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136 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

liebe, garten, gärtnern, gegen liebe ist kein kraut gewachsen, tod

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen

Abbi Waxman , Katharina Naumann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.03.2017
ISBN 9783499272769
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Die Kunst, die Radieschen von oben zu sehen
Wer hat schon Lust, einen Gemüsegarten umzugraben? Lilian jedenfalls nicht. Sie hat mit ihrem Job, den beiden kleinen Töchtern und dem Kummer um ihren verstorbenen Mann genug zu tun. Danach fragt ihre Chefin jedoch nicht und meldet sie beim Gärtnerkurs eines wichtigen Kunden an. Der ist gar nicht mal so unsympathisch. Und Lilian ist verblüfft, was sie da auf dem Acker alles ausgräbt: Würmer, Lebensfreude, Baumwurzeln, Plastikfeen, Unkraut, Freunde, Radieschen, einen ziemlich großartigen Mann, und den Mut, sich neu zu verlieben …

Meinung:
Gerade im Frühling beginnt ja wieder die Garten-Saison. Es zieht die Menschen nach draußen und in die Natur. Oder in den eigenen Garten. Oder den Balkon. Oder den Park. Denn wenn alles grünt und blüht, da fühlt man sich gleich viel beschwingter.
In Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen lernen wir die Illustratorin Lilian kennen. Die Mutter zweier kleiner Töchter ist verwitwet und lebt ein solides Leben in Los Angeles, auch wenn sie den Tod ihres Mannes immer noch nicht ganz verarbeitet hat. Als ihre Chefin sie für einen Gärtnerkurs anmelden, den sie für Recherchezwecke besuchen soll, lernt sie, neben den anderen interessanten Teilnehmern, auch den Kursleiter Edward kennen. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, doch ist Lilian wirklich schon bereit für eine neue Liebe?
Schaut man sich den Titel des Romans an, könnte man hier eine reine Liebesgeschichte erwarten. Doch der Fokus liegt in diesem Buch eher auf Lilians Geschichte und Entwicklung. Ihre Trauerarbeit, ihr Leben und ihre Familie nehmen deutlich mehr Raum ein, als die Liebesgeschichte. Diese ist zwar auch vorhanden, umspielt aber mehr die anderen Bereiche. Mir persönlich hat das unheimlich gut gefallen, denn Lilian ist eine tolle Protagonistin. Ihre Sichtweise ist pragmatisch, teils sarkastisch und verdammt lebensnah, denn ich habe mich oft in ihren Handlungsweisen und Gedanken wieder gefunden.
Der Tonfall im Buch ist sehr humorvoll, voller Witz und Sarkasmus und gibt dem Buch die nötige Heiterkeit, um den Leser mit dem eher schweren Thema der Trauerarbeit nicht zu sehr zu belasten. Leider schießt die Autorin an manchen Stellen mit ihrem Humor etwas zu sehr über das Ziel hinaus, so dass manch emotional wichtige Passe im Buch fast schon belanglos wirkt. Da hatte man nicht den Eindruck, dass z. B. der Verlust des Arbeitsplatzes die Figuren hier groß stört.
Trotzdem ist der Roman wundervoll kurzweilig und wird in der ersten Person erzählt. Die Kapitel sind teilweise recht lang, aber gut unterteilt. Übersetzt wurde das Buch von Katharina Naumann. Neben der eigentlichen Geschichte gibt es auch noch unheimliche viele Ratschläge und Tipps rund um das Thema Garten und Pflanzen. So ist das Buch nicht nur ein Unterhaltungsroman, sondern auch noch ein kleiner Gartenratgeber. Wer also wissen will, wie man z. B. Tomaten anpflanzt, wird hier ebenfalls fündig.

Fazit:
Gegen die Liebe ist kein Kraut gewachsen ist ein sehr humorvoller, unterhaltsamer Roman für einen schönen Frühlingstag. Nette und sympathische Charaktere, eine solide und einnehmende Geschichte und noch so mancher Gartentipp sorgen für angenehme Lesestunden. Und dafür, dass man am liebsten den Garten umgraben möchte, um selber Gemüse anzupflanzen.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(143)

241 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 109 Rezensionen

pferde, polo, nacho figueras, liebe, tierärztin

Die Wellington-Saga - Versuchung

Nacho Figueras , Jessica Whitman , Veronika Dünninger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.05.2017
ISBN 9783734103728
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Champagner und Jetset interessieren die junge und kluge Tierärztin Georgia nicht. Daher stimmt sie wenig begeistert zu, ihren besten Freund zu einem der glamourösen Reitturniere in Wellington, Florida, zu begleiten. Ausgerechnet Alejandro, der unglaublich attraktive älteste Sohn des mächtigen Del Campo Clans, wirft dort ein Auge auf sie und zieht sie wie ein Sturm in eine Welt, in die Georgia so gar nicht zu passen scheint. Doch er ist kein Mann, der ein Nein akzeptiert ...

Meinung:
Liest man sich den Klappentext durch, fühlt man sich direkt in eine Telenovela versetzt. High-Society und Jetset, Liebe und Intrigen, Macht und Habgier. Davon findet sich in der Wellington-Saga jede Menge. Die Tierärztin Georgia wird von ihrem besten, schwulen Freund nach Wellington eingeladen, denn dort ist gerade ein berühmtes Polo-Turnier zugange. Dort angekommen lernt sie den äußerst attraktiven Polo-Spieler Alejandro kennen. Zwischen den beiden funkt es gewaltig, doch auch viele Missverständnisse und Missgünste von anderen Seiten stehen den zweien im Weg.
Nacho Figueras Protagonisten sind ganz nett und durchaus sympathisch, aber sehr klischeebehaftet. So ist Georgia eine bodenständige junge Frau, die sich mit wenig begnügt und der Luxus fern liegt. Dafür ist sie tierlieb und nicht umsonst auch Tierärztin geworden. Alejandro ist natürlich ein heißer, rassiger Argentinier, der sich um das Familienunternehmen kümmern muss und unter dem Verlust seiner Frau leidet. Ehrlich gesagt haben mich die Protagonisten nicht ganz überzeugen können. Zu schnell ging mir manch Stimmungswechsel, zu vage waren mir manche Handlungsweisen und insgesamt fand ich so manche Intrige zu schnell abgehandelt.
Das macht sich dann leider auch bei der Handlung bemerkbar. Nancho Figueras führt seine Leser zügig durch die Handlung. Manchmal schon ein wenig zu zügig. Und wenn es dann mal zwischen Georgia und Alejandro funkt, entbrennt allzu schnell die Leidenschaft, nur um im nächsten Moment zu verpuffen, denn die Zweifel plagen entweder ihn oder sie... Ein oder zweimal mag das ja in Ordnung sein, auf die Dauer wurde es aber etwas ermüdend. Tiere mag ich sehr gerne, mit Pferden aber kann ich aber eher wenig anfangen. Pferde sind hier aber ein sehr großes Thema und kommen daher oft vor. Richtig oft, so dass ich schnell feststellen musste, dass ich vom Hintergrund her gesehen dann doch wohl die falsche Zielgruppe war. Denn ich glaube, wer selber reitet und sich in dem Reit-Metier besser auskennt, dem wird die Rahmenhandlung bestimmt besser gefallen. Sprachlich gibt es an der Geschichte nichts auszusetzen, da hat die Übersetzerin Veronika Dünninger gute Arbeit geleistet. Die kurzen Kapitel sorgen für einen guten Lesefluss und machen das Buch sehr kurzweilig. Das Buch wird abwechselnd aus Alejandros und Georgies Sicht in der Ich-Perspektive erzählt.

Fazit:
Ein wenig war ich wohl die falsche Zielgruppe für dieses Buch, denn aus Pferden und Reitsport mache ich mir persönlich nicht viel. Auch waren mir zu viele Klischees und zu viel Hin und Her im Roman. Das Buch ist zwar recht kurzweilig, ganz überzeugen konnte es mich aber leider nicht.
Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(10)

23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

indien, paris, sommerroman, familie, gefühle

Monsieur Thomas und das Geschenk der Liebe

Gilles Legardinier , Doris Heinemann
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.03.2017
ISBN 9783442485314
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Als der Arzt Thomas Sellac erfährt, dass er eine inzwischen 20-jährige Tochter hat, fällt er aus allen Wolken. Wie soll er Emma nach so langer Zeit ein guter Vater sein? Hals über Kopf kehrt er in seine Pariser Heimat zurück und nimmt einen Posten an, den keiner haben will, um in Emmas Nähe zu leben: Er wird Direktor eines kleinen Altenheims mit nur fünf schrulligen Bewohnern und der wunderbaren Krankenschwester Pauline. Doch die älteren Herrschaften stellen sich als Glücksfall heraus – denn schnell kommen sie hinter das Geheimnis ihres liebenswürdigen Leiters und tun daraufhin ihr Möglichstes, um Vater und Tochter zu vereinen ...

Meinung:
Gilles Legardinier ist mit dafür verantwortlich, warum ich französische Literatur so mag. Auch in seinem neuen Roman Monsieur Thomas und das Geschenk der Liebe lässt der Autor wieder eine bunte Mischung an skurrilen Figuren aufeinander treffen.
Diesmal steht der Arzt Thomas im Mittelpunkt. Sein Leben lang hat er in Krisengebieten Menschen geholfen, nun kehrt er in seine Heimat zurück, denn er hat erfahren, dass er eine fast 20-jährige Tochter hat. Diese möchte er nun näher kennen lernen, doch wie nähert man sich jemanden, der einen nicht kennt? Ob seine Tochter Emma ihn überhaupt jemals vermisst hat? Thomas verfolgt Emmas Leben daher erst mal nur im Geheimen und versucht das Schicksal so zu lenken, dass es Emma gut geht. Dabei kommt ihm sein neuer Posten als Direktor eines kleinen Altenheims sehr entgegen, denn die rüstigen Senioren sind nicht nur immens neugierig, sondern auch tatkräftig in der Unterstützung bei Thomas Zielen.
Wie schon erwähnt sind Gilles Legardiniers Protagonisten wieder einmal etwas skurril, leicht spleenig aber sehr liebenswert in ihren jeweiligen Eigenheiten. Manchmal zerrt das aber auch ein wenig an den Nerven des Lesers, wenn so manche Figur übers Ziel hinauszuschießen scheint. Aber ich mochte die Figuren wieder einmal sehr und habe Thomas und seine Rentner und Mitmenschen ins Herz geschlossen.
Auch inhaltlich ist das Buch wieder ein Wohlfühlroman. Die Handlung ist originell, ein wenig vorhersehbar, aber wunderbar unterhaltsam. Der angenehme Schreibstil, hier übersetzt von Doris Heinemann, lässt das Buch kurzweilig und unterhaltsam werden. Die zum Teil sehr kurzen Kapitel sorgen für einen guten Lesefluss. Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person, wobei der Blickwinkel auf Thomas gerichtet bleibt.

Fazit:
Gilles Legardinier hat mit Monsieur Thomas und das Geschenk der Liebe wieder einmal einen Wohlfühlroman geschaffen, der mit einem feinen Humor, etwas überdrehten Protagonisten und einer schönen Geschichte punkten kann.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

fabelwesen, emu, panthasievoll, glück, kinderbuch

Der Wiederfrohmachvogel

Edward van de Vendel , Rolf Erdorf , Dieter Schubert , Ingrid Schubert
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.03.2017
ISBN 9783737354868
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:
Es gibt Tage, da geht alles schief. Man streitet sich mit seinen besten Freunden oder langweilt sich fürchterlich. Oder ist ganz alleine und findet alles blöd. Was für ein Glück, wenn dann der kunterbunte Wiederfrohmachvogel vorbeiflattert. Plötzlich ist allen wieder warm ums Herz und sie sehen die Welt mit anderen Augen. Auf australischen Traumpfaden begleitet der Betrachter die schlecht gelaunten Wombats, die gelangweilten Koalabären und die erschöpften Emus und Kängurus. Und sieht, wie der Wiederfrohmachvogel ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Und was ist das Geheimnis des Wiederfrohmachvogels? Er hat eine bezaubernde Familie. Die kleine bunte Schar von niedlichen fröhlichen kleinen Wiederfrohmachvögelchen gibt ihm Kraft, Zuversicht und immer wieder neuen Schwung. Nach den Bilderbuchklassikern wie ›Irma hat so große Füße‹oder ›Ein Krokodil unterm Bett‹ ist es dem Bilderbuchkünstlerduo wieder einmal gelungen mit ihren realistischen Illustrationen und der Mimik und Körpersprache der Protagonisten die atmosphärischen Stimmungen auf den Punkt zu bringen.

Meinung:
Es gibt Tage, da scheint alles schief zu laufen. Man ist selber nicht gut drauf, nichts gelingt, die Langeweile ist groß oder Sachen gehen kaputt. Wie schön ist es da, wenn man von jemand aufgemuntert wird. Diese Aufgabe übernimmt in diesem Kinderbuch der Wiederfrohmachvogel. Er sorgt z. B. dafür, dass sich die Koalas nicht mehr langweilen oder dass die Wombats etwas miteinander machen. Doch wer kümmert sich um den Wiederfrohmachvogel?
Die Geschichte bedarf nicht vieler Worte. Kurze Sätze und Absätze machen die Geschichte zu einem kurzweiligen Lesevergnügen, was gerade jüngeren Zuhörern entgegen kommt, die noch nicht so darin geübt sind, sich lange auf einen Text zu konzentrieren. Die liebevollen Zeichnungen, illustriert von Ingrid & Dieter Schubert, machen Spaß, diese anzusehen, leider sind sie recht detailarm, so dass man beim Entdecken der Szenen relativ schnell durch ist.
Inhaltlich ist die Geschichte zwar sehr kindgerecht, die Botschaft aber etwas versteckt. Das ist aber ein sehr guter Ansatz, dass sich Eltern und Kinder mit der Thematik beschäftigen und über das Buch hinaus darüber reden. Für pädagogische Einrichtungen liefert das Buch einen schönen Beitrag, für das heimische Kinderzimmer scheint es sich aber nicht ganz so gut zu eignen, sofern man hier nur nach einer kurzweiligen, unterhaltsamen Vorleselektüre sucht. Meine Kinder hatten persönlich wenig Interesse daran gezeigt, mit mir über den Inhalt und die Botschaft des Buchs zu sprechen. Zwar haben sie diese verstanden, um ihre Aufmerksamkeit aber genügend zu fesseln konnte dieses Buch leider nicht mithalten.

Fazit:
Der Wiederfrohmachvogel ist wunderschön illustriert, allerdings muss man sich mit dem Inhalt der Geschichte stark mit den Kindern auseinander setzen. Man sollte also Zeit und Lust mitbringen, mit den Kindern die Geschichte zu analysieren um die Botschaft des Buches zu interpretieren.
Von uns gibt es 3 von 5 Punkten.
Vielen Dank den Sauerländer Verlag für das Rezensionsexemplar.

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

kochbuch, rezepte, histaminfrei, laktosefrei, histaminintoleranz

Happy Healthy Food

Nathalie Gleitman , Klaus Arras , Liya Geldman , Katja Briol
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 17.03.2017
ISBN 9783954531264
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Unverträglichkeiten erkennen und heilen
Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten spitzen sich oft im Laufe des Lebens zu, wenn man sie missachtet. Jeder 10. Betroffene erkrankt irgendwann in einer Weise, dass er seine Ernährung konsequent umstellen muss. So erging es auch Nathalie Gleitman, der jungen deutsch-israelischen Marketing-Studentin und lebensfrohen Globetrotterin mit wechselnden Wohnsitzen in München, London und Tel Aviv. Aber auf alles einfach zu verzichten, kam für sie nicht infrage. Also setzte sie sich daran, aus der Not eine Tugend zu machen und aus gut verträglichen Lebensmitteln leckere, abwechslungsreiche Rezepte zu entwickeln, die zu ihrem Lifestyle passen und im Alltag Spaß machen. Ich habe diese Einschränkung gebraucht, um eine unglaubliche Vielfalt neu zu entdecken. Für mich war das ernährungstechnisch ein Glücksfall.
Ihre schwerwiegenden Beschwerden waren bereits nach wenigen Tagen abgeklungen. Schnell verbreiteten sich diese Nachrichten in den sozialen Medien. Unzählige Menschen baten sie plötzlich um ihre Hilfe und Rezepte. Den Betroffenen wieder Beschwerdefreiheit und vor allem Lebenslust zurückzugeben, war genau ihr Ding. Kurz entschlossen beendete sie ihr Studium mit dem Bachelor und sattelte konsequent um. Für ihr erstes Buch hat sie über 100 Rezepte entwickelt, die bei Histamin-, Gluten- oder Laktose-Intoleranz schnell helfen. Verschwinden die Beschwerden auch bei Ihnen bereits innerhalb weniger Tage, ist das ein deutlicher Hinweis auf eine mögliche Unverträglichkeit als Ursache ungeklärter Beschwerden.

Meinung:
Wird eine Lebensmittelunverträglichkeit festgestellt, schränkt sich die Auswahl der Produkte, die man essen kann, auf einmal immens ein. Auch die Autorin Nathalie Gleitman stand vor diesem Problem, doch statt sich der Liste mit den Lebensmitteln, die sie nicht mehr essen darf zu beschäftigen, schaute sie auf die Liste, die sie essen darf. Auf deren Grundlage entwickelte sie eine umfangreiche Sammlung an Rezepten für jede Gelegenheit, an der sie uns nun teilhaben lässt. Denn Nathalie ist der festen Meinung, dass man somit Beschwerden schon nach wenigen Tagen eindämmen bzw. beseitigen kann.
Gott sei Dank gehöre ich selber nicht zu den Menschen, die an einer Unverträglichkeit im Lebensmittelbereich leiden, doch trifft man selbst im Familienkreis immer öfter auf das Thema. Seit Anfang des Jahrs aber ist zuckerfrei in großes Thema für mich und gerade dadurch wurde Nathalies Buch für mich sehr interessant, denn auch sie verzichtet in ihren Rezepten auf handelsüblichen Haushaltszucker. Überhaupt heißt es bei ihr, frisch und natürlich zu kochen.
Wunderbar fand ich z. B. die Rezepte für Frucht-Aufstriche, die mit Chia-Samen angedickt und Honig gesüßt werden. Diese Version ist zwar nicht ganz so lange haltbar, wie mit handelsüblichem Gelierzucker hergestellt, dafür ist die Menge, die man hier herstellt auch nicht zu groß, so dass diese auch schnell aufgebraucht werden.
Nathalie Gleitman gibt über vielen Rezepten an, ob diese z. B. glutenfrei sind und führt im Falle einer Glutenunverträglichkeit direkt eine Alternative mit ein, falls doch Gluten enthalten ist. Die Zutatenliste ist übersichtlich gestaltet und die Zutaten lassen sich im Regelfall lokal besorgen. Die Arbeitsschritte sind einfach und verständlich erklärt, so dass man auch als Anfänger gut mitkommt.
Die Rezepte sind aufgeteilt zwischen Frühstück, Snacks, Salaten, gesunden Süßigkeiten, schnellen Rezepten und Rezepten für größere Runden, falls mal Freunde oder die Familie vorbei kommt. Neben den Rezepten erzählt Nathalie Gleitman aber auch über ihren Lebensweg, gibt Ratschläge und Hilfestellung, um seine Ernährung umzustelllen und klärt über die unterschiedlichen Arten von Lebensmittelunverträglichkeiten auf.
Insgesamt fand ich die Rezeptzusammenstellung ganz schön, allerdings merkt man dem Buch auch an, dass Nathalie Gleitman hier auch nur eine begrenztere Auswahl an Lebensmitteln zur Verfügung steht, was dann gerade bei den Hauptgerichten für nicht so große Abwechslung sorgt, außer in der Zubereitung. Deshalb sollte man hier darauf gefasst sein, viel mit Kokos oder Huhn zu arbeiten.

Fazit:
Happy Healthy Food ist sehr informativ, schön aufgemacht und recht umfangreich an Rezepten, auch wenn die Grundzutaten im Vergleich zu normalen Kochbüchern hier deutlich eingeschränkter ist. Aber auch ohne eine Lebensmittelunverträglichkeit bietet das Buch eine gute Inspirationsquelle, wenn man nach Büchern auf der Suche ist, die einen gesunden Lebensstil unterstützen.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Becker Joest Volk Verlag für das Rezensionsexemplar.

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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

dystopisch, roman, flop

Das Herz kommt zuletzt

Margaret Atwood , Monika Baark
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 03.04.2017
ISBN 9783827013354
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Wer wohnt schon gern in seinem Auto? Zumal, wenn marodierende Banden die Stadt beherrschen? Stan und Charmaine, ein nettes, normales Paar, durch die Wirtschaftskrise in Not geraten, werden immer verzweifelter. Eine Anzeige verspricht Rettung: das Positron Project, ein »soziales Experiment«, verspricht ein Leben in Sicherheit und geregelten Verhältnissen. Hastig unterschreiben sie, obwohl die Bedingungen eigenwillig sind - alle Bewohner der streng abgeschiedenen Stadt Consilience wechseln im Monatsturnus zwischen dem Status eines Gefangenen und dem eines Freien. Zunächst läuft alles bestens - auch wenn Charmaine und Stan, ohne dass der jeweils andere davon weiß, eine sexuelle Obsession für ihre Hauspartner entwickeln - also jene Leute, die ihr schmuckes Heim bewohnen, wenn sie selbst ihren Gefängnismonat absolvieren. Doch dann finden sich Charmaine und Stan durch einen »Buchungsfehler« in verschiedenen Zyklen wieder, und bald ist viel mehr gefährdet als nur ihre Ehe ...

Meinung:
Charmaine und ihr Mann Stan scheinen am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen zu sein. Arbeits- und obdachslos leben die zwei in ihrem Auto, immer auf der Flucht vor den Gangs der Stadt. Ein wenig Geld bringt einzig Charmaines Job als Kellnerin ein, doch für eine richtige Unterkunft reicht es nicht. Brauchbare Stellen gibt es nicht mehr und für einen Ortwechsel fehlt das Geld. Dann aber bietet sich für die beiden die Gelegenheit, sich einem Projekt zu verpflichten. Dort wird ihnen Obdach, Nahrung, Kleidung und Arbeit angeboten. Die Bedingungen sind ganz einfach: Einen Monat lang lebt man in einem zugewiesenen Haus mit allem Komfort, den anderen Monat verbringt man in einem Gefängnis. In der Zwischenzeit wird das Haus dann von einem Tauschpaar übernommen. Ein komfortables Leben, auch im Gefängnis, doch als Stan einen Hinweis auf die anderen Bewohner findet, verfällt er in eine Art sexuelle Obsession. Auch Charmaine führt ebenfalls für den Tauschehemann einesexuelle Obsessions, bis eines Tages die Dinge aus dem Ruder laufen und die Zyklen von Stan und Charmaine sich verschieben.
Mehr will ich an dieser Stelle auch nicht vom Inhalt verraten, denn der Roman hält so manche Überraschung parat. Margaret Atwood hält hier wieder ein sehr beklemmendes Zukunftsszenario parat. Wer ihre Madd Adam-Reihe kennt, wird hier ein paar ihrer Gedankenspiele wiederfinden und doch ist das Buch selbstständig und kann natürlich auch ohne Kenntnis ihrer anderen Werke gelesen werden. Oft wurde ich in diesem Szenario an den Film "Die Frauen von Stepford" erinnert, denn auch hier geht es um die Kontrolle von Menschen. Ebenso steht die Sexualität steht stark im Vordergrund und Margaret Atwood gelingt es sehr fesselnd, diese Themen ihren Lesern zu präsentieren. Von der ersten Seite an war ich an das Buch gefesselt, verfolgte nahezu atemlos Charmaines und Stans Wege und konnte den Roman kaum aus der Hand legen. Der großartige Erzählstil, hier übersetzt von Monika Baark, die klug ausgearbeitete Geschichte und der schöne Erzählfluss haben dieses Buch sehr kurzweilig gemacht.
Aber es stimmt auch nachdenklich, denn die Figuren im Buch polarisieren, sind komplex und vielschichtig, handeln nicht immer moralisch und sind teilweise echt abgebrüht. So sind Charmaine und Stan wahrlich keine Sympathieträger, dafür aber umso menschlicher und drängen den Leser damit aus seiner Komfortszone.

Fazit:
Margaret Atwood ist eine großartige Autorin, die in Das Herz kommt zuletzt wieder einmal beweist, dass sie zu einer der Großen gehört. Die Geschichte ist verstörend und faszinierend, polarisierend und erschreckend. Für mich persönlich ist es eines meiner Lesehighlights 2017 geworden.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(2)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

gesundheit, ernährung, fitness

28 Tage zum Bikini-Body

Kayla Itsines , Susanne Schmidt-Wussow
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.03.2017
ISBN 9783596299249
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Das erste Buch der Fitness-Ikone Kayla Itsines!
Die angesagteste Fitnesstrainerin der Welt, Kayla Itsines, hat ein exklusives 28-tägiges Ernährungsprogramm entwickelt, in dem sie uns ihre Superfood-Geheimnisse verrät. Nutze ihre gesunden Rezepte und die fundierten Ernährungstipps und -tricks, um deine Ziele zu erreichen!
Mit ihrem „Bikini-Body-Guide“ hat Kayla das Leben von Millionen Frauen auf der ganzen Welt verändert.
„Meine Mission? Ich möchte möglichst vielen Frauen dabei helfen, fit, selbstbewusst und glücklich zu werden.“
· Über 200 von Kaylas Lieblingsrezepten, mit fruchtigen Smoothie-Bowls, gesunden Lachs-Wraps und frischen Quinoasalaten
· Poster mit Workout-Plan für 28 Tage mit Kaylas 28-Minuten-Workouts

Meinung:
Die Australierin Kayla Itsines ist eine der Fitness-Ikonen bei Instagram und motiviert dort regelmäßig mit einen Bildern oder Vorher/Nachher Fotos von Frauen, die ihrem Fitness- und Ernährungsplan folgen.
Nun legt sie mit diesem Fitness- und Ernährungsguide ein richtig umfangreiches Werk vor, in dem man eine Vielzahl an Gerichten für Frühstück, Mittag und Abendessen, sowie Nachtisch und Snacks kompakt zur Hand hat.
Der Schwerpunkt in diesem Buch ist die Ernährung, die fast das gesamte Buch einnimmt. Kayla stellt dort ihren Ernährungsplan vor, der im ersten Moment ziemlich kompliziert klingt, aber beim Blick auf die Rezepte super simpel umzusetzen ist. Sie gibt 4 Säulen an Lebensmittelkombinationen vor, die im Buch mit den Buchstaben A-D gekennzeichnet sind. So kann man sich individuell seine Menüs mit nur einem Blick auf den Buchstaben zusammenstellen. Auch Umrechnungstabellen, um Lebensmittel mit anderen zu ersetzen, hält Kayla hier parat. Da reicht wieder nur ein kurzer Blick, um die Gerichte seinen Wünchen anzupassen.
Die Rezepte sind übersichtlich in der Zutatenliste und simpel nachzukochen, denn die Rezeptfolgen sind verständlich erklärt. Jedes Rezept gibt die Portionenanzahl an, so dass man schnell sieht, ob die Mahlzeit auch für den Partner reicht oder man die Menge verdoppeln muss. Ich selber empfand die nachgekochten Rezepte als sehr reichlich und habe meine Portionen nicht immer geschafft. Somit braucht man auch keine Angst zu haben, nach dem Essen hungrig vom Tisch aufzustehen. Das Buch hält einen 28-Tage Ernährungsplan bereit, für jeden Tag finden sich hier leckere Rezepte für den ganzen Tag. Kayla hat in diesen 28 Tagen bereits Frühstück, Snacks, Mittag- und Abendessen zusammengestellt. Am Ende der 28 Tage finden sich aber noch viel mehr Rezepte, um auch nach diesem Zeitraum viel Abwechslung zu haben.
Neben den vielen Rezepten gibt es aber auch zahlreiche Motivationstipps und einen Fitness-Plan zum Herausnehmen. Die Übungen sind einfach gehalten und können problemlos nachgemacht werden. Neben dem Plan findet sich am Ende des Buchs aber nochmal eine genaue Beschreibung der Übung, wo man nachlesen kann, wie die Übung korrekt ausgeführt wird.

Fazit:
Ich finde das Buch toll, besonders da der Schwerpunkt hier auf der Ernährung liegt, denn die Übungen kann man in Kaylas App oder individuell selber wählen. Das Buch ist eine tolle Ergänzung zum eigenen Fitnessprogramm und auch super geeignet für Menschen, die eine Ernährungsumstellung planen. Denn auch Zuckerfrei ist bei Kayla ein Thema.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die S. Fischer Verlage für das Rezensionsexemplar.

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(65)

136 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

demenz, amrum, familie, liebe, jugendliebe

Immer wieder im Sommer

Katharina Herzog
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291111
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Vom Mut, das Glück wiederzufinden.
Zweimal hat Anna ihr Herz verloren: Einmal an Max, doch die Ehe ging vor fünf Jahren übel in die Brüche. Und dann war da Jan ... die unvergessene Liebe eines Jugendsommers. Schon lange fragt sie sich, was aus ihm geworden ist. Als sie erfährt, dass er auf Amrum wohnt, beschließt die sonst so vernünftige Anna spontan, mit ihrem VW-Bus gen Küste zu fahren. Doch dann meldet sich ihre Mutter, zu der sie seit 18 Jahren keinen Kontakt mehr hatte, mit schlimmen Nachrichten und einer großen Bitte. Am Ende sitzen nicht nur Anna und ihre Mutter zusammen im Auto, sondern auch ihre beiden Töchter - und Max ...
Ein Buch wie eine perfekt gepackte Strandtasche: berührendes Familiendrama, wunderschöne Liebesgeschichte und Road Novel.

Meinung:
Die 37-jährige Anna hat viel zu bewältigen. Von ihrem Mann ist sie geschieden, die ältere Tochter steckt mitten in der Pubertät und zu ihrer Mutter hat sie den Kontakt abgebrochen. Als sie kurz vor den Pfingstferien ein Brief von ihrer Mutter erreicht, beschließt Anna, dem Aufruf nachzukommen und bei ihr vorbei zusehen. Anschließend will sie nach Amrum fahren, denn dort weilt ihre Jugendliebe Jan, den sie seit ihrer Jugend nicht mehr gesehen hat. Anna möchte herausfinden, ob an den Gefühlen, die sie einst hatten, noch etwas dran ist. Doch ganz so einfach, wie sie es sich vorstellt, wird die Reise dann nicht. Statt alleine zu fahren, hat sie plötzlich die ganze Familie dabei, inklusive ihrer Mutter und ihrem Ex-Mann.
Anna ist eine Frau, die man einfach ins Herz schließt. Sie kümmert sich liebevoll um ihre Kinder, nimmt einiges mit Humor und überhaupt ist sie einfach nur nett und sympathisch. Ich mochte sie auf Anhieb. Auch ihre Töchter haben mich berührt, auch wenn Sophie wirklich ein sehr kratzbürstiger Teenager ist. Aber mal ehrlich, ich glaube wir können uns alle in sie hineinversetzen, denn wer hatte schon eine einfache Pubertät? Die Frauenfiguren im Roman sind richtig gut gelungen, so dass hier leider die Männer ein wenig zurück stecken müssen. Zwar sind diese auch durchaus sympathisch und man erfährt so einiges über sie, leider blieben ihre Rollen etwas blasser im Vergleich zu den Damen und ich konnte nicht ganz so viel Bezug zu ihnen aufbauen, wie zu Frieda, Anna, Sophie und Nelly.
Dafür aber hat mich dieser schön ausgearbeitete Roman vollkommen für sich gewinnen können. Katharina Herzog behandelt das Thema Demenz mit viel Fingerspitzengefühl, ohne das Buch zu schwermütig zu machen und hat genau die richtige Dosis Humor eingebaut, um mir beim Lesen immer wieder ein Grinsen ins Gesicht zaubern zu können. Erzählt wird die Geschichte aus Annas und Sophies Sicht in der dritten Person, sowie aus Friedas Sicht in der Ich-Perspektive. Die kurzen Kapitel sorgen für einen guten Lesefluss und insgesamt kommt das Buch gänzlich ohne Längen aus. Viel zu schnell war das Buch zu Ende und die Reise mit Anna und ihrer etwas anstrengenden, aber liebenswerten Familie hat unheimlich viel Spaß gemacht.

Fazit:
Immer wieder im Sommer hat alles, was ein gutes Sommerbuch ausmacht: Eine kluge, unterhaltsame Geschichte, liebenswerte Charaktere, ein wenig Humor und ganz viel Sommerflair.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.

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(109)

234 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

italien, liebe, sommer, leonie lastella, brausepulverherz

Brausepulverherz

Leonie Lastella
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2017
ISBN 9783596035465
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Jiara lebt eigentlich in Hamburg, jobbt aber den Sommer über in einer Trattoria an der italienischen Riviera. Ihr ansonsten so strukturiertes Leben steht Kopf, als sie Milo trifft. Naja, von einem „Treffen“ kann hier nicht die Rede sein, eher von einer Explosion, einem Tsunami, einem Feuerwerk.
Nein, Letzeres wäre dann doch zu kitschig.
Sofort ist da dieses Knistern und Kribbeln. Nur manchmal fühlt es sich eher an wie viele kleine Stromschläge
– so grundverschieden sind die beiden. Und eigentlich darf das alles nicht sein: Jiara hat einen Freund, ein Leben und eine Zukunft in Hamburg – oder?

Meinung:
Es ist nicht immer leicht, seinen Weg ins Leben zu finden. Besonders, wenn man zu viel Eigenständigkeit nicht gewöhnt ist. Deshalb ist Jiara froh, einen Rückhalt in ihren Freund Jonas zu haben, der neben ihrer Mutter ihr Leben für sie mitplant und durchorganisiert. "Der 10-Jahres-Plan", wie Jiara manchmal scherzhaft sagt. Doch ist ihr das wirklich so recht, dass sie ausgerechnet Psychologie studieren soll und Jonas heiratet? Ist da nicht noch mehr im Leben? Als sie in Italien bei ihrem Sommerjob auf den Sänger Milo trifft, ist es wie ein Blitzeinschlag. Denn Jiara stellt endlich ihr Leben in Frage. Doch kann Milo, dem seine Freiheit über alles geht, wirklich der Richtige für sie sein?
Jiara ist eine durchaus liebenswerte, junge Frau, die noch auf der Suche nach dem richtigen Platz im Leben ist. So ist sie manchmal sehr unsicher, was für sie das Richtige ist und was sie genau machen möchte. Deshalb steckt sie eher zurück als das sie für das einsteht, was sie möchte. Die Freundschaft zu ihrer besten Freudin Kathi ist ihr sehr wichtig und gibt ihr Rückhalt. Milo dagegen hat es als Freigeist überhaupt nicht leicht in seiner sehr konservativen, katholischen Familie, die ihn unbedingt einen festen Weg im Familienunternehmen aufzwingen möchten. Alles in allem hat Leonie Lastella ihre Protagonisten ganz gut ausgebaut, auch wenn ich mir bei manchen Nebenfiguren ein wenig mehr Tiefe gewünscht hätte, denn so manche Reaktion im Handlungsverlauf blieb mir zu befremdlich und wenig nachvollziehbar.
Dafür punktet der Roman mit seiner Geschichte. Zwar weist das Buch typische New Adult Züge auf, berüht aber das Herz sehr und versprüht ganz viel Urlaubsflair. Das Setting ist schön ausgearbeitet und als Leser kann man Italien fast vor den eigenen Augen sehen. Der Erzählstil ist einfühlsam und leicht melancholisch, denn Jiara und auch Milo sind zwei sehr gefühlsbetonte Menschen. Sie geben tiefen Einblick in ihre jeweiligen Gedanken und Beweggründe, denn die Geschichte wird abwechselnd in der Ich-Perspektive aus Jiara und Milos Sicht erzählt. Die Kapitel variieren von kurz über lang, trotzdem ist die Geschichte sehr kurzweilig, trotz des manchmal etwas schwermütigen Tons.

Fazit:
Brausepulverherz versprüht viel Herz und Urlaubsflair, wartet mit sympathischen Protagonisten auf und bietet eine schöne, wenn auch manchmal etwas schwermütige Geschichte. Ein schöner Sommerroman für ein wenig Herzschmerz.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die S. Fischer Verlage für das Rezensionsexemplar.

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(69)

172 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

liebe, liebesroman, ullstein, strand, gefühle

Every Little Thing - Mehr als nur ein Sommer

Samantha Young , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548288673
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Nach dem großen Erfolg von "The Real Thing" kommt hier der zweite Band der neuen Hartwell-Serie von Samantha Young!
Bailey Hartwell heißt genauso wie der Ort, an dem sie lebt: Hartwell, Delaware. Sie stammt aus einer der ältesten Familien der Stadt und könnte sich nie vorstellen, ihre kleine Pension dort aufzugeben. Doch der gutaussehende Ex-New Yorker Vaughn Tremaine macht ihr als Manager eines Luxus-Hotels das Leben schwer. Wann immer sich die beiden treffen, gibt es Streit – auch wenn die sexuelle Spannung zwischen ihnen kaum zu leugnen ist. Doch als Bailey eine schlimme Entdeckung macht, erweist sich ausgerechnet Vaughn als Fels in der Brandung. Kann es sein, dass sie sich in ihm getäuscht hat? Oder bringt die Nähe zu Vaughn ihr Herz erst recht in Gefahr?

Meinung:
Bailey und Vaughn sind dem treuen Samantha Young Leser schon aus dem Vorgängerroman The Real Thing bekannt und auch wenn man den Vorgänger nicht gelesen hat, so merkt man direkt, dass zwischen den Pensionsbesitzerin und dem Hotelmogul heftige Schwingungen vorherrschen und beide aufeinander reagieren. Doch Bailey ist mit Tom liiert und Vaughn möchte sich nicht binden. Als Bailey Tom beim Fremdgehen erwischt, kommen ihr einige Erkenntnisse über ihr Leben. Doch bis Brooke und Bailey ihr Happy End erhalten, muss noch so einiges geklärt werden. Denn nicht die Liebesgeschichte steht im Roman im Vordergrund, auch Intrigen erschweren Bailey das Leben.
Schon im Vorgängerroman empfand ich Bailey und Vaughn als die interessanteren Charaktere. Und über die beiden erfährt man hier so einiges. Ich mochte ihre Figurenentwicklung sehr gerne, sie weisen die nötige Tiefe auf, haben interessante Hintergründe und sind spannend umgesetzt. Auch die Nebenfiguren sind vielversprechend und Samantha Young erweitert ihr Universum rund um Hartwell.
Sowohl thematisch als auch von der Umsetzung her hat mir Every little thing besser gefallen, als noch The Real Thing. Die Geschichte wirkt runder, die Charaktere sind interessanter und die Geschichte ist unterhaltsamer. Auch sprachlich überzeugt der Roman. Die Geschichte wird abwechselnd aus Baileys Sicht in der Ich-Perspektive und Brookes Sicht in der dritten Person erzählt, so dass man einen guten Überblick über alle Ereignisse erhält. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und insgesamt liest sich das Buch ziemlich flüssig.

Fazit:
Es kam, wie ich es erwartet habe. Every little Thing ist stärker als noch der Auftakt The Real Thing und punktet mit einer runderen Geschichte und sympathischen Protagonisten.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die Ullstein Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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(51)

59 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

erotik, liebe, alleinerziehender vater, liebesroman, gefühle

First Taste: Eine Nacht ist nicht genug

Jessica Hawkins
E-Buch Text: 515 Seiten
Erschienen bei Forever, 01.05.2017
ISBN 9783958181748
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:
Andrew Beckwith hat sein Herz bereits an ein Mädchen verschenkt – und zwar für immer. Als vor sechs Jahren seine Tochter Bell geboren wurde, hat er sein Bad Boy-Leben aufgegeben. Seitdem ist er überzeugter Single. Denn als Bells Mutter die beiden verließ, schwor Andrew nie wieder eine Frau so nah an sich heran zu lassen, als dass er oder Bell verletzt werden könnten.
Amelia Van Ecken ist unabhängig, clever und tough; und Inhaberin eines hippen Hochglanzmagazins für Frauen. Außerdem steckt sie gerade mitten in einem schmutzigen Scheidungskrieg. Da bleibt keine Zeit für Sex geschweige denn Liebe. Eher vergräbt sie sich in Arbeit. Aber als Amelia und Andrew sich zufällig über den Weg laufen, springt der Funke sofort über. Sie sind aus verschiedenen Welten, aber die Anziehung zwischen den beiden ist unüberwindbar. Perfekte Voraussetzung also für einen One-night-stand. Es ist ja nicht so, dass Gegensätze sich anziehen würden…

Meinung:
Für Andrew gibt es nur noch eine Frau in seinem Leben: seine Tochter Bell. Denn seit die Mutter die beiden ohne ein Wort verlassen hat, will Andrew sich, sein Herz und das seiner Tochter schützen. Doch als er die etwas unterkühlt wirkende Amelia trifft, merkt er schnell, dass sich unter ihrer Fassade mehr verbirgt, als man auf den ersten Blick sieht. Doch auch Amelia trägt Verletzungen aus ihrer gescheiterten Ehe mit sich und hat sich ebenfalls zum Ziel gesetzt, ihr Herz zu schützen. Und so machen beide aus, dass ihre Zusammenkunft unverbindlich und ohne Bedingungen bleibt. Einfacher gesagt als getan, denn die Anziehungskraft ist hoch und sie müssen feststellen, dass sie einander doch ganz gut tun. Und so kreuzen sich ihre Wege immer wieder, mal mehr, mal weniger zufällig.
Die Story klang super interessant und hatte mich direkt angesprochen. Wie oft kommt es mal vor, dass man aus der Sicht eines alleinerziehenden Vaters lesen darf? Recht schnell habe ich mich auch für Andrew und seine Tochter Bell erwärmen können, denn beide sind wirklich bezaubernd in ihrem Umgang miteinander. Allerdings konnte Andrew nicht immer bei mir punkten, denn gerade in den Szenen mit Amelia bricht leider allzu oft auch eine sehr machohafte Seite bei ihm durch, deren Ton und Beharrlichkeit mich manchmal echt genervt hat. Allerdings sorgt gerade diese Beharrlichkeit dafür, dass die Geschichte vorangetrieben wird und sich die Protagonisten mit sich selber und ihrer Umgebung auseinander setzen. Denn auch Amelia weist solche Züge auf und so entspinnt sich so mancher Wortwechsel zwischen Andrew und Amelia, begleitet durch einiges an Augenrollen von mir.
Wie man merkt, die Charaktere haben mich ein wenig zwiegespalten zurück gelassen, denn auf der einen Seite mochte ich sie ganz gerne, fand ihre Entwicklung gut umgesetzt, anderseits war ich aber auch immer wieder von ihnen und ihren Einstellungen genervt. Dafür punktet die originelle Geschichte umso mehr, denn das Buch ist nicht nur prickelnd, sondern auch spannend und hält ein paar Überraschungsmomente bereit. Sprachlich kann First Taste ebenfalls fesseln, die Geschichte ist gut geplottet und so kommt dieser Roman ohne Längen aus. Erzählt wird die Geschichte aus Andrews und Amelias Sicht, jeweils in der Ich-Perspektive.

Fazit:
First Taste: Eine Nacht ist nicht genug lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite liest sich die Geschichte sehr flüssig und eingängig lesen, die Story ist interessant und gut ausgearbeitet, auf der anderen Seite konnten die Charaktere nicht immer bei mir punkten und fielen mir mit ihrer dominanten Art manchmal negativ auf, die aber auch für Bewegung im Handlungsverlauf sorgt.
Von mir gibt es knapp 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an forever by Ullstein für das Rezensionsexemplar.

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(42)

100 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

jason segel, cypress creek, albträume, trilogie, nachtmahre

Nightmares! - Die Stunde der Ungeheuer

Jason Segel , Kirsten Miller , Simone Wiemken
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791519494
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:
Furioses Finale mit Gänsehautgarantie! Mit seinen eigenen Albträumen kommt Charlie inzwischen gut zurecht. Was aber tun, wenn man plötzlich in einen fremden Traum gerät? Seit Kurzem landet Charlie nämlich in ICKs Träumen. Dabei hatte er gehofft, dieses seltsame Zwillingsmädchen, das mit seiner Schwester die Anderwelt fast zerstört hätte, endlich los zu sein. Charlie ist sich sicher: Die beiden führen auch dieses Mal nichts Gutes im Schilde.

Meinung:
Achtung: Dritter Teil einer Reihe - Spoilergefahr!
Ein drittes und letztes Mal darf man als Leser Charlie ins Albtraumland begleiten. Denn nach den Ereignissen aus dem zweiten Band scheint die Welt vorerst gerettet zu sein, doch INK und ICK sind noch immer nicht geschlagen. Ausgerechnet INK taucht auf einmal an Charlies Schule auf und Charlie ist sich sicher, dass sie plant, ihre Schwester zu befreien. Doch nicht nur INKs Auftauchen ist merkwürdig, auch die neue Lehrerin für Chemie ist seltsam und scheint etwas zu verbergen.
Ich mochte die beiden ersten Nightmares-Bände unheimlich gerne und Charlie und sein kleiner Bruder Jack sind mir sehr ans Herz gewachsen. Auch im dritten Band konnte mich die Figurenentwicklung wieder überzeugen. Man merkt, dass sowohl Charlie als auch Jack deutlich gereift sind, aber es immer noch "Baustellen" gibt, an denen vor allen Charlie arbeiten muss. Ein wenig Schade fand ich, dass die liebgewonnenen Nebenfiguren wie z. B. Charlies Freunde, hier etwas weniger Raum einnehmen, als noch in den Vorgängern.
Dafür ist die Geschichte aber spannend ausgearbeitet, hält so manche Überraschung bereit und löst die Trilogie mit einem zufriedenstellenden Ende auf. Die kurzen Kapitel sorgen für einen guten Lesefluss und der altergerechte Schreibstil tut sein Übriges. Wieder einmal ist das Buch durchzogen mit vielen witzigen und gruseligen Bildchen.

Fazit:
Nightmares! Die Stunde der Ungeheuer ist ein schöner und gut gelungener Abschluss der Reihe. Zwar kamen mir hier die Nebenfiguren ein wenig zu kurz, trotzdem hat der Roman mich sehr gut und kurzweilig unterhalten. Ein tolles Kinderbuch mit leichtem Gruselfaktor.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die Verlagsgruppe Oetinger für das Rezensionsexemplar.

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284 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 102 Rezensionen

liebe, new adult, freundschaft, bianca iosivoni, der letzte erste blick

Der letzte erste Blick

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 24.04.2017
ISBN 9783736304123
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Endlich frei! Emery Lance kann es nicht erwarten, ihr Studium in West Virginia zu beginnen. Niemand kennt hier ihre Geschichte. Niemand weiß, was zu Hause geschehen ist. Dafür ist sie auch bereit, in Kauf zu nehmen, dass die Situation im Wohnheim alles andere als ideal ist. Nicht nur treibt ihr Mitbewohner sie regelmäßig in den Wahnsinn – sein bester Freund Dylan Westbrook bringt ihr Herz mit einem einzigen Blick zum Rasen ...

Meinung:
Die Autorin Bianca Iosivani habe ich schon länger auf dem Radar, bisher aber noch nicht die Gelegenheit gehabt, etwas von ihr zu lesen. Gott sei Dank habe ich das jetzt mit ihrer neuen New Aduld Reihe nachgeholt.
Der Roman beginnt wie jeder typische Roman dieses Genre. Emery tritt ihren ersten Tag am College an und bekommt prompt einen männlichen Mitbewohner zugewiesen. Die erste Begegnung der beiden landet auch prompt vor der Collegeverwaltung mit einem blauen Augen und einer lädierten Hand. Wenig später läuft Emery zum ersten Mal Dylan über die Füße und die Funken sprühen direkt zwischen Ihnen. Doch Emery ist ein gebranntes Kind, das College soll einen Neuanfang für sie markieren und überhaupt passt Dylan als Good Guy überhaupt nicht in ihr Schema, denn mit den Good Guys ist sie durch. Auch Dylan hat eigentlich überhaupt keine Zeit für eine Beziehung, trotzdem zieht es ihn zu Emery. Und als sein Freund und Emerys Mitbewohner ihm in einer verzweifelten Situation ein für ihn eher unmoralisches Angebot macht, ergreift er seine Chance.
Hach, ich mag die beiden Hauptfiguren total. Emery hat Witz und Esprit, lässt sich so schnell nichts gefallen und ist schlagfertig. Manchmal wünscht man sich, ein wenig wie Emery zu sein. Aber es ist nicht alles rosarot bei ihr, denn schlechte Erfahrungen haben sie sehr vorsichtig gemacht. Auch Dylan ist sehr sympathisch und der Autorin ist es ganz gut gelungen, Nähe zu ihrem männlichen Hauptcharakter aufzubauen. Ebenso wie Emerys Geschichte hat auch Dylans Vergangenheit mich berührt.
Überhaupt ist die Umsetzung des Romans sehr stimmig und kurzweilig geworden. Die Beziehung baut sich nicht zu schnell auf, hat aber genügend Tempo und langweilt den Leser nicht. Auch die Nebenfiguren werden mit ausreichend Tiefe und Spannung eingeführt und präsentiert, so dass man sich auf die Folgeromane richtig freuen kann. Die Geschichte wird abwechselnd aus Dylans und Emerys Sicht in der Ich-Perspektive erzählt, die Kapitel haben eine angenehme Länge und insgesamt ist das Buch sehr kurzweilig ausgefallen.

Fazit:
Der erste letzte Blick erfindet zwar das Rad im New Adult Genre nicht neu, ist aber erfrischend umgesetzt, beinhaltet ernste Thematiken und sympathische Figuren. Ein schöner Auftakt der Lust auf mehr macht.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den LYX Verlag für das Rezensionsexemplar.

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10 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Salvatore Basile , Elvira Bittner , Annina Braunmiller-Jest
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 13.03.2017
ISBN 9783837138023
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Seit seine Mutter ihn als Kind verlassen hat, lebt der dreißigjährige Michele von der Außenwelt abgeschottet im Bahnhofshäuschen eines verschlafenen, idyllischen Dorfs in Italien. Seine einzige Gesellschaft sind die liegengebliebenen Gegenstände, die er im täglich ein- und ausfahrenden Zug einsammelt und in seinem Zuhause um sich schart. Doch dann begegnet ihm Elena, die sein Leben wie ein Wirbelwind auf den Kopf stellt und ihn aus seiner Einsamkeit reißt. Als er kurz darauf sein altes Tagebuch wiederfindet, das seine Mutter damals mitnahm, als sie aus seinem Leben verschwand, gibt dies den Anstoß für eine wundersame Reise quer durch Italien, die Micheles ganzes Leben verändern wird …

Meinung:
Michele hat in seinem Leben schon einige Enttäuschungen erleben müssen. Die Größte ist dabei wohl, dass seine Mutter ihn als Kind einfach im Stich ließ, denn diese stieg in einen Zug und kam nie wieder zurück. Wie sein Vater schon arbeitet auch Michele am Bahnhof. Jeden Tag kontrolliert und säubert er die Waggons und nimmt sich der verlorenen Gegenstände an, die er in den Abteilen findet. Als eines Tages die quirlige Elena vor seiner Wohnung auftaucht, weil sie die Puppe ihrer Schwester verloren hat, gerät Micheles Leben aus seinem gewohnten Takt. Vor allem, als er am nächsten Tag sein altes Tagebuch in einem Abteil findet, das seine Mutter damals mitnahm. Wie kam es dahin? Ist es ein Zeichen, dass seine Mutter ihn doch noch nicht aufgeben hat? Ermutigt durch Elena macht Michele sich auf die Suche. Und stößt dabei nicht nur auf einige Überraschungen, sondern wird gezwungen, sich mit sich und seinem Leben auseinander zu setzten.
Ich muss gestehen, dass ich mit der Hauptfigur Michele ein wenig auf Kriegsfuß stand. Anfangs mochte ich ihn sehr, diesen verloren wirkenden jungen Mann, der so einsam ist, so viele Verluste hinnehmen musste und ein so tristes Leben führt. Meine Sympathien für ihn waren groß. Leider verlieren diese sich im Verlauf des Buchs, denn Michele entfaltet ein paar Charakterzüge, die ihn zwar menschlicher, aber nicht immer sympathischer werden ließen. Auch mit Elena, dieser sehr überdrehen Person, hatte ich meine Schwierigkeiten und so waren die Figuren für mich auf der einen Seite interessant, aber auch sehr anstrengend.
Die Geschichte ist originell, kurzweilig und teilweise sehr überraschend gewesen, so dass ich ein wenig mit den Figuren ausgesöhnt wurde. Die Sprecherin Annina Braunmüller-Jest verleiht diesem Roman eine schöne Stimme, erzählt schwungvoll und einfühlsam und macht das Buch zu einem schönen Hörerlebnis. Micheles Geschichte wird in der dritten Person erzählt, wobei der Blickwinkel die meiste Zeit auf ihn gerichtet bleibt. Zwar handelt es sich bei dem Hörbuch um eine gekürzte Version, den Eindruck, etwas zu vermissen hatte ich aber an keiner Stelle.

Fazit:
Die wundersame Reise des verlorenen Gegenstands erzählt eine berührende, manchmal traurige Geschichte, hat aber auch genügend Witz und Elan, um nicht zu schwermütig zu werden. Leider sind die Charaktere im Roman nicht ganz mein Fall gewesen.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Randomhouse Audio für das Rezensionsexemplar.

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(3)

20 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

belletristik, barney norris, dumontverlag, debütroman, hier treffen sich fünf flüsse

Hier treffen sich fünf Flüsse

Barney Norris
E-Buch Text: 360 Seiten
Erschienen bei DUMONT Buchverlag, 21.03.2017
ISBN 9783832189457
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Eine Floristin, die nebenbei ein bisschen dealt, ein Junge, der sich das erste Mal verliebt, während sein Vater im Sterben liegt, ein verwitweter Farmer, eine Laienschauspielerin und ein Nachtwächter: fünf Menschen, deren Schicksale kollidieren, als es in Salisbury, einer Kleinstadt südwestlich von London, zu einem Autounfall kommt. Angesichts dieses Ereignisses stellen sie sich den großen und kleinen Tragödien ihres Lebens. Barney Norris versammelt hier Figuren, die einem mit ihrer Trauer und ihren Ängsten gefährlich nahe kommen, und verwebt ihre Stimmen zu einem bewegenden Roman, der lange nachwirkt.
Meinung:
Episodengeschichten faszinieren mich. Man lernt unterschiedliche Menschen und Leben kennen, die durch unterschiedlichste Ereignisse und Konstelationen miteinander verknüpft sind, was sich dem Leser nach und nach entfaltet. Hier sind es 5 Menschen, die jeder für sich unterschiedlich sind und auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Da wäre Rita, die Floristin, die ein unstetes Leben geführt hat und nebenbei dealt. Da ist der 15-jährige Sam, der sich zum ersten Mal verliebt, gerade als sein Vater schwer erkrankt. Da trauert der alte Landwirt um den Verlust seiner Frau und die Soldatengattin verliert sich in ihrer Einsamkeit. Und da ist der Nachtwächter, der an den Ort seiner Kindheit zurück gekehrt ist, um zu sehen, ob das Leben hier noch etwas für ihn bereit hält. All diese Figuren verbindet ein tragischer Unfall, dessen Hintergründe sich nach und nach aufklären.
Ich muss zugeben, die ersten paar Seiten waren ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn man darf als Leser direkt die Floristin Rita kennen lernen. Da Rita in der Ich-Perspektive erzählt und einen sehr verrohten Wortschatz hat, fühlte ich mich erst etwas überrumpelt. Doch schnell entfaltete sich eine Faszination für Rita und ihre Geschichte. Und der Roman nahm mich mehr und mehr in seinen Bann. Denn nicht nur Ritas Geschichte berührte mich, auch die Geschichten der anderen Protagonisten gingen mir Nahe. Einzig der Nachtwächter Liam konnte mich nicht ganz so packen, hat er doch nicht ganz so viel zu erzählen und darf den Abschluss des Romans einläuten. Hier hat man dann leider ein wenig den Eindruck, dass der Autor versucht hat, möglichst alle offenen Fragen auf möglichst wenigen Seiten zu beantworten. So bekommt das Ende des Romans leider etwas Gehetztes und wirkt dadurch nicht mehr ganz so rund, wie die ersten 300 Seiten dieses Werks.
Trotzdem hat mir dieser Roman mit seiner Vielzahl an Themen, wie Verlust, Trauer und Angst, sowie der berührende und fesselnde Schreibstil, übersetzt von Johann Christoph Maass, sehr gut gefallen. Barney Norris zeichnet ein schönes Bild über die Stadt Salisbury, seine Figuren und Szenen. Die einzelnen Schicksale sind schön und gekonnt miteinander verknüpft, so das gerade das Zusammensetzen der einzelnen Ereignisse und Schicksale mit dafür sorgt, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

Fazit:
Hier treffen sich fünf Flüsse wäre fast zu einem Lesehighlight für mich geworden, wäre das Ende und vor allem der letzte Protagonist etwas anders ausgearbeitet gewesen. Doch nichtsdestotrotz hat das Buch eine tolle, einfühlsame Geschichte mit Charakteren, die mich tief bewegt haben.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den DuMont Buchverlag für das Rezensionsexemplar.  

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

proulx, wuli top 20, nouvelle france, schicksal, kanada

Aus hartem Holz

Annie Proulx , Melanie Walz , Andrea Stumpf
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 27.03.2017
ISBN 9783630872490
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Annie Proulxs erster Roman seit über zehn Jahren, das lang erwartete Meisterwerk der Pulitzerpreisträgerin: ein monumentales Epos, das lebensprall, sprachgewaltig und intensiv dreihundert Jahre nordamerikanischer Geschichte einfängt und von der Abholzung der scheinbar endlosen Wälder erzählt, vom ewigen Kampf zwischen Mensch und Natur.
Meinung:
Schauplatz dieses Epos ist Kanada und startet im 17. Jahrhundert, als Kanada noch eine französische Kolonie ist. Dort treffen gerade die Franzosen Rene Sel und Charles Duquet ein, um sich ein neues Leben aufzubauen. Der Weg führt sie zunächst gemeinsam in die tiefsten Wälder Kanadas, wo sie als Leibeigene ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, mit Aussicht auf künftigen Landbesitz. Während Rene die Schikanen seines Herrn erträgt, flieht Charles und kann sich eine eigene Existenz als Holzhändler aufbauen. Doch die Wege der beiden und ihrer Nachkommen kreuzen sich immer wieder, immer vor dem Hintergrund des Waldes und des Themas Holz.
Annie Prouxl versteht es meisterhaft, Landschaften und Szenen aufzubauen. So entsteht beim Lesen ein genaues und detailliertes Bild über die Umgebung und das Thema Wald, das der Autorin so offensichtlich am Herzen liegt. Leider bleiben in diesem komplexen Werk die Charaktere ein wenig auf der Strecke, wirken eher blass und wirken in Angesicht der Geschichte eher nur wie Statisten, die den Wäldern Nordamerikas eine Stimme geben und dem Leser den rücksichtslosen Umgang mit der Natur vor Augen führen.
Der Roman umfasst eine große Zeitspanne von fast 400 Jahren. Viel Stoff für historische Ereignisse, die die Autorin natürlich mit an- und ausführt. Allerdings sollte man sich schon ein wenig mit Geschichte auskennen, denn viele Hintergründe setzt die Autorin als gewusst voraus und hält sich daher nicht lange mit Erklärungen auf. Das sorgt für genügend Tempo im Roman, kann aber jemanden, der eher weniger mit historischen Büchern und Themen zu tun hat, etwas überfordern.
Sprachlich enthält das Buch eine tolle Bildsprache, leider schwächen, wie bereits erwähnt, die Figuren den Roman ab. Zu groß scheint die Zeitspanne, um beim Leser genügend Tiefe und Sympathien für die Protagonisten aufkommen zu lassen, denn schnell sind 20 oder mehr Jahre ins Land gezogen und die nächste Generation übernimmt das Ruder. Das wird auf Dauer leider etwas ermüdend.

Fazit:
Annie Prouxl hat hier auf der einen Seite ein sehr fesselndes Werk geschrieben, dessen Schauplätze nahezu plastisch geschildert werden, auf der anderen Seite aber auch etwas ermüdendes Werk, denn die Charaktere im Roman wirken eher wie Statisten und bleiben dem Leser oft fremd. Thematisch fand ich das Buch toll, die Umsetzung war aber nicht ganz mein Fall.
Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Luchterhand Verlag für das Rezensionsexemplar.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

lonsdale, romantic suspense, mystery

Alles, was wir waren

Kerry Lonsdale
Flexibler Einband: 396 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 09.05.2017
ISBN 9781542046008
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:
Die Hochzeit mit ihrer großen Jugendliebe sollte der schönste Tag in Aimees Leben werden. Aber statt mit James vor dem Altar steht sie nun allein an seinem Grab. Von einer Reise nach Mexiko ist er nicht zu ihr zurückgekehrt. Er galt nach einem Bootsunfall als verschollen, bis seine sterblichen Überreste angespült wurden. Jeder Moment ohne ihn schmerzt und die Vergangenheit gibt keine Ruhe. Eine geheimnisvolle Fremde behauptet, James würde noch leben, Aimee erhält Hinweise aus Mexiko, die das Unmögliche zu bestätigen scheinen. War es wirklich James, den sie begraben haben? Aimee muss herausfinden, was mit ihm wirklich passiert ist. Dann erst wird sie die Kraft für einen neuen Anfang aufbringen. Mit oder ohne James …

Meinung:
Eigentlich sollte es Aimees und James schönster Tag im Leben werden, doch das Schicksal meinte es anders mit ihnen. Und so steht Aimee zwar in der Kirche, aber nicht vor dem Altar, sondern vor James Sarg. Doch kurz nach der Beisetzung tritt eine Frau an Aimee heran, die behauptet, dass James noch am Leben sei. Aimee zweifelt an der Aussage, ganz loslassen kann sie aber nicht. Als sich die Hinweise verdichten, dass die Frau nicht gelogen hat, reist Aimee kurzerhand nach Mexiko, um dort nach ihm zu suchen und endlich mit der Vergangenheit abschließen zu können.
Spannend und mysteriös klang die Inhaltsangabe. Und der Einstieg in den Roman gelingt auch sehr schnell. Allerdings braucht die Geschichte sehr lange, bis sie richtig Fahrt aufnimmt. So lernt man also erst mal Aimee sehr viel näher kennen, muss ihren Trauerprozess begleiten und verfolgt, wie sie ihr neues Leben in Angriff nimmt. Die Autorin führt den Leser tief in Aimees Zerrissenheit hinein, was die Figur zwar zum einen uns Lesern sehr nahe bringt, mich aber manchmal nervte aufgrund ihrer Unentschlossenheit und dem vielen Hin und Her, das sie damit verursacht.
Auch spannungsmäßig konnte der Roman mich nicht ganz überzeugen. Immer wieder dachte ich, gleich kommt der große Knall, ein Showdown, Action oder etwas, dass meine vielen Theorien, die ich mir beim Lesen stellte, bestätigt oder über den Haufen warf. Aber nein, Kerry Lonsdale setzt hier mehr auf Gefühle als auf Thriller. So entpuppte sich dieses Buch für mich als netter Zeitvertreib, einen großen Eindruck aber konnte das Buch nicht hinterlassen. Einzig der Epilog sorgte für mich nochmal für Herzklopfen, denn mit diesem Ende hätte ich so nicht direkt gerechnet.

Fazit:
Alles, was wir waren ist kein schlechtes Buch, aufgrund des Klappentextes hätte ich hier aber viel mehr Spannung erwartet. So liegt das Augenmerk eher auf den Protagonisten und deren Gefühlen, der Trauerarbeit und das Loslassen.
Vielen Dank an amazon crossing für das Rezensionsexemplar.

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120 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

alter, liebe, einsamkeit, roman, kent haruf

Unsere Seelen bei Nacht

Kent Haruf , Pociao
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.03.2017
ISBN 9783257069860
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis, der seit dem Tod seiner Frau ebenfalls allein lebt. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: Ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte? Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihre Leben. Doch ihre Beziehung weckt in dem Städtchen Argwohn und Missgunst.

Meinung:
Wenn man älter wird, kommen einige Veränderungen auf einen zu. So versterben die Ehepartner, die Kinder ziehen weg und zurück bleibt man alleine im Haus, alleine mit sich und seinen Gedanken.
Einsam sind auch die Witwe Addie und ihr Nachbar Louis. Um die Nächte etwas weniger einsam zu gestaltet, macht Addie Louis daher eines Tages den Vorschlag, doch bei ihr zu übernachten. Louis nimmt das Angebot an und aus einem freundschaftlichen Miteinander entsteht nach und nach eine immer tiefere Vertrautheit. Doch das Verhalten wird von den Bewohnern der Stadt argwöhnisch betrachtet. Und auch die Kinder von Addie und Louis sind alles andere als begeistert von der Übereinkunft. Und so steht das Glück der beiden unter keinem guten Stern...
Kent Haruf hat seine Protagonisten mit viel Gefühl und Einfühlungsvermögen geschaffen. Addies und Louis Werdegang, ihre Hintergründe und persönliche Geschichten sind nah erzählt. Die Charaktere greifen gut ineinander und gerade das Zusammenspiel mit den Nebencharakteren, wie z. B. Addies Enkel Jamie sorgen für einen ganz besonderen Zauber im Roman. Mit genügend Tiefe ausgestattet, sind die Figurenentwicklungen hier ansprechend und lebensnah umgesetzt.
Addies und Louis Geschichte berührt und zeigt, dass man auch im Alter auch ein Recht auf Glück und persönliche Entfaltung hat und es nicht einfach ist, sich von Zwängen, eingefahrenen Vorstellungen und Vorurteilen zu lösen oder akzeptiert zu werden, wenn man aus Mustern ausbricht. Die kurze, aber intensive Geschichte ist eindringlich erzählt, regt zum Nachdenken an und kann mit seiner schönen Erzählweise, hier übersetzt von Pociao, überzeugen. Die kurzen Kapitel machen den Roman umso unterhaltsamer und viel zu schnell ist man am Ende des Romans angekommen, dessen Ende mich auch lange nach Beenden des Romans sehr beschäftigt hat.

Fazit:
Unsere Seelen bei Nacht ist ein ruhiger, aber intensiver Roman, der mich auch lange nach dem Beenden des Buchs beschäftigt hat und dafür sorgte, dass ich sehr lange über mein Urteil dazu nachdenken musste. Sehr einfühlsam und lebensnah erzählt.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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(37)

57 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

familie, bretagne, tod, frankreich, trauer

Ein geschenkter Anfang

Lorraine Fouchet , Sina de Malafosse
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 17.03.2017
ISBN 9783455600568
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
»Wer auf meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich kein Wort mehr«, hat Lou oft gewitzelt. Lou, die auf der kleinen bretonischen Insel ein echter Paradiesvogel war und von allen geliebt wurde. Lou mit ihren Spleens – Champagner, bitte, aber nur von Mercier! – und Macken – sie kochte miserabel, aber mit Liebe –, einem Lachen, das lauter war als das Kreischen der Möwen, und einem Herzen so weit wie das Meer. Nun ist Lou tot – und die Familie droht auseinanderzubrechen. Im Testament bittet sie ihren Mann Jo, ihr einen letzten Wunsch zu erfüllen: Er soll das zerrüttete Verhältnis zu ihren erwachsenen Kindern Cyrian und Sarah wieder kitten und beide glücklich machen. Erst dann darf er Lous letzten Brief lesen – der versiegelt, natürlich in einer Champagnerflasche, auf ihn wartet. Eine Flaschenpost, die das Leben einer ganzen Familie verändert.

Meinung:
Viel zu früh ist die lebenslustige Lou aus dem Leben geschieden. Zurück lässt sie ihren verzweifelten Ehemann Jo, ihre Kinder Cyrian und Sarah, sowie die beiden Enkeltöchter Pomme und Charlotte. Denn Lous Tod hinterlässt eine große Lücke und jedes Familienmitglied trägt eine Last und Kummer mit sich herum, scheinbar unfähig, die sich in ihrer Trauer zu unterstützen und zu helfen. Doch Lou hat vorgesorgt und verfügt in ihrem Testament, dass Jo dafür sorgen muss, die Kinder wieder glücklich zu machen. Jo aber hat den Zugang zu ihnen verloren und leidet enorm unter dem Verlust seiner Frau. Aber er sieht sich gezwungen, sich der ihm gestellten Aufgabe zu stellen.
Der Roman beginnt sehr traurig. Jeder Protagonist erzählt hier selber in der Ich-Perspektive, und so steht die Trauer um Lou zuerst im Vordergrund. Nach und nach aber stellt sich der Alltag mit all seinen Problemen wieder ein, und die Figuren müssen sich miteinander auseinandersetzen. Dabei stellt man als Leser fest, dass hier einiges im Argen liegt und Jo vor einer Mammut-Aufgabe steht. Loraine Fouchet zeichnet ihre Figuren dabei sehr fein, mit Ecken und Kanten und macht diese dadurch sehr lebendig und authentisch.
Der Roman wurde von Sina de Malafosse übersetzt. Dabei hat sie den Charme des Buchs sehr gut eingefangen. Die Szenen sind lebendig und lassen leichtes Fernweh nach dem Meer und der Bretagne aufkommen. Auch handlungsmäßig konnte die Geschichte mich über weite Strecken überzeugen. Die Ereignisse greifen gut ineinander über, halten so manche Überraschung bereit und sind insgesamt gut geplottet. Leider kam ich bei den Dialogen ab und an ins Trudeln, hatte das Gefühl, die Protagonisten reden aneinander vorbei oder unterhalten sich zwischen den Zeilen. Auch der Einstieg viel mir nicht ganz so leicht, wie gehofft, war er doch sehr schwermütig. Dafür entwickelt sich aber nach und nach immer mehr Leichtigkeit, und zum Ende hin konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Auch wenn einige Ereignisse hier ein wenig aus der Luft gegriffen wirken, so hat es doch dem Zauber dieser Geschichte kaum Abbruch getan und mich das Buch mit einem guten Gefühl beenden lassen.

Fazit:
Lorraine Fouchet erzählt gefühlvoll und berührend eine Geschichte über Familie, Verlust, Trauer und Glück. Die Reise in die Bretagne hat Fernweh aufkommen lassen und ihre Bewohner haben einen Platz in meinem Herzen bekommen.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Atlantik Verlag für das Rezensionsexemplar.

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44 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

humor, lustig, buch, komödie, computerexperte

Ein Einhorn für alle Fälle: Ein Dirks-Diary-Roman

Caroline Brinkmann
E-Buch Text
Erschienen bei Forever, 06.03.2017
ISBN 9783958181687
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:
Es ist aus. Aus und vorbei. Das teilt Freund Paul, jetzt Ex-Freund, Studentin Rabbit nach zwei Jahren Beziehung über Facebook mit. 48 Freunden gefällt das. Um diesen Schock zu verkraften und Paul eifersüchtig zu machen, zieht Rabbit in eine WG mit dem Computerexperten Dirk. Der neue Mitbewohner entpuppt sich jedoch als übergewichtiger Nerd, der echte Menschen ebenso sehr fürchtet wie Keime. Kurz gesagt, kein Mann, der Selfie-tauglich ist. Andere Pläne müssen her. Wozu gibt es Facebook, Twitter und YouTube? Es kann doch wirklich nicht so schwer sein, den Exfreund auf sich aufmerksam zu machen, oder? Zur Not kann man immer noch Katzenbilder posten. Die liebt nun wirklich jeder!

Meinung:
Rabbit wird quasi der Boden unter ihren Füßen weggezogen, als ihr Freund Paul mit ihr Schluss macht. Vor allem, da er das öffentlich auf Facebook macht und nicht persönlich von Angesicht zu Angesicht. Plötzlich ist Rabbit allein, trotz über 400 Freunden bei Facebook, vorerst obdachlos und sozial auf dem gefühlten Nullpunkt. Bei dem „nicht-Selfie-tauglichen“ Gamer Dirk findet sie eine neue Unterkunft, auch wenn Dirk einige merkwürdige Eigenheiten mit sich bringt. So verbringt er den Tag fast ausschließlich am PC, hat eine Keim-Phobie und ein paar Kilos zu viel auf den Hüften. Rabbit ist verzweifelt und möchte am liebsten nur eins: Paul zurück haben. Doch der hat über Tinder schon eine neue große Liebe gefunden, mit der Rabbit überhaupt nicht mithalten kann. Also lautet die Devise für alle öffentlichen Kanäle: „Ich bin über Paul hinweg und habe jede Menge Spaß im Leben“. Leider gestaltet sich das nicht so einfach und so stolpert Rabbit von einem Fettnäpfchen ins nächste.
Ganz ernst nehmen sollte man dieses Buch nicht, denn die Autorin nimmt sich hier sehr stark dem Thema „Socialmedia“ an und überzeichnet und überspitzt das heutige Verhalten bei Facebook, Snapchat, Instagram und Co. Sie nimmt die schöne heile Welt dieser Medien auseinander und zeigt, dass nicht alles Gold ist, was auf tollen Fotos und Postings so glänzt. Auch typische Verhaltensweisen und –muster bekommen hier ihr Fett weg, und man selber als Nutzer der Medien einen Spiegel vorgehalten. Denn ist man mal ehrlich, man steigert sich ja viel zu sehr in die Sachen hinein. Wer hat sich nicht schon einmal gedacht, warum schreibt der jetzt bei Whatsapp nicht zurück? Er hat die Nachricht doch bekommen und gelesen? Ich habe dem doch vor 10 Sekunden die Info geschickt… Auch wir Blogger bekommen unser Fett in diesem Roman weg und oft habe ich mit einem Grinsen im Gesicht dagesessen, habe ich mich doch selber wieder erkannt, oder bereits ähnliche Situationen erlebt. Allerdings gibt es sehr viele Fremdschäm-Momente im Buch, die für mich hart an der Grenze des persönlichen Geschmacks waren.
Rabbit selber mochte ich als Figur ganz gerne, auch wenn die Frau zuweilen sehr stressig war und ich mir oft für sie gewünscht habe, dass sie einen Gang runter schaltet. Dafür mochte ich Dirk umso mehr, da er hier die wirklich einzige vernünftige Person im Roman ist. Die Charaktere sind insgesamt sehr unterhaltsam, aber auch stark überzeichnet und greifen so gängige Klischees auf, die den Roman die nötige Würze verleihen.
Die Kapitel sind moderat lang und werden mit einer witzigen Einleitung zur Orientierung im Online-Dschungel eingeleitet. So erfährt man neben der eigentlichen Geschichte auch viele, humorvolle, Details aus dem Social-Media Bereich und lernt verschiedene Typen kennen und unterscheiden. Rabbit erzählt ihre kurzweilige Geschichte in der Ich-Perspektive und gibt uns somit einen sehr genauen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt.

Fazit:
Ein Einhorn für alle Fälle macht richtig viel Spaß, hat aber auch einige Fremdschäm-Momente und war mir teilweise zu nah an der Grenze. Trotzdem fand ich die Idee hinter dem Roman toll und finde es bewundernswert, wie geschickt Caroline Brinkmann uns einen Spiegel bzgl. unseres Online-Verhaltens vor die Nase hält.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die Ullstein Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

My Yoga Essentials

Kerstin Linnartz
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei ZS Verlag GmbH, 24.10.2016
ISBN 9783898836012
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Zwei Quadratmeter, eine Matte, atmen, dehnen, Schulterstand, glücklich sein. Ganz so einfach geht es zwar nicht, aber: „Sie können Ihr Leben jederzeit mit Yoga positiv verändern. Jetzt und überall“, verspricht Yoga-Queen Kerstin Linnartz, nimmt den Leser an die Hand und erzählt. Ganz ohne Räucherstäbchen-Muff und ornamentalen Kitsch. Stattdessen cool und lebensnah, live aus ihrer Wahlheimatstadt Berlin. Für Einsteiger und Fortgeschrittene, die durch Yoga gesund und schön bleiben wollen. Die innerlich wachsen wollen, wie die charmante und charismatische Yogini selbst. Ihre persönliche Yoga-Geschichte muss man einfach lesen! Beinahe so faszinierend wie die Geschichte des Yoga an sich. Dann all die spannenden Seiten über die wichtigsten Yoga-Schulen und –Meister. Wie von selbst landet man mittendrin und ohne viel Dogma bei den Basics: atmen, sitzen, üben, sein. Mini-Übungen, die man unkompliziert in den Alltag integrieren kann. Die zum Weitermachen inspirieren: die besten Yoga-Flows für Gesundheit, Ruhe und Gelassenheit, Energie und Power, Schönheit und Spiritualität. Ein Prachtbildband, dieses Yoga- Buch. Eigentlich sollte es jeder haben.

Meinung:
Bücher über Yoga finden sich mittlerweile ein paar in meinem Regal. Da sollte man doch meinen, man weiß schon alles über das Thema? Natürlich wiederholen sich Themen, aber es ist immer spannend zu lesen, wie der jeweilige Autor diese anpackt und anspricht. Man wird dazu angeregt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen oder bekommt diese wieder in Erinnerung gerufen. Und jede fremde Erfahrung bringt auch mir neue Erkenntnisse und Sichtweisen.
In Kerstin Linnartz Buch geht es nicht nur um die reinen Übungsfolgen, sprich Asanas, sondern auch um die Philosophie, die Yoga ausmacht. Denn Yoga ist halt kein Sport, auch wenn es die körperliche Fitness und das eigene Körpergefühl steigert. Kerstin Linnartz führt ihre Leser in Yoga ein, erklärt, was Yoga ausmacht und alles beinhaltet und zeigt in verschiedenen Kapiteln, wie man die Wege des Yoga in den Alltag und das Leben integrieren kann. Neben den Asanas gibt es Anleitungen zum Sitzen, zum Atmen und zum Meditieren.
Aber auch Themen wie Gesundheit, Ernährung und Schönheit verbindet die Autorin mit ihrer Yoga-Praxis. Sie zeigt verschiedene Asanas zu den jeweiligen Themen, die sich positiv auf die angesprochenen Bereiche auswirken. Jede Asana stellt sie ausführlich vor, erzählt Schritt für Schritt, wie man in die Haltung findet und man sieht auf einen Blick, wie die Asana wirkt. Die einzelnen Schritte sind mit ansprechenden Bildern unterlegt. Man sieht auf den Bilder direkt, dass Kerstin Linnartz über eine jahrelange Praxis verfügt. Das gibt auf der einen Seite sehr schöne Bilder, leider verleiten diese Bilder gerade ungeübte Einsteiger gerne dazu, sich zu überschätzen und mit zu viel Enthusiasmus und Gewalt in die Haltung zu kommen. Zwar wird immer darauf hingewiesen, Achtsam zu sein, auf seinen Körper zu hören und nicht zu überstürzen, aber man weiß ja manchmal selber, wie schnell man sich vertun kann.
Neben den großartigen Bildern haben mir aber auch die vielen persönlichen Geschichten der Autorin gefallen, die das Buch sehr auflockern und für Abwechslung sorgen. Bei manchen Themen habe ich gemerkt, dass ich mit meiner Yoga-Praxis und Lebenseinstellung noch nicht ganz so weit bin. Zur Yoga-Philosophie gehört z.B. Vegetarismus. Bei mir steht Fleisch immer noch auf dem Speiseplan. Zwar nicht jeden Tag, sondern in Maßen, aber ganz ohne kann ich mir zum jetzigen Zeitpunkt in meinem Leben nicht vorstellen. Die Autorin geht aber recht entspannt mit dem Thema um, regt aber natürlich auch zum Nachdenken an.
Das Buch lädt zum Blättern und Schmökern ein, die wunderschönen Bilder machen dieses Buch zu einem wunderschönen Blickfang und sorgen dafür, dass man es gerne immer wieder zur Hand nimmt.

Fazit:
Das Buch ist umfangreich und enthält neben den Asanas auch Ernährungstipps, Reinigungs- und Schönheitsrituale sowie ein Kapitel über Mudras und Meditation. Somit kann man sich hier sehr umfangreich über viele Bereiche informieren, um den Wohlfühlfaktor in seinem Leben zu verbessern. Allerdings sollte man sich, vor allem als Anfänger, von den schönen Bildern der Asanas nicht dazu verleiten lassen, über seine Grenzen hinaus zu gehen. Ich persönlich konnte viele Themen neu für mich entdecken und gerade das Thema Atmen und Meditieren konnte mir Kerstin Linnartz näher bringen.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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235 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 105 Rezensionen

bienen, roman, bienensterben, zukunft, vergangenheit

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:
England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.
Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.
China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.
Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

Meinung:
Ich liebe es Bücher zu lesen, die auf mehreren Zeitebenen spielen und die nach und nach ineinander übergreifen. Nicht umsonst zählt David Mitchell zu einem meiner Lieblingsautoren. Das Szenario in Die Geschichte der Bienen hat im Vergleich zu einem Mitchell Roman aber weniger Fantastik-Elemente, nichtsdestrotrotz aber eine sehr realistische Geschichte.
Denn im Jahre 2098 gibt es keine Bienen mehr auf der Welt. Auch andere bestäubende Insekten sind ausgestorben und so ist es an den Menschen, die Aufgaben der Bienen zu übernehmen. Eine der Bestäuberinnen ist Tao, die mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn Wei-Wen in China lebt. Als Wei-Wen eines Tages bei einem Ausflug etwas zustößt, setzt dieser Unfall Ereignisse in Gang, die die ganze Welt ändern könnten. Im Jahre 2007 muss dagegen der Imker George miterleben, wie das große Bienensterben beginnt. Doch das ist nicht sein einziges Problem, denn auch eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung belastet den Imker. Und im Jahre 1852 findet der Samenhändler William seinen Lebensmut wieder, als er sich mit den Bienen auseinander setzt. Doch egal was seine Forschungen zutage bringen, immer scheint ihm schon jemand damit zuvor gekommen zu sein und William fühlt, dass er die Menschen in seiner Umgebung immer wieder enttäuscht.
Tao, George und William sind drei sehr unterschiedliche Charaktere, die man jeder für sich entdecken sollte. So fühlte ich mich von Tao sehr stark angesprochen, da ich als Mutter mich sehr gut in sie hineinversetzen konnte. Aber auch George berührte mich sehr. William blieb dagegen der Charakter, zu dem ich am wenigsten Zugang fand, was aber weniger an der Tiefe und Ausarbeitung seiner Figur lag, als an seinem grundsätzlichen Charakter. Maja Lunde hat hier großartige Arbeit bei der Figurenentwicklung geleistet und sorgt bei den Hauptfiguren für genügend Tiefe und Spannung. Leider bleiben dafür einige Nebenfiguren im Roman eher blass.
Diese sind für die Haupthandlung allerdings auch eher nebensächlich, denn die Grundgeschichte ist berührend und ergreifend erzählt. Erschreckend real und fesselnd geplottet, entwickelt sich Die Geschichte der Bienen zu einem richtigen Pageturner. Mit Spannung verfolgt man die einzelnen Schicksale, stellt Vermutungen und erlebt, wie die Geschehnisse aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nach und nach ineinander greifen. Zwar habe ich einige Handlungen schon relativ früh durchschaut, dem Lesefluss hat das aber keinen Abbruch getan. Am Ende des Buches muss man die Ereignisse erst mal ein wenig sacken lassen, denn Maja Lunde schildert hier sehr eindringlich, was für Auswirkungen ein Aussterben der Bienen für uns Menschen haben kann. Sie zeigt Missstände in der heutigen Zeit auf, ohne dabei aber als Moralapostel zu wirken, und schafft es, dieses so wichtige Thema anschaulich und eindringlich dem Leser näher zu bringen.

Fazit:
Die Geschichte der Bienen ist unheimlich berührend, fesselnd und erschreckend real. In einer wundervoll konstruierten Geschichte spricht Maja Lunde ein uns alle betreffendes Thema an, zeigt, welche Auswirkungen ein Aussterben der bestäubenden Insekten haben könnte und regt somit ihre Leser zum Nachdenken an, ohne anzuprangern.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

jeder kuss ein volltreffer, katie macalister

Jeder Kuss ein Volltreffer

Katie MacAlister , Theda Krohm-Linke
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.03.2017
ISBN 9783736303669
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:
Allein, pleite und völlig planlos bleibt Mercy Sterling nichts anderes übrig, als sich einer mittelalterlichen Schwertschaukampftruppe anzuschließen. Und nach den ersten Tagen findet sie heraus, dass es tatsächlich Schlimmeres gibt, als Rüstungen zu tragen oder mit Pfeil und Bogen zu hantieren. Der beste Teil ihres Sommerjobs ist allerdings das Anwesen Bestwood Hall – beziehungsweise der neue Besitzer Alden Ainslie. Dieser ist von den Festspielen rund um seinen Sommersitz zunächst gar nicht begeistert … von der holden Mercy allerdings umso mehr!

Meinung:
Vor Jahren las ich damals sehr gerne die Vampir-Reihe der Autorin und hatte diese in ganz guter Erinnerung. Aber Katie MacAlister hat nicht nur im Fantasy-Romance-Bereich geschrieben, sondern auch im normalen Romance-Bereich Bücher veröffentlicht.
Bei Jeder Kuss ein Volltreffer handelt es sich um den dritten Teil der "The Importance of being Alice"-Reihe. Allerdings kann man den Roman auch problemlos ohne Vorkenntnisse der anderen beiden Bände lesen, denn dass es sich um einen Reihentitel handelte, wurde mir erst beim Lesen des Buchs bewusst. Deshalb kann ich recht wenig über vielleicht bekannte Charaktere sprechen, die Geschichte ist aber so eigenständig, dass ich nicht das Gefühl hatte, etwas zu vermissen.
Hier treffen wir nun auf die sehr lernbegierige Mercy, die einen so vielfältigen Wissensdurst hat, dass sie sich einfach nicht auf ein Studienfach festlegen kann. Eigentlich ist Mercy unterwegs, um als Lehrerin für zwei verzogene Kinder zu fungieren, doch ihr Dienst wird vorerst nicht benötigt, da die Kinder noch nicht da sind. Kurzentschlossen schließt sich Mercy daher einer Mittelaltergruppe an, die auf dem Anwesen Bestwood Hall Ritterspiele und -unterricht geben. Sehr zum Verdruss des neuen Eigentümers Alden, der dem ganzen zwar nicht zugestimmt hat, die Gruppe aber letztendlich duldet. Mercy quartiert sich, neben den Schaustellern, mit in dem baufälligen Anwesen ein und bald schon funkt es heftig zwischen Alden und Mercy. Im Anwesen selber geschehen merkwürdige Dinge und das Haus scheint sich gegen die Renovierung hartnäckig zu wehren.
Mercy ist sein sehr quirliger Charakter, der einfach sehr anstrengend war und der ich nicht immer folgen konnte, so schnell sprang sie von einem Gedankengang zum anderen. Das ist auch mit ein Grund, warum ich bis zuletzt keinen richtigen Bezug zu ihr aufbauen konnte. Da wirkt Alden auf den ersten Blick schon etwas ruhiger, auch wenn ich oft das Gefühl hatte, dass er von Mercys Art regelrecht überfahren wurde und es somit wirkt, als ob er nichts zu sagen hätte. Insgesamt sind die Figuren hier recht klischeebehaftet und wirken sehr austauschbar.
Die Handlung wirkt anfänglich auch sehr sprunghaft und ich hatte auch hier oft das Gefühl, nicht wirklich hinterher zu kommen. Wie Alden fühlte ich mich oft überrumpelt und gestresst. Auch die hohe Anzahl an erotischen Szenen hatte ich so in diesem Buch nicht erwartet. Der Humor, den Katie MacAlister hier versucht unterzubringen, zündete nicht immer bei mir und oft stellte ich fest, dass ich manchmal etwas genervt vom Roman war, was vor allem den Hauptfiguren geschuldet ist. Dafür hat die Autorin es aber geschafft, mich mit dem Handlungsverlauf ein wenig zu überraschen, so dass das Buch ab der Mitte tatsächlich eine unerwartete Wendung nahm, die ich so nicht erwartet hätte und die dafür sorgte, dass ich dann doch bis zum Schluss am Buch dranbleiben wollte.

Fazit:
Jeder Kuss ein Volltreffer hat meinen Nerv leider nicht getroffen. Zu hektisch war mir der Handlungsverlauf, zu quirlig und nervig seine Hauptfigur. Einzig die etwas überraschende Wendung im Roman hat mich am Buch dranbleiben lassen und ein klein wenig ausgesöhnt.
Von mir gibt es 2,5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an den Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

jakob martin strid, kinderbuch, anderssein, liebe, frosch

Ein kleiner Frosch macht Ärger

Jakob Martin Strid , Sigrid C. Engeler
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Boje ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.03.2017
ISBN 9783414824738
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:
Der kleine Frosch hat allerlei Unsinn im Kopf: Er malt Vater Frosch an, der friedlich im Bett schlummert, schmort das Telefon im Backofen und wäscht alle Bücher einmal gründlich durch. Seine Eltern haben ihre liebe Not mit ihm. Als sie mal wieder schimpfen, hat der kleine Frosch die Nase voll und büxt aus. Aber ob Familie Frosch ohne ihn wirklich besser dran ist?

Meinung:
Manchmal kann man einfach nicht aus seiner Haut. Besonders, wenn es ums Unartig sein geht. So ergeht es hier dem kleinen Frosch, der furchtbar gerne unartig ist und allerhand Blödsinn anstellen möchte. Doch irgendwann platzt Mutter Frosch und Vater Frosch der Kragen. Mit dem kleinen Frosch ist es ja nicht auszuhalten, woraufhin der kleine Frosch beschließt, wegzugehen, wenn es keiner mit ihm aushalten kann. Doch was kann er dagegen machen?
Was hatten wir für einen Spaß beim Vorlesen des Buchs. Die Streiche des kleinen Froschs haben für so manche Begeisterungsstürme bei meinen Kindern gesorgt, es wurde herzhaft gelacht, aber auch gebannt gelauscht. Denn die Geschichte zieht die Kinder in ihren Bann. Wie gut können sie sich doch in den kleinen Frosch hineinversetzen. Denn zum Kind sein gehört nun mal, dass man auch mal unartig ist und die Eltern mit einem Schimpfen. Und dass die Eltern auch mal ungewollte Sätze äußern, die sie so nicht meinen.
Neben den lustigen Texten, hier übersetzt von Sigrid C. Engeler, machen auch die Zeichnungen unheimlich viel Spaß. Die etwas groben Bilder sind farbenfroh und sprechen Kinder direkt an. Außerdem unterlegen sie die kurzen Texte sehr gut und laden zum Entdecken und Anschauen an. Der Stil mutet an einen Comic an, und so finden sich hier leicht mehrere Szenen auf einer Seite.
Die Botschaft des Buchs ist kindgerecht und spricht jüngere wie auch ältere Kinder an. Sie schafft Verständnis für Kinder und Eltern, ohne mit dem mahnenden Finger Vorhaltungen zu machen.

Fazit:
Ein kleiner Frosch macht Ärger hat sich in kurzer Zeit zum neuen Lieblingsbuch meiner Söhne avanciert. Die lustigen Streiche, die liebevolle Umsetzung der Thematik und der spritzige Erzählstil machen das Buch zu einer idealen Vorleselektüre.
Von uns gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Das Kleiderschrank-Projekt

Anuschka Rees , Rasha Khayat , Rasha Kayat
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 30.05.2017
ISBN 9783832199265
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:
Der Kleiderschrank ist voll bis oben hin und trotzdem beschleicht einen immer wieder das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben. Preisaktionen verleiten uns zu unüberlegten Fehlkäufen und bis das passende Outfit steht, vergeht Morgen für Morgen viel mehr Zeit, als uns lieb ist.
In Zeiten von Fast Fashion und ständig wechselnder Modetrends fällt es schwer, Kleidungsstücke auszuwählen, die perfekt zu einem passen und die man lange und selbstbewusst trägt. Genau an diesem Punkt setzt Anuschka Rees an: Sie gibt nicht vor, welche Teile jede Frau unbedingt in ihrem Schrank hängen haben sollte, sondern leitet dazu an, ganz individuell herauszufinden, was man wirklich braucht – und was nicht. Sie präsentiert einfache und überzeugende Strategien, um den eigenen Stil zu entwickeln, und zeigt, wie man mithilfe der richtigen Technik lernt, erfolgreich auszumisten, bewusster zu konsumieren, gute Qualität zu erkennen und das Beste aus seinem Budget herauszuholen.
Ganz egal, ob Sie sich schon immer leidenschaftlich für Mode interessiert haben oder noch ganz am Anfang stehen – ›Das Kleiderschrank-Projekt‹ wird Ihnen dabei helfen, Schritt für Schritt eine Garderobe zusammenzustellen, die genau auf Ihr Leben zugeschnitten und so vielfältig ist, dass unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten für jeden Anlass entstehen.

Meinung:
Wer kennt dieses Phänomen nicht? Der Kleiderschrank ist voller Klamotten, trotzdem hat man das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben. Rabatte und Schnäppchen lassen uns bergeweise Klamotten kaufen, die nur halbherzig passen um dann im Schrank ihr Dasein zu fristen. Auch in meinem Kleiderschrank befinden sich solche "Leichen".
Anuschka Rees spricht in diesem Buch aus eigener Erfahrung und gibt uns nun einen Ratgeber an die Hand, mit dem wir die Chance haben, unseren eigenen Stil zu entwickeln und immer gut angezogen sind, auch ohne tonnenweise Kleidung horten zu müssen. Schritt für Schritt führt die Autorin uns daran herauszufinden, was einem gefällt, wie man selbstkritischer in Bezug zu seiner Kleidung wird und nach und nach ein Gespür für den persönlichen Stil und Qualität findet.
Ich muss direkt vorwegnehmen: Das Kleiderschrank-Projekt ist kein Buch und erst recht kein Projekt, dass man schnell mal nebenbei ausführt. Wer sich intensiv mit dem Buch auseinander setzt wird feststellen, dass auch einiges an Arbeit auf einen zukommt. Über das Erstellen und Dokumentieren von Collagen und Pinnwänden ist dabei nur eines der Werkzeuge, die man hier näher gebracht bekommt. Anouschka Rees gibt uns keinen Stil vor, sondern ermutigt den Leser, sich mit dem Thema Mode intensiv auseinanderzusetzen. Sie gibt Tipps & Tricks rund um das Thema Qualität, bewusstes Einkaufen oder was zu welcher Jahreszeit in den Schrank gehört. Man kann das Buch konsequent von vorne nach hinten durchlesen, oder sich einzelne Kapitel raussuchen, die einen ansprechen. Den Faden verliert man dabei nicht.
Egal ob man bereits seinen Stil hat oder auf der Suche danach ist, das Buch ist für jeden Modeinteressierten eine Bereicherung. Mit den klaren Anweisungen und Hilfestellungen, den wunderbar verständlichen Grafiken und Tabellen und der liebevollen Aufmachung lädt dieser Ratgeber einfach dazu ein, immer wieder in die Hand genommen zu werden. Auch sprachlich konnte das Buch bei mir punkten. Die Anweisungen sind klar definiert, verständlich und somit auch gut umsetzbar.
Das Buch hat mir persönlich geholfen, mich mehr mit meinem persönlichen Stil zu beschäftigen, der zwar bereits eine Richtung eingeschlagen hat, aber noch ausbaufähig ist. Und besonders das Thema mit dem bewussten Einkaufen hat mir, seit ich dieses Buch begonnen habe zu lesen, sehr weiter geholfen, auch in anderen Bereichen meines Lebens. Somit hat dieses Buch mittlerweile einen festen Platz auf meinem Nachttisch, immer in Greifweite und bereit, mit zu inspirieren.

Fazit:
Das Kleiderschrank-Projekt ist nicht nur ein Ratgeber für mich geworden, sondern eine richtige Hilfe. Mit vielen nützlichen Tools, Tipps, Ratschlägen und Informationen findet man hier mit Hilfe des Buchs seinen eigenen Stil. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass man auch ein wenig Arbeit darin investieren muss ;) Aber auch wer seinen Stil schon gefunden hat findet in dem Buch einen wundervollen Ratgeber rund um das Thema Mode und Minimalismus im Kleiderschrank.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
Vielen Dank an die DuMont Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

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