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7 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Nur eine Prise Mord: Roman

Tanja Griesel
E-Buch Text: 240 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 29.09.2017
ISBN 9783961480944
Genre: Sonstiges

Rezension:






Dieses Buch hat nicht alle meine Erwartungen erfüllt, so dass ich ein wenig ratlos bei einer mittleren Bewertung von drei Sternen lande. Ich hatte mir deutlich anderes erhofft – mehr Krimi zum Beispiel. Doch offensichtlich war das – entgegen Klappentext und sonstiger Werbung – gar nicht die Absicht der Autorin.


Ich hatte auf einen kulinarischen Krimi à la Tom Hillenbrand spekuliert, wo die Themen aus Küche und Keller integral mit dem Kriminalfall verwoben werden. Doch das ist hier nur am Rande der Fall. Im Wesentlichen ist das Buch einfach die Geschichte der autodidaktischen Gourmet-Köchin Maxie Kaiser, die in einem spießigen Dorf ihr Restaurant zu behaupten sucht.


Zugegeben, die Passagen über das Kochen und das Essen sind wundervoll. Jedem Kapitel ist – aus dem Off – der Kommentar des Sternekochs Rolf Bauer vorangestellt. Es folgen ein tatsächliches Rezept, und Betrachtungen über Zubereitungsweisen. Da lief mir schon so manches Mal das Wasser im Munde zusammen. Wildkräuter, zart mariniertes Fleisch, selbstgemachtes Sorbet, die Geschmacksnuancen von guter Schokolade – einfach toll.


Gut gelungen finde ich auch die Schilderung des engstirnigen Dorfes Rothard. Die Nachbarin, die ständig am Fenster hängt, der Dorfvorsteher, der sich wichtig macht, Anwohner, die sich über parkende Restaurantgäste beschweren und diese sogar sabotieren – sehr bissig. Dann beginnen auch noch Sabotageakte gegen Maxies Lokal, die sich ständig steigern. Doch was hat das alles mit dem eigentlichen Fall, dem Tod des Sternekochs Rolf Bauer, zu tun…?


Leider nur am Rande. Ja, Rolf Bauer war unterwegs zu Maxie, um sie zu einer Kochshow im Fernsehen zu überreden. (Die Show wird dann tatsächlich auch gemacht, aber ohne Rolf Bauer – der verstirbt ja recht schnell.) Doch es vergehen sage und schreibe drei Viertel des Buches, bis überhaupt so etwas wie eine „Ermittlung“ im Falle Bauer in Gang kommt. Und auch diese geht – für mich recht überraschend – einfach zu Ende. Letztlich habe ich das Mordmotiv nicht wirklich verstanden.


Doch was nun wirklich gewöhnungsbedürftig war, war die Schreibweise. Maxie wird nicht wirklich  als Identifikationsfigur aufgebaut; sie leistet sich recht widersprüchliche Verhaltensweisen. Besonders ihr Verhältnis zu Männern hat mich stutzen lassen – sorry, da bin ich eher altmodisch. Die Schreibweise ist des weiteren sehr hektisch, mit schnellen Schnitten und Rückblenden, die oft als solche nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Sehr extrem fand ich das im – glaube ich – vorletzten Kapitel, wo teilweise die Szenen nur fünf Zeilen lang waren und ohne Absatz aneinandergefügt wurden. Das hat den Lesefluss oft gestört. Doch das mag auch – in Teilen – ein Problem der unglücklichen Formatierung des e-books sein.


Wie gesagt, lande ich bei unentschlossenen drei Sternen. Das Buch – und die Autorin – hat eindeutig noch mehr „Luft nach oben“.


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(0)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 0 Rezensionen

Die Morde von Pye Hall

Anthony Horowitz , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.03.2018
ISBN 9783458177388
Genre: Krimi und Thriller

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(18)

32 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

zeitgenössische belletristik, gesellschaftskritik, ermittlungen, welt der reichen, polizist

Kühn hat Ärger

Jan Weiler
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492057578
Genre: Romane

Rezension:






Jan Weiler überrascht mich mit diesem Band, und mit diesem Konzept rund um den Polizisten Kühn. Begonnen hatte seine Schriftsteller-Karriere ja mit eher klamaukigen Büchern rund um kulturelle Missverständnisse („Maria, ihm schmeckt‘s nicht“). Was ja durchaus seine Berechtigung hatte. Doch der Autor scheint wesentlich gereift, und versucht sich mit Martin Kühn an einer spannungsgeladenen Mischung aus Realsatire, Midlife-Crisis und Kriminalroman. Das ist ihm über weite Strecken unterhaltsam bis sehr gut gelungen. 


Mir gefällt an diesem Buch gerade die Uneindeutigkeit und Vielstimmigkeit. Obwohl aus der Perspektive einer einzigen Person erzählt, des Polizisten Martin Kühn, ist es doch in keine Schublade eindeutig einzuordnen. Schon in der Leseprobe war mir das aufgefallen – war es nun eine bissige Abrechnung mit sozialen Unterschieden, die Schilderung einer persönlichen Krise, oder ein Krimi? Nun, gewissermaßen ist es alles.


Der Aufhänger für das Buch ist sicher der Kriminalfall – ein 17jähriger Jugendlicher mit Migrationshintergrund ist brutal erschlagen worden. Martin Kühn und sein Kollege Steierer beginnen zu ermitteln. Sie tauchen ein in die Welt der Superreichen, denn das Opfer war mit einem Mädchen aus gutem Hause befreundet. Schon hier blitzt immer wieder der bissige Jan Weiler durch. Diese Welt der Reichen wird mit einer guten Prise Sarkasmus geschildert, dass es nur so kracht. Ich habe mich wirklich köstlich amüsiert…!


Das ist schon der zweite wichtige Aspekt des Buches – der satirische. In anderen Abschnitten nämlich, wenn Kühn über sein Privatleben sinniert, zum Arzt geht, sich mit Kantinenessen herumschlägt, einen Kongress besucht oder sich mit seinem Kollegen anlegt, lässt Weiler keine Gelegenheit aus, hintersinnige Seitenhiebe einzubauen. Das Leben eines Polizisten mittleren Alters, zumal nach einem Burn-Out, ist eben nicht ohne Tücken. Kühn pendelt beständige zwischen Prostata und Propaganda. Dabei beeindruckt Weiler den Leser mit durchaus tiefsinniger anmutenden Passagen. Einziger Kritikpunkt meinerseits: die kursiv gedruckten inneren Monologe Kühns. Die sind mir oftmals zu flach geraten. Auch finde ich, dass die wunderbar überzeichneten Passagen über die am Reißbrett entworfene Wohnsiedlung Kühns ruhig mehr Raum hätten einnehmen können.


Der dritte Aspekt des Buches ist sicher „ein Mann in mittleren Jahren“. Was in den „Maria“-Büchern noch wunderbar leichtfüßig gelang, nämlich die Schilderung einer Ehe, gerät hier mitunter ein wenig einfallslos – was auch bei mir zu einem Punkt Abzug führt. Kühn sagt es selber an einer Stelle. Sich auf einer Tagung mit einer Kollegin einzulassen – nicht sonderlich originell. Und er begehrt sie nicht einmal wirklich. Auch die gegenseitigen Verdächtigungen des Ehepaars Kühn, das Streitgespräch in der Küche, „wir waren doch früher nicht so“… na ja. Das ist ganz einfach nicht Jan Weilers Stärke.


Sehr gelungen finde ich das Ende des Buches, den Showdown sozusagen, die Auflösung des Kriminalfalls. Sehr gekonnt versetzt sich der Autor in die Seelenlage reicher, überdrehter Jugendlicher. Er lässt Martin Kühn mit seinen Verhörtechniken zu wahren Höchstleistungen auflaufen. Und er schreibt ein ganzes Kapitel als Verhör-Mitschnitt; vielleicht das beste des ganzen Buches. Im Epilog gibt es dann einen angenehm offenen Ausklang – Kühn geht mit seinem eigenen Sohn einkaufen. Man darf vermuten, dass es Fortsetzungen geben wird, denn einiges bleibt offen.


Insgesamt kann ich das Buch wirklich nur empfehlen. Es zeigt, dass man auch als Humorist Tiefsinn beweisen darf. Und dass ein Krimi auf dem heutigen Buchmarkt großzügig interpretiert werden kann. Wohlverdiente vier von fünf Sternen.


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(42)

71 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

freundschaft, familie, kinder, rührend, freude

Wonder

R.J. Palacio
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Random House Children's Publishers Uk, 01.03.2012
ISBN 9780370332284
Genre: Jugendbuch

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1 Bibliothek, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Rebell Buddha: Aufbruch in die Freiheit

Dzogchen Ponlop Rinpoche
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei O.W. Barth eBook, 15.02.2011
ISBN 9783426409008
Genre: Sonstiges

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42 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

fantasy, leserunde, 19. jahrhundert, viktorianismus, gaslight

Die Spiegel von Kettlewood Hall

Maja Ilisch
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.04.2018
ISBN 9783426520789
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich kannte die Autorin Maja Ilisch bereits von einem vorherhigen Buch, dem „Puppenzimmer“, welches eher in den Bereich der reinen Fantasy gehörte. Maja Ilisch hat sich weiterentwickelt, und hat dieses Buch, die „Spiegel von Kettlewood Hall“,  zu einer ansprechenden Mischung aus viktorianischem Grusel und Mystik gestaltet. Sie hat dabei Wert gelegt auf Atmosphäre und ausführliche Charakterisierung, was mir gut gefallen hat und die Sache recht „rund“ macht.


Das Buch beginnt wie ein Roman von Dickens, mit einer langen Einleitungsphase, die im rauen London der beginnenden Industrialisierung spielt. Die 14jährige Iris Barling arbeitet in einer Fabrik, wird ausgenutzt, hungert, und ist  - eigentlich – jeder Perspektive auf eine glücklichere Zukunft beraubt. Doch sie wäre keine Helding von Maja Ilisch, wenn sie sich keinen Ausweg aus dieser Zwangslage suchen würde. Sie weiß nur wenig von ihrer Mutter – sie war angestellt in einem Herrenhaus, und hat von dort eine seltsame Schachfigur mitgebracht, die sie sorgsam versteckt hält. Mit Hilfe ihres Lehrers, Mr. Whitham, findet Iris den Namen des Herrenhauses heraus. Und eines Tages lässt sie alles hinter sich, um eben dort nach einer besseren Zukunft zu suchen – wenig ahnend, dass damit die Probleme erst anfangen…


Die eher gemächliche Einleitung hat sich gelohnt, denn nun zahlt sich die gründliche Charakterisierung von Iris aus. Das Buch ist aus ihrer Perspektive in der Ich-Form geschrieben – vielleicht ein klein wenig untypisch für die viktorianische Ära, aber sehr lesbar gemacht. Iris macht im Buch eine ungeheure Entwicklung durch. Sie ist bei weitem nicht so ungebildet, wie es scheint. Sie besitzt eine „Herzensbildung“, die ihr mehr als einmal den Weg weist. Sie entdeckt, was es mit dem seltsamen Herrenhaus Kettlewood Hall auf sich hat. Und sie spielt das Spiel ihres Lebens – ein Schachspiel mit hohem Einsatz…


Mehr möchte ich über den Inhalt eigentlich nicht sagen, denn der Reiz des Buches besteht gerade im langsamen Aufdecken geheimnisvoller Zusammenhänge. Sehr allmählich schleichen sich unheimliche Elemente in die Handlung ein. Da gibt es Alpträume, schemenhafte Gestalten, Dämonen, höllenhafte Wachhunde, ein verwunschenes Schachspiel, zugige Korridore, und eben alles, was man von viktorianischem Grusel so erwartet. Das Ende war dabei in keinem Falle vorhersehbar, und bietet eine ungewöhnliche Auflösung.


Eigentlich habe ich nur zwei Kritikpunkte – wenn man es denn überhaupt so sagen will. Erstens spielt das Schachspiel die weitaus größere Rolle im Buch als die namensgebenden Spiegel. Das hat mich ansatzweise überfordert, da ich von Schach nun überhaupt keine Ahnung habe. Aber die Autorin hat den Verlauf immer noch recht verständlich geschildert. Das Wesentliche an der Auflösung ist auch für Schach-Neulinge nachvollziehbar. Zweitens gibt es im Buch eine Liebesgeschichte, die für mich persönlich nicht unbedingt notwendig war. Victor ist der Sohn des Earls von Kettlewood, und ich hätte ihn mir nach den ersten Kapiteln eigentlich sehr anders vorgestellt. Für mich war diese Figur nicht recht schlüssig, und der Liebeshandlung ganz offensichtlich untergeordnet. Aber das mögen andere Leser anders sehen.


Insgesamt gebe ich dem Buch vier wohlverdiente Sterne von fünfen, für eine gelungene Mischung aus Grusel, einer sympathischen Heldin, und einer spannenden Auflösung.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Nine Horses

Billy Collins
Flexibler Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Pan Macmillan, 21.03.2003
ISBN 9780330413046
Genre: Sonstiges

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

1: New and Selected Poems, Volume One: v. 1

Mary Oliver
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Beacon Press, 01.03.2004
ISBN 9780807068779
Genre: Sonstiges

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100 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

malerei, murakami, japan, poträt, haruki murakami

Die Ermordung des Commendatore Band 1

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 25.01.2018
ISBN 9783832198916
Genre: Romane

Rezension:






Haruki Murakami zählt für mich zu den am schwersten zu rezensierenden Autoren überhaupt. Eben weil seine Bücher oft an der Grenze zwischen Realität und Fiktion, Handlung und surrealem Gedankenspiel angesiedelt sind. Und weil sich ihre Bedeutung in den allerseltensten Fällen in einer Nacherzählung dessen erschöpft, was in dem Buch geschieht. Dennoch will ich es in diesem Fall einmal versuchen.


Man muss sicherlich wissen, dass dieses neueste Epos aus dem Hause Murakami auf zwei Bände angelegt ist – der zweite erscheint im April 2018. Es ist also nur natürlich, dass dieser Band mit vielen offenen Fragen und losen Handlungsfäden endet.


Vieles ist typisch für Murakami – wir haben einen namenlosen, von seiner Frau verlassenen Helden, der zur Einsamkeit und Nachdenklichkeit neigt. Wir haben in seiner unmittelbaren Umgebung etliche rätselhafte Figuren und Geschehnisse. Wir haben Menschen, die verschwinden, Menschen, die ein Geheimnis aus sich machen. Wir haben flüchtige Liebschaften. Und wir haben die Kunst und das Leben, sowie eine Prise Übernatürliches.


Ungewöhnlich an diesem Band finde ich eines der Hauptthemen – eben die Malerei, und die Kunst. Murakami wendet sich hier einem für ihn neuen Bereich zu. Er lässt sehr lebendig werden, wie der Schaffensprozess eines Künstlers, zudem eines Malers, verläuft. Wir folgen vielen Gedankengängen über Authentizität, Ausdruck und Schaffensdrang.


Den Klappentext kann man, wie öfters bei Murakami, getrost vergessen. Sicher, es geht um diesen einsamen Maler, der einen rätselhaften Auftrag annimmt. Aber zugleich geht es überhaupt nicht darum. Es geht darum, dass sich nach dem Auffinden eines geheimnisvollen Bildes auf dem Dachboden die seltsamen Geschehnisse häufen. Der Maler beginnt zu ahnen, dass mysteriöse Kräfte am Werk sind, die etwas von ihm erwarten. Nur was? Das wird sich sicher erst im zweiten Band auflösen lassen. Möglich scheint eine Verwicklung mit dem Bereich der Politik, da das Buch mit dem Zitat eines Malers im KZ endet. Aber hier wäre ich vorsichtig.


Ich habe das Buch in tiefsten Zügen genossen. Die Sprache ist wieder einmal einfach, klar und lebendig. Noch die beiläufigsten Episoden werden mit einer schwülen Atmosphäre aufgeladen, dass man als Leser ganz „wuschig“ wird. Man stellt sich, zusammen mit dem Helden, unzählige Fragen. Sinnfragen, Fragen über die Liebe, das Jenseits, die Kunst. Und natürlich Fragen über die Geschichte des mysteriösen Bildes vom Dachboden…


Mehr mag ich gar nicht erzählen über dieses Buch. Es ist für mich in sich selbst ein sprachliches Kunstwerk sondergleichen. Und ich frage mich – wenn Murakami jetzt nicht bald den Nobelpreis für Literatur gewinnt, dann bin ich ehrlich gesagt ratlos.


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343 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

drachenmond verlag, drachenmond, england 19. jh, lin rina, bibliothek

Animant Crumbs Staubchronik

Lin Rina
Flexibler Einband: 550 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 20.11.2017
ISBN 9783959913911
Genre: Fantasy

Rezension:






Eine gute Freundin hat mir dieses Buch geschickt, als sie es ausgelesen hatte. Dafür bin ich ihr von Herzen dankbar! Denn es hat mich – zwar nicht sofort, aber doch stetig – in seinen Bann gezogen. Es ist nicht nur wunderschön gestaltet, sondern auch mit Witz, Ironie und Herzblut geschrieben.


Eines kann ich mir allerdings nicht erklären. Das Buch wird zumeist unter „Fantasy“ geführt. Doch in diese Rubrik gehört es meiner Meinung nach überhaupt nicht hinein! Es ist ein klassischer Liebesroman mit witzig-satirischen Elementen, der sehr stark (!) an das große Vorbild Jane Austen angelehnt ist. Ich würde hierzu gerne die Autorin befragen – ob sie diese Parallele bewusst gewählt hat. Und ob ihre Absicht in der Tat eine satirische war…


Die Handlung kann man im Groben durchaus bei „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen wiederfinden. Allerdings auf eine liebenswerte Art verfremdet und erweitert. 
Animant Crumb ist Tochter aus gutem Hause, und lebt im Jahre 1890 in England. Sie vergräbt sich in ihre Bücherwelt, und boykottiert beständig die Versuche ihrer Mutter, sie standesgemäß zu verheiraten. Als ihr Vater vorschlägt, Animant als Bibliothekarsassistentin in London arbeiten zu lassen, greift sie sofort zu – endlich Ruhe vor Bällen und Soireen! Aber Animant hat die Rechnung ohne das Leben gemacht….


Ich fand die Idee großartig, die Heldin – ganz anders als bei Austen – arbeiten zu lassen. Und dann auch noch in einer Bibliothek! Hier herrscht ein griesgrämiger Bibliothekar, mit dem unsere Heldin zunächst ihre Schwierigkeiten hat (auch das klassisch Jane Austen). Sie findet sich aber schnell in der Welt der Bücher zurecht. Ich habe diese Schilderungen so sehr genossen! Ich bin mit Animant durch die Royal Library gestreift, habe den Staub gerochen, die Karteikarten beschriftet, und sogar den Weg ins düstere Archiv bin ich ihr gerne gefolgt. Nebenbei bemerkt, hat die Autorin hier sogar gekonnt Sozialkritik untergebracht, da es damals natürlich nur männliche Studenten gab – Animant fiel in dieser Umgebung auf wie ein bunter Hund.


Ein weiteres neues Element, das es so bei Austen nicht gab, ist die Einbeziehung der Unterschicht. Animant lernt in London eine ganz neue Welt kennen – den Zeitungsjungen mit der stets triefenden Nase, dem sie Manieren beibringt. Ein armer Straßenjunge, dessen Oma sie Medizin kauft. Und sogar die Brüder des Bibliothekars, mit denen sie – oh Gott! - eine Kneipe aufsucht… das konnte ja nicht gut enden… Und in einer geschickt versteckten Nebenhandlung geht es sogar um Bildung für arme Kinder. Das alles hatte etwas von Dickens, hat sich aber insgesamt im Roman gut gemacht.


Im Nachhinein wird mir erst bewusst, dass es eben nicht nur die – teils vorhersehbare – Liebesgeschichte war, die das Buch ausmachte. Nein, die Autorin legt Wert auf alle ihre Figuren, auch die Nebencharaktere, wie Animants Familie, ihre Wirtin, ihre Freundin Elisa, und noch viele mehr. Die Örtlichkeiten sind sehr realistisch geschildert, das Buch atmet sozusagen die Atmosphäre des Jahres 1890. Etwas störend fand ich dabei nur, dass die Sprache, welche die Autorin wählt, hier teilweise doch sehr modern ist, und nicht zu der damaligen Zeit passt… es sind nur kleine Ausrutscher, aber sie fallen auf.


Und als letzten Kritikpunkt möchte ich das Ende anführen. Es war für mich zu gedrängt und zu plötzlich. Hier hätten ein oder zwei weitere Kapitel wirklich nicht geschadet. Für mich blieben so einige Fragen offen.


Insgesamt kann ich die Lektüre aber als Genuss bezeichnen. Nicht nur durch die wirklich nett zu entdeckenden Parallelen zu berühmten literarischen Vorbildern, auch durch die bissigen Dialoge, den Detailreichtum, und die charakterliche Entwicklung, die Animant durchmacht. Ich würde mir wünschen, dies wäre nicht der einzige Band mit dieser liebenswerten Heldin! Daumen hoch für Animant Crumb…!

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

mysterie, stephen king, krimi, horror

Mind Control

Stephen King , Bernhard Kleinschmidt
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.12.2017
ISBN 9783453439078
Genre: Krimi und Thriller

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

denken, musik, hintergründe, texte, hanns josef ortheil

Musikmomente

Hanns-Josef Ortheil
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei btb, 11.12.2017
ISBN 9783442715862
Genre: Romane

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(205)

491 Bibliotheken, 1 Leser, 10 Gruppen, 48 Rezensionen

thriller, schizophrenie, mord, miami, staatsanwältin

Vater unser

Jilliane Hoffman , , ,
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2008
ISBN 9783499244568
Genre: Krimi und Thriller

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(59)

128 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, pädophilie, london, jack caffery, missbrauch

Die Behandlung

Mo Hayder
Fester Einband: 497 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag
ISBN 9783442308705
Genre: Krimi und Thriller

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(6)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

truecrime

Die Schuldigen

Hanna Ziegert , Nora Ziegert
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.06.2017
ISBN 9783328101048
Genre: Sachbücher

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

mops, krimi, tierkrimi, midnight, sabotage

Mopssturm: Der nächste Fall für Holmes und Waterson (Ein-Holmes-und-Waterson-Krimi 5)

Martina Richter
E-Buch Text
Erschienen bei Midnight, 06.11.2017
ISBN 9783958191129
Genre: Sonstiges

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

profiler, berlin, ermittlungen, migranten, krimi

Dunkel Land: Kriminalroman

Roxann Hill
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 13.11.2017
ISBN 9783959677165
Genre: Sonstiges

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(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

schweden, schwedenkrimi, dominotod, krimi, so tödlich nah

Dominotod: Kriminalroman (Ein Nathalie-Svensson-Krimi 2)

Jonas Moström
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 01.12.2017
ISBN 9783843715935
Genre: Sonstiges

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

krimi, mord, schlafstörung, humor, psychologin

Mordsmäuschenstill

Natalie Tielcke
E-Buch Text: 197 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 12.10.2017
ISBN 9783732552788
Genre: Humor

Rezension:


Leider kann ich dieses Buch nicht besser bewerten, weil es einfach nicht meinen Geschmack getroffen hat. Und ich will ehrlich sein, der Inhalt geht deutlich an dem vorbei, was ich laut Klappentext und sonstiger Werbung erwarten würde. Letztlich wird es wohl eine Geschmacksfrage sein - aber im Bereich "Krimikomödie" ist dieses Buch meiner Meinung nach völlig fehl am Platze.


Zusammenfassend finde ich, dass man dem Buch sehr deutlich anmerkt, dass die Autorin ursprünglich Drehbücher schreibt. Es enthält kaum Beschreibungen, die Charaktere sind sehr stereotyp und flach angelegt. Das Buch hangelt sich einfach nur am Handlungsfaden entlang, mit schnellen Schnitten und kurzen Szenen. Wie eine Abfolge von Sketchen. Noch dazu ist die Handlung denkbar dünn aufgebaut, und kann von geübten Lesern meilenweit gegen den Wind vorausgesehen werden.


Der angebliche Humor befindet sich für mich auf einem Level, das gewissen Vor- oder Nachmittags-Krawallsendungen im TV entspricht. Also nicht besonders lustig. Die Handlung leidet ebenfalls darunter. Denn es ist auch kein richtiger Krimi. Weit über drei Viertel des Buches wird darauf verwendet, wie sich die - sehr flach angelegten - Charaktere kennenlernen, in vorhersehbaren Dialogen aneinander geraten, oder miteinander ins Bett steigen (was für mich in einem Krimi sowieso nichts zu suchen hat).


Ich finde auch, dass das Konzept - vier Patienten raufen sich zusammen, um den Mord an ihrer Therapeutin aufzuklären - nicht ganz originell daher kommt. Das hat Nick Hornby in "A long way down" einfach viel besser gemacht. Und dann noch die Tatsache, die hirntote Psychiaterin in eigenen Kapiteln die Handlung kommentieren zu lassen...! Das war für den Fortgang des Buches völlig unerheblich. Und auch das Thema "Geist als Ermittler" ist schon besser umgesetzt worden. Ich denke da nur an Jutta Profijt. und ihre "Kühlfach"-Serie.


Das Ende hat mir dann den sprichwörtlichen Rest gegeben. Ein übers Knie gebrochener Showdown, mit vielen Zufällen und Ungereimtheiten. Und eine überzogene, zuckersüße Auflösung... nein, tut mir sehr leid, aber ich kann dieses Buch weder als Krimi noch als wirklichen Roman ernst nehmen. Als leichte Frauenunterhaltung für zwischendurch – vielleicht.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Einmaleins der Beziehungen: Vom Gleichgewicht und fairen Lösungen

Jessica Wilker
E-Buch Text: 144 Seiten
Erschienen bei Theseus Verlag, 18.09.2017
ISBN 9783958832763
Genre: Sonstiges

Rezension:




 
Ich möchte eine Vorbemerkung machen. Nur drei Sterne verleihe ich deshalb, weil das Buch deutlich von meinen Erwartungen abweicht - nicht weil es in sich "schlecht" wäre. Aufgrund des Klappentextes hätte ich mir etwas völlig Anderes vorgestellt.


"Das Einmaleins der Beziehungen", dieser Titel weckt Erwartungen an einen umfassenden Ratgeber. Das ist dieses Büchlein nun nicht. Ich sage bewusst "Büchlein", denn das E-Book hatte ich in nicht einmal zwei Stunden durchgelesen. (Im Vergleich zu 4-6 Stunden bei einem "richtigen" Sachbuch.)


Auch der Inhalt hat mich kolossal überrascht - es werden nicht etwa Thesen ausgebreitet und Theorien untersucht, nein, dies ist im Grunde ein Märchenbuch für Erwachsene. Nach einem sehr kurzen Vorwort gibt es 3 Geschichten, 3 Märchen, die von jeweils einer Person und ihren misslingenden Beziehungen berichten. Jedes Märchen steht exemplarisch für einen Aspekt, der in Beziehungen bearbeitet werden muss bzw. sollte. Nach den drei Märchen gibt es noch ein - etwas längeres und zusammenfassendes - Nachwort, aber es bleibt bei "nur" drei Hauptpunkten. Das ist für ein Sachbuch schon erstaunlich wenig.


Doch die größte Überraschung war zweifellos, dass es sich hier im Grunde um ein buddhistisches Buch handelt. Das wird aber an keiner Stelle ausdrücklich erwähnt, was ich merkwürdig fand. Nun gut, es ist im Theseus Verlag erschienen, der eher religiöse Literatur herausbringt - das hätte ein Hinweis sein können.
Ich wurde schon hellhörig, als im ersten Märchen Hinweise auf Lehrreden Buddhas gegeben wurden. Dies wiederholte sich in den beiden anderen Märchen ebenfalls. Auch die drei Punkte, die in den Märchen exemplarisch dargestellt werden, sind direkt dem buddhistischen Werte-Kanon entnommen, wie mir im Rückblick (und durch das Nachwort) klar wird. Hier wird nämlich erneut auf den Buddha verwiesen.
Um eines klarzustellen: mich als Buddhistin hat das alles natürlich nicht "gestört", aber erwartet hätte ich es eben überhaupt nicht. Wie mag das nur für andere Leser sein?


Um auch Gutes zu sagen: die Märchen an sich sind flüssig, verständlich und mit Herzblut geschrieben, das merkt man durchaus. Auch sind die dargestellten Personen und ihre Probleme so gewählt, dass die Werte, die vermittelt werden sollen, unmittelbar einleuchten. Die Frau, die sich ihren Freunden gegenüber nie traut, eigene Interessen durchzusetzen - der egoistische Karriere-Mann - die Ehefrau, die von allen ausgenutzt wird. Wir kennen sie alle.


Ich habe das Büchlein wirklich gerne gelesen - aber es hat mir überhaupt nicht das gebracht, was ich mir erhofft hatte. Nämlich keine umfassende Information zum Thema "Beziehungen".


 


 

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horror, halloween, schreibmeer, anthologie, zombies

Gruselmeer: schaurig schöne Kurzgeschichten

Tinka Beere , Myna Kaltschnee , Sabi Lianne , Florian Waldner
E-Buch Text
Erschienen bei Independently published, 17.10.2017
ISBN B076JJP34G
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Von dieser Sammlung als Ganzem bin ich rundum überzeugt. Es handelt sich um 9 Geschichten engagierter junger Autoren, die viele Motive aus dem Bereich Grusel, teils aber auch Fantasy oder Horror aufgreifen.


Es ist logisch, dass bei einer breit gestreuten Palette dem Leser nicht alles gleich gut gefallen kann. Besonders bei den Geschichten mit Splatter- und Horror-Elementen hatte ich persönlich das Gefühl, dass hier eine Rahmenhandlung oder gewisse Erklärungen fehlen. Diese Geschichten vertrauten ganz auf den Schock-Effekt im "Hier und Jetzt", wohingegen ich von Kurzgeschichten eher Zusammenhänge und Deutungen erwarte. Aber das ist oft eben auch Geschmackssache.


Sehr gut gefielen mir persönlich die drei Geschichten, die etwas länger waren - "Das Amulett von Whitby", "Am Salzmarkt" und "Das Haus in Athens". Alle drei haben entweder das Potenzial zum Roman, oder zu einer Fortsetzungsserie.


Sehr beeindruckt hat mich auch das Engagement der Autoren für ihr jeweiliges Thema. In der Leserunde haben fast alle fleißig mit ihren Lesern diskutiert, haben Motive erläutert und Quellen angegeben. Viele beziehen sich ganz ausdrücklich auf historische Vorbilder - da fielen Beispiele aus der britischen Schauertradition, Fontane, aber auch - hoppsa - Plinius oder Vergil! Und wenn man als Leser genauer hinliest, erkennt man weitere zahlreiche Parallelen - Fluch der Karibik, Herr der Ringe, Wilkie Collins, und und und.


Der eine Punkt Abzug steht bei mir für eben die fehlenden Elemente in Rahmenhandlung und Hintergrund, die ich bereits angedeutet habe. Und für so manchen leichten sprachlichen Mangel. Denn mehrere Autoren haben sich zwar von der Sache her gründlich in ihr Thema eingearbeitet, haben die Geschichte dann aber in einer flapsigen heutigen Sprache abgefasst. Der Effekt hätte hier noch deutlich besser sein können.


Insgesamt kann ich die Sammlung aber nur weiterempfehlen. Man fühlt sich als Leser bestens unterhalten, und hat viel Spaß dabei, Motive und Deutungen zu entdecken. Ich würde mich auch für weitere Sammlungen aus diesem Autorenkollektiv interessieren.


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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Segen - Die heilende Kraft

Anselm Grün , Dr. Friedrich Assländer
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kamphausen Media GmbH, 18.09.2017
ISBN 9783958831520
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dieses wertvolle, liebenswerte Buch ist nicht ganz leicht einzuordnen. Mich lachte zuerst der "bekannteste Mönch Deutschlands", Pater Anselm Grün, an, und so erwartete ich in von ihm bekannter Manier ein religionsgeschichtliches oder doch meditatives Werk. Nach der Lektüre muss ich meine Meinung ändern - es ist ein wenig anders als bisherige Bücher des Autors, weitaus "alltagstauglicher", und auch anders ausgerichtet. 


Zunächst einmal muss man wissen, dass Anselm Grün nicht der einzige Autor ist. Er hat das Buch gemeinsam mit Dr. Friedrích Assländer verfasst - Soziologe, Psychologe, ehemaliger Manager und heute Coach und spiritueller Berater. Dadurch erhält das Buch noch eine weitere Facette, die durch Alltägliches sowie Beobachtungen aus Wirtschaft, Familie und Schule bereichert wird. Das Buch ist entsprechend in Dialogform gestaltet - beide Autoren tragen abwechselnd und deutlich gekennzeichnet ihre Redebeiträge vor, was sich locker liest, und fast wie ein meditatives Gespräch wirkt. 


Ferner ist es kein reines Sachbuch. Die Autoren haben sich bemüht, es zumindest teilweise zu einem Arbeitsbuch zu machen. Immer wieder werden Abschnitte eingeschaltet, die sich mit Aufgaben direkt an den Leser wenden. Es gibt Listen, Tabellen, oder auch die Bitte, etwas aufzuschreiben. Nur hatte ich das Gefühl, dass sich manche Aufgabenstellungen dabei durchaus wiederholten. 


Ich finde die Struktur des Buches recht durchdacht. Es beginnt mit Religion und Geschichte, mit viel Hintergrundinfo. Das ist beileibe kein Selbstzweck, sondern zeigt auf, dass "Segen" und "gesegnet werden" bei weitem keine rein religiösen Themen sind, sondern menschliche und psychologische Grundbedürfnisse bezeichnen. Ich ging auf eine Reise durch verschiedene Kulturen, durch Selbsterkenntnis und Geschichte. Mir wurde klar, dass der Mensch nach seelischem Gleichgewicht strebt. Segen ist in diesem Sinne die Suche nach Glück und einer Bestimmung. 


Fast unmerklich geht das Buch dann zu zeitgenössischen Themen über. Was könnte Segen heute bedeuten? Was läuft in der heutigen Gesellschaft falsch? In diesen späteren Kapiteln war ich nicht mehr ganz so zufrieden. Ohne den Autoren zu nahe treten zu wollen, hatte ich hier den Eindruck einer Reihe von Gemeinplätzen, die auch weitaus weniger konkret angegangen wurden als in den allerersten Kapiteln.


 Insgesamt würde ich daher vier Sterne verleihen. Das Buch fängt sehr stark an, und verliert nur zum Ende hin in meinen Augen an Schwung. Sehr gut waren aber die Dialogform, die Arbeitsanweisungen, sowie auch der Bezug zu allerlei Quellen, die aus vielen Bereichen (nicht nur der Religion) stammten. Das Buch eignet sich ferner nur zum langsamen Lesen, nicht zur reinen Unterhaltung.


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59 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

mord, psychologie, fehlurteil, irrtum, echte fälle

Der Serienkiller, der keiner war

Dan Josefsson , Stefan Pluschkat
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei btb, 13.11.2017
ISBN 9783442715664
Genre: Biografien

Rezension:  
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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Vollmondmärchen: Romantische Kunstmärchen

Ted Sylvester
E-Buch Text: 112 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 26.04.2017
ISBN B071NHG7BQ
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich gebe zu, dass ich mir unter dieser Sammlung etwas Anderes vorgestellt habe. Insgesamt habe ich die Geschichten zwar gerne gelesen, aber der Bezug zum Oberthema "Mond" war doch wesentlich dünner als gedacht. Und auch die "Romantik" war wohl eher eine Inspiration, denn eine konkrete Leitlinie.


Zuerst einmal aber möchte ich dem Buch seine schöne Gestaltung zugute halten. Jede Geschichte ist begleitet von sehr verspielten, ja "romantischen" Zeichnungen, Rahmen und Ornamenten. Bemerkenswert auch, dass die jeweilige Moral am Ende vom Autor selber gedichtet und erdacht wurde. (Nur hätte sie für meinen Geschmack oft kürzer sein können.)


Ich habe nicht jede der Geschichten als "Märchen" empfunden. Eine beispielsweise beschreibt, wie eine Beziehung trotz guten Willens aufgrund von Differenzen in die Brüche geht. Das war für mich schlicht Realität, kein Märchen. Aber sehr gefühlsbetont erzählt. Eine andere wiederum handelt von einem übel gelaunten, hinterhältigen Wesen, das kleine Kinder verlockt. Das gehört für mich in den Bereich "Fantasy".


Mit dem Begriff "Romantik" habe ich in diesem Band auch gehadert. Aber vielleicht bin ich auch zu überkritisch. Es stimmt, alle Geschichten sind sehr gefühlsbetont, teils dramatisiert. Und teils geht es um Geschehnisse, die ganz eindeutig gleichnishaft sind. Ein Mädchen, das aufgrund von Zweifel und Unsicherheit im "ewigen Jetzt " festsitzt. Ein Mensch, der zum Wolf wird. Ein talentierter Handwerker, der immer dünner wird, bis er verschwindet. Ein Duell, das auf übersinnliche Weise schiefgeht... doch, die Ideen waren schon vielfältig.


Man kann die Märchen auf keinen Fall schnell zur Unterhaltung lesen. Dafür sind die Sätze zu verschlungen, aufwändig gedrechselt. Man könnte sie oft sogar als umständlich empfinden. Aber dem jeweiligen Thema angemessen.


Ich glaube, wenn ich mir ein wenig Zeit gebe, würde meine Bewertung sogar noch besser ausfallen. Im Moment jedoch bleibe ich bei drei Sternen - mit Potenzial nach oben.

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30 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

berlin, kurzgeschichten, paris, short stories, rom

Uncommon Type: Some Stories

Tom Hanks
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei William Heinemann, 17.10.2017
ISBN 9781785151521
Genre: Romane

Rezension:

Ist dies nun ein Buch eines schriftstellernden Schauspielers? Oder doch das Buch eines zufällig schauspielernden Schriftstellers? Darüber gehen und gingen die Debatten ja hin und her. Ich habe mir diesbezüglich eine Meinung gebildet, werde sie aber erst am Ende der Rezension verraten.


Zuerst einmal lebt das Buch natürlich von seinem ungeheuren Sympathie-Bonus, den es durch den allseits bekannten Charakter des Schauspielers Tom Hanks erhält. Familienmensch, vielseitig, liebenswert, optimistisch - all diese Facetten spiegeln sich auch in den Geschichten wider.


Zudem ist das Buch einer eher unbekannten Leidenschaft von Tom Hanks gewidmet - er sammelt Schreibmaschinen, und besitzt Hunderte davon. Mit diesem Buch hat er seiner Sammelleidenschaft ein Denkmal gesetzt, denn in jeder Geschichte geht es - entweder zentral oder am Rande - um eine bestimmte Schreibmaschine, die auch vor der Geschichte abgebildet ist (und die, ich wette, sich in seiner Sammlung befindet).


Ein wenig hat das meinen Lesegenuss geschmälert. Denn manchmal ist der Bezug zur Schreibmaschine wirklich an den sprichwörtlichen Haaren herbeigezogen. Manchmal wiederum ist er liebenswert. Für mich entstand der Eindruck, Tom Hanks konnte sich das leisten. Für ihn bestand kein Erfolgsdruck beim Schreiben.


Die Geschichten an sich sind größtenteils sehr, sehr amerikanisch geprägt. Sie handeln von typisch amerikanischen Erfolgsstorys, von Geschäftemachern, Sportlern,  Einwanderern, erfolgreichen und erfolglosen Schauspielern, von stereotypen Vorort-Idyllen - und oft auch von Familien in all ihrer Freude oder auch Dysfunktionalität. Auch dies hat bei mir einen kleinen schalen Beigeschmack hinterlassen. Mehrmals hatte ich das Gefühl, Tom Hanks verlässt sich auf seine Kenntnisse aus einigen seiner bekanntesten Rollen - wie zum Beispiel beim Kriegsveteran oder beim Flug zum Mond.


Zur Schreibweise kann man sagen, dass er sich zumindest um Diversität bemüht hat. Teilweise sind es überraschende Genres - wie zum Beispiel Zeitungskolumnen, ein Drehbuch, oder Science-Fiction. Insgesamt aber hat er die Tendenz, seine Botschaften mit der Brechstange vermitteln zu wollen. Charakterzüge oder Figuren werden oft sehr überzeichnet, oder sind vorhersehbar. Und auch die Sprache finde ich größtenteils gleichbleibend erzählend, sehr durchsetzt mit amerikanisch-zeitgenössischen Ausrufen oder Redewendungen mit kurzer Halbwertszeit.


Das Merkwürdige ist, dass ich die Sammlung insgesamt durchaus gerne gelesen habe. Es war einfach spannend zu sehen, wie viele Einfälle er hatte. Allerdings frage ich mich, ob mein Interesse auch bei einem weniger prominenten Autor erhalten geblieben wäre. Und jetzt kann ich mein abschließendes Urteil ja verraten - er ist ein zufällig schriftstellernder Schauspieler. Und das wird er wohl auch bleiben.


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