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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Aufruhr in mittleren Jahren

Nina Lykke , Ina Kronenberger , Sylvia Kall
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 19.02.2018
ISBN 9783312010608
Genre: Romane

Rezension:

25 Jahre gemeinsames Leben liegen hinter Ingrid und Jan. Und irgendwie macht sich Unzufriedenheit breit. Ingrid ist mir ihrer festgefahrenen Beziehung nicht wirklich glücklich. Die beiden erwachsenen Söhne lassen sich nach wie vor wie die Paschas von vorne bis hinten bedienen und scheinen wenig Interesse am Gespräch mit der Mutter oder sonstigen gemeinsamen Aktivitäten zu haben. Der Job stellt auch keinen Ausgleich für Ingrid dar, vielmehr fühlt sie sich dort immer weniger wohl und auch nicht richtig gefordert.

Jan  durchlebt ebenfalls eine schwierige Phase und lernt in dieser Zeit die wesentlich jüngere Kollegin Hanne kennen und lieben. Eine heftige Affäre beginnt und obwohl Jan seine Ehe nicht aufs Spiel setzen möchte, kommt es wie es kommen muss: eine Trennung steht ins Haus, zumindest vorläufig.

„Aufruhr in mittleren Jahren“ ist kein klassischer Beziehungsroman. Die Geschichte zeigt vielmehr auf was geschieht, wenn die Kommunikation nicht mehr da ist und jeder in seine eigene Welt flüchtet. Die Autorin schildert ziemlich direkt und unverblümt wie sich die Leben der beteiligten Personen verändern und was der Bruch der langjährigen Beziehung aus Ingrid, Jan, den beiden Söhnen, aber auch aus Hanne macht.

Für alle gibt es hier etwas Neues zu gewinnen, aber eben auch etwas Altes zu verlieren und das ist, von unterschiedlichen Seiten beleuchtet, mal leicht und mal schwer.

Ein erfrischend anderer und erfrischend offener Roman über das, was kommen könnte, wenn die Beziehung im Alltagstrott stecken bleibt.

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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56 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

missbrauch, dunkler wald, einsamkeit, entführte kinder, dunkelheit und finsternis

So dunkel der Wald

Michaela Kastel
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783740802936
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Titel “So dunkel der Wald” trifft es perfekt. In diesem Thriller geht es um einen Wald, einen dunklen Wald. Es geht um die Ereignisse in diesem Wald, dunkle Ereignisse. Und es geht um Seelen von Menschen, die in diesem Wald leben, dunkle Seelen oder Seelen, die dunkel geworden sind, dunkel und hoffnungslos.

Ronja und Jannik sind junge Erwachsene. Gemeinsam mit dem Mann, den sie Paps nennen, leben sie in einem Haus im Wald. Zum Haushalt gehören weitere Kinder, jüngere Kinder, immer mal wieder andere Kinder. Sie alle wurden entführt und keines von ihnen hat je den Weg nach Hause geschafft.

Die Entführungen konnten nie aufgeklärt werden. Doch immer wieder verschwindet ein Kind. Sarah will den Täter nun endlich finden und die Kinder nach Hause zurück bringen, zurück in ihr Leben. Sie ermittelt und nähert sich der Dunkelheit des Waldes und der Gefahr.

Dennoch geht es in diesem Buch nicht in erster Linie um die Ermittlungen, sondern vielmehr um die Ereignisse im Wald und um das Schicksal der Kinder und welche Wirkungen ihre Erlebnisse auf die Kinder selbst haben und wie stark und intensiv sie ihr Leben dauerhaft beeinflussen. Das wird besonders am Verhalten und Leben von Ronja und Jannik deutlich.

„So dunkel der Wald“ ist ein intensives Leseerlebnis, das den Leser von der ersten Seite an fesseln und nicht mehr loslassen wird. Hier werden schlimme Befürchtungen zur Realität und das, obwohl die Autorin Dinge gar nicht so direkt und unmittelbar, sondern eher indirekt beschreibt. Spannung ist hier garantiert und ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit ebenso.

Ein atmosphärisch dunkles Buch, das vermutlich sehr nah an die Realität heran kommt. Ein Spiel mit der Angst der Menschen und ihrem Unwissen. Und ein Ende, das viele Möglichkeiten birgt. Unbedingte Leseempfehlung!

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

tod, leben, frankreich, bretagne, familiengeheimnis

Die Farben des Lebens

Lorraine Fouchet , Katrin Segerer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 14.03.2018
ISBN 9783455003086
Genre: Romane

Rezension:

Kim hat nach dem Tod der geliebten Großmutter keine Verwandten mehr. Nur ihr Verlobter Clovis ist stets an ihrer Seite. Dennoch wird Kim mit dem unerwarteten Tod der Katze (Spitzname der Großmutter) nicht fertig. In gewisser Weise stellt sich ihr die Frage nach dem Sinn des Lebens und das speziell bezogen auf das Älterwerden und das Alter an sich. So entschließt sich Kim dem Leben auf der kleinen bretonischen Insel Groix für einige Zeit zu entfliehen. An der Cote D’Azur wird sie Gilonne betreuen, eine ältere, vermögende Dame. Gilonne leidet an beginnender Demenz. Kim schafft es sehr schnell das Herz von Gilonne zu erobern, obwohl diese nicht gerade einfach ist. Aber Kim passt perfekt in ihre Liga der lustigen Rothaarigen. An der Cote D’ Azur verlebt Kim trotz der zu erledigenden Arbeit eine schöne Zeit und darf dabei noch das Rätsel um Gilonnes Sohn Come lösen, der nicht der zu sein scheint, für den er sich ausgibt.

„Die Farben des Lebens“ ist eine wundervolle Geschichte über das Leben, die Liebe und alles was sonst noch zum Leben dazugehört. Leben ist vielfältig. Es wird von Menschen unterschiedlich wahrgenommen und damit auch unterschiedlich gelebt. Hier ist es wichtig den anderen Menschen zu verstehen und ihn sein Leben leben zu lassen, wie er es mag.  Die Autorin Lorraine Fouchet versteht es uns dies näherzubringen. Ihre Geschichte wird uns in großen Teilen aus der Sicht von Kim präsentiert, aber auch Gegenstände kommen zu Wort, denn auch sie sind Teil eines Menschenlebens. Die Schilderungen aus der Sicht einer Sache sind teilweise höchst originell, aber auf ihre skurrile Art auch absolut treffend. „Die Farben des Lebens“ machen Lust auf das Leben, denn es ist lebenswert, auch wenn es uns manchmal an unsere Grenzen führt.

Danke für diesen farbenfrohen und lebensbejahenden Roman. Die Farben des Lebens warten…

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

delikatessen, eine neue liebe, feinkostgeschäft, gourmetkoch, köstlichkeiten

Der Duft von Rosmarin und Schokolade

Tania Schlie
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 05.03.2018
ISBN 9783956497810
Genre: Liebesromane

Rezension:

Maylis arbeitet im alteingesessenen Feinkostladen Radke in Hamburg. Sie liebt ihre Arbeit über alles. Ihre Leidenschaft für gutes Essen und hochwertige Lebensmittel spornt sie immer wieder an. Auch etwas nervige und ausgefallene Kunden und/oder Lieferanten können Maylis da nicht die Laune verderben. Allerdings hat sie selbst tief in ihrem Inneren noch immer einen großen Verlust nicht wirklich verarbeitet. Das wird ihr erst bewusst als sich ganz vorsichtig ein Mann in ihr Leben schleicht.

 

„Der Duft von Rosmarin und Schokolade“ ist ein Wohlfühlroman für die Seele. Hier kommt der Genießer voll auf seine Kosten, sei es in Bezug auf den Geschmack oder die Liebe. Maylis versteht es ganz sicher das Herz des Lesers zu erobern. Sie ist so offen, frisch, fröhlich und lebenslustig und beweist wie schön es ist füreinander und miteinander zu leben und zu lieben, egal wie unterschiedlich man auch sein mag.

 

Tania Schlie überzeugt mir ihrer Geschichte auf ganzer Linie. Ein Roman, der dazu einlädt das Leben in all seinen Facetten zu leben, zu lieben und vor allen Dingen auszukosten. Dieser Roman ist Genuss auf ganzer Linie. Im Anschluss darf ein wohliges Glücksgefühl verbleiben.

 

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

rassismus, slowakei, kindheit, psychische erkrankung, kommunismus

Samy

Zdenka Becker
Fester Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 07.02.2018
ISBN 9783839222546
Genre: Romane

Rezension:

Olga wächst vor der Wende in Bratislava auf. Der Kommunismus ist ihr bis dahin in Fleisch und Blut übergegangen. Nach Beendigung ihres Studiums lernt sie bei einer Reise nach Westberlin einen indischen Psychiater aus Wien kennen und lieben. Die Leidenschaft der Liebenden bleibt nicht ohne Folgen und so bringt Olga einige Zeit später in ihre Heimat den Jungen Samy zur Welt. Ihre Eltern sind über die dunkle Hautfarbe des Jungen entsetzt. Der Kontakt zu ihnen bricht ab. Olga schlägt sich mit dem Kind alleine durch, findet Unterkunft und Arbeit und immer wieder auch Unterstützung bei ihrer Freundin Hana. Diese ist auch für Samy stets da. Leider aber scheint Hana die einzige Person zu sein, die merkt wie schwer es Samy hat. Schon im Kindergarten wird er ausgegrenzt, in der Schule gemobbt und verprügelt. Sein ganzes Leben wird durch die Tatsache geprägt, dass er anders ist. Auch zum Vater, der zunächst überhaupt nichts davon weiß, dass er einen Sohn hat, kann Samy keine Nähe aufbauen. Auch wenn dies zunächst seinem eigenen Verhalten geschuldet ist, so gibt sich auch der Vater als Psychiater nicht gerade große Mühe für seinen Sohn da zu sein.

 

„Samy“ ist eine Geschichte aus dem Leben. Laut der Autorin Zdenka Becker ist die Tragödie rund um Samy eine wahre Begebenheit. Dies erschüttert den Leser umso mehr, denn Samy ist zunächst ein sympathisches Kind und er entwickelt sich zu einem netten jungen Mann. Allerdings tut er sich schwer mit seinen Lebenserfahrungen. Sie erschweren ihm den Umgang mit anderen Menschen, auch wenn diese ihm wohl gesonnen sind. Zu seiner Orientierungslosigkeit tragen neben der Hautfarbe auch die sich mit der Wende verändernden Lebensumstände bei. So steuert sein Leben mehr und mehr in die Ausweglosigkeit und der Leser begleitet ihn dabei.

 

Die Autorin präsentiert ihre Geschichte in Rückblicken. Dabei springt sie in der Zeit gerne hin und her, aber es fällt nicht schwer ihr dabei zu folgen.

 

„Samy“ ist eine Geschichte die aufwühlt und dem Leser vor Augen führt wie leichtfertig der Mensch oft mit anderen Personen umgeht und wie schwer er es ihnen damit macht.

 

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

basketball, außenseiter, hamburg, jugendbuch, krimi

Absolute Gewinner

Christoph Scheuring
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734850080
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Luca hat ein Problem mit seiner Stimme. Er findet sie viel zu schrill und quakig und wird damit viel zu oft für ein Mädchen gehalten. Das stört ihn gewaltig und so redet er nicht mehr als unbedingt nötig, meist gar nicht. Mit großer Leidenschaft aber spielt er Basketball. Und so kommt es, dass er plötzlich zu einem Team gehören soll. Der Hausmeister seiner Schule erwählt ihn Teil seines Teams zu werden um an einem Turnier, dem „Night Move“ teilzunehmen. Das findet Luca richtig toll und das umso mehr, als er erfährt, dass auch Jana Teil der Mannschaft wird. Dieses Mädchen findet Luca wirklich nett, aber mit seiner Stimme wird er wohl bei ihr nicht landen, oder doch?

 

Gemeinsam stürzen sich Luca, Jana und die übrigen Teammitglieder ins Training und haben das große Ziel vor Augen: Gewinnen. Doch dann verschwindet plötzlich ihr Trainer, der Hausmeister. Er ist vom Erdboden verschluckt und scheint unauffindbar. Doch das Team gibt nicht auf, weder beim Basketball spielen noch bei der Suche nach dem verschwundenen Coach.

„Absolute Gewinner“ ist ein tolles Jugendbuch. Hier geht es um Freundschaft, Pubertät, Zusammenhalt und viel mehr. Hier wird nicht nur ein Sportevent beschrieben, sondern hier geht es auch noch spannend zu. Eine gelungene Mischung für jugendliche Fans mit Vorlieben im Bereich Sport, speziell Basketball und Krimi.

 

Hier darf von Anfang bis Ende wirklich mitgefiebert werden.

 

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

krimi, kopenhagen, geheimdienst, axel steen, dänemark

Aisha

Jesper Stein , Patrick Zöller
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 26.01.2018
ISBN 9783462050783
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Axel Steen ermittelt wieder. Nachdem er selbst in einem Sumpf aus Alkohol und Drogen versackt war, ist der Ermittler Axel Steen nun wieder so weit hergestellt, dass er in einem neuen Fall ermitteln kann.

 

Im Kopenhagener Stadtteil Amager wird die Leiche eines ehemaligen PET (dänischer Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst) Mitarbeiters aufgefunden. Der Tote, Sten Høeck, wurde auf brutale Weise ermordet. Es drängt sich schnell der Verdacht auf, dass der Mord mit einem alten Fall des PET, einer Geheimoperation, in Zusammenhang steht. Allerdings darf man sich dann fragen warum dieser Mord erst jetzt, vier Jahre nach der damaligen Operation, erfolgt. Für Axel ist das ein Rätsel. Durch den PET selbst hat Axel wenig Unterstützung zu erwarten. Der PET will selbst die Ermittlungen in der Hand halten und setzt auf Axel auch einen eigenen Mitarbeiter an.

 

Axel ist ein Eigenbrötler und sein oberstes Ziel ist die Gerechtigkeit. Er will die Hintergründe des Mordes in jedem Fall aufklären und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Allerdings muss er die schwierigen Ermittlungen auch mit seiner familiären Situation in Einklang bringen. Zwar ist er geschieden, aber er kümmert sich regelmäßig um seine kleine Tochter Emma. Diese hat aufgrund der Ereignisse in der Vergangenheit große Angst um ihren Vater und befürchtet regelmäßig, dass ihm etwas geschehen könnte. So ist es extrem wichtig, dass Axel die Treffen mit seiner Tochter ernst nimmt und sich Zeit für sie nimmt. Ein weiteres Problem im aktuellen Fall ist die Tatsache, dass Axel seit kurzer Zeit eine Affäre mit einer Frau hat, die selbst beim PET tätig ist und auch an der Geheimoperation vor vier Jahren beteiligt war. Da wird es für alle Beteiligten schwer Privates und Dienstliches zu trennen.

 

Der Autor Jesper Stein präsentiert mit „Aisha“ hier den vierten Fall seines Ermittlers Axel Steen. Dieser Fall lässt dem Leser kaum Zeit zur Ruhe zu kommen. Die Spannung ist permanent präsent und man darf gespannt sein, ob Axels Ermittlungen sich tatsächlich in die richtige Richtung bewegen. In jedem Fall wird irgendwann klar, warum der Titel dieses Thrillers Aisha lautet.

 

Am Ende der Geschichte ist vieles geklärt, aber manches auch noch offen. Man darf sich dann sicher fragen wo die Grenzen staatlichen Handelns liegen dürfen. Ist es richtig einzelne Menschen zu opfern um einer großen Sache zu dienen und viele andere zu retten oder nicht? Was darf ein Staat seinen Bürgern zumuten? Was darf er ihnen sagen und was verschweigen?

„Aisha“ ist ein politischer Thriller, einer der den Leser beschäftigt. Man kann in dieses Buch ohne Reihenvorwissen einsteigen und wird danach sicher Lust auf die Vorgängerbände haben. Aber auch eine Fortsetzung ist bereits in Vorbereitung.

 

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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132 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

krimi, cold case, hamburg, elbmarsch, mord

Totenweg

Romy Fölck
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.02.2018
ISBN 9783785726228
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor über achtzehn Jahren hat Frida ihre beste Freundin Marit verloren. Die junge Marit wurde ermordet in einer Scheune aufgefunden. Heute studiert Frida im vierten Semester an der Polizeiakademie um vielleicht bald den Streifendienst der Polizei hinter sich zu lassen und bei der Kriminalpolizei zu arbeiten. Doch zunächst einmal muss Frida nach Hause zurück, an den Ort des damaligen Verbrechens. Ihr Vater wurde niedergeschlagen und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Die Ermittlungen übernimmt Bjarne Haverkorn, den Frida schon von früher kennt, weil dieser auch die Ermittlungen im Fall ihrer toten Freundin geleitet hat. Das Verbrechen an Marit konnte nie aufgeklärt werden und Haverkorn vermutet damals wie heute, dass Frida ihm wichtige Details verschwiegen hat. Doch heute stehen die beiden sich als Kollegen gegenüber. Wird das etwas an ihren gegenseitigen negativen Empfindungen verändern? Und kann es sein, dass das Verbrechen an Marit mit den neuerlichen Ereignissen im Ort zu tun hat und vielleicht noch aufgeklärt werden kann?

 

Fridas Rückkehr in die alte Heimat und auf den Hof der Eltern ist für sie persönlich ein schwerer Schritt. Zu viele alte Erinnerungen brechen sich Bahn. Außerdem ist der alte Apfelhof der Eltern in den Elbmarschen in einem schlechten optischen und einem nicht soliden wirtschaftlichen Zustand. Frida muss sich nun hierum kümmern. Das ist nicht leicht.

 

Die Handlung dieses Romans spielt zwar im hier und jetzt, aber durch Rückblicke und Erinnerungen von Frida und Bjarne und anderen Personen wird auch die Vergangenheit immer wieder beleuchtet. Das ist spannend und bringt dem Leser auch näher warum manche der handelnden Personen heute eben so sind wie sie sind. Der Autorin gelingt es ihre handelnden Charaktere so dem Leser sehr detailliert zu präsentieren. Alle Stärken und Schwächen werden hier offengelegt.

 

Die Auflösung des Falles oder besser gesagt der Gesamtereignisse ist spannend. Immer neue Ereignisse führen zu neuen Spuren und werfen immer wieder ein anderes Licht auf die aktuellen Ermittlungen aber auch auf den alten Fall. Auch mit falschen Fährten spart die Autorin Romy Fölck nicht, so dass der Leser durchaus kräftig rätseln darf wer hier Schuld auf sich geladen hat.  

 

So ist „Totenweg“ ein rundum gelungener Auftakt einer Serie. Schon bald wird es weitere Fälle rund um die Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn geben und darauf darf man ganz sicher gespannt sein. Dieser erste Fall ist auf alle Fälle einen Ausflug in die Elbmarschen wert.

 

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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39 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

asperger-syndrom, autismus, gregor, kommunikation, nachbarschaft

Das Leben ist manchmal woanders

Ulrike Herwig
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.02.2018
ISBN 9783423261616
Genre: Romane

Rezension:

Marlene besucht gemeinsam mit ihrem Sohn Gregor ihre Schwester Judith und deren Mann Achim. Judith ist froh ihre Schwester einmal wiederzusehen, auch wenn die Lebensumstände der Schwestern sehr unterschiedlich sind und Marlenes Sohn Gregor schon irgendwie anders ist als andere Kinder.

 

Gregor ist ein munterer Kerl. Er ist alles andere als kontaktscheu und geht auf andere Menschen immer offen zu. Er schätzt Menschen ein und entlockt ihnen regelmäßig auch ein Lächeln oder zumindest ein überraschtes Gesicht. Wen wundert es da, dass es Gregor gelingt die Menschen um ihn herum zu verändern? Dabei ist das auch wirklich leicht. Ein kleines Lächeln, ein nettes Wort und/oder etwas Aufmerksamkeit und schon ist die Welt etwas freundlicher geworden. Das beweist dieser Roman hier am Beispiel von Gregor.

 

Die Autorin Ulrike Herwig hat mit „Das Leben ist manchmal woanders“ eine wundervolle Geschichte zu Papier gebracht, die jedem Leser die Augen öffnen kann und hoffentlich auch wird. Es ist so einfach mit seinen Mitmenschen umzugehen, auch wenn diese anders sind. Schließlich gibt es überall Probleme.

 

Auch Gregor hat so seine Probleme mit denen er klar kommen muss. Von diesen berichtet er auch jedem, der es hören will oder auch nicht hören will. So zieht Gregor durch die Nachbarschaft, stellt sich vor, hört sich die Probleme der anderen an und bringt die Nachbarn Stück für Stück miteinander in Kontakt.

 

„Das Leben ist manchmal woanders“ und mit Gregor ist es einfach ein Stück weit freundlicher geworden.

 

Diese Geschichte verspricht nicht nur einige schöne unterhaltsame Stunden Lesezeit sondern regt hoffentlich auch ein wenig zum Nachdenken an, z. B. darüber wie man wohl selbst im Alltagstrott so mit seinen Mitmenschen umgeht und ob man daran nicht vielleicht etwas ändern sollte.

 

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

nordsee, mobbing, eisskulpturen, krimi, morde

Eisige Flut

Nina Ohlandt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783404176373
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bereits einige Wochen ist Anja Derling verschwunden, als sie eines Morgens vor ihrem Elternhaus tot aufgefunden wird. Als Eisstatue steht sie vor dem Haus, die Hand zur Klingel ausgestreckt. Hauptkommissar John Benthien und seine Kollegen stehen vor einem Rätsel. Warum wurde das Opfer so zur Schau gestellt? Schon bald gibt es eine weitere Leiche und auch, wenn eine Verbindung zwischen den Opfern nicht auf Anhieb ersichtlich ist, so scheint es sich doch um eine Mordserie zu handeln, denn bei den Toten wird jeweils im Bauchnabel eine Beigabe gefunden. Den Ermittlern fällt es schwer einen Zusammenhang herzustellen.

 

In „Eisige Flut“ ermittelt John Benthien bereits zum fünften Mal. Das aber fällt gar nicht auf und so kommen hier auch Neueinsteiger voll auf ihre Kosten. Der Autorin ist es gut gelungen die privaten Details der handelnden Charaktere so in die Handlung einzuflechten, dass jeder damit gut klarkommen kann. Im Vordergrund steht zwar die Ermittlung, aber auch die privaten Befindlichkeiten der Ermittler bekommen hier genügend Raum. Dies ist interessant, weil viele von ihnen sich schon lange kennen und auch eine enge Beziehung zueinander pflegen.

 

Als schön herausgearbeitet habe ich persönlich auch die Gegend in der der Roman angesiedelt ist, empfunden. Hier wird deutlich wie man im hohen Norden lebt und wie die Menschen miteinander umgehen.

 

Es wird nie langweilig in diesem Kriminalroman, der auch einige falsche Fährten aufzuweisen hat und den Leser damit mehr als einmal in die Irre führt. Der Täter ist jedenfalls nicht auf Anhieb zu durchschauen.

 

„Eisige Flut“ ist ein spannender Roman mit wechselnden Handlungssträngen und überraschender Auflösung. Wer die Vorgänger der Reihe noch nicht kennt, bekommt hier bestimmt Lust darauf auch diese zu lesen.

 

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

thriller, brutal, crime, fortstzung, krimi

Mann am Boden

Roger Smith , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Tropen, 13.01.2018
ISBN 9783608502176
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

John Turner lebt mit seiner Frau Tanya und der gemeinsamen Tochter Lucy in Tucson Arizona. Er hat sich dort ein neues Leben aufgebaut nachdem er vor vielen Jahren die alte Heimat Südafrika Hals über Kopf verlassen hat. Doch der Schein trügt, denn weder er selbst noch seine Frau haben mit der Vergangenheit wirklich abgeschlossen. Die damaligen Ereignisse belasten die Ehe. Als nun John eine Affäre mit seiner engsten Mitarbeiterin eingeht, überschlagen sich die Ereignisse.

Der Autor Roger Smith ist für seine harten Thriller bekannt. Diese spielen meist in Südafrika und auch dieses Buch spielt zu großen Teilen dort, da der Autor zwischen der Gegenwart in Arizona und der Vergangenheit in Südafrika immer hin und her springt. So erfährt der Leser viele Details über das alte und das neue Leben des John Turner. Dieser Mann hat nach einer schweren Kindheit sein Leben mit Alkohol, Drogen und Gewalt verbracht und sich dann mit Mühe davon lösen können. Aber die Vergangenheit hat ihn nie ganz losgelassen und als er endlich ganz mit ihr abschließen will, kehrt die Gewalt mit Macht an die Oberfläche zurück.

Die Perspektivwechsel in diesem Roman erfolgen schnell und ohne jegliche Vorwarnung. Gerade noch in der Gegenwart, geht es in die Vergangenheit zurück und andersherum. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, aber nach kurzer Zeit hat man hier den Dreh als Leser raus.

„Mann am Boden“ ist wirklich harter Tobak. Schonungslos beschreibt Roger Smith das Leben eines Mannes, der von einer scheinbar ausweglosen Situation in die nächste gerät und dabei die Gewalt immer an seiner Seite hat. Ob als Täter oder Opfer, John Turner ist eine bemitleidenswerte Person.

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven, eben ein typischer Roger Smith.

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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178 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 109 Rezensionen

männer, pfadfinder, freundschaft, amerika, generationen

Die Herzen der Männer

Nickolas Butler , Dorothee Merkel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.02.2018
ISBN 9783608983135
Genre: Romane

Rezension:

Dreh- und Angelpunkt dieses Romans ist das Pfadfinderlager Camp Chippewa in Wisconsin zu dem jährlich eine Vielzahl von Jungen mit ihren Vätern fahren.

 

Im Sommer 1962 sind das u. a. auch Nelson Doughty und sein Vater. Nelson ist ein verantwortungsbewusster und fleißiger junger Mann, der es sich im Pfadfinderlager zur Aufgabe gemacht hat die Signaltrompete zu blasen und auch viele weitere Pflichten zu erledigen. Für die anderen Jungs aber ist er einer, den sie nicht dabei haben wollen, ein Opfer, einer mit dem sie ihren Schabernack treiben können. Nur Jonathan Quick scheint ein wenig wie ein Freund für Nelson zu sein.

 

Jahre später ist es dann Jonathan, der mit seinem Sohn Trevor das Pfadfinderlager besucht. Auf dem Weg dorthin steht auch ein Treffen mit Jonathans altem Freund Nelson auf dem Programm. Doch das gemeinsame Essen wird nicht so harmonisch wie geplant, denn Trevor kann sich mit dem was er an diesem Abend von und über seinen Vater erfährt nicht anfreunden. 

 

Wiederum einige Jahre später, im Jahr 2019, fahren Trevors Sohn Thomas und seine Mutter Rachel in das Pfadfinderlager, das zu diesem Zeitpunkt von Nelson bereits seit vielen Jahren geleitet wird.

 

Der Leser begleitet somit die jungen Männer zweier Familien über mehrere Generationen und darf erfahren wie unterschiedlich die Herzen der Männer sind. Die einen erscheinen verantwortungsvoll und moralisch korrekt, die anderen sind unmoralisch und egoistisch in jeder Hinsicht. Die Geschichte an sich ist stellenweise schön, stellenweise traurig. Sie erschüttert und schont den Leser nicht.

 

Als Leserin haben mich “Die Herzen der Männer“ nicht wirklich erreichen können. Butler schildert diese Männer so egoistisch und selbstverliebt und in einer Art und Weise, die jede Frau wohl als abstoßend empfinden wird. Sollten alle Männerherzen so sein, dann wäre ein Leben ohne Männer sicher die bessere Wahl. Butlers Schreibstil ist dabei aber ein absoluter Pluspunkt. Er beschreibt so detailliert, so ausdrucksstark. Ob das Thema an sich dann gefällt ist eben eine andere Frage.

 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Gemeinsam sind wir einzig

Anna Grue , Marieke Heimburger
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.01.2018
ISBN 9783492311656
Genre: Romane

Rezension:

Mit ihrem Fiat 500, einer Madonna-Figur und einer Menge Bargeld verlässt Vittoria im Februar 1958 ihre Heimatstadt Rom und macht sich mit dem kleinen Massimo auf in Richtung Kopenhagen. Sie fährt einer ungewissen Zukunft entgegen. Stets fürchtet sie verfolgt zu werden und hält Ausschau, ob ihr jemand folgt oder sie ausfindig macht. Auch in Kopenhagen bleibt ihre Angst.

 

Die geradlinige und ordentliche Vittoria freundet sich in Kopenhagen mit der unorganisierten und unkonventionellen Conny an. Die beiden Frauen durchleben alle Höhen und Tiefen einer Freundschaft und bleiben sich trotz ihrer Unterschiede stets nah.

 

Während Conny ihre Männer so häufig wechselt wie ihre Unterwäsche ist Vittoria in dieser Hinsicht sehr vorsichtig. Sie hat sich geschworen sich nicht auf einen Mann einzulassen bevor Massimo erwachsen ist, aber das scheint ihr nicht zu gelingen. Durch ihre Stelle als Haushälterin im Haus des verwitweten Arztes Ejnar, kommt sie diesem Mann immer näher und entwickelt zarte Emotionen für ihn und seine beiden Kinder Helle und Jan. Allerdings ist und bleibt Vittorias Leben von einem Geheimnis überschattet in dem auch der Grund ihrer Furcht vor Entdeckung verborgen liegt. So verstrickt sie sich ungewollt in ein kleines Lügengebilde.

 

Anna Grue hat hier einen schönen Freundschafts- und Liebesroman geschrieben, der zeigt wie unterschiedlich Menschen sein können und wie stark sie durch ihre Herkunft und ihren Charakter geprägt sein können. Freundschaftsbeziehungen und auch Liebesbeziehungen sind dadurch ebenso unterschiedlich, wie die Menschen, die sie leben. Und dennoch ist jede Freundschaft und jede Liebe auf ihre ganz eigene Art etwas Besonderes. Das beweist Anna Grue hier in dieser schönen Geschichte über eine junge Frau, die einen Neuanfang in einem ihr völlig fremden Land wagt.

 

Copyright © 2018 by Iris Gasper

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68 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

alkohol, große liebe, erste liebe, einsamkeit, linda winterberg

Unsere Tage am Ende des Sees

Linda Winterberg
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 06.11.2017
ISBN 9783746633541
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hanna hat ihren Mann bei einem tragischen Unfall verloren. Die fast erwachsene Tochter zieht es außer Landes und nun steht Hanna vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens. Das kleine Reihenhaus in Hamburg möchte sie verkaufen. Und dann erhält sie nach 25 Jahren einen Anruf ihrer Mutter, die nach wie vor in einem kleinen Ort in Süddeutschland lebt und mit der Hanna seit damals überhaupt keinen Kontakt mehr hatte. Hanna entschließt sich ihre Mutter zu besuchen und in die alte Heimat zurückzukehren. Doch dort trifft sie die Vergangenheit mit voller Wucht.

 

„Unsere Tage am Ende des Sees“ erzählt die Geschichte von Hanna und deren Leben. Der Leser erfährt etwas über Hannas Leben in der Gegenwart aber eben auch über deren Leben in der Vergangenheit. Dabei spielt insbesondere die Beziehung zwischen Hanna und ihrer Mutter eine große Rolle. Hannas jugendliches Leben ist vom Alkoholismus der Mutter geprägt. Die größte Stütze des jungen Mädchens ist ihre erste Liebe Alex. Mit dem jungen Mann verbringt sie viel Zeit auf einem Steg am Ende des Sees. Eine schöne Zeit, die durch Hannas Fortgehen damals ein jähes Ende gefunden hat.

 

Linda Winterberg schildert in ihrem Roman die Probleme in einer Familie mit einem alkoholkranken Angehörigen. Diese Problematik bindet sie aber sehr gelungen in eine schöne Familien- und Liebesgeschichte ein. Die Mischung ist hier einfach ideal. Die Zeitwechsel gelingen perfekt und der Leser kann ganz tief in Hannas Gefühle eintauchen.

 

Hier wird deutlich wie schwer das Leben mit einem alkoholkranken Angehörigen ist und wie grausam es für einen jungen Menschen ist so etwas erleben zu müssen. Da muss das eigene Leben automatisch zurückstecken und das ist schwer.

 

Das Ende des Buches ist offen gehalten und passt damit zur Gesamtgeschichte, die von traurigen und glücklichen Momenten geprägt ist. So darf der Leser sich selbst die Geschichte weiterdenken. Insgesamt ist „Unsere Tage am Ende des Sees“ ein Roman, der zu begeistern versteht und den man kaum beiseite legen möchte. Angenehme Unterhaltung!

 

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(24)

42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

trauer, familie, neustart, australien, england

Nur zusammen ist man nicht allein

Mike Gayle , Katja Bendels
Flexibler Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.12.2017
ISBN 9783458363163
Genre: Romane

Rezension:

Tom verliert bei einem Autounfall seine geliebte Ehefrau. Seine beiden Töchter Evie und Lola verlieren die Mutter und Linda verliert ihre Tochter. Das Leben geht weiter, aber es hat sich verändert. Tom vergräbt sich in seinem Job. Er flüchtet förmlich aus der Familie und kümmert sich zu Hause um kaum noch etwas. Diese Rolle übernimmt Linda, Toms Schwiegermutter. Das Verhältnis zwischen Linda und Tom war und ist eigentlich perfekt. Die Beiden verstehen sich. Doch irgendwann trifft Linda die Entscheidung, dass Tom und die Kinder ihr Leben auch ohne sie in den Griff bekommen müssen. So setzt sie ihre Liebsten vor die vollendete Tatsache, dass sie für einen längeren Zeitraum nach Australien geht um dort ihre langjährige Freundin zu besuchen.

„Nur zusammen ist man nicht allein“ ist ein gefühlvoller Roman, der es versteht den Leser ganz tief zu berühren. Ein Schicksalsschlag im Leben verändert für die Beteiligten alles und dann heißt es weitermachen und dabei man selbst bleiben und mit dem eigenen Leben klarzukommen. Dieser Roman ist abwechselnd aus der Sicht von Tom und Linda geschrieben und lässt den Leser tief in die Gedankengänge der handelnden Personen Einblick nehmen. Gerade hierdurch wird deutlich was den Einzelnen bewegt.

Linda, Tom und die Kinder lassen den Leser teilhaben an ihrer Trauerbewältigung. Dabei kommen Geheimnisse ans Licht, werden neue Freundschaften geschlossen und bewegende Momente erlebt. So und nicht anders ist das Leben. Mike Gayle ist hier ein wundervoller Roman gelungen, der lange nachklingt und mit einem schönen, schlüssigen und keinesfalls kitschigen Ende aufwartet. Perfekt.

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200 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 98 Rezensionen

euthanasie, inge löhnig, zweiter weltkrieg, 2. weltkrieg, mord

Die Vergessenen

Ellen Sandberg
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 27.12.2017
ISBN 9783328100898
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Manolis Lefteris ist heute Inhaber eines Autohauses. Ihm geht es gut, obwohl das in seinem Leben zunächst anders aussah. Erst die Begegnung mit Bernd Köster hat ihm sein heutiges Leben ermöglicht. Doch immer noch lasten die Vergangenheit und besonders die einstige Beichte seines Vaters auf ihm. Er ist auf der Suche nach Gerechtigkeit, nach wahrer Gerechtigkeit und genau deshalb erledigt er ganz spezielle Aufträge für Bernd Köster nebenher. Sein neuester Auftrag besteht darin Unterlagen aus den Händen eines gewissen Christian Wiesinger zu entwenden. Doch das gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Die Besitzerin der Unterlagen, Kathrin, liegt mit einem Schlaganfall im Krankenhaus und deren Nichte Vera kümmert sich um ihre Wohnung und alles was zu regeln ist. Dabei stößt sie auf ein Fotoalbum mit Bildern ihrer Tante als junge Frau im Jahr 1944 in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Vera ist verwundert, denn über diese Tätigkeit und diese Zeit hat ihre Tante nie geredet. Veras Neugier als Journalistin ist geweckt. Nicht unbedingt zufällig begegnet Vera im Zuge ihrer Nachforschungen auch Manolis Lefteris.

Mit „Die Vergessenen“ präsentiert Inge Löhnig unter ihrem Pseudonym Ellen Sandberg einen Spannungsroman, der den Leser nicht mehr loslässt. Die Spuren des Nationalsozialismus werden hier greifbar nah, seine Gräueltaten eindringlich und intensiv geschildert. Bis heute sind Familien davon betroffen und leiden unter den Geschehnissen von damals. Das wird am Beispiel von Manolis und auch von Kathrin und weiteren handelnden Personen sehr deutlich. Dieser Roman weckt Emotionen umso mehr, weil er nicht nur fiktiv ist, sondern eben auf reale Ereignisse zurückgreift. Er beleuchtet Geschehnisse, wirft aber dabei auch einen kritischen Blick auf unsere heutigen Gesetze und deren Umsetzung.

Das Anliegen der Autorin den Leser wachzurütteln und zu sensibilisieren, damit die damaligen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten, ist ihr mit diesem Roman auf vortreffliche Weise gelungen. So ist „Die Vergessenen“ ein Appell an jeden Leser mit wachsamen Augen durchs Leben zu gehen.

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154 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 79 Rezensionen

hamburg, liebe, kaffee, 2. weltkrieg, familiengeheimnis

Die Oleanderfrauen

Teresa Simon
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2018
ISBN 9783453421158
Genre: Romane

Rezension:

Die Autorin Teresa Simon entführt uns in ihrem Buch „Die Oleanderfrauen“ nach Hamburg. Dort taucht der Leser in unterschiedlichen Zeitebenen in die Welt des Kaffees ein.

Jule führt in Hamburg ein kleines Café mit dem Namen Strandperlchen. Damit hat sie sich einen Lebenstraum erfüllt. Leider steht eine Mieterhöhung ins Haus und Jule weiß nicht, wie sie diese dauerhaft finanzieren soll. Da wird ihr wohl auch ihre zweite Einnahmequelle nicht weiterhelfen. Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich nebenher damit Familiengeschichten aufzuarbeiten. Diese Aufgabe erfüllt sie mit viel Engagement so wie sie auch mit Liebe und Leidenschaft ihre Kuchen herstellt und in ihrem Strandperlchen ausgefallenen Kaffeesorten kredenzt.

Zufällig macht Jule die Bekanntschaft von Johanna, einer älteren Dame, die gerade dabei ist die Hinterlassenschaften ihrer verstorbenen Mutter zu durchforsten. Dabei ist Johanna auf ein interessantes Tagebuch gestoßen. In diesem hat eine junge Frau namens Sophie ihr Leben in der Zeit zwischen 1936 und 1943, also zur Zeit des Nationalsozialismus, niedergeschrieben. Sophie stammt aus gutem Hause, ihr Vater ist ein einflussreicher Kaffeebaron. Als Sophie sich in den Sohn der Köchin verliebt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Von der Geschichte der jungen Sophie ist Johanna sehr berührt. Sie beauftragt Jule damit herauszufinden wer diese junge Frau war und was sich überhaupt über die Personen, die im Tagebuch vorkommen, herausfinden lässt.

Teresa Simon hat hier eine Geschichte in zwei Handlungssträngen geschaffen, die mit viel Liebe geschrieben wurde. In ihr stecken viele Emotionen aber auch viel Hintergrundrecherchen. „Die Oleanderfrauen“ ist ein historischer Roman, der lange nachwirkt. Hier wird die Zeit des Nationalsozialismus an diversen Beispielen sehr eindringlich dargestellt. Unvorstellbares Leid hat diese Zeit über viele Menschen und ihre Familien gebracht. Teilweise wirkt das auch noch bis heute nach. Wer das nicht glaubt, der sollte diesen Roman zur Hand nehmen und teilhaben am Schicksal von Sophie und ihrem geliebten Hannes, ihrem Freund Malte, aber auch am Leben von Jule und Johanna.

Dieses Buch versteht es zu begeistern. Es macht nachdenklich, weckt Emotionen und wirkt lange nach. Großartig!

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

göppingen, mord, 2017, polizist, rache

Dezembermord

Jochen Frech
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 24.08.2017
ISBN 9783740801762
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Mann wird im Göppinger Stauferbrunnen tot aufgefunden. Wurde er ertränkt? Das Ermittlungsteam rund um Moritz Kepplinger tappt im Dunkeln. Dann gibt es einen weiteren Toten und viele Spuren führen in unterschiedliche Richtungen. Zwischen den beiden Toten scheint es zunächst keine Verbindung zu geben, doch Kepplinger und sein Team suchen nach Zusammenhängen.

Dezembermord ist ein weiterer Fall für Moritz Kepplinger und Lea Thomann, die eingefleischte Leser vielleicht bereits aus dem Vorgänger „Hochsommermord“, der 2013 im btb Verlag erschienen ist, kennen. Moritz und Lea verstehen sich gut, fühlen sich auch privat zueinander hingezogen, sind aber von ihrer Persönlichkeit unterschiedlich. Während Kepplinger eher besonnen an eine Ermittlung oder Sache herangeht ist Lea oft zu voreilig und bringt sich damit auch gerne einmal in größere Gefahr.

Bei dieser Ermittlung hier ist es ähnlich. Für den Leser ist dieser Krimi keine leicht Kost, was leider auch daran liegt, dass einfach zu viele Personen auftauchen und zu viele Perspektiven, die man auf Anhieb gar nicht zuordnen kann. Das ist stellenweise sehr verwirrend und schmälert auch die Spannung und den Lesegenuss etwas. Nichtsdestotrotz ist „Dezembermord ein lesenswerter Krimi mit einer gelungenen Aufklärung und einem schlüssigen Ende.

Der Leser sollte in jedem Fall am Ball bleiben und den Krimi in einem Rutsch lesen mit keinen großen Unterbrechungen. Dafür ist die Handlung zu umfangreich und die Wege zur Auflösung zu komplex.

In jedem Fall merkt man auch diesem Krimi deutlich an, dass der Autor sich mit der Ermittlungsarbeit auskennt. So ist es für ihn ein leichtes alles sehr detailliert zu beschreiben.

„Dezembermord“ basiert auf einer guten Story, die hier leider etwas zu ausufernd präsentiert wird.

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157 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 91 Rezensionen

liebe, unfall, weihnachten, roman, abschiedsbrief

Morgen ist es Liebe

Monika Maifeld
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.09.2017
ISBN 9783426654323
Genre: Liebesromane

Rezension:

Martin Hallberg hat sich in die Weinberge zurückgezogen. Er will seinem Leben ein Ende bereiten. Ein Abschiedsbrief steckt in seinem Mantel. Es ist kalt und verschneit und Martin ist davon überzeugt, dass diese Kälte ihm bei seinem Vorhaben eine Hilfe sein wird. Doch dann muss er mit ansehen, wie ein Fahrzeug von der Straße abkommt und einen Hang hinunterrutscht. Sofort leistet er Hilfe. Die verunglückte Frau zieht er aus dem Autowrack und deckt sie mit seinem Mantel zu. Als er bemerkt, dass sich Rettungsfahrzeuge nähern, zieht er sich zurück, denn er möchte nicht entdeckt werden. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Martin hat sein altes Leben hinter sich gelassen, hat die letzten Tage und Wochen als Bettler auf der Straße verbracht. Und dorthin kehrt er nun unverrichteter Dinge wieder zurück. Getrieben von der Angst, dass jemand den Brief in seinem Mantel finden und vielleicht tatsächlich versenden könnte, macht sich Martin Hallberg auf die Suche nach der verunglückten Frau. Deren liebenswerte und hilfsbereite Mutter nimmt Martin in ihrem Haushalt auf. Sie hat Mitleid mit diesem Bettler, der sich doch so gesittet verhält. So verbringt Martin die Weihnachtstage im Hause von Martha und deren Tochter Alexandra. Vorsichtig flammen Gefühle für die verunglückte Frau auf. Auch Alexandra fühlt sich diesem Bettler irgendwie verbunden, aber sie kennt den Grund dafür nicht. Sie hat die Erinnerung an den Unfall verloren und weiß nicht, wer sie gerettet hat.

„Morgen ist es Liebe“ ist eine romantische Liebesgeschichte, aber auch noch so viel mehr. Die Handlung spielt in der Weihnachtszeit und passend dazu wird hier deutlich wie schön es sein kann anderen Menschen zu helfen. Geben und Nehmen liegt so nah beieinander. Eigentlich braucht man dafür nicht die Weihnachtszeit, aber hier passt diese Zeit einfach sehr schön zur Handlung.

Die Geschichte birgt einige Verwicklungen und Geheimnisse und als Leser ist man getrieben von der Frage was Martin Hallberg eigentlich verbirgt und ob er sich irgendwann gegenüber Martha oder Alexandra erklären wird. Dafür aber braucht es Zeit und einige Denkanstöße.

Viele menschliche Schicksale spielen eine Rolle in diesem Buch. Das ist schön gemacht, auch wenn natürlich nicht jedes dieser Schicksale unbedingt eine Rolle spielen müsste und auch nicht direkt einen Einfluss auf die Entwicklungen hat. Dennoch schafft es der Roman durchweg zu unterhalten und eine schöne Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, wie es der Leser bei einem solchen Buch auch erwartet.

Monika Maifeld präsentiert mit diesem Buch eine Geschichte, die beim Lesen ein Gefühl von Glück und Wärme erweckt.

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85 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

berlin, thriller, folter, mord, grand guignol

Der Todesmeister

Thomas Elbel
Flexibler Einband
Erschienen bei Blanvalet, 20.11.2017
ISBN 9783734104145
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Viktor von Puppe wechselt vom Innenministerium zum LKA Berlin. Das geschieht nicht ganz uneigennützig, was sich der Leser auch gleich zu Beginn denken kann, da Viktor beim LKA wesentlich schlechter bezahlt wird als zuvor. Also muss wohl ein anderer, sehr wichtiger Grund für seinen Wechsel vorliegen. Jedenfalls ist er mit Begeisterung dabei als kurz nach seinem Arbeitsbeginn eine erste Leiche auftaucht. Die junge Frau wurde übel zugerichtet und aus der Spree gefischt. Es handelt sich um die Nichte des Berliner Justizsenators. Gemeinsam mit seinem Kollegen Kenji Tokugawa und der Kollegin Begüm Duran macht er sich an die Aufklärung des Falles. Dabei steht dem Team auch die Rechtmedizinerin Stella Samson zur Seite. Leider sind hier höhere Kreise involviert und für diese zählt einfach nur eine schnelle Aufklärung. Ob diese dann auch den richtigen Täter liefert scheint zweitrangig zu sein. So werden Viktor und seine Kollegen leider schon frühzeitig in ihrer Arbeit behindert bzw. gar mit anderen Aufgaben betraut. Aber das hält dieses Team natürlich nicht davon ab der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Und diese Wahrheit lässt sie in wahre Abgründe blicken.

 

„Der Todesmeister“ ist der erste Thriller des Autors Thomas Elbel. Neben der eigentlichen Krimihandlung nimmt hier auch das Leben der ermittelnden Beamten einen großen Raum ein. Dies ist vor dem Hintergrund, dass wohl weitere Fälle für Viktor und seine Kollegen folgen sollen, durchaus interessant und angebracht. Alle Personen sind, jede für sich betrachtet, wirklich außergewöhnlich und alle haben eine interessante Vergangenheit bzw. besondere Vorlieben.

 

Der gesamte Thriller ist spannend gehalten, sowohl in Bezug auf die laufenden Ermittlungen als auch in Bezug auf die handelnden Personen. Als Leser muss man schon etwas hart gesotten sein, wenn man sich auf das einlässt, was die Opfer hier erleiden müssen. Die Motive des Täters und seine Identität werden keinesfalls zu früh verraten. Auch hier konnte mich der Autor überzeugen.

 

Diesem Serienauftakt sollte jeder Liebhaber von Krimis und/oder Thrillern seine Aufmerksamkeit widmen und dabei eintreten in das Grand Guignol, das Kabarett des Schreckens.

 

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157 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 119 Rezensionen

thriller, berlin, alanna, henry frei, kreuzigung

Böses Kind

Martin Krist
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei epubli, 26.10.2017
ISBN 9783745035292
Genre: Romane

Rezension:

Kommissar Henry Frei betritt die Ermittlungsbühne. Er ist Familienvater, glücklich verheiratet und hat Kinder. Seine Macke sind sein sehr geradliniges Verhalten, seine Genauigkeit, seine Ordentlichkeit. Doch er ist sympathisch und kennt seine Schwächen.

 

Während der laufenden Ermittlungen in einem Fall, an dessen Aufklärung Frei und seine Kollegin Louisa Albers arbeiten, machen die Beiden auch die Bekanntschaft von Suse. Suse ist alleinerziehend und derzeit total überfordert. Die neuen Lebensumstände ohne Mann, ihre neue Wohngegend, die pubertierende Tochter, die jüngeren Kinder, der Job und der Haushalt, das alles wächst Suse über den Kopf. Und dann verschwinden auch noch Tochter Jacqueline und der Hund der Familie spurlos. 

 

Martin Krist ist bekannt für seine mehreren Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte miteinander verflechten und den Zusammenhängen zwischen neuen und alten Geschichten. So tauchen auch in „Böses Kind“ wieder alte Bekannte auf. Das geschieht unauffällig für neue Leser aber für alte Leser mit dem gewünschten Aha-Effekt. Und die Handlungsstränge finden zueinander.

 

Der Leser wird hier durch eine Geschichte geführt, die gleichbleibende Spannung verspricht und deren Wendungen kaum vorhersehbar sind. Dabei spielt auch der Faktor Zeit eine Rolle. Mehr aber kann dazu nicht verraten werden.

 

Der Untertitel des Buches „Alanna“ deutet darauf hin, dass es weitergehen wird mit Kommissar Frei und seinen Ermittlungen und so wird es auch sein. Der Autor plant eine Fortsetzung der Reihe, deren erster Band hier im Selbstverlag erschienen ist und in dem Alanna bereits etwas Raum geschenkt wird, wenngleich sie hier nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

 

Martin Krist ist mit „Böses Kind“ ein gelungener Auftakt für einen besonderen Ermittler gelungen. Die Aufklärung des Falles mit dennoch offenem Ende verspricht die erhoffte Fortsetzung. Die Vergangenheit wirkt in der Gegenwart fort und lässt Kommissaar Frei und andere Personen noch nicht aus ihren Fängen.

 

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161 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

happy end, liebe, amnesie, charlotte lucas, hamburg

Wir sehen uns beim Happy End

Charlotte Lucas
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783785725993
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ella will Philip heiraten. Für ihn macht sie alles. Sie liebt ihn und lebt für ihn, hat für ihn sogar ganz selbstverständlich ihre eigene Selbstständigkeit aufgegeben. Für Ella ist alles perfekt. Das schreibt sie auch auf ihrem Blog „Better Endings“ nieder, in dem sie neben ihren eigenen Wünschen und Plänen auch stets Geschichten und Büchern ein schöneres Ende, ein Happy End, verleiht. Viel zu oft ist für Ella der Ausgang eines Films oder eines Romans nicht schön genug. Das mag sie einfach nicht, also muss ein anderes Ende her. Doch dann muss sie feststellen, dass ihr Freund Philip sie betrügt und ihre Welt bricht zusammen. Ist ihr persönliches Happy End noch zu retten? In ihrer verzweifelten Flucht aus dem gemeinsamen  oder besser gesagt aus Philips Haus  stolpert sie eher zufällig über Oscar. Dieser Mann verliert bei seinem Zusammenstoß mit Ella im wahrsten Sinne des Wortes sein Gedächtnis. Und nun ist es an Ella ihm wieder auf die Sprünge zu helfen. Und das macht sie auf ihre ganz eigene Art und Weise und überschreitet dabei Grenzen und verstrickt sich in einem großen Gebilde aus Lügen.

„Wir sehen uns beim Happy End“ ist ein Roman voller schöner Zufälle und wundersamer Ereignisse. Die Geschichte ist etwas fürs Herz. Dabei ist die Protagonistin Ella eine aus meiner Sicht sehr naive und einfach gestrickte Frau, die aber eigentlich nichts Böses im Schilde führt, es aber leider durch ihr Verhalten teilweise herbeiführt. Und dennoch steht ihr doch sicher ein Happy End zu.

Dieser Roman ist wie auch sein Vorgänger „Dein perfektes Jahr“ in einer wunderbaren Hardcoverausgabe erschienen. Die farbenfrohe Gestaltung lässt sofort darauf schließen, dass es sich hier um einen Frauenroman handelt, der für fröhliche und unterhaltsame Lesestunden sorgen wird. Besonders schön habe ich persönlich die Verbindung der beiden Geschichten zueinander gefunden. So bekommen einige Charaktere aus „Dein perfektes Jahr“ auch in „Wir sehen uns beim Happy End“ eine kleine Nebenrolle. Sehr schön gemacht.

Diese sehr emotionale und leicht verrückte Story sollte man sich nicht entgehen lassen.

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100 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

liebe, schwanger, familie, london, schwangerschaft

Und jetzt auch noch Liebe

Catherine Bennetto , Teja Schwaner , Iris Hansen
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 18.08.2017
ISBN 9783746633435
Genre: Romane

Rezension:

Emmas Beziehung zu Ned geht den Bach runter als sie feststellt, dass sie von ihm schwanger ist und sich verinnerlicht, dass Ned einfach nur unordentlich und unzuverlässig ist. Er ist arbeitslos und setzt mit seinen Geschäftsideen regelmäßig Geld in den Sand, was die Beiden für andere Dinge besser hätten brauchen können. Neben der Trennung von Ned verliert Emma leider auch noch ihren Job in der Filmbranche und muss nun, schwanger, alleine und arbeitslos, zunächst einmal sehen wo sie unterkommt. Ihre Rettung ist die Familie. Zunächst zieht sie zur Mutter, einige Zeit später in das Cottage der verstorbenen Großmutter. Dort trifft sie dann zufällig auf Joe, einen netten Typen mit dem sie sich perfekt versteht. Gedanken an mehr kommen aber nicht auf. Sowohl Emma als auch Joe hängen noch ihren jeweiligen aktuellen eigenen Problemen nach.

Emma ist zwar erwachsen, mir als Leserin kommt sie aber wie ein absolut unreifer Teenager vor. Die Trennung von Ned ist zwar richtig und konsequent, aber das ist auch der einzige Punkt, den ich an Emmas Handlungen gutheißen kann. Ansonsten schlittert sie förmlich nur durch das Leben. Über ihren kleinen Neffen, der eine Rolle in einem Film bekommt, darf Emma auch eine Zeit lang wieder Teil von Dreharbeiten sein. Diese Zeit nimmt einen großen Teil des Romans ein, den ich persönlich als eher überflüssig angesehen habe. Teilweise werden hier Dinge total überspitzt dargestellt, die mich keinesfalls gereizt oder interessiert haben. Hier wäre weniger sicher mehr gewesen, vor allem weil dieser Teil der Geschichte überhaupt nur wenig mit der eigentlichen Haupthandlung des Buches zu tun hat.

Insgesamt gesehen ist „Und jetzt auch noch Liebe“ ein netter Unterhaltungsroman mit einem überflüssigen Mittelteil. Die Geschichte ist nichts Besonderes und teilweise wirklich schräg. Das Ende allerdings macht dann doch noch richtig Freude und schafft einen schönen runden Abschluss. Etwas Entwicklung in die richtige Richtung haben die handelnden Personen dann letztlich doch erreicht.

Ein Buch für Liebhaber verrückter Geschichten.
 

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51 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

krimi, finnland, familienmorde, gewalt, misshandlung

Die Stunde des Wolfs

Simo Hiltunen , Peter Uhlmann
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 06.11.2017
ISBN 9783352009044
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lauri Kivi ist Reporter. Er arbeitet für eine sehr renommierte finnische Zeitung. Als bekannt wird, dass ein bislang unbescholtener Polizist seine Familie getötet haben soll, teilt Lauri Kivi diese Meinung nicht. Vielmehr fällt ihm auf, dass es in Finnland in letzter Zeit eine große Anzahl ähnlicher Fälle gegeben hat. Lauri vermutet hinter diesen angeblichen Familiendramen Morde und macht sich daran den möglichen Mörder mit Provokationen aus seiner Deckung zu locken.

 

„Die Stunde des Wolfs“ ist der erste Kriminalroman des Autors Simo Hiltunen. Die Geschichte ist in typischer nordischer Art und Weise geschrieben. Die Atmosphäre ist recht düster. Bei seinen Schilderungen bedient sich der Autor häufigen Zeitsprüngen. Dabei wird auch die Person des Reporters Kivi, besonders dessen Vergangenheit, ins Visier genommen. Lauri war als Kind häufigen Gewaltausbrüchen durch seinen Vater ausgesetzt. Er selbst neigt auch zu Gewalt, allerdings hauptsächlich in Verbindung mit dem Genuss von Alkohol. Dennoch führt er ein relativ normales Leben, sieht man einmal davon ab, dass er Frau und Tochter schon früh verlassen hat um diese beiden Menschen vor seinem eigenen Handeln zu schützen. Die Tochter Aava, heute bekannte Sängerin, glaubt ihr Vater sei tot. Sie begegnet ihm nun erstmals seit vielen Jahren bei einem Interview. Ihre Nähe zu Kivi bringt sie dabei in Gefahr.

 

Viele Personen und jeweils unterschiedliche Namen für diese führen zu Beginn der Geschichte oft zu Problemen beim Leseverständnis. Dennoch sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, denn dieser Krimi ist spannend gemacht. „Einsame Wölfe“ gibt es hier mehrere und deren Taten werden auch ausführlich beschrieben. Das muss man allerdings mögen. So ist dieser Krimi nur etwas für hartgesottene Leser, die auch einen Ermittler mit Ecken und Kanten mögen, abstoßende Wirkung garantiert. Ich aber finde man muss Lauri Kivi nicht mögen, man muss nur lernen ihn und sein Handeln zu verstehen.

 

Der Titel des Buches ist mit „Die Stunde des Wolfs“ hier perfekt gewählt. Auch den echten Wolf muss man nicht mögen, aber man kann sein Handeln erklären und verstehen lernen.

 

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

weihnachten, familie, esel, nachkriegszeit, frankfurt

Für immer Weihnachten

Linda Winterberg
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 15.09.2017
ISBN 9783352009051
Genre: Romane

Rezension:

Eva hat ihren geliebten Mann Johannes im Krieg verloren. Nunzieht sie die Tochter Lotte, die Johannes nie kennengelernt hat, alleine auf.Mit Paul hofft sie auf eine neue gemeinsame Zukunft. Doch Paul, der anfangs sonett und freundlich war, entwickelt sich, als es auf Weihnachten zugeht,zunehmend zu einem verschlossenen und unfreundlichen Mann. Was dahinter stecktverbirgt er vor Eva und Lotte. Weihnachten will er nicht feiern. Doch Eva wünscht sich für Lotte ein schönes Weihnachtsfest mit allem Drum und Dran. Als dann Lotte vom Leierkastenmann einen kleinen Esel geschenkt bekommt und diesen mit nach Hause bringt, läuft das Fass über. Paul wirft Eva und ihre Tochter aus der Wohnung.

„Für immer Weihnachten“ ist eine kleine, aber sehr feine
Weihnachtsgeschichte. Die Ereignisse spielen in einer Zeit in der es denMenschen in Deutschland nach dem Krieg ganz langsam wieder besser geht, aberalle noch mit ihren eigenen kleinen Dämonen kämpfen. Auch Paul und Eva habenmanche Dinge in ihrem Leben nicht wirklich verarbeitet und es nicht geschafft mit dem neuen Partner darüber zu sprechen. So bedarf es wohl eines kleinen
Wunders um hier doch noch ein für alle gelungenes und frohes Weihnachtsfest undein gutes Ende zu bewirken. Ein kleiner Esel kann dabei vielleicht helfen.

Dieser kleine Roman ist bezaubernd und genau die richtige Lektüre zum Fest. Hier darf jeder noch einmal in sein Innerstes blicken und für sich überlegen was Weihnachten eigentlich bedeutet. Eine Geschichte, die den Geist der Weihnacht in allen seinen Facetten einfängt. 

Copyright © 2017 by Iris Gasper


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