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Atlas über einfach alles

Marianne Harms-Nicolai
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 12.02.2018
ISBN 9783845825212
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der ‚Atlas über einfach alles‘ ist für Kinder ab 8 Jahre geeignet und behandelt eine Vielzahl an Themen: Geografie, Geologie, Demografie, Evolution, Geschichte, Kultur, Politik, Architektur, Umwelt, Industrie, Biologie, Medizin, Ernährung, Handel, (Tele-) Kommunikation, Kultur (Feste, Religion, Sport, Kino, Musik, Literatur), Raumfahrt u.a.

Der Atlas ist sehr übersichtlich und durch die bunten, aber nicht überbordenden Grafiken ästhetisch und sehr anschaulich. Sehr gelungen fand ich Vergleiche wie ‚Stell dir vor, es gäbe nur 100 Menschen auf der Welt!‘ oder ‚In der Zeit, die du brauchst, um diese Seite zu lesen, werden gerade zwei fußballfeldgroße Flächen im Regenwald gerodet, um Platz für neue Palmölplantagen zu machen.‘ sowie die vielen kleinen Nebeninformationen, die der Leser bekommt. So wird im Kapitel zur Lage und Größe der Ozeane z.B. auch der Marianengraben erwähnt, dem Mount Everest gegenübergestellt und der Wasserdruck im Marianengraben ins Verhältnis zum Druck an der Meeresoberfläche gesetzt.

Im Buch finden sich sowohl spannende Informationen, die zur Allgemeinbildung gehören (sollten), als auch aktuell besonders wichtige Themengebiete, die z.B. Einblicke in die Palmölproduktion bieten oder den Klimawandel veranschaulichen.

Damit vermittelt der Atlas sehr viel Wissen und schafft dies zudem auf sehr gelungene Weise, da das Anschauen des Buches und das Betrachten der Grafiken einfach Spaß macht. Der ‚Atlas über einfach alles‘ klärt aber auch auf über Missstände auf, was ich für besonders wichtig halte, damit Kindern diese Inhalte schon früh vermittelt werden und sie so eine Chance haben, es später besser zu machen als wir heute.

Einige Themen machen auch sehr nachdenklich, z.B. wenn man sieht, woran man in manchen Ländern am wahrscheinlichsten stirbt, während man in anderen Ländern mit solchen Krankheiten lange leben kann oder gar geheilt wird.

Ich finde, der Atlas eignet sich perfekt für Kinder, die erstmals Kontakt mit den im Buch abgehandelten Themen bekommen sollen/wollen, aber auch für Erwachsene, die durch den Atlas einen schönen Überblick über verschiedene Themen erhalten möchten. Auch als Erwachsener findet man im ‚Atlas über einfach alles‘ sicherlich Informationen, die man bislang noch nicht kannte oder die man nach der Schulzeit wieder vergessen hat.

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Berlin fotografieren - Szeneviertel, Kieze und Berliner Leben

Andreas Böttger , Nancy Jesse
Flexibler Einband: 292 Seiten
Erschienen bei dpunkt, 11.12.2017
ISBN 9783864905148
Genre: Sonstiges

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sue monk kidd

Die Erfindung der Flügel

Sue Monk Kidd , Astrid Mania
Flexibler Einband
Erschienen bei btb, 10.04.2018
ISBN 9783442717071
Genre: Romane

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urknalltheorie, physik, astrophysik, universum, urknall

Das Universum in deiner Hand

Christophe Galfard , Jens Hagestedt , Ursula Held
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 26.01.2018
ISBN 9783406714481
Genre: Sachbücher

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Trinkende Frauen

Leah Odze Epstein , Caren Osten Gerszberg
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Louisoder, 05.03.2018
ISBN 9783944153445
Genre: Sonstiges

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Dunkelgrün fast schwarz

Mareike Fallwickl
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 05.03.2018
ISBN 9783627002480
Genre: Romane

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Die Expedition

Jason Lewis , Katharina Förs , Gabriele Gockel , Thomas Wollermann
Fester Einband: 912 Seiten
Erschienen bei MALIK, 05.10.2015
ISBN 9783890294582
Genre: Sonstiges

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Seht, was ich getan habe

Sarah Schmidt. , Pociao
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 01.02.2018
ISBN 9783866124356
Genre: Romane

Rezension:

Vierter August 1892 in Fall River, Massachusetts: Die 32-jährige Lizzie Borden, die unverheiratet ist und mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter und dem Dienstmädchen Bridget zusammenlebt, findet im Erdgeschoss ihres Elternhauses die blutüberströmte Leiche ihres Vaters. Kurz darauf wird zudem der Leichnam von Lizzies Stiefmutter entdeckt. Beide wurden anscheinend mit einem axtähnlichen Gegenstand ermordet.

Bis heute sind die Morde an Andrew und Abby Borden nicht vollständig geklärt, und aufgrund ihrer Faszination für den mysteriösen Kriminalfall machte sich die Autorin Sarah Schmidt auf die Suche nach den Hintergründen der Morde und schrieb schließlich ihren Debütroman ‚Seht, was ich getan habe‘ über die Bordens und den geheimnisvollen 4. August 1892.

Schmidt erzählt ihre Geschichte aus vier verschiedenen Perspektiven: Lizzie (die sich an die Tatumstände nicht erinnern kann, die ein Motiv und kein überzeugendes Alibi hat), Emma (Lizzies älterer Schwester, die nach dem Mord in ihr Elternhaus kommt), Bridget (die fest vor hatte, die Bordens bald zu verlassen, und die von Abby Borden um ihre Ersparnisse gebracht wurde) und Benjamin (ein geheimnisvoller Mann, der sich vor der Tat auf dem Besitz der Bordens herumtrieb). Durch diese Perspektivenwechsel erfährt der Leser/Hörer viel über die Protagonisten selbst, über ihre Gedanken und Gefühle, über ihre Verbindungen zu anderen Figuren und darüber, was sie von den anderen Personen halten, wie sie zu ihnen stehen und was sie von ihnen erwarten.

Ich kannte die Geschichte um Lizzie Borden und um den Mord an ihrem Vater und ihrer Stiefmutter bis zur Lektüre von ‚Seht, was ich getan habe‘ noch nicht, doch ich war - genau wie die Autorin selbst - sofort gefesselt von diesem Fall.

‚Seht, was ich getan habe‘ behandelt die Umstände der Leichenfunde und spekuliert über den Tathergang, die Motive der einzelnen Personen sowie über die Hintergründe der Tat. Dabei vermischt Schmidt die historischen Fakten auf sehr gelungene Weise mit fiktiven Anteilen, so dass ‚Seht, was ich getan habe‘ einerseits wie ein Tatsachenbericht wirkt, andererseits ein rundum gelungener Kriminalroman ist.

Schmidt erzählt detailreich und lebendig, so dass ihr Debütroman nicht nur eine wahre Geschichte behandelt, die fiktionale Facetten aufweist, sondern auch eine Art Zeitdokument darstellt, das das Leben und den Alltag Ende des 19. Jahrhunderts auf glaubwürdige und überzeugende Weise abbildet.

Der Roman ist ebenso flüssig zu lesen wie anspruchsvoll geschrieben, doch einige Phrasen, die sich auf ähnliche Weise durch das gesamte Buch ziehen, fand ich sehr sonderbar und eher infantil, wie z.B. ‚kreisch, kreisch‘, ‚schmatz, schmatz, schmatz‘.

‚Seht, was ich getan habe‘ ist ein Buch, das ich eines Tages sicherlich nochmals lesen oder hören werde, da die Geschichte komplex ist, die Protagonisten überzeugen und die Handlung fesselnd inszeniert wurde.

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Seht, was ich getan habe

Sarah Schmidt , Pociao , Gala Winter , Anne Weber
Audio CD
Erschienen bei OSTERWOLDaudio, 01.02.2018
ISBN 9783869523866
Genre: Romane

Rezension:

Vierter August 1892 in Fall River, Massachusetts: Die 32-jährige Lizzie Borden, die unverheiratet ist und mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter und dem Dienstmädchen Bridget zusammenlebt, findet im Erdgeschoss ihres Elternhauses die blutüberströmte Leiche ihres Vaters. Kurz darauf wird zudem der Leichnam von Lizzies Stiefmutter entdeckt. Beide wurden anscheinend mit einem axtähnlichen Gegenstand ermordet.

Bis heute sind die Morde an Andrew und Abby Borden nicht vollständig geklärt, und aufgrund ihrer Faszination für den mysteriösen Kriminalfall machte sich die Autorin Sarah Schmidt auf die Suche nach den Hintergründen der Morde und schrieb schließlich ihren Debütroman ‚Seht, was ich getan habe‘ über die Bordens und den geheimnisvollen 4. August 1892.

Schmidt erzählt ihre Geschichte aus vier verschiedenen Perspektiven: Lizzie (die sich an die Tatumstände nicht erinnern kann, die ein Motiv und kein überzeugendes Alibi hat), Emma (Lizzies älterer Schwester, die nach dem Mord in ihr Elternhaus kommt), Bridget (die fest vor hatte, die Bordens bald zu verlassen, und die von Abby Borden um ihre Ersparnisse gebracht wurde) und Benjamin (ein geheimnisvoller Mann, der sich vor der Tat auf dem Besitz der Bordens herumtrieb). Durch diese Perspektivenwechsel erfährt der Leser/Hörer viel über die Protagonisten selbst, über ihre Gedanken und Gefühle, über ihre Verbindungen zu anderen Figuren und darüber, was sie von den anderen Personen halten, wie sie zu ihnen stehen und was sie von ihnen erwarten.

Ich kannte die Geschichte um Lizzie Borden und um den Mord an ihrem Vater und ihrer Stiefmutter bis zur Lektüre von ‚Seht, was ich getan habe‘ noch nicht, doch ich war - genau wie die Autorin selbst - sofort gefesselt von diesem Fall.

‚Seht, was ich getan habe‘ behandelt die Umstände der Leichenfunde und spekuliert über den Tathergang, die Motive der einzelnen Personen sowie über die Hintergründe der Tat. Dabei vermischt Schmidt die historischen Fakten auf sehr gelungene Weise mit fiktiven Anteilen, so dass ‚Seht, was ich getan habe‘ einerseits wie ein Tatsachenbericht wirkt, andererseits ein rundum gelungener Kriminalroman ist.

Schmidt erzählt detailreich und lebendig, so dass ihr Debütroman nicht nur eine wahre Geschichte behandelt, die fiktionale Facetten aufweist, sondern auch eine Art Zeitdokument darstellt, das das Leben und den Alltag Ende des 19. Jahrhunderts auf glaubwürdige und überzeugende Weise abbildet.

Der Roman ist ebenso flüssig zu lesen wie anspruchsvoll geschrieben, doch einige Phrasen, die sich auf ähnliche Weise durch das gesamte Buch ziehen, fand ich sehr sonderbar und eher infantil, wie z.B. ‚kreisch, kreisch‘, ‚schmatz, schmatz, schmatz‘.

‚Seht, was ich getan habe‘ wird sehr fesselnd erzählt und von den vier Sprechern (Gala Othero Winter als Lizzie, Anne Weber als Emma, Lisa Hagmeister als Bridget und Julian Greis als Benjamin) ebenso großartig gelesen. Dabei fand ich vor allem die etwas kratzige Stimme Bridgets, die stets etwas leidend klingt, und die Intonation Lizzies, die atemlos und gehetzt erscheint, passend und perfekt gewählt.

‚Seht, was ich getan habe‘ ist ein Buch, das ich eines Tages sicherlich nochmals lesen oder hören werde, da die Geschichte komplex ist, die Protagonisten überzeugen und die Handlung fesselnd inszeniert wurde.

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camille seaman, arkti, antarktis, vom ende der ewigkeit

Vom Ende der Ewigkeit

Camille Seaman , Elizabeth Sawin
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Prestel, 02.03.2015
ISBN 9783791381428
Genre: Sachbücher

Rezension:

‚Seit Ende August 2011 bin ich nicht mehr an den Polen gewesen. Bei meinem letzten Besuch gab es so wenig Eis, dass es mir das Herz brach.‘ (Seite 20)

Eine Reise in die Eiswelten unseres Planeten war kein Kindheitstraum von Camille Seaman, die Pole haben sie nie wirklich interessiert, doch 1999 führte sie der Zufall nach Alaska. Sie war sofort fasziniert und bereiste seitdem mehrfach die Arktis und die Antarktis.

In ‚Vom Ende der Ewigkeit‘ erzählt sie von ihrer Kindheit, ihrer Familie, ihrem Leben, den Folgen ihrer ersten Arktis-Reise und ihrer Begeisterung für die Pole. Ihre Texte informieren und unterhalten, aber sie mahnen auch und erinnern uns daran, was wir auf unserem Planeten anrichten und wie sich die Pole mit der Zeit verändern.

Die großformatigen Fotografien stammen von Reisen in die Antarktis, nach Spitzbergen und Grönland und sind einfach wundervoll. Sie zeigen Eis und Eisberge, düsteren Himmel und spektakuläre Lichtstimmungen, Meer und Wolken, Eisbären und Walrosse, Pinguine und Seeschwalben.

‚Vom Ende der Ewigkeit‘ ist ein bewegender, weiser, ästhetischer, stimmungsvoller und lehrreicher Bildband mit einer wichtigen Botschaft: ‚Sei ein guter Vorfahre!‘ (Seite 117)

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Berlin fotografieren - Architekturschätze und geheime Orte

Andreas Böttger , Nancy Jesse
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei dpunkt, 18.09.2017
ISBN 9783864904639
Genre: Sonstiges

Rezension:

‚Hier darf man sein, hier findet jeder seinen Platz und keiner fällt auf, solange er auffällt.‘ (Seite 4)

Ich wohne seit knapp zwei Jahren in Berlin, und ich möchte gerne wieder mehr fotografieren, was seit meinem Umzug in die Metropole leider in den Hintergrund gerückt ist, obwohl ich davon ausgegangen war, dass Berlin mich dazu motiviert, jedes Wochenende mit meiner Kamera loszuziehen.

Mit den beiden Büchern ‚Berlin fotografieren‘ wollte ich endlich Abhilfe schaffen und mich wieder auf die Suche nach Fotomotiven begeben.

‚Berlin fotografieren. Architekturschätze und geheime Orte‘ beinhaltet sieben Touren durch die Stadt, die vollkommen unterschiedliche Aspekte Berlins zeigen. Gefallen hat mir dabei vor allem die Mischung aus bekannteren Landmarks, die eine gute Orientierung ermöglichen, und unbekannteren Orten, die zum Entdecken der Stadt einladen.

Die einzelnen Touren werden recht knapp abgehandelt, so dass man sich nicht durch seitenlange Abhandlungen kämpfen muss, sondern die wichtigsten Informationen erhält, um so schnell wie möglich das Haus zu verlassen und zu fotografieren (oder einfach nur zu laufen, zu beobachten und zu staunen - die Kamera kann dabei meiner Meinung nach auch daheim bleiben, so dass man das Buch auch als Lauf-Führer durch die Stadt verwenden kann).

Die Touren werden durch einen kurzen Text eingeleitet, der kurz erklärt, um was es bei der Tour geht und was es zu erkunden gibt. Die Autoren Andreas Böttger und Nancy Jesse bieten zudem Informationen zur Dauer der Tour, zu den Kilometern, die man dabei zurücklegt, zum Fotografie-Genre und zur Ausrüstung, die man für die Tour braucht oder brauchen könnte. Außerdem werden Tipps für den richtigen Zeitpunkt gegeben sowie der Verlauf der Tour und die einzelnen Stationen auf einer Karte veranschaulicht. Im Anschluss beschreiben die Autoren die Stationen genauer, so dass man ganz nebenbei auch noch etwas über die Geschichte der Stadt, die Bedeutung von Bauwerken, den Ausbau des U-Bahn-Netzes etc. lernt. QR-Codes helfen zusätzlich bei der Orientierung und machen die Touren noch einfacher planbar.

Die im Buch abgedruckten Fotografien sind sehr gelungen und ästhetisch, wodurch sie eine gewisse Vorbildfunktion haben, denn von Autoren und Fotografen, die ihre Kunst so gut verstehen, lässt man sich gerne Tipps geben und gerne an die Hand nehmen.

‚Berlin fotografieren. Architekturschätze und geheime Orte‘ macht Lust auf Berlin und auf Fotografieren, aber auch darauf, sich näher mit der Geschichte und Politik der Stadt zu beschäftigen.

Meiner Meinung nach eignet sich das Buch sowohl für gebürtige Berliner, für Zugezogene und für Touristen. Jeder wird in ‚Berlin fotografieren. Architekturschätze und geheime Orte‘ etwas Neues entdecken, und jeder wird das Gefühl haben, er müsse sich sofort auf den Weg durch die Stadt machen.

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DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Oman

Gerhard Heck
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 05.12.2017
ISBN 9783770181483
Genre: Sonstiges

Rezension:

‚Vor allem die Gegensätze fesseln. Während man an der Küste - ganz in der Tradition des Seehandels - modernen Einflüssen gegenüber aufgeschlossen ist, scheint in den Bergen die Zeit stillzustehen.‘ (Seite 9)

Gerhard Heck hat für seinen Reiseführer ‚Oman‘ eine unglaubliche Fülle an Informationen über das drittgrößte Land der Arabischen Halbinsel zusammengetragen.

In ‚Wissenswertes über Oman‘ bietet er Einblicke in die Geschichte, Politik, Natur, Gesellschaft und Architektur des Landes, in ‚Wissenswertes für die Reise‘ erfährt der Leser mehr über Anreise, Übernachten, Essen und Trinken, Sport, Feste sowie Verhaltenstipps, Feilschen, Fotografieren, Kleidung, Klima etc. Diese Abschnitte im Buch sind sowohl stimmungsvoll als auch lehrreich, vermitteln sehr viel Wissen über das Land, aber auch allgemeinere Informationen über den Islam, arabische Herrschertitel etc. Aus eigener Erfahrung bei einer Jemen-Reise kann ich sagen, dass man ein Land wie den Oman, seine Bewohner und ihre Kultur, Mentalität etc. nur dann gut verstehen kann, wenn man den Islam gut kennt und sich intensiv mit dieser Religion beschäftigt hat. Die Einblicke in den Islam, den Azan etc., die Heck in seinem Buch bietet, sind somit enorm wichtig für jeden Oman-Reisenden, der etwas über den Tellerrand schauen und wirklich das Land kennenlernen möchte.

An diese einführenden Abschnitte schließt sich das umfangreiche Kapitel ‚Unterwegs in Oman‘ an, das in ‚Muscat und Capital Area‘, ‚Küstenregion Batinah und Hinterland‘, ‚Musandam und die Straße von Hormuz‘, ‚Nizwa und das Landesinnere‘, ‚Der Osten‘ und ‚Region Dhofar‘ gegliedert ist. Innerhalb dieser Unterkapitel finden sich Karten, Tipps, besonders sehenswerte Orte, schöne Routen, Vorschläge für Aktivitäten, Unterkünfte, Restaurants etc.

Kapitel über Dattelpalmen, Sindbad, Henna-Tattoos, Weihrauch usw. ziehen sich durch das gesamte Buch, und auch gelungene Fotos, die die Vielfalt des Landes zeigen und Lust auf eigene Reisen machen, finden sich in jedem Abschnitt und in großer Menge.

Bisher hatte ich mich eher wenig mit dem Oman beschäftigt, nach der Lektüre bin ich mir aber sicher, dass ich mich irgendwann auf den Weg in das Nachbarland des Jemen machen sollte. Beim Lesen habe ich wieder einmal bemerkt, wie schön der Oman ist und wie ähnlich er in vielen Aspekten dem Jemen ist, z.B. bezüglich der Wüste, der Gebirge, der Terrassenfelder und bisweilen der Architektur, bedauerlicherweise jedoch nicht bezüglich der urbanen Architektur mit den wunderschönen Lehmbauten, die man im Jemen findet (fand?).

‚Oman‘ eignet sich perfekt zur Reisevorbereitung, aber auch (wie in meinem Fall) ohne einen konkreten Reiseplan, sondern einfach zum besseren Kennenlernen eines ebenso faszinierenden wie (relativ) unbekannten Landes.

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radikal, biografie, kampf, journalistin, glauben

Nur wenn du allein kommst

Souad Mekhennet , Sky Nonhoff , Hilke Rusch
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 29.01.2018
ISBN 9783844530001
Genre: Biografien

Rezension:

‚Statt meine Ängste die Oberhand gewinnen zu lassen, begann ich, sie als Herausforderung zu begreifen.‘

Souad Mekhennet, Tochter einer türkischen Mutter und eines marokkanischen Vaters, aufgewachsen bei den Großeltern in Marokko und später bei den Eltern in Deutschland, beschäftigte sich nach dem Besuch der Henri-Nannen-Schule für Journalismus und ihrem Politikstudium intensiv mit islamistischem Terror.

Im Laufe der Jahre gelang es ihr, Kontakte zu (teils hochrangigen) Mitgliedern von al-Qaida und ISIS aufzubauen, sie recherchierte dabei in Deutschland, Pakistan, Algerien, Ägypten, Tunesien, im Grenzgebiet Türkei/Syrien, im Libanon, im Irak und vielen anderen Ländern.

In ‚Nur wenn du allein kommst‘ erzählt sie von ihrer Kindheit, von ihrem Leben, von ihrer Familie, von historischen Gegebenheiten und der Kolonialherrschaft im Maghreb, von den Anfängen ihrer journalistischen Tätigkeit und von ihrer Recherchetätigkeit in Verbindung mit verschiedenen Terrororganisationen und -netzwerken.

Ich habe mich schon sehr intensiv mit dem Islam und auch mit Islamismus beschäftigt, und mir hat das Hörbuch zu ‚Nur wenn du allein kommst‘ sehr gut gefallen, weil Mekhennet Fragen stellt, die viele andere Journalisten nicht stellen, weil sie mutig ist, weil sie verstehen will, und weil sie den Leser teilhaben lassen möchte an ihren Erkenntnissen und an ihrer komplexen Weltsicht.

Als Hörer erhält man hier sehr viele Einblicke in Themen wie Islam und Islamismus, Politik und Terrorismus. Auch wird einem spätestens durch Autoren wie Mekhennet klar, wo die Ursachen für Islamismus und Terror liegen, was Kolonialherrschaft, soziale Benachteiligung und Nahostpolitik angerichtet haben und noch immer anrichten.

Durch zeitliche und räumliche Sprünge begleitet man Mekhennet in die Levante, in den Maghreb und in den Mittleren Osten bzw. zum 11. September 2001, zum Arabischen Frühling, zu den Attentaten in Paris etc.

Das Hörbuch hat mir inhaltlich und sprachlich sehr gut gefallen, doch es wird zudem hervorragend von Hilke Rusch gelesen, die arabische Begriffe und Namen korrekt und scheinbar mühelos ausspricht und dadurch sehr natürlich wirkt.

‚Nur wenn du allein kommst‘ ist detailreich, packend erzählt, informativ, wichtig und bietet einen anderen Blickwinkel als das, was man aus den täglichen Nachrichten kennt.

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Meine Reisen an die Enden der Welt

Michael Runkel
Fester Einband
Erschienen bei Frederking & Thaler, 10.01.2018
ISBN 9783954162550
Genre: Sonstiges

Rezension:

‚Seit dreißig Jahren reise ich um die Welt, von den Gletschern im hohen Norden bis zu den Eismassen am Südende unteres Planeten, von den heißen Wüsten zu den feuchten Urwäldern am Äquator, von abgelegenen Inseln im Südpazifik zu Europas Metropolen. Ich habe sicherlich nicht alles, aber wohl schon sehr viel von der Erde gesehen. Seit 1988 habe ich alle Länder besucht und mehr als 1000 von weltweit insgesamt 1285 Provinzen.‘ (Seite 12)

Laut Nomad Mania, einem Verbund von Extrem- und Vielreisenden, gehört Michael Runkel zu den meistgereisten Menschen der Welt (im Februar 2018 auf Platz 10).

Mit seinem Buch ‚Meine Reisen an die Enden der Welt‘ ermöglicht er einen kleinen Einblick in seine Reisen und seine Erlebnisse und nimmt den Leser mit an Strände (z.B. Socotra, Tuvalu, Salomonen), ins (ehemals bzw. noch immer) sozialistische Asien (z.B. Tadschikistan, Nordkorea), ins ewige Eis (z.B. Südgeorgien, Arktis), in Länder mit besonderen Traditionen (z.B. Vanuatu, Namibia), an gefährliche Orte (z.B. Mogadischu, Pakistan), auf Berge (z.B. Ladakh, Swanetien) und in Wüsten (z.B. Libyen, Eritrea, Mauretanien).

Zu jedem Ort bietet Runkel neben spektakulären Fotos auch knappe und trotzdem informative Texte, geht näher auf Reisezeit, Reiseplanung, Websites, Lesetipps und Besonderheiten des Ortes ein.

Runkel stellt in seinem Buch viele meiner Sehnsuchtsorte vor, betritt aber auch (für mich) unbekannteres Terrain und erzählt durchweg von Orten, die man nicht in jedem Reiseführer findet. Seine spannenden Abenteuer und seine gelungenen Fotos von Menschen, Tieren, Landschaften und Architektur machen neugierig auf ferne Länder und unbekannte Kulturen.

Es ist unglaublich und extrem spannend, was Runkel schon alles gesehen und erlebt hat, und einfach wunderbar, dass er den Leser mit ‚Meine Reisen an die Enden der Welt‘ daran teilhaben lässt.

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48 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

coming-of-age, aids, jugendliche, familie, hiv

Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

Carol Rifka Brunt , Frauke Brodd
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 23.02.2018
ISBN 9783961610075
Genre: Romane

Rezension:

Dezember 1986: Der berühmte und erfolgreiche Maler Finn Weiss malt sein allerletztes Porträt. Er wird sehr bald an den Folgen einer HIV-Infektion sterben, befindet sich im Stadium des fortgeschrittenen erworbenen Immunschwächesyndroms (Acquired Immune Deficiency Syndrome, AIDS).

Das Motiv seines letzten Gemäldes ist seine 14-jährige Patentochter und Nichte June Elbus mit ihrer älteren Schwester Greta. Mit June verbindet ihn eine tiefe Zuneigung und eine große Vertrautheit, mit ihr teilt er seine Geheimnisse, und er kennt ihre.

Doch nach seinem Tod muss June erkennen, dass sie viele Dinge über Finn nicht wusste, z.B. dass er neun Jahre lang mit einem Mann zusammengelebt hat, der nun noch immer in der Wohnung Finns wohnt.

Auf diesen Mann, Toby, wird June erstmals bei Finns Beerdigung aufmerksam, doch sie versteht schnell, dass ihre Eltern mit dem Mann nichts zu tun haben möchten, dass sie ihm an Finns Tod die Schuld geben. Doch Toby sucht Junes Nähe, übergibt ihr die geliebte russische Teekanne, die Finn gerne benutzt hat und ihr bereits zu Lebzeiten schenken wollte, was Junes Mutter jedoch abgelehnt hatte. Nach und nach verbringen June und Toby mehr Zeit miteinander, freunden sich an und teilen ihre Erinnerungen an Finn.

Der Einstieg ins Buch hat mir gut gefallen, die Figuren wirkten gut herausgearbeitet und lebensnah, der Schreibstil war flüssig und doch anspruchsvoll. Auch die vielen Wechsel der Zeitebenen fand ich gelungen, denn durch die Rückblenden konnte man viel über die Kindheit Junes und die Zeit mit Finn erfahren. Durch die kurzen Kapitel habe ich immer weiter gelesen und bin anfangs sehr schnell mit dem Roman vorangekommen.

Nach dem vielversprechenden Einstieg empfand ich die Aktionen und Reaktionen der Figuren sowie die Beziehungen zwischen ihnen jedoch als kaum mehr überzeugend und schließlich sogar vollkommen unglaubwürdig. Damit hat der Roman für mich seinen Zauber verloren, und er konnte mich nicht bewegen, sondern ich empfand ihn mehr und mehr als rührselig, teilweise sogar als kitschig.

Als störend empfand ich auch, dass die Autorin alles bis ins kleinste Detail erklärt, so dass man als Leser intellektuell, emotional und psychologisch nicht herausgefordert wird, z.B.:

>‚Genau das wünsche ich mir für dich‘, sagte er. ‚Ich will, dass du nur die aller-, allerbesten Menschen kennenlernst.‘
In diesem Moment verlor ich die Beherrschung und weinte, weil ich den allerbesten Menschen schon kannte. Finn war diese allerbeste Person.<

Mich hat das Buch im Verlauf fast wütend gemacht: die hölzernen Dialoge, die konservativen Ansichten, die fehlende psychologische Tiefe, die Borniertheit der Figuren, die Vorhersehbarkeit der Geschichte, die Binsenweisheiten.

Von mir gibt es leider keine Leseempfehlung, auch wenn ‚Sag den Wölfen, ich bin zu Hause‘ von anderer Seite hochgelobt wurde.

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Das Universum für Eilige

Neil deGrasse Tyson , Hans-Peter Remmler
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.01.2018
ISBN 9783446258358
Genre: Sachbücher

Rezension:

‚Menschen, die glauben, es gebe nichts, worüber sie nichts wüssten, haben noch nie nach der Grenze zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten im Universum gesucht, geschweige denn, dass sie an diese Grenze gestoßen wären.‘

Neil deGrasse Tyson, ein US-amerikanischer Astrophysiker, erzählt in ‚Das Universum für Eilige‘ von der Entstehung des Universums und des Lebens, von Galaxien, Newtons Gravitationsgesetz, kosmischer Mikrowellenhintergrundstrahlung, dunkler Materie und dunkler Energie, Relativitätstheorie und Quantenmechanik, Periodensystem der Elemente (‚durch die Brille des Astrophysikers‘), elektromagnetischem Spektrum, Asteroiden, Monden, Aliens und Exoplaneten.

Ich war sehr begeistert von Carl Sagans TV-Sendung ‚Cosmos‘ und dementsprechend neugierig auf Sagans Nachfolger deGrasse Tyson und sein Buch ‚Das Universum für Eilige‘.

Ich habe ‚Das Universum für Eilige‘ zuerst als Hörbuch gehört und danach als Buch gelesen, so dass ich die beiden Medien gut miteinander vergleichen kann. Mir haben beide Versionen sehr gut gefallen, ich finde aber, dass das Hörbuch etwas mehr unterhält, das Buch dafür besser Wissen vermittelt hat, da ich persönlich konzentrierter lese als ein Hörbuch höre. Ich kann somit beide Medien empfehlen.

DeGrasse Tyson erzählt in einfacher Sprache und mit viel Humor, und so schafft er es, den Leser/Hörer zu fesseln, ihn zu unterhalten, komplexe Inhalte auf vereinfachte Weise zu vermitteln und die behandelten Themen mit anschaulichen Beispielen zu versehen. Konzentrieren muss man sich aber trotzdem, wenn man seinen Ausführungen folgt, denn deGrasse Tyson schneidet viele verschiedene Themenbereiche an und geht zudem ins Detail.

Sehr gelungen fand ich das Kapitel ‚Der Kosmos im Periodensystem‘, in dem der Autor auf besonders unterhaltsame Weise Wissen transportiert, dem ich besonders gebannt gelauscht und das ich mit großem Vergnügen erneut gelesen habe.

Das (ungekürzte) Hörbuch wird von Oliver Rohrbeck gelesen, der - wie oben bereits angedeutet - dem Text viel Leben einhaucht und ‚Das Universum für Eilige‘ damit zu einem amüsanten, lehrreichen und rundum fesselnden Hörerlebnis macht.

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Digitale Schwarz-Weiß-Fotografie (Edition FotoHits)

Dacos
Geheftet: 240 Seiten
Erschienen bei mitp, 21.12.2017
ISBN 9783958456921
Genre: Sonstiges

Rezension:

Alexander Dacos erzählt in seinem Buch 'Digitale Schwarz-Weiß-Fotografie' von der Geschichte der (S/W-) Fotografie, erklärt Farben und Grauwerte, Licht und Schatten, zeigt dem Leser, wie man Fotos komponieren sollte, damit sie wirken, wie man Farbfilter einsetzt, wie man Fotos bearbeiten und wie man diese letztendlich präsentieren kann.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn man spürt auf jeder Seite, wie begeistert der Autor von (S/W-) Fotografie ist und dass er etwas von seinem Handwerk versteht.

Die Kombination aus erstklassige Fotografien und sehr verständlich geschriebenen und lehrreichen Texten sorgt dafür, dass man den Autor als Fotografen und Lehrer ernst nehmen kann und ihm gerne über die Schulter schaut.

Mir hat die Lektüre aufgrund der sehr gelungenen Fotografien und der spannenden Texte durchweg Spaß gemacht, und obwohl ich bereits länger selbst fotografiere und zudem schon sehr viel über Fotografie gelesen habe, konnte mir Dacos neues Wissen vermitteln.

Für mein Empfinden richtet sich das Buch vor allem an Einsteiger ins Thema Fotografie bzw. in die S/W-Fotografie, aber auch Fortgeschrittene finden hier sicherlich noch den ein oder anderen wertvollen Hinweis. Die schönen Fotografien, die zudem hervorragend gedruckt wurden, lohnen sich jedoch für alle Fotografen, unabhängig von Erfahrung und Wissensstand.

'Digitale Schwarz-Weiß-Fotografie' ist ein inspirierendes, spannendes, lehrreiches und ästhetisches Buch in einem sehr praktischen Format.

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113 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 32 Rezensionen

neapel, italien, neapolitanische saga, band 4, elena

Die Geschichte des verlorenen Kindes

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 614 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.02.2018
ISBN 9783518425763
Genre: Romane

Rezension:

‚Wenn du heute mit so einem Artikel an die Öffentlichkeit gehst, tust du etwas Wichtiges für dich, für deine Leser, für alle; du zeigst, dass das Italien, in dem wir leben, viel schlimmer ist, als wir uns das erzählen.‘ (Seite 401)

Elena hat alles auf eine Karte gesetzt: die Beziehung mit ihrem Ehemann Pietro beendet, ihre Töchter Dede und Elsa zurückgelassen, ihre Schwiegermutter Adele - mit ihrem großen Einfluss auf Medien und Verlagswesen - verärgert, ihr finanziell unbeschwertes Leben aufgegeben, mit ihren Eltern gebrochen.

Elenas Preis für eine gemeinsame Zukunft mit ihrer Jugendliebe Nino Sarratore ist hoch, aber sie ist glücklich mit Nino, der sich bemüht, sie umschmeichelt und umsorgt. Doch immer wieder kämpft Elena gegen ihre Unsicherheit, ihre Eifersucht und ihre Angst, Nino wieder zu verlieren - und damit alles verloren zu haben.

Parallel zu ihrem bewegten Liebesleben veröffentlicht Elena ein weiteres Buch, das zuerst in Frankreich erscheint, weswegen sie hin- und hergerissen ist zwischen dem Leben einer erfolgreichen Autorin, die sich auf Lesereisen begibt und gefeiert wird, und dem Leben als Mutter, die Zeit für ihre Töchter aufbringt.

Nach und nach bröckelt Ninos Fassade, Lila und andere Freunde aus dem Rione warnen Elena, und selbst Adele berichtet von Gerüchten über Nino, die ihr zu Ohren gekommen sind.

‚Ich spürte, dass Nino auf meine Reaktion wartete, aber ich wusste nicht, wie ich eine so gemeine Handlung mit dem Glorienschein vereinbaren sollte, der ihn damals zu umgeben schien. Die Sekunden vergingen, und verwirrt versuchte ich, diese erbärmliche Tat einzugrenzen, damit sie sich nicht mit dem miserablen Ruf verband, den Nino, Adele zufolge, in Mailand hatte, und mit dem Rat, ihm zu misstrauen, den ich von Lila und Antonio erhalten hatte.‘ (Seite 76f)

‚Die Geschichte des verlorenen Kindes‘, der vierte und letzte Teil der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante, erzählt vom Erwachsenenalter der beiden Freundinnen und greift zudem die Rahmenhandlung wieder auf.

Elenas Konkurrenz zu Lila wird im vierten Band in meinen Augen eher externalisiert: Stets hat sich Elena mit Lila verglichen und fühlte sich unterlegen, auch wenn sie selbst studiert und Lila die Schule nicht beendet hat, sie selbst ein Buch veröffentlicht hat, während Lila in der Wurstfabrik von Bruno Soccavo schuften musste. Doch jetzt hat sich das Blatt gewendet, nun sind es andere Personen, die die beiden Freundinnen vergleichen und die Elena als die Gescheiterte, die Schlechte empfinden und Lila in höchsten Tönen loben. Auch ich empfand die eigentlich so sympathische Elena zunehmend als anstrengend, hochnäsig und unsympathisch, die bisher eher unbequeme Lila als vernünftig, ehrlich und unterstützend.

Durch diese Entwicklungen und die Reaktionen der Außenwelt schafft es Ferrante in ihrem vierten Band, den Leser erneut zu überraschen und ihre Figuren noch komplexer zu zeichnen, was sicherlich dazu beiträgt, dass der vierte Band einen starken Sog auf den Leser ausübt.

Die Freundinnen nähern sich im Laufe ihres Erwachsenenlebens wieder mehr aneinander an, verbringen viel Zeit miteinander, unterstützen und helfen einander. Eifersucht und Konkurrenz rücken im Mittelteil des vierten Bandes immer mehr in den Hintergrund, und der Leser merkt sehr klar, was stark das Band zwischen den beiden Freundinnen ist, dass sie tatsächlich eine besondere und eine starke Freundschaft verbindet.

Neben den Geschichten um Elena, um Lila und um ihre Freundschaft haben mich in ‚Die Geschichte des verlorenen Kindes‘ auch die Nebendarsteller sehr berührt, die im vierten Band der Saga bisweilen eine überraschende Emotionalität und Wärme zeigen und den Leser dadurch bewegen können. Dabei sind mir viele Protagonisten, die bislang im Hintergrund geblieben sind oder bisher hart und distanziert wirkten, ans Herz gewachsen, und ihre Schicksale sind mir unerwartet nahe gegangen.

Ferrante erzählt in ‚Die Geschichte des verlorenen Kindes‘ aber auch vom Leben in Italien von den 1970ern bis ins 21. Jahrhundert, berichtet von Kommunisten und Faschisten, von Ermordungen und Entführungen, von organisiertem Verbrechen und Drogenproblematik sowie vom schweren Erdbeben 1980, so dass man beim Lesen nicht nur die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Protagonisten, ihre Gedanken- und Gefühlswelt besser kennenlernt und versteht, sondern auch einen authentischen Einblick in das Land Italien bzw. die Stadt Neapel erhält.

Im letzten Teil der Neapolitanischen Saga passiert so viel, dass ich keinen Moment innehalten und immer weiterlesen wollte. Doch je näher ich den letzten Seiten kam, desto häufiger habe ich meine Lektüre unterbrochen, damit ich das Ende noch etwas hinauszögern kann.

Nach der Lektüre war ich regelrecht traurig, dass ich Elena und Lila nun nicht mehr durch ihr Leben begleiten kann, aber zum Glück kann man die Reihe immer wieder und wieder lesen oder als Hörbuch hören.

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Das Universum für Eilige

Neil deGrasse Tyson , Hans-Peter Remmler , Oliver Rohrbeck
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 29.01.2018
ISBN 9783844529586
Genre: Sachbücher

Rezension:

‚Menschen, die glauben, es gebe nichts, worüber sie nichts wüssten, haben noch nie nach der Grenze zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten im Universum gesucht, geschweige denn, dass sie an diese Grenze gestoßen wären.‘

Neil deGrasse Tyson, ein US-amerikanischer Astrophysiker, erzählt in ‚Das Universum für Eilige‘ von der Entstehung des Universums und des Lebens, von Galaxien, Newtons Gravitationsgesetz, kosmischer Mikrowellenhintergrundstrahlung, dunkler Materie und dunkler Energie, Relativitätstheorie und Quantenmechanik, Periodensystem der Elemente (‚durch die Brille des Astrophysikers‘), elektromagnetischem Spektrum, Asteroiden, Monden, Aliens und Exoplaneten.

Ich war sehr begeistert von Carl Sagans TV-Sendung ‚Cosmos‘ und dementsprechend neugierig auf Sagans Nachfolger deGrasse Tyson und sein Buch ‚Das Universum für Eilige‘.

Ich habe ‚Das Universum für Eilige‘ zuerst als Hörbuch gehört und danach als Buch gelesen, so dass ich die beiden Medien gut miteinander vergleichen kann. Mir haben beide Versionen sehr gut gefallen, ich finde aber, dass das Hörbuch etwas mehr unterhält, das Buch dafür besser Wissen vermittelt hat, da ich persönlich konzentrierter lese als ein Hörbuch höre. Ich kann somit beide Medien empfehlen.

DeGrasse Tyson erzählt in einfacher Sprache und mit viel Humor, und so schafft er es, den Leser/Hörer zu fesseln, ihn zu unterhalten, komplexe Inhalte auf vereinfachte Weise zu vermitteln und die behandelten Themen mit anschaulichen Beispielen zu versehen. Konzentrieren muss man sich aber trotzdem, wenn man seinen Ausführungen folgt, denn deGrasse Tyson schneidet viele verschiedene Themenbereiche an und geht zudem ins Detail.

Sehr gelungen fand ich das Kapitel ‚Der Kosmos im Periodensystem‘, in dem der Autor auf besonders unterhaltsame Weise Wissen transportiert, dem ich besonders gebannt gelauscht und das ich mit großem Vergnügen erneut gelesen habe.

Das (ungekürzte) Hörbuch wird von Oliver Rohrbeck gelesen, der - wie oben bereits angedeutet - dem Text viel Leben einhaucht und ‚Das Universum für Eilige‘ damit zu einem amüsanten, lehrreichen und rundum fesselnden Hörerlebnis macht.

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The Travel Episodes

Johannes Klaus , Gesa Neitzel
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.12.2017
ISBN 9783492404877
Genre: Sachbücher

Rezension:

‚Mögen sie euch an ferne Orte entführen. Mögen sie euch Lebensweisen näherbringen, die ihr so nie für möglich gehalten hättet. Mögen sie euch inspirieren und zum Staunen bringen. Und Mut machen, euch selbst und die Welt kennenzulernen.‘ (Seite 15)

Bei ‚The Travel Episodes. Neue Reisegeschichten von allen Enden der Welt‘ handelt es sich um den dritten Teil der von Johannes Klaus herausgegebenen Reisegeschichten.

Der Leser wird auch diesmal an exotische sowie an ganz gewöhnliche Orte mitgenommen, an denen die Autoren ganz besondere Geschichten erlebt haben.

Gegliedert ist der dritte Band in ‚Das Glück des Fremdseins‘, wo der Leser unter anderem die Südsee, Russland und Syrien virtuell bereist, ‚Aus Angst wird Mut‘, wo einen die Autoren mit nach Wales, Kroatien, die Mecklenburgische Seenplatte, an die Elfenbeinküste etc. mitnehmen, sowie ‚Allein ist nicht einsam‘, wo man Geschichten aus und über Peru, Myanmar, Finnland u.v.a. folgen kann.

Ich kenne Band 1 und Band 2 der Travel Episodes und finde den dritten Band im Vergleich etwas schwächer. Einige der Autoren kannte ich zudem schon, so dass die Geschichten nicht wirklich neu für mich waren.

Viele der Geschichten schaffen es jedoch, den Leser vor Ort zu versetzen, lassen ihn beim Lesen träumen, Abenteuer vom heimischen Sofa aus erleben, besondere Fleckchen der Erde entdecken, exotische Speisen kosten und/oder aufatmen, weil der Autor seine aufregende Tour unbeschadet überstanden hat.

Manche der Geschichten sind einfach von Grund auf spannend (z.B. die Reise von Dominik Mohr nach Syrien vor dem Krieg), andere sind hervorragend, mit großer Spannung oder viel Witz erzählt (z.B. die Kreuzfahrt von Philipp Laage oder die Indien-Reise von Oleander Auffahrt), wieder andere fand ich persönlich kaum interessant (z.B. die Ruhrpott-Geschichte von Karin Lochner). Alles in allem ist aber für jeden etwas dabei, weil die Geschichten so heterogen geschrieben sind und vollkommen unterschiedliche Orte und Reisearten behandeln.

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pfadfinder, männer, freundschaft, nickolas butler, diziplin

Die Herzen der Männer

Nickolas Butler , Dorothee Merkel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.02.2018
ISBN 9783608983135
Genre: Romane

Rezension:

‚Ich sage dir jetzt mal, wo du Freundschaften schließt. Freundschaften schließt man in der Armee, im Schützengraben und an der Front. Mit Männern, die sich für dich vor eine Kugel werfen, die mit dir ihre letzte Zigarette und den letzten Tropfen Wasser aus ihrer Feldflasche teilen.‘ (Seite 17f)

Clete Doughty hat - genau wie sein Vater vor ihm - klare Vorstellungen davon, wie man sich als Junge/Mann zu verhalten hat und was untragbare Eigenschaften sind, und er gibt diesen Überzeugungen gerne mit einer ordentlichen Tracht Prügel Aus- und Nachdruck. Clete selbst hat im Zweiten Weltkrieg gedient, sein Vater im Ersten, und für Clete gibt es keine größere Ehre als das eigene Land zu verteidigen und so seinen Mann stehen zu können.

Mit diesen Überzeugungen von Männlichkeit, Ruhm und Ehre erzieht er auch seinen Sohn Nelson, der Sommer für Sommer ins Camp Chippewa fährt und dort versucht, seinen Vater mit dem Einheimsen von Pfadfinder-Verdienstabzeichen zu beeindrucken. Stets ist er bemüht, sein Bestes zu geben, seinen Vater stolz zu machen, nie in Schwierigkeiten zu geraten.

Freunde hat Nelson nicht - weder bei den Pfadfindern noch zu Hause in Eau Claire. Lediglich der zwei Jahre ältere Jonathan Quick scheint auf Nelsons Seite zu stehen, erscheint als einziger Gast an Nelsons 13. Geburtstag, bietet ihm - wenngleich geringe und zweifelhafte - Unterstützung gegen die Schikanen, Hänseleien und Anfeindungen der anderen Jungen im Camp.

Nickolas Butler erzählt in seinem Roman ‚Die Herzen der Männer‘ von Männern, die ihre Söhne als das erziehen, was sie selbst für den wahren Wert des Lebens ansehen, was sie oft selbst nicht erreicht haben. Butler schreibt von Scheitern und verschiedenen Lebensentwürfen, von Erniedrigung und Gewalt, von Sexismus und konservativem Rollenverständnis, von Krieg und Heldentum.

Mich hat ‚Die Herzen der Männer‘ noch mehr beeindruckt als Butlers ‚Shotgun Lovesongs‘, das ich vor vielen Jahren gelesen habe und das mir sehr gut gefallen hat.

‚Die Herzen der Männer‘ weist eine überwältigende psychologische Tiefe auf, die dazu führt, dass man als Leser gar nicht anders kann als mit Nelson und den anderen Protagonisten, die von ihren Vätern in eine Rolle gezwängt werden, mitzufühlen und mit ihnen mitzuleiden.

Von Anfang an empfand ich das Buch mit den expliziten und überzeugenden Schilderungen von Demütigungen, Gewalt, Lieblosigkeit, Ungerechtigkeit und den Kampf darum, gesehen und respektiert zu werden, als sehr verstörend. Dies liegt sicherlich auch an den lebensnah beschriebenen Protagonisten, die mir Zugang zu einer Männerwelt verschafft haben, der mir bisher verschlossen geblieben ist.

Auch sprachlich ist das Buch gelungen: ebenso anspruchsvoll wie unterhaltsam, fesselnd geschrieben und mitreißend erzählt. Durch die drei Zeitebenen (1962, 1996 und 2019) begleitet man die Protagonisten durch ihr Leben, sieht, wie sie sich entwickeln, ist dabei, wenn sie an sich und der Welt wachsen und wenn sie scheitern.

Butler öffnet in ‚Die Herzen der Männer‘ die Tür zu einer Welt, in der Gewalt, Lügen, Affären geduldet, erwünscht oder sogar Tugenden sind, weil sie Ausdruck von Männlichkeit und Überlegenheit sind. Zu einer Welt, in der moralisches Verhalten unterdrückt, belächelt und verachtet wird.

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Inside Saudi-Arabien

Toni Riethmaier , Felicia Englmann
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei riva, 16.10.2017
ISBN 9783742300683
Genre: Sachbücher

Rezension:

‚Wie man aussieht und woher man kommt, verrät in Saudi-Arabien oft schon den sozialen Status und bestimmt daher, wie man behandelt wird. Die ausgeprägte, auch nach Herkunftsländern gegliederte Klassengesellschaft Saudi-Arabiens bedingt einen alltäglichen Rassismus. Einen Europäer wird man nie für den Hausboten oder Teejungen halten. Einen Afrikaner nie für eine Führungskraft. Eine ostasiatische oder afrikanische Frau wird man automatisch für die Nanny oder das Hausmädchen eines Saudis halten, nie für dessen Gattin. Entsprechend werden die Menschen je nach Herkunft und Ethnie taxiert und direkt unterschiedlich behandelt. Jeder wird anhand der Herkunft in eine soziale Schublade gesteckt, und ganz unabhängig vom Einkommen sind alle Saudis in der obersten Schublade.‘ (Seite 37)

Von 2006 bis 2016 lebte Toni Riethmaier in Saudi-Arabien und leitete in Dschidda ein italienisches Restaurant. In ‚Inside Saudi-Arabien‘ berichtet er von seinen Eindrücken und erzählt von Laufen und Autofahren, Bagala und Hypermarket, Dschidda und Riad, Leben innerhalb und außerhalb der Städte, Reichtum und Armut, Rub al-Khali und Battoulah, Al-Saud und Wahhabismus, Expats und Parallelgesellschaften, Sponsor und Iqama, Schamach und Agal, Thoub und Abaya, Kinderehe und Flirten, Islam und Kaaba, halal und haram, Mutawa und Scharia, Wasta und Korruption, Hocharabisch und Dialekt, Tea Boy und Barbier, Fast-Food-Ketten und Street Food.

Ich habe mich schon etwas intensiver mit Saudi-Arabien beschäftigt, aber eher mit Themen wie Scharia, Todesstrafe, Menschenrechtsverletzungen sowie Islam, Medina, Mekka und Kaaba. Riethmaier hat mir durch sein Buch sehr tiefe Einblicke in ein Gesamtpaket gewährt: ein Land mit all seinen Facetten, ein Land, das sich gegen Neuerungen und die Moderne sperrt, ein Land das dennoch im Aufbruch ist.

In ‚Inside Saudi-Arabien‘ erfährt der Leser vom Alltag, vom echten Leben in Saudi-Arabien, wodurch man extrem spannende und wertvolle Kenntnisse über das Land erhält. Durch die Gegenüberstellung von Schein und Sein sowie durch das Erwähnen positiver und negativer Aspekte hat Riethmaier mir ermöglicht, das Land auf komplexe Weise kennenzulernen und mir Saudi-Arabien nahe zu bringen.

Nach der Lektüre des Buches habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich mir Saudi-Arabien gerne selbst einmal anschauen würde - ein Wunsch, den ich bis dato noch nie hatte, im Gegenteil: Ich war mir immer sicher, dass ich um Saudi-Arabien aufgrund der politischen Situation und des Wahhabismus einen ganz großen Bogen machen möchte. Dass es mir als Frau, Nicht-Muslima und Europäerin soundso versagt bleiben wird, das Land je zu betreten, steht auf einem anderen Blatt.

Dass das Buch etwas Besonderes ist und - vielleicht erstmals in deutscher Sprache - so tiefe Einblicke in das alltägliche Leben in Saudi-Arabien ermöglicht, wird auch nicht durch die Tatsache geschmälert, dass ‚Inside Saudi-Arabien‘ inhaltlich bisweilen etwas repetitiv ist und meiner Meinung nach deutlich straffer und kompakter hätte erzählt werden können.

Mir hat die Lektüre trotz kleinere Abstriche sehr gut gefallen, und vor allem bin ich Riethmaier sehr dankbar für die Einblicke in ein unbekanntes Land.

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malerei, murakami, japan, poträt, haruki murakami

Die Ermordung des Commendatore Band 1

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 25.01.2018
ISBN 9783832198916
Genre: Romane

Rezension:

‚Hin und wieder kann man in unserem Leben die Grenze zwischen Realität und Illusion nicht richtig ziehen. Die Grenze scheint unablässig in Bewegung zu sein und zu variieren.‘ (Seite 291)

Nach der plötzlichen Trennung von seiner Frau, mit der er sechs Jahre zusammen war, verliert der Ich-Erzähler die Orientierung und den Bezug zu sich:

‚Und wo soll ich jetzt hin? [...] Wie weit ist es mit mir gekommen? Wo bin ich? Und noch dringlicher: Wer bin ich überhaupt?‘ (Seite 36).

Er macht sich spontan auf eine mehrmonatige Reise durch Japan und lässt sich danach im Haus des Vaters seines Freundes Masahiko Amada nieder.

Dieses abgelegene Haus steht schon länger leer, da der Vater, Tomohiko Amada, dement ist und in einer edlen Seniorenresidenz lebt. Tomohiko Amada war Maler - genau wie der Ich-Erzähler, der sein Geld mit Porträtmalerei verdient -, und so gibt es in dem abgelegenen Haus, neben vielen Büchern und Schallplatten, einem Garten und einem Schrein, auch ein Atelier.

Nach der Trennung von seiner Frau will der Ich-Erzähler der Porträtmalerei den Rücken kehren und lieber für sich selbst und in seinem eigenen Stil malen. Doch er bringt nichts zustande, ist nicht kreativ, findet nicht zu seinem früheren Können zurück.

Da findet er auf dem Dachboden des Hauses ein in Papier eingewickeltes Bild von Tomohiko Amada, das den Titel ‚Die Ermordung des Commendatore‘ trägt und das sein Leben völlig verändert. Er versinkt regelrecht in dem Bild und in Mozarts Oper ‚Don Giovanni‘, in der ein Commendatore ermordet wird, macht wochenlang nichts anderes, als das Bild zu betrachten, will verstehen, was es mit dem Motiv auf sich hat.

Dann erhält er eines Tages das Angebot, für eine extrem hohe Geldsumme einen sehr reichen Mann zu porträtieren, nimmt er das Angebot an, obwohl er mit der Porträtmalerei abgeschlossen und der Auftraggeber Konditionen hat, die seinem eigentlichen Arbeiten und seinen gewohnten Abläufen widersprechen.

Ich habe schon viel von Haruki Murakami gelesen - manche Bücher fand ich großartig (‚Untergrundkrieg‘, ‚Mister Aufziehvogel‘), andere gut, aber nicht spektakulär (‚Naokos Lächeln‘), und zu einigen habe ich nur schwer Zugang gefunden (‚Kafka am Strand‘).

‚Die Ermordung des Commendatore‘ ist in meinen Augen ein literarisches Meisterwerk und mit dem farbigen Schnitt, dem Lesebändchen, der wunderbaren Einbandgestaltung und dem transparenten Schutzumschlag zudem ein kleines Kunstwerk.

‚Die Ermordung des Commendatore‘ ist ein sehr geheimnisvolles und bisweilen auch unheimliches und düsteres Buch, das mich auf sehr dezente Weise in seinen Bann geschlagen hat, denn hier passiert meiner Meinung nach nichts mit einem großen Paukenschlag, sondern der Leser wird eher auf langsame und beharrliche Weise ins Buch gezogen, so dass man gar nicht recht merkt, dass man eine ganz andere Welt betreten hat. Sobald man jedoch realisiert, dass man seine gewohnte Welt verlassen hat, gibt es kein Zurück mehr: Man kann sich von der Geschichte um den Porträtmaler nicht lösen, nicht distanzieren.

Murakamis Sprache ist oft poetisch, die Sätze perfekt konstruiert, und dennoch lässt sich der Roman einfach lesen, ist unterhaltsam und wirkt nie hölzern oder hochgestochen. Trotz der magischen Elemente erscheint ‚Die Ermordung des Commendatore‘ durchweg realistisch, und man glaubt dem Autor jedes Wort, auch wenn im Leben des Ich-Erzählers sonderbare Dinge passieren. Damit ist der Roman ein überzeugendes Werk des Magischen Realismus und reiht sich in andere überzeugende Werke des Genres ein: Pedro Páramo von Juan Rulfo, Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez oder Der Meister und Margarita von Michail Bulgakow.

‚Die Ermordung des Commendatore‘ bietet eine unglaubliche Fülle an Ideen, Beschreibungen, Gedanken, philosophischen Betrachtungen, Vergleichen. Der Roman ist inhaltlich dicht, und die Schilderungen sind ausführlich und fast minuziös, aber zu keinem Zeitpunkt wirkt der Roman überladen oder Passagen unnötig und langatmig. Trotz dieser Fülle an Themen, Inhalten, Geschehnissen lässt sich der Geschichte leicht folgen, weil sie sehr stringent erzählt wird und weil nichts von ihr ablenkt.

Der Roman bietet so viel, dass man beim Lesen kaum glauben kann, mit welch sprachlicher Eleganz Murakami seine verschiedenen Welten (zum Einen die wirkliche Welt eines Mannes, der erst wieder zu sich finden muss, zum Anderen eine Welt der Magie und Phantastik) und seine vielfältigen Themen (Malerei, Literatur, Musik, zwischenmenschliche Beziehungen, Mythologie, Religion etc.) zu einem gelungenen Ganzen zusammenfügt. Ich habe Murakamis Bücher meist gemocht, aber ich habe ihn nie als einen Literaturnobelpreiskandidaten gesehen. Dies hat sich mit dem ersten Band von ‚Die Ermordung des Commendatore‘ geändert!

Am 16. April 2018 erscheint der zweite Band von ‚Die Ermordung des Commendatore‘ bei DuMont, am 1. Februar 2018 (1. Band) bzw. am 27. April 2018 (2. Band) die ungekürzte Lesung von David Nathan bei Hörbuch Hamburg.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

hörbuch, ausgrenzung, begegnung, wahrheitsfindung, roman

Patria

Fernando Aramburu , Willi Zurbrüggen , Eva Mattes
Audio CD
Erschienen bei Argon, 16.01.2018
ISBN 9783839816264
Genre: Romane

Rezension:

‚Bittori, um der Liebe Jesu Willen, warum steckst du deinen Finger in diese Wunde? Da hab ich ihm geantwortet: Um den ganzen Eiter herauszupulen, der da noch drinnen steckt. Sonst schließt sie sich nie.‘

Bittori und Miren - einst beste Freundinnen, die zusammen ins Kloster gehen wollten, aber schließlich beide 1963 geheiratet haben - haben sich voneinander entfremdet: Während Bittoris Ehemann Txato vor über 20 Jahren von Terroristen der Euskadi Ta Askatasuna (ETA) erschossen wurde, sitzt Mirens Sohn Joxe Mari wegen seiner ETA-Aktivität im Gefängnis.

Seit seinem gewaltsamen Tod besucht Bittori regelmäßig das Grab Txatos und spricht mit ihm. Nun hat sie eine Entscheidung getroffen, mit der sie ihn konfrontieren möchte: Sie will am selben Abend in ihr altes Haus zurückkehren, das sie nach seiner Ermordung verlassen hat.

Bittoris Wiederauftauchen im Dorf sorgt für Aufregung bei den Bewohnern, vor allem bei Miren, die der alten Freundin nur noch ablehnende und feindliche Gefühle entgegenbringt.

Fernando Aramburu, gebürtiger Baske, der seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebt, erzählt in seinem Roman von zwei Familien, die eng befreundet waren, sich durch extremistisches, separatistisches und nationalistisches Gedankengut immer weiter auseinandergelebt haben und schließlich zu erbitterten Feinden wurden.

Die Romanhandlung ist in einem fiktiven Dorf in der Nähe von San Sebastián angesiedelt, und Aramburu erzählt anhand seiner Geschichte von Ursachen und Konsequenzen des Terrors, von Rache und Vergebung, von Freundschaft und Liebe, von Entzweiung und Hass. Dabei wechselt er immer wieder die Zeitebene, so dass nach und nach immer mehr Informationen zum Tathergang, zu den Hintergründen und den Jahren nach dem Attentat ans Licht kommen und sich die Geschichte dadurch sehr langsam in all ihren Facetten entblättert.

Der Leser erhält durch Aramburus Ausführungen tiefe Einblicke in die Themen ETA und Baskenland, aber auch in universell gültige Aspekte von Separatismus, Nationalismus und Terrorismus. ‚Patria‘ - herausragend gelesen von Eva Mattes, die den Leser wirklich und wahrhaftig in das kleine Dorf versetzt - war eine meiner ersten Begegnungen mit der ETA, über die ich kaum mehr wusste als die groben Fakten, die zum Allgemeinwissen gehören. Aramburu hat mir durch seine genauen Beobachtungen, seine detaillierten Beschreibungen und seine komplexen Figuren die Themen ETA und Baskenland sehr nahe gebracht und mich neugierig auf die Region und den Konflikt gemacht hat.

Durch seine ausführlichen Schilderungen der beiden Familiengeschichten über Jahrzehnte hinweg und den raffinierten Erzählstil mit den Vor- und Rückblenden und dem gemächlichen Preisgeben von immer mehr Details und Geheimnissen, die den Leser/Hörer nach und nach verstehen lassen, was passiert ist und wie die Ereignisse zusammenhängen, hat mich Aramburu zudem perfekt unterhalten, und die 16 (!) Hörstunden des gekürzten (!) Romans waren zu keinem Zeitpunkt langatmig oder zu ausschweifend. Im Gegenteil: Nach dem Hören des Hörbuches habe ich das Gefühl, der gesamten Geschichte nochmals lauschen zu wollen und zu müssen, um die Zusammenhänge und die vielen Details ein zweites Mal zu erleben und dadurch die gesamte Komplexität des Romans erfassen zu können.

Aramburu schreibt anspruchsvoll und zeitweise in Euskara, aber dennoch leicht verständlich. Lediglich die Zeitebenenwechsel und die ungewohnten Namen der Protagonisten haben mich anfangs beim Hören gebremst und von mir höchste Konzentration gefordert.

Ich werde ‚Patria‘ eines Tages sicherlich erneut hören oder als Roman lesen, denn Aramburu hat mich mit seiner Geschichte gefesselt und mich mit seiner Fähigkeit, die Welt nicht in Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Opfer und Täter einzuteilen, durchweg beeindruckt.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Ein Jahr an der Côte d’Azur

Annika Joeres
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 01.09.2014
ISBN 9783451066948
Genre: Sonstiges

Rezension:

Annika Joeres und ihr Freund Hans mieten für 700 Euro im Monat eine recht heruntergewirtschaftete, möblierte Einzimmerwohnung in Nizza. Doch der Meerblick, den sie für die nächsten zwölf Monate genießen dürfen, entschädigt sie für diverse Mängel an der Wohnung.

In ‚Ein Jahr an der Côte d‘Azur‘ erzählt Joeres von Ausblick und Altstadt, Sonnentagen und Niederschlagsmenge, Socca und Fougasse, Cannes und Menton, Fête du Citron und Mandarinenlikör, Orangina und Pastis, Castellar und Mafia, Corniche und Monte Carlo, Alpenbogen und Mercantour-Gebirge, Karneval und Monaco, Emanzipation und Schleifchen, Rechtsextremen und Migranten, Cyclonaute und Nice Matin, Bödels und Académie Française, extrem Reichen und extrem Armen, Handwerkern und flexiblen Zeitangaben, Rugby und Quallen, Salade Niçoise und Pan Bagnat, Gorges de Cians und Ubaye, Meer und Hinterland, Oliven und Safran, Blumenfeldern und Grasse, Skifahren und Schneeketten.

Ich kenne die Côte d‘Azur von einer eigenen Reise und habe mich beim Lesen sehr gefreut, mit der Autorin virtuell in der Côte d‘Azur unterwegs zu sein und Städte/Landstriche zu besuchen, an denen ich bereits im echten Leben gewesen bin.

Ich empfand die Mischung aus persönlichen Erlebnissen und Informationen über die Region sehr gelungen, und Joeres konnte mir dadurch sowohl die Lebensart, die Mentalität und die Eigenheiten der Côte d‘Azur nahebringen als auch viel Wissen über die Dörfer, Städte und Landschaften vermitteln.

Joeres spricht sehr viele Aspekte der Côte d‘Azur an und zeichnet so ein komplexes Bild der Region. Und obwohl man auf jeder Seite spürt, wie sehr sie Südfrankreich liebt, übt sie dennoch Kritik, so dass das Buch keine reine Schwarz-Weiß-Malerei bietet, sondern sehr authentisch wirkt.

Ich habe nach dem Lesen wieder große Lust auf eine Reise nach Südfrankreich bzw. in die Côte d‘Azur und finde, dass die Autorin sehr neugierig auf die Gegend macht.

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