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7 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

familie, wohlfühlroman, testament, #bloggerportal, roman

Die Blumenschwestern

Cathy Hopkins , Gabriele Weber-Jaric
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.01.2018
ISBN 9783442486779
Genre: Romane

Rezension:  
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84 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

steampunk, fantasy, jugendbuch, diogenes, fantasieroman

Die Seltsamen

Stefan Bachmann ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.10.2015
ISBN 9783257243314
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(37)

75 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

sorgerecht, familie, kinder, trauer, tod

Die andere Seite des Glücks

Seré Pr. Halverson , Helga Augustin , Seré Prince Halverson
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.07.2013
ISBN 9783596193783
Genre: Romane

Rezension:

Ella Beene lebt im im Städtchen Elbow in Nordkalifornien und ist glücklich mit ihrem italienischstämmigen Ehemann Joe Capozzi und seinen beiden Kindern Annie und Zach, die sie wie ihre eigenen liebt. Seine Ehefrau Paige hatte Joe vor drei Jahren verlassen und einen Abschiedsbrief hinterlassen, dass sie sich als Mutter nicht geeignet fühlt. 
Als der Hobbyfotograf Joe bei der Suche nach einem Motiv von einer Welle erfasst wird und im Meer ertrinkt, kommt auch seine Exfrau zur Beerdigung und sieht dort nach drei Jahren zum ersten Mal ihre Kinder wieder, zu denen sie seit ihrem Weggang nach Las Vegas keinen Kontakt mehr hatte. 
Ella ist verunsichert. Sie trauert um ihren Mann, der den Ernst der wirtschaftlichen Lage der Familie, die seit drei Generationen einen Supermarkt mit überwiegend italienischen Lebensmitteln führt und fürchtet, dass Paige sich in das Leben der Kinder drängt und wieder ihre Mutter sein möchte. 
Nachdem es zunächst den Anschein hat, dass die leibliche Mutter aufgrund ihres Desinteresses der letzten drei Jahre nur die Chance auf ein zeitlich eingeschränktes Umgangsrecht haben wird, treten während der Prüfung des Sorgerechts Wahrheiten zutage, die Paige und Joe in einem anderen Licht dastehen lassen und Ellas schlimmste Befürchtungen wahr werden lassen könnten.
"Die andere Seite des Glücks" ist ein Familiendrama über Mutterliebe und den Kampf um die Fürsorge zweier Kinder, deren Sorgerecht bisher allein beim inzwischen verstorbenen Vater gelegen hat. Ella ist diejenige, die sich die letzten drei Jahre um die beiden Kinder gekümmert hat, die im unmittelbaren Umfeld der Verwandten ihres Vaters, bei Onkel, Nonna und Nonno aufgewachsen sind. Daneben gibt es die leibliche Mutter, die noch während der Stillzeit ihres Sohnes aufgrund der irrigen Überzeugung, keine gute Mutter sein zu können, gegangen ist. Nach erfolgreich abgeschlossener Psychotherapie sieht sie sich nach dem Tod ihres Exmannes in der Lage, das Sorgerecht für ihre Kinder zu übernehmen und möchte sie zu sich nach Las Vegas holen. Es geht um die Frage des Kindeswohls: Sollen die Kinder ihrem gewohnten Umfeld entrissen werden, um bei der leiblichen Mutter aufzuwachsen? Welche Rolle kann die Stiefmutter, die die Kinder bisher liebevoll umsorgt hat, spielen?
Es ist ein sehr empathisch geschriebener Roman, der aus der Perspektive von Ella erzählt wird. Man kann sich in ihre Gefühls- und Gedankenwelt hineinversetzen, erlebt sie als starke, kämpferische Stiefmutter, aber auch als verletzliche und verzweifelte Witwe und Frau, deren Gewissen ihr im Kampf gegen die zurückgekehrte Exfrau und leiblichen Mutter im Wege steht. Gleichzeitig dreht es sich auch um die Frage, worauf man als Mutter aus Liebe und für das Wohlergehen der Kinder verzichten kann. 
Es ist eine bewegende, authentisch geschriebene Geschichte, die nebenbei die Geschichte der italienischen Einwanderer in die USA erzählt und deren Situation als unerwünschte Feinde während des Zweiten Weltkrieges und ihrer Deportation beschreibt. Dieses geschichtliche Detail fand ich durchaus interessant, aber im Rahmen des Hauptplots des Sorgerechtsstreits unpassend und zu kurz gefasst. Wie der Streit zwischen den beiden Frauen beendet wurde, empfand ich zudem unnötig dramatisch und für eine unbedingte Entscheidungsfindung zu einfach dargestellt. 
Dennoch ist "Die andere Seite des Glücks" ein bis zum Schluss unterhaltsamer Roman, der beschreibt, dass das Glück der einen das Unglück der anderen sein kann, der emotional und schicksalhaft, aber nicht zu kitschig ist. 

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Tags: familie, familiendrama, fürsorge, kinder, sorgerecht, stiefmutter, tod, verlust   (8)
 

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73 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

entführung, mexiko, familiendrama, hass, online texte

Die Schwester

Joy Fielding , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.10.2017
ISBN 9783442477272
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anlässlich ihres zehnten Hochzeitstages verbringen Caroline und Hunter einen Kurzurlaub in Mexiko. Als sie abends mit Freunden im Hotel beim Dinner feiern, lassen sie ihre beiden Töchter, die fünfjährige Michelle und die zweijährige Samantha, allein in der Suite, da kein Babysitter verfügbar war. Caroline und Hunter sehen halbstündlich nach den schlafenden Kindern bis Caroline Samanthas Bettchen leer vorfinden. Das Mädchen bleibt spurlos verschwunden. 
15 Jahre später erhält Caroline einen Anruf von einer 17-jährigen Teenagerin aus Calgary, Lili, die vermutet, die verschwundene Samantha zu sein. Sie ist bereit für einen DNA-Test...
Der Roman ist zunächst abwechselnd in Abschnitte aus der Vergangenheit und Gegenwart unterteilt, bis der Fokus im letzten Drittel auf den Geschehnissen in der Gegenwart liegt. Die Handlung wird aus Sicht von Caroline geschildert, die nicht nur unter Verlust ihrer jüngsten Tochter leiden musste, sondern in den Medien stets als kaltherzige Rabenmutter und Schuldige am Verschwunden von Baby Samantha dargestellt wurde. Während sie dadurch sogar Probleme hatte, eine Anstellung als Lehrerin zu bekommen, konnte ihr Mann ein neues Leben beginnen und wieder eine Familie gründen. 
Caroline klammert sich an den Strohhalm, dass Lili ihre Tochter ist, wohingegen insbesondere ihre schwierige ältere Tochter skeptisch ist und vermutet, dass diese eine Betrügerin ist, die Caroline um Geld erleichtern möchte. Als Lili dann tatsächlich in die USA reist, wartet die Familie gespannt auf das Ergebnis des DNA-Tests. Währenddessen werden Geheimnisse offenbar, was sich wirklich am Abend des Verschwindens von Samantha ereignet hat. 
Bei "Die Schwester" handelt es sich mehr um ein Familiendrama als um einen Thriller. Über das Thema verschwundenes/ entführtes Kind, das nach Jahren wieder auftaucht, wurden schon einige Romane geschrieben und auch dieser ist nach altbekanntem Muster aufgebaut und spielt mit den üblichen Klischees einer gescheiterten Ehe, unfair behandelter Ehefrau und Mutter und betrügerischem Ehemann, der das Drama ohne größere Reibungsverluste übersteht. 
Während absehbar ist, dass es sich bei Lili um die verschwundene Samantha handelt, bleibt nur noch spannend zu erfahren, wer und warum das Mädchen damals entführt hat. Dieser Fakt wird am Ende etwas abrupt und für mich unpassend wie ein Plädoyer aufgelöst und letztlich empfand ich den Hintergrund der Entführung ernüchternd und enttäuschend. 
Der Roman liest sich flüssig und natürlich möchte man als Leser auch wissen, was sich vor 15 Jahren tatsächlich ereignet hat, dennoch fehlte die nötige Spannung und Sympathie für die Protagonisten, um von der Geschichte gefesselt zu werden.

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Tags: betrug, drama, entführung, famileindrama, jahre später, lügen, urlaub, verschwundenes kind   (8)
 

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148 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

new york, drogen, restaurant, alkohol, essen

Sweetbitter

Stephanie Danler , Sabine Kray
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 11.04.2017
ISBN 9783351036720
Genre: Romane

Rezension:

Die 22-jährige Tess kehrt ihrer Heimat den Rücken, um in New York neu anzufangen. Sie erhält einen Job als Hilfskellnerin in einem Edelrestaurant, das die besten Zeiten hinter sich hat. Die Arbeit in dem Restaurant ist ein Knochenjob, der oft bis spät in die Nacht andauert. Die Anfängerin Tess muss sich unterordnen, möchte jedoch den Aufstieg von der Hilfskellnerin zur Kellnerin machen, ist wissbegierig und lässt sich von Kellnerin Simone in Bezug auf Wein weiterbilden. Gerade in stressigen Situationen, sei es an der Bar oder im Service, ist Tess sichtbar überfordert und steht anfangs des Öfteren kurz vor einem Nervenzusammenbruch. 
Nach Restaurant-Schluss trinken die Angestellten einen Absacker und ziehen in der Regel weiter in die nächste Bar. Alkohol und Drogen gehören zu Tess' Alltag. Tess passt sich den anderen Mitarbeitern des Restaurants an und fühlt sich zunächst von Simone und dann von Jack angezogen. In Jack verliebt sie sich, doch scheint eine Beziehung zu ihm keine Chance zu haben, da dieser in einem schon seit Jahren bestehenden (Abhängigkeits-)verhältnis zu Simone zu stehen scheint. 
Der Roman untergliedert sich in die vier Jahreszeiten und beschreibt Tess' Arbeit in dem New Yorker Restaurant innerhalb eines Jahres. Der Schauplatz des eintönigen Romans ist ausschließlich das Restaurant bzw. die "Park Bar". Der Inhalt des Romans ist im Wesentlichen auf den Arbeitsalltag in dem Restaurant reduziert. Auch wenn es ein Edelrestaurant ist, gibt es Probleme mit Ungeziefern und hygienische Mängel. Nach Schichtende bedienen sich die Angestellten am Alkohol und konsumieren ihre Aufputschmittel und härtere Drogen. Tess, deren Name der Leser erst nach zwei Drittel des Romans überhaupt erfährt, lässt sich willenlos mitziehen, um dazuzugehören. 
Die Charaktere, sogar die Protagonisten Tess, aus deren Sicht der Roman geschrieben ist, bleiben fremd. Der Leser erfährt rein gar nichts über Tess' Vergangenheit, weiß nicht, wo sie herkommt und welche Probleme es mit ihrer Familie gegeben haben muss, dass sie allein nach New York gegangen ist. Die Mehrheit der zahlreichen Angestellten, die einen den Überblick verlieren lassen - Köche, Barista, Kellner, Hilfskräfte - bleiben reine Statisten, von denen man nur die Namen kennt. 
Der Roman bleibt oberflächlich, verliert sich in Beschreibungen des deprimierenden Alltags in dem Restaurant und den allabendlichen Drogenexzessen von Tess und ihren Kollegen. Offensichtlich verarbeitet die Autorin in ihrem Debütroman ihre eigenen Erfahrungen als Kellnerin in New York. Die Geschichte ist schwer zugänglich wirkt zusammengestückelt und insbesondere langweilig, da über 400 Seiten nicht viel passiert. Jeder neue Tag - egal in welcher Jahreszeit - ist für Tess immer gleich, ein Alltag außerhalb des Jobs findet nicht statt. 
Auch wenn Tess am Ende des Romans unerwarteten Einsatz für sich selbst zeigt und Anspruch auf eine Anstellung als Kellnerin erhebt, vermisste ich eine Entwicklung der Hauptperson, mehr Tiefgang und Struktur, um einen Zugang zu ihrem Charakter, ihren Gefühlen und eine Idee für eine Intention der Autorin zu erhalten.
"Sweetbitter" zieht den Leser nicht nach New York, könnte in jeder x-beliebigen Großstadt handeln und beschreibt schon gar keinen kulinarischen Hochgenuss eines Edelrestaurant. Dieser Roman hinterlässt allenfalls einen bitteren Geschmack. 

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Tags: drogen, neuanfang, new york, restaurant   (4)
 

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496 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

liebe, london, trennung, delia, adam

Es muss wohl an dir liegen

Mhairi McFarlane , Katharina Volk , Heike Holtsch
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2016
ISBN 9783426517956
Genre: Liebesromane

Rezension:

Delia ist zehn Jahre mit ihrem Freund Paul zusammen, als sie ihm einen Heiratsantrag macht und durch eine versehentlich von Paul an sie verschickte SMS erfährt, dass dieser eine Affäre hat. Er verstrickt sich in weitere Lügen, weshalb Delias Vertrauensverhältnis zu Paul erschüttert ist. Da die 33-Jährige ihre Arbeitsstelle in der Stadtverwaltung in Newcastle zudem zunehmend nervt, kündigt sie und zieht kurzerhand zu ihrer Freundin Emma nach London. Dort findet sie einen Job als Junior Account Manager im Bereich Marketing wobei die kleine Firma und allen voran ihr Chef Kurt zwielichtig sind und ihr Geld mit erlogenen Geschichten verdienen. Delia hat zwar Skrupel, kann ihren Job aber auch nicht so einfach aufgeben, da sie von dem Enthüllungsjournalisten Adam West erpresst wird. Mehr und mehr freundet sie sich dagegen mit Joe an, mit dem sie in regem E-Mail-Kontakt steht und der mit seinen Social Media-Accounts der Stadtverwaltung in Newcastle das Leben mit negativen Postings schwer macht. 
Paul lässt nicht locker und hält den Kontakt zu Delia weiterhin aufrecht. Als ihr gemeinsamer Hund eingeschläfert werden muss, kehrt Delia nach Newcastle zurück, wo sie Paul wieder näher kommt. Doch als sie dann seine Geleibte die 24-jährige Celine zufällig trifft und ihr bewusst wird, dass Paul sie weiterhin belogen hat, entscheidet sie sich endgültig gegen Paul und für einen Neuanfang in London. 
"Es muss wohl an dir liegen" ist eine Geschichte über das Ende einer Beziehung und den Mut, nicht nur privat, sondern auch beruflich ein neues Leben zu beginnen. Der Plot ist nicht neu, jedoch abwechslungsreich und humorvoll geschrieben. Die rothaarige Delia mit ihrem unkonventionellem Kleidungsstil ist zwar etwas naiv, aber herzlich und sympathisch.
Das Buch hat mit seinen über 500 Seiten allerdings seine Längen. Insbesondere die Beschreibung von Delias Berufsalltag war mir zu sehr in den Vordergrund gerückt und war insbesondere aufgrund der plump-sexistischen Anspielungen der Männerwelt ermüdend zu lesen. In Bezug auf Delias Neuanfang hätte ich mir einen stärkeren Fokus auf die Verarbeitung der Trennung von Paul und die Avancen von Adam und Joe gewünscht, um den Roman etwas zu straffen. 
"Es muss wohl an dir liegen" ist eine turbulente Geschichte, die locker geschrieben ist und durch witzige Dialoge unterhält, aber einen sehr zähen Mittelteil hat, der den Leser nur durch die eigenwilligen, interessanten Charaktere bis zum Ende durchhalten lässt. Wer sich von dem Roman eine romantische Liebesgeschichte erhofft, wie es Cover und Klappentext suggerieren, wird enttäuscht sein. 

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Tags: betrug, ende der liebe, lügen, neubeginn, trennung, umzug   (6)
 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

entführung, familie, mutter-tochter-beziehung, verbrechen, lebenslüge

Das geheime Leben der CeeCee Wilkes

Diane Chamberlain , Tess Martin
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.09.2016
ISBN 9783959670470
Genre: Romane

Rezension:

Die 12-jährige CeeCee Wilkes verliert ihre Mutter, die im Alter von nur 29 Jahren an Brustkrebs stirbt. CeeCee wächst daraufhin in Pflegefamilien auf, vermisst jedoch ihre Mutter sehr, die ihr als Vermächtnis Briefe hinterlassen hat. Mit 16 Jahren verdient sie ihren Lebensunterhalt selbst in einem Coffeeshop und lernt dort  den Studenten Tim kennen, der so liebevoll zu ihr ist und in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Aus Angst ihn zu verlieren und wieder ganz allein zu sein, tut sie ihm einen Gefallen, der ihr ganzes Leben verändern und den sie noch Jahrzehnte später - unter ihrer neuen Identität als Eve Elliott - schwer bereuen wird. 
"Das geheime Leben der CeeCee Wilkes" ist eine gelungene Mischung aus Thriller und Familientragödie, die sich über knapp 30 Jahre erstreckt. Das Buch ist von Anbeginn spannend geschrieben und man fiebert mit der zunächst naiven, aber später sehr starken Protagonistin CeeCee bzw. Eve mit. Fesselnd liest sich ihre Lebensgeschichte, die auf einer Lüge aufgebaut ist, eine Lüge, die mit einem schweren Verbrechen verbunden ist. Eve wird mit Mitte 40 von ihrer Vergangenheit eingeholt und sieht sich mit dem schwerwiegenden Fehler ihrer Jugend konfrontiert, den sie über all die Jahre versucht hat zu verdrängen und der nun droht ihr Leben und das ihrer Familie, die sie sich nach Jahren der Einsamkeit aufgebaut hat, zu zerstören. Als Leser kann man sich gut in CeeCee bzw. Eve hineinversetzen, ihr Denken und Handeln nachvollziehen. Der Roman ist kurzweilig und zudem so authentisch geschrieben, dass man selbst im weiteren Handlungsverlauf, als CeeCee eine neue Identität annimmt und das Leben der treusorgenden Ehefrau und zweifacher Mutter führt, vergisst, was in der Vergangenheit geschehen ist. Sehr eindringlich ist ihr seelisches Leiden, das sich auch in ihrer verschlimmernden Arthritis zeigt, beschrieben und wie sie damit ringt, ihre Tarnung aufzugeben, den Fehler der Vergangenheit einzugestehen und damit das Leben von Tim zu retten, der sie vor knapp 30 Jahren so egoistisch ausgenutzt hat. 
Das Leben von CeeCee Wilkes ist eine faszinierende Geschichte voller Spannung und Emotionen, die den Leser bis zum Schluss mitnimmt. 

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Tags: entführung, gewissen, lebensgeschichte, lebenslüge, lüge, mutter-tochter-beziehung, neuanfang, neue identität, schuld, verbrechen   (10)
 

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

familie, vergewaltigung, schuld, trauma, geheimnisse

Taschenbücher / Die Geheimnisse der Welt

Lisa O'Donnell , Stefanie Jacobs
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.07.2016
ISBN 9783832163693
Genre: Romane

Rezension:

Michael Murray ist elf Jahre alt, als sich ein schrecklicher Vorfall ereignet, der das Leben seiner Familie komplett durcheinanderbringt. Michael lebt mit seinen Eltern Rosemary und Brian sowie seiner Granny zusammen auf der Insel Isle of Bute vor Glasgow. Michaels Alltag bestand bislang aus Schule, Fußball, Spielen mit den Jungs und Streitigkeiten mit Mädchen. Der Vorfall, der seine Mutter schwer traumatisiert hat, verstört den Jungen, da in der Familie nicht offen darüber gesprochen wird. Vor Scham in der Kleinstadt geächtet zu werden, wird eine Gewalttat tot geschwiegen, bis weitere Frauen verletzt werden. Trotz des schlechten Gewissens, das auf der Familie lastet, geht niemand zur Polizei. Michel belauscht seine Eltern und kann durch die aufgeschnappten Wörter mit der Zeit erahnen, welche Form der Gewalt seiner Mutter angetan wurde. 
Der Roman spielt in den Jahren 1982/ 1983, als Margaret Thatcher Premierministerin war und Groß Britannien gegen Deutschland den Grand Prix verloren hat. Aus der Sicht des 11- bzw. 12-jährigen Jungen wird beschrieben, wie die Arbeiterfamilie fast an dem Drama zerbricht. Durch die kindliche Perspektive von Michael nimmt der Leser wahr, welche Auswirkungen die Gewalttat auf seine Mutter Rosemary und letztlich auf die ganze Familie hat und wie sie die verzwickte Situation aus Verdrängen, Gewissensbissen, Angst und Schuld gemeinsam meistern. 
Es ist ein ernstes Thema, das aus Kinderaugen betrachtet wird und im Gegensatz zum Leser von Michael nicht richtig einzuordnen ist. Das für ihn nicht nachvollziehbare Verhalten der Erwachsenen steht im Fokus der Geschichte. Für mich drehte sich diese im Kreis und erst am Ende kam es zu einer Wende, was aber nichts mehr daran änderte, dass ich den Roman über weite Strecken ermüdend langweilig empfand. 

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Tags: familie, geheimnisse, lügen, scham, schuld, trauma, vergewaltigung, verrbechen   (8)
 

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258 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 52 Rezensionen

thriller, sabine nemez, todesreigen, maarten s. sneijder, andreas gruber

Todesreigen

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.08.2017
ISBN 9783442483136
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Todesreigen" ist der vierte Fall um den niederländischen Profiler Maarten S. Sneijder und die Kriminalkommissarin Sabine Nemez des Autors Andreas Gruber und der erste Band der Reihe, den ich gelesen habe. Für das Verständnis des Falles ist es nicht nötig, die Vorgängerbände gelesen zu haben und auch die Protagonisten lernt man durch Verweise auf vergangene Fälle bereits zu Beginn des Thrillers kennen.
Sneijder ist ein exzentrischer, von sich selbst überzeugter Polizist, der nach der Tötung eines unbewaffneten Verdächtigen vom Dienst suspendiert ist. Sabine Nemez wurde von Sneijder an der Akademie des BKA unterrichtet und war zuletzt die ermittelnde Kollegin an seiner Seite. 
Als sich nun mehrere BKA-Beamte nacheinander des Leben nehmen, die zuvor einen Todesfall in der Familie zu beklagen hatten, wird Nemez stutzig und wendet sich vertrauensvoll an Sneijder, der alle vermeintlichen Selbstmörder kannte. Bei ihm beißt sie jedoch auf Grant und er rät ihr sogar, die Finger von diesem Fall zu lassen.  
Nachdem Nemez den Präsident des BKA nach einem Selbstmordversuch auffindet und sich die Indizien verdichten, dass die gemeinsame Vergangenheit der BKA-Beamten vor zwanzig Jahren als verdeckte Ermittler der "Gruppe 6" bei der Zerschlagung eines Drogenrings mit den Suiziden im Zusammenhang stehen könnten, verschwindet Nemez während der Ermittlungen spurlos. Sneijder ergreift daraufhin auf unkonventionelle Art die Initiative, um die Verbrechen aufzuklären. 
Der zweite Erzählstrang handelt von dem ehemaligen Drogendealer Thomas "Hardy" Hardkovsky, der nach 20-jähriger Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen wurde. Neben Drogenhandels wurde er wegen Mordes an seiner Ehefrau und seinen Kindern verurteilt und möchte nun seine Unschuld beweisen. 
Der Prolog des Romans packte mich, war voller Adrenalin und spannend geschrieben. Leider flachte die Spannung anschließend sukzessive ab. "Todesreigen" ist mit fast 600 Seiten ein umfangreiche Thriller, weist aber auch seien Längen auf. Zudem wird dem Leser mit "Hardy" so deutlich ein Verbrecher präsentiert, dass man als gewiefter Krimileser nicht an seine Schuld im aktuellen Fall glauben kann, sondern ziemlich bald von einem Sumpf aus Vertuschung innerhalb der Polizeistrukturen ausgehen kann. 
So ist allein spannend zu erfahren, wie die Selbstmorde letztlich aufgeklärt werden und inwieweit Sneijder selbst in diese Todesserie eingebunden sein könnte und wie er trotz seiner Suspendierung aktiv in die Ermittlungen eingreifen kann, um seine ehemalige Kollegin zu unterstützen. 
Sneijder ist ein hochintelligenter Profiler, der sich in die Psyche von Verbrechern hineinversetzen kann, menschlich ist er allerdings ein unsympathischer, kiffender Misanthrop. Die eigenwillige Persönlichkeit von Sneijder spielt mir im Vergleich zu der Aufklärung der Verbrechen eine zu große Rolle und so manche Wortwiederholung ("Leichenhallenlächeln", Sneijder: "vervloekt", Nemez: "Kuhscheiße") zunehmend nervig. 
Von der hoch gelobten Krimireihe um Sneijder/ Nemez hatte ich mir mehr Spannung und insbesondere auch mehr Raffinesse erwartet. 

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Tags: bundeskriminalamt, drogen, korruption, maarten s. sneijder, sabine nemez, selbstmorde, thriller, verbrechen, vertuschung   (9)
 

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40 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

einsiedlerin, liebesbriefe, träumen, den platz im leben finden, unzustellbare post

Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen

Anna Paulsen
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.01.2018
ISBN 9783328101574
Genre: Liebesromane

Rezension:

Matilda ist Sachbearbeiterin im Amt für unzustellbare Post und geht ihrer Arbeit sehr gewissenhaft und akribisch nach. Für sie ist jeder doch noch erfolgreich zugestellte Brief ein persönliches Erfolgserlebnis. Matilda ist eine Einzelgängerin, die anderen Menschen aus dem Weg geht und auch ihre Kollegen nicht zu nah an sich heranlässt. Sie ist allerdings dennoch eine hilfsbereite Person, die das Herz auf dem rechten Fleck hat und kümmert sich insbesondere um ihre älteren Nachbarn. Für den Rentner Knut geht sie nach Feierabend regelmäßig einkaufen, als dieser sich am Bein verletzt hatte und die beiden freunden sich bei ihren abendlichen Gesprächen zum Tee sogar an. Als Matilda in ihrem Büro zufällig einen Liebesbrief eines Michel an eine Leni findet, der im Jahr 1966 abgestempelt wurde, entwickelt sie den Ehrgeiz, die Empfängerin und den Absender ausfindig zu machen, um vielleicht doch noch für ein glückliches Ende dieser tragischen Liebesgeschichte zu sorgen, die sie durch die Worte des Michel so tief berührt hat. Ihr Nachbar Knut ist dabei derjenige, der ihrer Suche neue Impulse gibt und sie moralisch unterstützt. Und so geht sie auch bei anderen unzustellbaren Briefen weiter, als die reine Bürotätigkeit es erfordern würden. 
Matilda ist eine altmodische, etwas einfältige Einsiedlerin, deren Leben bisher auf ihre Arbeit in der Behörde fokussiert war. In ihrer Freizeit liest sie Bücher oder beobachtet andere Menschen, für die sie sich Geschichten ausdenkt. Sie lebt in ihrer eigenen Welt und lässt keinen Menschen nah an sich heran. Sie glaubt an Liebesgeschichten, nicht aber an die große Liebe - schon gar nicht auf sich selbst bezogen. 
Matilda ist ein eigenwilliger Charakter, dem man wünscht, dass er sein Schneckenhaus verlässt und ein wenig offener und mutiger durchs Leben geht. Der Liebesbrief aus dem Jahr 1966 und die Suche nach den Liebenden lässt Matilda auf andere Pfade gehen und sich auf ein kleines Abenteuer einlassen. Im Verlauf des Romans entwickelt sie sich weiter, merkt dabei aber gar nicht, dass die Liebe auch vor ihr keinen Halt macht. 
"Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen" ist eine romantische Geschichte, die für einige schöne Lesestunden sorgt. Der Roman ist flüssig und unterhaltsam zu lesen und nicht in Gänze vorhersehbar. Tatsächlich war ich überrascht, wie die Geschichte für Michel und Leni, aber auch für Matilda endete, empfand diese aber sehr authentisch und positiv, dass es nicht zu einem faden Happy End gekommen ist. Auch wenn bei der Suche nach dem Liebespaar einige Zufälle auf Matildas Seite waren, ist es eben eine etwas magische Geschichte, die Matilda aus ihrem Schneckenhaus lockt und ihr damit auch den Weg frei für ihr persönliches Glück macht, das sie für sich selbst ausgeschlossen hatte. Ich hätte mir für mehr Tiefgang der Handlung noch mehr Hintergründe über Matilda gewünscht, um zu erfahren, was zu ihrer negativen Einstellung in Bezug auf die Liebe und ihrer Zurückgezogenheit geführt hat. 
"Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen" ist ein warmherziger Roman, der zum Träumen anregt und Mut macht, sich ohne Vorbehalte ins Leben zu stürzen und von seinen gewohnten, sicheren Wegen abzuweichen.

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Tags: briefe, einsiedlerin, freundschaft, liebe, mut, neue herausforderungen, träumen   (7)
 

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33 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

alaska, liebe, alaska wider willen, ellen mccoy, weihnachtsroman

Verliebt und zugeschneit - Alaska wider Willen

Ellen McCoy
Flexibler Einband: 228 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 13.10.2017
ISBN 9783744864145
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Sarah bei einer Hochzeit von Freunden ist, merkt sie plötzlich, dass sie ihren Verlobten nicht mehr heiraten möchte. Zudem zweifelt sie, ob die Arbeit als Schönheitschirurgin im Klinikum ihres Stiefvaters auf Dauer das Richtige für sie ist. Vierzehn Tage vor Weihnachten nimmt sie sich deshalb eine Auszeit von allem und reist Hals über Kopf nach Alaska, um möglichst weit weg von Familie und Beruf zu sein. 
Statt eines Hotels wählt Sarah bewusst die Einsamkeit und mietet ein Häuschen in North Pole an, wo sie schon am Ankunftstag den hilfsbereiten Nachbarn Tom und seine aufgeweckte kleine Tochter Isabella kennenlernt. Tom ist Witwer und bevorzugt One-Night-Stands mit anonymen Touristinnen, um seiner Tochter keine falschen Hoffnungen für eine etwaige Mutter zu machen. Doch nicht nur Isabella ist begeistert von der neuen netten Nachbarin, auch Tom entwickelt ungeahnte Gefühle für die attraktive Kalifornierin...

"Verliebt und zugeschneit - Alaska wider Willen" ist ein Liebesroman für die Weihnachtszeit ohne Höhen und Tiefen. Es ist eine romantische, kurze Liebesgeschichte, deren Handlung und Ende vorhersehbar sind. 
Auch wenn ich nicht allzu große Erwartungen an diesen Roman hatte, ist die Geschichte dennoch seicht, die Charaktere flach und der Verlauf des Romans ohne Überraschungsmomente und zu gewollt auf ein perfektes Happy End ausgerichtet, so dass nicht jeder Handlungsschritt ganz realistisch ist. Irritiert war ich zudem über die Tatsache, dass Weihnachten samt Bescherung an Heiligabend und nicht traditionell am 25. Dezember gefeiert wurde. Das könnte allerdings daran liegen, dass sich hinter dem Pseudonym Ellen McCoy die deutsche Schriftstellerin Elvira Zeißler verbirgt. 
Wer sich im Winter oder zur Einstimmung auf Weihnachten einfach nur für wenige Stunden nett unterhalten lassen möchte und dabei keinen Anspruch auf eine kreative, tiefgründige Handlung legt, ist mit dieser Liebesgeschichte gut aufgehoben. Mit knapp über 200 Seiten hat der Roman für den geringen Inhalt immerhin genau den richtigen Umfang und wird nicht unnötig in die Länge gezogen. 

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Tags: alaska, happy end, liebe, neuanfang, schnee, seichte liebesgeschichte, vorhersehbar, weihnachten, weihnachtsroman, winterroman   (10)
 

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

familie, streit, weihnachten, malinke

Alle unter eine Tanne

Lo Malinke
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.09.2016
ISBN 9783596521272
Genre: Romane

Rezension:  
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57 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

stephen king, der dunkle turm, schwarz, revolvermann, stephen king; der dunkle turm

Der Dunkle Turm – Schwarz

Stephen King , Joachim Körber
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.07.2017
ISBN 9783453504028
Genre: Fantasy

Rezension:  
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30 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

familie, trauer, neustart, hoffnungslosigkeit, australien

Nur zusammen ist man nicht allein

Mike Gayle , Katja Bendels
Flexibler Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.12.2017
ISBN 9783458363163
Genre: Romane

Rezension:

Toms Frau ist vor über einem Jahr bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Seitdem wohnt seine Schwiegermutter Linda bei ihm und kümmert sich liebevoll als Ersatzmutter um seine beiden Töchter, die 13-jährige Evie und die 8-jährige Lola. Tom stürzt sich als Fernsehproduzent in die Arbeit, ist kaum zu Hause und sieht seine Töchter nur selten. Er lenkt sich mit seinem Arbeitseifer von der Trauer um Laura ab, entflieht damit aber komplett dem Familienalltag.Linda kann nicht weiter zusehen, wie sich Tom von seinen Kindern entfremdet und sich durch ihre Anwesenheit seiner Verantwortung als Vater entzieht. Schweren Herzens beschließt sie, für sechs Monate zu ihrer Freundin Moira nach Australien zu fahren. 
Während Linda in Australien überraschend Lauras Vater Frank begegnet, den sie zuletzt vor 40 Jahren gesehen hatte, und sich in den Australier Desi verliebt, schafft es Tom nach einigen Anfangsschwieirigkeiten seiner Rolle als Vater gerecht zu werden. Er beendet seine "Selbstmitleidparty" und kümmert sehr engagiert um Evie und Lola. Bei einer Selbsthilfegruppe für Trauernde, zu der er allerdings nur einmal geht, freundet er sich mit dem sympathischen alten Grantler Clive an, der eine ebenso sympathische Enkelin hat. Toms neuer Lebensmut erhält allerdings einen herben Rückschlag, als er etwas über seine verstorbene Frau herausfindet, das ihn alles in Frage stellen lässt. 
Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht von Tom und Linda geschrieben, so dass sich der Leser in beide Personen hineinversetzten und ihre innere Zerrissenheit verstehen kann. Berührend beschreibt der Autor, wie die Familie Hope nach dem schlimmen Verlust der Mutter ohne diese zurechtkommen muss und wie schwer es vor allem für Tom ist, sich dem Alltag zu stellen ohne weiter in Trauer und Selbstmitleid zu versinken. Erst als seine Schwiegermutter ihn zwingt, seine Rolle als Vater einzunehmen, kommt es zu einem Wandel. Tom engagiert sich sehr für seine Töchter, möchte Vater und Mutter zugleich sein und seine Kinder glücklich sehen. 
"Nur zusammen ist man nicht allein" ist ein warmherziger Roman über eine Familie, die sich neu orientieren muss und der zeigt, dass man es nur gemeinsam schaffen kann, die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen nicht überhand nehmen zu lassen. Zusammen geben sich die drei gegenseitig Halt und öffnen sich für ein neues Leben. Während die Mädchen einen Vater brauchen, der sich kümmert und mit ihnen den Alltag gestaltet, ist es Tom, der von der Liebe der Mädchen profitiert, die sie ihm zurückgeben. Am Anfang des Romans steht zunächst die Trauer und das Leid um Laura im Vordergrund, im weiteren Verlauf des Romans ist die Handlung dagegen überraschend witzig und unterhaltsam geschrieben. 
Es ist eine Familiengeschichte, deren Ende zwar vorhersehbar ist, die aber so herzerwärmend, abwechslungsreich und authentisch geschrieben ist, dass man den Roman nicht mehr aus der Hand legen mag. 

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Tags: ehe, familie, neue liebe, schwiegermutter, tod, trauer, trauerverarbeitung, vater und tochter, verantwortung   (9)
 

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84 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

kuba, judenverfolgung, juden, zweiter weltkrieg, flucht

Das Erbe der Rosenthals

Armando Lucas Correa , Ute Leibmann
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783785726020
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen. 1939 erlebt das jüdische Mädchen Hannah in Berlin die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Sie genießt das Privileg zur Rosenthal-Familie zu gehören, die bis zuletzt sehr angesehen war und der es auch an Geldmitteln nicht mangelt, sieht aber auch das Elend im Viertel der "Unreinen". Als ihr Vater Max willkürlich von den "Barbaren" gefangen genommen wird und sich nur durch die Abtretung seiner Besitztümer freikaufen kann, beschließt die Familie endgültig zu flüchten. Im Mai 1939 gehen sie in Hamburg an Bord der St. Louis, die sie nach Kuba bringen soll, das zugesagt hat, die über 900 Passagiere aufzunehmen. Die Entscheidung wird jedoch auf ihrer 14-tägigen Reise rückgängig gemacht und Hannah und ihre Mutter Alma sind zwei von nur 30 Passagieren, die das Schiff in Havanna verlassen dürfen. Die St. Louis nimmt wieder Kurs auf Europa, was die Familie entzweit und Hannah auch von ihrem besten Freund Leo trennt. 
2014 lebt die 11-jährige Anna allein mit ihrer depressiven Mutter Ida in New York. Erst als diese einen Brieg aus Kuba von der Familie ihres verstorbenen Mannes erhält, wird sie aus ihrer Lethargie gerissen, kümmert sich endlich wieder um ihre Tochter, beantwortet ihr Fragen zu ihrem Vater, die über all die Jahre offen geblieben sind. Ida nimmt sodann Kontakt zur Tante ihres Mannes auf und besucht diese zusammen mit Anna auf Kuba. Dort lernt Anna ihre Wurzeln und erfährt die tragische Familiengeschichte ihres Vaters Louis von ihrer Großtante Hannah, die als Zeitzeugin auch von der Flucht nach Kuba und dem Versuch eines Neuanfangs in einem fremden Land unter denkbar schlechten Voraussetzungen berichtet. 
"Das Erbe der Rosenthals" ist die fiktionale Geschichte über zwei Mädchen in einem realen Kontext. Beide Mädchen verbindet die Liebe zu ihren Vätern, von denen sie getrennt wurden bzw. nie kennenlernen durften und die bei ihren Müttern aufgewachsen sind, die mit der Verantwortung für ihr Leben überfordert sind und sich phasenweise in Depressionen flüchten. 
Das Schicksal von Hannah und ihrer Familie, die in Berlin alles zurücklässt, um in Kuba eine neues Leben zu beginnen, nur um dort einer Illusion zu erliegen, ist besonders ergreifend aus Sicht der 12-jährigen Hannah erzählt, die für ihr Alter unheimlich reif wirkt und selbst so verzweifelt ist, Selbstmordgedanken zu hegen. 
Jahrzehnte später schreibt die inzwischen 87-jährige Hannah ihren Nachfahren einen Brief und enthüllt in Gesprächen mit ihrer Großnichte Anna und deren Mutter ihre Familiengeschichte, wodurch Anna endlich mehr über ihren verstorbenen Vater und damit auch ihre eigenen deutsch-kubanischen Wurzeln erfährt. Die Verknüpfung des Traumas der Vergangenheit mit den Unsicherheiten über das Schicksal des Vaters seit ihrer Geburt werden zu einer gemeinsamen Geschichte von Hannah und Anna, ein Gedenken an die Verstorbenen und ein Trost für die Hinterbliebenen. 
"Das Erbe der Rosenthals" ist ein wertvoller Roman über Flucht, Verlust, Leid und Schmerz, der die Generationen verbindet, aber auch ein bittersüßer Roman über den Kampf um das Überleben, Mut und die Hoffnung nicht aufzugeben. 
Auch wenn man schon viele Bücher über den Zweiten Weltkrieg, Nationalsozialismus und Judenverfolgung gelesen hat, ist dieser Roman - in Zeiten, in denen Antisemitismus und die Angst vor Fremden wieder weit verbreitet sind und Rechtspopulisten in Europa auf dem Vormarsch sind- aktuell un dein wichtiges Dokument gegen das Vergessen. 
Von der Irrfahrt der St. Louis hatte ich bisher noch nichts gehört, weshalb ich den historischen Hintergrund zu der leidvollen Familiengeschichte, die repräsentativ für die 937 deutschen Juden steht, die all ihre Hoffnungen auf die Überfahrt nach Kuba setzten, besonders interessant fand. 

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Tags: flucht, generationen, irrfahrt der st. louis, judenverfolgung, kuba, väter und töchter, verteibung, zweiter weltkrieg   (8)
 

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119 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

fantasy, noras welten durch den nimbus, buchwelt, leserunde, selfpublisher

Noras Welten

Madeleine Puljic
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei epubli, 20.05.2017
ISBN 9783745037616
Genre: Fantasy

Rezension:

Nora Winter hat Angst vor Büchern. Sobald sie in ihnen liest, taucht sie leibhaftig in die Geschichte ein. In ihrer Verzweiflung geht sie zu einem Psychiater, um mittels Hypnose das Lesen zu verlernen. Als sie ihm bei ihrer ersten Sitzung demonstriert, wie sie in ein Buch "fällt", berührt Ben sie und fällt mit ihr zusammen in das Buch "Eldinor". 
Nora und Ben nehmen sich vor, sich möglichst unauffällig zu verhalten, um die Handlung des Romans nicht zu verändern. Sie hoffen, dass mit dem Ende der Geschichte auch sie wieder in die reale Welt gelangen. 
Die beiden befinden sich im 14. Jahrhundert an einem Ort, wo es um den Kampf um ein Königreich geht und der Onkel des Thronfolgers, Keldan, Anspruch auf den Thron erhebt und seinen Neffen Luar, den Drachentöter und eigentlichen Held der Geschichte, entmachten möchte. Nora verliebt sich in den Magier Keldan, zudem sie sich von Anbeginn hingezogen fühlte. Er erkennt in ihr eine "Weltenwanderin" und nimmt sie zur Frau. 
Nora steht insofern auf der falschen Seite, arbeitet gegen den Held des Romans und verändert damit das Ende der Geschichte. Während Nora sich jedoch ein Dasein in Eldinor vorstellen kann, ist Ben erbost über ihr Verhalten und setzt sich für einen Sieg Luars ein, in der Hoffnung, dass er dann wieder zurück in seine Praxis kommt. 
Die Grundidee, in einen Roman eintauchen und selbst ein Teil davon zu werden, fand ich wirklich interessant. Leider steht in "Noras Welten" aber nicht das Rätsel um die magische Fähigkeit Noras im Vordergrund, sondern vielmehr die Handlung des Fantasyromans "Eldinor", den der Psychologe als langweilige Lektüre in seiner Praxis liegen hatte. 
"Durch den Nimbus" ist der Auftakt einer Buchreihe um die Weltenwanderin Nora, wobei der Plot des ersten Teils in sich geschlossen ist und zur Befriedigung des Lesers kein offenes Ende hat, aber die Option für mehr Abenteuer Noras offen lässt. 
Das Setting in Eldinor - rund um Könige, Schwertkämpfe, Drachen und Hexerei - war mir zu fantasy-lastig. Der Kampf um den Thron fand ich belanglos, da mir nicht ganz klar war, warum Keldan überhaupt kämpft, wenn er hexen kann und einen übermächtigen Drachen an seiner Seite hat. Der Schreibstil des Buches und die etwas hölzernen Dialoge sind so einfach gehalten, dass man "Noras Welten" für ein Kinderbuch halten könnte. Dafür sind die Kampfszenen allerdings zu brutal und auch die Liebesgeschichte wäre nicht passend dafür. Nora und Ben sind Charaktere, die mich nicht überzeugen konnten. Beide werden nur sehr oberflächlich beschrieben und sind zu egoistisch, als sie als sympathisch zu empfinden. 
Das Ende von "Noras Welten: Durch den Nimbus" kam im Gegensatz zu dem etwas zähen Voranschreiten der Handlung von "Eldinor" sehr abrupt und ohne große Erklärungen. Hier ist wirklich noch viel Potenzial für Erklärungen der Fähigkeit und Noras und der Eigenschaften von Weltenwanderer und Wächter. Ich hätte mir mehr Raum für diese Magie, Symbolik von Noras Amulett und ihren familiären Hintergrund, vor allem die Rolle ihrer Großmutter, gewünscht. Diesen offenen Fragen machen Hoffnung für die weiteren Bände. Nora als Protagonistin und ihr mutmaßliches Eintauchen in andere Fantasywelten konnte bei mir nicht die Neugier auf weitere Teile der Buchreihe wecken. 

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Tags: 14. jahrhundert, drachen, fantasy, kampfszenen, magie, ritter, weltenwnaderer   (7)
 

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45 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

mutter, kinder, single, schweden, liebe zu einem jüngeren mann

Highway to heaven

Katarina Bivald , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei btb, 11.12.2017
ISBN 9783442715602
Genre: Romane

Rezension:

Anette ist 38 Jahre alt und arbeitet im örtlichen Supermarkt einer schwedischen Kleinstadt. Als ihre 19-jährige Tochter Emma flügge wird und zum Studium nach Karlskrona zieht, fällt Anette erst einmal in ein Loch und weiß nichts mit sich und ihrer Freizeit anzufangen. Sie übernimmt bereitwillig mehr Schichten im Supermarkt, räumt die Wohnung noch intensiver auf, wienert sogar die Abstellkammer und besucht ihre Mutter im Heim, aber befriedigen tut sie das alles nicht. Sie unterdrückt die Sehnsucht, ihre Tochter ständig anrufen zu wollen und besinnt sich auf das, was sie vor ihrer frühen Mutterschaft machen wollte. Sie nimmt sich ein Herz und geht zur Fahrschule, um Übungsstunden für den Motorradführerschein zu vereinbaren. In den ersten Fahrstunden stellt sich Anette denkbar ungeschickt an, aber der junge Fahrlehrer Lukas bleibt geduldig, bis sie auch damit beginnen, sich privat zu treffen...
Neben dem Motorradführerschein widmet sich Anette aber auch einem ganz anderen Projekt: Sie hilft der Organisation des traditionellen Skogahammar-Tag, einem Städtefest, mit und entwickelt dabei einen ungewohnten Ehrgeiz, die örtlich Unternehmen und Vereine für ein Engagement zu gewinnen. 
Anette ist eine sympathische, selbstironische und etwas tollpatschige Protagonistin, die sich nach dem Auszug ihrer Tochter mit einer Midlife Crisis konfrontiert sieht. Der Roman ist amüsant zu lesen und sehr unterhaltsam zu verfolgen, wie Anette über ihren Schatten springt, aus ihrer piekfeinen Wohnung heraustritt, wo ihr die Decke auf den Kopf fällt und nach neuen Herausforderungen sucht. Während sie mit dem Motorradführerschein einen Jugendtraum auslebt, wird sie in das Projekt um den Skogahammar-Tag eher unfreiwillig hereingedrängt, wächst aber auch da über sich hinaus. Auch wagt sie es, sich nach Jahrzehnten der Abstinenz, in der sie in ihrer Mutterrolle aufgegangen ist, sich wieder auf einen Mann einzulassen. 
"Highway to heaven" ist ein kurzweiliger und amüsanter Roman über das Leben in einer schwedischen Kleinstadt und eine alleinerziehende Mutter, die sich neu orientieren muss. Gerade weil sich in dem Roman die Ereignisse nicht überschlagen, die Weiterentwicklung von Anette eher sachte erfolgt und auch die Liebesgeschichte keinen allzu großen Raum einnimmt, wirkt die Geschichte realistisch und und aus dem Leben gegriffen. 

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Tags: erwachsenwerden, mutter, mutterrolle, neuorientierung, schweden   (5)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

suche, lust, sehnsucht, trauer, italien

Sommer auf meiner Haut

Elisa Sabatinelli , Elvira Bittner
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.05.2018
ISBN 9783734105784
Genre: Romane

Rezension:


Lavinia ist 26 Jahre alt und lebt in Barcelona. Vor sechs Monaten ist ihre Mutter an Krebs gestorben und Lavinia hat sich in der Klinik testen lassen, ob sie genetisch vorbelastet ist. Das Ergebnis liegt ihr nun vor, aber sie möchte den Umschlag erst im September öffnen und solange drei freie Sommermonate genießen, bis sie bereit ist, sich der Wahrheit zu stellen. Ihre Mutter hat ihr Aufzeichnungen hinterlassen - eine Art Tagebuch, in welchem sie Erinnerungen in Form von Fotos oder Postkarten gesammelt hat, die von ihrem Aufenthalt als junger Frau in Italien zeugen. 


Diesen Sommer möchte Lavinia auf den Spuren ihrer Mutter wandeln und die Plätze aufsuchen, an denen ihre Mutter Jahre zuvor war. Lavinia verabschiedet sich von ihren Freunden und fliegt von Barcelona nach Neapel. Ihre erste Station ist der Ort Ravello an der Amalfiküste. Von dort zwingt sie sich, weiter in den Norden zu fahren und den Mont Blanc zu besteigen, obwohl sie das Gebirge nicht mag. Anschließend geht es wieder zurück in Richtung Süden, in die Toskana nach San Gimignano, Florenz und Vinci. 


In Ravello begegnet sie dem zehn Jahre älteren Claudio, von dem sie sich wie magisch angezogen fühlt. Er ist Geigenspieler und war in der Kommission, vor der sie an der Hochschule für Musik selbst Geige gespielt, aber aufgrund ihres Kummers um die kranke Mutter und den Vater, den sie nie kennengelernt hat, aber dennoch anonymer Sponsor ihres Studiums gewesen sein muss, versagt hat. Auch Claudio erkennt sie wieder und ist zufällig im selben Hotel, wo sie eine gemeinsame Nacht verbringen. Zum Abschied schenkt er ihr eine wertvolle Geige aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die sie wie ein Klotz am Bein auf ihrer weiteren Reise durch Italien begleiten wird. 


Neben Claudio trifft Lavinia in den Bergen auf Tommaso, in der Toskana auf Hannah und später auf Luca und Alfredo.
Der Beginn des Romans, an welchem die Trauer um die Mutter noch sehr gegenwärtig war, ist melancholisch, Lavinia wirk unnahbar. Trotz der Ich-Perspektive blieb sie sehr distanziert, der Erzählstil wirkt wie ein Bericht. 


Der Aufenthalt in Italien war dann von prickelnder Erotik geprägt. Statt einer Reise auf den Spuren ihrer Mutter und einem Interesse an den malerischen Orten, die Lavinia besuchte, reduzierte sich die bislang belanglose Handlung auf die Begegnungen mit fremden Männern bzw. einer Frau, die alle in einem persönlichen Höhepunkt Lavinias gipfelten. 


Ich bin kein Freund erotischer Literatur, weshalb dieser Roman die falsche Wahl für mich war. Anhand der Kurzbeschreibung hatte ich eine andere Vorstellung vom Inhalt des Romans und bin von einem Sommerroman ausgegangen, der in Italien spielt und wo die Protagonisten am Ende ihr Glück mit einer neuen Liebe findet. 
"Sommer auf meiner Haut" beschränkt sich in Italien allerdings auf die Aneinanderreihung von One-Night-Stands in gekünstelter Sprache, die sich in ihrer Intensität immer weiter steigerten, wodurch Lavinia ihre Melancholie ablegen konnte. Der Umschlag mit dem noch unbekannten Testergebnis geriet nahezu in Vergessenheit. 


Der Roman ist zu allem Überfluss nur der erste Teil eines Zweiteilers und endet so offen, dass man gezwungen wird, auch Band 2 zu lesen, wenn man wissen will, wie Lavinias Sommer weitergeht und was der Test in Bezug auf eine mögliche Erkrankung Lavinias ergeben hat. 


Die sexuellen Handlungen sind sehr eindeutig formuliert und lassen keinen Raum mehr für Fantasie, weshalb eine Kennzeichnung mit Hinweis auf das Genre auf dem Cover erfolgen sollte. Er liegt in deutscher Sprache bisher nur als Ebook vor und sollte vom Verlag vor Druck unbedingt noch auf korrekte Rechtschreibung geprüft werden. 


Ich kann den Roman nur Lesern empfehlen, die gerne Bücher aus dem Bereich Erotik lesen und Freude an einer bildhaften Sprache und Worten haben, die Geschlechtsverkehr und Geschlechtsteile kreativ umschreiben. Vielleicht bin ich zu prüde - mir war der Roman auf einer völlig anderen, ungewohnten Ebene zu tiefgründig, die erwartete Handlung in Bezug auf eine persönliche Neuentdeckung zu banal und der Inhalt mit einer unnötigen Ausdehnung auf zwei Bände zu pornografisch. 

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Tags: banale handlung, erotikroman, sex   (3)
 

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232 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

fantasy, liebe, bastei lübbe, katharina seck, natur

Tochter des dunklen Waldes

Katharina Seck
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783404208807
Genre: Fantasy

Rezension:

Seit ihre Eltern verschwunden sind, lebt Lilah bei ihrem Onkel Ben und seiner Frau in Grünweite. Die junge Frau arbeitet in deren Gaststätte "Schwarze Eiche" mit und interessiert sich für die Natur, Blumen und (Heil-)kräuter. An Grünweite grenzt der sagenumwobene Morgenwald, über den gruselige Schauermärchen erzählt werden. So soll es ein Mädchen gegeben haben, das neugierig den Wald betreten hat und dort von einem Baum gefangen gehalten und nie mehr gesehen wurde. Jedes Jahr im Sommer kommen Erntehelfer in das 100-Seelen-Dorf, darunter auch Dorean, in den sich Lilah im letzten Sommer verliebt hatte. Er ist auch dieses Jahr wieder in Grünweite, um auf den Feldern zu arbeiten und verhält sich Lilah gegenüber sehr distanziert. Als eine Frauenleiche gefunden wird, ist auch Dorean verschwunden. Er hinterlässt Lilah einen Abschiedsbrief, aus dem sie schließt, dass Dorean in den Morgenwald gegangen ist. Sie selbst spürte schon immer die Anziehungskraft, die von dem Wald ausging, überwindet ihre Angst und folgt ihrem Herzen. Im Morgenwald trifft sie nicht nur auf Dorean, sondern auch auf eine ganz eigene Welt voller Mythen und Geheimnisse. 
"Tochter des dunklen Waldes" ist ein Fantasyroman aus der Feder von Katharina Seck, von der ich bereits "Die Stille zwischen Himmel und Meer" gelesen habe, von dem ich begeistert war. Aufgrund des Genres unterscheiden sich die Romane zwar inhaltlich, aber den atmosphärischen Stil und die Melancholie, die auch von dieser Protagonistin auszugehen scheint, findet man auch in diesem Roman. 
Es ist nicht klar, zu welcher Zeit der Roman handelt, mit Sicherheit aber in der Vergangenheit. Lange wird nicht deutlich, wohin der Roman zielt und ob es einfach nur ein Märchen über die enge Verbundenheit zur Natur und insbesondere zu den Bäumen, ist. 
Die Beschreibung des Settings von Dorf und insbesondere dem Wald ist so intensiv bildhaft, dass man die Natur unmittelbar vor Augen hat und wie die Protagonistin selbst, eintaucht. Der Roman ist aus der Perspektive von Lilah geschrieben, wobei jedes Kapitel mit den Gedanken von Dorean beginnt, die seine Unsicherheit und Verlorenheit in der Welt verdeutlichen. 
Die Handlung im Wald ist märchenhaft-mythisch, ein wenig düster, aber nicht gruselig. Lilah entdeckt dort eine eigene Welt, eine Gesellschaft, die eng mit den Bäumen verbunden ist. Auch sie findet dort ihren Gefährten, einen Ahorn und fühlt sich Zuhause, bei sich angekommen. Als eine alte Eiche verbrennt und dem Ältesten der Bewohner im Morgenwald damit das Leben genommen wird, herrschen auf einmal Hass und Misstrauen, bei dem sonst so friedlichen, naturverbundenem Volk. 
Auch wenn man als Leser wie Lilah neugierig in den Wald hineintaucht und fasziniert ist von der Atmosphäre dort, liest sich der Roman im Mittelteil etwas zäh bis gegen Ende die Handlung deutlich an Spannung zunimmt. Im spannungsgeladenen letzten Viertel des Romans - beim Kampf Gut gegen Böse - thematisiert die Autorin die alten Ängste der Menschen, die Angst vor dem Unbekannten, vor dem Fremden. 
"Tochter des dunklen Waldes" ist mehr als nur ein Fantasyroman über die Liebe zur Natur. Er vermittelt eine Botschaft, die gerade heute in Zeiten der Zuwanderung und dahin eingehender Verunsicherung aktuell ist. Lilah ist die Heldin, die trotz ihrer Unbedarftheit eine Menge Mut entwickelt und gegen Grausamkeit und Gewalt ankämpft und dafür, dass sich Waldbewohner und Einwohner des Dorfes annähern, sich kennenlernen und gegenseitige Vorbehalte und Vorurteile abbauen, um friedlich nebeneinander und auch miteinander leben zu könne. 
Der Schreibstil der Autorin hat einen hohen Wiedererkennungswert und ist beeindruckend atmosphärisch, die sehr ausführlichen Beschreibungen der Flora gehen in "Die Tochter des dunklen Waldes" allerdings zu Lasten der Spannung. 
Auch wenn die Moral der Geschichte nicht zu beanstanden sein kann und wie in jedem Märchen Gut über Böse siegt, empfand ich den Roman am Ende etwas zu pathetisch und zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger geschrieben.  

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Tags: angst vor fremden, atmosphärisch, bäume, fantasy, natur, wald   (6)
 

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

magie, england, vergangenheit, geheimnisvoll faszinierend, romanze

Die Schatten von Ashdown House

Nicola Cornick , Andrea Härtel
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.12.2017
ISBN 9783956497414
Genre: Romane

Rezension:

Gegenwart
Holly erhält einen verzweifelten Anruf von ihrer Nichte Florence, dass ihr Vater verschwunden ist. Holly lässt daraufhin in London alles stehen und liegen und fährt nach Oxford zum Ferienanwesen der Familie. Florence wird von ihrer Mutter Tasha abgeholt, die auch nicht weiß, wo sich Ben befinden könnte. Holly ist einerseits wütend auf ihren Bruder, andererseits macht sie sich große Sorgen um ihn und versucht herauszufinden, was es mit seinem Verschwinden auf sich haben könnte. 
Sie erfährt, dass sich Ben mit Nachforschungen zu ihrer Familiengeschichte beschäftigt hat. Möglicherweise war er dabei, ein jahrhundertealtes Familiengeheimnis um ihre vermeintlich adelige Abstammung und das Erbe, das sie damit tragen, zu entschlüsseln. Nach einem Gespräch mit  Espen Shurmer, einem Kunstsammler, vermutet Holly, dass Ben die Sistrin-Perle gefunden haben könnte, die im 17. Jahrhundert im Besitz von Königin Elizabeth von Böhmen war. Zusammen mit einem diamantenbesetzten Kristallspiegel, der sich in der Sammlung des örtlichen Museums befindet, soll von diesen Utensilien eine böse Macht ausgehen. 
1632-1662
Königin Elizabeth von Böhmen und ihr Ehemann Friedrich I. befinden sich im Exil in Den Haag am Wassenaer Hof. Friedrich, der weder in guter Stratege noch ein mutiger Ritter ist, setzt alles in die Vorhersage des Spiegels, dass er und seine Truppen erfolgreich sein werden und ihr Land zurückerobern. 
Der "Winterkönig" stirbt allerdings an der Pest und sin ältester Sohn Karl Ludwig ist noch zu jung, um sein Erbe selbst zurückerobern zu können. An Elizabeths Seite ist der Ritter William Craven treu ergeben, der die kluge Frau respektiert und in den sie sich verliebt. Er ist derjenige, dem sie vertraut, das Grab ihres Ehemannes von Metz nach Sedan umzubetten, um den Leichmam vor Grabschändern zu schützen und um den Spiegel, der mit begraben ist, zu zerstören. Sie hat Angst vor seiner unheilvollen Macht, kann sich selbst aber nicht von der Sistrin-Perle trennen. 
1801
Die Kurtisane Lavinia Flyte lebt in Ashdown House, wo sie mit Evershot verheiratet ist, der auf dem Anwesen intensiv nach etwas Wichtigem zu suchen scheint. Ihre Eindrücke schreibt Lavinia in ihren Memoiren nieder, die Holly in der Gegenwart lesen wird. In dem Buch, das sie bei ihren Großeltern findet, bemerkt sie einen handschriftlichen Notizzettel von Ben, was ihr weitere Anhaltspunkte für ihre Recherchen zu seinem Verschwinden bietet. 
"Die Schatten von Ashdown House" ist ein Roman, der sich auf zwei Zeitebenen im 17. bzw. 21. Jahrhundert abspielt und durch die Aufzeichnungen von 1801 inhaltlich ergänzt wird. Es geht um die Geschichte von Hollys Familie und ob diese adeliger Abstammung sein könnte. Das herrschaftliche Gut Ashdown House war vor ihrem Tod für Elizabeth von Böhmen als Jagdresidenz errichtet worden. 
Sowohl die Suche nach Ben als auch die Mystik um die Sistrin-Perle und den Kristallspiegel mit seiner zerstörerischen Macht ist unheimlich spannend zu lesen. Durch die detailreiche Schilderung der Vergangenheit taucht man als Leser in das Leben am Königshof ein und kann Elizabeths Handlungen und Gefühle nachvollziehen. Die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sorgen für keine Verwirrung, da sich die Details zu dem sagenumwobenen Spiegel in beiden Zeitebenen wiederfinden, sich ergänzen und aufeinander aufbauen. 
Bis zum Schluss bleibt spannend zu erfahren, was mit Ben geschehen ist und was in der Vergangenheit getan wurde, um die unheilvolle Macht von Perle und Spiegel zu brechen. Ungewiss ist, ob Ben tatsächlich die Sistrin-Perle gefunden hat, ob dies wieder mit dem Spiegel vereint werden kann und welche Konsequenzen damit für Hollys Familie und Ashdown House ausgelöst werden könnten. 
Die Mischung aus historischer Wahrheit, Mystik und der Erforschung der Familiengeschichte macht "Die Schatten von Ashdown House" zu einem fundierten, dramatischen Roman mit überraschenden Wendungen, in dem auch die Liebe nicht fehlen darf. 

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Tags: 17. jahrhundert, familiengeschichte, gegenwart, königshaus, magie, mystik, vergangenheit, zauberspiegel   (8)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

paris, mode, schneiderin, unterwerfung, naivität

Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris

Agnès Martin-Lugand , Doris Heinemann
Flexibler Einband
Erschienen bei Blanvalet, 27.11.2017
ISBN 9783764505653
Genre: Liebesromane

Rezension:

Seit ihrer Kindheit hat Iris eine Leidenschaft für das Nähen liebt es Modelle zu entwerfen und zu schneidern. Ihre Eltern haben ihre Pläne nie unterstützt, weshalb Iris letztlich keine Schneiderlehre machte, sondern auf eine Handelsschule ging. Als die 32-Jährige von ihrem Bruder erfährt, dass sie nach der Schule doch bei einer Schneiderschule angenommen worden war, ihre Eltern ihr die Zusage allerdings vorenthalten hatten, beschließt sie - trotz der Einwände ihres Ehemannes, der ohnehin kaum Zeit für sie hat - eine Ausbildung zur Schneiderin in Paris zu beginnen. 
Inhaberin des Ateliers, in welchem Iris unterrichtet wird, ist die ältere Dame Marthe, die das Talent von Iris nach ihren ersten Entwürfen erkennt und sie unter ihre Fittiche nimmt. Iris soll für Marthe eine ganz neue Garderobe schneidern. Iris fährt an den Wochenenden zurück zu ihrem Ehemann Pierre, der jedoch weiterhin kaum Zeit für sie hat und seine Arbeit im Krankenhaus vorschiebt. Iris ärgert sich über ihn und sein Desinteresse an ihrer Arbeit. 
In Paris geht sie schon bald nicht mehr zur Schule, da sie den Unterricht in den Augen von Marthe gar nicht nötig habe. Sie arbeitet in dem Atelier fortan für Marthe, die sie an den Abenden in die feine französische Gesellschaft einführt. Von den Damen erhält sie zahlreiche Aufträge für neue Kleider. Im Rahmen dieser Soirées lernt sie Gabriel, den Ziehsohn von Marthe kennen, der mit jeder Frau flirtet und auch Iris hemmungslos umgarnt. Sie ist seinem Charme schnell verfallen, hält sich aber aufgrund ihrer Ehe, obwohl sie in ihr unglücklich ist, zurück. Auch Marthe sieht die Verführungsversuche Gabriels kritisch und scheint Iris vor ihm zu schützen. 
Als die Streitereien des Ehepaares an den Wochenenden zunehmen und Pierre bewusst wird, dass er Iris verliert, wenn er sich nicht ändert, nimmt er sich Zeit für sie und beginnt Interesse an ihrer Arbeit zu zeigen. Er besucht sie sogar in Paris, wo er sieht, wie erfolgreich seine Frau inzwischen ist. Zur Rettung ihrer Ehe beschließt Iris, nach Hause zu kommen, um dort ein Atelier zu eröffnen und bekommt daraufhin die Wut von Marthe zu spüren...
Iris ist eine Frau, die sich erst von ihren Eltern ihr Leben hat bestimmen lassen und sich dann ihrem Mann untergeordnet hat, der ihn ihr nicht viel mehr sah, als die zukünftige Mutter seiner Kinder. Als sie sich mit 32 Jahren endlich dazu entschließt, ihren Traum zu leben und ihre Leidenschaft des Nähens zu ihrem Beruf zu machen, begibt sie sich nach Paris, wo sie sich nicht emanzipiert, sondern sich von der autoritären und herrischen Marthe herumkommandieren und wie ein kleines Kind behandeln lässt. Für Gabriel wird sie dagegen zu seinem Lustobjekt, das vermeintlich unerreichbar erscheint. Die unsichere Iris gerät von einer Unterdrückung in die nächste, auch wenn sie endlich ihren Traum an der Nähmaschine auslebt. 
Der Roman spielt in der Welt der Mode, der Kreativen und der Schönen und Reichen. Es ist ein Buch über eine Frau, die im Schatten ihres Mannes steht, dann aus dem kleinbürgerlichen Leben ausbricht, nur um dann einer tyrannischen Mentorin zu gefallen, die in Iris mehr sieht, als ihre Schülerin bzw. Assistentin. Iris ist naiv und merkt viel zu lange nicht, wie sie von Marthe vereinnahmt wird, sie zu einem Klon ihrer Gönnerin wird. 
Ich hatte mir von dem Roman mehr Charme und vor allem mehr Selbstbewusstsein der Protagonistin auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück versprochen. Ich war regelrecht genervt von ihrer unterwürfigen Art, der sehr stereotypen Charaktere und der flachen, belanglosen Handlung sowie der klischeehaften Darstellung des Gegensatzes Provinz - Hauptstadt. Auch wenn die Zukunft von Iris letztlich vorhersehbar war, hatte ich die im letzten Drittel offenbarten Enthüllungen in Paris nicht so erwartet. Das Ende war dann unnötig spektakulär und übertrieben inszeniert.  

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Tags: lebenstraum, mode, nähen, naivität, paris, schneiderin, schneiderlehre, unrealistisch und überzogen, unterwerfung   (9)
 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

trauerbewältigung, wohngemeinschaft, liebe, tod, vertrauen

Frühstück für einsame Herzen

Rowan Coleman , Theresia Übelhör
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.12.2017
ISBN 9783492311809
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ellen Woods ist Mutter eines elfjährigen Sohnes und seit knapp einem Jahr Witwe. Da ihr Mann Nick unter Alkoholeinfluss und wegen überhöhter Geschwindigkeit bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, zahlt die Lebensversicherung nicht, weshalb Ellen trotz ihrer Anstellung als Lektorin fas mittellos ist. Ihr bleibt das schöne Haus im viktorianischen Stil, in welchem Nick viel selbst gestaltet hat. Um für ein weiteres regelmäßiges Einkommen zu sorgen, wird sie von ihrer Schwester Hannah überredet, Untermieter in ihr Haus aufzunehmen und wenig später wird das Haus auch schon zu fünf bewohnt. 
Die deutsche Sabine ist aus beruflichen Gründen nach London gezogen und braucht ein Zimmer. Autorin Allegra Howard, deren Haus zur Zeit unbewohnbar ist, kennt Ellen durch all ihre Bücher, die sie von ihr redigiert hat. Die exzentrische Frau befindet sich gerade in einer Schaffenskrise, weshalb Ellen ihren aktuellen Roman nicht nur korrigiert, sondern ihr auch den nötigen Input für neue Ideen liefert. Matt ist Junggeselle und von Manchester nach London gezogen, um als Kolumnist für das Männermagazin "Bang!" zu arbeiten. Seine One-Night-Stands mit Frauen sind dabei seine Inspiration. 
Ellens Sohn Charlie ist froh, dass seine Mutter durch die neuen Mitbewohner wieder unter Leute kommt. Sie hat seit der Beerdigung seines Vaters das Haus nicht mehr verlassen. Er macht sich Sorgen, dass sie unter Agoraphobie leiden könnte, kann ihr aber nicht helfen. Ellen, die sich ihre Einkäufe liefern lässt, ist es bisher gar nicht aufgefallen, dass sie fast ein Jahr nicht einmal mehr in ihrem Garten war. 
Durch die Untermieter, die Ellen gern gewinnt, und die Verantwortung, die ihr wieder für ihren Sohn bewusst wird, sowie Hannah, die offensichtlich selbst ein ernstes Problem hat, dass sie verschweigt, kommt Ellen langsam aus ihren Schneckenhaus heraus und reflektiert die Beziehung zu Nick, der für sie einst die große Liebe war.
"Frühstück für einsame Herzen" ist ein Roman, der bereits 2010 in England veröffentlicht wurde und erst jetzt - nach den Erfolgen der Autorin - in Deutschland veröffentlicht wurde. Ich weiß nicht, warum damit so lange gewartet wurde...
Ellen ist eine sympathische Frau, die ihr komplettes Leben auf ihren Ehemann und ihren Sohn ausgerichtet hatte und sich ansonsten in ihre Traumwelt der Bücher zurückgezogen hat. Aufgrund ihrer Trauer um den verstorbenen Nick hat sie das Haus nicht mehr verlassen, das ihr Sicherheit und Schutz gibt. Ihr wird durch ihre Mitbewohner jedoch auch langsam bewusst, dass sie schon während ihrer Ehe sehr eingeschränkt gelebt und dass ihr Mann ihren freien Willen (zu) stark beeinflusst hat. 
Der Roman ist wie alle Romane von Rowan Coleman warmherzig und sehr lebendig geschrieben. Durch das "Buch im Buch", an dem Ellen zusammen mit Allegra arbeitet, ist der Roman zu dem sehr abwechslungsreich zu lesen, auch wenn ich nicht genau wusste, ob dieser erotische Groschenroman wirklich ernst gemeint war. So manche Leserin dürfte sich von dem Rollenbild, das darin vermittelt wird, abgeschreckt fühlen. Aber auch die Männerwelt bekommt ihr Fett durch die sexistische Sichtweise von Matt weg. Neben Ellen macht aber auch er eine - vielleicht etwas zu vorhersehbare - Entwicklung durch. 
Trotz des traurigen Beginns und der anfänglichen Einsamkeit von Ellen ist es ein Roman, der sehr unterhaltsam und witzig geschrieben ist, in Bezug auf die Problemstellungen, Ellens Trauer, ihre Ängste, die Verbindung zu ihrer sehr unterschiedlichen Schwester sowie das Wagnis, sich nach einem Jahr der Trauer auch wieder offen für einen anderen Mann oder gar eine neue Liebe zu sein, aber nicht an der Oberfläche bleibt. 
"Frühstück für einsame Herzen" ist eine gelungene Mischung aus Emotionen, Humor und einer Prise Romantik und ein Roman, de durch die liebevolle Zeichnung der Charaktere für Unterhaltung und Lebendigkeit sorgt. 

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Tags: ehe, humor, liebe, schwestern, tod, trauerbewältigung, vertrauen, wohngemeinschaft   (8)
 

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filme, liebe, kino, popcorn, glück

Glück schmeckt nach Popcorn

Marie Adams
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.11.2017
ISBN 9783734104947
Genre: Liebesromane

Rezension:


Martha ist seit drei Jahren Inhaberin eines kleinen Programmkinos in Köln. Sie zeigt dort nur ausgesuchte Filme und keine aktuellen Hollywood-Blockbuster. Sie selbst glaubt nicht mehr an Happy Ends, nachdem ihr Freund sie betrogen hat und seine neue Freundin von ihm schwanger ist. Martha hatte vor dem Beziehungsende eine Fehlgeburt. 
Trennung und Verlust des Babys hat Martha immer noch nicht richtig verarbeitet und wird bereits mit der nächsten Hiobsbotschaft konfrontiert: Ihre beste Freundin und Mitarbeiterin im "Lichtspielhaus", Susanna, ist schwanger und zieht zu ihrem Freund nach Hamburg. 
Auf der Suche nach einer neuen Mitarbeiterin meldet sich Erik Sommer bei ihr, der einen Nebenjob braucht. Er träumt als angehender Regisseur davon, einen erfolgreichen Film zu produzieren. Nachdem Martha kurz zuvor spät abends im Kino überfallen worden war, stellt sie den großgewachsenen, muskulösen Erik gerne ein. Der immer fröhliche Romantiker sorgt mit seinen Cocktails in der Bar des Kinos für Umsatzsteigerungen und auch Martha fühlt sich von seiner unbeschwerten Art angezogen, wehrt sich allerdings gegen ihre Gefühle. Erik tritt in Konkurrenz zu dem Filmkritiker Stefan, der ganz offensichtlich mit Martha flirtet. 
"Glück schmeckt nach Popcorn" spielt überwiegend in dem kleinen nostalgischen Kino, was mir als Schauplatz gut gefallen hat. Dei heimelige Atmosphäre dort sowie die Sorge Marthas, dass sie neben den großen Kinoketten nicht bestehen kann, sind spürbar. 
Die Liebesgeschichte um die einsame und weinerliche Martha und die beiden Männer, die um sie buhlen, ist jedoch vorhersehbar. Schon früh ahnt man als Leser, dass der arrogant anmutende Stefan im Gegensatz zu dem gefühlsbetonten, etwas unkonventionellen Erik nicht das Rennen um Marthas Gunst machen wird. 
Ich konnte allerdings zwischen keinem der Protagonisten eine emotionale Verbindung ausmachen. Diese so schnell aufkeimenden Gefühle zwischen Erik und Martha, gegen die sie ankämpft, weil sie sich aus Angst vor Enttäuschung auf keine neue Beziehung einlassen möchte, kamen bei mir nicht an. Die beiden teilten zwar die Leidenschaft zum Film und das kleine Kino, aber die Gefühle zueinander waren für den Verlauf des Romans einfach zu gewollt. Gerade das glückliche Ende kam dann völlig überraschend für mich. Die Entscheidung beider Personen für einander war für mich so nicht nachvollziehbar. Auch rätselte ich, warum Stefan bei ihren Begegnungen mit Martha flirtet, aber darüber hinaus wenig hartnäckig ist. Mir war nicht klar, ob er tatsächlich etwas für sie empfindet oder nur körperlich angezogen ist. 
Im Verlauf der Geschichte wurden mir die Charaktere nicht sympathischer, weshalb ich nicht wirklich auf das zu erwartenden Happy End à la Popcornkino für Martha hin fiebern konnte. In Bezug auf so manche Episode hätte ich mir mehr Kreativität gewünscht. So empfand ich die Begegnung von Martha mit ihrem Exfreund Tom samt schwangere Freundin im Supermarkt, als abgedroschen. Man wusste gleich, auf was das hinausläuft...
"Glück schmeckt nach Popcorn" ist ein leicht zu lesender Roman über Trennungsschmerz, Vertrauensverlust und die zaghafte Hinwendung an eine neue Liebe, bei der sich die Protagonistin mit ihrer pessimistischen Art am meisten selbst im Weg steht. Eine turbulente Geschichte, tiefe Gefühle oder überraschende Wendungen darf man allerdings nicht erwarten. 

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Tags: liebesgeschichte, neue liebe, programmkino, trennungsschmerz   (4)
 

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überforderung, krebserkrankung, familie, neubeginn, hund

Solange unsere Herzen schlagen

Virginia Macgregor , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.11.2017
ISBN 9783442485529
Genre: Romane

Rezension:

Vor sechs Jahren ist Norah ohne Begründung verschwunden und hat ihren Ehemann Adam sowie ihre beiden Töchter Ella und Willa zurückgelassen. Jetzt steht sie plötzlich an einem Freitag Morgen in der Willoughby Street in dem kleinen Städtchen Holdingwell und kommt wie selbstverständlich in ihr altes Zuhause, während Adam und Kinder in der Arbeit bzw. der Schule sind. 
Was Norah nicht weiß, ist, dass ihre ehemalige beste Freundin, die Chirurgin Fay, inzwischen mit Adam zusammenlebt und Willa wie ihre eigene Tochter angenommen hat. Die heute siebenjährige war zum Zeitpunkt des Verschwindens von Norah noch so klein, dass sie keine Erinnerung an ihre Mutter hat und noch nicht einmal ahnt, dass Fay nicht ihre leibliche "Mummy" ist. Ella war damals schon acht und hat ihre Mum geliebt, ihr in allem - sei es die Leidenschaft für Jazz und das Trompetespielen oder das Laufen - nachgeeifert. Sie hat nie aufgegeben zu glauben, dass ihre Mutter zurückkommt und hat für die in ihren Augen Vermisste einen eigenen Twitterkanal gepflegt, um sie wiederzufinden. 
Norah bringt mit ihrer Rückkehr das gesamte Familienleben durcheinander. Adam weiß nicht mehr, welche Frau er liebt, Willa möchte einfach nur, dass alle als Großfamilie zusammenleben und miteinander glücklich sind und Ella begreift, dass sie Fay furchtbar unrecht getan hat, indem sie ihre Ablehnung all die Jahre so offen zeigte und dass sie sich schwer in Norah getäuscht hat. 
Der Roman erstreckt sich über den kurzen Zeitraum von Freitag bis Mittwoch, in dem für die Familie Wells aber unheimlich viel Einschneidendes passiert. Er ist abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder erzählt, so dass man als Leser in die Gefühls- und Gedankenwelt aller wichtigsten Akteure eintauchen kann. Alle Charakter sind komplex und detailliert ausgearbeitet und es unheimlich kurzweilig und interessant zu lesen, wie sie auf die Rückkehr von Norah reagieren bzw. welche Folgen "Die Mutter, Die Gegangen Ist" damit für das Familienleben auslöst. 
Spannend ist zudem zu erfahren, warum Norah damals ihre Familie allein gelassen hat und warum sie ausgerechnet jetzt nach sechs Jahren, zwei Tage vor Willas Geburtstag, zurückkehrt. 
"Solange unsere Herzen schlagen" ist ein sehr kitschiger Titel für eine berührende Familiengeschichte, die trotz ihrer Länge von knapp 600 Seiten nie langweilig wird. Der Roman ist so warmherzig und liebevoll geschrieben, was sich vor allem in den Kapitel aus der naiven Perspektive der süßen Willa und der unglücklichen, aber starken und so gutherzigen Fay, "Die Mutter, Die Geblieben Ist", wiederspiegelt. Aber auch mit Ella leidet man als Leser(in) mit, die von ihrer Mutter so furchtbar vor den Kopf gestoßen wurde.
Norah steht für die impulsive, freiheitliebende Frau, mit der es Adam nie langweilig geworden ist. Sie war vor allem in der Vergangenheit ein hedonistischer Mensch und hat selbst für ihre Kinder keine Regeln aufgestellt. Fay ist das genaue Gegenteil von Norah. Sie ist bodenständig und zuverlässig und kümmert sich selbstlos mehr um andere als um sich selbst. 
Der Roman zeigt das Leben einer Familie, die sich mit der Flucht der Mutter arrangiert hatte und nun scheinbar wieder von Neuem beginnen muss. Virginia Macgregor zeigt, was es heißt, Mutter bzw. Vater zu sein und dass nicht jeder Elternteil ab Geburt in die Rolle einer verantwortungsbewussten Mutter oder Vater schlüpfen kann. 
Ich habe diesen zu Herzen gehenden Roman über die unkonventionelle Familie Wells regelrecht verschlungen. Es ist eine emotionale und mitreißende Geschichte mit zahlreichen liebenswürdigen Charakteren und eine wirklich überzeugend realistische Darstellung einer Familie in der Krise.

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Tags: ehe, familie, hund, krebserkrankung, neubeginn, schwestern, stiefmutter, überforderung, zwischen zwei frauen   (9)
 

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band, missbrauch, schule, koma, mirror mirror

Mirror, Mirror

Cara Delevingne , Anita Nirschl , Anita Nirschl
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 05.10.2017
ISBN 9783596702343
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Cara Delevingne hat diesen Roman zusammen mit Rowan Coleman geschrieben, deren Romane mich bisher alle überzeugt hatten, weshalb ich auch diese Buch unbedingt lesen wollte. 
Vier Schüler einer Londoner Highschool werden für ein Projekt im Musikunterricht zur Band "Mirror Mirror" zusammengewürfelt. Red, Leo, Rose und Naomi sind vier Teenager im Alter von sechzehn Jahren, die sich zu Hause und in der Schule mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert sehen. 
Die Band wird zu ihrer Familie und ihr Musiklehrer Mr. Smith ist von ihrem Talent und einer Zukunft über eine reine Schulband hinaus überzeugt. Da verschwindet Bassistin Naomi spurlos und wird Wochen später schwer verletzt aus der Themse gezogen. Während sie von den Ärzten ins künstliche Koma versetzt wird, fragen sich ihre Freunde, was mit ihr passiert ist. 
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Red erzählt, die sich liebevoll um ihre siebenjährige Schwester Gracie kümmert, da ihre Eltern nicht dazu in der Lage scheinen. Ihre Mutter ist eine schwere Alkoholikerin, die nur noch stinkend im Bett liegt und sich allein von Wodka ernährt. Der Vater hat sich von ihr abgewandt und kommt nur noch nach Hause, um seine Wäsche zu wechseln. Red fühlt sich allein und ist überfordert, ihre eigene Identität zu finden. Darüber hinaus hat sie sich in Rose verliebt, die sich brüsk ablehnt und ein regelrechtes Mobbing von Red an der Schule auslöst. Rose muss allerdings selbst Schreckliches widerfahren sein, dass sie auf einen versuchten Kuss so übertrieben reagiert. Leo muss sich wieder an seinen älteren Bruder Aaron gewöhnen, der gerade aus der Haft entlassen wurde. Er war wegen schwerer Körperverletzung verurteilt worden und scheint sich immer noch im kriminellen Milieu zu bewegen. Leo muss aufpassen, dass er sich da nicht mit hineinziehen lässt. Neben ihren persönlichen Problemen machen sie sich weiterhin Sorgen um Naomi und ihren Gesundheitszustand und versuchen mit Hilfe ihrer Halbschwester Ashira herauszufinden, warum Naomi vermeintlich abgehauen ist und was ihr widerfahren ist. 
"Mirror Mirror" ist ein Buch über Freundschaft und die gegenseitige Unterstützung von vier Außenseitern, die unterschiedlich sozialisiert wurden und es in ihrem Leben bisher nicht leicht gehabt haben. Das Projekt der Schulband gab ihnen den Halt, den sie in ihren Familien nicht fanden, bis ein Bandmitglied verschollen und schwer verletzt wieder aufgetaucht ist. Durch die vielen Ungereimtheiten um Naomi, das mysteriöse Tattoo, das neu gestochen wurde und ihr Handy, dass die Freunde auf einem Spielplatz finden, ist "Mirror Mirror" so aufregend wie ein Thriller zu lesen. Es ist ein spannender Jugendroman und ein wirklich gelungenes Debüt des Models Cara Delevingne, das mich mit seiner Vielschichtigkeit und Tiefgang positiv überrascht hat. 

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Tags: freundschaft, jugendroman, koma, missbrauch, musik, schule, schwierige kindheit, spannung, thriller, zusammenhalt   (10)
 
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