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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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LYKKE

Meik Wiking
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 26.10.2017
ISBN 9783431039955
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rezension Meik Wiking - Lykke

Klappentext:
In jedem Land der Welt, unabhängig von Wohnort, Religion oder Vermögen gibt es Menschen, die sich als glücklich – dänisch lykkelig - empfinden, insgesamt drei Prozent der Weltbevölkerung. Was machen sie anders als die anderen? Was zeichnet sie aus? Und was können wir selbst tun, um glücklich zu sein? Meik Wiking stellt die Grundregeln des glücklichen Lebens auf, wissenschaftlich erforscht, weltweit erprobt – und gar nicht so schwer nachzumachen…

Meinung:
Was ist Glück, was macht das Glück aus und wie wird man glücklich? Dieser Frage geht der dänische Autor Meik Wiking nach, der schon mit seinem vorherigen Buch Hygge einem Lebensgefühl nachgespürt hat.
In 9 Kapitel durchleutet der Forscher das Thema Glück, nennt Statistiken und vergleicht diese mit seiner persönlichen Lebenssituation. Er geht der Frage nach, wie man Glück misst und was das persönliche Glück für einen ausmacht. Sind es Themen wie Geld, Gesundheit oder Freiheit? Wie kann man sein Leben glücklicher gestalten? Auch auf diese Fragen hat der Autor einige Antworten und Tipps bereit.
Neben dem schönen, persönlichen Erzählstil ist es auch die Aufmachung des Buchs, die hervorsticht. Viele liebevolle Illustrationen und zahlreiche Bilder lockern das Buch auf und lassen einen das Werk gerne immer wieder in die Hand nehmen.
Natürlich muss man das Buch auch nicht zwingend chronologisch von vorne nach hinten durchlesen, sondern findet auch bei gezielter Kapitelwahl immer wieder inspirierende Texte. Gerade die vielen kleinen Tipps, die sich spielend leicht im Leben einbauen lassen und oft kaum Arbeit mit sich bringen, haben mir unheimlich gut gefallen. So hofft man, dass dieses Buch noch viel mehr Leser finden wird, damit die Welt für alle ein glücklicherer Ort werden kann. Denn was gibt es schöneres, als geteiltes Glück?

Fazit:
Lykke – Der dänische Weg zum Glück ist nicht nur optisch ein Highlight, sondern auch inhaltlich. Klug recherchiert, sympathisch erzählt und mit vielen praktischen Beispielen und Tipps durchzogen, sowie zahlreichen Illustrationen und Bildern, die das Buch auflockern und dafür sorgen, dass man es immer wieder gerne zur Hand nimmt.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

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38 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Mudbound – Die Tränen von Mississippi

Hillary Jordan , Karin Dufner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 02.11.2017
ISBN 9783866124561
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Hillary Jordan - Mudbound: Die Tränen von Mississippi

Klappentext:
Mississippi, 1946: Laura McAllan ist ihrem Ehemann zuliebe aufs Land gezogen, der als Farmer einer Baumwollplantage Fuß fassen will. Doch ihr ist die Umgebung fremd, und auf Mudbound gibt es weder fließendes Wasser noch Strom. Unterstützung erhalten die McAllans durch die Jacksons, ihre afroamerikanischen Pächter. Die aufgeweckte Florence Jackson hilft Laura, wo sie nur kann. Aber auch wenn der Alltag sie an ihre Grenzen treibt und sie für gewöhnlich nicht auf den Mund gefallen ist, würde sie es nicht wagen, ihre Stimme zu erheben und Missstände anzumahnen. In diese angespannte Situation geraten zwei junge Kriegsheimkehrer: Florences Sohn Ronsel und Lauras Schwager Jamie. Deren Freundschaft wird zu einer Herausforderung für beide Familien, und so lassen Missgunst und Ausgrenzung die Stimmung bald kippen ...

Meinung:
Die Geschichte spielt in Mississippi gegen Ende der 1940er Jahre. Kriegstraumata müssen immer noch überwunden werden und die Rassentrennung beherrscht den Alltag der Menschen. In diesen Jahren beschließt Henry MacAllen sich seinen Traum einer eigenen Farm zu erfüllen. Doch schon von Anfang an scheint das Schicksal ihnen nicht gewogen zu sein. Erst muss Henrys Vater mitkommen, dann steht das gemietete Haus nicht zur Verfügung und das Wetter ist alles andere als ihnen gewogen. Die Pächter machen Ärger, es drohen Ernteausfälle und als dann Bruder Jamie aus dem Krieg heimkehrt, ziehen weitere Dämonen in die Familie ein, bis die Situation eskaliert.
Schon auf den ersten Seiten erfährt man, dass der Vater von Henry und Jamie Tod ist. Doch wie kam es zu dem Todesfall? Wie starb er und welche Ereignisse haben zu dieser abschließenden Szene geführt? Und so wird die Geschichte von hinten nach vorne aufgerollt durch die Stimmen vieler Protagonisten. So kommen hier nicht nur Henry und Jamie zu Wort, sondern auch Laura, Henrys Ehefrau, sowie die Pächter Florence und ihr Mann Heb, sowie deren Sohn Ronsel.
Durch diese vielen verschiedenen Blickwinkel bekommt der Roman eine ganz besondere Dynamik und die Dramatik der Geschichte kann geschickt gesteigert werden. Auch lernt man die Progatonisten dadurch sehr gut kennen und baut eine starke Verbindung zu ihnen auf. Natürlich hat man hier Figuren, die einem mehr oder weniger sympathisch sind, doch schafft die Autorin es spielend, dass man sich in deren Gedanken und Handlungen sehr gut einfinden kann. Die wechselnden Blickwinkel sorgen auch dafür, dass es in der Handlung abwechslungsreich bleibt und somit keine Längen auftauchen.
Wirklich beeindruckt hat mich aber hier noch mehr, wie gekonnt hier die Themen des Romans miteinander verknüpft werden. Hillary Jordan erzählt über Rassismus, über den Krieg, über das Leben auf einer Farm, die trotz modernerer Zeiten rückständig wirkt und natürlich über die Auswirkungen des Kriegs auf das Leben der Soldaten und ihrer Familien.

Fazit:
Mudbound ist ein richtig gutes Buch, dramatisch und kritisch, spannend und bewegend. Ich bin jetzt schon gespannt, ob die Serie an das Buch anknüpfen kann.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

alles über heather, matthew weiner, roman

Alles über Heather

Matthew Weiner , Bernhard Robben , Ulrich Matthes
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 13.11.2017
ISBN 9783837140354
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Matthew Weiner - Alles über Heather (Hörbuch)

Klappentext:
Mark und Karen Breakstone haben spät geheiratet. Bald kündigt sich Nachwuchs an, die Tochter wird auf den Namen Heather getauft, und die kleine, wie es scheint, recht perfekte Familie lebt ihr von materiellen Sorgen freies Leben in Manhattan. Doch das Dreieck Vater-Mutter-Kind ist labil. Heather, das von allen vergötterte Mamakind, verändert sich, als sie in die Pubertät kommt, sie wendet sich von der Mutter ab, die das nicht verkraftet.
Parallel erzählt Matthew Weiner das Schicksal von Bobby Klasky, Kind einer drogensüchtigen Prostituierten, geboren in die Hölle hinein. Sein Lebensweg führt ihn nach einer Vergewaltigung ins Gefängnis, wo ihm der letzte Rest von Menschlichkeit abhanden kommt. Als sich die beiden Geschichten kreuzen, kann es nur zur Katastrophe kommen. Und im Mittelpunkt steht, ohne es zu wissen, Heather.

Meinung:
Das Ehepaar Mark und Karen Breakstone hat spät geheiratet und dementsprechend spät ein Kind bekommen: Heather. Diese ist der Augenstern der Eltern. Mark genießt die gemeinsamen Rituale mit der Tochter, Karen widmet sich ganz ihrer Rolle als Mutter, ist Heather doch ein so liebenswertes Kind. Im krassen Gegensatz steht da der Gewalttäter Bobby Klasky, Sohn einer drogensüchtigen Prostituierten und gerade erst aus dem Gefängnis entlassen. Bobby wird auf Heather aufmerksam und weiß, dass er Heather haben muss, um jeden Preis. Das Leben aller drei dreht sich nur um Heather. Doch diese ahnt nicht, wie sehr sie der Mittelpunkt von Mark, Karen und Bobby ist.
Alles über Heather wurde von dem Schauspieler Ulrich Matthes eingelesen, der für den nüchternen, klaren und knappen Erzählstil Weiners genau den richtigen Ton trifft. Trotz der reduzierten Worte entfaltet sich die Geschichte rasch zu einem packenden Drama, dem man mit angehaltenem Atem lauscht, in banger Erwartung, was da kommt. Denn man spürt in jeder Zeile, wie sich das Unglück anbahnt und die verschiedensten Szenarien im Kopf abspielen.
Und trotz der Kürze der Geschichte lernt man seine Pro- und Antagonisten unheimlich gut kennen. Matthew Weiner schafft es, seine Figuren messerscharf zu skizzieren, ihnen Tiefe zu verleihen und die menschlichen und unmenschlichen Züge hervorzugehen.
Wie die Geschichte ausgeht, das werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Denn es lohnt sich, trotz der teilweise sehr drastischen Darstellungsweise, an der Geschichte dran zu bleiben und mitzufiebern.

Fazit:
Alles über Heather packt und lässt den Hörer nahezu atemlos die Geschichte verfolgen. Auch im Hörbuch funktioniert die Geschichte verdammt gut und die aufs Wichtigste reduzierte Geschichte ist unheimlich dich erzählt.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Random House Audio für das Rezensionsexemplar.

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233 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

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Bourbon Lies

J. R. Ward , Marion Herbert , Katrin Kremmler
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei LYX, 24.11.2017
ISBN 9783736304031
Genre: Liebesromane

Rezension:

Rezension J.R. Ward - Bourbon Lies

Klappentext:
Lane Baldwine hat sich nie an der Spitze des Bourbon-Imperiums gesehen. Doch nach dem Tod des Patriarchen findet er sich in der Rolle des Familienoberhaupts und als Leiter der Bradford Bourbon Company wieder. Eine Position, die eigentlich seinem älteren Bruder Edward bestimmt war. Allerdings sitzt dieser im Gefängnis, hat er doch den Mord an ihrem Vater gestanden. Überzeugt davon, dass Edward jemanden schützt, machen sich Lane und seine große Liebe Lizzie auf die Suche nach dem wahren Täter – nur um einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, das ihre Welt für immer verändern wird.

Meinung:
Achtung: Dritter Teil einer Reihe – Spoilergefahr!
Es sieht nicht gut aus für die Familie Bradford. Edward sitzt wegen Mords in Gefängnis, immer neue Gläubiger tauchen auf, die das veruntreute Geld des Familienpatriachtens einfordern, Gin ist mit einem brutalen Mann verheiratet und Miss Aurora scheint ihren Kampf gegen den Krebs zu verlieren. Doch noch sieht Lane nicht alle Fälle davonschwimmen und er versucht sein Bestes, das Familienerbe zu retten. Doch auch die Presse sitzt der Familie im Nacken.
Im abschließenden Band der Bourbon Reihe zieht J. R. Ward nochmal alle Register und spitzt die Dramatik auf Äußerste zu. Aber sie schafft es auch, alle offenen Fäden hier zusammenzuführen. Und wo klärt sich, ob das Erbe der Familie gerettet werden kann und natürlich, ob die Liebe siegt, sei es bei Gin, Edward oder Lane.
Auch kann der dritte Band tatsächlich noch einige Überraschungen bereit alten und sorgt dadurch für ein rundes Lesevergnügen. Die Figurenentwicklung ist weitestgehend glaubwürdig umgesetzt und natürlich konnte mich auch diesmal wieder der Erzählstil für sich einnehmen. Kurzweilig und voller Spannung, Drama und Leidenschaft.

Fazit:
Der Abschluss der Bourbon-Reihe ist rund, spannend, dramatisch und natürlich auch ein wenig Leidenschaftlich, wenn auch die pikanten Szenen hier deutlich sparsamer ausfallen, als noch in den beiden Vorgängern. Diese Serie hat wirklich Spaß gemacht und der Abschluss ist ihrer würdig.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 1 Rezension

Ein Bär namens Paddington. Seine größten Abenteuer

Michael Bond , Käthe Recheis , Brigitte von Mechow , Peter Kent
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 18.09.2017
ISBN 9783407749031
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Rezension Michael Bond - Ein Bär namens Paddington (Kinderbuch)

Klappentext:
Braunes Fell, lustig blitzende Augen, Schlapphut, verbeulter Koffer samt Marmeladenglas – das ist Paddington! Im Sturm erobert der kleine Bär die Herzen der Browns, die ihn bei sich aufnehmen, ohne zu ahnen, worauf sie sich einlassen. Immer wieder sorgt er für Pannen und Katastrophen, weil ihm Rolltreppen und Badewannen, alte Fotoapparate und Theatervorstellungen völlig fremd sind.
Dieser Sammelband enthält »Geschichten von Paddington« und »Paddington hilft, wo er kann.« Ein Vorlesespaß für Groß und Klein!

Meinung:
Passend zum Filmstart des zweiten Paddington-Films wurden die Stimmen der Kinder laut, wieder einmal Geschichten des sympathischen Bärens zu hören. Da kommen die Kinder ganz nach ihrer Mutter, denn auch bei mir steigt bei Verfilmungen immer das Verlagen, das entsprechende Buch in die Hand zu nehmen.
In Ein Bär namens Paddington finden sich direkt beide Bücher von Paddington in einem Band: Geschichten von Paddington und Paddington hilft, wo er kann. Somit hat man auf über 500 Seiten haufenweise Geschichten über den gewitzten Bären mit dem roten Hut und dem Dufflecoat, der bei der Familie Brown wohnt und dort so allerhand entdeckt, um dabei so manche Katastrophe auszulösen.
Paddingtons Geschichten sind ein Klassiker, die immer wieder gerne vorgelesen und gehört werden. Dabei ist es egal wie alt man ist, die Abenteuer des kleinen Bären sind zu keiner Zeit unmodern und amüsieren heute wie damals.
Besonders schön an dieser Ausgabe finde ich, dass hier immer noch die Original-Bilder von Peggy Fortnum zu finden sind, die ich schon in meiner Kindheit geliebt habe und die einfach zu den Paddington-Büchern für mich gehören.

Fazit:
Paddington gehört einfach in jedes Kinderzimmer und ist ein Klassiker, den man in jedem Alter lesen kann. Und es gibt doch nichts schöneres, als geliebte Kinderbuchfiguren mit seinen eigenen Kindern wiederzuentdecken.
Von uns gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Beltz & Gelberg für das Rezensionsexemplar.

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336 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 91 Rezensionen

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Der kleine Teeladen zum Glück

Manuela Inusa
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.10.2017
ISBN 9783734105005
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Manuela Inusa - Der kleine Teeladen zum Glück

Klappentext:
Laurie ist glücklich: Als stolze Besitzerin eines kleinen Teeladens in der romantischen Valerie Lane in Oxford, hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. In Laurie’s Tea Corner verkauft sie köstliche Teesorten aus aller Welt, dort duftet es herrlich, und die Kunden fühlen sich wohl. Denn das gemütliche Lädchen strahlt genau dieselbe Harmonie und Wärme aus wie Laurie selbst. Nur das mit der Liebe wollte bisher noch nicht so richtig klappen, obwohl Laurie seit Monaten von Barry, ihrem attraktiven Teelieferanten, träumt. Das muss sich schleunigst ändern, finden Lauries beste Freundinnen, und schmieden einen Plan …

Meinung:
Die eher etwas introvertierte Laurie führt in einer beschaulichen Gasse in Oxford einen kleinen Teeladen und himmelt seit Monaten ihren Teelieferanten Barry an. Doch mehr aus ihrer Schwärmerei zu machen, das traut sie sich nicht. Erst als ihre Freundinnen, die die umliegenden Geschäfte führen, ihr einen entsprechenden Schubs geben, traut sich Laurie ein wenig aus ihrer Haut heraus. Doch legt man seine Schüchternheit natürlich nicht über Nacht einfach ab. Und dann taucht auch noch Lauries Ex-Mann auf.
Ich gebe zu, bei diesem Roman habe ich einfach auf Wohlfühlmomente gesetzt, als ich allein nur das Cover sah und die Inhaltsangabe las. Romantisch, ein paar Verwicklungen, sympathische Figuren… Romantisch ist das Buch schon. Die Beschreibung der Gasse, des Teeladens und der Atmosphäre, die beide verströmen hat mich durchaus erreicht.
Weniger erreicht hat mich dagegen Laurie und ihre Freudinnen. Zwar lernt man Laurie hier recht gut kennen und erfährt so einiges über sie und erhält auch schon erste Einblicke auf die anderen Damen, die in weiteren Büchern folgen werden, so richtig warm wurde ich aber leider nicht mit ihnen. Insgesamt ist alles hier sehr seicht gehalten. Wirkliche Tiefe kommt an keiner Stelle im Buch auf und auch die Erzählweise wirkte irgendwie zu simpel und sprach mich nicht an. Hier hat einfach das gewisse Etwas gefehlt, um mein romantisches Herz zum Schmelzen zu bringen.

Fazit:
Der kleine Teeladen zum Glück beinhaltet eine sehr schöne Idee, die für meinen persönlichen Geschmack aber zu seicht umgesetzt wurde. Mehr als ein paar nette, aber belanglose Lesestunden, konnte ich im Buch nicht finden und auch zu seinen Figuren fand ich kaum Zugang.
Von mir gibt es 2 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Blanvalet für das Rezensionsexemplar.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Dame zu Fuchs

David Garnett , Maria Hummitzsch
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei btb, 11.12.2017
ISBN 9783442715572
Genre: Romane

Rezension:

Rezension David Garnett - Dame zu Fuchs

Klappentext:
Die Tebricks, ein charmantes, jung verliebtes und frisch verheiratetes Paar, ziehen sich ahnungslos glücklich ins ländliche Oxfordshire zurück, um ein beschauliches Leben zu führen. Bei einem Spaziergang am Waldrand verwandelt sich Silvia Tebrick unerwartet in eine Fähe und kann trotz ihres Anstandes, ihrer Grazie und ihrer guten Erziehung den neu erlangten animalischen Instinkten nicht widerstehen. Richard tut alles in seiner Macht Stehende, um seine Füchsin zu schützen, doch all die Gefahren zu bannen wird zunehmend unmöglich.

Meinung:
Als sich bei einem Waldspaziergang die junge Dame Sylvia Tebrick in einen Fuchs verwandelt, ist in der Ehe mit ihrem Mann nichts mehr so wie es einst war. Um seine Frau zu schützen entlässt er die Angestellten und versucht sein Bestes, seine Frau vor Gefahren zu bewahren und ihre Menschlichkeit zu erhalten. Doch gegen die Instinkte eines Tieres ist auch er nicht gefeit und je mehr er versucht, seine Frau bei sich zu behalten, desto mehr drängt es sie nach Freiheit.
Dame zu Fuchs traf bei mir ein und ich warf einen kurzen Blick in das Buch, nur es um dann nicht mehr aus der Hand legen zu können. Die kurze Geschichte entwickelt umgehend einen Sog, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Die wundervoll klangvolle, poetische Sprache, die faszinierende Story und die ungewöhnlichen Figuren machen Dame zu Fuchs zu einem großartigen Lesevergnügen.
Die Geschichte stimmt nachdenklich und auch wenn das Original vor fast 100 Jahren erschien, so wirkt die Geschichte doch an keiner Stelle unmodern. Und so beendete ich das Buch leider viel zu schnell mit einem etwas wehmütigen Gefühl, schon am Ende angekommen zu sein um am liebsten nochmal von vorne zu beginnen.

Fazit:
Dame zu Fuchs ist ein ganz und gar ungewöhnlicher und fesselnder Roman, der mit seiner faszinierenden Geschichte und seiner grandiosen Erzählweise einen Platz unter meinem Lieblingsbüchern ergattert hat.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar.

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343 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

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Snow

Danielle Paige , Anne Brauner , Eva Schöffmann-Davidov
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.09.2017
ISBN 9783522202374
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Rezension Danielle Paige - Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis

Klappentext:
„Die drei mächtigsten Hexen des Landes erhielten zu deiner Geburt eine Prophezeiung, Snow. Vergiss nicht, dass beide Elternteile dir Magie vererbt haben. Diese Magie lebt in dir, eine starke Magie, wahrscheinlich sogar die stärkste, die es in Algid jemals gegeben hat.“
Algid, ein Reich aus Eis und Schnee, ist Snows wahres Zuhause. Hier soll sie ihre eigentliche Bestimmung annehmen und das Land aus den frostigen Ketten König Lazars befreien. Snow, jahrelang in der Menschenwelt festgehalten, fällt es schwer, ihren Auftrag und ihre magischen Fähigkeiten zu akzeptieren. Durch Jagger und Kai, die sich beide um sie bemühen, erfährt sie die Geheimnisse von Algid und seinen Bewohnern. Doch Snows Herz gehört eigentlich schon Bale – dem sie ihre Flucht verdankt und den sie jetzt verzweifelt sucht …

Meinung:
Snow ist seit ihrem 6. Lebensjahr in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht, versuchte sie doch, durch einen Spiegel zu gehen wie Alice im Wunderland. Dort lernt Snow Bale kennen und lieben, doch sie darf nicht bei ihm sein. Sie merkt, dass etwas nicht mit ihr stimmt und als Bale entführt wird, erfährt Snow, dass sie eigentlich eine Prinzessin aus einem anderen Land ist: Algrid. In diesem Reich herrscht ihr Vater, ein mächtiger Magier über Eis und Schnee. Und Snow ist es prophezeit, ihn zu stürzen oder für immer zum mächtigsten Mann Algrid werden zu lassen. Doch Snow möchte vor allem nur eins: Bale finden und mit ihm fern von allen Belangen zu leben. Aber der Weg zu Bale ist schwierig und so muss Snow lernen, mit ihren eigenen Kräften umzugehen und sich ihrem Vater zu stellen.
Snow – Die Prophezeiung von Feuer und Eis ist von der Story her ein wirklich interessant. Leider hat die Autorin bei der Umsetzung dem Namen ihrer Protagonistin alle Ehre gemacht und so wirkt der Roman ziemlich kühl. Das fängt zum einen schon bei den Figuren an, die zwar einiges an Hintergründen mit sich bringen, trotzdem schaffen sie es kaum, Nähe zum Leser herzustellen. Man braucht lange, um ein wenig mit ihnen Warm zu werden und überhaupt durchzieht dieses Buch eine etwas frostige Atmosphäre.
Man fühlt sich wie manchmal wie Alice, die durch das Kaninchenloch fällt und nicht weiß, wie ihr geschieht. Die Sprünge in der Handlung haben mir besonders zu Anfang etwas zu schaffen gemacht und oft musste ich eine Passage zweimal lesen, da ich den Eindruck hatte, den Faden verloren zu haben.
Dafür mochte ich den Weltenentwurf von Danielle Paige sehr gerne und auch die bildliche Umsetzung hat für ein buntes Sammelsurium an Eindrücken und Bildern beim Lesen gesorgt. Erst zum Ende hin war ich dann richtig im Roman drin und habe das Ende mit Spannung und so mancher Überraschung verfolgt, so dass am Ende doch der Wunsch bleibt zu erfahren, wie es denn nun weitergehen wird.

Fazit:
Das Lesevergnügen mit Snow – Die Prophezeiung von Feuer und Eis war durchwachsen. Die kühle Atmosphäre, auch bedingt durch die unnahbaren Charaktere, haben die Lesefreude eingetrübt. Trotzdem mochte ich den Weltenentwurf sehr und gerade zum Ende hin hat mich das Buch dann doch noch packen können.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar.

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

chakras, yoga

Innen / Außen

Elena Lustig , Annette Söhnlein
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Theseus Verlag in Kamphausen Media GmbH, 19.09.2016
ISBN 9783958830165
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rezension Elena Lustig & Annette Söhnlein - Innen.Außen: Das Yoga Chakra Buch

Klappentext:
Gebrauchsanweisung für die Chakras! Durch Chakra-Yoga können wir unser inneres Energiesystem ausgleichen und in eine feine und dennoch kräftigende Schwingung versetzen.Das System der Chakras ist ein zentrales Thema in den Lehren des Yoga. Entstaubt von allen esoterischen Ansichten wenden sich die Autorinnen mit Yogasequenzen und in Alltagsübungen gezielt jedem der sieben Hauptenergiezentren zu und vermitteln wertvolle Informationen zu den Zusammenhängen zwischen körperlicher, geistiger und emotionaler Verfassung. Denn Innen und Außen gehören zusammen! Indem wir jedes Energiezentrum in Schwingung bringen und ausbalancieren, lassen sich alte Muster und Energie blockaden lösen. Wir erfahren uns selbst neu, befreit und bereit für die Aufgaben unseres Lebens!
Meinung:
Wer sich ein wenig mit Yoga beschäftigt, der stößt irgendwann auf das Thema Chakren. Chakren sind nämlich ein wichtiger Punkt in den Yoga-Lehren, doch haftet ihnen ein sehr spiritueller Touch an. Zugegeben, auch ich war anfangs immer skeptisch, wenn es um diesen Punkt ging, mag ich die Schublade „Esoterik“ doch nicht wirklich.
Dennoch lässt es sich nicht von der Hand weisen, dass Blockaden im Körper das Wohlbefinden stören, für schlechte Laune, Schmerzen oder Unwohlsein Ursache sind. Das leidige Thema Ischias z.B. ist ein Punkt, der mich seit Jahren begleitet, der mich zu vielen Ärzten und zu einigen Therapieansätzen geführt hat. Letztendlich am besten geholfen haben mir Osteopathie und Yoga.
Innen-Außen legt den Fokus auf die Chakren, jenseits der Esoterik-Klischees und zeigt, wo die Chakren sitzen, für welche Harmonien und Disharmonien sie verantwortlich sind und wie man die Chakren mit gezielten Yoga-Haltungen, sprich Asanas, wieder ins Gleichgewicht bringen kann.
Neben schönen Grafiken und Fotos enthält das Buch auch anschaulich untergebrachte Hintergrundinformationen, sowie zu jedem Chakra eine Yoga-Strecke zum Umsetzen des gelesenen. Diese enthält jeweils eines der genannten Key-Posen, die zur Harmonisierung des Chakras wichtig sind und sind auf ca. 10-15 Minuten angelegt. Somit lassen diese sich problemlos in den Alltag integrieren. Und wer dann doch mal keine Zeit hat, für den gibt es auch zu jedem Chakra einen Quickie, denn man überall und zu jederzeit durchführen kann.
Ich persönlich fand die Umsetzung des Buches sehr stimmig und informativ, sowie gut aufgearbeitet, schlüssig und plausibel erklärt. Die Yoga-Sequenzen animieren durch die sehr ästhetischen Bilder direkt zur Umsetzung und insgesamt merkt man, wie sich Verspannungen im Körper nach und nach lösen können. Für eine Heimpraxis bietet das Buch auf jeden Fall einen schönen Ansatz, allerdings sollte man sich schon vorher mit dem Thema Yoga auseinandergesetzt haben, denn für Einsteiger empfand ich das Buch nur bedingt empfehlenswert, da hier nur bei ein paar Asanas die genaue Herangehensweise und worauf man beim Einnehmen der Haltung achten sollte, erklärt werden. Wer jedoch versiert ist mit dem Thema, der wird an diesem Buch seine Freude haben.
Ein letzter Tipp noch zum Schluss. Um wirklich effektiv mit dem Buch arbeiten zu können sollte man zu der gebundenen Variante greifen. Mir lag selber nur die eBook-Variante vor, die sich gerade bei den Übungsstrecken als zu umständlich entpuppte, was das Blättern der Seiten betraf.

Fazit:
Innen.Außen ist ein tolles Yoga-Buch mit vielen interessanten Punkten zum Thema Chakra. Für Einsteiger und Neulinge ist das Buch jedoch eher ungeeignet, für alle anderen, die sich in der Yoga-Praxis vertiefen möchten, ist das Buch eine schöne Ergänzung.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die J. Kamphausen Mediengruppe für das Rezensionsexemplar.

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85 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Rattatatam, mein Herz

Franziska Seyboldt
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.01.2018
ISBN 9783462050479
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rezension Franziska Seyboldt - Rattatatam, mein Herz

Klappentext:
Die Angst hat sich schon früh eingeschlichen in Franziska Seyboldts Leben. Und sie ist weit über das hinausgegangen, was man allgemein unter »ängstlich« versteht. Angst davor, mit der U-Bahn zu fahren, zum Arzt zu gehen, in beruflichen Situationen zu versagen, kurz: generalisierte Angststörung. Panikattacken. Millionen von Menschen kämpfen sich mit dieser Erkrankung und der daraus resultierenden Angst vor der Angst durchs Leben und sind wahre Meister im Ausredenerfinden geworden, notgedrungen. Warum spricht niemand darüber? Warum ist die Angststörung nicht so »normal« wie Depressionen oder Burn-out? Diese Fragen stehen am Anfang von Franziska Seyboldts poetischem und mutigen Buch, das ihren Weg durch die Angst beschreibt. Sie ist nie eingeladen, diese Angst, und doch immer dabei. Indem sie unter ihrem Klarnamen schreibt, befreit sich Franziska Seyboldt aus dem Zwang nicht aufzufliegen, keine Schwäche zu zeigen: »Ist man schwach, wenn man Schwäche zeigt, oder holt man sich gerade so die Kontrolle zurück?«, fragt sie.

Meinung:
Überraschungspost ist doch immer die schönste, besonders wenn man ein Buch erhält, das einem direkt einfängt und eine Botschaft mit sich bringt.
In Rattatatam, mein Herz erzählt die Autorin Franziska Seyboldt über ihre Angststörung. Ehrlich, einfühlsam, manchmal witzig aber auch erschütternd trifft sie mit ihren Worten den Leser in seinem Herzen. Rattatatam – Mein Herz ist kein Sachbuch und auch keine Biografie, es ist ein Buch über ein Thema, dass viele von uns kennen, über das zu sprechen aber sich kaum einer traut: Angst.
Jeder Mensch verspürt Angst, wie stark die körperliche Ausprägung ist, das ist jedoch individuell. In Franziskas Fall ist das Thema Angst ihr ständiger Begleiter. Immer und überall kann die Angst sie überwältigen, beim Arzt, im Flugzeug, in der U-Bahn, auf der Arbeit… Franziska hat Angst vor der Angst, ansehen tut man es ihr aber nicht, denn sie hat gelernt, ihre Ängste zu verstecken, zu überspielen und sich Ablenkungs- und Ausweichstrategien zurecht gelegt, die ihr helfen sollen, eine normale Fassade zu bewahren. Doch die Angstattacken werden dadurch nicht besser.
Leider ist es gar nicht so einfach, einen guten Therapieansatz zu finden, da in der Gesellschaft die Akzeptanz für dieses Thema oft fehlt. Wie oft hört man ja selber den Satz: „Stell dich nicht so an.“ Leicht gesagt, doch bei einer echten Angststörung hilft das nicht weiter.
Es ist beeindrucken, wie ehrlich Franziska Seyboldt ihre Krankheit thematisiert, welch berührende Worte sie dafür findet und es trotz der Thematik schafft, viel Humor und Leichtigkeit in ihren Roman zu packen. Sie hat nicht lange gebraucht, um mich an ihr Buch zu fesseln. Schon auf der ersten Seite war ich diesem Roman verfallen und wusste, das hier ist richtig gut, was ich da lese. Und wichtig.
Wie oft habe ich mir beim Lesen gewünscht, sie in den Arm nehme zu können, ihr zu sagen, dass alles gut werden wird, dass jemand da ist, der sie auffängt. Denn oft findet man sich ja auch selber in den Zeilen wieder, wird an Situationen erinnert, in denen man Angst hatte, die einem Hoffnungslos erschienen und man meinte, keinen Ausweg zu finden. Dass eine Angststörung zu haben auch ein Weg in die Depression ist, wird nicht jedem bewusst sein, obwohl dieses Einhergehen eigentlich logisch ist.
Ich wünsche mir für dieses Buch, die Autorin und alle betroffenen Menschen, dass das Thema Angststörung mehr in den Fokus gerückt wird, ihre Krankheit mehr Akzeptanz und Toleranz erfährt.

Fazit:
Rattatatam – Mein Herz hat mich tief berührt, beeindruckt und betroffen zurück gelassen. Franziska Seyboldt weiß, wovon sie schreibt, und sie tut es verdammt gut. Ein Buch, dass man nicht so schnell vergisst und dem ich noch ganz ganz viele Leser wünsche. Lest es, versteht es!
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Steine in meiner Hand

Kaouther Adimi , Regina Keil-Sagawe
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Lenos, 01.09.2017
ISBN 9783857874802
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Kaouther Adimi - Steine in meiner Hand
Klappentext:
Aufgewachsen in Algier, baut sich die junge Erzählerin in Paris ein eigenständiges Leben auf. Als anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester ein Besuch in der Heimat bevorsteht, wird sie von ihrer Vergangenheit, den Erwartungen der Familie und ihren eigenen Ängsten und Fragen an die Zukunft eingeholt. Klug und bisweilen schwankend zwischen Nostalgie und frechem Witz durchleuchtet sie ihre traditionelle Erziehung ebenso wie ihre Freuden und Leiden in der europäischen Grossstadt. Vor allem aber macht ihr das halbfreiwillige Singledasein als Dreissigjährige zu schaffen.
In ihrem zweiten Roman beobachtet Kaouther Adimi den Balanceakt einer jungen Frau, die ihre Identität zwischen unterschiedlichen Welten und Lebensentwürfen sucht. Wunderbar selbstironisch und humorvoll umkreist sie diese grossen Fragen des Lebens und lässt dabei tief in die Befindlichkeit einer ganzen Generation blicken.

Meinung:
Der Spagat zwischen Tradition, Familie und Moderne ist oft nicht leicht. Das muss auch die junge Algerien in diesem Buch immer wieder feststellen, möchte die Mutter sie doch am liebsten verheiratet sehen, denn das scheint ja das einzige zu sein, was ehrbar ist und wo sie ihre Tochter versorgt sieht. Dass diese aber ein ganz gutes Leben in Paris führt, das zählt in den Augen der Mutter nicht. Und so legt die Erziehung der Erzählerin ihr immer wieder Zweifel in den Weg: Warum finde ich keinen Mann, warum bin ich so wählerisch, warum heiratet meine Schwester vor mir?
Umso schmerzhafter ist hier der Weg zur Erkenntnis der eigenen Wünsche und dem eigenen, selbstständigen Leben, ungeachtet der Meinung der Familie und der Traditionen.
Kaouther Adimi beschreibt eindrucksvoll, wie schwierig diese Gradwanderung ist, wie schwer es ist, sich von anerzogenen Vorstellungen zu lösen und wie sehr die Herkunft das Wesen eines Menschen prägt.
In zarten, leichten Worten verpackt sie ihre Botschaft in dieser eingängigen Lektüre. Selten habe ich ein sprachlich so schönes Buch gelesen, dessen Inhalt sich dem Leser nach und nach eröffnet. Ein wirklich schönes, kleines Juwel von einem Buch, dass die Werte der Frau feiert und den Leser zum Nachdenken anregt, sowie einen faszinierenden Blick auf einen anderen Kulturkreis eröffnet.

Fazit:
Steine in meiner Hand ist ein kleines Juwel von einem Buch. Sprachlich wunderschön erzählt es die Geschichte einer Frau, die zwischen Tradition und Moderne steckt und ihren Weg finden muss.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Lenos Verlag für das Rezensionsexemplar.

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96 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Die Hochzeit der Chani Kaufman

Eve Harris ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.08.2015
ISBN 9783257300208
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Eve Harris - Die Hochzeit der Chani Kaufman
Klappentext:
Sie haben sich dreimal gesehen, sie haben sich noch nie berührt, aber sie werden heiraten: die neunzehnjährige Chani Kaufman und der angehende Rabbiner Baruch Levy. Doch wie geht Ehe, wie geht Glück? Eine fast unmögliche Liebesgeschichte in einer Welt voller Regeln und Rituale. Das freche und anrührende Debüt von Eve Harris.
Meinung:
Die Welt der ultraorthodoxen Juden ist eine für uns außenstehende auf den ersten Blick sehr befremdlich wirkende Welt. Strenge Regeln, was die Kleidung betrifft, das Essen, was gelernt wird. In dieser Welt wächst die junge Chani auf, eine von vielen Töchtern des Rabbis in ihrer Gemeinde. Ihr Glauben schreibt ihnen vor, möglichst schnell nach Beenden der Schule einen passenden Ehemann zu finden. Diesen scheint Chani in dem jungen Baruch gefunden zu haben, einen angehenden Rabbi und eigentlich über ihrem Stand. Gesehen haben die beiden sich nur dreimal, nun steht die Hochzeit bevor und viele Sorgen und Gedanken plagen die junge Braut. Aber nicht nur sie treiben Angst und Fragen um, auch der Bräutigam Baruch sieht sich mit einer ihm unbekannten Situation konfrontiert. Denn über die Ehe und das, was im Bett geschieht, da spricht man nicht drüber. Gleichzeitig lernt man die Rebbetzin Rebecca kennen, die für die Liebe viel aufgegeben hat.
In einzelnen Rückblicken steuert die Geschichte hier auf die Hochzeit und die anschließenden Ereignisse zu. Dabei erfährt der Leser z.B. mehr über Rebecca und wie es dazu kam, dass sie ein Leben als streng gläubige Jüdin an der Seite ihres Mannes wählte. Oder mit welchen Problemen sich die jungen Leute der Glaubensgemeinschaft auseinandersetzen müssen, wenn Freigeist und unkonventionelles Denken nicht gerne gesehen ist und die Nachbarschaft und Gemeinschaft immer ein wachsames Auge auf alle Mitglieder hält.
Eve Harris hat eine schöne Erzählstimme der ich mühelos durch die Seiten folgte um das Schicksal ihrer Figuren zu verfolgen. Dabei schafft sie es, Verständnis für mir eher fremde Gedanken- und Verhaltensmuster zu schaffen. Zwar weicht hier manche Darstellung von dem ab, was ich aus Deborah Feldmans Roman Unorthodox über die Chassiden mitgenommen habe, insgesamt aber zeichnet Harris hier ein stark kontrastierendes Bild zu unserer Gesellschaft.

Fazit:
Die Hochzeit der Chani Kaufman ist ein spannender Einblick in eine mir eher fremde Kultur, gepaart mit einer zarten, einfühlsam erzählten Liebesgeschichte.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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214 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

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Die Ermordung des Commendatore Band 1

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 25.01.2018
ISBN 9783832198916
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Haruki Murakami - Die Ermordung des Commendatore I: Eine Idee erscheint

Klappentext:
Allein reist der namenlose Erzähler und Maler ziellos durch Japan. Schließlich zieht er sich in ein abgelegenes Haus, das einem berühmten Künstler gehört, zurück. Eines Tages erhält er ein äußerst lukratives Angebot. Er soll das Porträt eines reichen Mannes anfertigen. Nach einigem Zögern nimmt er an, und Wataru Menshiki sitzt ihm fortan Modell. Doch der Ich-Erzähler findet nicht zu seiner alten Fertigkeit zurück. Das, was Menshiki ausmacht, kann er nicht erfassen. Wer ist dieser Mann, dessen Bildnis er keine Tiefe verleihen kann?
Durch einen Zufall entdeckt der junge Maler auf dem Dachboden ein meisterhaftes Gemälde. Es trägt den Titel ›Die Ermordung des Commendatore‹. Er ist wie besessen von dem Bild, mit dessen Auffinden zunehmend merkwürdige Dinge um ihn herum geschehen, so als würde sich eine andere Welt öffnen. Mit wem könnte er darüber reden? Da ist keiner außer Menshiki, den er kennt. Soll er sich ihm wirklich anvertrauen? Als er es tut, erkennt der Ich-Erzähler, dass Menshiki einen ungeahnten Einfluss auf sein Leben hat.

Meinung:
Haruki Murakami ist DER Schriftsteller, der genannt wird, wenn nach einem japanischen Autor gefragt wird. Seit Jahren schon begegne ich seinen Romanen im Netz und der Buchhandlung, 1Q84 steht schon ewig auf meinem Wunschzettel (und mittlerweile in meinem Bücherregal) und mit Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki habe ich mein erstes Buch von Murakami gelesen. Nun endlich liegt ein neues Werk von ihm vor und voller Vorfreude startete ich den Roman.
Hier traf ich den 36-jährigen Ich-Erzähler, der von der Zeit während der Trennung zu seiner Frau erzählt. Der Ich-Erzähler ist Porträtmaler und begibt sich auf eine Reise quer durch Japan, nachdem seine Frau ihm eröffnet hat, dass sie sich von ihm trennen wird. Die Fahrt führt in letztendlich in ein abgelegenes Wohnhaus, dass bis vor kurzem noch der Vater eines seiner Freunde bewohnt hat, der berühmte Malers Masahiko Amada. Dort findet der Ich-Erzähler ein Bild des Künstlers mit dem Titel "Die Ermordung des Commendatore" und setzt Ereignisse in Gang, die sein Leben verändern werden. Denn kurz danach erhält die Anfrage, ein Porträt eines gewissen Wataru Menshiki anzufertigen. Er nimmt den Auftrag an, doch es fällt ihm schwer, Menshikis Persönlichkeit einzufangen. Immer mehr merkwürdige Dinge geschehen um den Erzähler herum. Doch wem kann er sich anvertrauen?
Die Ermordung des Commendatore ist sehr speziell und gerade dadurch so originell und interessant. Man erfährt nach und nach immer mehr über den Erzähler und seine Vergangenheit, die Tiefe seiner Figur enthüllt sich Stück für Stück und es bedarf ein wenig Geduld die einzelnen Schichten zu erkunden. Doch der Weg dahin macht viel Spaß und gerade das mystische an diesem Roman sorgen dafür, dass man gerne und bereitwillig an der Lektüre dranbleibt.
Zwar bleibt der Text leider nicht ganz ohne Längen aus und auch einige Wiederholungen finden sich hier, doch man merkt beim Lesen, dass diese zu dem Erzählrythmus des Romans gehören und auch passen. Gerade die ruhige Herangehensweise sorgt dafür, dass man den Roman immer wieder bereitwillig in die Hand nimmt. Es ist schwierig, den Inhalt zusammenzufassen, denn Murakami legt viele philosophische Gedankengänge in die Geschichte hinein, die viel Stoff zum Nachdenken geben und wie der Erzähler selbst sich nach und nach in den eigenen Gedanken entfalten müssen. Somit ist dieses Buch keines, dass man eben mal nebenbei lesen wird, sondern es fordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers. Wer sich darauf einlässt, den wird hier ein ganz besonderes Lesevergnügen erwarten.
Fazit:
Die Ermordung des Commendatore I - Eine Idee erwacht ist speziell, und gerade dadurch hebt sich das Buch hervor. Die Mystik, die die Geschichte umgibt und die vielen tiefsinnigen Gedanken und Gespräche wirken noch lange nach. Ein faszinierender Roman, voller besonderer Momente, Fantasie und nicht nur japanischer Kultur.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Dumont Buchverlag für das Rezensionsexemplar.

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208 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 122 Rezensionen

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Die Herzen der Männer

Nickolas Butler , Dorothee Merkel
Fester Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.02.2018
ISBN 9783608983135
Genre: Romane

Rezension:

          Rezension Nickolas Butler - Die Herzen der Männer

Klappentext:
In den Augen seines Vaters ist Nelson eine Enttäuschung. Wer will schon ein Kind, das weder Freunde noch Selbstbewusstsein besitzt? Je intensiver der verunsicherte Junge sich nach Zuwendung sehnt, desto stärker sondert sich der Vater ab, bis er irgendwann ganz aus dem Leben seines Sohnes verschwindet. Doch in einem Punkt hat er sich getäuscht. Nelson ist nicht allein. Jonathan, sein bester Freund aus dem Pfadfinderlager, ist das genaue Gegenteil von Nelson: bei allen beliebt, pragmatisch und mit einer unverwüstlichen Leichtigkeit ausgestattet. Was aber treibt jemanden wie Jonathan dazu, sich mit einem Außenseiter anzufreunden? Und stand Jonathan wirklich immer so rückhaltlos zu ihm? Das Leben im rauhen Wisconsin verlangt Nelson, Jonathan und dessen Familie Prüfungen ab, die Freundschaft und Loyalität auf eine harte Probe stellen.

Meinung:
Wiscouns, 1962: Hier treffen wir auf den 13-jährigen Nelson Doughty, der in einem Pfadfinder-Lager eine sehr einsame Woche verbringt. Nelson ist ein Außenseiter, die anderen Kinder schneiden ihn, sein Vater ist schwierig und unnahbar und Nelson ist ratlos, wie er sein Los ändern kann. Einzig der etwas ältere Jonathan Quick scheint sich seiner ein wenig anzunehmen und ihn nicht ganz auszugrenzen. Doch sind Jonathans Motive wirklich so selbstlos, wie sie auf den ersten Blick scheinen? Die Ereignisse dieser Woche prägen Nelson und Jonathan nachhaltig und wirken sich auf deren jeweiligen Lebensweg einschneidend aus.
Nickolas Butler kann erzählen. Innerhalb von wenigen Seiten hat er mich mit seiner Geschichte eingefangen, die Übersetzung aus der Feder von ... schafft es richtig gut, die Atmosphäre des Romans einzufangen. Man ahnt, dass das Leben es nicht immer gut mit Nelson meinen wird, und diese Schwingung zieht sich durch das ganze Buch, weshalb ich beim Lesen bereitwillig an der Geschichte dran blieb.
Allerdings entwickelte sich der Roman in manche Richtungen, die ich hier so nicht erwartet haben und meinen persönlichen Geschmack vor allem zum Ende hin nicht mehr immer trafen. Die Figur des Nelson wuchs mir auf den ersten Seiten richtig ans Herz. Im zweiten Teil aber wechselt die Perspektive und man lernt andere Personen kennen. Zwar ist Nelson dort immer noch ein wichtiger Part der Geschichte, seine Rolle aber fühlte sich distanzierter an und ich war ein wenig enttäuscht, dass sein Lebensweg doch eher kurz abgehandelt wurde. Nichtsdestrotrotz aber mochte ich die Atmosphäre des Buchs weiterhin bis zum Ende, auch wenn gerade in den letzten beiden Teilen die Story für mich zu sehr ins "amerikanische" abdriftete, um mich das Buch mit einem rundum zufriedenen Gefühl beenden zu lassen.

Fazit:
Die Herzen der Männer hat mich erzählerisch sehr gefesselt, leider schwächelt die Geschichte ab der Hälfte und driftete mir zu sehr in den amerikanischen Pathos ab. Zwar schimmert natürlich auch an einigen Stellen Kritik an eben diesem durch, doch leider gingen hier meine Vorstellungen in Bezug auf den Anfang des Buches und dem tatsächlichen Verlauf verschiedene Wege.

Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.

Vielen Dank an Klett Cotta für das Rezensionsexemplar.

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(35)

70 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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American War

Omar El Akkad , Manfred Allié , Gabriele Kempf-Allié
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 27.07.2017
ISBN 9783103973198
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Omar El Akkad - American War

Klappentext:
»American War« - das Buch der Stunde. »Ein gewaltiger Roman«, schreibt die renommierteste Literaturkritikerin der USA, Michiko Kakutani. Ein Roman über den nächsten amerikanischen Bürgerkrieg und das dramatische Schicksal einer Familie. Was wird sein, wenn die erschütternde Realität der Gegenwart - Drohnenangriffe, Folter, Selbstmordattentate und die Folgen von Umweltkatastrophen - mit aller Gewalt in die USA zurückkehrt? Vor diesem Hintergrund entfaltet Omar El Akkad mit großer erzählerischer Kraft den dramatischen Kampf der jungen Sarat Chestnut, die beschließt, mit allen Mitteln für das Überleben zu kämpfen. »American War« ist in den USA ein literarisches Ereignis, das schon jetzt mit Cormac McCarthy »Die Straße« und Philip Roth »Verschwörung gegen Amerika« verglichen wird.

Meinung:
Die USA in einer nicht allzu fernen Zukunft: Der Meeresspiegel ist um einiges gestiegen, die Küstenlinien haben sich verändert. Ebenso die Aufteilung der Staaten in den USA. Teile des Südens und der Westküste gehören zum mexikanischen Protektorat und die Südstaaten wollen sich von den Nordstaaten abspalten. Ein Bürgerkrieg spaltet die Nation und mittendrin betrifft es eine kleine Familie besonders hart, als der Familienvater einem Attentat zum Opfer fällt. Die Familie Chestnut flieht in die Südstaaten und kommt in einem Flüchtlingslager unter. Doch das Leben dort ist nicht einfach. Nahrungsmittel sind rationiert, die Bildung für die Kinder nur mangelhaft. Und so wundert es kaum, dass der Sohn Simon sich den Rebellen anschließt, während seine jüngere Schwester Sarat sich radikalisieren lässt. Als die Kämpfe die Familie einholen, zeigt der Krieg sich von seiner schlimmsten Seite.
In American War entwirft der Autor Omar El Akkad ein sehr erschreckendes Szenario, dass leider nur zu realistisch anmutet, sieht man sich das aktuelle Weltgeschehen an. Sei es ökologische Katastrophen, Regierungen, Auflagen und die Einstellungen in den Köpfen der Menschen, die Hintergründe zu American War findet man auch heute schon überall auf der Welt.
Mit einer klaren Bildsprache und sehr fesselnd erzählt, schildert der Autor das Überleben und die Kämpfe seiner Figuren. Dabei ist er schonungslos in der Darstellung seiner Szenen, weiß aber auch Spannung aufzubauen und den Leser mit dem Schicksal seiner Protagonisten zu berühren.
Als Leser erfährt man direkt zu Anfang, wie der Krieg ausgehen wird, umso schmerzlicher wirkt da all das Leid, dass die Familie Chestnut erdulden muss. Dabei sind die Familienmitglieder nicht immer sympathisch, aber sie sind authentisch und man kann sich als Leser nur zu gut in die Figuren hineinversetzen.

Fazit:
American War ist fesselnd und erschütternd. Die Geschichte bewegt und wirkt erschreckend real in dem Szenario, dass Omar El Akkad hier entworfen hat. Ein Roman, der deutlich zum Nachdenken anregt.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Die Letzten

Madeleine Prahs
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423281348
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Madeleine Prahs - Die Letzten

Klappentext:
Es ist Herbst in einer Großstadt: Das letzte, unsanierte Haus in der Hebelstraße wird »leergewohnt. Karl Kramer, 55 Jahre alt, Hausmeister, Elisabeth Buttkies, 72, Deutschlehrerin a. D., und Jersey, 28 Jahre, Studentin in Teilzeit, sind noch übrig – und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Welt vor der Tür meint es nicht immer gut mit ihnen, so glauben sie, aber drinnen pflegen sie ihre Wunden und streicheln die Narben. Bis der Brief des neuen Hauseigentümers kommt: Auszug. Kernsanierung. Endgültig. Der Kampf der Bewohner um ihr vermeintlich letztes Stückchen »Ich« beginnt. Man verbarrikadiert sich, Katzen werden vergiftet und Perücken abgefackelt – fast ist es zu spät, doch dann schließen sich „die Letzten“ zusammen. Am Ende blühen die Geranien wieder. Es ist Frühling. Drei sind glücklich. Und einer ist tot.

Meinung:
Sie sind die letzten Mieter im Haus. Karl, Mitte 50, arbeitslos und ehemals Hausmeister des Hauses, Elisabeth, Ende 70, alleinstehend und krebskrank, sowie Jersey, Ende 20/Anfang 30, Punkerin und immer auf Krawall gebürstet. Nun sollen sie raus aus dem Haus, doch jeder von ihnen hat seine Gründe, die Räumungsklage zu ignorieren. Unterstützt werden sie dabei unwissentlich von dem Haus selber, der gegen den neuen Besitzer einen Groll hegt und nicht modernisiert werden möchte. Ob sie es gemeinsam schaffen, die Räumung ihrer Wohnungen zu umgehen, wo sie sich doch eigentlich gegenseitig gar nicht mögen?
Die Inhaltsangabe klingt toll und ich versprach mir hier einen bitterbösen, unterhaltsamen Roman. Ein wenig habe ich das auch bekommen, leider hat Madeleine Prahs hier einen sehr anstrengenden Erzählstil gewählt, der beim Lesen eher ermüdet hat und dessen Witz nicht immer zündete.
Dementsprechend schwer fiel es mir auch, mich in die Protagonisten des Romans hineinzuversetzen und deren Schicksale mich leider nicht so berührt haben, wie ich es mir bei einem Buch dieser Art gewünscht habe. Zwar erfährt man hier einiges über die Charaktere und insgesamt sind ihre Figuren auch gut ausgearbeitet, trotzdem blieb beim Lesen immer eine gewisse Distanz, die sich auch im Handlungsverlauf nicht änderte und es mir erschwerte, richtig warm mit der Geschichte zu werden.
Trotzdem fand ich die Idee hinter dem Buch schön und auch wenn es manchmal anstrengend zu lesen war, so waren die Einfälle der Autorin doch sehr originell und einfallsreich.

Fazit:
Die Letzten konnte mich leider nicht ganz so packen, wie ich es mir bei einem Buch wie diesen Gewünscht hätte. Der etwas anstrengende Erzählstil und die doch sehr eigenwilligen Charaktere kamen nicht immer bei mir an, so dass die schöne Idee hinter der Geschichte nicht ganz überzeugen konnte.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den DTV Verlag für das Rezensionsexemplar.

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109 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

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Du + Ich = Liebe

Heike Wanner
E-Buch Text
Erschienen bei Edel Elements, 07.09.2017
ISBN 9783955309596
Genre: Liebesromane

Rezension:

Rezension Heike Wanner - Du + Ich = Liebe

Klappentext:
Nika ist siebzehn, temperamentvoll und hat immer einen Plan – bis sie den querschnittgelähmten Ben trifft. Der findet nach seinem schweren Unfall gerade erst zurück in den Alltag und will eigentlich nur seine Ruhe haben.
Durch Zufall landet Nika mitten in Bens Leben – und mischt es kräftig auf.
Plötzlich ist alles anders: Aus einem ersten Kuss wird die große Liebe und der Traum von einer gemeinsamen Zukunft.
Doch dann stellt sich ihnen das Schicksal in den Weg ...

Meinung:
Als die 17-jährige Nika nach einem Jahr Schüleraustauch in den USA zurück an das heimische Gymnasium kehrt, hat sich in dem einen Jahr einiges getan. Nicht nur, dass die Schule nun Barrierefrei ist, auch der neue Mitschüler Ben ist dort zu finden, der auch der Grund für die Neuerungen an der Schule ist: Ben sitzt im Rollstuhl seit einem verhängnisvollen Autounfall. Trotz aller Umstände kommen Ben und Nika sich schnell näher und beide wagen eine Beziehung mit allen damit verbundenen Problemen. Doch das Schicksal ist nicht immer nett und als Nika hinter ein bisher wohlgehütetes Geheimnis kommt, ist nichts mehr so, wie es einmal war.
Ich muss zugeben, ich habe Heike Wanners Geschichte schon im ersten Kapitel durchschaut und wusste, was auf Nika und Ben zukommt. Hier hat sich wahrscheinlich meine lange Leseerfahrung bemerkbar gemacht. Trotzdem war ich neugierig darauf, wie die Autorin die Problematik anpackt und welchen Lösungsansatz sie dafür bereithält. Und ihrer Geschichte bin ich bereitwillig gefolgt, denn Heike Wanner kann wirklich schön und einfühlsam erzählen. An manchen Stellen wurden mir die Dialoge einen Hauch zu kitschig, der angesprochenen Zielgruppe dieses Romans aber wird das bestimmt sehr zusagen ;)
Auch Nika und Ben sind zwei äußerst sympathische Protagonisten, die auch Ecken und Kanten haben, aber sehr liebevoll ausgearbeitet wurden. Sie weisen Tiefe auf, schlagen sich mit nachvollziehbaren Problemen rum und man fühlt sich manchmal ein wenig an die eigene Jugend zurück erinnert.
Neben den schönen Figuren, und das schließt die Nebenfiguren mit ein, merkt man, dass sich die Autorin stark mit dem Thema Leben im Rollstuhl nach einem Unfall beschäftigt hat, denn sie packt viel Wissen in dieses Buch. Dieses Wissen ist unterhaltsam und lehrreich im Roman eingearbeitet, so dass man sich nicht langweilt, dazu lernt und die Geschichte die nötige Tiefe erhält.

Fazit:
Du + Ich = Liebe hat mich, als Vielleser, zwar vom Handlungsverlauf nicht überraschen können, dafür hat mir der Weg zur Auflösung der Problematik aber richtig gut gefallen. Die Protagonisten sind sympathisch und nah, der Roman ist schön erzählt, fesselt und enthält spritzige Dialoge. Außerdem erweitert er den Horizont und kann mit seinem realistischen Ende punkten.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Edel Elements für das Rezensionsexemplar.1

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Einfach kochen voller Genuss

Pascale Naessens
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei ZS Verlag GmbH, 07.09.2017
ISBN 9783898837170
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rezension Pascale Naessens - Einfach kochen voller Genuss (Kochbuch)

Klappentext:
Die frischen Kräuter, der Ingwer, die Kokosmilch, der Chili ― einfach göttlich. So ist das immer, wenn Pascale Naessens gekocht hat. Rustikal. Naturverbunden. Bodenständig und gesund. Auch im neusten Kochbuch der belgischen Bestseller-Autorin wird nicht gekünstelt, die Clean Eating Rezepte kommen ohne Chichi daher. Trotzdem sieht jedes ihrer Gerichte wie ein Kunstwerk aus. Einerseits raffiniert zusammengestellt, andererseits voller Wildheit und Spontaneität. Die Lasagne: nicht von der Stange, sondern mit Pascales individueller Handschrift. Der Lachs mit Erbsen und Knoblauch, die Muscheln, das Lammfilet, die Avocado-Schoko-Tarte ― in voller Harmonie mit der Natur. Großer Zeitaufwand? Verzicht auf Genuss? Fehlanzeige! Stattdessen Wohlfühlküche mit Essen, das einfach glücklich macht!

Meinung:
Ich liebe es, wenn Rezepte wenige Zutaten aufweisen und trotzdem großartig schmecken.
Genau das habe ich hier in Pascale Naessens neuem Kochbuch Einfach kochen voller Genuss gefunden. Und die Autorin weiß, wovon sie hier spricht. Sie stellt in diesem Buch eine Zutat in den Vordergrund, gibt Fakten und Hintergründe zu dessen Nährwert, Herkunft und sonstiges Wissenswertes rund um die Zutat, um dann einige Rezepte vorzustellen, die diese perfekt hervorheben.
Sehr Besonders an diesem Kochbuch finde ich, dass die Autorin hier wirklich auf die jeweiligen Vorzüge des Produkts eingeht und eine gesunde, schmackhafte Zubereitung bereithält. Aber nicht nur die Rezepte sind simpel und passen perfekt zu meiner Ernährung, die ich möglichst zuckerfrei halten möchte, auch viele persönliche Anekdoten und Erzählungen runden das Kochbuch ab und bringen die Botschaft der Autorin näher. Denn neben zahlreichen Rezepten weiß Pascale Naessens viel zum Thema Ernährung zu berichten und kann ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen.
Die Rezepte sind, wie schon gesagt, simpel und übersichtlich aufgebaut. Die Zutatenliste ist ebenfalls meist recht kurz und beinhaltet Lebensmittel, die man fast überall bekommt. Exotische Zutaten sind mir eigentlich nur im Kapitel Fisch aufgefallen. Da muss man schauen, was die heimische Fischtheke anbieten kann. Auf jeden Fall sind die Rezepte aber inspirierend und können auch problemlos an die eigenen Bedürfnisse und Zutatenlisten angepasst werden. Die Arbeitsschritte sind gut erklärt und das Nachkochen sollte auch Neulingen keine Probleme bereiten.
Sehr schön fand ich auch, dass Pascale Naessens auch jede Menge Tipps und Trick zur Zubereitung und den verwendeten Lebensmitteln gibt. So ist das Buch nicht nur ein schönes Kochbuch, sondern auch ein Fundus an Ideen und Technikerweiterungen. Die wunderschönen Bilder im Buch laden förmlich zum Blättern ein und natürlich auch, dass man das Kochbuch immer wieder gerne in die Hand nimmt.
Dank des Kochbuchs hat sich mein Frühstück auch um einige Variationen erweitert. Zum Nachkochen hatte ich mir nämlich direkt den Frühstückskuchen herausgesucht, der super einfach nachzukochen war, richtig lecker geschmeckt hat und sehr lange satt gemacht hat. Ebenso wie der überbackene Grünkohl mit Kräuterkruste, den sogar mein Sohn gegessen hat.

Fazit:
Einfach kochen voller Genuss ist ein wirkliches Schmuckstück. Nicht nur die tollen Bilder machen das Buch zu einem richtigen Hingucker, auch die Rezeptauswahl ist ausgewogen, lecker und überzeugt mit seiner simplen Herangehensweise. Die übersichtliche Zutatenliste spricht ebenfalls für sich und dank der vielen persönlichen Geschichten und Informationen wird das Kochbuch zu etwas ganz besonderem.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den ZS Verlag für das Rezensionsexemplar.

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148 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 53 Rezensionen

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Außer sich

Sasha Marianna Salzmann
Fester Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427620
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Sasha Marianna Salzmann - Außer sich

Klappentext:
Sie sind zu zweit, von Anfang an, die Zwillinge Alissa und Anton. In der kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre verkrallen sie sich in die Locken des anderen, wenn die Eltern aufeinander losgehen. Später, in der westdeutschen Provinz, streunen sie durch die Flure des Asylheims, stehlen Zigaretten aus den Zimmern fremder Familien und riechen an deren Parfumflaschen. Und noch später, als Alissa schon ihr Mathematikstudium in Berlin geschmissen hat, weil es sie vom Boxtraining abhält, verschwindet Anton spurlos. Irgendwann kommt eine Postkarte aus Istanbul – ohne Text, ohne Absender. In der flirrenden, zerrissenen Stadt am Bosporus und in der eigenen Familiengeschichte macht sich Alissa auf die Suche – nach dem verschollenen Bruder, aber vor allem nach einem Gefühl von Zugehörigkeit jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht.

Meinung:
Ali ist auf der Suche nach ihrem Bruder. Ein Hinweis führt sie nach Istanbul, denn die letzte Nachricht, die von ihm eintraf, war eine Postkarte von dort. Doch wie soll sie ihren Bruder in dieser Millionen-Metropole finden? Alis Reise führt sie nicht nur zu den Spuren ihres Bruders, sondern auch zu ihrer Familie, ihren Wurzeln, ihrer eigenen Identität.
Für Außer sich Worte zu finden, fällt mir nicht ganz leicht. Sasha Marianna Salzman findet viele wunderschöne Sätze und Worte für ihr Werk und weiß den Leser mit ihrem sprachlichen Talent einzufangen. In ihrer Erzählweise einzutauchen hat immens viel Spaß gemacht. Leider gibt es hier ein großes "Aber" in der Besprechung, denn die Geschichte selber hat mich unerwarteter Weise nicht immer bezaubern können.
Die Autorin packt viele Themen in ihren Roman, erzählt über Familie, Herkunft, Emigration und Immigration, über Transgender und Bindungen, alles verknüpft in dieser Russisch-Jüdisch-Deutschen Familie, über Generationen hinweg. Dieses immense Themenspektrum hat mich ehrlich gesagt ein wenig erschlagen, fühlte sich überfrachtet und manchmal ein wenig sperrig an.
Aber trotz der Probleme, die ich mit dieser Lektüre hatte, mochte ich Ali und ihre Familie gerne, verstand die Konflikte, denen sie sich gegenüber sahen und finde, sie sind authentisch umgesetzt.

Fazit:
Außer sich lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite mochte ich Sasha Marianna Salzmans Sprache hier unheimlich gerne und auch ihre Charaktere wussten mit ihrer Vielfältigkeit zu Überzeugen. Leider hat mich die immens große Themenanzahl auf den doch recht überschaubaren Seitenzahlen hier förmlich erschlagen und es fühlte sich alles in allem überfrachtet und auch ein wenig sperrig an. Aber ich kann auch gut nachvollziehen, warum dieses Buch es auf die Shortlist des deutschen Buchpreises geschafft hat. Meinen Geschmack hat es leider nur nicht ganz getroffen.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Suhrkampverlag und den deutschen Buchpreis für das Rezensionsexemplar.

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238 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

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Die Schlange von Essex

Sarah Perry , Eva Bonné
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Eichborn , 29.09.2017
ISBN 9783847900306
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Sarah Perry - Die Schlange von Essex

Klappentext:
London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.
Anmutig und intelligent erzählt dieser Roman – noch vor allem anderen – von der Liebe und den unzähligen Verkleidungen, in denen sie uns gegenübertritt.

Meinung:
Die Viktorianische Zeit war, aus wissenschaftlicher Sicht, eine sehr spannende. Neben Darwins "Entstehung der Arten" wandelte sich auch das medizinische Wissen. Experimente an Leichen z.B. erweiterten die anatomischen Kenntnisse, die auch heute noch in der Medizin und Chirurgiewichtig sind. In dieser Zeit kann die junge Witwe Cora endlich ihrer Leidenschaft zur Forschung nachgehen, nachdem sie jahrelang unter den Launen ihres Gatten gelitten hat. Sie reist in die Grafschaft Essex, wo sie den Landpfarrer Will kennen lernt. Zwischen den beiden funkt es gewaltig, doch Will ist zum einen Verheiratet, zum anderen stoßen sich ihre Vorstellungen von Natur und Wissenschaft ein wenig. Außerdem macht sich in der Ortschaft der Glauben an eine geheimnisvolle Schlange breit, die angeblich nach einem Erdbeben für Chaos und Unfrieden sorgt. Menschen sterben, seltsame Begegnungen ereignen sich und setzen die Bevölkerung in Angst und Schrecken.
Zugegeben, ich habe ein wenig gebraucht, um in den Roman hineinzufinden. Zu Anfang war ich verwirrt, hatte Schwierigkeiten, Bezug zu den Figuren aufzubauen und es fehlte mir so ein wenig die Richtung, wohin der Roman mich führen möchte. Doch nach und nach entfaltete das Buch seine Wirkung. Vor allem die Dialoge zwischen Will und Emma wissen zu bezaubern und die Verknüpfung der damaligen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind interessant umgesetzt. Sprachlich weiß dieses Buch also durchaus zu unterhalten und wurde von Eva Bonné übersetzt.
Alles in allem fand ich den Roman dann doch bezaubernd und mochte die Protagonisten hier ganz gerne. Denn je mehr man diese kennen lernt, desto mehr kann man sich in sie hineinversetzen und deren jeweilige Motivation verstehen. Auch die Geschichte um die Schlange von Essex mir gut gefallen. Viele verschiedene Themen spricht die Sarah Perry hier an, lässt Kontraste und Gegensätze aufeinander prallen und bezaubert den Leser so mit seiner feinen Erzählart. Wissenschaft gegen Glauben, Moralvorstellungen gegen Freigeist, dieses Buch hält so einiges zum Nachdenken für den Leser bereit.

Fazit:
Die Schlange von Essex benötig ein wenig, bis man mit ihr warm wird, doch nach und nach entfaltet sich der Charme dieses Buchs. Ein intelligenter Einblick in das viktorianische Zeitalter und perfekt für gemütliche Herbstlesetage.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Das Erwachen des Feuers

Anthony Ryan , Birgit Maria Pfaffinger , Sara Riffel , Detlef Bierstedt
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 11.09.2017
ISBN 9783837139969
Genre: Fantasy

Rezension:

Rezension Anthony Ryan - Das Erwachen des Feuer: Draconis Memoria 1 (Hörbuch)

Klappentext:
Im riesigen Gebiet von Mandinorien gilt Drachenblut als das wertvollste Gut. Rote, grüne, blaue und schwarze Drachen werden gejagt, um an ihr Blut zu kommen. Das daraus gewonnene Elixier verleiht den wenigen Gesegneten übernatürliche Kräfte. Doch das letzte Zeitalter der Drachen neigt sich seinem Ende zu.
Kaum jemand kennt die Wahrheit: Die Drachen werden immer weniger und schwächer. Sollten sie aussterben, wäre ein Krieg Mandinoriens mit dem benachbarten Corvantinischen Kaiserreich unausweichlich. Alle Hoffnung des Drachenblut-Syndikats beruht auf einem Gerücht, nach dem es eine weitere Drachenart gibt, die weitaus mächtiger ist als alle anderen. Claydon Torcreek, ein Dieb und unregistrierter Blutgesegneter, wird von der obersten Herrschergilde in das wilde, unerforschte Inland geschickt, um einem Geschöpf nachzuspüren, das er selbst für reine Legende hält: der weiße Drache.

Meinung:
Als ich zum ersten Mal über diesen Titel stolperte, war ich skeptisch. Ob das Buch was ist? Drachen und Fantasy sprechen mich ja schon an, aber ist es nicht vielleicht doch wieder eine dieser vielen, beliebigen Mittelalter-Fantasy-Werke?
Nein, ganz eindeutig nicht, denn das Cover führt den Leser hier in die Irre. Mit Mittelalter hat die Welt von Anthony Ryan gar nichts zu tun. Eher etwas in Richtung Steam-Punk und viktorianischem Ambiente. Und hier war ich dann schnell in der Geschichte drin. In dem komplexen Weltenentwurf von Anthony Ryan leben Menschen, die sich die Kraft von Drachenblut zu Eigen machen können, um die eigene Leistung zu steigern. Doch das Produkt, wie es hier genannt wird, ist begehrt, seine Quellen aber nicht unerschöpflich. Die Drachen werden kleiner und weniger, der Bedarf aber ist nach wie vor ungebremst hoch. Da kommen die Gerüchte über einen geheimnisvollen weißen Drachen auf. Es wird eine Expedition zusammengestellt, um den sagenumwobenen Drachen zu finden. Gleichzeitig bahnt sich ein Krieg mit dem benachbarten Kontinent an.
Im Fokus des Buchs stehen drei Figuren: Clayton, Lizanne und den Leutnant Corrick. Jeder hat eine andere Mission, jeder beeinflusst die Handlungsstränge der anderen auf die eine oder andere Weise und sorgt dafür, dass die Geschichte so komplex und abwechslungsreich ist.
Neben einem Abenteuerroman erhält der Leser hier mitreißende Fantasy, Spionage und Seeschlachten, alles in dieser doch modernen, viktorianisch anmutenden Welt voller Erfindungen und Magie.
Gelangweilt habe ich mich bei Zuhören an keiner Stelle. Detlef Bierstedt weiß, wie man spannend Bücher einspricht und den Hörer an die Geschichte fesselt. Vor meinem inneren Auge liefen die Bilder quasi in HD ab und viel zu schnell war ich durch dieses großartige Buch durch. Am liebsten würde ich direkt weiterhören, leider muss ich mich hier noch ein wenig gedulden. Einziges Manko, neben dem Cover ist aber, dass beim Hörbuch Kartenmaterial fehlt. Das hätte auch beim Hören eine bessere Orientierung geboten. Erst nachdem ich im Internet gesucht habe, bin ich auf der Autoren-Homepage fündig geworden.

Fazit:
Dieser Epos setzt ganz neue Maßstäbe. Wendungsreich, intelligent und innovativ, geschickt verwobene Schicksale und Überraschungen lassen mein Fantasy-Herz höher schlagen. Wer Fan von Werken wie Tad Williams ist oder gerne mal etwas modere Ansätze in der Fantasy lesen möchte, der sollte sich Das Erwachen des Feuers nicht entgehen lassen.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Randomhouse Audio für das Rezensionsexemplar.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

familie, glück, liebe, paarleben, suche, träume

Das Glück ist ein Vogerl

Ingrid Kaltenegger
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 16.08.2017
ISBN 9783455001495
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Ingrid Kaltenegger - Das Glück ist ein Vogerl

Klappentext:
Für den Musiklehrer Franz, der die Vierzig schon länger überschritten hat, läuft’s nicht gut: Den Rockstar-Traum hat er fast aufgegeben, in seiner Ehe kriselt es, seine Tochter Julie pubertiert und redet kaum mit den Eltern. Eines Nachmittags gerät er in einen Autounfall, bei dem ein alter Mann umkommt. Ausgerechnet als seine Frau Linn die Beziehung retten will und ihn zu dem Lebenshilfeseminar "The Elevator to Happiness"™ mitschleppt, begegnet Franz das Unfallopfer Egon – als Geist! Dabei ist Egon Physiker und glaubt nicht einmal selbst an seine metaphysische Existenz. Notgedrungen machen sich Franz und Egon auf die Suche nach einem Weg, wie der Geist seine Ruhe finden kann. Dabei wird zunehmend unklar, wer hier überhaupt wen erlösen soll. Mit Schmäh und feinstem schwarzem Humor erzählt "Das Glück ist ein Vogerl" vom Irrsinn des Alltags, von unsterblichen Lebensträumen und der Liebe in drei unterschiedlichen Generationen.

Meinung:
Der Franz wollte eigentlich gerne erfolgreicher Musiker mit seiner Band werden. Stattdessen ist er Familienvater und Gitarrenlehrer geworden. Große Überraschungen hält sein Leben nicht bereit, aber damit hat der Franz sich mittlerweile irgendwie abgefunden. Doch eines Tages ist er mitverantwortlich für einen Unfall, bei dem ein alter Mann stirbt. Kurz darauf erscheint dieser dem Franz als Geist, mitten in einer Sitzung für mehr Zufriedenheit im Leben, zu dem Franz von seiner Frau Linn ihn mitgeschleppt wurde. Ab diesen Moment geht scheinbar alles Bergab für den Franz, denn Egon, der Geist, will nicht so einfach wieder verschwinden.
Ingrid Kaltenegger erzählt hier eine Geschichte über geplatzte und verdrängte Träume und die Frage ob es vielleicht doch nie zu spät ist, etwas zu ändern. Mit viel Witz und schwarzem Humor lässt sie hier ihre Hauptfigur Franz durch einige Schlammassel waten, die beim Lesen immer wieder für ein Schmunzeln auf den Lippen sorgen.
Man mag ihre Protagonisten einfach, denn sie sind sympathisch und lebensnah aufgebaut, haben durchaus ihre Macken und sorgen dafür, dass man sich doch an der einen oder anderen Stelle in ihnen wiederfindet.
Einzig der österreichische Sprachstil hat mir hier ein paar Probleme bereitet, bin ich doch nicht ganz so fit mit dem österreichischen Satzbau und den sprachlichen Gepflogenheiten dort. Sieht man davon aber ab, ist das Buch äußerst kurzweilig und unterhaltsam umgesetzt. Längen fand ich keine im Buch und allzu schnell war ich dann durch diese bezaubernde Geschichte durch.

Fazit:
Das Glück ist ein Vogerl ist richtig kurzweilig, witzig und unterhaltsam. Einzig der österreichische Umgangston hat mich manches Mal vor eine Herausforderung gestellt, der aber sehr zum Charme dieses Romans passt.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Hoffmann & Campe Verlag für das Rezensionsexemplar.

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482 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 96 Rezensionen

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Coldworth City

Mona Kasten
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426520413
Genre: Fantasy

Rezension:

Rezension Mona Kasten - Coldworth City

Klappentext:
Vor drei Jahren täuschte Raven ihren Tod vor, um der skrupellosen Forschungsorganisation AID zu entkommen. Seitdem ist sie auf der Flucht, denn Raven ist eine Mutantin, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, und AID würde alles tun, um sie wieder in ihre Gewalt zu bringen. Seit ihrer Flucht lebt Raven unerkannt in Coldworth City – bis der verschlossene Wade auftaucht und ihr anbietet, sie im Umgang mit ihren Fähigkeiten zu unterrichten. Damit ist die Zeit des Versteckens vorüber, denn schon bald sehen sich Raven und Wade einer Verschwörung gegenüber, die nicht nur das Ende der Mutanten bedeuten, sondern auch die ganze Welt ins Chaos stürzen kann.

Meinung:
Mona Kasten ist mittlerweile keine unbekannte Autorin auf dem deutschen Buchmarkt. Spätestens mit ihrer New-Adult-Reihe der „Again“-Bücher ist sie vielen ein Begriff. Nun führt sie ihre Leser in etwas fantastischere Bereiche.
Die 18-jährige Raven ist auf der Flucht, seit sie vor drei Jahren einer skrupellosen Forschungsorganisation entwischen konnte und lebt nun unter falscher Identität in Coldworth City. Denn Raven ist kein normaler Mensch, sondern hat spezielle Kräfte, die sie von anderen Menschen unterscheidet: sie ist eine Mutantin. Während sie tagsüber sich um ihren kleinen Bruder kümmert, spürt sie nachts Verbrecherbanden nach. Doch eines Tages taucht der geheimnisvolle Wade ein, der sie in ihren Kräften unterrichten möchte. Raven wird in Wades Organisation eingeführt und schnell kommt sie einer Verschwörung auf die Spur, die nicht nur die Mutanten bedroht.
Coldworth City liest sich angenehm leicht und flüssig. Der Weltenentwurf, den Mona Kasten hier präsentiert, hat mich so manches Mal an Superhelden-Comics erinnert, wie Batman oder X-Men, doch für die Geschichte ist es stimmig.
Leider fehlt es mir hier an Tiefe bei den Figuren. Zu wenig greifbar empfand ich Raven und das, was sie ausmachte. So berührte mich ihr Schicksal wenig und ich wurde einfach nicht so richtig warm mit ihr. Auch die Nebenfiguren fand ich zu vage, wirkten teilweise belanglos und haben es nicht geschafft, Tiefe und höhere Spannung in den Roman zu bringen. So plätschert die Geschichte vor sich hin und kann leider wenig tun, um sich ein wenig hervorzuheben.

Fazit:
Die Geschichte selber zog mich nicht so in den Bann wie erhofft und ein großer Aha-Effekt blieb leider aus. So lässt sich die Geschichte grundsätzlich gut lesen, doch reicht es nicht, sich gegen andere Bücher des Genres durchzusetzen.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar.

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200 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 79 Rezensionen

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Kukolka

Lana Lux
Fester Einband: 375 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036935
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Lana Lux - Kukolka

Klappentext:
Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.
Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte.

Meinung:
Samira wächst in einem Waisenhaus in der Ukraine auf. Das Leben dort ist hart und entbehrungsreich, doch Samira ist es nicht anders gewohnt. Auch nicht, dass sie ständig für ihr Aussehen runter gemacht wird. "Zigeunerkind" schimpfen sie das Mädchen mit der dunkleren Haut und den ungewöhnlichen Augen. Als dann auch noch Samiras einzige Freundin Marina adoptiert wird und sie verlässt, beschließt die 7-jährige, Marina nach Deutschland zu folgen. Doch der Weg dahin ist nicht einfach. Sie landet zunächst in einer Bettler-Organisation, erlebt Gewalt und Demütigung, doch nie verliert sie ihr Ziel aus den Augen: Deutschland.
Kukolka musste ich nach Beenden erst mal sacken lassen, nahm mich die Geschichte doch reichlich mit. Was Samira hier erdulden und erleiden muss, ist beileibe keine schöne Sache. Und doch ist einem schon beim Lesen klar, dass Samira nur stellvertretend für viele Kinder und junge Frauen steht, die ein ähnliches Schicksal erleiden müssen. Von einer Gesellschaft nicht aufgefangen zu werden, wenn der familiäre Rückhalt nicht gegeben wird, in einem Land, dass sich im Umbruch befindet und gänzlich andere Werte und Vorstellungen repräsentiert, als die wir gewohnt sind, haben mein Mutterherz bluten lassen. Doch Samira ist eine wirklich starke Persönlichkeit und ich finde es bewundernswert, dass sie trotz all der Schicksalsschläge für sie immer ihr Ziel nicht aus den Augen verloren hat.
Auch sprachlich mach Lana Lux hier alles richtig. Einnehmend erzählt sie uns von Samiras Schicksal, schont ihre Leser nicht, findet aber immer den richtigen Ton, um doch immer noch einen Hauch Zuversicht durchscheinen zu lassen. So fühlte ich mich beim Lesen zwar erschüttert und betroffen, doch ich verlor nie die Hoffnung an Samira. Ob sie es allerdings schafft, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Trotz der schweren Thematik sollte man sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Lana Lux regt zum Nachdenken an, denn man weiß, dass Samiras Schicksal kein Einzelfall ist.

Fazit:
Kukolka ist thematisch kein leichtes Buch, doch mit so viel positiver Energie erzählt, dass man Samiras Lebensweg bereitwillig durch alle Höhen und Tiefen begleitet.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

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66 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Fever

Deon Meyer , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 702 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 09.10.2017
ISBN 9783352009020
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Deon Meyer - Fever

Klappentext:
Nicolaas Storm fährt mit seinem Vater Willem durch ein vollkommen verändertes Südafrika. Nach einem Fieber, das weltweit fünfundneunzig Prozent der Menschen getötet hat, versuchen die beiden, einen sicheren Platz zum Leben zu finden. Das Land ist in einem Zustand der Gesetzlosigkeit. Gangs ziehen schwerbewaffnet umher, wilde Tiere bedrohen die Menschen. Schließlich aber finden Vater und Sohn einen Platz für eine Siedlung. Andere Menschen stoßen zu ihnen – Abenteurer, elternlose Kinder, ehemalige Soldaten. Sie alle müssen die Gesetze des Überlebens neu lernen. Nico wird zum Schützen ausgebildet. Er verliebt sich in Sofia, die wildeste Frau, die jemals ihre kleine Stadt betreten hat, und er beginnt wieder an eine Zukunft zu glauben. Bis die Katastrophe passiert – und sein Vater ermordet wird.

Meinung:
Autor Deon Meyer ist kein unbekannter Name auf dem deutschen Buchmarkt, dennoch ist Fever der erste Roman des bekannten Autors, den ich gelesen habe.
Schon die Inhaltsangabe hat mich gereizt. Nach einer Grippepandemie sind rund 90% der Menschheit ausgelöscht worden. Die Überlebenden stehen vor den Trümmern der Zivilisation. In diesem Endzeitszenario erzählt der Protagonist Nico Storm, wie er mit seinem Vater eine neue Gemeinde aufbaut, über die Hinternissse und Schwierigkeiten, über die Niederungen des menschlichen Charakters und über den Mord an seinem Vater, der bereits auf den ersten Seiten angesprochen wird und die Geschichte überschattet.
Deon Meyer beleuchtet in Fever viele verschiedene Aspekte und Schwierigkeiten, die ein solches Endzeit-Szenario mit sich bringt. Über die Probleme der Nahrungsbeschaffung, gen-verändertem Saatgut, Kraftstoffe, Strom und Wasserzufuhr sind auch zwischenmenschliche Belange von großer Wichtigkeit in diesem Buch. Wie wirkt sich der Wegfall einer sozialen Ordnung aus? Bilden die Menschen Gruppen und helfen einander? Oder entstehen Gangs, deren Zweck es ist, sich auf kosten anderer zu bereichern?
Willem und Nico Storm gehören hier zu der zivilisierteren Gruppe Mensch, treffen aber auch immer wieder auf das Gegenteil, müssen sich mit Plünderern, Gangs und anderen zwielichtigen Gestalten auseinander setzen. Das alles zusätzlich zu den Hürden und den Rückschlägen ihres Gemeindeaufbaus.
Meyers Charaktere sind interessant und vielschichtig ausgearbeitet und wirken sehr nah und menschlich in ihren Ängsten, Bedürfnissen und Hoffnungen. Nur zu gut schafft man es, sich in die verschiedenen Figuren hineinzuversetzen. Dabei zeichnen sie auch natürlich Fehler auf, die ihnen Tiefe und Format verleihen.
Nico Storm erzählt seine Geschichte rückblickend, immer wieder ergänzt mit Auszügen aus einer Gemeinde-Chronik, in der andere Bewohner zu Wort kommen dürfen. Die Handlung ist abwechslungsreich und zum Großteil spannend inszeniert. Gerade zum Ende hin zieht diese gewaltig an, und ich ahnte bereits ein wenig, wohin mich einige Fragen führen werden. Leider hat der Ausgang der Geschichte ein etwas fades Gefühl hinterlassen. Ein wenig zu schnell abgehandelt fühlte es sich an, vielleicht, weil das Ende der vorher aufgebauten Spannung nicht wirklich gerecht wurde? Auch blieben mir einige Fragen zu offen und ich hätte es schön gefunden, wenn mehr lose Fäden hier zusammengeführt hätten. So bleibt am Ende doch einiges noch der Fantasie des Lesers überlassen.

Fazit:
Deon Meyer hat mit Fever einen sehr gut durchdachten Endzeit-Roman mit vielen Spannungsmomenten geschaffen, dessen Ende mir aber im Vergleich zum Rest des Buchs etwas zu flach ausfiel.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

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