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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

frau freitag, fahrschule, führerschein, alter, fee ist nicht so begeister

Man lernt nie aus, Frau Freitag!

Frau Freitag , Cathlen Gawlich
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 07.04.2017
ISBN 9783957130693
Genre: Humor

Rezension:

Frau Freitag überlegt sich selbst noch einmal in die Schule zu gehen und zwar in die Fahrschule. Bisher hat sie eigentlich in Berlin stets öffentliche Verkehrsmittel genutzt, aber mit dem Führerschein und einem eigenen Auto erhofft sich die Lehrerin Frau Freitag einfach neue Möglichkeiten.

In der Fahrschule ist sie die älteste Schülerin und findet sich, entgegen ihrem Berufsalltag, nun selbst als Schülerin wieder. Das fällt ihr nicht leicht und die Tatsache, dass ihr der bzw. die Fahrlehrer auch stets vor Augen halten, dass man im Alter schwieriger lernt, erbost Frau Freitag ungemein. Sie selbst fühlt sich toll, an den Dialogen wird jedoch klar erkennbar welche Schwierigkeiten Frau Freitag beim Fahren tatsächlich hat.

Besonders aufschlussreich sind die häufigen Einwürfe über die bisher angelaufenen Kosten und die Dauer des theoretischen bzw. praktischen Fahrunterrichtes. Dabei wird deutlich wie stark die Realität von der Vorstellung der Frau Freitag abweicht.

Die Sprecherin ist einfach toll. Wie sie sich in die Situation und die Eigenart des jeweiligen Fahrlehrers hineinversetzt, ist einfach beeindruckend. Der Satz: „Mensch Mädel…“ geht mir nun einfach nicht mehr aus dem Kopf. So herrlich!

Insgesamt gesehen kommt dieses Hörbuch nicht an die Geschichten der Frau Freitag im Schulalltag heran. Dafür ist die Thematik hier einfach zu eng gefasst und dieser Tatsache ist es wohl geschuldet, dass sich viele Dinge einfach immer wiederholen. Dennoch ist „Man lernt nie aus, Frau Freitag“ eine unterhaltsame Geschichte, die ich wirklich gerne gehört habe.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

eisenhut, gift, darmstadt, 2017, krimi

Nimmergrün

Elinor Bicks
Fester Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 08.02.2017
ISBN 9783839220108
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In „Nimmergrün“, dem dritten Band rund um den Kommissar Roland Otto, seinem Kollegen Brenneisen und die Museumsangestellte und Pflanzenkennerin Lore Kukuk, geht es um die geplante Eröffnung des Hugenotten- und Waldenserpfades. Durch ihn sollen künftig viele Touristen in die umliegende Region gelockt werden. Doch eine merkwürdige Baum- und Pflanzenkrankheit droht alle Pläne zunichte zu machen. Als dann auch noch Weidetiere und schließlich Menschen sterben, ist es an Roland Otto zu ermitteln. Dabei muss er tief in die Vergangenheit des Landkreises und seiner Bewohner eintauchen.

Lore Kukuk ist auch mit von der Partie. Da aber die Chemie zwischen ihr und dem Kommissar derzeit nicht so ganz stimmt, ermitteln sowohl Otto als auch Lore zunächst einmal für sich. Dabei darf der Leser Puzzlestückchen für Puzzlestückchen zusammensetzen und wird doch nicht auf Anhieb erfassen, was hier eigentlich gerade geschieht.

Es stellt übrigens kein Problem dar mit diesem dritten Band in die Reihe einzusteigen. Allerdings wird man wohl die einzelnen Charaktere etwas besser verstehen, wenn man zuvor auch „Lavendelbitter“ und „Silberregen“  gelesen hat. Lore Kukuk und auch Otto sind schon sehr speziell und weisen in dieser Geschichte beide Charaktereigenschaften auf, die sie nicht unbedingt zu Sympathieträgern machen. Das muss man mögen oder es als Nebensache einstufen.

Die Geschichte an sich ist unterhaltsam und verschafft Wissen im Bereich der Pflanzenwelt und rund um die Region Darmstadt-Dieburg und deren Geschichte.

Erwähnen möchte ich noch, dass diese Reihe der Gartenkrimis aus dem Gmeiner Verlag besonders schön gestaltet ist. Durch die Größe der Bücher und ihre Aufmachung als Flexcover mit Lesebändchen liegen sie besonders gut in der Hand.

Elinor Bicks Gartenkrimis sind jedenfalls einen Ausflug in das Reich der Pflanzen wert.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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111 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, rainer löffler, martin abel, gummersbach, brutal

Der Näher

Rainer Löffler
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.04.2017
ISBN 9783404174546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In „Der Näher“ ermittelt der Fallanalytiker Martin Abel in seinem dritten Fall. Diesmal wird er von seinem Chef nach Gummersbach geschickt um sich dort um Fälle vermisster Frauen zu kümmern. Abel selbst hat zuvor einiges mitgemacht und dieser Einsatz soll ihn nun schonend zurück in den harten Job bringen. Doch es kommt anders als erwartet. Bei den Ermittlungen stößt Abel auf die einbetonierte Leiche einer Frau und ihres Babys. Schnell liegt die Befürchtung nahe, dass dieser Fund auch in Zusammenhang mit den verschwundenen Frauen stehen könnte. Aber was verbindet die Frauen? Und kann es wirklich einen Zusammenhang geben, denn die vermissten Frauen haben alle einen Abschiedsbrief hinterlassen, der auf ein freiwilliges Verschwinden hindeutet.

Abel ist ein sympathischer Kerl. Auch ohne die beiden vorangegangen Bücher „Blutsommer“ und „Blutdämmerung“ gelesen zu haben, lernt man Abel hier ganz gut kennen. So ist das Buch sowohl für Kenner der Reihe als auch für Neueinsteiger sehr gut lesbar. Der Ermittler hat gerade einige private Probleme, denn seine Freundin wünscht sich mehr Nähe und Enge in der Beziehung als Abel gerade bereit ist zu geben. Die zwangsweise vorübergehend neuen Kollegen in der Gummersbacher Dienststelle, allen voran der Dienststellenleiter Borchert, sind auch nicht gerade kooperativ, so dass Abel hier schon etwas unter Druck geraten könnte. Aber er lässt sich nicht beeinflussen und geht geradlinig und verbissen seinen Weg. Nichts ist ihm wichtiger als diesen Fall zu klären und den Täter, der natürlich als „Der Näher“ bei seinen Opfern immer auf eine ähnliche Weise vorgeht, zu überführen. Martin Abel versucht das Handeln des Täters zu verstehen und seine plötzlichen Eingebungen und Entdeckungen sind dabei sehr hilfreich.

In die kranke Seele des Täters darf der Leser im Verlauf des Buches immer wieder einmal Einblick nehmen. Dabei wird deutlich wie der Täter aufwuchs und was in ihm vorgeht. Hierbei darf sich der Leser auf nicht immer angenehme Ereignisse und Schilderungen gefasst machen. Hinsichtlich der Frage wer hinter dem Täter stecken könnte wird der Leser hin und wieder gekonnt auf eine falsche Fährte geführt und dürfte am Ende einigermaßen überrascht sein.

Wer dieses Buch zur Hand nimmt sollte in puncto Gewalt nicht unbedingt zart besaitet sein. Die Geschichte ist wirklich harter Tobak und sicher in erster Linie etwas für eingefleischte Krimi und Thriller Leser, die auch vor detailgenauen Beschreibungen von Tathandlungen nicht zurückschrecken.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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provence, krimi, kräuter der provence, französische lebensart, feinschmecker

Tod à la Provence

Andreas Heineke
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.03.2017
ISBN 9783740800598
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Pascal Chevrier will nicht länger als Polizist in der Großstadt Verbrecher jagen und so zieht es ihn hinaus aufs Land, in einen beschaulichen Ort in der Provence, im Luberon. Dort wird er als Polizeichef eines kleinen Ortes arbeiten und die Landluft und die gute Küche genießen. Eine Unterkunft findet er bei der Familie Perieux, einer alteingesessenen Familie, die Wein anbaut und überall hoch angesehen ist. Bei einem Abendessen im Hause Perieux macht Pascal die Bekanntschaft von Elaine, die er sehr anziehend und attraktiv findet.  

Aus der gedachten Beschaulichkeit wird jedoch für Pascal dann zunächst nichts. Nach größeren Unruhen und Disputen unter den Dorfbewohnern bezüglich eines geplanten größeren Bauvorhabens, eines Golf-Resorts, wird der Bauherr dieses Projektes tot aufgefunden. Pascal ermittelt. Dabei stößt er auf diverse Machenschaften und Geldgeschäfte und taucht auch in die dunklen Seiten der gehobenen französischen Küche, der Immobilienbranche und der Politik ein.

„Tod à la Provence“ ist ein schöner Krimi, der nicht nur spannend, sondern auch mit kulinarischen Genüssen daher kommt. Pascal ist ein sympathischer Kerl mit leichten Schwächen, dem man aber seine kleinen Fehler schnell wieder verzeihen kann.

Der Autor hat ein Buch für Frankreich Fans und solche die es werden soll geschrieben. Schöne Landschaft, Wein und Genuss stehen im Mittelpunkt und werden begleitet von einigen interessanten und spannenden Details, die ganz typisch eben für diese Region Südfrankreichs sind. Es bleibt zu hoffen, dass Pascal Chevrier in seiner neuen Wahlheimat schon ganz bald wieder ermitteln darf.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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familie, adoption, freiheit, roman, liebe

Was alles war

Annette Mingels
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knaus, 06.03.2017
ISBN 9783813507553
Genre: Romane

Rezension:

Susa ist eine erwachsene junge Frau. Sie ist Wissenschaftlerin. Meeresbiologin um genau zu sein. Ihre Forschungen betreibt sie sehr engagiert. Susa ist in geordneten Verhältnissen aufgewachsen. Sie liebt ihre Eltern, doch sie weiß, dass sie als Baby adoptiert wurde. Dann tritt eine weitere Person in Susas Leben, ihre leibliche Mutter Viola. Bereits beim ersten Kennenlernen stellt Susa fest, dass ihre leibliche Mutter eine sehr auf sich selbst bezogene und freiheitsliebende Person ist. Sie hat insgesamt vier Kinder zur Welt gebracht und das einfach nur, weil sie es so schön fand schwanger zu sein. Die Kinder großgezogen hat sie allesamt nicht. Man merkt Susa an, dass sie zu dieser Frau emotional keine wirklich gute Verbindung aufbauen kann und doch löst die Begegnung mit der leiblichen Mutter in ihr etwas aus. Susa macht natürlich auch noch die Bekanntschaft ihrer Halbgeschwister und beginnt später nach ihrem leiblichen Vater zu suchen. Zwischendurch ist sie mit ihrem eigenen Leben ausreichend beschäftigt, denn sie verliebt sich in einen verwitweten Mann mit zwei kleinen Töchtern. Für diese ist Susa Mutterersatz und dann stellt sich auch noch eigener Nachwuchs ein.

„Was alles war“ ist ein Blick auf das Leben und die Familie. Hier wird gezeigt wie alles sein kann, was alles geschehen kann und welche Möglichkeiten es gibt mit bestimmten Ereignissen umzugehen. Leben, Liebe, Krankheit, Tod, die Suche nach Geborgenheit und den eigenen Wurzeln, der Wunsch nach Glück und Erfolg und vieles mehr werden hier in erster Linie aus Susas Perspektive und mit Blick auf deren Leben verdeutlicht.

Für Susa steht immer wieder die Frage im Raum was ihr wichtig ist und was Familie eigentlich für sie bedeutet. Ihre Vergangenheit zeigt hier wie vielfältig und unterschiedlich Familie und das individuelle Bild von Familie sein kann.

Die Autorin Annette Mingels verpackt eine Problematik der heutigen Zeit geschickt in ihren Roman. Patchworkfamilien sind heute an der Tagesordnung. Die klassische Familie stirbt aus. Wie gehen die Menschen damit um? Gibt es den perfekten Weg? Das ist wohl eher nicht der Fall, sondern jeder muss sich hier seinen Weg suchen, den für ihn besten Weg.

„Was alles war“ lässt den Leser ganz nah an Susa und ihre Probleme heran und schafft es doch Distanz zu dieser Protagonistin zu halten. Das ist der ganz besonderen Erzählart der Autorin geschuldet, an die sich mancher Leser sicher erst gewöhnen muss um dann Susa durch die Höhen und Tiefen des Lebens zu begleiten.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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alter, liebe, tod, frankreich, liebe im alter

Und jetzt lass uns tanzen

Karine Lambert , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Diana, 06.03.2017
ISBN 9783453291911
Genre: Liebesromane

Rezension:

Marguerite ist 78 Jahre alt als sie ihren Mann Henri verliert. Nie hat es für sie einen anderen Mann gegeben. Henri hat ihr Leben und ihren Tagesablauf bestimmt und einfach alles geregelt. Marguerite hat sich seinen Wünschen und Vorstellungen stets untergeordnet und ein Schattendasein geführt. Nun ist sie auf sich alleine gestellt und auch etwas verunsichert. Andersherum verspürt sie tief in sich den Drang Dinge jetzt vielleicht anders machen zu wollen, einmal über die Stränge zu schlagen. Doch daran hindert sie ihr Sohn, der wie sein Vater als Notar tätig ist und einfach alles regeln möchte. Er hält seine Mutter alleine für nicht lebensfähig und behandelt sie auch so.

Marcel ist 73 und hat seine Frau Nora bei einem schrecklichen Unfall verloren. Er stammt aus Algerien, hat jedoch fast sein ganzes Leben gemeinsam mit Nora in Frankreich verbracht. Dieses Paar hat das Leben gemeinsam gelebt, Entscheidungen stets gemeinsam getroffen und das Leben geliebt. Umso einsamer fühlt sich nun Marcel.

Durch einen Zufall verschlägt es sowohl Marguerite als auch Marcel zu einer Kur in ein Thermalbad. Dort nähern sie sich einander an. Zarte Bande entstehen zwischen ihnen. Marguerite genießt an der Seite von Marcel die Leichtigkeit des Lebens und entdeckt immer mehr ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen, die Zeit ihres Lebens immer im Hintergrund standen. Marcel ist glücklich über seine neu entdeckte Zuneigung und sieht mit dieser Frau an seiner Seite wieder einen Sinn in seinem Leben.

Zwei vollkommen unterschiedliche Menschen entdecken hier im Alter mit wie wenig man im Leben eigentlich glücklich und zufrieden sein kann. Dabei werden auch unterschiedliche Lebensverhältnisse und gesellschaftliche Zwänge vollkommen belanglos.

Karin Lambert hat mit „Und jetzt lass uns tanzen“ eine zauberhafte Geschichte geschrieben bei der Emotionen wie Traurigkeit und Heiterkeit ganz nah beieinander liegen. Das Leben ist immer lebenswert, egal wie alt du bist ist die Essenz dieses Buches. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Liebe ist zeitlos und Freude steckt in vielen kleinen Dingen des Alltags. Marguerite und Marcel weisen dem Leser hier den Weg. 

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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usedom, rosen, neuanfang, liebe, geheimnis

Ein Sommer im Rosenhaus

Nele Jacobsen
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.02.2017
ISBN 9783746632629
Genre: Liebesromane

Rezension:

Sandra hat schon früh ihren Mann verloren. Nun sind beide Kinder, Tine und Tom, aus dem Haus und Sandra möchte etwas für sich selbst tun und sich verändern. Es zieht sie raus aus Hamburg und hinaus aufs Land. Ein altes Haus mit einem fantastischen Rosengarten, das sie noch aus ihren Urlauben mit Mann Tobias, kennt, hat es Sandra angetan. Das alte Rosenhaus mit seinen wundervollen und außergewöhnlichen Rosen zieht Sandra magisch an und als es zum Verkauf steht, gibt sie ein Angebot ab und erhält den Zuschlag. So zieht sie nach Usedom und für die erste Zeit wird sie von ihrer treuen Freundin Ulrike begleitet.

In England hofft der Rosenexperte Julian darauf, den Zuschlag für das Rosenhaus zu erhalten. Er teilt Sandras Faszination für Rosen, aber sein Interesse an dem alten Häuschen geht auch auf seine familiären Wurzeln zurück. Denn einst lebte Julians Familie auf Usedom. Ihr gehörte das Rosenhaus aber auch das zugehörige Gut. Als Julian den Zuschlag nicht erhält, ist er zunächst enttäuscht. Dann aber sucht Sandra nach einem Rosenexperten, der ihr im verwilderten Garten des Häuschens helfen soll und  Julian ergreift seine Chance.

„Ein Sommer im Rosenhaus“ ist nicht nur die Geschichte von Sandra und Julian, sondern auch die Entdeckung einer gemeinsamen großen Leidenschaft und eines bis dahin wohl gut gehüteten Familiengeheimnisses.

Dieses Buch ist eine wunderbare Geschichte über die Liebe zu Rosen und damit auch zur Natur. Mit wachsender Begeisterung darf der Leser teilhaben an Sandras Liebe zu den Rosen, die ihr in die Wiege gelegt wurde. Sie kümmert sich so liebevoll um die verschiedenen Sorten der Königin der Blumen, dass man als Leser einfach Freude mit ihr empfinden muss über jede positive Entwicklung des Gartens, über jedes gerettete Pflänzchen und über den fantastischen Duft dieser Blumen.

Hier darf eine Wohlfühlgeschichte inhaliert werden, bei der man über Rosen sicherlich vieles erfahren wird, was man vorher noch nicht wusste. Eine perfekte Geschickte für unterhaltsame Lesestunden.  

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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thriller, berlin, david gross, brandstiftung, martin krist

Brandstifter

Martin Krist
Flexibler Einband: 473 Seiten
Erschienen bei Independently published, 19.02.2017
ISBN 9781520648682
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Valentina findet ihren Mann brutal ermordet in seinem Arbeitszimmer. Sie kann sich das nicht erklären. Ihre heile Welt bricht zusammen und das von Tag und Tag ein Stück mehr. Jetzt gilt es für die beiden Kinder da zu sein und wieder ins Leben zurück zu finden.

Luka hat finanzielle Sorgen und lässt sich viel zu schnell dazu verleiten eine Straftat zu begehen. Dabei müsste er sich um seine kleine Familie kümmern und hat seiner Frau fest versprochen, dass alles besser werden wird. Er will eine Arbeit suchen und der Familie ein neues Heim suchen. Aber er kann nicht aus seiner Haut…

David Gross, Privatdetektiv, hat es selbst nicht leicht, denn seine Frau ist verschwunden, sein Sohn sitzt im Rollstuhl und macht Probleme. Aber er muss Geld verdienen und sich um seinen Auftrag kümmern. Ein junger Wissenschaftler wird von seiner Familie als vermisst gemeldet und Gross soll ihn finden.

Hier gibt es viele Handlungsstränge, von denen der Leser nicht weiß, wie sie zusammenhängen und ob sie zeitgleich spielen oder zeitversetzt. Das ist genau das, was ich als Leserin von Büchern des Autors Marcel Krist erwarte. Er versteht es perfekt hier durch häufige, schnelle Szenenwechsel und scheinbar nicht zusammen passende Handlungen, Spannung zu erzeugen, die mich fasziniert und dazu führt, dass das Buch nicht aus der Hand gelegt werden kann.

Schön ist, dass dieses Buch für Leser von Martin Krist Verbindungen zu vorangegangenen Büchern liefert, die aber für Neueinsteiger kein Problem bedeuten, da sie gar nicht unbedingt auffallen oder zumindest nicht relevant sind für die aktuellen Ereignisse. Dennoch ist es sicher interessant David Gross als Ermittler von Anfang an zu begleiten.

„Brandstifter“ ist ein intensiver Thriller, der keinen Raum für andere Dinge nebenher lässt und ein Ende bietet, das genügend Raum für Spekulationen bietet.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

provence, friseurin, 2017, mord, südfrankreich

Rosalie und der Duft der Provence

Julie Lescault
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.02.2017
ISBN 9783442485321
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Friseurin Rosalie kehrt notgedrungen in ihre Heimat, das kleine Städtchen Vassols in der Provence, zurück. Eigentlich hatte sie sich geschworen dorthin nicht mehr zurück zu kommen, doch eine Erbschaft und ihre finanzielle Lage zwingen sie dazu und so muss sie sich vor Ort notgedrungen ein neues Leben einrichten und sich ihrer Vergangenheit und dem alten Familienstreit mit Vater und Brüdern stellen.

Zum Glück trifft Rosalie vor Ort auf Vincent, einen zurückhaltenden Apotheker, den sie noch aus Kindertagen kennt. Auch er ist erst vor kurzem in die alte Heimat zurück gekommen und richtet sich dort seine Apotheke und seinen neuen Lebensmittelpunkt ein.

Beide machen auch Bekanntschaft mit dem neu im Ort lebenden Gemüsehändler Rachid und seiner Familie. Rachid ist ein netter Kerl, als Ausländer aber immer auch Anfeindungen aus der Bevölkerung ausgesetzt.

So beginnt die Geschichte rund um Rosalie erst recht beschaulich, gemütlich und einladend als perfekte Wohlfühlgeschichte. Doch dann geschieht ein Mord, Rechtsradikale machen den Ort unsicher und das beschauliche Vassols wird zum Schauplatz unangenehmer Ereignisse.

Rosalie kann nicht anders: Sie muss hier ermitteln und das erst recht, als ihr Bruder auftaucht, der als Commissaire zwar große Reden schwingt, aber scheinbar kein allzu großes Interesse an der Aufklärung der Ereignisse zu haben scheint.

Julie Lescaut hat mich mit diesem ersten Band rund um die Friseurin Rosalie überzeugt. Ihre Protagonistin ist eigenwillig, aber überaus sympathisch und passt perfekt in die so schön beschriebene Landschaft der Provence, in die man sich beim Genuss der Geschichte gleich aufmachen möchte.

Dieses Buch ist nicht in erster Linie ein Krimi, sondern auch Familiengeschichte, Liebesgeschichte, Wohlfühlgeschichte und schöne Unterhaltung. Und die Mischung ist hier einfach perfekt gelungen. Ein Genuss in jeder Hinsicht.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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84 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

tod, roman, verlust, krankheit, liebe

In jedem Augenblick unseres Lebens

Tom Malmquist , Gisela Kosubek
Fester Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608983128
Genre: Romane

Rezension:

Karin, die hochschwangere Freundin von Tom, landet mit grippeähnlichen Symptomen im Krankenhaus. Die Grippe entpuppt sich jedoch als akute Leukämie, der Zustand von Karin als äußerst kritisch. Schließlich entschließen sich die Ärzte das Kind zu holen. Livia, die gemeinsame Tochter von Tom und Karin, kommt auf die Frühchen Station, für Karin geht der Kampf ums Überleben weiter. Tagelang pendelt Tom in der Klinik zwischen Frau und Kind hin und her. Am Ende verlässt er die Klinik nur mit seiner Tochter. Nun beginnen für ihn neue Probleme. Der Alltag hat ihn wieder, aber auch Steine werden ihm in den Weg gelegt, denn ohne Trauschein ist er offiziell noch lange nicht der Vater des Kindes.

Diese Geschichte des Autors Tom Malmquist trifft den Leser mit enormer Wucht. Das ist wohl vor allem dem Schreibstil des Autors zuzuschreiben, denn hier wird nichts ausgeschmückt und verschönert, sondern einfach unverblümt so geschildert, wie der Protagonist die jeweilige Situation erlebt. Hier merkt man sehr deutlich wie ein Mensch sich in einer solch schrecklichen Lebenssituation fühlt. Es ist als wäre man in einer dunklen Wolke unterwegs und würde einfach nur noch funktionieren, weil es weitergehen muss, obwohl man nicht weiß wie es weitergehen soll und überhaupt weitergehen kann. Tom macht deutlich, dass man in einer solchen Ausnahmesituation eben mehr einer Maschine als einem menschlichen Wesen gleicht. Vermutlich kann man das als Leser nur dann richtig interpretieren, wenn man selbst einmal eine ähnliche Situation erlebt hat. Ansonsten kann es leicht geschehen, dass man hier denkt was soll das? Oder wie wenig Gefühl hat dieser Mann eigentlich?

Dieses Buch ist sehr authentisch. Es ist keine leichte Kost und es macht auch etwas schwermütig. Dennoch zeigt es, dass es Menschen gelingen kann auch nach dem Tod eines geliebten Menschen ins Leben zurückzufinden.

Der Autor lässt den Leser in Rückblicken auch teilhaben an Karins und Toms Vergangenheit und ihren Beziehungen zu Eltern und Familie. Auch hier bleibt der Blick gleich. Aus heutiger Sicht wird alles, jeder Augenblick des Lebens, ohne große Emotion betrachtet und beschrieben. Das wirkt abgeklärt, hat aber seinen Ursprung wohl in der eigenen Gefühlswelt des frischgebackenen Vaters, der gerade den Tod seiner langjährigen Freundin verarbeiten muss.

„In jedem Augenblick unseres Lebens“ ist ein Roman über ein schlimmes Erlebnis und eine Lektüre, die den Leser bewegt, auch dann, wenn er vielleicht nicht nachvollziehen kann wie sich Tom gerade wirklich fühlt.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

roman, italien, geheimnisse, backen, cebeni

Die Zitronenschwestern

Valentina Cebeni , Sylvia Spatz , Brigitte Lindecke
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.03.2017
ISBN 9783328100409
Genre: Romane

Rezension:

Ellettras Mutter Edda liegt im Koma und es sieht nicht gut aus. Elletra selbst steht vor der Pleite der Bäckerei, die sie von der Mutter übernommen hat. Nun muss sich in ihrem Leben etwas ändern. Da läuft ihr in der Klinik eine blinde ältere Dame namens Eva im Rollstuhl über den Weg. Sie erklärt eine Freundin von Edda zu sein und rät Ellettra zu einer Reise zum Kloster Santa Elisabetta auf der Isola del Titano. Selbstgebackene Anisbrötchen sollen Elettra dorthin begleiten. Gesagt, getan. Elettra begibt sich frohen Mutes auf diese Reise, wohl auch in der Hoffnung dort vielleicht etwas über ihren Vater herauszufinden, von dem sie nie etwas in Erfahrung gebracht hat.

Auf der Insel angekommen darf Elettra schon bald im ehemaligen Kloster wohnen. Das hat die ungefähr gleichaltrige Lea vor einigen Jahren käuflich erworben und es bietet ihr und auch den Mitbewohnerinnen Nicole und Dominique Schutz vor den Anfeindungen der übrigen Inselbewohner. Lea wird für Elletra so etwas wie eine Freundin.

Das Leben und die Menschen auf der Isola del Titano sind sonderbar und Elettra fällt es schwer mit den Menschen tatsächlich warm zu werden. Doch die Suche nach ihren eigenen Wurzeln hält sie dort. Selbst bei Lea hat sie manchmal das Gefühl, dass diese etwas vor ihr verheimlicht.

In dieser Geschichte spürt der Leser die Schönheit dieser Insel, der Isola del Titano, lernt aber auch schnell ihre rauen Seiten kennen. Der Duft von Kräutern, Anis und Zitronen dringt durch und lässt Sommergefühle aufkommen, Und dennoch baut sich da eine gewisse Distanz auf. Zu geheimnisvoll sind die Menschen und auch Elettra und ihr Handeln sind nicht immer ganz nachvollziehbar. Oft verliert sie sich in nicht nachvollziehbaren Empfindungen und Gedanken. So fällt es manchmal schwer sie zu verstehen.

 „Die Zitronenschwestern“ ist eine unterhaltsame Sommerlektüre über eine Frau, die an einem Wendepunkt ihres Lebens steht und auf der Suche nach Geheimnissen ihrer Mutter und ihrer Familie ihre eigenen Wünsche und Träume wieder entdeckt.  

Übrigens fließen in das Buch diverse Rezepte ein, die Eddas Backkunst unterstreichen und den Leser sicherlich dazu animieren so manches Rezept einmal selbst auszuprobieren. Delizioso!

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

fürchte die nacht, jugendthriller, claudie puhlfürst, thriller

Fürchte die Nacht

Claudia Puhlfürst
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 16.02.2017
ISBN 9783649671275
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lena und Anne sind Freundinnen. Gemeinsam mit ihrer Klasse geht es für die zwei Mädchen auf eine Klassenfahrt. Diese führt sie in ein Landschulheim wo es praktisch außer Wald in der umliegenden Gegend nichts gibt. Was liegt da näher als ein gemeinsamer Ausflug bei Nacht in den Wald? Eine Art Mutprobe für die jungen Leute. Leider nur wird in der ersten Nacht Anne von einem vermummten Täter angegriffen und gewürgt. Zum Glück geschieht ihr nichts Schlimmeres. Doch ohne aus diesem Ereignis Konsequenzen zu ziehen, begeben sich die jungen Leute auch in der zweiten Nacht in den Wald und dabei gibt es ein Opfer. Ein junges Mädchen wird erdrosselt aufgefunden. Die Klassenfahrt wird abgebrochen.
Sowohl Anna als auch Lena versuchen die Ereignisse zu verarbeiten. So unterschiedlich wie die Mädchen jedoch sind, geschieht dies auch auf sehr unterschiedliche Weise. Dabei spielen auch Ereignisse aus dem Leben der Mädchen eine große Rolle. So wirbelt dieser Fall für Lena das Verschwinden ihrer Mutter, welches einige Jahre zurückliegt, wieder auf.

„Fürchte die Nacht“ ist ein spannender Thriller für jugendliche Leser, der neben der eigentlichen kriminellen Handlung auch einen Blick auf die Probleme junger Menschen generell wirft. So wird die erste Liebe beleuchtet und auch ein Blick auf das Leben einer Clique mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten geworfen.

Anna und Lena kommen nicht zur Ruhe. Sie ermitteln auf eigene Faust. Es kommt zu weiteren Vorfällen und dann zur für mich wirklich sehr überraschenden Aufklärung des Falles. Damit war nicht zu rechnen und das Ende lässt mich auch irgendwie etwas unbefriedigt zurück. Aber mehr kann dazu nicht verraten werden.

„Fürchte die Nacht“ birgt Spannung und liest sich wirklich gut. Die Auflösung jedoch ist im Gegensatz zur eigentlichen Geschichte viel zu krass und kann deshalb nicht überzeugen.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

emma der kaktus und ich, kaktus, leserunde, wunschvorstellung, lustig

Emma, der Kaktus und ich

Christopher Lück
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.01.2017
ISBN 9783442484997
Genre: Liebesromane

Rezension:

Gerd Gerthner ist die Hauptperson in „Emma, der Kaktus und ich“. Mit ihm hat der Autor Christopher Lück einen Charakter geschaffen, der nichts auf die Reihe bekommt und eigentlich nur im eigenen Selbstmitleid versinkt. Er hat sein Leben nicht im Griff und sucht nach der Frau seines Lebens. Als er diese scheinbar gefunden hat, scheitert er in seinem Leben erneut und steht nun kurz davor Selbstmord zu begehen. Das sind der Beginn dieses Romans und auch „fast“ sein Ende. Dazwischen stehen einige Seiten und Anekdoten über diesen verrückten Gerd und seine Versuche mit dem Leben klar zu kommen.

Mich konnte dieser Roman nicht wirklich fesseln. Er ist für mich einfach zu abgedreht und unrealistisch. Das Handeln Gerd Gerthners ist fast nie nachvollziehbar und kann so auch nicht unterhaltsam sein. Die Geschichte ist zu schräg um noch komisch zu wirken.

Den Kaktus könnte man hier vielleicht als symbolisch bezeichnen. Er ist irgendwie ein wenig Gerd, kommt allerdings besser im Leben klar als sein Besitzer.

Cover und Klappentext sind nicht gerade passend für die Geschichte gewählt. Unter einer turbulenten Beziehungskomödie würde ich mir etwas völlig anderes vorstellen als dieses andauernde Gejammer eines Mannes. Und die Beziehung zwischen Emma und Gerd bildet zwar den Rahmen dieses Romans, in seiner Mitte aber geht es um viele andere Dinge in Gerds Leben, vor allem um seine Erfahrungen mit Frauen und das erste Mal.

Dieses Buch ist wohl etwas für Menschen mit schrägem Humor.

Copyright © 2017 by Iris Gasper

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117 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

thriller, norwegen, oslo, mord, alkohol

Federgrab

Samuel Bjørk , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.10.2016
ISBN 9783442205257
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein junges Mädchen wird tot im Wald aufgefunden. Sie ist auf Vogelfedern gebettet, Kerzen umgeben sie und sie trägt eine weiße Blume im Mund. Es stellt sich heraus, dass sie zuletzt in einem Heim für Jugendliche in der Nähe von Oslo gelebt hat, dort schon als vermisst galt, die Vermisstenanzeige jedoch zurückgezogen wurde. Das Mädchen ist sehr abgemagert und in ihrem Magen findet man Reste von Nahrung, die normalerweise nicht dazu geeignet ist von Menschen verzehrt zu werden.

An die Ermittlungen begeben sich, wie schon im ersten Roman des Autors, Holger Munch und sein Team. Mit dabei auch Mia Krüger und der junge Softwarespezialist Gabriel Mørk, den Munch für den letzten Fall erst ins Team geholt hat. Mia gelingt es wieder einmal Dinge zu erahnen an die die Anderen noch gar nicht denken. Doch diesmal liefert auch Gabriel einige Ermittlungsansätze, denn er wird von einem ehemaligen Hackerkollegen kontaktiert, der im Darknet über seltsames Videomaterial gestoßen ist.

Die Ermittlungen verlaufen etwas schleppend, was auch damit zu tun hat, dass in dieser Geschichte die Ermittler selbst noch weiter in den Mittelpunkt rücken als schon im ersten Teil der Reihe. So werden Munchs private Probleme aufgezeigt und ein Blick in sein innerstes Seelenleben geworfen. Auch Mia wird näher beleuchtet. Sie ist nach wie vor mit vielen Problemen behaftet und kommt ohne Tabletten und Alkohol nicht über die Runden. Man muss sich fragen, ob sie je wieder ins Leben zurückfinden wird.

Doch dann nimmt die Handlung mehr und mehr Fahrt auf und die Spannung wird größer. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber auch hier spielt Munchs Familie wieder eine Rolle.

Mit „Federgrab“ legt der Autor Samuel Bjørk eine spannende Geschichte vor, die nicht so spannungsgeladen ist, wie der erste Band der Reihe, aber dennoch zu überzeugen versteht. Und das Ende der Geschichte dürfte dazu beitragen, dass die Ermittler sich noch einmal mehr mit ihrem Leben und sich selbst auseinandersetzen müssen und werden. Wie sie das verändern wird, hoffe ich in einem dritten Band des Autors lesen zu dürfen. Das dürfte dann gerne aber weitaus weniger Raum in der Geschichte einnehmen, damit der eigentliche Fall wieder etwas mehr Raum bekommt.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

meer, italien, rom, sehenswürdigkeiten, donrosario

Signora Pia und das Lächeln des Meeres

Roberta Gregorio
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.07.2016
ISBN 9783404173785
Genre: Romane

Rezension:

Mit dem Auszug der jüngsten Tochter könnte Pia endlich Zeit für sich selbst haben und die Zweisamkeit mit ihrem Mann Pasquale genießen. Doch als der Schwiegervater plötzlich und unverhofft stirbt zieht Mamma Sandrina, die Schwiegermutter, bei Pia und Pasquale ein. Pia ist entsetzt und am Ende, denn auch wenn ihr Familie wichtig ist, so geht das doch nun wirklich zu weit. Und so kommt es, dass sie die Gelegenheit nutzt einmal fort von zu Hause und aus dem beschaulichen Örtchen Camerota heraus zu kommen.

Pia landet eher zufällig in Rom, doch dort bieten sich ihr einmalige Möglichkeiten und sie erlebt diese Stadt mit einer neuen Bekanntschaft auf eine ganz besondere Weise. Man merkt deutlich wie Pia in dieser Zeit über viele Dinge nachdenkt, von Unsicherheiten geplagt wird und doch auch zu sich selbst zurückfindet.

Der Autorin Roberta Gregorio ist es gelungen eine schöne italienische Familiengeschichte zu schreiben. In ihrem Roman beschreibt sie sowohl das Leben auf dem Lande, den dortigen Bezug der Menschen zur Kirche, das Leben in der Stadt und die italienischen Familienbande und präsentiert damit einen perfekten unterhaltsamen Roman.

Manche Passagen mögen vielleicht etwas überzogen dargestellt sein, aber das tut dem gesamten Lesevergnügen keinen Abbruch. Signora Pia und das Lächeln des Meeres ist ein Buch für jeden Italienliebhaber und den, der es vielleicht noch werden möchte.

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

usa, maine, krimi, winter, mord

Das Kind im Wald

Sarah Graves , Christiane Winkler
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 11.10.2016
ISBN 9783453358720
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lizzie Snow hat nur noch eine einzige Verwandte und zwar ihre vor Jahren verschwundene Nichte Nicolette. Da wundert es nicht, dass sie sich bei passender Gelegenheit von Boston nach Bearkill in die Provinz versetzen lässt, nachdem man dort angeblich Nicolette gesehen hat. Aber die Suche nach ihrer Nichte ist schließlich eine Privatsache und Lizzie hat vor Ort noch ganz andere Ermittlungen vor sich. In der Gegend wurden mehrere Polizisten tot aufgefunden und auch, wenn man denken könnte diese hätten Selbstmord begangen, so scheint das nicht der Fall zu sein.

„Das Kind im Wald“ ist der erste Fall für Lizzie Snow und damit der Beginn einer Reihe. Die Geschichte braucht etwas ehe sie in Fahrt kommt, denn die Autorin Sarah Graves bringt dem Leser auf den ersten Seiten des Buches erst einmal ihre Charaktere näher und schildert langsam die Ereignisse, die in der Vergangenheit liegen. Dann erst baut sich größere Spannung auf und es geht dann Schlag auf Schlag. Hier hängt vieles zusammen, was vorher gar nicht zu erwarten war und das gefällt, auch wenn es insgesamt etwas zu viel des Guten war, was die Autorin hier in ihre Geschichte hineinpacken wollte.

Dennoch werde ich die Reihe weiterverfolgen und bin gespannt auf Lizzie Snow und ihre Entwicklung und Ermittlung im zweiten Fall. Hier gibt es noch genügend Luft nach oben.

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91 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

schokolade, würzburg, chocolaterie, geheimnis, roman

Novemberschokolade

Ulrike Sosnitza
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2016
ISBN 9783453359062
Genre: Romane

Rezension:

Lea Winter führt in Würzburg eine kleine Chocolaterie. Sie hat einen ausgeprägten Geruchssinn und liebt Schokolade über alles. Das ist kein Wunder, denn auch ihr schon früh verstorbener Vater war ein Fan dieser braunen Köstlichkeit und selbst ein bekannter Chocolatier. Leider aber ist Lea in Geschäftsdingen lange nicht so gut wie bei der Kreation ihrer Trüffel und Pralinen und so steht ihr kleines Geschäft kurz vor dem aus. Ihre Vermieterin kündigt ihr Wohnung und Ladenlokal und sie gerät immer mehr in die Krise. Trotz schlechtem Gewissen ihren Mitarbeiterinnen gegenüber, entschließt sich Lea dann zunächst für eine Schließung des Geschäfts. Dies tut sie aber auch nur, weil sie überraschend ihre Mutter wiederfindet und auch noch eine neue Beschäftigung in ihrem Metier. Doch das neue Familienglück währt nicht lange, denn ein Schatten liegt über der Vergangenheit von Leas Familie.

Diese Geschichte ist dank der schokoladigen Köstlichkeiten und der im Roman enthaltenen Liebesgeschichte sehr genussvoll. Dennoch konnte sie mich nicht vollständig überzeugen, denn Lea Winter blieb mir zu wechselhaft in ihren Entscheidungen und auch zu schnell entschlossen bei Dingen, über die man gerne etwas länger nachdenken sollte. Dabei bleibt vieles auf der Strecke. In der Handlung gibt es auch einige Sprünge, die mich etwas in meinem Lesefluss gestört haben.

So ist „Novemberschokolade“ ein kurzweiliger Lesegenuss über köstliche Pralinen und den Duft der Liebe, der mit Lea und ihrer Mutter Anne von zwei Personen geprägt wird, die in ihrem Handeln nicht überzeugen können.

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385 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 109 Rezensionen

frankreich, zweiter weltkrieg, schwestern, resistance, 2. weltkrieg

Die Nachtigall

Kristin Hannah , Karolina Fell
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 19.09.2016
ISBN 9783352008856
Genre: Romane

Rezension:

Kristin Hannahs Buch „Die Nachtigall“ beginnt in Oregon im Jahr 1995 mit einer alten Dame, die vor einem Umzug steht. Auf dem Dachboden sucht sie nach einem Koffer, den sie unbedingt mitnehmen möchte und der sie an weit zurückliegende Ereignisse erinnert.

Dann wechselt die Handlung und der Leser findet sich im August 1939 in Frankreich wieder.

Hier geht es um die Schwestern Vianne und Isabell, die früh ihre Mutter verloren haben und deren Vater sich danach nicht in der Lage sah, für die Kinder zu sorgen. So hat Vianne früh geheiratet und eine kleine Tochter bekommen, Isabell hat ihren Weg nicht wirklich gefunden, ist immer eine Rebellin gewesen und von einer Schule zur anderen gewandert.

Beide Schwestern werden durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges aus ihren bisherigen Leben herausgerissen. Für Vianne gilt es, nachdem ihr Mann als Soldat eingezogen wurde, den Lebensunterhalt als Lehrerin alleine sicherzustellen und sich immer schützend vor ihre Tochter zu stellen. Dabei hegt sie immer die Hoffnung, dass der Krieg vorübergehen und ihr Mann zurückkehren wird. Als ein deutscher Soldat in ihrem Haus einquartiert wird und die Nazis den kleinen Ort Carriveau immer mehr für sich in Anspruch nehmen, wird der Alltag mehr und mehr zum Problem. Isabell bleibt wie sie ist und schließt sich schnell Widerständlern an. Damit bringt sie zeitweise auch ihre Schwester in große Gefahr. Doch was sie leistet ist wirklich beachtlich.

In „Die Nachtigall“ schildert die Autorin sehr eindringlich den zweiten Weltkrieg aus Sicht der Franzosen und schafft es die Leserschaft trotz des ernsten Themas zu begeistern. Hier wird deutlich wie der Krieg Menschen verändert, sie aber auch stark machen kann. So lange zwischen vielem Bösen das Gute überleben und gedeihen kann, ist nichts verloren. So lange singt sie, die Nachtigall.

Die Geschichte regt zum Nachdenken an. Man fragt sich während der Lektüre mehr als einmal wie man selbst wohl mit der jeweiligen Situation umgegangen wäre. Wie viel Stärke steckt in einem selbst? Würde man sich selbst der Nächste sein oder helfen? Würde man alles opfern oder nur ein kleines Risiko eingehen? Wenn man kaum jemandem vertrauen kann und auf sich alleine gestellt ist, ist es schwierig den Alltag zu meistern. Vianne und Isabell aber gelingt das hier. Sie scheinen so verschieden und in Wahrheit sind sie sich doch sehr ähnlich und beide sind sie eben auch die Töchter ihres Vaters, der seine Geheimnisse gut zu verstecken weiß.

„Die Nachtigall“ ist eine absolute Leseempfehlung. Ein Roman über ein wichtiges Thema, das gerade in der heutigen Zeit wieder mehr beleuchtet werden sollte.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

amanda prowe

Bis die Flüsse aufwärts fließen

Amanda Prowse , Ulrike Brauns
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492309295
Genre: Liebesromane

Rezension:

In diesem Roman geht es um Jackie, eine Frau, die es nicht leicht hat in ihrem Leben. Sie hat jung geheiratet und ihre Träume vom großen Geld, schönen Reisen und einem bequemen Leben schnell begraben müssen. Sie ist fest in ihren Alltag eingebunden. Sie kümmert sich um ihren Mann, die beiden Kinder und die demente Mutter, die nach dem Tod des Vaters im Haushalt aufgenommen wurde. Damit ist Jackie auch schon rund um die Uhr beschäftigt. Für ihre eigenen Kinder wünscht Jackie sich ein anderes Leben und macht das auch oft genug sehr deutlich. Selbst verliert sie sich oft in Träumereien und denkt darüber nach, wie es wohl gewesen wäre, wenn sie einen anderen Lebensweg eingeschlagen hätte.

Die Handlung wechselt zwischen Jackies heutigem Leben und der Zeit vor 19 Jahren hin und her. So ist der Leser ganz hautnah an Jackie und ihrem scheinbar verpassten Leben und dem Leben, das sie heute hat, dran.

Die Geschichte verdeutlicht, dass das Leben oft lebenswert ist, auch wenn es nicht so scheint und dass Familie etwas Tolles ist. Sie bedeutet große Anstrengungen, verlorene Wünsche, Diskussionen und Probleme aber auch viele unbezahlbare Momente des Glücks. Dem Spruch auf dem Klappentext des Buches: „Glück ist, was man daraus macht“, kann ich nur zustimmen und Jackie beweist das hier.

Die Autorin Amanda Prowse beschreibt die einzelnen Personen dieser Familie sehr genau und lässt uns auf ihre Sonnen- und Schattenseiten blicken. So ist das Leben nun einmal. Nicht immer leicht, aber lebenswert. Jackies Geschichte hat mich begeistert und emotional sehr berührt.

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136 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

venedig, paris, liebe, philosophie, geheimnis

Das Café der kleinen Wunder

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag , 17.09.2016
ISBN 9783851793680
Genre: Romane

Rezension:

Nelly ist schon lange in ihren Philosophieprofessor verliebt. Dieser hält zwar große Stücke auf sie und ist überzeugt davon, dass Nelly ein großes Talent besitzt, aber Gefühle hegt er nicht für sie. Als sich herausstellt, dass der Professor Paris verlassen wird um mit seiner Kollegin und Geliebten nach Italien zu ziehen, bricht für Nelly eine Welt zusammen. Hätte sie das verhindern können?

Entgegen ihres üblichen Handelns kauft sich Nelly eine teure rote Handtasche und flüchtet sich in Erinnerungen an ihre geliebte, doch schon länger verstorbene Großmutter. In deren Unterlagen entdeckt sie ein altes Buch mit einer besonderen Widmung. Und dann macht Nelly sich auf nach Venedig um den Spuren ihrer Großmutter zu folgen. Kann es denn wirklich sein, dass diese ein Geheimnis hatte, was sie Nelly niemals verraten hat?

Viele der hier handelnden Personen dürften dem Leser gefallen. Da ist Nellys Cousine, die in Paris ein Café betreibt und immer ein offenes Ohr für Nellys Probleme hat, auch wenn sie selbst ganz anders gestrickt ist, da ist ein amerikanischer Student, der durch Europa tingelt und sich als Straßenmusiker bzw. Sänger etwas Geld verdient und da ist Valentino, ein in Nellys Augen viel zu gut aussehender junger Venezianer, der Nelly sein Venedig näher bringen will. Alle diese Personen sind auf ihre Art erfrischend besonders und man wird sie mögen.

„Das Café der kleinen Wunder“ wird durch alle diese Personen und Barreaus angenehmen Schreibstil zu einer wundervollen Unterhaltung für zwischendurch. Diese Geschichte, die in Paris und Venedig spielt, verzaubert den Leser, wirkt aber nicht unbedingt lange nach. Dafür ist Nelly zu konservativ gestrickt und die Handlung insgesamt zu vorhersehbar. Dennoch darf man dieses Buch in vollen Zügen genießen. Wer kann schon romantischen Gefühlen widerstehen und sich dem Zauber dieser beiden fantastischen Schauplätze, die Barreau wunderbar in seine Handlung integriert, entziehen?

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355 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

liebe, tod, roman, hamburg, kalender

Dein perfektes Jahr

Charlotte Lucas
Fester Einband: 575 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 09.09.2016
ISBN 9783431039610
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hannah ist eine sympathische und vor allen Dingen optimistisch ins Leben blickende junge Frau. Sie hat die Idee für die „Rasselbande“, ein außergewöhnliches Kinderbetreuungsangebot, gehabt und es gemeinsam mit ihrer Freundin umgesetzt. Nun hofft sie auf eine lebenslange gemeinsame Zeit mit ihrem Freund Simon. Doch es kommt anders, denn Simon macht ihr nicht den erhofften Heiratsantrag, sondern beendet die Beziehung wegen einer unheilbaren Erkrankung. Hannah ist am Boden zerstört, doch sie gibt nicht auf. Mit einem Kalender für ein ganzes Jahr will sie ihren Freund wieder motivieren nach vorne zu blicken, sich der Krankheit zu stellen und dem Leben jeden Tag etwas Positives abzugewinnen.

Jonathan N. Grief ist der Inhaber eines renommierten Verlages für gehobene Literatur. Zu tun hat er nicht viel, denn um die Geschäfte kümmert sich sein Geschäftsführer. Jonathan verbringt seine Zeit mit regelmäßig wiederkehrenden Aktivitäten, gesundem Essen und Feststellungen über die Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen. Ihn dürfte man eher als langweiligen, vielleicht sogar pessimistisch eingestellten Charakter empfinden. Doch dann findet Jonathan an seinem Fahrrad einen Kalender mit Aktivitäten für ein ganzes Jahr. Zunächst sucht er noch nach dem Besitzer des Kalenders, doch mehr und mehr findet er Gefallen daran, genau das zu tun, was der Kalender ihm vorschlägt und so verändert sich sein Alltag.

Die Idee eine Geschichte mit zwei sehr unterschiedlichen Charakteren zu starten, die sich dann im Verlauf der Handlung begegnen, ist sicher nicht neu, aber sie wird hier auf eine so harmonische und interessante Weise umgesetzt, dass man einfach begeistert sein muss. So sind die Kapitel mal aus der Sicht von Hannah und mal aus der Sicht von Jonathan geschildert und allesamt sehr abwechslungsreich. Wo Hannah etwas von ihrem Optimismus zu verlieren scheint, gewinnt Jonathan ihn hinzu.

„Dein perfektes Jahr“ ist ein Blick auf viele Facetten des Lebens, auf Trauer und Glück, auf Job und Arbeitslosigkeit, auf Krankheiten, Armut und Reichtum und auf Menschen, die veränderbar sind und sich auch stetig verändern, wenn sie es denn zulassen. Ein Buch für die perfekte Unterhaltung an jedem Tag des Jahres.

 

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

thriller, anders, psychothriller, anita terpstra, entführung

Anders

Anita Terpstra , Jörn Pinnow
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.08.2016
ISBN 9783734102578
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Für die niederländische Familie Meester ändert sich von heute auf morgen das ganze Leben, als der Sohn Sander im Alter von 11 Jahren auf einer Ferienfreizeit spurlos verschwindet. Während sein Freund Maarten tot aufgefunden wird, verliert sich Sanders Spur.

Sechs Jahre später meldet sich auf einer deutschen Polizeiwache ein junger Mann, der vorgibt Sander zu sein. Die Mutter Alma ist überglücklich, die Schwester Iris verwirrt und misstrauisch, aber alles deutet darauf hin, dass tatsächlich Sander zurückgekehrt ist. Fortan lebt er mit in der Familie, die sich seit seinem Verschwinden stark verändert hat. Alma und ihr Mann Linc haben sich getrennt, Iris ist ausgezogen, bleibt aber nun vorerst gemeinsam mit Mutter Alma und Sander im Elternhaus.

Alleine das mysteriöse Verschwinden Sanders und sein noch viel überraschenderes Wiederauftauchen schaffen es, den Leser von Anfang zu fesseln. Noch spannender wird die gesamte Atmosphäre durch Reaktionen der Nachbarschaft, alter Freunde und Bekannter der Familie auf die Rückkehr Sanders. So begeistert die Autorin Anita Terpstra hier mit ganz einfachen Mitteln ohne großes Blutvergießen.

Es wird schnell klar, dass hier jeder etwas zu verbergen hat oder etwas verdrängt. So hat Alma ihren Sander immer gegenüber der Tochter bevorzugt und tut es auch heute noch. So hat Iris immer schon Angst vor ihrem Bruder gehabt und daher Maßnahmen ergriffen über die sie nie mit ihrer Familie gesprochen hat. Und so hat Linc schon lange erkannt, dass hier etwas nicht stimmt. Und Sander? Er ist merkwürdig wie damals.

„Anders“ hat mich fesseln, faszinieren und begeistern können und mich auf ganzer Linie überzeugt. Diese Geschichte entfaltet eine einmalige Sogwirkung und offenbart Dinge, die zunächst kaum vorstellbar erscheinen. So ist die Auflösung schockierend und verständlich zugleich. Und auch wenn es kaum vorstellbar erscheint, so könnte diese Geschichte doch tatsächlich wahr sein.

Eine absolute Buchempfehlung!

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373 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 180 Rezensionen

thriller, psychothriller, entführung, hamburg, spannung

Die Wahrheit

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 29.08.2016
ISBN 9783442754922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sarah lebt mit ihrem achtjährigen Sohn Leo im Haus ihres vor sieben Jahren verschwundenen Ehemanns Philipp Petersen. Sie ist Lehrerin. Das große Vermögen ihres Mannes hat sie bisher nicht angerührt. Immer hat sie auf seine Rückkehr gehofft, nie verstanden wie es sein kann, dass ein Mensch auf eine Geschäftsreise geht und nicht zurückkommt und das, wo doch zwischen ihnen alles so perfekt war.

Nun steht Sarah kurz davor ihr Leben zu ändern. Eine neue Liebe zu einem Kollegen hat sich entwickelt und es scheint an der Zeit in ein neues Leben zu starten. Doch da erhält sie über das Auswärtige Amt die Nachricht, dass man ihren Mann gefunden hat und er nun nach langjähriger Gefangenschaft in die Heimat zurückkehren wird. Natürlich holt Sarah ihren Philipp am Flughafen ab, doch sie merkt sofort, dass hier etwas nicht stimmt. Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist ein Fremder. Sie ist verwirrt, reagiert verstört und vollkommen neben der Rolle. Ihre Versuche gegenüber den Beteiligten deutlich zu machen, dass dieser Mann ein Fremder ist, schlagen fehl.

Von diesem Mann im eigenen Haus fühlt Sarah sich fortan bedroht. Aufgrund seines Handelns jedoch erinnert sie sich auch wieder an Dinge aus ihrem Leben mit Philipp. Dinge, die zeigen, dass nicht alles so rosig war, wie es zunächst den Anschein hatte. Der Mann weiß viel, viel zu viel. Aber woher?

„Die Wahrheit“ ist der neue Roman der Autorin Melanie Rabe und eine Geschichte, die es in sich hat. Der Leser erhält hier abwechselnd aus der Sicht von Sarah und aus der Sicht des Fremden Informationen und ist hinsichtlich der Geschehnisse nicht weniger verwirrt als Sarah selbst. Mehr als einmal steht die Frage im Raum, ob Sarah Schuld auf sich geladen hat und dies nun gerächt werden soll. Aber das Was, das Wie und das Warum bleiben fraglich. Umso überraschender und auch überraschend realistisch kommen dann die Auflösung und die endgültige Wahrheit ans Licht. Für mich war das ein gelungenes Ende nach einer Geschichte voller Anspannung und Spannung.

Eine grandiose Lektüre, die man als Fan von Spannungsromanen gelesen haben sollte.

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133 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

berlin, psychothriller, schuld, thriller, unfall

Schuld bist du

Jutta Maria Herrmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.06.2016
ISBN 9783426518519
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Ende einer Geschäftsreise wird für Jakob Auerbach zum Beginn einer Katastrophe. Die Wohnung, in die er zurückkehrt, ist verwaist. Seine Lebensgefährtin Anna und die kleine gemeinsame Tochter Mia trifft er nicht an. An einem Fenster sieht er die Botschaft: „Schuld bist du“. Was hat das zu bedeuten? Jakob ist ratlos. Ist seine Freundin vielleicht schon ohne ihn umgezogen in das neue gemeinsame Familiendomizil und nun verärgert, weil er nicht da war und sie alles alleine regeln musste? Natürlich macht er sich auf die Suche nach Anna und Mia, doch diese Suche wird zum Horrortrip und bringt für Jakob nur langsam Licht ins Dunkel. Der Spruch „Schuld bist du“ wird ihn bei seiner Suche begleiten. Auch für den Leser ist Jakobs Reise eine interessante Erfahrung, die ihn nicht loslässt und die Spannung immer weiter steigert.

Parallel zu dieser ersten Handlung trifft der Leser in der Geschichte auch noch auf einen Mann im Krankenhausbett, der nicht ansprechbar ist. An seinem Bett sitzt eine Frau, die ihm eine Geschichte erzählt: Die Geschichte einer Frau, die ihre Tochter verlor.

Die beiden Handlungsstränge hängen natürlich zusammen, aber wie das bleibt das Geheimnis, das es im Verlauf des Buches zu lüften gilt. Der Autorin Jutta Maria Herrmann ist es hier perfekt gelungen ihre Leser im Dunkeln tappen zu lassen, ihnen Häppchen vorzusetzen und sie spekulieren zu lassen. Das macht Freude und steigert die Lust auf mehr. So mag man sich kaum von der Geschichte lösen.

In jedem Fall ist die Frage von Schuld ein Hauptthema des Buches und noch viel mehr die Frage wie Menschen mit einer Schuld umgehen, wie sie damit leben und wie ihr Umfeld damit umgeht.

Nach „Hotline“ ist auch „Schuld bis du“ ein Thriller, der mich überzeugen konnte und den ich jedem Fan von Psychothrillern weiterempfehlen möchte.

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8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

südafrika, kriminalhörbuch, gewalt, gier, brutale morde

Weinende Wasser

Karin Brynard , Dietmar Schmidt , Achim Buch , Michael Marianetti
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.06.2016
ISBN 9783785752319
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit ihrem Debüt „Weinende Wasser“ entführt uns die Autorin Karin Brynard nach Südafrika. Kommissar Beeslaar wurde gerade von Johannisburg in ein ländlicheres Gebiet versetzt. Dort hofft er mit sich selbst ins Reine zu kommen und einem ruhigeren Job nachgehen zu können. Doch nichts kommt so, wie er es erhofft.

Bereits seit einiger Zeit kommt es in der Gegend zu diversen Viehdiebstählen und Farmmorden. Und jetzt werden auch noch auf einer Farm eine alleinstehende Frau namens Freddie Swarts und deren Adoptivtochter ermordet. Beeslaar fragt sich zu Recht, ob es hier einen Zusammenhang zu den anderen Farmmorden gibt oder nicht.

Das Hörbuch wird gelesen von Achim Buch, dem es sehr gut gelingt die Atmosphäre Südafrikas einzufangen und die unterschiedlichen Personen für den Zuhörer ins richtige Licht zu rücken. Auch wenn man sich beim Hören mit den Namen und Begriffen und der damit einhergehenden Sprache Südafrikas etwas schwer tut, so schafft es Achim Buch doch, den Zuhörer in den Bann der Geschichte zu ziehen und sich auf das Leben auf den Farmen in Südafrika einzulassen. Es ist ein nicht einfaches Leben, überschattet von vielen Problemen. Dürre aufgrund von Wassermangel, Rassismus, Neid und politische Ränkespiele und Machtgehabe beherrschen den Alltag.

Beeslaar selbst muss sich in seiner neuen Position erst einmal beweisen und lernen mit neuen Vorgesetzten und Mitarbeitern umzugehen. Auch hier spielt die Thematik schwarz und/oder weiß eine Rolle. Außerdem muss sich Beeslaar immer wieder mit seiner Vergangenheit und einer verlorenen Liebe auseinandersetzen.

„Weinende Wasser“ ist ein gelungenes Debüt, ein Roman über das ländliche Leben in Südafrika, über die politischen und gesellschaftlichen Probleme und auch über die Gerissenheit mancher Menschen und deren Streben nach Macht und Geld ohne Rücksicht auf Verluste.

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