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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

bösewicht, bösewichte, lexikon, literatur, romanhelden, schurke, schurken, verbrechen

Das Buch der Schurken

Martin Thomas Pesl , Kristof Kepler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2018
ISBN 9783442716036
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch der Schurken hält mit dem Inhalt genau das, was der Titel verspricht: In dem Buch sind Schurken aufgeführt! Genauer gesagt: Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur. Dafür hat der Autor seine persönliche, subjektive Meinung genommen und die Schurken in teilweise recht amüsante Kategorien eingeteilt. Ich zeig sie euch nachfolgend, in Klammern gebe ich euch einen Schurken als Beispiel:

Die Gierigen (John Silver)

Die Rachsüchtigen (Moby Dick)

Die Despoten (Die Herzkönigin)

Die Berserker ((Hagen von Tronje)

Die Egoschweine (Dorian Gray)

Die Erziehungsberechtigten (Fräulein Rottenmeier)

Die fatalen Frauen (Circe)

Die Psychopathen (Jean-Baptiste Grenouille)

Die Ungreifbaren (Die Windmühlen – Don Quijote)

Die verrückten Wissenschaftler (Frankenstein(s Monster))

Die Über – und Unterirdischen (Graf Dracula)

Die Könige des Verbrechens (Prof. James Moriarty)

 

Stil, Machart, Meinung

Klar, dieses Buch ist mal was anderes. Es ist kein Krimi oder Thriller, es ist eher eine kreative Auflistung mit einer ordentlichen Prise Humor und einer Menge Diskussionsstoff. Bereits die Einleitung ist amüsant, der Autor erklärt wie die Liste zustande kam. Jeder Schurke ist dann auf 2 Seiten des Buches mit den Details zum Buch (Autor, Titel, Erscheinungsjahr der Originalfassung), einer Zeichnung des Schurken und einem meist längeren Zitat, welches den Schurken beschreibt oder vom Schurken selbst stammt. Dann folgt ein Text darüber, warum der Schurke es in die Liste geschafft hat und was der so getrieben hat. Am Ende gibt es noch einen Steckbrief, der meist recht lustig noch ein paar Details auflistet.

Ich finde die Herangehensweise sowie die Umsetzung echt gut und war schon bei der Einleitung sehr amüsiert. Mein Problem war jedoch, dass ich recht viele der Schurken gar nicht so wirklich kannte. Bei denen, die ich kannte, fand ich das Buch wirklich klasse. Aber klar, wenn man die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur vorstellt und die Liste ganz subjektiv vom Autor ausgesucht wird, dann kennt vor allem der Autor sie alle. Ich bin eventuell etwas jung für dieses Buch – wobei ich eigentlich dachte das ich auch schon eine Menge Klassiker gelesen habe..

Die knackige Auflistung der Schurken, 2 Seiten für jeden von Ihnen, hatte zur Folge dass dieses Buch nach dem ersten Reinschnuppern im Badezimmerregal lag und bei dem einen oder anderen Toilettengang schnell zur Hand war, um kurz mal was lustiges zu lesen. Wo das nun jeder liest sei damit nicht vorgeschrieben, ich wollte nur sagen das man es zur kurzweiligen Unterhaltung immer mal wieder aus dem Regal ziehen kann und es wohl weniger in einem Stück verschlingen wird.

Fazit

Dieses Buch läuft ja schon irgendwie außer Konkurrenz, ich gebe 4 Sterne. Die Liste ist liebevoll angelegt, ich habe Schurken kennengelernt und Schurken gekannt – und einige Schurken auch einfach mangels Interesse überblättert (da fühle ich mich nicht schuldig, das sind ja auch immer noch Schurken..). Besonders gefallen hat mir der Humor des Autors, und damit spart er nicht. Ich habe beim Lesen oft geschmunzelt und war gut unterhalten. 2 Klassiker habe ich mir auch noch auf die Leseliste gesetzt, für irgendwann mal.

Leser aller Genres der Belletristik mit einem Interesse an Schurken dürften auf ihre Kosten kommen, besonders wenn sie mit dem Autor in Sachen Humor auf der gleichen Stufe stehen. Ich finde den Humor ganz hervorragend, aber auch das ist ja Geschmackssache. Besonders belesene Menschen in Sachen Klassiker dürften hier ihre helle Freude haben, für die jungen Leser wäre eventuell ein einzelner Schurke für den Deutschunterricht ganz interessant. Ich fand es gut, habe immer mal reingeschaut aber auch nicht alles genau gelesen. Aber das Buch steht ja jetzt im Bücherregal und ist da auch nicht festgewachsen.

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Tags: aufllistung, bösewichte, literatur, schurken   (4)
 

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15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

berlin, leichen, neuntöter, rache, sekte, serienkiller, serienmörder, thriller, ule hansen, urbexer, vergewaltigung

Neuntöter

Ule Hansen
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.02.2018
ISBN 9783453421851
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich hat die Berliner Fallanalystin Emma Carow ja schon mit ihrem eigenen Trauma zu tun- vor allem als ihr Vergewaltiger von damals nun auch noch ein Buch geschrieben hat. Zu allem Überfluss kommt dann aber auch noch der Mumienmörder hinzu. Ein Junge findet auf einem Baugerüst mitten in der Innenstadt Berlins drei hoch oben hängende Leichen. Diese sind mit Panzertape wie Mumien eingewickelt. Schnell merkt Emma, dass mehr als ein Täter bei diesem Kraftakt seine Finger im Spiel hatte und fürchtet schlimmes für die Opfer. Ein neuer Kollege möchte ihr außerdem ihre Position streitig machen –damit kann Emma überhaupt nicht umgehen. Denn so gut sie in ihrem Job auch ist – mit Menschen im Allgemeinen und Teamplay im Besonderen hat sie es eher nicht so.

Stil, Machart, Meinung

In diesen Thriller kam ich irgendwie nicht so gut rein. Das lag zum einen daran, dass in den ersten Szenen Emma Carow, die Hauptperson, ihre Tötungsfantasien an ihrem Vergewaltiger auslebt. Zum anderen wird der Fall nicht gerade spannend eingeleitet, sondern eher mit dem schnöden Widerkauen der Ermittlungsakte. Klar, dass ist eindeutig realistischer und auch mal was anderes, in Zusammenhang mit Abtörner Nummer 1 habe ich das Buch jedoch erst einmal wieder zur Seite gelegt. Als es dann an die Profilerstellung ging, wurde es sehr interessant. So langsam fand ich in die Geschichte rein und war dann nach dem ersten Viertel doch in der Story drin. Die Spannung steigt, wenn auch einige Längen dabei sind. Ich finde den Schreibstil eigentlich recht prägnant, trotzdem hätte man sicherlich problemlos 100 Seiten aus der Geschichte streichen können um die Spannung zu erhöhen.

Kommen wir zur Protagonistin: Emma ist sicherlich nicht Everybody´s Darling – meiner auch nicht. Serienkiller scheint sie wesentlich besser zu verstehen als ihre Mitmenschen, sie eckt permanent an. Teamfähigkeit scheint ihr kein Begriff, und auch ihre Entscheidungen und Alleingänge sowie ihre sexuellen Vorlieben fand ich größtenteils befremdlich. Ich finde es vom Autorenduo trotzdem mutig, die Geschichte konsequent aus ihrer Perspektive zu erzählen. Wahrscheinlich macht es den Charme dieses Thrillers aus, dass man seinen Erzähler nicht sonderlich mag, trotzdem irgendwie versteht und die meiste Zeit „Boa, tu es nicht“ denkt und den Kopf schüttelt. Vielleicht muss man so viel durchgemacht haben und solche Gefühle in sich tragen, um die Killer zu verstehen?

Einige Nebenfiguren bleiben recht blass, man merkt sie sich aber recht schnell. Andere, wie die schwangere Chefin und der Ermittlungsleiter Lutz hingegen fand ich sehr erfrischend. Mit Urbexern (Urban Explorern) haben die Autoren auch ein interessantes Thema in die Geschichte reingenommen, von dem ich noch nie gehört hatte. Das gibt einen Pluspunkt.

Das Ende hat zwar eine schlüssige Auflösung, andererseits jedoch einen eher fragwürdigen Showdown.

Fazit

Ich kam in die Geschichte zunächst nicht rein, dann war ich plötzlich doch drin. Mit der Hauptperson wurde ich zwar nicht komplett warm, sie brachte aber mal eine ganz neue Komponente in die Erzählung eines Thrillers. An einigen Stellen war ich genervt, an anderen total gefesselt. Ich vergebe 3 von 5 Sternen und könnte mir vorstellen, den nächsten Teil um die Ermittlerin zu lesen. Vielleicht wird es gerade mit der Entwicklung der Ermittlerin besser. Aber es war doch auch mal was anderes. Für Leser, die keinen 0815 – Thriller wollen und Berliner oder Urbexer sind ist der Thriller sehr empfehlenswert – jeder andere muss nun entscheiden, ob er es mal mit einer fragwürdigen Ermittlerin versuchen möchte..

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Tags: berlin, rache, sekte, serienkiller, thriller, urbexer, vergewaltigung   (7)
 

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127 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 64 Rezensionen

agatha christie, cozy, detektiv, ehebruch, england, erbschaft, familiengeschichte, geheimnisse, geistiger diebstahl, krimi, landhauskrimi, mord, schriftsteller, verlagswesen, whodunnit

Die Morde von Pye Hall

Anthony Horowitz , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.03.2018
ISBN 9783458177388
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Lektorin Susan Ryeland nimmt sich ein Wochenende Zeit, um das neueste Manuskript ihres Erfolgsautors Alan Conway zu lesen. Der eher unsympathische Autor ist für seine Whodunnit – Kriminalromane im Stil von Agatha Christie bekannt, in dem sein Ermittler Atticus Pünd in der Art von Hercule Poirot die Fälle löst. Das Buch im Buch birgt am Ende jedoch eine dicke Überraschung und lässt die Lektorin ratlos zurück – die Auflösung des Falles fehlt. Dann kommt ein Todesfall im realen Leben in die Quere, mit dem auch die Auflösung des Buches dahin ist: der Autor ist tot! Susan muss nun zur Detektivin werden, um das Ende des Manuskripts zu finden. Und irgendwas kommt ihr da merkwürdig vor…

Stil, Machart, Meinung

Wie man aus meiner Inhaltsbeschreibung schon erahnen kann, kommen Fans von Agatha Christie bei diesem Whodunnit – Kriminalroman voll auf ihre Kosten. Zunächst liest man größtenteils das Manuskript in dem - typisch Agatha Christie - ein Dorf voller Verdächtiger und ein imposanter Landsitz mit Mord im Mittelpunkt stehen. Man kann wunderbar rätseln, wer der Mörder ist und was es mit der ganzen Geschichte auf sich hat. Leider fehlt die Auflösung und der Autor ist tot. Auch in der Story im realen Leben erinnert einiges an Agatha Christie und sogar ein Enkel kommt darin vor.

Wie treue Leser dieses Blogs vielleicht schon wissen, liebe ich nicht nur die Bücher von Agatha Christie, sondern auch alle Bücher in dieser Art, die gut gemacht sind. Deshalb befürchten nun wahrscheinlich schon einige, dass dieser Abklatsch mich aufgrund meiner hohen Erwartungen wahrscheinlich enttäuscht hat. Aber da muss ich euch enttäuschen: Ich fand es ganz wunderbar! Klar, ich muss schon sagen, es ist schon sehr Agatha Christie und Der Ermittler im Manuskript ist auch sehr Hercule Poirot, aber das Ganze ist so gut gemacht, dass die Queen of Crime wohl nichts dagegen hätte. Es ist eher so etwas wie eine Hommage an sie, die mit gleich 2 klassischen Whodunnits in einem Buch endlich mal wieder richtig überzeugen kann. Die Kopie dieses Genres haben schon viele versucht, aber die meisten kamen nicht einmal annähernd an die Originale.

Damit es nicht untergeht, und mal so ganz ohne Vergleich zu meinen Lieblingsbüchern: Die Plots im Manuskript im Buch und im Buch sind sehr gut gemacht. Es gibt Verdächtige, mysteriöse Sachen, ein Rätsel auf der Vergangenheit und sehr viele Motive weil das Mordopfer den Tod eigentlich geradezu herausforderte. Es passt auch alles schlüssig und die Figuren sind gut angelegt.

Fazit

Wie man nun also ganz richtig ahnt, vergebe ich 5 Sterne. Schon wieder! Ich hatte hohe Erwartungen und sie wurden nicht enttäuscht, zu jeder Zeit war ich gut unterhalten. Auf jeden Fall würde ich mehr vom Ermittler Atticus Pünd und auch vom Autor Anthony Horowitz lesen, bin begeistert und recke meinen Daumen nach oben. Alle Whodunnit Fans müssen also unbedingt dieses Buch lesen.

Falls du jetzt noch nichts von Agatha Christie gehört hast und dich fragst, was ich immerzu mit diesem Whodunnit habe: Ich habe das Konzept auf meinem Blog erklärt.

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Tags: agatha christie, england, klassiker, krimi, kriminalroman, whodunnit   (6)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

dänemark, einsame insel, insel, inselhaus, krimi, kriminalroman, leonora christina skov, whodunnit

Das Inselhaus

Leonora Christina Skov , Nora Pröfrock
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2018
ISBN 9783442714247
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 

 7 Menschen,  die sich vorher noch nie begegnet sind, treffen auf einer unbekannten dänischen Insel für einen Arbeitsaufenthalt aufeinander. Jeder erhielt eine Einladung eines Unbekannten, der sie wegen ihrer herausragenden Künstlerischen Leistungen für den Staat Dänemark erbracht haben. Da wären die etwas nervige Anne mit ihren Scherenschnitten, Krimiautor Joachim, Reisejournalistin Robin, Autor Kevin, Pfarrer Paul Erik, Duftkünstlerin Greta und Sophie mit der Arbeit an einem Gedichtband. Schon bei der Vorstellung der neuen Inselbewohner merkt man, dass bei den „herausragenden Leistungen“ für Dänemark etwas faul ist, im Staate Dänemark (das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen). Auf der Insel wartet ein Haus aus Glas die Gruppe, in dem merkwürdige Porzellanfiguren, keine Internetverbindung und einige Überraschungen warten. Was ist faul an der Sache? Wer steckt dahinter? Warum wurden diese Personen eingeladen? Und wird jeder diesen Aufenthalt überleben?

Stil, Machart, Meinung

Schon meine Inhaltsangabe dürfte so manchen Leser jetzt eventuell an Agatha Christies „Und dann gabs keines mehr“ oder auch in älterer Fassung „Zehn kleine Negerlein“ erinnern. Bingo! Die Autorin streitet keinesfalls ab, dass diese Geschichte sie inspiriert hat, sie erwähnt es sogar im Epilog. Sie schlägt bei diesem Kriminalroman jedoch eine etwas andere Richtung ein: Sie lässt in den verschiedenen Kapiteln die verschiedenen Inselbewohner zu Wort kommen und der Leser bekommt so einen umfassenden Einblick in das Haus. Es gibt keinen Ermittler. Die jeweiligen Bewohner machen sich natürlich so ihre eigenen Gedanken über die Situation und ihre Mitbewohner, denken eventuell andere Dinge als sie sagen und haben auch ihre eigene Geschichte. Durch viele Perspektivenwechsel und viel Zeit für die Gedanken der einzelnen Charaktere wird der Leser mit der Zeit seine eigenen Gedanken zur Situation entwickeln.

Dieser Kriminalroman lässt den Figuren viel Raum für ihre Gedanken und ist an einigen Stellen etwas ausschweifend, meistens jedoch unterhaltsam. Besonders gefallen hat mir die eigentlich sehr griesgrämige Greta, die sich sehr sarkastische Gedanken und oft fiese Bemerkungen macht. Mehrere der Personen auf der Insel sind mir relativ unsympathisch bzw. trotz der ausschweifenden Beschreibungen auch nicht ganz so tiefgründig. Ich verstehe einfach viele Entscheidungen der Personen nicht, obwohl es so detailliert dargestellt wird.

Mir sind dann doch auch einige Statements in diesem Buch etwas merkwürdig vorgekommen. Wieso zum Beispiel sollte man heutzutage keine Informationen über so eine Insel im Internet finden? (Stichwort: Google Earth?!) Die anderen Merkwürdigkeiten kann ich leider nicht verraten..Spoilergefahr.

Fazit

Wer eine herausragende Geschichte kopiert, muss seinen eigenen, anderen Weg finden. Besonders wenn es ein weltbekanntes Werk einer großartigen Autorin ist. Die Autorin hier hat das tatsächlich getan, jedoch nicht ansatzweise auf diesem Level. Sie legt Wert auf die eigenen Gedanken und Perspektiven aller Personen, und das finde ich auch gut. Nur leider konnte sie mir die Personen nicht wirklich nahe bringen und der Plot ist zwar ganz gut konstruiert, mit dem Original leider nicht zu vergleichen. Und da der Vergleich sich aufdrängt, kann dieses Buch nur verlieren. Ich vergebe 3 Sterne, und ohne die unterhaltsame Greta wären es wohl nur 2 gewesen, denn es gab doch einige Ungereimtheiten. Trotzdem ist das Buch gut zu lesen. Wer das Original nicht kennt, wird hier wahrscheinlich großzüger Sterne verteilen.

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Tags: dänemark, einsame insel, insel, krimi, kriminalroman, whodunnit   (6)
 

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

abenteuer, bookcrossing, bücher, bücherjagd, chiffre, edgar allan poe, enträtseln, freundschaft familie, jagd, jugendbuch, kinderbuch-reihe, rätsel, roman, schatzsuche, schnitzeljagd

Mr Griswolds Bücherjagd - Das Spiel beginnt

Jennifer Chambliss Bertman , Elisa Martins
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 17.05.2018
ISBN 9783958540651
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Emily zieht mal wieder um. Das passiert ihr sehr oft, denn ihre Eltern haben sich vorgenommen, in jedem Staat der USA einmal zu wohnen. Dieses mal geht es nach San Francisco, und diese Stadt ist für Emily genau richtig. Denn dort lebt der berühmte Mr. Griswold, der Erfinder ihrer heißgeliebten Bücherjagd. Als die Familie ankommt, ist Mr. Griswold leider gerade überfallen worden. Und ausgerechnet Emily findet ein Buch, mit dem eine ganz andere Bücherjagd beginnt..

Stil, Machart, Meinung

Dieses Buch läuft ein wenig außer Konkurrenz, denn ich habe mit Jugendbüchern eigentlich nichts am Hut. Es ist jedoch für eine riesige Zielgruppe gemacht, die wohl besonders eine Eigenschaft gemeinsam haben wird: Die Liebe zu Büchern. Dazu zähle ich mich und wohl auch die Leser meines Blogs.

Und so begab auch ich mich mit zwei Kindern auf Bücher-Schatzsuche und muss sagen, sie war eigentlich recht unterhaltsam. Die Idee einer Bücher-Website fand ich auch sehr interessant, ähnlich wie Lovelybooks etc. funktioniert eine Seite, auf der Menschen Bücher verstecken - und mit Hilfe von Rätseln finden können. Es ist so eine Mischung aus Bookcrossing und Rätseln. Ich muss zwar sagen, dass mir diese Art von Rätseln nicht so liegen, aber die Autorin hat trotzdem eine riesige Schnitzeljagd auf die Beine gestellt und ich bin sicher, die logische Aneinanderreihung der verschiedenen Rätsel und Hinweise war ein großes Stück Arbeit. Ich wäre an so einer Bücherschatzsuche im realen Leben nicht interessiert, habe die Idee aber interessant gefunden und die Schnitzeljagd auf mich wirken lassen.

 

Die Geschichte ist gut geschrieben, hat einige nette Überraschungen und Wendungen zu bieten und dürfte tatsächlich jung und alt gut unterhalten. Besonders für Jugendliche wird die Bücherjagd sehr interessant sein.

Dieses Buch ist der Auftakt einer Trilogie, ist allerdings auch nur für sich gut zu lesen und in sich abgeschlossen. Ich bereue die Lektüre keinesfalls, würde jedoch Teil 2 und 3 eher nicht 

lesen.

Ein paar kleine Tippfehler sind mir aufgefallen. Ich kann mir jedoch auch vorstellen, dass sie zu einem Rätsel im Buch dazugehören. Weiter verfolgt habe ich das jedoch nicht..

Fazit

Dieses Buch hat mich jetzt nicht zum Fan der Trilogie gemacht, der den nächsten Teil nicht mehr abwarten kann. Aber es hat mich gut unterhalten, inspiriert und mir auch ein paar interessante Fakten geliefert. Außerdem habe ich mir vorgenommen, mir mal wieder etwas von Edgar Allan Poe vorzunehmen. Dafür, dass eine solche Geschichte sonst nichts für mich ist, war sie sehr gut.

Ich empfehle dieses Buch besonders allen Bücherfreunden, die Rätsel mögen. Besonders Jugendliche dürften auf ihre Kosten kommen, Frauen die eher wenig gruselige Dinge lesen werden auch begeistert sein. Jungs würden es wohl auch mögen, Männer jedoch wohl nur wenn sie riesige Poe-Fans sind oder Rätsel und Chiffren mögen :-)

4 Sterne von mir, ein bisschen außer Konkurrenz.

 

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Tags: bookcrossing, chiffre, edgar allan poe, jugendbuch, rätsel, schnitzeljagd   (6)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Sonntags Tod

Carla Berling
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453419933
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ira ist Lokalreporterin und muss zu einer Beerdigung, denn Ihre Schulfreundin wurde von ihrem Mann ermordet. Auf der Beerdigung in ihrem alten, westfälischen Dorf trifft sie viele Menschen aus ihrer Vergangenheit wieder. So auch Andy. Als sie dann wieder in ihrem Alltag als Reporterin unterwegs ist, entdeckt sie bei einem Polizeieinsatz eine Leiche in einer Messi-Wohnung. Als sie dann eine Verbindung zu ihrem alten Dorf aufdeckt, ermittelt sie plötzlich auf eigene Faust in einem Verbrechen und gerät in eine Familientragödie ungeahnten Ausmaßes.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Kriminalroman legt einen großen Fokus auf die Ermittlerin Ira und die Vergangenheit in ihrem westfälischen Heimatdorf. Bald befindet sich der Leser inmitten einer großen Familie, in der jeder ein Geheimnis zu haben scheint. Nebenbei gibt´s eine Menge Lokalkolorit.

Ich mag solche Geschichten eigentlich, aber mir war beim Lesen oft nicht klar, wieso Ira da jetzt eigentlich ermittelt und was das genau bringen soll. Ich fühlte irgendwie nicht, dass da so dringlich etwas aufgeklärt werden musste –was komisch klingt, aber tatsächlich so passierte.  Dazu muss ich erst einmal einen Kritikpunkt anbringen: Den meisten Anteil an der Ermittlung in dieser Geschichte hat nicht die Ermittlerin Ira, sondern Kommissar Zufall. Die Zufälle häufen sich, der Haufen ist mir am Ende zu groß.

Mit Hauptperson Ira bin ich leider auch nicht recht warm geworden. Sie trägt gern rote Kleidungsstücke und hat einen Pudel. Neben diesen wenig beeindruckenden Eigenschaften mag ich ihre Art auch in vielen Situationen nicht recht. Sie soll auch die Gabe haben, Menschen durch zuhören allerlei Geheimnisse zu entlocken. Für mich sieht es jedoch eher so aus als würde sie ziemlich plump überall einfallen und direkt simple Fragen stellen, welche dann auf einmal wundersame Weise zu vielen vertraulichen Informationen führen. Vielleicht ist es ja auch die Anwesenheit des Pudels..

So etwas ist ja immer Geschmackssache und es gibt durchaus auch Positives zu berichten: Wir haben hier eine Familie mit vielen Familienmitgliedern und ich konnte mir die Personen schnell merken. Die Schreibweise ist flott und flüssig. Der Plot dröselt sich am Ende auch ganz sinnig auf und die einzelnen Personen und deren Handlungen machen Sinn. Ein besonderes Lob gilt der Einbettung des Lokalkolorits: interessante lokale Besonderheiten werden charmant und in guter Balance ins Geschehen eingebracht, auch etwas Gesellschaftskritik bzw. Gegenwartsbeschreibung ist gut untergebracht.

*Spoileralarm in Sachen Spoiler..*

Eine Anmerkung: Auf der Rückseite des Covers werden die Hauptpersonen kurz steckbriefartig vorgestellt. Andy, der erst im letzten Drittel der Freund der Hauptperson ist, wird dort bereits als ihr Freund bezeichnet. Das ist natürlich blöd gemacht, weil es die Spannung nimmt ob aus den beiden dann am Ende was wird.

Fazit

Man konnte die Geschichte gut lesen, der Plot und der Lokalkolorit waren gut und zu meiner Freude wurde nicht ausschmückend herumgeschwafelt. Das Setting mit einem Dorf, einer Familie mit vielen Geheimnissen in Verbindung mit einem Mordfall – das mag ich sehr gern. Nur leider wurde ich mit der Hauptperson Ira und deren Motivation für die Ermittlung nicht warm. Ich las zwar nicht gelangweilt weiter, habe jedoch streckenweise wenig Sinn in der Ermittlung gesehen. Ich vergebe 3 Sterne und denke, dass meine subjektive Bewertung eventuell etwas von der allgemeinen Bewertung dieses Buches abweichen wird – wahrscheinlich liegt die durchschnittliche Bewertung um die 4 Sterne, aber mich persönlich hat neben positiven Aspekten auch einiges gestört. Deshalb werde ich ein nächstes Buch dieser Reihe wohl auch nicht lesen. Schlecht ist das Buch jedoch keinesfalls.

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Tags: dorf, homosexualität, krimi, kriminalroman, lokalreporterin, westfalen   (6)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

afrika, apartheid, biographi, biographie, comedian, diskreminierung, diskriminierung, familie, farbenbild, humor, identität, kindheit, rassentrennung, rassismus, südafrika

Farbenblind

Trevor Noah , Heike Schlatterer
Fester Einband
Erschienen bei Blessing, 06.03.2017
ISBN 9783896675903
Genre: Biografien

Rezension:

Trevor Noah, heute ein überaus erfolgreicher Comedian und mir besonders als Moderator der „Daily Show“ in den USA bekannt, erzählt in diesem Buch von seinem Leben in Südafrika - vor dem Erfolg. 1984 wurde er im Township Soweto als etwas sehr besonderes geboren: ein Verbrechen! Denn im Apartheidregime war es verboten, Sex mit Partnern mit anderer Hauptfarbe zu haben. Das Produkt einer sehr versierten Xhosa und eines weltoffenen Schweizers war nun also Trevor, ein Farbiger. Er gehörte weder zu den Farbigen noch zu den weißen und verbrachte auf Grund seiner kriminellen Hautfarbe einen Großteil seiner Kindheit in Innenräumen, damit er nicht entdeckt wurde. Was er dabei alles erlebt hat, was seine Erlebnisse über das Afrika unter dem Apartheidregime und die Willenskraft einer rebellischen Mutter erzählen, darf der Leser nun miterleben.

Stil, Machart, Meinung

Überraschung, ich habe eine Biographie gelesen! Das habe ich zuvor nur einmal getan, und zwar handelte es sich um die Biografie meiner Lieblingsautorin Agatha Christie. Als ich diese Biographie sah, war ich jedoch sofort interessiert. Nicht nur das ich immer gern Trevor Noah in der Daily Show schaue, besonders in  Zeiten von Trump. Auch das Thema Rassismus beschäftigt mich, sowohl im allgemeinen als auch auf persönlicher Ebene (mein Kind wäre auch Farbig). Diese Biographie ist sehr unterhaltsam und humorvoll auf der einen Seite, veranschaulicht auf der anderen Seiten aber auch die Auswirkungen des Systems Apartheid.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Apartheid zwar einordnen konnte, mich jedoch nie weiter mit der Sache befasst habe. Trevor Noah hat eine gute Balance zwischen Persönlichen Erlebnissen und der Beschreibung des Systems sowie die Vermittlung von Informationen gefunden. Ich habe einiges gelernt und habe mich auch gedanklich über das Buch hinaus mit der Sache beschäftigt – es war aber nie langweilig sondern grundsätzlich unterhaltsam. Natürlich waren einige Sachen auch wirklich traurig, aber der Humor mit dem auch diese Begebenheiten erzählt wurden, war trotzdem genau meiner.

Die Schreibe ist fluffig, die Geschichten sind interessant und das Große und Ganze ergibt ein schlüssiges Bild. Selbstironie und Galgenhumor sind die eine Sache – interessante Erkenntnisse und Entsetzen über die Lebenssituation die Andere. Da merkt man mal wieder, wie gut man es hier hat.

Fazit

Ich habe noch nie zuvor eine Biographie hier vorgestellt oder bewertet und sehe das ganze jetzt mal unter der Rubrik Roman. Dort gibt es von mir 5 Sterne für diese Geschichte, die ich so schnell wohl nicht vergessen werde und die auch sehr inspirierend war. Ich hatte eine gute Zeit beim Lesen und habe sehr oft gelacht, an anderen Stellen war es sehr traurig und nebenbei habe ich sehr viel gelernt. Ich als Krimitante habe nicht einmal in Sachen Spannung etwas zu meckern, denn es war dann doch so einiges los in dem Buch. Man sollte sich immer auch für neue Sachen öffnen und auf sie einlassen, hier wurde ich dafür wirklich belohnt.


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Tags: afrika, apartheid, biographie, comedian, rassismus, südafrika, trevor noah   (7)
 

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

ein wilder schwan, erzählungen, gesellschaft, humor, kritik, märchen, michael cunningham, moderne märchen, neuinterpretation, retelling, satire, schneewittchen

Ein wilder Schwan

Michael Cunningham , Eva Bonné
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630874913
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

husum, kommissar, krimi, küstenkrimi, lokalkolorid, magie, mord, morde, mysteriös, mystery, nordfriesland, nordsee, regionalkrimi, spannung, unfall

Küstenfluch

Hendrik Berg
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 20.03.2017
ISBN 9783442485567
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Krumme hat seinen Job bei der Kripo in Berlin aufgegeben und arbeitet nun in Nordfriesland. Ihm an die Seite gestellt ist die junge Kollegin Pat, die gerade erst die Polizeischule absolviert hat. Als ein Orkan ein Schiffswrack im Wattenmeer sichtbar macht, ereignen sich einige mysteriöse Unfälle. Für Krumme beginnt die Ermittlung bei Familie Jessen, denn der Sohn von Bauer Jessen landete unter mysteriösen Umständen auf den Dornen einer Egge. Krumme glaubt an Mord, erfährt allerdings nur wenig Hilfe von der Familie. Und dann ist da noch der kleine Jan, der ein recht übersinnliches Kind ist und einen Schattenmann gesehen hat..

Die Reihe um Krumme

Dieser Kriminalroman ist der 3. Band in der Reihe um Kommissar Theo Krumme. Die Geschichte hier steht für sich, es kommen jedoch Personen und Erinnerungen an die Bände 1 und 2 vor. Das macht aber nichts, neue Leser und alte Leser werden uneingeschränkt auf ihre Kosten kommen.

Ich habe dem 2. Band „Lügengrab“ 5 Sterne gegeben, und das mache ich nicht sonderlich oft. Daher war meine Freude über Band 3 genauso hoch wie die Erwartungen an den neuen Fall.

Stil, Machart, Meinung

Zunächst muss ich sagen, dass die Story an sich vom Plot her schon gut ist. Wir haben einen toten Bauerssohn auf einem Hof und keiner kooperiert. Da der Hof irgendwo im nordfriesischen Nirgendwo liegt, stehen die Chancen für einen Täter vom Hof auch nicht schlecht. Dann fragte ich mich, was dieses Wrack für eine Bedeutung für die Geschichte hat und war auch etwas verwirrt von dem übersinnlich begabten Kind. Am Ende fügte sich das alles schon ganz zusammen, einige Fragen blieben bei mir jedoch offen und ich war von der Geschichte schon etwas enttäuscht. Wahrscheinlich waren es die hohen Erwartungen auf Grund des zweiten Buches der Reihe.

Die Schreibe ist relativ normal, zeichnet sich für mich jedoch vor allem durch einerseits relativ simple Dialoge und andererseits sehr genaue Beschreibungen der Natur – und Wetterlage aus. Diese Mischung finde ich etwas merkwürdig, und genaue Beschreibungen der Natur sind eher nicht so meins. Man kann die Geschichte trotzdem gut lesen, auch wenn an einigen Stellen Längen auftreten, während an anderen Stellen an Details gespart wird. Mir hat die Balance der Geschichte irgendwie nicht so zugesagt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die übersinnliche Komponente in der Geschichte. Ich möchte hier nicht spoilern, fühlte mich als Leser allerdings etwas veralbert als der Plot sich dann auflöste.

Sehr gut hingegen fand ich die Figur Krumme, besonders im Zusammenspiel mit seiner jungen Kollegin Pat. Krumme ist ein Einzelgänger und hat nun eine unerfahrene Kollegin an der Seite, die beiden müssen sich wohl noch aneinander gewöhnen, aber es besteht große Hoffnung. Auf die weitere Entwicklung der Figuren bin ich gespannt.


Fazit

Ich hatte nach Band 2 „Lügengrab“ sicherlich etwas zu hohe Erwartungen, dieser Band hat mich dann doch irgendwie enttäuscht. Von der Auflösung war ich auch nicht so ganz begeistert, weil Fragen offen blieben. Und diese mysteriöse, übersinnliche Komponente war zwar mal was anderes für einen Krimi, jedoch einfach nix für mich. Ich hatte einen guten Whodunnit  - Krimi erwartet, und das hat mich wohl dann auch so enttäuscht. Ich vergebe 3 Sterne. Den nächsten Band werde ich jedoch auch lesen, zusammengenommen haben die beiden von mir gelesenen Bände der Reihe 4 Sterne und ich bin auf die Entwicklung der Figuren sowie den nächsten Fall gespannt. Danach wird sich dann entscheiden, ob ich die Reihe bzw. den Autor weiterhin lese.

Gibt es andere Meinungen? Es ist ja immer sehr spannend, wie subjektiv jeder Leser an die Sache herangeht und dann bewertet.

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Tags: friesland, husum, krimi, kriminalroman, nordfriesland, regionalkrimi, theo krumme   (7)
 

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309 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 166 Rezensionen

cooley ridge, corinne, krimi, lügen, megan miranda, mord, nic, penguin verlag, spannend, thriller, ticktack, tick tack, unfall, vater, wie lange kannst du lügen?

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?

Megan Miranda , Elvira Willems , Cathrin Claußen
Flexibler Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.11.2017
ISBN 9783328101628
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nic  hat gerade einen Verlobungsring an den Finger bekommen, da erhält sie eine mysteriöse Nachricht von ihrem Vater: „Dieses Mädchen. Ich habe es gesehen.“ Diese Nachricht weckt unangenehme Erinnerungen an ihre Jugend, denn vor 10 Jahren verschwand in ihrer Heimatstadt ihre beste Freundin – und wurde nie wieder gesehen. Ihr Vater ist in einem Pflegeheim und dement, ein Anruf von ihrem Bruder offenbart, dass es zuhause schlimmer steht als gedacht. Das Haus muss verkauft werden und Nic fährt zurück in ihre Heimatstadt, um alles zu regeln. Und, um dem neuen Hinweis von ihrem Vater nachzugehen. Dort angekommen trifft sie nicht nur auf ihre ehemals große Liebe Tyler, sondern wird auch mit einem weiteren vermissten Mädchen und mehreren Verdächtigen vom früheren und aktuellen Fall konfrontiert.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller ist anders als andere Thriller. Denn nach einer gewissen Einführungszeit in der Gegenwart und einem dramatischen Cliffhanger läuft die Geschichte rückwärts ab. Nachdem eine Seite verkündet „Zwei Wochen später“ geht es mit Tag 15 beginnend bis hin zu Tag 1. So dröselt sich die Geschichte um die Clique der Jugendlichen in ihrem Heimatdorf irgendwo in den USA langsam aber sicher auf und der Leser gelangt mit der Hauptperson Nic zu des Pudels Kern. Da man vor dem Beginn der Rückwärts-Erzählweise einen fiesen Cliffhanger serviert bekommt, ist die Spannung eigentlich eher im Hinterkopf als akut.

Deshalb frage ich mich, ob Thriller das richtige Wort für die Geschichte ist. Mit dem Cliffhanger kommt es der Sache näher, aber ein Kriminalroman wäre eventuell etwas passender. Man hat ein Dorf, ein Verbrechen in der Vergangenheit und mehrere Verdächtige.

Durch die Erzählweise wird die Geschichte von einer erfrischend anderen Perspektive aufgedröselt. Der Leser ist stets mit der Hauptperson gedanklich unterwegs und bekommt an einem Tag beispielsweise das Häppchen „es tut mir Leid, was auf Laura`s Babyshower passiert ist“ hingeworfen. Um dann 2 Tage früher und gleichzeitig 2 Abschnitte später zu erfahren, was da überhaupt  los war.

Dieses Buch scheint nicht Teil einer Reihe zu sein sondern ganz für sich zu stehen, es kann also einfach so losgelesen werden. Ich muss übrigens sagen, dass ich nach diesem Buch jetzt auch 2 Tage lang noch nicht bereit war für ein anderes, sondern das Geschehene erst einmal auf mich wirken lassen musste (auch bevor ich die Rezension schreibe). Es ist anders, es ist gut und spannend, ich war gefesselt und ich würde das nächste Buch der Autorin auf jeden Fall lesen. Es war erfrischend anders, und doch mit einem mir bekannten (und bei mir sehr beliebten) Schema des Whodunnit gemacht.

Am Ende löst sich auf jeden Fall alles gut auf, und meine kleine Kritik zur Auflösung kann ich leider nicht verraten, weil das gleichzeitig ganz fieses spoilern wäre..

Fazit

Fazit, der Thriller, der auch irgendwie ein Kriminalroman ist, hat mir sehr gefallen. Ein altes Schema (Whodunnit) wurde mit einer erfrischend anderen und auch anspruchsvollen Erzählweise kombiniert. Ich habe einen Kritikpunkt zum Ende (kann ihn leider nicht verraten..) und gebe davon knapp die Bestnote: 4 Sterne von mir für das Buch, eine Leseempfehlung für alle die Krimis, Thriller und besonders Whodunnit mögen. Müsste ich mich entscheiden, würde ich sagen die Geschichte ist für Frauen vielleicht etwas interessanter als für Männer. Genau belegen kann ich das allerdings auch nicht. Viel Spaß beim lesen – und ich freue mich auf Kommentare zum Buch, da das Konzept ja wirklich anders ist, denke ich mal das es da eine Menge unterschiedlicher Meinungen gibt.

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Tags: krimi, kriminalroman, mal was neues, modern, rückwärts, thriller, usa, whodunnit   (8)
 

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(98)

120 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

band 1, berlin, dunkelland, gedächtnisverlust, havelland, krimi, kriminalist, kurzzeitgedächtnis, mord, mordserie, profiler, roxann hill, serienkiller, strichermilieu, verena hofer

Dunkel Land

Roxann Hill
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 13.11.2017
ISBN 9783959671385
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verena Hofer ist mit ihrer Nichte, um die sie sich nach dem Tod ihrer Schwester kümmert, unterwegs zu einem neuen Job. Sie soll sich für 3 Monate um den Neffen ihrer reichen Auftraggeberin kümmern und auch die literarische Bildung im Auge behalten. Sie erwartet einen kleinen Jungen, muss dann aber überrascht feststellen, dass Dr. Carl von Wuthenow ihr Schützling ist. Der geniale, arrogante Kriminalist erholt sich von einem Schuss, der sein Kurzzeitgedächtnis teilweise lahmgelegt hat. Er kann sich jeden Morgen nicht mehr dran erinnern, was ihm in den letzten Tagen passiert ist. Auch wenn der Auftrag nicht so ist wie geplant, Verena braucht das Geld und ihre Nichte fühlt sich auf dem riesigen Anwesen mit Kinderbetreuung sehr wohl. Da sie ihrem Schützling nicht von der Seite weichen darf, muss sie ihn wohl oder übel bei der neuesten Mordermittlung Unterstützungen. Eine ziemlich schlimm zugerichtete Leiche eines Jungen wird gefunden und die Spuren weisen in die rechte Szene. Während Verena noch mit dem Anblick der Leiche zu kämpfen hat und sich fragt, wie sie in diese Situation geraten ist, ist sie auch schon eine wichtige Stütze von Profiler Dr. Carl von Wuthenow, der ohne sie (und damit ohne Kurzzeitgedächtnis) nicht in der besten Verfassung wäre. Und dann will sie ihm auch nicht mehr so wirklich von der Seite weichen…

Stil, Machart, Meinung

Das Cover ordnet dieses Buch als Kriminalroman ein. Das finde ich auch gerechtfertigt, denn auch wenn die Morde und die Geschwindigkeit am Schluss schon eine Menge von einem Thriller haben, nehmen die Geschichten der einzelnen Personen sehr viel Raum ein. Das neue Ermittlerpaar und die jeweiligen Schicksale nehmen genau so viel Raum ein wie die Geschichte einiger anderer Personen der Geschichte sowie andere soziale Gegebenheiten. Manchmal tritt der Mordfall ein wenig in den Hintergrund.

Erfrischend finde ich, dass Verena Hofer total ins kalte Wasser geworfen wird. Wir haben hier einen erfahrenen Experten und einen absoluten Anfänger. In manchen Büchern sind die Anfänger ja gleich so abgewi***t wie ein Kommissar mit 40 Dienstjahren, der schon alles gesehen hat. Das finde ich oft ein wenig unrealistisch. In dieser Geschichte fragt sich die Anfängerin regelmäßig, wie sie eigentlich in die ganze Sache rein geraten ist und die Geschehnisse sind so erschreckend, wie sie im realen Leben auch sind. Auch als erfahrener Krimileser habe ich in meinem Leben noch keine Leiche gesehen und keinen Mordverdächtigen getroffen und bin so auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen geholt worden (auch wenn das ein fiktiver Kriminalroman ist..).

Die Schreibe gefällt mir, trotz einer etwas entschleunigten Erzählweise war mir nie langweilig, auch die kleinen Nebensächlichkeiten passten gut ins Bild und haben mich interessiert.

Die Beziehung der beiden Ermittler, die Nebenfiguren auf dem Gut und die Gedächtnisprobleme des Profilers machen unbedingt Lust auf mehr. Ich mag das etwas gemächlichere Tempo, die Wendungen bei der Auflösung des Verbrechens und Sicht der Autorin auf Kleinigkeiten und Probleme durch die Figuren. Einen zweiten Band würde ich mit unbedingt zulegen, ich freue mich schon und frage mich, wie es mit den beiden Hauptpersonen weitergeht.

Fazit

Ich vergebe 4,5 Sterne und möchte unbedingt den nächsten Band dieser Reihe lesen. Als Zielgruppe würde ich vielleicht etwas eher Frauen als Männer sehen, da auch eine romantische Geschichte im Rahmen dieses Kriminalromans erzählt wird.

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Tags:  
 

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232 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

abenteuer, absurd, betrug, freundschaft, gangster, geschäftsmodell, humor, jonas jonasson, kirche, liebe, mörder, pfarrerin, religion, roman, schweden

Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei carl's books, 07.04.2016
ISBN 9783570585627
Genre: Romane

Rezension:

Per Persson arbeitet in einem schäbigen Hotel, ist ständig pleite und hadert mit sich und seinem Schicksal. Zu allem Übel nistet sich dann auch noch Mörder Anders nach einem Gefängnisaufenthalt im Hotel ein. Als wäre das nicht schon schlimm genug, trifft er auf eine Pfarrerin, die wegen ihrer atheistischen Besinnung gerade gefeuert wurde und ihm zunächst Geld abnehmen will, dann nur sein Essen nimmt und schließlich auch in das heruntergekommene Hotel einzieht. Die Pfarrerin ist nicht dumm, Mörder Anders hingegen schon.Zunächst zu ihrem eigenen Schutz und später für einen guten Lebensunterhalt ziehen die drei wenig zusammenpassenden Charaktere dann ein einträgliches Business auf, wobei sie es sich leider mit der gesamten Schwedischen Unterwelt verscherzen. Als der Mörder dann seinen Glauben zu Gott entdeckt, während es den anderen beiden eher um die Liebe zum Geld geht, begibt sich das skurrile Trio auf eine abenteuerliche Flucht in einem Wohnwagen. Bis der Mörder dann zum Pastor wird..

 
Stil, Machart, Meinung

Schon das Buch „Die Analphabetin, die rechnen konnte“, hat mich mit einem ganz speziellen Humor begeistert. Dieses Buch ist schon einerseits ein riesiger Klamauk, andererseits aber auch eine Aneinanderreihung sehr intelligenter Sätze. Während der gesamten Lektüre hatte ich einfach sehr, sehr gute Laune und viel Spaß. Ich möchte nicht wissen, wie oft ich beim Lesen grinste.

Die Mischung machts! Dieses Buch ist nicht albern, sondern voll von einem Humor, der sich erfrischend anders und irgendwie schlau von der Masse abhebt. Neben recht überzeichneten Personen und Situationen fällt einem dann doch auf, wie lebensnah der Autor sein Umfeld beobachtet um es dann in dieser Art darzustellen.  Besonders gefallen hat mir in diesem Buch auch der Umgang mit dem Thema Glauben und Gott. Heute wird das Thema gefühlt viel zu ernst – oder gar nicht ernst genommen, und diese Herangehensweise finde ich ganz hervorragend, um mal ein bisschen Schwung in die Sache zu bringen.

 
Der Plot ist tatsächlich auch gut gemacht, viele Verstrickungen lösen sich in der Geschichte schlüssig (bzw lustig..) auf und die Sache ist am Ende rund. Die Personen sind nicht strickt schwarz-weiß gezeichnet. Der Leser erlebt alles aus der Perpektive eines merkwürdigen Gauner- Trios und mag die Personen dann irgendwie doch.


Fazit

Ich bin eine Krimitante (/Thrillertante) und mir ist selten nach lustigen Romanen. Die Geschichten von Jonas Jonasson sind jedoch besonders. Die Bücher machen bei mir einfach wahnsinnig gute Laune und sind in einem einzigartigen Schreibstil verfasst, in dem jeder Satz irgendwie lustig, intelligent und mit viel Liebe gemacht wirkt. Ich habe zunächst überlegt, diesem Buch nur 4 Sterne zu geben, da „die Analphabetin, die rechnen konnte“ mich irgendwie noch einen kleinen Tick mehr begeistert hat. Dann habe ich mich allerdings unentschieden und vergebe schon wieder 5 Sterne – den dieser Stil und die Geschichte ist schon einzigartig und hebt sich so sehr von anderen Romanen ab, dass ich die Besonderheit einfach herausstellen und würdigen muss. Hach, wie schön..mehr davon!

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Tags: lustig, religion, roman, satire, schweden   (5)
 

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141 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 79 Rezensionen

action, andreas pflüger, behinderung, berlin, bka, blind, blindheit, freundschaft, jenny aaron, krimi, marrakesch, niemals, spannung, thriller, vertrauen

Niemals

Andreas Pflüger
Fester Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518427569
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jenny Aaron war schon immer eine der besten Agenten „der Abteilung“.  Bei einem Einsatz erblindete sie, ist jedoch noch immer eine der Besten. Nachdem sie vor Wochen ihren Erzfeind Holm bekämpft hat, besucht sie ihren alten Vorgesetzten Lissek und seine Frau, um zur Ruhe zu kommen. Als sie dann eine Nachricht vom bereits verstorbenen Holm bekommt, war es das mit der Ruhe. Sie erbt ein riesiges Vermögen, muss dafür aber nach Marrakesch reisen. Zusätzlich zum Vermögen bekommt sie noch ein paar Rätsel, die sie nicht nur zu einem der gefürchtetsten Männer der Welt führen können, sondern auch zum Mörder ihres Vaters.  Und dieser sehr gefährliche Mann ist übrigens auch der Vorbesitzer ihres geerbten Vermögens, und der möchte natürlich sein Geld wieder haben. Jenny Aaron reist also mit Partner Pavlik nach Marrakesch und dort wartet Gefahr.

Die Reihe
„Niemals“ ist der zweite Band der Reihe um Jenny Aaron und „die Abteilung“. Dieses Buch knüpft an den ersten Teil „Endgültig“ an, kann aber trotzdem auch ohne Vorwissen gelesen werden. Für den vollständigen Lesegenuss empfehle ich allerdings doch, bei Band 1 zu beginnen. Endgültig bekam von mir begeisterte 5 Sterne.

Stil, Machart, Meinung
So wie schon der erste Band „Endgültig“ ist „Niemals“ ein ganz besonderer Thriller. Das wohl wichtigste Alleinstellungsmerkmal ist die Perspektive, aus der der Leser eine sehr actionreiche Handlung erfährt: die Protagonistin ist blind. Beschreibungen der Örtlichkeiten und Menschen geschehen aus der Perspektive einer Blinden, daher geht es nicht um Visuelles sondern um Geräusche, Gerüche und vieles mehr – Dinge, die überraschenderweise vollkommen ausreichen um dem Leser die Bilder der Handlung in den Kopf zu pflanzen. Ich finde das wirklich herausragend.
Die blinde Protagonistin ist also sehbehindert, dadurch aber nicht in der Ausführung ihrer Heldentaten behindert. Ich möchte schon fast sagen, dass sie eine Art moderne Superheldin ist. Na klar, es stört zwar das sie nicht sehen kann, aber dafür scheinen ihre anderen Sinne so geschärft, dass sie so gut in ihrem Job ist wie früher. Natürlich sind die Heldentaten wohl etwas dick aufgetragen, aber das finde ich irgendwie gut. Als ich heute Morgen im Halbdunkel erst gegen den Türrahmen gelaufen und dann über die Katze gestolpert bin, musste ich direkt an das Buch denken. Diese Perspektive des Buches bleibt einem auch nach dem Lesen erhalten, man hat eine Erfahrung gemacht die man so schnell nicht vergisst.
Trotz dieser außergewöhnlichen Erfahrung ist dieses Buch ein Thriller voller Action, Spannung und Blutvergießen – und alles andere als ein seichter Erfahrungsbericht über das Leben einer Blinden. Diese Kontraste und die gleichzeitige Schwäche als Stärke ergeben eine ungewöhnliche Protagonistin.
Ein weiterer Punkt ist für mich der äußerst umfangreiche Plot, der bei jedem Aspekt auf eine intensive Recherche schließen lässt. Auch wenn einiges davon nicht existiert, sind die Anspielungen in Bezug auf das Weltgeschehen und die Wechselwirkungen glaubwürdig zusammengemixt.
Die Dialoge sind ungewöhnlich wortkarg und direkt. Ich finde das erfrischend und es beschleunigt die Handlung und die Spannung zusätzlich. Wie auch im ersten Band warten an einigen Stellen Listen der Hauptperson, die tatsächlich sehr interessant (..und lustig, schön, wahr, philosophisch..)sind und mir großen Spaß machten.

Fazit:
Wie schon bei Band 1 komme ich um die Höchstwertung nicht herum – und ich möchte das auch nicht. 5 verdiente Sterne, eine begeisterte Leseempfehlung und die Hoffnung auf einen ebenso guten dritten Teil von mir. Klar ist die blinde Agentin an einigen Stellen eventuell mit zu vielen Skills ausgestattet bzw. es ist etwas arg auf die Kacke gehauen.. aber diesen Kontrast finde ich gut. Die knappe und doch fluffige Schreibe mit der außergewöhnlichen Perspektive und dem umfangreichen Plot ist wie für mich gemacht und mir fällt bei aller Mühe kein Kritikpunkt ein.

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Tags: action, berlin, blind, marrakesch, thriller   (5)
 

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

btb verlag, bunker, kinder, london, mord, persönlichkeitssörun, ppp, prepper, psychologie, psychothriller, sicherheit, spannung, starke charaktere, thriller, tod

Seelenkinder

Sarah Hilary , Astrid Finke
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 11.09.2017
ISBN 9783442748082
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Familienvater Terry findet bei Gartenarbeiten einen Bunker in seinem Karten. In dem Bunker verbirgt sich ein düsteres Geheimnis: 2 Kinderleichen sind dort verborgen, schon länger tot und damals anscheinend mit ihren Kindersachen und einer großen Ration Dosenpfirsiche dort eingesperrt und allein gestorben. Marnie Rome und ihr Team sind vom Schicksal der beiden Kinder erschüttert, wollen in diesem „Cold Case“ aber unbedingt vorankommen, damit alle Beteiligten ihren Frieden finden können. Dafür müssen sie zunächst herausfinden, wer von dem Bunker wusste und was in der Vergangenheit in der Gegend los war. Und auch die Gegenwart hält einige Überraschungen und Gefahren bereit.

Stil, Machart, Meinung

Sarah Hilary schreibt gut. Fluffig und meist ohne ausufernde Beschreibungen konzentriert sie sich auch auf das Gefühlsleben vieler Personen, ohne dabei zu langweilen. Der letzte Pfiff hat mir irgendwie gefehlt, aber es las sich gut weg.

Eingangs kam ich sehr schnell rein, der Leser wird direkt in den Bunker mit den beiden Kindern vor 5 Jahren gesteckt und kann das traurige Schicksal der Beiden fast hautnah miterleben. Die Hauptermittler werden auch gut dargestellt und sind sehr interessante Charaktere. Zur Mitte hin hat mich das Buch dann nicht mehr so ganz mitgerissen, und auch am Ende hatte ich stellenweise Interesse an der Auflösung, war aber auch nicht vollständig gebannt. So richtig Thriller ist dieses Buch meiner Meinung nach nur die Hälfte der Geschichte, wenn schon Thriller dann vielleicht eher Psychothriller als passendere Beschreibung.

Ich kann gar nicht so genau beschreiben, was man hätte besser machen können. Es ist eine solide Geschichte mit den zwei Ebenen Vergangenheit und Zukunft, ein paar Überraschungen und Rätsel sowie interessante Ermittler. Mir waren einige spätere Überraschungen zu schnell klar, manche Aktionen der Ermittler zu zufällig aber der Plot an sich war trotzdem stimmig.

Was lobend zu erwähnen ist, ist das die Autorin sich anscheinend sehr mit einer psychischen Erkrankung beschäftigt hat und sie auch sehr gut darstellt. Hier möchte ich jedoch nicht spoilern.

Es ist nicht das erste Mal, und ich werde niemals müde werden es gegebenenfalls zu widerholen: Ich wüsste so gern auf den ersten Blick auf den Buchumschlag oder die kurze Inhaltsangabe online, dass es sich um den Band einer Reihe handelt! In diesem Fall ist es anscheinend der zweite Fall, aber er kann auch ohne den ersten gelesen werden.

Fazit

Ich kann nicht genau fassen was mir fehlt, komme hier aber nur auf 3 Sterne und bin an Band 1 oder Band 3 der Reihe nicht so wirklich interessiert. Es ist ein solider Thriller, mit etwas wenig Thriller und etwas viel Psychothriller / Roman und meine Erwartungen waren vielleicht etwas anders. Der Plot, die Ermittler und auch die Schreibe sind nicht schlecht, aber als Highlight wird dieses Buch nicht in die Geschichte meiner Leseerlebnisse eingehen.

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Tags: london, postnatale depression, psychothriller, thriller   (4)
 

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323 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

andreas gruber, bka, drogen, korruption, maarten s. sneijder, profiler, rache, sabine nemez, selbstmord, selbstmorde, sneijder, spannung, thriller, todesreigen, verdeckte ermittlung

Todesreigen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.08.2017
ISBN 9783442483136
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Mann begeht Selbstmord auf der Autobahn. 3 Trucker können mit einem mutigen Manöver verhindern, dass unschuldige Autofahrer sterben müssen –für den Selbstmörder, er arbeitete für das BKA,  kommt jedoch jede Hilfe zu spät und zuhause wird die Leiche seines kleinen Sohnes gefunden. Fast zeitgleich kommt die Schwester einer BKA – Beamtin in ihrem Haus um. Sabine Nemez soll den Tod des zweiten Opfers untersuchen und stößt mit Hilfe von Tina Martinelli bald auf die Verbindung zum ersten Toten. Sie wird schnell vom Fall abgezogen, denn sie ist der ominösen  „Gruppe 6“ zu dicht auf der Spur. Zunächst möchte Maarten S. (!) Sneijder nicht helfen, da er nach den Geschehnissen im letzten Band vom Dienst suspendiert ist. Aber dann ist Sabine Nemez in Gefahr. Und dann wäre da noch Hardy, der nach 20 Jahren im Knast auf einem persönlichen Rachefeldzug ist. Er ist äußerst verdächtig.

Stil, Machart, Meinung

Wie immer schreibt Gruber für mich genau richtig. Nicht zu detailliert, nicht zu knapp, fluffig und spannend. Sneijder und Nemez sind, auch wenn einer von beiden suspendiert sind, ein tolles Duo. Da ist meine Meinung genau so, wie bei den 2 von mir zuvor rezensierten Bänden dieser Reihe und ich habe nichts auszusetzen.

Der Plot ist gut gemacht. Im Buch gibt es zwei Hauptstränge, einmal die Ermittlung von Sabine Nemez und dann die Geschehnisse aus Sicht von Hardy, der nach 20 Jahren im Gefängnis seine alten Kumpanen aufsucht, um aufzuklären wie seine Frau und seine Kinder ums Leben gekommen sind. So ist man beiden Seiten teilweise etwas voraus, andererseits rätselt man mit.

Als kleinen Kritikpunkt muss ich anmerken, dass etwas zu schnell klar ist wer gut und wer böse ist – auch wenn es bis zum Ende hin immer noch ein paar Wendungen gibt.  Ich finde es auch etwas dramatisch, wie viele Nebenfiguren mal eben dran glauben müssen (wenn auch gut gemacht..). Hier möchte ich jedoch nicht weiter spoilern.

Die Reihe

Todesreigen ist der 4. Band in der Reihe um Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez beim BKA Wiesbaden. Ich hatte eher unwissend beim 2. Band angefangen und war gleich so angetan von der Reihe, dass ich dann natürlich unbedingt Band 3 und jetzt 4 lesen musste. Ich hatte beim Einstieg mit Band 2 keine Probleme, ich denke aber ab Band 3 und 4 bietet es sich schon an, Teil 1 und 2 gelesen zu haben. Grundsätzlich ist die Reihe ja auch einfach so gut, dass man da getrost chronologisch vorgehen kann, um auch mehr davon zu haben.

Fazit

Ich vergebe 4,5 Sterne, weil mir die 2 Bände davor ein kleines bisschen besser gefallen haben. Trotzdem ist diese Reihe unbedingt empfehlenswert und jeder Thriller-Fan wird seine Freude dran haben. Die Hauptpersonen aber auch Nebenpersonen sind sehr gut gezeichnet, der Plot ist gut und die Schreibe von Andreas Gruber mag ich sowieso sehr. Ich kann die Reihe und auch diesen Band aus der Reihe uneingeschränkt empfehlen und warte gespannt auf den nächsten Band.

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Tags: bka, profiler, sneijder, thriller, wiesbaden   (5)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

broadway, kathleen mallory, mord, new york, theater, thriller

Es geschah im Dunkeln

Carol O'Connell , Judith Schwaab
Flexibler Einband
Erschienen bei btb, 10.04.2017
ISBN 9783442748433
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am New Yorker Broadway wird ein Theaterstück aufgeführt, welches eine recht tödliche Wirkung auf die Zuschauer hat. Am Tag der Premiere und auch am zweiten Tag stirbt in einer Szene mit totaler Dunkelheit einer der Zuschauer. Das wohl eher mittelmäßige Stück sorgt so für eine Sensation, auf einmal ist der Andrang hoch und die Frage nach dem zweiten Teil des Stücks wird lauter. Als Detective Mallory mit ihrem Kollegen Riker am Tatort auftaucht, hat sie es mit vielen merkwürdigen Zeugen zu tun, allen voran die Darsteller selbst. An dem Theater gehen merkwürdige Dinge vor sich.

Stil, Machart, Meinung

Die Idee der Story, die Detectives, spannende Randfiguren, geschickt eingestreuter Humor und eine gruselige Tat aus der Vergangenheit – all das klingt nach einer tollen Idee. Nach einem Buch, wie für mich gemacht. Tja und dann ist dieses tolle Grundgerüst, und es ist so unglaublich zäh und langatmig geschrieben, dass ich es nicht bis zum Ende lesen konnte und wollte. Die Schreibe an sich finde ich nicht mal schlecht, es gibt nur so unglaublich viele unwichtige Dinge, lange Szenen und Überflüssiges.

Ich habe also nach ungefähr einem Drittel abgebrochen, denn der dicke Wälzer mit der kleinen Schrift macht es dem Leser an sich schon nicht leicht – aber der zähe Inhalt tut einfach sein übriges. Ich habe das Buch in der Hoffnung auf eine andere Meinung noch einer Freundin gegeben, die hat es aber leider noch früher abgebrochen.

Interessant finde ich die Idee, die einzelnen Kapitel mit kurzen (wenn auch merkwürdigen..) Dialogen aus dem Theaterstück zu Beginnen. Und wie gesagt: Die Idee, während eines Theaterstückes bei einer bestimmten, dunklen, Szene jemanden zu ermorden und die Suche nach dem Mörder ist eine tolle Idee. Die hat echt viel Potential. Aber dieser Thriller der ist eher zum einschlafen.

Was lernen wir daraus?

Nach dem Abbruch des Buches habe ich noch mal zu diesem Buch recherchiert, ich wollte wissen ob die laut KrimiZeit-Bestenliste „eine der besten Kriminalschriftstellerinnen der Welt“ tatsächlich irgendwie erfolgreich ist. Und was fällt mir da auf? Dieses Buch ist Band 11 der Reihe um Detective Mallory. Band 11! Ich werde keinen Vorgängerband lesen, um zu schauen ob die anderen auch so zäh sind, aber anscheinend finden Leute diese Reihe gut. Vielleicht schwächelt ja nur dieser Band? Ich finde es immer wieder verwirrend, wenn auf Büchern nicht mal eine Anmerkung dazu existiert, dass das Buch Teil einer Reihe ist. Teil 11.. darauf sollte man einem unwissenden Leser vielleicht doch hinweisen. Ich lerne also, mal wieder, dass ich vielleicht doch vor jedem Buchkauf sicher gehen sollte, dass ich nicht inmitten einer weit fortgeschrittenen Reihe einsteige. Viele Autoren schaffen es, für beide Lesergruppen – Quereinsteiger und Fans der ersten Seite – ein gutes Leseerlebnis zu schaffen. Ich denke da zum Beispiel an meinem Einstieg in die Alex Recht-Reihe von Kristina Ohlsson bei Band 5 – das war gar kein Problem und ich habe danach Band 4 gelesen…

Fazit

Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, könnte durch dieses Buch eventuell eine Wunderheilung erfahren. Es ist zäh, langatmig und entspricht überhaupt nicht den zuvor geschürten Erwartungen. Story und Personen sind durchaus gut, wobei letztere auch zu zahlreich vertreten sind und man oft keine Ahnung hat, wer das denn nochmal war. Auch die Verbindung in die Vergangenheit ist interessant. Aber leider muss ich tatsächlich einen Stern geben. Wegen der Story hätte ich ja noch 2 gegeben, aber da genau diese auch hohe Erwartungen geschürt hat und diese dann enttäuscht wurden, gibt´s nur einen Stern. Wenn ich ein Buch nicht bis zum Ende durchhalte – und das will schon was heißen – dann ist das wohl die höchstmögliche Wertung.

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Tags: broadway, new york, theater, thriller   (4)
 

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346 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 153 Rezensionen

freizeitpark, heyne, insel, jonas winner, mord, mörder, murder park, serienkiller, serienmörder, spannung, sternzeichen, thriller, tierkreiszeichen, vergnügungspark, zodiac island

Murder Park

Jonas Winner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453421769
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

12 Menschen finden sich an einem „Pressewochenende“ auf einer abgelegenen Insel ein, um vorab den „Murder Park“ zu testen, welcher kurz darauf seine Pforten öffnen wird. Früher war Zodiac Island ein beliebter Freizeitpark, doch dann trieb dort ein Serienkiller sein Unwesen und der Park wurde geschlossen. Nun soll der Murder Park natürlich die Sensationsgier rund um die Serienmorde befriedigen. Die Personen auf der Insel scheinen alle eine gewisse Verbindung zur Insel zu haben. Als dann die erste Person stirbt und der Kontakt zur Außenwelt abgerissen ist, wird allen klar: Im Murder Park wird’s buchstäblich ein mörderisches Wochenende. Nun gilt: Überleben, bis die erste Fähre kommt und niemandem vertrauen.

Stil, Machart, Meinung

Klar. Eine Insel, eine Gruppe Menschen, einer nach dem anderen tot, kein Kontakt zur Außenwelt, düstere Szenerie, wer ist der Killer? Ein bewährtes Konzept, angefangen bei Agatha Christies „10 kleine Negerlein“ (da gibt’s mehrere Titel) über den Film Mindhunters oder die Serie „Harpers Island. Das Konzept ist nicht neu, aber ich finde das Konzept – wenn es gut gemacht ist – immer wieder genial.  Alle genannten Storys bekommen von mir übrigens dank einer guten Umsetzung 5 Sterne, und so waren bei diesem Buch Erwartung und Vorfreude schon etwas höher als sonst. Das Cover finde ich auch sehr gelungen, und so konnte ich es gar nicht abwarten, bis das Buch in meinem Briefkasten landete.

Die Handlung auf der Insel konzentriert sich auf 12 Personen in einem Hotel, die alle im weitesten Sinne auch in der Vergangenheit mit der Insel oder gar den Morden verbunden waren. Ich brauchte vergleichsweise lange, um mir alle Personen merken zu können und musste mehrmals zur Übersicht blättern. Unterbrochen wird die aktuelle Handlung auf der Insel durch Interviews, die ein eigens für dieses Projekt hinzugezogener Psychiater vor dem Wochenende als Bewerbungsgespräch führt. So bekommt man einen besseren Einblick in die Gedankenwelt der Personen auf der Insel, die in der aktuellen Handlung eher  flach wirken.

 Als Hauptperson fungiert Paul, aus dessen Sicht der Leser die Ereignisse erlebt.  Der ist mir zwar nie wirklich sypathisch geworden, aber seine Vergangenheit in Verbindung mit der Insel ist ziemlich dramatisch und er ist auch ein Opfer der damaligen Ereignisse.
Die Schreibe fand ich größtenteils gut, manchmal gab es allerdings langweilige Abschnitte mit meiner Meinung nach eher unwichtigen Beschreibungen, die mich etwas gelangweilt haben. Dieser Thriller hat sich eventuell etwas viel vorgenommen und dann zu wenig Platz, alles vollständig aufzuarbeiten. Ich finde das Rätselraten darum, wer der 12 Personen nun der Killer sein könnte, natürlich ganz hervorragend., und diese Frage hat mich auch bei der Stange gehalten. Es ist mir jedoch auch zu unsicher, ob es einer der Personen auf der Insel war. Auch die Angst der Personen ist mir irgendwie unrealistisch und zu wenig. Ich war glücklicherweise noch nie in so einer Situation, kann mir aber vorstellen das ich nach spätestens der 2. Leiche nicht mehr an Zufälle glauben würde und mich mit Niemand anderem mehr alleine in einem Raum aufhalten würde.

Die Auflösung ist nun schwierig zu beschreiben, da ich nicht spoilern möchte. Da die Leichen sich am Ende wirklich stapeln und sämtliche Tote irgendie zu wenig Raum bekommen, wurde es dafür dann wirklich höchste Zeit.  Tja und dann war das so eine Auflösung, von der ich enttäuscht war. Hatte ich eine Chance, drauf zu kommen? Und warum?

Hier habe ich gekürzt, auf meinem Blog gibt es noch den Abschnitt „Was lernen wir daraus?“. Ich würd mich über Besuch freuen. http://wp.me/p6tREn-1oJCD

Fazit

Ich vergebe 3 von 5 Sternen. Natürlich haben meine hohen Erwartungen aufgrund ähnlicher Konzepte in Buch und Film und meine Begeisterung dafür es diesem Buch nicht gerade leicht gemacht. Wer einen schnellen Thriller mit vielen Opfern und eher wenigen zwischenmenschlichen Tönen und Motiven mag, wird hier seine helle Freude haben. Die Insel als ein gruseliger Ort für eine solche Handlung ist perfekt und auch gut dargestellt – mir ging es jedoch eher um die 12 Personen, deren Verbindungen und das Erraten des Killers. Und da liegt der Fokus nicht auf meiner Wellenlänge. Trotzdem war ich bis zum Ende gespannt auf die Auflösung.

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Tags: einsame insel, krimi, serienkiller, thriller, whodunnit   (5)
 

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100 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

edinburgh, historischer krimi, historischer roman, historischer thriller, ian frey, krimi, krimi-reihe, london, mcgray, mord, oscardemuriel, oscar de muriel, oscar muriel, reihe, schottland

Die Schatten von Edinburgh

Oscar Muriel , Peter Beyer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.02.2017
ISBN 9783442485055
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wir schreiben (in diesem Buch) das Jahr 1888. Während in London Jack the Ripper sein Unwesen treibt, wird Inspector Ian Frey sowohl privat als auch beruflich zwangsversetzt. Er soll in Scottland einen Fall aufklären, dabei aber im Geheimen arbeiten damit die Engländer nicht durch die Nachricht von einem zweiten Ripper in Panik versetzt werden. 

Der kultivierte Engländer Frey, aus gutem Hause und mit einem gesunden Hass auf die Schotten erzogen, macht in Schottland Bekanntschaft mit einer ganz neuen Welt.  Sein neuer Vorgesetzter ist ein ungehobelter, abergläubischer und ungepflegter Schotte – und bei dem soll er auch noch wohnen. Das neue Heim lässt ebenso zu wünschen übrig wie die Spelunke, in der er essen soll.  Auch der Fall hat es in sich: Ein Violinist wird in seinem Arbeitszimmer ermordet.  Das Dienstmädchen schwört, dass sie mindestens 3 Geiger in dem Musikzimmer gehört haben will, bevor die Musik verstummte. Und Niemand anderes hatte einen Schlüssel für den von innen verschlossenen Raum, in dem der tote Musiker liegt. Wo ist der Mörder hin? Was soll das Zeichen des Teufels auf dem Teppich? Und lastet wirklich ein Fluch auf den Violinen, die nach dem Tod des Musikers weitervererbt werden?

Stil, Machart, Meinung

Zunächst muss ich sagen, dass mich historische Bücher eher wenig interessieren. Dann muss ich einschränkend gestehen, dass ich sämtliche Werke von Agatha Christie oder Edgar Wallace liebe – und die sind mittlerweile ja auch schon als historisch zu betrachten.  Bei dem Jahr 1888 dachte ich auch gleich an Jack the Ripper. Vor einigen Jahren hatte es mir die Serie Ripper Street angetan, die in der gleichen Zeit spielte – und so klappte die zeitliche Einordnung bei mir super.

Beim Anblick des Covers fiel mir auf, dass keine Zuordnung der Geschichte als Kriminalroman oder Thriller erfolgte.  Im Inneren steht dann „Roman“.  Wenn ich auf der Buchrückseite Wörter wie „grausame Mordserie“ und „Ermittler“ lese, würde ich schon eher Krimi oder Thriller erwarten. Das schon dort versprochene Konzept des geschlossenen Raumes deutet dann stark in Richtung Krimi. Nachdem ich die Geschichte gelesen habe, wurde ich auch eher Krimi als Thriller sagen. Roman finde ich etwas unpassend, macht aber ein bisschen Sinn da natürlich auch Wert auf die historischen Details gelegt wird.

Die Story an sich knüpft mit dem Konzept des geschlossenen Raums an einige klassische Kriminalromane an, die von Mordhandlungen in geschlossenen Räumen berichten, zu denen kein anderer – oder viele andere- einen Schlüssel haben. Dazu hier mehr.

Die Hauptattraktion der Geschichte ist sicherlich der kultivierte, reiche Engländer, der ins raue Schottland versetzt wird.  Während ihm vor lauter Dreck bald die feinen Anzüge ausgehen und er die Annehmlichkeiten seines Lebens vermisst, muss er sich mit dem kompletten Gegenteil seiner selbst auseinandersetzen: seinem Vorgesetzten McGray.  Von Sympathie kann man bei den beiden Zwangskumpanen nicht sprechen, aber ihre Charaktere ergänzen sich für die Aufklärung des Falles optimal. Lustige Situationen aber auch interessante Details der damaligen Zeit werden anhand der Figuren erzählt.

Trotzdem bleibt die Geschichte düster und blutig, ist teilweise nichts für schwache Nerven.  Die Story mutet bis zum Ende wie ein halbherziges Whodunnit-Rätsel an, den Mörder erraten kann man aber nicht wirklich. Nüchtern betrachtet hat die Story eine tolle Idee als Ausgangssituation (geschlossener Raum, vererbte Geigen mit Fluch) –doch  je mehr es zum Ende geht, desto weniger bleibt davon übrig. Da machen eher die Charaktere, das Zusammenspiel einiger Charaktere und die interessanten historischen Details den Zauber des Buches aus –die Story rückt irgendwie im Laufe des Buches in den Hintergrund.

An dieser Stelle habe ich die Rezension etwas gekürzt, vollständig mit der Rubrik „Was lernen wir daraus?“ gibt es die Rezension auf meinem Worpress-Blog: http://wp.me/p6tREn-1oJCp

Fazit

Ich vergebe 3 Sterne. Es wären fast 4 geworden, aber wenn ich diese Geschichte mit anderen 4-Sterne-Büchern vergleiche, da ist geht das nicht. Ich habe die Geschichte zügig durchgelesen, es war stets interessant und ich hatte nicht nur meinen Spaß sondern habe auch einiges gelernt. Jedoch hat die sehr verheißungsvolle Story mich dann am Ende etwas enttäuscht. Dem Ermittlerduo würde ich jedoch noch eine weitere Chance geben, der Auftakt war vielversprechend. Dann erwarte ich aber etwas mehr Krimi und ein besser konstruiertes Verbrechen.

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Tags: edinburgh, england, historischer krimi, historischer roman, historischer thriller, schottland   (6)
 

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145 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

band 2, bruder, bruderlüge, familie, kristina ohlsso, kristinaohlsson, kristina ohlsson, limes verlag, mord, schweden, schwesterherz, spannung, stockholm, texas, thriller

Bruderlüge

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Limes, 13.06.2017
ISBN 9783809026679
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Bruderlüge“ ist der zweite Teil der zweiteiligen Serie um Martin Benner und schließt in der Handlung direkt an Teil 1 „Schwesterherz“ an.  Worum es  in Teil 1 ging, erzähle ich HIER.

Im zweiten Teil, welcher kurze Zeit nach dem Ende vom ersten Teil ansetzt, hat Martin Benner einen neuen Gesprächspartner für sein Interview, welches als Rahmen für die Handlung dient. Denn der erste Interviewpartner ist schon nicht mehr am Leben – in dieser Geschichte pflastern einige Leichen den Weg der Hauptperson.

In dieser Geschichte muss er nun herausfinden, wo der verschollene Mio ist. Dieser ist der Sohn der inzwischen verstorbenen Sarah Texas, die als Mörderin verurteilt wurde und deren Schuld der Anwalt Benner in Teil 1 posthum noch „zurückbeweisen“ sollte. Zunächst widerwillig aber zunehmend fasziniert befasste sich Martin Benner mit der Geschichte von Sarah Texas und bemerkte bald einige Ungereimtheiten. Je weiter er sich in den Fall verstricken ließ, desto mehr ruhte der Fokus auf einmal auf ihn selbst. Menschen, die ihm von Sarah Texas Unschuld berichteten, waren auf einmal tot, und er selbst war der Mordverdächtige. Immer tiefer im Schlamassel reiste er nach Texas, musste um seine Liebsten fürchten und bekam am Ende des ersten Bandes ein paar Antworten und noch mehr neue Fragen. Diese werden nun in diesem Band geklärt, die Geschichte wird hier abgeschlossen.

Stil, Machart, Meinung

Wie man sieht, sind bei diesem Zweiteiler die Bände und die Geschichte eng verstrickt. Es ist schwierig, hier zu viel zur Handlung zu sagen ohne für Interessierte zu spoilern, denn sonst ist Band 1 ja nicht mehr interessant -  und bei dem sollte man hier auch zwingend anfangen.

Die Schreibweise der Autorin ist wie immer fluffig, gut ausbalanciert und macht die Sache spannend. Im Vergleich zu Teil 1 muss ich hier jedoch ein anderes Tempo feststellen: Im ersten Band werden viele Personen detailliert beschrieben, die Geschichte nimmt sich Zeit, um angemessen in die Tiefe zu gehen. Mit diesem Vorwissen geht’s dann in diesem zweiten Teil alles etwas schneller. Die vielen Personen, Verbindungen und Schicksale vom ersten Teil werden nun etwas eiliger abgehandelt. Es kommt mir fast so vor, als hätte die Autorin erst 3 Bände für die Geschichte eingeplant und dann doch auf 2 verkürzen müssen. Denn die vielen angefangenen Sachen werden meiner Meinung nach etwas schnell abgehakt. Es ist zwar alles sinnig aufgelöst, aber die Motive der Personen und einige Antworten kamen mir etwas zu kurz.

Dazu muss man jedoch sagen, dass die Autorin ihrer Taktik vom ersten Buch treu geblieben ist: Der Leser hat selbst einiges zu tun, er muss raten wie es nun wirklich ist und wird das eine ums andere Mal in die Irre geführt. Das ist auch im zweiten Teil gut gelungen.

Fazit

Diese Reihe hat mir an sich gefallen, wobei ich mir nach dem ersten Band etwas mehr vom zweiten Band versprochen hatte und es zwischenzeitlich dann doch etwas „an den Haaren herbeigezogen“ war (ich darf hier nicht spoilern..) . Dazu muss ich jedoch sagen, dass ich dabei auf hohem Niveau nörgele. Kristina Ohlsson trifft mit ihrer Schreibe und ihren Geschichten grundsätzlich meinen Geschmack, Thriller mit Krimi, ich darf mir meine eigenen Gedanken machen, spannend und nicht ausschweifend mit einigen humorvollen Elementen geschrieben und einfach gut. Im Vergleich zur Reihe um Alex Recht und Co. Muss ich jedoch sagen, dass diese Reihe nicht an rankommt. Ich wollte diesem zweiten Band zunächst 3 Sterne geben, bleibe aber nun für diesen Band und die gesamte Reihe bei 4 Sternen, weil im Vergleich zu anderen Autoren diese Autorin einfach ihr Handwerk versteht und meinen grundsätzlichen Geschmack trifft. Sie hat auch schon 5 Sterne von mir abgestaubt, aber dafür reicht es dann doch nicht. Wer ihre Bücher mag, wird auch dieses mögen. Wer Thriller mit Tiefgang und Krimielementen mag, die sich nicht in belanglosen Details verzetteln, der dürfte hier genau richtig sein. Die andere Reihe ist trotzdem besser.

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Tags: krimi, schweden, schwesterherz, stockholm, texas, thriller, usa   (7)
 

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anwalt, krimi, kristina ohlsson, leserunde, limes, limes verlag, martinbenner, ohlsson, schweden, schwesterherz, skandinavien, stockholm, texas, thriller, usa

Schwesterherz

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 479 Seiten
Erschienen bei Limes, 10.04.2017
ISBN 9783809026631
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Martin Brenner ist ein erfolgreicher Anwalt, der um seine Wirkung auf Frauen weiß. Nebenbei hat er eine kleine Tochter, die eigentlich seine Nichte ist. Er hat sie adoptiert, nachdem seine Schwester und ihr Mann bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen. Seine Ex und Affäre Lucy ist in seinem Leben auch allgegenwärtig, denn die beiden teilen sich auch eine Kanzlei. Als dann, wie in einem alten Detektivroman, ein merkwürdiger Kerl in sein Büro kommt und einen ebenso merkwürdigen Auftrag hat, geht es für Martin immer tiefer hinunter  in den persönlichen Abgrund.  Er soll die berühmte Serienkillerin Sarah Texas rehabilitieren  – aber die ist seit einigen Monaten tot. Entgegen aller Bedenken zieht der Fall ihn in seinen Bann und er beginnt zu ermitteln. Bis er selbst im Fokus einer aktuellen Ermittlung steht – als Mordverdächtiger.

Die Reihe

Dieses Buch ist der erste Teil einer zweiteiligen Serie um Martin Brenner.  Um die Spannung in der Reihe auch nach Ende des ersten Buches aufrecht zu erhalten, werden natürlich nicht alle Fragen in diesem Buch geklärt – nein, am Ende stellen sich dann auch noch ein paar neue Fragen. Damit der Leser nach dem ersten Buch nicht enttäuscht ist, dass es mittendrin aufhört, hat die Autorin eine große Frage dann doch geklärt. Das finde ich für so eine Reihe einen guten Kompromiss.

Ich hatte mal das erste Buch der zweiteiligen Reihe „Post Mortem“ gelesen, war da nach Band 1 allerdings nicht sehr motiviert, Band 2 überhaupt zu lesen. Bei diesem Buch hier ist der Cliffhanger einfach besser, eine Kleinigkeit wurde schon aufgeklärt, aber der Rest liegt noch im Dunkeln. Schwesterherz ist von der Handlung her auch wesentlich besser geeignet, weil Personen, Geschichten und Rätsel doch von anderer Qualität und Komplexität sind.

Stil, Machart, Meinung

Wie immer schreibt Kristina Ohlsson sehr spannend, fluffig und gut. Es holpert nicht, man langweilt sich nicht und sie beschränkt sich auf das Wesentliche, ohne knapp zu klingen und mit einigen wohlgewählten Details. Die Geschichte wird übrigens direkt von der Hauptperson Martin Brenner erzählt, und das eingebettet in ein Interview mit einem Journalisten. So hat man vor neuen Kapiteln ein kurzes Gespräch, in dem sich doch immer schon etwas Unheil ankündigt bzw. ein kleiner Hinweis auf die Zukunft auftaucht.

Besonders gut finde ich die Hauptperson und die dazugehörige Familienkonstellation. Martin Brenner ist ein gutaussehender Anwalt, der schon etwas oberflächlich und arrogant klingt, wenn er so redet oder denkt. Aber wie es so ist im Leben, ist nicht alles schwarz – und weiß. Die Abneigung schwindet recht schnell, wenn der Leser davon erfährt, dass er seine Nichte adoptiert hat. Obwohl sie so überhaupt nicht in sein Leben passt, konnte er nach dem Tod seiner Schwester einfach nicht zulassen, dass die Kleine ins Heim kommt. Die Beziehung zwischen den Beiden ist sehr interessant und doch etwas unüblich.  Und wo das ganze eh schon ungewöhnlich ist, darf auch die Ex-Freundin Lucy nicht fehlen. Sie ist nämlich nicht nur die Ex, sondern auch der Mutterersatz für die adoptierte Tochter, die Arbeitskollegin und die aktuelle Affäre. Dann gibt’s da auch noch einen großen Gangster, der Martin einen Gefallen schuldet. Der Kriminelle ist allerdings auch ziemlich nett. Das ist mal was Neues. Irgendwie finde ich es auch sehr erfrischend, dass man nicht alle Gedanken und Aktionen der Hauptcharaktere nachvollziehen- oder mögen kann.  Ein Hoch auf kreative Graustufen!

Um es mit den Worten der Hauptperson selbst zu sagen: „Sie haben noch nie so eine klischeehafte Geschichte gehört. (..) Sie enthält alle notwendigen Zutaten. Unaufgeklärte Morde. Einen übermächtigen Drogenboss. Einen erfolgreichen sexsüchtigen Anwalt. Und – Trommelwirbel! – ein süßes Kleinkind. Mit anderen Worten: großes Kino! Wenn da nicht dieses eine Detail wäre..“ (S. 8)

Was mir auch gefällt, ist die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. In der Gegenwart gibt es einen Auftrag, der Martin und Lucy in der Vergangenheit forschen lässt. Es passieren aber auch Verbrechen in der Gegenwart, die damit zu tun haben. Während des Buches gibt es keinerlei Gedanken von der Schlüsselperson, der verurteilten Mörderin Sarah Texas. Man liest eigentlich nur die Gedanken von Martin Brenner und in der Gegenwart –so macht sich nur durch seine Augen ein Bild der Lage. Ein paar Andeutungen führen den Leser auch gern mal in die Irre, trotzdem hat man genug Stoff für eigene Spekulationen, aber auch nicht zu viel davon.

Die Handlung spielt übrigens nicht nur in Stockholm, sondern auch in Texas. So gibt’s gleich 2 Regionalthriller in Einem.


Fazit

Ich werde jetzt mit Teil 2 der Reihe anfangen. Schwesterherz ist nicht wirklich dafür gemacht, ohne den zweiten Teil „Bruderlüge“ konsumiert zu werden. Es bleiben einfach Fragen offen und die Neugier ist nach dem Ende des ersten Buches nach wie vor groß. Bruderlüge sollte man ebenso auf keinen Fall lesen, ohne Schwesterherz gelesen zu haben.

Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass mich ein Thriller von Kristina Ohlsson immer gut unterhalten wird. Der Stil dieser Autorin ist einfach genau meins. Die besonderen Hauptpersonen mit ihrem Graustufen und die unheilvollen Andeutungen sind die besondere Würze des Buches, der Fall an sich erblasst daneben fast ein wenig – lässt aber viele Fragen für den zweiten Band offen. Ich vergebe 4 Sterne und mache mich jetzt an Band 2. Die Rezension folgt.

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Tags: schweden, serienkillerin, stockholm, texas, thriller, usa, zweiteiler   (7)
 

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daniel cole, debüt, england, ermittlungen, flickenpuppe, killer, london, mord, ragdoll, serienkiller, serienmörder, spannung, thriller, todesliste, wolf

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als die Detectives der Mordkommission des New Scotland Yard an den Fundort einer Leiche kommen, haben auch die erfahrenen Ermittler mit dem gebotenen Anblick zu kämpfen. Die Leiche besteht nämlich aus 6 Leichen. Die Körperteile verschiedener Opfer wurden zu einer Lebensgroßen Ragdoll, einer Flickenpuppe, zusammengenäht. Als wäre das nicht alles schon schlimm genug, zeigt das makabere Leichengebilde auch noch auf die Wohnung von einem der Ermittler. Und dieser Ermittler, Wolf, hat eine ganz besondere Geschichte: vor Jahren hatte er den „Feuerbestatter“ gejagt. Als der brandgefährliche Serientäter trotz der Ermittlung von Wolf vor Gericht freigesprochen wurde, ging es mit dem Detective durch und er versuchte noch im Gerichtssaal, ihn zu töten. Nun, Jahre später, hat er sich wieder erholt. Aber die Vergangenheit wird ihn mit diesem Fall einholen. Als seine Ex-Frau kurz darauf auch noch eine Todesliste erhält, die das nächste Opfer und den Tag dessen Todes verrät, wird der ganze Fall noch schlimmer. Denn auch Wolf steht drauf..

Stil, Machart, Meinung

Der Thriller ist packend. Auf den ersten Seiten geht’s gleich los, und bis zur letzten Seite möchte man diese Geschichte möglichst nicht mehr aus der Hand legen. Bei mir dauerte es  etwas länger, da ich gerade einen Job habe, eine Wohnung suche und meine Eltern umziehen. Trotzdem habe ich mir zwischendurch immer mal ein Kapitel gegönnt. Denn für einen Kurztrip in die Welt des Ragdoll- Killers ist dieser eher dicke Wälzer gut gemacht: die einzelnen Abschnitte sind angenehm kurz und man weiß im nächsten Abschnitt durch gute Eingangssätze auch sofort wieder, was los ist. Der Schreibstil ist fluffig und konzentriert sich in meinen Augen auf die wichtigen Dinge, ohne kleine amüsante Details zur Abrundung auszulassen. Die Dialoge gefallen mir.

Ein Thriller hat immer irgendwie das Element „Wettlauf gegen die Zeit“ in sich. In diesem hier  ist das ganze durch die Todesliste mit Datum natürlich sehr plakativ und damit auch gut gelungen. Der Detective muss den Killer stoppen, denn wenn er es nicht tut ist er das letzte Opfer auf der Liste seines Widersachers. Trotz des rasanten Tempos gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, den die gegenwärtige Mordserie scheint etwas mit dem vom Detective früher gejagten Feuerbestatter zu tun zu haben. Krimi ist der Thriller (wie so oft) irgendwie auch, der Leser darf selbst raten, Theorien aufstellen und sich so seine Gedanken machen. Diese Mischung ist super, der Plot an sich auch.

Die Hauptfigur, Wolf, ist eher ein Antiheld. Ein Einzelgänger, ein mysteriöses Privatleben und Dinge, die verschwiegen werden. Von Dienstvorschriften scheint er noch nie gehört zu haben. Zielsicher schafft er es jedoch, sie alle zu brechen. Er muss in dieser Geschichte natürlich einiges aushalten, musste es schon in der Vergangenheit und ist eventuell auch noch in wenigen Tagen tot.

Die anderen Mitglieder des Ermittlungsteams sind gut gemacht. Es sind nicht zu viele, sodass man auch alle wiedererkennt. Es gibt die Frau, die irgendwie auch dem Antihelden nahesteht und nach aussen hin einen sehr harten Eindruck macht. Dann gibt es den Vorgesetzten, der lieber ermitteln will, einen lustigen Partner und einen engagierten Neuling im Team, welcher jeden Abend zu spät nach Hause kommt. Das Team ist gut zusammengestellt und macht Lust auf mehr. Ich sehe Potential!

Natürlich gibt es einen dramatischen Showdown, und natürlich werde ich nichts verraten. Um meinen Kritikpunkt zu erklären, muss ich jedoch trotzdem bis ans Ende der Geschichte springen. Während der Geschichte, welche recht lang und vielschichtig ist, stellte ich mir als Leser die ein – oder andere Frage zum Vorgehen und zu den Motiven des Killers. Nach der letzten Seite blieben davon leider einige Fragen offen.

An dieser Stelle habe ich etwas gekürzt, die Abschnitte „Die Reihe“ und „Was lernen wir daraus?“ gibt es auf meinem Wordpress - Blog: http://wp.me/p6tREn-1oJBD

Fazit

Ich habe das Lesen sehr genossen, war von der ersten Seite an gepackt und fand den Schreibstil, die Aufteilung der einzelnen Abschnitte sowie die Personen, die Story, den Plot, die kreativen Ideen und auch die teilweise amüsanten Dialoge mitten im Leichendschungel sehr gelungen. Fast hätte ich 5 Sterne springen lassen, aber einen Kritikpunkt habe ich einfach: Wenn ich mich während des Lesens Frage, wie und warum der Killer etwas gemacht hat, dann möchte ich am Ende auch die Antworten auf diese Fragen haben. Ein paar Fragen sind offen geblieben, leider. Trotzdem kann ich dieses Buch allen Liebhabern von packenden Thrillern wärmstens empfehlen und warte schon gespannt auf das nächste Buch von Daniel Cole. Den Namen werde ich mir merken!

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Tags: london, new scotland yard, thriller   (3)
 

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87 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

bekanntenkrei, bereuen, bergdorf, bergrettung, bergwelt, beschäftigen, besessen, bletterbac, bletterbach, bletterbachschlucht, dolomiten, krimi, südtirol, thriller, winter

Der Tod so kalt

Luca D'Andrea , Verena Koskull
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei DVA, 06.03.2017
ISBN 9783421047595
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jeremiah Salinger, ein amerikanischer Drehbuchautor, produziert eine erfolgreiche Fernsehserie. Als er mit seiner Frau in ihr Heimatdorf in Südtirol zieht, ist er dort trotzdem nur ein Fremder. Er gehört nicht zur Dorfgemeinschaft, da er kein Einheimischer ist. Nachdem er eine neue Idee für eine Fernsehserie in Südtirol in die Tat umsetzt, passiert eine schreckliche Tragödie. Davon traumatisiert, schwört er sich und seiner Frau, Urlaub zu nehmen. Aber dann fesselt ihn ein brutaler Mord an drei jungen Leuten, welche 1985 an der Bletterbachschlucht brutal hingerichtet wurden. Nur durch diese Geschichte fühlt er sich wieder lebendig, aber nur durch diese Geschichte schweben er und seine Familie auch in Gefahr. Er kann trotzdem nicht mit der Ermittlung aufhören, bevor er das Rätsel gelöst hat. Und das Schicksal der drei Toten ist auch das Schicksal vieler anderer, die dran zerbrochen sind.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Thriller ist ausschließlich in der Ich – Perspektive erzählt und bekommt so eine sehr persönlichen und realistischen Beigeschmack. Man fühlte sich tatsächlich mittendrin. Es tickt nicht –wie bei den meisten Thrillern - direkt eine Uhr durch die Seiten, es muss kein Täter gefasst werden um weitere Opfer zu retten. Es gibt einfach einen Mann in einem Dorf, der seine Neugier und Faszination nicht zügeln kann und so zu vielen Leuten zu viele Fragen stellt. Ich dachte oft: „Mein Gott Salinger, hör bloß auf, Fragen zu stellen“ und genau so oft „was ist damals bloß passiert?“.  Damit hatte mich der Autor wohl genau dort, wo er mich auch haben wollte.

Dieser Thriller ist recht dick und langatmig, aber trotzdem nicht detailüberladen und langweilend. Das Buch ist auch ein wenig Roman, welcher zwei Hauptstränge hat und dadurch viele Nebenhandlungen und Charaktere entwickelt. Einmal der Ich –Erzähler mit Frau, Tochter und Schwiegervater in der Gegenwart und dann die drei ermordeten Leute im Jahre 1985 und deren Leben, Probleme, Feinde sowie die Auswirkungen auf einige Zeitzeugen. Die Schreibweise des Autors ist fluffig und es gibt auch viele lustige und ironische Bemerkungen.

Ich hatte vor Jahren mal einen „Krimi“ aus Südtirol gelesen, der mehr einem begeisterten Reiseführer sowie einer Ötzi – Dokumentation glich als einem spannungsgeladenen Krimi. Dieser Thriller hier offenbart auch interessante Details aus dem Leben in Südtirol sowie der Landschaft, jedoch ist es interessant und geschickt in die Geschichte eingebaut. Auch Ötzi kommt kurz wieder vor, ohne Ötzi geht ein in Südtirol spielendes Buch wohl nicht. Aber hier stören mich die interessanten landestypischen, geologischen und historischen Fakten nicht – ganz im Gegenteil: Sie machen die Geschichte sehr realistisch.

Der Plot und die einzelnen Charaktere konnten mich überzeugen, auch das Ende war schlüssig und konnte sowohl überraschen als auch Action bieten.

Fazit

Ich vergebe fast 5 Sterne, sagen wir mal 4,5. Der Thriller hat alles, um mich zu fesseln. Ich habe nichts entdeckt, was mir nicht gefällt und sogar das etwas Langatmige gemocht, weil es interessant war. Für die Höchstpunktzahl fehlt noch das ganz Besondere, das Geniale.

Für Thriller- und auch Krimifans ist dieses Buch sicher eine gute Sache. Auch Südtirol – Fans oder Südtiroler dürften ihre Freude an der Geschichte haben, da viele regionale Aspekte gut in die Geschichte eingewoben sind. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

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Tags: bletterbac, krimi, südtiro, thriller   (4)
 

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108 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

archie goodwin, detektiv, fbi, geistreich, hardcover, hoover, klassiker, krimi, nero wolfe, new york, oldschool, privatdetektiv, rex stout, überwachung, usa

Es klingelte an der Tür

Rex Stout , Conny Lösch , Jürgen Kaube
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608981117
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es klingelte an der Tür von Nero Wolfe, und der Privatdetektiv sah sich direkt mit einem lukratien und ungewöhnlichen Auftrag konfrontiert. Die reiche Rachel Bruner hat ein Enthüllungsbuch über das FBI gelesen und fand es so gelungen, dass sie direkt 10000 Exemplare gekauft und an wichtige Leute verschickt hat. Das FBI scheint weniger entzückt von dem Buch und der reichen Frau, woraufhin sie nun von der Behörde überwacht wird. Der Privatdetektiv soll dafür sorgen, dass das FBI damit aufhört und stößt nebenbei auch noch auf einen ungeklärten Mordfall. In Anbetracht des Schecks über 100000 Dollar erklärt er sich damit einverstanden, diesen unlösbaren Fall zu lösen.

 

Rex Stout, Nero Wolfe und die Reihe

Ich hatte auch vor diesem Buch schon 2 oder 3 Bücher von Rex Stout gelesen, aber das ist auch schon sehr lange her. Es gefiel mir immer, aber Agatha Christie fand ich dann doch immer besser.

Nero Wolfe und sein Assistent Archie Goodwin ermitteln in New York, wobei der wohlbeleibte Nero Wolfe es vorzieht dabei möglichst wenig das Haus zu verlassen. Die Erzählungen sind in der Ich- Perspektive aus der Sicht des Assistenten geschrieben. Das Original „The doorbell rang“ wurde 1965 veröffentlicht, in Deutschland erschien es 3 Jahre später als „Per Adresse Mörder X“ und war Buch 28 der Reihe um Nero Wolfe, die insgesamt aus 33 Romanen und 41 Erzählungen besteht.  Als nun diese Neuauflage in meine Hände geriet, hat mich sofort die neue Version des kleinen Büchleins begeistert. Die Retro – Aufmachung finde ich sehr passend und hochwertig. Viele Details und Personen sind dem Quereinsteiger in dieser Reihe komplett unbekannt, daher sollte man wohl chronologisch vorgehen, muss aber auch nicht.

 

Stil, Machart, Meinung

Auf dem Cover gibt es keinen Hinweis darauf, was dieses Buch denn nun ist. Ich würde es mal Kriminalroman nennen, eine klassische Story über die Ermittlung von 2 Privatdetektiven mit einem Mord in der Nebenhandlung. Da sich die Detektive mit dem FBI anlegen und durch manche Gedankengänge, hat das Ganze auch eine politische Dimension die nicht nur damals, sondern auch heute aktuell ist.

Besonders amüsiert haben mich viele Dialoge und Bemerkungen, die genau mein Humor sind.  Etwas vermisst habe ich einen etwas tiefergehenden Hintergrund der Hauptpersonen dieses Buches. Die Personen Wolfe und Goodwin fand ich hingegen sehr gut dargestellt, mich als Gourmet haben übrigens die auffällig vielen Beschreibungen von Essen (der damaligen Zeit) begeistert. Ich denke, der Autor hat Essen sehr geliebt. So viel Raum das Essen bekommt, so wenig Raum bekommen die Beweggründe der handelnden Personen. Die Erklärungen sind da meiner Meinung doch sehr dünn und nicht so ganz nachvollziehbar. Der Kniff von Nero Wolfe zur Lösung der Fälle ist jedoch wieder gut, und das Nachwort von Jürgen Kaube sowie Fundstücke über Wolfe und Goodwin aus dem Rex – Stout- Archiv am Ende finde ich auch sehr gelungen.

Die Geschichte an sich ist eher kurz, wobei sie mir doch an manchen Punkten zu ausschweifend war, an anderen hätte ich mir ruhig mehr Hintergrundinformationen gewünscht, die die Motive der Personen und damit deren Handlungen besser erklären.

 

Fazit

Ein Kriminalroman der alten Schule, mit wenig Mordfall und keinem Blut. Ein Privatdetektiv, der das FBI überlisten will, ist ja schon eine gute Idee. Ich hätte die Geschichte wesentlich besser gefunden, wenn mir die Motive besser beschrieben worden wären, da gäbe es eine Menge Potential. Das Ermittlerduo, das Leben im Hause Wolfe und das viele Essen fand ich gelungen. Am besten waren aber die humorvollen Dialoge und Beobachtungen. Ich vergebe 3 Sterne und schließe es nicht aus, noch mal ein Buch aus dieser Reihe zu lesen.

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Tags: fbi, klassiker, krimi, kriminalroman, nero wolfe, new york   (6)
 

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bayern, deutschland, familiengeheimnis, familiengeschichte, forggen, forggensee, goldmann, krimi, kriminalroman, mord, mystery, mystik thriller, ostallgäu, roman, spannung

Der dunkle Grund des Sees

Stefanie Kasper
Flexibler Einband: 389 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.07.2016
ISBN 9783442483938
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am Ufer des Forggensees wohnen die Adoptiveltern von Isabel Radspieler. Als Elisa, Isabels Adoptivmutter, im Sterben liegt, soll die Tochter unbedingt nach Hause kommen. Sie schafft es leider nur zur Beerdigung rechtzeitig, zieht dann allerdings wieder in ihr altes Kinderzimmer, um sich um den Vater zu kümmern. Dort findet sie in ihrem alten Versteck ein mysteriöses Erbe, versteckt von ihrer Mutter vor dem Tod. Sie soll herausfinden, was mit den Eltern und der Schwester von Elisa 1954 passiert ist. Diese waren spurlos verschwunden, nachdem der Forggensee aufgestaut und das Dort geflutet wurde. Und so macht sich Isabel auf die Suche und stößt bei ihren Recherchen auf Familiengeheimnisse, Zeitzeugen und Gefahren.

Stil, Machart, Meinung

Dieser Kriminalroman ist mehr Roman als Krimi. Es liegt zwar zu jeder Zeit etwas Bedrohliches über der Erzählung, in erster Linie hält die Autorin sich jedoch mit den regionalen Besonderheiten rund um den Forggensee in Gegenwart und Vergangenheit auf und legt einen großen Fokus auf die emotional arg gebeutelte Hauptperson. Zunächst kam ich genau deshalb schlecht in die Erzählung hinein. Ich muss dazu sagen, dass ich- Nordlicht- keinen Schimmer hatte, dass es überhaupt einen Forggensee gibt oder was da historisch so los war. Ich denke mir, das die bayrischen Leser auf Grund der Bekanntheit des Forggensees wahrscheinlich sofort Feuer und Flamme sein werden.

Trotzdem war ich zunächst ziemlich ernüchtert von der Lektüre und hatte wenig Lust, diese überhaupt fortzusetzen. Ich hatte den Teaser auf der Rückseite des Buches gelesen und es dauerte zunächst ziemlich lange, bis die Handlung überhaupt über die Ankündigungen hinausging. Das ist natürlich recht ernüchternd, wenn man hohe Erwartungen an die Ermittlungen und Familiengeheimnisse der Vergangenheit hegt.  

Die Hauptperson ist einem nicht gerade sympathisch. Mitleid hat man mit ihr, da ihre Zwangsstörung sie an so ziemlich allem hindert. Da ich mir nun eher eine Ermittlung in Sachen Krimi erhofft hatte, war mir die Perspektive der zumeist handlungsunfähigen Isabel doch viel zu lang. Andererseits ist das auch mal etwas anderes und man bekommt einen wahrscheinlich ganz realistischen Einblick in Angststörüngen, die mir auch gut recherchiert erschienen (ich habe aber keine Ahnung, kann das deshalb nur mutmaßen). Die Recherchen zum Thema Forggensee und dessen Vergangenheit schienen mir auch sehr fundiert, ich habe zunächst auf Wikipedia nachschauen müssen, wo genau der liegt und was es damit auf sich hat. Nach meiner kurzen Lektüre würde ich sagen, die Autorin hat mit großer Leidenschaft zu dem Thema gut recherchiert.

Meine anfängliche Trägheit und Frustration hat sich dann mit dem letzten Drittel der Geschichte gelegt. Endlich wurde es spannend, die Familiengeheimnisse und Verkettungen in der Vergangenheit hatten es doch in sich und der Plot war im Nachhinein auch sehr gut. Ehrlich gesagt hätte ich das Buch jedoch nach einer Zeit abgebrochen, würde ich meine Verpflichtung als Buchblogger nicht ernst nehmen. Ich lese nicht jedes schlechte Buch bis zum bitteren Ende, aber dieses hier hatte noch Potential genug, sodass ich nicht aufgeben wollte. Das wurde dann auch belohnt. Ich mag gerne Krimis, die sich mit Geschehnissen in der Vergangenheit beschäftigen und einen guten Plot und eine gute Auflösung haben. Hier war es mir jedoch ein sehr zäher Einstieg.

Dieses Buch ist eine eigenständige Erzählung ohne Potential für eine Fortsetzung.

Hier habe ich gekürzt, mehr gibt’s auf meinem Blog www.dietipperin.wordpress.com

Fazit

Ich hatte bis zur Hälfte des Buches mehrmals überhaupt keine Lust, weiterzulesen. Es hat mich wenig gepackt, der Fokus auf den regionalen Begebenheiten und der gelähmten Hauptperson haben mich gelangweilt.  Dann wurde meine Geduld doch noch belohnt und es offenbarte sich ein guter Plot mit mehreren Versionen der Vergangenheit und einer realen Gefahr in der Gegenwart. Wer auf Regionalkrimis, historisches und eine langsam in Gang kommende Geschichte mit vielen Details und anfangs wenig Spannung steht, für den ist dieses Buch genau richtig. Wer aus der Gegend um den Forggensee kommt oder dort Urlaub machen möchte oder gemacht hat, für den ist das Buch quasi ein Muss. So ein richtiger Krimi mit Spannung und der Jagd nach dem Mörder, das ist für mich im Idealfall noch etwas anderes. Ich vergebe noch 3 Sterne, da ich am Ende des Buches auf einmal doch gefesselt war und ich etwas neues gelernt habe.

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Tags: allgäu, bayern, forggensee, krimi, kriminalroman, roman   (6)
 

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alkoholikerin, bradfield, carol jordan, england, karim hussain, kevin matthews, matthew martin, mobbing, paula mcintyre, profiler, remit-team, shitstorm, thriller, tony hill, val mcdermid

Schwarzes Netz

Val McDermid , Doris Styron
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 10.01.2017
ISBN 9783426519677
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine mysteriöse Serie von Selbstmorden zieht die Aufmerksamkeit von Tony Hill auf sich. Zunächst möchte er mit dem Rätsel nur Carol Jordan beschäftigen, die dringend Ablenkung von ihren Problemen braucht. Mehrere Frauen, die mitten im Leben standen und einen starken Eindruck machten, scheinen sich überraschend das Leben genommen zu haben. Es gibt mehrere Gemeinsamkeiten: Jede Frau hatte kurz vor ihrem Tod mit einem Shitstorm im Internet und den üblen Beschimpfungen von Trollen zu kämpfen. Außerdem finden sich in der Nähe der Leiche jedes Mal die Werke von Schriftstellerinnen wie Slyvia Plath oder Virginia Woolf. Als Carol Jordan eine neue Chance mit einer von ihr zusammengestellen Ermittlergruppe bekommt, kann sie viele alte Bekannte in ihr Team holen und diesen Fall als „Probelauf“ für die Ermittlung nutzen. Ob wirklich etwas an der Theorie eines Serienkillers dran ist, wird sich zeigen.

Stil, Machart, Meinung

In gewohnt schwungvollem und spannendem Schreibstil wird ein vergleichsweise kurzer Thriller sehr gut erzählt. Wie schon gesagt, ist für den vollständigen Lesegenuss etwas Vorwissen von den 8 Vorgänger-Bänden wünschenswert, es würde wohl aber auch ohne einigermaßen klappen. In mehreren Perspektiven werden natürlich vor allem die Perspektiven von Tony Hill und Carol Jordan (den Hauptpersonen mit einer sehr verkorksten Beziehung zueinander.. und überhaupt) nicht zu kurz kommen. Auch der Mörder (Überraschung, es gibt einen Mörder..) und die Mitglieder des im Laufe des Buches zusammengestellten Teams berichten dem Leser exklusiv ihre Gedanken. Recht kurze Kapitel und die wechselnden Perspektiven in einem angenehmen Schreibstil, der sich nicht mit detailreichen Ausschweifungen belastet, sind genau nach meinem Geschmack und machen die Geschichte sehr spannend.

Etwas gestört hat mich die Balance der Geschichte, obwohl die Auswahl für meine Vorerfahrung eigentlich perfekt war. Für mich nehmen die Probleme von Carol Jordan und die Lösungsversuche von Tony Hill sowie die Zusammenstellung des Teams eigentlich etwas überhand. Es fühlt sich ziemlich blöd an, das zu schreiben, denn diese Informationen sind gerade für mich, die ich ein paar Bände verpasst habe, sehr wichtig und gut um wieder Fuß zu fassen. Trotzdem ist dieser sehr interessante Fall, mit einer ziemlich genialen Idee für eine Mordserie, in meinen Augen etwas zu kurz gekommen. Hier hätte man noch mehr draus machen können und dem Handlungsstrand mehr Raum zugestehen können. Dafür hätte man wohl eher dem gesamten Buch mehr Seiten zugestehen können und nichts von den anderen Handlungssträngen kürzen brauchen, dann wäre es perfekt gewesen. Ich war jedenfalls etwas überrascht, wie schnell dann die Lösung da war.

Hier habe ich etwas gekürzt, die Punkte „Die Reihe“ und „was lernen wir daraus?“ gibt’s auf meinem Wordpress Blog: http://wp.me/p6tREn-1oJAI

Fazit

Ich vergebe 4 von 5 Sternen. Da ich sehr froh bin, diese Reihe wiederentdeckt zu haben, werde ich sicherlich auch den 10. Fall um das Team gern wieder lesen. Die Schreibweise und die Spannung ist wie für mich gemacht, und nun mit dem neuen Team bin ich bereit für den nächsten Fall. Die geniale Idee um die Mordserie kommt für mich wie schon gesagt etwas zu kurz, deshalb muss der Stern abgezogen werden. Es war sicherlich nicht das beste Buch der Autorin, aber trotzdem gut.

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Tags: bradfield, carol jordan, england, shitstorm, thriller, tony hill, trolle   (7)
 
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