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305 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 156 Rezensionen

thriller, psychothriller, hamburg, melanie raabe, entführung

Die Wahrheit

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 29.08.2016
ISBN 9783442754922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:

Seit Sarahs Mann Philipp vor 7 Jahren auf einer Geschäftsreise nach Kolumbien verschwand, wartet sie auf ein Lebenszeichen von ihm. Vieles deutet auf eine Entführung hin, aber niemand weiß, ob er noch am Leben ist. Mit den Jahren arrangiert sich Sarah mit der Situation und lebt ihr eigenes Leben. Sie ist finanziell unabhängig und zieht den gemeinsamen Sohn groß. Auch scheint es wieder Platz für einen neuen Mann in ihrem Leben zu geben. Doch dann geschieht plötzlich das Unfassbare: Sarah erhält einen Anruf vom Auswärtigen Amt, in dem man ihr mitteilt, dass Philipp lebt und er nach langer Geiselhaft endlich wieder nach Hause kommt. Mit gemischten Gefühlen steht sie am Flughafen, um ihn abzuholen, und traut ihren Augen nicht: ein Fremder steigt aus dem Flugzeug. Und zu allem Überfluss droht er ihr damit, ihr Leben zu zerstören, wenn sie nicht mitspielen werde und ihn bloßstelle. Also lässt sie den fremden Mann in ihr Leben und versucht herauszufinden, was da vor sich geht.

Meine Meinung:

Der Debütroman „Die Falle“ von der Autorin hatte mich seinerzeit restlos überzeugt. Und so war ich gewaltig gespannt auf ihr neues Werk und habe mich sehr auf´s Lesen gefreut, zumal der Klappentext auf eine spannende Geschichte hoffen ließ. Doch leider wurde ich zutiefst enttäuscht.

Allein der Anfang zieht sich sooooo unglaublich mit Beschreibungen über Nebensächlichkeiten in die Länge, ohne dass wirklich etwas passiert. Dazu kommt mit Sarah eine Protagonistin, mit der ich nichts, aber auch rein gar nichts anfangen konnte. Sie legt ein nahezu neurotisches Verhalten an den Tag. Dabei ist sie komplett unglaubwürdig und ihr Verhalten nicht nachvollziehbar. Dadurch konnte ich keinerlei Sympathie zu ihr aufbauen; im Gegenteil: sie hat mich nachher einfach nur genervt. Besonders schlimm fand ich ihre Schwindel-, Kotz-, oder Kälteanfälle trotz Hochsommers. Besonders gefehlt haben mir auch spannende und interessante Dialoge, die den Fluss des Buches voranbringen.

In einigen Kapiteln kommt der „Fremde“ selbst zu Wort, aber auch das trägt nur zur Verwirrung des Lesers bei.

Leider gab es auch inhaltliche Fehler in dem Buch. Gegen Ende der Geschichte legt Sarah ihren Ehering in eine Schublade, obwohl sie ihn 200 Seiten zuvor im Garten vergraben hat. So etwas dürfte bei einem vernünftigen Lektorat einfach nicht passieren.

Das Cover wiederum hat mir gut gefallen. Es löst so eine perfide Beklemmung bei mir aus: die blanken Schultern einer Frau, deren Gesicht man nicht sieht und auf denen eine abgeschnittene Strähne ihre Haares liegt. Das ist gut gemacht und passt eigentlich prima zu dem verheißungsvollen Klappentext; vorausgesetzt, das wäre hier wirklich ein spannender Thriller. Der Verlag hat sich wirklich größte Mühe gegeben, einem an sich langweiligen Buch den Anstrich eines Psychothrillers zu geben. Leider führt das in diesem Fall aber, wie bereits gesagt, total in die Irre.

Fazit: ACHTUNG SPOILER!!!

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich um eine völlig absurde Geschichte handelt. Selbst wenn ein Mensch sich in sieben Jahren äußerlich sehr verändern kann, hätte Sarah ihren Mann doch an der Stimme erkennen müssen – die bleibt nämlich gleich. Es ist mir ein Rätsel, warum dieser Roman als „Thriller“ angepriesen wurde. Leider kann ich keine Leseempfehlung für dieses Buch abgeben.



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401 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 174 Rezensionen

fluch, fantasy, liebe, magie, jugendbuch

Secret Fire - Die Entflammten

C. J. Daugherty , Peter Klöss , Jutta Wurm
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789133398
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:
Sacha ist siebzehn Jahre alt und lebt mit seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester in Paris. Aufgrund eines uralten Fluches wird er in sieben Wochen an seinem 18. Geburtstag sterben. Genau  wie bereits viele andere Jungen aus seiner Ahnenliste,  die wie  er ein erstgeborener Sohn waren.  Er weiß jedoch, dass er vor diesem Datum nicht sterben kann, was dazu führt, dass er sich er sich immer wieder in lebensgefährliche Situationen begibt, um damit z. B. Geld bei illegalen Wetten zu verdienen. Die Einzige, die ihn vor seinem Schicksal bewahren kann, ist die ebenfalls siebzehnjährige Taylor aus der englischen Kleinstadt Woodbury. Das Schicksal ihrer Vorfahren ist stark verknüpft mit denen von Sacha. Sie besitzt Kräfte, von denen sie selbst nichts wusste, da sie eine  Nachkommin von Alchemisten ist. Und so lernen die beiden sich scheinbar zufällig online kennen und verlieben sich ineinander, nachdem sie sich persönlich getroffen haben. Zusammen versuchen sie verzweifelt, das Unvermeidbare abzuwenden und somit den Untergang der Welt zu verhindern. Doch längst hat die böse Seite die Jagd auf die beiden eröffnet. Werden sie den Wettlauf gegen die Zeit gewinnen?

Meine Meinung:
Ich hatte von der Autorin bereits die Night-School-Reihe gelesen, die mir sehr gut gefallen hatte. Deswegen war ich sehr neugierig auf ihr neues Buch, zumal die Story dieses Mal eindeutige Fantasy-Elemente beinhaltet. Und ich muss sagen, ich bin nicht enttäuscht worden.

Die beiden Protagonisten könnten gegensätzlicher nicht sein: Sacha ist ein draufgängerischer Rebell, der typische gutaussehende „Bad Boy“ mit einem Herzen aus Gold. Taylor hingegen ist der Typ „braves Mädchen“: strebsam, still, unauffällig, weiß selbst nicht, wie hübsch sie ist. Ihr höchstes Ziel ist es, eines Tages in Oxford zu studieren wie ihr Großvater, der dort Professor ist. Das ist jetzt natürlich total klischeehaft, dass sich die beiden Hauptfiguren ineinander verlieben, doch diese Liebesgeschichte beherrscht nicht das Buch. Stattdessen fügt sie sich wunderbar in die Geschichte ein, ohne zu dominant zu sein.
Und diese Geschichte gefällt mir richtig gut. Die Autorin hat einen wunderbar flüssigen Schreibstil und baut einen konstanten Spannungsbogen auf. Sie entwickelt sehr schön, wie Sacha und Taylor  sich näherkommen und entdecken dass sie zusammen sehr mächtig sind, wenn die ihre Kräfte vereinen. Besonders gelungen finde ich die Szenen, wo sie  gegen die Todbringer kämpfen. Das ist spannend und sehr bildlich beschrieben; da läuft das Kopfkino auf Hochtouren. Erinnert mich etwas an Harry Potter, aber auf angenehme Art; nicht so, dass es abgekupfert klingen würde.
 
Interessant sind auch die Nebencharaktere, von denen mir am besten die coole Louisa gefällt, die Assistentin von Taylors Großvater, die doch so viel mehr ist. Sie hilft Taylor mit ihren Kräften und ist zusammen mit Sacha maßgeblich an deren Wandlung vom braven Mädchen zur selbstbewußten Dämonenjägerin beteiligt.

Ich musste mich wirklich zwingen, das Buch aus der Hand zu legen und habe es in Rekordzeit ausgelesen. Und da ich es nicht abwarten konnte, bis Band zwei in Deutschland erscheint, habe ich mir diesen im Original als ebook gegönnt, das gerade erschienen ist.

Auch das Cover finde ich sehr hübsch. Es hat eine schöne, schimmernde Farbe mit einem Mädchengesicht im Mittelpunkt, das von geheimnisvollen Zeichen umrahmt wird. Das passt sehr gut zur Geschichte, und ich hoffe, dass der zweite Band auch mit einem entsprechenden Cover gestaltet wird.

Fazit: eine absolute Leseempfehlung von mir; nicht nur für jugendliche Leser. Das Buch ist durchaus auch für junggebliebene Erwachsene geeignet.

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454 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 123 Rezensionen

drohne, jugendbuch, thriller, elanus, ursula poznanski

Elanus

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 22.08.2016
ISBN 9783785582312
Genre: Jugendbuch

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170 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

musik, italien, thriller, komposition, judenverfolgung

Totenlied

Tess Gerritsen , Andreas Jäger
Flexibler Einband
Erschienen bei Limes, 25.07.2016
ISBN 9783809026709
Genre: Krimi und Thriller

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261 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 103 Rezensionen

monday club, mystery, krystyna kuhn, schlaflosigkeit, faye

Monday Club - Der zweite Verrat

Krystyna Kuhn , Carolin Liepins
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 09.05.2016
ISBN 9783789140624
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:


Dies ist der zweite Band der „Monday-Club-Reihe“: Die sechzehnjährige Faye Manson aus Bluehaven versucht weiterhin das Geheimnis ihrer seltenen Schlafkrankheit, der sogenannten idiopathischen Insomnie, zu lüften. Doch dann passieren seltsame Dinge: wichtige Patientenakten verschwinden, und das Haus der verrückten Missy geht in Flammen auf. Zu allem Überfluss erhält sie von ihrer Tante, der Ärztin Liz St. Clair, auch noch die Diagnose „psychologische Epilepsie“; die gleiche Krankheit, unter der auch die beiden bisherigen Todesopfer Zoey Fuller und Fabiana Nunez gelitten haben sollen. Ist Faye ebenfalls in Gefahr? Und steckt wirklich der „Monday Club“ dahinter, wie Luke vermutet, der den Tod seines Vaters aufklären will? Ist auch dieser dem Monday Club zum Opfer gefallen?


Meine Meinung:


Sehr gut finde ich die kurze Inhaltsangabe von Band 1 am Anfang; da war ich sofort wieder in der Geschichte drin. Und die Karte von Bluehaven auf den ersten beiden Seiten mit allen wichtigen Gebäuden und Örtlichkeiten ist sehr anschaulich und hilft bei der Orientierung.


Das erste Buch der Reihe hatte mir schon bestens gefallen, und ich habe mich sehr auf Teil 2 gefreut. Und er knüpft nahtlos da an, wo Band 1 aufgehört hat. Faye versucht weiterhin das Rätsel um ihre Krankheit und den mysteriösen Monday Club zu lösen. Dabei schafft es die Autorin, eine wirklich geheimnisvolle und undurchsichtige Stimmung zu erzeugen. Dazu kommt eine Liebes-Dreiecksgeschichte, die aber das Buch nicht dominiert, sondern sich vielmehr hervorragend in die Geschichte einfügt. Es fiel mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der Schreibstil gefällt mir ausnehmend gut und ich wollte einfach immer weiterlesen. Leider endet das Buch mit einem bösen Cilffhanger, und ich kann ich es kaum erwarten, bis ich im Oktober die Fortsetzung in den Händen halten kann. Fragen über Fragen, die beantwortet werden müssen: Wer zieht die Fäden im Monday Club? Was hat es mit Fayes „Krankheit“ wirklich auf sich? Und wie wird Faye sich zwischen Luke und Josh entscheiden?


Sehr schön finde ich auch das Cover mit diesem hübschen Mädchengesicht. Beim ersten Band hat es beide Augen geschlossen; jetzt bei Band 2 hat sie ein Auge offen und das andere geschlossen. In Band 3 wird sie beide Augen geöffnet haben. Das ist eine schöne Idee und verkörpert die Tatsache, dass Faye im Laufe der Geschichte immer mehr „sehen“ und verstehen wird.


Fazit: Das ist eine sehr gute Mystery-Geschichte und dazu noch richtig gut erzählt. Auch wenn ich mit meinen über 50 Lenzen wohl nicht unbedingt zur Zielgruppe dieses Buches gehöre, kann ich nur eine absolute Leseempfehlung abgeben; auch für Leserinnen, die das empfohlene jugendliche Alter schon weit überschritten haben.





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91 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

wien, krimi, serienmörder, carlotta fiore, theresa prammer

Mörderische Wahrheiten

Theresa Prammer
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 15.04.2016
ISBN 9783471351376
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:


In Wien bringt ein Serienmörder reihenweise Teenager um. Der Opus moderandi erinnert an eine alte Mordserie, die vor zwanzig Jahren begangen wurde. Doch der dafür verurteilte Täter ist im Gefängnis gestorben. Carlotta Fiore, Kaufhausdetektivin, gescheiterte Opernsängerin, geschasste Polizeianwärterin und trockene Alkoholikerin, erinnert sich, dass ihre Familie seinerzeit in die Ermittlungen verwickelt war. Und so stürzt sie sich Hals über Kopf in den neuen Fall und versucht, auch die ungeklärten Fragen von damals zu beantworten. Sie ahnt nicht, dass sie dabei sich selbst und ihre Lieben in große Gefahr begibt.


Meine Meinung:


Carlotta is back! Ich habe mich sehr gefreut, endlich den zweiten Band um diese ungewöhnliche Protagonistin in Händen halten zu können. Das erste Buch „Wiener Totenlieder“ hatte mir seinerzeit wirklich sehr gut gefallen. Und da es mit einem kleinen Cliffhanger endete, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Und die setzt glücklicherweise genau da an, wo der Auftaktband geendet hat. Auch gibt es ein Wiedersehen mit all den bekannten Charakteren. Und alle Fragen, die sich aus dem ersten Band ergeben haben, werden hier schlüssig aufgelöst.


Theresa Prammer versteht es bestens, sehr spannend und unterhaltsam zu schreiben, gepaart mit diesem „Wiener Schmäh“ und einer feinen Ironie. Die Seiten fliegen nur so dahin, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Und mit Carlotta Fiore hat die Autorin eine Heldin erschaffen, die so vielschichtig wie einzigartig ist. Eigentlich ist diese eine ziemlich gescheiterte Existenz: aus dem Polizeivorbereitungsdienst geschmissen, als Opernsängerin grandios versagt und trockene Alkoholikerin. Sie ist zickig und stur, manchmal ziemlich sperrig und steht sich oft selbst im Weg. Als Leser möchte man sie des öfteren an den Schultern packen und kräftig schütteln, um sie auf den richtigen Weg zu bringen. Und sie kann einem wirklich den letzten Nerv rauben. Trotzdem muss man sie einfach gern haben. Denn unter dieser ganzen Schnoddrigkeit und Bockigkeit steckt eine zutiefst verletzliche Persönlichkeit. Immer im Schatten der übermächtigen weltberühmten Sopranistin Maria Fiore stehend, die sie ein Leben lang für ihre Mutter gehalten hat, ist sie eigentlich selber nur auf der Suche nach Geborgenheit und einer richtigen Familie, ohne sich das aber selbst eingestehen zu wollen. Und so schafft sie es beinahe auch diesmal, ihr Glück, das sie eigentlich mit dem Polizisten Hannes und dem gemeinsamen Sohn Konrad gefunden hat, auf´s Spiel zu setzen.

Doch durch ihre Beharrlichkeit und Unerschrockenheit gelingt es ihr auch diesmal, nicht nur den Fall, sondern auch das Geheimnis um ihre wahre Herkunft zu lösen.

Sehr gelungen finde ich auch wieder das Cover, das perfekt zu dem des ersten Bandes passt Es findet sich auch das Bild des umgekehrten Wien wieder, nur, dass die Farbe sich geändert hat. Man sieht also sofort, dass diese Bücher zusammengehören.


Auch wenn jetzt eigentlich alle Fragen um Carlotta und ihre Herkunft geklärt wurden, würde ich mich doch sehr freuen, wenn diese Reihe fortgeführt werden würde. Ich möchte einfach gerne wissen, wie es mit ihr und ihrer Familie weitergeht und ob sie wirklich wieder in den Polizeidienst eintritt.


Fazit: absolute Leseempfehlung!






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(210)

310 Bibliotheken, 10 Leser, 3 Gruppen, 110 Rezensionen

thriller, robert hunter, los angeles, chris carter, mord

I Am Death - Der Totmacher

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.06.2016
ISBN 9783548287133
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:

Eine brutale Mordserie erschüttert Los Angeles. Und bei jedem Opfer hinterlässt der Mörder persönliche Botschaften für Robert Hunter, den besten Profiler des Polizeidepartements in Los Angeles. Zusammen mit seinem Partner Garcia nimmt dieser die Ermittlungen auf und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Doch der Täter scheint Ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Wird es ihnen gelingen, dieses Monster stoppen?

Meine Meinung:

Der nunmehr siebte Fall für Robert Hunter muss sich wahrlich nicht hinter den bisherigen Titeln dieser Reihe verstecken. Dieses Buch reicht zwar nicht ganz an das m. E. bisherige Meisterstück „Die stille Bestie“ heran, doch das wäre auch wahnsinnig schwer gewesen. Nichtsdestotrotz reiht es sich nahtlos in den Verbund dieser absolut herausragenden Thriller ein.

Der Schreibstil ist wie immer sehr rasant; ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe es in kürzester Zeit durchgelesen. Es wird sofort ein Spannungsbogen aufgebaut, und dieser hält sich durchgehend bis zum Ende. Wie immer werden die Gräueltaten ziemlich schonungslos beschrieben, doch das kennt man als Carter-Fan ja bereits. Das gehört nun mal zu seinem Stil „Hart. Härter! Carter!“ Das sind halt keine Bücher für Zartbesaitete.

Der Autor legt geschickt ein paar falsche Fährten, und parallel lässt er noch einen Handlungsstrang laufen, in dem das Martyrium eines vom vermeintlichen Täter entführten kleinen Jungen geschildert wird. Doch auch da ist nichts so wie es scheint. Die Auflösung am Ende ist logisch und lässt keine Fragen offen. Die Handlungsstränge laufen perfekt zusammen, auch wenn man es so nicht erwartet hätte. Bis zum Schluss habe ich nicht gewusst, wer der Täter ist.

Was ich ein bisschen vermisst habe, ist ein wenig mehr Information über Hunters Gemütszustand. Im Gegensatz zu „Die stille Bestie“ gibt es dieses Mal keine persönlichen Dinge über ihn; seine seelische Verfassung gerät in den Hintergrund. Kein Wort dazu, wie er mit den Enthüllungen aus dem Vorgängerbuch fertig wird. Wie hat er es verkraftet, dass sein ehemals bester freund seine Freundin Jessica und sein ungeborenes Kind getötet hat? Vielleicht gibt es Antworten auf diese Fragen im nächsten Band.

Auch das Cover finde ich sehr gelungen. Es passt wieder bestens zu den anderen Bänden. Schön, dass der Verlag immer noch beim bisherigen Layout dieser Reihe geblieben ist.

Und was mich wirklich sehr gefreut hat, ist die Tatsache, dass Hunters Partner Garcia wieder mit von der Partie ist. Nachdem ich ihn ja im Vorgängerband noch schmerzlich vermisst und schon befürchtet hatte, dass er künftig nicht mehr dabei ist, mischt er dieses Mal wieder munter mit.

Mein Fazit: Volle Punktzahl und mal wieder eine absolute Leseempfehlung!

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(436)

1.023 Bibliotheken, 20 Leser, 3 Gruppen, 223 Rezensionen

fantasy, hexen, magie, witch hunter, hexenjäger

Witch Hunter

Virginia Boecker , Alexandra Ernst
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423761352
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:

Anglia im 16. Jahrhundert. Elizabeth Grey ist erst 16 Jahre alt, doch sie gehört zu den besten Hexenjägern des Landes. Sie steht in Diensten von Thomas Blackwell, seines Zeichens Lordprotektor und Inquisitor des Landes, gleichzeitig Onkel des Königs Malcolm. Magie ist bei Todesstrafe verboten, und Hexen und Hexer landen auf dem Scheiterhaufen. Doch dann wird Elizabeth selbst mit verbotenen Hexenkräutern erwischt und landet im Kerker, wo sie auf ihre Hinrichtung wartet. Sie hofft, von ihrem Freund und heimlichen Schwarm Caleb befreit zu werden, der ebenfalls zu den Hexenjägern gehört. Doch niemand kommt und sie erkrankt schwer. Quasi in letzter Sekunde wird sie errettet: von Nicholas Perevil, dem mächtigsten und meistgesuchten Magier des Landes. Er nimmt sie in seinem Kreise auf und Elizabeth muss alles in Frage stellen, an das sie bisher geglaubt hat.

Meine Meinung:

Bereits die Leseprobe hatte mich sehr neugierig auf das Buch gemacht. Es fängt schon sehr interessant an. Der Leser befindet sich direkt im Geschehen und erlebt mit, wie Elizabeth´s Arbeitsalltag üblicherweise aussieht. Die Autorin verfügt über einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil. Durch die Gefangennahme von Elizabeth baut sie schnell einen Spannungsbogen auf, der dann auch bis zum Ende anhält. Es fiel mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Die Figur der Elizabeth Grey ist in meinen Augen schon recht außergewöhnlich, aber nichtsdestotrotz sehr sympathisch. Sie verfügt über einen starken Überlebenswillen. Selbst den Tod ihrer Eltern durch die Pest verkraftet sie und baut sich ein neues Leben als Hexenjägerin auf. Sie stellt die Richtigkeit ihrer Tätigkeit nicht in Frage, doch in einer besonderen Situation weiß sie sich nicht mehr anders zu helfen, als auf verbotene Substanzen zurückzugreifen. Und schon gerät ihr ganzes Leben aus den Fugen. Aus Menschen, die sie bisher als Freunde betrachtet hat, werden Feinde. Sie beginnt, ihre bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen und gewinnt überraschende neue Freunde mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Deren Charaktere sind vielschichtig und durchaus mit Tiefgang gezeichnet Und so ganz nebenbei baut die Autorin auch noch eine zarte Liebesgeschichte mit ein, die jedoch wohltuend am Rande der Geschichte abläuft und nicht zum Hauptthema avanciert.

Die Welt, die Virginia Boecker da zeichnet, gefällt mir wirklich richtig gut. Es ist mal etwas anderes als diese üblichen Fantasy-Bücher. Das liegt zum einen an der Wahl des Zeitalters, in dem sich die Geschichte abspielt. Zum anderen aber auch an den besonderen Charakteren, die da auftauchen. Es gibt Totenbeschwörer, Wiedergänger, Dämonen, Geister, Ghouls und einiges mehr. Das sind frische Ideen, verbunden mit einer gut durchdachten und sich stetig entwickelnden Story.

Sehr gelungen finde ich auch das überwiegend in weiß gehaltene Cover mit diesem so zart und zerbrechlich wirkenden Mädchen. Das Weiß symbolisiert die Unschuld; im Gegensatz dazu steht die schwarze XIII (13), die eine große Rolle in dem Buch spielt.

Das Buch ist in sich abgeschlossen, und es gibt keinen bösen Cilffhanger. Trotzdem kann ich es kaum erwarten, bis ich im November die Fortsetzung „Herz aus Dunkelheit“ in den Händen halten kann.

Auch wenn ich mit meinen über 50 Lenzen wohl nicht unbedingt zur Zielgruppe dieses Buches gehöre, kann ich nur eine absolute Leseempfehlung abgeben; auch für Leserinnen, die das empfohlene Lesealter von 14 Jahren schon weit überschritten haben.

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(120)

190 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 98 Rezensionen

thriller, blind, blindheit, berlin, spannung

Endgültig

Andreas Pflüger
Fester Einband: 459 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.03.2016
ISBN 9783518425213
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:

Jenny Aaron ist Mitte dreißig und Mitglied einer Elite-Einheit der Polizei in Berlin. Alles in ihrem Leben scheint perfekt, bis sie bei einem misslungenen Einsatz in Barcelona einen Kopfschuss erleidet, der zu ihrer Erblindung führt. Sie kehrt der „Abteilung“, ihrer großen Liebe Niko und ihrem besten Freund Pavlik den Rücken und beginnt ein zweites Leben als Verhörspezialistin und Fallanalytikerin beim BKA. Da durch ihre Blindheit ihre anderen Sinne geschärft sind, ist sie in der Lage, zwischen den Worten zu „lesen“ und verborgene Dinge zu spüren.
Doch dann passiert in einem Gefängnis in Berlin ein Mord, und der Mörder will nur mit einer einzigen Person reden: Jenny Aaron. Ihr ehemaligen Kollegen bitten sie um Hilfe, doch niemand ahnt, was für eine Spirale da losgetreten worden ist, in deren Sog Jenny und die ganze Abteilung zu ertrinken drohen.Der Mord war nur der Anfang zu einem perfiden Spiel, in dem jemand im Hintergrund die Strippen zieht, der mit Aarons Trauma und ihren Ängsten spielt. Jemand, der ganz genau weiß, was damals in Barcelona passiert ist...

Meine Meinung:

Die Story fängt direkt spannend an mit den Ereignissen in Barcelona, und der Leser erfährt, wie es überhaupt dazu kam. dass die Protagonistin erblindet ist. Das wird aus der Sicht von Jenny Aaron beschrieben, so dass man dabei schon ziemlich tief in ihr Seelenleben eintauchen kann. Der Leser baut somit relativ schnell eine Bindung zu ihr auf. Unwillkürlich habe ich mich gefragt, wie ich selbst mit so einem Schicksal umgehen würde. Ich bewundere ihren Mut und ihren unbedingten Willen, alles zu lernen, um mit dieser Situation so gut wie möglich klar zu kommen.
Sie hat sich Eigenschaften erworben, mit denen sie ihre Umgebung ziemlich genau wahrnehmen kann. Dazu gehört z.B. auch die Fähigkeit, durch Schnalzen (Klicksonar) Gegenstände, Formen und Entfernungen zu erkennen. Dadurch ist sie in der Lage, ein relativ selbständiges Leben zu führen. Auch ihren für sie sehr wichtigen Kampfsport kann sie so weiterhin ausüben und ihr Leben nach den Grundsätzen des „Bushido“, dem ungeschriebenen Verhaltenskodex der Samurai, ausrichten. Ich fand es sehr interessant, etwas über diese Dinge zu erfahren, die mir so nicht geläufig waren. Der Autor hat es sehr gut verstanden, dem Leser die Technik des Klicksonars und die Regeln des Bushido näher zu bringen, ohne dabei oberlehrerhaft oder langweilig zu wirken. Zudem zeigt es, dass der Autor sehr gut und sorgfältig recherchiert hat.

Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich die Tatsache, dass die Protagonistin immer nur beim Nachnamen genannt wird. Wenn es jetzt "Schmidt" oder "Schulze" gewesen wäre, okay. Aber ich assoziiere mit "Aaron" einfach eine männliche Figur, und es hat schon etwas gedauert, bis ich mich daran gewöhnt habe, dass es ja um eine Frau geht. Aber ich vermute einfach mal, dass der Autor das ganz bewusst gemacht hat, obwohl ich nicht genau einordnen kann, warum. Will er damit die Stärke der Protagonistin unterstreichen? Oder hat es etwa einen religiösen Hintergrund mit Bezug zur Bibel? Lt. Wikipedia bedeutet der Name Aaron nämlich "Held" oder "großer Kämpfer". Das würde sehr gut passen, zumal der Autor ihr doch bisweilen so ein wenig den „Superheldennimbus“ verpasst, indem er ihr Fähigkeiten zuschreibt, die ich teilweise doch etwas übertrieben finde. So kommen dann ein paar Szenen vielleicht doch etwas unglaubwürdig daher, was für mich den Lesegenuss jetzt aber nicht entscheidend schmälert.

Der Autor arbeitet auch sehr oft mit Rückblicken, mit denen ich mich anfangs auch etwas schwer getan habe. Für mich wäre es hilfreich gewesen, wenn der Autor dem Kapitel oder Abschnitt eine Zeitangabe vorangestellt hätte. Außerdem werden sehr oft Aarons Gedanken wiedergegeben, ohne dass man auf Anhieb erkennt, dass das jetzt nicht die Realität ist. Aber das zwingt halt zu sehr konzentriertem Lesen und manchmal auch zum Zurückblättern. Schmälert aber für mich jetzt nicht entscheidend den Lesegenuss; es verlangsamt halt alles ein wenig, intensiviert aber gleichzeitig das Leseerlebnis. Vielleicht ist dies aber auch die Intention des Autors?

Ansonsten hat der Autor einen sehr angenehmen und lebendigen Schreibstil und versteht es vortrefflich, den Spannungsbogen das ganze Buch über hochzuhalten. Und er erschafft sehr starke Charaktere. Da ist nicht nur Jenny Aaron; nein, auch ihr Gegenspieler Holm ist ein sehr gut gezeichneter, abgrundtief böser Mensch. Zu meinem Lieblingscharakter aber hat sich im Verlauf des Buches Pavlik entwickelt, der beste Freund und Kollege von Aaron. Das ist ein Mensch, den man sich in jeder Lebenslage an seiner Seite wünscht, fast schon zu gut für diese Welt. Und komischerweise habe ich um ihn die meiste Zeit mehr Angst gehabt als um Aaron. Das mag daran liegen, dass sie doch immer etwas kühl und distanziert wirkt, im Gegensatz zu Pavlik, der doch wesentlich gefühlvoller rüberkommt.

Ich habe in diesem Buch auch Lieblingsstellen ausgemacht, und zwar sind es die, in denen es um die "zehn Dinge" geht, die Aaron gerne anfasst oder gerne riecht usw. usw. Dadurch lernt man die Protagonistin noch besser kennen. Und ich ertappe mich dabei, dass ich eigene Listen erstelle und sie mit ihren vergleiche. Es gibt sogar einige Übereinstimmungen; auf der anderen Seiten kann ich manche benannten Dinge überhaupt nicht nachvollziehen. Aber ich finde das eine sehr gute Idee vom Autor.
Gut gefallen hat mir auch das Nachwort, in dem der Autor zum einen Material über herausragende blinde Persönlichkeiten empfiehlt und zum anderen kundtut, dass der Leser auf ein weiteres Buch mit Jenny Aaron in der Hauptrolle rechnen darf. Das würde mich doch sehr erfreuen.

Nun zum Cover: Es ist genial. Ich habe erst, als ich das Buch in Händen hielt, festgestellt, dass es sich bei den gelben Punkten um das Wort „Endgültig“ in Braille-Schrift handelt. Das passt natürlich perfekt zur Protagonistin. Und der gelbe Buchschnitt ist der Clou dazu. Außerdem bleiben diese Punkte klar umrissen, während das Schriftbild des Wortes „Endgültig“ doch verwischt wirkt. Das könnte die Bedeutung haben, dass Blinde manchmal doch besser “sehen“ können als nicht sehbehinderte Menschen. Da hat der Verlag (oder der Autor?) sich mal echt was einfallen lassen. Da gibt es von mir volle Punktzahl.

Fazit:
Das ist schon ein außergewöhnliches Buch. Ich finde es sehr mutig vom Autor, einen Thriller aus der Sicht einer blinden Hauptfigur zu schreiben. Man fragt sich unwillkürlich, ob das funktionieren kann. Aber das tut es, ziemlich prächtig sogar.

Um es mal in Aarons Art zusammenzufassen:

zehn Dinge, die ich an diesem Buch mag:

- die Tatsache, dass die Protagonistin blind ist
- das Cover
- die Stellen mit den 10 Dingen
- Pavlik
- den Schreibstil des Autors
- die gute Recherche des Autors
- die gut ausgedachte Geschichte mit so vielen überraschenden Wendungen und einer plausiblen Auflösung
- die Einblicke in den „Bushido“
- das Nachwort
- die Aussicht auf eine Fortsetzung

zehn Dinge, die ich an diesem Buch nicht mag:

- die m.E. manchmal etwas übertriebenen Superkräfte der Protagonistin
- ?????? Mehr wollen mir einfach nicht einfallen.

Deswegen kann es für dieses Buch nur 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung geben.

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(68)

113 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

entführung, thriller, roman, kindesentführung, kinder

The other Girl

Maggie Mitchell , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 26.02.2016
ISBN 9783471351123
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:


Lois und Carly May sind zwei zwölfjährige, außergewöhnlich hübsche Mädchen, die von einem Mann entführt werden und für sechs Wochen in einer einsamen Waldhütte gefangen gehalten werden, bis sie von der Polizei befreit werden. Während dieser Zeit hat sich eine innige Freundschaft zwischen den beiden entwickelt, doch nach ihrer Rettung sehen sie sich nicht wieder.


Zwanzig Jahre später ist Lois Literaturprofessorin und hat unter dem Pseudonym Lucy Ledger ein Buch über die Entführung geschrieben. Einer ihrer Studenten, Sean, hat jedoch herausgefunden, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt und versucht, Lois zu erpressen.


Aus Carly May, die sich mittlerweile Chloe nennt, ist eine erfolglose Schauspielerin mit massivem Alkoholproblem in L.A.geworden, Ihr wird zufälligerweise die Rolle einer Ermittlerin in einem Drehbuch angeboten, das auf dem Roman von Lois beruht. Sie erkennt ihre Geschichte sofort wieder und versucht, Kontakt zu Lois aufzunehmen. Zu Beginn der Dreharbeiten treffen die beiden aufeinander und versuchen, die Geschichte von damals aufzuarbeiten.



Zum Inhalt:


Der Klappentext des Buches klang sehr ansprechend, und ich habe mich auf einen spannenden Psychothriller gefreut. Leider bin ich auf der ganzen Linie enttäuscht worden.


Das Buch gliedert sich in vier Teile. Bis auf den zweiten Teil, der ein Auszug aus Lois´ Roman ist und die Zeit in der Waldhütte schildert, wird in der Ich-Form immer aus wechselnden Perspektiven der beiden Protagonistinnen erzählt. Dabei kommen diese aber total unsympathisch rüber. Sie bleiben merkwürdig fremd und distanziert. Ich konnte sie beide von Anfang an nicht recht leiden, und das ist leider so geblieben. Diese Erzählstränge haben mich auch sehr ermüdet, da die Autorin sehr ausschweifend und detailliert über das ganz banale Leben der Mädchen schreibt. Da kommt einfach nur Langeweile auf.


Was das Ganze dann noch verschlimmert, ist, dass die Geschichte in meinen Augen total unrealistisch daherkommt. Es ist doch total absurd, dass zwölfjährige Mädchen einfach so freiwillig zu einem älteren Mann ins Auto steigen und sich quasi ohne Gegenwehr entführen lassen, obwohl es durchaus Gelegenheiten gegeben hätte, zu fliehen. Auch während der Zeit in der Hütte waren sie des öfteren allein, haben aber nicht den geringsten Versuch unternommen, von dort zu entkommen.Und zur Krönung versuchen sie auch noch, ihrem Entführer, den sie Zed nennen, zu gefallen und machen ihm Avancen. Das halte ich in Anbetracht ihres Alters als ziemlich aus der Luft gegriffen.


Es ist nie die Rede davon, dass die Mädchen Angst gehabt hätten, was in meinen Augen eine normale Reaktion gewesen wäre. Auch gab es nie den Wunsch, wieder nach Hause zu kommen. Stattdessen wird hinsichtlich der Zeit in der Hütte wieder nur ausschweifend und ermüdend über den ganz banalen Alltag berichtet.


Auch die Beweggründe des Entführers bleiben weitestgehend unbeleuchtet. Und auf die Ängste und Sorgen der Familien geht die Autorin überhaupt nicht ein.


Man hätte soviel mehr aus dieser Geschichte machen können. Echt verschenktes Potenzial.


Ich muss zugeben, dass ich das Buch schon nach ca. 75 Seiten nur noch quer gelesen habe, weil ich mich nicht länger durch diesen langweiligen Plot quälen wollte.


Das einzig Positive, was ich über das Buch sagen kann, betrifft das Cover. Das finde ich recht gelungen und ansprechend.


Nach der Lektüre ist auch klar geworden, warum der Verlag das Buch, das anfangs noch als Psychothriller angepriesen worden ist, nur noch als Roman deklariert hat.



Fazit: ein absolut langweiliges und nichtssagendes Buch, für das ich leider keine Leseempfehlung abgeben kann.

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165 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 52 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, krieg, liebe, berlin

Wir waren hier

Nana Rademacher
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.01.2016
ISBN 9783473401390
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:


Berlin im Jahre 2039. Es hat eine atomare und eine chemische Katastrophe stattgefunden. Die Stadt ist zerstört, der Erdboden verseucht. Der Kampf gegen Hunger und Kälte bestimmt den Tagesablauf. Das öffentliche Leben existiert nicht mehr. Nur gelegentlich funktioniert der Strom. Und die Militärdiktatur herrscht mit harter Hand.


In dieser feindseligen Welt lebt die 15-jährige Anna mit ihren Eltern in einer noch halbwegs bewohnbaren Wohnung. Ihr Geheimnis: sie besitzt noch ein Board und schafft es ab und zu, sich in ein Netz einzuloggen und ihren Blog weiterzuschreiben. Dabei bekommt sie Kontakt mit Ben, der angeblich aus Hamburg stammt. Sie „chatten“ miteinander, freunden sich an und Ben besucht sie in Berlin. Sie verlieben sich und Ben vertraut ihr an, dass er sich im Widerstand befindet. Doch es gibt etwas, das er ihr verschweigt. Haben die beiden trotzdem eine gemeinsame Zukunft in dieser Welt?


Meine Meinung:


Ich muss gestehen, dass ich mich anfangs doch etwas schwer getan habe mit diesem Buch. Das begann schon mit der Schriftart. Die Buchstaben sind recht klein und ziemlich fein, so dass ich meine Augen beim Lesen schon ziemlich anstrengen musste. Dazu dieser etwas abgehackte Schreibstil mit überwiegend sehr kurzen Sätzen. Das wirkte teilweise schon ziemlich nüchtern. Da habe ich wirklich schon mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen. Doch gut, dass ich es nicht getan habe. Ich habe nämlich festgestellt, dass der 1. Teil des Buches komplett aus Annas Blog besteht. Da ist dieser Schreibstil durchaus passend. Je weiter das Buch voranschritt, desto besser habe ich mich darauf einstellen können. Und spätestens im 2. Teil entwickelt es dann seinen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Die Geschichte entwickelt sich sehr ansprechend, und es kommt auch richtige Spannung auf.


Hat der Leser anfangs doch eine gewisse Distanz zur Protagonistin Anna, legt sich diese immer mehr. Sie wächst einem ans Herz durch ihren Mut und ihre Tapferkeit. Und sie verliert nie die Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie hat den festen Glauben, dass auch sie irgendwann glücklich werden kann mit ihrem geliebten Ben.


Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war das Ende. Das kam zum einen ziemlich abrupt und kurz daher. Da hätte ich mir doch noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Zum anderen war es für mich einfach ein bisschen zu viel „Zuckerguss“.


Sehr erschreckend finde ich die Beschreibung, wie es überhaupt zu diesem Endzeit-Szenario in Deutschland kommen konnte. Es begann mit der Europakrise, dann kam Russland dazu und schließlich die Atomkatastrophe. Das erinnert doch sehr an die Welt, in der wir zur Zeit leben. Auch heute steckt Europa durch die Flüchtlingskrise in einer tiefen Krise; die EU steht auf der Kippe. Und Russland ist wieder zu einem Land geworden, das eine stete Bedrohung für seine Nachbarn darstellt. Dazu marode Atomkraftwerke wie beispielsweise in Belgien; also in unmittelbarer Nähe Deutschlands.


Das sind Dinge, die doch schon Angst auslösen können. Und ich hoffe sehr, dass es nicht wirklich eines Tages so weit kommen wird. Vielleicht kann ja auch dieses Buch ein wenig dazu beitragen, dass die Politiker sich wieder darauf besinnen, dass es nicht vorrangig um Profite und ewiges Wirtschaftswachstum geht, sondern um ein selbstbestimmtes Leben in Frieden und Freiheit.


Auch wenn die Zielgruppe für dieses Buch wohl eher Teenager sind, finde ich dieses Buch doch auch für Erwachsene sehr geeignet. Denn die Botschaft richtet sich an alle Menschen, egal welchen Alters: solange es Menschen gibt wie Anna und Ben, die sich auflehnen und für die Liebe und ein besseres Leben kämpfen, gibt es auch Hoffnung für die Welt.


Fazit: trotz ein paar kleinen Schwächen absolut lesenswert!

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155 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 93 Rezensionen

maulwurf, mord, krimi, sterbegeld, frankfurt

Sterbegeld

Judith Winter
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.12.2015
ISBN 9783423216166
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:


Dieses Mal bekommen es die beiden jungen Kommissarinnen Emilia Capelli und Mai Zhou von der Zentralen Kriminaldirektion Frankfurt am Main gleich mit zwei heiklen Fällen zu tun.


Da wäre zum einen der erschütternde Mord an einer ganzen Familie. Die Eltern und zwei kleine Kinder werden ohne ersichtlichen Grund in ihrem eigenen Haus Opfer eines kaltblütigen Killers. Ein Raubüberfall scheidet aus, da nichts gestohlen wurde. Ein Verdächtiger, Armin Bormann, sitzt seit mehreren Monaten in U-Haft, doch es bestehen einige Zweifel an seiner Schuld. Warum musste diese ganz normale Familie sterben? Und warum tötete der Mörder die Ehefrau, der das Entsetzen selbst im Tode noch im Gesicht stand, als Letzte?


Zum anderen sollen Capelli und Zhou den Maulwurf in der Sonderermittlungsgruppe „Calibri“ finden, der die Ermittlungen gegen den berüchtigten Bandenchef Dragan Petrovic torpediert und augenscheinlich sogar den eigenen Kollegen Thorsten Mohr kaltblütig erschossen hat.



Meine Meinung:


Ich habe bereits die beiden Vorgängerbücher mit Begeisterung gelesen und habe mich sehr auf den dritten Teil gefreut. Und ich bin nicht enttäuscht worden.


Der Schreibstil ist wiederum sehr angenehm und flüssig. Die Beschreibungen sind sehr bildlich; der Leser kann sich wirklich gut in die Szenerie hinein versetzen. Die Erzählweise gefällt mir einfach sehr gut; es ist mir schwergefallen, das Buch aus der Hand zu legen. Die Spannung ist von Anfang an sehr hoch, da das Buch sofort mit dem Mord an der Familie beginnt. Das ist so intensiv und beklemmend geschrieben; da muss man als Leser erst mal schlucken. Es gelingt der Autorin mühelos, diesen Spannungsbogen konstant das ganze Buch über hochzuhalten.


Die beiden so unterschiedlichen Protagonistinnen sind wieder sehr authentisch und sympathisch gezeichnet. Zhou ist still, überlegt und zurückhaltend. Capelli hingegen ist extrovertiert, manchmal ziemlich ruppig und oft etwas vorschnell. Doch trotz aller Differenzen schaffen sie es tatsächlich im 3. Band endlich, sich zu duzen. Wow! Die Annäherungen kommen zwar langsam, aber sie kommen. Witzig finde ich auch das Einstreuen der chinesischen Redewendungen, die Capelli mehr schlecht als recht von Zhou zu erlernen versucht. Das lockert die Atmosphäre zwischen den beiden deutlich auf. Sie scheinen mittlerweile auch die Wesensart und Arbeitsweise der jeweils Anderen etwas mehr zu respektieren.


Eine neue Figur ist die des jungen Rechtsanwaltes Karel Schubert, der als Pflichtverteidiger des mutmaßlichen Familienmörders agiert. Er nervt Zhou zwar anfangs ziemlich, doch wie sie ist er sehr ehrgeizig und verfügt über einen charmanten Humor. Es scheint, dass Zhou sich von ihm angezogen fühlt. Ich frage mich, ob wir ihn im 4. Band „wiederlesen“ werden und er zum festen Bestandteil der Serie wird. Mich würde es freuen.



Auch in Capellis Gefühlsleben geht es rund. Ihr guter Freund Tom Ahrends, gesteht ihr, mehr als Freundschaft für sie zu empfinden. Das versetzt sie in einen tiefen Zwiespalt: Tom ist nicht nur ihr alter Studienkollege, nein, er ist auch noch Mitglied der Sonderermittlungsgruppe „Calibri“. Kann sie ihm vertrauen?



So sehr mir das Buch insgesamt gefallen hat, gibt es auch einen Kritikpunkt. Die Geschichte um den Maulwurf wird gut und überzeugend aufgelöst, was man von der anderen Story leider nicht behaupten kann. Das Motiv des Vierfachmörders finde ich einfach nicht überzeugend. Da muss meiner Meinung nach schon mehr dahinterstecken, um so kaltblütig kleine Kinder einfach erschießen zu können. Zu so etwas ist doch nur ein Soziopath ohne jegliches Gewissen fähig. Doch die Figur des Täters wurde nicht annähernd so beschrieben. Die Ausarbeitung dieser Person ist für mein Empfinden einfach etwas zu kurz gekommen. Er bleibt immer etwas schwammig im Hintergrund.



Schön fand ich wiederum das Cover. Es paßt ganz wunderbar zu den beiden vorherigen Bänden und ich hoffe, der Verlag bleibt dabei, die Serie mit Einbänden zu versehen, bei denen man sofort erkennt, dass diese Bücher zusammengehören.



Fazit: Das Buch liegt in meiner Rangfolge knapp hinter dem ersten Band, aber doch klar vor Band Nr. 2. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterlesen und ich bin schon sehr gespannt auf Band Nr. 4.

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

cybermobbing, selbstmord, mobbing, usa, jugendbuch

Ich hätte es wissen müssen

Tom Leveen ,
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 27.07.2015
ISBN 9783446249318
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:


Tori Hershberger ist ein ganz normaler amerikanischer Teenager. Ganz normal? Ja, wären da nicht ihre Posts auf Facebook gewesen, die einen Mitschüler in den Freitod getrieben haben sollen.

Eine Hetzjagd der Presse auf sie hat begonnen. Ihr Elternhaus wird belagert. Ihr älterer Bruder Jack scheint sie zu verachten und geht ihr aus dem Weg. Ihre Eltern schotten sie ab und haben jegliche Kontaktmöglichkeiten zum Internet unterbunden, indem sie Computer und Smartphone konfisziert haben. Lediglich über ein veraltetes Handy kann sie telefonieren.

Und genau mitten in der Nacht vor der entscheidenden Gerichtsverhandlung, in der ihr eine mehrjährige Haftstrafe droht, klingelt dieses Handy. Ein unbekannter Anrufer, der sich Andy nennt, gibt vor, rein zufällig ihre Nummer gewählt zu haben. Er erzählt ihr, sich selbst töten zu wollen, falls sie ihm nicht einen einzigen triftigen Grund nennen kann, warum er das nicht tun sollte. Tori muss sich schleunigst etwas einfallen lassen, damit Andy sich nicht, wie angedroht, mit seinem Auto von der Klippe stürzt:



Meine Meinung:

Die Leseprobe fand ich noch ganz spannend, und auch die Grundidee hinter diesem Buch fand ich sehr interessant. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich dieses Buch enttäuscht.


Die Protagonistin wirkt zunehmend unsympathischer, ja mehr noch, sie hat mich nur noch genervt. Sie hat anscheinend aus der ganzen Sache nichts gelernt. Tatsache ist, dass ihre Posts und die ihrer angeblichen „Freunde“ ihren Mitschüler Kevin tatsächlich in den Freitod getrieben haben. Und dabei war sie früher einmal richtig gut mit Kevin befreundet. Doch sie erliegt dem Gruppenzwang und beteiligt sich ohne ein schlechtes Gewissen an den fiesen Mobbereien.


Man hätte jetzt meinen können, dass bei Tori ein Umdenken einsetzt, aber leider Fehlanzeige. Der Einzige, der ihr die richtigen Fragen stellt, ist Jack. Zitat „Tut dir leid, was du getan hast, oder tut es dir leid, dass du deswegen jetzt Ärger hast?“ Das trifft genau den Punkt. Sie bemitleidet eher sich selbst als ihren toten Mitschüler. Es findet kein Einsehen der Tat statt; es ist kein Reifeprozess zu erkennen.


Absolut unbegreiflich bleibt für mich auch, warum die Eltern so wenig auf das Geschehen eingehen und versuchen, mit ihr Gespräche zu führen, um ihr vor Augen zu führen, wohin bloßes „Mitlaufen“ führen kann. Aber sie scheinen selbst absolut hilflos. Es fällt ihnen nicht mehr ein, als Toris Zugang zum Internet zu unterbinden.


Und auch das ellenlange Telefonat, das sie mit dem unbekannten Andy führt, kann dieses Buch nicht mehr retten. Es wird immer langweiliger und auch unerträglicher. Tori quatscht und plappert munter weiter vor sich hin; ich hätte sie manchmal einfach nur schütteln können. Zu dem Zeitpunkt hat der Leser auch längst erkannt, wer und was wohl hinter dieser angeblichen Selbstmordgeschichte steckt; das ist einfach zu vorhersehbar.


Nun bin ich sicherlich nicht die Zielgruppe für dieses Buch. Teenager werden sich vielleicht eher mit Tori identifizieren können. Umso trauriger, wie oberflächlich der Autor an diese Geschichte rangeht. Da gibt es keine Sensibilisierung für das Thema im Umgang mit „Social Media“ und deren Auswirkung auf das reale Leben. Und es hat leider auch keinerlei präventiven Charakter.

Fazit: ein eigentlich sehr aktuelles und interessantes Thema, das vom Autor aber leider total an die Wand gefahren wird,









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468 Bibliotheken, 11 Leser, 9 Gruppen, 102 Rezensionen

thriller, robert hunter, chris carter, fbi, serienmörder

Die stille Bestie

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.09.2015
ISBN 9783548287126
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:

Robert Hunter ist der beste Profiler des Polizeidepartements in Los Angeles. Eigentlich will er endlich seinen wohlverdienten Urlaub auf Hawaii antreten, doch kurz bevor sein Flieger geht, erreicht ihn ein Hilferuf seines ehemals besten Freundes aus alten Collegezeiten: Lucien Folter. Dieser wurde festgenommen, da die Polizei zufällig in seinem Kofferraum zwei abgeschnittene und verstümmelte Frauenköpfe gefunden hat. Folter verweigert jegliche Aussage und teilt mit, dass er nur mit einer Person reden werde: Robert Hunter.

Dieser eilt seinem Freund zu Hilfe, da er fest von dessen Unschuld überzeugt ist. Doch damit setzt sich in der FBI-Zentrale in Quantico ein psychologisches Katz- und Mausspiel in Gang, das in die tiefsten menschlichen Abgründe blicken lässt. Folter offenbart Hunter Dinge, die diesen fast wahnsinnig vor Zorn und Rache werden lassen. Er scheint am Boden, völlig zerstört. Und Folter sieht wie der sichere Sieger in diesem Duell aus, das Hunter eigentlich nicht gewinnen kann…


Meine Meinung:

Hart, härter, Carter!!!! Diese Aufschrift auf dem Cover kann ich einfach nur unterschreiben. Die bisherigen Bücher dieser Reihe fand ich allesamt schon irrsinnig gut. Doch dieses ist ein echtes Meisterstück geworden. Endlich mal wieder ein Buch, das die Bezeichnung „Psychothriller“ zu 100 % verdient. Das ist eine richtige „Psychoschlacht“, die sich Folter und Hunter da liefern. Zwei ebenbürtige Profis, die sich nichts schenken. Nichts für schwache Nerven. Und bei den detaillierten Schilderungen der Grausamkeiten muss der Leser schon hart im Nehmen sein.

Wir haben hier die klassischen „Gut“ und „Böse“ - Charaktere, die sehr gut ausgearbeitet sind. Auf der einen Seite Lucien Folter: ein hochintelligenter Psychopath, der über wirklich erstaunliche Fähigkeiten verfügt, und über den der Leser sich erst nicht im Klaren ist, ob er nicht doch vielleicht unschuldig ist. Doch das ändert sich schnell, wenn man erkennt, dass er Hunter und das FBI wie Marionetten nach seinem Willen tanzen lässt. Die ganze Geschichte entwickelt sich zu einem bis ins kleinste durchgeplanten Showdown.

Auf der anderen Seite der Profiler Robert Hunter. Man erfährt in diesem Buch sehr viel über Hunter; viel mehr, als in allen Büchern zuvor. Das gefällt mir sehr gut, zumal er in den vorherigen Bänden immer etwas distanziert daher kam. Zwar sympathisch, aber eher unnahbar. Jetzt kann der Leser sich viel besser in ihn hineinversetzen und sich dadurch auch mehr mit ihm identifizieren. Seine Vergangenheit, die durch Folter jetzt schonungslos offen gelegt wird, war immer etwas nebulös geblieben. Doch jetzt kennt der Leser quasi seine ganze Lebensgeschichte. Und die ist wahrlich nicht ohne Tiefschläge abgelaufen.


Der Schreibstil ist sehr rasant; ich konnte das Buch einfach nicht auf die Seite legen, weil es so irre spannend war. Aber nach dieser Lektüre muss man erst mal durchatmen und am besten als nächstes ein anderes Genre lesen. Das hallt durch den sehr raffinierten Plot und die schonungslose Schilderung der Gräueltaten doch ziemlich nach.

Auch das Cover finde ich sehr gelungen. Es passt sehr gut zu den anderen Bänden. Schön, dass der Verlag beim bisherigen Layout geblieben ist und es nicht mittendrin komplett verändert hat.

Ein winziger Kritikpunkt: ich fand es echt schade, dass Hunter dieses Mal ohne seinen Partner Garcia agiert hat. Den hat man an der einen oder anderen Stelle doch schon vermisst. Aber dieses Buch ist so voll und ganz auf diese zwei Gegner zugeschnitten, so dass wohl kein Platz mehr für ihn war. Dieses Spiel musste Hunter alleine spielen. Mann gegen Mann. Ich hoffe aber doch sehr, dass Garcia im nächsten Band wieder mit dabei ist.


Fazit: Absolute Leseempfehlung!

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753 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 161 Rezensionen

dystopie, hacker, jugendbuch, zukunft, luna

Mind Games

Teri Terry ,
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 01.06.2015
ISBN 9783649667124
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:


Luna ist siebzehn Jahre alt und lebt in London. Allerdings in einem London der Zukunft, in der die NUN, die Neuen Vereinten Nationen, das Sagen haben. Die Technik ist soweit fortgeschritten, dass nahezu alle Aktivitäten nur noch virtuell stattfinden. Um die Kommunikation miteinander und das Eintauchen in die virtuellen Welten zu vereinfachen, besitzt fast jeder ein Implantat, nur Luna nicht. Sie ist eine sogenannte Verweigerin, weil sie ihrer ihrer Großmutter „Nanna“ versprochen, sich keines einsetzen zu lassen, da ihre Mutter Astra in einem Online-Spiel gestorben ist, als sie selbst noch sehr klein war,

Die Kontrolle über die Technik und diese Welten besitzt die Firma PareCo. Und eben dieses Unternehmen will Luna für sich gewinnen. Zu ihrer eigenen Überraschung wird sie zu einem Eignungstest eingeladen, den sie auch mit Bravour besteht. Dabei lernt sie Gecko kennen, einen begabten Hacker, in den sie sich verliebt. Gemeinsam sollen sie auf einer Insel vor Südafrika, die PareCo gehört, als Programmierer arbeiten. Doch dann verschwindet Gecko spurlos. Und die Zweifel, die er in Luna in Bezug auf die wahren Machenschaften und Ziele von PareCo geweckt hat, verstärken sich...



Meine Meinung:


Die Leseprobe hatte mich wirklich vom Hocker gehauen. Das fing direkt sehr interessant an. Und das Buch hat über weite Strecken auch gehalten, was ich mir davon versprochen habe. Die Autorin hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil und baut schnell einen Spannungsbogen auf, der auch bis zum Ende anhält. Es fiel mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Die Protagonistin ist in meinen Augen sehr authentisch und sympathisch. Auch die anderen Charaktere sind ganz gut gezeichnet, verblassen allerdings ein wenig neben der Hauptperson. Da hätte man ein wenig mehr draus machen können. Insbesondere die Figur des „bösen“ Dr. Rafferty als Lunas direkter Gegenspieler wäre durchaus ausbaufähiger gewesen.


Die Idee hinter diesem Buch fand ich wirklich genial und faszinierend. Als Leser ertappt man sich immer wieder dabei, sich zu fragen, ob das tatsächlich einmal Wirklichkeit werden könnte. Eine sehr erschreckende Vision, die aber vielleicht gar nicht mal so abwegig zu sein scheint.


Womit ich mich allerdings etwas schwer tat, waren die Beschreibungen der technischen Details, die ich teilweise nicht wirklich verstanden habe. Die Schilderung der virtuellen Welten war für mich dann manchmal doch etwas zu hoch. Und wie das mit dem „Shacken“ funktioniert, habe ich immer noch nicht richtig kapiert. Aber zum Glück war das für die Geschichte auch nicht so entscheidend.


Einziger Kritikpunkt an der Story ist vielleicht das Ende. Es kam irgendwie so plötzlich und hat mich doch etwas unbefriedigt gelassen, zumal man nicht wirklich von einem Happy End sprechen kann. Es soll sich ja um einen Einzeltitel handeln, aber es gäbe durchaus noch Potential, um die Geschichte weiter zu spinnen.


Was mich hingegen sehr begeistert hat, ist das tolle Cover. Dieses kaleidoskopähnliche Bild passt doch hervorragend zu den unterschiedlichen Welten im Buch. Zudem sind die Farben sehr schön und wenn man das Cover hin und her bewegt, schimmert es auch noch wunderschön.


Auch sehr gut gefallen haben mir die Gedichte bzw. Sprüche, die den Beginn eines jeden Kapitels markieren. Eine sehr schöne Idee.


Fazit:

Ein absolut spannendes Buch mit einer faszinierenden Geschichte, die nicht nur Jugendlichen Spaß macht, wenn man bereit ist, über die Technikdetails hinwegzusehen.




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169 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

selbstmord, roman, depression, leben, suizid

30 Tage und ein ganzes Leben

Ashley Ream , Alexandra Baisch
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei btb, 11.05.2015
ISBN 9783442746118
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt:


Clementine ist eine erfolgreiche Künstlerin, aber sie will nicht länger leben. Deshalb beschließt sie, zu sterben und gibt sich 30 Tage Zeit, um ihren Tod und dessen Konsequenzen zu organisieren. Sie schmeißt ihre Psychopharmaka ins Klo, feuert ihre Assistentin, sucht per Annonce eine neues Zuhause für ihren Kater Chuckles und verbringt die ihr verbleibende Zeit genau so, wie sie es will. Doch diese 30 Tage verändern ihr Leben. Und dann ist nichts mehr so, wie es mal war...


Meine Meinung:


Ich bin leider mit diesem Buch überhaupt nicht warm geworden. Die Leseprobe fand ich ja noch recht vielversprechend, aber leider war die Geschichte dann doch nicht so gut wie erwartet. Und so habe ich es, ehrlich gesagt, etwa nach einem Drittel nur noch grob quer gelesen.


Der Anfang war wirklich stark, aber die Geschichte ließ anschließend auch sehr stark nach. Das Buch ist in der Ich-Form aus der Sicht von Clementine geschrieben, aber auch das hat leider nicht geholfen, sich besser in sie hineinversetzen zu können. Sie blieb mir die ganze Zeit über merkwürdig fremd und hat mich nicht berührt, eher sogar ziemlich kalt gelassen. Und teilweise fand ich sie sogar recht unsympathisch, besonders, als sie die Lüge verbreitet, sie sei an Krebs erkrankt. Damit macht man m.E. keine Witze.


Auch die anderen Charaktere in diesem Buch blieben für mich blass. Keiner, den ich auch nur ansatzweise interessant oder anziehend gefunden hätte.


Der Schreibstil war echt angenehm und ließ sich flüssig lesen, aber leider hat sich die Autorin oft in Details verloren, die ich total uninteressant und unwichtig fand. Da habe ich dann großzügig drüber her gelesen. Auch die Beschreibungen von Clementines Bildern fand ich überflüssig. Wenn man sich nicht so sehr für Kunst interessiert, kann man damit recht wenig anfangen. Und was ich am meisten vermisst habe, war der angekündigte Humor. Laut Gillian Flynn sollte das Buch „unglaublich witzig“ sein. Aber das hätte mich warnen sollen. Ich konnte auch schon mit Frau Flynns hochgelobtem „Gone Girl“ nichts anfangen, das ich nur unsäglich langweilig fand. Das Lustigste an „30 Tage und ein ganzes Leben“ war für mich noch die Annonce, die Clementine für ihren Kater aufgegeben hat.


Das Ende fand ich ziemlich komisch und nicht sehr glaubwürdig. Und offene Enden mag ich eigentlich gar nicht. Für mich muss ein Buch schon einen richtigen Abschluss haben. Egal, wie dieser letztendlich aussieht.




Zwei Dinge an diesem Buch haben mir aber dann doch noch gut gefallen:


Zum einen das Cover, das wirklich prima zu dieser Geschichte passt. Man sieht eine junge Frau und eine Katze, die beide an einem Abgrund stehen. Das Ganze ist in fröhlichen Farben gehalten, so dass ich es wirklich sehr ansprechend finde. Allerdings gaukelt es aber auch etwas vor, dass das Buch dann nicht halten kann.


Zum anderen das Ende des Buches: Da gibt es einen Kalender mit 30 Seiten; eine Seite für jeden Tag mit einem Vorschlag, etwas zu tun, um sich besser zu fühlen. Das war für mich der schönste Teil des Buches. Da sind wirklich gute Ideen dabei. Besonders gut gefallen hat mir: „Lächle 3 fremde Menschen an – und, lächeln sie zurück?“ Leider habe ich solch schöne Momente im Buch total vermisst.


Fazit:


Ziemlich enttäuschende Geschichte, die nur durch das Cover und den Anhang gerettet wird und so gerade noch 2 Sterne von mir bekommt.

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(121)

214 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 78 Rezensionen

kinderheim, entführung, mord, spannung, thriller

Heimweh

Marc Raabe
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2015
ISBN 9783548286907
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:


Jesse Berg lebt in Berlin und arbeitet erfolgreich im Krankenhaus als Kinderarzt. Sein Privatleben sieht allerdings weniger rosig aus. Er ist frisch geschieden und sieht deshalb seine kleine Tochter Isa seltener als ihm lieb ist. Doch dann bricht seine Vergangenheit, die er am liebsten vergessen würde, mit aller Macht über ihn hinein: Seine Exfrau Sandra wird ermordet und Isa entführt. Die Nachricht, die der Täter für Jesse hinterlässt, führt diesen in die Berge, ins Kinderheim Adlershof: die Hölle seiner Jugend. Und gemeinsam mit der Psychologin Jule, einer Freundin von Sandra, macht er sich auf den Weg nach Garmisch Partenkirchen.

Jesse hat teilweise nur verschwommene Erinnerungen an die Zeit, die er im Heim verbracht hat. Aber es leben immer noch Menschen dort, die er nur zu gut kennt. Und er kommt dem Geheimnis, das ihn damals fast das Leben gekostet hat, immer näher. Doch dann gibt es noch mehr Opfer, und Jesse und Jule geraten auf der Suche nach Isa in höchste Lebensgefahr.


Meine Meinung:


Das Buch ist unterteilt in zwei Erzählstränge: Der eine spielt in der Gegenwart und schildert die aktuellen Geschehnisse und die Suche nach Isa. Im zweiten geht es um die Ereignisse, die sich damals im Adlershof zugetragen haben. Der Autor wechselt beständig zwischen diesen beiden Zeitebenen, was meines Empfinden nach die Dynamik des Buches sehr erhöht. Immer wenn es gerade richtig spannend wird, wechselt der Autor wieder die Perspektive, so dass es ständig kleine Cliffhänger gibt.


Die Geschichte finde ich wirklich gut konstruiert, auch wenn ich nach ca. zwei Dritteln des Buches geahnt habe, was damals wirklich passiert ist. Und das Ganze wird am Schluss stimmig und logisch aufgelöst.


Ein bisschen indifferent bleibt der Protagonist Jesse. Er ist nicht wirklich ein Sympathieträger, und irgendwie konnte ich nicht so richtig warm mit ihm werden. Das mag daran liegen, dass es den Jesse von damals und den von heute gibt, die doch so unterschiedlich scheinen. Als Leser weiß man nicht so recht, woran man mit Jesse wirklich ist. Aber das ist natürlich der Geschichte geschuldet, da das ja gerade die Crux ist. Trotzdem hätte ich mir Jesse etwas positiver und empathischer gewünscht, um mich besser mit ihm identifizieren zu können. Die heimlichen Helden für mich sind jedoch der alte Artur Messner und die kleine Ida, die ein tolles Team ergeben.


Gelungen hingegen finde ich den Titel des Buches: HEIMWEH. Wegen der Doppeldeutigkeit des Begriffs, die mir bisher noch nie so in den Sinn gekommen ist. Dass „Heim“ auch sehr „weh“ tun kann, kann wohl niemand nachempfinden, der nicht selbst in einem aufgewachsen ist.


Auch das Cover gefällt mir gut, da es mich an einen Raum erinnert, in dem man jemanden gefangen hält, was wiederum sehr gut zum Inhalt passt.


Fazit:

Ein wirklich gelungenes und spannendes Buch, das mit einem etwas sympathischeren Protagonisten noch besser geworden wäre.

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

thriller, schmetterling, afghanistan, kinderhandel, kindesmissbrauch

Schmetterling im Sturm

Walter Lucius , Andreas Ecke
Flexibler Einband: 569 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 15.09.2014
ISBN 9783518465448
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:

Die niederländische Journalistin mit afghanischen Wurzeln Farah Havez recherchiert in einem Fall von Unfall mit Fahrerflucht. In einem Amsterdamer Wald wird ein Junge angefahren und schwer verletzt zurückgelassen. Es gibt keinen Hinweis auf seine Identität. Auffallend ist nur, dass er traditionelle afghanische Mädchenkleidung trägt. Farah erinnert das sofort an ein altes Ritual aus ihrem Geburtsland, bei dem Jungen älteren Männern zugeführt werden – in Mädchenkleidern. Und so ist ihr Interesse geweckt. Sie kommt den Machenschaften eines internationalen Kinderhändlerrings auf die Spur, die sogar nach Moskau, Johannesburg und in höchste politische Kreise führt. Doch dann gerät sie selbst in höchste Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Die Leseprobe zu diesem Buch hat mir wirklich noch sehr gut gefallen. Das Buch klang spannend, und auch das Thema „Kinderhandel“ fand ich sehr interessant. Auch die Tatsache, dass die Handlung in den Niederlanden spielt, war für mich eher sehr positiv, da ich direkt an der deutsch-holländischen Grenze wohne und mich des öfteren im Nachbarland aufhalte. Also, eigentlich sehr gute Voraussetzungen für einen guten Thriller. Ich habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut, doch als ich dann mit dem Lesen begonnen habe, kam leider ziemlich schnell die Ernüchterung.

Die ersten Kapitel waren noch vielversprechend, aber dann wurde die Handlung leider immer verworrener. Da tauchten so viele Personen auf, dass ich irgendwann den Überblick verloren habe. Und auch die Anzahl der Nebenschauplätze wuchs stetig, was das Ganze auch nicht besser machte. Das alles tat der Spannung überhaupt nicht gut. Das sollte ja eigentlich ein Thriller sein, aber ich habe mich einfach nur noch gelangweilt.

Ich kam mit dem Lesen nur sehr langsam voran und musste mich immer wieder zwingen, das Buch erneut in Angriff zu nehmen. Ich wollte es wirklich zu Ende lesen, aber irgendwann habe ich dann doch kapituliert. Ich hätte schon früher aufgegeben, aber ich wollte doch unbedingt diese Rezension schreiben.Es wurde aber einfach nicht besser, und so habe ich letztendlich abgebrochen. Die Zeit ist doch viel zu schade, als sie mit einem schlechten Buch zu verbringen. Vor allem, wenn ich sehe, wieviele (hoffentlich bessere!) ungelesene Bücher in meinem Regal noch auf mich warten.

Der Autor hätte gut daran getan, das Buch um mindestens 200 Seiten zu kürzen. Man hätte wirklich viel, viel mehr aus diesem Thema machen können. So tut es mir leid um die verschwendete Zeit. Und die nächsten beiden Bände dieser Trilogie werde ich sicherlich nicht lesen. Schade!

Und ich kann wirklich nicht nachvollziehen, dass dieser „Thriller“ auch noch preisgekrönt wurde!


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413 Bibliotheken, 10 Leser, 3 Gruppen, 75 Rezensionen

krimi, organspende, mord, pia kirchhoff, rache

Die Lebenden und die Toten

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.10.2014
ISBN 9783550080548
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt:


Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein müssen diesmal eine Serie von Morden aufklären, bei denen die Opfer einfach wahllos ausgesucht zu sein scheinen. Oder doch nicht? Wo ist die Verbindung? Alle Opfer sind dem Anschein nach ganz normale Bürger, die keine Feinde haben. Und doch sieht es fast so aus, als habe der Mörder, der immer einem Scharfschützengewehr zuschlägt, ein System. Doch wie sieht das aus? Dann ergibt sich eine Spur, die in ein Krankenhaus führt. Und dort zu einem konkreten Fall, in es um eine Organtransplantation geht. Es offenbaren sich menschliche Abgründe, und eine Tragödie kommt ans Licht, die sprachlos macht...


Meine Meinung:


Ich habe mich sehr auf diesen 7. Fall für das sympathische Ermittlerduo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein gefreut. Diese Reihe gehört zu meinen Lieblingskrimis, da ich die Protagonisten sehr sympathisch finde und die Fälle durchweg spannend sind, ohne dass zu viel Gemetzel und Blutvergießen stattfindet. Und die Fälle haben immer einen Bezug zu aktuellen Themen; so auch diesmal das Thema Organspende.


Allerdings ist die Autorin meiner Meinung dieses Mal in allen Belangen ein wenig übers Ziel hinweg geschossen. Da ist zum einen die Person Pia Kirchhoff. Der Leser weiß, dass sie eine sehr engagierte Polizistin ist, die oft genug Privates hinter ihrem Job anstellt. Aber dass sie in diesem Buch sogar ihre Flitterwochen für die Aufklärung der Morde opfert, scheint mir doch sehr übertrieben und lebensfremd. Berufliches Engagement ist ja schön und gut, aber nur bis zu einem gewissen Grade. Niemand ist unersetzlich; das sollte auch Frau Kirchhoff irgendwann mal begreifen. Und deshalb hielt sich meine Sympathie für sie dieses Mal echt in Grenzen.


Zum anderen hatte ich dieses Mal wirklich große Probleme, all die auftretenden Personen auseinanderzuhalten. Frau Neuhaus präsentiert so viele Verdächtige in diesem Buch, dass es für mich total unüberschaubar wurde. Zu allem Übel waren die auch noch teilweise miteinander verwandt, so dass oft gleiche Nachnamen auftauchten. Ich musste sehr häufig zurückblättern, um nachzugucken, wer das denn jetzt nochmal war und in welchem Verhältnis stand zu den anderen Personen stand. Das hat den Lesegenuss stellenweise doch sehr geschmälert.


Gelungen hingegen fand ich, wie die Autorin mit dem Thema Organspende umging. Ich denke, dass sie sich da hat inspirieren lassen von den Skandalen, die sich vor einiger Zeit ereignet hatten, wo Krankenakten manipuliert wurden, um bestimmte Patienten an die Spitze der Transplantationslisten zu setzen.

Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, kann man sagen, dass dieser fiktive Fall auch nicht dazu führen wird, dass mehr Leute einen Organspendeausweis ausfüllen werden. Ich selbst übrigens auch nicht. Solange Geld die Welt regiert und scheinbar auch Leben kaufen kann, habe ich kein gutes Gefühl bei der Sache. Es ist doch ein unerträglicher Gedanke, dass nicht genug für einen Patienten getan wird, nur weil jemand auf dessen Organe wartet. Der Skandal ist natürlich für die betroffenen Kranken, die dringendst ein Spenderorgan benötigen, der Super-Gau gewesen, weil die Zahl der potentiellen Spender noch weiter gesunken ist. Aber ich weiß auch nicht, wie man das verlorengegangene Vertrauen wieder herstellen kann? Bei mir überwiegen da einfach die Zweifel. Und bei Frau Neuhaus offensichtlich auch.


Fazit:


Leider nicht so stark wie viele der Vorgängerbücher. Trotzdem immer noch ein solider Krimi mit einem sehr aktuellen und kontrovers diskutiertem Thema.


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186 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 73 Rezensionen

krimi, frankfurt, thriller, emilia capelli, ermittlerinnen

Lotusblut

Judith Winter
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2015
ISBN 9783423215695
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die beiden jungen Kommissarinnen Emilia Capelli und Mai Zhou von der Zentralen Kriminaldirektion Frankfurt am Main werden an einen Tatort im 14. Stock eines Luxushotels gerufen. Dort wurde das Unternehmerehepaar Klatt in seinem Zimmer durch gezielte Schüsse getötet. Völlig unklar ist jedoch, wo das etwa zehn Jahre alte chinesische Mädchen abgeblieben ist, das die beiden begleitet hatte. Und auch das Motiv für den Doppelmord an dem völlig unbescholtenen Ehepaar liegt komplett im Dunkeln.
Doch dann läuft Emilia das besagte Mädchen zufällig über den Weg. Es scheint sehr verstört zu sein, spricht aber kein einziges Wort. Die Ermittler fischen weiterhin im Trüben, bis sich der chinesische Geschäftsmann Sun Chang und seine Frau Wu Yuen, angeblich Onkel und Tante des Mädchens, bei der Polizei melden. Doch dann verschwindet Kaylin erneut und schwebt als Tatzeugin in höchster Gefahr. Capelli und Zhou bleibt nicht viel Zeit. Und dann entwickeln sich die Dinge auf einmal in unerwartete Richtungen ...

Ich hatte mich sehr auf den zweiten Band dieser Serie um die beiden jungen Ermittlerinnen gefreut, da mir der Vorgänger „Siebenschön“ ausnehmend gut gefallen hatte. Auch dieses Buch ist wirklich gut gelungen, auch wenn es von der Spannung her leider nicht mit Band 1 mithalten kann.

Dieses Buch ist einfach anders. Das liegt zum einen an der asiatischen Note, die hier sehr stark vertreten ist. Chinesen haben so eine ganz andere Lebensart als wir Europäer; deshalb habe ich mich da oft nicht so richtig in die Geschichte hineinversetzen können. Da war einfach vieles sehr fremd und schwer nachzuvollziehen. Das Ganze kam aber Mai Zhou sehr entgegen. Allein durch ihre Sprachkenntnisse und ihre chinesischen Wurzeln war sie hier sehr oft im Vorteil; und deswegen ist ihre Präsenz in diesem Band weitaus stärker als im ersten Teil, der doch eher Emilia Capelli in den Vordergrund stellte.

Zum anderen wird hier wesentlich mehr auf die Gefühle und Gedanken der beiden Kommissarinnen eingegangen. Der Leser lernt die beiden viel besser kennen. So erfährt man z.B. etwas darüber, wie Emilia ihren ersten Toten im Alter von zehn Jahren aufgefunden hat; gemeinsam mit ihrer damals besten Freundin Mellie, die dieses Trauma jedoch, im Gegensatz zu Emilia, nie verwunden hat. Und die Autorin lässt tief in Mais Seele blicken, wenn sie immer wieder Situationen beschreibt, in denen Mai sich aufgrund ihres Aussehens ausgegrenzt vorkommt, weil sie weiß, was die anderen gerade über sie denken.

Die beiden Protagonistinnen kommen sehr authentisch und sympathisch daher, und ich finde es sehr spannend, wie die zwei vollkommen unterschiedlichen jungen Frauen sich allmählich einander annähern. Im ersten Band gab es da doch noch eine ziemlich große Distanz. Und ich bin gespannt, wie sich das mit den beiden weiter entwickeln wird. Vielleicht werden sie ja sogar mal richtig dicke Freundinnen.

Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm und flüssig. Die Beschreibungen sind sehr bildlich; der Leser kann sich wirklich gut in die Szenerie hinein versetzen. Die Erzählweise gefällt mir einfach sehr gut; es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen, auch wenn sich der Spannungsbogen diesmal nicht konstant das ganze Buch über hoch hält, sondern nur sporadisch aufkommt. Gelungen fand ich auch das Einstreuen von chinesischen Weisheiten; das führte zu netten Auflockerungen.

Fazit: Das Buch ist zwar nicht so spannend wie der Vorgänger, hat aber trotzdem seine Stärken. Und ich bin schon sehr gespannt auf Band Nr. 3.

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875 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 188 Rezensionen

selbstmord, liebe, depression, depressionen, jugendbuch

Mein Herz und andere schwarze Löcher

Jasmine Warga
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.04.2015
ISBN 9783737351416
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Aysel ist ein 16jähriges amerikanisches Mädchen mit türkischen Wurzeln. Sie will nicht mehr leben, weil ihr Vater vor einigen Jahren einen Jungen erschlagen hat und deswegen im Gefängnis sitzt. Sie lebt jetzt bei ihrer Mutter und deren neuer Familie, sprich Stiefvater und zwei Halbgeschwister. Seit der Tat ihres Vaters fühlt sie sich total allein. Von ihren Mitschülern wird sie ausgegrenzt; hinter ihrem Rücken wird getuschelt. In einem Internet-Selbstmord-Forum lernt sie Roman kennen. Auch er leidet unter einem schweren Schicksalsschlag: er fühlt sich verantwortlich für den Tod seiner kleinen Schwester. Beide beschließen, zusammen zu sterben; am Todestag von Romans Schwester. Doch dann passiert etwas, womit sie beide nicht gerechnet haben: sie verlieben sich ineinander. Und Aysel ist sich gar nicht mehr so sicher, dass sie wirklich sterben will...


Das Buch hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen. Es ist nicht eine dieser üblichen Teenie-Liebesgeschichten, sondern wesentlich vielschichtiger. Es ist in der Ich-Form aus Aysels Sicht geschrieben, so dass der Leser sich sehr gut mit ihr identifizieren und tief in ihr Seelenleben eintauchen kann. Man kann sehr gut nachvollziehen, woher diese tiefe Traurigkeit in ihr kommt. Sie selbst vergleicht ihre Depression mit einer schwarzen Qualle, die in ihr wohnt und sämtliche Glücksgefühle und alle guten Gedanken auffrisst. Außerdem befürchtet sie, dass auch in ihr das Böse lebt, vererbt von ihrem Vater.


Zwischen ihr und ihrem Vater herrschte einst eine tiefe Verbundenheit. Sie lebte nach der Scheidung ihrer Eltern hauptsächlich bei ihm. Er lehrte sie u.a., die klassische Musik zu lieben. Umso mehr fühlt sie sich von ihm im Stich gelassen. Bei ihrer „neuen“ Familie fühlt sie sich total allein und baut unbewusst eine hohe Mauer um sich herum auf. Dabei nimmt sie die Liebe ihrer Schwester und ihrer Mutter anfangs gar nicht wahr, sondern empfindet eigentlich das genaue Gegenteil, nämlich, dass sie allen gleichgültig wäre.


Auch Roman ist sehr tiefgründig beschrieben. Er kann sich nicht verzeihen, dass seine kleine Schwester in der Badewanne ertrunken ist, während er mit seiner damaligen Freundin in seinem Zimmer herumgeknutscht hat. Und er findet es absolut logisch, sich an ihrem Todestag umzubringen. Im Internet-Selbstmord-Forum benutzt er den Nickname „FrozenRobot“, was tief auf sein Gefühlsleben schließen lässt. Seine Gefühle sind wie eingefroren, und er lebt sein Leben mechanisch wie ein Roboter. Seine Mutter sorgt sich sehr um ihn und liebt ihn über alle Maßen. Doch er meint, diese Liebe nicht zu verdienen und ist tatsächlich der Auffassung, dass sein Selbstmord auch das Beste für sie wäre. Er begreift gar nicht, was er ihr damit antun würde.


Doch dann beginnt diese bittersüsse Liebesgeschichte zwischen Aysel und Roman...


Es gibt kein richtiges Happy End in diesem Buch. Das hätte aber auch nicht wirklich zu dieser Geschichte gepasst. Die Katastrophe ist zwar erst einmal abgewendet, aber die Gefahr, in der insbesondere Roman noch schwebt, ist weiterhin latent vorhanden.


Dieses Buch ist ein absolutes Plädoyer für das Leben. Das zeigt auch das Nachwort der Autorin, die selbst einen guten Freund verloren hat. Und dazu passt auch das Buchcover sehr gut mit seinen fröhlichen Farbtupfern.


Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings noch: man erfährt m.E. zu wenig über die Tat des Vaters und dessen Beweggründe. Mich hätte das schon sehr interessiert; allein, um Aysel noch besser verstehen zu können. Und Aysel schafft es leider auch nicht, ihren Vater zu besuchen, bevor die Geschichte endet. Ein Wiedersehen zwischen den beiden hätte ich auch sehr spannend gefunden. Aber das Hauptaugenmerk in diesem Buch liegt halt auf Aysel; insofern kann ich verstehen, dass die Figur des Vaters etwas im Hintergrund bleibt.


Aber das hindert mich nicht daran, eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch abzugeben. Es ist traurig, aber dann auch wieder hoffnungsvoll und fast heiter. Wirklich eine tolle Geschichte!

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internet, selbstmord, sterbehilfe, jugendbuch, suizid

Ich bin Tess

Lottie Moggach , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei script5, 17.02.2014
ISBN 9783839001585
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Leilas Mutter stirbt, ist sie ganz allein und flüchtet sich in die Welt des Internets. Sie entdeckt ein Philosophie-Forum namens Red Pill. Über dieses lernt sie den mysteriösen Adrian kennen, den Betreiber des Forums, der von allen Mitgliedern verehrt wird. Eines Tages vermittelt Adrian Leila den Kontakt zu Tess, einer jungen Frau mit einer unheilbaren Krankheit, die an und für sich nicht lebensbedrohlich ist, aber ihre Lebensqualität stark einschränkt. Deshalb hat Tess den Wunsch hat zu sterben. Weil sie aber ihren Freunden und ihrer Familie keinen Kummer bereiten will, hat sie einen Plan entwickelt, wie sie sich das Leben nehmen kann, ohne diese unglücklich zu machen. Sie will untertauchen und sich in aller Stille umbringen, während Leila virtuell ihre Identität übernehmen soll.

Die Grundidee dieses Romans fand ich eigentlich sehr interessant, aber leider wurde diese nicht gut umgesetzt. Ich habe mich wirklich bemüht, dieses Buch komplett durchzulesen. Immer wieder habe ich neuen Anlauf genommen, doch es hat alles nichts genutzt. Das Buch hat mich derart gelangweilt und teilweise eingeschläfert, dass ich es letztendlich doch aufgegeben habe.

Die Autorin versteht es leider überhaupt nicht, einen Spannungsbogen aufzubauen. Die Protagonistin Leila bleibt total farblos. Sie ist mir durchweg unsympathisch geblieben. Sie kommt ziemlich hochnäsig daher und nervt mit ihrer "Allwissenheit". Zudem wird so viel herumgeschwafelt in diesem Buch, dass man es einfach irgendwann nicht mehr ertragen kann. Und irgendwie passiert auch nichts wirklich Interessantes. Es fehlt komplett an Spannung und Dramatik. Das Ganze erinnert eher an einen nüchternen Bericht als an einen Roman mit Emotionen und Charakteren mit Tiefgang.

Warum dieses Buch auf vielen Plattformen als Thriller kategorisiert wurde, ist mir ein absolutes Rätsel. Für Krimi- und Thrillerfans ist dieses Buch m.E. in keiner Weise geeignet. Da dieses Buch viel mehr verspricht als es hält, gibt es leider nur einen mickrigen Stern.

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322 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 121 Rezensionen

thriller, mord, falle, isolation, psychothriller

Die Falle

Melanie Raabe
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 09.03.2015
ISBN 9783442754915
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Linda Conrads ist 38 Jahre alt und Bestsellerautorin. Sie lebt sehr zurückgezogen mit ihrem Hund Bukowski am Strausberger See, besser gesagt: sie hat seit 11 Jahren keinen Fuß mehr vor die Haustür gesetzt. Damals wurde ihre Schwester Anna brutal ermordet, und sie hat als Einzige den Mörder kurz zu Gesicht bekommen, als er vom Tatort floh. Er wurde jedoch nie gefasst, und als Folge dieses Traumas, das sie nie verarbeitet hat, spielt sich Lindas komplettes Leben nur noch in ihrem Haus ab. Sie kommuniziert nur über Telefon und Internet; Besuch erhält sie lediglich von ihrem Verleger und guten Freund Norbert und ihrer Assistentin Charlotte.


Doch dann sieht sie eines Tages einen Reporter im Fernsehen und erkennt in ihm auf Anhieb Annas Mörder. Durch Recherche im Internet findet sie seine Identität heraus, und sie beginnt, einen Plan zu schmieden, um ihn zu entlarven und ihm ein Geständnis abzuringen. Sie beginnt, ein neues Buch zu schreiben: ihren ersten Thriller. Und in diesem wird haargenau die Geschichte ihrer Schwester erzählt. Damit will sie den Reporter anlocken, unter dem Vorwand, ihm eines ihrer äußerst seltenen Interviews zu gewähren. Sie bereitet sich penibel darauf vor, und tatsächlich: er beißt an. Wird er in ihre Falle tappen?



Mir hat das Buch außerordentlich gut gefallen. Das lag sicherlich zum großen Teil daran, dass dieser Roman quasi zweigeteilt ist. Immer im Wechsel erzählt zum einen die Protagonistin in der Ich-Form ihre Geschichte, dann wieder werden Kapitel aus ihrem Buch abgedruckt. Somit erhält der Leser einerseits tiefe Einblicke in die verwundete Seele der Linda Conrads; andererseits erfährt er genau, was damals Anna zugestoßen ist. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig; als Leser wurde ich sofort in die Geschichte hineingezogen. Und diese entwickelt einen richtigen Sog; ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.


Fasziniert hat mich dann, wie das Treffen zwischen Linda und dem Reporter abgelaufen ist. Es keimen in ihr nämlich dann doch große Zweifel, ob sie wirklich dem Mörder ihrer Schwester gegenüber sitzt. Noch schlimmer: sie muss sich plötzlich die Frage stellen, ob sie nicht sogar selbst ihre Schwester umgebracht hat. Dieses Psychoduell zwischen den beiden zerrt wirklich an den Nerven des Lesers, und spätestens da ist dieser total verwirrt. Ist hier nichts so, wie es scheint? Entwickelt sich diese Geschichte doch ganz anders als erwartet?


Ich will jetzt nichts weiter verraten; wer wissen will, wie es ausgeht, muss dieses Buch einfach lesen.


Und wenn man bedenkt, dass es sich bei diesem Buch um den ersten Krimi der jungen Autorin handelt, kann man ihr nur Respekt zollen für diesen absolut raffiniert gesponnenen Plot.



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dystopie, starters, lissa price, jugendbuch, enders

Starters

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.04.2013
ISBN 9783492269322
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:

In der Zukunft findet eine unvorstellbare Katastrophe statt: eine Infektion tötet einen großen Teil der Bevölkerung, der nicht schnell genug geimpft werden kann. Nur sehr junge Menschen (Starters) und sehr alte Menschen (Enders) überleben. So verliert auch die 16jährige Callie ihre Eltern und muss fortan für sich und ihren kranken Bruder sorgen. Sie leben auf der Strasse, während die Alten reicher und reicher werden. In ihrer Verzweiflung begibt sich Callie zur "Body Bank", um ihren Körper gegen Geld zu "vermieten". Sie wird dort in einen Tiefschlaf versetzt, während das Bewusstsein eines alten Menschen den jungen Körper für eine Zeit, übernimmt, um wieder jung zu sein. Um das Geld zu erhalten, muss Callie ihren Körper zur Verfügung stellen. Zweimal geht auch alles gut, doch beim dritten Mal wacht sie auf und befindet sich in einem ihr völlig unbekannten Leben. Sie wohnt in einer luxuriösen Villa und hat Geld im Überfluss. Und sie verliebt sich in den jungen Blake. Doch zu ihrem Erschrecken kann sie mit ihrer Mieterin kommunizieren, die ihr rät, nicht wieder zur Body Bank zurückzugehen. Callie findet heraus, dass ihr Körper auserwählt wurde, um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen...

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Callie ist eine sehr sympathische und starke Protagonistin, und der Leser fiebert jederzeit mit ihr mit, ob sie es schafft, sich diesem perfiden Plan zu entziehen. Der Autorin gelingt es mühelos, einen Spannungsbogen aufzubauen und den auch bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Und sie erzählt eine Geschichte, die es so meines Wissens noch nicht gegeben hat. Ich fand diese Idee der "Körpervermietung" sehr faszinierend, aber auch sehr erschreckend, denn niemand kann wissen, was in der Zukunft einmal alles möglich sein wird. Für einen Erstlingsroman finde ich dieses Buch wirklich sehr erstaunlich.

Sehr passend finde ich auch das Cover. Es ist der Kopf einer jungen Frau, einer "Starter" in Umrissen zu sehen. Auf dem Cover des zweiten Bandes wird sich der gleiche Umriss, jedoch einer alten Frau befinden, einer "Ender". Ein sehr stimmiges Konzept.

Ein wirklich beeindruckendes Buch, auf dessen Fortsetzung ich sehr gespannt bin.

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630 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

fantasy, monster, kinder, zeitschleife, insel

Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2013
ISBN 9783426510575
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:

Der 15jährige Jacob, der aus einem reichen Elternhaus stammt, ist ein ganz normaler Junge. Das denkt er jedenfalls solange, bis er mitansehen muss, wie sein Großvater Abraham "Abe" von einem monströsen Wesen angegriffen und tödlich verletzt wird. Abe stirbt in Jakobs Armen, und mit seinen letzten Worten fleht er seinen Enkel an auf die Insel zu gehen und den Vogel zu finden. Plötzlich fallen Jakob die alten Schauergeschichten, die ihm sein Opa als Kind immer erzählt hat von Monstern und Kindern mit besonderen Begabungen. Er hat diese Geschichten immer für Märchen gehalten, doch als er feststellen muss, dass er als Einziger das Monster sehen konnte, das seinen Großvater getötet hat, ist für ihn klar, dass er diese Insel finden muss.
Das gelingt ihm schließlich, und er findet auf der walisischen Insel Cairnholm all diese besonderen Kinder aus Abe´s Erzählungen und auch den Vogel, bei dem es sich um Miss Peregrine handelt, die das Waisenhaus leitet und sich jederzeit in einen Habicht verwandeln kann. Die Kinder haben verschieden Talente. In einem Jungen wohnen Bienen, ein anderer ist unsichtbar, ein Mädchen kann schweben usw. Sie leben seit vielen Jahren auf der Insel, werden aber äußerlich nicht älter, da sich das Waisenhaus in einer Zeitschleife befindet, die immer wieder denselben Tag, nämlich den 3. September 1940, neu beginnen lässt.
Jakob freundet sich mit den Kindern an, insbesondere mit Emma, die mit ihren Händen Feuer entzünden kann. Sie war damals in seinen Großvater verliebt, der jedoch die Zeitschleife verlassen hat, um im 2. Weltkrieg zu kämpfen. Er verbringt ein paar unbeschwerte Tage mit den Kindern, doch dann gelingt es den Monstern, in die Zeitschleife einzudringen. Jakob erkennt, dass auch er eine besondere Begabung hat. Und er muss kämpfen, um seine neuen Freunde und Miss Peregrine zu retten.

Mir hat diese Geschichte außergewöhnlich gut gefallen. Es ist in der Ich-Form aus der Sicht von Jakob geschrieben, was dazu führt, dass man sich sehr gut in ihn hineinversetzen kann. Er ist sehr sympathisch, ebenso wie die anderen Kinder. Der Autor hat großen Einfallsreichtum entwickelt bei den verschiedenen Begabungen eder einzelnen Charaktere. Und er versteht es, von Anfang an einen Spannungsbogen zu erzeugen, der bis zum Ende des Buches anhält. Leider gibt es dann einen absoluten Cliffhanger, so dass man mit Sehnsucht die Fortsetzung erwarten wird.
Was ich jedoch besonders gelungen finde, sind die alten Fotos, die in dem Buch abgebildet sind. Die passen einfach wunderbar zur Geschichte. Vor allem die Bilder, die die einzelnen Charaktere zeigen sollen, gefallen mir sehr gut. Ich frage mich, ob der Autor erst die Bilder hatte und dann die Geschichte drumherumgeschrieben hat oder ob er speziell Bilder gesucht hat, um seine Geschichte damit zu untermalen. Egal wie, ich finde diese Idee großartig.

Das Cover schließt sich nahtlos an diese Idee an, da eines der Bilder als Motiv ausgewählt wurde, Das Buch erhält dadurch in meinen Augen eine eigenartige Faszination, und ich denke, dass dadurch auch Leser zum Kauf angeregt werden.

Das Buch ist ein Gesamtkunstwerk, wie ich es selten erlebt habe. Tolle Geschichte, tolle Aufmachnung, tolles Cover. Von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung!

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