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18 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

würzburg, tanzschule, krimi, franken, mord

Mainschatten

Anja Mäderer
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 22.09.2016
ISBN 9783954519774
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Tanzlehrer liegt tot im Kostümkeller der Tanzschule. Offensichtlich ist der Diabetiker die Treppe heruntergefallen, nachdem er Probleme bei der Dosierung seiner Medikamente hatte. So lautet die offizielle Version, bis der Gerichtsmediziner sich wundert. Anfängliche Befragungen verhärten den Verdacht auf Mord, denn der sportliche Tanzlehrer hatte seine Krankheit im Griff und noch nie Probleme mit der Dosierung seiner Spritzen..

Um herauszufinden, wer etwas gegen den Tanzlehrer gehabt haben könnte, muss das Würzburger K1 um die Kommissare Nadja und Peter ungewöhnliche Methoden anwenden. Denn die Tür zur Tanzschule war nach dem Mord abgeschlossen und 10 Personen haben einen Schlüssel. Um herauszufinden, welcher Schlüsselbesitzer der Mörder ist, begibt sich die Kommissarin auf eine Undercover – Mission und beginnt einen Intensivkurs, um sich Zugang zum eingeschworenen Kreis der Tanzschul-Mitarbeiter zu verschaffen.

Die Reihe

Der zweite „Franken Krimi“ von Anja Mäderer ist auch Teil 2 um das Ermittlerduo Nadja und Peter, kann allerdings auch problemlos ohne das Vorwissen aus Band 1 „Mainleid“ konsumiert werden.

Ich habe dem ersten Krimi begeisterte 5 Sterne verliehen.

 

Stil, Machart, Meinung

Zunächst: Wie schon angeklungen ist, handelt es sich bei diesem Buch um einen Krimi. Ein Regionalkrimi; noch genauer:  Franken Krimi. Einerseits haben wir hier einen Regionalkrimi, der anscheinend auch sehr viele Würzburger Orte originalgetreu beschreibt. Andererseits haben wir hier die moderne Version der klassischen Whodunnit – Krimis, wie man sie beispielsweise von Agatha Christie oder Arthur Conan Doyle kennt. Der Leser muss selbst auch auf Mörderjagd gehen und die kleinen grauen Zellen anstrengen..

Die Autorin schreibt, wie schon in Band 1, fluffig, mit Humor und liebevoll gezeichneten Charakteren. Einzig die kleinen kursiven Abschnitte aus Sicht einer zunächst unbekannten Person sind nicht ganz so mein Fall, da sie mir etwas zu hochgestochen auch nicht unglaublich wichtig erscheinen. Aber diese Abschnitte sind auch nicht sehr zahlreich und wie schon gesagt: kurz!

Der guten Beschreibung und Darstellung der vielen Charaktere ist es zu verdanken, dass man sich die 10 Verdächtigen und Kollegen in der Mordkommission schnell und gut einprägen kann. Das möchte ich noch mal hervorheben, denn das ist bei so vielen Personen auf vergleichsweise kleinem Raum nicht selbstverständlich.

Das Konzept des geschlossenen Raumes ist in der Kriminalliteratur kein Unbekanntes. Schon Edgar Allan Poe oder meine Lieblingskrimiautorin Agatha Christie haben sich bei diesem Element bedient, um den Leser an dem Rätsel um den Mörder teilhaben zu lassen. Ein geschlossener Raum ist meist der Tatort, und es werden so Rätsel in Sachen Tatzeit, Tathergang und Täter aufgeworfen. Hier mal der Link zu Wikipedia, falls Interesse an der Sache besteht.  In diesem Krimi ist die Sache einfach gelöst, es ist nicht der geschlossene Raum sondern die abgeschlossene Tanzschule. 10 Leute haben einen Schlüssel, einer von ihnen muss es gewesen sein.

Fazit

Ich vergebe diesem Krimi, genau wie auch dem Vorgänger „Mainleid“, 5 Sterne. Ich habe einfach nichts auszusetzen und möchte auch das dritte Buch der Reihe unbedingt lesen. Das klassische Krimi-Prinzip (Whodunnit, geschlossener Raum) wurde gut in die heutige Zeit übertragen. Der Schreibstil, die liebevoll und gut beschriebenen Personen sowie das Beziehungsgeflecht und die Auflösung sind logisch und zwischendurch hat man auch lustiges, trauriges und gefährliches erlebt. Das Buch liest sich schnell weg und ich kann es wirklich nur empfehlen. Die Regionalkrimi- Reihe um das Würzburger Kommissariat sind in meinen Augen ein echter Geheimtipp für Fans von klassischen Krimis, mit vielen interessanten Persönlichkeiten und spannenden Rätseln.

Auf meinem Blog gibt´s die Rezensionen zu Band 1 Mainleid und Band 2 Mainschatten in voller Länge, schau doch mal rum:

http://wp.me/p6tREn-1oJxv

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Tags: franken, krimi, kriminalroman, tanzen, tanzschule, würzburg   (6)
 

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

stuttgart, krimi, multiple persönlichkeit, satanismus, kommissarin

Scherbenkind

Britt Reißmann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 08.08.2016
ISBN 9783453358744
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der anonyme Anruf eines Kindes geht beim Polizeipräsidium in Stuttgart ein. Der Fall geht an Hauptkommissarin Verena Sander, die durch einen ähnlichen Anruf eine Verbindung zu einem alten Mordfall herstellen kann. Bald ist ein unbekannter Toter aus einer Kleingartensiedlung identifiziert, Spuren führen zu einer regional bekannten Rockband. Das Kind ist zwar immer noch nicht gefunden, aber der Fall wird zunehmend mysteriös. Nebenbei verliebt sich die Kommissarin in einen der Musiker und stößt auf das merkwürdige Verhalten von Sina – ihre Stimme passt zwar nicht zu den Anrufen, aber sie wohnt dort wo der Anruf abgesetzt wurde und bringt die Kommissarin bald auf eine Idee..

 

Stil, Machart, Meinung

Bei diesem Buch fiel mir die Zusammenfassung etwas schwer, denn die Entwicklungen der Geschichte hätte ich nach der Inhaltsangabe auf dem Buchrücken nicht erwartet. Ehrlich gesagt hätte ich das Buch dann wahrscheinlich auch nicht gelesen, aber man muss ja auch neue Dinge entdecken. So habe ich versucht, hier auch ein wenig die Richtung anzugeben in die es führt, und hoffentlich nicht zu viel verraten.

Die Themen dieses Krimis sind vielfältig. Neben der detailliert geschilderten Arbeitsweise in einem Polizeipräsidium, lustigen Situationen und Dialogen geht es dann doch vor allem um einen schwierigen Fall für Psychologen und die Heavy Metal oder Death Metal Szene (bin da wenig bewandert) und satanische Entgleisungen. Der Arbeitsalltag von Kommissaren und besonders die humorvollen Szenen und Dialoge muss ich hier besonders loben, denn einige Krimis heutzutage wollen unglaublich düster oder literarisch anspruchsvoll sein, sodass das Lesen manchmal auch deprimiert. Hier finde ich die Mischung gelungen. Das psychologische Thema, ich kann hier schlecht mehr verraten, ist auch sehr interessant – meiner Meinung nach nimmt es allerdings zu viel Raum ein. Das Thema mit Band, Groupies und Satanismus ist auch nicht so recht meins, eröffnet jedoch einige Möglichkeiten.

Genau meinen Nerv trifft die Autorin wiederum mit mehreren Verdächtigen und Nachforschungen in der Vergangenheit. Das Ende ist auch gut aufgelöst, kommt für mich im Vergleich zu dem eher ausführlichen Anfang und Mittelteil dann doch etwas zu kurz.

Wir haben hier also einen Kriminalroman, bei dem der Fokus auf der Ermittlungsarbeit und einem interessanten psychologischen Fall liegt.

An dieser Stelle kürze ich lieber etwas. Die vollständige Rezension mit Informationen zu der Reihe und wie immer der Kategorie „was lernen wir daraus?“ gibt’s auf meinem Wordpress - Blog: http://wp.me/p6tREn-1oJxi

Fazit

Dem Krimi gebe ich 3 Sterne. Es ist eine solide und interessante Story mit einem Verbrechen, welches gut aufgelöst wird. Am Anfang war ich sehr begeistert, der Mittelteil war mir dann allerdings zu lang und ausführlich, sodass mir die Lust zum Lesen irgendwie etwas abhanden gekommen ist. Der Schluss kam etwas kurz. Im allgemeinen driftete die Geschichte in zwei Themenbereiche ab, die nicht so ganz nach meinem Geschmack waren und mir auch nicht angekündigt wurden (gut, wie auch, ohne zu viel zu verraten…). Für einige wird es genau das Richtige sein, für mich war es solide und macht nicht unbedingt Lust auf mehr. Aber viel zu meckern habe ich auch nicht, manchmal fehlt einfach der gewisse Funke.

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Tags: authentische polizeiarbeit, deutscher kriminalroman, krimi, multiple persönlichkeit, satanismus, stuttgart   (6)
 

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79 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

hallig, nordsee, krimi, hallig hooge, sturmflut

Lügengrab

Hendrik Berg
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.03.2016
ISBN 9783442482382
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Berliner Kommissar Theo Krumme sucht im Urlaub endlich mal Ruhe.  Und deshalb zieht es ihn auf die Hallig Hooge, auf der es ja –vom Wind mal abgesehen- eigentlich unschlagbar ruhig sein soll. Schon auf der Fähre auf die Hallig lernt er Swantje kennen. Die junge Frau stammt von der Hallig, war ihr aber jahrelang fern geblieben. Denn dort ist einen Tag vor der Hochzeit ihr Verlobter spurlos verschwunden. Alle auf der Hallig sind sich sicher, dass der Verlobte kalte Füße bekommen hat. Nur Swantje, die kommt über ihn nicht hinweg und ist sich sicher, dass er einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Als sie den Kommissar mit ihrer Vermutung konfrontiert, werden unter den Bewohnern von Hooge alte Wunden aufgerissen. Und das ist vielleicht auch ganz gut so, denn auf der Hallig lauert das Böse..

 

Stil, Machart, Meinung.

 

Zunächst muss ich sagen: Die Atmosphäre, die dieser Krimi rüberbringt, ist sehr gelungen. Eine ruhige Hallig mit ein paar Touristen, Einheimische, Geheimnisse, die einzigartige Landschaft und natürlich Kälte, Wind, Sturm, Sturmflut. All das kommt sehr gut rüber, ist sehr ausgewogen beschrieben und sorgte dafür, dass ich mich beim Lesen mit einer Tasse Tee unter die Decke kuschelte. Für diese Jahreszeit ist es genau das richtige.

 

Ich muss ehrlich sagen, ich hatte mich mit Halligen noch nie wirklich beschäftigt. Gut, man kennt den Schimmelreiter, dann hört es allerdings schon auf. Ich bin ja sonst immer eher ein vehementer Gegner von zu viel Beschreibung der Landschaft, hier war es aber tatsächlich sehr interessant und hat mir eine ganz neue Perspektive eröffnet. Ich glaube, ich muss auch mal ein paar Tage auf die Hallig. Auf Google Maps habe ich mir die Hallig Hooge sogar mal angeschaut, die Beschreibung des Autors erscheint mir sehr realistisch und so hatte ich ein genaues Bild der Hallig vor Augen.

 

Und dann haben wir hier endlich mal wieder einen richtig guten Krimi. Man merkt schon an den ersten Szenen, dass sich auf dieser Hallig ein sehr Böser Mann vor der Welt versteckt. Denn es geht sofort auf den ersten Seiten richtig zur Sache. Die drohende Gefahr ist von Anfang an spürbar.  Und manchmal zwischendrin erfährt man auch kurz erschreckendes aus dem Kopf des Täters. Schnell wird klar, dass die sehr nette Swantje das nächste Opfer werden dürfte, und auch der Kommissar ist ihm ein Dorn im Auge. Welchem Inselbewohner kann man vertrauen? Wurde Swantjes Verlobter ermordet? Wer ist der Mörder, der schon ein paar Menschen auf dem Gewissen hat?  So wird sehr viel Spannung aufgebaut, die dann am Ende im dramatischen Finale mündet. Alles ist logisch, die Personen sind gut und liebevoll beschrieben, es macht alles Sinn. Und obwohl ich mit meiner Vermutung schon länger richtig lag, konnte ich am Ende auch überrascht werden. Mehr wird nicht verraten.

 

Die Reihe

 

Theo Krumme scheint schon in einem ersten Teil ermittelt zu haben, Lügengrab ist die Fortsetzung. Das wurde mir erst beim Lesen klar, und die Verknüpfung war trotzdem gelungen. Problemlos fand ich in die Geschichte, zwei aus dem ersten Teil bekannte Personen tauchen gelegentlich als Randfiguren auf. Die Balance ist gelungen, Leser von Teil 1 und Quereinsteiger wie ich dürften nichts auszusetzen haben. Ich überlege jetzt, auch Teil 1 „Deichmörder“ zu lesen. Teil 3 werde ich auf jeden Fall lesen, das ist schon klar.

 

Fazit

 

Krimileser kommen hier voll auf ihre Kosten, ich vergebe begeisterte  5 Sterne und werde mir den Namen Hendrik Berg merken. Wir haben einen abgeschiedenen Ort, am Ende sogar von der Außenwelt getrennt, mit mehreren Verdächtigen, mehreren ungeklärten Fragen und die Spannung fesselt den Leser ab Seite 1. Trotz mehrerer Szenen, die nichts für schwache Nerven sein dürften, plätschert das Geschehen seicht, interessant und in einer für viele sicher unbekannten Landschaft zeitweise nett vor sich hin, während doch immer die Bedrohung über den Hauptpersonen schwebt und es zu keiner Zeit langweilig werden lässt. Am Ende gibt´s auch eine ordentliche Portion Action. Die Handlung wird logisch aufgelöst, die zuvor rätselhaften Szenen machen Sinn. Besonders begeistert bin ich von der neuen Perspektive einer Hallig, ich habe einiges gelernt, ein neues Lebensgefühl kennengelernt und werde mich noch lange an diese Geschichte erinnern.

 

Wer Krimis mag, wird diesen lieben..

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Tags: hallig, krimi, kriminalroman   (3)
 

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schweden, krimi, kriminalroman, grausiger fund

Das Seegrab

Carina Bergfeldt , Dagmar Lendt
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442481248
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Viktor Hyldgaart wollte nur mal schnell mit seinen Kumpels in die Kneipe. Seitdem wurde er nie wieder gesehen. Die Frau alarmiert die Polizei, die Suche ist erfolglos. Bis ein Kopf in einem See mit dem passenden Namen „Valdemars Grab“ gefunden wird. Ist das Viktor? Was ist das für ein Foto im Rachen der Leiche? Und was ist in den  anderen Müllsäcken, die bei der Suche gefunden werden? Ein Mörder mit mehreren Opfern oder mehrere Mörder? Anne Eiler muss ermitteln, hat aber privat ganz andere Probleme..

Stil, Machart, Meinung

„Das Seegrab“ ist ein laut Cover ein Kriminalroman. Das stimmt soweit auch, da es um die Aufklärung eines (oder mehrerer) Verbrechen geht. Irgendwie hat mir die Balance zwischen der Aufklärung des Verbrechens und der privaten Probleme der Ermittlerin ja so überhaupt nicht gefallen. Vielleicht ist es auch eher ein Roman über eine unglückliche Geliebte, die Nebenbei noch einen Mordfall aufklären muss. Gern können Ermittler ein interessantes Privatleben haben, aber wenn die sehr klischeehafte Affäre der Beamtin mehr Raum einnimmt als die Aufklärung des Verbrechens, dann fühle ich mich, wie die Ehefrau des Geliebten in diesem Fall wohl auch: betrogen. Gut ist immerhin, dass die Beschreibungen nicht ausufern und sich die Geschichte so schnell lesen lässt.

Die Idee an sich ist gut. Ein Mann verschwindet, zwei Leichen werden gefunden. Wie hängt das alles zusammen? Das ist doch schonmal was. Auch das Foto einer Frau im Rachen ist ein interessanter Hinweis. Dann erfahren wir aus den spärlich beschriebenen Gedanken des Mörders, dass es eine Mörderin ist. Und ein interessantes Doppelleben des Opfers wird enthüllt, woraufhin man dem Mörder eigentlich eher beglückwünschen als schnappen möchte – und die Anzahl der Verdächtigen ist sofort recht hoch. Leider wird es aber nicht wirklich spannend.

Zu keiner Zeit war ich so richtig gefesselt. Ich habe das Buch auf einer Zugfahrt begonnen und fand schnell die Natur, die Mitreisenden und einfach alles andere spannender. Das letzte Drittel des Buches habe ich dann auf der Arbeit in der Pause gelesen, da gab es nun wirklich nichts Interessanteres und deshalb bin ich nun fertig. Die Kapitel sind zwar meistens schön kurz gehalten, sodass man in von einer Szene in die nächste springt – obwohl sonst ein gutes Stilmittel für Spannung, hilft das bei der Spannung leider auch irgendwie nicht. Am Anfang hat es mich auch eher verwirrt, weil ich nicht gerade schnell herausfinden konnte, wer denn da nun wer ist.

Ein weiteres Manko ist die Ermittlungsarbeit. Man ist als Leser kaum dabei. Man folgt lediglich der Ermittlerin, die ja gedanklich eher bei ihrer Affäre ist. Die Ermittlungsergebnisse werden nicht durch Ermittlungsarbeit erzielt sondern eher sehr  zufällig und durch die Intuition der Ermittlerin (als sie dann am Ende des Buches noch dachte, sie sollte sich zur Abwechslung mal auf ihr Bauchgefühl verlassen, da war es bei mir ja endgültig vorbei). Einzig die Auflösung fand ich ja noch ganz gelungen, sie kam aber auch irgendwie so plötzlich.

Fazit

Dieses Buch ist bei mir durchgefallen. Ich vergebe enttäuschte 2 Sterne und werde wohl kein Buch dieser Autorin jemals wieder in die Hand nehmen. Hier ist jedoch zu beachten, dass mein Empfinden da sicherlich sehr subjektiv ist. Wer mit der privaten Geschichte der Ermittlerin warm werden kann, der findet es eventuell ganz toll. Wenn ich allerdings ein Krimi lese, dann liegt mein Hauptaugenmerk auf der Aufklärung des Verbrechens. Interessante Nebenhandlungen sind herzlich willkommen. Positiv anzumerken ist, dass man als Leser nicht mit unnützen Beschreibungen von Landschaften und sonstigen Dingen genervt wird – aber diese Rolle übernimmt ja etwas anderes. Auch gut ist die Story, 2 Leichen in einem See, an verschiedenen Zeiten getötet. Das ist doch eigentlich eine gute Ausgangslage..

Falls es beim Krimi also nicht um das Verbrechen geht und sie gerade eine Affäre haben, lesen sie dieses Buch und sie werden es wahrscheinlich lieben J

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Tags: krimi, kriminalroman, schweden   (3)
 

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thriller, psychothriller, hamburg, melanie raabe, entführung

Die Wahrheit

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 29.08.2016
ISBN 9783442754922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem Sarahs Ehemann Philipp vor 7 Jahren nach einer Geschäftsreise nicht mehr zurückkehrte, findet die Alleinerziehende gerade wieder etwas ins Leben zurück. Sie fragt sich natürlich immer noch, was mit ihrem Mann passierte und kann die Ungewissheit kaum aushalten. Und dann kommt plötzlich ein Anruf, der alles verändert: Philipp lebt und wird nach jahrelanger Geiselhaft wieder zur Familie zurückkehren. Tja, und dann ist er da. Die Freude ist bei allen groß -nur bei Sarah nicht. Denn dieser Mann ist nicht ihr Ehemann! Was hat er vor? Will er an ihr beträchtliches Vermögen? Warum glaub ihr keiner? Ist sie vielleicht verrückt?

Stil, Machart, Meinung

Tja, zunächst muss ich mal sagen: Wer von Melanie Raabe schon „Die Falle“ gelesen hat und begeistert war, der wird auch an diesem psychologisch raffinierten Verwirrspiel seine helle Freude haben. Denn sie bleibt ihrer Linie größtenteils treu. Ich fand schon beim vorherigen Buch die Schreibweise recht ausschmückend. Daran störte ich mich streckenweise mal kurz, aber die Handlung hatte mich gleich so gepackt, dass ich drüber hinweglesen konnte. In diese Geschichte hier kam ich allerdings nur sehr schlecht rein, gerade wegen dieser ausschmückenden Schreibweise. Ich hatte nach wenigen Minuten  Lust auf Fernsehen, beim nächsten Versuch war ich auf einmal hoch motiviert in Sachen Wohnungsputz – auch Candy Crush war attraktiver. Die ersten Seiten streckten sich für mich so furchtbar zäh in die Länge, dass ich wirklich lange für dieses Buch gebraucht habe. Nach dem ersten Drittel kam ich langsam rein. Sowas passiert mir normalerweise sehr selten. Neben dem ausschweifenden Schreibstil hat sicherlich auch mein Vorwissen mit diesem zähen Anfang zu tun. Ich weiß ja schon vom Klappentext, dass der Mann wieder nach Hause kommen wird und nicht ihr Mann ist, daher werde ich nicht sofort mit einem spannenden Aufhänger konfrontiert. Ja, das muss bei einer Geschichte ja auch nicht unbedingt sein, werden jetzt viele Sagen. Da stimme ich für Geschichten zu, aber nicht für Geschichten mit dem Label „Thriller“ auf dem Cover. Nachdem ich mich nun tagelang in kurzen Intervallen lustlos durch den Anfang gequält hatte, war die Handlung dann  doch sehr interessant. Diese spezielle Situation, dass der tote Ehemann nach 7 Jahren zurückkehrt und nicht der Ehemann ist, ist ja schon sehr bizarr. Wie beweist man dann den Menschen, dass das nicht der Ehemann ist, wenn er ihm wirklich ähnlich ist? Und überhaupt, warum zieht der Kerl das durch? Wie wehrt man sich? Und diese raffinierte Handlung, die mit wenig Orten und Personen auskommt, kombiniert mit Kleinigkeiten, die den Leser in die Irre führen können, macht die Geschichte aus. Trotzdem entspricht das nicht so genau meinen Erwartungen an einen packenden Thriller, vielleicht ist es eher ein Psychothriller oder Roman? Ansonsten bleibt zu erwähnen, dass die Hauptpersonen und auch Nebenpersonen sehr gut angelegt sind. Der Leser erfährt die Handlung größtenteils aus der Perspektive von Sarah, aber auch „Der Fremde“ bekommt seine kleinen Abschnitte mit Gedanken.

Fazit

Ich bin froh, dass ich nicht aufgegeben habe. Der Einstieg gestaltete sich schwierig, dann wurde es immer besser und die Auflösung fand ich sehr gut (ich verrate nix weiter..). Wer einen blutigen, atemberaubenden und rasanten Thriller erwartet, der ist hier wohl nicht so ganz richtig. Sagen wir es ist ein Psychothriller ohne blutige Szenen, dann passt es meiner Meinung nach etwas besser. Ich vergebe 3 Sterne, die Wertung ist dann so der Durchschnitt aus dem meiner Meinung nach zähen Anfang und dem guten Ende.


Auf meinem Blog gibt´s noch ein bisschen mehr, es würde mich freuen wenn du mal rein schaust :-)

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Tags: hamburg, psychothriller, thriller   (3)
 

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306 Bibliotheken, 13 Leser, 2 Gruppen, 59 Rezensionen

thriller, märchen, profiler, maarten s. sneijder, mord

Todesmärchen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442483129
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im dritten gemeinsamen Fall ermitteln Sabine Nemez und ihr Mentor Maarten S. Sneijder nun als Team. Und da kommt es gleich ganz Dicke: Zunächst geht es nach Bern, denn dort wurde eine alte Bekannte von Sneijder brutal ermordet und den Ermittlern kunstvoll und bizarr präsentiert. Und das war nicht der einzige Mord in dieser Serie, bald können sich die beiden Profiler vor Arbeit nicht mehr retten.

Zur gleichen Zeit folgt der Leser der jungen Psychologin Hannah, die in einem Gefängnis für abnorme Rechtsbrecher auf ein tödliches Geheimnis stößt. Auch ihre Vorgängerin scheint hinter das Geheimnis gekommen zu sein, denn sie konnte die von der Außenwelt abgeschiedene Insel nur im Leichensack  verlassen. Was geht in dem Gefängnis vor? Und was ist eigentlich mit dem hochintelligenten „Patienten“ Piet van Loon los? Maarten S. Sneijder brachte ihn einst hinter Gittern, und schon bald gibt es eine Verbindung des Falles van Loon und der aktuellen Serie..

Stil, Machart, Meinung

Andreas Gruber hat sich bei mir im letzten Jahr tatsächlich ganz nach oben auf die Liste meiner Lieblingsautoren geschrieben. Ganz platt gesagt: Er hat es einfach drauf! Der Schreibstil ist fluffig und spannend gleichzeitig. Die Balance für Szenenwechsel, Beschreibungen und Spannung ist hervorragend und ich hatte noch nie den Wunsch, einen Thriller von ihm zur Seite zu legen. Auch der Wechsel zwischen Szenen aus der Vergangenheit und Gegenwart sowie der Ortswechsel ist immer gut gemacht und nicht verwirrend. Klar, die Thriller sind definitiv nichts für schwache Nerven und es gibt einige Bilder im Kopf, die man sich so eigentlich nie vorstellen wollte.  Auch der Plot und die Auflösung sind super gelungen.

Eine besondere Erwähnung müssen die beiden Hauptpersonen dieser Reihe finden: Sabine Nemez, talentierte, mutige Anfängerin und wohl eine der wenigen Menschen, die ihren sehr speziellen Ausbilder halbwegs ertragen kann. Besagter Ausbilder Sneijder, nun sogar ihr Partner, ist eine sehr interessante Person. Von den meisten verhasst, oft unhöflich und direkt, sieht man ihn durch die Augen seines „Eichkätzchens“ Sabine Nemez doch als guten und genialen Menschen. Diese Kombination ist sehr gelungen!

Wie man liest bin ich voller Lob für diesen Thriller, ich habe nur ein klitzekleines Manko: Die Verbindung der Morde untereinander wird für den Leser viel zu schnell klar, da Titel und Cover ja plakativ mit dem Zaunpfahl winken.. Ich finde beides gelungen und vielleicht war das ja auch so gedacht, aber irgendwie habe ich in keine andere Richtung mehr gedacht, weil es ja von Anfang an irgendwie klar war.

Die Reihe

Dieses Buch ist das dritte Buch der Reihe um Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez. Ich habe den ersten Teil versäumt und war problemlos bei Band 2 „Todesurteil“ eingestiegen. Der erste Band heißt übrigens Todesfrist, ein gewisses Schema ist also zu erkennen. Wer noch nichts aus dieser Reihe gelesen hat und nach meiner Lobhudelei ganz heiß auf das Buch ist, der sollte unbedingt am Anfang beginnen und in der Reihenfolge Todesfrist, Todesurteil, Todesmärchen vorgehen. Man kann natürlich auch bei dem dritten Teil anfangen, versäumt aber einige Entwicklungen in den Beziehungen zueinander. Den zweiten Band konnte ich wie gesagt problemlos auch ohne das Vorwissen des ersten Bandes lesen. Beim dritten Band war ich trotzdem froh, das zweite vorher gelesen zu haben.

Fazit

Heute fällt mir nichts Neues ein, was ich aus der Lektüre des Buches gelernt habe. Wer lernen will, wie ein richtig guter Thriller geht, der kommt um die Lektüre dieser Reihe jedoch nicht herum. Ich gebe, mal wieder, begeisterte 5 Sterne. Mir fällt beim besten Willen kein Grund ein, warum ich einen Stern abziehen sollte und ich werde auch den vierten Band mit Begeisterung erwarten.

Wenn die Rezension dir gefallen hat, schau doch mal auf meinem Blog vorbei!

www.dietipperin.wordpress.com

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Tags: bka, sneijder, thriller   (3)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

lustig, liebesroman, hund, roman, liebe

Jules

Didier van Cauwelaert , Jochen Winter
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 25.04.2016
ISBN 9783570102930
Genre: Romane

Rezension:

In diesem Roman geht es um Jules. Jules ist ein ganz besonderer Hund, denn er kümmert sich aufopferungsvoll um sein blindes Frauchen Alice. Die Geschichte spielt in Frankreich. Als Hund und Frauchen am Flughafen die Bekanntschaft eines netten, genialen Verkäufers am Macarons-Stand machen, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Denn als das Frauchen plötzlich wieder sehen kann, ist Jules arbeitslos und wird depressiv. Als letzter Ausweg bleibt dann der nette Macaronsverkäufer, der überhaupt nicht begreift wie ihm geschieht, nach der Begegnung mit dem Frauchen allerdings nachhaltig angetan von ihr ist und sich so auf eine unglaublich lustige und interessante Reise mit dem Hund begibt.

Stil, Machart, Meinung
So heitere Liebesromane sind ja eigentlich nicht mein liebstes Genre. Ab und zu, wenn eine Story besonders außergewöhnlich, toll und vielversprechend klingt, dann lese ich jedoch sehr gern auch einmal so etwas „Seichtes“. Diese Story hier fand ich gleich super, denn ein arbeitsloser Blindenhund der depressiv wird und dann ganz clever in den Problemlösungs-Modus schaltet, das ist doch mal was! Eine gute Story gewinnt also schon einmal Leser, jetzt muss die Umsetzung auch passen..
..und die Umsetzung ist gelungen. Dieser Roman ist gleichzeitig schön, unterhaltsam, lustig und manchmal auch traurig. Die Handlung geht schnell voran, beschreibt oft ungewöhnliche und lustige Dinge und hält sich nie unnötig mit Geschwafel oder Beschreibungen auf. Man rast durch die Handlung, ist schnell durch und bleibt nach dem Lesen immer mit einem wohligen Gefühl zurück. Es gibt mehrere interessante Verbindungen von Menschen und viele Wendungen bzw. Entscheidungen überraschen. Die Botschaft der Geschichte ist brauchbar und positiv, es geht so in die Richtung „nicht aufgeben, anstrengen, und dann wird’s gut“ (da möchte ich jetzt nicht zu viel verraten, und keine Angst, auch das Ende überrascht).
Diese nette und lustige Geschichte informiert nebenbei sogar noch. Ich hatte vorher wenig Ahnung von Blindenhunden, ihrer Ausbildung und die daraus resultierenden Fähigkeiten. Auch die Forschungsgebiete des genialen aber abgebrannten Macarons- Verkäufers sind ganz interessant und waren Neuland für mich.

Ein Manko für mich sind tatsächlich manche Entscheidungen bzw. Entwicklungen, die irgendwie zu schnell gehen und im wahren Leben wohl eher nicht mal eben so spontan getroffen werden. Da war ich allerdings nachsichtig, denn davon lebt diese Geschichte, und die ist gut.Die zwei Hauptfiguren und ihre Probleme bzw. Lebensinhalte sind allerdings vergleichsweise vielfältig und man sollte vielleicht ein paar eigene Gedanken in die Geschichte investieren, damit manche Handlungen auch verständlich sind. Ein bisschen Empathie ist erforderlich, denn ich kann mir vorstellen, dass einige eine Hauptperson eventuell unsympathisch finden könnten oder Probleme mit einigen Verhaltensweisen haben. Ich finde das aber eigentlich ganz gut, denn ewig stereotype Charaktere ohne Ecken und Kanten sind ja auch langweilig..

Zielgruppe
Wie es bei Liebesromanen so ist, sind es zunächst einmal Frauen. Es ist eine recht universelle Geschichte, die eigentlich überall gut ankommen sollte und auch mehrere Leserschichten ansprechen dürfte. Im Besonderen eignet sich dieses Buch aber natürlich, man ahnt es schon, für Hundebesitzer. Falls in naher Zukunft also eine Hundebesitzerin beschenkt werden sollte, ist diese Geschichte ein ganz heißer Geheimtipp.

Fazit
Locker, fluffig, rührend und mit keinen unnötigen Beschreibungen bietet dieses Buch ein schnelles und heiteres Abenteuer von einem Mann und einem Hund, die eine ehemals blinde Frau suchen die sie beide begehren.. Es gibt einige Überraschungen und das Lesen lohnt sich. Diese Geschichte bleibt einem auch nach dem Lesen irgendwie im Kopf und bringt einem auch einige neue Themen nahe. Ich habe oft geschmunzelt und hatte das Buch fix durch.Ich gebe „Jules“ 4 Sterne und empfehle diesen Roman gern weiter.

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Tags: hund, komödi, liebesroman, lustig, roman   (5)
 

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310 Bibliotheken, 3 Leser, 9 Gruppen, 41 Rezensionen

thriller, berlin, julius kern, zauberer, serienmörder

Der Todeszauberer

Vincent Kliesch ,
Flexibler Einband: 349 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 18.04.2011
ISBN 9783442374939
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


  (3)
Tags: berlin, krimi, serienkiller, thriller, zauberer   (5)
 

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118 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, israel, stockholm, fredrika bergman, schweden

Papierjunge

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Limes, 29.02.2016
ISBN 9783809026402
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einer jüdischen Gemeinde in Stockholm passieren an einem Tag zwei unfassbare Verbrechen: Zuerst wird eine Erzieherin vor den Augen von Kindern und Eltern erschossen, wenige Stunden später verschwinden zwei 10jährige Jungen auf dem Weg zum Tennistraining. Fredrika Bergmann und Alex Recht werden mit der Aufklärung der Verbrechen beauftragt, zeitgleich ist der neue Sicherheitschef der Gemeinde und ehemalige Kollege, Peder Rydh, hilfreich bei den Ermittlungen.  Bald stoßen die Ermittler auf die israelische Legende des Papierjungen, der sich in der Dunkelheit Kinder holt. Als die beiden Jungen tot aufgefunden werden, sieht es so aus als sei der Papierjunge zum Leben erwacht.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller hier ist ein echter Thriller. Man bekommt genau das, was man erwartet. Dabei sind die Thrillerelemente gut verstrickt mit einer tiefgründigen Geschichte und den Perspektiven vieler Beteiligter. Ermittler, Opfer, Täter und viele in die Sache Verwickelte bekommen Raum für ihre Perspektive. Der Schreibstil ist nach meinem Empfinden genau richtig, nicht schnörkelig mit unnützen Informationen aber trotzdem tiefgründig und informativ, ohne zu langweilen. Die besonderen Perspektiven zeigen, wie ein Ereignis viele Menschen beeinflussen kann und macht dem Leser auch das Motiv des Papierjungen verständlich.

Es kommt von Anfang an Spannung auf und ich mochte das Buch zu keiner Zeit aus der Hand legen. Dazu tragen einerseits die Kapitel bei, die eine perfekte Länge (nicht zu lang) haben und mit fiesen Cliffhangern sowie düsteren Andeutungen enden. Andererseits spielt die Autorin unglaublich gekonnt mit dem Leser, indem sie die perfekte Balance zwischen den Informationen gefunden hat, die sie den Lesern häppchenweise hinwirft.

Eine für mich ganz neue Taktik der Autorin wirkt für mich unglaublich gut: Bereits zu Beginn des Buches kommt ein Teil vom Schluss. Im zweiten Kapitel,  „Schluss. Fragment 1“ erfährt der Leser von einer Frau, die gleich ihre Familie tot zuhause auffinden wird. Immer mal wieder wird dem Leser zwischendurch ein Fragment des Schlusses schon vorher serviert, und von diesem kleinen Kapitel gingen eine Menge Emotionen aus – zumindest war es bei mir so. Man bekommt in den anderen Kapiteln Hinweise und hat bald zwei Frauen im Sinn, von denen es wohl eine schwer treffen wird. Wer von beiden, das weiß man dann erst am Schluss.. dem richtigen Schluss dieses Mal. Und allein dieser Teil der Geschichte hat mich so unglaublich gefesselt und mit den kleinen Hinweisen zwischendurch auch wirklich beschäftigt. Eine neue, tolle Idee. Gekonnt umgesetzt.

Gefallen hat mir auch der Bezug zu Israel, das war eine für mich recht neue Welt und sehr interessant. Denn als drei  Menschen einer jüdischen Gemeinde in Stockholm an einem Tag sterben, stellt sich die Frage ob es ein Hate Crime (Verbrechen aus Fremdenhass) oder etwas Persönliches war.

Die Reihe

Wie so oft in letzter Zeit ließ ich mich bei der Wahl des Buches von den „äußeren Faktoren“ (Cover, Teaser) leiten und musste dieses Buch einfach lesen. Als ich dann feststellte, dass dieser Band der 5. Band der Reihe um Fredrika Bergmann ist, war ich nicht abgeschreckt. Das Buch ist natürlich am besten, wenn man es auch wirklich nach den Vorgängern liest – da besteht kein Zweifel. Bei Reihen geht es ja immer auch um die Entwicklung der Charaktere, und bei so verschiedenen,  vielschichtigen Ermittlerin ist Vorwissen sicher interessant. Trotzdem kann man dieses Buch problemlos auch ohne jegliches Vorwissen lesen. Gewisse Ereignisse aus der Vergangenheit werden angedeutet, und es klingt definitiv sehr interessant. Ich überlege, die anderen Teile nun auch zu lesen.

Fazit

Ich vergebe, man ahnte es wohl schon, 5 Sterne. Ein fluffiger Schreibstil, ein zu jeder Zeit spannender Thriller mit Elementen eines Romans. Stockholm, Israel, Gegenwart, Vergangenheit, viele Betroffene Familien, viele Ermittler mit unterschiedlichen Hintergründen, viele Wendungen, Überraschungen und Kniffe. Ich bin begeistert, werde mir den Namen Kristina Ohlsson weit oben auf meiner To-Read-List notieren und empfehle sie sehr gern weiter!


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Tags: israel, schweden, thriller   (3)
 

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75 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

krimi, selbstmordversuch, mord, entführung, deutschland

Die Schattenbucht

Eric Berg
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Limes, 22.02.2016
ISBN 9783809026426
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Frau springt ohne ersichtlichen Grund vom Balkon ihres Hauses. Der Selbstmordversuch misslingt und so kommt Psychologin Ina Bartholdy ins Spiel. Sie ist die behandelnde Ärztin der Bäckereiinhaberin und kann sich das Verhalten ihrer Patientin nicht erklären. Als sie die entlassene Frau zu Hause besucht, kommt ihr das Verhalten des Ehemannes stutzig. Sie beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen. Diese werden durch ihre Tochter erschwert, die sich nach Jahren beim Exmann auf einmal bei der Mutter einquartiert und die Schule abbrechen will.

Ziemlich schnell wird klar, dass dramatische Vorfälle 14 Monate vor dem Selbstmordversuch nicht nur die Bäckerin sondern auch viele andere Leute in eine sehr heikle Situation gebracht haben. Denn es hatte sich eine Gruppe Menschen zusammengeschlossen, um etwas Kriminelles durchzuziehen..

Stil, Machart, Meinung

Wie man schon an meiner Inhaltsangabe erkennen kann, haben wir hier zwei Zeitebenen. Einmal die Gegenwart ab dem Selbstmordversuch der Bäckersfrau, ab der dem Leser aus Sicht von Psychologin Ina Bartholdy die Ereignisse geschildert werden. Dann gibt es abwechselnd die Zeitebene „vor 14 Monaten“, die dem Leser nicht nur einen Wissensvorsprung gibt sondern auch viele Dinge schon erklärt.

Trotz der zwei Ebenen und dem Wissensvorsprung fragt man sich dann trotzdem immer noch so einiges, denn viele Fragen bleiben bis zum Schluss unbeantwortet. Die Mischung finde ich gelungen, es wird nicht neugierig und man gewinnt immer wieder neue Erkenntnisse und Zusammenhänge werden klar. Geschickte Cliffhanger am Ende und ein immer unheilvolleres Geschehen sorgen dafür, dass man das Buch schnell – und ohne Langeweile- gelesen hat.

Die Fragen, die sich aus dem Teaser auf der Buchrückseite ergeben, werden übrigens recht schnell geklärt. Deshalb kann ich hier mit weiterem Inhalt nicht spoilern, es würde einfach zu viel verraten..

Die Erzählweise ist erfrischend fluffig und locker, einige Gedankengänge und Dialoge sind humorvoll und die Mischung finde ich insgesamt sehr gelungen. Es gibt auch sehr schöne Sätze die ganz allgemeine Beobachtungen sehr schön umschreiben und das Potential zu erfolgreichen Zitaten haben, die im Zeitalter des Internets ja auf vielen Plattformen gern geteilt werden. Beispielsweise mein Favorit:

„Für den Bäcker war Literatur etwas Ähnliches wie ein Opossum: zwar wusste er, dass es existierte, aber er hatte weder je eines zu Gesicht bekommen noch die geringste Ahnung, wozu es überhaupt gut war“(S. 42)

Eine weitere Besonderheit ist, dass in diesem Buch irgendwie so ganz herrlich normale Charaktere in der genau richtigen Intensität gezeichnet wurden. Kein grandioser Gegenspieler gegen einen hochintelligenten oder höchstmerkwürdigen Kommissar, sondern einfach eine Geschichte mit vielen Menschen die blöde Fehler begehen, Probleme haben und überhaupt die Erkenntnis: Man sollte kriminelle Ideen wohl eher nicht in einer größeren Gruppe umsetzen, denn da kann an jeder Ecke etwas schiefgehen. Der Autor wirft hier auch einige moralische Fragen auf, ich habe an mehreren Stellen gedacht: „Was hätte ich da jetzt gemacht?“.

Fazit

Ich vergebe gute 4 von 5 Sternen und werde mit Sicherheit ein weiteres Buch von Eric Berg lesen, der mich besonders mit der Schreibweise und dem Plot überzeugt hat. Die Schattenbucht ist das dritte Buch von Eric Berg, es scheint sich nicht um eine Reihe zu handeln und kann ohne Vorkenntnisse als ganze Geschichte gelesen werden. Ich empfehle es vor allem Fans von Kriminalromanen und Psychothrillern, kann es auf Grund der moralischen Fragestellungen und der vielen liebevoll gestalteten Charaktere aber auch einem Großteil von Romanlesern empfehlen, wenn das Thema denn Interesse weckt.

Wenn dir diese Rezension gefallen hat, schau doch mal auf meinem Blog vorbei: www.dietipperin.wordpress.com –ich freue mich immer über Besuch!

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Tags: deutschland, eric berg, krimi, kriminalroman, ostsee   (5)
 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, tom thorne, krimi, thorne, pädopilie

Zeit zum Sterben

Mark Billingham , Irene Eisenhut
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2016
ISBN 9783453419513
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mark Billingham, Tom Thorne.. ich hatte diese Namen wohl schon einmal gehört, aber noch nie etwas von Mark Billingham und über Tom Thorne gelesen. Mal wieder versuchte ich mich spontan an einem Quereinstieg an diese schon sehr etablierte Reihe, die laut Wikipedia mit „Zeit zum Sterben“ in die 13. Runde geht und mehrfach ausgezeichnet und von BBC verfilmt wurde.

Der Inhalt

Tom Thorne und seine Freundin  Helen sind eigentlich gerade im Urlaub, als Helen in den Nachrichten über 2 vermisste Mädchen in einem kleinen englischen Dorf ihre Jugendfreundin als die Frau des mutmaßlichen Täters erkennt. Thorne hat wenig Lust, fährt aber mit. Helen steht sofort ihrer Jugendfreundin bei, die nach der dramatischen Festnahme ihres Mannes mit ihren zwei Kindern aus erster Ehe von der Polizei in einem Haus vor dem großen öffentlichen Interesse geschützt wird. Während seine Freundin sich um ihre alte Schulfreundin kümmert, muss Thorne die Zeit totschlagen und sucht den Mörder auf eigene Faust. Dabei kommt er der örtlichen Polizei in die Quere, die von seiner Hilfe nicht so begeistert ist. Als dann eine Leiche gefunden wird, sinkt die Hoffnung auf das Überleben des zweiten vermissten Mädchens – und die Zeit rennt..

Stil, Machart, Meinung

Zunächst einmal: Dieses Buch ist mit seinen 556 Seiten ein echter Schinken. Die Handlung an sich könnte man mit Sicherheit auch wesentlich kürzer erzählen, einiges ist etwas langatmig und es fließen viele Erzählstänge, Perspektiven und auch gesellschaftskritische Passagen mit ein. Der Erzählstil ist definitiv ausschmückend, aber nicht nervig oder überdramatisiert. Es passt im Gesamtbild alles gut zusammen, aber man muss sich auf dieses weit gesponnene Netz mit all ihren Perspektiven einlassen können. Ich hatte am Anfang etwas Probleme mit dem Einstieg und hätte auf einige Dinge verzichten können, fand den Plot am Ende jedoch sehr unterhaltsam, interessant und die Geschehnisse dann auch fesselnd.

Was das jetzt ein Thriller? Jein. Für mich ist ein Thriller zwar wie genau hier unter anderem auch eine Jagd nach einem Täter im Wettlauf gegen die Zeit, aber diese Geschichte hier kann auch ganz gut als Kriminalroman durchgehen. Ich als Agatha Christie- Fan freute mich besonders über das kleine Dorf, in dem die Geschichte spielt. Denn man hat hier eine kleine Gemeinschaft an Menschen, die einander kennen, gern tratschen und natürlich auch jeder ihre eigenen kleinen Probleme haben. Schnell wird klar, dass – sollte der Mann von Helens Freundin nicht der Täter sein- eine andere Person aus dem Umfeld des Dorfes für die Entführungen und den Mord verantwortlich sein muss. Whodunnit steht auf der Tagesordnung des Lesers, es geht also auch locker als Krimi durch. Noch dazu schimmert eine Menge Gesellschaftskritik durch die Zeilen und die intensive Beschäftigung mit vielen Charakteren verleiht dem ganzen auch etwas von einem Roman..

Der Autor hat sich Zeit gelassen, seine Figuren und den Plot wirken zu lassen. Er beschreibt viele Kleinigkeiten, von denen Einige wichtig sind und eine nur der intensiveren Beschreibung dienen. Besonders gelungen finde ich die verschiedenen Perspektiven, aus deren Sicht der Leser die Handlung aus mehreren wichtigen Blickwinkeln erfährt. Es gibt natürlich hauptsächlich Tom Thorne und Freundin Helen, aber auch das Opfer, den Täter und beispielsweise die zwei Stiefkinder des Verdächtigen als Perspektive. Billingham hat das gut gelöst und ausgewogen berichtet, der Leser tappt bis zum Ende im Dunkeln und kann sich selbst doch einiges zusammenreimen und hat am Ende sicherlich einige Verdächtige Dorfbewohner genauer im Visier..

Die Reihe

Wie schon berichtet ist „Zeit zum Sterben“ Teil 13 der weltweit etablierten Reihe. Natürlich empfiehlt es sich bei Reihen immer, am Anfang zu beginnen und so die Entwicklung der Personen etc. zu verfolgen. Trotzdem hat es mich hier nicht gestört, diese Geschichte unabhängig von der Reihe zu lesen. Man erfährt schon, dass es in der Vergangenheit ein schlimmes Ereignis auf einer Insel gegeben haben muss, ist als Quereinsteiger allerdings nicht voll informiert und wird so wohl zu den vorherigen Bänden gelockt. Trotzdem ist es für die eigentliche Geschichte unerheblich, ob man die Vergangenheit der Ermittler kennt. Einzig und allein die Person Helen wirkt hier relativ launisch und unsympathisch und ist sicherlich im Gesamtzusammenhang der Reihe netter als gedacht..

Fazit

Ich gebe dem Buch noch knappe 4 Sterne. Für einen Thriller, der mir ja auf dem Cover versprochen wird, fand ich es zu langsam und zu vielschichtig erzählt. Als Krimiliebhaber war ich mit dem Dorf und verschiedenen Verdächtigen gut bedient, hätte es jedoch etwas wenig ausführlicher noch besser gefunden. Gelungen fand ich das zusätzliche Element der Kritik an einigen Facetten der menschlichen Natur (ich sage nur: Sensationsgeilheit..). Man ist gut unterhalten, wenn man sich auf die vielen Personen einlässt und sich auch eigene Gedanken macht, und am Ende hat man dann auch noch ein paar Muskeln mehr um die Handgelenke, weil man das schwere Buch dann doch ganz schön lange gehalten hat. Wer allerdings nur auf Action, Blutrünstiges und Leichenberge steht, der ist hier wohl an der falschen Stelle.

..und falls dir diese Rezension gefallen hat, besuch doch mal meinen Blog: www.dietipperin.wordpress.com

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Tags: englan, krimi, kriminalroman, thriller   (4)
 

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252 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

thriller, melanie raabe, mord, die falle, falle

Die Falle

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei btb, 11.04.2016
ISBN 9783442714179
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zu schreiben, dass die Bestsellerautorin Linda Conrads zurückgezogen lebt, wäre untertrieben. Denn seit vor 11 Jahren ihre Schwester ermordet wurde, hat sie ihr Haus nicht mehr verlassen. Linda schreibt Liebesromane und hat sich ihr Leben in ihrem netten Gefängnis mit ihrem Hund und einer Haushaltshilfe so nett wie möglich eingerichtet. Bis sie dann eines Tages im Fernsehen den Mann sieht, der ihre Schwester ermordet hat. Denn in der Tatnacht hatte sie den Mörder direkt nach dem Mord in der Wohnung der Schwester überrascht und das Gesicht natürlich nie vergessen.

Nach dem großen Schock macht sie sich nun daran, eine gut durchdachte und für sie sichere Falle zu stellen. Und der Köder ist sie selbst. Denn sie beschließt, ein Buch über den Mord zu schreiben, damit sie den Täter überführen kann. Ob alles genau so klappt wie geplant, ob der Mann wirklich der Mörder ist, ob ihre Erinnerung an die Tatnacht sie in die Irre führt und ob sie vielleicht doch ihr Haus verlassen muss, dass verrät das Buch und wird hier selbstverständlich nicht gespoilert!

 

Stil, Machart, Meinung

Melanie Raabe schreibt zwar fluffig, lässt aber auch viele Details einfließen. Regelmäßige Leser meines Blogs wissen sicherlich, dass ich kein großer Fan von Gelaber und gewollt kunstvollen und literarisch anspruchsvollem Schreibstil bin (man siehe nur eine der letzten Rezensionen: Friedrich Ani – der namenlose Tag). Dieser Schreibstil hier ist zwar ausführlich, stört mich aber nicht. Denn auch die Sätze, die nicht zwingend die Handlung vorantreiben, haben das gewisse Etwas. Ich mag die Schreibweise, denn sie ist frisch, schön und interessant.

Neben der Schreibweise ist für diese Geschichte wichtig, wie die Autorin auch den Leser in die Falle lockt und so Fragen aufwirft, die nach und nach beantwortet werden. Es ist nicht so, dass man jetzt vor Spannung umkommt oder dass die Welt untergeht, wenn der Killer nicht schnellstmöglich gefasst wird. Aber mit der intensiven Perspektive der Hauptdarstellerin wird der Plan zur Überführung des Mörders natürlich wichtig, und es wird psychologisch auch wirklich interessant und spannend.

Erwähnenswert ist auch, dass es in diesem Buch ein „Buch im Buch“ gibt. Denn die Hauptperson ist ja Autorin und versucht, den Killer mit ihrem neusten Buch in die Falle zu locken. Dafür schreibt sie „mal eben“ ein Buch und schildert darin den Mord, beschreibt ihre Schwester und man erfährt auch, wie sie selbst versuchte zu ermitteln und dann in ihrem Haus endete und nie mehr rauskam. Das Buch im Buch ist nicht komplett im Buch, sondern nur wichtige Ausschnitte.

Mir stellt sich die Frage, in welches Genre man diese Geschichte einordnen kann. Merkwürdigerweise steht auf dem Cover der gebundenen Ausgabe (s. hier) Roman, auf meiner Taschenbuchausgabe (s. Foto oben) jedoch Thriller. Was davon eher zutrifft, vermag ich nicht zu sagen. Für einen Roman geht es zu sehr in Richtung Krimi und Thriller. Ein Krimi hat für mich vor allem das Hauptthema „wer ist denn nun der Täter?“ und ein Thriller eher „wir jagen den Täter und es ist ein Wettlauf mit der Zeit“. Da mir die Unterscheidung sehr oft schwer fällt, einfach weil sie für mich auch sehr oft verwischt, möchte ich mich hier nicht festlegen. Es ist zunächst einmal ein Roman, indem eine Autorin ein Buch schreibt und ihre Erinnerung verarbeitet, von der sie sich auch nicht so 100%ig sicher ist. Dann wird es aber auch etwas Krimi und etwas Thriller, denn die Frage nach dem Mörder steht ebenso im Vordergrund wie das Katz- und Maus- Spiel. Wenn Thriller auf dem Buch steht, würde ich allerdings sagen, dass „Psychothriller“ es doch eher trifft. Mir ist es im Endeffekt egal, denn ich mag die Geschichte und ihre vielschichtigen Komponenten – auch ohne einen exakten Stempel aufdrücken zu können (und zu wollen).

..hier habe ich etwas gekürzt, ich würd mich riesig freuen wenn ihr auf meinem Blog auch einmal vorbeischaut.. www.dietipperin.wordpress.com

Fazit

Dieser Thriller kommt mit einem minimalistischen Setting aus und lässt besonders der Hauptperson und der Falle für den Mörder ihrer Schwester sehr viel Raum. Die Schreibe ist etwas ausschweifend aber sehr schön, es gibt Überraschungen, Wendungen und ich wollte zu jeder Zeit wissen, was denn da nun los ist. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Sternen und kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

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Tags: krimi, münchen, roman, thriller   (4)
 

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527 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 82 Rezensionen

berlin, thriller, serienmörder, krimi, engel

Die Reinheit des Todes

Vincent Kliesch
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 10.05.2010
ISBN 9783442374922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Putzteufel geht um! Leider nicht in meiner Wohnung, aber wenn man die mörderischen Nebenwirkungen der von ihm geschaffenen Reinheit bedenkt, dann ist das wohl auch ganz gut so..

Denn der Kerl fängt erst an zu putzen, wenn er sein Opfer in der eigenen Wohnung getötet und nach eigenem Geschmack eingekleidet hat. Dann scheint er wirklich die ganze Nacht zu putzen. Und genau deshalb tappen die Ermittler schon länger im Dunkeln, es gibt einfach keinerlei verwertbare Spuren. Kommissar Kern wird ins Team gerufen, um frischen Wind in die Ermittlung zu bringen. Er hat allerdings auch einen kleinen Knacks von seiner letzten großen Ermittlung davon getragen, in der er einen fünffachen Mörder zwar aufspüren konnte – eine Verurteilung aber nicht gelang. Nun muss er zu alter Form zurückfinden und den Putzteufel finden. Nebenbei muss er sich dann auch noch seinem Gegenspieler stellen..

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller steigt nicht bei Mord Nummer 1 ein, sondern gleich beim Dritten. Sofort befindet sich der Leser ohne weitere Umschweife am Tatort und erfährt geschickt alles, was er über den aktuellen Stand der Ermittlung wissen muss. Sofort erlebt man das Geschehen aus der Perspektive von Kommissar Kern, der Hauptperson.

Aber da gibt es noch andere Perspektiven, so wird man beispielsweise sehr früh aus der Perspektive des Mörders darüber informiert, was hinter den Taten steckt. Zunächst tappt man in äußerster Dunkelheit, nach und nach wird diese durch kleine Häppchen mit Informationen erhellt. Die Perspektive der Mutter des Mörders erklärt zusätzlich, dass der Täter ein Täter ist, weil er vorher Opfer war. Das finde ich sehr gelungen. Die Perspektiven vom guten und bösen Kerl sind bekannt und bewährt, aber diese weitere Ebene finde ich sehr gelungen!

Eine weitere Verwicklung, die noch mehr Würze in die Sache bringt, ist die Vergangenheit des Kommissars, die wieder ganz aktuell wird. Denn sein ehemaliger Widersacher, der 5fach-Mörder Tassilo, plant eine Buchveröffentlichung und möchte Kontakt mit Kommissar Kern aufnehmen. Der hat immer noch dran zu knabbern, dass der Mörder nicht hinter Gittern sitzt und hat deshalb schon seine Frau und seine Tochter verloren (sie sind ausgezogen). Nun muss er sich den vielen Presseanfragen stellen..

Ansonsten ist dieser Thriller sehr fluffig geschrieben. Der Plot ist sehr gut, die Personen sind allesamt sehr gut und lebhaft dargestellt und der Wettlauf gegen die Zeit schraubt die Spannung in die Höhe. Ich war fix durch und auch das Ende hat mich nicht enttäuscht.

An dieser Stelle kürze ich meine Rezension etwas, die Themen „Die Reihe“ und „was lernen wir daraus?“ gibt es auf meinem Blog : http://wp.me/p6tREn-1oJtF

Fazit

Ich gebe 4 Sterne und empfehle das Buch uneingeschränkt weiter. 5 Sterne hätten noch irgendwie einen ganz kleinen Tick mehr gebraucht, damit ich in absolute Begeisterung verfalle. Ein toller Thriller, super geschrieben, spannend, lebendige Figuren,  gut gestalteter Plot und als Debütroman wirklich absolut vielversprechend. Kleine Anekdote am Rand: Nach dem ersten Viertel war ich tatsächlich inspiriert und habe erst einmal Küche und Badezimmer geschrubbt. Ein guter Nebeneffekt J

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Tags: berlin, thriller   (2)
 

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329 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 130 Rezensionen

vergewaltigung, thriller, manipulation, wendy walker, therapie

Dark Memories - Nichts ist je vergessen

Wendy Walker , Verena Kilchling
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 23.06.2016
ISBN 9783651025424
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch beginnt mit der unvorstellbar brutalen Vergewaltigung von Jenny. Als sie danach ins Krankenhaus kommt, müssen die schockierten Eltern eine wichtige Entscheidung treffen: Soll Jennys Erinnerung an die Vergewaltigung mit einem Medikament ausgelöscht werden?

Die beiden Eltern gehen sehr unterschiedlich mit der Situation um, entscheiden sich dann jedoch gemeinsam dafür, die Erinnerung ihrer Tochter an die wohl schlimmste Nacht ihres Lebens zu löschen. Die Folgen der Vergewaltigung machen nicht nur Jennys Leben zur Hölle, sondern auch das Leben ihrer Familie. Als klar wird, dass Jenny nur mit der Erinnerung an die schlimmen Dinge ihre Gefühle verarbeiten kann, begibt sich die Familie in die Behandlung von Doktor Alan Forrester. Dieser gerät selbst immer tiefer in die Therapie und steht bald vor einer wichtigen Entscheidung..

Stil, Machart, Meinung

Zunächst möchte ich die wichtige Frage klären, was man von diesem Buch erwarten kann. Denn die angepriesenen Genres haben mich und einige andere Leser etwas getäuscht. Auf dem Taschenbuch selbst findet sich die Bezeichnung „Roman“. Das mitgelieferte Lesezeichen spricht vom „Thriller des Jahres“ und auch ein gelber Sticker auf einer Abbildung des Covers versprach „Thriller“. Schon vor dem Lesen fand ich das etwas merkwürdig. Als dann die erste Hälfte des Buches auch wirklich nur auf der Couch des Therapeuten stattfand und nur die Auswirkungen der Vergewaltigung auf die gesamte Familie und sogar die Stadt beschrieb, war ich schon recht gelangweilt. Thriller war das überhaupt nicht. Und dann passierte etwas, was alles änderte. Auf einmal wurde es sehr spannend, einfach nur auf Grund einer Entdeckung die den Therapeuten in eine heikle Lage bringt. Nun wird es interessant, eine neue Dynamik kommt in die Geschichte. Es wird etwas mehr Thriller, Psychothriller. Alle Informationen die mich am Anfang langweilten, machten jetzt Sinn und wurden irgendwie gebraucht. Daher an alle, die mit dem Gedanken spielen, dieses Buch abzubrechen: die zweite Hälfte wird super, durchhalten!

Die Erzählweise ist sehr interessant. Der Ich-Erzähler ist der Therapeut Alan, der auch einfach eine sehr gute Perspektive in der Geschichte einnimmt. Er erfährt in seinen Sitzungen von Jenny, ihren Eltern und auch einem weiteren Patienten mit ähnlichem Problem alles, was man wissen muss. Nebenbei hat er einen guten Draht zu dem ermittelnden Detective und sein Privatleben spielt auch eine Rolle. Ich mag diese Idee, dass ein Problem von verschiedenen Personen ganz unterschiedlich aufgenommen und verarbeitet wird. Die haben dann auch alle noch ihre eigenen Probleme.

Interessant ist auch die Aufmachung der Dialoge. Davon gibt es natürlich verhältnismäßig viel, denn die Handlung spielt, wie schon gesagt, zu 90% auf der Couch des Therapeuten.  Ein Großteil der Geschehnisse wird dem Leser über die Dialoge vermittelt. Und so gibt es kein ständiges „er sagte“ und „sie sagte“, sondern einmal die Erzählung des Therapeuten und dann die Erzählungen bzw. Aussagen in den Dialogen der anderen Personen in kursiv. Ich finde das mal was neues, musste mich nur kurz dran gewöhnen und finde diese Lösung für den großen Anteil von Dialogen an der Geschichte eine sehr gute Idee. Die Umsetzung gefällt mir , wobei ich mir auch vorstellen kann das einige Leser sich daran vielleicht stören werden.

Der Thriller, der nicht so ganz einer ist, bekommt durch die Geschehnisse noch ein paar Krimi-Elemente dazu (wer ist der Vergewaltiger?) und beschreibt wie ein Roman anschaulich und (zu?) ausführlich die Auswirkungen einer Vergewaltigung auf eine Familie. Ab der Hälfte ist es dann ein Psychothriller..

Hier habe ich gekürzt, die „Vollversion“ mit dem zusätzlichen Thema „was lernen wir daraus?“ fürs Schreiben vom eigenen Buch gibt’s auf meinem Wordpress Blog: http://wp.me/p6tREn-1oJue

Fazit

Dark Memories scheint erfolgreich zu sein. Es wird anscheinend in 17 Ländern erscheinen und von Hollywood sogar verfilmt. Ich habe mich zwar durch die langweilige erste Hälfte gekämpft, war aber ab circa der Hälfte des Buches von einer ganz neuen Entwicklung total gefesselt und fand die weiteren Handlungen sehr spannend und interessant. Ein Buch, welches zur Hälfte langweilt, finde ich jedoch nicht gut. Hier muss ich jedoch anmerken, dass alle Informationen aus der ersten Hälfte die Handlungen und Gefühle der Personen in der zweiten Hälfte erklären. Die Einführung ist irgendwie nötig, um die sich überschlagenden Ereignisse so dramatisch einzuleiten. Da ich neben Krimi und Thriller gern auch mal einen Roman lese und die Schreibweise und der Plot mir gefielen, so vergebe ich dann doch noch knappe 4 Sterne. Als Hollywood – Film wird sich die Geschichte sicherlich auch gut machen, da muss sie ja von Anfang an Fahrt aufnehmen..

Wer knallharte Action, ein ab der ersten Seite fesselndes Buch oder auch eine Menge Mord und Totschlag erwartet, der sollte vielleicht ein anderes Buch zur Hand nehmen. Wer gern Psychothriller, Krimi, und Romane liest und sich auf die Geschwindigkeiten der Geschichte einstellen kann, der wird hier eine interessante Geschichte lesen, die wirklich auch mal etwas anderes ist.

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Tags: krimi, psychothriller, roman, therapeut, thriller   (5)
 

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115 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

krimi, ruhestand, selbstmord, münchen, friedrich ani

Der namenlose Tag

Friedrich Ani
Fester Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.08.2015
ISBN 9783518424872
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jakob Franck, pensionierter Kommissar, ist ziemlich einsam. Seine neue Freizeit als Rentner vertreibt er sich ohne Frau mit Online- Poker und dem einen oder anderen Bier. Als dann der Witwer einer Frau bei ihm klingelt, die sich vor fast 20 Jahren umgebracht hat, hat er wieder eine Aufgabe. Denn als Kommissar war er vor allem auch für das Überbringen der Todesnachrichten verantwortlich. Als er der Frau damals mitteilen musste, dass ihre Tochter sich im Park erhängt hat, hatte er die ganze Nacht bei ihr verbracht und eine ziemlich starke Verbindung geknüpft(nicht sexuell). Kurz danach brachte sich auch die Frau um, und nun kommt der Vater mit einem unglaublichen Verdacht zum ehemaligen Kommissar. Kommissar Franck trifft sich nun mit Freunden, Nachbarn und Verwandten, um diese alte Geschichte doch noch zu klären. Hat sich die Tochter wirklich selbst erhängt oder hat doch jemand nachgeholfen? Hat der Vater sie vorher missbraucht? Oder der Zahnarzt von nebenan?

Stil, Machart, Meinung

So, hier wird es schwierig, denn ich werde mich in meinem Urteil weit von dem einschlägigen Urteil der Fachwelt entfernen. Vorab sage ich daher: Dieses Buch ist hochgelobt und hat unter anderem den Deutschen Krimipreis gewonnen.  Das mir diese Geschichte nicht gefällt, liegt wohl an mir.

Was ist diese Geschichte? Ein Roman, laut Klappentext. Die Bezeichnung Psychokrimi habe ich auch schon gelesen, und das Buch hat den Krimipreis gewonnen. Die Mischung fand ich interessant, und ich lese wirklich nicht nur Krimis und Thriller sondern gern auch mal einen Roman. Dieses Buch ist ein Roman, definitiv kein Krimi. Klar, es geht um einen Selbstmord der eventuell ein Mord war und die Aufklärung des Geschehens. Aber irgendwie rückt diese Tatsache vor den Details über so viele verlorene Leute total in den Hintergrund und ist auch nicht durch eine grandiose Konstruktion eines Verbrechens am Ende in Richtung Krimi zu rücken. Es ist schon komisch, das man selbst nach den vielen Gesprächen über das verstorbene Mädchen gar nicht so viel über das Mädchen selbst weiß. Über die Befragten Leute weiß man mehr – und vieles davon ist wenig interessant.

Ich bin einfach erleichtert, dass ich endlich mit diesem Buch durch bin. So viele Seiten habe ich mich durch gequält und hatte überhaupt keine Lust, weiterzulesen.  Ich habe zwischen Start und Ende dieser Geschichte mehrere Bücher angefangen und beendet und war jedes Mal etwas bedrückt darüber, dass ich dieses Buch ja auch noch beenden muss.  Glücklicherweise hatte ich das Buch bei einer sehr langen Wartezeit im Wartezimmer bei mir, das hat etwas gebracht.

Warum hatte ich keine Lust auf die Lektüre? –Weil es anstrengend und deprimierend war. Lange, gewollt (manchmal zu gewollt) kunstvolle Sätze voller Melancholie und Figuren, die allesamt sehr deprimiert und auch nicht spannend waren. Es gibt da so Ausdrücke, die finde ich einfach zu hochgegriffen. Diese Sätze scheinen mir nur für ein literarisch anspruchsvolles Publikum gewählt zu sein, welches anscheinend keinen Spaß beim Lesen eines Buches erwartet. Manche Sätze hingegen sind mittendrin einfach sehr schön und ich dachte: WOW! Aber die Anzahl dieser Sätze im Vergleich zu den schwülstigen, langen, unnützen Sätzen, das ist nix für mich. Es gab auch ein paar nette Details und Kleinigkeiten, die ganz nett waren. Aber dann gibt es auch so unnötige und langgezogene Beschreibungen, die für die Geschichte überhaupt nicht bedeutend .

 Der Ermittler ist einsam, schräg, versucht durch Gedankenfühligkeit das Verbrechen zu lösen (und ich weiß auch nach dem Lesen noch nicht, was das überhaupt genau ist!) und wohl auch gern Alkohol.  Dann setzen sich Geister der vergangenen Dienstjahre in seine Küche und leisten ihm Gesellschaft. Wenn er Menschen befragt, dann macht er das manchmal schon sehr geschickt, manchmal denke ich mir aber auch: wieso reden die mit dem überhaupt?

Der Plot und die Charaktere sind gar nicht schlecht, aber man hätte die Geschichte auch fluffig und interessant erzählen können, ohne vollkommen unnötige Details einzuflechten die bei mir die Augenlider in Richtung Süden lenkten.  Ich bin froh, dass mich dieses Buch in keine Depression gestürzt hat. Die letzten 30-40 Seiten waren ganz erfrischend, endlich gab es mal einen positiven Charakter inmitten der verlorenen, depressiven Seelen. Da mir vorher ganz hervorragende Lobeshymnen für diese Geschichte untergekommen waren, hatte ich auch an den Schluss hohe Erwartungen und habe nur wegen der Auflösung weitergelesen. Ich dachte mir, da muss es eine wahnsinnig grandiose Auflösung geben. Nun ja.. ging so.

Gut finde ich den Ansatz, hier größtenteils ohne körperliche Gewalt auszukommen. Es ist ja auch kein Krimi, sondern ein Roman. Aber es geht um ein lange zurückliegendes Geschehnis mit dem Tod als Ausgang, und durch die Befragung verschiedener ehemaliger Freunde und Bekannte soll alles aufgeklärt werden. Kein Blut, kein Gemetzel sondern ein Fokus auf die Figuren. Leider nur überhaupt nicht nach meinem Geschmack..

Die Reihe

Dieser Fall ist Teil 1 des neuen Friedrich Ani – Ermittlers Jakob Franck. Ich werde definitiv nie wieder ein Buch von diesem Autor oder auch Ermittler in die Hand nehmen, habe aber gehört und gelesen das die Reihe um Vermisstenfahnder Tabor Süden sehr gut sein soll.

Hier habe ich etwas gekürzt, damit es nicht zu lang wird. Die Punkte „was lernen wir daraus?“ (für die schreibende Zunft) und „darf man ein Buch so bewerten?“ gibt es auf meinem Wordpress Blog unter dieser Adresse: http://wp.me/p6tREn-1oJtw Würde mich freuen, wenn du zu Besuch kommst!

Fazit

Dieses Buch ist sehr kunstvoll, literarisch hochanspruchsvoll und wird von der Fachwelt in den Himmel gelobt. Von mir leider nicht, denn ich hatte beim Lesen ungefähr so viel Spaß wie beim jährlichen Zahnarzt-Besuch. Lange, manchmal sehr schöne aber oft sehr unnötige Sätze. Eine unglaublich deprimierende Stimmung, detailliert dargestellte, nicht sehr aufregende Charaktere. Keine Spannung aber doch die Hoffnung auf einen Paukenschlag am Ende –der kam leider nicht.

Wer wirklich gern graue, langatmige Romane liest und den Fokus auf meist unnötige Details und viele Szenen legt, die für die Auflösung nicht interessant sind, der ist hier genau richtig. Man kann sich sicherlich an der Andersartigkeit vieler Sätze erfreuen und die Kunst der dramatischen Sätze zelebrieren – ich kann es nicht und vergebe 2 Sterne.  Eigentlich hatte ich so wenig Spaß, dass es auch ein Stern hätte werden können. Aber manche Sätze waren dann doch sehr schön. Die letzten 40 Seiten waren übrigens viel besser als alle Seiten davor, es gab auch mal einen positiven Charakter und die Sätze machten mehr Spaß. Warum konnte der Autor das denn nicht das ganze Buch über? Oder war ich am Ende nur so geschafft, dass es mir nur so toll vorkam?

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Tags: krimi, krimipreis, roman   (3)
 

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

psychothriller, entführung, wien, österreichische autoren, mädchen

Das Böse in euch

Rhena Weiss
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.05.2016
ISBN 9783442483211
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Wiener Kommissarin Michaela Baltzer hat einiges zu tun. Ein neuer Mordfall verlangt von der alleinlebenden LKA-Ermittlerin einiges ab, denn die Leiche einer 16-jährigen wirft deutlich mehr Fragen auf als sie beantwortet. Als DNA-Spuren weiterer vermisster Mädchen an der Leiche gefunden werden, wird der Fall noch dramatischer. Und als wäre das nicht genug, zieht Michaelas Nichte Valerie für ein Jahr lang bei ihr ein, da die Eltern im Ausland sind. Während sich beide an den neuen Alltag gewöhnen müssen, ist auch die Neugier von Valerie in Sachen Mädchenmorde geweckt. Sie will selbst in der Sache ermitteln, und passt leider auch genau ins Beuteschema des Killers..

Stil, Machart, Meinung
Ein klassischer Thriller, schnell umgeblätterte Seiten und einige Überraschungen warten in diesem Buch auf den Leser. Gekonnte Wechsel der Perspektiven zogen mich gekonnt in den Bann der Geschichte. Durch die zwei Seiten hat der Leser einen Wissensvorsprung gegenüber den Ermittlern und erfährt auch viel darüber, wieso der Täter junge Mädchen festhält und was er mit ihnen anstellt. Anschaulich und interessant wird die Täterperspektive beschrieben.
Die Ermittlerin ist eine interessante Persönlichkeit. Sie ist nicht, wie einige andere Hauptpersonen, mit dramatischen Eigenheiten und Macken verziert, sondern als eine recht normale –aber nicht langweilige – Kommissarin dargestellt. Die Besonderheit ist, dass ihre Nichte bei ihr einzieht und sie in der Ersatzmutterrolle so gar keine Erfahrung hat. Als die Nichte dann auch noch unbedingt Polizistin werden will und so gern auf eigene Faust ermitteln möchte, wird es natürlich nicht langweiliger. Man kann sowohl die Nichte als auch die Kommissarin gut verstehen und mag sie.
Ich würde so gern noch mehr schreiben, aber dann würde ich spoilern..

Die Reihe
Dieses Buch ist der Auftakt einer neuen Reihe von Rhena Weiss im Goldmann Verlag. Weitere Bände sind laut Verlagsseite in Arbeit.
Die Hauptperson Michaela Baltzer und ihr Ermittler-Team bieten meiner Ansicht nach eine Menge Potential. Verschiedene interessante Persönlichkeiten in und um das Team bieten gute Möglichkeiten für Entwicklungen und Verwicklungen. Außerdem hoffe ich, dass auch die Nichte noch eine Weile bei der Ermittlerin wohnt. Der private Einblick in die chaotische Situation war erfrischend und nicht langweilig, die Ermittlungsambitionen des Teenagers bieten auch weiterhin interessante Möglichkeiten.
Ich würde auf jeden Fall sehr gern den nächsten Band dieser Reihe lesen!


Fazit
Ich vergebe gute 4 Sterne und würde auch gern das nächste Buch dieser Reihe lesen. Es war spannend, ständig wurden Fragen aufgeworfen und auch beantwortet. Man war schnell in der Geschichte drin, zu keiner Zeit gelangweilt und blätterte immer „noch eine letzte Seite“ um, für die man eigentlich keine Zeit mehr hatte. So soll es sein! Für diesen wirklich gelungenen Einstieg in die Reihe gibt es keine 5 Sterne, weil so ein gewisser Super- Wow- Faktor gefehlt hat. Trotzdem empfehle ich die Lektüre dieses Thrillers. Fans von Thrillern dürften den Kauf nicht bereuen, auch Einsteiger mit normalen Nerven können ihre Thriller- Karriere mit dieser Geschichte beginnen, denn es ist nicht so grausam wie manch anderer Thriller der letzten Jahre – und mit Sicherheit spannend.

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Tags: entführung, krimi, thriller, wien   (4)
 

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

niederlande, thriller, kommissarin, krimi, serientäter

Tiefe Stiche

Simone van der Vlugt , Janine Malz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.05.2016
ISBN 9783453358737
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In der niederländischen Stadt Alkmaar werden mehrere Menschen hinterrücks niedergestochen. Die Opfer haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam, die Polizei hat keine brauchbare Spur und die Bevölkerung wird unruhig. Ermittlerin Lois Elzinga steht mit ihrem Team vor einem großen Rätsel. Als sie selbst ins Fadenkreuz des Täters gerät, wird es ernst.

Stil, Machart, Meinung

Dieser „Thriller“ ist für mich irgendwie kein richtiger Thriller. Klar, wir haben einen Messerstecher, der definitiv gefasst werden muss bevor er ein weiteres Opfer erwischt. Aber die Perspektive konzentriert sich doch sehr auf die Ermittlerin und ihr Privatleben, sodass dieses für mich typische Thriller-Gefühl nicht aufkommt. Damit meine ich, dass man aufgeregt die Seiten umblättert und auch ein wenig mit dem Kampf gegen die Zeit mitleidet. Es ist also ein eher seichter Thriller, vielleicht ein Cosy Thriller, falls es das als Genre irgendwie gibt.

Ein besonders gelungenes Stilmittel ist für mich die Perspektive des jeweiligen Opfers, kurz bevor es attackiert wird. So bekommt jedes Opfer seine 2 Seiten Ruhm und wir können kurz in die alltäglichen Gedanken eintauchen, bevor der Täter zuschlägt. Auch die Perspektive des Täters wird gelegentlich erwähnt, sodass der Leser nach und nach begreift warum er das tut –aber trotzdem nicht alles weiß. So ist das Opfer nicht nur Opfer sondern dem Leser näher. Und der Täter ist zwar immer noch Täter, aber auch ein Opfer (von was, verrate ich natürlich nicht).

Das Privatleben der Ermittlerin steht für mich etwas zu sehr im Fokus, und es ist leider nicht so richtig aufregend und konnte mich nicht dauerhaft fesseln. Am Schluss versteht man dann schon, warum das Privatleben von Kommissarin Elzinga so wichtig war, aber trotzdem nimmt es dem Fall irgendwie die Spannung und ich hätte lieber andere Perspektiven intensiver verfolgt als diese.

Der Plot ist solide und am Ende macht alles Sinn. Viele von der Autorin geplanten „Überraschungen“ waren für mich jetzt eher wenig überraschend, die Zusammenhänge werden beim dramatischen Ende jedoch gut und sinnig ausgelöst.

An dieser Stelle kürze ich, die volle Version inclusive den Punkten "Zielgruppe" und "was lernen wir daraus?" gibt´s auf meinem Wordpress - Blog:
 http://wp.me/p6tREn-1oJt3

Fazit

Dieser Cosy-Thriller-Krimi-Roman ist nichts für die eingefleischten Thrillerfans, die auch gern mal brutale Schilderungen von Tötungen lesen möchten oder die wie wahnsinnig im Bann des Buches eine Seite nach der anderen umblättern wollen, obwohl sie eigentlich schon längst schlafen sollten. Es ist eher etwas gemütlicher und durch den großen Raum für die private Perspektive der eher gewöhnlichen Ermittlerin auch nicht so ganz spannend. Trotzdem ist der Plot gut gemacht und das gesamte Werk solide. Ich vergebe drei Sterne und werde diese Autorin/Ermittlerin wohl eher nicht weiter verfolgen –dazu bin ich zu wenig überzeugt und dafür gibt es auch zu viele Autoren, die mich sehr überzeugt haben und nun einen Stein im Brett meiner Leseliste haben. Enttäuscht bin ich aber auch nicht, es war vollkommen ok, gut geschrieben und mit gutem Ende.

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Tags: krimi, niederlande, thriller   (3)
 

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996 Bibliotheken, 25 Leser, 1 Gruppe, 125 Rezensionen

thriller, serienkiller, ethan cross, serienmörder, mord

Ich bin die Nacht

Ethan Cross
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 20.12.2013
ISBN 9783404169238
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Thriller beginnt mit einer grausamen Szene, in der Francis Ackermann junior, einer er gefährlichsten Serienkiller überhaupt, eines seine so heißgeliebten Spiele mit zwei Polizisten spielt. Wie bei all seinen Spielchen geht es um Leben und Tod –wobei der Tod wohl eher im Vordergrund steht.. So muss sich bei diesem Spiel zunächst ein Officer entscheiden, ob er seinem Partner versucht zu helfen und einen qualvollen Tod zu riskieren oder ob er wegläuft. Der gewissenhafte Partner nimmt Option 1 und findet sich bald in einem viel schlimmeren Spiel wieder, indem er gefesselt seiner Frau und seiner Tochter gegenübersitzt und entscheiden „darf“, welche Person seiner dreiköpfigen Familie überlebt, indem er die anderen Beiden erschießt..

Und dann ist da noch Markus, der ehemalige Polizist mit einem dunklen Geheimnis. Er macht zufällig an einem Tatort Bekanntschaft  mit Francis Ackermann junior und findet sich auf einmal in einem eigenen Spiel um Leben und Tod mit einem ganz anderen Feind wieder. Er ha alle Hände voll zu tun und ist auf der Flucht. Wem kann er trauen? Und wieso beschließt Ackermann ausgerechnet, dass Markus sein perfektes Gegenstück ist? Und was ist eigentlich mit dem Sheriff los?

Stil, Machart, Meinung

Zunächst mal die ganz klare Ansage: Dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven – und Gemüter. Grausame Szenen gibt es hier einige, eine ganze Menge Gewalt und auch seelische Grausamkeit kommt auf den Leser zu. Dennoch ist dieses Buch sehr gut geschrieben, die Szenen sind interessant und die Brutalität ist nicht so platt und unnütz wie in manch anderen Büchern und Filmen, die nach dem Motto „Hauptsache eine Menge Blutvergießen“ vorgehen zu scheinen.

Besonders interessant finde ich die teilweise schon philosophischen Fragen, die sich Killer Ackermann beim Ausüben seines „Berufs“ so stellt. Er hat recht philosophische und auch intelligente Ansätze auf Lager, die er auch oft seinen Opfern mitteilt. Genau so faszinierend sind die Szenen mit den oben schon angerissenen Spielchen, denn hier muss sich der unfreiwillige Spielgefährte dramatisch zwischen Menschenleben entscheiden – das Eigene inbegriffen.  

Die verschiedenen Perspektiven sind hervorragend aufeinander abgestimmt und haben auch die richtige Länge. Einerseits der Killer mit den Spielchen, dann der ehemalige Polizist Markus mit den Dämonen der Vergangenheit und seinem aktuellen Problem, dann gibt’s da noch den Sheriff, der irgendwie Dreck am Stecken hat und dessen Tochter..

Ich habe angefangen, dieses Buch zu lesen. Und dann war ich auch schon fertig. Mit wahrscheinlich teilweise offenem Mund saß ich in der Sonne und blätterte fix die Seiten um. Es war spannend, sehr gut geschrieben, mit gutem Plot und einem sehr überraschenden Ende. Und der zweite Teil liegt schon ganz oben auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher).

 

Damit die Rezension hier nicht zu lang wird, kürze ich an dieser Stelle. Den ausführlichen Beitrag gibt es auf meinem Wordpress Blog unter diesem Kurzlink: http://wp.me/p6tREn-1oJsC

Fazit

Ich habe nichts auszusetzen, denn es stimmt alles. Der Thriller ist sehr spannend, gut und flüssig geschrieben und mit einem guten Plot. Es passiert eine Menge, und das in kurzer Zeit (denn man liest sehr schnell weiter, weil es so spannend ist).  Der Serienkiller Ackermann ist ein sehr interessanter Bösewicht, denn er zeigt auch Schwächen. Es gab einen Punkt, an dem dachte ich „nun wird es aber ein bisschen viel“ – aber das Ende erklärt diesen Gedanken, und dadurch bringe ich ihn nicht als Negativpunkt an. Bleibt abschließend die Frage: 4 oder 5 Sterne? Ich vergebe knappe 5 Sterne, denn mir fällt einfach kein Makel ein, für den ich einen Punkt abziehen könnte.  Diese 5 Sterne gehen mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung einher, die (nur) für die oben genannte Zielgruppe uneingeschränkt gilt.  Einige Szenen in diesem Buch werden einem lange und lebhaft im Gedächtnis bleiben und Band 2 steht schon in meinem Regal.

 

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Tags: serienkiller, thriller   (2)
 

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

krimi, schwarzer humor, hessen, lustig, die eisheilige

Die Eisheilige

Susanne Mischke
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 01.03.2016
ISBN 9783833310515
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Mittelpunkt dieser außergewöhnlichen Geschichte steht Sophie. Sie ist eine nach außen hin eher farblose Person, die unter den Pantoffeln ihres unsympathischen Gatten steht und großes Mitleid hervorruft. Aber stille Wasser sind tief, und auf Sophie trifft das besonders zu. Denn sie hat eine Gabe: Sie kann ganz wunderbare Kleider nähen, durch die die Frauen der Nachbarschaft zu einem ganz neuen Lebensgefühl gelangen. Bald stellt sich allerdings die Frage, ob es nur an den unglaublichen Kleidern liegt, oder ob Sophie für ihre Kundinnen direkt auch Auftragsmorde telepathisch erledigt. Und schön geht’s los, mit dem nachbarschaftlichen Klatsch in der spießigen Vorstadt und Sophie gerät ins Visier der Polizei. Ach ja, und wo ist eigentlich der Ehemann geblieben?

Stil, Machart, Meinung

Das wir es hier mit einer ganz besonderen Perle unter den Kriminalromanen zu tun haben, wurde mir schnell klar. Der fluffige und humorvolle Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich saß oft schmunzelnd vor dem Buch, denn so kleine alltägliche Beobachtungen, manchmal auch nur unterschwellig im Nebensatz angedeutet, waren nur allzu wahr und perfekt beschrieben. Grundsätzlich ist man sehr oft sehr amüsiert über die Charaktere, ihre Eigenarten, die Entstehung von Gerüchten und Gedanken, die aus einer Mücke einen Elefanten machen.

Dann gibt es noch die dunkle Seite, die in mehreren Kapiteln ans Licht kommt. Es sind ja dann irgendwie schon ganz schön viele Todesfälle in der Umgebung passiert. Der Leser tappt, beschäftigt mit den niedlichen Beobachtungen des Alltages und der fehlenden Sympathie gegenüber den Todesopfern, bis zum Ende im Dunkeln darüber, ob es überhaupt um Mord geht – und wenn ja, wer der Mörder ist. Und so kommt auch die boshafte Seite einiger Charaktere sehr gut rüber, während sich sogar der Leser dabei ertappt fühlen dürfte, wenig Mitleid mit den Opfern zu empfinden.

Das Buch liest sich so weg, die Mischung aus Krimi und lustigem Roman ist sehr gelungen und die Lektüre macht großen Spaß. Zu schnell ist alles vorbei, und ich habe wirklich überhaupt nichts zu meckern.

Die Geschichte

Die Originalausgabe „Die Eisheilige“ wurde schon 1998 veröffentlicht. Der Erfolg muss groß gewesen sein, denn das ZdF hat das Buch bereits verfilmt. Den Film werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen, glaube ich. Nun jedenfalls hat der Berlin Verlag im März 2016 die Geschichte ganz neu verlegt, und so bin ich auf diese alte Perle gestoßen.

So, hier habe ich gekürzt. Exklusiv auf meinem Blog gibt´s noch die Punkte „Zielgruppe“ und „Was lernen wir daraus?“ Es würde mich freuen, wenn ihr mal zu Besuch kommt!

http://wp.me/p6tREn-1oJsi

Fazit

Dieser Kriminalroman ist lustig, mysteriös und unvergesslich. Das Lesevergnügen ist schnell vorbei, weil der lockere Schreibstil mit den kleinen, aber feinen Beobachtungen des Alltags einen sehr fesselt und das Lesen unglaublich viel Spaß macht. Es ist wohl mehr was für Frauen, und es ist definitiv kein typischer Krimi. Ich kann es nur empfehlen und komme um 5 Sterne einfach nicht herum, da mir wirklich überhaupt kein Kritikpunkt einfällt.

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Tags: krimi, kriminalroman, lustig   (3)
 

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93 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

schweden, krimi, rassismus, tom stilton, rassenhass

Die Strömung

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei btb, 08.03.2016
ISBN 9783442753956
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In diesem recht dicken Kriminalroman, der einem besser nicht auf den Fuß fallen sollte, geht es um ein brisantes und derzeit mal wieder hochaktuelles Thema: Rassismus.
Wir haben eine Ermittlerin, die entgegen ihrer Qualifikationen in einem kleinen Kaff in Schweden als „normale“ Polizistin anfängt. Schnell gerät sie in einen großen Fall, denn beim freudigen Spiel im Sandkasten wird der kleinen Emelie das Genick gebrochen. Dieser Mord soll nicht der einzige Mord an einem Kind bleiben, der zweite folgt. Bald kommt der Gedanke auf, dass Fremdenhass ein Motiv sein könnte. Denn beide Kinder hatten einen Migrationshintergrund. Viele Spuren deuten auf eine rechtsradikale Gruppierung, aber ein DNA-Abgleich bringt bald eine merkwürdige Übereinstimmung hervor, der die Ermittlung tief in die Vergangenheit und zu einer Hippie- Kommune auf eine abgelegene Insel führt..

Stil, Machart, Meinung
Ich muss schon sagen, der Anfang beginnt gleich sehr geheimnisvoll mit einem mysteriösen Treffen einer Vereinigung, dann einer kurzen Szene mit der Ermittlerin Olivia und dann direkt einer Szene mit dem Mord an der kleinen Emelie im Sandkasten. Der Leser kann nicht anders, er ist gefesselt – und möchte natürlich den Zusammenhang zwischen den Morden und der Gruppierung verstehen. Das finde ich sehr gelungen, denn so hat der Leser etwas im Hinterkopf, was den Ermittlern im Buch da noch überhaupt nicht klar ist. Man möchte wissen, wie es weitergeht und man denkt selbst mit.

Der Schreibstil ist zwar irgendwie ausführlich, die Geschichte liest sich trotzdem gut. Trotzdem habe ich irgendwie stellenweise nicht recht den Ansporn zum weiterlesen gehabt, da diese Geschichte das Wort Roman in der Genrebezeichnung Kriminalroman sehr ernst nimmt und den einzelnen Figuren und vielen Nebensträngen Raum gibt. Ich finde das schon gut gemacht, hatte aber irgendwie eine Menge Überstunden abzuleisten und war dann eine Weile in den Abendstunden eher weniger geneigt, den Wälzer in die Hand zu nehmen..
Eine Spezialität, die mir in vielen Szenen aufgefallen ist, ist diese hier: Szenen/ Dialoge sind oft nicht nur aus einer Perspektive geschrieben. Damit meine ich, das beispielsweise in einer Szene mit 2 Personen erst die eine Person sich irgendetwas denkt, und dann danach auch die Gedanken der anderen erwähnt werden. Das fand ich irgendwie merkwürdig. Das Buch war jetzt nicht damit überladen, aber ich finde es irgendwie unpassend. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber mir fiel es auf.
Eine weitere Auffälligkeit: Es gibt ganz schön viele Ermittler! Wir haben die Polizei in dem kleinen Kaff Schonen, da ist besonders die Ermittlerin Olivia, der neue Chef und ein merkwürdiger Kollege interessant. Dann übernimmt Stockholm allerdings den Fall, und da gibt es dort Staatsanwältin Mette und noch zwei Ermittler, die oft erwähnt werden. Mette und Olivia kennen sich, und der gemeinsame Bekannte und ehemalige Kommissar Tom wird auch noch an dem Fall mitarbeiten, bei dem ihm später wiederum ein anderer alter Bekannter hilft. Als Krimileser, der im Vergleich zum Durchschnitt wohl eher weniger nordische Krimis konsumiert, hatte ich mit den Namen und Personen sehr lange meine Probleme.


Thema: Rassismus
Das Thema Rassismus kommt in dem Kriminalroman oft und auf ganz verschiedene Arten zur Geltung. Gelungen fand ich, zunächst nicht zu erwähnen welche Hautfarbe die Opfer haben. Die kleine Emelie wird ermordet, ein süßes Mädchen in einem Sandkasten. Erst später kommt einem Ermittler der Gedanke: Ist es, weil sie schwarz war? Das finde ich sehr gut, weil es einfach genau so sein sollte in der Wahrnehmung der Menschen. Ich persönlich sehe wegen der Abstammung keinen Unterschied in einem Menschen (oder diesem Fall Mordopfer), und ich finde diese Selbstverständlichkeit ganz gut gemacht. Am Anfang gibt es dann wieder ein paar Anspielungen anderer Art zu viel, es gibt rassistische Kollegen, es wird immer mal erwähnt das der Fremdenhass zunimmt, dann sitzt da eine ausländische Frau rum.. da wurde es mir teilweise etwas viel mit den Anspielungen. Wichtig ist jedoch, dass bei so einem brisanten Thema die Botschaft von Autor an Leser die richtige ist. Und die ist genau richtig! Besonders die Gedanken von Ermittlerin Olivia sind in der Richtung manchmal sehr gut und es werden genau die richtigen und aktuellen Fragen aufgeworfen. Die Ermittler machen bei den Opfern keinen Unterschied und verurteilen die Rassisten zutiefst. Diese Leute werden auch sehr gut dargestellt (also eher nicht gut, aber mit dem leichten Versuch einer Erklärung für das bekloppte Verhalten).
Es gibt auch aktuellen Bezug, zum Beispiel wird mehrmals Anders Behring Breivik (das ist der verrückte Massenmörder, der auf der Insel in Norwegen die vielen Jugendlichen getötet hat) und seine Gesinnung sowie sein Manifest erwähnt. Und am Ende der Lektüre bleibt einem irgendwie der gruselige Gedanke, dass die schlimmen Leute aus diesem Buch sicherlich real existieren und ihr beängstigendes Gedankengut ausleben. Besonders in Bezug auf viele aktuelle Ereignisse, auch in Deutschland, stimmt das besorgt und nachdenklich. Umso besser finde ich es, dass dieses Buch das Thema so aufgreift und vielleicht bei Leuten, die im Anfangsstadium des Fremdenhasses stecken, noch etwas Gutes bewirken kann.

An dieser Stelle kürze ich meine Rezension etwas, die Punkte „Die Reihe“ und „was lernen wir daraus?“ gibt es exklusiv auf meinem Blog: http://wp.me/p6tREn-1oJrZ


Fazit:
Ein Kriminalroman, der ganz schön lang ist aber trotzdem einen sehr interessanten Plot und ein leider aktuelles Problem gut verknüpft und darstellt. Der Leser muss mitdenken und hat trotzdem eine Menge kleiner und großer Geschichten in einem Krimi. Es wird definitiv spannend, am Ende ist es auch ein Wettlauf gegen die Zeit. Trotzdem ist der Thriller-Liebhaber, der gern aufgeregt jede Seite umblättert und auch mal Action und Brutalität schätzt, bei diesem Werk eher fehl am Platz. Es ist ein Kriminalroman und Krimi – oder Romanfans werden hier ihre Freude haben. Man sollte Zeit mitbringen und bereit sein, den Personen und der Story Raum zu geben. Wie gesagt, empfehle ich unbedingt bei 1 anzufangen. Einen besonderen Bonuspunkt gibt’s für den aktuellen Bezug und die gute Message, daher komme ich auf 4 Sterne und empfehle dieses Buch den richtigen Lesern unbedingt. Es ist jedoch sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Deshalb hoffe ich, dass meine Rezension dem potentiellen Leser da die richtigen Informationen gibt. Ich habe ja gar nicht so viele Kritikpunkte, vergebe aber trotzdem "nur" 3 von 5 Sternen. Besonders die vielen Ermittler und die fehlenden Informationen aus den beiden Büchern davor haben mich teilweise verwirrt, nur mich war es trotz gutem Schreibstil und gutem Plot dann doch etwas lang. Für alle, die die beiden Bücher davor gelesen und für gut befunden haben, natürlich eine absolute Leseempfehlung; für Interessierte zum Thema Rassismus und Fremdenhass auch.

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Tags: krimi, kriminalroma, roman, schweden   (4)
 

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329 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 113 Rezensionen

thriller, folter, mord, interpol, mark roderick

Post Mortem - Tränen aus Blut

Mark Roderick
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.02.2016
ISBN 9783596031429
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bevor die gesamte Familie eines Reporters verschwindet, kann er noch zwei Nachrichten hinterlassen. Eine geht an seinen Bruder Avran, die andere geht an Emilia Ness. Der Bruder bekommt die Nachricht, den Tod der Familie zu rächen. Denn Avram ist ein Profi-Killer. Emilia Ness ist Agentin bei Interpol und soll den Fall aufklären. Während verschiedene Spuren auf dem Hof des Reporters ein grausames Bild rund um das Verschwinden der Familie zeichnen, bleibt nicht nur die Frage nach den Bösewichten sondern auch die Hoffnung, dass die Familie vielleicht doch noch lebt. Der Profi-Killer und die Interpol-Agentin ermitteln nun beide mit ihren ganz eigenen Talenten und Kontakten. Sie haben ein sehr ähnliches Ziel und total verschiedene Herangehensweisen. Was wird passieren, wenn ihre Wege sich kreuzen? Und wer gelangt schneller ans Ziel?


Stil, Machart, Meinung
Ich muss schon sagen, ich finde die Idee mit den zwei ganz unterschiedlichen Ermittlungsperspektiven ganz hervorragend. Ein Killer und eine Polizistin, Gut und Böse, ermitteln beide in der gleichen Angelegenheit und mit unterschiedlichsten Methoden. Diese Idee mag ich sehr. Von Anfang an hat mich die Perspektive des Killers gefesselt, der Charakter des Killers war sehr interessant und obwohl er ewig keinen Kontakt zu seinem Bruder und dessen Familie hatte, ist es für ihn sehr persönlich und er ist sehr betroffen. Auch seine Methoden sind natürlich sehr interessant. Die Perspektive der Agentin allerdings hat mich sehr schnell sehr genervt. Mit einem mittlerweile für Ermittler schon standardisierten Privatleben (nicht genug Zeit für die Tochter wegen dem Job) wurde die Ermittlerin nicht so dargestellt, das ich irgendwie mit ihr hätte warm werden können. Schon in der ersten Szene interessiert sie sich brennend für den Partner, der ihr für diesen Fall zugeteilt wurde. Dabei legt sie für mich eher ein kindisches Verhalten an den Tag und macht sich sofort größte Hoffnungen und heiße Gedanken – dieses Verhalten scheint mir eher der zickigen Teenie-Tochter angemessen. Im Laufe des Falles kann sie dann zwar tatsächlich auch noch ein paar Dinge zur Lösung beitragen, vieles fällt ihr aber auch zufällig oder durch Kollegen in den Schoß. Dann trifft sie sich auch noch ohne große Bedenken oder Sicherheitsvorkehrungen mit einem angeblichen Informanten an einem abgeschiedenen Ort.. da hatte mich diese Perspektive dann irgendwie auch vollends verloren.
Das Zwischenfazit zu den Perspektiven ist demnach, dass die Idee mit den abwechselnden Ermittlungsperspektiven der gegensätzlichen Ermittler großartig ist. Die Perspektive des Killers ist äußerst interessant und meiner Meinung nach auch sehr gelungen, die andere Perspektive könnte dann für meinen Geschmack auch komplett wegfallen, weil sie mir schlicht und einfach nicht gefällt. Trotzdem ist es oft ganz interessant, mit welchen Methoden die beiden Ermittler aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus ans gleiche Ziel gelangen.
Der Schreibstil ist für mich gut. Nicht herausragend oder besonders und auch nicht schlecht. Ich muss allerdings sagen, dass ich von Anfang an trotz der spannenden Handlung nicht sonderlich gefesselt war. Ich musste mich über die Hälfte des Buches dazu zwingen, weiterzulesen. Manchmal war es dann natürlich ganz spannend, aber so richtig fesselnd war das Buch für mich nicht. Warum, das kann ich beim besten Willen nicht sagen, denn die Handlung ist wirklich spannend. Es stehen viele Fragen im Raum, es kommen auch immer mehr Antworten und die Handlung wird nicht langweilig.
Eine Antwort auf die Frage, warum mich dieses Buch nicht vollends gepackt hat, habe ich schon parat: Das Milieu, in das die Ermittlung bald geht, ist nicht ganz so meins. Hier möchte ich nicht vorgreifen. Eine weitere Antwort ist die, dass ich als Leser selbst nichts leisten muss. Klar, ich frage mich wo die Familie ist, wer noch lebt und wer dahintersteckt. Wir haben schnell auch einen Verdächtigen, den ich dann entweder für schuldig oder unschuldig halten kann. Aber darüber hinaus habe ich keine Chance, alleine irgendwelche Begebenheiten oder Indizien einzuordnen und den Mörder selbst zu erraten. Ich möchte als Leser auch ein Rätsel haben und meine Vermutungen anstellen, bin in diesem Buch allerdings eher auf die (teilweise auch etwas zufälligen) Entdeckungen der beiden Ermittler angewiesen und kann da wenig selbst denken.


An dieser Stelle kürze ich den Beitrag ein wenig. Die beiden Abschnitte „was lernen wir daraus?“ und „Die Reihe“ gibt’s exklusiv auf meinem Wordpress - Blog: https://dietipperin.wordpress.com/2016/04/13/rezension-post-mortem-von-mark-roderick/


Fazit
Ein Killer und eine Interpol-Agentin müssen schnell und unabhängig voneinander eine Familie wiederfinden. Vorzugsweise lieber lebendig als tot und ohne einander in die Quere zu kommen. Die Perspektivenwechsel und die Ermittlungsfortschritte durch unterschiedliche Methoden sind eine grandiose Idee, der Plot ist auch gut. Nur leider war ich nicht gefesselt. Und die Ermittlerin war überhaupt nicht mein Fall, teilweise sogar wirklich blöd. Ich habe mich immer auf die Killer-Perspektive gefreut und war auch glücklich, als das Buch dann endlich vorbei war. Ich werde den zweiten Teil nicht kaufen und vergebe 3 Sterne. Leser, die gern über organisiertes Verbrechen, Snuff-Videos und ähnliche Themen lesen dürften ihre helle Freude haben. Thrillerfans natürlich auch, es geht rasant voran.

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Tags: krim, thriller   (2)
 

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

thriller, krimi, hunde, alex kava, 5stars

Todesflehen

Alex Kava , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diana, 08.03.2016
ISBN 9783453358546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ryder Creed hat mit seiner Partnerin Hannah ein Unternehmen, in dem er Hunde für verschiedene Einsätze ausbildet und diese mit ihnen dann auch ausführt. Als er mit seiner Drogenhündin Grace am Flughafen im Einsatz ist, kommt ein Mädchen auf ihn zu und bittet eindringlich um Hilfe. Als die Hündin dann auch noch anschlägt und das Mädchen vor einem Zusammenbruch steht, wird langsam klar: Das Mädchen, Amanda, wird von einer kriminellen Organisation zum Drogenschmuggel gezwungen und hat eine unglaubliche Menge von Drogen in ihrem Körper – einzeln verpackt in Kondomen, die sie vorher schlucken musste. Ryder beschließt, das Mädchen unbemerkt aus dem Flughafen zu schaffen und bringt damit unter anderem sich selbst in Gefahr.

Maggie O´Dell, eine alte Bekannte von Ryder, ermittelt zur gleichen Zeit in einem merkwürdigen und brutalen Fall von Mord. In einem Fluss schwimmt eine Leiche mit einem verräterischen Tattoo, außerdem ist der gesamte Rücken mit Ameisenbissen überseht. Ameisen, die in der Gegend überhaupt nicht vorkommen.. und so führt eine Spur die FBI Agentin Maggie an einen anderen Ort, an dem sie dann auch einen Hundeführer mit einem Leichenspürhund benötigt. Wer das ist, dürfte klar sein..

Die Reihe

Als alter Fan von Alex Kava hatte ich schon lange nichts mehr von ihr gelesen. Die Reihe um FBI Profilerin Maggie O´Dell (und Toni Hill) umfasst, ich habe gerade nachgeschaut, 11 Bände. Davon habe ich locker über die Hälfte gelesen, irgendwann aber zugegebenermaßen den Faden verloren. Warum weiß ich nicht. Als dann eine neue Reihe von Alex Kava startete, war ich Feuer und Flamme. Denn dieses Buch hier ist Band 1 um Ryder Creed, so steht es dabei. Als ich dann etwas von Maggie O`Dell las, war ich etwas verwirrt und dachte, es ist doch eine weitere Fortsetzung. Nein, ist es nicht. Eine neue Reihe mit alter Ermittlerin ist es, sie scheint Ryder von nun an zur Seite zu stehen. Wer bei dieser Reihe mit diesem Buch neu anfangen will, braucht jedenfalls keinerlei Vorwissen. Wer das Vorwissen hat, wird auch sehr gut mit der knappen Beschreibung der Vergangenheit zurechtkommen. Hier kann also wirklich jeder einsteigen. Die Handlung ist in sich abgeschlossen.

Die Reihe bietet auf jeden Fall eine Menge Potential, die Hauptpersonen können beide in eine Menge spannender Fälle geraten und zwischen ihnen knistert es auch recht laut.

Stil, Machart, Meinung

Der Leser wird zunächst mit zwei Perspektiven beglückt. Es startet mit Ryder im Einsatz mit dem Hund und gleichzeitig auch mit Maggie, die am Fluss eine Leiche und damit auch einen neuen Fall an Land zieht. Bald treffen die beiden aufeinander, die Perspektiven bleiben aber trotzdem bestehen. Ich mag es immer, wenn zwei Perspektiven/Personen/Ermittler sich abwechseln und dann irgendwann auch aufeinandertreffen. Natürlich nur, wenn es gut gemacht ist. Das ist hier der Fall, es geht hin und her und man möchte „noch eben ein Kapitel lesen“ – und das dann mehrmals.

Der Plot, die Charaktere und natürlich auch die Spannung sind sehr gut umgesetzt, der Leser ist gleich in der Geschichte drin. Die Schreibe von Alex Kava ist wie immer flüssig, fluffig und gut. Die Seiten blättern sich fast von selbst um.  Alles löst sich schlüssig auf und es gibt auch viele Überraschungen. So mag ich es.

Eine besondere Erwähnung sollte die Kunst finden, mir ein für mich nicht wirklich interessantes Thema interessant zu machen. Meine Lieblingsbücher, Krimis und Thriller, sollten möglichst nicht unbedingt einen zu großen Bezug zur organisierten Kriminalität haben. Ich lese am liebsten über Mord, und ich möchte möglichst auch selbst mitdenken. Wer war der Killer? Ist er wirklich schuld? Hier geht es um Menschen- und Drogenschmuggel. Trotzdem geht es auch um Mord und man muss rätseln, was los ist. Super gemacht, und dann lese ich auch über diese Themen gern.

Die Punkte „was lernen wir daraus?“ und „Zielgruppe“ gibt es exklusiv auf meinem Blog, damit ich den Rahmen hier nicht sprenge. Vielleicht magst du ja vorbeischauen? Hier geht´s lang:  http://wp.me/p6tREn-1oJrr

Fazit

Eine neue Reihe mit einer alten Bekannten, bei der jeder einsteigen kann. Ein rasanter Thriller mit gut entwickelten Charakteren, einem schlüssigen Plot und sehr viel Spannung und Überraschung. Ich gebe 4 Sterne, für die Höchstwertung fehlt nicht mehr viel. Ich werde den zweiten Band der Serie auf jeden Fall auch lesen.

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Tags: krimi, thriller   (2)
 

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398 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 71 Rezensionen

thriller, wien, wiesbaden, andreas gruber, bka

Todesurteil

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.02.2015
ISBN 9783442480258
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zwei Erzählstränge werden von Andreas Gruber abwechselnd erzählt. Zum einen geht es aus der Perspektive von Sabine Nemez in Wiesbaden an der Akademie des BKA im Kurs mit Profiler Maarten S. Sneijder um ungelöste Mordfälle. Ganz neu an der Akademie hat sich für Sabine Nemez ein Traum erfüllt, wie sie zu dieser Ehre kommt weiß sie allerdings auch noch nicht so recht. Als sie dort ankommt, erfährt sie zunächst von ihrem schwerverletzten Exfreund, welcher nach einem Mordversuch auf der Intensivstation um sein Leben kämpft. Im Unterricht geht es um mehrere ungelöste Mordfälle, in denen sie eine Verbindung zu erkennen glaubt.

Die andere Geschichte handelt von einem Mädchen, welches in Wien nach langer Gefangenschaft entkommen konnte und nun sehr verstört ist. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes „Inferno“ tätowiert. Nur zu dem Hund von Staatsanwältin Melanie Dietz fasst sie Vertrauen und die Staatsanwältin setzt sich nun intensiv für das arme Mädchen ein. Sie stellt eigene Ermittlungen in der Sache an, wobei sie (wie auch Sabine Nemez in Wiesbaden) nicht immer im Rahmen des Gesetzes handelt, um zum Ziel zu kommen.

Und wie das Leben bzw. Bücher so spielen, gibt es zwischen den beiden Geschichten dann irgendwann auch eine Verbindung..

Stil, Machart, Meinung

Ich muss zunächst sagen, dass dieses Buch Band 2 der Reihe um den niederländischen Profiler Sneijder und die junge Polizistin Nemez ist. Band 1 habe ich nicht gelesen, aber das machte auch nichts. Für die Leser und auch die Nicht-Leser des ersten Falls hat Gruber eine perfekte Balance gefunden, die beide Gruppen zufriedenstellen sollte.

Ich mag, wie schon bei „Racheherbst“ (für die Rezension hier klicken!),  den Schreibstil von Gruber sehr. Geschichte, Plot, Wendungen, Überraschungen und interessante Charaktere sind in zwar ausführlicher, aber nicht ausschweifender Art und Weise, spannend geschrieben. Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen und muss unbedingt wissen, was als nächstes passieren wird. Das Hin- und Her zwischen den beiden Erzählsträngen ist auch an genau den richtigen Stellen unterbrochen, sodass man immer unbedingt noch ein letztes (oder auch nicht..) Kapitel lesen möchte.

Durch den Teaser zum Buch hatte ich irgendwie ein größeres Gewicht auf die Sache mit den Motiven aus Dantes Inferno erwartet, war aber trotzdem nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil fand ich die Geschehnisse an der BKA- Akademie sehr interessant und die Arbeitsweise der Profiler spannend.

Sowohl Krimi- als auch Thrillerfans werden hier auf ihre Kosten kommen. Es ist schon an einigen Stellen recht brutal, manchmal auch rasant. Andererseits muss man auch kombinieren,  denken, raten und Verdächtige finden. Eine gute Mischung aus beidem. Wo Thriller drauf steht, ist Thriller und Krimi drin..

Etwas mehr Inhalt und ein Link zur Detailseite beim Verlag gibt’s in diesem Artikel auf meinem Wordpress – Blog:

http://wp.me/p6tREn-1oJqU

Es würde mich freuen, wenn du mal reinschaust..

Fazit

Da ich bei dieser Lektüre keine neuen Erkenntnisse zum Thema „was lernen wir daraus“ erlangt habe, fällt diese heute aus. Trotzdem gebe ich dem Buch 4,5 Sterne, habe keine erwähnenswerten Kritikpunkte und kann jedem nur empfehlen, dieses Buch zu lesen. Vielleicht sollte man mit dem ersten Band anfangen, aber das muss man nicht unbedingt. Ich überlege, ob ich nun noch das erste Band lese, das dritte Buch werde ich aber sicherlich irgendwann verschlingen. Todesurteil jedenfalls las sich sehr schnell, ich war total in der Geschichte drin und wurde von vielen Wendungen überrascht. Der Plot ist in sich schlüssig und sehr gut.

Das war mein zweites Buch von Andreas Gruber, und ich muss schon sagen: Bald erscheint er auf der Liste meiner Lieblingsautoren

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Tags: krimi, thriller, wien, wiesbaden   (4)
 

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

thriller, kinderarzt, krim, fbi, mord

Kein Sterbenswort

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.04.2015
ISBN 9783442482658
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor 8 Jahren hat sich das Leben von David Beck schlagartig geändert. Die Liebe seines Lebens, Elisabeth, wurde von einem Serienmörder namens Killroy brutal ermordet –und er konnte ihr nicht helfen. Heute lebt er ein einfaches Leben im Haus seines dementen Großvaters und arbeitet als Kinderarzt. Sein Leben ist nicht das aufregendste und den Tod seiner Frau hat er noch nicht überwunden, doch dann erhält er eine verschlüsselte Botschaft. Natürlich kann die nicht von seiner toten Frau kommen, denn die wurde ja nicht nur umgebracht, sondern auch als das Mordopfer identifiziert. Trotzdem kann die Nachricht nur von ihr kommen, denn in der Nachricht gibt es eine Information, die nur die beiden kennen. Und in der Nachricht steht ganz klar: Kein Sterbenswort!

Als dann noch eine Nachricht kommt, das FBI ihn des Mordes an seiner Frau verdächtigt und eine weitere Person stirbt, ist David plötzlich auf der Flucht. Ist er unschuldig? Lebt seine Frau vielleicht doch? Fragen über Fragen, und Spannung bis zur letzten Seite.

Stil, Machart, Meinung

Zu meiner großen Freude kommt dieses Buch sofort zur Sache. Dr. Beck und seine Frau vor 8 Jahren, sie gehen an ihrem Jahrestag zu einem abgelegenen See. Durch die Informationen auf der Rückseite des Buches weiß man ja schon, wer gleich dran glauben muss. Man erlebt diese Situation durch die Augen der Hauptperson und ist dann mit der nächsten Seite auch schon im „hier und jetzt“ des Buches, in dem der noch immer trauernde Ehemann auf einmal eine Email seiner toten Frau bekommt. Die Fragen sind: ist die Email wirklich von seiner Frau? Ist die Frau wirklich tot?

Der Leser wird gekonnt mit Informationen gefüttert, die Polizei und Hauptperson nicht haben. Aber es gibt auch immer wieder nur ein paar Häppchen,  sodass ich am Ende einiges an Theorien parat hatte, aber trotzdem sehr überrascht war als auch das letzte Geheimnis gelüftet wurde. Das finde ich sehr gelungen.

Grundsätzlich treten irgendwann nach längerer Einführung (die auch nicht langweilig ist) ein Wettlauf gegen die Zeit und noch dazu ein Kampf um Leben und Tod ein. Wem kann man trauen, wem nicht? So mag ich das von Thrillern, besonders wenn sie gekonnt mit Krimi-Elementen gekreuzt werden. Mitraten, Sachen aus der Vergangenheit erforschen und Stück für Stück das Rätsel lösen – während die Zeit läuft und eine Menge passiert. Der Plot ist stimmig und die Auflösung an mehreren Stellen überraschend.

Ein sehr guter Thriller, in dem etwas kleineren Format als sonst auch gut für unterwegs und schnell durchgelesen. Es ist alles da, was ich mag. Und lange, unnötige, schwülstige Beschreibungen sucht man vergebens. Ganz im Gegenteil ist in Dialogen und den Gedanken der Hauptperson auch noch ein knackiger Humor zu finden, den ich mag.

Hier habe ich jetzt gekürzt, die beiden Themen „Zielgruppe und Reihe“ + „was lernen wir daraus?“ gibt es exclusiv auf meinem Wordpress- Blog: http://wp.me/p6tREn-1oJpx

Fazit

Ich vergebe 4 Sterne. Ich habe in letzter Zeit einfach so viele wirklich gute Thriller gelesen, die meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr Suchtpotential, Überraschung, Brillanz und Außergewöhnliches aufweisen konnten. Trotzdem ist dieser Thriller hier wirklich sehr gut und 4 Sterne sind auch ein Lob! Damit der Thriller-Fan von heute absolut nichts falsch machen.

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189 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 98 Rezensionen

thriller, blind, blindheit, berlin, spannung

Endgültig

Andreas Pflüger
Fester Einband: 459 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.03.2016
ISBN 9783518425213
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin begeistert! Denn dieses Buch hat mich so gepackt und beschäftigt, dass ich die Sache mit den letzten Seiten nach einem Lesewochenendetatsächlich noch etwas hinausgezögert habe. Nun habe ich die letzte Seite gelesen und das Buch zugeschlagen, und möchte unbedingt direkt den zweiten Teil lesen, der vom Autor am Ende angekündigt wurde.

Der Inhalt

Die Hauptperson in diesem Thriller ist Jenny Aaron, und sie ist blind. Einst Mitglied einer international operierenden Eliteeinheit der Polizei in Berlin, ist sie nun -nach einem Spezialeinsatz mit unglücklichem Ende- als Verhörspezialistin beim BKA. Sie war schon in jungen Jahren eine hervorragende Polizistin und hat sich auch nach ihrer plötzlichen Blindheit nach dem Einsatz nicht von der Arbeit abhalten lassen. Als plötzlich die alte Einheit aus Berlin anruft und um ihre Mithilfe bittet, holt die Vergangenheit sie schlagartig ein. Denn Boenisch, ein gefährlicher Kerl den sie am Anfang ihrer Karriere ins Gefängnis brachte, hat im Gefängnis eine Psychologin brutal umgebracht. Die einzige Person, mit der er sprechen möchte, ist Jenny Aaron. Als sie sich auf den Weg nach Berlin macht  ahnt sie noch nicht, dass die Begegnung mit dieser unangenehmen Vergangenheit nur ein niedlicher Anfang eines perfekt geplanten Rachefeldzuges ist. Aber Jenny Aaron ist nur blind und hat nicht so viele Fähigkeiten eingebüßt, wie man jetzt vielleicht denkt.

Stil, Machart, Meinung

Der Thriller ist in der Gegenwartsform verfasst, besteht aber auch aus vielen mit großer Bedeutung für die aktuelle Geschichte. Das besondere ist die Perspektive, denn wie schon gesagt ist die Hauptperson blind. Man wird in diesem Buch also keine Beschreibung von Dingen finden, die man sehen kann. Sondern von Dingen die man hört, fühlt oder riecht. Und das ist dem Autor so gut gelungen, dass ich von Anfang an in diese so andere Welt versetzt wurde, die  zwar anders aber irgendwie auch intensiver dargestellt ist als sonst. Als Sehender muss man sich drauf einlassen und wird die Welt einer Blinden kennenlernen und viel über die Taktiken erfahren, mit denen Blinde sich zu helfen wissen um möglichst normal zu leben. Es ist erstaunlich!

Trotz der Behinderung, die ja nun nicht unerheblich ist, ist die Protagonistin keineswegs hilflos. Ganz im Gegenteil, sie hat von allen Ermittlern, Bösewichten und Beteiligten die  „dicksten Eier“(kommt im Buch mal so vor, passender geht´s nicht). Diese verschiedenen Welten, die Fähigkeiten und der Mut und trotzdem auch Dinge, die sie einfach nicht kann, sind sehr gut beschrieben.

Der Schreibstil ist wie für mich gemacht. Man ist sofort drin, in der Handlung. Ich hasse an einem Buch nichts mehr als elendig lange Beschreibungen der Landschaft. Die Fallen hier ja eh weg, denn das kann man ja nicht sehen. Die Beschreibung der Wahrnehmung von Jenny Aaron ist sehr interessant und ein so ganz anderer Blickwinkel. Der Schreibstil ist knackig, zeilenlange Sätze mit gefühlten 20 verschachtelten Nebensätzen wird man hier niemals finden – danke dafür! Auch ist die Geschichte überaus informativ. Klar, man lernt etwas aus der Welt der Blinden, aber das ist noch lange nicht alles (wenn auch am faszinierendsten). Man lernt Dinge aus dem Arbeitsalltag von Scharfschützen und anderen Ermittlern und der Schreibstil hat grundsätzlich eine Zielgruppe, die auch ein bisschen was auf dem Kasten hat. Damit meine ich einfach, dass auch ein bisschen Allgemeinbildung an manchen Stellen vorausgesetzt wird.

Der Plot ist super und das Buch ist wirklich durchgehend spannend. Die Vergangenheit hängt  mit der Gegenwart zusammen, es gibt eine Menge überraschender Wendungen und der Leser weiß zu keiner Zeit sicher, was ihn auf den nächsten Seiten erwartet. Es geht rasant zu, die Seiten blättern sich fast von allein und sehr schnell. Die Beziehungen der Personen untereinander sind sehr liebevoll angelegt und durch Kleinigkeiten auch sehr glaubwürdig untermauert. Und das Buch strahlt definitiv die intensive Recherchearbeit aus, die vom Autor Andreas Pflüger hereingesteckt wurde. Das macht die Geschichte noch eine Schippe glaubhafter, realer und packender.

Ein sehr kleines Detail, welches ich sehr schön fand:  An einigen Stellen gibt es Listen. Z.B. „10 Gerüche, die Aaron mag“ oder „Geräusche, die Aaron mag“. Die passen gut zur Geschichte und enthalten auch allgemeine Dinge, ich finde sie sehr gut gemacht, so zwischendrin.

Die Punkte „was lernen wir daraus?“ (für das Schreiben eigener Texte) und Informationen über Reihe und Zielgruppe gibt es exklusiv nur auf meinem Wordpress-  Blog: http://wp.me/p6tREn-1oJpu

So wird es hier nicht zu lang und vielleicht kommt der eine oder andere Besucher so auch bei mir vorbei.

Fazit

Ich vergebe 5 Sterne, bin hellauf begeistert und muss dringend den zweiten Teil lesen! Die ungewöhnliche Perspektive wurde ungewöhnlich gut umgesetzt. Die Hauptperson ist der Hammer, einerseits in einigen Dingen limitiert weil blind, andererseits knallhart und clever. Die Nebenpersonen sind ebenso liebevoll und interessant angelegt, der Plot ist super und es war sehr spannend und zu jeder Zeit unterhaltsam.

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Tags: berlin, blindheit, krimi, spannung, thriller   (5)
 
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