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159 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

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Rachewinter

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442486557
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Walter Pulaski ermittelt in Leipzig. Im Hotelzimmer eines Motels wird ein Toter gefunden, es sieht zunächst nach einem Unfall aus. Pulaski glaubt nicht an einen Unfall und erkennt den Mann – es ist der Vater von Nina, der besten Freundin seiner Tochter. In Wien ermittelt Anwältin Evelyn Meyers mit ihrem Assistenten Florian. Sie glaubt ihrem Mandanten Michael Kotten, dass er nichts mit dem brutalen Mord zu tun hat, der ihm zur Last gelegt wird. Leider spricht ein Video der Tat, welches Handwerker vom gegenüberliegenden Dach aufgenommen haben, dagegen. Und Während Pulaski alle Hände voll zu tun hat, seine Tochter von eigenhändigen Ermittlungen abzuhalten und selbst entgegen der Anweisungen weiter zu ermitteln, bekommt Meyers es in Wien mit der mächtigen Familie ihres Mandanten zu tun und hat viel mehr Fragen als Antworten..

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller ist ein typischer Gruber, und deshalb auf jeden Fall sehr gut. Rasant, ohne Schnörkel und mit tollen Figuren führt er den Leser durch eine rasante Geschichte. Der Plot kann sich sehen lassen, und ich habe auch noch einiges über ein interessantes, teils delikates Thema gelernt, von dem ich vorher nicht sehr viel Ahnung hatte. Worum es sich dabei handelt, kann ich aus Gründen der Spoilergefahr leider nicht sagen.  

Die beiden Erzählstränge, Wien und Leipzig, wechseln sich ab. In Leipzig teilt sich die Erzählperspektive noch einmal in Walter Pulaski´s Sicht der Dinge und der Perspektive seiner Tochter Jasmin, die eigentlich ganz vernünftig ist aber ihrer Freundin Jasmin bei der eher unvernünftigen eigenen Ermittlung zu Tod des Vaters helfen möchte. Zwischendurch gibt es außerdem die Perspektive der zukünftigen Opfer und des Täters. So ist der Leser den Ermittlern teilweise voraus, da er natürlich ahnt das Pulaski und Meyers Fälle miteinander zusammenhängen – tappt aber trotzdem lange im Dunkeln.  Es ist sozusagen ein großes verworrenes Knäul, welches der Leser zusammen mit den Ermittlern langsam entwirrt.

Nachdem beide Ermittler dieser Reihe ohne einander ermittelt haben, stellen sie dann irgendwann die Verbindung her und ermitteln zusammen. Ein dramatischer Showdown läutet das Ende des Falles ein, und hier ist wirklich einiges los. Man hat natürlich einen unvorsichtigen Ermittler, welcher dem Leser einfach nur „warum machst du diesen Scheiß?“  denken lässt. Und daraus resultiert dann wirklich eine Menge Action, Gefahr und Drama.

Dieser dritte Teil der Serie um Pulaski und Meyers lässt sich auch gut einzeln lesen, aber natürlich empfehle ich, bei dieser Reihe chronologisch vorzugehen. Ich selbst habe den ersten Teil noch nicht gelesen, werde das aber demnächst sicher nachholen. Besonders erfrischend finde ich den neuen Sidekick von Evelyn Meyers. Flo ist ein Ermittlungs- Allround – Talent und kommt fast schon einem Superhelden gleich. Man ahnt, dass es im nächsten Band knistern könnte. Auch die Tochter von Pulaski ist eine ganz erfrischende Version ihres Vaters, die gut in die Geschichte passt.

Was mich nur etwas stört, sind die vielen Zufälle. Klar, damit die Reihe funktioniert, müssen die Fälle in Wien und Leipzig immer zusammenhängen. Aber das ist hier nun schon sehr zufällig eingefädelt. Die Anwältin wird für den Mandanten erwählt und Pulaski erwischt genau die passende Leiche als Ermittler beim Kriminaldauerdienst. Ok, das verzeiht der Leser sehr gern, denn nur so funktioniert die Zusammenarbeit der Ermittler und das Zusammenspiel der Perspektiven. Am Ende wird das mit den Zufällen dann immer dramatischer, und einiges ist dann doch etwas zu viel. Das tut der Spannung und der Geschichte keinen Abbruch, macht die Sache nur etwas weit hergeholt. Aber dafür ist es ja auch Fiktion. Und ganz philosophisch könnte man erklären, dass ja eigentlich alle Ereignisse irgendwie aus Zufällen bestehen und sich so ein großes Ganzes formt…

Fazit

Ein typischer Gruber, und dadurch auf jeden Fall schon einmal sehr gut! Jedem Thriller – Fan dürfte das Herz aufgehen. Wer die vorherigen Bände mag, wird auch diese Geschichte mögen. Ich vergebe 4 Sterne, obwohl die meisten Bücher des Autors von mir 5 Sterne bekommen. Eine begeisterte Leseempfehlung spreche ich definitiv aus. Im Vergleich finde ich die Reihe um Maarten S. Sneijder etwas besser, sehe bei dieser für den nächsten Band mit den frischen Figuren jedoch großes Potential. Vielleicht sollte dann jedoch mal eine andere Ausgangslage die beiden Ermittler zusammenbringen, damit es abwechslungsreich bleibt. Gruber ist und bleibt einer meiner Lieblingsautoren, ich wurde bis jetzt von keinem Buch enttäuscht.

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Tags: leipzig, thriller, transgender, wien   (4)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Hinter den drei Kiefern

Louise Penny , Andrea Stumpf , Gabriele Werbeck
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Kampa Verlag , 06.09.2018
ISBN 9783311120025
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In den Wäldern Kanadas liegt das kleine, gemütliche Dorf Three Pines. Dort scheinen die verschiedenen, teils schrulligen Dorfbewohner ganz normal zu sein. Auf  der traditionellen Halloween Party taucht eine in schwarz gehüllte Gestalt, die aussieht wie der Tod. Keiner kann herausfinden, wer sich so verkleidet hat. Am nächsten Morgen steht diese Gestalt dann in der Mitte des Dorfes und rührt sich nicht vom Fleck. Die Dorfbewohner werden mit der Zeit immer unruhiger. Keiner weiß, was das Ganze soll. Dann kommt die Theorie vom Cobrador auf, einem spanischen Schuldeneintreiber. Das Gewissen, welches die Schuld eines Dorfbewohners hervorhebt. Die Unheilvolle Stimmung ist noch da, als die Gestalt plötzlich verschwunden ist. Kein Wunder, denn kurz darauf wird in der alten Kirche eine Person tot im Gewand des Cobradors gefunden. Was diese Person der Cobrador, hat der Cobrador sie getötet oder was geht da vor? Der Mordfall jedenfalls führt zu einer Gerichtsverhandlung, von deren Ausgang auch der Erfolg eines riesigen Plans abhängt. Denn der Mordfall im kleinen Dorf ist der Schlüssel zu einem gewaltigen Drogenkartell. Und der Polizeichef von Québec, Gamache,  ist einer der Dorfbewohner.

Stil, Machart, Meinung

Sofort wird der Leser mitten ins Geschehen katapultiert. Mit der Zeugenaussage von Armand Gamache beginnt das Buch. Der Mordfall wird parallel einmal in der Gerichtsverhandlung und zwichendurch immer von Anfang an geschildert. Da hat die Autorin wirklich ganze Arbeit geleistet. Durch den Wechsel der Perspektiven und der Zeit hat der Leser einige Rätsel zu lösen und es wird nicht langweilig. Beispielsweise wird die Angeklagte Person nicht weiter genannt sodass der Leser auch trotz dem Anfang am Ende der Geschichte raten kann, wer es denn ist und was da überhaupt los ist.

Zunächst hatte ich leider Probleme, die verschiedenen Dorfbewohner und deren Namen im Gedächtnis zu behalten. Als ich dann herausfand, dass dieser Band Teil 13 der Inspector Gamache – Reihe ist, wurde mir auch klar warum es mir so ging. Sie waren zwar gut beschrieben, aber doch irgendwie recht kurz. Zu der Reihe später mehr.

Das Buch verspricht auf dem Cover: „Die Nr. 1 – Krimireihe aus Kanada“. Das Genre Krimi wird hier auch größtenteils bedient. Es gibt jedoch 2 Fälle in einem: Der Mordfall im Dorf hat alles, was dem Agatha Christie – Fan bekannt vorkommen dürfte. Ein kleines Dorf, ein rätselhafter Mord, ein geschlossener Raum, mehrere Verdächtige und ein Rätsel für den Leser. Diese Seite der Geschichte ist auf jeden Fall ganz typisch „Cosy Crime“ und „Whodunnit“.  Dieser Fall ist jedoch mit einem ganz anderen Fall verwoben. Man merkt schnell, dass bei der Gerichtsverhandlung so einiges vom Ausgang des Verfahrens abhängt. Ich möchte hier nicht spoilern, ich möchte nur sagen: Der Mordfall tritt etwas in den Hintergrund angesichts eines riesigen Drogenkartells. Beim furiosen Showdown ist dann so einiges los, und der Mordfall ist nicht mehr so wichtig.

Diese beiden Handlungen hat die Autorin geschickt miteinander verbunden, der Leser wird gut durch die Handlung geführt und es mangelt nicht an Abwechslung. Der Schreibstil ist angenehm, anspruchsvoll, abwechslungsreich und es liest sich sehr gut. Manche Sätze sind zum schmunzeln, andere wieder recht literarisch anspruchsvoll. Es sind ziemlich viele Gegensätze, die in der Geschichte die Vielfältigkeit ausmachen. Der Dorfbewohner ist auch Polizeichef  von Quebec, Cosy Crime wird zum Thriller – Showdown und die Geschichte beginnt kurz vorm Ende. Das ist gut gemacht, nur mir kam der Mordfall einfach zu kurz.

Ein großes Plus gibt es für den Schauplatz. Ich habe bis jetzt selten etwas mit dem Schauplatz Kanada gelesen und fand die Atmosphäre toll.

Die Reihe

Dieser Fall hier ist der 13. Fall von Gamache. Ich habe das Buch gelesen und mir war schnell klar, dass es nicht das erste Buch der Reihe ist. Ich meinte auch, von Inspector Gamache schon einmal gehört zu haben. Schnell ließ sich rausfinden, dass schon viele Fälle vor diesem Fall veröffentlicht wurden. Dass erklärt dann auch, wieso die Personen aus dem Dorf so schnell erklärt werden und ich als Neueinsteier Probleme damit hatte, sie mir zu merken. Was es aber nicht klärt: Wieso der Kampa Verlag diesen Fall zuerst veröffentlicht. Man hätte diese Reihenfolge auch kenntlich machen können. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den verschiedenen Personen ging es dann aber und ich muss sagen: Man kann diesen Fall auch als Neueinsteiger ohne Vorwissen lesen – wenn man es denn möchte.

Was lernen wir daraus?

Ich habe mal wieder gelernt, dass man in Reihen auch mittendrin einsteigen kann – es aber vielleicht nicht möchte. Wenn das Buch der absolute Hammer ist, dann wird man den Mangel an Informationen schnell verzeihen. Vielleicht fängt man dann sogar nochmal bei Band 1 an und geht ab da chronologisch vor.  Hier hat die Autorin wirklich keine Fehler gemacht, mit denen Neueinsteiger verschreckt werden können. Und doch hätte ich es viel besser gefunden, wenn ich gewusst hätte worauf ich mich einlasse. „Ein Fall für Gamache“, steht auf dem Cover. Hätte ich gewusst, dass es der 13. Ist, hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen. Somit wurde in Sachen Marketing alles richtig gemacht.

Außerdem habe ich wieder etwas in Sachen Stilmix gelernt. Ein sogenannter Landhauskrimi darf auch mal vom Beschaulichen ins Gegenteil kippen. Wenn der Autor sein Handwerk beherrscht wirkt das sogar sehr abwechslungsreich und vielfältig. Dann ist da allerdings noch die Sache mit den Erwartungen des Lesers:  Wenn ich nach dem Cover einen beschaulichen Krimi erwarte und eigentlich nur raten möchte, wer denn der Mörder ist – und mich auf einmal mitten im brutalen Drogenkrieg widerfinde, dann gefällt einigen die Überraschung und andere sind enttäuscht.

Fazit

Von mir gibt es 3 Sterne. Fast wären es 4 geworden, aber ich hatte doch einige Schwierigkeiten mit der ansonsten sehr gut angelegten Reihe und den Charakteren. Die Personen und deren Beziehungen zueinander sind für mich das wahre Juwel des Buches – und auch die Verknüpfung der verschiedenen Perspektiven und Zeiten war tatsächlich meisterhaft. Der späte Einstieg in diese Krimiserie wurde technisch relativ gut gemeistert, nur die vielen Personen im Dorf Three Pines haben mich anfangs einigermaßen verwirrt. Der Mordfall, der mich als Agatha Christie Liebhaberin natürlich gleich an die Queen of Crime erinnerte, ließ mich schon frohlocken. Doch dann war der Fall an sich gar nicht so grandios wie der andere Fall, der sich dahinter verbarg. Ich wäre nicht abgeneigt, der Reihe noch eine Chance zu geben, bin jedoch ratlos: Fange ich da jetzt ganz vorne an oder warte ich auf den nächsten Band?

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Tags: dorf, drogen, kanada, quebec, schwarzer mann   (5)
 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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Blutbuche

Ule Hansen
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 21.05.2018
ISBN 9783453438057
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Emma Carow hat schon in Band 1 der Reihe unter ihrem sehr präsenten Vergewaltiger gelitten. Nun stellt sie sich ihm in einer Talkshow entgegen und bekommt viel mediale Aufmerksamkeit  -gute und schlechte. Mit dieser Aufmerksamkeit bekommt sie auch einen außergewöhnlichen Auftrag: Sie soll Briefe von Opfern analysieren, die der Täter zur Veröffentlichung an die Polizei geschickt hat. Zunächst stellt sich die Frage, ob das überhaupt ernst gemeint ist oder nur ein Scherz. Und dann wird ein Kopf gefunden. Emma Carow wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht weit über ihren Auftrag hinaus ermitteln würde – und das auch noch in den Wirren der polizeilichen Zuständigkeit.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Berlin –Thriller ist der zweite Band in der Reihe um Emma Carow. Ich habe schon Band 1 gelesen und war etwas zwiespältig. Gerade habe ich noch einmal meine Rezension von Teil 1 gelesen und muss sagen: Fast alles trifft genau so auf Band 2 zu.

Daher empfehle ich den Neueinsteigern dieser Serie, auch bei meiner Rezension zu Teil 1 anzufangen. Generell habe ich einige Rezensionen zu Band 2 gelesen, um herauszufinden ob man diesen Teil auch ohne den ersten Band lesen kann. Anscheinend scheint der Einstieg kein Problem zu sein!

Nun zu diesem Band: Die Schreibe des Autorenduos gefällt mir, es ist ohne viel Geschnörkel mit gelegentlich aufblitzendem Humor –und doch hätte man einige Stellen großzügiger kürzen können.

Es ist trotzdem spannend und ich war ziemlich schnell in der Handlung und musste dringend die Seiten umblättern. Die Hauptperson Emma Carow, aus deren Perspektive erneut die gesamte Handlung konsequent erzählt wird, ist zwar noch so problematisch wie in Band 1, aber schon etwas teamfähiger. Die Profile der Kollegen werden weiter geschärft, was ich als Entwicklung super finde. Viel Berliner Lokalkolorit kommt zur Geltung, die Autoren haben verschiedene Erkenntnisse zum Charakter der Stadt und der darin lebenden Leute. Die Herangehensweise von Fallanalysten wird sehr interessant beschrieben.

Erneut dachte ich an einigen Stellen „echt jetzt?“ und „warum tust du das?“. Das scheint die Ermittlerin und die Berichterstattung aus ihrer Perspektive irgendwie interessant zu machen. Dem Leser werden mehrere Verdächtige präsentiert und ein Ereignis aus der Vergangenheit hat mit der aktuellen Mordserie zu tun. Das ist ganz nach meinem Geschmack und hier eingebettet in ein etwas unüblichen Thriller, der aus der Masse heraus sticht.

Nachdem ich zwei Teile der Reihe gelesen habe, möchte ich erwähnen das die Autoren recht unübliche und Interessante Einblicke liefern. Die Fälle lösen sich immer gut und logisch auf, wobei die Handlungen der Heldin nur mäßig logisch anmuten. Der Showdown ist bei beiden Büchern nicht so ganz mein Fall, aber danach macht das Ende dann doch Lust auf mehr.

Was lernen wir daraus?

Bei dieser Reihe fällt mir besonders auf, wie die Autoren die Eigenheiten der Hauptperson, die einen riesigen Platz in beiden Büchern einnimmt, beibehalten und fast schon in den Mittelpunkt stellen. Die Fälle gleichen sich überhaupt nicht und sind beide recht brutal, individuell, interessant und in ein recht ähnliches Setting eingebettet. Die Fallanalyse bekommt viel Raum, und das ist sehr interessant und spricht für viel Hintergrundwissen. So setzt man sich von der Masse ab und behält bei einer Reihe seinen Stil bei, um sich mit dem neuen Fall trotzdem neu zu erfinden.

Fazit

Ich vergebe 4 Sterne und werde auch den nächsten Teil der Serie lesen. Die Längen und die unüberlegten Handlungen der sonst so wohlüberlegten Analystin sind auf der Negativseite verbucht, während die Individualität der Story und der Hauptperson sowie das Rätsel um mehrere Verdächtige und kritischer Lokalkolorit positiv auffallen. Ich bin tatsächlich gespannt, wie es mit dem Team weiter geht.

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Tags: berlin, bomben, polen, thriller   (4)
 

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447 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 189 Rezensionen

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Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:

Ein Literaturagent bekommt ein interessantes Manuskript. Der Autor ist sympathisch und der im Manuskript beschriebene Mordfall ist tatsächlich passiert. Vor 25 Jahren wurde Professor Joseph Wieder ermordet und der Fall ist nach wie vor ungeklärt. Der Agent erwartet, dass der Autor in dem Buch den wahren Täter enthüllen wird.
Als er sein Interesse an dem Manuskript bekundet, kommt jedoch keine Antwort. Der Autor ist nämlich tot. Und um zu erfahren, was damals wirklich geschah, heuert er einen Ermittler an. Dieser trifft bald auf die anderen Beteiligten aus der Erzählung des Verstorbenen: Laura, die eine etwas undurchsichtige Beziehung zu dem Professor hatte und die Mitbewohnerin des Autors war. Lauras Freundin, die damals ihr Alibi war. Den Handwerker mit dunkler Vergangenheit. Und noch einige Zeitzeugen mehr.
Und so hat jeder der damals Beteiligten anscheinend seine eigene Wahrheit von den Ereignissen rund um den Professor, Beziehungen und natürlich dem Mord. Wer war es?

Stil, Machart, Meinung
Dieser Kriminalroman ist ganz im Stil des Whodunnit – Krimis angelegt. Es gibt mehrere Verdächtige und jeder scheint eine andere Wahrnehmung der Wahrheit zu haben oder zumindest zu erzählen. Zunächst wird der Leser mit dem Manuskript konfrontiert, dessen Ende der Literaturagent dann im Laufe der Buches zu finden versucht. Es gibt also ein Buch im Buch.
Nachdem das Manuskript endet, beginnt die Detektivarbeit. Der Fall wird wieder aufgearbeitet und der Leser kann sich selbst überlegen, welche Wahrheit denn nun die richtige ist.
Der Plot ist in sich stimmig und die Auflösung ist auch gut gemacht. Die Figuren sind liebevoll angelegt und man kommt nie durcheinander.

Fazit
Ich vergebe 4 Sterne und werde mir diesen Autor merken. Die Idee ist sehr gut, die Umsetzung auch. Es war spannend, obwohl der Mordfall ja schon lange her und die Sache damit nicht sehr akut war. Ich habe die Auflösung so nicht kommen sehen.

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Tags: krimi, kriminalroman, psychologie, usa, whodunnit   (5)
 

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178 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

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Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Genki Kawamura , Ursula Gräfe
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 23.04.2018
ISBN 9783570103357
Genre: Romane

Rezension:

 

Ein junger Briefträger denkt er hat eine Erkältung und schleppt sich zum Arzt. Dort muss er leider erfahren, dass er einen Hirntumor und nur noch wenige Wochen zu leben hat.  Als wäre der Schock nicht schon groß genug, trifft er kurz darauf auf den Teufel. Dieser hat nicht nur ein bizarres Strandoutfit an sondern ist auch noch sein Ebenbild. Und er bietet einen Deal: Eigentlich wäre der Briefträger ja morgen schon tot, aber er kann noch viel länger leben. Für jeden Tag, den der Briefträger länger lebt, muss eine Sache verschwinden.

Und so fragt man sich während des Buches, wie eine Welt ohne Uhren, Filme, Musik oder Katzen wäre. Und ob nicht alles irgendwie seinen Platz in der Welt hat. Und ob der Briefträger egoistisch sein darf. Und was man selbst tun würde, wenn man nur noch wenige Tage zu leben hat.

Stil, Machart, Meinung

Dieses Buch konzentriert sich auf das Wesentliche. Der Name des Ich – erzählenden Briefträgers zum Beispiel bleibt das gesamte Buch über verborgen. Nach und nach erfahren wir mehr über sein Leben, seine Eltern, seine Beziehungen und auch er erkennt, dass ein Film über sein Leben nicht so lang und spektakulär wäre wie es jeder gern hätte. Er muss seine Angelegenheiten in Ordnung bringen bevor er stirbt, aber er muss ich auch darüber Gedanken machen ob er der Menschheit so viele schöne Dinge nehmen kann. Es ist also schon ein sehr tiefgründiges Buch mit einem tiefgründigen Leben, jedoch sehr leicht und stellenweise heiter beschrieben.

Das Thema regt zum Nachdenken an und man kommt nicht umhin, auch mal über sein Leben, seine Angelegenheiten und die Prioritäten von Dingen nachzudenken. Der Autor schafft es trotzdem, dass man nicht zu bedrückt ist.

Was mir etwas fehlt, ist mehr tiefe in der Erzählung und bei der Hauptperson. Irgendwie hatte ich mir von der Idee, so wie sie im Klappentext schon genannt wurde, etwas mehr Potential versprochen. Andererseits ist das Buch aber auch gut so, wie es ist. Der Autor hatte eine interessante Idee und hat diese mit Leben gefüllt. Dabei hat er unterhalten und zum Nachdenken angeregt.

Fazit

Ich habe lange über die Bewertung nachdenken müssen und war mir oft nicht sicher. Wie fand ich das Buch eigentlich? Die Idee war interessant, ich habe es schnell gelesen, mich gut unterhalten gefühlt und hatte tiefgründige aber auch heitere Gedanken bei einem ernsten Thema. 4 Sterne gibt’s von mir. Für wen genau das Buch etwas sein könnte, weiß ich auch nicht so recht. Menschen mit Hirntumor vielleicht eher nicht. Sicherlich eher Frauen als Männer. Man muss sich auf diese Idee einlassen können, und es wäre vielleicht auch von Vorteil wenn man Katzenliebhaber ist. Ein besonderes Lob geht an die schöne Aufmachung – daher macht es sich als Geschenk auch besonders gut.

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Tags: hirntumor, japan, katzen, tod   (4)
 

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180 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 114 Rezensionen

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Der Alphabetmörder

Lars-Erik Schütz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783548289304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jan Grall und seine Kollegin Rabea sind Fallanalytiker und werden in den Westerwald zu einem bizarren Fall gerufen: Leichen mit auf den Rücken tätowierten Buchstaben werden aufgefunden, der Täter geht dabei nach der Reihenfolge des Alphabets vor. Wer A sagt, muss auch B sagen.  Als der Täter dem Ermittler Jan Grall dann mitteilt, dass er das Z ist, dann macht es 2 Dinge klar: Der Täter ist ziemlich ambitioniert, denn das Alphabet bietet einige Buchstaben für potentielle Opfer. Und es scheint irgendwie etwas persönliches zu sein..

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven. Trotz eines recht hohen Body Counts ist ein sinniger Plot vorhanden, der den Leser ein wenig miträtseln lässt. Mehrere Perspektiven und kurze Kapitel halten die Spannung jederzeit aufrecht und das Buch lässt schnell und ohne Längen lesen. Der Schreibstil ist zu meiner Freude nicht zu ausschmückend und doch auch teilweise mit einem guten Humor garniert.

Mit Jan Grall und Rabea Wyler hat Autor Lars Schütz ein sehr interessantes Team kreiert, welches definitiv Potential bietet und Lust auf weitere Bücher dieser Reihe macht. Ich möchte nicht zu viel verraten, finde die unterschiedliche Mischung der beiden Charaktere und ihrer Stärken und Schwächen auf jeden Fall wirklich gelungen.

Auch die Nebenfiguren und ihre Beweggründe sind gut dargestellt – und das, ohne seitenlang dramatisch zu schwafeln. In der Kürze liegt die Würze.

Fazit

Ich vergebe 4,5 Sterne. Ermittler, Plot, Schreibstil und Spannung sind genau nach meinem Geschmack und ich werde den zweiten Teil der Reihe sehr gern lesen. Für 5 Sterne fehlte das letzte Fünkchen, ich glaube das Ende hätte meiner Ansicht bis zum spannenden Showdown noch etwas länger sein können. Jedenfalls kann ich Thriller- und Krimilesern dieses Buch wärmstens empfehlen. Wie gesagt, es ist nichts für schwache Nerven. Noch dazu dürften Kenner oder Bewohner des Westerwaldes auf ihre Kosten kommen, der Thriller ist sozusagen ein Regionalthriller –aber ohne zu langweilen oder zu sehr Reiseführer zu sein.

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Tags: alphabet, fallanalyse, profiler, regionalthriller, thriller, westerwald   (6)
 

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214 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 83 Rezensionen

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The Fourth Monkey - Geboren, um zu töten

J.D. Barker , Leena Flegler
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 27.12.2017
ISBN 9783764506247
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Four Monkey Killer ist schon sehr lange aktiv und besonders durch sein brutales Vorgehen bekannt: Er entführt Menschen und schickt deren Angehörigen dann liebevoll verpackte Geschenkboxen. Die erste enthält ein Ohr, die zweit ein Auge und die letzte die Zunge des Opfers. Er ist nicht nur ziemlich erbarmungslos, sondern auch sehr clever. So ist die Mordkommission in Chicago schon seit über 5 Jahren hinter ihm her. Als er dann vom Bus überfahren wird, müssen die Ermittler schnell herausfinden, wer er war und wie er vorging. Denn bei seinem Tod hatte er ein weißes Päckchen in der Hand…

Stil, Machart, Meinung
Aus verschiedenen Perspektiven wird die Handlung erzählt. Neben den beiden Ermittlern Porter und Clair gibt es die Perspektive vom Opfer Emory. Die Perspektive des Four Monkey Killers wird nicht durch seine aktuelle Perspektive erzählt, sondern durch sein Tagebuch. Dieses hatte er beim Unfall in der Tasche. Es berichtet aus seiner Kindheit und zeigt schnell und mit teilweise wirklich unschönen Schilderungen, wie aus einem aufgeweckten Jungen ein Psychopath werden kann. Die Wechselspiele der Perspektiven gefallen mir sehr gut.
Die Personen sind ganz gut gemacht, Die Ermittler gefallen mir. Hauptperson Porter wird recht gut dargestellt, aber seine beiden Kollegen bleiben eher etwas blass. Das ist etwas verwunderlich, denn bei diesem Thriller handelt es sich um einen recht dicken Schinken mit über 500 Seiten. Diese Seiten werden, so scheint es mir, größtenteils mit dem Tagebuch des Killers gefüllt. Dieses ist auf jeden Fall ein gutes stilistisches Mittel, um darzustellen wieso der Killer der geworden ist, der er ist. Aber es ist mir einfach zu lang und zu brutal. Ich bin nun wirklich nicht gerade ein Anfänger in Sachen Thriller, muss aber sagen, dass ich teilweise recht angewidert und schockiert war. Meine Frage: Muss das sein?
Grundsätzlich kam ich schwer in die Handlung. Die ersten Seiten waren ein wirklich spannender Einstieg! Ich war ganz begeistert, aber dann kippte meine Stimmung. Die vorherigen Mordfälle wurden kurz gestreift, aber ich hätte gern mehr drüber erfahren. Stattdessen wurde recht langwierig ermittelt, und auch die Perspektive des Opfers war relativ langatmig und nicht so grandios. Und so haderte ich bis zum letzten Viertel wirklich mit der Balance. Ich freute mich immer, wenn dann mal wirklich ermittelt wurde und Rätsel gelöst wurden. Wenn der durch kursive Schrift hervorgehobene Tagebucheintrag wieder an die Reihe kam, habe ich eher genervt die Augen verdreht. Die Auflösung fand ich dann wieder gut, obwohl ich mich wie so oft fragte: Wieso ein Alleingang?
Die Idee um die Morde und den Plot fand ich gut, das war wirklich kreativ.

Fazit
Ich vergebe insgesamt 3 Sterne. 5 Für den Anfang, 2 für den langen Mittelteil und 5 für das Ende. Grundsätzlich hätte man bei dem dicken Wälzer also auch noch ordentlich kürzen können, wenn es nach mir ginge. Geht es aber ja nicht.
Ich mochte den Ermittler, hätte mir aber mehr Farbe für die anderen beiden Ermittler gewünscht. Weniger anschauliche Erklärung im Tagebuchteil und einfach mehr Spannung im Mittelteil hätten der Geschichte ebenfalls gut getan. Trotzdem würde ich dem nächsten Teil dieser Reihe doch noch eine Chance geben und auf Besserung hoffen. Für das Debüt war die Vorstellung aber letztendlich doch ganz ordentlich. Aber Vorsicht: Das ist nichts für schwache Nerven und für die ganz ungeduldigen Leser..

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Tags: 3 affen, brutal, chicago, nichts für schwache nerven, thriller   (5)
 

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Das Buch der Schurken

Martin Thomas Pesl , Kristof Kepler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2018
ISBN 9783442716036
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch der Schurken hält mit dem Inhalt genau das, was der Titel verspricht: In dem Buch sind Schurken aufgeführt! Genauer gesagt: Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur. Dafür hat der Autor seine persönliche, subjektive Meinung genommen und die Schurken in teilweise recht amüsante Kategorien eingeteilt. Ich zeig sie euch nachfolgend, in Klammern gebe ich euch einen Schurken als Beispiel:

Die Gierigen (John Silver)

Die Rachsüchtigen (Moby Dick)

Die Despoten (Die Herzkönigin)

Die Berserker ((Hagen von Tronje)

Die Egoschweine (Dorian Gray)

Die Erziehungsberechtigten (Fräulein Rottenmeier)

Die fatalen Frauen (Circe)

Die Psychopathen (Jean-Baptiste Grenouille)

Die Ungreifbaren (Die Windmühlen – Don Quijote)

Die verrückten Wissenschaftler (Frankenstein(s Monster))

Die Über – und Unterirdischen (Graf Dracula)

Die Könige des Verbrechens (Prof. James Moriarty)

 

Stil, Machart, Meinung

Klar, dieses Buch ist mal was anderes. Es ist kein Krimi oder Thriller, es ist eher eine kreative Auflistung mit einer ordentlichen Prise Humor und einer Menge Diskussionsstoff. Bereits die Einleitung ist amüsant, der Autor erklärt wie die Liste zustande kam. Jeder Schurke ist dann auf 2 Seiten des Buches mit den Details zum Buch (Autor, Titel, Erscheinungsjahr der Originalfassung), einer Zeichnung des Schurken und einem meist längeren Zitat, welches den Schurken beschreibt oder vom Schurken selbst stammt. Dann folgt ein Text darüber, warum der Schurke es in die Liste geschafft hat und was der so getrieben hat. Am Ende gibt es noch einen Steckbrief, der meist recht lustig noch ein paar Details auflistet.

Ich finde die Herangehensweise sowie die Umsetzung echt gut und war schon bei der Einleitung sehr amüsiert. Mein Problem war jedoch, dass ich recht viele der Schurken gar nicht so wirklich kannte. Bei denen, die ich kannte, fand ich das Buch wirklich klasse. Aber klar, wenn man die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur vorstellt und die Liste ganz subjektiv vom Autor ausgesucht wird, dann kennt vor allem der Autor sie alle. Ich bin eventuell etwas jung für dieses Buch – wobei ich eigentlich dachte das ich auch schon eine Menge Klassiker gelesen habe..

Die knackige Auflistung der Schurken, 2 Seiten für jeden von Ihnen, hatte zur Folge dass dieses Buch nach dem ersten Reinschnuppern im Badezimmerregal lag und bei dem einen oder anderen Toilettengang schnell zur Hand war, um kurz mal was lustiges zu lesen. Wo das nun jeder liest sei damit nicht vorgeschrieben, ich wollte nur sagen das man es zur kurzweiligen Unterhaltung immer mal wieder aus dem Regal ziehen kann und es wohl weniger in einem Stück verschlingen wird.

Fazit

Dieses Buch läuft ja schon irgendwie außer Konkurrenz, ich gebe 4 Sterne. Die Liste ist liebevoll angelegt, ich habe Schurken kennengelernt und Schurken gekannt – und einige Schurken auch einfach mangels Interesse überblättert (da fühle ich mich nicht schuldig, das sind ja auch immer noch Schurken..). Besonders gefallen hat mir der Humor des Autors, und damit spart er nicht. Ich habe beim Lesen oft geschmunzelt und war gut unterhalten. 2 Klassiker habe ich mir auch noch auf die Leseliste gesetzt, für irgendwann mal.

Leser aller Genres der Belletristik mit einem Interesse an Schurken dürften auf ihre Kosten kommen, besonders wenn sie mit dem Autor in Sachen Humor auf der gleichen Stufe stehen. Ich finde den Humor ganz hervorragend, aber auch das ist ja Geschmackssache. Besonders belesene Menschen in Sachen Klassiker dürften hier ihre helle Freude haben, für die jungen Leser wäre eventuell ein einzelner Schurke für den Deutschunterricht ganz interessant. Ich fand es gut, habe immer mal reingeschaut aber auch nicht alles genau gelesen. Aber das Buch steht ja jetzt im Bücherregal und ist da auch nicht festgewachsen.

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Tags: aufllistung, bösewichte, literatur, schurken   (4)
 

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Neuntöter

Ule Hansen
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.02.2018
ISBN 9783453421851
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich hat die Berliner Fallanalystin Emma Carow ja schon mit ihrem eigenen Trauma zu tun- vor allem als ihr Vergewaltiger von damals nun auch noch ein Buch geschrieben hat. Zu allem Überfluss kommt dann aber auch noch der Mumienmörder hinzu. Ein Junge findet auf einem Baugerüst mitten in der Innenstadt Berlins drei hoch oben hängende Leichen. Diese sind mit Panzertape wie Mumien eingewickelt. Schnell merkt Emma, dass mehr als ein Täter bei diesem Kraftakt seine Finger im Spiel hatte und fürchtet schlimmes für die Opfer. Ein neuer Kollege möchte ihr außerdem ihre Position streitig machen –damit kann Emma überhaupt nicht umgehen. Denn so gut sie in ihrem Job auch ist – mit Menschen im Allgemeinen und Teamplay im Besonderen hat sie es eher nicht so.

Stil, Machart, Meinung

In diesen Thriller kam ich irgendwie nicht so gut rein. Das lag zum einen daran, dass in den ersten Szenen Emma Carow, die Hauptperson, ihre Tötungsfantasien an ihrem Vergewaltiger auslebt. Zum anderen wird der Fall nicht gerade spannend eingeleitet, sondern eher mit dem schnöden Widerkauen der Ermittlungsakte. Klar, dass ist eindeutig realistischer und auch mal was anderes, in Zusammenhang mit Abtörner Nummer 1 habe ich das Buch jedoch erst einmal wieder zur Seite gelegt. Als es dann an die Profilerstellung ging, wurde es sehr interessant. So langsam fand ich in die Geschichte rein und war dann nach dem ersten Viertel doch in der Story drin. Die Spannung steigt, wenn auch einige Längen dabei sind. Ich finde den Schreibstil eigentlich recht prägnant, trotzdem hätte man sicherlich problemlos 100 Seiten aus der Geschichte streichen können um die Spannung zu erhöhen.

Kommen wir zur Protagonistin: Emma ist sicherlich nicht Everybody´s Darling – meiner auch nicht. Serienkiller scheint sie wesentlich besser zu verstehen als ihre Mitmenschen, sie eckt permanent an. Teamfähigkeit scheint ihr kein Begriff, und auch ihre Entscheidungen und Alleingänge sowie ihre sexuellen Vorlieben fand ich größtenteils befremdlich. Ich finde es vom Autorenduo trotzdem mutig, die Geschichte konsequent aus ihrer Perspektive zu erzählen. Wahrscheinlich macht es den Charme dieses Thrillers aus, dass man seinen Erzähler nicht sonderlich mag, trotzdem irgendwie versteht und die meiste Zeit „Boa, tu es nicht“ denkt und den Kopf schüttelt. Vielleicht muss man so viel durchgemacht haben und solche Gefühle in sich tragen, um die Killer zu verstehen?

Einige Nebenfiguren bleiben recht blass, man merkt sie sich aber recht schnell. Andere, wie die schwangere Chefin und der Ermittlungsleiter Lutz hingegen fand ich sehr erfrischend. Mit Urbexern (Urban Explorern) haben die Autoren auch ein interessantes Thema in die Geschichte reingenommen, von dem ich noch nie gehört hatte. Das gibt einen Pluspunkt.

Das Ende hat zwar eine schlüssige Auflösung, andererseits jedoch einen eher fragwürdigen Showdown.

Fazit

Ich kam in die Geschichte zunächst nicht rein, dann war ich plötzlich doch drin. Mit der Hauptperson wurde ich zwar nicht komplett warm, sie brachte aber mal eine ganz neue Komponente in die Erzählung eines Thrillers. An einigen Stellen war ich genervt, an anderen total gefesselt. Ich vergebe 3 von 5 Sternen und könnte mir vorstellen, den nächsten Teil um die Ermittlerin zu lesen. Vielleicht wird es gerade mit der Entwicklung der Ermittlerin besser. Aber es war doch auch mal was anderes. Für Leser, die keinen 0815 – Thriller wollen und Berliner oder Urbexer sind ist der Thriller sehr empfehlenswert – jeder andere muss nun entscheiden, ob er es mal mit einer fragwürdigen Ermittlerin versuchen möchte..

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Tags: berlin, rache, sekte, serienkiller, thriller, urbexer, vergewaltigung   (7)
 

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154 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 69 Rezensionen

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Die Morde von Pye Hall

Anthony Horowitz , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.03.2018
ISBN 9783458177388
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Lektorin Susan Ryeland nimmt sich ein Wochenende Zeit, um das neueste Manuskript ihres Erfolgsautors Alan Conway zu lesen. Der eher unsympathische Autor ist für seine Whodunnit – Kriminalromane im Stil von Agatha Christie bekannt, in dem sein Ermittler Atticus Pünd in der Art von Hercule Poirot die Fälle löst. Das Buch im Buch birgt am Ende jedoch eine dicke Überraschung und lässt die Lektorin ratlos zurück – die Auflösung des Falles fehlt. Dann kommt ein Todesfall im realen Leben in die Quere, mit dem auch die Auflösung des Buches dahin ist: der Autor ist tot! Susan muss nun zur Detektivin werden, um das Ende des Manuskripts zu finden. Und irgendwas kommt ihr da merkwürdig vor…

Stil, Machart, Meinung

Wie man aus meiner Inhaltsbeschreibung schon erahnen kann, kommen Fans von Agatha Christie bei diesem Whodunnit – Kriminalroman voll auf ihre Kosten. Zunächst liest man größtenteils das Manuskript in dem - typisch Agatha Christie - ein Dorf voller Verdächtiger und ein imposanter Landsitz mit Mord im Mittelpunkt stehen. Man kann wunderbar rätseln, wer der Mörder ist und was es mit der ganzen Geschichte auf sich hat. Leider fehlt die Auflösung und der Autor ist tot. Auch in der Story im realen Leben erinnert einiges an Agatha Christie und sogar ein Enkel kommt darin vor.

Wie treue Leser dieses Blogs vielleicht schon wissen, liebe ich nicht nur die Bücher von Agatha Christie, sondern auch alle Bücher in dieser Art, die gut gemacht sind. Deshalb befürchten nun wahrscheinlich schon einige, dass dieser Abklatsch mich aufgrund meiner hohen Erwartungen wahrscheinlich enttäuscht hat. Aber da muss ich euch enttäuschen: Ich fand es ganz wunderbar! Klar, ich muss schon sagen, es ist schon sehr Agatha Christie und Der Ermittler im Manuskript ist auch sehr Hercule Poirot, aber das Ganze ist so gut gemacht, dass die Queen of Crime wohl nichts dagegen hätte. Es ist eher so etwas wie eine Hommage an sie, die mit gleich 2 klassischen Whodunnits in einem Buch endlich mal wieder richtig überzeugen kann. Die Kopie dieses Genres haben schon viele versucht, aber die meisten kamen nicht einmal annähernd an die Originale.

Damit es nicht untergeht, und mal so ganz ohne Vergleich zu meinen Lieblingsbüchern: Die Plots im Manuskript im Buch und im Buch sind sehr gut gemacht. Es gibt Verdächtige, mysteriöse Sachen, ein Rätsel auf der Vergangenheit und sehr viele Motive weil das Mordopfer den Tod eigentlich geradezu herausforderte. Es passt auch alles schlüssig und die Figuren sind gut angelegt.

Fazit

Wie man nun also ganz richtig ahnt, vergebe ich 5 Sterne. Schon wieder! Ich hatte hohe Erwartungen und sie wurden nicht enttäuscht, zu jeder Zeit war ich gut unterhalten. Auf jeden Fall würde ich mehr vom Ermittler Atticus Pünd und auch vom Autor Anthony Horowitz lesen, bin begeistert und recke meinen Daumen nach oben. Alle Whodunnit Fans müssen also unbedingt dieses Buch lesen.

Falls du jetzt noch nichts von Agatha Christie gehört hast und dich fragst, was ich immerzu mit diesem Whodunnit habe: Ich habe das Konzept auf meinem Blog erklärt.

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Tags: agatha christie, england, klassiker, krimi, kriminalroman, whodunnit   (6)
 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Das Inselhaus

Leonora Christina Skov , Nora Pröfrock
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2018
ISBN 9783442714247
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 

 7 Menschen,  die sich vorher noch nie begegnet sind, treffen auf einer unbekannten dänischen Insel für einen Arbeitsaufenthalt aufeinander. Jeder erhielt eine Einladung eines Unbekannten, der sie wegen ihrer herausragenden Künstlerischen Leistungen für den Staat Dänemark erbracht haben. Da wären die etwas nervige Anne mit ihren Scherenschnitten, Krimiautor Joachim, Reisejournalistin Robin, Autor Kevin, Pfarrer Paul Erik, Duftkünstlerin Greta und Sophie mit der Arbeit an einem Gedichtband. Schon bei der Vorstellung der neuen Inselbewohner merkt man, dass bei den „herausragenden Leistungen“ für Dänemark etwas faul ist, im Staate Dänemark (das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen). Auf der Insel wartet ein Haus aus Glas die Gruppe, in dem merkwürdige Porzellanfiguren, keine Internetverbindung und einige Überraschungen warten. Was ist faul an der Sache? Wer steckt dahinter? Warum wurden diese Personen eingeladen? Und wird jeder diesen Aufenthalt überleben?

Stil, Machart, Meinung

Schon meine Inhaltsangabe dürfte so manchen Leser jetzt eventuell an Agatha Christies „Und dann gabs keines mehr“ oder auch in älterer Fassung „Zehn kleine Negerlein“ erinnern. Bingo! Die Autorin streitet keinesfalls ab, dass diese Geschichte sie inspiriert hat, sie erwähnt es sogar im Epilog. Sie schlägt bei diesem Kriminalroman jedoch eine etwas andere Richtung ein: Sie lässt in den verschiedenen Kapiteln die verschiedenen Inselbewohner zu Wort kommen und der Leser bekommt so einen umfassenden Einblick in das Haus. Es gibt keinen Ermittler. Die jeweiligen Bewohner machen sich natürlich so ihre eigenen Gedanken über die Situation und ihre Mitbewohner, denken eventuell andere Dinge als sie sagen und haben auch ihre eigene Geschichte. Durch viele Perspektivenwechsel und viel Zeit für die Gedanken der einzelnen Charaktere wird der Leser mit der Zeit seine eigenen Gedanken zur Situation entwickeln.

Dieser Kriminalroman lässt den Figuren viel Raum für ihre Gedanken und ist an einigen Stellen etwas ausschweifend, meistens jedoch unterhaltsam. Besonders gefallen hat mir die eigentlich sehr griesgrämige Greta, die sich sehr sarkastische Gedanken und oft fiese Bemerkungen macht. Mehrere der Personen auf der Insel sind mir relativ unsympathisch bzw. trotz der ausschweifenden Beschreibungen auch nicht ganz so tiefgründig. Ich verstehe einfach viele Entscheidungen der Personen nicht, obwohl es so detailliert dargestellt wird.

Mir sind dann doch auch einige Statements in diesem Buch etwas merkwürdig vorgekommen. Wieso zum Beispiel sollte man heutzutage keine Informationen über so eine Insel im Internet finden? (Stichwort: Google Earth?!) Die anderen Merkwürdigkeiten kann ich leider nicht verraten..Spoilergefahr.

Fazit

Wer eine herausragende Geschichte kopiert, muss seinen eigenen, anderen Weg finden. Besonders wenn es ein weltbekanntes Werk einer großartigen Autorin ist. Die Autorin hier hat das tatsächlich getan, jedoch nicht ansatzweise auf diesem Level. Sie legt Wert auf die eigenen Gedanken und Perspektiven aller Personen, und das finde ich auch gut. Nur leider konnte sie mir die Personen nicht wirklich nahe bringen und der Plot ist zwar ganz gut konstruiert, mit dem Original leider nicht zu vergleichen. Und da der Vergleich sich aufdrängt, kann dieses Buch nur verlieren. Ich vergebe 3 Sterne, und ohne die unterhaltsame Greta wären es wohl nur 2 gewesen, denn es gab doch einige Ungereimtheiten. Trotzdem ist das Buch gut zu lesen. Wer das Original nicht kennt, wird hier wahrscheinlich großzüger Sterne verteilen.

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Tags: dänemark, einsame insel, insel, krimi, kriminalroman, whodunnit   (6)
 

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76 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

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Mr Griswolds Bücherjagd - Das Spiel beginnt

Jennifer Chambliss Bertman , Elisa Martins
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 07.02.2018
ISBN 9783958540651
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Emily zieht mal wieder um. Das passiert ihr sehr oft, denn ihre Eltern haben sich vorgenommen, in jedem Staat der USA einmal zu wohnen. Dieses mal geht es nach San Francisco, und diese Stadt ist für Emily genau richtig. Denn dort lebt der berühmte Mr. Griswold, der Erfinder ihrer heißgeliebten Bücherjagd. Als die Familie ankommt, ist Mr. Griswold leider gerade überfallen worden. Und ausgerechnet Emily findet ein Buch, mit dem eine ganz andere Bücherjagd beginnt..

Stil, Machart, Meinung

Dieses Buch läuft ein wenig außer Konkurrenz, denn ich habe mit Jugendbüchern eigentlich nichts am Hut. Es ist jedoch für eine riesige Zielgruppe gemacht, die wohl besonders eine Eigenschaft gemeinsam haben wird: Die Liebe zu Büchern. Dazu zähle ich mich und wohl auch die Leser meines Blogs.

Und so begab auch ich mich mit zwei Kindern auf Bücher-Schatzsuche und muss sagen, sie war eigentlich recht unterhaltsam. Die Idee einer Bücher-Website fand ich auch sehr interessant, ähnlich wie Lovelybooks etc. funktioniert eine Seite, auf der Menschen Bücher verstecken - und mit Hilfe von Rätseln finden können. Es ist so eine Mischung aus Bookcrossing und Rätseln. Ich muss zwar sagen, dass mir diese Art von Rätseln nicht so liegen, aber die Autorin hat trotzdem eine riesige Schnitzeljagd auf die Beine gestellt und ich bin sicher, die logische Aneinanderreihung der verschiedenen Rätsel und Hinweise war ein großes Stück Arbeit. Ich wäre an so einer Bücherschatzsuche im realen Leben nicht interessiert, habe die Idee aber interessant gefunden und die Schnitzeljagd auf mich wirken lassen.

 

Die Geschichte ist gut geschrieben, hat einige nette Überraschungen und Wendungen zu bieten und dürfte tatsächlich jung und alt gut unterhalten. Besonders für Jugendliche wird die Bücherjagd sehr interessant sein.

Dieses Buch ist der Auftakt einer Trilogie, ist allerdings auch nur für sich gut zu lesen und in sich abgeschlossen. Ich bereue die Lektüre keinesfalls, würde jedoch Teil 2 und 3 eher nicht 

lesen.

Ein paar kleine Tippfehler sind mir aufgefallen. Ich kann mir jedoch auch vorstellen, dass sie zu einem Rätsel im Buch dazugehören. Weiter verfolgt habe ich das jedoch nicht..

Fazit

Dieses Buch hat mich jetzt nicht zum Fan der Trilogie gemacht, der den nächsten Teil nicht mehr abwarten kann. Aber es hat mich gut unterhalten, inspiriert und mir auch ein paar interessante Fakten geliefert. Außerdem habe ich mir vorgenommen, mir mal wieder etwas von Edgar Allan Poe vorzunehmen. Dafür, dass eine solche Geschichte sonst nichts für mich ist, war sie sehr gut.

Ich empfehle dieses Buch besonders allen Bücherfreunden, die Rätsel mögen. Besonders Jugendliche dürften auf ihre Kosten kommen, Frauen die eher wenig gruselige Dinge lesen werden auch begeistert sein. Jungs würden es wohl auch mögen, Männer jedoch wohl nur wenn sie riesige Poe-Fans sind oder Rätsel und Chiffren mögen :-)

4 Sterne von mir, ein bisschen außer Konkurrenz.

 

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Tags: bookcrossing, chiffre, edgar allan poe, jugendbuch, rätsel, schnitzeljagd   (6)
 

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Sonntags Tod

Carla Berling
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453419933
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ira ist Lokalreporterin und muss zu einer Beerdigung, denn Ihre Schulfreundin wurde von ihrem Mann ermordet. Auf der Beerdigung in ihrem alten, westfälischen Dorf trifft sie viele Menschen aus ihrer Vergangenheit wieder. So auch Andy. Als sie dann wieder in ihrem Alltag als Reporterin unterwegs ist, entdeckt sie bei einem Polizeieinsatz eine Leiche in einer Messi-Wohnung. Als sie dann eine Verbindung zu ihrem alten Dorf aufdeckt, ermittelt sie plötzlich auf eigene Faust in einem Verbrechen und gerät in eine Familientragödie ungeahnten Ausmaßes.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Kriminalroman legt einen großen Fokus auf die Ermittlerin Ira und die Vergangenheit in ihrem westfälischen Heimatdorf. Bald befindet sich der Leser inmitten einer großen Familie, in der jeder ein Geheimnis zu haben scheint. Nebenbei gibt´s eine Menge Lokalkolorit.

Ich mag solche Geschichten eigentlich, aber mir war beim Lesen oft nicht klar, wieso Ira da jetzt eigentlich ermittelt und was das genau bringen soll. Ich fühlte irgendwie nicht, dass da so dringlich etwas aufgeklärt werden musste –was komisch klingt, aber tatsächlich so passierte.  Dazu muss ich erst einmal einen Kritikpunkt anbringen: Den meisten Anteil an der Ermittlung in dieser Geschichte hat nicht die Ermittlerin Ira, sondern Kommissar Zufall. Die Zufälle häufen sich, der Haufen ist mir am Ende zu groß.

Mit Hauptperson Ira bin ich leider auch nicht recht warm geworden. Sie trägt gern rote Kleidungsstücke und hat einen Pudel. Neben diesen wenig beeindruckenden Eigenschaften mag ich ihre Art auch in vielen Situationen nicht recht. Sie soll auch die Gabe haben, Menschen durch zuhören allerlei Geheimnisse zu entlocken. Für mich sieht es jedoch eher so aus als würde sie ziemlich plump überall einfallen und direkt simple Fragen stellen, welche dann auf einmal wundersame Weise zu vielen vertraulichen Informationen führen. Vielleicht ist es ja auch die Anwesenheit des Pudels..

So etwas ist ja immer Geschmackssache und es gibt durchaus auch Positives zu berichten: Wir haben hier eine Familie mit vielen Familienmitgliedern und ich konnte mir die Personen schnell merken. Die Schreibweise ist flott und flüssig. Der Plot dröselt sich am Ende auch ganz sinnig auf und die einzelnen Personen und deren Handlungen machen Sinn. Ein besonderes Lob gilt der Einbettung des Lokalkolorits: interessante lokale Besonderheiten werden charmant und in guter Balance ins Geschehen eingebracht, auch etwas Gesellschaftskritik bzw. Gegenwartsbeschreibung ist gut untergebracht.

*Spoileralarm in Sachen Spoiler..*

Eine Anmerkung: Auf der Rückseite des Covers werden die Hauptpersonen kurz steckbriefartig vorgestellt. Andy, der erst im letzten Drittel der Freund der Hauptperson ist, wird dort bereits als ihr Freund bezeichnet. Das ist natürlich blöd gemacht, weil es die Spannung nimmt ob aus den beiden dann am Ende was wird.

Fazit

Man konnte die Geschichte gut lesen, der Plot und der Lokalkolorit waren gut und zu meiner Freude wurde nicht ausschmückend herumgeschwafelt. Das Setting mit einem Dorf, einer Familie mit vielen Geheimnissen in Verbindung mit einem Mordfall – das mag ich sehr gern. Nur leider wurde ich mit der Hauptperson Ira und deren Motivation für die Ermittlung nicht warm. Ich las zwar nicht gelangweilt weiter, habe jedoch streckenweise wenig Sinn in der Ermittlung gesehen. Ich vergebe 3 Sterne und denke, dass meine subjektive Bewertung eventuell etwas von der allgemeinen Bewertung dieses Buches abweichen wird – wahrscheinlich liegt die durchschnittliche Bewertung um die 4 Sterne, aber mich persönlich hat neben positiven Aspekten auch einiges gestört. Deshalb werde ich ein nächstes Buch dieser Reihe wohl auch nicht lesen. Schlecht ist das Buch jedoch keinesfalls.

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Tags: dorf, homosexualität, krimi, kriminalroman, lokalreporterin, westfalen   (6)
 

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(19)

28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Farbenblind

Trevor Noah , Heike Schlatterer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Blessing, 06.03.2017
ISBN 9783896675903
Genre: Biografien

Rezension:

Trevor Noah, heute ein überaus erfolgreicher Comedian und mir besonders als Moderator der „Daily Show“ in den USA bekannt, erzählt in diesem Buch von seinem Leben in Südafrika - vor dem Erfolg. 1984 wurde er im Township Soweto als etwas sehr besonderes geboren: ein Verbrechen! Denn im Apartheidregime war es verboten, Sex mit Partnern mit anderer Hauptfarbe zu haben. Das Produkt einer sehr versierten Xhosa und eines weltoffenen Schweizers war nun also Trevor, ein Farbiger. Er gehörte weder zu den Farbigen noch zu den weißen und verbrachte auf Grund seiner kriminellen Hautfarbe einen Großteil seiner Kindheit in Innenräumen, damit er nicht entdeckt wurde. Was er dabei alles erlebt hat, was seine Erlebnisse über das Afrika unter dem Apartheidregime und die Willenskraft einer rebellischen Mutter erzählen, darf der Leser nun miterleben.

Stil, Machart, Meinung

Überraschung, ich habe eine Biographie gelesen! Das habe ich zuvor nur einmal getan, und zwar handelte es sich um die Biografie meiner Lieblingsautorin Agatha Christie. Als ich diese Biographie sah, war ich jedoch sofort interessiert. Nicht nur das ich immer gern Trevor Noah in der Daily Show schaue, besonders in  Zeiten von Trump. Auch das Thema Rassismus beschäftigt mich, sowohl im allgemeinen als auch auf persönlicher Ebene (mein Kind wäre auch Farbig). Diese Biographie ist sehr unterhaltsam und humorvoll auf der einen Seite, veranschaulicht auf der anderen Seiten aber auch die Auswirkungen des Systems Apartheid.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Apartheid zwar einordnen konnte, mich jedoch nie weiter mit der Sache befasst habe. Trevor Noah hat eine gute Balance zwischen Persönlichen Erlebnissen und der Beschreibung des Systems sowie die Vermittlung von Informationen gefunden. Ich habe einiges gelernt und habe mich auch gedanklich über das Buch hinaus mit der Sache beschäftigt – es war aber nie langweilig sondern grundsätzlich unterhaltsam. Natürlich waren einige Sachen auch wirklich traurig, aber der Humor mit dem auch diese Begebenheiten erzählt wurden, war trotzdem genau meiner.

Die Schreibe ist fluffig, die Geschichten sind interessant und das Große und Ganze ergibt ein schlüssiges Bild. Selbstironie und Galgenhumor sind die eine Sache – interessante Erkenntnisse und Entsetzen über die Lebenssituation die Andere. Da merkt man mal wieder, wie gut man es hier hat.

Fazit

Ich habe noch nie zuvor eine Biographie hier vorgestellt oder bewertet und sehe das ganze jetzt mal unter der Rubrik Roman. Dort gibt es von mir 5 Sterne für diese Geschichte, die ich so schnell wohl nicht vergessen werde und die auch sehr inspirierend war. Ich hatte eine gute Zeit beim Lesen und habe sehr oft gelacht, an anderen Stellen war es sehr traurig und nebenbei habe ich sehr viel gelernt. Ich als Krimitante habe nicht einmal in Sachen Spannung etwas zu meckern, denn es war dann doch so einiges los in dem Buch. Man sollte sich immer auch für neue Sachen öffnen und auf sie einlassen, hier wurde ich dafür wirklich belohnt.


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Tags: afrika, apartheid, biographie, comedian, rassismus, südafrika, trevor noah   (7)
 

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Ein wilder Schwan

Michael Cunningham , Eva Bonné
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630874913
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Küstenfluch

Hendrik Berg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.03.2017
ISBN 9783442485567
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Krumme hat seinen Job bei der Kripo in Berlin aufgegeben und arbeitet nun in Nordfriesland. Ihm an die Seite gestellt ist die junge Kollegin Pat, die gerade erst die Polizeischule absolviert hat. Als ein Orkan ein Schiffswrack im Wattenmeer sichtbar macht, ereignen sich einige mysteriöse Unfälle. Für Krumme beginnt die Ermittlung bei Familie Jessen, denn der Sohn von Bauer Jessen landete unter mysteriösen Umständen auf den Dornen einer Egge. Krumme glaubt an Mord, erfährt allerdings nur wenig Hilfe von der Familie. Und dann ist da noch der kleine Jan, der ein recht übersinnliches Kind ist und einen Schattenmann gesehen hat..

Die Reihe um Krumme

Dieser Kriminalroman ist der 3. Band in der Reihe um Kommissar Theo Krumme. Die Geschichte hier steht für sich, es kommen jedoch Personen und Erinnerungen an die Bände 1 und 2 vor. Das macht aber nichts, neue Leser und alte Leser werden uneingeschränkt auf ihre Kosten kommen.

Ich habe dem 2. Band „Lügengrab“ 5 Sterne gegeben, und das mache ich nicht sonderlich oft. Daher war meine Freude über Band 3 genauso hoch wie die Erwartungen an den neuen Fall.

Stil, Machart, Meinung

Zunächst muss ich sagen, dass die Story an sich vom Plot her schon gut ist. Wir haben einen toten Bauerssohn auf einem Hof und keiner kooperiert. Da der Hof irgendwo im nordfriesischen Nirgendwo liegt, stehen die Chancen für einen Täter vom Hof auch nicht schlecht. Dann fragte ich mich, was dieses Wrack für eine Bedeutung für die Geschichte hat und war auch etwas verwirrt von dem übersinnlich begabten Kind. Am Ende fügte sich das alles schon ganz zusammen, einige Fragen blieben bei mir jedoch offen und ich war von der Geschichte schon etwas enttäuscht. Wahrscheinlich waren es die hohen Erwartungen auf Grund des zweiten Buches der Reihe.

Die Schreibe ist relativ normal, zeichnet sich für mich jedoch vor allem durch einerseits relativ simple Dialoge und andererseits sehr genaue Beschreibungen der Natur – und Wetterlage aus. Diese Mischung finde ich etwas merkwürdig, und genaue Beschreibungen der Natur sind eher nicht so meins. Man kann die Geschichte trotzdem gut lesen, auch wenn an einigen Stellen Längen auftreten, während an anderen Stellen an Details gespart wird. Mir hat die Balance der Geschichte irgendwie nicht so zugesagt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die übersinnliche Komponente in der Geschichte. Ich möchte hier nicht spoilern, fühlte mich als Leser allerdings etwas veralbert als der Plot sich dann auflöste.

Sehr gut hingegen fand ich die Figur Krumme, besonders im Zusammenspiel mit seiner jungen Kollegin Pat. Krumme ist ein Einzelgänger und hat nun eine unerfahrene Kollegin an der Seite, die beiden müssen sich wohl noch aneinander gewöhnen, aber es besteht große Hoffnung. Auf die weitere Entwicklung der Figuren bin ich gespannt.


Fazit

Ich hatte nach Band 2 „Lügengrab“ sicherlich etwas zu hohe Erwartungen, dieser Band hat mich dann doch irgendwie enttäuscht. Von der Auflösung war ich auch nicht so ganz begeistert, weil Fragen offen blieben. Und diese mysteriöse, übersinnliche Komponente war zwar mal was anderes für einen Krimi, jedoch einfach nix für mich. Ich hatte einen guten Whodunnit  - Krimi erwartet, und das hat mich wohl dann auch so enttäuscht. Ich vergebe 3 Sterne. Den nächsten Band werde ich jedoch auch lesen, zusammengenommen haben die beiden von mir gelesenen Bände der Reihe 4 Sterne und ich bin auf die Entwicklung der Figuren sowie den nächsten Fall gespannt. Danach wird sich dann entscheiden, ob ich die Reihe bzw. den Autor weiterhin lese.

Gibt es andere Meinungen? Es ist ja immer sehr spannend, wie subjektiv jeder Leser an die Sache herangeht und dann bewertet.

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Tags: friesland, husum, krimi, kriminalroman, nordfriesland, regionalkrimi, theo krumme   (7)
 

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338 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 181 Rezensionen

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TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?

Megan Miranda , Elvira Willems , Cathrin Claußen
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.11.2017
ISBN 9783328101628
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nic  hat gerade einen Verlobungsring an den Finger bekommen, da erhält sie eine mysteriöse Nachricht von ihrem Vater: „Dieses Mädchen. Ich habe es gesehen.“ Diese Nachricht weckt unangenehme Erinnerungen an ihre Jugend, denn vor 10 Jahren verschwand in ihrer Heimatstadt ihre beste Freundin – und wurde nie wieder gesehen. Ihr Vater ist in einem Pflegeheim und dement, ein Anruf von ihrem Bruder offenbart, dass es zuhause schlimmer steht als gedacht. Das Haus muss verkauft werden und Nic fährt zurück in ihre Heimatstadt, um alles zu regeln. Und, um dem neuen Hinweis von ihrem Vater nachzugehen. Dort angekommen trifft sie nicht nur auf ihre ehemals große Liebe Tyler, sondern wird auch mit einem weiteren vermissten Mädchen und mehreren Verdächtigen vom früheren und aktuellen Fall konfrontiert.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller ist anders als andere Thriller. Denn nach einer gewissen Einführungszeit in der Gegenwart und einem dramatischen Cliffhanger läuft die Geschichte rückwärts ab. Nachdem eine Seite verkündet „Zwei Wochen später“ geht es mit Tag 15 beginnend bis hin zu Tag 1. So dröselt sich die Geschichte um die Clique der Jugendlichen in ihrem Heimatdorf irgendwo in den USA langsam aber sicher auf und der Leser gelangt mit der Hauptperson Nic zu des Pudels Kern. Da man vor dem Beginn der Rückwärts-Erzählweise einen fiesen Cliffhanger serviert bekommt, ist die Spannung eigentlich eher im Hinterkopf als akut.

Deshalb frage ich mich, ob Thriller das richtige Wort für die Geschichte ist. Mit dem Cliffhanger kommt es der Sache näher, aber ein Kriminalroman wäre eventuell etwas passender. Man hat ein Dorf, ein Verbrechen in der Vergangenheit und mehrere Verdächtige.

Durch die Erzählweise wird die Geschichte von einer erfrischend anderen Perspektive aufgedröselt. Der Leser ist stets mit der Hauptperson gedanklich unterwegs und bekommt an einem Tag beispielsweise das Häppchen „es tut mir Leid, was auf Laura`s Babyshower passiert ist“ hingeworfen. Um dann 2 Tage früher und gleichzeitig 2 Abschnitte später zu erfahren, was da überhaupt  los war.

Dieses Buch scheint nicht Teil einer Reihe zu sein sondern ganz für sich zu stehen, es kann also einfach so losgelesen werden. Ich muss übrigens sagen, dass ich nach diesem Buch jetzt auch 2 Tage lang noch nicht bereit war für ein anderes, sondern das Geschehene erst einmal auf mich wirken lassen musste (auch bevor ich die Rezension schreibe). Es ist anders, es ist gut und spannend, ich war gefesselt und ich würde das nächste Buch der Autorin auf jeden Fall lesen. Es war erfrischend anders, und doch mit einem mir bekannten (und bei mir sehr beliebten) Schema des Whodunnit gemacht.

Am Ende löst sich auf jeden Fall alles gut auf, und meine kleine Kritik zur Auflösung kann ich leider nicht verraten, weil das gleichzeitig ganz fieses spoilern wäre..

Fazit

Fazit, der Thriller, der auch irgendwie ein Kriminalroman ist, hat mir sehr gefallen. Ein altes Schema (Whodunnit) wurde mit einer erfrischend anderen und auch anspruchsvollen Erzählweise kombiniert. Ich habe einen Kritikpunkt zum Ende (kann ihn leider nicht verraten..) und gebe davon knapp die Bestnote: 4 Sterne von mir für das Buch, eine Leseempfehlung für alle die Krimis, Thriller und besonders Whodunnit mögen. Müsste ich mich entscheiden, würde ich sagen die Geschichte ist für Frauen vielleicht etwas interessanter als für Männer. Genau belegen kann ich das allerdings auch nicht. Viel Spaß beim lesen – und ich freue mich auf Kommentare zum Buch, da das Konzept ja wirklich anders ist, denke ich mal das es da eine Menge unterschiedlicher Meinungen gibt.

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Tags: krimi, kriminalroman, mal was neues, modern, rückwärts, thriller, usa, whodunnit   (8)
 

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(103)

125 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 97 Rezensionen

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Dunkel Land

Roxann Hill
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 13.11.2017
ISBN 9783959671385
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verena Hofer ist mit ihrer Nichte, um die sie sich nach dem Tod ihrer Schwester kümmert, unterwegs zu einem neuen Job. Sie soll sich für 3 Monate um den Neffen ihrer reichen Auftraggeberin kümmern und auch die literarische Bildung im Auge behalten. Sie erwartet einen kleinen Jungen, muss dann aber überrascht feststellen, dass Dr. Carl von Wuthenow ihr Schützling ist. Der geniale, arrogante Kriminalist erholt sich von einem Schuss, der sein Kurzzeitgedächtnis teilweise lahmgelegt hat. Er kann sich jeden Morgen nicht mehr dran erinnern, was ihm in den letzten Tagen passiert ist. Auch wenn der Auftrag nicht so ist wie geplant, Verena braucht das Geld und ihre Nichte fühlt sich auf dem riesigen Anwesen mit Kinderbetreuung sehr wohl. Da sie ihrem Schützling nicht von der Seite weichen darf, muss sie ihn wohl oder übel bei der neuesten Mordermittlung Unterstützungen. Eine ziemlich schlimm zugerichtete Leiche eines Jungen wird gefunden und die Spuren weisen in die rechte Szene. Während Verena noch mit dem Anblick der Leiche zu kämpfen hat und sich fragt, wie sie in diese Situation geraten ist, ist sie auch schon eine wichtige Stütze von Profiler Dr. Carl von Wuthenow, der ohne sie (und damit ohne Kurzzeitgedächtnis) nicht in der besten Verfassung wäre. Und dann will sie ihm auch nicht mehr so wirklich von der Seite weichen…

Stil, Machart, Meinung

Das Cover ordnet dieses Buch als Kriminalroman ein. Das finde ich auch gerechtfertigt, denn auch wenn die Morde und die Geschwindigkeit am Schluss schon eine Menge von einem Thriller haben, nehmen die Geschichten der einzelnen Personen sehr viel Raum ein. Das neue Ermittlerpaar und die jeweiligen Schicksale nehmen genau so viel Raum ein wie die Geschichte einiger anderer Personen der Geschichte sowie andere soziale Gegebenheiten. Manchmal tritt der Mordfall ein wenig in den Hintergrund.

Erfrischend finde ich, dass Verena Hofer total ins kalte Wasser geworfen wird. Wir haben hier einen erfahrenen Experten und einen absoluten Anfänger. In manchen Büchern sind die Anfänger ja gleich so abgewi***t wie ein Kommissar mit 40 Dienstjahren, der schon alles gesehen hat. Das finde ich oft ein wenig unrealistisch. In dieser Geschichte fragt sich die Anfängerin regelmäßig, wie sie eigentlich in die ganze Sache rein geraten ist und die Geschehnisse sind so erschreckend, wie sie im realen Leben auch sind. Auch als erfahrener Krimileser habe ich in meinem Leben noch keine Leiche gesehen und keinen Mordverdächtigen getroffen und bin so auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen geholt worden (auch wenn das ein fiktiver Kriminalroman ist..).

Die Schreibe gefällt mir, trotz einer etwas entschleunigten Erzählweise war mir nie langweilig, auch die kleinen Nebensächlichkeiten passten gut ins Bild und haben mich interessiert.

Die Beziehung der beiden Ermittler, die Nebenfiguren auf dem Gut und die Gedächtnisprobleme des Profilers machen unbedingt Lust auf mehr. Ich mag das etwas gemächlichere Tempo, die Wendungen bei der Auflösung des Verbrechens und Sicht der Autorin auf Kleinigkeiten und Probleme durch die Figuren. Einen zweiten Band würde ich mit unbedingt zulegen, ich freue mich schon und frage mich, wie es mit den beiden Hauptpersonen weitergeht.

Fazit

Ich vergebe 4,5 Sterne und möchte unbedingt den nächsten Band dieser Reihe lesen. Als Zielgruppe würde ich vielleicht etwas eher Frauen als Männer sehen, da auch eine romantische Geschichte im Rahmen dieses Kriminalromans erzählt wird.

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Tags:  
 

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(133)

245 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

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Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei carl's books, 07.04.2016
ISBN 9783570585627
Genre: Romane

Rezension:

Per Persson arbeitet in einem schäbigen Hotel, ist ständig pleite und hadert mit sich und seinem Schicksal. Zu allem Übel nistet sich dann auch noch Mörder Anders nach einem Gefängnisaufenthalt im Hotel ein. Als wäre das nicht schon schlimm genug, trifft er auf eine Pfarrerin, die wegen ihrer atheistischen Besinnung gerade gefeuert wurde und ihm zunächst Geld abnehmen will, dann nur sein Essen nimmt und schließlich auch in das heruntergekommene Hotel einzieht. Die Pfarrerin ist nicht dumm, Mörder Anders hingegen schon.Zunächst zu ihrem eigenen Schutz und später für einen guten Lebensunterhalt ziehen die drei wenig zusammenpassenden Charaktere dann ein einträgliches Business auf, wobei sie es sich leider mit der gesamten Schwedischen Unterwelt verscherzen. Als der Mörder dann seinen Glauben zu Gott entdeckt, während es den anderen beiden eher um die Liebe zum Geld geht, begibt sich das skurrile Trio auf eine abenteuerliche Flucht in einem Wohnwagen. Bis der Mörder dann zum Pastor wird..

 
Stil, Machart, Meinung

Schon das Buch „Die Analphabetin, die rechnen konnte“, hat mich mit einem ganz speziellen Humor begeistert. Dieses Buch ist schon einerseits ein riesiger Klamauk, andererseits aber auch eine Aneinanderreihung sehr intelligenter Sätze. Während der gesamten Lektüre hatte ich einfach sehr, sehr gute Laune und viel Spaß. Ich möchte nicht wissen, wie oft ich beim Lesen grinste.

Die Mischung machts! Dieses Buch ist nicht albern, sondern voll von einem Humor, der sich erfrischend anders und irgendwie schlau von der Masse abhebt. Neben recht überzeichneten Personen und Situationen fällt einem dann doch auf, wie lebensnah der Autor sein Umfeld beobachtet um es dann in dieser Art darzustellen.  Besonders gefallen hat mir in diesem Buch auch der Umgang mit dem Thema Glauben und Gott. Heute wird das Thema gefühlt viel zu ernst – oder gar nicht ernst genommen, und diese Herangehensweise finde ich ganz hervorragend, um mal ein bisschen Schwung in die Sache zu bringen.

 
Der Plot ist tatsächlich auch gut gemacht, viele Verstrickungen lösen sich in der Geschichte schlüssig (bzw lustig..) auf und die Sache ist am Ende rund. Die Personen sind nicht strickt schwarz-weiß gezeichnet. Der Leser erlebt alles aus der Perpektive eines merkwürdigen Gauner- Trios und mag die Personen dann irgendwie doch.


Fazit

Ich bin eine Krimitante (/Thrillertante) und mir ist selten nach lustigen Romanen. Die Geschichten von Jonas Jonasson sind jedoch besonders. Die Bücher machen bei mir einfach wahnsinnig gute Laune und sind in einem einzigartigen Schreibstil verfasst, in dem jeder Satz irgendwie lustig, intelligent und mit viel Liebe gemacht wirkt. Ich habe zunächst überlegt, diesem Buch nur 4 Sterne zu geben, da „die Analphabetin, die rechnen konnte“ mich irgendwie noch einen kleinen Tick mehr begeistert hat. Dann habe ich mich allerdings unentschieden und vergebe schon wieder 5 Sterne – den dieser Stil und die Geschichte ist schon einzigartig und hebt sich so sehr von anderen Romanen ab, dass ich die Besonderheit einfach herausstellen und würdigen muss. Hach, wie schön..mehr davon!

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Tags: lustig, religion, roman, satire, schweden   (5)
 

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(97)

147 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 81 Rezensionen

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Niemals

Andreas Pflüger
Fester Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518427569
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jenny Aaron war schon immer eine der besten Agenten „der Abteilung“.  Bei einem Einsatz erblindete sie, ist jedoch noch immer eine der Besten. Nachdem sie vor Wochen ihren Erzfeind Holm bekämpft hat, besucht sie ihren alten Vorgesetzten Lissek und seine Frau, um zur Ruhe zu kommen. Als sie dann eine Nachricht vom bereits verstorbenen Holm bekommt, war es das mit der Ruhe. Sie erbt ein riesiges Vermögen, muss dafür aber nach Marrakesch reisen. Zusätzlich zum Vermögen bekommt sie noch ein paar Rätsel, die sie nicht nur zu einem der gefürchtetsten Männer der Welt führen können, sondern auch zum Mörder ihres Vaters.  Und dieser sehr gefährliche Mann ist übrigens auch der Vorbesitzer ihres geerbten Vermögens, und der möchte natürlich sein Geld wieder haben. Jenny Aaron reist also mit Partner Pavlik nach Marrakesch und dort wartet Gefahr.

Die Reihe
„Niemals“ ist der zweite Band der Reihe um Jenny Aaron und „die Abteilung“. Dieses Buch knüpft an den ersten Teil „Endgültig“ an, kann aber trotzdem auch ohne Vorwissen gelesen werden. Für den vollständigen Lesegenuss empfehle ich allerdings doch, bei Band 1 zu beginnen. Endgültig bekam von mir begeisterte 5 Sterne.

Stil, Machart, Meinung
So wie schon der erste Band „Endgültig“ ist „Niemals“ ein ganz besonderer Thriller. Das wohl wichtigste Alleinstellungsmerkmal ist die Perspektive, aus der der Leser eine sehr actionreiche Handlung erfährt: die Protagonistin ist blind. Beschreibungen der Örtlichkeiten und Menschen geschehen aus der Perspektive einer Blinden, daher geht es nicht um Visuelles sondern um Geräusche, Gerüche und vieles mehr – Dinge, die überraschenderweise vollkommen ausreichen um dem Leser die Bilder der Handlung in den Kopf zu pflanzen. Ich finde das wirklich herausragend.
Die blinde Protagonistin ist also sehbehindert, dadurch aber nicht in der Ausführung ihrer Heldentaten behindert. Ich möchte schon fast sagen, dass sie eine Art moderne Superheldin ist. Na klar, es stört zwar das sie nicht sehen kann, aber dafür scheinen ihre anderen Sinne so geschärft, dass sie so gut in ihrem Job ist wie früher. Natürlich sind die Heldentaten wohl etwas dick aufgetragen, aber das finde ich irgendwie gut. Als ich heute Morgen im Halbdunkel erst gegen den Türrahmen gelaufen und dann über die Katze gestolpert bin, musste ich direkt an das Buch denken. Diese Perspektive des Buches bleibt einem auch nach dem Lesen erhalten, man hat eine Erfahrung gemacht die man so schnell nicht vergisst.
Trotz dieser außergewöhnlichen Erfahrung ist dieses Buch ein Thriller voller Action, Spannung und Blutvergießen – und alles andere als ein seichter Erfahrungsbericht über das Leben einer Blinden. Diese Kontraste und die gleichzeitige Schwäche als Stärke ergeben eine ungewöhnliche Protagonistin.
Ein weiterer Punkt ist für mich der äußerst umfangreiche Plot, der bei jedem Aspekt auf eine intensive Recherche schließen lässt. Auch wenn einiges davon nicht existiert, sind die Anspielungen in Bezug auf das Weltgeschehen und die Wechselwirkungen glaubwürdig zusammengemixt.
Die Dialoge sind ungewöhnlich wortkarg und direkt. Ich finde das erfrischend und es beschleunigt die Handlung und die Spannung zusätzlich. Wie auch im ersten Band warten an einigen Stellen Listen der Hauptperson, die tatsächlich sehr interessant (..und lustig, schön, wahr, philosophisch..)sind und mir großen Spaß machten.

Fazit:
Wie schon bei Band 1 komme ich um die Höchstwertung nicht herum – und ich möchte das auch nicht. 5 verdiente Sterne, eine begeisterte Leseempfehlung und die Hoffnung auf einen ebenso guten dritten Teil von mir. Klar ist die blinde Agentin an einigen Stellen eventuell mit zu vielen Skills ausgestattet bzw. es ist etwas arg auf die Kacke gehauen.. aber diesen Kontrast finde ich gut. Die knappe und doch fluffige Schreibe mit der außergewöhnlichen Perspektive und dem umfangreichen Plot ist wie für mich gemacht und mir fällt bei aller Mühe kein Kritikpunkt ein.

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Tags: action, berlin, blind, marrakesch, thriller   (5)
 

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(22)

45 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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Seelenkinder

Sarah Hilary , Astrid Finke
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 11.09.2017
ISBN 9783442748082
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Familienvater Terry findet bei Gartenarbeiten einen Bunker in seinem Karten. In dem Bunker verbirgt sich ein düsteres Geheimnis: 2 Kinderleichen sind dort verborgen, schon länger tot und damals anscheinend mit ihren Kindersachen und einer großen Ration Dosenpfirsiche dort eingesperrt und allein gestorben. Marnie Rome und ihr Team sind vom Schicksal der beiden Kinder erschüttert, wollen in diesem „Cold Case“ aber unbedingt vorankommen, damit alle Beteiligten ihren Frieden finden können. Dafür müssen sie zunächst herausfinden, wer von dem Bunker wusste und was in der Vergangenheit in der Gegend los war. Und auch die Gegenwart hält einige Überraschungen und Gefahren bereit.

Stil, Machart, Meinung

Sarah Hilary schreibt gut. Fluffig und meist ohne ausufernde Beschreibungen konzentriert sie sich auch auf das Gefühlsleben vieler Personen, ohne dabei zu langweilen. Der letzte Pfiff hat mir irgendwie gefehlt, aber es las sich gut weg.

Eingangs kam ich sehr schnell rein, der Leser wird direkt in den Bunker mit den beiden Kindern vor 5 Jahren gesteckt und kann das traurige Schicksal der Beiden fast hautnah miterleben. Die Hauptermittler werden auch gut dargestellt und sind sehr interessante Charaktere. Zur Mitte hin hat mich das Buch dann nicht mehr so ganz mitgerissen, und auch am Ende hatte ich stellenweise Interesse an der Auflösung, war aber auch nicht vollständig gebannt. So richtig Thriller ist dieses Buch meiner Meinung nach nur die Hälfte der Geschichte, wenn schon Thriller dann vielleicht eher Psychothriller als passendere Beschreibung.

Ich kann gar nicht so genau beschreiben, was man hätte besser machen können. Es ist eine solide Geschichte mit den zwei Ebenen Vergangenheit und Zukunft, ein paar Überraschungen und Rätsel sowie interessante Ermittler. Mir waren einige spätere Überraschungen zu schnell klar, manche Aktionen der Ermittler zu zufällig aber der Plot an sich war trotzdem stimmig.

Was lobend zu erwähnen ist, ist das die Autorin sich anscheinend sehr mit einer psychischen Erkrankung beschäftigt hat und sie auch sehr gut darstellt. Hier möchte ich jedoch nicht spoilern.

Es ist nicht das erste Mal, und ich werde niemals müde werden es gegebenenfalls zu widerholen: Ich wüsste so gern auf den ersten Blick auf den Buchumschlag oder die kurze Inhaltsangabe online, dass es sich um den Band einer Reihe handelt! In diesem Fall ist es anscheinend der zweite Fall, aber er kann auch ohne den ersten gelesen werden.

Fazit

Ich kann nicht genau fassen was mir fehlt, komme hier aber nur auf 3 Sterne und bin an Band 1 oder Band 3 der Reihe nicht so wirklich interessiert. Es ist ein solider Thriller, mit etwas wenig Thriller und etwas viel Psychothriller / Roman und meine Erwartungen waren vielleicht etwas anders. Der Plot, die Ermittler und auch die Schreibe sind nicht schlecht, aber als Highlight wird dieses Buch nicht in die Geschichte meiner Leseerlebnisse eingehen.

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Tags: london, postnatale depression, psychothriller, thriller   (4)
 

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(207)

358 Bibliotheken, 13 Leser, 2 Gruppen, 71 Rezensionen

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Todesreigen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.08.2017
ISBN 9783442483136
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Mann begeht Selbstmord auf der Autobahn. 3 Trucker können mit einem mutigen Manöver verhindern, dass unschuldige Autofahrer sterben müssen –für den Selbstmörder, er arbeitete für das BKA,  kommt jedoch jede Hilfe zu spät und zuhause wird die Leiche seines kleinen Sohnes gefunden. Fast zeitgleich kommt die Schwester einer BKA – Beamtin in ihrem Haus um. Sabine Nemez soll den Tod des zweiten Opfers untersuchen und stößt mit Hilfe von Tina Martinelli bald auf die Verbindung zum ersten Toten. Sie wird schnell vom Fall abgezogen, denn sie ist der ominösen  „Gruppe 6“ zu dicht auf der Spur. Zunächst möchte Maarten S. (!) Sneijder nicht helfen, da er nach den Geschehnissen im letzten Band vom Dienst suspendiert ist. Aber dann ist Sabine Nemez in Gefahr. Und dann wäre da noch Hardy, der nach 20 Jahren im Knast auf einem persönlichen Rachefeldzug ist. Er ist äußerst verdächtig.

Stil, Machart, Meinung

Wie immer schreibt Gruber für mich genau richtig. Nicht zu detailliert, nicht zu knapp, fluffig und spannend. Sneijder und Nemez sind, auch wenn einer von beiden suspendiert sind, ein tolles Duo. Da ist meine Meinung genau so, wie bei den 2 von mir zuvor rezensierten Bänden dieser Reihe und ich habe nichts auszusetzen.

Der Plot ist gut gemacht. Im Buch gibt es zwei Hauptstränge, einmal die Ermittlung von Sabine Nemez und dann die Geschehnisse aus Sicht von Hardy, der nach 20 Jahren im Gefängnis seine alten Kumpanen aufsucht, um aufzuklären wie seine Frau und seine Kinder ums Leben gekommen sind. So ist man beiden Seiten teilweise etwas voraus, andererseits rätselt man mit.

Als kleinen Kritikpunkt muss ich anmerken, dass etwas zu schnell klar ist wer gut und wer böse ist – auch wenn es bis zum Ende hin immer noch ein paar Wendungen gibt.  Ich finde es auch etwas dramatisch, wie viele Nebenfiguren mal eben dran glauben müssen (wenn auch gut gemacht..). Hier möchte ich jedoch nicht weiter spoilern.

Die Reihe

Todesreigen ist der 4. Band in der Reihe um Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez beim BKA Wiesbaden. Ich hatte eher unwissend beim 2. Band angefangen und war gleich so angetan von der Reihe, dass ich dann natürlich unbedingt Band 3 und jetzt 4 lesen musste. Ich hatte beim Einstieg mit Band 2 keine Probleme, ich denke aber ab Band 3 und 4 bietet es sich schon an, Teil 1 und 2 gelesen zu haben. Grundsätzlich ist die Reihe ja auch einfach so gut, dass man da getrost chronologisch vorgehen kann, um auch mehr davon zu haben.

Fazit

Ich vergebe 4,5 Sterne, weil mir die 2 Bände davor ein kleines bisschen besser gefallen haben. Trotzdem ist diese Reihe unbedingt empfehlenswert und jeder Thriller-Fan wird seine Freude dran haben. Die Hauptpersonen aber auch Nebenpersonen sind sehr gut gezeichnet, der Plot ist gut und die Schreibe von Andreas Gruber mag ich sowieso sehr. Ich kann die Reihe und auch diesen Band aus der Reihe uneingeschränkt empfehlen und warte gespannt auf den nächsten Band.

  (6)
Tags: bka, profiler, sneijder, thriller, wiesbaden   (5)
 

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(11)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Es geschah im Dunkeln

Carol O'Connell , Judith Schwaab
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2017
ISBN 9783442748433
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am New Yorker Broadway wird ein Theaterstück aufgeführt, welches eine recht tödliche Wirkung auf die Zuschauer hat. Am Tag der Premiere und auch am zweiten Tag stirbt in einer Szene mit totaler Dunkelheit einer der Zuschauer. Das wohl eher mittelmäßige Stück sorgt so für eine Sensation, auf einmal ist der Andrang hoch und die Frage nach dem zweiten Teil des Stücks wird lauter. Als Detective Mallory mit ihrem Kollegen Riker am Tatort auftaucht, hat sie es mit vielen merkwürdigen Zeugen zu tun, allen voran die Darsteller selbst. An dem Theater gehen merkwürdige Dinge vor sich.

Stil, Machart, Meinung

Die Idee der Story, die Detectives, spannende Randfiguren, geschickt eingestreuter Humor und eine gruselige Tat aus der Vergangenheit – all das klingt nach einer tollen Idee. Nach einem Buch, wie für mich gemacht. Tja und dann ist dieses tolle Grundgerüst, und es ist so unglaublich zäh und langatmig geschrieben, dass ich es nicht bis zum Ende lesen konnte und wollte. Die Schreibe an sich finde ich nicht mal schlecht, es gibt nur so unglaublich viele unwichtige Dinge, lange Szenen und Überflüssiges.

Ich habe also nach ungefähr einem Drittel abgebrochen, denn der dicke Wälzer mit der kleinen Schrift macht es dem Leser an sich schon nicht leicht – aber der zähe Inhalt tut einfach sein übriges. Ich habe das Buch in der Hoffnung auf eine andere Meinung noch einer Freundin gegeben, die hat es aber leider noch früher abgebrochen.

Interessant finde ich die Idee, die einzelnen Kapitel mit kurzen (wenn auch merkwürdigen..) Dialogen aus dem Theaterstück zu Beginnen. Und wie gesagt: Die Idee, während eines Theaterstückes bei einer bestimmten, dunklen, Szene jemanden zu ermorden und die Suche nach dem Mörder ist eine tolle Idee. Die hat echt viel Potential. Aber dieser Thriller der ist eher zum einschlafen.

Was lernen wir daraus?

Nach dem Abbruch des Buches habe ich noch mal zu diesem Buch recherchiert, ich wollte wissen ob die laut KrimiZeit-Bestenliste „eine der besten Kriminalschriftstellerinnen der Welt“ tatsächlich irgendwie erfolgreich ist. Und was fällt mir da auf? Dieses Buch ist Band 11 der Reihe um Detective Mallory. Band 11! Ich werde keinen Vorgängerband lesen, um zu schauen ob die anderen auch so zäh sind, aber anscheinend finden Leute diese Reihe gut. Vielleicht schwächelt ja nur dieser Band? Ich finde es immer wieder verwirrend, wenn auf Büchern nicht mal eine Anmerkung dazu existiert, dass das Buch Teil einer Reihe ist. Teil 11.. darauf sollte man einem unwissenden Leser vielleicht doch hinweisen. Ich lerne also, mal wieder, dass ich vielleicht doch vor jedem Buchkauf sicher gehen sollte, dass ich nicht inmitten einer weit fortgeschrittenen Reihe einsteige. Viele Autoren schaffen es, für beide Lesergruppen – Quereinsteiger und Fans der ersten Seite – ein gutes Leseerlebnis zu schaffen. Ich denke da zum Beispiel an meinem Einstieg in die Alex Recht-Reihe von Kristina Ohlsson bei Band 5 – das war gar kein Problem und ich habe danach Band 4 gelesen…

Fazit

Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, könnte durch dieses Buch eventuell eine Wunderheilung erfahren. Es ist zäh, langatmig und entspricht überhaupt nicht den zuvor geschürten Erwartungen. Story und Personen sind durchaus gut, wobei letztere auch zu zahlreich vertreten sind und man oft keine Ahnung hat, wer das denn nochmal war. Auch die Verbindung in die Vergangenheit ist interessant. Aber leider muss ich tatsächlich einen Stern geben. Wegen der Story hätte ich ja noch 2 gegeben, aber da genau diese auch hohe Erwartungen geschürt hat und diese dann enttäuscht wurden, gibt´s nur einen Stern. Wenn ich ein Buch nicht bis zum Ende durchhalte – und das will schon was heißen – dann ist das wohl die höchstmögliche Wertung.

  (6)
Tags: broadway, new york, theater, thriller   (4)
 

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(230)

365 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 155 Rezensionen

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Murder Park

Jonas Winner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453421769
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

12 Menschen finden sich an einem „Pressewochenende“ auf einer abgelegenen Insel ein, um vorab den „Murder Park“ zu testen, welcher kurz darauf seine Pforten öffnen wird. Früher war Zodiac Island ein beliebter Freizeitpark, doch dann trieb dort ein Serienkiller sein Unwesen und der Park wurde geschlossen. Nun soll der Murder Park natürlich die Sensationsgier rund um die Serienmorde befriedigen. Die Personen auf der Insel scheinen alle eine gewisse Verbindung zur Insel zu haben. Als dann die erste Person stirbt und der Kontakt zur Außenwelt abgerissen ist, wird allen klar: Im Murder Park wird’s buchstäblich ein mörderisches Wochenende. Nun gilt: Überleben, bis die erste Fähre kommt und niemandem vertrauen.

Stil, Machart, Meinung

Klar. Eine Insel, eine Gruppe Menschen, einer nach dem anderen tot, kein Kontakt zur Außenwelt, düstere Szenerie, wer ist der Killer? Ein bewährtes Konzept, angefangen bei Agatha Christies „10 kleine Negerlein“ (da gibt’s mehrere Titel) über den Film Mindhunters oder die Serie „Harpers Island. Das Konzept ist nicht neu, aber ich finde das Konzept – wenn es gut gemacht ist – immer wieder genial.  Alle genannten Storys bekommen von mir übrigens dank einer guten Umsetzung 5 Sterne, und so waren bei diesem Buch Erwartung und Vorfreude schon etwas höher als sonst. Das Cover finde ich auch sehr gelungen, und so konnte ich es gar nicht abwarten, bis das Buch in meinem Briefkasten landete.

Die Handlung auf der Insel konzentriert sich auf 12 Personen in einem Hotel, die alle im weitesten Sinne auch in der Vergangenheit mit der Insel oder gar den Morden verbunden waren. Ich brauchte vergleichsweise lange, um mir alle Personen merken zu können und musste mehrmals zur Übersicht blättern. Unterbrochen wird die aktuelle Handlung auf der Insel durch Interviews, die ein eigens für dieses Projekt hinzugezogener Psychiater vor dem Wochenende als Bewerbungsgespräch führt. So bekommt man einen besseren Einblick in die Gedankenwelt der Personen auf der Insel, die in der aktuellen Handlung eher  flach wirken.

 Als Hauptperson fungiert Paul, aus dessen Sicht der Leser die Ereignisse erlebt.  Der ist mir zwar nie wirklich sypathisch geworden, aber seine Vergangenheit in Verbindung mit der Insel ist ziemlich dramatisch und er ist auch ein Opfer der damaligen Ereignisse.
Die Schreibe fand ich größtenteils gut, manchmal gab es allerdings langweilige Abschnitte mit meiner Meinung nach eher unwichtigen Beschreibungen, die mich etwas gelangweilt haben. Dieser Thriller hat sich eventuell etwas viel vorgenommen und dann zu wenig Platz, alles vollständig aufzuarbeiten. Ich finde das Rätselraten darum, wer der 12 Personen nun der Killer sein könnte, natürlich ganz hervorragend., und diese Frage hat mich auch bei der Stange gehalten. Es ist mir jedoch auch zu unsicher, ob es einer der Personen auf der Insel war. Auch die Angst der Personen ist mir irgendwie unrealistisch und zu wenig. Ich war glücklicherweise noch nie in so einer Situation, kann mir aber vorstellen das ich nach spätestens der 2. Leiche nicht mehr an Zufälle glauben würde und mich mit Niemand anderem mehr alleine in einem Raum aufhalten würde.

Die Auflösung ist nun schwierig zu beschreiben, da ich nicht spoilern möchte. Da die Leichen sich am Ende wirklich stapeln und sämtliche Tote irgendie zu wenig Raum bekommen, wurde es dafür dann wirklich höchste Zeit.  Tja und dann war das so eine Auflösung, von der ich enttäuscht war. Hatte ich eine Chance, drauf zu kommen? Und warum?

Hier habe ich gekürzt, auf meinem Blog gibt es noch den Abschnitt „Was lernen wir daraus?“. Ich würd mich über Besuch freuen. http://wp.me/p6tREn-1oJCD

Fazit

Ich vergebe 3 von 5 Sternen. Natürlich haben meine hohen Erwartungen aufgrund ähnlicher Konzepte in Buch und Film und meine Begeisterung dafür es diesem Buch nicht gerade leicht gemacht. Wer einen schnellen Thriller mit vielen Opfern und eher wenigen zwischenmenschlichen Tönen und Motiven mag, wird hier seine helle Freude haben. Die Insel als ein gruseliger Ort für eine solche Handlung ist perfekt und auch gut dargestellt – mir ging es jedoch eher um die 12 Personen, deren Verbindungen und das Erraten des Killers. Und da liegt der Fokus nicht auf meiner Wellenlänge. Trotzdem war ich bis zum Ende gespannt auf die Auflösung.

  (6)
Tags: einsame insel, krimi, serienkiller, thriller, whodunnit   (5)
 

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(47)

110 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Die Schatten von Edinburgh

Oscar Muriel , Peter Beyer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.02.2017
ISBN 9783442485055
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wir schreiben (in diesem Buch) das Jahr 1888. Während in London Jack the Ripper sein Unwesen treibt, wird Inspector Ian Frey sowohl privat als auch beruflich zwangsversetzt. Er soll in Scottland einen Fall aufklären, dabei aber im Geheimen arbeiten damit die Engländer nicht durch die Nachricht von einem zweiten Ripper in Panik versetzt werden. 

Der kultivierte Engländer Frey, aus gutem Hause und mit einem gesunden Hass auf die Schotten erzogen, macht in Schottland Bekanntschaft mit einer ganz neuen Welt.  Sein neuer Vorgesetzter ist ein ungehobelter, abergläubischer und ungepflegter Schotte – und bei dem soll er auch noch wohnen. Das neue Heim lässt ebenso zu wünschen übrig wie die Spelunke, in der er essen soll.  Auch der Fall hat es in sich: Ein Violinist wird in seinem Arbeitszimmer ermordet.  Das Dienstmädchen schwört, dass sie mindestens 3 Geiger in dem Musikzimmer gehört haben will, bevor die Musik verstummte. Und Niemand anderes hatte einen Schlüssel für den von innen verschlossenen Raum, in dem der tote Musiker liegt. Wo ist der Mörder hin? Was soll das Zeichen des Teufels auf dem Teppich? Und lastet wirklich ein Fluch auf den Violinen, die nach dem Tod des Musikers weitervererbt werden?

Stil, Machart, Meinung

Zunächst muss ich sagen, dass mich historische Bücher eher wenig interessieren. Dann muss ich einschränkend gestehen, dass ich sämtliche Werke von Agatha Christie oder Edgar Wallace liebe – und die sind mittlerweile ja auch schon als historisch zu betrachten.  Bei dem Jahr 1888 dachte ich auch gleich an Jack the Ripper. Vor einigen Jahren hatte es mir die Serie Ripper Street angetan, die in der gleichen Zeit spielte – und so klappte die zeitliche Einordnung bei mir super.

Beim Anblick des Covers fiel mir auf, dass keine Zuordnung der Geschichte als Kriminalroman oder Thriller erfolgte.  Im Inneren steht dann „Roman“.  Wenn ich auf der Buchrückseite Wörter wie „grausame Mordserie“ und „Ermittler“ lese, würde ich schon eher Krimi oder Thriller erwarten. Das schon dort versprochene Konzept des geschlossenen Raumes deutet dann stark in Richtung Krimi. Nachdem ich die Geschichte gelesen habe, wurde ich auch eher Krimi als Thriller sagen. Roman finde ich etwas unpassend, macht aber ein bisschen Sinn da natürlich auch Wert auf die historischen Details gelegt wird.

Die Story an sich knüpft mit dem Konzept des geschlossenen Raums an einige klassische Kriminalromane an, die von Mordhandlungen in geschlossenen Räumen berichten, zu denen kein anderer – oder viele andere- einen Schlüssel haben. Dazu hier mehr.

Die Hauptattraktion der Geschichte ist sicherlich der kultivierte, reiche Engländer, der ins raue Schottland versetzt wird.  Während ihm vor lauter Dreck bald die feinen Anzüge ausgehen und er die Annehmlichkeiten seines Lebens vermisst, muss er sich mit dem kompletten Gegenteil seiner selbst auseinandersetzen: seinem Vorgesetzten McGray.  Von Sympathie kann man bei den beiden Zwangskumpanen nicht sprechen, aber ihre Charaktere ergänzen sich für die Aufklärung des Falles optimal. Lustige Situationen aber auch interessante Details der damaligen Zeit werden anhand der Figuren erzählt.

Trotzdem bleibt die Geschichte düster und blutig, ist teilweise nichts für schwache Nerven.  Die Story mutet bis zum Ende wie ein halbherziges Whodunnit-Rätsel an, den Mörder erraten kann man aber nicht wirklich. Nüchtern betrachtet hat die Story eine tolle Idee als Ausgangssituation (geschlossener Raum, vererbte Geigen mit Fluch) –doch  je mehr es zum Ende geht, desto weniger bleibt davon übrig. Da machen eher die Charaktere, das Zusammenspiel einiger Charaktere und die interessanten historischen Details den Zauber des Buches aus –die Story rückt irgendwie im Laufe des Buches in den Hintergrund.

An dieser Stelle habe ich die Rezension etwas gekürzt, vollständig mit der Rubrik „Was lernen wir daraus?“ gibt es die Rezension auf meinem Worpress-Blog: http://wp.me/p6tREn-1oJCp

Fazit

Ich vergebe 3 Sterne. Es wären fast 4 geworden, aber wenn ich diese Geschichte mit anderen 4-Sterne-Büchern vergleiche, da ist geht das nicht. Ich habe die Geschichte zügig durchgelesen, es war stets interessant und ich hatte nicht nur meinen Spaß sondern habe auch einiges gelernt. Jedoch hat die sehr verheißungsvolle Story mich dann am Ende etwas enttäuscht. Dem Ermittlerduo würde ich jedoch noch eine weitere Chance geben, der Auftakt war vielversprechend. Dann erwarte ich aber etwas mehr Krimi und ein besser konstruiertes Verbrechen.

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Tags: edinburgh, england, historischer krimi, historischer roman, historischer thriller, schottland   (6)
 
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