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Frühstück mit Giraffen

Bettina Pohlmann
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.02.2018
ISBN 9783734105395
Genre: Biografien

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Der Tätowierer von Auschwitz

Heather Morris , Elsbeth Ranke , Julian Mehne , Sabine Arnhold
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei OSTERWOLDaudio, 01.08.2018
ISBN 9783844918960
Genre: Biografien

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Good Home

T. C. Boyle , Anette Grube , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.01.2018
ISBN 9783446258082
Genre: Romane

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Meine Waffe ist das Wort

Nelson Mandela , Elisabeth Liebl
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 14.05.2018
ISBN 9783328102809
Genre: Sachbücher

Rezension:

‚Die Tatsache, dass Nelson Mandela heute zu den meistzitierten Menschen der Welt gehört, ist Ironie des Schicksals. Und gleichzeitig lebendiger Beweis dafür, dass die Wahrheit nicht zum Verstummen gebracht, der Weisheit nicht Einhalt geboten werden kann.‘ (Seite 10)

Nach einem Vorwort des südafrikanischen anglikanischen Geistlichen und Menschenrechtlers Desmond Tutu, der 1984 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, finden sich unter den Überschriften ‚Der Kampf‘, ‚Der Sieg‘, ‚Weisheit‘ und ‚Die Zukunft‘ Zitate von Nelson Mandela. Es handelt sich dabei um weise Worte, die man zum Teil bereits kennt, falls man sich schon näher mit Mandela beschäftigt und/oder seine Autobiografie ‚Der lange Weg zur Freiheit‘ gelesen/gehört hat, aber auch um bisher unveröffentlichte Zitate aus Briefen und Manuskripten.

Aus jedem Zitat sprechen die Würde und die Weisheit Mandelas, und einige der gesammelten Worte lassen sich problemlos auf andere Situationen und heutige Probleme in der Welt übertragen.

Ich habe mir viele der im Buch abgedruckten Zitate markiert und werde sicherlich immer wieder im Buch blättern, die Zitate lesen und darüber nachdenken, was diesen großen und großartigen Menschen ausgemacht hat, was er auch nach seinem Tod für die Nachwelt bereithält, wie sein Erbe weiterleben und wie man von ihm lernen kann.

Am Ende des Buches ist zudem die Rede Mandelas anlässlich der Friedensnobelpreis-Verleihung 1993 abgedruckt.

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Die Welt von oben

Torsten Johannknecht
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.05.2018
ISBN 9783442159499
Genre: Sonstiges

Rezension:

Torsten Johannknecht ist knapp sieben Monate durch die Welt gereist, wobei ihn die Reise nach Kolumbien, Peru, Bolivien, Chile, Argentinien, Neuseeland, Australien, Fidschi, China und Indonesien geführt hat. Die Besonderheit dieser Reise: die Körpergröße des Autors, der 205 cm groß ist und deshalb mit diversen Problemen zu kämpfen hat, von denen er in ‚Die Welt von oben‘ berichtet.

Freilich kann man bei jedem Reisebericht irgendetwas finden, was die Reise einmalig und neuartig macht, z.B. ‚der erste taubstumme Kolumbianer, der eine rote Pudelmütze tragend den Mount Everest besteigt‘. Ob die Reise dann wirklich so anders und so besonders ist, dass man darüber ein Buch schreiben muss, sei dahingestellt, und so war ich auch bei ‚Die Welt von oben‘ etwas skeptisch, obwohl ich sicher war, dass das Ganze auch ziemlich witzig und unterhaltsam sein könnte.

Um es kurz zu machen: Nein, ich fand das Buch weder witzig noch unterhaltsam, und die Reise Johannknechts alles in allem eher unspektakulär. Tatsächlich habe ich mich beim Lesen oft gefragt, warum er denn überhaupt losgefahren ist, denn an fast jedem Ort hat er etwas auszusetzen, macht sich über andere lustig, ist weinerlich und maulig, weil er anfangs so allein ist und ihn später seine unternehmungslustige Partnerin nervt.

Ich mag bissigen Humor, und ich schätze die bitterbösen Reiseberichte von Bill Bryson, aber hier fand ich eigentlich nichts lustig, weil es viel zu bemüht war.

Auch sprachlich hat mir das Buch nicht gefallen. Es ist für meinen Geschmack zu umgangssprachlich, voller Kalauer, bisweilen sinnfrei und mit Sprüchen, die mir auch im echten Leben auf den Keks gehen, z.B. ‚Klingt fett.‘ (Seite 26), ‚Mein lieber Herr Gesangskolumbianer.‘ (Seite 27) und ‚Klappt natürlich hervorragend. Nicht.‘ (Seite 42).

Ich habe mich durch das Buch gequält und kann es nicht empfehlen.

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Gebrauchsanweisung für Malta

Agnes Imhof
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2018
ISBN 9783492277136
Genre: Sonstiges

Rezension:

Agnes Imhof, die seit 1989 immer wieder Malta bereist, erzählt in ihrer ‚Gebrauchsanweisung für Malta‘ von Azure Window und Valletta, Malti und Arabisch, Pyrotechnik und Birgu, maltesischer Mutter und Hypogäum, prädigitaler Dating-App und Hochzeitsritualen, Orakel und Katholizismus, Schleier und Abtreibung, Templern und Malteserorden, Kaktusfeigen und Fisch, Kinnie und Cisk, Geistern und Kapellen, Höhlen und Küsten, Adelspalästen und Auberges, Krankenversorgung und Malteserschwamm, Spitzenklöppeln und Glasbläserei, ‚Der Graf von Monte Christo‘ und ‚Game of Thrones‘.

Die ‚Gebrauchsanweisung für Malta‘ und ich hatten anfangs ein wenig Probleme miteinander, denn ich fand das Buch von Imhof weniger gut zugänglich und weniger locker geschrieben als andere Gebrauchsanweisungen.

In den ersten Kapiteln erhält man viele Informationen, die vor allem Fakten wiedergeben, was möglicherweise gut ist, wenn man konkret einen Malta-Urlaub plant und deshalb an diesen Details interessiert ist. Ich selbst kenne Malta nicht von eigenen Reisen und derzeit ist auch kein Aufenthalt geplant, so dass ich mir eine etwas unterhaltsamere Lektüre gewünscht hätte, die mir Malta nahebringt, ohne mich mit zu vielen Details zu versorgen. Also mehr Stimmung, Atmosphäre und Lebensgefühl als trockene Fakten.

Es gibt im Buch erfreulicherweise aber auch viele Kapitel, die genau diesen Wunsch bedienen, die mir gut gefallen haben und mir ein Malta jenseits der ausgetretenen Touristenpfade gezeigt haben. Diese Abschnitte haben mir gut gefallen, waren spannend und haben Lust auf ein Entdecken der Insel gemacht.

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Berühmte Tiere der Menschheitsgeschichte

Elena Passarello , Beatrice Faßbender
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 12.03.2018
ISBN 9783446258587
Genre: Sachbücher

Rezension:

Elena Passarello hat in ‚Berühmte Tiere der Menschheitsgeschichte‘ Essays über mehr oder weniger bekannte Tiere geschrieben. So findet man hier z.B. diverse Elefanten, den klugen Hans, die Gorilladame Koko und den Löwen Cecil.

Obwohl ich mich sehr für Tiere interessiere und auch schon viel zum Thema gelesen habe, habe ich zu Passarellos Buch kaum Zugang gefunden. Dies liegt sicherlich zum Teil daran, dass die Autorin direkt mit der Tür ins Haus fällt - es gibt hier keinerlei Einführung, sondern der Leser landet direkt im ersten Essay, und zumindest mir ging es so, dass ich das Gefühl hatte, in etwas hineingeworfen zu werden, von dem ich gar nicht so genau weiß, was es ist. So etwas kann spannend sein, aber für mich hat das Ganze nicht recht funktioniert.

Ich empfand die Essays als zu bemüht, und rein sprachlich haben mir die Geschichten nicht so gut gefallen. Aus inhaltlicher Sicht kann ich sagen, dass ich einzelne Episoden durchaus spannend fand, dass sich mir bei einigen Essays der Sinn nicht richtig erschlossen hat, dass ich die Bearbeitung mancher Themen wenig ansprechend und eher langatmig fand, und dass ich manche Geschichten, die zwar insgesamt fesselnder sind, regelrecht abstoßend fand, weil in ihnen Grausamkeiten allzu detailliert und explizit geschildert wurden.

Vielleicht bin ich einfach mit den falschen Erwartungen an das Buch herangetreten, aber ich persönlich kann keine Empfehlung aussprechen.

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Die Fassadendiebe

John Freeman Gill , Nikolaus Hansen , Bettina Abarbanell
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783827013200
Genre: Romane

Rezension:

‚Denn sosehr wir auch beklagen mögen, was New York sich anzutun imstande ist, die verdammte Stadt schafft es doch stets, wieder neu zu erstehen. Sie gleicht einer Schlange, die wächst, indem sie sich vom Schwanz her selbst verschlingt.‘ (Seite 456)

Alles verfällt! Die Stadt New York, in der nichts von Dauer ist, in der sich ständig alles wandelt. Das Queen Ann Brownstone in Manhattan, in dem der 13-jährige Ich-Erzähler Griffin mit seiner Mutter und seiner Schwester lebt, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Die Familie Griffins, die nach dem Weggang des Vaters immer mehr zerbröckelt, die Griffin immer weniger Halt gibt, in der jeder mit jedem Streit hat.

Als Griffin auf Wunsch seiner Mutter das alte Klohäuschen beim Brownstone abreißt, reagiert Griffins Vater anklagend und verzweifelt, denn er leidet unter dem permanenten Wandel New Yorks, an der Tatsache, dass Altes immer wieder Neuem Platz machen muss, dass Architekturschätze (und Klohäuschen) einfach so und für immer verschwinden.

Griffins Vater möchte seinem Sohn Respekt für alte Dinge beibringen, und so zeigt er ihm seine Werkstatt, wo er architektonische Skulpturen restauriert, und nimmt ihn schließlich mit auf seine Ausflüge durch die Stadt, bei denen er Fassaden stiehlt bzw. rettet und befreit (wie er es nennt).

Beim Lesen von ‚Die Fassadendiebe‘ ist New York von Anfang an vor meinem geistigen Auge erschienen, so dass mich John Freeman Gill mit seinem Debütroman in eine andere Zeit und an einen anderen Ort versetzen konnte. Der Autor (und mit ihm der Ich-Erzähler Griffin) spricht mit Wehmut von seiner Heimatstadt New York und beschreibt die Straßen und Avenues dabei so stimmungsvoll, dass ich den Roman von der ersten Seite an ins Herz schloss, nicht mehr schlafen, sondern weiter mit Griffin durch New York streifen wollte.

Der Autor erzählt elequent und benutzt dabei Begriffe wie ‚wasserspeierig‘ (Seite 22), ‚flechtbortengeränderte Uniformärmel‘ (Seite 134) oder ‚Suppenküchenfreak‘ (Seite 191), wodurch die Lektüre nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch sprachlich anspruchsvoll und kreativ ist.

Der Leser kann aufgrund der genauen Beschreibungen von Handlungsorten und der Architektur mit den Protagonisten durch die Stadt wandeln und so nicht nur die Fassaden, sondern auch verschiedene Facetten New Yorks kennenlernen.

Bis zur Hälfte des Romans fand ich ‚Die Fassadendiebe‘ wundervoll, klug und atmosphärisch und habe mich gefragt, wieso dieses Buch so wenig Beachtung erfahren hat. Die zweite Hälfte hat mich jedoch nicht mehr ganz mitgerissen, hier gab es meiner Meinung nach zu viele Längen, die mich enttäuscht haben, nachdem mich Gills Liebeserklärung an die Stadt New York und an die Architektur anfangs so beeindrucken konnte.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Supertramp

Tamina-Florentine Zuch
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei riva, 16.04.2018
ISBN 9783742304360
Genre: Sonstiges

Rezension:

Tamina-Florentine Zuch hat sich nach nur drei Wochen Reiseplanung auf den Weg nach New York City gemacht, um von dort aus ihr sechswöchiges Abenteuer anzutreten: Sie möchte - wie die legendären Hobos - mit Güterzügen illegal die USA durchqueren.

Sie macht sich in New York auf die Suche nach jemandem mit Erfahrung, der die richtigen Stellen kennt, dem sie sich anschließen kann. Doch sie hat im Big Apple wenig Glück, fährt mit dem Greyhoundbus nach Philadelphia und startet dort in ihr (bisweilen recht waghalsiges) Abenteuer.

Sie fährt die Ost- und später die Westküste der USA entlang, durchquert wie geplant das Land von Ost nach West, ist auf Güterzügen, in Bussen und per Anhalter unterwegs, schlägt sich allein oder mit verschiedenen Hobos und Reisenden durch, trifft Dirty Kids, Drogen- und Alkoholabhängige, aber auch Leute, die genau wie sie einen zeitlich begrenzten Nervenkitzel und die große Freiheit suchen.

Ich habe vor ein paar Monaten bereits ‚König der Hobos‘ von Fredy Gareis gelesen, das mir deutlich weniger als die ersten beiden Bücher des Autors gefallen hat. Vor der Lektüre von ‚Supertramp‘ war ich gespannt, ob mir die Schilderungen des Hobo-Reisens aus der Sicht einer Frau besser gefallen - und das tun sie!

Ich fand Zuchs Buch einfach großartig, habe es in einem Rutsch durchgelesen und war durchweg fasziniert und beeindruckt von ihrem Mut, aber auch von ihrer Menschenkenntnis und von ihrer Vernunft, auch wenn sie bisweilen durchaus unvernünftig handelt.

Zuch stellt die Personen, die sie auf ihrer Tour kennengelernt hat, sehr detailliert vor und beschränkt sich dabei nicht nur auf Äußerlichkeiten oder Oberflächlichkeiten, sondern erzählt von der Herkunft, von der Familiensituation, von Hintergründen. Dadurch kann man sich genau vorstellen, mit wem sie unterwegs ist, aber auch, wer diese Menschen sind, wie sie in bisweilen ausweglose Lagen geraten sind, was sie antreibt. Viele dieser Geschichten haben mich traurig gemacht, vor allem diejenigen von jungen Menschen, die ihr Leben im Alkohol- oder Drogenrausch verbringen, und diejenigen von einsamen, verzweifelten Menschen, die scheinbar (fast) alles verloren haben. Es gibt aber auch viele warmherzige Momente im Buch, die ein Gegengewicht zu diesen schweren Schicksalen darstellen, und die sehr gefühlvoll geschildert wurden.

Auch wenn diese Art des Reisens wirklich gar nichts für mich ist, sind die Beschreibungen der Autorin so stimmungsvoll, dass ich manchmal das erleben wollte, was Zuch erlebt hat. Ich finde, genau das macht einen guten Reisebericht aus: dass der Leser neugierig gemacht wird, dass er unterhalten wird, dass er dazu lernt, dass er über seinen eigenen Tellerrand blickt, und dass er davon träumt, Dinge zu tun, die er eigentlich nie tun wollte.

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150 Bibliotheken, 24 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

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Vox

Christina Dalcher , Marion Balkenhol , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 15.08.2018
ISBN 9783103974072
Genre: Romane

Rezension:

Die USA in naher Zukunft: Frauen und Mädchen dürfen nur noch maximal einhundert Wörter am Tag sprechen, was durch das Tragen von Wortzählern kontrolliert wird, die bei Zuwiderhandlung Stromstöße abgeben.

In der Folge leben die Frauen und Mädchen im Land ein reduziertes Leben, in dem sie ohne Beruf, ohne Bildung, ohne Geselligkeit, ohne Bücher und Zeitschriften auskommen müssen und das auf die einzig wahre Rolle der Frau limitiert ist: heiraten, Kinder bekommen und aufziehen, den Haushalt versorgen.

Ein solches Leben wurde demzufolge auch der vierfachen Mutter und promovierten Linguistin Jean zugewiesen, doch als der Bruder des Präsidenten bei einem Skiunfall verunglückt, wird Jean zu Rate gezogen, denn der Bruder weist eine Läsion im posterioren Anteil des linken Gyrus temporalis superior auf, dem sogenannten Wernicke-Areal, wo (bei Rechtshändern) das sensorische Sprachzentrum lokalisiert ist. Jean, die eine Expertin auf dem Gebiet der Wernicke-Aphasie ist, soll ein Serum herstellen, um den Bruder zu heilen, der durch die Läsion zwar flüssig sprechen kann, der aber die Bedeutung von Wörtern nicht mehr versteht.

Jean darf ihren Wortzähler abnehmen und ihre Forschungstätigkeit wieder aufnehmen. Sie hat eine Deadline, wann das Serum fertig sein muss, doch gleichzeitig weiß sie, dass sie, sobald sie damit fertig ist, wieder zum Schweigen gebracht wird.

Nach einem Treffen mit der Autorin und zahlreichen Empfehlungen war ich sehr gespannt und neugierig auf ‚VOX‘, allerdings auch ein wenig besorgt, ob meine Erwartungen an den Roman nicht zwangsläufig enttäuscht werden müssen, weil sie einfach zu hoch waren. Erfreulicherweise kann ich sagen, dass mir der Debütroman von Christina Dalcher sehr gut gefallen hat, dass ich das Buch atemlos gelesen und fast keine Lesepause gemacht habe - auch wenn ich mit dem Ende nicht zu 100% zufrieden war.

‚VOX‘ liest sich von der ersten Seite an flüssig, und durch die kurzen Kapitel und den spannenden Plot habe ich immer weiter und weiter gelesen, so dass ich das Buch nach wenigen Stunden beendet hatte.

Beim Lesen merkt man sehr deutlich, dass Dalcher selbst promovierte Linguistin ist, denn sie kann zum Einen hervorragend mit Sprache umgehen, findet problemlos die richtigen Wörter und den passenden Ausdruck und hat zum Anderen einen sehr natürlichen Umgang mit Fachvokabular und Themen wie Aphasie, den man meiner Meinung nach nur dann hat, wenn man selbst vom Fach ist.

Ich fand ‚VOX‘ durchweg beklemmend: Im Roman ist die Unterdrückung der Frau (wieder) salonfähig, christlicher Fundamentalismus ist weit verbreitet und anerkannt, Menschen, vor allem Frauen, werden rund um die Uhr überwacht und kontrolliert, es gibt Umerziehungslager für Homosexuelle usw.

Das Ganze klingt auf den ersten Blick vielleicht zu weit hergeholt, doch meiner Meinung nach macht den größten Grusel des Romans aus, dass wir mehr und mehr in einer Welt leben, wo solche ‚Werte‘ und solche Methoden wieder die Oberhand gewinnen. Und so hatte ich beim Lesen oft ähnliche Gefühle wie bei der Lektüre von Omar El Akkads ‚American War‘, wo auch gegenwärtige Trends aufgenommen und literarisch zu einer Dystopie verarbeitet wurden.

Spannend fand ich auch die Schilderungen der Veränderungen Jeans, die von einer unpolitischen Frau zu einer Kämpferin wird, sowie die Darstellung, welche Konsequenzen die politische Situation auf die Familie Jeans hat, wo neue Gesetze Familienmitglieder ausgrenzen und wo man bereits beim Nachwuchs die Folgen von Propaganda und Hirnwäsche spürt.

Lediglich das Ende des Romans hat mir nicht zu 100% gefallen, denn dieses kommt für mein Empfinden zu abrupt, ist zu actionlastig und mir damit ein wenig zu hollywoodmäßig. Nichtsdestotrotz empfand ich ‚VOX‘ als ebenso unterhaltsame wie lehrreiche und wichtige Lektüre, wobei ‚VOX‘ viele Genres und viele Aspekte auf überzeugende und gelungene Weise in sich vereinigt: Wissenschaftsthriller, Dystopie, Plädoyer für Freiheit und Gleichheit, Warnung vor Intoleranz, Extremismus, Unterdrückung und dem Verlust der Moral.

‚Ich hoffe, Sie lesen VOX auf zweierlei Weise: sowohl als spekulative politische Dystopie, in der die Übermacht staatlicher Kontrolle das Leben einer Familie zerstört, und als Gedankenspiel, das Ihnen das Geschenk der Sprache vor Augen führt, dieses erstaunlich komplexe Vermögen, das wir so oft als selbstverständlich betrachten.‘ (Christina Dalcher)

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33 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Ida

Katharina Adler , Petra Morzé
Audio CD
Erschienen bei Argon, 25.07.2018
ISBN 9783839816523
Genre: Romane

Rezension:

‚Er zweifle nicht daran, dass sie einen Zweck im Auge habe, den sie durch ihre Krankheit zu erreichen hoffe.‘ (CD 6, Track 10)

Die 58-jährige Ida Adler, geborene Bauer, hat ihre Heimatstadt Wien vor über zwei Jahren verlassen und erreicht im Jahre 1941 New York City, von wo aus sie weiterreist nach Chicago, um bei ihrem Sohn und seiner Frau unterzukommen. Sie ist eine nörgelnde, taktlose, anstrengende Frau, die an keinem ein gutes Haar lässt, doch durch Rückblenden erfährt der Leser bald, weshalb Ida Adler so verbittert ist, was sie in ihrem Leben erfahren und erleiden musste.

Der Leser taucht im weiteren Verlauf des Buches immer tiefer in die Biografie Ida Adlers ein, hört von der schwierigen Familiengeschichte, vom Leben mit eigenen Krankheiten und kranken Familienmitgliedern sowie von den Veränderungen in Österreich und Europa im Zuge des immer weiter erstarkenden Nationalsozialismus. Zentral im Roman ist zudem die Behandlung Ida Adlers durch Sigmund Freud, dessen Fallgeschichte ‚Dora‘ berühmt geworden ist, in der er Ida Adlers Krankengeschichte anonymisiert darlegte.

Sigmund Freud und ich sind keine Freunde. Das waren wir noch nie, und mein Psychologie-Studium mit Schwerpunkt Klinische Psychologie hat nicht gerade geholfen, meinen negativen Eindruck von Freuds unwissenschaftlichen Behandlungsmethoden zu revidieren. Und ‚Ida‘ von Katharina Adler, der Urenkelin der im Buch vorgestellten Ida Adler, hilft schon gar nicht, denn die Autorin gewährt dem Leser/Hörer hier tiefe Einblicke ins Leben von Ida Adler und in die Psychoanalyse Freuds, die meiner Meinung nach den letzten Funken an Befürwortung der Psychoanalyse beim Leser/Hörer auslöschen können und sollten.

Katharina Adler legt in ihrem Debüt dar, wie familiäre und historische Begebenheiten einen Menschen prägen, welche Macht die Suggestionen Freuds auf Ida und ihr Leben hatten, wie leicht es ist, Schwächeren (teils abstruse) Dinge einzureden, und welche Stärke Ida bewiesen hat, als sie die Behandlung bei Freud abbrach und ihm keine Macht über ihr Leben gab. All diese Entwicklungen sorgen dafür, dass man der gealterten Ida gegenüber empathisch und vergebend ist, dass man ihre Beweggründe und ihre Handlungen besser verstehen kann und dass man nicht zuletzt wütend auf diejenigen Menschen wird, die ihre Macht ohne Skrupel missbrauchen.

Mir hat das Hörbuch über weite Strecken ausgesprochen gut gefallen, obwohl Ida anfangs so unsympathisch wirkt und mir die Sprecherin initial nicht gut gefallen hat. Gelungen fand ich die Passagen mit Freud und die Schilderungen des familiären Hintergrunds. Weniger gut gefallen haben mir die geschichtlichen und politischen Einblicke, obwohl ich mich schon intensiv mit dem Dritten Reich befasst habe und mich sehr für das Thema interessiere.

Ich hatte vor allem im letzten Drittel des Hörbuchs das Gefühl, dass Katharina Adler in ihrem Buch zu viele Themen angeschnitten hat, dass ihr Roman zu viel wollte, dies aber nicht erfüllen konnte. Mir ist bewusst, dass es um eine Schilderung von Ida Adlers Leben geht und deshalb alle wichtigen Aspekte angesprochen werden mussten, aber ich hätte mir an manchen Stellen straffere Schilderungen und an anderen eine intensivere Beschäftigung mit der Thematik gewünscht.

Mich hat das Buch stellenweise sehr betroffen und wütend gemacht, auch wenn mir die Psychoanalyse von Freud und seine Methoden auch vor der Lektüre geläufig waren. Trotzdem ist es etwas anderes, ob man den ‚Fall Dora‘ in der Theorie kennt oder ob man diesen lebendigen, authentischen Roman liest und hautnah dabei ist, wie Ida Adler von Freud ‚therapiert‘ wurde. Kritisieren kann ich nur das letzte Drittel des Romans, das mich nicht mehr fesseln konnte und das mein ansonsten sehr positives Gesamturteil nach unten korrigiert hat.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wölfe in der Nacht

Ángel Santiesteban , Thomas Brovot
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 26.10.2017
ISBN 9783103973082
Genre: Romane

Rezension:


‚Wie lange muss man geben?‘

‚Bis es weh tut.‘> (Seite 47)

Der kubanische Autor Ángel Santiesteban - einst vom kommunistischen Regime Kubas gefeiert und gefördert, dann der Selbstzensur unterworfen, schließlich verboten und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt - erzählt in ‚Wölfe in der Nacht‘ von Hunger, Polizeiwillkür, Bestechung, Denunziation, Militärdienst, Tod, Gefängnis, Einsamkeit, Geheimpolizei, Folter, Prostitution und Gewalt, aber auch von Kameradschaft, Beistand, Freundschaft, Liebe, Rückhalt, Mitgefühl und Menschlichkeit.

In anspruchsvoller, aber schnörkelloser und klarer Sprache bietet Santiesteban Einblicke ins Leben und die politische Situation in Kuba, vermag es dabei, den Leser zu fesseln und zu bewegen, auch wenn seine bisweilen allzu detaillierten Beschreibungen oft schockieren und dazu führen, dass man sich bei den beschriebenen Grausamkeiten in den Gefängnissen, bei den geschilderten Verhöhnungen, Beleidigungen und Abwertungen angeekelt abwenden möchte.

Santiestebans Erzählungen, die aufgrund des Publikationsverbots in Kuba zu einem großen Teil auf Spanisch unveröffentlicht sind und mit ‚Wölfe in der Nacht‘ erstmals auf Deutsch erschienen, sind durchweg düster und unheilvoll. Santiesteban berichtet hier vom Leben und Überleben in Kuba, wobei er sowohl Alltagssituationen wie den tagtäglichen Hunger und die damit verbundene Verzweiflung der Menschen als auch Ausnahmesituationen wie Gefängnisaufenthalte thematisiert. Eines haben alle Erzählungen gemeinsam: Man liest hier nichts, was man normalerweise mit Kuba assoziiert, sondern erfährt von den dunklen Momenten, von Willkür und Brutalität.

Mich haben diese Geschichten aus literarischer Sicht sehr beeindruckt und emotional sehr aufgewühlt. Ich wünsche ‚Wölfe in der Nacht‘ viele Leser und hoffe, dass ich in Zukunft noch mehr von Santiesteban lesen darf, der seine Heimat Kuba trotz aller Widrigkeiten nicht verlassen hat und auch nicht verlassen möchte.

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Die Stadt des Affengottes

Douglas Preston , Jürgen Neubauer
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei DVA, 04.09.2017
ISBN 9783421047571
Genre: Sachbücher

Rezension:

‚Tief in den Bergen liege eine Ruinenstadt, die von den Einheimischen ‚die versunkene Stadt des Affengottes‘ genannt wurde und in der eine riesige Affenstatue vergraben sein sollte.‘ (Seite 33)

In Osten Honduras liegt La Mosquitia, eine Region, die zu den letzten weißen Flecken unseres Planeten gehört. Selbst zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind große Teile von La Mosquitia nicht erforscht.

La Mosquitia ist eines der unzugänglichsten Gebiete der Erde, eine Bergregion mit Regenwäldern und Sümpfen, von den spanischen Eroberern ‚Tor zur Hölle‘ genannt und auch heute noch eine Art wahr gewordener Albtraum mit Überflutungen, Erdrutschen, Giftschlangen, Mücken und Großkatzen.

Aufgrund der Abgeschiedenheit und der schieren Unerreichbarkeit von La Mosquitia ranken sich seit Jahrhunderten Mythen und Legenden um die Region. Dort soll es eine geheimnisvolle Stadt aus weißem Stein geben, die Ciudad Blanca oder auch ‚Stadt des Affengottes‘ genannt wird.

Auf der Suche nach der legendären Stadt reiste Douglas Preston im Februar 2015 als Teil eines Forschungsteams nach La Mosquitia und berichtet in ‚Die Stadt des Affengottes‘ nicht nur von der Expedition selbst, sondern erzählt zudem von den Ursprüngen der Legende, von prähispanischen (Hoch-) Kulturen, von Hernán Cortés und Christoph Kolumbus, von der Geschichte Honduras, von früheren Expeditionen und der historischen/kulturellen Einordnung der Funde, von der Eroberung (Zentral-) Amerikas und den Folgen für die Ureinwohner.

Schon als Kind war ich begeistert von Abenteuergeschichten und von den Entdeckungsreisen im 15. und 16. Jahrhundert. Von La Mosquitia hatte ich bis zur Lektüre des Buches noch nichts gehört und fand es demnach ungeheuer spannend, Preston nach Zentralamerika zu folgen, mehr über die Legenden von La Mosquitia zu lesen und durch die detailreichen und lebendigen Schilderungen des Autors mit ihm vor Ort zu sein. Dabei handelt es sich bei ‚Die Stadt des Affengottes‘ um eines jener Bücher, die faszinierend sind, bei denen man sich aber auf jeder Seite freut, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, die Reise anzutreten und darüber zu schreiben, denn beim Lesen war ich mehr als ein Mal froh, dass ich mich dem Thema vom heimischen Sofa aus widmen darf. Spätestens mit dem Eintreffen des Expeditionsteams im honduranischen Regenwald, dem Konfrontiertsein mit meterlangen Lanzenottern und unbezwingbaren Sandmückenschwaden sowie den seitenlangen (extrem spannenden!) Ausführungen zum Thema Parasitologie war mir klar, dass ich hier gerne Leserin bleibe und keine Reisende werde.

Ich fand den Einstieg ins Buch sehr packend, Preston beschreibt von Anfang an ein echtes Abenteuer, das einen mitreißt. Dabei stellt er La Mosquitia so detailliert und stimmungsvoll vor, dass ich bei der Lektüre des Öfteren Gänsehaut bekommen habe. Es gibt allerdings auch Kapitel mit einigen Längen, doch andere Abschnitte, z.B. die Beschreibungen der Expedition sowie die Ausführungen zur Parasitologie und zu den Folgen der Kolonisierung fand ich absolut großartig. Sie machen das Buch zu einem ebenso spannenden wie unheimlichen Reisebericht, den ich sehr empfehlen kann.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

englisch, fantasy, murakami, philosophie

The Wind-up Bird Chronicle

Haruki Murakami
Flexibler Einband: 609 Seiten
Erschienen bei Ccv
ISBN 9780099448792
Genre: Romane

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36 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Bleib bei mir

Ayobami Adebayo , Maria Hummitzsch
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2018
ISBN 9783492058902
Genre: Romane

Rezension:

‚Wenn die Last zu groß ist, zu groß über eine zu lange Zeit, knickt selbst die Liebe ein, bekommt Risse, droht zu zerbrechen und zerbricht manchmal. Aber auch wenn sie in tausend Scherben verstreut um unsere Füße liegt, ist es noch immer Liebe.‘ (Seite 28)

Yejide und Akin haben aus Liebe geheiratet und sich - ganz entgegen der nigerianischen Tradition - gegen die Polygamie entschieden. Doch dass Yejide nicht schwanger wird, belastet nicht nur das Paar, sondern wird zunehmend von Akins Familie thematisiert. Jeden Monat schickt Akins Mutter eine potenzielle Heiratskandidatin in Akins Büro, doch er lehnt stets ab. Bis er Funmi vorgestellt wird, die er schließlich heiratet, weil sie ihm der beste Kompromiss zu sein scheint, denn Funmi erklärt sich bereit, nicht im gleichen Haus wie Yejide und Akin zu leben.

Die Beziehung zwischen Akin und Yejide bekommt Brüche, und Yejide weiß, dass sie schwanger werden muss, um Akin zu halten. Und sie ist bereit, dafür jeden Preis zu zahlen.

Ayọ̀bámi Adébáyọ̀, die mit ‚Bleib bei mir‘ auf der Shortlist des Baileys Women‘s Prize for Fiction stand, erzählt in ihrem Debütroman vom Druck, der auf nigerianischen Frauen lastet, die nur durch eine Schwanger- und Mutterschaft Wert für die Familie, für die Gesellschaft und als Frau erlangen.

Adébáyọ̀s Ausführungen sind eindringlich, und durch den Perspektivenwechsel (Akin/Yejide) gelingt es ihr, Spannung aufzubauen, die Geschehnisse von zwei Seiten zu beleuchten, die Traditionen und Rituale aus männlicher und weiblicher Sicht zu beschreiben und so ein komplexes Bild der nigerianischen Gesellschaft zu zeichnen. Dabei hat Adébáyọ̀ ihre Protagonisten durchweg überzeugend charakterisiert, lebendig und lebensnah beschrieben, so dass man beim Lesen das Gefühl bekommt, die Beweggründe, Aktionen und Reaktionen der handelnden Personen stets nachvollziehen und ihre Gefühle und ihre Gedanken verstehen zu können.

Keine der Figuren ist nur Täter oder nur Opfer, ist nur sympathisch oder nur unsympathisch, was dazu führt, dass ‚Bleib bei mir‘ die Beziehung zwischen Akin und Yejide in ihrer Gesamtheit beschreibt, auf alle Höhen und Tiefen eingeht. Dabei gleitet die Autorin nie in Klischees ab, und ihre Geschichte, in der es um Liebe, Enttäuschung, Hoffnung, Ablehnung und Verlust geht, ist an keiner Stelle schnulzig oder übertrieben emotional.

Neben den Schilderungen der Ehe und des Familienlebens erfährt der Leser über diverse Nebenschauplätze der Geschichte zudem von weiteren Aspekten Nigerias, von zunehmender Gewalt, von Raubüberfällen, von politischen Umwälzungen, auch wenn der Fokus eindeutig auf der Beziehung zwischen Akin und Yejide liegt.

Mir hat ‚Bleib bei mir‘ sehr gut gefallen, denn die Geschichte entblättert sich nach und nach immer mehr, und als Leser taucht man von Kapitel zu Kapitel tiefer in die Beziehungsthematik ein, die am Ende noch komplexer ist, als man sich im Verlauf vorstellen konnte.

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Mein Date mit der Welt

Waltraud Hable
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 26.01.2018
ISBN 9783770166831
Genre: Biografien

Rezension:

‚Dieses Gefühl, dass sich plötzlich unkontrolliert viel Energie in einem anstaut und man körperlich fast überwältigt wird von der wilden Sehnsucht und unbändigen Lust aufs Leben - davon können wir alle mehr gebrauchen.‘ (Seite 11)

Waltraud Hable kündigt ihren Job als Chefredakteurin eines Magazins, vermietet ihre Wohnung unter, hebt ihr Erspartes vom Konto ab und stürzt sich in ein Abenteuer: Sie nimmt sich elf Monate Zeit, um die Welt zu bereisen, macht sich auf den Weg nach Tansania, Südafrika, USA, Argentinien, Brasilien, Australien, Japan, Myanmar, Laos, Thailand, Indien, Finnland, Marokko und Portugal.

Bereits der Einstieg ins Buch war so sympathisch und amüsant, lebendig und natürlich, dass ich mich sehr auf die Lektüre gefreut habe, und meiner Meinung nach schafft es Hable über 247 Seiten hinweg, sowohl ihren Sprachwitz als auch ihren Charme zu behalten. Mir hat das Buch sehr großen Spaß gemacht, und bisweilen musste ich vor Lachen prusten. Was für eine Reise! Was für Anekdoten! Und was für ein Humor!

Was mir besonders gut gefallen hat: Hable ist keine erfahrene Globetrotterin und predigt nicht den Verzicht, sondern gönnt sich etwas, zeigt Schwächen, Unsicherheiten und Ängste, lebt ihren Traum und zeigt mit ihrem Buch, dass das jeder tun kann und tun sollte.

Sie motiviert mit ihrem Buch zu eigenen Reisen, macht neugierig auf die besuchten Länder (ok, nicht immer, denn manchmal hat sie auch eine miese Zeit…), erzählt von ihren Vorbereitungen, gibt Tipps und bietet so konkrete Hilfestellung bei der eigenen Reiseplanung.

In ‚Mein Date mit der Welt‘ erhält man dabei nicht nur Informationen zum Land, sondern Hable erzählt auch (sehr) persönliche Anekdoten, was das Buch sehr unterhaltsam macht. Die Seiten sind beim Lesen nur so dahingeflogen, und plötzlich (und viel zu schnell) war ich auf der letzten Seite.

Ich wünsche mir, das Hable bald wieder auf Reisen geht und über ihre Abenteuer schreibt - aber dann bitte ohne das ständige Erwähnen der ‚beängstigend klugen Schwester‘, denn diesen Ausdruck fand ich nur bei der ersten Erwähnung nett, aber ab der zweiten eher nervig, was meine einzige Kritik an ‚Mein Date mit der Welt‘ ist.

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Einzigartig

Inka Friese , Joel Sartore
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.07.2018
ISBN 9783737355599
Genre: Kinderbuch

Rezension:

‚außergewöhnliche Porträts mit magischer Wirkung, auf denen nicht nur wir Tiere anschauen - oft schauen sie auch zurück. Und verzaubern uns.‘ (Seite 11)

Ich kenne bereits ‚Artenreich‘ von Joel Sartore, dies war letztes Jahr eines meiner Lieblingsfotobücher und ist ein wundervoller Bildband, der mich oft zum Staunen und Lächeln gebracht hat.

Nun ist bei Fischer Sauerländer ein schmaler Band von 60 Seiten erschienen, in dem Sartores Projekt PhotoArk vorgestellt wird und in dem man eine Auswahl von faszinierenden Fotos findet.

Neben den exzellenten Fotografien, auf denen Sartore Tierporträts eingefangen hat, bietet das Buch eine kurze Einführung in Sartores Arbeit und knappe Legenden, die Informationen zum Verhalten des abgebildeten Tieres und zu seinem Lebensraum zusammenfassen. Zu den Tieren erfährt man zudem, wie stark sie vom Aussterben bedroht sind und (nicht immer, aber bei einigen Tieren) warum sie in Gefahr sind.

Bisweilen sind auf gegenüberliegenden Seiten ähnlich aussehende Tiere bzw. ähnliche Muster, Farben etc. abgebildet, was eine schöne Idee ist und eine gewisse Sensationskomik hat (meiner Meinung nach noch ausgeprägter in ‚Artenreich‘).

Die Tiere wurden von Sartore alle vor einem weißen oder schwarzen Hintergrund fotografiert. Kontextinformationen, die Hinweise auf Lebensräume oder Rückschlüsse auf die Größe liefern könnten, gibt es nicht, wodurch Elefant und Rotaugenlaubfrosch als gleichberechtigte Bewohner der Erde vorgestellt werden.

Meiner Meinung nach ist PhotoArk ein wundervolles Projekt, Sartore ein herausragender (Tier-) Fotograf und das Buch ein gelungenes Geschenk für alle Tierfreunde, Fotografieliebhaber und jeden, der sich gerne witzige und traurig machende, faszinierende und erstaunliche Bilder von Tieren anschaut.

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Bald!

Kelly Weinersmith , Zach Weinersmith , Karsten Petersen , Thomas Pfeiffer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 17.10.2017
ISBN 9783446256767
Genre: Sachbücher

Rezension:

‚In diesem Buch sagen wir die Zukunft voraus.

Zum Glück ist das ziemlich einfach. Das machen die Leute andauernd. Mit der Vorhersage richtigzuliegen ist ein bisschen schwieriger, aber mal ehrlich, juckt das irgendjemanden?‘ (Seite 9)

Kelly und Zach Weinersmith erzählen in ihrem Buch ‚Bald!‘ von Raumfahrt, Asteroidenbergbau, programmierbarer Materie, Augmented Reality, synthetischer Biologie, Bioprinting uvm.

Dabei gehen die beiden Autoren auf den gegenwärtigen Stand ein, stellen hypothetische Überlegungen an, spielen mit Alternativen, wägen Möglichkeiten und Machbarkeit ab, stellen Vor- und Nachteile vor, erwähnen Gefahren und Chancen und zeigen auf, wie sich die Welt mit der jeweiligen Technologie verändern würde.

Nach einem weniger gelungenen Einstieg, den ich zu flapsig und zu umgangssprachlich fand, hat sich ‚Bald!‘ bereits im ersten Kapitel über den billigen Zugang zum Weltall zu einem durch und durch unterhaltsamen und spannenden Sachbuch gemausert.

Ich fand die Zeichnungen im Buch bisweilen amüsant, aber meist eher albern und unnötig. Inhaltlich bin ich aber schwer angetan: ‚Bald!‘ ist eine unheimlich tolle Lektüre, die zum Nachdenken anregt, Neues aufzeigt, eine alternative Zukunftsperspektive bietet, sich mit Ideen auf sehr komplexe Weise auseinandersetzt und tiefe Einblicke in Themen wie (Astro-) Physik, Chemie, Biologie, Genetik, Medizin etc. bietet.

Genauso soll und muss ein gutes populärwissenschaftliches Buch sein!

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Im Herbst

Karl Ove Knausgård , Paul Berf
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 18.09.2017
ISBN 9783630875149
Genre: Romane

Rezension:

Karl Ove Knausgård steht schon lange auf meiner Leseliste, und seit Jahren möchte ich seine sechsbändige Min kamp-Reihe lesen. Nun habe ich einen Einstieg in sein Werk gewagt und mir hierfür den ersten Band seiner Jahreszeiten-Reihe ausgesucht. Aufgrund der Kürze von ‚Im Herbst‘ war ich mir sicher, dass das Buch einen guten Start in Knausgårds Werk darstellt, da man sich so schnell eine Meinung dazu bilden kann, ob einem sein Schreibstil überhaupt liegt.

Nach dem Lesen von ‚Im Herbst‘ kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich kein anderes Buch von Knausgårds Jahreszeiten-Reihe lesen möchte, denn zwar haben mir einige Passagen in ‚Im Herbst‘ gut gefallen, aber einige Episoden fand ich doch recht belanglos.

Knausgård ist ein ausgezeichneter Beobachter und kann das das Gesehene, Erlebte und Gefühlte hervorragend in Worte fassen. Er erzählt in ‚Im Herbst‘ seiner noch ungeborenen Tochter von allerlei Dingen, die er erzählenswert findet, z.B. Geschichten aus seiner Kindheit, faszinierende Phänomene, die er gesehen hat, Dinge, die ihn wundern und staunen lassen, Erlebnisse aus seinem Erwachsenenleben, Angewohnheiten, die er hat, Fragen, die er sich stellt.

Die Texte machen bisweilen nachdenklich und berühren, aber vor allem im Verlauf haben sich die Geschichten eher abgenutzt und waren für mich immer weniger spannend.

Dennoch sehe ich ‚Im Herbst‘ als eine gute Möglichkeit, sich mit Knausgårds Büchern vertraut zu machen, denn der anspruchsvolle Schreibstil Knausgårds mit den oft langen Sätzen hat mir so gut gefallen, dass ich die Min kamp-Reihe trotz einiger Enttäuschung beim Lesen von ‚Im Herbst‘ weiterhin auf meiner Leseliste behalte und irgendwann sicherlich die Zeit und die Muse habe, die sechs Bände zu lesen.

Lobend erwähnen möchte ich noch die hochwertige und ästhetische Aufmachung des Buches: das schöne Papier, das Lesebändchen, die hübsche Einbandgestaltung und die Zeichnungen von Vanessa Baird.

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Der Cellist von Sarajevo

Steven Galloway , Georg Schmidt
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei btb, 08.06.2010
ISBN 9783442738922
Genre: Romane

Rezension:

‚Man kann nicht mehr sagen, welche Version der Lüge die Wahrheit ist. Ist das wahre Sarajevo die Stadt, in der Menschen glücklich waren, einander gut behandelt, ohne Hass miteinander gelebt haben? Oder ist das wahre Sarajevo die Stadt, wie er sie heute sieht, in der die Menschen einander töten, wo Kugeln und Granaten von den Bergen herabfliegen und die Häuser einstürzen?‘ (Seite 227)

Ein Cellist beobachtet eines Nachmittags aus dem Fenster eine Menschenschlange, die nach Brot ansteht. Sekunden später sind 22 dieser Menschen in Folge eines Mörsergranateneinschlags tot: Freunde, Nachbarn, Fremde.

Vierundzwanzig Stunden nach dem Anschlag setzt sich der Cellist, der in Friedenszeiten der erste Cellist des Philharmonischen Orchesters von Sarajevo war, in den Krater der Granate und spielt Albinonis Adagio - 22 Tage lang, täglich um 16 Uhr, um der Toten zu gedenken.

Steven Galloway erzählt in ‚Der Cellist von Sarajevo‘ von der Belagerung Sarajevos, wobei es sich um eine Geschichte handelt, die teilweise auf einer wahren Begebenheit beruhrt, jedoch nicht den historisch genauen zeitlichen Ablauf der Belagerung wiedergibt, denn der Autor hat Geschehnisse aus drei Jahren in einem einzigen Monat untergebracht. Nichtsdestotrotz hat es den Cellisten, der in Galloways Roman namenlos bleibt, und den Mörsergranatenanschlag auf die Menschengruppe tatsächlich gegeben: Am 27. Mai 1992 starben dabei 22 Menschen und mindestens 70 wurden verletzt, und der Cellist Vedran Smailović spielte zu Ehren der Toten an den nächsten 22 Tagen Albinonis Adagio in g-Moll.

Ich muss zugeben, dass ich den Einstieg ins Buch eher wirr und zu bemüht fand. Ich habe mich daraufhin auf eine wenig fesselnde Lektüre eingestellt, wurde jedoch schnell positiv überrascht. Im Verlauf zeigte sich bald, dass lediglich das erste Kapitel (‚Der Cellist‘) wenig gelungen war, dass der Roman spannend und bewegend wurde, sobald weitere Protagonisten vorgestellt wurden: Strijela, eine Heckenschützin, die nur auf Soldaten und nicht auf Zivilisten schießt, Kenan, der sich alle paar Tage auf den gefährlichen Weg durch die belagerte Stadt macht, um Wasser für sich, seine Familie und seine alte, grantige Nachbarin zu holen, Dragan, der in einer Bäckerei arbeitet und sich an ein Sarajevo erinnert, das es nicht mehr gibt, das er aber auch nicht aufgeben kann.

Durch die Einführung der lebendig gezeichneten Protagonisten Strijela, Kenan und Dragan gibt Galloway dem Krieg ein Gesicht und zeigt zudem, wie schnell ein Leben im Frieden zu einem Leben im Krieg werden kann, wie Normalität und Alltag von einem Tag auf den nächsten enden können. Mir haben diese Beschreibungen des Vorher und des Nachher gut gefallen und mich sehr bewegt. Und letztendlich ist der anfänglich so mühsame Roman zu einer Lektüre geworden, die ich kaum weglegen konnte und wollte.

Am Ende seines Romans bietet der Autor noch Einblicke in die Realität, spricht von der fast vierjährigen Belagerung Sarajevos, von mindestens 10.000 Toten und weiteren 56.000 Verwundeten, von 329 Granaten, die durchschnittlich jeden Tag in die Stadt einschlugen, und von 10.000 zerstörten bzw. 100.000 beschädigten Wohnungen.

Zusammen mit der bewegenden Geschichte, die sich ohne Weiteres genauso zugetragen haben könnte, veranschaulichen diese Zahlen, was sich vor gar nicht so langer Zeit ganz in unserer Nähe zugetragen hat. Denn Sarajevo ist viel näher, als man denkt: Von Berlin aus ist man mit dem Auto schneller in Sarajevo als in Barcelona, und eine Autofahrt nach Rom, in die Provence oder die Bretagne würde genauso lang dauern wie eine nach Sarajevo, auch wenn einem all diese Orte wahrscheinlich viel näher vorkommen als die Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas.

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Stefan Loose Reiseführer Portugal

Jürgen Strohmaier
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 04.05.2018
ISBN 9783770178742
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Portugal-Handbuch von Jürgen Strohmaier ermöglicht einen ebenso tiefen wie breit angelegten Einblick in das Land auf der Iberischen Halbinsel, so dass es sich perfekt zum Planen einer Portugal-Reise eignet. Ich selbst kenne Portugal nicht von eigenen Reisen, habe aber schon länger den Wunsch, das Land zu besuchen.

Der Reiseführer ist sehr übersichtlich und klar aufgebaut. In der vorderen Umschlagseite findet man eine Karte mit den Highlights sowie Angaben zu Zimmerpreisen und zu im Buch verwendeten Symbolen, in der hinteren Umschlagseite eine Karte mit der Information, welche Region auf welcher Seite im Buch vorgestellt wird.

Die einzelnen Kapitel (Reiseziele und Routen, Travelinfos von A bis Z, Land und Leute, Lissabon, Rund um Lissabon, Extremadura und Ribatejo, Das Zentrum, Porto, Rund um Porto, Der Norden, Alentejo, Algarve, Anhang) sind farbkodiert, so dass man sich sehr schnell zurechtfindet und beim Suchen schnell fündig wird.

Vor allem die Kapitel ‚Travelinfos von A bis Z‘ und ‚Land und Leute‘ haben mir sehr gut gefallen, da ich aktuell keine eigene Reise plane, aber durch diese etwa 80 Seiten viele Facetten des Landes kennengelernt habe, die mir Portugal viel näher gebracht haben.

Wer gerne eine Tour durchs Land unternehmen möchte, findet im Buch Anregungen für Reiserouten für längere Autoreisen sowie für kürzere Radreisen und Wanderungen.

Zu den einzelnen Regionen finden sich zahlreiche Karten, Fotos und Routen sowie Tipps für Sehenswürdigkeiten, zum Sparen, für Unterkünfte, Essen, Kultur und Aktivitäten.

Die Seiten des Reiseführers sind sehr dünn, so dass das Buch dünner und leichter ist, als man bei über 600 Seiten erwarten würde.

Der Portugal-Reiseführer macht große Lust aufs Land, zeigt die schönsten Seiten Portugals, erwähnt spannende Unternehmungen und bietet Hilfe beim Planen eines längeren oder kürzeren Aufenthalts, so dass ich das Buch voll und ganz empfehlen kann.

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DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Neapel, Amalfiküste, Cilento

Frank Helbert , Gabriella Vitiello
Flexibler Einband
Erschienen bei DuMont Reiseverlag, 28.03.2018
ISBN 9783770175581
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Reiseführer von Gabriella Vitiello und Frank Helbert bietet vielseitige Informationen zu Neapel, der Amalfiküste und dem Cilento und ist zudem übersichtlich gestaltet, so dass man sich sehr schnell zurechtfindet.

Bereits der Einstieg mit dem Kapitel ‚Leser fragen, Autoren antworten‘ hat mir außerordentlich gut gefallen, denn hier wurden relevante Fragen aufgeworfen, die ich mir im Zusammenhang mit Kampanien auch schon gestellt habe.

Das Kapitel ‚Reiseinfos, Adressen, Websites‘ ist informativ und fasst die wichtigsten Dinge zusammen, die man vor Reiseantritt bzw. bei der Reise benötigt.

Im ‚Panorama‘ erfährt man viel Neues zum Thema Kampanien, stößt aber auch auf Bekanntes. Hier kann man z.B. mehr zum Thema Camorra, zum Müllproblem und zum Vesuv lesen.

Im Hauptkapitel ‚Unterwegs in Neapel, an der Amalfiküste und im Cilento‘ erhält der Leser Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Kultur, Essen, Aktivurlaub, Ausgehen, Übernachten sowie zahlreiche Tipps, z.B. zu Märkten, zu Picknicks in Pompeji und Olivenöl. Unterteilt ist dieses Kapitel in die verschiedenen Regionen bzw. Inseln: ‚Neapel‘, ‚Golf von Pozzuoli‘, ‚Golf von Neapel‘, ‚Ischia, Procida und Capri‘, ‚Amalfiküste und Golf von Salerno‘ sowie ‚Paestum und der Cilento‘. Zudem finden sich im Buch zahlreiche Karten und Fotos sowie verschiedene Touren.

Der Reiseführer ist sehr ausführlich, bietet zahlreiche Tipps und eignet sich für einen ausgedehnten Aufenthalt in der Region, aber auch für eine Stippvisite.

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Der zerrissene April

Ismail Kadare , Joachim Röhm
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 03.08.2001
ISBN 9783100384010
Genre: Romane

Rezension:

‚Bis zu dem Tag, an dem er tötete, gab es für ihn kein Leben. Erst wenn er getötet hatte und selbst vom Tod verfolgt war, begann er zu leben.‘ (Seite 31 der gebundenen Ausgabe von 2001)

Schon zum zweiten Mal liegt Gjorg Berisha auf der Lauer, um den Mann zu töten, der den Tod seines Bruders auf dem Gewissen hat. Beim ersten Versuch wurde der Mann nur verwundet, aber diesmal ist Gjorg erfolgreich und erschießt Zef Kryeqyqe.

Die Nachricht vom Tod Zefs verbreitet sich in dem kleinen albanischen Bergdorf in Windeseile, und Gjorg und seine Verwandtschaft schließen sich in ihrem Zuhause ein, um der Blutrache der Kryeqyqes vorerst zu entkommen. Dann leistet die Familie des Getöteten das kleine Ehrenwort, wodurch dem Blutvergießen 24 Stunden Einhalt geboten wird, und das Dorf entscheidet sich schließlich zum 30-tägigen großen Ehrenwort, was Gjorg einen ganzen Monat der Sicherheit gibt. Doch Gjorg weiß, dass er nach diesen 30 Tagen von einem Familienmitglied der Kryeqyqes getötet werden wird.

Die Geschichte der Blutfehde begleitet die Berishas und die Kryeqyqes seit siebzig Jahren, seit ein Gast der Berishas genau an der Dorfgrenze erschossen wurde:

‚Und wenn du einen Gast geleitest, und er wird vor deinen Augen getötet, dann fällt sein Blut auf dich.‘ (Seite 33 der gebundenen Ausgabe von 2001).

Seitdem gibt es auf beiden Seiten je 22 Gräber, und der Kreislauf des Tötens scheint nicht gebrochen zu werden, solange es noch Familienangehörige gibt, die den Tod eines Familienmitglieds rächen können.

Ich habe ‚Der zerrissene April‘ von Ismail Kadare vor vielen Jahren mit großer Begeisterung gelesen. Nun habe ich das Buch zum zweiten Mal gelesen, bin nach wie vor fasziniert von diesem Roman.

Kadare bietet in seinem bereits 1978 geschriebenen und 1980 erstmals auf Albanisch erschienenen Roman tiefe Einblicke in eine Welt, in der sich alles um alte Traditionen und Bräuche dreht, in der der Kanun, das alte Gewohnheitsrecht der Albaner, den Alltag und das Leben regelt, in der die Blutrache (als Teil des Kanun) mit ihren vielen Riten und dem komplizierten Regelwerk aktiv gelebt und angewendet wird.

In klarer, schnörkelloser Sprache erzählt Kadare seine dicht geschriebene und bewegende Geschichte, die nicht nur Opfer und Täter der Blutrache vorstellt und zu Wort kommen lässt, sondern auch die Profiteure dieser Tradition zeigt, die dafür sorgen, dass der Brauch weiter gepflegt wird.

Kadare nimmt den Leser in seinem Roman mit in die albanische Bergwelt und lässt ihn so an einer Welt teilhaben, die den meisten Lesern fremd erscheinen muss, die jedoch über Jahrhunderte hinweg gelebte Realität war. Nur in den Jahren der kommunistischen Diktatur in Albanien war die Blutrache eingestellt, doch nach dem Zusammenbruch des Kommunismus erlebte das Land erneut eine Zunahme der Blutrache, die mittlerweile zwar wieder abgeebbt ist, doch nach wie vor gibt es in Albanien zahlreiche Familien, die auch heute noch in (teilweise jahrzehntealte) Blutrachekonflikte verwickelt sind.

‚Der zerrissene April‘ ist ein intensives und brillant erzähltes Buch und gehört nicht nur zu meinen Lieblingsbüchern 2018, sondern steht auch auf der Liste meiner All Time Favorites. Ich empfehle ‚Der zerrissene April‘ jedem, der nach Albanien reisen will oder der sich generell mehr mit dem Land und seinen Traditionen beschäftigen möchte.

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Die Herrenausstatterin

Mariana Leky
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 24.05.2018
ISBN 9783832161651
Genre: Romane

Rezension:

Die Ich-Erzählerin Katja und ihr Vertretungszahnarzt Jakob sind von Grund auf verschieden - sie: ängstlich und vorsichtig, er: wagemutig und risikobereit - , aber sie verlieben sich ineinander, heiraten und verbringen eine glückliche Zeit miteinander. Doch dann verliebt sich Jakob in eine andere Frau, verlässt Katja und stirbt kurz darauf bei einem Unfall.

Katja fällt ins Bodenlose, doch dann trifft sie zwei Menschen, die ihr helfen, wieder zurück zu sich und zu einer für sie lebenswerten Zukunft zu finden: den Altphilologen Dr. Friedrich Blank, der nicht mehr am Leben ist, aber durch und durch realistisch wirkt und bei Katja einzieht, und den Feuerwehrmann Armin, der eines Tages einfach in ihrer Wohnung sitzt und dann immer wieder kommt.

Ich fand ‚Was man von hier aus sehen kann‘ von Mariana Leky wunderbar, und ich war dementsprechend neugierig auf Lekys Roman ‚Die Herrenausstatterin‘, der bereits 2010 erstmals erschienen ist.

Ich empfand ‚Die Herrenausstatterin‘ als nicht ganz so gelungen wie ‚Was man von hier aus sehen kann‘, auch wenn mir der Roman insgesamt sehr gut gefallen hat.

‚Die Herrenausstatterin‘ wird sehr liebevoll und mit so vielen Details erzählt, dass ich beim Lesen oft lächeln musste und einem teilweise richtig das Herz aufgeht. Leky erzählt vom großen Glück, wenn man jemanden findet, mit dem man ein zufriedenes und erfülltes Leben führt, und vom großen Schmerz, wenn einem dieser Mensch wieder entrissen wird. Dabei weist ihr Schreibstil einen hohen Wiedererkennungswert auf und hat mich oft an ‚Was man von hier aus sehen kann‘ erinnert, auch wenn ich finde, dass die Bücher aus thematischer Sicht letztendlich recht unterschiedlich sind.

Besonders gut gefallen haben mir die Schilderungen von Katjas Gefühlen nach dem Verlust von Jakob, in denen sie auf feinfühlige Weise davon berichtet, wie sich das Leben nach dem Tod eines geliebten Menschen verändert, wie einen alles an den Verstorbenen erinnert, wie man jedes Geräusch, jeden Geruch, jeden Geschmack, alles Gesehene und alle Empfindungen mit dieser Person assoziiert, wie der Alltag zu einem permanenten Reminder dafür wird, was man verloren hat und wie schwer dieser Verlust wiegt.

Wie bereits in ‚Was man von hier aus sehen kann‘ empfand ich es als bemerkenswert, wie Leky er schafft, den Leser zu berühren und zu bewegen, indem sie Gedanken und Gefühle der Protagonisten vollkommen überzeugend schildert, Situationen so lebensnah beschreibt und mit Beispielen versieht, dass man sich in ihren Geschichten problemlos wiederfinden kann und das Gefühl bekommt, dass Leky in Worte fasst, was man selbst schon in ähnlichen Momenten erlebt und empfunden hat.

Durch die magisch-realistischen Elemente ist der Roman zudem oft märchenhaft, wodurch er zwar meist wunderbar ist, aber manchmal auch etwas sonderbar wirkt, und ich nicht immer Zugang zu einzelnen Aspekten des Buches gefunden habe.

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Neapel – Lieblingsorte

Maria Carmen Morese
Flexibler Einband: 205 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.02.2018
ISBN 9783458363279
Genre: Sachbücher

Rezension:

‚Neapel ist eine bittere Sonne, Neapel ist Meeresduft, Neapel ist ein schmutziges Papier, und keinen kümmert‘s.‘ (Seite 84, Liedtext von Pino Daniele)

Maria Carmen Morese, die ich bereits von ihrer wunderbaren ‚Gebrauchsanweisung für Apulien und die Basilikata‘ kannte, erzählt in ‚Lieblingsorte. Neapel‘ von Uferpromenade und Vesuv, Castel dell‘Ovo und Parco Virgiliano, Camorra und Schutzgeld, Obdachlosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit, Legenden und Elena Ferrante, Klostergärten und Buchhandlungen, Musik und Malerei, Kunstraub und Museen, Zitroneneis und Salumeria, Schirmpinien und Rosengärten.

Morese bietet dabei einen exzellenten Überblick über die Stadt und einen kleinen Einblick in die Umgebung Neapels, gibt Informationen zu Geschichte, Politik, Kultur, Architektur, Alltag und Essen. Die Farbfotos veranschaulichen dabei das Geschriebene, machen neugierig auf Neapel und Lust auf eine eigene Reise in die Stadt.

Ich fand Moreses Buch nicht nur unterhaltsam zu lesen, sondern auch sehr gut geeignet, um vor einer Reise Ecken der Stadt kennenzulernen, die sich teilweise fernab der ausgetretenen touristischen Pfade befinden, und Dinge über Neapel zu erfahren, die sich von gängigen Informationen in anderen Reiseführern abheben.

Als große Liebhaberin der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante fand ich die Verweise auf die Romane besonders schön und freue mich schon, Neapel selbst zu erkunden und die Lebenswelt der beiden Freundinnen Lila und Elena mit eigenen Augen zu sehen.

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