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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ein Jahr lang gut essen

Nigel Slater , Sofia Blind , Jonathan Lovekin
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 17.10.2016
ISBN 9783832199128
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Frei nach diesem Wahlspruch hat Nigel Slater sein jüngstes Werk zusammengestellt: Anhand von 250 neuen Rezepten führt er durch das Jahr und teilt seine Neugier, seinen Appetit und seine Freude, andere mit guten Gerichten zu beglücken, mit dem Leser.
Schweinekottelet mit Rhabarber-Chutney im Januar, gegrillter Grünspargel mit Zitronenpüree im Mai, Langustinen mit Parmesan-Butter und Chili im August und Gnocchi mit Sahne und Dolcelatte-Käse im Dezember. Was nach komplizierter Gourmetküche klingt, erklärt Slater in seinen sinnlichen und unterhaltsamen Texten auf lebendige und leicht verständliche Weise, gespickt mit Anekdoten und grundsätzlichen Überlegungen zur Bedeutung von gutem Essen.
Und für Abende, an denen es schnell gehen muss, finden sich zwischen den Tagebucheinträgen vier Jahreszeitenkapitel mit saisonalen Alltagsgerichten, denen man sich auch nach einem langen Arbeitstag noch gewachsen fühlt.
Und wie immer gilt: Die Rezepte sind nicht in Stein gemeißelt, sondern können und sollen ergänzt, verändert und nach den eigenen Wünschen interpretiert werden.

Meinung:
Ein Jahr lang gut essen, das hört sich doch verdammt gut an. Und dementsprechend neugierig klappte ich dieses Koch-Tagebuch auf. Denn wie schon in den Küchentagenbüchern von Nigel Slater ist auch dieses Buch nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein sehr persönlicher Einblick in Nigel Slaters Leben und seine Küche.
Wie der Titel schon verrät startet Slater im Januar, gibt Einblick, wie er zu den Ideen seiner Rezepte kommt und stellt natürlich noch seine Variante des Gerichts vor. Variante triftt es dabei ziemlich genau, denn gleichzeitig zu seinem Grundrezept zeigt er oft auch noch Abwandlungen auf, wie man das Rezept erweitern, verändern und indivualisieren kann. Somit kann man seine Rezepte sehr gut als Basis und Denkanstoß nutzen.
Aber auch bei der Rezepteinteilung merkt man, dass man es hier nicht mit einem klassischen Kochbuch zu tun hat. Eine Aufgliederung nach Vorspeise, Hauptgang oder Nachtisch findet man nicht im Buch, dafür lädt es aber wunderbar zum Schmöckern, Durchblättern und Reinlesen ein. Oft habe ich das Buch in die Hand genommen, um es an einer beliebigen Stelle aufzuschlagen, auf der Suche nach Inspiration, die ich oft auch gefunden habe. Neben den bunt durchmischten Gerichten gibt es auch eine Zusammenstellung von saisonalen Gerichten, gegliedert nach den Jahreszeiten und somit perfektes Soul-Food :)
Die Rezepte selber sind gut und übersichtlich geschrieben, die Mengenangaben sind klar, die Zutaten zumeist alltäglich und kaum exotisch, was der Beschaffbarkeit enorm entgegen kommt. Auch die Arbeitsschritte sind verständlich und klar erklärt, so dass man auch als Anfänger gut mit den Rezepten zurecht kommen sollte. Allerdings merkt man den Gerichten auch an, dass sie von einem Engländer kreiert wurden, denn man stolpert hier doch über die eine oder andere typische englische Eigenart ;) Die Fotos im Buch sind schlicht und auf die Gerichte fokussiert gehalten, der hochwertige Leineneinband machen das Buch schon fast zu schade, um es beim Kochen neben dem Herd liegen zu lassen.

Fazit:
Ein Jahr lang gut essen ist kein klassisches Kochbuch, vielmehr eine Inspirationsquelle mit vielen interessanten Ideen und Rezeptvorschlägen. Aufgelockert mit persönlichen Anekdoten und Erlebnissen des Autors, fühlt es sich an, als würde man ein Tagebuch lesen. Zwar sind die Rezepte mir persönlich manchmal zu "englisch", doch auch immer wieder inspirierend. Perfekt zum Durchstöbern und immer wieder in die Hand nehmen.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Smith & Wesson

Alessandro Baricco , Annette Kopetzki
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 17.09.2016
ISBN 9783455405774
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Tom Smith und Jerry Wesson haben mit der Waffenfabrik nur die Nachnamen gemein. Echte Abenteurer brauchen keine Waffen. Die Habenichtse lernen sich bei den Niagarafällen kennen, wo sich der eine als Erfinder und Meteorologe, der andere als »Leichenfischer« verdingt. Und dann ist da noch die Journalistin Rachel, die der erste Mensch sein will, der einen Sturz von den Fällen überlebt. Zu dritt wollen sie der Welt eine unvergessliche Geschichte liefern und zu Helden werden.

Meinung:
An den Niagarafällen im Jahre 1902 sucht Tom Smith den Fischer Jerry Wesson auf, um diesen für seine Forschungen zu befragen. Den Smith betätigt sich als Wetterforscher, um Anhang von Wahrscheinlichkeiten das Wetter vorherzusagen. Kurze Zeit später werden sie von der Journalistin Rachel frequentiert, die gemeinsam mit den beiden ein großes Ereignis auf die Beine stellen will, um ihre Stelle als Journalistin zu festigen und zu erhalten. Ein abenteuerlicher Plan wird entworfen.
Smith und Wesson haben mit den Waffenherstellern wenig gemeinsam. Der eine ist eher ein Betrüger und Erfinder, der sich mit einigen Tricksereien durchs Leben schummelt, der andere steht im Schatten seines Vaters. Und Rachel ist eine ehrgeizige junge Frau, die darunter leidet, dass man als Frau nicht als ebenbürtig angesehen wird. Trotz der Kürze des Stücks hat Baricco seine Figuren sehr dicht konstruiert.
Smith & Wesson ist kein klassisches Buch, sondern ein Bühnenstück. Somit besteht die Lektüre aus Dialogen und Regieanweisungen. Und gerade das macht das Buch unglaublich unterhaltsam. Man kann sich die Szenen sehr gut vorstellen und erfährt in den Gesprächen unheimlich viel um die Umstände und über die Figuren. So manches Gespräch hat bei mir laute Lacher auslösen können und trotz der Tragik, die im Buch mitschwingt, ist das Buch sehr vergnüglich und selbstironisch geschrieben. Die einzelnen Akte sind kurz und übersichtlich gehalten, was dafür sorgt, dass man das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen hat und mit ein wenig Wehmut zuklappt. Man merkt dem Buch an, dass es richtig gut von Annette Kopetzki übersetzt wurde.

Fazit:
Smith & Wesson ist ein kurzweiliges Bühnenstück über eine abenteuerliche Geschichte an den Niagara-Fällen, die mit minimalem Aufwand große Wirkung erzielt und kurzweilig unterhalten kann. Die Handlung stimmt nachdenklich und bleibt in Erinnerung, der wunderbare Erzählstil tut sein Übriges.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Hoffmann & Campe Verlag für das Rezensionsexemplar.

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hercule poirot, irland, nach agatha christie, krimi

Der offene Sarg

Sophie Hannah , Giovanni und Ditte Bandini
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 07.09.2016
ISBN 9783455600537
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext:
Die 70-jährige Lady Athelinda Playford, Witwe und Herrin von Lillieoak, lädt zu einem großen Dinner in ihr irisches Gutshaus ein. Die Zusammensetzung der Gäste ist so illuster wie kurios. Neben ihren Kindern mit Anhang und ihrem Sekretär sind auch zwei Anwälte, ein Gerichtsmediziner sowie Hercule Poirot und sein Kollege von Scotland Yard, Edward Catchpool, geladen. Als die Runde komplett ist, legt die alte Dame die Karten auf den Tisch: Sie wird ihr Testament ändern, ihre Kinder enterben und alles ihrem todkranken Sekretär vermachen. Unter den Familienmitgliedern bricht ein Sturm der Entrüstung los. Als man den Sekretär am nächsten Morgen ermordet auffindet, scheint der Fall für alle klar. Nicht aber für Poirot.

Meinung:
Es ist gefühlt schon ewig her, dass ich einen ganz klassischen Krimi gelesen habe. Hercule Poirot ist mir natürlich ein Begriff und Peter Ustinov habe ich im Fernsehen immer gerne bei seinen Fällen als besagter belgischer Meisterdetektiv begleitet. Nun also ein neuer Fall für Poirot in bester Agatha Christie Manier aus der Feder von Sophie Hannah.
In diesem Werk lädt die irische Lady Playford eine Gesellschaft zu sich auf ihr Landgut, um dort eine Ankündigung zu ihrem Testament zu machen, dass nicht allen Beteiligten gefällt. Mit von der Partie ist neben dem Scotland Yard Inspektor Catchpool auch der legendäre Detektiv Hercule Poirot. Kurz nach der Verkündung über die Testamentsänderung kommt es zu einem Mordfall, dessen Opfer der im neuen Testament begünstigte Sekretär Scotcher ist. Ein Glück also, dass die gleich zwei wichtige Ermittler vor Ort sind, die direkt die Ermittlungen aufnehmen. Doch ist es wirklich Zufall, dass beide eingeladen worden sind?
Ein adliger Landsitz lädt natürlich dazu ein, den Charakteren vor Ort einige Stereotypen zuzuordnen. Da gibt es den etwas brummeligen Butler, die einfältige Dienstmagd, die versnobte angehende Lady des Landsitzes etc. Aber trotz dieser Klischees, denen sich Hannah hier bedient, funktionieren die Charaktere sehr gut und man hat immer einen genauen Eindruck über diese. Catchpool, der die Geschichte hier in der ersten Person erzählt, ist grundsätzlich sympathisch. Und auch wenn ich den Vorgängerband nicht kenne, konnte ich einen guten Eindruck von ihm erhalten und mochte ihn sehr.
Handlungsmäßig ist das Buch ein Krimi, wie er klassischer nicht sein könnte. Unerwartete Wendungen, klassische Ermittlungen und viele Dialoge, in denen der Mordfall nach und nach analysiert wird. Die Szenen sind klar gesetzt, in diesem Fall der Landsitz, und zur besseren Orientierung gibt es auf den ersten Seiten des Buchs auch zwei Skizzen mit der Aufteilung der Räume. Als Leser darf man so miträtseln und knobeln, wer der Mörder ist und wie die Umstände um den Mord zustande gekommen sind. Die Kapitel sind recht kurz und übersichtlich gehalten, der Schreibstil ist einnehmend und unterhaltsam. Der Spannungsbogen kann gut bis zur letzten Seite gehalten werden und mein Ausflug in das Krimi-Genre hat sich vollauf gelohnt. Somit habe ich dieses Buch mit einem guten Gefühl beendet und freue mich jetzt schon auf weitere Fälle von Sophie Hannah.

Fazit:
Ein klassischer Krimi, der mich im ersten Moment vom Setting her ein wenig an das Werk Und dann gab's keines mehr erinnerte, aber doch eigenständiger ist und einen klug konstruierten Mordfall präsentiert. Mir hat der Fall viel Spaß gemacht und auch wenn die Charaktere sich vieler Klischees bedienen, tut das dem Lesespaß keinen Abbruch.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Atlantik Verlag für das Rezensionsexemplar.

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343 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

black blade, monster, jennifer estep, fantasy, magie

Black Blade - Die helle Flamme der Magie

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703574
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Als Diebin hat Lila Merriweather eine Begabung für drei Dinge: Erstens, sich in den Schatten zu verbergen. Zweitens, überall unbemerkt einzubrechen. Und drittens, Geheimnisse zu lüften. Diese Talente kommen ihr auch bei ihrer Arbeit als Bodyguard der Sinclair-Familie zugute - immerhin eine der mächtigsten magischen Mafiafamilien in Cloudburst Falls. Jeder weiß, dass Victor Draconi sie und die anderen Familien einkassieren will - und vorhat, jeden einzelnen Sinclair umzubringen. Doch was niemand weiß, ist, dass Lila ihm auf den Fersen ist. Auf keinen Fall wird sie zulassen, dass der Mann, der ihre Mutter getötet hat, weiteren Menschen, die ihr etwas bedeuten, Schaden zufügt. Nicht so lange es noch Häuser gibt, in die sie einbrechen kann, nicht so lange es noch Dinge gibt, die sie stehlen muss und besonders nicht so lange Devon Sinclair an ihrer Seite kämpft ...

Meinung:
Achtung: Dritter Teil einer Reihe -Spoilergefahr!
Was habe ich nach dem spannenden Ende des zweiten Bandes mich auf das Finale der Trilogie gefreut. Deshalb bliebt der Roman nicht lange ungelesen bei mir liegen und ruck zuck tauchte ich wieder in Lila Merryweathers Welt und in Cloudburst Falls ein.
Die Geschichte setzt nicht lange nach den Ereignissen aus Band 2 ein. Lila und ihre Freunde versuchen ihr Bestes, ihren Gegner Victor aufzuhalten und zu schwächen, denn bald steht wieder ein Essen mit allen Familien aus Cloudburst Falls an.bei dem sie fürchten, dass Victor eine Macht einsetzen wird. Und natürlich überschlagen sich die Ereignisse an diesem Termin und das Leben vieler Menschen ist bedroht. Lila muss all ihr Können einsetzen, um die Menschen, die sie liebt zu retten und Victor auszuschalten.
Ich habe Lilas Entwicklung in den Romanen mit Spannung verfolgt und auch im dritten und finalen Band war ich damit überaus zufrieden, wie die Autorin ihre Figur konsequent weiter entwickelt hat. War sie im ersten Band noch sehr zurückhalten, kann man von Buch zu Buch erleben, wie sie sich immer mehr öffnet. Aber auch die Nebenfiguren haben mir wieder gut gefallen, wenn auch Devons Rolle hier ein wenig blass wirkte im Vergleich zu den anderen Büchern.
Der Einstieg in die Geschichte viel mir nicht schwer, auch wenn etwas her war, dass ich den zweiten Teil gelesen habe. Aber im Gegensatz zum zweiten Band waren die Figuren direkt wieder da und ich konnte der Geschichte mühelos folgen. Wieder einmal kann ich nur betonen, wie gut mir Jennifer Esteps Weltenentwurf gefällt und wie toll diese Reihe von Vanessa Lamatsch übersetzt wurde. Das Buch ist erneut richtig spannend von der ersten bis zur letzten Seite, der Plot gut durchdacht und nahezu atemlos blättern man von Seite zu Seite um dem Finale entgegen zu fiebern. Der Abschluss hat mich gepackt und wurde in meinen Augen gut umgesetzt. Die Kapitel sind wieder zumeist recht kurz und übersichtlich gehalten und auch wie schon in den zwei Bänden vorher erzählt Lila ihre Geschichte selber in der Ich-Perspektive.

Fazit:
Ein würdiger, fesselnder Abschluss dieser Jugend-Fantasy-Reihe, die auch erwachsene Leser durchaus richtig gut unterhält. Ich habe die Reihe ins Herz geschlossen und werde sie in guter Erinnerung behalten.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.

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58 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, trennung, leserunde, lovestory, alles was vielleicht für immer ist

Alles, was vielleicht für immer ist

Jimmy Rice , Laura Tait , Marion Herbert
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.09.2016
ISBN 9783832163747
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Rebecca und Ben ergänzen sich perfekt: Er weint manchmal, wenn er kitschige Liebesfilme sieht. Ihre Augen tränen noch nicht mal beim Zwiebelschneiden. Während sie als Architektin Karriere macht, weiß er nicht so genau, was er mit seinem Leben anfangen möchte. Ihm fällt es leicht, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen. Sie hasst Small Talk. Genau aus diesen Gründen sind die beiden das perfekte Paar. Nichts kann sie auseinanderbringen. Das glauben sie zumindest.
Wenn da nur nicht diese eine Sache wäre, die Ben Rebecca eigentlich noch hätte sagen müssen und die sie schließlich selbst herausfindet. Auf einmal sind die beiden gezwungen, alles zu hinterfragen, was sie je voneinander wussten ...

Meinung:
Wer kennt nicht das Sprichwort "Gegensätze ziehen sich an"? Denn auf Rebecca und Ben scheint diese Weisheit perfekt zu passen, ergänzen sie sich doch in allen Dingen, egal ob große oder kleine Angelegenheiten. Wo Rebecca rational und vorsichtig ist, ist Ben wagemutig und offen. So sorgt er dafür, dass Rebecca mehr aus sich herauskommt, und sie dafür, dass Ben auf dem Boden bleibt und nicht zu sehr abhebt. Doch können zwei so unterschiedliche Menschen miteinander glücklich werden? Als Rebecca an Bens Geburtstag mit einer Erkenntnis konfrontiert wird, wird die Liebe auf eine harte Probe gestellt, in dessen Verlauf sich zeigen muss, ob Rebecca und Ben wirklich das perfekte Paar sind, wie sie immer dachten.
Rebecca ist beleibe keine einfache Protagonistin. Sie ist ehrgeizig und eher verschlossen. Beziehungen gegenüber ist sie recht misstrauisch und sie kann verdammt stur sein. Das ist leider nicht immer angenehm im Handlungsverlauf und hat mich ein paar Nerven gekostet, wenn sie wieder so uneinsichtig war. Ben dagegen mochte ich total gerne und er hat mir manchmal richtig leidgetan, so wie Rebecca mit ihm umspringt. Auch die Nebenfiguren leiden unter Rebeccas Benehmen, sind ansonsten aber gut umgesetzt und geben den beiden Hauptfiguren einen guten Rahmen zum Agieren.
Der Einstieg in den Roman fiel mir unheimlich leicht und ich habe mit Spannung das Kennenlernen und die frische Beziehung zwischen Ben und Rebecca genossen. Doch nach und nach schlichen sich die ersten Längen in den Roman an. Gerade Rebecca hat mir mit ihrer sturen Art immer wieder Steine in den Weg gelegt und oft hätte ich mir gewünscht, sie wäre ein wenig offener. Doch sie ist nun mal wie sie ist, und so leidete ich im Verlauf der Geschichte mit Ben. Auch das sich der Handlungsverlauf anders entwickelte, als ich erwartet habe, hat mit dazu geführt, dass mir das weiterlesen immer schwerer fiel und meine Motivation nachließ. Doch ich habe durchgehalten, da ich doch wissen wollte, wie es mit den Zweien ausging. Das Ende ist schlüssig, wird aber nicht jeden Geschmack treffen.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Rebeccas und Bens Sicht. Dabei wechseln sich die Zwei kapitelweise ab. Die Kapitel selber sind angenehm lang. Der schwungvolle Start lässt aber nach einem Drittel leider nach und es kommt zu ein paar Längen im Roman. Auch der Handlungsverlauf entwickelte sich nicht nach meinem persönlichen Geschmack, habe ich doch etwas anderes erwartet. So war ich am Ende des Buchs recht froh, durch die Geschichte gekommen zu sein. An den Vorgänger Das Beste, das mir nie passiert ist, reicht dieser Roman leider nicht heran.

Fazit:
Alles, was vielleicht für immer ist startet stark, lässt aber leider im Handlungsverlauf etwas nach und konnte mich mit seiner Handlung nicht ganz so begeistern wie erhofft. Rebecca als Hauptfigur ist recht anstrengend und die Geschichte entwickelte sich anders, als erwartet. So war es alles in allem zwar kein schlechtes Buch, der Vorgänger aber hat mir besser gefallen.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die Dumont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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713 Bibliotheken, 28 Leser, 1 Gruppe, 134 Rezensionen

mona kasten, begin again, liebe, new adult, vergangenheit

Begin Again

Mona Kasten
Flexibler Einband
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783736302471
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Er stellt die Regeln auf –
sie bricht jede einzelne davon.

Noch einmal ganz von vorne beginnen – das ist Allie Harpers sehnlichster Wunsch, als sie für ihr Studium nach Woodshill zieht. Dass sie ausgerechnet in einer WG mit einem überheblichen
Bad Boy landet, passt ihr daher gar nicht in den Plan. Kaden White ist zwar unfassbar attraktiv – mit seinen Tattoos und seiner unverschämten Art aber so ziemlich der Letzte, mit dem Allie
sich eine Wohnung teilen möchte. Zumal er als allererstes eine Liste von Regeln aufstellt. Die wichtigste: Wir fangen niemals etwas miteinander an! Doch Allie merkt schnell, dass sich hinter
Kadens Fassade viel mehr verbirgt als zunächst angenommen. Und je besser sie ihn kennenlernt, desto unmöglicher wird es ihr, das heftige Prickeln zwischen ihnen zu ignorieren …

Meinung:
Schon länger hat es mich nicht mehr so richtig zu New Adult Romanen gezogen, vereinten sie doch immer wieder das gleiche Thema in mehr oder weniger gut gewählten Worten. Doch auf diesen Roman hatte ich nochmal richtig Lust und wagte mich an ihn heran. Und bereut habe ich es nicht.
Zwar klingt die Inhaltsangabe nicht neu, doch die Geschichte reizte mich und ich begleitete Allie bereitwillig in ihr neues Leben. Zu Beginn des Romans ist sie auf der Suche nach einem Zimmer und man erfährt direkt, dass sie entgegen der Pläne ihrer Eltern handelt. Allie landet schließlich in der Wohnung von Kaden, der sie eher widerwillig aufnimmt. Er stellt für das Zusammenleben drei Regeln auf, an die Allie sich halten soll. Doch je besser die zwei sich kennen lernen, desto schwerer wird es, diese auch einzuhalten, und zwar für beide Seiten.
Ich mochte Allie und Kaden unheimlich gerne. Allie ist nicht die brave Unschuld vom Lande, hat eine Vergangenheit und verströmt, Gott sei Dank, nicht diese extreme amerikanische Prüderie, wie man sie oft von den amerikanischen Autorinnen kennt. Kaden ist beileibe kein einfacher Mensch, gerade dadurch aber sehr interessant und er bildet einen guten Gegenpart für Allie. Als richtigen Bad Boy würde ich ihn zwar nicht beschreiben, aber definitiv als Mann mit Charakter.
Auch die wie sich die Beziehung entwickelt hat mir gut gefallen. Die zwei kommen sich nämlich erst nach und nach und nicht Knall auf Fall näher. Dadurch wirkt die Geschichte um einiges realistischer. Allerdings bringt diese behutsame Entwicklung ein wenig Länge in den Roman, wo man sich schon fast wünscht, dass Mona Kasten es ein wenig beschleunigt hätte. Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, ist diese, in dem Genre leider weit verbreitete Unart, jedes kleine Detail über die Figuren zu beschreiben: was sie anhaben, wie sie sich schminken, was sie essen, etc. Auch Mona Kasten hat das hier eingebaut, was mir besonders zu Anfang des Romans negativ auffiel, sich im Verlauf des Romans aber besserte. Das sind aber auch die einzigen Punkte, die mir persönlich nicht so zusagten, ansonsten war das Buch aber wirklich sehr unterhaltsam und richtig schön geschrieben. Die Geschichte ist witzig, berührend, manchmal spannend und auch ein klein wenig knisternd. Und auf jeden Fall macht das Buch Lust auf mehr, so dass ich mich schon jetzt auf den Nachfolgeband freue.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Allies Sicht. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang. Bis auf ein wenig Länge im Mittelteil kann Mona Kasten die Spannung gut bis zum Ende hin halten, streut geschickt Informationshäppchen über ihre Protagonisten, ohne die großen Geheimnisse zu schnell zu verraten und den Leser so bei Stange zu halten.

Fazit:
Begin Again ist ein schöner Reihenauftakt, der zwar vereinzelt kleine Schwächen aufweist, im Großen und Ganzen aber gut unterhält und mit einem schönen Mix aus Witz, Spannung und Gefühlen vergnügliche Lesestunden bereitet.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionexemplar

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

glück, sammlung, zweite chance, roman, trostloses leben

Das Bild aus meinem Traum

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783455650457
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Maître Pierre-François Chaumont, ein brillanter Pariser Anwalt, ist leidenschaftlicher Kunstsammler und lässt sich keine Auktion entgehen. Von einem alten Ölgemälde kann er eines Tages den Blick nicht mehr abwenden: Der dargestellte Mann mit gepuderter Perücke ähnelt ihm wie sein Spiegelbild! Das Porträt soll seine Sammlung krönen und er ersteigert es, aber schon bald wandelt sich das Glücksgefühl in Paranoia, denn Pierre-François fürchtet, verrückt geworden zu sein: Niemand seiner Familie oder Freunde sieht die frappierende Ähnlichkeit.
Mithilfe des Wappens findet er jedoch die Familie des Porträtierten - ein altes Adelsgeschlecht, das seit Jahrhunderten auf Schloss Mandragore in der Bourgogne lebt. Heimlich reist Pierre-François dorthin und erlebt eine weitere Überraschung: Jeder scheint ihn zu kennen! Man hält ihn für den seit Jahrzehnten verschollenen Grafen, und Pierre-François belässt es dabei - er kann der Versuchung nicht widerstehen, einfach eine neue Identität anzunehmen und ein neues Leben anzufangen … Antoine Laurain erzählt in seinem Debüt von der Suche nach Identität, sich selbst und dem Glück, und von der Faszination für schöne und alte Dinge, die ihre eigenen Geschichten haben.

Meinung:
Ihr könnt ich nicht vorstellen, wie groß meine Freude war, als ich ein Überraschungspaket vom Atlantik Verlag erhielt, und den neuen Roman von Antoine Laurain plötzlich in meinen Händen. Schon mit Liebe mit zwei Unbekannten hat der Autor mein Herz erobert, dass ja besonders für französische Literatur sehr hoch schlägt. Nun hat der Verlag endlich das Debüt des Autors übersetzt und ich versank nur allzu bald in der Welt von Pierre-François Chaumont.
Dieser lebt in Paris und ist ein erfolgreicher Patenanwalt. Seit seiner Jugend hegt er außerdem eine große Leidenschaft für Antiquitäten. Als er eines Tages für eine unverschämt hohe Summe ein Bild ersteigert, gerät seine Welt komplett aus den Fugen. Denn auf dem Bild, dass aus dem 18. Jahrhundert stammt, scheint ihm bis aufs Haar zu gleichen. Doch kaum ersteigert, fängt der Ärger an. Seine Frau und seine Freunde wollen keine Ähnlichkeit erkennen und Chaumont ist frustriert. Er ermittelt die Familie durch das Wappen auf dem Bild und spürt diese auf. Die Suche führt ihn auf ein Weingut, wo er direkt als der dort als verschollen geltende Graf wiedererkannt wird. Chaumont ist begeistert, dass die Ähnlichkeit nun erkannt wird, doch kann er einfach eine fremde Identität annehmen?
Auch wenn Pierre-François Chaumont auf den ersten Blick ein wenig großspurig und überheblich wirkt, so mochte ich ihn doch nach kurzer Zeit sehr gerne. Seine etwas exzentrische Art und seine Begeisterung für Antiquitäten geben ihm etwas Kauziges, aber Liebenswertes. Auch die Nebenfiguren sind weitestgehend gut ausgearbeitet, obwohl von denen nicht so viele hier vorkommen. Einzig Chaumonts Kanzleipartner Chevrier blieb mir zu blass und zu sehr Randfigur. Für ein Erstlingswerk passt die Zusammenstellung und Ausarbeitung schon ganz gut.
Dass Laurain selber mal Antiquitätenhändler war und sich in dem Metier auskennt, merkt man dem Roman direkt an, denn mit viel Liebe zum Detail führt er den Leser in diese Welt ein. Mit schönen, eleganten Sätzen und viel Charme versinkt man beim Lesen im Buch und möchte so schnell nicht wieder daraus auftauchen. Die kurzen Kapitel, Chaumonts Erlebnisse, die in der Ich-Perspektive erzählt werden, und die amüsante Geschichte sorgen für unbeschwerte Lesestunden. Sina de Malafosse hat hier richtig gute Arbeit geleistet und die Sprache des Autors ganz wundervoll ins Deutsche gebracht.

Fazit:
Zwar kommt Das Bild aus meinem Traum nicht ganz an die beiden anderen Romane des Autors ran, trotzdem hatte ich wieder einmal wunderschöne Lesestunden mit dem Roman, habe in der Sprache geschwelgt und mich von der charmanten Geschichte einfangen lassen.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Atlantik Verlag für das Rezensionsexemplar.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Tief im Land

Neil Ansell , Ulrike Kretschmer
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Allegria, 12.08.2016
ISBN 9783793423119
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
"Tief im Land" entführt uns in die Ruhe eines archaischen, asketischen Lebens. Neil Ansell verbrachte fünf Jahre zurückgezogen in den Hügeln von Wales. In exzellenter Prosa erzählt er von seinem Alltag in einem alten, halb verfallenen Cottage ohne Strom und Gas. Im Laufe der Zeit verschmilzt er immer mehr mit seiner Umgebung. In bemerkenswerter Selbstvergessenheit beschreibt er Landschaft, Tier- und speziell die Vogelwelt. Auf wunderbare Weise gelingt es ihm, uns in die Stille des Landes hineinzuziehen.
Konzentriert, bildhaft, melodisch erzählt, hat der Text meditativen Charakter. Er vermittelt, was es heißt, ganz im Hier und Jetzt zu sein.
"Tief im Land" entführt uns in die Ruhe eines archaischen, asketischen Lebens. Neil Ansell verbrachte fünf Jahre zurückgezogen in den Hügeln von Wales. In exzellenter Prosa erzählt er von seinem Alltag in einem alten, halb verfallenen Cottage ohne Strom und Gas. Im Laufe der Zeit verschmilzt er immer mehr mit seiner Umgebung. In bemerkenswerter Selbstvergessenheit beschreibt er Landschaft, Tier- und speziell die Vogelwelt. Auf wunderbare Weise gelingt es ihm, uns in die Stille des Landes hineinzuziehen.

Meinung:
Wie der Klappentext schon verrät, erzählt Neil Ansell in diesem Buch von seinem Leben im Wald. Mitten in Wales hat er 5 Jahre lang in einem halb verfallenen Cottage gelebt und dabei viel über seine Umgebung und die Natur gelernt. Inhaltsmäßig gibt es eigentlich nicht so viel zu erzählen, aber es ist faszinierend und fast schon meditativ, Neil Ansell auf seinen Streifzügen durch die Natur zu begleiten.
Ansells Erzählstil hat etwas unheimlich Beruhigendes und Erdendes, was Tief im Land zu einem wirklich wundervollen Buch zum Abschalten nach einem stressigen Tag macht. Es ist wie ein Ausflug aufs Land oder in den Wald, und man sieht die Natur und seine Lebewesen fast schon vor eigenen Augen, wenn man sich in Ansells Schilderungen vertieft.
Allerdings war Tief im Land kein Buch, dass ich in einem Rutsch durchlesen konnte, dafür aber eines, dass ich immer wieder gerne in die Hand nahm, mal in ein Kapitel reinlas und reinblätterte. Zwar empfiehlt es sich, das Buch von vorne nach hinten zu lesen, aber auch wenn man einfach mal in ein Kapitel zwischendrin reinliest, hat man keine Probleme, Ansell zu folgen.
Die Kapitel sind insgesamt recht übersichtlich gehalten und variieren zwischen 20-30 Seiten. Neil Ansell erzählt seine Geschichte in der Ich-Perspektive und lässt und tief an seinen Gedanken und Empfindungen teilhaben. Im Buch selber findet sich auch eine gezeichnete Karte, an der man sich bei Ansells Beschreibungen orientieren kann und die angesprochenen Punkte und Ort findet. Ulrike Kretschmer hat es sehr gut geschafft, Ansells Schreibstil in einer so beruhigenden, einnehmenden Art ins Deutsche zu bringen.

Fazit:
Tief im Land ist ein Buch, dass sehr ruhig, entspannt und fast schon meditativ erzählt ist, wundervolle Landschafts- und Tierbeschreibungen enthält und einem einen Ausflug in die unberührte Natur gewährt, so ursprünglich und beruhigend bringt der Autor seine Erlebnisse zu Papier.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Allegria Verlag für das Rezensionsexemplar.

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564 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, das juwel, magie, liebe

Das Juwel - Die weiße Rose

Amy Ewing , Andrea Fischer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.08.2016
ISBN 9783841422439
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Violet ist auf der Flucht. Nachdem die Herzogin vom See sie mit Ash, dem angestellten Gefährten des Hauses, ertappt hat, bleibt Violet keine Wahl, als aus dem Palast zu fliehen oder dem sicheren Tod ins Auge zu sehen. Zusammen mit Ash und ihrer besten Freundin Raven rennt Violet aus ihrem unerträglichen Dasein als Surrogat der Herzogin davon. Doch das Juwel zu verlassen ist alles andere als einfach. Auf ihrem Weg durch die Kreise der Einzigen Stadt verfolgen die Regimenter des Adels sie auf Schritt und Tritt. Die drei Geflohenen schaffen es nur äußerst knapp, sich in die sichere Umgebung eines geheimnisvollen Hauses in der Farm zu retten. Hier befindet sich das Herz der Rebellion gegen den Adel. Zusammen mit einer neuen Verbündeten entdeckt Violet, dass ihre Gabe sehr viel mächtiger ist, als sie sich vorstellen konnte. Aber ist Violet stark genug, sich gegen das Juwel zu erheben?

Meinung:
Achtung: Zweiter Teil einer Reihe - Spoilergefahr!
Die weiße Rose setzt nahtlos an Band 1 an. Violet wurde mit Ash erwischt, dieser wird nun im Verlies festgehalten, Violet selber in den Gemächern und beide wartet nun auf die Konsequenzen, die die Herzogin folgen lässt. Doch unerwarteter Weise gelingen ihr und ihrem Gefährten die Flucht und eine dramatische Odyssee in ein sicheres Quartier beginnt. Doch so dramatisch die Umstände auch sind, lernt Violet doch mehr über sich und ihre Gaben kennen. Und merkt, dass sie vielleicht doch eine Chance haben, den Adel zu stürzen.
Der Einstieg ins Buch gelang mir relativ gut, ist es doch schon eine Weile her, dass ich den ersten Band gelesen habe. Aber schnell stellten sich die Figuren wieder ein und die Vorgeschichte war wieder präsent. Hier hat die Autorin gute Arbeit geleistet, indem sie kurze Rückblicke gewährt, ohne jedoch ausufernd zu werden und die Hauptgeschichte von Band 2 zu verdrängen. Auch der Schreibstil war wieder sehr kurzweilig und gut lesbar, was auf eine gute Übersetzungsarbeit von Andrea Fischer schließen lässt. Die Handlung selber ging mir diesmal nicht ganz so an die Nieren, wie noch im ersten Band, ist aber durchaus wieder recht dramatisch und auch schonungslos dargestellt. Allerdings empfand ich diesmal den Handlungsverlauf als nicht ganz so überraschend, wie noch im ersten Band.
Die Figurenentwicklung war in Ordnung, berücksichtigt man die Zielgruppe, die Amy Ewing mit dieser Reihe ansprechen möchte. Mir persönlich reift Violet etwas zu schnell heran, auf jeden Fall aber sorgt es für Tempo im Roman, so dass keine Längen erzeugt werden. Denn von denen finden sich tatsächlich keine im Buch und immer ist etwas los oder man erfährt etwas Neues hier. Diesmal werden auch einige Nebenfiguren etwas vertieft, so dass sich ein umfassenderes Bild über die Gesellschaft und die Menschen auf der Insel ergibt.
Grundsätzlich wurde ich hier gut und kurzweilig unterhalten, allzu anspruchsvoll ist die Geschichte aber nicht, bietet aber wieder einmal einige interessante Ansätze zum Nachdenken und Diskutieren. Die Kapitellänge ist angenehm, nicht zu kurz und auch nicht zu lang, und Violet erzählt ihre Geschichte wieder in der Ich-Perspektive. Der Plot ist sauber ausgearbeitet und die Spannung kann konstant bis zur letzten Seite gehalten werden. Natürlich ist das Ende etwas offen und sorgt dafür, dass man ja doch wissen will, wie es nun ausgehen wird. Da müssen wir deutschen Leser uns aber bis nächstes Jahr noch gedulden.

Fazit:
Die weiße Rose setzt Violets Geschichte konsequent weiter, konnte mich aber nicht ganz so überraschen und mitreißen, wie noch der Vorgänger. Trotzdem wird man hier gut unterhalten und erfährt mehr über die Welt und die Insel. Alles in allem ein solider Mittelteil, der Lust auf das Finale macht.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den FJB Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(9)

40 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kanada, nordlicht, geräusch, phantasie, fiktion oder realität?

Das Geräusch des Lichts

Katharina Hagena
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462049329
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Fünf Menschen im Wartezimmer. Wer könnten sie sein? Eine der Wartenden beobachtet die anderen und erfindet ihre Lebensgeschichten. Da ist die Botanikerin Daphne Holt, so widerstandsfähig und zart wie das Moos, das sie erforscht. Auf den Spuren einer verschollenen Freundin stößt sie in der kanadischen Wildnis auf ein Geheimnis. Da ist der Musiker in seinem dottergelben Hausboot, der den letzten Willen seiner Frau erfüllt und auf dem zugefrorenen See das Nordlicht erwartet. Der zwölfjährige Richard sucht in jeder Öffnung, jedem Schacht, hinter jedem Gitter einen möglichen Weg zum Planeten Tschu. Auf dem befinden sich nämlich seine Mutter und seine Schwester, weil sie nach ihrem Verschwinden ja irgendwo sein müssen. Und da ist die verwirrte Dame, in deren Kopf sich die weiße Leere schon ganz ausgebreitet hat. Schließlich erfindet die Erzählerin ihre eigene Geschichte, einen Thriller über die Verbrechen einer skrupellosen Ölfirma, bei dem sie selbst in Lebensgefahr gerät.

Meinung:
In einem kanadischen Wartezimmer sitzen 5 Menschen und warten auf ihren Termin. Eine der Wartenden ist die Erzählerin des Romans und während sie als letzte drankommen wird, ersinnt sie sich für jeden anderen Patienten eine Geschichte, sogar für sich selber. Dabei scheinen alle Geschichten erst einmal eigenständig zu sein, greifen aber immer wieder Themen und Figuren aus den anderen Geschichten auf. Und so ergibt sich nach und nach ein Bild über unsere Erzählerin und ihre eigene Geschichte.
Das Setting klingt erst einmal aufgeräumt und unspektakulär. Und im Großen und Ganzen bleibt es das auch, denn Katharina Hagena legt ihr Augenmerk auf die Menschen in diesem Buch. Und diese zeichnet sie sehr deutlich und klar, mit all ihren Eigenheiten und Schwächen. Jede ihrer Figuren ist auf der Suche nach etwas und jemanden, sei es eine verschollene Forscherkollegin, eine Mutter, Ehefrau, Freundin oder die Suche nach sich selbst. Und obwohl diese Lektüre nicht wirklich dick ist, schafft die Autorin es, eine unheimlich dichte Atmosphäre um ihre Charaktere zu schaffen, ihnen Tiefe zu verleihen und sie dem Leser näher zu bringen.
Auch die Handlung in diesem Roman hat mich ergriffen. Der sprachlich schöne Schreibstil, der mit einer interessanten Bildsprache, ein wenig Humor und ganz viel Charakter den Leser einzufangen vermag, hat mich an den Roman gefesselt und mich diesen äußerst aufmerksam lesen lassen, denn ich wollte keine Nuance in diesem Buch verpassen. Auch wenn das Buch eigentlich eher ruhig ist und nur zum Ende hin ein wenig Nervenkitzel aufkommen lässt, so hat er doch etwas Beruhigendes verströmt und der eher kühle Novemberanfang hat die ideale Lesegrundlage für das Buch bereitet.
Eingeteilt ist das Buch in fünf Abschnitte, Kapitel gibt es hier in der Form so nicht. Trotzdem ist das Buch sehr kurzweilig und die einzelnen Geschichten greifen gut ineinander. Und auch nach Beenden der Lektüre lässt das Buch einen nicht wirklich los, beschäftigt über das Buch hinaus und wirkt so lange nach.

Fazit:
Sprachlich schön umgesetzt und beruhigend eingängig, erzählt Das Geräusch des Lichts eine fantastische Geschichte über das Suchen und Finden von Menschen und sich selber. Tiefgründig und nachdenklich stimmend, für mich eines der schönsten Bücher im Herbst, die ich bis jetzt gelesen habe.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(47)

106 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

venedig, paris, liebe, philosophie, geheimnis

Das Café der kleinen Wunder

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Fester Einband: 357 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag, 17.09.2016
ISBN 9783851793680
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Eleonore Delacourt ist 25, mag alte Bücher, liebt die Langsamkeit, misstraut schönen Männern, ist heimlich in ihren Philosophieprofessor verliebt, glaubt an Zeichen und würde niemals, nie und unter keinen Umständen ein Flugzeug besteigen. Und leider ist Nelly, wie sie sich selbst nur nennt, nicht so beherzt wie die geliebte Großmutter aus dem bretonischen Finisterre, die ihr einen alten Granatring hinterlassen hat, in dem AMOR VINCIT OMNIA steht. Auf jeden Fall ist Nelly nicht der Typ, der an einem kalten Januarmorgen alle Ersparnisse abhebt, eine rote Handtasche kauft, das winterliche Paris verlässt und einfach so mit dem Zug davonfährt – nach Venedig.

Meinung:
Ich betone an dieser Stelle nicht nochmal mein Faible für französische Literatur. Wer meinen Blog schon länger kennt, weiß, wie sehr ich immer davon schwärme. Nun also der neue Roman von Nicolas Barreau.
Diesmal erzählt er die Geschichte der jungen Nelly. Diese ist leider mit einem sehr ängstlichen Gemüt ausgestattet, leidet unter Flugangst und misstraut gutaussehenden Männern. Dafür schlägt ihr Herz für ihren Professor höher, der zwar nicht besonders gut aussieht und leicht hinkt, dafür aber die gleichen Interessen wie Nelly hegt. Doch der Professor ahnt nichts von Nellys Gefühlen für ihn und bandelt mit einer italienischen Dozentin an. Nellys Herz ist gebrochen, doch in den Vermächtnissen ihrer Großmutter findet sie einen geheimnisvollen Hinweis, der zu dem geerbten Ring der Großmutter passt und sie nach Venedig führt. Ob Nelly dort ihren Liebeskummer vergisst und ihre Ängste überwinden kann?
Nicolas Barreaus Charaktere haben etwas wunderbar Beruhigendes an sich, in dem ich mich gerne verliere und mit dem ich schwelgen kann. Nelly ist zwar auf der einen Seite furchtbar naiv und ihre Überängstlichkeit grenzt schon fast an Nervigkeit, trotzdem hat sie einen immensen Charme versprüht, so dass es sehr viel Spaß gemacht hat, ihren Weg zu verfolgen. Und auch die Nebenfiguren sind charmant und liebevoll umgesetzt, weisen genügend Tiefe und Hintergründe auf, um Nellys Geschichte den passenden Rahmen zu geben.
Auch Barreaus Schreibstil, der hier von Sophie Scherrer sehr schön ins Deutsche gebracht wurde, verzaubert wieder und lässt den Leser in einer sehr bildlichen, leicht poetischen Sprache durch Paris und Venedig schlendern. Die Geschichte an sich ist zwar recht vorhersehbar, das Ende ein wenig zu abrupt und schnell abgehandelt, trotzdem bereitet der Roman unheimlich schöne Lesestunden und lädt zum Abschalten und Entspannen ein.

Fazit:
Ein Roman zum Wohlfühlen für gemütliche Lesestunden auf der Couch oder in der Lieblingsleseecke. Barreau verzaubert erneut mit seinem Charme, da ist es fast nicht schlimm, dass die Geschichte recht vorhersehbar. Wenn das Ende nicht ganz so abrupt gewesen wäre, hätte es mir persönlich noch besser gefallen.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Thiele Verlag für das Rezensionsexemplar.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

vorlesen, kuh liselott, detektivgeschichte, musikbilderbuch, kinderbuch

Lieselotte und der verschwundene Apfelkuchen Buch mit CD

Alexander Steffensmeier , Bananafishbones
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.09.2016
ISBN 9783737350105
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:
Ein neues spannendes Lieselotte-Abenteuer, viel Humor, Situationskomik und fetzige Musik zum Nachspielen und Singen. Das ist das Geheimrezept dieses Lieselotte Musikbilderbuches. Das Sommerfest auf dem Bauernhof steht bevor. Doch der frischgebackene Apfelkuchen ist verschwunden. Da eine Krümelspur direkt in Lieselottes Stall führt, beschuldigt die Bäuerin Lieselotte. Die war es aber ganz bestimmt nicht und will den Bösewicht selbst überführen und ihm auflauern. Eine aufregende Nacht, ein paar Missgeschicke und eine Überraschung machen auch dieses Bilderbuch zu einem riesengroßen Lieselotte-Spaß.

Meinung:
Nachdem Lieselotte letztes Jahr Geburtstag gefeiert hat, gibt es in ihrem neuen Abenteuer wieder einen Grund zu feiern, denn auf dem Bauernhof steht das jährliche Sommerfest an. Da darf natürlich auch nicht der berühmte Apfelkuchen der Bäuerin fehlen. Doch es scheint sich ein Dieb auf dem Hof aufzuhalten, denn der Apfelkuchen verschwindet und ausgerechnet Lieselotte wird beschuldigt den Kuchen gestohlen zu haben. Das kann und will Lieselotte nicht auf sich sitzen lassen und macht sich daran, den Dieb zu fangen.
Unsere Lieblingskuh Lieselotte geht diesmal nicht nur auf Diebesjagd, sondern wird auch Muh-sikalisch, denn zu dem Buch wird direkt eine Musical-CD mitgeliefert. Die Kinderband Bananfishbones hat das Bilderbuch musikalisch umgesetzt und so findet man neben der Geschichte viele eingängige Kinderlieder, die die Geschichte begleiten und den Kindern (und Erwachsenen) direkt ins Ohr gehen. Natürlich wird auf der CD nicht nur gesungen, sondern auch die Geschichte erzählt, was gerade meine Jungs ganz große Klasse fanden, da man jetzt nicht immer Mama braucht, um die Geschichte vorgelesen zu bekommen. Außerdem können die Musiker auf der CD deutlich besser singen als ich ;) Aber das Buch ist noch viel mehr als nur ein Buch, es bietet auch Infos darüber, wie man selber das Lieselotte-Musical auf die Beine stellen kann mit Musical on Stage. Somit ist das Buch also nicht nur fürs heimische Kinderzimmer eine Bereicherung, sondern auch für Kindergärten und Schulen eine tolle Ergänzung.
Es hat wieder einmal enorm viel Spaß gemacht, Lieselotte, den Postboten oder die Bäuerin durch dieses Abenteuer zu begleiten. Und natürlich sind auch hier die Hühner wieder unschlagbar witzig und sorgen dafür, dass man immer etwas Neues auf den Seiten entdeckt.

Fazit:
Für Lieselotte ist man eigentlich nie zu alt, und auch diesmal wissen die Geschichte und die tollen Bilder das Leserherz von Groß und Klein wieder zu begeistern. Und dank der mitgelieferten CD gibt es hier auch etwas auf die Ohren, denn die CD ist toll und liebevoll umgesetzt.
Von uns gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Sauerländer Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(275)

807 Bibliotheken, 28 Leser, 2 Gruppen, 174 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, flawed, fehlerhaft, cecelia ahern

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Klappentext:
Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund.
Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden – verurteilt als Fehlerhafte.
Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen – um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe.

Meinung:
Auch wenn Cecelia Ahern für mich keine unbekannte Autorin ist, so war es doch der erste Roman von ihr für mich und gleich beim Einstieg in die Geschichte merkte ich, dass die Autorin schreiben kann. Denn ohne große langatmige Einleitung findet man sich direkt zwischen den Seiten und in Celestines Norths Welt wieder. Diese ist zwar nicht wie in anderen Dystopien entwicklungsmäßig zurück geworfen worden, trotzdem wird Celestines Welt reglementiert. In diesem Fall von der Gilde, die Fehler in der Gesellschaft brandmarkt, um diese vor Fehlentscheidungen und Missständen zu beschützen. Das führt aber dazu, dass man als Fehlerhafter von der Gesellschaft ausgeschlossen wird, streng kontrolliert wird und jede Menge Auflagen beachten muss. Auch Celestine sieht sich von diesem System bestätigt und bestärkt, bis sie eines Tages feststellen muss, dass gerade dieses System nicht fehlerfrei ist und sie plötzlich unter Anklage steht, obwohl sie nur helfen und die Regeln logisch umsetzen wollte. Und so findet sich Celestine in der unbequemen Frage wieder, wie perfekt sie eigentlich sein möchte.
Celestine ist eine sehr ehrgeizige Figur, die anfänglich sehr auf Anpassung und Perfektion ausgelegt ist. Durch die Erziehung und die Welt, in der sie aufgewachsen ist, ist sie natürlich ziemlich für die Werte der Gilde indoktriniert. Aber sie entwickelt sich weiter und eigene Gedanken und Überlegungen finden sich ein. Mir persönlich ging die Entwicklung dieser Charaktereigenschaften etwas zu schnell und überstürzt. In einem Moment noch das perfekte Vorbild für das System, wird sie im nächsten ein Aushängeschild für die Revolution gegen dieses... Da Celestine ihre Geschichte in der Ich-Perspektive selber erzählt, erfährt man sehr viel von ihr und über ihren Charakter. Dadurch geraten manche Nebencharaktere ein wenig in den Hintergrund und bleiben etwas blass. Grundsätzlich sind die Figuren aber gut ausgearbeitet und sorgen für einen flüssigen Lesefluss.
Handlungsmäßig weiß Cecelia Ahern mit einer erfrischenden Idee und einem sehr zukunftsnahen Setting zu überzeugen. Die Idee, dass falsche Entscheidungen zu Brandmarkungen und Ausgrenzungen führen, spricht einen direkt an, denn wie oft hat man doch selber schon große Konzerne oder Personen für ihr Fehlurteil bemängelt und über eine Regelung diskutiert, um die Bevölkerung für die Konsequenzen zu schützen? Aherns Ansatz regt zum Nachdenken an und zeigt, dass es immer zwei Seiten einer Medaille gibt. Auch ihre Charaktere schont Ahern nicht, geht mutig und konsequent ihren Weg und hat für einige Schockmomente im Buch gesorgt, bei denen ich das Buch kurz weglegen musste. Aber die spannende Geschichte und der wirklich gut lesbare, fesselnde Schreibstil sorgten dafür, dass die Pause nie lange andauerte. Da haben die Übersetzerinnen Christine und Anna Julia Strüh hervorragende Arbeit geleistet. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und der Spannungsbogen wird bis zum Ende hin gehalten, so dass man das Buch etwas wehmütig beendet, da man natürlich wissen will, wie es mit Celestine weitergehen wird.

Fazit:
An Flawed: Wie perfekt willst du sein? bin ich mit gemischten Gefühlen herangegangen. "Noch eine Dystopie?" habe ich gedacht. Aber Cecelia Ahern bringt erfrischenden Wind in dieses Genre, legt die Geschichte zukunftsnah an und weiß mit einer sehr interessanten Idee zu fesselnd und zu begeistern. Denn diese ist gar nicht so weit her geholt und sorgt für ordentlichen Stoff zum Nachdenken. Zwar hat mir die Figurenentwicklung nicht immer ganz zugesagt, die Handlung und Erzählweise hat da viel Wett gemacht.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die S. Fischer Verlage für das Rezensionsexemplar.

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Lauf der Liebe

Alain de Botton , Barbara Frfr. von Bechtolsheim
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 25.08.2016
ISBN 9783100024435
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Ein fesselndes Plädoyer für das WAGNIS DER LIEBE. Am Anfang ist jede Liebe leicht. Wie aber geht es mit ihr weiter? Wie gelingt es, zu zweit das Glück zu finden? In seinem neuen Roman durchleuchtet Alain de Botton gnadenlos, aber einfühlsam die Liebesgeschichte von Rabih und Kirsten. Die Wahl der Ikea-Gläser, das Kennenlernen der Schwiegereltern, die Frage, ob die Butter tatsächlich im Kühlschrank stehen soll - all das gibt Anlass für die größten Dramen. Und so wie de Botton mit seinem berühmten Scharfblick erzählt, erkennen wir jene Strukturen der Liebe, die uns allen gleichermaßen Glück und Leid bereiten.

Meinung:
Liebesromane enden ja normalerweise da, wo das Paar sich findet. Alain de Botton aber geht mit diesem Werk noch weiter und er erzählt hier nicht nur, wie Kirsten und Rabih sich kennen und lieben lernen, sondern auch, das was danach kommt. Er zeigt die Höhen und Tiefen einer Beziehung und Ehe auf, die Zeiten wenn Kinder dazukommen und die Sehnsüchte und Gefahren, wenn der Alltag sich einstellt. Durchsetzt ist der Roman immer wieder mit eigenen Statements und Erkenntnissen des Autors.
Alain de Bottons Helden sind ganz normale Menschen mit alltäglichen Problemen, Gefühlen und Bedürfnissen. Kirsten und Rabih stehen in diesem Buch Pate für einige Eigenschaften und Emotionen, die jeder so schon einmal in der einen oder anderen Form bei sich oder anderen beobachten durfte. Beide wirken verletzlich, haben Ecken und Kanten, aber auch liebenswerte Eigenschaften. Und somit kann man sich als Leser gut mit Ihnen identifizieren. Da der Fokus hauptsächlich auf ihnen liegt, bleiben die Nebenfiguren eher etwas außen vor uns setzen nur einen passenden Rahmen für Kirsten und Rabihs Geschichte.
Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, den Barbara von Bechtolsheim sehr schön übersetzt hat. Die Geschichte berührt und trifft einen sehr. Allerdings kann ich nicht jeder These, die der Autor hier anspricht, so vorbehaltslos zustimmen. Natürlich hat de Botton hier einige sehr interessante Theorien, ist manchmal unbequem und trifft oft einen Nerv, alles aber so unterstreichen, wie er es hier präsentiert, würde ich nicht. Auf jeden Fall regt die Geschichte zum Nachdenken und Diskutieren an. Und zeigt außerdem, dass zu einer Beziehung auch dunkle Tage gehören und es viel Mut erfordert, den Weg gemeinsam zu gehen.
Unterteilt ist das Buch in fünf Teile, die einzelnen Kapitel haben eine moderate Länge und dank der flüssigen Erzählweise bleibt man gut im Lesefluss. Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt und die Sichtweise wechselt sich zwischen Rabih und Kirsten ab, wobei ich aber den Eindruck hatte, dass man insgesamt mehr über Rabihs Gefühlwelt erfährt, als über Kirstens.

Fazit:
Der Lauf der Liebe ist eine interessante, manchmal unbequeme Geschichte, die den einen oder anderen Nerv trifft und viel Stoff zum Nachdenken bietet. Zwar konnte ich nicht jede These des Autors in der genannten Weise unterstützen, trotzdem hat die Geschichte mich sehr berührt und gezeigt, wieviel Mut es benötigt, einen gemeinsamen Lebensweg zu bestreiten.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die S. Fischer Verlage für das Rezensionsexemplar.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

ch: niveau 2016

Die Rettung des Horizonts

Reif Larsen , Malte Krutzsch
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 25.08.2016
ISBN 9783100022165
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
An einem Apriltag des Jahres 1975 erblickt Radar Radmanovic in New Jersey das Licht der Welt. Nicht weiter ungewöhnlich, hätte der Junge weiße Haut wie seine Eltern und nicht dunkle wie eine Aubergine. Kein Arzt in den USA kann diesen Störfall der Biologie erklären. In der Hoffnung auf Heilung reist die Familie in die norwegische Arktis zu einer mysteriösen Gemeinde von Puppenspielern. Dort experimentiert man mit bestimmten Formen der Elektroschockbehandlung, die es ermöglichen soll, Radars Hautfarbe tiefgreifend zu ändern. Nach der Behandlung ist seine Haut zwar heller, aber er ist Epileptiker, und ist, wie sich im Laufe der Jahre herausstellt, sehr empfänglich für alle Arten von Elektrizität.
Nach und nach finden an vielen Orten der Welt – in Bosnien während des Bürgerkriegs, im postdiktatorischen Kambodscha und im zusammenbrechenden Kongo – ungewöhnliche Kunstperformances statt, mit wie lebendig scheinenden Figuren und Vögeln, entwickelt von den unterschiedlichsten Menschen, die eine Gegenwelt zu Krieg und Gewalt aufbauen wollen. Und Radar, inzwischen erwachsen geworden, ist der ungewollte Mittelpunkt dieser verrückten Bewegung.

Meinung:
Dies war mein erster Roman des Autors und sein Vorgängerroman Die Karte meiner Träume habe ich bisher leider noch nicht gelesen. Aber die Inhaltsangabe sprach mich an und ich ging in Erwartung eines fantastisch angehauchten Abenteuers an dieses Buch heran.
Die Geschichte startet mit Radars Geburt. Bereits bei dieser spielt die Elektrik verrückt und Radar kommt im Dunkeln zur Welt. Mit Erstaunen stellen die Anwesenden fest, dass Radar schwarz ist, obwohl seine Eltern weiß sind. Radars Mutter sucht daher nach einer Therapiemöglichkeit, um Radar wieder "richtig" zu machen. Hilfe findet sie dann bei einer Forschergruppe in Norwegen, die Radar mithilfe von Elektrizität "umfärben". Seine Haut wird dadurch zwar heller, fortan leidet er aber an Epilepsie. Aber nicht nur Radars Geschichte wird hier erzählt, auch andere Figuren rund um die Welt spielen hier eine Rolle, in deren Mittelpunkt Radar und die ominöse Gruppe aus Norwegen zu stehen scheinen.
Das Buch hat es mir nicht leicht gemacht. Lange habe ich gebraucht, um in den Roman hineinzufinden. Auch nach gelesenen 300 Seiten war mir nicht klar, was hier auf mich zukommt und wohin die Geschichte steuern will. Das Buch ist in fünf Teile aufgegliedert und mit jedem neuen Teil fiel es mir immer wieder schwer, mich in die Handlung zu finden. Das lag vor allem an der Handlung selber, weniger am Schreibstil, denn der ist unerwarteter Weise richtig flüssig und gut lesbar. Ein wenig bei Stange haben mich dabei die gut recherchierten Hintergründe in der Geschichte gemacht. So erfährt man hier viel über die Hintergründe des Balkankriegs und auch, wie es zu dem Krieg in Vietnam kam. Aber der Roman ist leider auch sehr technisch und hätte ich beruflich nicht schon ein wenig damit zu tun gehabt, ich hätte wohl angesichts der Thematik früher oder später kapituliert, denn Physik war noch nie meine Stärke.
Die Charaktere sind dicht und tiefgründig aufgebaut. Reif Larsen lässt kein Detail über die Herkunft aus, zeichnet die Familiengeschichte bis ins Kleinste auf und kann die Emotionen und Gefühle gut übermitteln. Radar und die anderen Charaktere haben mich daher gut angesprochen und waren mit ein Grund, in diesem Buch durchzuhalten.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und das Buch ist mit zahlreichen Bildern, Skizzen, Notizen, Zeitungsausschnitten und Dokumenten gespickt. Dadurch gewinnt man den Eindruck, dass jemand hier eine Chronik zusammengestellt hat, besonders da auch immer wieder Fußnoten im Roman zu finden sind. Den Lesefluss stören diese aber nicht. Spannend ist das Buch aber irgendwie schon, denn man möchte dennoch wissen, was hier genau vor sich geht und wie die verschiedenen Handlungsfäden miteinander verknüpft sind, denn am Ende machen die vielen verschiedenen, einzelnen Geschichten ja doch Sinn.

Fazit:
Die Rettung des Horizonts hat mich gleichzeitig gelangweilt und gefesselt. Immer wieder fiel mir der Einstieg in einen neuen Teil des Romans schwer, trotzdem hat mich der Schreibstil und die vielen gut recherchierten Hintergründe fasziniert, so dass ich doch am Buch dran geblieben bin. Allerdings ist der Roman auch sehr technisch und physikalisch, man sollte hier also ein wenig Verständnis für die Materie mitbringen, sonst geht der Rest der Lesefreude vollends flöten.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die S. Fischer Verlage für das Rezensionsexemplar.

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(63)

86 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

kochen, rezepte, roman, usa, familie

Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

J. Ryan Stradal , Anna-Nina Kroll
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.08.2016
ISBN 9783257069754
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Eva Thorvalds Kochkunst ist legendär: Für einen Platz bei einem ihrer Pop-up-Dinner zahlt man vierstellige Beträge und wartet mehrere Jahre. Für Cynthia Hargreaves jedoch geht es dabei um mehr als bloße Gaumenfreuden, es ist ihre einzige Chance, um einen schrecklichen Fehler wiedergutzumachen. Eine Geschichte über die Familie, die man verliert, Freunde, die man findet, und Zufallsbekanntschaften, die ein ganzes Leben bestimmen.

Meinung:
Es ist gar nicht so einfach, den Inhalt dieses Buchs zusammen zu fassen, ohne zu viel von der Geschichte selber zu verraten. In diesem Buch geht um Eva Thorvald und um das Thema Essen. Eva Thorvald ist eine erfolgreiche Köchin, die Event-Dinner veranstaltet. Bevor Eva aber so weit ist, wird erst einmal ihr Werdegang erzählt, angefangen bei ihren Eltern, ihrer Geburt, prägende Jahre in der Jugend und ihren Zwanzigern. Immer steht das Essen in den großen Kapiteln mit im Vordergrund, denn Evas Werdegang wird nicht hauptsächlich aus ihrem Blickwinkel erzählt, sondern von Menschen, die ihr Leben in irgendeiner Weise maßgeblich mitbeeinflusst haben. Und so taucht Eva mal mehr, mal weniger präsent in jedem Abschnitt auf.
Die verschiedenen Blickwinkel sorgen zwar dafür, dass man beim Lesen ein etwas distanzierteres Bild von Eva erhält, aber man erfährt allerdings auch mehr über die Umstände, in denen sie aufwächst und die sie maßgeblich prägen. Ein wenig Schade fand ich es schon, nicht so viel über Evas Gefühlswelt zu erfahren, auf der anderen Seite aber war es so sehr interessant, wie Eva die Leben von anderen Menschen beeinflusst, ohne dass ihr das so bewusst ist. Denn die Person, die gerade den jeweiligen Abschnitt erzählt, gibt dabei ziemlich viel von sich und seinen Gefühlen preis. Bei manch einem Charakter hätte ich mir daher fast gewünscht, mehr über seinen Werdegang erfahren zu können. Aber letztendlich geht es im Buch ja um Eva und ihre Familie und der Autor schafft es, dass ich am Ende des Romans doch mit allen Figuren und Entwicklungen zufrieden war.
J. Ryan Stradal hat einen sehr ungewöhnlichen und kulinarischen Roman geschrieben, den Anna-Nina Kroll sehr fesselnd übersetzt hat. So bekommt man während des Lesens richtig Lust aufs Kochen, findet zwischen den Seiten sogar einige Rezepte und kann dank der schönen Bildsprache die Gerichte und Gerüche förmlich spüren, sehen und schmecken. Nach einem etwas zähen Start auf den ersten Seiten hatte das Buch mich spätestens mit dem zweiten Kapitel gepackt und ich konnte und wollte den Roman nicht mehr aus der Hand legen. Dabei ist der Verlauf eigentlich eher normal und gediegen, aber es ist so nah am Leben und die Charaktere agieren so gelungen miteinander, dass man einfach weiterlesen möchte.
Erzählt werden die jeweiligen Kapitel in der dritten Person, wobei der Blickwinkel der Protagonisten von Kapitel zu Kapitel variiert. Diese Herangehensweise erzeugt schon einen starken Spannungsfaktor, denn man muss sich erst ein wenig in die Geschichte hineinlesen, bevor man mehr über Eva erfährt und warum gerade diese Person so wichtig für den Handlungsverlauf ist. Die Kapitel sind zwar recht lang, lesen sich aber absolut kurzweilig.

Fazit:
Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens ist nicht nur ein sehr kulinarisches Buch, sondern auch ein sehr fesselndes. J. Ryan Stradal setzt dabei den Fokus auf die Lebensmittel, kombiniert mit der Lebensgeschichte einer jungen Frau. Dabei zeigt er die Vielfalt des Essens auf, aber auch Schattenseiten der modernen Livestyle-Küche auf. Denn letztendlich ist die heimische Küche doch immer noch die Beste ;)
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Im Vollbesitz des eigenen Wahns

Hilary Mantel , Werner Löcher-Lawrence
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 15.08.2016
ISBN 9783832198329
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
In Muriels Elternhaus lebt mittlerweile Colin Sydney mit seiner Familie, einer der alten Nachbarn von ihr und ihrer Mutter Evelyn. Vor allem ihn und die Sozialarbeiterin Isabel Field macht Muriel für die Geschehnisse von vor zehn Jahren verantwortlich. Der verheiratete Colin und Isabel waren einst ein Liebespaar. Beide sind aus den Auseinandersetzungen mit Muriel und Evelyn nicht unbeschadet hervorgegangen. Isabel gab damals nicht nur Colin, sondern auch ihren Beruf auf, während Colin in seine trostlose Ehe zurückkehrte. Mittlerweile haben sie angesichts pflegebedürftiger Eltern, renitenter Teenager, schwangerer Töchter und fremdgehender Ehemänner längst resigniert. Dagegen ist Muriels Energie ungebrochen. Auch wenn sie sich selbst als verrückt und dumm bezeichnet, legt sie eine bemerkenswerte Kreativität an den Tag, um Rache zu üben. Bei den Sydneys schleicht sie sich als grell geschminkte Putzfrau Lizzie ein; bei Isabel pflegt sie deren Vater im Altenheim als selbstlose, arme alte Mrs Wilmot. Ihre Rollen spielt Muriel so gut, dass keiner sie erkennt – vielleicht auch deshalb, weil jeder die Ereignisse von damals vergessen will. Erschöpft vom alltäglichen Wahnsinn, ahnen sie nicht, dass sie längst nicht mehr allein über ihr Leben bestimmen.

Meinung:
10 Jahre nach den Ereignissen aus Jeder Tag ist Muttertag kehrt Muriel zurück um Rache zu nehmen. Rache an denen, die ihr und ihrer Mutter Unrecht angetan haben und ihr Kind auf dem Gewissen haben. Das betrifft somit vor allem Colin Sydney und seine Familie, sowie die ehemalige Sozialarbeiterin Lizzie. Getarnt unter verschiedenen Identitäten schleicht sich Muriel in die Leben der Menschen ein, richtet doch unterschwellig Unfrieden zwischen den Parteien und sorgt dafür, dass diese mehr und mehr an ihrem Verstand zweifeln.
Auch in diesem Buch schont Hilary Mantel ihre Protagonisten nicht, zerrt unerbitterlich deren Schwachstellen ans Tageslicht und beleuchtet die Fehler und Charakterschwächen aufs Genaueste. Fast kann man schon Mitleid mit den Protagonisten haben, denn man kann auch erschreckend viel von einem selber in ihnen wiederfinden. Die Darstellung der Charakteren ist unbequem und gerade dadurch sehr ehrlich und authentisch.
Auch die Geschichte selber hat es wieder in sich, wirkt unterschwellig und subtil. Und trifft erneut einen Nerv, welcher das Buch zu keiner angenehmen Lektüre machen lässt. Hilary Mantels Geschichte fühlt sich an wie ein kleiner Stachel, der einen immer wieder piesackt. Nicht immer hat mir der Handlungsverlauf so richtig zugesagt, trotzdem musste ich weiterlesen, weil ich doch wissen wollte, was Muriel noch so alles anstellt und was hier wie miteinander verknüpft ist. Und auch Ereignisse aus dem ersten Teil wurden mir mit diesem Buch klarer und ergaben einen Sinn, denn ich eigentlich hätte sehen müssen, mich dann aber doch unvorbereitet erwischt haben. Man sollte also wirklich den ersten Teil kennen, um hier in allen Einzelheiten durchblicken und die feinen Untertöne alle richtig deuten zu können. Die Ereignisse aus Jeder Tag ist Muttertag werden zwar kurz zusammengefasst, aber für die Feinheiten reicht das nicht aus.
Auch dieses Buch wird in der dritten Person erzählt. Die Sichtweise wechselt zwischen den verschiedensten Charakteren. Diesmal kommt auch Muriel mehr zu Wort und man erhält mehr Einblick in ihr Gefühlsleben, auch auf Ereignisse aus dem Vorgänger. Die Kapitel sind wieder recht lang gehalten, der Spannungsbogen wird aber konstant bis zur letzten Seite gehalten.

Fazit:
Wer Jeder Tag ist Muttertag gelesen hat, sollte auf jeden Fall auch zu Im Vollbesitz des eigenen Wahns lesen, denn die Geschichte wird konsequent weitererzählt, bringt Licht in zurückliegende Ereignisse und wartet wieder mit dichten und komplexen Charakteren auf. Die Handlung ist unbequem und regt zum Nachdenken an. Definitiv keine leichte Kost.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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33 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

piraten, olchis, band 10, familie, abenteuer

Die Olchis: Gefangen auf der Pirateninsel

Erhard Dietl , Erhard Dietl
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 25.07.2016
ISBN 9783789104404
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:
Wie bitte? Die Olchis wollen nicht länger Schmuddelfings Touristenmagnet sein? Um die Familie bei Laune zu halten, spendiert ihnen der Bürgermeister kurzerhand eine Kreuzfahrt. Doch statt auf dem Kreuzfahrtschiff landen die Olchis als Piraten-Geiseln auf einer Insel mit einem gefährlichen Drachen. Den müssen die Olchis jetzt erst einmal bezwingen!
Schaffen es Erhard Dietls Olchis von der Pirateninsel zurück nach Hause?

Meinung:
Ein neues, krötiges Abenteuer für die Olchis. Diese sind mittlerweile sehr berühmt und ein beliebtes Touristenziel in Schmuddelfing. Der ganze Rummel geht den Olchis gehörig auf die Nerven und Opa Olchi reicht beim Bürgermeister eine Beschwerde ein. Dieser verspricht den Olchis zur Erholung eine Kreuzfahrt. Doch statt auf dem Luxusdampfer landen die Olchis auf einem Piratenschiff und mitten in einem Abenteuer. Oh Käsefuß, wie sollen die Olchis nur wieder heil heimkommen?
Bei unserem ersten Olchis Buch war mein größter Sohn damals noch zu jung. Jetzt aber, als Schulkind, findet er die Olchis Geschichten bärenstark, spannend und lustig. Noch besser, dass er in diesem Abenteuer sogar auf Olchi-Piraten und Drachen stößt. Auch die Olchi-Kinder bereiten meinen Kindern großes Vergnügen, dürfen sie doch all das machen, was Mama und Papa gar nicht so gerne sehen ;)
Erhardt Dietl erzählt wieder einmal altersgerecht und mit viel Witz eine spannende Geschichte, die Alt und Jung richtig gut unterhält. Die Texte sind zwar für Erstleser noch zu lang, um diese ein ganzes Kapitel lesen zu lassen, trotzdem hat das Buch auch zum Vorlesen viel Spaß gemacht und wird auch aufgrund der schönen Zeichnungen immer wieder gerne von den Kindern in die Hand genommen.

Fazit:
Ein tolles Abenteuer für Groß und Klein. Die Olchis erleben wieder ein krötiges Abenteuer mit viel Wasser, Piraten und Drachen.
Von uns gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Oetinger Verlag für das Rezensionsexemplar.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Freddie Mercury

Lesley-Ann Jones , Stefan Rohmig
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2016
ISBN 9783492057608
Genre: Biografien

Rezension:

Klappentext:
Freddie Mercury wurde als genialer Songschreiber, charismatischer Sänger und flamboyanter Showman der Band Queen zum Superstar. Jetzt, 25 Jahre nach seinem Tod, gelingt es Lesley-Ann Jones, Rock-Journalistin und Weggefährtin der Band, tiefe Einblicke in Mercurys Leben zu eröffnen. Sie führte über hundert Interviews mit seinen Vertrauten und reiste dafür von seinem Geburtsort Sansibar über Münchens schillerndes Nachtleben bis in Mercurys Wahlheimat London, wo er 1991 auf dramatische Weise den Kampf gegen Aids verlor. Diese Biografie ergänzt die Legenden und Mythen um Mercurys Person kenntnisreich und liefert ein intimes Porträt des Mannes, der einst erklärte: »I won’t be a rockstar. I will be a legend.«

Meinung:
Als großer Queen-Fan war es für mich ein MUSS, diese Biografie zu lesen. Schließlich sehnte ich das Buch schon seit der Buchmesse letzten Jahres herbei, als es uns in der Frühjahrsvorschau vorgestellt wurde.
Lesley-Ann Jones weiß in dieser Biografie auch, wovon sie redet, denn sie arbeitet als Musik-Journalistin und hat Queen undnatürlich auch Freddie Mercury damals hautnah erlebt. Somit kann sie auch viele persönlich Freddie- und Queen-Momente im Buch festhalten.
Eingeleitet wird das Buch mit dem denkwürdigen Live-Aid-Konzert 1985, dann erzählt Lesley-Ann Jones chronologisch Freddies Geschichte und Werdegang. Dabei geht sie sehr umfangreich und informativ vor, erläutert Hintergründe, politische Situationen und auch das aktuelle Weltgeschehen wird mit in Zusammenhang gesetzt. Viele berühmte Namen, die im Glossar auch zum Nachschlagen aufgelistet sind, finden sich im Buch wieder und nicht nur Leslie-Jones erzählt hier, auch Freddies Wegbegleiter kommen zu Wort. Leider finden sich immer wieder Wiederholungen von bereits Erwähnten und Gesagtem in diesem Roman, was auf Dauer ein wenig nervig war.
Einige Fakten waren mir bereits bekannt, andere Dinge haben mich überraschen und auch der Blick hinter die Kulissen des Musikgeschäfts hat mir gut gefallen. Im Mittelteil des Buchs finden sich viele Bilder von Freddie und der Autorin, lassen damit ein wenig Nostalgie aufkommen und stimmen ein wenig Wehmütig, dass dieser Musiker schon so früh von uns gegangen ist.
Im Anhang ist auch eine Zeittafel, Diskografie, Bibliografie und ein Personenregister zu finden. Lesley-Ann Jones Schreibstil lässt sich gut lesen und die Reise durch die Jahrzehnte war sehr informativ und unterhaltsam, sieht man mal von den unnötigen Wiederholungen ab. Auch die Kapitellänge ist angenehmen und egal ob man das Buch chronologisch liest oder zwischen durch immer wieder mal reinblättert, es ist immer recht leicht, der Autorin zu folgen und den Faden des Kapitels zu finden. Und natürlich bleibt es nicht aus, dass einem immer wieder der eine oder andere Queensong während des Lesens durch den Kopf geht ;)

Fazit:
Mit dieser Biografie ist Lesley-Ann Jones ein schönes Denkmal für Freddie Mercury gelungen, das sie sehr informativ und warmherzig umgesetzt hat. Ein paar Wiederholungen weniger hätten dem Buch aber ganz gut getan. Trotzdem hat sie sehr gute Recherche-Arbeit geleistet.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.

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118 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

liebe, nerd, liebesroman, monika peetz, traumfrau

Ausgerechnet wir

Monika Peetz
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462049398
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Tom ist 29 und Unternehmensberater. Um genau zu sein: Er ist ein Zahlennerd. Aber ein sympathischer. Auf der Suche nach der perfekten Partnerin begibt er sich in die algorithmusgetriebenen Fänge einer Datingseite, die ihm tatsächlich die perfekte Frau präsentiert: 94 Prozent Übereinstimmung – Lisa ist die Richtige. Leider erscheint zum ersten Date nur ihre exzentrische Mutter. Lisa lernt er andernorts kennen – in seinem neuen Job als Retter einer finanziell angeschlagenen Großbäckerei. Dort ist Lisa seine Konkurrentin. Tom will sich gerade mit seinem schlechten Karma abfinden, da belehrt ihn sein Freund Joshi eines Besseren: »Warum sollte das Leben dir Geschenke machen, wenn du nie etwas für andere tust?«. Tom nimmt sich vor, Joshis Glücksformel anzuwenden und 28 Tage lang Freunde und Fremde zu beglücken. Mit jedem Geschenk gerät Toms Leben weiter aus den Fugen. Ob er Lisa wirklich von der geheimen Magie der Prozentzahlen überzeugen kann? Oder kommt alles ganz anders?

Meinung:
Tom geht auf die 29 zu und bekommt so langsam Panik, denn statisch gesehen müsste er so bald die Frau fürs Leben finden, schließlich kennt man sich gut 5 Jahre, bevor man mit rund 33-34 Jahren dann als Mann heiratet. Aber das ist nicht so einfach für Tom. Der kann zwar gut mit Zahlen, weniger aber mit Frauen. Und so muss dann die Datingplattform "Eins Plus 1" dafür sorgen, dass Tom ein passendes Gegenstück findet. Mit 94%iger Übereinstimmung findet das Portal auch tatsächlich jemanden für Tom: Lisa. Doch Lisa kennen zu lernen, ist gar nicht so einfach. Erst einmal trifft Tom Lisas Mutter und später dann Lisa als Konkurrentin um den gleichen Arbeitsplatz. Ex-Schwager Joschi versucht zu helfen und Tom mehr Sinn im Leben geben. Er soll selbstloser werden und anderen geben, diese mehr Beschenken. Leider tritt mit diesen Vorsätzen erst recht das Chaos in Toms geordnetes Leben.
Man merkt schon, Monika Peetz hat sich hier einiges ausgedacht, um dem Leser möglichst unterhaltsame Lesestunden zu bereiten. Und das hat die Autorin auch nach einem etwas behäbigeren Start in die Geschichte auch relativ gut geschafft und für so einige Schmunzelmomente gesorgt. Die großen Lacher blieben zwar aus, trotzdem war es recht amüsant, Toms Weg zu verfolgen. Denn im Gegensatz zu der Inhaltsangabe ist Tom hier nicht nur auf der Suche nach der großen Liebe, er muss sich auch mit so einigen Baustellen in seinem Leben beschäftigen.
Tom selber war ein recht angenehmer, wenn auch ein wenig spleeniger, Charakter. Monika Peetz hat seine Figur gut und plausibel ausgebaut und mit der notwendigen Tiefe versehen. Etwas blasser bleiben da leider seine Schwestern, die zwar keine so dominante Rolle im Roman spielen, aber auf jeden Fall Potential für noch mehr irrwitzige Stories geboten hätten. Aber grundsätzlich lassen die Figuren nichts missen und setzen einen guten Rahmen für die Geschichte.
Die Kapitel sind zumeist kurz gehalten und sorgen dafür, dass man doch sehr zügig durch die Geschichte kommt. Tom erzählt seine Geschichte aus seiner eigenen Sicht in der Ich-Perspektive.
Monika Peetz erzählt unterhaltsam und der Handlungsverlauf ist abwechslungsreich, auch wenn sich vereinzelt kleine Längen in die Geschichte geschlichen haben. Einzig das Ende kam mir dann doch etwas zu abrupt und an der Stelle hätte ich mir gewünscht, vielleicht noch ein paar Seiten länger im Buch verweilen zu können.

Fazit:
Ausgerechnet wir ist eine charmante Komödie um einen Zahlennerd, der nicht nur auf der Suche nach der großen Liebe ist, sondern auch zwangsläufig sein Leben umorientieren muss. Dieser Weg ist zu großen Teilen unterhaltsam ausgefallen, nur das Ende war ein wenig zu abrupt.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Das Leben ist zu bunt für graue Tage

Sophie Bassignac , Claudia Steinitz
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 17.09.2016
ISBN 9783455600407
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Paris kurz vor Weihnachten. Es schneit unaufhörlich. Sehr weihnachtlich ist es bei Max und Raphael allerdings nicht. Die Cousins, die als Filmausstatter und Restaurator arbeiten, leben erst seit kurzem in der Wohnung, haben sie aber im Handumdrehen in eine originelle Rumpelkammer und Party-Zone verwandelt. Bei ihnen geht die Pariser Bohéme ein und aus, die sich von ihrem kreativen Chaos angezogen fühlt. Nach allerlei Liebeswirren - warum verliebt man sich eigentlich immer in die Falschen? - markiert das nahende Silvesterfest einen Neuanfang für alle.
Eine charmante Komödie mit Tiefgang, die über die Liebe, das Leben und die Wärme in einer kalten Winternacht erzählt.

Meinung:
In einem alten Wohnhaus in Paris leben neben der älteren Cécile, die Cousins Raphael und Max sowie seit kurzem ihre neue Mitbewohnerin Louise. Als die Cousins von ihren Müttern verkündet bekommen, dass diese die Wohnung verkaufen möchten, bitten sie um eine Schonfrist bis Silvester, denn sie wollen einen Maskenball veranstalten. Dann taucht auch noch die geheimnisvolle Eva in der Wohnung auf und das Gefühlschaos scheint vorprogrammiert zu sein.
Titel und Inhaltsangabe assoziierten bei mir eine heitere Screw-Ball-Komödie mit französischem Charme. Leider präsentierte sich die Geschichte mir alles andere als heiter und mit einigen Schwachpunkten. Da wären zu einem die Charaktere, zu denen ich in der gesamten Lektüre keinen Zugang fand und die mir suspekt blieben. Zwar hebt die Autorin die jeweiligen Schwächen und negativen Charaktermerkmale sehr stark hervor, die positiven fielen aber nicht sehr ins Gewicht und auch deren jeweilige Schicksale und Hintergründe kamen bei mir nicht an. Insgesamt blieben mir alle Figuren zu schwammig und wenig greifbar.
Zum anderen war es auch die Geschichte selber, die mich nicht begeistern konnte. Der Ton war mir zu trist, melancholisch und grau. Das Bunte, dass mir der Titel versprach, habe ich die ganze Zeit über vermisst. Manche Dinge waren mir zu schnell abgehandelt, an anderen Stellen lässt die Autorin zu viel Interpretationsraum und die Geschichte fühlt sich unausgegoren an. Zwar hat Sophie Bassignac durchaus mutige Themen im Roman einfließen lassen, im Gros aber zünden diese nicht und auch der schöne Erzählstil konnte es nicht verhindern, das ich mich beim Lesen eher gelangweilt habe. Ich habe mich durch das Buch durchgequält, immer in der Hoffnung, doch noch Zugang zum Buch zu finden, aber letztendlich war ich froh, als ich den Roman beendet habe.
Erzählt wird der Roman in der dritten Person, die Sichtweise wechselt zwischen den verschiedenen Charakteren. Die Kapitel haben eine moderate Länge. Da die Geschichte aber recht schwerfällig erzählt wird, hat man das Gefühl, dass sich der Roman ziemlich zieht. Schade.

Fazit:
Ich bin wohl mit den falschen Vorstellungen an diesen Roman herangegangen. Die heiteren Szenen kamen kaum bei mir an, die Charaktere waren mir zu wenig greifbar und die Erzählung insgesamt zu trist, die Stimmung zu melancholisch. Da konnte auch der schöne Erzählstil nicht mehr viel rumreißen.
Von mir gibt es 2 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Atlantik Verlag für das Rezensionsexemplar.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

formel 1, ch: niveau 2016, anerkennung, unfall, wunsch

Monte Carlo

Peter Terrin , Christiane Kuby , Herbert Post
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.09.2016
ISBN 9783827012739
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Monaco im Mai 1968. Minuten vor dem Start des Grand Prix. Die Beau Monde tummelt sich zwischen Fahrern und Wagen, so auch die bardothafte Deedee, die Schauspielerin der Stunde. Ein Treibstoffleck verursacht eine höllische Stichflamme, die Deedee verbrannt hätte, wäre nicht Jack Preston, ein einfacher Mechaniker, dazwischen gesprungen, um sie zu schützen. Er erleidet schwerste Verletzungen. Ein Leibwächter zerrt Deedee fort. Prestons Heldentat wird kaum bemerkt. Er kehrt in sein englisches Heimatdorf zurück, wo er für seine Tat zunächst verehrt wird. Doch dann erscheinen Zeitungsberichte, in denen der Leibwächter als Retter gefeiert, und Preston überhaupt nicht erwähnt wird. Er hofft, ein Fernsehinterview mit Deedee werde seine Ehre retten, doch es kommt ganz anders. Ein Roman über Heldentum, den Wunsch nach Anerkennung und die Fragwürdigkeit dessen, was wir für die Wahrheit halten. Peter Terrin erzählt in eindrucksvollen Bildern voller Glanz und Nostalgie.

Meinung:
Beim Formel 1 Grand Prix 1968 kommt es zu einem tragischen Unfall. Eine Treibstoffverpuffung sorgt für eine enorme Stichflamme, gerade in dem Moment, als das aufstrebende Model Deedee in dessen Bahn gerät. Der Mechaniker Jack Preston kann sich im letzten Moment auf Deedee stürzen und diese vor den Flammen retten. Er selber erleidet dabei starke Verbrennungen, wegen denen er monatelang im Krankenhaus genesen muss. Jack sieht sich als Held und hofft, dass Deedee und die Veranstalter ihm diese Ehre auch erweisen werden. Als er aus dem Krankenhaus entlassen wird muss er jedoch feststellen, dass der Ruhm einem anderen zugesprochen wurde: Deedees Bodyguard. Jack ist tiefbestürzt und hofft, dass Deedee diesen Fehler richtig stellen wird, doch die Zeichen stehen schlecht für ihn.
Jack Preston ist der tragische Held in Monte Carlo, und Peter Terrin schafft es sehr gut, dass man sich tief in diesen hineinversetzen kann. Sein Schicksal hat mich absolut nicht kalt gelassen und seine Erfahrungen, die er hier machen muss, haben mich bestürzt. Leider ist er die einzige Figur in diesem Werk, die wirklich Tiefe aufweist. Seine Gegenspielerin Deedee wird nur oberflächlich behandelt und verschwindet im Buch wieder in den Tiefen der Boulevard-Presse. Mehr als ein paar Sternchen-Momente bekommt man hier leider nicht, und das finde ich sehr schade und hat mich ein wenig enttäuscht.
Jacks Geschichte wird hier in der dritten Person erzählt und der Blickwinkel bleibt meistens auf ihn gerichtet. Aber auch andere Personen kommen in diesem Roman zu Wort, so dass sich dem Leser nach und nach ein Gesamtbild über die Ereignisse erschließt. Die Kapitel sind sehr kurz und übersichtlich, was für einen guten Lesefluss sorgt. Peter Terrin erzählt in ruhigen, eleganten Sätzen diese eher unaufgeregte Geschichte, in deren Mittelpunkt die Gefühle und Emotionen der Protagonisten stehen, weniger die Handlung. Alles in allem war der Handlungsverlauf in Ordnung, aber ich habe ihn mir, aufgrund des Klappentextes, um einiges glamouröser vorgestellt.

Fazit:
Nicht so glamourös wie erhofft, aber sprachlich sehr elegant, erzählt Peter Terrin hier eine nachdenklich machende Geschichte über verdrehte Tatsachen und einsame Helden. Leider blieb mir die Geschichte von der Sichtweise zu einseitig und blass.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

backen, 2016, kochen, persönlich

Eine kleine Küche in New York

Deb Perelman , Ulrike Thiesmeyer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.09.2016
ISBN 9783827013118
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Deb Perelman liebt das Kochen wie kaum etwas anderes. Doch in ihrer kleinen Küche in Manhattan zu kochen war für sie anfangs eine Zumutung. Kochen sollte Spaß machen, aber auch schnell und einfach gehen, günstig sein und trotzdem zu umwerfenden Ergebnissen führen. Zuviel verlangt? Offenbar nicht: Seit 2006 teilt sie ihre Rezepte auf dem Food-Blog "Smitten Kitchen", das heute mit fünf Millionen Besuchern und mehrfach ausgezeichnet zu den besten und erfolgreichsten im Netz gehört. Ihr Buch begeistert mit den besten Rezepten aus dem Big Apple. Mit prächtigen eigenen Fotos illustriert, stellt sie Gerichte für jeden Anlass vor, stets frisch, mit wenig Aufwand, größtem Lustfaktor und maximalem Erfolg zu kochen.

Meinung:
Deb Perelman hat eine winzig kleine Küche in New York und zeigt auf ihrem sehr erfolgreichen Blog Smitten Kitchen, dass man, um gut zu kochen, keine große Küche benötigt. In diesem schönen Kochbuch hat sie einige spannende Rezepte zusammengestellt, gespickt mit persönlichen Anekdoten zu den jeweiligen Rezepten. Dabei erzählt sie sehr charmant, wie sie zu ihren Rezeptideen gekommen ist und plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen und über ihr Leben.
Aufgeteilt ist das Buch in 11 Essenskategorien über Frühstück, Sandwiches, Hauptspeisen, Süßes und Gebäck, sowie Partyverpflegung. Neben den Rezepten gibt es aber auch noch allerhand Tipps, Tricks und Empfehlungen.
Jedes Rezept wird, wie schon erwähnt, mit einer kurzen Geschichte dazu eingeleitet, die immer sehr locker leicht und unterhaltsam zu lesen sind und schön auf das Rezept einstimmen, ganz so, wie man es von einem Foodblogger gewohnt ist :) Am äußeren Rand finden sich immer die Zutatenliste, schön aufgegliedert auf die einzelnen Komponenten des Gerichts, so dass man direkt sieht, aus was z. B. das Dressing besteht oder die Sauce. Die Zutaten sind auch nicht allzu exotisch, so dass man das allermeiste im heimischen Supermarkt finden sollte.
Die Rezepte sind einfach und Schritt für Schritt erklärt, so dass auch Kochneulinge einen guten Einstieg in die Kochkunst finden können. Die Bilder im Buch sind appetitlich und schön in Szene gesetzt, teilweise werden die einzelnen Arbeitsgänge in kleinen Bilderreihen erklärt. Das ist vor allem für Einsteiger hilfreich, aber auch um einen Eindruck um die Konsistenz zu bekommen.
Natürlich merkt man den Rezepten an, dass sich um nordamerikanische handelt, sei es an der Zusammenstellung der Zutaten oder an den Mengenangabe in Löffel und Tassen. Die Übersetzer des Kochbuches haben aber die passende Mengenangabe umgerechnet, so dass man auch die Grammzahl hinter jeder Menge finden kann.

Fazit:
Eine kleine Küche in New York bietet nicht nur abwechslungsreiche Rezepte, sondern auch schöne Geschichten und Anekdoten aus Deb Perelmans Bloggerleben. Die Rezepte sind einfach nachzukochen, schmackhaft und auch für Anfänger geeignet. Und die ansprechenden Bilder machen direkt Lust aufs Nachkochen. Man muss sich aber bewusst werden, dass die Rezepte mitunter sehr "amerikanisch" sind ;)
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(94)

176 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

südkorea, vegetarismus, korea, pflanzen, familie

Die Vegetarierin

Han Kang , Ki-Hyang Lee
Fester Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 15.08.2016
ISBN 9783351036539
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Meinung:
Yeong-Hye und ihr Ehemann führen eine normale, absolut durchschnittliche Ehe. Schließlich ist gerade Yeong-Hyes Durchschnittlichkeit der Grund gewesen, warum ihr Mann sich für sie entschieden hat, denn mit ihr scheint er auf der sicheren Seite zu sein. Sie wird ihn keinesfalls überflügeln und als mittelklassig dastehen lassen. Doch von einem Tag auf den anderen verweigert sich Yeong-Hye allen tierischen Produkten, ist weder Fleisch noch Milch, Honig oder Eier. Ihr Mann ist irritiert und wütend, besonders da sie sich nicht umstimmen lassen will und als Grund nur angibt: "Ich hatte einen Traum." Auch ihre Familie kann Yeong-Hye nicht überreden, wieder Fleisch zu essen. Und als Yeong-Hye dann noch anfängt, sich öffentlich zu entblößen, eskaliert die Situation.
Yeong-Hye ihre Geschichte nicht selber, sondern wir erleben ihren Werdegang aus drei unterschiedlichen Sichten. Zuerst die ihres Mannes, dann ihres Schwagers und zuletzt die Sicht ihrer Schwester, alle erzählt in der Ich-Perspektive. Yeong-Hye kommt selber nur ganz kurz zu Wort. Und doch kann man sich als Leser ziemlich gut in sie hineinversetzen, denn Han Kang hat ihre Protagonisten sehr dicht gestaltet. Auch die anderen Charaktere lassen an Komplexität nichts missen und stehen so Pate für so einige Stereotypen, vor allem in der koreanischen Gesellschaft.
Ich muss sagen, dass ich das Glück habe, eine Koreanerin in meinem Bekanntenkreis zu haben und so kam man natürlich auch auf dieses Buch zu sprechen. Han Kang zeigt in diesem Buch die stumme Rebellion einer unterdrückten Frau, die es immer jedem Recht gemacht hat und nun einen Ausbruch aus ihrem festgefahrenen Leben sucht. Gerade die familiären Strukturen und Hierarchien sind sehr verworren und strikt in der koreanischen Gesellschaft. Und genau diese Zwänge setzen etwas in Yeong-Hye frei, was sich in zwanghaftem Verhalten äußert. So ist sie leider ein Opfer der Umstände, aber auch ein Mahnmal für andere. Denn wenn man ehrlich ist, lässt sich diese Geschichte auch auf andere Länder und Kulturen locker umlegen.
Sprachlich wie auch inhaltlich hat das Buch mich richtig fesseln können und dank der schönen bildhaften Sprache eine große Palette an Gefühlen, angesichts der doch überschaubaren Anzahl von Seiten, auslösen können: Wut, Ekel, Mitleid und Bewunderung sind nur einige der Empfindungen, die mich beim Lesen ergriffen haben. Insgesamt bleibt das Buch kurzweilig und sicher auch diskussionswürdig. Und jeden Geschmack wird es bestimmt nicht treffen, aber ich fand es großartig :)

Fazit:
Verstörend und hypnotisierend - so wird das Buch auf der Rückseite angepriesen. Und genau so ist es auch. Die Vegetarierin ist keine leichte Kost, bietet viel Stoff zum Nachdenken, wird bestimmt anecken und polarisieren und ist doch großartig erzählt.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Das kleine Kunstbuch

Aude Le Pichon , Cornelia Panzacchi
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.08.2016
ISBN 9783737353885
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:
Kindern die Welt der Kunst eröffnen, ganz einfach und unkompliziert – Das ermöglichen herrlich großformatige Abbildungen, von 54 berühmten Kunstwerken, die hier ganz aus der Nähe betrachtet werden können.
Auf Augenhöhe geleitet das Buch Kinder und Jugendliche chronologisch durch die europäische Kunstgeschichte und zeigt die Mona Lisa ebenso wie Albrecht Dürers Hasen, Gemälde von Picasso, Kandinsky, Rembrandt und Manet, griechische Skulpturen und ein römisches Mosaik. Kurze Texte erklären Grundlegendes zu Künstler, Entstehungszeit, Technik, oder einem speziellen Detail aus dem Dargestellten.
Zu jedem Motiv gesellt sich spielerisch eine Frage, die zur Beschäftigung mit dem Kunstwerk anregt, wie zum Beispiel: Woran erkennt man, dass auf Van Goghs Sternennacht noch nicht alle Dorfbewohner schlafen?

Meinung:
Meine Kinder lieben es zu malen und gerade mein Ältester legt eine erstaunliche Kreativität an den Tag, mit der er mich jeden Tag aufs Neue wieder verblüfft. Als ich dieses schöne Buch entdeckte war nicht nur meine Neugier, sondern auch die meines Ältesten geweckt.
Auf über 140 Seiten wird hier die Kunstgeschichte durchgearbeitet, die wichtigsten Werke der jeweiligen Zeit vorgestellt und auf die bedeutenden Fortschritte und Techniken hingewiesen. Die Informationen sind dabei kurz und prägnant, so dass der junge Leser nicht mit Überinformationen überfordert wird, trotzdem aber die wichtigsten Dinge zum Kunstwerk verstehen. Neben dem Wissen gibt es aber auf jeder Doppelseite eine kleine Frage, die in Verbindung mit dem Buch steht, so dass Kinder ihr gelerntes Wissen anwenden können oder Bezüge zu anderen Bereichen ihres Lebens herstellen können.
Es hat richtig viel Spaß gemacht gemeinsam mit meinen Kindern die Welt der Kunst zu entdecken, gemeinsam mit den Kindern die Bilder zu betrachten und zu erörtern. Ein Museumsbesuch ist dabei nicht einmal nötig, hat aber den Wunsch bei meinen Jungs geweckt, selber einmal ins Museum zu gehen ;) Sogar mein jüngerer Sohn hat sich immer wieder gerne das Buch zusammen mit mir angesehen

Fazit:
Ein schönes Buch für Kinder und Erwachsene, das einen ersten Einblick in die Kunst liefert, inspiriert und unterhält. Für alle, die gerne Malen und Spaß an Bildern haben.
Von uns gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Sauerländer Verlag / S. Fischer Verlage für das Rezensionsexemplar.

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