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Besser Esser

Tanja Dusy
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Gräfe u. Unzer, 12.12.2016
ISBN 9783833853418
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Vegetarisch oder vegan allein genügt nicht mehr. Trendbewusste Genießer möchten sich gesund ernähren und insgesamt: einfach smarter essen. Keine Industrieprodukte mehr, sondern lieber DIY: Aufstriche, Nussmilch, Frischkäse, cleane Basics zum Selbermachen, die sich gut kombinieren lassen. Überhaupt soll Kochen unkompliziert sein: No-need-to-cook-Rezepte für coole Suppen oder Bowls, Raw Food und Quick-and-easy-Rezepte sind angesagt. Doch zum gesund Essen gehört noch mehr: Tipps, Infos, fundierter Rat - Brain Food eben, das hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen: Was ist gesund, was nicht, was tut mir gut, was nicht? Besser Esser von GU hat auf all das eine Antwort und noch viel mehr: Einfache, kreative Rezepte für Snacks, Salate, Suppen, Frühstück, warme Gerichte und Süßes. Dazu Infos über alles Wissenswerte zu aktuellen Food-Trends: von Raw Food bis Zucker, von Gluten bis Low Carb. Bei Quinoa-Bowl, Zimt-Tomaten oder Speedy Wok wird besser Essen zum Vergnügen. Easy und gesund!
Meinung:
Besser Esser - Allein der Titel ist doch eine Ansage. Wer möchte das nicht? Genussvoll besser essen? Tanja Dusy hält in diesem Kochbuch viele leckere Rezepte parat, räumt mit Ernährungsmythen auf und zeigt, wie man lecker und schnell gesund kocht.
Die Rezeptauswahl empfand ich als sehr ausgewogen. Über Smoothies, Müsli und Sandwiches, zu Bowls, Salaten und Suppen, Hauptgerichten, Zwischengängen, Snacks und Nachspeisen, findet sich hier eine bunte Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten, die mit ansprechenden Bildern direkt Lust zum Nachkochen machen.
Neben den Rezepten vermittelt Tanja Dusy aber auch viel Wissen rund um das Thema Ernährung. In einem heiteren Ton klärt die Autorin jede Menge Fragen rund um Themen wie z. B. Kohlenhydrate oder Ernährungsintoleranzen und räumt mit Vorurteilen und Mythen auf. Mir haben diese Zwischenkapitel richtig gut gefallen und so manches Thema nochmal aufgefrischt, was mir nicht mehr ganz so geläufig war.
Die Rezepte sind übersichtlich gehalten. Eine Zutatenliste gibt einen ersten Überblick, was benötigt wird, in der Regel sind die Gerichte hier auf 2 Personen ausgelegt, meine Nachkocherfahrung hat aber sehr reichhaltige Portionen für 2 Personen ergeben, daher kann hier auch noch ein spontaner Gast gut mit satt werden :) Die Arbeitsschritte sind verständlich beschrieben, auch wenn ich manchmal ein wenig in den Zeilen verrutschte und den Faden verlor, wenn die Zutatenliste sehr lang war. Man sollte sich daher das Rezept vor dem Nachkochen sorgfältig durchlesen. Unter den einzelnen Rezepten gibt die Autorin auch immer wieder Hinweise, warum das Rezept ein "Besser-Esser-Rezept" ist, oder wie man dieses abwandeln kann, um es z. B. Vegan oder Low Carb zu machen. Somit entpuppt sich Besser-Esser als ein Kochbuch für alle Bereiche, egal ob am Low Carb, Zuckerfrei oder Vegan lebt.
Und zuletzt konnte mich das Buch auch mit den DIY-Seiten überzeugen. Hier erklärt Tanja Dusy, wie man Basics für die Küche selber herstellt und zeigt in einer Bildergalerie, wie man Schritt für Schritt vorgeht. Die Gemüsebrühe aus dem Buch ist ein Hit und wird künftig einen festen Bestandteil meiner Küche ausmachen.

Fazit:
Besser Esser ist ein Kochbuch für alle Lebenslagen. Egal ob man sich mit Themen wie Clean Eating, Low Carb oder Zuckerfrei beschäftigt, oder man nur auf der Suche nach leckeren, alltagstauglichen Rezepten ist, hier wird man fündig. Neben den vielen ansprechenden Rezepten gibt es auch noch viel Wissen rund um das Thema Ernährung mit dazu. Für mich hat sich dieses Buch zu einem Kochbuch mit Grundausstattungswert entwickelt.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den GU Verlag für das Rezensionsexemplar.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

rezension, magellan, jugendbuch, überliebenin10schritten, sternschnuppenstunden

Überlieben in 10 Schritten

Rachel McIntyre , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734850141
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Daisy könnte nicht glücklicher sein! Toby, der begehrteste Typ am College hat sich ausgerechnet sie ausgesucht – Wolke sieben lässt grüßen! Und er ist ja auch zu süß: Ständig fragt er nach Selfies (sogar mit Oma), schickt ihr Blumen (riesige) und taucht aus dem Nichts auf, um sie zu überraschen. Wobei, irgendwie übertreibt er vielleicht doch ein bisschen …

Meinung:
Rachel McIntyre ist für mich keine Unbekannte. Ihr erster Roman Sternschnuppenstunden hatte mir damals richtig gut gefallen, umso größer war meine Freude, als mich dieses Buch überraschend erreichte.
Heldin dieses Romans ist Daisy (nicht nur ein schöner Name, sondern auch der englische Begriff für Gänseblümchen, aber das nur so am Rande :D ). Für Sie beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Von ihrem Freund hat sie sich getrennt, als dieser nach Spanien zog, um seine Mutter dort zu helfen, und ein Schulwechsel steht ihr bevor, denn sie geht nun aufs College, während ihre beiden besten Freundinnen auf der alten Schule bleiben. Doch Daisy ist sich sicher, alles wird nun besser. Das scheint sich auch erst einmal zu bestätigen, denn ausgerechnet der heißeste Typ des Colleges interessiert sich für sie. Aber ein wenig scheint er es doch mit seiner Umwerbung zu übertreiben...
Daisy ist anstrengend. Richtig anstrengend, vor allem da sie ihre Geschichte selber in der ersten Person erzählt. Sie ist verbal nicht auf den Mund gefallen und sprachlich äußerst kreativ, was ihre Person, wenn man ihre Worte liest, noch anstrengender macht. Daisy ist zwar auch witzig, leider zündete ihr Humor bei mir nicht immer und wirkte manchmal zu gewollt und bemüht. Vielleicht bin ich schon zu alt für Daisy? Ich weiß es nicht, aber trotz ihrer anstrengenden Seite hat sie auch eine nette und liebenswerte, die immer wieder mal zwischen all ihren Ergüssen durchschimmert. Dann mochte ich sie ganz gern und konnte mich in ihren Kummer gut hineinversetzen. Ein wenig blass blieben dafür einige Nebenfiguren, die Daisy durch diesen Roman begleiten und über die ich gerne mehr erfahren hätte.
Aber dieses Buch dreht sich um Daisy und wieder einmal hat Rachel McIntyre ein interessantes Thema gewählt, das nicht nur junge Menschen betrifft. Diesmal geht es um das Thema Kontrolle und wie schnell man in aufgezwungene Muster fallen kann. Sprachlich schön von Jessika Kamina und Sandra Knuffinke übersetzt, entpuppt sich dieser Roman als recht kurzweilig, trotz seiner sehr eigenwilligen Protagonistin. Die Geschichte ist abwechslungsreich und gut geplottet. Längen kommen im Buch eigentlich keine auf und die Kapitel haben eine angenehme Länge. Das Ende des Buchs hat mich dann doch aber nochmal ein wenig mit Daisy versöhnt, auch wenn ich anfangs den Eindruck hatte, dass die Autorin es hier zu schnell zu Ende bringt. Aber nachdem ich die Geschichte ein wenig sacken gelassen habe, hat es sich doch richtig angefühlt.

Fazit:
Überlieben in 10 Schritten erreicht leider nicht ganz die Stärke von Sternschnuppenstunden, was auch mit an der sehr anstrengenden Hauptfigur liegt. Trotzdem hat mir die Thematik und die Botschaft des Buchs gefallen und sollte ruhig öfters mal an- und ausgesprochen werden.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Magellan Verlag für das Rezensionsexemplar.

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100 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

geneva lee, secret sins - stärker als das schicksal, secret sins, rezensionsexemplar, secret sin

Secret Sins - Stärker als das Schicksal

Geneva Lee , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.03.2017
ISBN 9783734104770
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Klappentext:
Faith Kane hält sich und ihren kleinen Sohn Max mit einem Job als Kellnerin mühsam über Wasser. Männern hat sie seit Jahren abgeschworen – bis sie Jude Mercer begegnet, ausgerechnet bei einem Treffen für Suchtkranke. Faith ist klar: Ein Mann, den man an einem solchen Ort kennenlernt – selbst wenn er so attraktiv ist wie Jude –, bedeutet nichts als Ärger. Doch schnell muss sie erkennen, dass bei Jude nichts ist, wie es scheint. Auch er hütet Geheimnisse, ebenso wie sie selbst, und er weiß mehr über Faith, als sie ahnt …

Meinung:
Geneva Lee kennen die meisten vor allem durch ihre Royals-Saga. Mit Secret Sins legt sie nun laut eigener Aussage ein sehr persönliches Buch vor, das ein wenig anders ist, als ihr royaler Ausflug.
Faith Kane hat kein einfaches Leben. Jede Woche besucht sie eine Suchtgruppe und als alleinerziehende Mutter hangelt sie sich durch ihr Leben, welches schon zu viele schlimme Ereignisse erleben musste. Die Eltern sind früh gestorben und gemeinsam mit ihrer Schwester wuchs Faith bei ihrer Großmutter auf, die an Alzheimer erkrankt ist. Als eines Tages der äußerst attraktive Jude auf den Treffen erscheint, weiß Faith instinktiv, dass sie sich von ihm fernhalten sollte, ahnt sie doch, dass er ihren Süchten nicht guttun wird. Doch gegen die Anziehungskraft von Jude scheint sie machtlos zu sein und nach und nach nimmt Jude immer mehr Platz in ihrem Leben ein. Bis zu dem Moment, wo ihre Vergangenheit sie wieder einholt.
Geneva Lee schafft eine sehr düstere, fast schon beklemmende Atmosphäre im Roman. Da Faith ihre Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt, bekommt man einen sehr guten Eindruck von ihr und ihrem Leben. Man merkt, das Faith ihr Bestes versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen und dass da mehr ist, als man auf den ersten Blick sieht. Faiths Geschichte hat mich gerade wegen der melancholischen Worte nicht kalt gelassen und ich konnte einiges von dem, was sie sagte und tat, sehr gut nachvollziehen. Leider bleibt Jude im Vergleich zu Faith eher blass und ich hätte es schön gefunden, wenn die Autorin auch auf ihn etwas mehr eingegangen wäre.
Nach rund einem Drittel des Romans hatte ich eine Ahnung, wohin die Geschichte steuert, und nach knapp der Hälfte war ich mir auch sicher, wie die Sachlage ist. Doch trotz dieser Vorhersehbarkeit hat das dem Lesefluss keinen Abbruch getan und ich habe gespannt verfolgt, wie sich Faiths Vergangenheit auf ihre Gegenwart auswirkt. Denn die Geschichte ist ungeachtet der melancholischen Grundstimmung sehr einnehmend und bewegend erzählt. Und letztendlich hat mir diese Geschichte tatsächlich besser gefallen, als die Royals-Saga der Autorin, besonders da der Fokus hier nicht auf den Bettszenen (von denen es aber auch ein paar gibt) liegt, sondern auf Faiths Geschichte. Der Erzählstil, hier übersetzt von Michelle Gyo, hat einen guten Lesefluss und die angenehme Kapitellänge sorgt für kurzweilige Lesestunden.

Fazit:
Secret Sins hat mich positiv überrascht. Trotz der eher melancholischen Grundstimmung und der doch vorhersehbaren Geschichte, hat mich die Thematik und Faiths Schicksal fesseln können. Leider bleibt Jude insgesamt zu blass, was die Lesefreude ein wenig eingetrübt hat.
Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

neuanfang, vergangenheit, roman, bürgerkrieg, deutschland

Tierchen unlimited

Tijan Sila
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462050264
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Sarajevo in den Neunzigern: Die Stadt steht unter Beschuss. Wie erlebt ein Kind den Krieg? Das Comictauschen wird durch Granatenhagel erschwert, der Strom zum Computerspielen ist ständig knapp, und die amerikanischen Soldaten lassen sich nur mit gestohlenen Sex-Heftchen zum Basketballspielen überreden. Oft gefährlich, aber vor allem aufregend und niemals langweilig. Der junge Ich-Erzähler möchte bleiben, aber seine Eltern halten es nicht mehr aus und hoffen auf einen Neuanfang in Deutschland.
Nach einer verstörenden Flucht in einem Autobus erreicht der Junge mit seiner Familie Rheinland-Pfalz. Seine neuen Freunde sind Neonazis oder wollen zur Polizei, oder beides. Auch seine Schulfreundin Sarah, mit der er zusammen Gewichte stemmt und erste erotische Erfahrungen sammelt, begegnet ihm Jahre später als Polizistin wieder. Als ein Neonazi ihn bei einem Liebesabenteuer nachts aus dem Bett prügelt, nimmt sie für ihn Rache, und weckt dadurch Gespenster seiner traumatischen Vergangenheit.

Meinung:
Als in den 90er Jahren der Krieg in Bosnien herrschte, startete ich gerade in meine Teenagerzeit. Logischerweise habe ich mich damals für dieses Thema noch nicht so recht interessiert, hatte man doch mit seinen Hormonen zu kämpfen. Aber natürlich hat man im Laufe der Jahre vieles mitbekommen.
In diesem Roman erzählt Tijan Silas Protagonist von seiner Zeit im besetzen Sarajevo, der Flucht nach Deutschland und seiner Identitätssuche nach der Flucht. Dabei scheint ihn gerade das Thema Neonazis sehr geprägt zu haben, denn diese tauchen immer wieder in seinem Leben auf, seien es Radikale in seiner alten Heimat, Möchtegernkämpfer an der Front oder die Nachbarn und Brüder in Deutschland. Nach einem besonders schlimmen Zusammenstoß mit einem Neonazi landet er in der Notaufnahme, wo ihn seine alte Freundin Sarah findet und für ihn Rache nimmt.
Wie unser Held heißt, konnte ich im Laufe des Buchs leider nicht ermitteln. Zwar gibt es an einer Stelle einen Hinweis auf den Namen, diesen habe ich aber irgendwie nicht verstanden, vielleicht weil mir ein Hintergrund dazu fehlt, vielleicht aber auch einfach nur, weil ich auf dem Schlauch stand. Vielleicht war ich aber auch zu angeschlagen in dem Moment, denn zum Zeitpunkt der Lektüre fegte gerade die Grippewelle über uns hinweg. Wie dem auch sei, egal ob mit oder ohne Name, Silas Hauptfigur ist traumatisiert, stellenweise unsympathisch, manchmal aber auch jemand, den man gerne in den Arm nehmen möchte, um ihn zu trösten. Richtig warm geworden bin ich aber durch das ganze Buch hinweg nicht mit ihm und konnte die damit verbundende Distanz nicht überwinden.
Silas Erzählweise ist recht unkoordiniert und hat mir immense Schwierigkeiten bereitet, die richtige Zeitebene zu finden. Gut, die Szenen in Sarajevo ließen sich eindeutiger einordnen, die Berichte aus dem danach weniger. Oft kam es auch vor, das Personen auftauchten und er eine Tatsache über sie erzählte, bei denen man das Gefühl hat, man müsste es schon wissen. Das hat mich immens verwirrt und immer wieder kam das Gefühl auf, als ob ich etwas überlesen hätte. Erst im weiteren Verlauf folgte dann die Aufklärung, was für sich ziemlich frustrierend anfühlte. Silas Thematik ist interessant, besonders die Momente in der Jugend unseres Helden, aber leider zündete die Umsetzung nicht immer bei mir. Die recht langen Kapitel haben den Lesefluss leider auch nicht leichter gemacht, so dass ich, trotz der relativen Kürze des Romans, das Gefühl hatte, mich durch einen Ellen langen Wälzer durchgekämpft zu haben.

Fazit:
Tierchen unlimited ist kein schlechtes Buch, aber leider auch nicht das Mitreißenste, das ich gelesen habe. Viel Verwirrung entstand durch die verschiedenen Zeitebenen, die sich nicht immer klar einordnen lassen, und auch mit der Hauptfigur wurde ich nicht wirklich warm. So bleibt insgesamt einfach ein durchwachsenes Gefühl zurück, wenn ich auf diese Lektüre zurückblicke.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar.

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112 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

sarah morgan, manhattan, schlaflos in manhattan, liebe, gegenwartsliteratur

Schlaflos in Manhattan

Sarah Morgan , Stefanie Kruschandl
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 06.02.2017
ISBN 9783956496073
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Nette Freunde, ein riesiges Apartment, ein toller Job. Die Liste der Dinge, die eine junge Frau in New York erreicht haben sollte, hat Paige in allen Punkten abgehakt. Bis sie plötzlich von der Karriereleiter stürzt. Auf einmal ist der Bruder ihrer besten Freundin der einzige, der ihr Leben wieder in Ordnung bringen kann. Schon früher hat sie vergeblich für den Draufgänger Jake geschwärmt – und je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto klarer wird ihr, was auf ihrer New-York-Liste noch fehlt: Die perfekte Liebesgeschichte …

Meinung:
Sarah Morgan zählt für mich zu einer der Autorinnen, bei der ich mich auf unterhaltsame, romantische Geschichten verlassen kann.
In ihrer neuen Reihe geht es diesmal nach New York. Dort lebt die ehrgeizige Paige zusammen mit ihren beiden besten Eva und Frankie in einer WG. Auch haben die drei den gleichen Arbeitgeber, doch statt wie von Paige erhofft befördert zu werden, wird ihr und ihren Freundinnen gekündigt. Was tun? Aufgeben ist für Paige keine Option, ist sie es doch Leid, immer wieder von wegen ihres schwachen Herzens bemuttert zu werden. Und so wagt sie den Schritt in die Eigenständigkeit, angestachelt und unterstütz von ihrem Jugendschwarm Jake. Dieser lässt sie bis heute nicht kalt, doch Paige weiß, dass Jake ihre Gefühle nicht erwidert. Doch die neuen Umstände sorgen dafür, dass Jake und Paige mehr miteinander zu tun haben, und so bleibt es nicht aus, dass eine längst verloschen geglaubte Glut wieder angefacht wird. Doch kann das gut gehen?
Paige und Jake sind typische Sarah Morgan Charaktere. Sympathisch und nah, nicht ganz perfekt aber liebenswert und menschlich. Ich mochte die zwei auf Anhieb und habe mich hier wieder einmal sehr wohl gefühlt. Paige ist eine bewundernswerte Frau, die trotz des Herzfehlers alles daran setzt, unabhängig zu sein. Das macht sie aber auch sehr stur, was der ebenfalls sehr sture Jake gut zu spüren kommt und den Freunden der beiden einiges an Nerven abverlangt. Auch die Nebenfiguren machen Spaß und Lust auf mehr.
Und so ist es dann kein Wunder, dass die Lesestunden mit Schlaflos in Manhattan viel zu schnell vorbei gingen. Abwechselnd aus Jakes oder Paiges Sicht erzählt Sarah Morgan hier eine typische, romantische Liebesgeschichte mit Happy End, was zwar wenig überraschend, aber sehr unterhaltsam ausfällt. Der flüssige Erzählstil tut sein Übriges zum Lesefluss und viel zu schnell ist die Geschichte erzählt und man kann sich auf ein Wiedersehen im nächsten Band freuen, wenn es gilt, das nächste glückliche Paar zusammen zu bringen.

Fazit:
Schlaflos in Manhattan hält genau das parat, was ich von einem Roman von Sarah Morgan erwarte: kurzweilige, unterhaltsame Lesestunden mit einer schönen, nicht zu kitschigen Liebesgeschichte und Happy End Garantie. Und auch wenn Jake und Paige manchmal doch fast schon zu stur für mich waren, hatte ich doch viel Freude an dem Buch.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Harper Collins Germany für das Rezensionsexemplar.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Problem mit den Frauen

Jacky Fleming , Silke Pfeiffer
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462050240
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Können Frauen Genies sein? Oder sind ihre Arme zu kurz und ihre Köpfe zu klein? Warum haben wir im Geschichtsunterricht nur über zwei drei Frauen etwas gelernt? Was haben eigentlich all die anderen früher gemacht?

Meinung:
Ja, ja, mit den Frauen hat man es nicht einfach. Da meinen die doch glatt, Genies sein zu können, dabei weiß doch jeder Mann, dass die Köpfe von Frauen viel zu klein dafür sind. Und festhalten können Sie ja auch nichts gut, schließlich lassen sie ja alles fallen.
So witzig das auf den ersten Blick klingt, sind diese Behauptungen aber keine freie Erfindung, sondern wurden tatsächlich von dem einen oder anderen männlichen Genie so geäußert. Zwar ist das schon eine Weile her, dass diese Behauptungen aufgestellt wurden, trotzdem wird diesen wichtigen Männern immer noch viel Bedeutung zugesprochen. Gerade in der Jahrhundertwende trifft man auf unheimlich viele, kluge Männer. Aber wo sind da die Frauen?
Jacky Fleming nimmt in diesem kleinen, aber feinen Werk dieser Thesen und gängigen Klischees der Frauen vor und um die Jahrhundertwende vor und zeigt, warum es so gut wie keine Frau geschafft hat, sich in die Geschichtsbücher einzubringen: Einfach weil sie keiner ernst nehmen wollte. Traurig, aber leider nur zu wahr.
In kleinen Cartoons überzeichnet sie bitterböse und mit viel schwarzem Humor, wie schwer es die Damenwelt seinerzeit hatte und zeigt gleichzeitig auch, wie sehr sich dieses Gedankengut auch heutzutage immer noch in den Köpfen der Menschen und Männer hält. Das Problem mit den Frauen ist zwar nur ein kleines Buch und relativ schnell gelesen, dafür aber klingt es noch lange nach.

Fazit:
Ein großartiges, bitterböses und leider viel zu wahres Buch über Vorurteile, die sich bis heute in den Köpfen der Menschen wieder finden können und zum Lachen, Schmunzeln aber vor allem zum Nachdenken anregt. Eine kleine, aber feine Lektüre, die man nicht so schnell wieder vergisst.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar.

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79 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

gezeichnet, veronica roth, akos, rat der neun, dystopie

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link , Laura Maire
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 17.01.2017
ISBN 9783844524970
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Klappentext:
In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Gabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …
Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Gabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in Ryzeks Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.
Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …

Meinung:
Veronica Roths Reihe "Die Bestimmung" hat für viel Zuspruch gesorgt. Ich selber habe bisher nur den ersten Teil gelesen, der Rest wartet noch darauf, endlich vom SuB befreit zu werden... Aber ihr neues Werk hat mich angesprochen, denn das Setting fand ich sehr originell.
Das Grundszenario ist düster. In einer sehr gewalttätigen Galaxie fallen der junge Akos und dessen Bruder in die Hände seiner Feinde. Denn manchen Menschen wird ein Schicksal prophezeit, dass sich auf die eine oder andere Weise verwirklichen lässt. Außerdem ist jeder Mensch mit einer Gabe versehen, die sich als Fluch oder Segen entpuppen kann. Als Akos auf Cyra, die Schwester des Herrschers der Shotet, trifft, sind die gegenseitigen Sympathien nicht groß. Doch Akos ist in der Lage, Cyras Lebensgabe zu dämpfen. Nach und nach lernen die beiden sich besser kennen und es stellt sich für beide die Frage, ob sie sich gegenseitig helfen oder zerstören.
Veronica Roths Charaktere sind komplex und vielschichtig. Besonders Cyra ist eine Figur, die polarisiert. Von ihrem Bruder dazu getrieben, mehr eine Waffe als ein Mensch zu sein, mangelt es ihr an Selbstwertgefühl. Ebenso wie Akos ist sie ein sehr pflichtbewusster Mensch, der leider sehr wenig Freude im Leben erfahren hat. Akos selber kommt aus einer sehr liebevollen Familie, was ihn zu einem empfindsameren Menschen gemacht hat, trotzdem schafft er es, sich mit den geänderten Umständen zu arrangieren. Mir haben die Charaktere im Buch sehr gut gefallen, seien es Haupt- oder Nebenfiguren, denn sie sind gut und mit genügend Tiefe ausgearbeitet.
Das Hörbuch wird von zwei Sprechern gesprochen: Laura Maire, die den Part von Cyra spricht und Shenja Lacher, der Akos Part übernimmt, denn beide erzählen ihre Geschichte in der Ich-Perspektive. Veronica Roths Weltenentwurf ist originell und gut ausgearbeitet, übersetzt wurde die Geschichte von Petra Koob-Pawis und Michaela Link. Insgesamt ist die Geschichte spannend umgesetzt, allerdings haben sich ein paar kleine Längen in die Handlung eingeschlichen. Wie schon erwähnt ist der Grundton sehr düster und auch ziemlich gewalttätig, denn Veronica Roth schont ihre Charaktere nicht. Aber gerade dieser Mut macht die Geschichte sehr stimmig und das Geschehen sehr wendungsreich.

Fazit:
Das Hörbuch zu Rat der Neun - Gezeichnet ist abwechslungsreich und spannend umgesetzt, gerade durch die zwei unterschiedlichen Sprecher. Die originelle Geschichte und der komplexe Weltenentwurf heben das Buch hervor, ebenso wie die einnehmenden Charaktere. Ich hatte sehr unterhaltsame, bis atemlose Hörstunden damit, so dass ich auch ein wenig über kleine Längen in der Handlung hinwegsehen kann.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Hörverlag für das Rezensionsexemplar.

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560 Bibliotheken, 26 Leser, 3 Gruppen, 104 Rezensionen

fae, fantasy, das reich der sieben höfe, liebe, sarah j. maas

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Sie hat ein Leben genommen. Jetzt muss sie mit ihrem Herz dafür bezahlen.
Die junge Jägerin Feyre wird in das sagenumwobene Reich der Fae entführt. Nichts ist dort, wie es scheint. Sicher ist nur eins: Sie muss einen Weg finden, um ihre Liebe zu retten. Oder ihre ganze Welt ist verloren.

Meinung:
Von Sarah J. Maas wollte ich schon sehr lange was lesen, schließlich stolpert man ja immer wieder in den Netzwerken über ihre Throne of Glass Reihe. Hier liegt nun eine neue Reihe der viel umschwärmten Autorin vor und meine Neugier wuchs immens.
Schnell lernte ich dann Feyre kennen, die mit ihren zwei Schwestern und ihrem Vater ums Überleben kämpft. Völlig verarmt liegt es an Feyre, die Familie über Wasser zu halten. Deshalb hat Feyre sich viele nützliche Sachen beigebracht, darunter auch das Jagen. Als sie im Wald auf einen Wolf trifft, tötet sie diesen. Leider war ihr nicht bewusst, dass es sich bei dem Wolf um einen verwandelten Fae handelte. Diese sind aufgebracht über den Mord und verlangen, dass Feyre künftig bei ihnen leben muss. Völlig verängstigt und verunsichert, versucht Feyre sich in ihrem neuen Leben zurecht zu finden. Und merkt dabei, dass nicht alle Fay so furchteinflößend sind, wie ihr immer beigebracht wurde. Doch eine furchtbare Krankheit hat sich unter den Fay ausgebreitet und niemand scheint in der Lage, die Krankheit einzudämmen oder zu bezwingen. Aber vielleicht muss man ein Mensch sein, um den Schrecken zu besiegen?
So grausam der Anfang der Geschichte um Feyre klingt, so gerne mochte ich sie. Feyre ist tapfer, taff und fürsorglich. Das Leben hat ihr wahrlich einige Steine in den Weg gelegt und vor allem ihre Familie macht ihr dieses nicht immer einfach. Doch sie liebt diese über alles und auch für andere Mitmenschen und Wesen empfindet sie viel Mitgefühl. Auch Tamrin mochte ich sehr gerne. Feyres Entführer ist lange Zeit recht geheimnisvoll, aber man merkt, dass er jemand ist, der Verantwortung nicht scheut und der ein großes Herz hat.
Inhaltlich erinnert die Geschichte ein wenig an das Märchen "Die Schöne und das Biest", denn auf Tamrin liegt sowas wie ein Fluch. Allerdings ist die Geschichte doch eigenständig. Sarah J. Maas lässt sich Zeit und führt den Leser behutsam in ihren Weltenentwurf ein. Doch das liest sich keineswegs langweilig, denn die Autorin hat es geschafft, genügend Abwechslung und Ereignisse einzubauen. Im letzten Drittel zieht die Geschichte dann ordentlich an und lässt den Leser nicht mehr los. Alexandra Ernst hat hier großartige Übersetzungsarbeit geleistet und das Buch spannend und fesselnd übersetzt. Die knapp 480 Seiten lasen sich weg wie nichts und viel zu schnell war die Geschichte aus, so dass man sich nun auf ein Wiedersehen im nächsten Band freuen darf.
Feyre erzählt ihre Geschichte in der Ich-Perspektive und lässt so tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle nehmen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und dank des gut ausgearbeiteten Plots entwickelt sich der Roman zu einem echten Pageturner.

Fazit:
Trotz der behutsamen Einführung in Sarah J. Maas Weltenentwurf ist dieses Buch an keiner Stelle langweilig. Spannend und mitreißend, fantastisch und berührend - schon länger habe ich kein so mitreißendes Fantasybuch mehr gelesen, dass mich mit einer originellen Geschichte und großartigen Charakteren fesseln konnte.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

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610 Bibliotheken, 28 Leser, 2 Gruppen, 155 Rezensionen

prinz, prinzessin, fantasy, attentäter, flucht

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen ...

Meinung:
Als erste und älteste Tochter hat es Prinzessin Lia nicht leicht und eine große Bürde zu tragen, denn Lia soll mit dem Thronfolger des benachbarten Königreichs verheiratet werden. Besonders grausam findet Lia, dass sie den Prinzen noch nicht einmal vorher kennen lernen durfte und es dem Rest der Bevölkerung frei steht, wen sie heiraten dürfen. Lia flieht, begleitet von ihrer treuen Freundin und Zofe Pauline. Doch der verschmähte Prinz will die Schmach nicht auf sich sitzen lassen und folgt Lia, ebenso wie ein auf Lia angesetzter Attentäter. Als Lia auf beide trifft, ahnt sie nicht, wen sie vor sich hat. Und auch die beiden Männer sind von Lia überrascht und angetan. Doch das Schicksal hat noch einige Pläne für Lia...
Mary E. Pearsons Protagonisten sind sympathisch. Lia lernt man dabei am besten kennen, denn sie erzählt ihr Geschichte selber in der Ich-Perspektive, wodurch man einen sehr tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle bekommt. Auch die beiden männlichen Protagonisten mochte ich ganz gerne, wobei man hier lange Zeit im Dunkeln tappt, wer der Prinz und wer der Attentäter ist. Letztendlich haben sich meine Vermutungen bestätigt, obwohl es mir fast egal war, wer hier wer ist, denn schnell hatte ich mich auf einen der Beiden festgelegt, war er mir doch direkt sympathischer. Ein wenig blasser blieben dafür manch eine Nebenfigur und ich fand es schade, wie schnell die Autorin diese manchmal abgehandelt hat. Da ich aber davon ausgehe, dass man noch die eine oder andere im nächsten Band wiedertreffen wird, bleibt bei mir die Hoffnung, sie dann besser kennen zu lernen.
Der Weltenentwurf und die Grundidee hinter der Geschichte haben mir richtig gut gefallen und sind originell. Leider entwickeln sich manche Szenarien und vor allem der erste Teil der Geschichte manchmal recht zäh und langatmig. Auf der einen Seite ist es schön zu lesen, wie ausführlich die Autorin ihre Leser in ihre Welt führen will, manchmal hätte ich mir aber gewünscht, es wäre ein wenig schneller gegangen. Denn gerade im ersten Teil des Buchs hatte ich oft das Gefühl, das die Story nicht wirklich vorankommt. Das ändert sich aber im zweiten Teil des Buchs rasant, denn die Autorin zieht das Tempo an und sorgt für fast atemlose Spannung. Viele Geheimnisse treten im Roman zu Tage und wollen geklärt werden, die Auflösung, wer Prinz und wer Attentäter ist, ist unterhaltsam umgesetzt und der Erzählstil, hier übersetzt von Barbara Imgrund, ist bildhaft und alles in allem fesselnd.
Die kurzen Kapitel, die entweder aus Lias, Rafes oder Kadens Sicht erzählt werden, machen den Roman zu einem kurzweiligen Pageturner, hat man erst einmal die Längen im ersten Teil überstanden.

Fazit:
Der Auftakt zu den Chroniken der Verbliebenen ist unterhaltsam, spannend und recht kurzweilig ausgefallen. Die anfänglichen Längen werden durch die originelle Geschichte und den interessanten Weltenentwurf aufgewertet. Das Buch macht Lust auf mehr und ich freue mich schon darauf, im Mai zu erfahren, wie es mit Lia, Kaden und Rafe weitergehen wird.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

insel, schicksal, haiti

Kein anderes Meer

Edwidge Danticat , Kathrin Razum
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.02.2017
ISBN 9783746632872
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Claire verschwindet an ihrem siebten Geburtstag spurlos am Strand von Ville Rose auf Haiti. Ahnt sie, dass ihr Vater Nozias sie heute fortgeben will? Nach dem Tod von Claires Mutter kümmerte er sich allein um seine Tochter, doch dem armen Fischer fällt es immer schwerer, für ihren Unterhalt aufzukommen. Deshalb hofft er, dass Claire bei der reichen Tuchhändlerin Gaëlle ein besseres Leben hab wird. Aber Claire versucht mit aller Macht, sich dieser Trennung zu widersetzen und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand.

Meinung:
Die kleine Claire lebt mit ihrem Vater in der haitianischen Stadt Ville Rose. Das Leben des Mädchens ist entbehrungsreich, die Schule kann sie nur dank eines Stipendiums besuchen und ihr verarmter Vater wünscht sich ein besseres Leben für sein kleines Mädchen, dass die Mutter schon viel zu früh verlor. Deshalb bittet er die Tuchhändlerin Gaëlle, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Diese willigt an Claires 7. Geburtstag ein, doch Claire scheint mit der Entscheidung nicht einverstanden zu sein und verschwindet. Claires Verschwinden beeinflusst aber anscheinend nicht nur ihr Leben, sondern auch das, andere Menschen. Und so greifen die einzelnen Schicksale nach und nach ineinander.
Liest man den Klappentext, erwartet man, dass in diesem Roman Claire im Mittelpunkt steht. Zwar ist sie ein wichtiger Teil des Buchs, aber auch die Leben anderer Protagonisten setzen hier den Rahmen des Romans. Dabei arbeitet die Autorin deren jeweilige Schwächen und Stärken behutsam hervor, ohne deren Handlungen zu bewerten. So entfaltet sich hier ein zartes Bild über die Menschen in Haiti, ihre Hoffnungen und Träume.
Auch der Schreibstil, übersetzt von Katrin Razum, bleibt leicht und einfühlsam, entfaltet einen zarten Zauber und lässt den Leser durch diese zwar traurige, aber auch bewegende Geschichte gleiten. Seite um Seite eröffnet sich hier eine zauberhafte Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzen Seite fasziniert hat. Da fielen die zum Teil recht langen Kapitel kaum mehr auf. Die Autorin zeichnet ein detailliertes Bild ihrer Szenen, so dass man sich die Stadt Ville sehr gut bildlich vorstellen kann. Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person, wobei der Blickwinkel auf pro Kapitel auf eine jeweils eine Person gerichtet wird, wie z. B. Claires Vater oder die Tuchhändlerin.

Fazit:
Kein anderes Meer hat mich fasziniert und bewegt, so zauberhaft und behutsam für Edwidge Danticat ihre Leser in dieses leise, aber schöne Buch. Eine interessante Geschichte über Verlust, Familie und den Tod, die doch voller Leben steckt.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

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674 Bibliotheken, 30 Leser, 1 Gruppe, 199 Rezensionen

liebe, erin watt, paper princess, new adult, erotik

Paper Princess

Erin Watt , Lene Kubis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492060714
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Klappentext:
Ellas Leben war bisher alles andere als leicht, und als ihre Mutter stirbt, muss sie sich auch noch ganz alleine durchschlagen. Bis ein Fremder auftaucht und behauptet, ihr Vormund zu sein: der Milliardär Callum Royal. Aus ihrem ärmlichen Leben kommt Ella in eine Welt voller Luxus. Doch bald merkt sie, dass mit dieser Familie etwas nicht stimmt. Callums fünf Söhne – einer schöner als der andere – verheimlichen etwas und behandeln Ella wie einen Eindringling. Und ausgerechnet der attraktivste von allen, Reed Royal, ist besonders gemein zu ihr. Trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen, denn es knistert gewaltig zwischen ihnen. Und Ella ist klar: Wenn sie ihre Zeit bei den Royals überleben will, muss sie ihre eigenen Regeln aufstellen …

Meinung:
Um Paper Princess wurde und wird ein großer Hype gemacht. Zugegeben, zu Anfang war ich skeptisch, ob das Buch wirklich das halten kann, was es verspricht, doch der Faszination der Geschichte konnte ich mich nicht entziehen.
Die 17-jährige Ella ist auf sich alleine gestellt. Ihren Vater hat sie nie kennen gelernt, ihre Mutter an den Krebs verloren. Doch Ella will sich nicht unterkriegen lassen, paukt für die Schule und arbeitet abends und nachts als Kellnerin und Stripperin. Bis eines Tages der Millionär Callum Royal in ihrer Schule auftaucht und behauptet, Ellas Vormund zu sein. Kurzerhand nimmt er Ella mit und führt sie in ein Leben, das sie sich niemals erträumt hätte. Doch der plötzliche Luxus zieht auch viele Schattenseiten mit sich. Vor allem Callums 5 Söhne machen Ella das Leben schwer. Alle sind teuflisch attraktiv und lassen Ella alles andere als kalt. Und besonders zwischen Reed und Ella knistert es gewaltig. aber die Zeichen auf Versöhnung stehen nicht gerade günstig.
Ella ist für ihre 17 Jahre ziemlich abgeklärt. Ihr Leben war bisher unbeständig und entbehrungsreich, doch an ihrer Mutter hing Ella sehr. Alles andere als auf den Mund gefallen, lässt sich Ella längst nicht alles bieten und versucht ihr bestes, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und mit den aufkommenden Schwierigkeiten umzugehen. Das macht sie unheimlich sympathisch und ich mochte sie total gerne. Ein wenig geheimnisvoller geht es da bei den Royal-Brüdern zu, von denen wir hier zwei etwas besser kennen lernen. Doch vieles bleibt über die Royal-Familie noch offen, was in den nächsten beiden Teilen geklärt werden will und dafür sorgt, dass die Spannung im Roman hoch bleibt. Insgesamt hat mir die Figurenentwicklung und -darstellung recht gut gefallen, auch wenn diese so manchem Klischee entsprechen.
Der Erzählstil, hier übersetzt von Lene Kubis, ist zuweilen recht derb und schnodderig, passt aber hervorragend zu Ellas Charakter, denn sie erzählt ihre Geschichte in der Ich-Perspektive. Spannungsmäßig weiß das Autorenduo um Erin Watt die Leser bei Stange zu halten. Viele überraschende Momente und Twist sorgen dafür, dass sich Paper Princess zum Pageturner entwickelt. Heitere Momente wechseln sich mit "Oh-Mein-Gott"-Momenten ab, denn die Handlung entwickelt sich teilweise richtig unerwartet, ist erfrischend und hebt die Geschichte von anderen Büchern des New Adult Genres ab. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und viel zu schnell ist man am Ende des Romans angelegt, dass einem mit dem Verlangen zurück lässt, möglichst schnell weiterzulesen.

Fazit:
Ja, ich kann den Hype um Paper Princess gut nachvollziehen, denn auch mich hat das Fieber erwischt. Und auch wenn sich die Geschichte einiger Klischees bedient, so ist sie doch erfrischend anders, fesselnd und richtig unterhaltsam, wenn man sich an den etwas schnodderigen Ton gewöhnt hat.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(56)

90 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

liebe, restaurant, musiker, humor, restauran

Für Happy Ends gibt`s kein Rezept

Kristen Proby , Ralph Sander
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 09.01.2017
ISBN 9783956496332
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Alle schwärmen vom Seduction, dem Restaurant, das Addie gemeinsam mit ihren Freundinnen führt. Als Tüpfelchen auf dem i fehlt nur noch Live-Musik. Doch kaum dass ein Typ mit Gitarre hereinschneit und sich bewirbt, kippt Addie fast aus ihren High Heels. Jake Knox, der berühmte Rockstar! Seit jeher üben Musiker einen gefährlichen Reiz auf sie aus, stärker als Schuhe und Schokolade zusammen. Und Jake mit seinen grünen Augen und der rauchigen Stimme könnte ihr zum Verhängnis werden …

Meinung:
Gemeinsam mit vier Freundinnen führt Addie das erfolgreiche Restaurant "Seduction" in Portland. Um ihr Repertoire zu erweitern sind sie auf der Suche nach einem Musiker für zwei Abende die Woche. Diesen finden sie dem ehemaligen Rockstar Jack Knox. Addie hat ein Faible für Musiker und diese auch für sie. Und so funkt es auf Anhieb zwischen den Beiden. Doch Addie ist diesmal fest entschlossen, sich nicht wieder das Herz brechen zu lassen. Und auch Jack trägt ein Päckchen aus seiner Vergangenheit, das ihm Steine in den Weg legt.
Kristen Probys Protagonisten machen einfach Spaß und sprechen den Leser an. Addie und Jack sind nett, fleißig und die Chemie zwischen ihnen stimmt. Aber auch die Nebenfiguren überzeugen in den ihnen zugedachten Rollen und machen neugierig auf mehr. Mir hat das Zusammenspiel zwischen den Charakteren zumeist gut gefallen und diese haben für unterhaltsame Lesestunden gesorgt.
Handlungsmäßig ist die Geschichte solide erzählt, erfindet aber das Rad nicht neu und kann kaum Überraschungen aufweisen. Der Roman sorgt für Wohlfühlmomente, allerdings hätte es für meinen Geschmack nicht ganz so viele Bettszenen geben müssen. Ein wenig enttäuscht hat mich auch die Nebenhandlung mit Addies Ex-Freund Jeremy. Da hätte man meiner Meinung nach mehr rausholen können, um die Spannung anzuziehen. Die moderat langen Kapitel und die abwechselnd in der Ich-Perspektive erzählte Sichtweise zwischen Addie und Jack sorgen dafür, dass man einen guten Überblick auf alle Ereignisse und Gefühle der Hauptcharaktere erhält.

Fazit:
Für Happy Ends gibt's kein Rezept ist ein schöner und solider Romance-Roman mit Wohlfühlcharakter, der zwar kaum Überraschungen bereit hält, dafür aber für entspannte Lesemomente sorgt. Perfekt, wenn man mal was fürs Herz braucht.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Harper Collins Germany für das Rezensionsexemplar.

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(258)

614 Bibliotheken, 28 Leser, 1 Gruppe, 105 Rezensionen

dystopie, cecelia ahern, liebe, fehlerhaft, jugendbuch

Perfect – Willst du die perfekte Welt?

Cecelia Ahern , Christine Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 17.11.2016
ISBN 9783841422361
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Celestine wurde als „fehlerhaft“ gebrandmarkt, sie gehört nun zu den Menschen zweiter Klasse. Doch statt sich den strikten Regeln des Systems zu unterwerfen, flieht sie. Denn Celestine ist auch ein Symbol der Hoffnung für alle anderen Fehlerhaften.
Gelingt es ihr, den grausamen Richter Crevan zu überführen? Das wäre die Chance auf einen Neuanfang für die Fehlerhaften. Aber gibt es auch für ihre große Liebe eine neue Chance?
Für Celestine geht es um alles – um Gerechtigkeit für sich selbst und alle anderen und um eine lebenswerte Zukunft.

Meinung:
Achtung: Zweiter Teil einer Reihe - Spoilergefahr!
Nachdem Celestine im ersten Band die Flucht gelungen ist, kommt sie erst einmal bei ihrem Großvater unter. Doch die Gilde ist ihr auf den Fersen und so sieht sich Celestine immer wieder gezwungen, einen Platz zum Verstecken zu finden. Außerdem muss sie sich auf die Suche nach dem Video machen, mit dessen Hilfe es ihr erst möglich wird, gegen Richter Crevan vorzugehen. Denn der Widerstand gegen das System wird immer größer. Ob es Celestine gelingen wird, eine Änderung zu bewirken?
Celestine ist im Vergleich zum ersten Band merklich gereift. Noch immer empfinde ich ihre Entwicklung zwar als etwas zu zügig, andererseits handelt es sich aber um eine Extremsituation und das geht wohl kaum spurlos an einem vorbei. Auch die zahlreichen Nebenfiguren sind wieder ganz gut ausgearbeitet und setzen den passenden Rahmen für Celestines Geschichte. Schön ist auch, dass die Liebesgeschichte in diesem Band das Hauptgeschehen nicht dominiert.
Wie schon im Vorgänger ging es mir in der Handlung manchmal etwas zu schnell von einer Szene in die andere, so dass das Buch manchmal etwas hektisch wirkt, dafür hat die Botschaft, die Cecelia Ahern in ihrer Dilogie thematisiert, mir umso mehr gefallen. Viele gute Ansätze regen nicht nur die jüngeren Leser zum Nachdenken an. Aherns Weltenentwurf wirkt erschreckend real. An Spannung lässt der Roman nichts vermissen, passiert doch immer wieder etwas anderes und der Leser kommt kaum zum Luftholen. Das sorgt aber auch dafür, dass das Buch sich zu einem kleinen Pageturner entwickelt, denn man möchte ja unbedingt wissen, wie es weiter geht und ob es Celestine gelingen wird, dem System zu trotzen.
Wie auch im ersten Band erzählt Celestine ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive und die kurzen Kapitel machen das Buch umso kurzweiliger.

Fazit:
Perfect - Willst du die perfekte Welt? setzt Celestines Geschichte konsequent fort, ohne dabei kitschig oder zu pathetisch zu werden. Eine tolle Botschaft und eine spannende, nahezu atemlose Erzählweise machen auch den zweiten Band zu einem Pageturner, aber auch ein wenig anstrengend. Dafür lässt es einen nachdenklich zurück und spricht nicht nur junge Leser an.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die S. Fischer Verlage für das Rezensionsexemplar.

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(113)

197 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

liebe, kochen, taste of love, restaurant, poppy j. anderson

Taste of Love - Geheimzutat Liebe

Poppy J. Anderson
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.01.2017
ISBN 9783404174683
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Eine Prise davon macht jedes Essen besser – Geheimzutat Liebe
Andrew Knight ist neuer Stern am Bostoner Gastrohimmel – doch mittlerweile total ausgebrannt. Beim spontanen Kurzurlaub in Maine trifft er auf Brooke Day, die den lokalen kulinarischen Geheimtipp leitet und nicht ahnt, wer sich da bei ihr einquartiert. Gemeinsam machen sie aus dem bisher erfolglosen Geheimtipp eine In-Location, und Andrew hat zum ersten Mal seit Jahren wieder Spaß beim Kochen. Doch kann Brooke ihm verzeihen, dass er ihr nicht die Wahrheit gesagt hat?

Meinung:
Andrew Knight hat mit seinem Restaurant und in seinem Leben eigentlich fast alles erreicht und sollte glücklich sein, trotzdem steht er kurz vor einem Burn-Out. Kurzentschlossen taucht er daher unter und macht sich auf nach Maine. Dort strandet er in dem etwas heruntergekommenen Restaurant, in welchem die quirlige Brooke Day den Kochlöffel schwingt. Natürlich kommen Andrew und Brooke sich näher und Andrew findet den Spaß am Kochen wieder. Doch leider hat er Brooke verschwiegen, dass er alles andere als ein Hobby-Koch ist. Ob das gut gehen kann?
Dies war nicht mein erster Roman von Poppy J. Anderson. Und wie gewohnt wurde ich auch hier wieder mit sympathischen, einnehmenden Charakteren belohnt, die sehr harmonisch aufeinander abgestimmt sind und den Leser ansprechen. Wirkt Andrew zu Anfang wirklich sehr gestresst, merkt man, wie er im Laufe des Romans immer lockerer wird. Und auch Brookes freches Mundwerk hat für viele heitere Momente im Roman geführt. Auch die Nebenfiguren haben mir gefallen und haben den passenden Rahmen für Andrew und Brooke gebildet.
Handlungsmäßig ist der Roman zwar keine große Überraschung, dafür hat der Weg, den man mit Andrew und Brooke geht, sehr gut unterhalten. Und die Kulisse, die Poppy J. Anderson in diesem Buch entwirft, ist malerisch und lässt den Leser mental Urlaub machen. Mal davon abgesehen, dass man beim Lesen immer ein leichtes Hungergefühl verspürt, denn natürlich spielt auch das Thema Kochen hier eine entscheidende Rolle. Der Mix zwischen Romantik und Kulinarik ist Poppy J. Anderson gut gelungen. Abwechselnd erzählen hier Andrew und Brooke ihre Version der Geschichte in der Ich-Perspektive. Die Kapitel sind relativ lang, doch der gute Lesefluss und der schön ausgearbeitete Plot sorgen dafür, dass keine Längen in der Handlung auftauchen.

Fazit:
Der Auftakt der Taste of Love Reihe macht Lust auf mehr. Die Charaktere greifen gut ineinander und mit viel Witz und Esprit hat Poppy J. Anderson wieder einmal bewiesen, dass sie ein Händchen für romantische, kurzweilige Geschichten hat.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

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(208)

520 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 104 Rezensionen

fantasy, sabaa tahir, jugendbuch, liebe, laia

Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht

Sabaa Tahir , Barbara Imgrund
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.11.2016
ISBN 9783846600382
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Das Schicksal hat Elias und Laia zusammengeführt und sie im Widerstand gegen das Imperium vereint. Gemeinsam fliehen sie aus Schwarzkliff, um im Gefängnis von Kauf Laias inhaftierten Bruder aus seiner Zelle zu befreien. Mit seinem Wissen könnte er von großem Wert sein für die Rebellen. Doch werden Elias und Laia es schaffen, sich unbemerkt bis ans andere Ende des Landes durchzuschlagen? Immerhin ist ihnen Helena dicht auf den Fersen. Und als rechte Hand des Imperators hat sie einen klaren Auftrag: Die beiden Verräter zu finden – und zu töten …

Meinung:
Achtung: Zweiter Teil einer Reihe! Spoilergefahr!
Knapp zwei Jahre ist es her, dass ich Die Herrschaft der Masken las. Und es endete mit einem fiesen Cliffhanger. Und dann stand erst mal noch nicht ganz fest, ob die Autorin überhaupt weiterschreiben würde... Gott sei Dank durfte sie aber ihre Geschichte weiter erzählen. Und hier ist er nun endlich, der zweite Band, und ich hielt das Buch erst mal mit durchwachsenen Gefühlen in der Hand. Denn obwohl mir Band 1 gefallen hat, gab es doch einige Stellen, die mich damals störten. Ob es diesmal anders wäre?
Sabaa Tahir setzt Eine Fackel im Dunkel der Nacht nahtlos an den ersten Teil an. Elias und Laia gelingt es mit Mühe und Not, die Tunnel und die Stadt zu verlassen. Doch Elias wird verwundet. Und viel schlimmer ist noch, die Wunde von Elias ist vergiftet. Doch auch geschwächt behalten Sie ihr Ziel im Auge: Laias Bruder aus dem Gefängnis in Kauf befreien. Aber nicht nur die Generalin ist ihnen auf den Fersen, auch Helena wird vom Imperator dazu angehalten, Elias zu ergreifen. Und als neuer Blutgreif muss sie ihm Folge zu leisten. Nach und nach zieht sich die Schlinge um Elias und Laia immer enger.
Schnell hat mich Sabaa Tahir in den Sog ihres Romans versetzt. Zwar waren mir nicht mehr alle Ereignisse direkt präsent, nach und nach kamen die Erinnerungen aber zurück und es fiel mir zunehmend leichter, mich zurechtzufinden. Den Charakteren merkt man an, dass sie an den Aufgaben im ersten Band gereift sind, teils zum Positiven, aber auch zum Negativen. In Sabaa Tahirs Welt sind die Hauptfiguren nicht wirklich in schwarz und weiß einzuordnen. Trotzdem hat sie es es geschafft, dass ich mit den meisten Nähe aufbauen konnten. Einzig mit Helena konnte mich nicht in ihrer Rolle begeistern, auch wenn ich nach und nach ihre Handlungsweisen nachvollziehen konnte.
Wie auch im Vorgänger hat mich mit diesem Buch wieder das gleiche Phänomen ereilt: Ich war nicht in der Lage, das Buch an einem Stück zu lesen. Immer wieder musste ich es aus der Hand legen, mich mit etwas anderem beschäftigen und das Gelesene sacken lassen. Das war mir im ersten Buch auch schon passiert. Woran es genau liegt, kann ich leider nicht ganz benennen, denn Sabaa Tahirs Erzählweise, hier übersetzt von Barbara Imgrund, ist durchaus flüssig und einnehmend. Auch der Plot ist ganz gut ausgearbeitet und es kommen kaum Längen auf. Und Action-Fans kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Trotzdem ich das Buch immer wieder pausiert habe, hatte ich doch insgesamt unterhaltsame Lesestunden mit dem Roman, der vor allem mit seinem ungewöhnlichen Setting besticht. Die eher kurzen Kapitel, die jeweils in der Ich-Perspektive die Sicht von Laia, Elias oder Helena wiedergeben, sorgen ebenfalls für kurzweilige Unterhaltung. Und im Gegensatz zum ersten Teil hat die Autorin diesmal mehr Mut bei den Kampfszenen entwickelt und diese auch zu einem zufriedenstellenden Ende geführt.

Fazit:
Eine Fackel im Dunkel der Nacht steht dem Buch Die Herrschaft der Masken in nichts nach. Spannend, wendungsreich und fesselnd, gepaart mit einer schönen Kulisse, die an 1000 und eine Nacht erinnert.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den One Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(98)

140 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

drogen, baby, schnee, winter, flucht

Sweetgirl

Travis Mulhauser , Sophie Zeitz-Ventura
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.01.2017
ISBN 9783423261265
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Es ist tiefster Winter im Norden von Michigan. Die 16-jährige Percy rettet ein vernachlässigtes und halb erfrorenes Baby aus dem Haus des Drogendealers Shelton, der ebenso unterbelichtet wie höchst gefährlich ist. Irgendwie muss sie es schaffen, das Baby in ein Krankenhaus zu bringen.
Es folgt eine dramatische Flucht durch Schneesturm und unwegsames Gelände, mit unberechenbaren Verfolgern und unvermuteten Verbündeten. Dank Sheltons genereller Unfähigkeit gibt es bei der Verfolgungsjagd, teils aus Versehen, tatsächlich ein paar Leichen. Und am Ende will natürlich niemand schuld sein.

Meinung:
Eigentlich sollten sich 16-jährige Mädchen mit anderen Dingen beschäftigen, als sich auf die Suche nach der drogenabhängigen Mutter zu machen. Doch Percys Leben besteht leider nicht aus "Sweet 16"-Parties und so ist sie gezwungen, mitten in einem Blizzard die möglichen Aufenthaltsorte abzuklappern. Erster Stopp ist das Haus des Drogendealers Shelton, wo sie zwar ihre Mutter nicht antrifft, dafür aber ein unterkühltes und unterernährtes Baby findet, dass sie kurzerhand mitnimmt, da deren Mutter mit Shelton auf einem Drogentrip ist. Percy will das Kind in ein Krankenhaus bringen, doch die Witterung hat sich gegen sie gestellt. Und so ist Percy gezwungen, sich zu Fuß auf den Weg zu machen, verfolgt von dem unterbelichteten Shelton und den Männern, die er zum Auffinden des Babys angestellt hat. Das hat zur Folge, dass nicht nur das Wetter tödlich werden könnte.
Percy ist, wenig verwunderlich, ziemlich abgeklärt für ihr Alter. Sie hat schon viel Mist mitgemacht und fühlt sich für ihre Mutter verantwortlich. Auch wenn ich sie insgesamt ganz gerne mochte, fehlte es mir aber leider an Nähe zu ihrer Figur. Auch bei den anderen Charakteren im Roman blieb diese Distanz bestehen, so dass ich zwar mit genügend Spannung deren Schicksale verfolgt habe, diese mich aber nicht so stark berührt haben, wie es vielleicht vom Autor angedacht war.
Travis Mulhauser hält sich nicht lange mit großen Einleitungen auf und führt den Leser direkt in die Geschichte und ins Geschehen. Abwechselnd richtet er den Blick auf Percy, die in der Ich-Perspektive erzählt und Shelton, der seine Sicht in der dritten Person wiedergibt. Das sorgt für Abwechslung und Tempo im Buch, so dass es keine wirklichen Längen im Roman gibt und den Irrwitz an der Geschichte stark hervorhebt. Die eingängige Erzählweise wurde von Sophie Zeitz übersetzt. Alles in allem stimmt die Mischung aus Western und Drama und unterhaltsame Lesestunden erhält man als Leser auf jeden Fall mit diesem kurzweiligen Roman. Leider fehlte mir, wie schon erwähnt, die Nähe zu den Figuren. Für einen Debüt-Roman hat Travis Mulhauer hier aber ein solides Werk vorgelegt.

Fazit:
Sweetgirl weiß durchaus zu unterhalten und bietet einen schönen "Western-Drama"-Mix mit einer taffen Heldin und einer berührenden Story. Leider fehlt den Charakteren noch das gewisse Etwas, um diesen Roman runder zu machen. Lesenswert ist er aber durchaus.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den DTV Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(11)

15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

kinderheim, waisenkind, roman, schicksal

Mein Leben als Zucchini

Gilles Paris , Melanie Walz
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaus, 23.01.2017
ISBN 9783813507706
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Nicht jeder hat das Glück, ein Waisenkind zu sein!
Zu diesem Schluss kommt der kleine Icare, Spitzname Zucchini, als er nach dem tragischen Tod seiner Mutter in ein Waisenhaus eingewiesen wird - denn hier kann er zum ersten Mal nach Herzenslust leben. Zucchinis Glück scheint vollkommen, als die grünäugige Camille ins Waisenhaus kommt. Doch die Glücksfee hält noch ein letztes Geschenk bereit...

Meinung:
Als der 9-jährige Icare, von allen nur Zucchini genannt, durch ein Unglück seine Mutter verliert, kommt er in ein Kinderheim. Doch so traurig das im ersten Moment klingt, erweist sich das Kinderheim als großes Glück für Icare. Zum ersten Mal in seinem jungen Leben findet er Freunde, Rückhalt und einen Rhythmus. Und als auch noch die junge Camille ins Heim kommt, findet er auch Liebe. Doch das Schicksal hält noch mehr für ihn bereit.
Es fiel mir nicht schwer, mich auf Icare, pardon, Zucchini einzulassen. Dieses liebenswerte Kind geht mit einer solchen Weitsicht durchs Leben, ist neugierig, hinterfragt vieles und versprüht doch so viel Lebensfreude, trotz der harten Umstände, in die er hineingeboren wurde. Ja, ich habe ihn ins Herz geschlossen, ebenso wie die anderen Heimkinder.
Denn Zucchini erzählt seine Geschichte selber. Und das nicht rückblickend als Erwachsener, sondern aus seiner kindlichen Sicht. Dabei kommen trotz der traurigen Grundthematik so viele witzige, heitere und kluge Momente hervor, dass man das Buch einfach nicht gerne aus der Hand legen möchte. Altklug und wissbegierig, in langen, recht einfach gehaltenen, aber poetischen Sätzen, ist dieser Roman ein kleiner Pageturner mit dem ganzen Charme, den ich mir immer von einem französischen Roman erhoffe.
Aber nicht nur Zucchini schließt man ins Herz. Auch die anderen Kinder berühren und bezaubern. Und auch wenn sie so manchen Schabernack betreiben, richtig böse kann man ihnen einfach nicht werden und jedes einzelne Schicksal hat mich tief berührt.

Fazit:
Mein Leben als Zucchini ist ein tieftrauriger, berührender, zutiefst komischer Roman, der eine Hommage an die Kinder, das Leben und die Liebe schafft. Zucchini und seine Freunde muss man einfach ins Herz schließen. Großartig erzählt und sehr bewegend, aber niemals zu bedrückend, trotz der ernsten Thematik.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Knaus Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(35)

56 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

sachbuch, wissenschaft, fiktion, interessant, rezension

What if? Was wäre wenn?

Randall Munroe , Ralf Pannowitsch
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Penguin, 14.11.2016
ISBN 9783328100317
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Randall Munroes Kult-Buch "What If - was wäre wenn?" gibt es jetzt als erweiterte Fan-Edition: Mit neuen tollen Kapiteln und in galaktisch schöner Ausstattung. Im großen Format, mit vom Autor gestalteten Einband und einer Weltkarte der trockengelegten Ozeane innen im Buchumschlag.
Randall Munroe, der geniale Autor und Erfinder von xkcd.com, beantwortet die verrücktesten Fragen mit Wissenschaft und fantastischer Kreativität: Von der Wahrscheinlichkeit, in der gesamten Weltbevölkerung seinen Seelenverwandten zu treffen, bis zur Anzahl an Menschen, die den täglichen Kalorienbedarf eines ausgewachsenen Tyrannosaurus decken würden.

Meinung:
Hast du dich nicht schon mal gefragt, was passieren würde, wenn alle Menschen auf der Welt gleichzeitig in die Höhe springen und gemeinsam landen werden? Oder was geschehen würde, wenn die Erde sich plötzlich nicht mehr drehen würde? Diesen und noch unzähligen weiteren Fragen geht der Physiker Randall Munroe nach und kommt mit seinen Überlegungen und Berechnungen zu wirklich ungewöhnlichen und interessanten Antworten. Und mit viel Augenzwinkern und Humor begleitet der Autor seine Antworten, denn Randall Munroe liebt es, die von ihm entworfenen Szenarien bis zum Äußersten zu treiben.
Untermalt sind seine Überlegungen mit vielen witzigen Cartoons, um seine theoretischen Schilderungen plausibel zu veranschaulichen. Zwar hält Munroe hier viel Fachwissen bereit und packt dementsprechend viele physikalische/mathematische Begriffe in seine Texte, doch er schafft es, seine Thesen so zu erläutern, dass man diese auch als Laie nachvollziehen und verstehen kann. Dabei nimmt sich der Autor nicht zu ernst und schlägt einen lockeren Plauderton an, was dieses Buch zu einem echten Leseerlebnis werden lässt. Man fühlt sich als Leser verstanden und ehrlich gesagt hätte ich Munroe gerne als Lehrer gehabt, denn es fiel mir nicht schwer, seinen Überlegungen und Erklärungen zu folgen.
Egal ob man das Buch konsequent von vorne nach hinten, oder beliebig und querbeet liest, immer wieder findet man verblüffende Informationen und ich war immer wieder überrascht über die Fragen und welche Gedanken sich manche Menschen machen. Oft haben die Antworten auch zu herzhaften Lachern gesorgt, besonders laut vorgelesen.
Am Ende des Buchs findet sich noch ein Quellenverzeichnis, in dem man etliche Links findet, um die von Munroe erstellten Antworten zu überprüfen. Die liebevolle Aufmachung des Buchs ist ein weiteres Highlight, denn nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch macht dieses Buch etwas her.

Fazit:
What if? Was wäre wenn? ist ein beeindruckendes Buch, nicht nur zum Selberlesen und Schmökern, sondern auch wundervoll zum Verschenken. Spannende Fragen, verblüffende Antworten und ein sehr sympathischer, witziger Schreibstil sorgen für großartige Lesestunden.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Knaus Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(80)

142 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 72 Rezensionen

kamerun, usa, new york, finanzkrise, american dream

Das geträumte Land

Imbolo Mbue , Maria Hummitzsch
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462047967
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Jende Jonga hat es endlich geschafft, seine Frau und seinen kleinen Sohn aus Kamerun nach Amerika zu holen. Das Glück scheint komplett, als Jende den Job als Chauffeur von Clark Edwards, einem Manager der Lehmann Brothers Bank, ergattert. Und Mrs Edwards engagiert Jendes Frau sogar als Haus- und Kindermädchen in ihrem Sommerhaus in den Hamptons. Die beiden Familien könnten unterschiedlicher nicht sein und wollen doch dasselbe: ihren Kindern eine gute Zukunft bieten. Allerdings ist das Leben der Bankerfamilie längst nicht so perfekt und glamourös, wie es zunächst scheint. Als Lehman Brothers pleitegeht, ist die Fassade nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Die Jongas versuchen verzweifelt, Jendes Job zu retten – auch um den Preis ihrer Ehe. Das Leben der beiden Paare wird dramatisch auf den Kopf gestellt und Jende sieht sich gezwungen, eine unmögliche Entscheidung zu treffen.

Meinung:
2008 steuert die Finanzkrise auf einen ihrer Höhepunkte zu: Den Konkurs der Lehman Brothers. Dort arbeitet Clark Edwards in einer leitenden Position. Doch nicht er steht im Mittelpunkt dieses Romans, sondern sein Chauffeur Jende Jonga. Jende ist aus Kamerun eingewandert, wartet darauf, dass sein Asylantrag akzeptiert wird und hat zwischenzeitlich seine Frau und seinen Sohn nach Amerika nachgeholt. Das Leben der Jongas scheint auf den ersten Blick entbehrungsreich, verglichen mit ihrem Leben in Kamerun aber reicher. Doch trotz der räumlichen Distanz zur Heimat lassen sich alte Gewohnheiten und Erziehungen nicht abstellen. Und so stellt sich nach und nach die Frage, ob der amerikanische Traum wirklich das Ziel aller Dinge sein kann.
Ich habe diesen Roman mit einem besonderen Hintergrund lesen können. Dank der Familie meines Mannes habe ich tatsächlich selber ein wenig Bezug zu dem Land Kamerun. Und so kenne ich mittlerweile ein paar Kameruner, habe Geschichten und Einblicke in die kamerunische Mentalität erhalten und somit viele Vergleichspunkte zu den Situationen und dem Leben der Afrikaner finden können. Imbolo Mbue bringt die Einstellungen zu Familie und das Leben in Kamerun sehr präzise näher, zeigt die Eigenarten ihrer Landsleute mit all ihren positiven und negativen Seiten. Und schafft es, dass der westliche Leser ein wenig Verständnis für ihr Volk aufbringen kann. Familie geht über alles, ebenso wie der Stand und die Verhältnisse, in die man hinein geboren wurde. Und auch wenn viele Handlungen bei uns für Kopfschütteln sorgen, so zeigt sich doch die enge Verbundenheit der Familien dort untereinander. In einem klugen Kontext vergleicht Mbue hier die verschiedenen Lebensstile, erzählt aber auch eine Geschichte über die Frauen ihres Landes. Es war nicht immer leicht, alles zu akzeptieren, wie es hier Roman verläuft, aber es macht das Buch sehr realistisch und regt zum Nachdenken an.
Die Protagonisten im Roman sind zum Teil großartig ausgearbeitet. Mühelos gelingt es, sich in Jende und seine Frau Neni hineinzuversetzen. Ein wenig schwieriger wird es hier mit den amerikanischen Figuren, allen voran Mr. und Mrs. Edwards, doch auch nach der anfänglichen Kühle, die beide ausstrahlen, wird der Zugang zu ihren Rollen nach und nach leichter. Erzählt wird der Roman in der dritten Person, die Blickwinkel wechseln sich zwischen Jende und Neni ab. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sind öfters auch mal etwas kürzer. Imbolo Mbue schafft es ganz gut, bis zur Mitte des Romans die Spannung zu halten, danach flaut die Geschichte ein wenig ab, nimmt dann aber doch noch einmal Fahrt auf, um das Finale einzuläuten.

Fazit:
Das geträumte Land ist vor allein ein Roman der Kontraste: Kamerun gegen die USA, Reich gegen Arm, Schwarz gegen Weiß... Aber dieses Buch erzählt auch von Werten, von Familien und Kulturen, von Ansichten und Einsichten vor einem immer aktuellen Hintergrund. Die Autorin schafft Verständnis für ihre Wurzeln und zeigt ebenso die Schattenseiten von zwei Kulturkreisen auf, wie auch deren Stärken.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

ch: niveau 2016

Aus schierer Wut

Geoff Dyer , Stephan Kleiner
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 17.11.2016
ISBN 9783832198442
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Ehrfurcht ist die Mutter aller Schreibblockaden. Das bekommt auch Geoff Dyer zu spüren, als er sein nächstes Buch angeht: eine Studie über sein Vorbild D. H. Lawrence, den Schöpfer der ›Lady Chatterley‹. Schon das Notizenmachen will nicht gelingen. Also versucht er es mit einem Roman. Den wollte er ohnehin schreiben. Aber wie soll er das schaffen, wenn er nicht einmal weiß, wo er wohnen will? Vielleicht könnte er mit seiner Freundin in Rom sesshaft werden. Oder aber ein wenig herumreisen. Aber auf der griechischen Insel Alonissos ist es einfach zu ruhig zum Arbeiten. Und auf Sizilien will erst mal seine Abneigung gegen Meeresfrüchte verarbeitet werden …
›Aus schierer Wut‹ ist das Porträt eines Autors in einer Schaffenskrise – klug, sprachmächtig und so komisch, dass es einem vor Lachen die Tränen in die Augen treibt. Gequält, gleichermaßen beschwingt und übellaunig reist Geoff Dyer durch die Welt, erzählt von seiner Unfähigkeit, ein Projekt zu Ende zu führen, geschweige denn eines zu beginnen, und lässt doch wie durch ein Wunder dieses Buch vor unseren Augen entstehen. Über alles und nichts hat noch niemand so scharfsinnig, treffsicher und vergnüglich geschrieben.

Meinung:
Geoff Dyer hat große Ziele. Er möchte eine Studie über sein großes Vorbild D. H. Lawrence verfassen. Pläne hat er jede Menge, doch die Umsetzung seines Werks scheitert an seiner Schreibblockade. Egal welchen Weg er versucht zu wählen, immer wieder steht er sich und seiner Motivation im Wege. Und an Ausreden mangelt es Dyer nicht, um sein Werk hinauszuzögern.
Geoff Dyer hat es mir diesem Werk nicht einfach gemacht. Auf der einen Seite war es faszinierend zu lesen, wie es einem Menschen in einer Schaffenskrise ergeht. Auf der anderen Seite haben mich die ständigen Wiederholungen schier Wahnsinnig gemacht. Auch wenn Dyer viele Ortswechsel einbringt, so bleiben seine Ausflüchte immer die gleichen, warum er die Studie nicht anfangen oder weiterschreiben kann. Das wurde auf die Dauer sehr ermüdend.
Ich musste das Buch oft pausieren und konnte es nicht an einem Stück lesen, aber trotz all der anstrengenden Passagen im Roman, sind auch sehr viele nahe Momente darin enthalten, in denen man den Autor voll und ganz verstehen kann und fühlt, wie ihn die Blockade mitnimmt. Trotzdem hat das die zahlreichen Wiederholungen nicht ganz Wett machen können, denn auch Dyers Erzählstil, hier übersetzt von Stephan Kleiner, wird dadurch anstrengender wie erhofft.
Einzelne Kapitel finden sich im Roman nicht, nur Absätze unterteilen hier die Geschichte. Auch das hat das Lesens anstrengend gemacht und bei mir öfter zum Beiseitelegen des Buchs geführt. Da Dyer hier einen sehr persönlichen Bericht geschrieben hat, liest man seine Erfahrungen aus der Ich-Perspektive. Ihr merkt schon, man muss ein wenig Geduld für den Roman mitbringen, denn auch wenn hier einige Faktoren das Lesevergnügen eingetrübt haben, schlecht ist der Roman keinesfalls und es finden sich auch viele wirklich witzige und menschliche Momente im Buch. Man muss hier nur ein wenig Durchhaltevermögen an den Tag legen und sich auf die Geschichte einlassen können.

Fazit:
Aus schierer Wut ist ein beeindruckendes Buch, aber auch ein schwieriges. Es gab Stellen, wo ich aufgeben wollte, da der Autor sich unheimlich oft wiederholte und es scheinbar keinen Fortschritt gab, aber es gibt auch so viele menschliche und heitere Momente im Roman, die die Längen aufwerten.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

heimische tiere, tiere, illustriert, felix bork, lehrreich

Oh, ein Tier

Felix Bork
Fester Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783847906339
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Sie denken, Bambi wäre ein Reh? Dann, und nicht nur dann, sollten Sie dieses Buch in die Hände nehmen: Umwerfend schön illustriert und mit einem eigenen Witz, der garantiert zum Lachen bringt, ein schwerer Schatz für alle Freunde von Natur und Design, Illustration und anstößigem Humor.
Übrigens: Bambi ist ein Weißwedelhirschkitz. Wir haben ja gesagt, Sie sollten dieses Buch lesen.

Meinung:
Was für ein Brocken von Buch. Das war der erste Gedanke, der mir bei diesem Werk durch den Kopf schoss. Doch schon beim ersten flüchtigen durchblättern merkte ich, dass ich hier ein ganz und gar ungewöhnliches Buch in der Hand hielt.
Felix Bork nimmt sich und seine Umwelt nicht ganz so ernst, gerne mal auch wortwörtlich und hält seine Gedanken und Gedankenspiele gerne als Comicstrips fest. Sein Zeichenstil ist mitunter sehr primitiv und einfach, aber gerade bei den Tierzeichnungen hat Felix Bork ein Auge für Details. Wirken diese auf den ersten Blick reichlich grob, so sind doch alle Feinheiten und Muster, die das Tier ausmachen, gut zu erkennen. Mir haben die Tierbilder, bis auf wenige Ausnahmen, richtig gut gefallen.
Das Buch selber ist in 8 Kategorien eingeteilt: Insekten, Spinnen, Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetier und Vergessene Arten. Jede Kategorie wird mit einem wissenschaftlichen Text zu den Eigenarten der jeweiligen Hauptkategorie eingeleitet. Der Autor hat es sich aber nicht nehmen lassen, mit Randbemerkungen Vereinfachungen der Fachbegriffe zu erläutern, teilweise in einer recht rohen Sprache. Auch gibt er dort direkt Seitenzahlen an, an denen er die entsprechenden Punkte selber aufgreift.
Es folgen allgemeine Infos zu der Tiergruppierung, wie Lebensraum, Nahrung, Körperbau, etc. Auch hier wird alles in einer vereinfachten, bebilderten Weise dargestellt. Gerne auch mit einem Augenzwinkern und reichlich Humor. Dieser zielt übrigens auch oft unter die Gürtellinie, so dass das Buch auf keinen Fall etwas für kleine Kinder ist! Die vom Verlag empfohlene Altersangabe ist 14, und ganz ehrlich, jünger sollten die Leser wirklich nicht sein, es sei denn, man ist als Erwachsener gewillt, peinliche Fragen zu beantworten ;)
Aufgrund seiner Größe und seines Gewichts eignet sich dieses Bestimmungsbuch nicht wirklich, um mit raus in die Natur genommen zu werden. Aber es öffnet ein wenig den Blick für die Umwelt und die Tiere um einen herum, so dass man wieder ein wenig achtsamer und aufmerksamer durch die Natur läuft.

Fazit:
Ich habe oft und herzhaft gelacht, manches Mal stieg mir die Röte in die Wangen, aber genauso oft konnte ich mich einfach nur an den tollen Zeichnungen erfreuen. Mit viel schwarzem Humor, Augenzwinkern und einer Liebe zu Details ist Felix Bork hier ein sehr ungewöhnliches, aber nichtsdestotrotz großartiges Buch gelungen, das man gerne immer wieder zur Hand nimmt. Nur für ganz junge Leser ist es noch nichts.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

rezept, camping, outdoor, berge, trekking

The Great Outdoors

Markus Sämmer , Steffen Schulte Lippern , Peter Greppmayr
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Neuer Umschau Buchverlag, 05.01.2017
ISBN 9783865288332
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Du willst raus! Einfach mal offline sein, den Stress des Alltags vergessen und die Muskeln beim Sport arbeiten lassen. Doch draußen gibt es keine Kühlschränke und keine Einbauküchen – wer auch in der freien Natur auf eine gesunde, leckere und abwechslungsreiche Ernährung nicht verzichten möchte, muss manchmal das ein oder andere Hindernis umschiffen.
Das kennt auch Markus Sämmer – ausgebildeter Koch und Outdoor-Spezialist. Für The Great Outdoors hat er seine besten Tricks und Tipps sowie eine Vielzahl gesunder und unkomplizierter Rauszeit-Rezepte zusammengestellt: Ob für den Grill oder den Campingkocher, fürs Frühstück, eine gelungene Powermahlzeit zwischendurch oder ein gediegenes Abendessen, ob Burger, Eintopf oder Curry, ob Durstlöscher oder Dessert – in diesem Buch zeigt sich die ganze kulinarische Vielfalt, die ein Leben unterwegs bieten kann. Zudem liefert Sämmer Informationen für die optimale Vorbereitung zu Hause sowie praxisnahe (und vor allem -erprobte) Tipps zum Leben mit und in der Natur.
Also, auf geht’s! Es ist an der Zeit, sich auf den Weg zu machen: zu Fuß, mit dem Camping-Bus oder dem Mountainbike. Hauptsache raus, dem nächsten eigenen Abenteuer entgegen!

Meinung:
Für ungewöhnliche Kochbücher bin ich ja immer zu haben :) Und ungewöhnlich ist es auf jeden Fall, denn es thematisiert, wie man sich als Camper vollwertig und lecker ernährt und bekocht. Und wartet dabei auch noch mit zahlreichen praktischen Tipps auf.
Nach einer kurzen Einführung des Kochs erhält man in 7 großen Kapiteln eine gute Übersicht, was man wie und wo kochen kann. Angefangen mit dem Kapitel, dass die Vorbereitungen daheim beinhaltet, über das Frühstück, Durstlöscher und Wachmacher, bis hin zu Nachtischen findet man hier Rezepte für jede Lebenslage. Markus Sämmer hält hier Rezepte für Riegel und Brotzeiten ebenso parat wie für die warme Mahlzeit, zubereitet auf dem Gaskocher oder dem Camping Herd. Praktischerweise werden die Mengenangaben hier nicht nur mit Gramm und Kilo angegeben, sondern auch mit Tassen und Löffeln, denn wer hat schon eine Waage auf seinem Outdoor-Ausflug mit dabei?
Die Rezepte sind einfach und simpel geschrieben, so dass das Nachkochen auch dem Laien leicht fallen sollte. Außerdem finden sich über jedem Rezept kleine Symbole, die Aussagen über die Zubereitung geben. So steht z. B. der Rucksack dafür, dass man dieses Gericht gut in eine Brotzeit-Box passt und gut mitgenommen werden kann. Eine genaue Erklärung zu jedem Symbol befindet sich aber auf den ersten Seiten des Buchs.
Neben den echt sehr ansprechenden Bildern der Gerichte, sind auch unzählige Outdoor-Bilder im Buch, die direkt Lust darauf machen, selber loszufahren. Außerdem hält Sämmer hier viele praktische Tipps und Tricks rund ums Campen und den Outdoorspaß bereit, sowie persönliche Anekdoten seiner Reisen. Auch werden verschiedene Freizeitaktivitäten ausführlich erklärt und auf Zubehör zum Campen eingegangen. Somit hat man als Outdoor-Laie hier eine solide Grundlage, die man dann je nach persönlicher Erfahrung abändern oder erweitern kann.
Somit ist The Great Outdoors sehr viel mehr, als einfach nur ein Kochbuch. Und als besonderen Bonus findet sich am Ende des Buchs ein extra Büchlein zum raus- und mitnehmen, in dem nochmal alle Rezepte zusammengefasst sind. So hat man immer die Rezepte zur Hand, ohne das ganze Buch mitzuschleppen.

Fazit:
The Great Outdoors ist ein wirklich spannendes Buch. Neben tollen und simplen Rezepten, die man auch prima daheim nachkochen kann, erhält man hier ein schönes Standard-Werk für Outdoor, Campen und Reisen.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Neuer Umschau Buchverlag für das Rezensionsexemplar.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Zwölf Mal Juli

Astrid Rosenfeld
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.11.2016
ISBN 9783257243673
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
»Liebe Juli, ich komme in zwölf Tagen. Bist Du da? Jakob« Juli, eine Schriftstellerin mit Stapeln unbezahlter Rechnungen, exzentrischen Freunden und einer Neigung zu überlebensgroßen Träumen, bleiben zwölf Tage, bis sie Jakob wiedersieht – den Mann, der ihr das Herz gebrochen hat. In dieser Zeit trifft sie auf zwölf Menschen. Das Porträt einer eigenwilligen jungen Frau in zwölf verrückten und skurrilen Begegnungen.

Meinung:
Wenn einen die große Liebe plötzlich verlässt, steckt man das nicht einfach so weg. Und wenn besagte Person sich nach Jahren der Funkstille unverhofft meldet, geht auch das nicht spurlos an einem vorbei. So ergeht es Juli, die Jakob damals einfach sitzen gelassen hat. Nun ist Juli sich unsicher, wie sie auf Jakobs Kontaktaufnahme reagieren soll. 12 Tage bleiben ihr noch, bis Jakob eintrifft. Ob die Zeit reicht, sich über ihr Leben und ihre Gefühle klar zu werden?
Juli ist eine sehr verloren wirkende Frau. Ihre Familienverhältnisse sind bizarr, die Mutter passt sich den jeweiligen Partnern an, der einst tyrannische Vater lebt in einer vollgestopften Wohnung. Niemanden scheint sie es recht machen zu können und die Kreativität, die ihr Leben finanzieren soll, lässt auch auf sich warten. Meine Sympathien hat Juli ganz eindeutig für sich gewinnen können. Die Nebenfiguren im Roman nehmen zum Großteil nur eine begleitende Rolle ein um Julis Figur abzurunden und voranzutreiben. Mir persönlich hat die Handhabung der Charaktere sehr gut gefallen und ich habe in diesem Werk nichts vermisst.
12 Kapitel durchziehen dieses kleine, aber feine Buch. 12 Menschen begleiten Juli durch die Tage und sorgen dafür, dass Juli sich mit ihrem Leben auseinandersetzt. Astrid Rosenfeld hat einen sehr poetischen, ruhigen Roman geschrieben, der subtil wirkt und stark zum Nachdenken anregt. Julis Geschichte hat mich berührt und ich bin beeindruckt, wie dicht und komplex die Autorin ihre Hauptfigur auf den wenigen Seiten aufgebaut hat. Die Handlung ist etwas verrückt, aber sehr unterhaltsam, was für genügend Spannung und Abwechslung sorgt. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und Julis Geschichte wird in der dritten Person erzählt, wobei der Blickwinkel auf die Hauptfigur gerichtet bleibt.

Fazit:
Zwölf Mal Juli ist ein kleines, aber intensives Buch. Ich mochte Juli und ihre Geschichte sehr gerne. Der Weg durch die 12 Tage war berührend und nachdenklich stimmend, der Erzählstil bezaubernd und prägnant.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

japan, niederlande, kees beijnum, zweiter weltkrieg

Die Zerbrechlichkeit der Welt

Kees Beijnum , Hanni Ehlers
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 03.10.2016
ISBN 9783570102817
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Tokio 1946: Der Richter Rem Brink ist vom niederländischen Außenministerium zu den sogenannten Tokioter Prozessen gesandt worden, um mit den Siegermächten die japanischen Kriegsverbrechen aufzuarbeiten. Brink ist sich seiner besonderen Verantwortung bewusst, sucht gleichzeitig aber auch Zerstreuung in einer Liaison mit der jungen Sängerin Michiko. Durch sie lernt er eine ganz andere, faszinierende Seite Japans kennen. Doch als Michiko ihn um einen Gefallen bittet, der seinen politischen und moralischen Grundsätzen widerspricht, wird die Beziehung auf eine harte Probe gestellt …

Meinung:
Im Jahre 1946 ist der 2. Weltkrieg vorbei und die Verlierer des großen Kriegs müssen sich in Prozessen ihren Taten stellen. So auch Japan, das einstige Kaiserreich, das sich nun einem neuen System unterordnen muss. Der Kaiser ist abgesetzt, die Demokratie soll Einzug halten. Unter den vor Ort gastierenden Richtern ist auch der Niederländer Rem Brink. Das fremde Land und seine fehlende Familie setzen dem Mann zu. Japans Kultur und die Wesenszüge der Einheimischen machen die Einsamkeit noch größer. Als er die Sängerin Michiko kennen lernt, erhält er einen Lichtblick am Horizont, der ihm auch den Blickwinkel auf die Ereignisse rund um die Japaner erweitert. Doch Empathie für die Verlierermacht ist nicht gerne gesehen am Richterhof und Brinks Karriere gerät ins Wanken. Aber auch für Michiko ändert sich das Leben radikal, als sie sich mit Brink einlässt.
Im Vordergrund der Geschichte stehen nicht nur Rem Brink und die Japanerin Michiko, sondern auch Michikos Cousin Hideki, der in China als Soldat der japanischen Armee gedient hat und versiert zurückgekehrt ist. Beeindruckend an den Figuren ist, dass sie sehr gut die japanischen Mentalitäten und Verhaltensweisen wiederspiegeln. So ist Michiko zwar eine großartige Sängerin, die unter westlicher Anleitung eine große Karriere anstrebt, auf der anderen Seite aber ist sie ihrer Erziehung und den Werten der japanischen Gesellschaft treu. So wirken die Japaner eher kühl und etwas undurchsichtig im Roman, agieren aber genau nach den ihnen wichtigen Normen und Regeln und sind somit sehr authentisch. Die Figuren polarisieren, stoßen den Leser aus seiner Komfortzone und wirken lange nach.
Auch die Geschichte selber vermittelt den japanischen Geist, ist eher ruhig, legt das Augenmerk auf die Handlung und stellt augenscheinlich die Gefühle zurück. Doch zwischen den Zeilen brodelt die Handlung und berührt mit ihrer Emotionalität. So bleibt der Roman sich treu, kann den japanischen Geist und die Gesellschaft perfekt wiederspiegeln und berührt den Leser. Der einnehmende Erzählstil, hier übersetzt von Hanni Ehlers, macht das Buch zu einem Pageturner und so habe ich mit Spannung den Weg von Brink, Michiko und Hideki verfolgt, habe mitgelitten, gefiebert, gehofft und gebangt. Die Kapitel sind moderat lang, das Buch selber in drei Teile unterteilt. Und neben den Schicksalen der drei Hauptfiguren erhält man hier einen neuen Blickwinkel auf die Ereignisse im 2. Weltkrieg, sowie Einblicke in eine Kultur, die von unserer so verschieden ist.

Fazit:
Die Zerbrechlichkeit der Welt ist ein zart erzählter, im ersten Eindruck eher kühler Roman, der einen spannenden Einblick in eine uns eher fremde Kultur gewährt, dabei doch hochemotional ist und gut recherchiert wurde. Die Schicksale bestürzen und berühren. Und es war überaus interessant und lehrreich, einen anderen Aspekt und Bereich des 2. Weltkriegs kennen zu lernen.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

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28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

liebe, schottland, familie, hochzeit, liebesroman

Glückssterne

Claudia Winter , Jessica Schwarz
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 12.12.2016
ISBN 9783844524406
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Karriere, Heirat, Kinder. Die Anwältin Josefine weiß genau, was sie vom Leben erwartet. Doch kurz vor der Hochzeit brennt Josefines Cousine mit einem Straßenmusiker nach Schottland durch, den legendären Familienring im Gepäck. Als ihre abergläubische Großmutter daraufhin der Ehe ihren Segen verweigert, bleibt Josefine keine Wahl: Kurzentschlossen reist sie hinterher und gerät von einem Schlamassel in den nächsten. Gottseidank ist da auch noch der charismatische Konditor Aidan, der der Braut in spe immer wieder aus der Patsche hilft – dabei ist dieser Charmeur der Letzte, vor dem sie sich eine Blöße geben möchte. Aber der Zauber Schottlands lässt niemanden unberührt, und schon bald passieren seltsame Dinge , die so gar nicht in Josefines Lebensplan passen …

Meinung:
Für die Anwältin Josefine läuft am besten alles nach Plan. Abweichungen hasst sie und Spontanität ist ihr nicht geheuer. Verlobt mit ihrem Anwaltskollegen Justus, der genau die gleichen Ziele wie sie verfolgt, scheint sie den perfekten Partner für sich gefunden zu haben. Dass Justus langweilig ohne Ende ist, stört sie dagegen weniger. Für die Trauung benötigt sie aber unbedingt den Familienbrautring, denn ohne den Ring steht die Ehe unter keinem guten Stern, sind doch alle Ehen, die ohne den Ring geschlossen wurden, gescheitert. Doch so einfach wird es natürlich nicht für Josefine, denn ihre Cousine Charly hat den Ring gestohlen und sich nach Schottland abgesetzt. Kurzentschlossen reist Josefine ihr nach, denn ohne den Ring kein Segen der Großmutter, die als Familienoberhaupt die Zügel in der Hand hält. In Schottland trifft Josefine auf den charismatischen Aidan, der ihr aus so mancher Patsche hilft, denn Charlie zu finden ist gar nicht so einfach. Josefine wird aus ihrer Komfortzone geschubst und muss sich so einige unbequeme Frage über sich und ihr Leben stellen.
Auch wenn Josefine auf den ersten Blick sehr anstrengend wirkt, ich mochte sie von Anfang an sehr gerne und meine Sympathien für sie waren direkt sehr hoch. Als Leser erkennt man den Langweiler Justus direkt und natürlich fragt man sich, was sie an ihm findet. Die Herangehensweise der Charaktere ist somit also nichts neues, dafür aber sehr liebevoll und charmant umgesetzt. Auch Aidan mochte ich natürlich direkt auf Anhieb und die Chemie zwischen Josefine und Aidan lässt das romantische Herz direkt höher schlagen. Die zwei passen sehr gut zusammen, es gibt genügend Reibungspunkte um einige lustige Wortgefechte zu erzeugen und auch die vielen Nebenfiguren sind mit viel Liebe und Charme umgesetzt worden, allen voran die Zwillinge, die meine heimlichen Favoriten im Roman wurden.
Gelesen wird die Geschichte von Jessica Schwarz und nach anfänglicher Skepsis hat sich Frau Schwarz auch als richtige Wahl für dieses Hörbuch erwiesen. Anfangs dachte ich, dass Jessica Schwarz die Geschichte zu getragen erzählt, ist doch auch viel Witz in diesem Buch vorhanden. Doch nach einigem Einhören ist sie die perfekte Wahl für die doch eher etwas spröde Josefine, denn die Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt. Und den Witz kann die Sprecherin tatsächlich auch gut rüberbringen. Und so wurden mir die Stunden, in denen ich diesem Buch lauschte, nicht lang. Viel zu schnell war die Geschichte erzählt und dass das Hörbuch eine gekürzte Version des Romans ist merkt man ihm nicht an. Natürlich hat das Ende mich nicht wirklich überraschen können, aber der Weg bis zum Happy End hat einfach unheimlich viel Spaß gemacht, besonders da Claudia Winter ihre Figuren auch konsequent weiter entwickelt hat, Ereignisse, Erlebnisse und Erfahrungen nicht einfach schnell abhandelt und somit Glaubwürdigkeit beim Reifungsprozess ihrer Figuren entwickelt.

Fazit:
Auch mit ihrem zweiten Roman Glückssterne konnte mich Claudia Winter wieder überzeugen. Eine schöne, kluge und gut durchdachte Geschichte fürs Herz, sympathische und hervorragend ausgearbeitete Figuren, eine glaubwürdige Entwicklung und ein tolles Setting haben mir unheimlich schöne Hörstunden bereitet.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Hörverlag für das Rezensionsexemplar.

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