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18 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

marita sydow hamann, fantasy, jugendroman, jugendbuch, reihe

Ragnarök

Marita Sydow Hamann
E-Buch Text: 573 Seiten
Erschienen bei Grassroots Edition, Santicum Medien, 27.09.2014
ISBN B00O09RQQS
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ragnarök hat mir genauso wie der Rest der Trilogie sehr gut gefallen. Die Abenteuer der Protagonistin Charlie und ihren Freunden sind spannend und leicht zu lesen. SciFi, Erdenalltag, mittelalterliche Welt voller Magie und nordische Mythologie stehen glaubhaft auf unterschiedlichen Erzählebenen nebeneinander und ergeben am Ende ein gelungenes gemeinsames Bild. Es macht Spaß, die vielen unterschiedlichen Charaktere, egal ob menschlich oder Fabelwesen, bei ihren Abenteuern und ihrer Entwicklung zu begleiten. Alle haben ihre Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen und bringen so oft den Leser zum Schmunzeln oder Kopfschütteln, aber auch zum Mitfühlen und Nachdenken. Man kann nur mit ihnen mitfiebern.

Die Waffen, die (ich denke, damit verrate ich nicht zu viel?!) als Schlüssel zur Rettung der Welt(en) benötigt werden, sind bei aller Magie sehr irdisch und auf den ersten Blick einfach und doch so schwierig umzusetzen. Nicht nur „der Bösewicht“ Oden wird überrascht sein, welche Mittel die Grundlage für seine Niederlage sind…

Mir hat die gesamte Trilogie „Die Erben der alten Zeit“ sehr gut gefallen. Die Autorin Marita Sydow Hamann hat für ihr Fantasyabenteuer einen sehr dichten Erzählteppich gewoben, auf dem es sich der Leser bequem machen kann. Alle Erzählebenen sind durchgängig ausführlich gestaltet, so dass man sehr gut sowohl in den Erdenalltag, als auch in die SciFi-Welt der Euripiden oder die mittelalterliche Welt von Godheim eintauchen kann. Spannung, nachdenkliche Momente, Humor und Liebe wechseln sich ab, so dass trotz vergleichsweise entspannter Erzählweise zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt. Daumen hoch für „Die Erben der alten Zeit“ und ich hoffe, schon bald Neues von Marita Sydow Hamann lesen zu dürfen.

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Tags: fantasy, jugendbuch, marita sydow hamann, nordische mythologi   (4)
 

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

fantasy, trilogie, jugendroman, high fantasy, abenteuer

Das Amulett

Marita Sydow Hamann
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei SANTICUM MEDIEN, 27.05.2013
ISBN 9783200030831
Genre: Fantasy

Rezension:

Mit dem Buch „Das Amulett“ startet die in Schweden wohnende Autorin Marita Sydow Hamann in ihre Fantasy-Trilogie „Die Erben der Alten Zeit“. Hauptfigur dieser Geschichte ist die vierzehnjährige Charlotta Johannson, genannt Charlie, die bereits aufregende Kindheits- und Jugendjahre hinter sich hat. Ihren Namen hat sie von ihren Pflegeeltern, die das unter mysteriösen Umständen aufgefundene Findelkind im Alter von etwa fünf bis sechs Monaten aufgenommen haben. Bei den Johannsons ist sie behütet aufgewachsen, bis ihre Pflegeeltern kurz vor Charlottas neuntem Geburtstag tödlich verunglückt sind. Danach wechselt Charlies Aufenthaltsort zwischen Kinderheimen und unterschiedlichen Pflegefamilien, ohne dass das Mädchen ein wirkliches zuhause findet. Nach fünfeinhalb Jahren hat Charlie endgültig die Nase voll, ständig neue Eltern zugewiesen zu bekommen und läuft aus dem Kinderheim weg, in der Hoffnung, eine Spur zu ihren echten Eltern zu finden. Zu ihren wenigen Habseligkeiten gehören ihre Akte aus dem Kinderheim und ein steinernes Amulett, das der Akte beilag.

Mit diesem Amulett hat Charlie ein Artefakt, das ihr und scheinbar nur ihr besondere Kräfte verleiht. Als sie durch einen dichten Nebel wandert, findet sie sich plötzlich auf einem anderen Planeten wieder: Godheim, einer mittelalterlich geprägten Welt, in der der grausame Magier Oden herrscht. In Godheim ist vieles anders als auf der Erde, den Planeten umkreisen zwei Monde, ein Tag hat 26 Stunden und viele unbekannte Pflanzen, Tiere und Fabelwesen bevölkern ihn. Nur die Menschen sind ähnlich wie Charlie und doch so anders in ihrer mittelalterlichen, von Magie beeinflussten Welt. Schon bald findet Charlie in Tora und Kuran Freunde, muss aber schnell erkennen, dass ihr bei weitem nicht alle wohl gesonnen sind. Durch ihr fremdartiges Aussehen und ihren Dialekt droht sie, in den Fokus des Magiers Oden zu geraten, der sie aus unerklärlichen Gründen aus dem Weg räumen will. So einfach zur Erde zurückzukehren klappt jedoch nicht und außerdem spürt sie auf Godheim eine Verbindung zu ihren Eltern. Kann dies ihr Heimatplanet sein, von dem sie als Baby weggeschickt wurde? Doch was ist der Grund dafür?

Auf den ersten Seiten ihres Fantasyromans umreißt die Autorin in Kürze die Kindheit ihrer Protagonistin Charlie auf der Erde, doch schon nach knapp vierzig Seiten taucht der Leser in die phantastische Welt von Godheim ein. Diese Welt beschreibt Marita Sydow Hamann so intensiv und mit viel Liebe zum Detail, dass ich knapp sechshundert Seiten und nur wenige Stunden später ohne großartig Pause zu machen, am Ende des ersten Buchs wieder aufgetaucht bin.

Der Roman „Die Erben der Alten Zeit“ ist extrem flüssig und leicht zu lesen und hat mich völlig in den Bann gezogen. Die Fabelwesen entstammen zum Teil unterschiedlichen Mythologien, sind wahlweise erschreckend oder witzig, aber immer so plastisch beschrieben, dass ich oft das Gefühl hatte, ihnen gemeinsam mit Charlie und ihren Freunden gegenüber zu stehen. Sowohl bei der Entwicklung der Charaktere als auch der Geschichte lässt sich die Autorin Zeit. Sie hetzt nicht durch die Geschehnisse, sondern lässt sich selbst und dem Leser viel Raum für eine fantasievolle Welt. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen war dieses Buch für mich auf keiner Seite langweilig.

„Die Erben der Alten Zeit“ ist meiner Ansicht nach für jüngere und ältere Fantasy-Fans geeignet, die nicht vordergründig auf Action stehen, sondern auch den märchenhaften, erzählenden Charakter einer Geschichte zu schätzen wissen. Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Teile und bin sehr gespannt wie es mit Charlie und ihrer Reise zwischen den Welten weitergeht.

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Tags: fantasy, marita sydow hamann   (2)
 

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18 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

percy jackson, urban fantasy, unterwelt, halbgott, annabeth chase

The House of Hades

Rick Riordan
E-Buch Text: 608 Seiten
Erschienen bei Puffin, 08.10.2013
ISBN 9780141339214
Genre: Sonstiges

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566 Bibliotheken, 7 Leser, 3 Gruppen, 86 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, ursula poznanski, liebe, verschwörung

Die Verschworenen

Ursula Poznanski
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Loewe, 16.10.2013
ISBN 9783785575475
Genre: Jugendbuch

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

weltraum, scifi, space opera, abenteuer, military scifi

Wolfhound

Kindal Debenham
E-Buch Text: 354 Seiten
Erschienen bei null, 17.07.2013
ISBN B00E0ODKVI
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mir hat Wolfhound ausgesprochen gut gefallen, auch wenn ich ansonsten kein Dauergast am Military SciFi-Regal in den Buchhandlungen bin. Die Geschichte ist nicht nur sehr actiongeladen, wenn sie die Protagonisten von einer Angriffswelle in die nächste jagt, sondern lebt auch sehr stark von den zwischenmenschlichen Spannungen und der Entwicklung der einzelnen Charaktere.

Als Nicht-Military-Spezialist hat mir gut gefallen, dass ich nicht mit einer Reihe möglichst „origineller“, doch kaum lesbarer Namen, sei es von Planeten, Menschen oder Fachbegriffen bombardiert worden bin. Das Infodumping hat der Autor auf das notwendige Minimum beschränkt und dafür mehr Platz für die Geschichte gelassen.

Wolfhound hat mir gezeigt, dass es sich auch lohnt, öfter mal abseits des Mainstreams bei Indieautoren zuzugreifen. Der Nachfolger „Badger“ in der Jacob-Hull-Serie ist bereits auf dem amerikanischen Markt erschienen und ich hoffe, dass auch er seinen Weg nach Deutschland finden wird. (Nicht nur) für jugendliche SciFi-Fans ein spannendes Lesevergnügen.

Die komplette Rezension ist auf meinem Blog readeralex zu finden.

 

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Tags: abenteuer, jacob hull, military scifi, scifi, weltraum, wolfhound   (6)
 

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

zeitreise, zukunft, abbie, ben, richard ungar

Die Time Catcher

Richard Ungar , Knut Krüger
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.03.2013
ISBN 9783570155745
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der 13jährige Caleb ist ein Meisterdieb. Egal ob er von dem Boss der Firma „Edles für die Ewigkeit“ mit dem Diebstahl einer Ming-Vase, Elvis Originalgitarre, den Kronjuwelen oder dem ersten Foto der Welt beauftragt wird – kein Coup scheint ihm zu gewagt. Doch Caleb klaut die Artefakte nicht etwa aus irgendwelchen Hochsicherheitstrakten der größten Museen seiner Gegenwart, dem Jahr 2060. Nein, er reist bei so genannten Catches gemeinsam mit seiner besten Freundin Abbie in die jeweilige Vergangenheit der wertvollen Gegenstände noch bevor sie so wertvoll geworden sind und tauscht sie gegen Duplikate aus.

Diese Zeitreisen mit den Beutezügen machen Caleb Spaß, besonders weil Abbie immer dabei ist, die zunehmend mehr für ihn bedeutet als nur eine gute Freundin. Gemeinsam erleben sie große historische Momente mit, erleben viel Lustiges und großen Nervenkitzel. Was will man mehr als so ein scheinbar perfektes Leben? Caleb gerät jedoch immer mehr ins Grübeln. Er ist traurig, dass er als Teil der Firma „Edles für die Ewigkeit“ keine echte Familie, keine Eltern oder wirklichen Geschwister hat. Onkel, der Boss der Firma und gleichzeitig so etwas wie ein Ersatzvater für die jugendlichen Diebe, wird zunehmend skrupellos, größenwahnsinnig und immer brutaler gegenüber seinen Schützlingen. Und auch unter den Jugendlichen kann man nicht von geschwisterlicher Zuneigung sprechen, da jeder zusehen muss, dass er die erfolgreichsten Diebeszüge macht, um nicht von Onkel grausam bestraft zu werden.

Mario ist Calebs größter Konkurrent. Er sabotiert nach Möglichkeit alles was Caleb wichtig ist, seine Catches, seine Freundschaft zu Abbie und sogar die Träume von einer richtigen Familie. Was muss Caleb alles riskieren, um ein glückliches und sicheres Leben führen zu können?

Mit DIE TIME CATCHER ist dem Autor Richard Ungar ein starker Auftakt in eine neue Jugendbuchserie gelungen. Calebs Geschichte erinnert ein wenig an Oliver Twist, den Waisenjungen, der nichts von seiner Herkunft weiß und von einem skrupellosen und brutalen Hehler ausgebeutet und auf Diebeszüge geschickt wird. Caleb Zeitsprünge kreuz und quer durch die Weltgeschichte sind spannend und häufig sehr komisch. Durch die Ich-Erzählweise aus der Sicht des Hauptprotagonisten ist der Leser sehr nah dran am Geschehen und auch an seinen Gedanken und Gefühlen, egal ob es um Abbie geht, die Zweifel an dem was er tut oder auch die Sehnsucht nach einem richtigen Familienleben. Caleb ist ein sympathischer Held, der immer versucht, das richtige zu tun und sogar danach strebt, seine Diebstähle ehrenhaft durchzuführen, der aber auch von Selbstzweifeln und Eifersucht geplagt wird. Er hat einfach Pech gehabt, ins falsche Umfeld geraten zu sein. Die Gegenpole zu ihm stellen sein Altersgenosse Mario und sein „Ziehvater“, genannt Onkel, dar. Mario und Onkel scheinen sich gegenseitig an Boshaftigkeit und Skrupellosigkeit überbieten zu wollen und oftmals ist Caleb der Leidtragende. Häufig zuckt man schon beim Lesen wegen ihrer Gemeinheiten zusammen, denn insbesondere Onkel ist in seiner Brutalität fast grenzenlos.

Und genau hier setzt auch mein einziger Kritikpunkt an der Geschichte an. Laut Verlagsempfehlung ist das Buch für die Zielgruppe 10/11Jahre aufwärts geeignet. Zu 90 % würde ich das auch mit unterschreiben, denn das Buch ist leicht und flüssig lesbar, spannend und häufig auch sehr komisch. In einigen wenigen Momenten, wenn zum Beispiel Mario oder auch Caleb von Onkel bestraft werden, wird es dagegen meiner Meinung nach zumindest für die Zielgruppe unnötig brutal. Insgesamt gesehen kommt Onkels junge Diebesbande in ihrem ganzen Denken, Handeln und Reden ziemlich erwachsen rüber. Schwer zu sagen, ob damit die Identifikation mit den Hauptpersonen für jüngere Leser noch gelingt.

Für etwas ältere jugendliche Leser, die dann hoffentlich auch nicht allzu zartbesaitet sind, sind DIE TIME CATCHER aber auf jeden Fall ein gelungener Lesespaß, der Spannung, Emotionen und auch Lustiges zu bieten hat – Lesenswert! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Tags: dieb, die time catcher, freundschaft, jugendbuch, meisterdieb, richard ungar, zeitreise, zukunft   (8)
 

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1.544 Bibliotheken, 30 Leser, 8 Gruppen, 205 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, teri terry, gelöscht, zukunft

Gelöscht

Teri Terry , Marion Hertle
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 01.06.2013
ISBN 9783649611837
Genre: Jugendbuch

Rezension:

England, Mitte des 21. Jahrhunderts – nach zahlreichen Terroranschlägen hat die englische Regierung die Grenzen dicht gemacht und verfolgt Verbrecher erbarmungslos.

Um den besonders unter Jugendliche verbreiteten Terrorismus zu bekämpfen, werden alle unter 16jährigen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, geslatet. Das heißt, sie werden nicht ins Gefängnis gesteckt oder zum Tode verurteilt, sondern „rehabilitiert“, indem ihr Gehirn so manipuliert wird, dass sämtliche Erinnerungen und ihre Persönlichkeit gelöscht werden. Ein so genanntes Levo misst und steuert danach über einen Chip im Gehirn nach der OP sämtliche Emotionen. Wer zu extrem negative Emotionen hat, wird per Steuerimpuls ausgeknockt oder sogar getötet. In monatelangen Krankenhausaufenthalten werden die Jugendlichen nach dem Slating wieder lebensfähig gemacht und danach mit einer neuen Identität in fremden Familien untergebracht. So soll ihnen eine Chance für einen Neustart ins Leben gegeben werden.

Die sechzehnjährige Kyla hat ein solches Slating hinter sich und wohnt bei ihrer neuen Familie. Auch ihre neue Schwester Amy und einige ihrer Schulkameraden sind Slater und helfen Kyla, sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden. Schon bald merkt das Mädchen jedoch, dass sie sich von den anderen Slatern unterscheidet. Flashbacks und Albträume geben Kyla immer wieder Hinweise auf ihre Vergangenheit und auch ihre Emotionskontrolle scheint anders als bei ihren Schicksalsgenossen zu funktionieren. Dadurch neugierig gemacht, fängt Kyla an, Nachforschungen über ihre Identität anzustellen und bringt sich und möglicherweise auch andere damit in große Gefahr. Mitschüler und Lehrer verschwinden und Kyla ist überhaupt nicht klar, wem sie trauen kann und wem nicht. Außerdem hat sie die schlimme Vermutung, dass nicht nur Verbrecher zur Strafe geslatet werden, sondern möglicherweise auch Menschen, die der Regierung unbequem sind.

Ist es wirklich klug, dass sie weiterforscht oder wäre es besser, tatsächlich den Neustart zu machen und ihre alte Identität hinter sich zu lassen?

Teri Terrys Auftakt ihrer Zukunftsserie ist so ganz anders als viele Dystopien, die derzeit auf dem Jugendbuchmarkt sind. Die Idee, Verbrechen durch Manipulationen am Gehirn zu verhindern, ist ebenso faszinierend wie schrecklich, da dem möglichen Missbrauch Tür und Tor geöffnet sind. Heiligt da der Zweck wirklich die Mittel?

Wer bei GELÖSCHT auf einen Zukunfts-Thriller hofft, bei dem sich die Action überschlägt und auch möglicherweise mit körperlicher Gewalt nicht gespart wird, könnte eine herbe Enttäuschung erleben. Terrys Zukunftsvision geht eher in Richtung Psychothriller, in dem die Spannung aufgebaut wird durch die Beschreibung der Emotionen und Erlebnisse der Protagonistin Kyla. Die Geschichte wird im Präsens aus Kylas Ich-Perspektive erzählt. Zu Beginn ist die Hauptfigur fast gar nicht greifbar, was aber auch sehr passend ist, da sie durch das Slating eigentlich gar keine Persönlichkeit mehr hat. Erst nach und nach kommen immer mehr ihrer Eigenheiten durch, was bei einem Slater aber gar nicht sein dürfte. Als Leser wird man immer wieder auf eine falsche Fährte geschickt, was der Hintergrund für Kylas Verurteilung zum Slating gewesen sein könnte und welche Menschen in ihrem Umfeld vertrauenswürdig sind. Durch diese permanente Atmosphäre von Angst, Wut, Zweifel, Misstrauen in die Mitmenschen aber auch die eigene Identität, abgewechselt mit kurzen Momenten der Freude und Hoffnung wird eine Art der Spannung geschaffen, die den Leser nicht unbedingt direkt anspringt, sondern mehr durch die Hintertür herein kommt.

Die Charaktere sind nicht sehr ausgeprägt skizziert, was aber einerseits typisch für die Slater ist und andererseits auch möglicherweise die Haltung aller „Normalos“ widerspiegelt: Bloß nicht auffallen, damit man nicht auch ins Visier der Regierung und ihrer Spitzel gerät.

Mir hat GELÖSCHT sehr gut gefallen: die Idee, die hinter dem Plot steckt, ist sehr cool und die Sprache ist leicht und flüssig. Ein Buch, dass man locker wegschmökern kann, aber das auch, wenn der Leser mag, Impulse zum Nachdenken gibt. Ich freue mich sehr auf den Nachfolgeband, insbesondere da die Autorin es sich nicht hat nehmen lassen, GELÖSCHT mit einem fiesen Cliffhanger enden zu lassen. Im Frühjahr 2014 wissen wir dann, wie es mit Kyla weitergeht.

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Tags: dystopie, gehirnmanipulation, hirnforschung, jugendbuch, slater, slating, terrorismusbekämpfung   (7)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The Rithmatist

Brandon Sanderson
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Orion Publishing Co, 16.05.2013
ISBN 9781444009538
Genre: Sonstiges

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Shift

Kim Curran
Flexibler Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Angry Robot, 23.08.2012
ISBN 9781908844033
Genre: Sonstiges

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579 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 115 Rezensionen

dystopie, enders, starters, lissa price, callie

Enders

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.05.2013
ISBN 9783492702645
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auch „Enders“ konnte mich sofort in die Welt der Hauptfigur Callie hineinziehen. Durch den flüssigen und einfachen, aber trotzdem angenehmen Schreibstil der Autorin konnte ich es zum Glück sehr schnell durchschmökern. Wegen der langen Wartezeit zwischen den beiden Bänden hatte ich befürchtet, dass ich nicht mehr so recht in das Buch rein finde, aber dank kurzer Rückblenden gab’s damit zum Glück keine Probleme.

Wie im ersten Band „Starters“ fand ich die Storyline sehr gut durchdacht, sie hat mich von Anfang an gefesselt. Nach einer kurzen Art Einleitung, wo Callie versucht, in ihren normalen Alltag zu kommen, geht es schon Schlag auf Schlag weiter. Man ist fast schon in der Geschichte gefangen, da wirklich überraschende Wendungen kommen und auch das Ende hätte ich ehrlich gesagt keinesfalls erwartet. Callies Handlungen und Gefühle konnte ich sehr gut nachvollziehen, weil eigentlich für mich die meisten Szenen durchaus glaubwürdig rüberkamen.

Auch die Charaktere im zweiten und letzten Band der Dilogie haben mir sehr gut gefallen, denn weder Callie noch ihre Freunde sind komplett perfekt – sie haben alle ihre kleinen Macken und Geheimnisse und wirken dabei nicht zu konstruiert. Ihre eventuelle Romanze mit Hyden steht eher im Hintergrund und dadurch bleibt der Fokus auf ihrem eigentlichen Ziel, den Old Man zu besiegen.

„Enders“ ist meiner Meinung nach ganz anders als „Starters“: Während die Grundidee des Körpertauschs und der schockierende Zustand der Gesellschaft im ersten Band im Mittelpunkt stehen, ist es nun eher Callies Rebellion und Kampf gegen den Old Man und die Regierung.

Das Einzige, was mich in diesem Teil etwas gestört hat, war, dass am Ende doch schon ein paar Fragen offen blieben, aber ansonsten kommt die Geschichte zu einem vernünftigen Ende – man kann es ja auch so sehen, dass die Autorin es bewusst dem Leser überlassen wollte.

Insgesamt ist „Enders“ also ein sehr gelungener Abschluss der Reihe und ich freue mich auf andere Bücher von Lissa Price.

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676 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 93 Rezensionen

dystopie, liebe, jennifer benkau, joy, percents

Dark Destiny

Jennifer Benkau
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei script5, 18.03.2013
ISBN 9783839001455
Genre: Science-Fiction

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1.521 Bibliotheken, 81 Leser, 3 Gruppen, 156 Rezensionen

satire, hitler, berlin, humor, adolf hitler

Er ist wieder da

Timur Vermes
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.09.2012
ISBN 9783847905172
Genre: Romane

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

dämone, samurai, japan, sprechende tiere

Sunyata Neko - Die Legende des Samurai-Katers

Thomas Fang
E-Buch Text
Erschienen bei null, 30.03.2013
ISBN B00C4EN34A
Genre: Sonstiges

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

polsprung, jugendbuch, liebe, geheimdienst, jagd

Polsprung

Daniel Westland
Fester Einband: 236 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 01.01.2011
ISBN 9783833939228
Genre: Jugendbuch

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191 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

berlin, thriller, virus, seuche, zombies

Pandämonium - Die letzte Gefahr

Alexander Odin
Flexibler Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.02.2013
ISBN 9783404167418
Genre: Krimi und Thriller

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Breathe

Sarah Crossan
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury Publishing, 01.10.2012
ISBN 9781408827192
Genre: Romane

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1.056 Bibliotheken, 17 Leser, 8 Gruppen, 138 Rezensionen

labyrinth, jugendbuch, thriller, rainer wekwerth, jugendliche

Das Labyrinth erwacht

Rainer Wekwerth
Fester Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401067889
Genre: Jugendbuch

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216 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

dystopie, zukunft, kendira, dante, sicherheitszone

Liberty 9 - Todeszone

Rainer M. Schröder
Fester Einband: 550 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.03.2013
ISBN 9783570154656
Genre: Jugendbuch

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

expiration date, sequel, rm, fragments

Fragments

Dan Wells
Flexibler Einband: 482 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Publishers, 28.03.2013
ISBN 9780007465231
Genre: Sonstiges

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

republik, legend, june, day, prodigy

Prodigy

Marie Lu
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei Penguin, 29.01.2013
ISBN B00ADNPCCU
Genre: Sonstiges

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118 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

thriller, stalking, jugendbuch, angst, liebe

Und keiner wird dich kennen

Katja Brandis
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 28.01.2013
ISBN 9783407811301
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In dem Thriller UND KEINER WIRD DICH KENNEN erzählt die Autorin Katja Brandis die Geschichte von Maja, deren Familie Opfer eines Stalkers ist.

Nachdem der brutale Terror des Exfreunds von Majas Mutter mit Gefängnis bestraft wurde, ist bei Maja und ihrer Familie nach einigen Jahren wieder so etwas wie Normalität eingekehrt. Zwar sprechen sie mit niemandem über das Erlebte, um alte Wunden nicht wieder und wieder aufreißen zu lassen, doch die größte Angst ist bei ihnen vorüber. Maja , ihre Mutter und ihr kleiner Bruder haben ein schönes Zuhause, Freunde gefunden und sind glücklich.

Dieses Glück nimmt ein plötzliches Ende, als Majas Familie erfährt, dass der Mann, der sie so lange tyrannisiert hat, aus dem Gefängnis entlassen wird. Von einem Tag auf den anderen muss die Familie im Rahmen des Opferschutzprogramms untertauchen, um nicht wieder bedroht zu werden. Dabei müssen sie alles hinter sich lassen: ihr Zuhause, Erinnerungsstücke, Freunde, Maja ihren neuen Freund Lorenzo und nicht zuletzt sogar ihre Identität.

In einer neuen Stadt müssen sie unter neuen Namen ganz von vorne anfangen. Obwohl Maja sich Mühe gibt, das beste aus der Situation zu machen, kann und will sie diesen Albtraum aus Angst, Lügen und Verzicht nicht akzeptieren. Um Lorenzo wiederzusehen, trifft sie eine einsame Entscheidung, die ihre ganze Familie in Lebensgefahr bringt.

Den Albtraum, ein Stalking-Opfer zu sein, beschreibt Katja Brandis sehr spannend. Eigentlich unverschuldet schliddert Majas Familie in diesen Terror und scheint sich nur während des Gefängnisaufenthalts des Täters vorübergehend aus der Opferrolle befreien zu können. Die psychologische Betreuung hilft zwar, die Vergangenheit zu bewältigen, aber der Gedanke an die Zukunft, wenn der Täter wieder auf freiem Fuß ist, lässt die Angst sofort wieder hochkommen. Und dabei ist irgendwie kein Ende in Sicht.Die Strafe für die Opfer erscheint deutlich härter als für den Täter. Sie leben auf der Flucht und in ständiger Angst, während der Stalker nach seiner Gefängnisstrafe wieder da weitermachen kann, wo er aufgehört hat.

Man kann sehr gut Frust, Wut und Trauer der betroffenen Personen nachvollziehen, denn Katja Brandis erzählt nicht nur über Maja und ihre Familie, sondern auch über Lorenzo, Majas Freund, und über Majas neue Freunde, die nur ahnen können, dass mit ihr irgend etwas nicht stimmt. Die immer wieder eingestreuten Passagen über Robert, den Stalker, erhöhen die Spannung.

Majas Entscheidungen sind unvernünftig, aber nachvollziehbar. Es ist sehr hart, alles was einem wichtig ist, zurücklassen zu müssen, ohne dass man dabei mit entscheiden kann. Dieses Gefühl der Ohnmacht macht die Autorin in ihrem Thriller sehr deutlich.

Das Thema Stalking ist immer wieder aktuell in der Presse, doch was das für die Betroffenen bedeutet, darüber denkt man oft nicht nach. Trotz oder wegen des schwierigen und spannenden Themas ein Buch, das ich kaum zur Seite legen konnte. Meiner Meinung nach ist dieser Thriller nicht nur für Mädchen geeignet, sondern für alle, die Interesse an Spannung und einem brisanten Thema haben.

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 44 Rezensionen

steuerhinterziehung, mord, hamburg, jugendbuch, erpressung

Dangerous Deal

Andreas Schlüter
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kosmos (Franckh-Kosmos), 07.02.2013
ISBN 9783440129302
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Wer sein Leben verändern würde, wenn er eine Million Euro gewinnt, sollte es verändern. Auch ohne die Million."
Laura in “Dangerous Deal”

“Dangerous Deal” ist ein Roman aus der 21-Century-Thrill-Reihe des Kosmos-Verlags.

Als der 17-jährige Christoph nach dem überraschenden Tod seines Nachbarn von diesem völlig überraschend ein Laptop vererbt bekommt und darauf nur eine Handvoll unscheinbarer Word- und Excel-Dateien findet, denkt er sich erst einmal nichts dabei. Doch als auf dem Laptop eine an ihn adressierte Mail auftaucht, ändert sich das schon ganz schnell, denn angeblich benötigt der Bundesnachrichtendienst „Hilfe in einer Wichtigen Angelegenheit“. Einen Anruf später bekommt Christoph in einem McDonalds-Restaurant von einem mysteriösen Mann 25.000 Euro für das Laptop angeboten. Dieses Angebot kann er natürlich nicht abschlagen, doch stirbt der Mann kurz vor der Übergabe angeblich bei einem Verkehrsunfall. Als dann bei ihm eingebrochen wird, wird Christoph klar, dass scheinbar jemand krampfhaft nach dem Laptop sucht. Mit einem Schlüssel aus der Wohnung des Verstorbenen findet er eine CD in einem Bankschließfach, die anscheinend einen wichtigen und brisanten Inhalt hat. Bald erkennt er, dass er in höchster Gefahr ist, denn dieser Inhalt birgt Informationen über Steuerhinterzieher, die vor nichts zurück schrecken. Kann er sich noch nicht einmal mehr auf die Polizei verlassen?

Schon beim Blick aufs Cover weiß man: Es geht anscheinend um Schweigegeld. Darüber erfährt man auch schon früh in der Geschichte, sodass zu Beginn durch den vermeintlichen Verkehrsunfall direkt Spannung da ist, die sich eigentlich auch das ganze Buch über hält.
Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um in den Schreibstil hinein zu finden, obwohl mich einfache Sprache in einem Roman eigentlich nicht stört. Aber das kann man ja mal haben und dann, nach ein paar Seiten, ging es auch schon wieder und ich konnte das Buch sehr flüssig lesen, sodass ich es schon nach kurzer Zeit in einem Rutsch durch hatte.
Schade fand ich eigentlich das Ende, weil es zeigen will, dass man in Deutschland mit so großen Verbrechen durchkommt. Aber da hat Andreas Schlüter schon recht: Es wäre wirklich ein bisschen unrealistisch, wenn da die Kids mit kleinen Tricks die böse Verbrecherbande eher als die Polizei überführen.
Einen wirklichen Kritikpunkt habe ich aber doch: Die Charaktere sind mir einfach viel zu blass. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich sie mit jedem x-beliebigen 17-jährigen hätte vertauschen können, sie hatten nichts Besonders an sich. Außerdem ist Christoph einerseits die Hauptfigur des Buches, lässt sich aber andererseits meiner Meinung nach fast alles von seiner Freundin Laura machen. Dadurch wirkt er irgendwie etwas platt.

Fazit:

Spannendes und schnell gelesenes Buch mit fesselndem Actionanteil, aber zu blassen Charakteren.

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ddr, ferienlager, 1989, wende, erwachsen werden

Schneckenmühle

Jochen Schmidt
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Beck, C H, 18.07.2013
ISBN 9783406646980
Genre: Romane

Rezension:

Es fühlt sich seltsam an, [...]. Daß man immer nur das erlebt, was man selbst erlebt, aber daß überall sonst auch etwas stattfindet.
Jens in SCHNECKENMÜHLE von Jochen Schmidt

Sommer 1989 in der DDR – der 14jährige Jens fährt wie jeden Sommer seit seinem sechsten Lebensjahr in das Ferienlager Schneckenmühle in Sachsen. Dieser Aufenthalt wird für ihn ein besonderer sein, denn diesmal gehört er zu den Großen, die zum letzten mal dabei sein dürfen.

Vor der Fahrt denkt er noch mit gemischten Gefühlen an die Fahrt, erinnert sich an gute aber auch an unschöne Ereignisse aus den vergangenen Ferienlagern. Schon bald lebt er sich jedoch sehr gut in Schneckenmühle ein und verbringt die Tage mit spielen, wandern, quatschen und Blödsinn machen. Und dann ist da noch die Sache mit den Mädchen, an die er sich irgendwie nicht so richtig herantraut…

Der Autor Jochen Schmidt erzählt seinen Roman Schneckenmühle aus der Perspektive von Jens. Durch Jens’ sprunghafte Art kommt kein echter Erzählfluss auf. Wie in einem Kaleidoskop lässt er den Leser mal an seinen Gedanken oder Erinnerungen teilhaben, dann erzählt er über den Tagesablauf in dem Ferienlager und in anderen Momenten werden ganze Dialogpassagen mit seinen Freunden wiedergegeben. Scheinbar ganz nebensächliche Dinge wie Pflaster zuschneiden nehmen für Jens den gleichen Raum ein wie das Verschwinden von Betreuern, die möglicherweise in den Westen geflohen sind. Durch Jens’ völlig ungefilterte Gedankenflut erfährt der Leser viel über das Leben eines Jugendlichen Ende der 80er in der DDR, obwohl Jens mit seiner Westverwandtschaft und christlichen Verbindungen nicht unbedingt sehr typisch gewesen sein dürfte.

Jens entwickelt sich im Laufe des Jugendlagers, er wird reifer. Von den politischen Entwicklungen außerhalb von Schneckenmühle, den großen Veränderungen, die auf die Wende hinauslaufen, bekommt der Leser gemeinsam mit Jens jedoch nichts oder nur andeutungsweise etwas mit. Als er Schneckenmühle verlassen muss, ist er traurig und ahnt nicht, was ihn in den nächsten Wochen und Monaten möglicherweise erwarten wird.

Auch wenn Schmidts Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig ist, passt er sehr gut zu Jens – sprunghaft, etwas verworren und oftmals voller Humor. Ich habe oft gelacht, aber auch oft den Kopf geschüttelt, nicht nur über Jens’ (zu große?) Naivität, sondern auch über den beschriebenen Alltag in der DDR. Durch den Klappentext des Verlags hatte ich vermutet/gehofft, dass ich auch mehr über die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Jahr 1989 erfahren würde. Diese Erwartung wurde enttäuscht. Allerdings muss ich sagen, dass genau das, was Jens erlebt hat, wahrscheinlich sehr viel authentischer ist. Er wird nicht der einzige gewesen sein, der in seiner eigenen Welt gelebt hat und dann von den großen Veränderungen überrascht worden ist…
Schmidts Roman ist meiner Meinung nach für Jugendliche und Erwachsene gut geeignet – 4 Sterne.

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Tags: 1989, ddr, erwachsen werden, ferienlager, jochen schmidt, schneckenmühle, wende   (7)
 

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

thriller, mord, katja brandis, schule, jugendthriller

Libellenfänger

Katja Brandis
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.10.2012
ISBN 9783492702768
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ricky ist fassungslos, als ihre Mitschülerin Antonia bei einem gemeinsamen Abend in der Disco plötzlich zusammenbricht und trotz aller Reanimationsversuche stirbt. Fast noch mehr schockiert es sie jedoch, dass die Polizei den Fall als „natürliche Todesursache“ einstuft und somit als erledigt zu den Akten legt. Damit will Ricky sich jedoch nicht abfinden; sie glaubt an Mord und macht sich mit der Unterstützung von Marek, einem Schulkameraden, auf die Jagd nach dem Mörder. Es scheinen mehrere Personen ein Motiv für einen Mord an Antonia gehabt zu haben und je mehr Ricky und Marek herumstochern, desto mehr sorgen sie für Unruhe. Schließlich will kaum jemand aus ihrem Freundeskreis mehr etwas mit Ricky zu tun haben und ihr droht sogar ein Schulverweis wegen Verbreitung von Verleumdungen. Marek und Ricky lassen jedoch nicht locker und versuchen weiter, die letzten Wochen in Antonias Leben nachzuvollziehen. Können sie den Täter zur Strecke bringen? Wie viel müssen sie selbst dafür riskieren, denn wer einmal getötet hat, schreckt wahrscheinlich auch vor einem weiteren Mord nicht zurück …

Katja Brandis LIBELLENFÄNGER ist ein gelungener Jugendthriller für alle, die auch ohne viel Blutvergießen auf jeder Seite auskommen. Die Geschichte entwickelt sich ruhig, ist dabei aber spannend ohne auf zu große Schockmomente zu setzen. Gut gefallen hat mir die Verbindung mit Rickys eigener Vergangenheit als Knastkind. Sie hat als Kind einer Mörderin ihre ersten Lebensjahre im Gefängnis verbracht und daher noch einige Kontakte zur Unterwelt, die ihr bei ihrer Suche nach dem Mörder helfen.

Die Hauptfiguren Ricky und Marek sind interessant, glaubwürdig und sympathisch und auch die Entwicklung ihrer Beziehung kommt nachvollziehbar und nicht allzu kitschig rüber. Katja Brandis flüssiger, leicht zu lesender Schreibstil ist auch in diesem Thriller zu finden und macht einfach Spaß.

Gerade für die Zielgruppe (weiblicher) Jugendlicher und junger Erwachsener, die vielleicht noch nicht so viel Leseerfahrung mit Thrillern haben, ist die Mischung aus Spannung, Freundschaft und Liebesgeschichte mit einigen kleinen Ausflügen in die Esoterik sehr passend. Es muss nicht immer Splatter sein!

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Tags: engel, esoterik, gift, jugendthriller, katja brandis, libelle, libellenfänger, mord, schule, spannung, thriller   (11)
 

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182 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

spiel, thriller, rätsel, psychiatrie, london

Remember

Roland Jungbluth
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.07.2012
ISBN 9783401067575
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Annabel, Michael, Eric und George sind Patienten in einer psychiatrischen Anstalt. Sie haben keine Ahnung, wie und warum sie dort hingekommen sind. Den vier ist gemeinsam, dass sie von derselben Schule kommen und offensichtlich alle am selben Tag ihre jeweiligen Eltern nicht mehr wiedererkannt haben. Eine unheimliche Mitpatientin verrät ihnen ein Geheimnis, das sie mit Schrecken erfüllt. Sie flüchten aus der Anstalt, um den Geheimnissen auf die Spur zu kommen, geraten dabei jedoch immer tiefer in einen Strudel voller Rätsel und verstörender Ereignisse. Ist der Weg zurück in die Anstalt ihre Rettung oder droht ihnen dort womöglich der Tod? Sind sie tatsächlich verrückt? Die Grenze zwischen Realität und Wahnsinn ist kaum noch wahrnehmbar …

Ich muss gestehen, dass mich dieses Buch im Buchhandel als erstes wegen seines auffälligen Covers angesprungen hat. Das verzerrte Schachbrettmuster und das bedrohlich wirkende Auge haben direkt mein Interesse geweckt. Da war ich dann gespannt, ob der Inhalt meine Erwartungen erfüllen konnte.

Schon von Beginn an hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Schnell wird klar, dass in der psychiatrischen Anstalt nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Die Frage ist nur, spielen sich die unglaublichen Vorfälle in der gestörten Phantasie der Patienten Annabel, Michael, Eric und George ab oder entsprechen sie tatsächlich der Realität? Die Hauptfiguren versuchen immer wieder, so etwas wie Normalität zu leben und ihr Leben wieder in geregelte Bahnen zu bringen, doch ziehen ihre Erlebnisse ihnen ständig den Boden unter den Füßen weg. Es war immer wieder spannend und hat mir viel Spaß gemacht, mit den Charakteren zu zweifeln, ob das, was sie sehen, der Realität entspricht oder ein Konstrukt ihrer Wahrnehmung ist.

Logik und ein roter Faden sind sicherlich nicht die Stärken dieses Buches, aber ich denke auch nicht, dass der Autor das angestrebt hat. Für mich waren die Psychospielchen, Manipulationen und immer wieder verwirrenden Wege, die die Geschichte genommen hat, sehr faszinierend. Außerdem hat mir gut gefallen, dass der Thrill dieses Buches nicht durch Gewalt, sondern die emotionalen Konflikte erzielt wird. Tolles Buch für alle, die sich auch durch Neo, Trinity und Morpheus nicht verwirren lassen – fünf Sterne!

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Tags: jungbluth, manipulation, psychiatrie, psychospiele, remember, thriller   (6)
 
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