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205 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

drogen, christiane f., heroin, berlin, griechenland

Christiane F. - Mein zweites Leben

Christiane V. Felscherinow , Sonja Vukovic , Deutscher Levante Verlag GmbH
Buch: 333 Seiten
Erschienen bei Deutscher Levante Verlag, 01.11.2013
ISBN 9783943737127
Genre: Biografien

Rezension:

Mit knapp 15 Jahren habe ich vor mehr als zwanzig Jahren „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ gelesen. Schon damals war es diese Mischung aus Erschütterung und Faszination, die mich wie gebannt an die Erzählungen der jungen Fixerin Christiane F. fesselten. Wie sehr hätte ich Christiane F. damals gewünscht, dass der Entzug bei ihrer Oma in Kaltenkirchen tatsächlich einen Schlusspunkt unter ihre Drogenkarriere setzt und sie ihr weiteres Leben clean und glücklich gestalten kann. Dass dem leider nicht so war, konnte man der Presse immer mal wieder entnehmen, wenngleich mein Eindruck schon vor Erscheinen ihres zweiten Buches so war, dass Christiane F. mit öffentlichen Auftritten und Interviews sehr zurückhaltend umgeht und man nur recht wenige Möglichkeiten hatte, mehr über ihre Vita nach „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zu erfahren. Als ich gehört habe, dass sich Christiane V. Felscherinow dazu entschlossen hat, ihre Biographie zu veröffentlichen, war für mich sofort klar, dass ich diese unter anderem auch deshalb lesen würde, um die Geschichte der Kinder vom Bahnhof Zoo auch für mich persönlich zu einem Abschluss bringen zu können.  

Nach der Lektüre fällt mir als erstes ein, dass „Christiane F. – Mein zweites Leben“ zu den wenigen Büchern gehört, die mich während des Lesens zum Weinen gebracht haben.  Schon zu Beginn wird deutlich, dass Christiane für ihre Drogensucht einen hohen Preis bezahlt und mit ihren 51 Jahren gesundheitlich fast  am Ende ist. In kurzen Kapiteln berichtet sie mit der Autorin Sonja Vukovic über die Stationen ihres Lebens, vor allem nach Erscheinen des Buches „Wie Kinder vom Bahnhof Zoo“. Der Erzählstil in „Christiane F. –Mein zweites Leben“ ist dabei dem vom Vorgängerbuch so ähnlich, dass man den Eindruck bekommen könnte Christiane F. hätte die Geschichte nicht mit einer Pause von mehr als 30 Jahren, sondern in einem Rutsch erzählt. Auch in ihrem neuen Buch konnte ich nicht anders als ebenso entsetzt wie gebannt ihren Erzählungen zu folgen.

Christiane F. beschreibt, wie sich ihr Leben nach dem Erscheinen des Buches „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und der anschließenden Verfilmung verändert hat. Dass sie dabei immer wieder erwähnt, zu welchen gesellschaftlichen Kreisen sie durch das Buch und den Film Zugang bekam und wie ihr Leben auch von einigen Prominenten mitgeprägt wurde, empfand ich nicht als störend oder langweilig. Für mich wurde stattdessen gerade dadurch umso deutlicher, dass sie trotz allem Geld und Ruhm ihrem früheren Leben nicht davonlaufen konnte. Christiane F. verzichtet  in ihrer Biographie weitgehend  auf Schuldzuweisungen. Sie reflektiert ihr bisheriges Leben durchaus selbstkritisch, wodurch die Authentizität der Erzählungen noch verstärkt wurde.

Besonders traurig haben mich die Passagen gemacht, in denen Christiane F. von Begegnungen mit Menschen erzählt, denen sie als Mensch sehr wichtig war, die ihr helfen wollten und an sie geglaubt haben, deren Vertrauen aber letztendlich durch die Sucht häufig zerstört wurde.

Immer wieder wird die Biographie durch Sachkapitel von Sonja Vukovic unterbrochen, in denen auch viel auf die aktuelle Situation von Drogensüchtigen in Deutschland eingegangen wird.

 

Durch ihren hohen Bekanntheitsgrad und die vielen Menschen, die sich auch heute noch mit ihr identifizieren, gelingt es Christiane Felscherinow auch mit ihrem zweiten Buch wieder, einer Randgruppe Gehör zu verschaffen, die sonst leider allzu häufig von der Gesellschaft vergessen wird.

Abschließend möchte ich einen Satz aus dem Klappentext zitieren, der für mich die Sache auf den Punkt bringt. Es ist „Eine Begegnung mit einer Gesellschaft, die den Rausch auslebt, aber den Süchtigen verachtet“.  

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71 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

liebe, ehe, facebook, eh, internet

Die Eheprobe

Melanie Gideon , Frauke Brodd
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (HC), 19.08.2013
ISBN 9783442753444
Genre: Liebesromane

Rezension:  
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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebe, italien, wahrnehmung, liebesgeschichte, reden

Sie und Er

Andrea De Carlo , Maja Pflug
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.05.2013
ISBN 9783257242430
Genre: Romane

Rezension:

 

Clara und Carlo glauben nicht an die große Liebe. Beide leben in Mailand. Er, ein Schriftsteller, der die erfolgreichsten Tage schon hinter sich hat und seine allgemeine Resignation und Lebensunzufriedenheit mit bedeutungslosen Affären zu täuschen  versucht. Sie, gefangen in einer Beziehung mit einem ebenso soliden, wie langweiligen Anwalt. Jeder Tag scheint bereits vorbestimmt, bis zu jenem Moment, als die beiden sich bei einem Autounfall zum ersten Mal begegnen.

 

Andrea De Carlo ist für mich die größte literarische Neuentdeckung in diesem Sommer. „Sie und er“ ist eines jener Bücher, denen man tatsächlich anmerkt, dass der Autor sein Werk gelernt hat und versteht damit umzugehen.

Die Geschichte ist so voller intensiver und lebendiger Dialoge zwischen Mann und Frau, dass man am liebsten immer mehr davon hätte und sich einfach darin verlieren könnte. Dabei ist es egal ob die Geschichte gerade in Ligurien, in Mailand oder in der Provence spielt. Der Autor schenkt dem Leser an allen Handlungsorten schöne  und beeindruckende Augenblicke, die das Buch zu einem echten Schatz werden lassen.  Die Charaktere wurden von Andrea de Carlo sehr präzise und authentisch aufgezeichnet. Man erspürt zwischen den Zeilen die großen Gefühle, die Lust und auch die Verzweiflung, die die Protagonisten umgibt und hat gar keine Wahl, als sie mit ihnen zu teilen.

An einigen Stellen musste ich sogar kurz innehalten, weil mich die Geschichte so sehr in ihren Bann gezogen hatte, dass es kaum noch erträglich war. Viel zu eindringlich, tiefgründig und lebensnah beschreibt der Autor das Spiel von Nähe und Distanz zwischen Clara und Daniel. Gleich darauf siegte aber auch schon wieder die Faszination für die Story und voller Neugier machte ich mich auf, um den Weg mit Clara und Daniel noch ein Stück  weiterzugehen.

„Sie und er“ ist ein absolut spannendes Buch, bei dem man die Zeit vergisst und nicht eher ruhen kann, bis man die letzte Zeile gelesen hat, nur um dann enttäuscht festzustellen, dass die Geschichte damit schon zu Ende ist.

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132 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

frankreich, lucinda riley, vergangenheit, england, sophia

Der Lavendelgarten

Lucinda Riley , Sonja Hauser
E-Buch Text: 512 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 13.05.2013
ISBN B00BKJ6P18
Genre: Romane

Rezension:

Mit ihrer adligen Herkunft fühlte sich die Pariser Tierärztin Emily nie besonders verbunden. Als jedoch ihrer Mutter als letzte Angehörige verstirbt, ist Emily gezwungen zu entscheiden, was mit ihrem Erbe geschehen soll. Allen voran geht es darum, ob das baufällige Chateau der Familie in der Provence mit all seinem Inhalt  verkauft werden muss. In dem Chateau befindet sich neben einer Kunstsammlung auch noch eine beeindruckende Bibliothek mit mehr als 20.000 Büchern, von denen einige Exemplare sehr wertvoll zu sein scheinen. Schnell fühlt sich Emily überfordert von der Flut der zu treffenden Entscheidungen und so freut sie sich als der attraktive englische Galerist Sebastian ihr seine Hilfe anbietet. Durch seine Großmutter ist Sebastian mit der Familie von Emily schon lange bekannt.  Bald wird aus Freundschaft Liebe. Emily und Sebastian heiraten. Während das Chateau renoviert wird, will Emily mit Sebastian auf seinem englischen Landsitz leben und nur für kurze Besuche in die Provence reisen. In England angekommen lernt Emily Sebastians Bruder Alex kennen, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt und ans Haus gefesselt ist. Schnell wird klar, dass es zwischen den Brüdern starke Differenzen gibt und kaum in England angekommen verändert sich Sebastian auch gegenüber Emily. Emily entschließt sich, den Ursachen für die familiären Unruhen auf den Grund zu gehen und recherchiert sowohl in England, als auch in Frankreich die Familiengeschichte der Brüder. Dabei stößt sie unerwartet auf ein Geheimnis, das auch ihr weiteres Leben maßgeblich beeinflussen wird.

Auch im dritten Roman der Autorin steht wieder ein Familiengeheimnis im Mittelpunkt. Wie schon in den beiden Vorgängern erzählt Lucinda Riley die Geschichte auf zwei Zeitschienen. Während sich Emily und Sebastian in der Gegenwart befinden, spielt die Geschichte ihrer Vorfahren in der Zeit des 2. Weltkriegs, als Frankreich von Deutschland besetzt war.
Durch ihren einnehmenden Schreibstil gelingt es der Autorin dem Leser die Handlungsorte sehr vertraut zu machen und manchmal scheint es, als würde der Duft der Provence direkt aus den Seiten strömen.
Die Geschichte entwickelt sich sowohl in der Gegenwart, wie auch beim „Blick zurück“ von Beginn an spannend und verdeutlicht historisch interessante Aspekte.
„Der Lavendelgarten“ ist die perfekte Lektüre für heimelige Wohlfühlstunden. Eine Geschichte, in die man sich fallen lassen sollte ohne sich dabei von der manchmal sehr klischeehaften Handlungsweise der Charaktere zu sehr stören zu lassen. 

 

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102 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

weltreise, sydney, mumbai, gewinn, reisen

Das große Los

Meike Winnemuth
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Knaus, 11.03.2013
ISBN 9783813505047
Genre: Sachbücher

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64 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

napoleon, leipzig, völkerschlacht, 1813, 19. jahrhundert

1813 - Kriegsfeuer

Sabine Ebert
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Knaur, 14.03.2013
ISBN 9783426652145
Genre: Historische Romane

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170 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

schweden, krimi, fjällbacka, mord, leuchtturm

Der Leuchtturmwärter

Camilla Läckberg , Katrin Frey
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 04.01.2013
ISBN 9783471350805
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine bisherige Erfahrung mit nordischen Krimis lässt sich als eher durchwachsen beschreiben. Fast wäre ich sogar schon soweit gegangen dieses Genre ganz von meiner Leseliste zu streichen. Meist war mir die Atmosphäre zu düster und die Charaktere erschienen mir kühl und unnahbar. Wie gut, dass der List-Verlag dann aber für „Der Leuchtturmwärter“ ein für mich besonders ansprechendes Cover kreiert hat, dem ich in der Buchhandlung nicht wiederstehen konnte. Diese Tatsache wurde noch erfreulicher als ich feststellte, dass sich „Der Leuchtturmwärter“ nicht nur äußerlich zu den lohnenswerten Büchern zählen darf. 

Bereits zum siebten Mal lässt die Autorin in „Der Leuchtturmwärter“  die Schriftstellerin Erica Falck und ihren Mann, den Polizisten Patrik Hedström an der schwedischen Küste ermitteln. Obwohl immer mal wieder Bezug auf Ereignisse aus früheren Büchern genommen wird, bekommt man doch leicht einen Zugang zur Story und zu den Protagonisten.

Nach überstandener Herzattacke kehrt Patrik in den Polizeidienst zurück. Seine Frau Erica ist zuhause voll mit der Erziehung der zweijährigen Tochter Maja und den neugeborenen Zwillingen beschäftigt. Als ihre alte Schulkameradin Annie nach Jahren wieder in die Heimat zurückkehrt und sich mit ihrem Sohn Sam auf  der sagenumwobenen und einsamen Insel Gråskär vor der Küste niederlässt, beginnt Erica trotz häuslichem Stress die Geschichte der Insel zu recherchieren und stößt dabei auf ein grausames Geheimnis.

Gleichzeitig muss sich Patrik mit dem kaltblütigen Mord an Matte beschäftigen, einem ebenso herzlichen wie beliebten jungen Mann. Niemand in Fjällbacka kann verstehen weshalb ausgerechnet Matte das Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Patrik und sein Team tappen auf der Suche nach dem Mordmotiv lange Zeit im Dunkeln.

„Der Leuchtturmwärter“ ist ein sehr vielschichtiger Krimi, dessen Handlung bis zum Schluss undurchsichtig und spannend bleibt. Was mich bei den nordischen Krimis bisher gestört hatte, konnte Camilla Läckberg in „Der Leuchtturmwärter“ für mich zu einem sehr reizvollen Lesevergnügen umwandeln. Auch sie nutzt die Rauheit von Natur und Landschaft um die unheimliche, manchmal sogar mystische Handlung zu unterstreichen. Ihre Charaktere entwickeln dabei aber trotzdem eine Warmherzigkeit und Lebendigkeit, der ich mich nicht entziehen konnte. Keine der 480 Seiten war langweilig und obwohl sich die Autorin für die Entwicklung der Handlung Zeit lässt und auf unnötiges Blutvergießen verzichtet, schreitet die Story packend und rasant voran.

Selten vergebe ich für einen Kriminalroman fünf Sterne, aber „Der Leuchtturmwärter“ hat diese Bewertung in jeder Hinsicht verdient.

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

kinder, astrid ruppert, freundschaft, ärztin, reha

Ziemlich beste Freundinnen

Astrid Ruppert
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 08.03.2013
ISBN 9783547711936
Genre: Romane

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42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

9/11, architektur, 11. september, usa, new york

Der amerikanische Architekt

Amy Waldman , Brigitte Walitzek
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 04.02.2013
ISBN 9783895614910
Genre: Romane

Rezension:

Unzählige Menschen verbinden mit der Stadt New York vor allem das Gefühl von Freiheit. Wer einmal durch die Straßen Manhattans gegangen ist, weiß welchen Schmelztiegel ethnischer Vielfältigkeit man dort auf engstem Raum vorfindet. Schon immer trägt diese Tatsache zum Zauber der Stadt bei. Auch die Terroranschläge vom 11. September 2001 konnten daran zumindest vordergründig nichts ändern. Doch wie liberal ist die USA tatsächlich? Wie tief sind die ganz persönlichen Wunden, die dieser verheerende Dienstag den Menschen zugefügt hat? Amy Waldman blickt in „Der amerikanische Architekt“ weit hinter die Fassade einer verwundeten Stadt und ihrer Bewohner.

Zwei Jahre nach dem 11. September 2001 wird in New York ein offener Architekturwettbewerb für den Bau einer Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge ausgeschrieben. Eine bunt zusammengewürfelte Jury mit Mitgliedern aus Kunst und Politik entscheidet über den Gewinner des Wettbewerbs. Claire Burwell, die im World Trade Center ihren Mann verloren hat, vertritt in der Jury die Interessen der Angehörigen und kann sich mit ihrem Favoriten sogar durchsetzen. Die Jury ist sich einig, dass der Entwurf „Der Garten“ gewinnen soll. Als dann allerdings der Umschlag geöffnet wird, der die Identität des Architekten bekannt gibt ist das Entsetzen innerhalb der Jury groß. Es handelt sich um Mohammed Khan. Zunächst wird alles versucht die Tatsache, dass ein Moslem diesen für New York zu wichtigen Architekturpreis gewonnen hat, vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Doch schnell bekommt die Presse Wind von der Sache und „Der Garten“ erschüttert die Demokratie der USA bis in ihren Grundfesten

Amy Waldmans Debüt gehört für mich zu den ganz seltenen Schätzen, die man im Laufe eines Lesejahres zufällig entdeckt. Die Geschichte ist so kraftvoll geschrieben, dass Langeweile auf den gut 500 Seiten keinen Platz hat. Die Autorin zeigt innerhalb der Geschichte sehr viele Facetten der Einwohner New Yorks. Obwohl eine große Anzahl von Protagonisten eine Rolle spielt, entwickelt doch jede neu eingeführte Figur ihren ganz eigenen Charakter und trägt maßgeblich zur Geschichte bei. Keine einzige der Figuren war überflüssig und keine hätte ich während der Lektüre missen wollen. Der Roman lädt ein über die eigene, doch häufig so hoch eingeschätzte Toleranzfähigkeit nachzudenken und zeigt auf teilweise erschreckende Art und Weise, wie schnell eine moderne und liberale Gesellschaft auch heute noch bereit ist, Menschen vorzuverurteilen oder wegen ihrer Religionszugehörigkeit auszugrenzen. Die Autorin lenkt den Blick des Lesers weg von den bereits über und über medial ausgeschlachteten Bildern rund um die klaffende Lücke, die die Geschehnisse des 11. Septembers 2001 mitten in New York hinterlassen haben. Vielmehr gibt sie auch den Menschen im Hintergrund eine Stimme, über die wenig oder gar nicht berichtet wurde und zeigt, dass es Wunden gibt, die vielleicht niemals heilen.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Todeseis

Bernward Schneider
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 13.02.2012
ISBN 9783839212523
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

London 1912. Die schöne Gladys verkehrt in halbseidenen Kreisen der Londoner Unterwelt. Als ihr Geliebter Phil einem Mordanschlag zum Opfer fällt und sie selbst seinen Mördern nur knapp entkommen kann, beschließt sie mit der kurze Zeit später in Richtung New York auslaufenden Titanic zu fliehen. Die ersten Tage auf dem Luxusdampfer wirken auf Gladys wie ein schöner Traum. Doch unter die illustren Passagiere aus Politik und Wirtschaft mischen sich auch dunkle Gestalten, die Gladys keinesfalls wohlgesonnen sind. Bald muss Gladys erneut um ihr Leben fürchten. Als die Titanic dann in der Nacht vom 14.April auf den 15. April 1912 mit einem Eisberg kollidiert, steuert Gladys‘ Kampf mit ihren Verfolgern auf seinen Höhepunkt zu.

Bernward Schneider siedelt die Handlung seines dritten Kriminalromans vor dem Hintergrund der Ereignisse während der Jungfernfahrt der Titanic an. Von den Mythen und Geschichten rund um die schicksalsträchtige Fahrt lassen sich viele Menschen auch mehr als einhundert Jahre später noch in ihren Bann ziehen. Die Idee des Autors in seinem Buch reale Ereignisse und Personen auf dem Schiff mit Fiktion zu verbinden und daraus einen Krimi zu konstruieren, klang äußerst vielversprechend. Bereits im ersten Drittel des Romans wird deutlich, dass der Autor sich bei der Recherche der historischen Hintergründe Mühe gemacht hatte und so manches unbekannte Detail konnte mich tatsächlich überraschen. Leider war die Krimihandlung an sich aber zu keinem Zeitpunkt wirklich fesselnd. Dies lag vor allem daran, dass die Protagonisten überwiegend hölzern blieben. Selbst die Handlungen der real existierenden Passagiere, wie z.B. John Jacob Astor, wirkten doch sehr konstruiert und realitätsfern. Auch das Ende der Geschichte, das letztlich aus einer komplett anderen Perspektive wie der Rest geschrieben ist, ließ mich doch etwas ratlos zurück.
Von Beginn an ist klar, dass die Geschichte auf den Untergang der Titanic zusteuert. Da das Ende ja damit in irgendeiner Art bereits bekannt ist, hätte ich mir ganz einfach noch ein paar Überraschungsmomente gewünscht, damit die Geschichte nicht in der Masse der soliden Krimis untergeht.

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

titanic, währungskrise, november, 2. weltkrieg, schiffsunglück

Tanz unter Sternen

Titus Müller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.01.2013
ISBN 9783453409972
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Mythos rund um die Ereignisse auf der Jungfernfahrt der Titanic ist auch im 21. Jahrhundert ungebrochen. Titus Müller reiht sich ein in die Riege einer Vielzahl von Autoren, die sich mit den Geschichten der Passagiere auf dem „praktisch unsinkbaren“ Schiff beschäftigen.
Die Handlung beginnt in Berlin. Seinen Protagonisten verleiht der Autor einen fast schon schwermütig anmutenden Charakter, auf den ich mich anfangs nur schlecht einlassen konnte. Da ist unter anderem die erfolglose Tänzerin Nele, die im Ausland die erhoffte Anerkennung sucht und auch der evangelische Pfarrer Matheus macht sich gemeinsam mit seiner Familie auf in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Seine Frau Cäcilie kam einst aus vornehmen Verhältnisse, die sie für eine Heirat mit ihm verließ. Nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Samuel und der folgenden Eheroutine, zeigt Cäcilie nun häufig Anzeichen von Unzufriedenheit. Mit der luxuriösen Reise auf der Titanic erhofft sich Matheus auch eine Wiederbelebung seiner Ehe. Doch auch der britische Spion Lyman befindet sich an Bord und macht Cäcilie den Hof. Schon bald ist Cäcilie in sein lebensgefährliches Vorhaben verstrickt. Als die Titanic am 14.04.1912 mit einem Eisberg kollidiert erweist sich dies als richtungsweisend für die weitere Biographie der Protagonisten.

Die größte Stärke von „Tanz unter Sternen“ ist die hervorragende Recherchearbeit von Titus Müller. Zwar stellt der Autor die Geschichten rund um die Geschehnisse auf der Titanic in den Mittelpunkt seines Romans, es bleibt aber auch noch ausreichend Raum für die Darstellung politischer Entscheidungen und gesellschaftlicher Umstände in den Vorkriegsjahren. Obwohl die Vorgehensweise der Charaktere für mich nicht immer nachvollziehbar war, gelang es Titus Müller doch ein packendes Stimmungsbild einer Zeit zu zeichnen, deren Tragik mit dem Untergang der Titanic erst ihren Anfang nimmt.

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

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Gefangen in Afrika

Hera Lind
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Diana, 12.11.2012
ISBN 9783453356467
Genre: Romane

Rezension:

Anders als der Titel vermuten lässt spielt die Handlung größtenteils in Deutschland. Trotzdem war „Gefangen in Afrika“ ein Buch, das absolut fesselnd und berührend war.

Hera Lind erzählt die Geschichte der Gerti Bruns, die auf wahren Begebenheiten beruht, von der Autorin allerdings mit fiktiven Elementen ausgeschmückt wurde.
Gerti verbringt ihre Kindheit im Kriegs- und Nachkriegsdeutschland im tiefen Schwarzwald. Die Eltern sind arme Bauern und besonders die Mutter ist eine verbitterte Frau, die vom Leben enttäuscht ist. Hunger, Not und Schläge bestimmen den Alltag von Gerti und ihrer Schwester. Mit dreizehn Jahren flüchtet Gerti aus ihrem Elternhaus und nimmt eine Stelle als Haushaltshilfe an. Doch auch von ihren Arbeitgebern wird sie nur gedemütigt und ausgenutzt. Erst als sie körperlich und seelisch völlig am Ende ist, wird sie von ihrem Vater mehr tot als lebendig bei einer entfernten Tante untergebracht. Die Tante kümmert sich rührend um Gerti, päppelt sie wieder auf und zeigt Gerti, dass das Leben auch schöne Seiten zu bieten hat. Bei ihren neuen Arbeitgebern wird Gerti ebenfalls liebevoll aufgenommen und schon bald zeigt Leo, der Sohn des Hauses, ein zartes Interesse an ihr. Nach zwei Jahren intensiven Werbens nimmt Gerti schließlich den Heiratsantrag von Leo an. Leo macht als Sparkassendirektor eine rasante Karriere und schon bald nach der Hochzeit schwelgt Gerti im Luxus. Zwei gesunde Söhne machen das Familienglück scheinbar perfekt. Als Leo schließlich das Angebot erhält als Investor nach Namibia auszuwandern zögert Gerti ihn zu begleiten. Nicht nur die politischen Umstände in Südwestafrika, sondern auch der zunehmende Größenwahnsinn ihres Mannes veranlassen Gerti dazu Leo alleine ziehen zu lassen. Leo scheint auch in Afrika ein glückliches Händchen für Kapitalanlagen zu besitzen, denn bei seinen Besuchen in der Heimat schwärmt er nur so von den dortigen Lebens- und Arbeitsverhältnissen und bedrängt Gerti immer wieder ihm zu folgen. Vier Jahre später hat er mit seinen Überredungskünsten Erfolg und Gerti zieht mit den Kindern nach Namibia. Was sie dort erwartet hätte sie sich allerdings in ihren schlimmsten Träumen nicht ausgemalt und wieder muss sie beweisen wie viel Kraft und Lebensmut in ihr stecken, um sich und ihre Kinder retten zu können.

Die Frauenromane von Hera Lind konnten mich nie wirklich überzeugen. Mit „Gefangen in Afrika“ ist der Autorin meiner Meinung nach aber ein ganz besonderes Buch gelungen. Viele der Schilderungen aus dem Lebensweg der Protagonistin scheinen aus heutiger Sicht unvorstellbar. Häufig waren die Darstellungen ebenso grausam wie dramatisch und haben mein Herz berührt. Die Seiten flogen nur so dahin und bis zum Schluss wollte ich unbedingt wissen, wie es mit Gerti weitergeht. Hera Lind begleitet Gerti von ihrer Kindheit bis ins Rentenalter. Die Geschichte hat einen versöhnlichen Abschluss, so dass man als Leser das Buch mit einer gewissen Zufriedenheit beenden kann. Was bleibt ist die Bewunderung für eine so starke Frau, deren Biographie sicher nur stellvertretend für viele andere Frauenschicksale im Nachkriegsdeutschland steht.

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1.630 Bibliotheken, 22 Leser, 14 Gruppen, 201 Rezensionen

internat, liebe, night school, jugendbuch, geheimnis

Night School - Du darfst keinem trauen

C. J. Daugherty , Peter Klöss , Axel Henrici , Carolin Liepins
Fester Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.01.2012
ISBN 9783789133268
Genre: Jugendbuch

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(36)

93 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

antarktis, abenteuer, henry, suche, forschungsstatio

Frozen - Tod im Eis

Jens Schumacher
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Loewe, 09.10.2012
ISBN 9783785574713
Genre: Jugendbuch

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

beziehungen, trauma, nachkriegszeit, freundschaft, erinnerungen

Brombeersommer

Dörthe Binkert
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.07.2012
ISBN 9783423249133
Genre: Romane

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

aussteigen, erfahrungsbericht, verlust, urwald, weltumsegelung

Blauwasserleben

Heike Dorsch , Regina Carstensen
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei MALIK, 10.09.2012
ISBN 9783890294209
Genre: Biografien

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185 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 23 Rezensionen

kreuthner, krimi, gnadenhof, wallner, bayern

Schwarze Piste

Andreas Föhr
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.11.2012
ISBN 9783426213537
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach der Lektüre von „Schwarze Piste“ war ich längere Zeit recht unentschlossen, wie meine Meinung zum Buch von Andreas Föhr ausfallen soll. Zum einen waren die mehr als 400 Seiten, dank einem starken Schreibstil sehr schnell gelesen, andererseits haben mich die teilweise stark überzeichneten und realitätsfernen Handlungen der Protagonisten doch sehr gestört und manchmal sogar gelangweilt. Positiv überrascht war von einigen netten Schmunzelmomenten innerhalb der Handlung und von der überraschenden Wendung in den auf den letzten Seiten. Insgesamt zählt „Schwarze Piste“ für mich zu einem durchschnittlichen Kriminalroman, der sich in die Tradition von Kluftinger und Co. einfügt und an dem die Fans der Alpenkrimis sicher ihren Spaß haben werden.

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465 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 32 Rezensionen

liebe, freundschaft, hochzeit, nora roberts, hochzeitsagentur

Winterwunder

Nora Roberts , Katrin Marburger
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.09.2011
ISBN 9783453407664
Genre: Romane

Rezension:

Auch im vierten und damit letzten Band der Jahreszeitenreihe von Nora Roberts dreht sich wieder alles um Freundschaft, Liebe und Traumhochzeiten.
Außer Organisationstalent Parker haben schon alle Hochzeitsplanerinnen von Vows die große Liebe gefunden. Als der Automechaniker Malcolm schließlich in Parkers Leben tritt, wird das Leben der Powerfrau gehörig durcheinandergewirbelt.
„Winterwunder“ gleicht wie seine drei Vorgänger einem Kurzurlaub für die Seele. Wieder überzeugt Nora Roberts mit ihrem leichten und doch emotional mitreißenden Schreibstil und sorgt sogar am Schluss sogar für reale Tränen der Rührung. Von mir aus könnte diese Reihe noch ewig weitergehen und ich würde gerne weiter Anteil an dem großen Liebes- und Arbeitsglück der vier Freundinnen haben. So bleibt mir nur, dass Buch mit einem wohligen Seufzen zu schließen und mich über die wunderschönen und entspannten Lesemomente zu freuen, die mir jeder einzelne Band der Jahreszeitenreihe beschert hat.

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(24)

41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

schwarzwald, krähen, 30jähriger krieg, 30 jähriger krieg, kraehenfrau

Das Geheimnis der Krähentochter

Oliver Becker
Flexibler Einband: 466 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 12.07.2010
ISBN 9783839210710
Genre: Historische Romane

Rezension:

Deutschland zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges. Die Magd Bernina lebt zwar bescheiden, aber dennoch zufrieden auf dem Petersthal-Hof im Schwarzwald. Bis zu jenem Tag als bewaffneter Söldner den Hof überfallen und all seine Bewohner töten. Einzig der geheimnisvollen Krähenfrau Cornix, um die sich im Dorf viele Gerüchte ranken ist es zu verdanken, dass ausgerechnet Bernina mit dem Leben davonkommt. Cornix nimmt Bernina zunächst bei sich in ihrer kleinen Hütte auf. Bald schon lernt Bernina auf einem Spaziergang den Gaukler Anselmo kennen und verliebt sich in ihn. Trotz aller Warnungen der Krähenfrau beschließt Bernina mit Anselmo und seiner Gauklertruppe fortzuziehen. Doch die Gefahren des grausamen Krieges machen auch vor dem jungen Paar nicht halt.



Oliver Becker zählt für mich zu einer meiner Neuentdeckungen im Leseherbst 2012. Seine Geschichte um die Magd Bernina ist so mitreißend und spannend erzählt, dass ich das Buch in knapp zwei Tagen verschlungen habe. Der Autor bedient sich in seinem Roman einer sehr gegenwartsnahen Sprache, was die Authentizität zwar etwas einschränkt, den Lesefluss aber positiv beeinflusst. Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Romanen, bei denen die Autoren sich einem Personenregister bedienen müssen, um die Charaktere alle aufzulisten, gelingt es Oliver Becker die Protagonisten in einem überschaubaren Rahmen zu halten und jede Figur passend zur Handlung behutsam einzuführen. Die Handlung an sich ist bestimmt von allerlei Rätsel und ungeklärten Fragen, von denen viele bis kurz vor Schluss offen bleiben. Die mystisch angehauchte Atmosphäre in dem Buch trägt zusätzlich zum Spannungsaufbau bei. Zum Ende hin gelingt es Oliver Becker die Geschichte stimmig aufzulösen.



Mängel finden sich vor allem in der schlechten Ausstattung des Buches, dessen Buchrücken so unflexibel ist, dass sich beim Aufklappen ganze Seitenblöcke lösen.

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586 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 66 Rezensionen

liebe, handy, hochzeit, sms, poppy

Kein Kuss unter dieser Nummer

Sophie Kinsella , Jörn Ingwersen
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 12.11.2012
ISBN 9783442467716
Genre: Liebesromane

Rezension:

Poppy Wyatt ist frisch verliebt. Schon vier Wochen nach dem Kennenlernen macht der Mann ihrer Träume ihr einen Heiratsantrag. Ganz romantisch überreicht Magnus Poppy zur Verlobung einen wertvollen Smaragdring aus dem Familienerbe und Poppy könnte fühlt sich glücklich wie nie. Umso größer ist dann der Schreck, als sie den teuren Ring kurz vor der Hochzeit verliert und das ausgerechnet an dem Tag, an dem sie ihre Schwiegereltern in Spe, beide ziemlich furchteinflösende Intelligenzbestien, zum zweiten Mal treffen soll. Als wäre diese Katastrophe nicht schon groß genug, wird auch noch Poppys Handy gestohlen, mit dem sie die Ringsuchaktion organisieren wollte. Welch ein glücklicher Zufall, als sie im nächsten Mülleimer ausgerechnet ein abgelegtes Smartphone findet. Poppy beschließt das Telefon an sich zu nehmen. Schnell stellt sich heraus, dass Sam Roxton (ein äußerst erfolgreicher Geschäftsmann) der Eigentümer des Telefons ist und praktisch seinen gesamten Terminplan damit organisiert. Da Poppy sich weigert das Mobiltelefon wieder zurückzugeben bevor ihr Verlobungsring wieder auftaucht, willigt Sam ein, dass sie beide sich das Handy für wenige Tage teilen. Schon nach kurzer Zeit gelingt es Poppy, Sams geordnetes Leben völlig durcheinanderzubringen und ein haarsträubendes Abenteuer jagt das nächste.

Mit Poppy Wyatt schafft Sophie Kinsella eine neue, liebenswürdige Heldin, die wirklich kein Fettnäpfchen auslässt und von einem Schlammassel in den nächsten gerät.
Eine für einen lustigen Frauenroman etwas untypische Besonderheit sind die immer wieder eingefügten Fußnoten. Besonders zu Beginn des Buches tauchen auf fast allen Seiten welche auf. Meinen Lesefluss hat diese Idee nicht gestört, hätte die Autorin aber darauf verzichtet, wäre die Story auch nicht schlechter geworden.
Im Laufe der Handlung entwickelt sich Poppy von der charmanten Chaotin zu einer manchmal doch sehr ernsten und nachdenklichen Person. Natürlich darf dies keinesfalls als Kritikpunkt gewertet werden. Trotzdem litt für mich darunter doch der humorvolle Charme vom Anfang der Handlung, wo ich erstens herzhaft über Poppy lachen konnte und zweitens gerne in das Buch hineingestiegen wäre, um sie vor einer erneuten Peinlichkeit retten zu können. Im Mittelteil wirkt die Handlung dann durch Szenen wie aus einem Wirtschaftskrimi sogar etwas überfrachtet und Frau Kinsella hätte besser getan, sich auf das Privatleben der Protagonisten zu beschränken. Erst gegen Ende läuft Poppy für mich wieder zu alter Stärke auf und bringt die Geschichte zu einem gelungenen und vor allem romantischen Abschluss.

Fazit: Zwar ist Poppy Wyatt noch keine Becky Bloomwood, sie hat aber auf alle Fälle das Potenzial sich als erfolgreiche Heldin im undurchdringlichen Dschungel der romantischen Liebeskomödien zu etablieren, wenn Sophie Kinsella sich entscheidet ihre Geschichte weiterzuerzählen.

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

vogelsberg, krimi, schule, mord, hessen

Der Tod macht Schule

Dietrich Faber , yellowfarm gmbh , Stefanie Freischem
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Polaris, 01.11.2012
ISBN 9783862520251
Genre: Krimi und Thriller

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189 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 52 Rezensionen

abtreibung, düsseldorf, nachkriegszeit, hebamme, deutschland

Das Maikäfermädchen

Gina Mayer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 20.08.2012
ISBN 9783352008436
Genre: Romane

Rezension:

Gina Mayer vermittelt in ihrem Roman „Das Maikäfermädchen“ ein ebenso authentisches wie auch erschütterndes Stimmungsbild aus den Jahren unmittelbar nach Ende des 2. Weltkriegs. Es ist eine Zeit in der eine fast schon grausam anmutende „Jeder ist sich selbst der Nächste-Mentalität“ herrscht, eine Zeit in der die Menschen noch traumatisiert von Bombennächten und Naziterror, jetzt aus Hunger und Armut um ihr Leben fürchten müssen. Das ehemals so stolze und erhabene Deutsche Reich liegt in Trümmern und es sind gerade die Frauen, die in diesen Tagen sowohl physisch als auch psychisch über sich hinauswachsen müssen. Viele Männer sind gefallen und diejenigen, die nach Hause zurückkehren konnten, sind oft in vielerlei Hinsicht von ihren Erlebnissen und Erfahrungen in den Kriegsjahren gezeichnet.

Düsseldorf gehört 1945 zur englischen Besatzungszone. Dort lebt und arbeitet die Hebamme Käthe. Ihr Mann Wolf kam bisher nicht aus dem Krieg zurück und mit ihrem Beruf lässt sich in diesen schweren Tagen nur wenig Geld verdienen. Eines Tages trifft sie auf Ingrid. Ingrid ist eine junge Frau und ungewollt schwanger. Sie bittet Käthe eine Abtreibung vorzunehmen und verspricht als Lohn einen teuren Pelzmantel. Da Tauschgüter kurz nach Kriegsende mehr Wert sind als Bargeld und Käthe dringend wieder einmal ihren hungrigen Magen füllen muss, willigt sie trotz starker Bedenken ein und nimmt den Eingriff bei Ingrid vor. Doch Ingrid ist nur eine von vielen Frauen, die in dieser Hinsicht Hilfe benötigen. Viele Besatzer dehnen ihre Gebietsansprüche auch auf hilflose Frauen aus und nehmen sich ohne Rücksicht, was sie wollen. Doch selbst wenn in diesen Tagen ein Kind aus und mit Liebe gezeugt wurde, geraten die jungen Mütter in große Schwierigkeiten. Nahrung und Kleidung reichen ja häufig noch nicht einmal für sie selbst, der Wohnraum ist mehr als knapp. Wie kann man in eine solche Welt ein unschuldiges Kind setzen? Käthes Freundin Lilo wittert deshalb hinter den Abtreibungen schnell eine geniale Geschäftsidee. Vor dem Krieg lebte sie als Arztfrau in gutsituierten Verhältnissen. Doch seit der Krieg zu Ende ist, sitzt ihr Mann nur noch mit zitternden Fingern auf seinem Lehnstuhl und kann nicht mehr praktizieren. Lilo muss als Trümmerfrau alleine für ihre zwei halbwüchsigen Kinder sorgen. Bald führen Käthe und Lilo eine stadtbekannte Abtreibungspraxis und der Strom der Patientinnen reißt nicht mehr ab. Doch je mehr Menschen von ihrer illegalen Tätigkeit wissen, desto größer wird auch die Gefahr für Käthe und Lilo.

Die Story von „Maikäfer flieg“ war sehr berührend. Gina Mayer gelingt es den Leser in den Sommer 1945 mitzunehmen. Sie vermittelt eindrucksvoll das Bild der hungernden und verzweifelnden Menschen, die stundenlang und oft vergeblich in langen Wartschlangen stehen, um an knappe Nahrungsmittel zu gelangen. Die Beweggründe Käthes, von der Hebamme zur Engelmacherin zu werden, waren sehr nachvollziehbar aufgezeichnet. Die Autorin hat für diesen Roman ausführlich recherchiert, was sich in ihrer realitätsnahen Erzählweise positiv auswirkt. Obwohl die Wunden des Krieges im Buch nur langsam heilen, bleibt am Ende aber doch ein Hauch der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Kinder der nächsten Generation.

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529 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 37 Rezensionen

liebe, freundschaft, hochzeit, hochzeitsagentur, nora roberts

Herbstmagie

Nora Roberts , Katrin Marburger
Flexibler Einband: 443 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.09.2010
ISBN 9783453407657
Genre: Romane

Rezension:

Wer beim dritten Band der Jahreszeitenreihe von Nora Roberts angelangt ist, dem dürften die vier Freundinnen Mac, Emma, Laurel und Parker inzwischen bestens bekannt und ans Herz gewachsen sein. Wie schon in den beiden Vorgängern sind die vier Frauen immer mit viel Herzblut bei der Sache wenn es darum geht, mit ihrer Agentur Vows die „perfekte Hochzeit“ zu organisieren. Doch dieses Mal gönnt sich das Quartett sogar Ferien am Meer. Auf Singlepfaden wandeln dabei inzwischen nur noch Laurel und Parker. Dies wird sich allerdings rasch ändern. „Herbstmagie“ stellt nämlich die Liebesgeschichte der Konditorin Laurel und dem erfolgreichen Anwalt Del in den Mittelpunkt.

Nach „Herbstmagie“ bleibt nur noch „Winterwunder“ und danach ist diese wunderschöne Reihe schon am Ende angelangt. Dass ich aus diesem Grund kaum zum vierten Band greifen will, spricht ohne Zweifel für das Gelingen der Geschichte um die vier Hochzeitsplanerinnen. Auch „Herbstmagie“ verströmt wie die Vorgänger eine kuschelige und behagliche Atmosphäre, die Mädchenträume wahr werden lässt. Einziger Kritikpunkt war für mich die anfangs doch sehr zickige und kindische Art von Laurel, die die Story unnötig kompliziert hat. Diese kleine Irritation beim Lesen führt zu einem kleinen Punktabzug im Vergleich zu „Frühlingsträume“ und „Sommersehnsucht“.

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544 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 103 Rezensionen

schwestern, liebe, reise, tod, tagebuch

Die Landkarte der Liebe

Lucy Clarke ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.10.2012
ISBN 9783492300858
Genre: Romane

Rezension:

Mia ist tot. Angeblich hat sie sich in Bali von einer Klippe gestürzt. Alles was ihrer Schwester Katie als Erinnerung bleibt ist ein Tagebuch, das Mia auf ihrer Reise um die Welt begleitet hat. Katie hofft mit Hilfe dieses Tagebuches eine Antwort darauf zu finden, warum ihre Schwester Selbstmord begangen hat und beschließt den beschriebenen Stationen im Buch zu folgen. Die Reise führt sie von London, über San Francisco, Maui, Australien und Neuseeland schließlich an den finalen Punkt im Leben ihrer Schwester nach Bali.

„Die Landkarte der Liebe“ gehört zu den Büchern, die mich leider nicht ganz überzeugen konnten. Dies mag vor allem daran liegen, dass ich mir aufgrund von Titel und Cover einfach etwas anderes vorgestellt hatte. Erwartet habe ich eine romantische Story mit viel exotischem Flair, in der es vor allem um Liebe und schöne Reiseziele geht. Stattdessen handelt es sich aber um eine sehr traurige Familiengeschichte, die trotz der Beschreibung von vielen Sehnsuchtsorten wirklich keinerlei Wohlfühlatmosphäre aufkommen lässt.
Als weiteren Kritikpunkt von „Die Landkarte der Liebe“ möchte ich die Protagonisten anführen. Obwohl die Story um Mia und Katie teilweise sehr traurig und tragisch ist, kam für mich zu keinem Zeitpunkt der Lektüre der Moment, an dem mich die Geschichte wirklich berührt hätte. Stattdessen blieben alle Charakter sehr blass und unnahbar. Die männlichen Protagonisten, insbesondere Ed, waren mir sogar richtig unsympathisch.
Dank dem klaren und einfachen Schreibstil von Lucy Clarke lässt sich der Roman aber zumindest sehr schnell lesen. Verbunden mit dem wunderschön gestalteten Cover führt dies zu einer versöhnlichen Bewertung von drei Sternen.

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(283)

547 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 46 Rezensionen

liebe, freundschaft, hochzeit, nora roberts, hochzeitsagentur

Sommersehnsucht

Nora Roberts ,
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.06.2010
ISBN 9783453407640
Genre: Liebesromane

Rezension:

Auch im zweiten Band der Jahreszeitenreihe von Nora Roberts dreht sich wieder alles um das Leben der vier Freundinnen Mac, Emma, Laurel und Parker, die gemeinsam eine erfolgreiche Hochzeitsagentur betreiben.
Nachdem die Fotografin Mac in „Frühlingsträume“ mit dem Junglehrer Carter bereits ihr Liebesglück gefunden hat und jetzt sogar schon Heiratspläne schmiedet, begleitet die Autorin in „Sommersehnsucht“ die Floristin Emma auf ihrem holprigen Weg in den 7. Himmel.

Wie schon der erste Teil „Frühlingsträume“ hat mich auch „Sommersehnsucht“ glänzend unterhalten. Es gibt einige Stellen im Buch, an denen ich das Gefühl hatte, in diesem Moment nicht noch mehr Gefühl und Kitsch ertragen zu können, weil alles schon. so wahnsinnig vollkommen war. Genau dies macht meiner Meinung nach aber den Zauber dieser Reihe aus. Es dreht sich alles ausschließlich um die schönen Dinge des Lebens. Das Buch ist erfüllt von schönen Blumen, gutem Essen und glücklichen Hochzeitspaaren. Romantische Städtereisen, erstklassige Restaurants und exquisite Hotels lassen die Herzen von Genussmenschen bei der Lektüre höherschlagen.
„Sommersehnsucht“ ist ein Roman, der dazu einlädt es sich einfach bequem zu machen, alles Negative für einen kurzen Lesemoment auszublenden und nur noch die wonnige Atmosphäre zu genießen, die Nora Roberts mit ihrem wunderschönen Schreibstil in der Jahreszeitenreihe kreiert.

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