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74 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

bürgerkrieg, usa, krieg, dystopischer roman, zukunftsvision

American War

Omar El Akkad , Manfred Allié , Gabriele Kempf-Allié
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 27.07.2017
ISBN 9783103973198
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Omar El Akkad - American War

Klappentext:
»American War« - das Buch der Stunde. »Ein gewaltiger Roman«, schreibt die renommierteste Literaturkritikerin der USA, Michiko Kakutani. Ein Roman über den nächsten amerikanischen Bürgerkrieg und das dramatische Schicksal einer Familie. Was wird sein, wenn die erschütternde Realität der Gegenwart - Drohnenangriffe, Folter, Selbstmordattentate und die Folgen von Umweltkatastrophen - mit aller Gewalt in die USA zurückkehrt? Vor diesem Hintergrund entfaltet Omar El Akkad mit großer erzählerischer Kraft den dramatischen Kampf der jungen Sarat Chestnut, die beschließt, mit allen Mitteln für das Überleben zu kämpfen. »American War« ist in den USA ein literarisches Ereignis, das schon jetzt mit Cormac McCarthy »Die Straße« und Philip Roth »Verschwörung gegen Amerika« verglichen wird.

Meinung:
Die USA in einer nicht allzu fernen Zukunft: Der Meeresspiegel ist um einiges gestiegen, die Küstenlinien haben sich verändert. Ebenso die Aufteilung der Staaten in den USA. Teile des Südens und der Westküste gehören zum mexikanischen Protektorat und die Südstaaten wollen sich von den Nordstaaten abspalten. Ein Bürgerkrieg spaltet die Nation und mittendrin betrifft es eine kleine Familie besonders hart, als der Familienvater einem Attentat zum Opfer fällt. Die Familie Chestnut flieht in die Südstaaten und kommt in einem Flüchtlingslager unter. Doch das Leben dort ist nicht einfach. Nahrungsmittel sind rationiert, die Bildung für die Kinder nur mangelhaft. Und so wundert es kaum, dass der Sohn Simon sich den Rebellen anschließt, während seine jüngere Schwester Sarat sich radikalisieren lässt. Als die Kämpfe die Familie einholen, zeigt der Krieg sich von seiner schlimmsten Seite.
In American War entwirft der Autor Omar El Akkad ein sehr erschreckendes Szenario, dass leider nur zu realistisch anmutet, sieht man sich das aktuelle Weltgeschehen an. Sei es ökologische Katastrophen, Regierungen, Auflagen und die Einstellungen in den Köpfen der Menschen, die Hintergründe zu American War findet man auch heute schon überall auf der Welt.
Mit einer klaren Bildsprache und sehr fesselnd erzählt, schildert der Autor das Überleben und die Kämpfe seiner Figuren. Dabei ist er schonungslos in der Darstellung seiner Szenen, weiß aber auch Spannung aufzubauen und den Leser mit dem Schicksal seiner Protagonisten zu berühren.
Als Leser erfährt man direkt zu Anfang, wie der Krieg ausgehen wird, umso schmerzlicher wirkt da all das Leid, dass die Familie Chestnut erdulden muss. Dabei sind die Familienmitglieder nicht immer sympathisch, aber sie sind authentisch und man kann sich als Leser nur zu gut in die Figuren hineinversetzen.

Fazit:
American War ist fesselnd und erschütternd. Die Geschichte bewegt und wirkt erschreckend real in dem Szenario, dass Omar El Akkad hier entworfen hat. Ein Roman, der deutlich zum Nachdenken anregt.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

haus, roman

Die Letzten

Madeleine Prahs
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423281348
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Madeleine Prahs - Die Letzten

Klappentext:
Es ist Herbst in einer Großstadt: Das letzte, unsanierte Haus in der Hebelstraße wird »leergewohnt. Karl Kramer, 55 Jahre alt, Hausmeister, Elisabeth Buttkies, 72, Deutschlehrerin a. D., und Jersey, 28 Jahre, Studentin in Teilzeit, sind noch übrig – und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Welt vor der Tür meint es nicht immer gut mit ihnen, so glauben sie, aber drinnen pflegen sie ihre Wunden und streicheln die Narben. Bis der Brief des neuen Hauseigentümers kommt: Auszug. Kernsanierung. Endgültig. Der Kampf der Bewohner um ihr vermeintlich letztes Stückchen »Ich« beginnt. Man verbarrikadiert sich, Katzen werden vergiftet und Perücken abgefackelt – fast ist es zu spät, doch dann schließen sich „die Letzten“ zusammen. Am Ende blühen die Geranien wieder. Es ist Frühling. Drei sind glücklich. Und einer ist tot.

Meinung:
Sie sind die letzten Mieter im Haus. Karl, Mitte 50, arbeitslos und ehemals Hausmeister des Hauses, Elisabeth, Ende 70, alleinstehend und krebskrank, sowie Jersey, Ende 20/Anfang 30, Punkerin und immer auf Krawall gebürstet. Nun sollen sie raus aus dem Haus, doch jeder von ihnen hat seine Gründe, die Räumungsklage zu ignorieren. Unterstützt werden sie dabei unwissentlich von dem Haus selber, der gegen den neuen Besitzer einen Groll hegt und nicht modernisiert werden möchte. Ob sie es gemeinsam schaffen, die Räumung ihrer Wohnungen zu umgehen, wo sie sich doch eigentlich gegenseitig gar nicht mögen?
Die Inhaltsangabe klingt toll und ich versprach mir hier einen bitterbösen, unterhaltsamen Roman. Ein wenig habe ich das auch bekommen, leider hat Madeleine Prahs hier einen sehr anstrengenden Erzählstil gewählt, der beim Lesen eher ermüdet hat und dessen Witz nicht immer zündete.
Dementsprechend schwer fiel es mir auch, mich in die Protagonisten des Romans hineinzuversetzen und deren Schicksale mich leider nicht so berührt haben, wie ich es mir bei einem Buch dieser Art gewünscht habe. Zwar erfährt man hier einiges über die Charaktere und insgesamt sind ihre Figuren auch gut ausgearbeitet, trotzdem blieb beim Lesen immer eine gewisse Distanz, die sich auch im Handlungsverlauf nicht änderte und es mir erschwerte, richtig warm mit der Geschichte zu werden.
Trotzdem fand ich die Idee hinter dem Buch schön und auch wenn es manchmal anstrengend zu lesen war, so waren die Einfälle der Autorin doch sehr originell und einfallsreich.

Fazit:
Die Letzten konnte mich leider nicht ganz so packen, wie ich es mir bei einem Buch wie diesen Gewünscht hätte. Der etwas anstrengende Erzählstil und die doch sehr eigenwilligen Charaktere kamen nicht immer bei mir an, so dass die schöne Idee hinter der Geschichte nicht ganz überzeugen konnte.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den DTV Verlag für das Rezensionsexemplar.

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84 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

liebesroman, hauptperson ist rollstuhlfahrer, heike wanner, querschnittsgelämt, ich

Du + Ich = Liebe

Heike Wanner
E-Buch Text
Erschienen bei Edel Elements, 07.09.2017
ISBN 9783955309596
Genre: Liebesromane

Rezension:

Rezension Heike Wanner - Du + Ich = Liebe

Klappentext:
Nika ist siebzehn, temperamentvoll und hat immer einen Plan – bis sie den querschnittgelähmten Ben trifft. Der findet nach seinem schweren Unfall gerade erst zurück in den Alltag und will eigentlich nur seine Ruhe haben.
Durch Zufall landet Nika mitten in Bens Leben – und mischt es kräftig auf.
Plötzlich ist alles anders: Aus einem ersten Kuss wird die große Liebe und der Traum von einer gemeinsamen Zukunft.
Doch dann stellt sich ihnen das Schicksal in den Weg ...

Meinung:
Als die 17-jährige Nika nach einem Jahr Schüleraustauch in den USA zurück an das heimische Gymnasium kehrt, hat sich in dem einen Jahr einiges getan. Nicht nur, dass die Schule nun Barrierefrei ist, auch der neue Mitschüler Ben ist dort zu finden, der auch der Grund für die Neuerungen an der Schule ist: Ben sitzt im Rollstuhl seit einem verhängnisvollen Autounfall. Trotz aller Umstände kommen Ben und Nika sich schnell näher und beide wagen eine Beziehung mit allen damit verbundenen Problemen. Doch das Schicksal ist nicht immer nett und als Nika hinter ein bisher wohlgehütetes Geheimnis kommt, ist nichts mehr so, wie es einmal war.
Ich muss zugeben, ich habe Heike Wanners Geschichte schon im ersten Kapitel durchschaut und wusste, was auf Nika und Ben zukommt. Hier hat sich wahrscheinlich meine lange Leseerfahrung bemerkbar gemacht. Trotzdem war ich neugierig darauf, wie die Autorin die Problematik anpackt und welchen Lösungsansatz sie dafür bereithält. Und ihrer Geschichte bin ich bereitwillig gefolgt, denn Heike Wanner kann wirklich schön und einfühlsam erzählen. An manchen Stellen wurden mir die Dialoge einen Hauch zu kitschig, der angesprochenen Zielgruppe dieses Romans aber wird das bestimmt sehr zusagen ;)
Auch Nika und Ben sind zwei äußerst sympathische Protagonisten, die auch Ecken und Kanten haben, aber sehr liebevoll ausgearbeitet wurden. Sie weisen Tiefe auf, schlagen sich mit nachvollziehbaren Problemen rum und man fühlt sich manchmal ein wenig an die eigene Jugend zurück erinnert.
Neben den schönen Figuren, und das schließt die Nebenfiguren mit ein, merkt man, dass sich die Autorin stark mit dem Thema Leben im Rollstuhl nach einem Unfall beschäftigt hat, denn sie packt viel Wissen in dieses Buch. Dieses Wissen ist unterhaltsam und lehrreich im Roman eingearbeitet, so dass man sich nicht langweilt, dazu lernt und die Geschichte die nötige Tiefe erhält.

Fazit:
Du + Ich = Liebe hat mich, als Vielleser, zwar vom Handlungsverlauf nicht überraschen können, dafür hat mir der Weg zur Auflösung der Problematik aber richtig gut gefallen. Die Protagonisten sind sympathisch und nah, der Roman ist schön erzählt, fesselt und enthält spritzige Dialoge. Außerdem erweitert er den Horizont und kann mit seinem realistischen Ende punkten.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Edel Elements für das Rezensionsexemplar.1

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Einfach kochen voller Genuss

Pascale Naessens
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei ZS Verlag GmbH, 07.09.2017
ISBN 9783898837170
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rezension Pascale Naessens - Einfach kochen voller Genuss (Kochbuch)

Klappentext:
Die frischen Kräuter, der Ingwer, die Kokosmilch, der Chili ― einfach göttlich. So ist das immer, wenn Pascale Naessens gekocht hat. Rustikal. Naturverbunden. Bodenständig und gesund. Auch im neusten Kochbuch der belgischen Bestseller-Autorin wird nicht gekünstelt, die Clean Eating Rezepte kommen ohne Chichi daher. Trotzdem sieht jedes ihrer Gerichte wie ein Kunstwerk aus. Einerseits raffiniert zusammengestellt, andererseits voller Wildheit und Spontaneität. Die Lasagne: nicht von der Stange, sondern mit Pascales individueller Handschrift. Der Lachs mit Erbsen und Knoblauch, die Muscheln, das Lammfilet, die Avocado-Schoko-Tarte ― in voller Harmonie mit der Natur. Großer Zeitaufwand? Verzicht auf Genuss? Fehlanzeige! Stattdessen Wohlfühlküche mit Essen, das einfach glücklich macht!

Meinung:
Ich liebe es, wenn Rezepte wenige Zutaten aufweisen und trotzdem großartig schmecken.
Genau das habe ich hier in Pascale Naessens neuem Kochbuch Einfach kochen voller Genuss gefunden. Und die Autorin weiß, wovon sie hier spricht. Sie stellt in diesem Buch eine Zutat in den Vordergrund, gibt Fakten und Hintergründe zu dessen Nährwert, Herkunft und sonstiges Wissenswertes rund um die Zutat, um dann einige Rezepte vorzustellen, die diese perfekt hervorheben.
Sehr Besonders an diesem Kochbuch finde ich, dass die Autorin hier wirklich auf die jeweiligen Vorzüge des Produkts eingeht und eine gesunde, schmackhafte Zubereitung bereithält. Aber nicht nur die Rezepte sind simpel und passen perfekt zu meiner Ernährung, die ich möglichst zuckerfrei halten möchte, auch viele persönliche Anekdoten und Erzählungen runden das Kochbuch ab und bringen die Botschaft der Autorin näher. Denn neben zahlreichen Rezepten weiß Pascale Naessens viel zum Thema Ernährung zu berichten und kann ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen.
Die Rezepte sind, wie schon gesagt, simpel und übersichtlich aufgebaut. Die Zutatenliste ist ebenfalls meist recht kurz und beinhaltet Lebensmittel, die man fast überall bekommt. Exotische Zutaten sind mir eigentlich nur im Kapitel Fisch aufgefallen. Da muss man schauen, was die heimische Fischtheke anbieten kann. Auf jeden Fall sind die Rezepte aber inspirierend und können auch problemlos an die eigenen Bedürfnisse und Zutatenlisten angepasst werden. Die Arbeitsschritte sind gut erklärt und das Nachkochen sollte auch Neulingen keine Probleme bereiten.
Sehr schön fand ich auch, dass Pascale Naessens auch jede Menge Tipps und Trick zur Zubereitung und den verwendeten Lebensmitteln gibt. So ist das Buch nicht nur ein schönes Kochbuch, sondern auch ein Fundus an Ideen und Technikerweiterungen. Die wunderschönen Bilder im Buch laden förmlich zum Blättern ein und natürlich auch, dass man das Kochbuch immer wieder gerne in die Hand nimmt.
Dank des Kochbuchs hat sich mein Frühstück auch um einige Variationen erweitert. Zum Nachkochen hatte ich mir nämlich direkt den Frühstückskuchen herausgesucht, der super einfach nachzukochen war, richtig lecker geschmeckt hat und sehr lange satt gemacht hat. Ebenso wie der überbackene Grünkohl mit Kräuterkruste, den sogar mein Sohn gegessen hat.

Fazit:
Einfach kochen voller Genuss ist ein wirkliches Schmuckstück. Nicht nur die tollen Bilder machen das Buch zu einem richtigen Hingucker, auch die Rezeptauswahl ist ausgewogen, lecker und überzeugt mit seiner simplen Herangehensweise. Die übersichtliche Zutatenliste spricht ebenfalls für sich und dank der vielen persönlichen Geschichten und Informationen wird das Kochbuch zu etwas ganz besonderem.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den ZS Verlag für das Rezensionsexemplar.

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125 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

istanbul, russland, migration, türkei, identität

Außer sich

Sasha Marianna Salzmann
Fester Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427620
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Sasha Marianna Salzmann - Außer sich

Klappentext:
Sie sind zu zweit, von Anfang an, die Zwillinge Alissa und Anton. In der kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre verkrallen sie sich in die Locken des anderen, wenn die Eltern aufeinander losgehen. Später, in der westdeutschen Provinz, streunen sie durch die Flure des Asylheims, stehlen Zigaretten aus den Zimmern fremder Familien und riechen an deren Parfumflaschen. Und noch später, als Alissa schon ihr Mathematikstudium in Berlin geschmissen hat, weil es sie vom Boxtraining abhält, verschwindet Anton spurlos. Irgendwann kommt eine Postkarte aus Istanbul – ohne Text, ohne Absender. In der flirrenden, zerrissenen Stadt am Bosporus und in der eigenen Familiengeschichte macht sich Alissa auf die Suche – nach dem verschollenen Bruder, aber vor allem nach einem Gefühl von Zugehörigkeit jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht.

Meinung:
Ali ist auf der Suche nach ihrem Bruder. Ein Hinweis führt sie nach Istanbul, denn die letzte Nachricht, die von ihm eintraf, war eine Postkarte von dort. Doch wie soll sie ihren Bruder in dieser Millionen-Metropole finden? Alis Reise führt sie nicht nur zu den Spuren ihres Bruders, sondern auch zu ihrer Familie, ihren Wurzeln, ihrer eigenen Identität.
Für Außer sich Worte zu finden, fällt mir nicht ganz leicht. Sasha Marianna Salzman findet viele wunderschöne Sätze und Worte für ihr Werk und weiß den Leser mit ihrem sprachlichen Talent einzufangen. In ihrer Erzählweise einzutauchen hat immens viel Spaß gemacht. Leider gibt es hier ein großes "Aber" in der Besprechung, denn die Geschichte selber hat mich unerwarteter Weise nicht immer bezaubern können.
Die Autorin packt viele Themen in ihren Roman, erzählt über Familie, Herkunft, Emigration und Immigration, über Transgender und Bindungen, alles verknüpft in dieser Russisch-Jüdisch-Deutschen Familie, über Generationen hinweg. Dieses immense Themenspektrum hat mich ehrlich gesagt ein wenig erschlagen, fühlte sich überfrachtet und manchmal ein wenig sperrig an.
Aber trotz der Probleme, die ich mit dieser Lektüre hatte, mochte ich Ali und ihre Familie gerne, verstand die Konflikte, denen sie sich gegenüber sahen und finde, sie sind authentisch umgesetzt.

Fazit:
Außer sich lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite mochte ich Sasha Marianna Salzmans Sprache hier unheimlich gerne und auch ihre Charaktere wussten mit ihrer Vielfältigkeit zu Überzeugen. Leider hat mich die immens große Themenanzahl auf den doch recht überschaubaren Seitenzahlen hier förmlich erschlagen und es fühlte sich alles in allem überfrachtet und auch ein wenig sperrig an. Aber ich kann auch gut nachvollziehen, warum dieses Buch es auf die Shortlist des deutschen Buchpreises geschafft hat. Meinen Geschmack hat es leider nur nicht ganz getroffen.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Suhrkampverlag und den deutschen Buchpreis für das Rezensionsexemplar.

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195 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 82 Rezensionen

essex, liebe, aberglaube, england, london

Die Schlange von Essex

Sarah Perry , Eva Bonné
Fester Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Eichborn , 29.09.2017
ISBN 9783847900306
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Sarah Perry - Die Schlange von Essex

Klappentext:
London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.
Anmutig und intelligent erzählt dieser Roman – noch vor allem anderen – von der Liebe und den unzähligen Verkleidungen, in denen sie uns gegenübertritt.

Meinung:
Die Viktorianische Zeit war, aus wissenschaftlicher Sicht, eine sehr spannende. Neben Darwins "Entstehung der Arten" wandelte sich auch das medizinische Wissen. Experimente an Leichen z.B. erweiterten die anatomischen Kenntnisse, die auch heute noch in der Medizin und Chirurgiewichtig sind. In dieser Zeit kann die junge Witwe Cora endlich ihrer Leidenschaft zur Forschung nachgehen, nachdem sie jahrelang unter den Launen ihres Gatten gelitten hat. Sie reist in die Grafschaft Essex, wo sie den Landpfarrer Will kennen lernt. Zwischen den beiden funkt es gewaltig, doch Will ist zum einen Verheiratet, zum anderen stoßen sich ihre Vorstellungen von Natur und Wissenschaft ein wenig. Außerdem macht sich in der Ortschaft der Glauben an eine geheimnisvolle Schlange breit, die angeblich nach einem Erdbeben für Chaos und Unfrieden sorgt. Menschen sterben, seltsame Begegnungen ereignen sich und setzen die Bevölkerung in Angst und Schrecken.
Zugegeben, ich habe ein wenig gebraucht, um in den Roman hineinzufinden. Zu Anfang war ich verwirrt, hatte Schwierigkeiten, Bezug zu den Figuren aufzubauen und es fehlte mir so ein wenig die Richtung, wohin der Roman mich führen möchte. Doch nach und nach entfaltete das Buch seine Wirkung. Vor allem die Dialoge zwischen Will und Emma wissen zu bezaubern und die Verknüpfung der damaligen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind interessant umgesetzt. Sprachlich weiß dieses Buch also durchaus zu unterhalten und wurde von Eva Bonné übersetzt.
Alles in allem fand ich den Roman dann doch bezaubernd und mochte die Protagonisten hier ganz gerne. Denn je mehr man diese kennen lernt, desto mehr kann man sich in sie hineinversetzen und deren jeweilige Motivation verstehen. Auch die Geschichte um die Schlange von Essex mir gut gefallen. Viele verschiedene Themen spricht die Sarah Perry hier an, lässt Kontraste und Gegensätze aufeinander prallen und bezaubert den Leser so mit seiner feinen Erzählart. Wissenschaft gegen Glauben, Moralvorstellungen gegen Freigeist, dieses Buch hält so einiges zum Nachdenken für den Leser bereit.

Fazit:
Die Schlange von Essex benötig ein wenig, bis man mit ihr warm wird, doch nach und nach entfaltet sich der Charme dieses Buchs. Ein intelligenter Einblick in das viktorianische Zeitalter und perfekt für gemütliche Herbstlesetage.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

schwarz, blau, abschlachten, grün, drachen

Das Erwachen des Feuers

Anthony Ryan , Birgit Maria Pfaffinger , Sara Riffel , Detlef Bierstedt
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 11.09.2017
ISBN 9783837139969
Genre: Fantasy

Rezension:

Rezension Anthony Ryan - Das Erwachen des Feuer: Draconis Memoria 1 (Hörbuch)

Klappentext:
Im riesigen Gebiet von Mandinorien gilt Drachenblut als das wertvollste Gut. Rote, grüne, blaue und schwarze Drachen werden gejagt, um an ihr Blut zu kommen. Das daraus gewonnene Elixier verleiht den wenigen Gesegneten übernatürliche Kräfte. Doch das letzte Zeitalter der Drachen neigt sich seinem Ende zu.
Kaum jemand kennt die Wahrheit: Die Drachen werden immer weniger und schwächer. Sollten sie aussterben, wäre ein Krieg Mandinoriens mit dem benachbarten Corvantinischen Kaiserreich unausweichlich. Alle Hoffnung des Drachenblut-Syndikats beruht auf einem Gerücht, nach dem es eine weitere Drachenart gibt, die weitaus mächtiger ist als alle anderen. Claydon Torcreek, ein Dieb und unregistrierter Blutgesegneter, wird von der obersten Herrschergilde in das wilde, unerforschte Inland geschickt, um einem Geschöpf nachzuspüren, das er selbst für reine Legende hält: der weiße Drache.

Meinung:
Als ich zum ersten Mal über diesen Titel stolperte, war ich skeptisch. Ob das Buch was ist? Drachen und Fantasy sprechen mich ja schon an, aber ist es nicht vielleicht doch wieder eine dieser vielen, beliebigen Mittelalter-Fantasy-Werke?
Nein, ganz eindeutig nicht, denn das Cover führt den Leser hier in die Irre. Mit Mittelalter hat die Welt von Anthony Ryan gar nichts zu tun. Eher etwas in Richtung Steam-Punk und viktorianischem Ambiente. Und hier war ich dann schnell in der Geschichte drin. In dem komplexen Weltenentwurf von Anthony Ryan leben Menschen, die sich die Kraft von Drachenblut zu Eigen machen können, um die eigene Leistung zu steigern. Doch das Produkt, wie es hier genannt wird, ist begehrt, seine Quellen aber nicht unerschöpflich. Die Drachen werden kleiner und weniger, der Bedarf aber ist nach wie vor ungebremst hoch. Da kommen die Gerüchte über einen geheimnisvollen weißen Drachen auf. Es wird eine Expedition zusammengestellt, um den sagenumwobenen Drachen zu finden. Gleichzeitig bahnt sich ein Krieg mit dem benachbarten Kontinent an.
Im Fokus des Buchs stehen drei Figuren: Clayton, Lizanne und den Leutnant Corrick. Jeder hat eine andere Mission, jeder beeinflusst die Handlungsstränge der anderen auf die eine oder andere Weise und sorgt dafür, dass die Geschichte so komplex und abwechslungsreich ist.
Neben einem Abenteuerroman erhält der Leser hier mitreißende Fantasy, Spionage und Seeschlachten, alles in dieser doch modernen, viktorianisch anmutenden Welt voller Erfindungen und Magie.
Gelangweilt habe ich mich bei Zuhören an keiner Stelle. Detlef Bierstedt weiß, wie man spannend Bücher einspricht und den Hörer an die Geschichte fesselt. Vor meinem inneren Auge liefen die Bilder quasi in HD ab und viel zu schnell war ich durch dieses großartige Buch durch. Am liebsten würde ich direkt weiterhören, leider muss ich mich hier noch ein wenig gedulden. Einziges Manko, neben dem Cover ist aber, dass beim Hörbuch Kartenmaterial fehlt. Das hätte auch beim Hören eine bessere Orientierung geboten. Erst nachdem ich im Internet gesucht habe, bin ich auf der Autoren-Homepage fündig geworden.

Fazit:
Dieser Epos setzt ganz neue Maßstäbe. Wendungsreich, intelligent und innovativ, geschickt verwobene Schicksale und Überraschungen lassen mein Fantasy-Herz höher schlagen. Wer Fan von Werken wie Tad Williams ist oder gerne mal etwas modere Ansätze in der Fantasy lesen möchte, der sollte sich Das Erwachen des Feuers nicht entgehen lassen.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Randomhouse Audio für das Rezensionsexemplar.

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Glück ist ein Vogerl

Ingrid Kaltenegger
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 16.08.2017
ISBN 9783455001495
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Ingrid Kaltenegger - Das Glück ist ein Vogerl

Klappentext:
Für den Musiklehrer Franz, der die Vierzig schon länger überschritten hat, läuft’s nicht gut: Den Rockstar-Traum hat er fast aufgegeben, in seiner Ehe kriselt es, seine Tochter Julie pubertiert und redet kaum mit den Eltern. Eines Nachmittags gerät er in einen Autounfall, bei dem ein alter Mann umkommt. Ausgerechnet als seine Frau Linn die Beziehung retten will und ihn zu dem Lebenshilfeseminar "The Elevator to Happiness"™ mitschleppt, begegnet Franz das Unfallopfer Egon – als Geist! Dabei ist Egon Physiker und glaubt nicht einmal selbst an seine metaphysische Existenz. Notgedrungen machen sich Franz und Egon auf die Suche nach einem Weg, wie der Geist seine Ruhe finden kann. Dabei wird zunehmend unklar, wer hier überhaupt wen erlösen soll. Mit Schmäh und feinstem schwarzem Humor erzählt "Das Glück ist ein Vogerl" vom Irrsinn des Alltags, von unsterblichen Lebensträumen und der Liebe in drei unterschiedlichen Generationen.

Meinung:
Der Franz wollte eigentlich gerne erfolgreicher Musiker mit seiner Band werden. Stattdessen ist er Familienvater und Gitarrenlehrer geworden. Große Überraschungen hält sein Leben nicht bereit, aber damit hat der Franz sich mittlerweile irgendwie abgefunden. Doch eines Tages ist er mitverantwortlich für einen Unfall, bei dem ein alter Mann stirbt. Kurz darauf erscheint dieser dem Franz als Geist, mitten in einer Sitzung für mehr Zufriedenheit im Leben, zu dem Franz von seiner Frau Linn ihn mitgeschleppt wurde. Ab diesen Moment geht scheinbar alles Bergab für den Franz, denn Egon, der Geist, will nicht so einfach wieder verschwinden.
Ingrid Kaltenegger erzählt hier eine Geschichte über geplatzte und verdrängte Träume und die Frage ob es vielleicht doch nie zu spät ist, etwas zu ändern. Mit viel Witz und schwarzem Humor lässt sie hier ihre Hauptfigur Franz durch einige Schlammassel waten, die beim Lesen immer wieder für ein Schmunzeln auf den Lippen sorgen.
Man mag ihre Protagonisten einfach, denn sie sind sympathisch und lebensnah aufgebaut, haben durchaus ihre Macken und sorgen dafür, dass man sich doch an der einen oder anderen Stelle in ihnen wiederfindet.
Einzig der österreichische Sprachstil hat mir hier ein paar Probleme bereitet, bin ich doch nicht ganz so fit mit dem österreichischen Satzbau und den sprachlichen Gepflogenheiten dort. Sieht man davon aber ab, ist das Buch äußerst kurzweilig und unterhaltsam umgesetzt. Längen fand ich keine im Buch und allzu schnell war ich dann durch diese bezaubernde Geschichte durch.

Fazit:
Das Glück ist ein Vogerl ist richtig kurzweilig, witzig und unterhaltsam. Einzig der österreichische Umgangston hat mich manches Mal vor eine Herausforderung gestellt, der aber sehr zum Charme dieses Romans passt.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Hoffmann & Campe Verlag für das Rezensionsexemplar.

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373 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 78 Rezensionen

mona kasten, coldworth city, fantasy, mutanten, roman

Coldworth City

Mona Kasten
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426520413
Genre: Fantasy

Rezension:

Rezension Mona Kasten - Coldworth City

Klappentext:
Vor drei Jahren täuschte Raven ihren Tod vor, um der skrupellosen Forschungsorganisation AID zu entkommen. Seitdem ist sie auf der Flucht, denn Raven ist eine Mutantin, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, und AID würde alles tun, um sie wieder in ihre Gewalt zu bringen. Seit ihrer Flucht lebt Raven unerkannt in Coldworth City – bis der verschlossene Wade auftaucht und ihr anbietet, sie im Umgang mit ihren Fähigkeiten zu unterrichten. Damit ist die Zeit des Versteckens vorüber, denn schon bald sehen sich Raven und Wade einer Verschwörung gegenüber, die nicht nur das Ende der Mutanten bedeuten, sondern auch die ganze Welt ins Chaos stürzen kann.

Meinung:
Mona Kasten ist mittlerweile keine unbekannte Autorin auf dem deutschen Buchmarkt. Spätestens mit ihrer New-Adult-Reihe der „Again“-Bücher ist sie vielen ein Begriff. Nun führt sie ihre Leser in etwas fantastischere Bereiche.
Die 18-jährige Raven ist auf der Flucht, seit sie vor drei Jahren einer skrupellosen Forschungsorganisation entwischen konnte und lebt nun unter falscher Identität in Coldworth City. Denn Raven ist kein normaler Mensch, sondern hat spezielle Kräfte, die sie von anderen Menschen unterscheidet: sie ist eine Mutantin. Während sie tagsüber sich um ihren kleinen Bruder kümmert, spürt sie nachts Verbrecherbanden nach. Doch eines Tages taucht der geheimnisvolle Wade ein, der sie in ihren Kräften unterrichten möchte. Raven wird in Wades Organisation eingeführt und schnell kommt sie einer Verschwörung auf die Spur, die nicht nur die Mutanten bedroht.
Coldworth City liest sich angenehm leicht und flüssig. Der Weltenentwurf, den Mona Kasten hier präsentiert, hat mich so manches Mal an Superhelden-Comics erinnert, wie Batman oder X-Men, doch für die Geschichte ist es stimmig.
Leider fehlt es mir hier an Tiefe bei den Figuren. Zu wenig greifbar empfand ich Raven und das, was sie ausmachte. So berührte mich ihr Schicksal wenig und ich wurde einfach nicht so richtig warm mit ihr. Auch die Nebenfiguren fand ich zu vage, wirkten teilweise belanglos und haben es nicht geschafft, Tiefe und höhere Spannung in den Roman zu bringen. So plätschert die Geschichte vor sich hin und kann leider wenig tun, um sich ein wenig hervorzuheben.

Fazit:
Die Geschichte selber zog mich nicht so in den Bann wie erhofft und ein großer Aha-Effekt blieb leider aus. So lässt sich die Geschichte grundsätzlich gut lesen, doch reicht es nicht, sich gegen andere Bücher des Genres durchzusetzen.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar.

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163 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

ukraine, prostitution, gewalt, kukolka, straßenkind

Kukolka

Lana Lux
Fester Einband: 375 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036935
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Lana Lux - Kukolka

Klappentext:
Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.
Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte.

Meinung:
Samira wächst in einem Waisenhaus in der Ukraine auf. Das Leben dort ist hart und entbehrungsreich, doch Samira ist es nicht anders gewohnt. Auch nicht, dass sie ständig für ihr Aussehen runter gemacht wird. "Zigeunerkind" schimpfen sie das Mädchen mit der dunkleren Haut und den ungewöhnlichen Augen. Als dann auch noch Samiras einzige Freundin Marina adoptiert wird und sie verlässt, beschließt die 7-jährige, Marina nach Deutschland zu folgen. Doch der Weg dahin ist nicht einfach. Sie landet zunächst in einer Bettler-Organisation, erlebt Gewalt und Demütigung, doch nie verliert sie ihr Ziel aus den Augen: Deutschland.
Kukolka musste ich nach Beenden erst mal sacken lassen, nahm mich die Geschichte doch reichlich mit. Was Samira hier erdulden und erleiden muss, ist beileibe keine schöne Sache. Und doch ist einem schon beim Lesen klar, dass Samira nur stellvertretend für viele Kinder und junge Frauen steht, die ein ähnliches Schicksal erleiden müssen. Von einer Gesellschaft nicht aufgefangen zu werden, wenn der familiäre Rückhalt nicht gegeben wird, in einem Land, dass sich im Umbruch befindet und gänzlich andere Werte und Vorstellungen repräsentiert, als die wir gewohnt sind, haben mein Mutterherz bluten lassen. Doch Samira ist eine wirklich starke Persönlichkeit und ich finde es bewundernswert, dass sie trotz all der Schicksalsschläge für sie immer ihr Ziel nicht aus den Augen verloren hat.
Auch sprachlich mach Lana Lux hier alles richtig. Einnehmend erzählt sie uns von Samiras Schicksal, schont ihre Leser nicht, findet aber immer den richtigen Ton, um doch immer noch einen Hauch Zuversicht durchscheinen zu lassen. So fühlte ich mich beim Lesen zwar erschüttert und betroffen, doch ich verlor nie die Hoffnung an Samira. Ob sie es allerdings schafft, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Trotz der schweren Thematik sollte man sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Lana Lux regt zum Nachdenken an, denn man weiß, dass Samiras Schicksal kein Einzelfall ist.

Fazit:
Kukolka ist thematisch kein leichtes Buch, doch mit so viel positiver Energie erzählt, dass man Samiras Lebensweg bereitwillig durch alle Höhen und Tiefen begleitet.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

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45 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

südafrika, dystopie, coronavirus, deon meyer, postapokalypse

Fever

Deon Meyer , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 702 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 09.10.2017
ISBN 9783352009020
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Deon Meyer - Fever

Klappentext:
Nicolaas Storm fährt mit seinem Vater Willem durch ein vollkommen verändertes Südafrika. Nach einem Fieber, das weltweit fünfundneunzig Prozent der Menschen getötet hat, versuchen die beiden, einen sicheren Platz zum Leben zu finden. Das Land ist in einem Zustand der Gesetzlosigkeit. Gangs ziehen schwerbewaffnet umher, wilde Tiere bedrohen die Menschen. Schließlich aber finden Vater und Sohn einen Platz für eine Siedlung. Andere Menschen stoßen zu ihnen – Abenteurer, elternlose Kinder, ehemalige Soldaten. Sie alle müssen die Gesetze des Überlebens neu lernen. Nico wird zum Schützen ausgebildet. Er verliebt sich in Sofia, die wildeste Frau, die jemals ihre kleine Stadt betreten hat, und er beginnt wieder an eine Zukunft zu glauben. Bis die Katastrophe passiert – und sein Vater ermordet wird.

Meinung:
Autor Deon Meyer ist kein unbekannter Name auf dem deutschen Buchmarkt, dennoch ist Fever der erste Roman des bekannten Autors, den ich gelesen habe.
Schon die Inhaltsangabe hat mich gereizt. Nach einer Grippepandemie sind rund 90% der Menschheit ausgelöscht worden. Die Überlebenden stehen vor den Trümmern der Zivilisation. In diesem Endzeitszenario erzählt der Protagonist Nico Storm, wie er mit seinem Vater eine neue Gemeinde aufbaut, über die Hinternissse und Schwierigkeiten, über die Niederungen des menschlichen Charakters und über den Mord an seinem Vater, der bereits auf den ersten Seiten angesprochen wird und die Geschichte überschattet.
Deon Meyer beleuchtet in Fever viele verschiedene Aspekte und Schwierigkeiten, die ein solches Endzeit-Szenario mit sich bringt. Über die Probleme der Nahrungsbeschaffung, gen-verändertem Saatgut, Kraftstoffe, Strom und Wasserzufuhr sind auch zwischenmenschliche Belange von großer Wichtigkeit in diesem Buch. Wie wirkt sich der Wegfall einer sozialen Ordnung aus? Bilden die Menschen Gruppen und helfen einander? Oder entstehen Gangs, deren Zweck es ist, sich auf kosten anderer zu bereichern?
Willem und Nico Storm gehören hier zu der zivilisierteren Gruppe Mensch, treffen aber auch immer wieder auf das Gegenteil, müssen sich mit Plünderern, Gangs und anderen zwielichtigen Gestalten auseinander setzen. Das alles zusätzlich zu den Hürden und den Rückschlägen ihres Gemeindeaufbaus.
Meyers Charaktere sind interessant und vielschichtig ausgearbeitet und wirken sehr nah und menschlich in ihren Ängsten, Bedürfnissen und Hoffnungen. Nur zu gut schafft man es, sich in die verschiedenen Figuren hineinzuversetzen. Dabei zeichnen sie auch natürlich Fehler auf, die ihnen Tiefe und Format verleihen.
Nico Storm erzählt seine Geschichte rückblickend, immer wieder ergänzt mit Auszügen aus einer Gemeinde-Chronik, in der andere Bewohner zu Wort kommen dürfen. Die Handlung ist abwechslungsreich und zum Großteil spannend inszeniert. Gerade zum Ende hin zieht diese gewaltig an, und ich ahnte bereits ein wenig, wohin mich einige Fragen führen werden. Leider hat der Ausgang der Geschichte ein etwas fades Gefühl hinterlassen. Ein wenig zu schnell abgehandelt fühlte es sich an, vielleicht, weil das Ende der vorher aufgebauten Spannung nicht wirklich gerecht wurde? Auch blieben mir einige Fragen zu offen und ich hätte es schön gefunden, wenn mehr lose Fäden hier zusammengeführt hätten. So bleibt am Ende doch einiges noch der Fantasie des Lesers überlassen.

Fazit:
Deon Meyer hat mit Fever einen sehr gut durchdachten Endzeit-Roman mit vielen Spannungsmomenten geschaffen, dessen Ende mir aber im Vergleich zum Rest des Buchs etwas zu flach ausfiel.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

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280 Bibliotheken, 36 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

zamonien, fantasy, walter moers, gehirn, märchen

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers , Lydia Rode
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaus, 28.08.2017
ISBN 9783813507850
Genre: Fantasy

Rezension:

Rezension Walter Moers - Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Klappentext:
Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich.

Meinung:
Lange mussten wir Leser auf einen neuen Roman von Walter Moers warten. Nun endlich liegt er vor und ist doch so ganz anders, als seine anderen Werke.
Wieder einmal verschlägt uns die Geschichte nach Zamonien, doch schon die Aufmachung zeigt dem aufmerksamen Leser, dass man diesmal unbekanntere Wege einschlagen wird: Die Illustrationen sind nicht von Walter Moers, sondern wurden von Lydia Rode beigesteuert. Liest man sich am Ende des Romans dann noch die Nachbemerkung des Autors durch wird auch klar, warum Moers das Buch nicht selber illustriert hat. Denn Lydia Rode ist nicht nur maßgeblich für die Zeichnungen verantwortlich, sondern hat auch stark die Geschichte beeinflusst.
Diese handelt von der Prinzessin Dylia, die unter nahezu permanenter Schlaflosigkeit leidet und eines Nachts dem Nachtmahr Havarius Opal begegnet, der die Prinzessin höchstselbst in den Wahnsinn treiben, vorher aber noch ein gerne ein Abenteuer mit ihr beschreiten möchte. Und so machen die beiden sich auf den Weg in die Stadt der Angst: Amygdala.
Erzählerisch ist das Buch auf der einen Seite ein typischer Moers: sprachlich verspielt, komplex, literarisch durchaus anspruchsvoll, auf der anderen Seite aber doch kein typischer Moers, denn das Buch ist anders, als seine vorherigen Werke. Ruhiger, melancholischer, philosophischer und träumerischer. Die Hintergründe, warum und weshalb es überhaupt zu diesem Buch gekommen ist, sollte man sich beim Lesen vor Augen halten, um die ganze Bandbreite zu verstehen und zu akzeptieren, dass dies halt nicht einfach nur ein weiter Zamonien-Roman ist, sondern damit auch etwas aufgearbeitet und thematisiert werden soll.
Moers schafft wieder einmal wundervoll skurrile und faszinierende Figuren, denen man sich zwar anfangs recht bedächtig nähert, nach und nach aber immer besser kennen lernt. So fängt das Buch zwar ein wenig behäbig, wenn nicht zu sagen traumwandlerisch an, kann aber mit jeder Seite ein wenig mehr den Leser einfangen.

Fazit:
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr ist deutlich anders, als die früheren Bücher des Autors. Ein wenig ruhiger, ein wenig bedächtiger, aber doch sprachlich verspielt und brillant durchdacht in seinem Aufbau. Auch die wunderschöne Illustrierung des Buchs macht diesen Moers besonders. Zwar braucht der Roman ein wenig, bis er in die Gänge kommt, doch unterstreicht es halt auch den Charakter des Romans, denn wer kann schon unter Schlafmangel schnell funktionieren.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Knaus Verlag für das Rezensionsexemplar.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

zwanziger jahre, paris, ernest hemingway, f. scott fitzgerald, the sun also rises

Und alle benehmen sich daneben

Lesley M. M. Blume , Jochen Stremmel
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.04.2017
ISBN 9783423281096
Genre: Biografien

Rezension:

Rezension Lesley M.M. Blume - Und alle benehmen sich daneben

Klappentext:
Durchsoffene Nächte, wilde Affären, hemmungsloser Ehrgeiz. Ellbogen zählen ebenso wie Talent. Der junge Ernest Hemingway hat nichts Geringeres vor, als die Romanliteratur zu revolutionieren, den großen Zeitgeistroman zu schreiben, nach dem alle Verlage fiebern. Mit ›Fiesta‹ gelingt ihm dieser Coup, und er wird, erst 27jährig, auf einen Schlag berühmt. Es sind die wilden Zwanziger in Paris, und die angelsächsische Expat-Gemeinde ist legendär: reiche Männer, schöne Frauen, Mäzene, erfolgreiche Literaten und solche, die es noch werden. im Mittelpunkt Hemingway, ein todestrunkener, stierkämpfender Aficionado, hartgesottener Trinker, hitzköpfiges literarisches Genie und – tatsächlich – Ehemann.
Lesley M. M. Blume erforscht das schillernde Universum, in dem aus einem unbekannten jungen Autor eine Ikone der Weltliteratur wurde und erzählt von den Menschen, die Hemingway (oft wenig schmeichelhaft) in seinem Werk verewigte. Sie dringt ein ins Herz der Lost Generation und zeigt, wie sehr diese bis heute beeinflusst, was wir lesen und wie wir denken – über Jugend, Liebe, Sexualität und Exzess.

Meinung:
Gibt es eigentlich einen Büchermenschen, der den Namen Ernest Heminway noch nicht gehört hat? Schließlich war der Schriftsteller schon zu Lebzeiten eine Legende. Doch wie hat er dahin es geschafft?
Dieser Frage geht die Autorin Lesley M.M. Blume nach und spürt dem Autor bei der Entstehung seines Werkes "Fiesta" nach. Blume erzählt über die frühe Zeit Hemingways, seine ersten Schritte, Niederlagen und Erfolge, sein Privatleben und über die Menschen, die Hemingway begleitet und geprägt haben.
Geschickt verknüpft Lesley M.M. Blume hier die Fakten und Zeitzeugenberichte und konstruiert eine spannende, fesselnde Geschichte. Dabei weiß sie, wie sie den Leser unterhält, ohne ihn mit Fakten und Namen zu erschlagen. Das sorgt für einen angenehmen Lesefluss und angenehme Lesestunden. Bereitwillig folgte ich Blumes Erzählungen und konnte so manche neue Information über Hemingway erfahren.
Abgerundet wird das Buch mit einigen Fotografien, die auch die Zuordnung der beteiligten Personen erleichtert hat. Am Ende des Buchs findet man außerdem eine umfangreiche Quellenübersicht von anderen Werken, die Lesley M.M. Blume beim Erstellen dieses Biopics geholfen haben, sowie eine Auflistung der enthaltenen Personen mit Seitenzahl zum schnellen Nachschlagen.

Fazit:
Auch wenn man schon einiges über Hemingway weiß, so fasziniert der Autor nach wie vor seine Leser. Lesley M.M. Blume hat es hier sehr gut geschafft, Fakten und Zeitzeugenberichte zu einer faszinierenden Geschichte zu vereinen, und so den Autor uns Lesern noch näher zu bringen. Einnehmend geschrieben und sehr gut recherchiert. Für Hemingway-Fans sehr lesenswert!
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den DTV Verlag für das Rezensionsexemplar.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

verrat, gegenwartsliteratur, trennung, gewalt, kurzgeschichten

Verrat

Jessica Schulte am Hülse
E-Buch Text: 257 Seiten
Erschienen bei Karl Blessing Verlag, 18.09.2017
ISBN 9783641210663
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Jessica Schulte am Hülse - Verrat: Sieben Verbrechen an der Liebe

Klappentext:
Jessica Schulte am Hülse beschreibt in sieben Erzählungen das große und das kleine Drama der Liebe. Gemein ist den Erzählungen ein Verrat, der die Liebe zwischen zwei Menschen oder das Verhältnis zwischen zwei Menschen beschädigt, belastet, zerstört. Am Ende jeder Geschichte stehen die Menschen traumatisiert oder auch befreit vor den Scherben dessen, was einmal Vertrauen, Geborgenheit, Freude und tiefe Liebe war. Mal kommt die Unwahrheit auf leisen Sohlen, mal brutal und unfair mit großen Schritten, mal finden die Verratenen einen Weg aus dem Drama, mal zerbrechen sie an der Heftigkeit des Erlebens und können sich nur durch radikale Schnitte aus dem Tumult und der Verstrickung befreien.
Verrat. Sieben Verbrechen an der Liebe - das sind sieben Geschichten, die uns teilhaben lassen an den Verletzungen, die sich Menschen willentlich oder unwillentlich antun im Namen der Liebe. Packend, traurig, bestürzend und von großer psychologischer Intensität.

Meinung:
Enden die großen Liebesgeschichten nicht immer mit einem Happy End? Nein, natürlich nicht. Selbst in der Literatur gibt es auch tragische Ausgänge von Liebesgeschichten. In diesem Kurzgeschichtenband hat die Autorin Jessica Schulte am Hülse sieben wahre Geschichten zusammengestellt, in der die Liebe das große Thema ist, und die in der einen oder anderen Weise verraten wurde und tragisch endet.
Da findet man z. B. den erfolgreichen Chirurgen, der doch so hoch angesehen ist, seine von krebsgeheilte Freundin geheiratet hat und dessen perfektes Leben genau durchplant ist. Doch die ob seine Frau glücklich ist, das steht auf einem anderen Blatt. Genau wie die Geschichte der Deutsch-Türkin Sabiha, die ihre Eltern und Familie über alles liebt und ihnen keine Schande machen möchte. Doch was passiert, wenn die Umstände sie dazu zwingen, Verrat an ihrer Familie zu begehen?
Dies sind nur zwei Beispiele aus dem Buch, das mich eiskalt erwischt hat. Sie beginnen so harmlos, die Geschichten, um sich dann dramatisch zuzuspitzen und den Leser in schiere Verzweiflung zu stürzen. Intensiv, aber auch einfühlsam führt Jessica Schulte am Hülse den Leser an den Verrat und an Abgründe heran, zeigt, wie brutal sich die Situationen entwickeln können und wie hoffnungslos sich manche Ereignisse für die Charaktere anfühlen. Dabei schafft sie es aber auch, dass man Verständnis für die Pro- bzw. Antagonisten entwickelt. Natürlich können die Kurzgeschichten die Gefühlswelt nicht immer voll ausloten. Das müssen sie aber auch nicht, denn die Botschaft der Geschichten spricht auch so für sich.
Nach jeder Geschichte musste ich erst einmal kurz durchatmen, mit jeder neuen Geschichte bangte ich, was wohl diesmal auf die Charaktere zukommt. Und trotzdem konnte ich mich dem Erzählsog nicht entziehen. Es sind nicht immer schöne Geschichte, sie gehen an die Nieren und drängen den Leser aus seiner Komfortzone. Aber sie öffnen auch den Blick, schaffen Verständnis und zeigen, dass jede Medaille zwei Seiten hat.

Fazit:
Verrat – Sieben Verbrechen an der Liebe ist kein Buch für schwache Nerven. Die Geschichten zerreißen einem beim Lesen das Herz, öffnen den Blick und schaffen Verständnis, auch für die Täter. Aber sie enthalten auch einige Lichtblicke und Momente, die das Herz berühren. Eine intensive Leseerfahrung, die mich atemlos an die Seiten gefesselt hat.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Blessing Verlag für das Rezensionsexemplar.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

online texte, fantasy buch

Die junge Braut

Alessandro Baricco , Annette Kopetzki
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 16.08.2017
ISBN 9783455405781
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Alessandro Baricco - Die junge Braut

Klappentext:
Eine anarchische Hymne auf das Schreiben, das Leben und die Liebe Eine Familie in einem alten Gutshaus: Da ist der Vater, der gar nicht der Vater ist. Da ist die bizarr schöne Mutter. Der Onkel, der ununterbrochen schläft. Die hinkende Tochter. Und eines Tages steht die junge Braut in der Tür, die sich dem Sohn versprochen hat – der unauffindbar ist. Sie bleibt bei der Familie und lernt, was es heißt, das eigene Schicksal zu bestimmen. Als sie genau darin die Katastrophe erkennt, rettet sie sich in die Liebe zu dem abwesenden Sohn und in das stoische Warten auf ihn. Doch eines Tages muss sie einsehen, dass sie nicht mehr warten kann. Alessandro Baricco führt uns in eine Welt, die zusammengesetzt ist aus Schicksalen, Geheimnissen, Erwartungen. Es ist ein Experiment: Was, wenn alles immer nur ein und dieselbe Geschichte ist, aus wechselnden Perspektiven erzählt, von verschiedenen Sehnsüchten geprägt, von unterschiedlichen Menschen gelebt?

Meinung:
Halte ich Bücher von Alessandro Baricco in der Hand, erwarte ich etwas Besonderes, Unerwartetes in seinen Romanen zu finden. Dementsprechend groß war meine Erwartungshaltung, als ich an seinen neuen Roman Die junge Braut heranging.
Diesmal wird die Geschichte einer Familie erzählt, die auf den ersten Blick sehr wunderlich erscheint. Diese steht nie auf, bevor nicht die Sonne ihre Licht durch die Fenster wirft, hält ewig lange Frühstück, geht über den Tag verschiedenen Pflichten nach, um dann für die Nacht sich in die jeweiligen Schlafräume zurückzuziehen und darauf zu warten, das die Nacht vorbei geht. Doch als eines Tages die junge Braut vor der Tür steht, wird die Familie aus ihrer Routine gerissen. Denn zum einen fehlt der Bräutigam noch, der Sohn der Familie, zum anderen setzt die Ankunft der Braut Ereignisse in Gang, die das Leben der Familie verändern wird.
Wie ich es von Alessandro Baricco erwartet hatte, wirkt die Sprache im ersten Moment ein wenig sperrig, sehr verspielt und verschachtelt. Doch schnell fand ich meinen Rhythmus und konnte mich an seinen doch so schönen poetischen Worten erfreuen.
Weniger erfreuen konnte mich aber die Geschichte selber, die zwar einige unerwartete Wendungen und Geheimnisse mit sich brachte, mir insgesamt aber zu sehr ins erotische ging und meinem persönlichen Lesegeschmack nicht ganz traf. Baricco findet zwar sehr viele schöne Worte für seine Handlung, wirklich angesprochen fühlte ich mich dadurch leider nicht.
Und so sank recht schnell die Motivation für dieses Buch, die Hintergründe der Figuren berührte mich immer weniger und die eigentlich wenigen Seiten von etwas über 200 zogen sich streckenweise sehr immens, so dass ich am Ende doch erleichtert war, den Roman beenden zu können.

Fazit:
Scheinbar hatte ich andere Vorstellungen von der jungen Braut, denn meine Erwartungen wurden hier nicht erfüllt. Zu erotisch und etwas verworren erzählt, das sorgte dafür, dass mein Interesse am Roman zu schnell abflaute. Schade, beim nächsten Baricco wird es bestimmt wieder besser für mich.
Von mir gibt es 2 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Hoffmann & Campe Verlag für das Rezensionsexemplar.

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133 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

rassismus, hebamme, gegenwartsliteratur, usa, diskriminierung

Kleine große Schritte

Jodi Picoult , Elfriede Peschel
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 02.10.2017
ISBN 9783570102374
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Jodi Picoult - Kleine große Schritte

Klappentext:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Meinung:
Im letzten Jahr las, bzw. hörte ich zum ersten Mal eine Geschichte der viel gelobten Autorin Jodi Picoult. Die Spuren meiner Mutter fesselte mich damals tagelang an meinen CD-Spieler und das Einfühlungsvermögen der Autorin beeindruckte mich. Deshalb stand für mich direkt fest, dass ich ihren neuen Roman Kleine große Schritte lesen wollte. Unbedingt, auch wenn mich der Inhalt ein wenig erschreckte, hatte ich doch langatmige John Grisham Bücher vor Augen, die sich endlos durch amerikanische Gerichtssäle zogen.
Zum Glück passiert das in diesem Roman nicht, denn mal ganz ehrlich, es hätte auch nicht zu Picoult gepasst. Der Fokus liegt hier eindeutig auf den Figuren. Doch fassen wir erst einmal kurz zusammen, worum es in diesem Roman geht:
Die Hebamme Ruth bekommt während eines Routinegangs durch die Säuglingsstation untersagt, ein Kind anzufassen. Der Grund liegt einzig in Ruths Hautfarbe, denn sie ist eine Schwarze, die Eltern des Säuglings Nazis. Ruth hält sich an dieses diskriminierende Verbot, doch es kommt zu einer Komplikation bei dem Säugling, während sie allein im Säuglingszimmer mit ihm ist. Ruth ist hin und her gerissen. Soll sie sich den Anweisungen widersetzen und sich um das Kind kümmern oder an diese halten? Es kommt, wie es kommen muss. Das Kind verstirbt und Ruth sieht sich plötzlich der Anklage wegen Mords gegenüber. Doch ist es nur die Fall um den Säugling, der sie vor Gericht führt, oder ist es auch ihre Hautfarbe, wegen der Sie die Anklage erhalten hat?
Wieder einmal hat mich Jodi Picoult von der ersten Seite an fesseln können, auch wenn ihre Geschichte nicht immer einfach zu ertragen ist. Denn sie setzt sich sehr genau in ihre Figuren hinein, auch in den rechtsradikalen Vater. So sieht man sich mit so mancher Gewaltszene konfrontiert, inkl. des Glücksgefühls, dass diese bei seinem Verursacher auslöst. Aber gerade diese Gefühlsnähe, sei es zu Ruth, Turk oder der Rechtsanwältin Kennedy, verleihen Kleine große Schritte seine Intensität und seine große Wirkung.
Es ist erschreckend, wie gut Picoult schildert, wie schnell man in Schubladendenken und in Vorurteile abrutscht, auch wenn man sich augenscheinlich nicht für diskriminierend hält. Natürlich kehrt die Autorin hier keinen einfach so über den Kamm und kann differenzieren, doch sie zeigt auch, wie schmal der Grat sein kann und wie tief verankert Vorurteile in den Köpfen sind, bekommen wir sie doch von klein auf mit, egal wie liberal die Eltern eingestellt sind. Umfeld, Erziehung, Freundeskreise und Fremde, Fernsehen, Musik und auch Bücher, alles spielt hier eine mal große, mal kleine Rolle und verdeutlicht die Wichtigkeit des Themas, dass Picoult hier anspricht.
Wie Ruth's Fall ausgeht, dass möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber nicht nur der Ausgang der Geschichte ist fesselnd, auch die vielen Hintergründe, die Picoult hier einbaut, machen das Buch unheimlich lesenswert. Und keine Angst vor langen Gerichtsszenen. Wie schon gesagt, ist hier das Drumherum und das menschliche im Vordergrund. Deswegen finden sich hier letztendlich gar nicht so viele Szenen im Gericht.

Fazit:
Jodi Picoult ist eine begnadete Erzählerin, die auch hier wieder zeigt, mit wie viel Fingerspitzengefühl sie sensible Themen umsetzen kann. Ehrlich, manchmal ein wenig unbequem aber unheimlich menschlich fesselt sie ihren Leser von der ersten bis zur letzen Seite an Kleine große Schritte.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

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63 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

musik, politik, band, antoine laurain, frankreich

Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.09.2017
ISBN 9783455600520
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Antoine Laurain - Die Melodie meines Lebens

Klappentext:
Ein Brief, der mit 33 Jahren Verspätung sein Ziel erreicht, stellt Alains ruhiges Leben auf den Kopf. Er ist Arzt und hat die fünfzig überschritten, seine Frau betrügt ihn, die Kinder sind längst aus dem Haus – trotzdem ist er eigentlich ganz zufrieden. Doch eines Morgens liegt in der Post ein Plattenvertrag für Alains Band The Hologrammes – von 1983. Alain wird zurückgeworfen in eine Zeit, als er und seine Band um ein Haar berühmt geworden wären, als noch alles möglich schien. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Bandmitgliedern – und findet einen erfolgreichen, aber verbitterten Künstler, dessen Freundin Alain ein vieldeutiges Lächeln schenkt, einen Präsidentschaftskandidaten und einen populistischen Politiker. Nur die Sängerin, die schöne Bérangère, in die Alain heimlich verliebt war, scheint zunächst verschwunden … Humorvoll und mit feinem Gespür für Nostalgie erzählt Antoine Laurain von vergessenen Lieben, verlorenen Freundschaften und verpassten Chancen – die plötzlich neues Glück versprechen.

Meinung:
Fragt man mich zu meinen französischen Lieblingsautoren, lautet die Antwort ganz klar: Antoine Laurain. Vom sympathischen Autor liegt nun sein aktueller Roman endlich in deutscher Übersetzung von: Die Melodie meines Lebens.
Diesmal geht es um einen Brief, der mit 33 Jahren Verspätung bei dem Hausarzt Alain eintrifft und eine Zusage für einen Plattenvertrag enthält. Leider existiert die Band seit 30 Jahren nicht mehr. Wäre ihr Leben dann anders verlaufen? Alain versucht, seine ehemaligen Bandkollegen ausfindig zu machen. Doch das ist nicht ganz so leicht, hat man sich doch über die Jahre aus den Augen verloren.
Entgegen der sonstigen Romane von Laurain hat es diesmal ein wenig gedauert, bis ich in die Handlung hinein fand. Das Buch startet ruhig und bedächtig, enthält aber schon auf den ersten Seiten dieses gewohnte Augenzwinkern und Schwelgen in alten Zeiten. Ganz klar im Fokus steht dabei natürlich das Thema Musik und die Achtziger Jahre. Aber auch Politik spielt hier eine große Rolle, wenn nicht sogar die Hauptrolle. Fast hat man den Eindruck, der Autor wollte sich mal was von der Seele reden. Besonders wenn man bedenkt, dass im Jahr 2016, als der Roman in Frankreich erschien, Präsidentschaftswahlen anstanden.
Das spiegelt sich vor allem in den Protagonisten wieder, die hier die verschiedensten Fraktionen und Richtungen wiederspiegeln. Insgesamt mochte ich Laurains Charaktere wieder ganz gerne, bei manchen aber fiel es mir schwer, Bezug aufzubauen, zu blass blieben sie. Besonders Alain, dem man lt. Klappentext ja eine wichtige Rolle zuordnet, bleibt zu distanziert im ganzen Buch. Das ist aber zum Glück nicht bei allen Figuren so, und so flog mein Leserherz hier anderen Personen zu.
Hat man erst einmal in die Geschichte hinein gefunden, nimmt diese dann nach dem ersten Drittel richtig Fahrt auf und das Buch ließ sich nicht mehr aus der Hand legen. Mit Witz und Esprit spitzt sich die Geschichte nach und nach zu, um dann in einem großen, knalligen Finale und einem Augenzwinkern den Leser wieder zurück zu führen.

Fazit:
Ein wenig ungewohnt war er schon, der neue Roman von Antoine Laurain. Sehr politisch, zu Anfang ein wenig schwermütiger, aber doch kommt so nach und nach der Charme seiner Bücher wieder durch und tröstet ein wenig darüber hinweg, dass der Figurenausbau bei einigen diesmal etwas schwammiger ausgefallen ist.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Atlantik Verlag für das Rezensionsexemplar.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

erzählungen, pita, hummu, brunch, frühstüc

Molly's Kitchen - Stadt, Land, Genuss – vom Glück, zu kochen und zu genießen

Molly Yeh
Fester Einband
Erschienen bei Südwest, 04.09.2017
ISBN 9783517096223
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rezension Molly Yeh - Molly's Kitchen - Stadt, Land, Genuss – vom Glück, zu kochen und zu genießen (Kochbuch)

Klappentext:
Molly Yehs mehr als 120 leckere Rezepte erkunden das saisonale Angebot und bringen einen neuen Dreh in Gerichte, die satt und glücklich machen. Dabei reicht die Auswahl von raffinierten Frühstücksideen über Wohlfühlsuppen und sättigende Hauptgerichte bis hin zu bunten Desserts und saftigen Kuchen. Wie auf ihrem preisgekrönten Blog »My Name ist Yeh« streut sie zwischen ihre genialen Rezeptideen immer wieder urkomische Geschichten aus dem einstigen Leben in der Stadt und dem jetzigen auf der Farm ihres Mannes.

Meinung:
Neben Buchblogs stöbere ich immer gerne auch auf Koch- und Backblogs vorbei. Ich koche und backe richtig gerne, und lasse mich gerne zu neuen Sachen inspirieren. Besonders schön finde ich es, wenn dann Kochblogger so erfolgreich sind, dass sie sogar eigene Bücher veröffentlichen können.
In diesem Fall liegt mir nun das Buch der Bloggerin Molly Yeh vor. Sympathisch schaut sie mich vom Titelblatt an und schon auf den ersten Seiten merke ich, dass sie nicht nur sympathisch aussieht, sondern auch viele schöne Geschichten zu erzählen hat. Geschichten über sich, über ihre Familie, über ihren Mann, ihr Leben und ihren Werdegang. Und garniert wird das ganze mit vielen abwechslungsreichen Gerichten. Über Frühstück, Snacks, Mittag- und Abendessen bis hin zu Nachtischen und Gebackenen, die Rezeptauswahl ist vielfältig.
Beim Durchblättern stellte ich schnell fest, dass die Rezepte viele Einflüsse aus der jüdischen Küche haben. Interessant sind Mollys Variationen, die sie für klassische Standard-Rezepte ausgewählt hat.
Zum Probekochen hatte ich mich für die typisch amerikanischen "Maccaroni mit Käse" entschieden, hier mit karamellisierten Zwiebeln. Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet und die Arbeitsschritte nachvollziehbar erklärt. Man sollte sich aber unbedingt die Rezepte vorher einmal durchlesen, damit man schon mal weiß, was man wann machen soll und eine Ahnung von den Arbeitsschritten erhält. Das reichhaltige Rezepte war gut umzusetzen und geschmacklich sehr lecker. Mein Mann und meine Söhne waren begeistert. Demnächst wird es dieses Gericht wohl öfters bei uns geben.
Besonders gut gefallen hat mir, dass es zu jedem Rezept eine persönliche Anekdote der Autorin gibt. Das macht das Buch sehr persönlich und bringt einem die Bloggerin näher. Die Bilder sind sehr ansprechend und die Rezepte und Texte der Autorin werden mit der einen oder anderen Grafik und Skizze ergänzt, was das Buch sehr schön auflockert, ohne es zu überladen.
Auch die Auswahl der Zutaten hat mir gefallen. Kaum trifft man hier auf exotische Lebensmittel, denn Molly arbeitet mit dem, was es bei ihr auf dem Land zu kaufen bekommt. Da hat man auch hier bei uns keine Schwierigkeiten, die passenden Zutaten zu besorgen.

Fazit:
Molly's Kitchen ist ein wirklich schön gestaltetes und persönliches Kochbuch, das nicht nur leckere Rezepte enthält, sondern auch viel Persönlichkeit mitbringt. Die Rezepte sind sehr amerikanisch bzw. jüdisch und bilden somit einer stärkeren Kontrast zu unseren typischen deutschen Kochbüchern. Eine schöne Ergänzung somit im Kochbuchregal. Inspirierend und ansprechend.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Südwest Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(209)

583 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 166 Rezensionen

zukunft, lügen, geheimnisse, intrigen, liebe

Beautiful Liars - Verbotene Gefühle

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.10.2017
ISBN 9783473401536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Rezension Katharine McGee - Beautiful Liars: Verbotene Gefühle

Klappentext:
New York, 2118: Die wunderschöne Avery lebt im Penthouse des höchsten Gebäudes der Welt. Doch ihr scheinbar perfektes Leben wird durch ein dunkles Geheimnis bedroht. Denn hinter der glitzernden Fassade verbirgt sich ein gefährliches Netz aus Lügen.

Meinung:
Ende August erhielt ich eine Einladung zur Beautiful Liars Party. Neugierig geworden auf das Buch, dass ich so erst mal nicht auf dem Schirm hatte, folgte ich der Einladung und stieg schon bald nach dem Erhalt des Romans in die Geschichte ein.
In einer nicht zu fernen Zukunft hat sich technisch einiges getan. Ein Meilenstein der Geschichte sind Mega-Hochhäuser, die quasi eine eigene Stadt beherbergen. Oben im Turm leben die Reichen, unten die Armen. Zu den obersten Tower-Bewohnern gehört auch die schöne Avery, die in der 1000. Etage das Penthouse bewohnt. Zu ihrem Freundeskreis zählen auch Leda und Eris, ebenfalls vermögend und priviligiert. Doch auch der technikbegabte Watt, sowie die junge Rylin, die als Putzfrau sich etwas dazu verdient, werden in die tödliche Intrige in diesem Roman verstrickt. Denn gleich zu beginnt stürzt ein Mädchen von dem Turm, doch wer es ist, dass muss sich im Verlauf des Buches zeigen.
Man merkt der Geschichte an, dass die Autorin Erfahrung mit Drehbüchern und Serien hat, denn geschickt wechselt sie zwischen den betreffenden Protagonisten und entspinnt nach und nach ein Geflecht von Geheimnissen, Intrigen und Wahnvorstellungen. Das hat aber leider auch zur Folge, dass die Charaktere hier sehr stereotyp und klischeebehaftet sind. Trotzdem sind die Figuren gut ausgearbeitet, so dass man sich ohne große Schwierigkeiten mit ihnen identifizieren und ihre Probleme und Gefühle nachvollziehen kann.
Auch an Spannung lässt der Roman nichts vermissen. Das Rätsel um das tote Mädchen, die Intrigen, die hier gesponnen werden und die Geheimnisse, in die sich die beteiligten Verstricken, lassen keine Langeweile aufkommen. Die doch recht kurzen Kapitel lassen die etwas über 500 Seiten förmlich dahinfliegen. Am Ende möchte man am liebsten direkt weiterlesen, doch wir deutschen Leser müssen uns noch bis zum Sommer 2018 gedulden, bis die Geschichte weitergeht.

Fazit:
Beautiful Liars - Verbotene Gefühle hält nicht nur ein schön durchdachtes Zukunftsszenario bereit, es ist auch spannend konstruiert und geschickt verwebt. Zwar sind die Protagonisten hier doch sehr klischeebehaftet, auf die Lesefreude hat das aber kaum Einfluss und auf die Spannung der Geschichte erst recht nicht.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Ravensburger Verlag für das Rezensionsexemplar.

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371 Bibliotheken, 27 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

illuminae, jay kristoff, amie kaufman, liebe, science fiction

Illuminae

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423761833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Rezension Amie Kaufman & Jay Kristoff - Illuminae: Die Illuminae-Akten 01

Klappentext:
Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando.

Meinung:
Ein Blick in die sozialen Medien der Buchblogger und Jugendbuchliebhaber zeigt: an Illuminae kommt man kaum vorbei. Doch ist der Hype um diese Trilogie gerechtfertigt?
Allein die Auffmachung des Buchs ist ungewöhnlich und besonders. Das Buch wirkt wie eine Zusammenstellung von ausgedruckten Datensätzen, inkl. Skizzen, Grafiken und ungewöhnlichen Formaten.
Und in diesen Berichten lernen wir die Protagonisten Kady und Ezra kennen. Beide leben auf einem kleinen Planeten, auf dem sich eine nicht ganz legale Abbau-Station eines wichtigen Werkstoffes befindet. Kady hat gerade mit Ezra Schluss gemacht, als der Planet von der BeiTech Corporition angegriffen wird. Kady und Ezra gelingt es, vom Planeten zu fliehen und Zuflucht auf der Alexander, bzw. dem Begleitschiff Hyperia zu finden. Doch die Gefahr ist nicht vorbei. Das Hauptschiff ist beschädigt und kann keinen Hyperraumsprung machen, die KI dieses Schiffes ist beschädigt und nimmt merkwürdige Formen an, außerdem ist der Feind ihnen noch immer auf den Fersen und eine gefährliche Krankheit breitet sich aus.
Trotz dass man Kady und Ezra nur aus Berichten und Chat-Aufzeichnungen kennen lernt, erhält man als Leser doch ein erstaunlich gutes Bild von beiden. Zwar bleibt es nicht aus, dass letztendlich doch etwas Tiefe bei den Protagonisten fehlt, am Lesespaß macht sich das aber nicht bemerkbar.
Denn gerade dies ungewöhnliche Erzählform sorgt für viel Dynamik und Spannung im Buch. Auf den knapp 600 Seiten kommen so gut wie keine Längen vor, viele Actionsequenzen sorgen für nervenzehrende Spannung bis zur letzten Seite. Der Hauptfokus liegt in diesem Buch aber auf der Flucht und die Rettung der Menschen. Dadurch bleiben manche Hintergründe, wieso und weshalb es zu dem Fiasko kam, ein wenig auf der Strecke und geraten fast schon zur Nebensache. Natürlich ist mir klar, dass die Autoren das wahrscheinlich bewusst gemacht haben, um sich diesem Thema dann in Band 2 und 3 mehr zu widmen, ein wenig Schade fand ich es trotzdem.

Fazit:
Illuminae sticht nicht nur mit seiner ungewöhnlichen Aufmachung heraus, es unterhält auch richtig gut und ist spannend bis zur letzten Seite. Ein wenig stereotyp sind zwar die Protagonisten ausgefallen und es fehlt ihnen ein wenig an Tiefe, was aber auch ein wenig der Erzählform geschuldet ist. Actionreich und fesselnd lässt das Buch einen die Geschichte wie ein Film vor dem inneren Auge ablaufen. Ich kann es kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den DTV Verlag für das Rezensionsexemplar.

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409 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

nachtblumen, liebe, carina bartsch, sylt, trauma

Nachtblumen

Carina Bartsch
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499291081
Genre: Liebesromane

Rezension:

Rezension Carina Bartsch - Nachtblumen

Klappentext:
Auf jede Nacht folgt ein Tag
Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es manchmal nicht so verdammt schwer. Jana schläft am liebsten unter dem Bett. Collin friert gerne. Jana wünscht sich vertraute Menschen um sich herum. Collin möchte mit anderen Leuten nichts zu tun haben. Auf Sylt begegnen sich die beiden in einem Wohnprojekt und leben für die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer. Da ist eine Mauer, die sie trennt. Und eine Tür, die sie verbindet.
Nach den Bestsellern «Kirschroter Sommer» und «Türkisgrüner Winter» erzählt Carina Bartsch hier eine sehr berührende Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern: gefühlvoll, authentisch, atmosphärisch.

Meinung:
Als ich damals Kirschroter Sommer las, war ich so angetan von der Geschichte und dem Erzählstil, dass ich mir direkt auch den Nachfolger Türkisgrüner Winter zulegen musste. Nun hat die Wartezeit endlich ein Ende und ein neuer Roman von Carina Bartsch liegt in meinen Händen.
Diesmal führt uns die Geschichte nach Sylt. Dort tritt Jana eine Lehre in einem Architekturbüro an. Dabei ist sie teil eines Sozialprojekte und nur eine von 5 jungen Menschen, die zusammen wohnen. Auch der verschlossene Collin lebt dort, Tür an Tür mit Jana. Nach und nach lernen die beiden sich näher kennen und trotz der Mauern, die beide um sich herum hochgezogen haben, kommen sie sich näher. Doch lässt sich die Vergangenheit und darin Erleidetes nicht einfach abstellen und sich zu öffnen ist manchmal schwerer, als man meint.
Jana ist eine sehr introvertierte Person. Sie ist verschlossen, schüchtern, gibt kaum etwas von sich preis und als Leser wird man neugierig auf ihre Geschichte. Diese deckt Carina Bartsch nach und nach auf, behutsam, ruhig, emotional und mit sehr viel Fingerspitzengefühl. Das macht Nachtblumen natürlich sehr tragisch, aber auch sehr langsam. Stellenweise hatte ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten, in der Handlung nicht voranzukommen und mich langsam zu langweilen.
Denn auch mit der Beziehung zu Collin geht die Autorin so behutsam vor. Das passt zwar grundsätzlich hervorragend zu ihren Charakteren, denn ein schnelles verlieben hätte an dieser Stelle einfach nicht gepasst, trotzdem kann sie es nicht verhindern, das der Schwung aus der Geschichte genommen wird. Der Erzählstil ist wie gewohnt schön und einfühlsam, kann aber über die immensen Längen im Roman nicht hinwegtrösten. Und so muss sich der Leser hier leider gedulden, bis sich ihm nach und nach der Roman öffnet. Mir persönlich ging das alles zu langsam und der Lesespaß ging mir zu sehr verloren.

Fazit:
Nachtblumen beinhaltet eine sehr berührende Geschichte, die sich leider sehr langsam entfaltet und nach und nach den Schwung verliert. Zwar kann die Autorin sehr schön und einfühlsam erzählen, leider ist es an dieser Stelle einfach zu zäh geraten.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

kinderbuch, freundschaft familie, freundschaft, angst, kindergarten

Luna und der Katzenbär gehen in den Kindergarten

Udo Weigelt , Joëlle Tourlonias
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei cbj, 22.05.2017
ISBN 9783570173718
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Rezension Udo Weigelt - Luna und der Katzenbär gehen in den Kindergarten

Klappentext:
Luna ist ganz aufgeregt – ihr erster Tag im Kindergarten! Schnell lernt sie neue Freunde kennen, mit denen sich auch gut zusammen spielen lässt. Karlo gefällt das gar nicht. Als er dann auch noch beim Mama-Papa-Kind-Spiel mitmachen muss, beschließt er, Luna von nun an lieber alleine in den Kindergarten gehen zu lassen. Doch da verabredet sich Luna mit Carola – bei ihm Zuhause!

Meinung:
Im nunmehr 4. Abenteuer von Luna und Katzenbär Karlo steht für beide einer Lebensabschnitt bereit: Der Kindergarten. Luna freut sich schon sehr, wieder einen Kindergarten zu besuchen. Karlo aber sieht der Sache eher skeptisch entgegen. Warum sollte Luna zum Spielen in einen Kindergarten gehen, wenn sie doch mit ihm spielen kann? Und offensichtlich muss er dort auf Luna auch nicht aufpassen, schließlich freundet sie sich ja ruck zuck mit Carola an. Nun ja, dass Luna in den Kindergarten geht, akzeptiert er dann doch, aber als Luna Carola zu sich nach Hause zum Spielen einlädt, hört der Spaß für Karlo auf.
Als ich meinen Kindern den vierten Band von Luna und Karlo gezeigt habe, war kein Halten mehr zu finden für die zwei. Ich musste die Geschichte direkt vorlesen und wieder einmal haben sie sich sehr über die liebevolle Geschichte amüsiert. Diesmal widmet sich Udo Weigelt dem Thema Freundschaft und Freunde teilen. Schließlich kommt für jedes Freundespaar der Tag, an dem man auch mit anderen Kindern spielen möchte. Wie schwierig das für den anderen dann ist zu akzeptieren, zeigt Udo Weigelt hier.
Natürlich ist nicht nur die Geschichte wieder kindgerecht und altersentsprechend, auch die Zeichnungen bestechen und machen die Kinderbuch-Reihe zu einem wahren Augenschmaus und optischen Highlight im Bücherregal. Die Länge des Buchs ist angemessen für eine lange Gute-Nacht-Geschichte und der Schreibstil ist altersgerecht und ansprechend.

Fazit:
Das Wiedersehen mit Luna und Karlo hat erneut unheimlich viel Spaß gemacht. Die liebevollen Zeichnungen und die schöne, altersgerechte Geschichte laden zum Vorlesen und Entdecken ein.
Von uns gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den cbj Verlag für das Rezensionsexemplar.

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91 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

rezension, erika johansen, heyne, fantasy, verbündete

Die Königin der Schatten - Verbannt

Erika Johansen , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.06.2017
ISBN 9783453315884
Genre: Fantasy

Rezension:

Rezension Erika Johansen - Die Königin der Schatten: Verbannt (Band 3)

Klappentext:
Kelsea Glynn hat sich als wahre Herrscherin erwiesen. Um ihr Land vor einer schrecklichen Invasion durch das Nachbarreich Mortmesne zu schützen, hat sie sich in die Hände ihrer größten Feindin begeben: der Roten Königin. Doch damit nicht genug, die Rote Königin ist inzwischen auch im Besitz von Kelseas wertvollen Saphiren. Sollte es ihr gelingen, sich deren Magie zu bemächtigen, ist ganz Tearling dem Untergang geweiht. Während Mace als Regent auf dem Thron von Tearling fieberhaft an einem Plan arbeitet, um Kelsea aus den Kerkern der Roten Königin zu befreien, kommt es im finsteren Mortmesne zum finalen Showdown zwischen den beiden Königinnen …
Meinung:
Achtung! Dritter Teil einer Reihe - Spoilergefahr!
Wie habe ich mir nach Beenden des zweiten Bands nach dem finalen Teil der Reihe gesehnt, so sehr wollte ich wissen, wie es weitergeht. Nun endlich liegt der dritte und letzte Teil vor und mit einem etwas bangen, aber freudigen Gefühl schlug ich das Buch auf.
Recht schnell war ich auch wieder in Tearling und Mortmesne angelangt und in die Geschichte eingetaucht. Nahezu nahtlos setzt Verbannt an Verflucht an. Kelsea befindet sich in der Gefangenschaft der roten Königin, ihre Saphire sind für sie unerreichbar und eine noch größere Bedrohung als die rote Königin bedroht die gesamte Menschheit, den Kelsea hat ein Wesen namens "Die Waise" befreit, deren Schrecken größer ist, als sie je Gedacht hat.
Viele Handlungsstränge gilt es hier zu schließen. Da ist zum einen die Bedrohung der roten Königin, dann die der Waisen, die eine Armee von untoten und unbezwingbar scheinenden Kindern auf die Menschen loslässt. Außerdem will die Kirche Kelseas Herrschaft ebenfalls zu Fall bringen und immer wieder bekommt Kelsea Einblicke in die Vergangenheit und Vorgeschichte Tearlings, die mit für das aktuelle Geschehen verantwortlich sind.
Kelsea hat man in den letzten beiden Büchern schon sehr gut kennen gelernt, hier muss sie sich nun bewähren und zeigen, in welche Richtung sie sich entwickeln will. Dafür erhält man aber auch noch ein wenig mehr Einblick in die Figur der roten Königin und einige weitere Charaktere, die Maßgebend für die Entwicklung der Handlung sind.
Ich bin von Erika Johanssens Ideenreichtum immer noch beeindruckt, auch wenn Verbannt leider nicht das stärkste Buch der Trilogie ist. Stand in den beiden Vorgängern noch das Thema Feminismus stark in der Thematik, lässt Erika Johansen das Thema in diesem Buch weitestgehend außen vor. Ich fand es persönlich sehr schade, dass sie das Thema nicht wieder aufgegriffen hat, dass ihre Reihe so besonders machte. Doch die Geschichte wird insgesamt zu einem guten Abschluss gebracht, alle offenen Fragen dadurch beantwortet und in der Summe hat die Reihe mich sehr zum Nachdenken angeregt. Auch der dritte Teil ist gut geplottet, fesselnd erzählt und durch die wechselnden Perspektiven erhält man einen guten Überblick über alle Geschehnisse.

Fazit:
Die Königin der Schatten - verbannt bildet einen spannenden und soliden Abschluss der Reihe. Zwar hatte ich zum Ende hin ein wenig den Eindruck, dass sich die Ereignisse etwas überschlagen und auch das Thema Feminismus ist leider nicht mehr so präsent, die Trilogie hat mich aber nachhaltig beeindruckt und wird mir in sehr guter Erinnerung bleiben.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

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411 Bibliotheken, 4 Leser, 6 Gruppen, 38 Rezensionen

kunst, musik, künstler, leid, medien

Vincent

Joey Goebel , ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 27.03.2007
ISBN 9783257236477
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Joey Goebel - Vincent

Klappentext:
Wußten Sie, daß große Popsongs und Filme von einem unglücklichen, aber genialen Künstler stammen? Und damit einem solchen die Ideen nicht ausgehen, sorgen in diesem Roman ›Beschützer‹ dafür, daß ihm ständig neues Leid widerfährt. Denn das ist der Rohstoff, aus dem wahre Kunst entsteht. Bringt das Genie das Kunststück fertig, trotzdem ein glücklicher Künstler zu werden? Vincent – ein Chamäleon von einem Roman, der als Satire beginnt, sich in einen bizarren Alptraum verwandelt und am Ende zu Tränen rührt.

Meinung:
Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wo ich zum ersten Mal über dieses Buch gestolpert bin. Fest stand aber, dass ich es unbedingt lesen wollte. Also kaufte ich das Buch, legte es zur Seite, weil ich noch was anderes damals las, und vergaß das Buch auf meinem SuB. Ein folgenschwerer Fehler, wie ich nach den ersten Seiten feststellen musste, denn einmal kurz reingelesen, ließ mich die Geschichte von Vincent und seinem Manager Harlan nicht mehr los.
Vincent kommt aus ärmlichen Verhältnissen, seine Mutter bekommt ein Kind nach dem anderen, hat wechselnde Partner, nimmt Drogen und Alkohol in rauen Mengen zu sich. Eher verwunderlich, dass Vincent sich als überaus intelligent, kreativ und schriftstellerisch talentiert entpuppt. Doch sein Talent wird von der New Renaissance Academy entdeckt und Vincent wird dort aufgenommen und gefördert. Leitidee der Academy ist es, dass sich die Kreativität aus Leiden entwickelt. Und so sorgt die Academy dafür, dass Vincent immer leidend ist, kein Glück findet und so immer bessere kreative Werke schafft. Der Plan geht zunächst auf, doch Vincent wächst seinem Manager Harlan immer mehr ans Herz. Kann er es da verantworten, dass Vincent nie das Glück finden soll?
Die Geschichte klingt reichlich abgedreht, und das ist sie auch. Doch sie ist einfach unterhalten, bissig und absolut berührend. Joey Goebel hat nicht nur eine bissige Gesellschaftssatire geschrieben, sondern auch eine scharfe Kritik an der Unterhaltungsbranche, Hollywood und den Musikschaffenden. Seine Figuren sind liebevoll und detailliert skizziert und man schließt sie einfach nur ins Herz.
Der Schreibstil ist großartig, eingängig und frisch. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass die Seiten förmlich nur so dahin fliegen und man verfolgt mit Spannung Vincent und Harlans Leben. Viel zu schnell war ich durch dieses Buch durch und habe es mit einem sehr wehmütigen Gefühl beendet, die Figuren nun schon verlassen zu müssen.

Fazit:
Vincent ist ein großartiges Stück Literatur und auch ich kann mich den begeisterten Stimmen zu diesem Buch anschließen. Mitreißend geschrieben, unterhaltsam, berührend, bissig und bewegend. Vincent ist ein Buch, das man gelesen haben sollte!
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

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belletristik / jugendbuch

Marlena

Julie Buntin , Eva Bonné
Fester Einband
Erschienen bei Eichborn , 21.07.2017
ISBN 9783847900276
Genre: Romane

Rezension:

Rezension Julie Buntin - Marlena

Klappentext:
Die fünfzehnjährige Cat ist neu in der Stadt, einsam und unglücklich - bis sie ihre Nachbarin kennenlernt, die wunderschöne und unberechenbare Marlena. Eine Freundschaft beginnt, voller Versprechungen, intensiv und gefährlich wie die Jugend selbst: erste Drinks, erste Zigaretten, erste Küsse. Marlena aber wird immer riskanter – und Cat wird ein Versprechen brechen, das sie jetzt, Jahrzehnte später, einholen wird.
Die atemberaubende Geschichte zweier Mädchen und einem Jahr im ländlichen Michigan, das die eine ihr Leben kosten wird und die andere für immer verändern.

Meinung:
Für die 15-jährige Cat ist das Leben gerade nicht leicht. Ihre Eltern haben sich getrennt, sie müssen umziehen und Cat sich von ihrer besten Freundin und dem Leben auf der Wunschschule verabschieden. Kein Wunder, dass sie gerade in dieser schwierigen Phase der Pubertät empfänglich für Schwierigkeiten ist. Mit dem Moment, wo sie die 17-jährige Nachbarstochter Marlena kennen lernt, ändern sich für Cat alles. Sie vergöttert Marlena, fängt an, Drogen und Alkohol zu nehmen und die Schule zu schwänzen. Doch die Freundschaft hält nicht ewig und Marlena stirbt. Nun sind fast zwei Jahrzehnte seit dem Unglück vergangen und Cat scheint ihr Leben auf die Reihe bekommen zu haben. Doch der Schein trügt und unter der Oberfläche lässt Cat die Vergangenheit immer noch nicht los.
Obwohl man von Anfang an weiß, wie das Buch ausgehen wird, lässt einen die Geschichte nicht kalt und ich habe mit Spannung verfolgt, wie Cat und Marlena immer tiefer abrutschen und sich die Tragödie nach und nach anbahnt. Doch so ausführlich die Vergangenheit geschildert wird, in der auch ich mich in so vielen Punkten wiederfinden konnte (weniger mit den Drogen, sondern mehr in dem ganzen drum herum), so waren es doch die Passagen der Gegenwart, die zwar kurz waren, mich am meisten berührt haben.
Cat und Marlena sind gut ausgearbeitete Protagonisten. Gerade meine Generation, die nun in den 30ern ist, wird sich hier des Öfteren wiederfinden. Man erlebt erste Male, erste Küsse, erste Zigaretten mit den Mädchen. Das Internet wird immer mehr zum Medium, YouTube noch jung und Smartphones noch nicht erfunden, dafür aber werden viele SMS verschickt. Ich fühlte mich durch die beiden Mädchen immer wieder an meine eigene Jugend erinnert, auch wenn sie insgesamt mit mir nicht viel gemeinsam hatten.
Julie Buntin Schreibstil, der hier von Eva Bonné übersetzt wurde, ist eingängig und fesselnd. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an fasziniert und gefesselt, der Handlungsverlauf ist gut geplottet und spannend umgesetzt, so dass sich das Buch flüssig lesen lässt.

Fazit:
Marlena entführte mich als Leser zurück in meine eigene Jugend, auch wenn diese nicht ganz so dramatisch verlief, wie die von Cat und Marlena hier im Buch. Die Geschichte um eine junge Freundschaft in Zeiten von Umbrüchen und Erwachsen werden bewegt und zeigt, wie prägend diese für das restliche Leben sein kann.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

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