schlumeline

schlumelines Bibliothek

445 Bücher, 254 Rezensionen

Zu schlumelines Profil
Filtern nach
445 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

italien, rom, meer, donrosario, stronzo:-)

Signora Pia und das Lächeln des Meeres

Roberta Gregorio
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.07.2016
ISBN 9783404173785
Genre: Romane

Rezension:

Mit dem Auszug der jüngsten Tochter könnte Pia endlich Zeit für sich selbst haben und die Zweisamkeit mit ihrem Mann Pasquale genießen. Doch als der Schwiegervater plötzlich und unverhofft stirbt zieht Mamma Sandrina, die Schwiegermutter, bei Pia und Pasquale ein. Pia ist entsetzt und am Ende, denn auch wenn ihr Familie wichtig ist, so geht das doch nun wirklich zu weit. Und so kommt es, dass sie die Gelegenheit nutzt einmal fort von zu Hause und aus dem beschaulichen Örtchen Camerota heraus zu kommen.

Pia landet eher zufällig in Rom, doch dort bieten sich ihr einmalige Möglichkeiten und sie erlebt diese Stadt mit einer neuen Bekanntschaft auf eine ganz besondere Weise. Man merkt deutlich wie Pia in dieser Zeit über viele Dinge nachdenkt, von Unsicherheiten geplagt wird und doch auch zu sich selbst zurückfindet.

Der Autorin Roberta Gregorio ist es gelungen eine schöne italienische Familiengeschichte zu schreiben. In ihrem Roman beschreibt sie sowohl das Leben auf dem Lande, den dortigen Bezug der Menschen zur Kirche, das Leben in der Stadt und die italienischen Familienbande und präsentiert damit einen perfekten unterhaltsamen Roman.

Manche Passagen mögen vielleicht etwas überzogen dargestellt sein, aber das tut dem gesamten Lesevergnügen keinen Abbruch. Signora Pia und das Lächeln des Meeres ist ein Buch für jeden Italienliebhaber und den, der es vielleicht noch werden möchte.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

maine, winter, selbstmord, schneechaos, verdächtigungen

Das Kind im Wald

Sarah Graves , Christiane Winkler
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 11.10.2016
ISBN 9783453358720
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lizzie Snow hat nur noch eine einzige Verwandte und zwar ihre vor Jahren verschwundene Nichte Nicolette. Da wundert es nicht, dass sie sich bei passender Gelegenheit von Boston nach Bearkill in die Provinz versetzen lässt, nachdem man dort angeblich Nicolette gesehen hat. Aber die Suche nach ihrer Nichte ist schließlich eine Privatsache und Lizzie hat vor Ort noch ganz andere Ermittlungen vor sich. In der Gegend wurden mehrere Polizisten tot aufgefunden und auch, wenn man denken könnte diese hätten Selbstmord begangen, so scheint das nicht der Fall zu sein.

„Das Kind im Wald“ ist der erste Fall für Lizzie Snow und damit der Beginn einer Reihe. Die Geschichte braucht etwas ehe sie in Fahrt kommt, denn die Autorin Sarah Graves bringt dem Leser auf den ersten Seiten des Buches erst einmal ihre Charaktere näher und schildert langsam die Ereignisse, die in der Vergangenheit liegen. Dann erst baut sich größere Spannung auf und es geht dann Schlag auf Schlag. Hier hängt vieles zusammen, was vorher gar nicht zu erwarten war und das gefällt, auch wenn es insgesamt etwas zu viel des Guten war, was die Autorin hier in ihre Geschichte hineinpacken wollte.

Dennoch werde ich die Reihe weiterverfolgen und bin gespannt auf Lizzie Snow und ihre Entwicklung und Ermittlung im zweiten Fall. Hier gibt es noch genügend Luft nach oben.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(44)

73 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

schokolade, würzburg, chocolaterie, geheimnis, ulrike sosnitza

Novemberschokolade

Ulrike Sosnitza
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2016
ISBN 9783453359062
Genre: Romane

Rezension:

Lea Winter führt in Würzburg eine kleine Chocolaterie. Sie hat einen ausgeprägten Geruchssinn und liebt Schokolade über alles. Das ist kein Wunder, denn auch ihr schon früh verstorbener Vater war ein Fan dieser braunen Köstlichkeit und selbst ein bekannter Chocolatier. Leider aber ist Lea in Geschäftsdingen lange nicht so gut wie bei der Kreation ihrer Trüffel und Pralinen und so steht ihr kleines Geschäft kurz vor dem aus. Ihre Vermieterin kündigt ihr Wohnung und Ladenlokal und sie gerät immer mehr in die Krise. Trotz schlechtem Gewissen ihren Mitarbeiterinnen gegenüber, entschließt sich Lea dann zunächst für eine Schließung des Geschäfts. Dies tut sie aber auch nur, weil sie überraschend ihre Mutter wiederfindet und auch noch eine neue Beschäftigung in ihrem Metier. Doch das neue Familienglück währt nicht lange, denn ein Schatten liegt über der Vergangenheit von Leas Familie.

Diese Geschichte ist dank der schokoladigen Köstlichkeiten und der im Roman enthaltenen Liebesgeschichte sehr genussvoll. Dennoch konnte sie mich nicht vollständig überzeugen, denn Lea Winter blieb mir zu wechselhaft in ihren Entscheidungen und auch zu schnell entschlossen bei Dingen, über die man gerne etwas länger nachdenken sollte. Dabei bleibt vieles auf der Strecke. In der Handlung gibt es auch einige Sprünge, die mich etwas in meinem Lesefluss gestört haben.

So ist „Novemberschokolade“ ein kurzweiliger Lesegenuss über köstliche Pralinen und den Duft der Liebe, der mit Lea und ihrer Mutter Anne von zwei Personen geprägt wird, die in ihrem Handeln nicht überzeugen können.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(126)

294 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

frankreich, schwestern, resistance, zweiter weltkrieg, krieg

Die Nachtigall

Kristin Hannah , Karolina Fell
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 19.09.2016
ISBN 9783352008856
Genre: Romane

Rezension:

Kristin Hannahs Buch „Die Nachtigall“ beginnt in Oregon im Jahr 1995 mit einer alten Dame, die vor einem Umzug steht. Auf dem Dachboden sucht sie nach einem Koffer, den sie unbedingt mitnehmen möchte und der sie an weit zurückliegende Ereignisse erinnert.

Dann wechselt die Handlung und der Leser findet sich im August 1939 in Frankreich wieder.

Hier geht es um die Schwestern Vianne und Isabell, die früh ihre Mutter verloren haben und deren Vater sich danach nicht in der Lage sah, für die Kinder zu sorgen. So hat Vianne früh geheiratet und eine kleine Tochter bekommen, Isabell hat ihren Weg nicht wirklich gefunden, ist immer eine Rebellin gewesen und von einer Schule zur anderen gewandert.

Beide Schwestern werden durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges aus ihren bisherigen Leben herausgerissen. Für Vianne gilt es, nachdem ihr Mann als Soldat eingezogen wurde, den Lebensunterhalt als Lehrerin alleine sicherzustellen und sich immer schützend vor ihre Tochter zu stellen. Dabei hegt sie immer die Hoffnung, dass der Krieg vorübergehen und ihr Mann zurückkehren wird. Als ein deutscher Soldat in ihrem Haus einquartiert wird und die Nazis den kleinen Ort Carriveau immer mehr für sich in Anspruch nehmen, wird der Alltag mehr und mehr zum Problem. Isabell bleibt wie sie ist und schließt sich schnell Widerständlern an. Damit bringt sie zeitweise auch ihre Schwester in große Gefahr. Doch was sie leistet ist wirklich beachtlich.

In „Die Nachtigall“ schildert die Autorin sehr eindringlich den zweiten Weltkrieg aus Sicht der Franzosen und schafft es die Leserschaft trotz des ernsten Themas zu begeistern. Hier wird deutlich wie der Krieg Menschen verändert, sie aber auch stark machen kann. So lange zwischen vielem Bösen das Gute überleben und gedeihen kann, ist nichts verloren. So lange singt sie, die Nachtigall.

Die Geschichte regt zum Nachdenken an. Man fragt sich während der Lektüre mehr als einmal wie man selbst wohl mit der jeweiligen Situation umgegangen wäre. Wie viel Stärke steckt in einem selbst? Würde man sich selbst der Nächste sein oder helfen? Würde man alles opfern oder nur ein kleines Risiko eingehen? Wenn man kaum jemandem vertrauen kann und auf sich alleine gestellt ist, ist es schwierig den Alltag zu meistern. Vianne und Isabell aber gelingt das hier. Sie scheinen so verschieden und in Wahrheit sind sie sich doch sehr ähnlich und beide sind sie eben auch die Töchter ihres Vaters, der seine Geheimnisse gut zu verstecken weiß.

„Die Nachtigall“ ist eine absolute Leseempfehlung. Ein Roman über ein wichtiges Thema, das gerade in der heutigen Zeit wieder mehr beleuchtet werden sollte.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

amanda prowe

Bis die Flüsse aufwärts fließen

Amanda Prowse , Ulrike Brauns
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492309295
Genre: Liebesromane

Rezension:

In diesem Roman geht es um Jackie, eine Frau, die es nicht leicht hat in ihrem Leben. Sie hat jung geheiratet und ihre Träume vom großen Geld, schönen Reisen und einem bequemen Leben schnell begraben müssen. Sie ist fest in ihren Alltag eingebunden. Sie kümmert sich um ihren Mann, die beiden Kinder und die demente Mutter, die nach dem Tod des Vaters im Haushalt aufgenommen wurde. Damit ist Jackie auch schon rund um die Uhr beschäftigt. Für ihre eigenen Kinder wünscht Jackie sich ein anderes Leben und macht das auch oft genug sehr deutlich. Selbst verliert sie sich oft in Träumereien und denkt darüber nach, wie es wohl gewesen wäre, wenn sie einen anderen Lebensweg eingeschlagen hätte.

Die Handlung wechselt zwischen Jackies heutigem Leben und der Zeit vor 19 Jahren hin und her. So ist der Leser ganz hautnah an Jackie und ihrem scheinbar verpassten Leben und dem Leben, das sie heute hat, dran.

Die Geschichte verdeutlicht, dass das Leben oft lebenswert ist, auch wenn es nicht so scheint und dass Familie etwas Tolles ist. Sie bedeutet große Anstrengungen, verlorene Wünsche, Diskussionen und Probleme aber auch viele unbezahlbare Momente des Glücks. Dem Spruch auf dem Klappentext des Buches: „Glück ist, was man daraus macht“, kann ich nur zustimmen und Jackie beweist das hier.

Die Autorin Amanda Prowse beschreibt die einzelnen Personen dieser Familie sehr genau und lässt uns auf ihre Sonnen- und Schattenseiten blicken. So ist das Leben nun einmal. Nicht immer leicht, aber lebenswert. Jackies Geschichte hat mich begeistert und emotional sehr berührt.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(49)

110 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

venedig, paris, liebe, philosophie, geheimnis

Das Café der kleinen Wunder

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Fester Einband: 357 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag, 17.09.2016
ISBN 9783851793680
Genre: Romane

Rezension:

Nelly ist schon lange in ihren Philosophieprofessor verliebt. Dieser hält zwar große Stücke auf sie und ist überzeugt davon, dass Nelly ein großes Talent besitzt, aber Gefühle hegt er nicht für sie. Als sich herausstellt, dass der Professor Paris verlassen wird um mit seiner Kollegin und Geliebten nach Italien zu ziehen, bricht für Nelly eine Welt zusammen. Hätte sie das verhindern können?

Entgegen ihres üblichen Handelns kauft sich Nelly eine teure rote Handtasche und flüchtet sich in Erinnerungen an ihre geliebte, doch schon länger verstorbene Großmutter. In deren Unterlagen entdeckt sie ein altes Buch mit einer besonderen Widmung. Und dann macht Nelly sich auf nach Venedig um den Spuren ihrer Großmutter zu folgen. Kann es denn wirklich sein, dass diese ein Geheimnis hatte, was sie Nelly niemals verraten hat?

Viele der hier handelnden Personen dürften dem Leser gefallen. Da ist Nellys Cousine, die in Paris ein Café betreibt und immer ein offenes Ohr für Nellys Probleme hat, auch wenn sie selbst ganz anders gestrickt ist, da ist ein amerikanischer Student, der durch Europa tingelt und sich als Straßenmusiker bzw. Sänger etwas Geld verdient und da ist Valentino, ein in Nellys Augen viel zu gut aussehender junger Venezianer, der Nelly sein Venedig näher bringen will. Alle diese Personen sind auf ihre Art erfrischend besonders und man wird sie mögen.

„Das Café der kleinen Wunder“ wird durch alle diese Personen und Barreaus angenehmen Schreibstil zu einer wundervollen Unterhaltung für zwischendurch. Diese Geschichte, die in Paris und Venedig spielt, verzaubert den Leser, wirkt aber nicht unbedingt lange nach. Dafür ist Nelly zu konservativ gestrickt und die Handlung insgesamt zu vorhersehbar. Dennoch darf man dieses Buch in vollen Zügen genießen. Wer kann schon romantischen Gefühlen widerstehen und sich dem Zauber dieser beiden fantastischen Schauplätze, die Barreau wunderbar in seine Handlung integriert, entziehen?

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(112)

234 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

liebe, tod, roman, sinn des lebens, charlotte lucas

Dein perfektes Jahr

Charlotte Lucas
Fester Einband: 575 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 09.09.2016
ISBN 9783431039610
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hannah ist eine sympathische und vor allen Dingen optimistisch ins Leben blickende junge Frau. Sie hat die Idee für die „Rasselbande“, ein außergewöhnliches Kinderbetreuungsangebot, gehabt und es gemeinsam mit ihrer Freundin umgesetzt. Nun hofft sie auf eine lebenslange gemeinsame Zeit mit ihrem Freund Simon. Doch es kommt anders, denn Simon macht ihr nicht den erhofften Heiratsantrag, sondern beendet die Beziehung wegen einer unheilbaren Erkrankung. Hannah ist am Boden zerstört, doch sie gibt nicht auf. Mit einem Kalender für ein ganzes Jahr will sie ihren Freund wieder motivieren nach vorne zu blicken, sich der Krankheit zu stellen und dem Leben jeden Tag etwas Positives abzugewinnen.

Jonathan N. Grief ist der Inhaber eines renommierten Verlages für gehobene Literatur. Zu tun hat er nicht viel, denn um die Geschäfte kümmert sich sein Geschäftsführer. Jonathan verbringt seine Zeit mit regelmäßig wiederkehrenden Aktivitäten, gesundem Essen und Feststellungen über die Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen. Ihn dürfte man eher als langweiligen, vielleicht sogar pessimistisch eingestellten Charakter empfinden. Doch dann findet Jonathan an seinem Fahrrad einen Kalender mit Aktivitäten für ein ganzes Jahr. Zunächst sucht er noch nach dem Besitzer des Kalenders, doch mehr und mehr findet er Gefallen daran, genau das zu tun, was der Kalender ihm vorschlägt und so verändert sich sein Alltag.

Die Idee eine Geschichte mit zwei sehr unterschiedlichen Charakteren zu starten, die sich dann im Verlauf der Handlung begegnen, ist sicher nicht neu, aber sie wird hier auf eine so harmonische und interessante Weise umgesetzt, dass man einfach begeistert sein muss. So sind die Kapitel mal aus der Sicht von Hannah und mal aus der Sicht von Jonathan geschildert und allesamt sehr abwechslungsreich. Wo Hannah etwas von ihrem Optimismus zu verlieren scheint, gewinnt Jonathan ihn hinzu.

„Dein perfektes Jahr“ ist ein Blick auf viele Facetten des Lebens, auf Trauer und Glück, auf Job und Arbeitslosigkeit, auf Krankheiten, Armut und Reichtum und auf Menschen, die veränderbar sind und sich auch stetig verändern, wenn sie es denn zulassen. Ein Buch für die perfekte Unterhaltung an jedem Tag des Jahres.

 

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(28)

62 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, anders, psychothriller, anita terpstra, entführung

Anders

Anita Terpstra , Jörn Pinnow
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.08.2016
ISBN 9783734102578
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Für die niederländische Familie Meester ändert sich von heute auf morgen das ganze Leben, als der Sohn Sander im Alter von 11 Jahren auf einer Ferienfreizeit spurlos verschwindet. Während sein Freund Maarten tot aufgefunden wird, verliert sich Sanders Spur.

Sechs Jahre später meldet sich auf einer deutschen Polizeiwache ein junger Mann, der vorgibt Sander zu sein. Die Mutter Alma ist überglücklich, die Schwester Iris verwirrt und misstrauisch, aber alles deutet darauf hin, dass tatsächlich Sander zurückgekehrt ist. Fortan lebt er mit in der Familie, die sich seit seinem Verschwinden stark verändert hat. Alma und ihr Mann Linc haben sich getrennt, Iris ist ausgezogen, bleibt aber nun vorerst gemeinsam mit Mutter Alma und Sander im Elternhaus.

Alleine das mysteriöse Verschwinden Sanders und sein noch viel überraschenderes Wiederauftauchen schaffen es, den Leser von Anfang zu fesseln. Noch spannender wird die gesamte Atmosphäre durch Reaktionen der Nachbarschaft, alter Freunde und Bekannter der Familie auf die Rückkehr Sanders. So begeistert die Autorin Anita Terpstra hier mit ganz einfachen Mitteln ohne großes Blutvergießen.

Es wird schnell klar, dass hier jeder etwas zu verbergen hat oder etwas verdrängt. So hat Alma ihren Sander immer gegenüber der Tochter bevorzugt und tut es auch heute noch. So hat Iris immer schon Angst vor ihrem Bruder gehabt und daher Maßnahmen ergriffen über die sie nie mit ihrer Familie gesprochen hat. Und so hat Linc schon lange erkannt, dass hier etwas nicht stimmt. Und Sander? Er ist merkwürdig wie damals.

„Anders“ hat mich fesseln, faszinieren und begeistern können und mich auf ganzer Linie überzeugt. Diese Geschichte entfaltet eine einmalige Sogwirkung und offenbart Dinge, die zunächst kaum vorstellbar erscheinen. So ist die Auflösung schockierend und verständlich zugleich. Und auch wenn es kaum vorstellbar erscheint, so könnte diese Geschichte doch tatsächlich wahr sein.

Eine absolute Buchempfehlung!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(195)

305 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 156 Rezensionen

thriller, psychothriller, hamburg, melanie raabe, entführung

Die Wahrheit

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 29.08.2016
ISBN 9783442754922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sarah lebt mit ihrem achtjährigen Sohn Leo im Haus ihres vor sieben Jahren verschwundenen Ehemanns Philipp Petersen. Sie ist Lehrerin. Das große Vermögen ihres Mannes hat sie bisher nicht angerührt. Immer hat sie auf seine Rückkehr gehofft, nie verstanden wie es sein kann, dass ein Mensch auf eine Geschäftsreise geht und nicht zurückkommt und das, wo doch zwischen ihnen alles so perfekt war.

Nun steht Sarah kurz davor ihr Leben zu ändern. Eine neue Liebe zu einem Kollegen hat sich entwickelt und es scheint an der Zeit in ein neues Leben zu starten. Doch da erhält sie über das Auswärtige Amt die Nachricht, dass man ihren Mann gefunden hat und er nun nach langjähriger Gefangenschaft in die Heimat zurückkehren wird. Natürlich holt Sarah ihren Philipp am Flughafen ab, doch sie merkt sofort, dass hier etwas nicht stimmt. Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist ein Fremder. Sie ist verwirrt, reagiert verstört und vollkommen neben der Rolle. Ihre Versuche gegenüber den Beteiligten deutlich zu machen, dass dieser Mann ein Fremder ist, schlagen fehl.

Von diesem Mann im eigenen Haus fühlt Sarah sich fortan bedroht. Aufgrund seines Handelns jedoch erinnert sie sich auch wieder an Dinge aus ihrem Leben mit Philipp. Dinge, die zeigen, dass nicht alles so rosig war, wie es zunächst den Anschein hatte. Der Mann weiß viel, viel zu viel. Aber woher?

„Die Wahrheit“ ist der neue Roman der Autorin Melanie Rabe und eine Geschichte, die es in sich hat. Der Leser erhält hier abwechselnd aus der Sicht von Sarah und aus der Sicht des Fremden Informationen und ist hinsichtlich der Geschehnisse nicht weniger verwirrt als Sarah selbst. Mehr als einmal steht die Frage im Raum, ob Sarah Schuld auf sich geladen hat und dies nun gerächt werden soll. Aber das Was, das Wie und das Warum bleiben fraglich. Umso überraschender und auch überraschend realistisch kommen dann die Auflösung und die endgültige Wahrheit ans Licht. Für mich war das ein gelungenes Ende nach einer Geschichte voller Anspannung und Spannung.

Eine grandiose Lektüre, die man als Fan von Spannungsromanen gelesen haben sollte.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(54)

129 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

berlin, psychothriller, schuld, thriller, unfall

Schuld bist du

Jutta Maria Herrmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.06.2016
ISBN 9783426518519
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Ende einer Geschäftsreise wird für Jakob Auerbach zum Beginn einer Katastrophe. Die Wohnung, in die er zurückkehrt, ist verwaist. Seine Lebensgefährtin Anna und die kleine gemeinsame Tochter Mia trifft er nicht an. An einem Fenster sieht er die Botschaft: „Schuld bist du“. Was hat das zu bedeuten? Jakob ist ratlos. Ist seine Freundin vielleicht schon ohne ihn umgezogen in das neue gemeinsame Familiendomizil und nun verärgert, weil er nicht da war und sie alles alleine regeln musste? Natürlich macht er sich auf die Suche nach Anna und Mia, doch diese Suche wird zum Horrortrip und bringt für Jakob nur langsam Licht ins Dunkel. Der Spruch „Schuld bist du“ wird ihn bei seiner Suche begleiten. Auch für den Leser ist Jakobs Reise eine interessante Erfahrung, die ihn nicht loslässt und die Spannung immer weiter steigert.

Parallel zu dieser ersten Handlung trifft der Leser in der Geschichte auch noch auf einen Mann im Krankenhausbett, der nicht ansprechbar ist. An seinem Bett sitzt eine Frau, die ihm eine Geschichte erzählt: Die Geschichte einer Frau, die ihre Tochter verlor.

Die beiden Handlungsstränge hängen natürlich zusammen, aber wie das bleibt das Geheimnis, das es im Verlauf des Buches zu lüften gilt. Der Autorin Jutta Maria Herrmann ist es hier perfekt gelungen ihre Leser im Dunkeln tappen zu lassen, ihnen Häppchen vorzusetzen und sie spekulieren zu lassen. Das macht Freude und steigert die Lust auf mehr. So mag man sich kaum von der Geschichte lösen.

In jedem Fall ist die Frage von Schuld ein Hauptthema des Buches und noch viel mehr die Frage wie Menschen mit einer Schuld umgehen, wie sie damit leben und wie ihr Umfeld damit umgeht.

Nach „Hotline“ ist auch „Schuld bis du“ ein Thriller, der mich überzeugen konnte und den ich jedem Fan von Psychothrillern weiterempfehlen möchte.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

südafrika, kriminalhörbuch, gewalt, gier, brutale morde

Weinende Wasser

Karin Brynard , Dietmar Schmidt , Achim Buch , Michael Marianetti
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.06.2016
ISBN 9783785752319
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit ihrem Debüt „Weinende Wasser“ entführt uns die Autorin Karin Brynard nach Südafrika. Kommissar Beeslaar wurde gerade von Johannisburg in ein ländlicheres Gebiet versetzt. Dort hofft er mit sich selbst ins Reine zu kommen und einem ruhigeren Job nachgehen zu können. Doch nichts kommt so, wie er es erhofft.

Bereits seit einiger Zeit kommt es in der Gegend zu diversen Viehdiebstählen und Farmmorden. Und jetzt werden auch noch auf einer Farm eine alleinstehende Frau namens Freddie Swarts und deren Adoptivtochter ermordet. Beeslaar fragt sich zu Recht, ob es hier einen Zusammenhang zu den anderen Farmmorden gibt oder nicht.

Das Hörbuch wird gelesen von Achim Buch, dem es sehr gut gelingt die Atmosphäre Südafrikas einzufangen und die unterschiedlichen Personen für den Zuhörer ins richtige Licht zu rücken. Auch wenn man sich beim Hören mit den Namen und Begriffen und der damit einhergehenden Sprache Südafrikas etwas schwer tut, so schafft es Achim Buch doch, den Zuhörer in den Bann der Geschichte zu ziehen und sich auf das Leben auf den Farmen in Südafrika einzulassen. Es ist ein nicht einfaches Leben, überschattet von vielen Problemen. Dürre aufgrund von Wassermangel, Rassismus, Neid und politische Ränkespiele und Machtgehabe beherrschen den Alltag.

Beeslaar selbst muss sich in seiner neuen Position erst einmal beweisen und lernen mit neuen Vorgesetzten und Mitarbeitern umzugehen. Auch hier spielt die Thematik schwarz und/oder weiß eine Rolle. Außerdem muss sich Beeslaar immer wieder mit seiner Vergangenheit und einer verlorenen Liebe auseinandersetzen.

„Weinende Wasser“ ist ein gelungenes Debüt, ein Roman über das ländliche Leben in Südafrika, über die politischen und gesellschaftlichen Probleme und auch über die Gerissenheit mancher Menschen und deren Streben nach Macht und Geld ohne Rücksicht auf Verluste.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(41)

71 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

toskana, liebe, familie, schwiegervater, scheidung

Ab heute seh ich bunt

Antje Szillat
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.06.2016
ISBN 9783746632223
Genre: Romane

Rezension:

Charlottes Leben ist nicht bunt, eher scheint es trist und zermürbend. Ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen treten häufig genug in den Hintergrund, denn im Familienleben bleibt kein Platz für sie selbst. Alles dreht sich um ihren Mann Peter und dessen Beruf und Karriere als Rechtsanwalt und um den 17-jährigen Sohn Jonas, der mitten in der Pubertät steckt. Auch der Schwiegervater mischt im Familienleben kräftig mit. Doch Charlotte möchte einmal raus aus dem Alltag und hat sich entschlossen für einige Monate in der Toskana zu leben und ihre Freundin Britta beim Aufbau einer kleinen Pension mit italienischem Flair und einheimischer Küche zu unterstützen. Doch dann scheint dieser Wunsch ins Wanken zu geraten, denn Jonas schulische Leistungen verhindern den geplanten Schulabschluss mit anschließendem Auslandsaufenthalt und der Schwiegervater bedarf plötzlich der Betreuung und quartiert sich in Peters und Charlottes Heim ein.

Diese Entwicklungen aber sind zu viel für Charlotte und so macht sie sich etwas zeitverzögert dennoch auf den Weg in Richtung Italien. Dort erwartet sie zwar die Freundin, allerdings auch einige Überraschungen, mit denen Charlotte nicht gerechnet hat. Werden diese ihr Leben bunter machen?

„Ab heute seh ich bunt“ ist eine Geschichte wie aus dem Leben. Sie ist zwar etwas Klischee behaftet aber das macht nichts, weil man sich mit Charlotte und dem was sie tut und wie sie sich verändert und neu entdeckt einfach wohl fühlen muss. Besonders gefallen im Verlauf der Geschichte aber auch die Entwicklungen anderer Personen. So ist der pubertierende Sohn doch reifer und verständnisvoller als es zunächst scheint und auch Peter als Ehemann ist für Überraschungen gut.

Dieses Buch ist ein erstklassiges gute Laune Buch, für den Urlaub oder einige schöne Stunden sonst. Und neben dem Toskana Feeling rückt auch das Thema Freundschaft hier häufig in den Vordergrund. Eine gelungene Mischung aus Freundschaft und Liebe, Alltag und Urlaub, Leben und Liebe. Einfach nur herrlich bunt.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

yoga, midlife-crisis, fremdgehen, freundinnen, intrigen

Gib's mir, Karma!

Doris Riedl
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.03.2016
ISBN 9783746632070
Genre: Romane

Rezension:

Andreas Leben verläuft in geregelten Bahnen, aber alles andere als prickelnd und eigentlich auch gar nicht wirklich in ihrem Sinne. Aber ändern möchte sie es eigentlich nicht, obwohl ihr Freund Leo seit Jahren auf ihre Kosten lebt und ihre eigenen sozialen Kontakte nur sehr gering ausgeprägt sind. Nun soll Yoga Veränderung in ihr Leben bringen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Coco geht es in die Yogastunde von Paula und damit hin zu anstrengenden Übungen und neuen Erkenntnissen sowohl in Bezug auf Yoga als auch in Bezug auf Menschen und deren Absichten.

Zum Glück stolpert Andrea in der Yoga Stunde auch über Hans, der vielleicht besser zu ihr passt als der auf allen Ebenen unsympathische Leo.

„Gib’s mir Karma“ ist ein lockerer Frauenroman ohne großen Tiefgang. Eine nette Lektüre für zwischendurch, die aber nicht viel Überraschungen bereithält. Dennoch ist die Geschichte ganz unterhaltsam, manches Mal auch etwas abgedreht, aber sicher nichts für Leserinnen, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Oder man nimmt es eben ausschließlich mit Humor.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(67)

99 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

thriller, mia winter, rache, ermittlungen, düsseldorf

18 - Zahlen des Todes

Mia Winter
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 07.04.2016
ISBN 9783802599378
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Buch, das aufgrund seiner Aufmachung in den Farben schwarz rot bereits besonders wirkt und aufgrund seines Titels Spannung und Tod verspricht, hat mich in seinen Bann gezogen. Gerne bin ich Leana Meister bei ihrer neuen Aufgabe als Leiterin des LKA-Kompetenzcenters nach Düsseldorf gefolgt. Der neue Job fordert von Leana nach ihrer Rückkehr aus Südafrika alles. Sofort steckt sie mitten in einem Ermittlungsfall, denn in einem Park wird ein toter Mann mit entblößtem Unterleib gefunden. Es bleibt nicht bei diesem einen Opfer. Für Leana wird bald klar, dass der Täter eine Frau sein muss. Doch von was treibt die Täterin an? Wo liegen ihre Motive? Spielt es eine Rolle, dass es sich bei den Opfern um gut situierte Männer handelt?

Leanna schafft es sich in die Täterin hineinzudenken. Dabei zur Seite steht ihr ein Team aus Ermittlern, die allesamt Spezialisten sind. Dennoch müssen sich alle erst einmal aneinander gewöhnen. Dies trifft vor allem auf Natalia zu, die enttäuscht ist, weil Leanna als Außenstehende den Job bekommen hat, der ursprünglich ihr versprochen war und auf dessen Besetzung sie gehofft hat. Langsam gelingt es den beiden Frauen miteinander umzugehen und ermittlungstechnisch an einem Strang zu ziehen.

„18 – Zahlen des Todes“ von Mia Winter ist ein spannungsgeladener Thriller, der den Leser von einem Opfer zum nächsten eilen lässt und kaum Raum zum abschalten lässt. Zum Glück geht es schon ganz bald weiter mit dem Kompetenzcenter und einem neuen Fall.

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

59 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

ddr, huhn, familie, liebe, berlin

Die Allee der verbotenen Fragen

Antonia Michaelis
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.04.2016
ISBN 9783426653869
Genre: Romane

Rezension:

Johann ist in England aufgewachsen. Nun möchte er vor dem Beginn seines Studiums Europa bereisen. Sein erstes Ziel ist Deutschland und zwar das kleine Dorf Wieck, in dem seine Eltern bei seiner Geburt gelebt hatten. Dort aber nimmt seine Reiseplanung eine überraschende Wendung als er auf dem Friedhof des Dorfes das Grab eines Kindes findet: Johann Fin Paul 1990-1990. Johann Fin Paul, das ist sein Name und 1990 ist auch er geboren, aber er lebt und dieses Kind ist gestorben. Als der Pastor des Dorfes Johann dann noch einen Koffer übergibt und einen leeren aber beschrifteten Umschlag, beginnt für Johann eine Reise quer durch Deutschland, eine Reise auf den Spuren einer ihm unbekannten Vergangenheit.

Akelei ist in der Kastanienallee aufgewachsen. In jungen Jahren hat sie ihre große Liebe Fin aus den Augen verloren. Mittlerweile ist sie verheiratet, aber kinderlos. Eigentlich hat sie ein Huhn gekauft um es zu Hause schlachten zu lassen und für ihren Mann in Rotweinsauce zuzubereiten. Doch dann entdeckt sie in einem Schaufenster die Spiegelung eines jungen Mannes. Es ist Fin, ihre Jugendliebe, und er ist um keinen Tag gealtert. Akelei glaubt an eine Sinnestäuschung aber sie ist so fasziniert, dass sie dem jungen Mann folgt, einfach so. Sie folgt ihm quer durch Deutschland ebenfalls auf den Spuren einer ihr unbekannten Vergangenheit.

Johann reist und fühlt sich unterwegs verfolgt. Immer wieder findet er Federn, glaubt ein Huhn oder eine Frau mit Huhn zu sehen und auch einen Mann mit Wollpullover. Und immer wieder gerät er in Gefahr. Doch warum ist das so?

Antonia Michaelis entführt ihre Leser in „Die Allee der verbotenen Fragen“ in eine außergewöhnlich zauberhafte und sehr emotionale Geschichte. Eine abenteuerliche Reise bringt zwei Menschen sich selbst und einander näher und öffnet den Blick auf längst vergessene oder verdrängte Dinge. Dabei spielt auch das Leben in der ehemaligen DDR eine große Rolle.

Menschen können viel ertragen und viel bewegen. Sie müssen es nur schaffen bzw. wollen. Dass das möglich ist beweisen die Protagonisten dieses Buches, die zunächst wie aus einem Märchen entsprungen wirken und von Seite zu Seite greifbarer und realer werden. Mit leichter Feder und Huhn versteht es die Autorin zu faszinieren und zu begeistern. Einfach grandios!

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(71)

130 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

zirkus, frankreich, zigeuner, familie, roman

Der Zirkus der Stille

Peter Goldammer
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 16.04.2016
ISBN 9783455600438
Genre: Romane

Rezension:



Thaïs Leblanc führt ein geregeltes normales Leben in Paris. Das aber war nicht immer so, denn aufgewachsen ist sie im Zirkus, bei ihrer Großmutter, der berühmten Victoria. Doch das Zirkusleben hat Thaïs früh hinter sich gelassen. Nun erreicht sie die Nachricht über den Tod der Großmutter und die junge Frau macht sich auf den Weg um die Beerdigung zu organisieren und das Haus der Großmutter aufzulösen. Thaïs will diese Dinge schnell hinter sich bringen, hat dabei aber nicht damit gerechnet wie sehr und wie tief die Vergangenheit sie einholen wird. Das Haus birgt Erinnerungen und dann taucht auf dem Grundstück der Großmutter plötzlich auch noch ein kleiner Zirkus, der Cirque perdu, auf. Die junge Thaïs beginnt sich unter dem Einfluss vieler neuer bzw. alter Eindrücke zu verändern. Sie macht sich auf die Suche zu sich selbst und zu ihrer wahren Familie.
 
Wenngleich man nicht immer nachvollziehen kann was Thaïs hier wirklich antreibt und warum sie einfach alles hinter sich lässt, so schafft es die Geschichte an sich doch den Leser zu verzaubern und ihm zu zeigen wie leicht es doch sein kann auf das eigene Gefühl und sein Herz zu hören. Es ist leicht zu leben, wenn man weiß wer man ist und was man will. Offen sein heißt die Devise.
 
Der Autor Peter Goldammer eröffnet mit seinem „Zirkus der Stille“ einen neuen Weg, den nicht nur seine Protagonistin Thaïs, sondern auch jeder andere Mensch auf die eine oder andere Weise beschreiten kann und sollte. Das Leben in all seinen Facetten liegt oft im Verborgenen, nicht nur vor, sondern eben auch hinter dem Spiegel. Thaïs lernt dies und blickt auf die andere Seite ihres Lebens.
 
Sehr gelungen webt der Autor die Außenseiterrolle der Sinti und Roma und die ihnen entgegen gebrachten Animositäten in seine Geschichte ein. Auch einige besondere Gepflogenheiten dieser Volksgruppe bereichern die Handlung des Romans.
 
Ein außergewöhnliches Buch, ausdrucksstark und beschwingt. Ein Märchen aus der Zirkuswelt oder im übertragenen Sinne eben doch aus dem wahren Leben. 

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(72)

174 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 48 Rezensionen

frankreich, liebe, nachkriegszeit, mosel, lothringen

Das Mohnblütenjahr

Corina Bomann
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548286679
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nicole ist schwanger. Allerdings steht ihre Schwangerschaft nicht unter einem guten Stern. Ihr langjähriger Freund David hat sich von Nicole getrennt, als sie ihm eröffnet hat schwanger zu sein. David wollte keine Kinder und fühlt sich nun hintergangen. In Nicole aber war der Wunsch nach einem Kind übermächtig. Und nun erfährt die werdende Mutter auch noch, dass ihr ungeborenes Kind an einem Herzfehler leidet. Dieser soll möglicherweise erblich bedingt sein, doch wer in der Familie hat einen solchen Herzfehler?

Nicole versucht in Davids Familie zu forschen und nimmt auch Kontakt zu ihrer eigenen Mutter auf. Endlich möchte Nicole etwas mehr über ihren Vater erfahren, den sie niemals kennengelernt hat.

In Rückblicken erfährt nun die junge Frau Geschichten aus dem Leben von Marianne, ihrer  Mutter. Diese hat sich bereits als junges Mädchen für die französische Sprache und Frankreich als Land begeistern können. Doch in ihrer eigenen Familie ist sie damit immer auf Widerstand gestoßen. Als erwachsene Frau aber setzt sie einen großen Wunsch um und nimmt als Lehrerin an einem Austauschprogramm teil. Für ein Jahr darf sie an einer französischen Schule unterrichten. So wird der kleine französische Ort Bar-le-Duc für Marianne über einen kurzen Zeitraum zum Mittelpunkt ihres Lebens, führt sie zu einer großen Liebe, zu einem schmerzlichen Verlust, aber auch zu lebenslangem Glück.

Das Buch „Das Mohnblütenjahr“ schildert die Schicksale zweier Frauen, Mutter und Tochter, in ähnlichen Situationen und lässt den Leser mitleiden, mitbangen und mitlieben. Corina Bomann versteht es perfekt in ihre Geschichte frühere und heutige Ressentiments zwischen Menschen in Frankreich und Deutschland einfließen zu lassen. Auch familiärer Druck und Beeinflussungen spielen in der Geschichte eine große Rolle.

Hier erwartet den Leser ein gefühlvoller Roman, der mit jeder Seite zu begeistern versteht. Die Autorin zeigt, dass es wichtig ist offen zu sein und für sein Leben und seine Träume zu kämpfen und auch etwas zu riskieren.

 

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(81)

135 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

entführung, pädophilie, witwe, thriller, psychothriller

Die Witwe

Fiona Barton , Sabine Längsfeld , Hafen Werbeagentur
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 21.05.2016
ISBN 9783805250979
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jean Taylor ist die Witwe. Sie ist die Witwe von Glen Taylor, der zuvor verdächtigt wurde ein zweijähriges Mädchen, die kleine Bella Elliott, entführt zu haben. Allerdings wurde Glen freigesprochen und auch entschädigt. Dennoch bleiben nach wie vor Zweifel an seiner Unschuld.

Nach dem Tode von Glen wird die Witwe von der Presse belagert. Man erhofft sich endlich mehr zu erfahren von der Frau des damals Verdächtigen. Doch Jean Taylor tut sich mit der Presse schwer, nur die junge Journalistin Kate lässt sie an sich heran.

Dieser Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Es kommen die Witwe, der Ermittler, die Journalistin und die Mutter des entführten Mädchens zu Wort. Außerdem wird die Zeit zur Entführung von Bella mit anschließenden Ermittlungen und die Zeit jetzt, nach dem Tod von Glen, beleuchtet. Hierdurch entstehen für den Leser außergewöhnliche Einblicke in die handelnden Personen. Man glaubt der Wahrheit immer ein Stück näher zu kommen, spekuliert mit und wird dann doch wieder überrascht.

Fiona Bartons Roman lebt von der Darstellung der handelnden Personen. Besonders Jean Taylor als Witwe ist hier zu erwähnen. Sie wird zunächst als eine Frau dargestellt, die sich stets ihrem Mann unterordnet und ihm zum Gefallen vieles tut und regelt. Sie ist die Frau an der Seite eines erfolgreichen Bankers und als dieser seinen Job verliert die Frau an der Seite eines Auslieferungsfahrers. Sie hat von vielen Dingen keine Ahnung, lässt ihren Mann alles regeln und kümmert sich um ein schönes Heim für ihn. Aber ist sie wirklich so einfach gestrickt und naiv?

Diese Geschichte konnte mich fesseln, obwohl man hinsichtlich der Auflösung bereits früh vieles erahnen kann. Es ist aber nicht die Lösung des Falles, die hier zu begeistern versteht, sondern vielmehr die Beobachtung der einzelnen Figuren, ihre Entwicklung bzw. besser gesagt deren tatsächliches Ich, welches man erst erkennt, wenn man hinter die Fassade der einzelnen Personen blicken darf. Und eine solche Fassade hat fast jeder der handelnden Personen aufgebaut. Niemand ist hier so, wie er noch zu Beginn zu sein scheint.

„Die Witwe“ ist damit ein ganz besonderes Leseerlebnis.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(33)

64 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

borkum, liebe, insel, sylvia lott, nordsee

Die Inselfrauen

Sylvia Lott
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.03.2016
ISBN 9783734100598
Genre: Romane

Rezension:


In einer Frühstückspension auf der Insel Borkum treffen Frauen aus drei Generationen einer Familie aufeinander. Da ist zum einen Tante Theda, der die Pension gehört. Die alte Dame ist kurz davor die Pension zu verkaufen, da es keinen Nachfolger gibt und sie sich so langsam zur Ruhe setzen möchte. Doch so lange soll die Pension noch fortgeführt werden und so hilft, wie seit vielen Generationen üblich, ein junges Familienmitglied während der Saison in der Pension mit. Rosalie ist mit Begeisterung dabei. Vor allen Dingen freut sie sich auf das Wiedersehen mit ihrer Tante Nina. Diese kommt aber nur als Gast, nachdem sie sich aufgrund eines Burnouts und damit längerer Erkrankung vor Wiederaufnahme des Jobs noch etwas erholen möchte.
 
Nina wird während ihres Aufenthaltes auf der Insel an eine frühere Zeit auf Borkum erinnert. Als junge Frau verbrachte auch sie ihre Ferien als Aushilfe bei Tante Theda. Einzelne Details dieser Zeit berichtet Nina nun auf Nachfrage ihrer Nichte Rosalie. Hierbei treten schöne Erinnerungen zutage, aber es werden auch alte Wunden wieder aufgerissen. Damals verliebte sich Nina in den jungen Fischer Klaas. Und nun scheint die Vergangenheit Nina einzuholen. Aber möchte sie das auch zulassen?
 
Rosalie recherchiert nebenbei noch für ihre Examensarbeit als zukünftige Lehrerin. Dabei knüpft sie Kontakte zu Personen, die auch ihre Tante aus der Vergangenheit kennt. So nimmt Rosalie die Zügel in die Hand und spielt ein wenig Schicksal.
 
„Die Inselfrauen“ ist ein zauberhafter Wohlfühlroman. Hier gibt es Glücksgefühle, Liebe und ganz viel Meer. Dabei werden alle Sinne berührt. Drei Frauen und ihr Leben und Schicksal werden beleuchtet und neue Weichen für die Zukunft gestellt. Besonders gut gelungen sind auch die Rückblicke in Ninas Jugend mit den damals aktuellen Themen freie Liebe, Rechte der Frauen, etc. Und auch die Musik kommt im Roman nicht zu kurz.
 
Ein Buch zum Entspannen und Glücklichsein.
 

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(45)

69 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

schwestern, familie, lebenskrise, wunderschönes cover, noah

Als meine Schwestern das Blaue vom Himmel holten

Susanna Mewe
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 12.02.2016
ISBN 9783746632193
Genre: Romane

Rezension:

Mia ist Journalistin, aber irgendwie auch wieder nicht, denn in diesem Job hat sie schon lange nicht mehr gearbeitet. Eine Festanstellung hat sie nicht mehr und über die Jahre hat sie auch nicht die von ihr erhofften Aufträge als freie Journalistin erhalten. Nun schlägt sie sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben und bekommt es kaum mit, als ihr langjähriger Freund Lars die gemeinsame Beziehung für beendet erklärt und sie quasi vor die Tür setzt. Mia schlüpft bei ihrer verheirateten Schwester Paula unter, doch dort bleibt sie nicht lange. Auch Paulas Leben ist nicht perfekt, denn ihr Sohn Per ist verhaltensauffällig und auch mit ihrer Ehe steht es, so zumindest berichten es Mia alte Bekannte, nicht zum Besten. Gemeinsam mit ihren beiden anderen Schwestern Lucy und Sophie beschließt Mia Paula zu helfen. Und das ist der Beginn vieler weiterer Verwicklungen.

Die Autorin Susanne Mewe beschreibt hier in einem zugleich heiteren wie auch stellenweise traurigen bzw. nachdenklich stimmendem Roman das Leben von vier Schwestern, die sich charakterlich sehr stark voneinander unterscheiden und deren Leben einen sehr voneinander abweichenden Verlauf genommen hat. Diese Schwestern schaffen es sich zwar gegenseitig immer wieder helfen zu wollen, dabei aber auch ein immer größer werdendes Chaos zu erschaffen. Dennoch wird in der Geschichte deutlich, dass Blut verbindet, auch wenn Menschen noch so unterschiedlich sind.

Das Cover passt nicht wirklich zur Geschichte, denn so farbenfroh wie es daherkommt ist die Geschichte selbst nicht. Aber sie ist in sich stimmig und erzählt eine eigentlich ganz normale Familiengeschichte. Den Schwestern fehlt es hier und da an Reife und mancher mag sich über ihre Ideen wohl wundern. Aber ist das nicht auch im normalen Leben so?

So ist „Als meine Schwestern das Blaue vom Himmel holten“ eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Der Leser darf sich entführen lassen in den chaotischen Alltag von Mia, Paula, Lucy und Sophie und mit ihnen die Nachbarschaft und mehr erkunden.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(78)

120 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

münchen, krimi, mord, frauenleichen, ermittlungen

Verletzung

Manuela Obermeier
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.02.2016
ISBN 9783548287478
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hauptkommissarin Toni Stieglitz ist eine besondere Frau. Ihr privates Leben unterscheidet sich deutlich von ihrem beruflichen, man mag als Leser gar das Gefühl bekommen es hier mit zwei unterschiedlichen Personen zu tun zu haben. Beruflich ist Toni fit, selbstbewusst und zielstrebig, da verwundert es, dass sie sich privat von ihrem Freund, selbst Polizist, hat unterdrücken lassen. Sie hat sich zwar zwischenzeitlich von ihm getrennt, aber die Vergangenheit lässt sie nicht los.

Nun führen die Ermittlungen in einem neuen Fall Toni auf die Spur eines Serientäters. Und Toni stürzt sich eifrig in die Lösung des Falles.

Hauptkommissarin Toni Stieglitz gefällt, denn sie wird hier sehr menschlich präsentiert. Wie viele andere Menschen versucht sie ihre schwache Seite zu verbergen und möglichst nichts davon nach außen zu tragen. Das aber ist nicht immer leicht und kostet Mühe. Der Autorin Manuela Obermeier gelingt es geradezu perfekt dies hier bei ihrer Ermittlerin darzustellen.

Darüber hinaus merkt man sehr deutlich, dass die Autorin sich in Polizeikreisen bestens auskennt. Sie ist selbst Hauptkommissarin und weiß daher wie eine Ermittlung läuft.

Mich konnte „Verletzung“ und die Suche nach einem Täter, der scheinbar eine Vorliebe für die Farbe rot hat, überzeugen und über viele Stunden fesseln. Nun würde ich gerne mehr lesen über Toni Stieglitz und ihre weiteren privaten und dienstlichen Entwicklungen.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

61 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

kiel, krimi, 2016, suizid, hypnose

Todschreiber

Maren Graf
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 03.02.2016
ISBN 9783839218235
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kriminalkommissarin Lena Baumann wird mit ihren Kollegen wegen eines Todesfalles gerufen. Alles deutet recht schnell auf einen Selbstmord des Toten hin. Doch Lena Baumann hat Zweifel an dieser Theorie. Sie sucht und findet einen Hinweis für eine andere Möglichkeit, denn in der Wohnung des Toten wird ein seltsam anmutender, handschriftlich verfasster Brief gefunden. Als es ein weiteres Todesopfer gibt und Lena auch dort einen, leider durchnässten und damit nicht mehr lesbaren, Brief findet, beisst sie sich in den Fall fest und lässt erst wieder los, nachdem sie ihren Chef und die Kollegen davon überzeugt hat, dass die Todesfälle eben keine Selbstmorde sind. Doch das alleine reicht noch lange nicht aus um zu klären was hier überhaupt los ist.

„Todschreiber“ ist aufgrund des zugrundeliegenden Themas ein ausgefallenes und wirklich lesenswertes Debüt. Lena Baumann ist eine sympathische Ermittlerin, die genau weiß was sie will, jedenfalls dienstlich. Sie will Wahrheit und Gerechtigkeit. Hierbei kann sie sich auf ihr sehr gutes kriminalistisches Gespür und ihren Blick für die kleinen Feinheiten, die ansonsten schon einmal gerne übersehen werden, verlassen. Sie kratzt nicht nur an der Oberfläche, sondern blickt auch hinter die Kulissen einer Fassade.

So kann dieser Kriminalroman auf ganzer Linie überzeugen und beschert dem Leser spannende Unterhaltung. Maren Graf hat ihren Krimi im schönen Kiel angesiedelt. Dies geschieht aber sehr dezent. So haben manche Plätze zwar Wiedererkennungswert, stören aber den nicht ortskundigen Leser keinesfalls.

Dieser Roman beweist was Worte bewirken können. Sie können unterhalten aber eben auch mehr. Der „Todschreiber“ tritt diesen Beweis an. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

ägypten, 19. jahrhundert, atemnot, 2016, asthma

Im Land der goldenen Sonne

Wendy Wallace ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.01.2016
ISBN 9783453418882
Genre: Romane

Rezension:

Harriet Heron geht es nicht gut. Es wird ihr empfohlen London zu verlassen und in eine ferne Gegend aufzubrechen, in der sie nicht mehr unter ihrem schlimmen Asthma leiden muss. So machen sich Harriet, ihre Mutter Louisa und ihre Tante Yael auf den Weg nach Ägypten. Bereits auf dem Weg in dieses Land werden Bekanntschaften gemacht, die später noch nachhallen werden.

Für alle drei Frauen bedeuten diese Reise und das neue Leben nach der Ankunft in Ägypten eine große Veränderung. Der Leser erlebt genau das hautnah mit und darf gefühlsmäßig erleben wie Harriet sich entwickelt, deren Mutter sich ihrer Vergangenheit stellen muss und die Tante für sich und ihr Leben ganz neue Wege entdeckt.

Wendy Wallace schafft es in ihrem Roman „Im Land der goldenen Sonne“ nicht nur das Schicksal dreier außergewöhnlicher Frauen zu schildern, sondern beschreibt für ihre Geschichte auch eine wunderbare Kulisse, die ihresgleichen sucht. Hier gibt es viele kleine Details zu erlesen und viele Dinge oder Momente zu entdecken, die ganz sicher auch im weiteren Verlauf der Handlung noch eine Bedeutung bekommen werden.

Mir hat dieser historische Ausflug von London nach Ägypten sehr gut gefallen und  ich habe das Buch wirklich genossen. Eine Geschichte aus einem geschichtsträchtigen Land mit wirklich gelungen dargestellten Charakteren.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

hans w. cramer, 2016, vergangenheit, klassentreffen, thriller

Wer Sünde sät

Hans W. Cramer
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 03.02.2016
ISBN 9783839218846
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor Hans W. Cramer entführt uns in seinem Buch „Wer Sünde sät“ in die kleine Stadt Bad Sobernheim an der Nahe. Dort dreht sich die Handlung um eine Gruppe von Menschen, die vor 30 Jahren in einem nahe gelegenen Internat ihr Abitur absolviert haben. Viele der damaligen Schüler leben noch vor Ort, manche sind bereits seit Jahren unauffindbar und wieder andere hat es weiter weg verschlagen. Doch nun überschlagen sich die Ereignisse. Auf einem Golfplatz wird eine männliche Leiche gefunden. Sie ist mumifiziert und schnell steht fest, dass der Tod des Mannes viele Jahre zurückliegt. Gleichzeitig sucht ein junger Mann seine Mutter und eine Frau namens Nora verschwindet. Das alles scheint zusammenzuhängen. Nur wo genau ist die Verbindung? Haben die aktuellen Ereignisse etwas mit dem gerade vor kurzem erfolgten Treffen der damaligen Abiturienten zu tun?

Der Ehemann der verschwundenen Nora setzt jedenfalls alle Hebel in Bewegung um seine Frau ausfindig zu machen. Er meidet dabei die Polizei und macht sich gemeinsam mit drei guten Bekannten auf die Suche. Dafür muss er zunächst so manches Geheimnis lüften, denn Nora hat ihm nicht alle Details ihrer Vergangenheit verraten. Und so führt ihn sein Weg schließlich nach Bad Sobernheim.

„Wer Sünde sät“ ist ein erfrischend anderer Kriminalroman. Zunächst braucht es etwas Zeit um alle hier handelnden Personen genau zuordnen zu können, doch der durchgehend spannende Erzählstil macht das ganz schnell wett. Besonders gelungen finde ich persönlich die Tatsache, dass hier keine professionellen Ermittler am Werk sind. Diese tauchen zwar auf, spielen aber nur eine Nebenrolle im Gesamtgeschehen. Manchmal läuft zwar vieles auch etwas zu glatt ab, aber das konnte den Lesegenuss insgesamt nicht schmälern.

Dieses Buch ist ein wirklich lesenswerter Kriminalroman, leichte Kost, aber eben erfrischend anders und durchweg spannend und das auch noch nach der Aufklärung von Noras Entführung.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

2016, krimi, mord, frankfurt

Wildwuchs

Berndt Schulz
Fester Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 03.02.2016
ISBN 9783839218877
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einer Gaststätte außerhalb Frankfurts werden sieben Menschen auf brutale Weise getötet. Überlebende dieses Massakers sind nur die kleine Tochter der Betreiber und der junge Untermieter, der angeblich im Obergeschoss des Hauses überhaupt nichts von den Geschehnissen mitbekommen haben will. Die Ermittler tappen lange Zeit im Dunkeln. Doch schon ganz bald laufen den Beamten eher zufällig zwei der möglichen Täter über die Füße. Dennoch bleiben Tatmotiv und Tathergang völlig unklar.

Kriminalhauptkommissar a. D. Max Horner findet den Fall interessant und lässt es sich nicht nehmen kräftig bei den Ermittlungen mitzumischen. Auch wenn er keine konkreten Infos von seinen alten Kollegen bekommt, so scheint er mit seiner Spürnase immer ein Stück schneller voranzukommen als die Kollegen. Aber dann gerät er immer tiefer in den Fall hinein und bringt damit auch seine eigene Familie in Gefahr.

„Wildwuchs“ beginnt spannend und lässt nach dem großen Massaker zu Beginn auf eine durchgehend interessante Geschichte hoffen. Doch das gelingt nicht wirklich. Insbesondere die Lebensumstände des Hobbyermittlers Horner tragen hierzu bei. Er lebt seit dem Tod seiner Frau alleine, besucht sie aber täglich auf dem Friedhof und führt Zwiegespräche mit ihr. Gerne kümmert er sich um seinen Enkel und um alle gärtnerischen Dinge, die es zu erledigen gibt. Horners Ermittlungen laufen mehr oder weniger ganz nebenher ab. Er stolpert förmlich in den Fall hinein und hat einfach Glück mit seinen Ermittlungen voranzukommen. So lässt sich aber sicher nicht wirklich ein Fall lösen. Horner hat hier einfach mehr Glück als Verstand.

Das eigentliche Tatmotiv ist dann auch wesentlich banaler als ursprünglich gehofft und vielleicht erwartet. So ist „Wildwuchs“ einfach eine nette Kriminalgeschichte, die mehr Spannung verspricht als sie halten kann.

  (3)
Tags:  
 
445 Ergebnisse