bloggerin außer recherchieren und Ideen ausformen? Genau: schreiben. Deswegen landen auf meinem Tisch auch immer wieder Bücher, die sich damit beschäftigen. Kreatives Schreiben gehört zu meinem Leben, wie Wasser oder Essen, doch es ist manchmal nicht so einfach sich zu motivieren oder die Inspiration zu greifen. Jeder Schriftsteller hat da so seine eigenen Tipps und Tricks, es schadet jedoch nicht diese zu kennen, denn vielleicht funktionieren sie bei mir auch.
Die Reihe „Kreatives Schreiben“ von Duden hilft Autoren, Journalisten oder Bloggern ihre Finger zu trainieren, den Kopf frisch zu halten und durch neue Übungen evtl. auch neue Ideen zu fördern.

Im Vorwort wird klar, dass dieses schmale Büchlein nicht nur für Profis geeignet ist. Und auch nicht nur für Anfänger. Das Vorwort erzählt eine kleine Geschichte von Nora. Die junge Frau schreibt gerne in ihrer Freizeit, sammelt alles, manchmal dürfen Freunde und Familie etwas lesen. Doch eigentlich ist das Schreiben für Nora gar kein Hobby, sondern so wichtig wie es für mich ist, denn es geht kaum ohne. Doch Nora hat das gleiche Problem wie ich: wir betreiben das Schreiben wie ein Hobby und stehen uns somit selbst im Weg.

Der Autor, Hanns-Josef Ortheil, fordert den ambitionierten Nachwuchsautor dazu auf über seinen Schatten zu springen und gibt in fünf Kapiteln strukturierte Anleitung, wie aus einem Hobby Ernst wird. Jedes Kapitel enthält kleine verschiedenste Aufgaben, die jeweils mit ‚Schreibaufgaben‘ abgeschlossen werden. Sozusagen kleine Hausaufgaben, die dabei helfen sich zu konzentrieren, sich zu fokussieren und evtl. auch zu entdecken, welche Fähigkeiten in einem Stecken.

Orhteil erklärt auch, und das finde ich auch immer wieder spannend, wie wichtig es ist die richtige Schreibumgebung zu schaffen. Und wenn ich mich auf meinem Schreibtisch so umsehe, habe ich diese Aufgabe auf jeden Fall nicht gemeistert (wieso ist mein Schreibtisch eher eine Ablage, als alles andere??). Ich weiß immer gar nicht welche Aufgaben ich zuerst bearbeiten soll, alles stapelt sich und ich bin sehr oft überfordert. Und dabei sollte der Schreibtisch, an dem ich kreativ arbeite, meine Inspiration fördern. Das sollte ich auf jeden Fall ändern….

Ich denke dieses Buch ist eine tolle Hilfe zur Selbsthilfe, aber auch ein gutes Geschenk für Menschen, die sich selbst nicht trauen den Schritt zu gehen. Diese Gabe, Gedanken in geschriebene Worte zu formen, ist selten und sollte auf jeden Fall genutzt und ausgebaut werden. Traut euch! Mit diesem Buch könnt ihr einen wirklich guten Anfang finden.

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287 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 86 Rezensionen

bastei lübbe, des, dorf, dryade, dryaden, dunklen, düster, familie, fantasy, katharina seck, liebe, natur, romantik, tochter des dunklen waldes, wald

Tochter des dunklen Waldes

Katharina Seck
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783404208807
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein bisschen fehlen mir die Worte um diesen unglaublich gute Buch zu beschreiben, und irgendwie habe ich zu viele, denn ich bin durchweg begeistert! Ich hatte zuvor noch nie von der Autorin gehört und fand einfach den Titel sehr spannend, mit einem atmosphärischen Titelbild und die Geschichte ein bisschen Kitschig. Da ich jedoch gerade eine Liebe für den Wald entwickelt habe, dachte ich mir, dass ich ruhig mal reinlesen könnte – und war schon nach den ersten zwei Seiten total begeistert!

Lilah, eine junge Frau, lebt am Rande eines dunklen Waldes in einem Dorf. Schon immer spürte sie, dass sie nicht so richtig dazu gehört. Sie liebt die Natur und hat ein besonderes Gespür für Heilmittel. Sie lernt Dorean kennen, der im Sommer immer ins Dorf kommt um dort bei der Ernte zu helfen. Sie verlieben sich, doch Dorean scheint krank zu sein und flieht in den großen dunklen Wald, über den im Dorf schaurige Märchen kusieren.

Kurzerhand packt Lilah ihre Sachen und macht sich auf die Suche nach dem jungen Mann. Doch in dem dunklen Wald fand sie plötzlich etwas ganz anderes: Ihre Gefährtenbaum. Eine tiefe und innige Verbindung entsteht und bestimmt ab dem Zeitpunkt ihr Leben, denn nun ist sie eine Dryade. Sie findet auch Dorean, doch alles scheint plötzlich anders zu sein.

Und dann kommt das Sterben dazu. Und Lilah scheint die Einzige zu sein, die hinter den Vorhang der Vorurteile blicken kann. Sie lehrt die beiden Völker, dass Hass nicht die Lösung der Probleme ist. Doch ist es immer so einfach?

Obwohl der Plot recht klassisch wirkt, hat er doch einige Änderungen erfahren. Er funktioniert jedoch trotzdem einwandfrei, finde ich. Doch dies ist es nicht, was mich bis zum Schluss so an diesem Roman begeisterte. Ich verneige mich vor dieser unglaublichen Erzählkraft! Schon recht poetisch klingen die Zeilen, die mich von Anfang an an ein Märchen erinnern. Dieser Klang bleibt bis zum Schluss und rundet die Geschichte nicht nur ab, sie hebt sie auf eine andere Stufe. Märchen bestehen eben nicht aus komplexen Plots, sondern erzählen Geschichten, die von Liebe und Hass handeln. Katharina Seck hat dies vorzüglich umgesetzt.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

hygge, lykke, meik wiking

LYKKE

Meik Wiking
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 26.10.2017
ISBN 9783431039955
Genre: Sachbücher

Rezension:

Generell ist dieses Buch ein schöner Ratgeber, wie durch Freundlichkeit Glück entstehen kann. Meik Wiking beleuchtet die großen Themen unserer Gesellschaft und stellt sie in den Zusammenhang mit dem Glücksgefühl. Partnerschaft (damit ist auch Freundschaft und Familiengemeinschaft gemeint), Geld, Gesundheit, Freiheit und Vertrauen sind die Eckpfeiler für viele Dinge, doch nach dem Autor sind sie die ausschlaggebenden und bestimmenden Eigenschaften und Dinge, bei denen jeder selbst dafür sorgen kann, dass eine Verbesserung eintreten kann.

Ein weiterer Pfeiler für das Glück, und ich finde auch der wichtigste, ist die Freundlichkeit. Und das geht über das alltägliche Verhalten weit hinaus. Jedes Lebewesen hat das Recht Freundlichkeit zu erfahren und ich persönlich wurde daran erinnert, das zwar jeder auch mal einen schlechten Tag haben kann, ein Lächeln oder ein freundliches Wort jedoch dazu beitragen könnten, sich besser zu fühlen. Dabei kommt der druidische und wicca Gedanken ganz klar heraus: „Was Du säst, das erntest Du“ oder „Du bekommst das, was Du der Welt gibst“. Und das ist etwas, das ich auch immer wieder erfahre. Die Welt ist nur ein Spiegel meines eigenen Verhaltens.

Originalbeitrag: Shinrin-yoku

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Viking Warriors - Der Ring des Drachen

Richard Dübell
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 14.02.2017
ISBN 9783473401468
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach dem wunderbaren ersten Teil der Trilogie, erschien vor einigen Wochen der Nachfolger.  Weiterhin schafft es Richard Dübell mit diesem Werk zu begeistern, auch wenn es eindeutig ein Jugendabenteuer ist.

Viggo steckt immer noch im frühen Mittelalter fest. Durch die Zeit gezogen und sich selbst überlassen musste der Junge feststellen, dass er ein Züngelchen an Waage ist. Er soll der entscheidende Faktor sein, der die sagenumwobene Götterdämmerung aufhalten oder ändern soll. So ganz weiß er es selbst noch nicht wie.

Die Prophezeiungen des ersten Bandes hatte er schon fast erfüllt, es fehlte nur noch ein Teil: den ewigen Gefangenen von seinen Ketten zu befreien. Leider ist dies die schwerste der Prüfungen und zieht eine ganze Reihe weiterer Entscheidungen und Gefahren mit sich. Doch Viggo ist nicht alleine. Weiterhin begleiten ihn sein bester Freund und eine ‚Seele‘, die zwischen dem Leben und dem Tod steht. Sicher ist, dass eben jene ‚Seele‘ sicherlich in Zukunft eine tragende Rolle spielen wird und für eine lange Zeit mit Viggos Schicksal verflochten ist.

Die Erzählung ist weiterhin tadellos, spannend und unterhaltsam. Ich bin wieder vollkommen begeistert und überrascht wie schnell ich wieder ins Geschehen eintauchen konnte. Witzig finde ich die Anspielungen an die heutige Welt und die Redensart des Protagonisten. Auch das Loki, der nordische Gott der Lügen und Hinterhältigkeit, immer wieder betont wie gut er sich im 21. Jahrhundert fühlen würde, da so viele Menschen dort Lügen würden und kalt zueinander seien – im Gegensatz zu den Menschen des Mittelalters. Hoffentlich war es als Scherz gemeint!

Spannend finde ich auch die Beziehung zwischen Viggo und seinen Eltern, die er endlich trifft. Es fällt ihm sichtlich schwer eine Beziehung zu seinem Vater aufzubauen, was ich durchaus realistisch finde und davon begeistert bin, wie realitätsnah Dübell den inneren Zwist des jungen beschreibt.

Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil.

Originalbeitrag: Viking Warriors - Der Ring des Drachen

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The Witch's Daughter

Paula Brackston
Flexibler Einband: 389 Seiten
Erschienen bei St Martins Pr, 31.01.2012
ISBN 9781250004086
Genre: Sonstiges

Rezension:

Elisabeth zieht gerade in ihr neues kleines altes Häuschen in einer Kleinstadt in Mittelengland. Sie hegt und Pflegt ihren Garten und genießt die Stille. Doch plötzlich steht eine junge Frau an ihrem Gartentor und fragt sie Löcher in den Bauch. Elisabeth ahnt noch nicht, welche Wendung ihr Schicksal nimmt. Doch sie sieht sofort, dass die Fremde ähnlichkeit mit ihrer Schwester hat – die vor fast 400 Jahren gestorben ist.

Elisabeth ist keine gewöhnliche Frau, denn sie lebt schon seit 400 Jahren. Warum? Das erfärt der Leser im Laufe der Geschichte, denn die Kräuterhexe nimmt Tegan, die junge Frau, als ihre Schülerin auf und erzählt ihr nach und nach ihre lange Geschichte. Angefangen im Jahre 1628, als der Schwarze Tod tausende Menschen dahinraffte, bis zu ihrem Einsatz im Ersten Weltkrieg.

Doch leider läuft bei den beiden nicht alles rund, denn Tegan hat einen jungen Musiker kennengelernt. Schon kippelt das Verhältnis. Können die beiden sich zusammenraufen? Denn wäre das nicht genug, erscheint Elisabeths Erzfeind auf der Bildfläche. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt.

In dem Bestseller von Paula Brackston geht es nicht nur um Liebe und Magie, sondern auch um Familie und das Erlernen von Vertrauen. Elisabeths Geschichten aus ihrem Leben beinhalten Erfahrungen über verschiedene Emotionen und Menschen und wie diese in Ausnahmesittuationen reagieren.

Speziell und als passenden Kniff finde ich auch die Trennung der Zeiten durch die Art der Wiedergabe. Die Jetzt-Zeit wird duch Tagebucheinträge von Elisabeth erzählt. Diese Einträge sind zu Beginn kurz, werden jedoch mit der Zeit immer länger, denn sie erwacht förmlich aus ihrem ‚Winterschlaf‘. Tegan erweckt sie wieder zum Leben und weckt in ihr den Kampfeswillen. Endlich hat die Hexe etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt.
Die Rückblenden jedoch sind in normaler Romanform aus der Sicht von Elisabeth geschrieben. Die Sprünge in die vergangenen Zeiten sind, wie nicht anders zu erwarten, einmalig gut. Paula Brackston beweist erneut, dass sie eine Meisterin darin ist ihre detaillierte Recherchearbeit in einen spannenden Rahmen zu fassen. Egal ob Frühe Neuzeit, ausgehendes 19. Jahrhundert oder Kriegszeiten – jedesmal versteht sie es die Stimmung einzufangen, die Ängste der Menschen greifbar zu machen und die Protagonistin in das Setting einzubinden.

Für mich endet der Roman unbefriedigend (nicht wegen des Endes, sondern weil ich die Akteure noch nicht gehen lassen wollte), aber es ist ein Silberstreif am Horizont zu sehen, denn es gibt einen zweiten Teil!

Auf ihrer Homepage hat die Autorin Gedanken zu ihrem Buch geäußert, was absolut lesenswert ist. Außerdem gibt sie einige Diskussionsanregungen. Wer will, darf gerne auch hier mit mir diskutieren!

Originalbeitrag: The Witch's Daughter

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aberglauben, ermittlungen, fantas, hexen, hexenverfolgung, mord, mystik, neuheidentum, new age roman, roman, salem, übersinnliches

Die Frauen von Salem

Brunonia Barry , Elke Link
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 13.06.2017
ISBN 9783442714360
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem ich mehrere Rezensionen las und mich aktuell (immer wieder im Oktober) mit dem Thema der Hexenverfolgung beschäftige, kam dieser Roman von Brunonia Barry gerade richtig. Dachte ich zumindest. Ich hatte einen fantastischen Roman erwartet, eine Mischung zwischen Krimi und Fantasy. Jedoch erwartete mich (nur) ein einfacher Krimi, durchaus spannend, jedoch nicht mehr.

An Halloween 1989 wurden in Salem Morde verübt. Es gibt zwei überlebende: ein kleines fünfjähriges Mädchen namens Callie und ihre Tante Rose, eine stadtbekannte Historikerin. Beide sind stark traumatisiert und ihre Wege trennen sich. Nach 25 Jahren führen ihre Wege jedoch wieder zusammen, denn an Halloween 2014 stirbt wieder jemand. Rose ist an beiden Unglücksfällen beteiligt, doch sie besteht darauf, dass eine ‚Banshee‘ für die Morde verantwortlich war.

Der Polizeichef von Salem macht sich an die Arbeit, denn der zurückliegende Fall wird plötzlich wieder aktuell. Doch wie soll er eine Banshee verhaften? Gut, dass viele Frauen in der Stadt über außergewöhnliche Talente verfügen und ihn bei seinen Ermittlungen unterstützen. Durch präzise Polizeiarbeit und durch die wiederkehrenden Erinnerungen von Callie können die Puzzleteile zusammengesetzt werden.

Die amerikanische Stadt Salem in Massachusetts hat eine lange und bewegte Vergangenheit. In dem Roman lernte ich viel über die Gründungszeit der Stadt, über den unterschied zwischen dem katholischen und puritanischen Glauben und darüber, wie es zu den schrecklichen Hexenprozessen 1692 gekommen ist. Er animierte mich dazu, mich mehr mit der Stadt und deren Geschichte zu beschäftigen und dafür bin ich dankbar.

Gut, dass die Stadt begriffen hat, wie Marketing und Tourismus funktioniert und wie damit Geld zu machen ist. Auch einige dieser Strömungen habe ich aus dem Roman erfahren und nehme sie als so real beschrieben wahr, dass ich mir vorstellen kann wie die Autorin in einem Café in Salem gesessen hat um ihre Umgebung zu beobachten und zu recherchieren.

Ich kann auch verstehen, dass der Ort eine Pilgerstätte für die pagane Szene geworden ist. Im Gegensatz zu Deutschland und Europa ist die neopagane Hexenreligion ‚Wicca‚ in Amerika eine anerkannte Religion, der jeder beitreten kann (was ich persönlich sehr vernünftig finde). Das daraus für Touristen und Schaulustige noch etwas Geld gemacht wird, finde ich nicht unpassend – das machen andere Religionen auch.

Über den Roman im Allgemeinen kann ich sagen, dass ich sehr gut unterhalten wurde. Das Thema ist nicht neu, jedoch immer wieder spannend. Brunonia Barry ist eine hervorragende Schriftstellerin und ich freue mich auf die nächsten Teil und weitere Geschichten aus Salem.

Originalbeitrag: Die Frauen von Salem

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Hasgers Hunde 2

Annette Imort
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Burgenwelt Verlag, 01.11.2016
ISBN 9783943531534
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem sich die jähzornige Thurudhild sich am Ende des ersten Bandes für ein Leben als Söldnerin des Frühmittelalters entschieden hatte, kam nun die Phase des Trainings. Eine unerfahrenen Frau musste zu einem Krieger gemacht werden – und einem Waffenbruder.

Der kurze zweite Teil der Reihe über Hasgers Hunde, Die Söldner von Treveris, beschäftigt sich vor allem um Thurudhilds Leben zwischen den rauen Männern, die ihr das Kämpfen und Töten beibringen. Thuris Zweifel scheinen zu verfliegen und sie fühlt sich endlich zugehörig und ist angekommen.

Leider ist dieser wirklich kurze Teil eher wie eine Brücke zwischen den Abenteuern. Die Protagonistin trainiert und lernt und findet ihren Platz zwischen Männern in einer männerbestimmten Welt. Beziehungen werden aufgebaut und Hintergründe der Charaktere eingebaut. Zwischen der harten Welt der Schlachten und des Tötens erleben Hasgers Hunde eine wunderbare idyllische Tage miteinander.

Streckenweise wird es recht kitschig, jedoch macht es Spaß, ich wurde sehr gut unterhalten und  habe die paar Seiten gierig verschlungen.

Originalbeitrag: Die Söldner von Traveris

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The Silver Witch

Paula Brackston , Marisa Calin
Flexibler Einband
Erschienen bei Highroads Media, 21.04.2015
ISBN 9781427265463
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieses Buch ist, trotz des Titels, eine wunderbare Geschichte um Trauer, Liebe und Selbstbestimmung. Paula Brackston schreibt mit einer unglaublichen Liebe für Details. Zudem besteht die hälfte des Buchs aus einer Rückblende ins Frühmittelalter, was es für mich noch spannender macht.

Tilda (Paula Brackston hat eine Vorliebe für diesen Namen) zieht mit ihrem frisch vermählten Mann in ein abgelegenes Häuschen in einer Kleinstadt in Wales. Der Ort liegt an einem See in einem dichten Wald. Leider will das Schicksal, dass ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben kommt. Plötzlich steht Tilda alleine da mit ihrer Selbstständigkeit. Und Plötzlich passieren viele ungewöhnliche Dinge um sie herum.

Gleichzeitig erlebt der Leser die Schamanin Seren, die im gleichen Ort wie Tilda lebte, nur etwa 1500 Jahre früher. Die Seherin kämpft in ihrer Zeit um die Anerkennung der natürlichen Kräfte neben dem christlichen Glauben. Jedoch haben sich schon viele der Natur abgewandt und fürchten die selbstbewusste und stille Schmanin, die als Ratgeber des Königs einen hohen Rang im Rat innehält.

Unweigerlich erfährt der Leser, dass beide Leben miteinander verknüpft sind. Zufällig entdecken Archäologen in Tildas Zeit ein Grab, das zwei Skelette beinhaltet. Doch einer der beiden Toten, die in Serens Leben starben, will nicht friedlich in seiner Todesstätte liegenbleiben. Tildas übersinnliche Wahrnehmung und ihr neu erweckter Lebenswille geben ihr den Mut, den sie braucht um das Unglück abzuwenden.

Auch wenn die Romane von Paula Brackston leider nicht in der deutschen Übersetzung vorliegen, so muss ich sie jedoch jedem ans Herz legen, der auf der Suche nach sich selbst und ein wenig Magie in seinem Leben ist. Aber das ist nicht alles, was dieser spannende Roman bereithält. Durch die beiden miteinander verknüpften Leben und den Rätseln, die sich dadurch ergeben und gelöst werden, ist die Geschichte bis zum Ende höchst spannend und dramatisch.

Auffallend ist die natürlichkeit des Ortes, an dem die Protagonisten leben. Und kein Wunder: Paula Brackston wohnt in der Nachbarschaft und verbrachte einige Zeit ihrer Kindheit an dem besagten See. Auf ihrer Homepage lässt sie ihre Fans an der Landschaft und den Eindrücken teilhaben. Ich mag diese Nähe und den Kontakt zu lesern und empfinde sie und ihre Geschichten nun als noch sympathischer.

The Silver Witch‚ birgt historisch gut recherchierte Fakten, gepaart mit  einer guten Kenntnis der archäologischen und historischen Arbeit und Vorgehensweisen, gewürzt mit Kreativität und Kenntnisse über historische Handwerke. Ich bin total begeistert von dem Roman und Paula Brackstons Mut diese ganzen ‚trockenen‘ Aspekte in einer magischen Geschichte zusammenzuführen. Für mich funktioniert es, deswegen werde ich weitere Erzählungen der Autorin lesen.

Originalbeitrag: The Silver Witch

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Hasgers Hunde 3

Annette Imort
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Burgenwelt Verlag, 01.12.2016
ISBN 9783943531565
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der dritte Band der Reihe um Hasgers Söldnertruppe ist ein wirklich gelungener runder Abschluss. Aus der Witwe (im  ersten Band)  wurde im zweiten Band die Anfängerin Thurudhild, die nun zu der wahren Kriegerin Thuri trainiert wurde.

Thuri ist einer von Hasgars Hunden geworden und teilte mit den Männern der Truppe alles. Doch das gemeinsame Leben zwischen Männern und Frauen ist immer anders, auch wenn das ‚Rudel‘ immer wieder vergisst (oder vergessen wollen), dass Thuri eine Frau ist. Sie wandelt zwischen beiden Welten und findet darin ihren festen Platz. Ihr Aussehen wird immer wieder Diskutiert, denn sie ist keine Schönheit und kein junges, agiles Mädchen, sondern eine kräftige Frau um die 30, vom Leben gezeichnet – was ich wunderbar erfrischend finde!

Neben den Schlachten muss Thuri sich auch privat ihren eigenen Ängst und stellen. Sie ahnt, dass ihr Leben nicht den normalen Gang nehmen wird und lebt bis aufs Blut im Hier und Jetzt. Das Leben mit dem ‚Rudel‘ erfüllt sie und auch die menschlichen Bedürfnisse nach Nähe kann sie endlich wieder zulassen.

Im Ganzen ist die Geschichte der Traum eines Abenteuers, wie er vermutlich nur von Frauen nachvollzogen werden kann. Zu einer kämpfenden Männertruppe zu gehören, dem blutigen Handwerk eines Kriegers nachzugehen, oder dem unbefangegen rauen, aber ehrlichen Ton einer Männertruppe auf gleicher Ebene zu begegnen gehört zu einer weit verbreiteten Phantasie. Annette Imorts Version ist großartig, spielerisch und melancholisch.

Wie ich für mich entscheide, ob ein Buch gut war, hängt damit zusammen, wie sehr mich die Geschichte gefangenhält. Wie ist meine Stimmung nach der letzten Seite, wie schnell will ich in eine neue Welt und eine neue Geschichte eintauchen? Nach der letzten Seite von die Kriegerin starrte ich minutenlang aus dem Fenster in den Himmel und hing meinen Gedanken nach. Nur schwer und langsam konnte ich mich einem neuen Buch zuwenden, denn ich wollte die Gefühle von Thuri und Hasgars Hunden nicht von mir schieben.

Vielleicht hätte ich es nicht so stark empfunden, wenn nicht dieses großartige und traurige Ende gewesen wäre. Es passt einfach perfekt zu der ganzen Geschichte und zu Thuris Leben, ohne abgebrochen zu wirken und auch ohne weitere Abenteuer zuzulassen. Ich bin traurig darüber, dass es vorbei ist, jedoch würde ich mir keinen anderen Ausgang wünschen. Alles andere würde die Charatere verwaschen und den charakter der Story künstlich in die Länge ziehen (und es hätte sehr in die Länge gezogen werden können).

Ein tolles Buch, eine tolle Trilogie, für Liebhaber von Abenteuergeschichten, Freundschaften, Brüderlichkeit und Tapferkeit. Ein Buch das erklärt, wie jeder Mensch seinen Platz in der Welt finden kann, egal welche Geschichte er mit sich herumträgt.

Originalbeitrag: Die Kriegerin

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david gilman, frankreich, mittelalter

Legenden des Krieges: Der ehrlose König

David Gilman , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.09.2017
ISBN 9783499290770
Genre: Historische Romane

Rezension:

Thomas Blackstone hat sich als junger Mann schon einen beachtlichen Ruhm errungen. Im französisch-englischen Krieg des 14. Jahrhunderts musste er sein Leben radikal ändern und erhielt als Dank eine Familie und eine neue Heimat. Doch was er sich im ersten Band der Saga erarbeitet hatte, droht zu zerbrechen, denn eine alte unerledigte Geschichte erscheint mit unglaublicher Brutalität am Horizont….

10 Jahre nach seinem Triumpf und Verlust in der Schlacht in der Schlacht von Crécy ist Thomas Blackstone zu einem gefürchteten Ritter geworden. Immernoch hällt er einen Landstrich in der Normandie für den englischen König besetzt. Außerdem hat er sich und seiner Familie ein gemütliches und sicheres Heim errichtet, bis der französische König sich dazu entschließt, dass Thomas ein zu großer Dorn im königlichen Auge ist.

Er lässt mehrere Auftragsmörder bezahlen, die allesamt Scheitern. Doch dann scheint der richtige Mann auf der Bildfläche aufzutauchen. Er ist unter dem Namen „Der blutrünstige Mönch“ bekannt und verbreitet Angst und Schrecken wohin er geht. Doch der brutale Mörder ist nicht nur unbarmherzig, sondern auch listig und scheint die richtigen Stricke zur richtigen Zeit ziehen zu können.

Wirklich große Steine werden Thomas diesmal in den Weg gelegt und es werden so einige schwere Opfer von dem tapferen Ritter gefordert. Fast droht er daran zu zerbrechen. Aber er ist noch jung und gibt die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht auf.

Der zweite Teil der Saga steht von Beginn an unter einem anderen Motto. Familie und Sicherheit stehen für alle Beteiligten an erster Stelle und durchdringen den Plott bis zum Äußersten. David Gilman schafft es wieder den Ritter als schillernde Figur darzustellen, der als Mann seiner Zeit verschiedene Rollen zu erfüllen hat. Vater, Krieger, Anführer – diese Verpflichtungen kollidieren leider viel zu oft miteinander, doch Thomas scheint immer sein Bestes zu geben.

Schade finde ich, dass auf die sprachlichen Differenzen der Engländer und Franzosen gar nicht eingegangen wird. Dies hätte, meiner Meinung nach, einen weiteren spannenden Konflikt geben können, gerade innerhalb der Familienharmonie.

‚Der ehrlose König‘ (wobei nicht gewiss ist, welcher der Könige damit gemeint ist) bedeutet den Weg zu einem Wendepunkt in Thomas Blackstones Geschichte. Ich bin wirklich gespannt, wohin ihn das Schicksal noch führt. Der dritte Band erscheint schon am 17. 11. 2017 ebenfalls beim Rowohlt Verlag.

Originalbeitrag: Der ehrlose König

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baumeister, benjamin raule, berlin, berlin-geschichte, bierkeller, bombenkrieg, brände, braune macht, bunkermythen, calvinistentumult, carions weissagung, chorknaben, cölln, drittes reich, juden

Schaurige Geschichten aus Berlin

Jan Eik
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Jaron Verlag GmbH, 01.10.2007
ISBN 9783897731417
Genre: Romane

Rezension:

Mit ihren 780 Jahren, die Berlin seit ihrer offiziellen Gründung im Jahr 1237 auf dem Buckel hat, gehört sie zwar nicht zu den ältesten Städten Deutschlands aber bestimmt zu denen, die eine besonders bewegte Geschichte vorzuweisen haben und die mit ihren Bewohnern gewachsen und sogar zur Hauptstadt herangereift ist.

Der Kriminalschriftsteller Jan Eik hat in seinem Buch „Schaurige Geschichten aus Berlin. Die dunklen Geheimnisse der Stadt“, herausgegeben vom Jaron Verlag, die düsteren Kapitel der Stadt gesammelt und sie in kurzen Episoden zusammengefasst. Zu finden sind Erzählungen, die durch alle Jahrhunderte der Berliner Stadtgeschichte springen. Angefangen bei angeblicher Brandstiftung durch einen Ritter, beidem das Feuer im Jahr 1376 die halbe Stadt zerstörte, hin zu Hexenverbrennungen, tragischen Unfällen, Geistergeschichten, Berlins eigenen Massenmördern, die zwar nicht die schaurige Berühmtheit erreichten wie ein Jack the Ripper, aber den damaligen Zeitgenossen doch ziemlich unter die Haut gegangen sein mussten und noch vielem mehr.

Jan Eik führt den Leser in seinem Buch in die verkommenen Gassen Berlins, in denen sich die Unterwelt tummelte. Die Kapitel sind dabei in kleinere Geschichten unterteilt, die eine Übersicht über die angesprochenen historischen Ereignisse verschaffen. Die Hintergründe und Legendenbildungen der erzählten Geschichten könnten dabei etwas ausführlicher beschrieben werden, da zeitweilig eine bloße Aneinanderreihung von Daten bzw. Ereignissen erfolgt. Zum Glück für den interessierten Leser gibt es aber im Anhang ein Literaturregister aus dem die verwendete Literatur zum ausführlicheren Nachlesen entnommen werden kann. Positiv fällt auch die genaue Ortsbeschreibung durch die Angaben der historischen und jetzigen Straßenmanen auf. Als Berliner lässt es einen doch so manches Mal schmunzeln, wenn man die beschriebenen Straßen wiedererkennt und die Beschreibungen mit dem heutigen Stadtbild vergleichen kann.

Zum Abrunden des Ganzen fehlt jedoch eine Karte des historischen Berlins bzw. eine aktuelle Karte auf der die beschriebenen Orte markiert sind um die städtische Entwicklung auch für Nichtortskundige deutlicher zu machen. Auch wenn der Gruselfaktor bei den historischen Darstellungen etwas zu kurz kommt, eignet sich das Buch zum Schmökern in der zum Teil doch recht brutalen Vergangenheit Berlins und macht neugierig die Stadt unter den düsteren Gesichtspunkten einmal zu durchwandern um vielleicht noch Spuren der zwielichtigen Historie zu erleben.


Originalbeitrag: Schaurige Geschichten von Berlin

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frühmittelalter, historisch, historischer roman, könige, mittelalter, norwegen, reihenauftakt, saga, wikinger

Krone und Feuer

Linnea Hartsuyker , Edigna Hackelsberger
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548289144
Genre: Historische Romane

Rezension:

Was tut eine Historikerin, die erfährt, dass sie von dem norwegischen König Harald I. abstammt? Genau, Sie schreibt einen Abenteuerroman über den mittelalterlichen König! Und dieser wird auch noch ziemlich gut, denn er strotzt vor Abenteuern, Gefahren und Mut. Und es ist auch noch ein Wikinger-Roman, womit alle meine Wünsche an einen Roman erfüllt wären.
Doch kann eine Geschichte mit Wikingern nach der Serie Vikings überhaupt noch ernst genommen werden? Ja kann sie, wenn sie so wunderbar erzählt ist wie Krone und Feuer von Linnea Hartsuyker.

Im frühmittelalterlichen Norwegen kämpfen junge Männer in fernen Ländern um Macht und Reichtum. Doch was passiert, wenn diese heim kommen und sich einen Platz in der Welt suchen müssen?

Der junge Kämpfer Ragnvald und seine jüngere Schwester Svanhild sind vom Schicksal geschlagen. Der Stiefvater ersinnt einen Plan um die Geschwister loszuwerden und seine eigenen Söhne als Erben einzusetzen. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken ist beiden ein schlagend ehrlicher Charakter gegeben worden, der ihnen einen steinigen Weg beschert. Nur mit Mut und unverschämten Glück können sie ihm folgen und ihre Bestimmung erfüllen.

Rangvald, der auch der Halb-Ertrunkene genannt wird, steht plötzlich zwischen zwei mächtigen Königen und muss seinen Platz zwischen aufstebenden Söhnen, machtgierigen Onkeln und übereifrigen Jünglingen behaupten. Er wird zum engsten Berater des jungen Königs Harald, der danach strebt die kleinen Königreiche zu einem großen zu vereinen und sich selbst auf den Thron zu setzen.

Die schöne Svanhild kämpft in der Frauenwelt mit sich und ihren Wünschen nach einem Ehemann, der ihr Freiheiten erlaubt, die sonst nicht erduldet wurden. Diese Freiheiten findet sie ausgerechnet in den Armen des Mannes, der ihren Bruder ermorden sollte. Auch führt dieser die Gegner Haralds an, wodurch die Kluft zu ihrer Familie noch weiter wächst.

Männliches Ehrgefühl, Liebe, Familie und der Wunsch nach einem sicheren Zuhause führt die Geschwister an gegnerische Fronten. Im Auftackt der Fjordland-Saga scheint die Zukunft ungewiss, jedoch auch positiv für beide Seiten zu sein.

Linnea Hartsuyker erschuf wunderbar schillernde Charaktere und Sittuationen, die mich fesselten und begeisterten. Durch ihre glaubhafte Darstellung beider Seiten und verschiedenen Standpunkten gibt es keine nur guten oder nur schlechten Charaktere, sondern komplexe Figuren, die wunderbar menschlich sind.

Sicherlich deswegen blieb mir diese Geschichte noch länger in den Gedanken und ich freue mich sehr auf die nächsten Teile. Ich hoffe, dass der Verlag es bei den Folgeromanen schafft, einen besseren Titel für die deutsche Ausgabe zu finden, denn der jetzige klingt doch sehr abgedroschen. Der übersetzte Originaltitel wäre um einiges besser und zutreffender gewesen.


Originalbeitrag: Krone und Feuer

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frühes mittelalter, historischer roman, mystisch, skandinavien, wikinger

Foy und der Ring des Mauren

Katharina Münz
E-Buch Text: 454 Seiten
Erschienen bei Selfpublisher, 15.05.2017
ISBN B06ZZNGDM4
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die wunderbare Katharina Münz veröffentlichte noch ein Buch mit einer Geschichte, die Melwyns Leben in der Schildmaid-Saga berührt und in der gleichen Zeit spielt. Die halbmaurische Foy wächst in einer mitteleuropäischen Stadt auf und lebt ein Leben als Dienstmagd an einem adligen Hof. Doch plötzlich lernt sie einen Fremden kennen, der ihre innigsten Wünsche auf eine nicht vorhergesehene Art wahr werden lässt.

Foy ist eine junge Frau des Frühmittelalters, die mit beiden Beinen im Leben steht. Sie hatte sich nicht viel von ihrer Zukunft erhofft und war auch recht zufrieden damit. Als sie plötzlich wie eine Trophäe bei einem Raubzug aus ihrem Leben gerissen wird, weiß sie zuerst nicht, wie sie damit umgehen soll. Ihr Entführer entpuppt sich als ein wohlhabender Däne und er nimmt sie mit sich, zeigt ihr seine Welt und heiratet sie aus Liebe. Doch Foy ist bis zum Schluss, bis nach der Geburt ihres ersten Kindes, nicht sicher, ob sie genauso fühlen kann.

Grundsätzlich beweist Katharina Münz wieder einmal, dass sie bewegende und schillernde Charaktere erschaffen kann. Jedoch erinnert mich sehr vieles an Melwyn, denn die Zusammensetzung der Paare ist ähnlich. Eine Christin wird von Dänen entführt und verliebt sich in ihren Entführer. Außerdem findet sie mehr Erfüllung in der ‚heidnischen‘ Religion und den dänischen Bräuchen. Was bei Melwyn frisch und neu war, fühlt sich hier ein wenig abgedroschen an. Auch der Erzählstil ist diesmal nicht ganz so kräftig und überzeugend, jedoch solide (und das ist vollständig als Kompliment gemeint, auch wenn viele umgangssprachliche Ausdrücke verwendet wurden).

Im Allgemeinen hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte gut durchdacht, jedoch hastig entstanden ist. Viele Abläufe sind ähnlich, einiges wirkt recycelt aus früheren Romanen. Ich glaube diesem Buch hätte es gut getan einige Zeit zur Reifung liegengelassen zu werden. Ich bin trotzdem gespannt, ob und was als nächster Historienroman erscheint.

Originalbeitrag: Foy und der Ring des Mauren

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Hasgers Hunde 1: Der Weg nach Treveris

Annette Imort
E-Buch Text: 183 Seiten
Erschienen bei Burgenwelt Verlag, 01.10.2016
ISBN 9783943531510
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ohne zu wissen worauf ich mich einließ, fing mich dieses wunderbare Buch in seinen Bann. Die Autorin Annette Imort schuf in einem frühmittelalterlichen Setting um Trier einen Einblick in das harte Söldnerleben und die unschönen Seiten des Krieges. Geld, Macht und Mord liegen in der Waagschale und suchen sich einen Weg zwischen Gewissen und Moral und dem Drang zu überleben. Wo sind die Grenzen und wo geben sich Gelüste und menschliche Bedürfnisse die Hand?

Die ruhige jedoch jähzornige Fränkin Thurudhild lebt in einem kleinen Dorf des Frühmittelalters, als sich an einem unbesonderen Tag ihr Leben auf einmal schlagartig ändert. Fremde überfallen den kleinen Ort und töten dabei ihren Mann. Plötzlich steht die gestandene Frau alleine da, ohne Familie, ohne den Zuspruch ihres Dorfobersten. Und irgendwie hatte sie auch nie richtig dazu gehört.

Unvermittelt schließt sie sich den Männern an, die den Dorfleuten zu Hife geeilt waren: ein Söldnertripp mit einem sehr schlechten Ruf. Die Leute nennen die Männergruppe um den Anführer Hasgar eine Hundemeute, weil sie sich wohl ebenso benahmen und aus ebensolchen Aussenseitern bestand, wie auch Thurudhild eine war. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase entschließt sie sich bei den Männern zu bleiben. Doch ist das in der Welt des Frühmittelalters überhaupt möglich für eine Frau solche Freiheiten zu genießen?

Eigentlich folgt diese Geschichte einem beliebten und oft ausgeschlachteten Plott, indem eine Frau unbedingt bei den Männern aufgenommen werden will, mit ihnen reitet, lebt und wie ein Bruder dazugehört. Annette Imort allerdings gibt dem Ganzen etwas Außergewöhnliches. Die gut recherchierte Handlungsumgebung fügt sich mit den schillernden Charakteren zu einem runden Gesamtbild und ich bin wirklich erstaunt darüber, wie gefangen ich in der Geschichte war. Erfrischend und mit einer starken Erzählkraft schildert sie die Gefühle, die in der Protagonistin vor sich gehen. Gefangen zwischen den Traditionen ihres Volks und den eigenen Wünschen, gepaart mit der Trauer um ihren Mann und das Gefühl zu einer Gruppe zu gehören, in der sie respektiert und gemocht wird, findet Thurundhild ihren Platz in der Welt der Völkerwanderungszeit.

Außerdem bin ich erfreut darüber, dass auch schon die nächsten Teile beim Burgenweltverlag erschienen sind, denn ich werde mich gleich darüber hermachen. In dem Interview mit der talentierten Autorin konnte ich interessante Hintergrundinformationen erfahren, die der Geschichte einen noch größeren Auftrieb gegeben haben.

Originalbeitrag: Hasgers Hunde 1

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adelheid, bastard, deutsche geschichte, gaidemar, henning, historisch, historischer roman, mittelalter, otto, otto der große, otto i., ottonen, panzerreiter, rebecca gable, rebecca gablé

Die fremde Königin

Rebecca Gablé , Jürgen Speh
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2017
ISBN 9783431039771
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die fremde Königin von Rebecca Gablé, erschienen beim Lübbe Verlag, ist mein erster Roman der erfolgreichen Schriftstellerin. Vor allem ist sie durch ihre Romane über das britische Mittelalter bekannt, doch der Roman, den ich las, spielte im Frühmittelalter in Mitteleuropa. Die sehr junge italienische Prinzessin Adelheit wurde entführt und ein ganz besonderer Ritter wird ausgesandt um sie aus ihrem Gefängnis zu befreien.

Adelheit von Burgund ist erst 19 Jahre, als sie und ihre kleine Tochter von dem Mörder ihres Mannes (König Lothar von Italien) entführt und gefangen gehalten wird. Sie entkommt und heiratet kurz darauf Otto von Pavia, der auch Otto der Große genannt wird. In Gablés Roman verhilft ihr ein junger Krieger mit festen Grundsätzen zur Flucht und wird fortan ihr Schatten, um sie vor allem Bösen zu bewahren. Gaidemar, der selbst eine verworrene Geschichte mit sich herum trägt, hadert mit seinem Schicksal und dem seiner Königin.

Der charmante Krieger ist der eigentliche Protagonist des Romans, denn auch wenn der Titel auf die Königin schließen lässt, so spielt sie nur eine größere Nebenrolle. Ich erhielt mehr Einblick in das Gefühlsleben des Gaidemar, denn von Adelheit, die ich ein wenig wie aus der Ferne wahrnahm. Dadurch konnte ich aber von Beginn an Gaidemars Sicht und Gefühle besser nachvollziehen und verstehen. Gablé versteht es ihren Charakteren ein schillerndes Gewand anzulegen, das größtenteils absolut natürlich wirkt.

Die etwa 1000 Seiten kamen mir nicht sehr lang vor. Der Schreibstil und die Übersetzung sind fabelhaft, vital und spannend. Jedoch blieb mir die ganze Geschichte nicht sehr in Erinnerung. Zu wenig Ecken und Kanten, zu wenig tiefe Gefühle und ein zu geraffter Zeitstrang ließen ein leicht gehetztes Gefühl zurück. Lieber hätte ich die Charaktere besser kennen gelernt und Einblick in ihr Seelenleben erhalten, als geschichtliche und  verworrene Ereignisse miteinander verknüpft zu wissen.

Es ist ein guter Roman, keine Frage. Ich werde sicherlich auch die anderen Bücher dieser Reihe von ihr lesen, vielleicht ergibt sich dann ein vollständigeres Bild.

Originalbeitrag: Die fremde Königin

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