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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Du hast das Wort, Schätzchen!

Rita Mielke , Iris Luckhaus
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Bibliographisches Institut, 13.03.2017
ISBN 9783411756988
Genre: Sachbücher

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

liebe, mittelalter, ritter, intrigen, kämpfe

Schwarze Ritter küsst man nicht (Historischer Roman, Liebe, Humor)

Susanne Keil
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 19.06.2017
ISBN 9783960872061
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Geschichte um den legendären schwarzen Ritter - Jérome de Montdragon - der auf eine als Knappe verkleidete Frau hereinfällt, las sich sich ungemein unterhaltsam. Das lag zum einen an den gut ausgearbeiteten Charakteren und zum anderen am typisch mittelalterlichen Setting. 

Erzählt wird die Geschichte von Hadelinde, die nach den gescheiterten Heiratsversuchen ihres Vaters ihr Heil in der Flucht sucht und dabei zufällig auf den Frauen verachtenden und kämpferisch unschlagbaren Ritter Jérome de Montdragon aus der Champagne trifft. Doch um nicht aufzufallen, verkleidet sich die quirlige Protagonistin als Mann. Ihr loses Mundwerk und ihr burschikoses Auftreten machen sie zu einem ungewöhnlichen Frauenzimmer des Mittelalters. Ich fand sie auf Anhieb sympathisch und habe sie für ihren Mut, als Knappe anzuheuern, bewundert. Zudem sorgten ihre Gespräche mit Dienstherr Jérome de Montdragon für allerlei Heiterkeit, was auch an der Zeit untypischen Frau-Mann-Konstellation lag. Dass sich Hadelinde schlussendlich in den misogynen Jérome verliebte, besaß schon märchenhafte Züge, aber der Spannung innerhalb der Handlung tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil. Von der höchst komplizierten Liebelei der beiden einmal abgesehen, lieferte Susanne Keil in "Schwarze Ritter küsst man nicht" einen interessanten Einblick ins mittelalterliche Rittertum mit Tjost, Minne und Burgen. Ich habe diese kurze Zeitreise sehr genossen, weil sie mit Passion für die damalige Zeit und die handelnden Personen geschrieben wurde. Dass Keil dabei die gesamte Klaviatur der menschlichen Emotionen bespielte, empfand ich als großes Plus und Genre typisch. Einzig mit dem Cliffhanger am Buchende konnte ich mich nicht wirklich anfreunden, weil ich nun erst den zweiten Teil lesen muss, um herauszufinden, ob es ein Happyend - wie im Märchen ;-) - geben wird.

FAZIT
Beste mittelalterlich-märchenhafte Unterhaltung, die mitreißt und sich wunderbar zum Abschalten eignet. PS: Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Band. 

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Tags: abenteuer, mittelalter, ritter   (3)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

schauspiel, autobiographie, england

Loving se Germans

Francis Fulton-Smith
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein extra, 08.09.2017
ISBN 9783864930416
Genre: Humor

Rezension:

Ich kannte Francis Fulton-Smith (Jahrgang 1966) bisher nur aus dem TV. Als Fan der Serie "Dr. Kleist" ist dies auch nicht sonderlich schwer. Sein Buch "Loving se Germans" hat mir den Menschen Fracncis Fulton-Smith auf sympathisch-authentische Weise näher gebracht.

In der Brust des Vollblutschauspielers schlagen zwei Herzen, eines für Deutschland und eines für Großbritannien. Und er möchte keine der beiden Nationen bzw. Pässe missen. Sein unverstellter, persönlicher Blick auf kulturelle Unterschiede und den Brexit konnte mich mitreisen. Zudem fand ich es spannend, mit dem Autor hinter die Kulissen des nationalen wie internationalen Filmbusiness schauen zu dürfen. Dabei wird schnell klar, Fulton-Smith kann mehr als heile Welt schauspielern; liebt gar Charakterrollen (z. B. Franz Josef Strauß). 

Neben dem Interesse für Film und Theater ist der Autor ein passionierter Hobbykoch. Seine kulinarischen Kreationen und Beschreibungen sind Ohren- und Gaumenschmeichler. Ich würde mich sofort zum Testessen hergeben, weil Fulton-Smith sich u.a. von deutschen Sterneköchen, wie Johann Lafer und Holger Stromberg, inspirieren lässt. Darüber hinaus ist er ein talentierter Zeichner, was im Buch abgedruckte Werke belegen.

Auch das Verhältnis zum Mutterland des Vaters, eines englischen Jazzmusikers, kommt ausführlich zur Sprache und beschränkt sich nicht nur auf Themen, wie die englische Küche und Jagd; wobei ich beides sehr spannend und informativ fand. Und mal ehrlich, für welchen Lieblingsverein sollte man sich entscheiden, wenn Manchester United und Bayern München zur Auswahl stehen? Fulton-Smith agiert hier diplomatisch und drückt einfach beiden Vereinen die Daumen.

Zu guter Letzt ist das Buch auch zeit- und kulturgeschichtlich interessant, da Fulton-Smith die wichtigen Daten und Ereignisse seiner bisherigen Lebenszeit zitiert und kontextualisiert. 

FAZIT
Mehr als eine banale Schauspielerbiografie. Fulton-Smiths Erstling unterhält formidabel, ohne zu langweilen und feiert die deutsch-englische Freundschaft :-) Good job, Sir!

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Tags: autobiographie, england, schauspiel   (3)
 

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österreich, biografie, lebenstraum, internetplattform

Und was machst Du so?

Ali Mahlodji , Gerald Hüther
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Econ, 11.08.2017
ISBN 9783430202343
Genre: Biografien

Rezension:

Der gebürtige Iraner Ali Mahlodji (*1981) ist ein wahrer Selfmademan. Obschon er in seinem bisherigen Leben einige Rückschläge einstecken musste, hat er nie den Glauben an sich und seine Idee - eine Berufsorientierungsplattform für Jugendliche im Internet aufzubauen - verloren. 

Mahlodjis Biografie ist alles andere als geradlinig und beginnt mit der Flucht aus dem Iran. In Wien findet die Familie Asyl und eine neue Heimat. Doch die Scheidung der Eltern und sein Stottern werfen den jungen Mahlodji gehörig aus der Bahn. Was folgt ist ein Schulabbruch aus Angst vor den mündlichen Prüfungen und 40 verschiedene Jobs, u.a. als Koch, Kassierer, Putzmann, Apothekenhelfer, Projektmanager, Taxifahrer und Systemadministrator, in denen sich der Autor ausprobiert und viel für sein späteres Herzensprojekt "whatchado" dazulernt. Schritt für Schritt kämpft sich der stigmatisierte Schulabbrecher aus dem beruflichen Abseits heraus, indem er auf die Abendschule geht, den Schulabschluss nachholt und sogar studiert, während er tagsüber arbeitet. Sein Fleiß, seine Neugier und sein Biss scheinen grenzenlos zu sein. Hinzu kommt, dass er sich zeit seines Berufslebens für Jugendliche und Flüchtlinge einsetzt, die nach einem Beruf bzw. einer beruflichen Perspektive suchen. Vorträge an Schulen gehören seitdem zu seinem Alltag. Und er kommt an, gerade weil er dabei unverstellt aus seinem eigenen Erfahren berichtet. Sein Optimismus und seine Stehaufmännchen-Mentalität wirken ansteckend. 

Doch als Workaholic bleibt das Burnout auch bei Mahlodji nicht aus und er erkennt, dass er kürzertreten muss. Daraufhin gibt er seine Managementposition bei Sun Microsystems auf und besinnt sich auf eine Idee aus der Jugend. Damals hatte er die Idee, eine Internetplattform namens whatchado zu gründen, die verschiedene Lebensgeschichten vom normalen Bürger bis zum Prominenten abbilden sollte. Ein sog. "Wikipedia der Lebensgeschichten" sollte enstehen, das vor allem orientierungslosen Jugendlichen ab 14 bei der Berufswahl helfen sollte. Und diesen Traum setzt Mahlodji mithilfe seiner Freunde und Sponsoren auch in die Tat um. Von den damit verbundenen Erfolgserlebnissen wie neuen Verantwortungen berichtet er eingehend.

Insgesamt fand ich die Lektüre des Buchs sehr spannend, inspirierend und vor allem horizonterweiternd. Der Autor Ali Mahlodji ist ein wahres Energiebündel und ein Menschenfreund. Seine ehrliche Art auf junge Menschen und deren Probleme einzugehen, imponiert mir. Zudem zeigt er auf beeindruckende Weise, dass man seine Lebensträume leben und nicht verstreichen lassen sollte.

FAZIT
Eine interessante Lektüre, die dazu führt, die eigene Biografie und Berufswahl zu hinterfragen. Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf die Internetseite "https://www.whatchado.com/de/" nicht nur für Jugendliche.




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Tags: biografie, internetplattform, lebenstraum, österreich   (4)
 

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48 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

moskau, hausarrest, hotel metropol, paris, suite

Ein Gentleman in Moskau

Amor Towles , Susanne Höbel
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783471351468
Genre: Romane

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die junge Braut

Alessandro Baricco , Annette Kopetzki
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 16.08.2017
ISBN 9783455405781
Genre: Romane

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ukraine, prostitution, 90er jahre, olga, neuerscheinung 2017

Kukolka

Lana Lux
Fester Einband: 375 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036935
Genre: Romane

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neuanfang, roman, veränderung, neuseeland, ehe

Niemand verschwindet einfach so

Catherine Lacey , Bettina Abarbanell
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036805
Genre: Romane

Rezension:

INHALT
Die Amerikanerin Elyria, die Ende zwanzig ist und Drehbücher für Telenovelas schreibt, hat ihr eintöniges, festgefahrenes Eheleben an der Seite des 10 Jahre älteren Mathematikprofessors Charles einfach nur satt. Die täglichen Routinen und die mangelnde Kommunikation haben Spuren hinterlassen und Elyria fragt sich: Soll es das schon gewesen sein?

Infolge reist sie spontan nach Neuseeland und sagt ihrer Familie nichts davon. Wird sie hier wieder zurück zu sich selbst finden können?

MEINUNG
Catherine Laceys in Amerika gefeierter Debütroman ist zugleich ein verstörendes wie brutal ehrliches Buch über eine Sinn suchende junge Frau. 

Die Protagonistin Elyria hängt in ihrem bisherigen Leben fest. Daher versucht sie mit ihrem spontanen Neuseelandtrip dem tristen Alltag zu entfliehen. Doch ganz auf sich allein gestellt, läuft ihr Gedankenkarussell permanent auf Hochtouren. Die verkorkste Kindheit, der tragische Tod ihrer Adoptivschwester Ruby und die schwierige Beziehung zu Ehemann Charles lassen sie einfach nicht los. Somit scheitert ihr Versuch, dem Alten zu entfliehen, kläglich. Mehr noch, je weiter sie ins neuseeländische Inland vordringt, desto mehr erkennt sie, dass man vor der eigenen Existenz nicht fliehen kann und die Sorgen und unaufgearbeiteten Episoden aus der Vergangenheit immer mitreisen.

Lacey erzählt keine heitere, Hoffnung gebende Geschichte, sondern eine zutiefst pessimistische, gar dunkle Story, die den Leser gerade deshalb mitreißt, weil sie in die seelischen Abgründe des Menschen schaut. Stück für Stück wird man in Elyrias psychischen Teufelskreis aus Ausbruch und Stillstand hineingezogen. Besonders jene Szenen, in denen Lacey Elyria unentwegt über das eigene Sein monologisieren lässt, besaßen Stärke und Tiefe. Denn hier wird der Leser auf eindrückliche Weise mit der Brüchigkeit sowie die Verlorenheit der menschlichen Seele konfrontiert. Kurzum, im Scheitern der Protagonistin Elyria zeigt sich Laceys ganzes literarisches Können. Doch mit der Zeit zog mich die düstere bis melancholisch-depressive Grundstimmung etwas runter, so dass ich einen Stern abziehen möchte. Ein heller, zukunftsweisender Moment hätte es ruhig sein können.

Typisches, nihilistisches Zitat (S. 190): "Ich war kein Mensch, sondern nur ein Indiz dafür, dass es mich gab."

FAZIT
Eine durch und durch schwermütige Frauengeschichte, die vor allem mit ihren dunklen Momenten zu überzeugen weiß. Nicht jedermanns Geschmack, aber literarisch anspruchsvoll und wohl durchdacht.

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Tags: ehe, neuanfang, neuseeland   (3)
 

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russland, couchsurfing, reisebericht, malik verlag, landschafte

Couchsurfing in Russland

Stephan Orth
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei MALIK, 20.03.2017
ISBN 9783890294759
Genre: Sachbücher

Rezension:

Stephan Orth ist ein Abenteurer, ja, Weltenbummler, der es liebt, als gefährlich eingestufte Länder zu bereisen. 
Dabei liegt sein Fokus auf den Menschen und nicht auf den großen Sehenswürdigkeiten. Denn um ein Land richtig zu kennen, sollte man sich seine Bewohner anschauen. Gesagt, getan. So reist der Reisereporter und Buchautor Orth im Spätsommer 2016 nach Russland. Keine einfache Mission, denkt man nur an den anhaltenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Aber Orth ist zuversichtlich und hat sich ein ganz besonders Ziel gesetzt. Er will in 10 Wochen das größte Land Asiens einmal von West nach Ost zu bereisen und dabei Stätten mit "Anti-Ästhetik" aufzusuchen, die jenseits der bekannten Touristenpfade liegen. Hierfür nächtigt der unkomplizierte Zeitgenosse bei insgesamt 24 fremden Gastgebern auf der Couch. Denn Couchsurfing ist seine Passion und der eindeutig beste Weg, um die russische Seele aufzuspüren. Ob Moskau, Wladiwostok, Grosny, Simferopol oder St. Petersburg, für Orths Entdeckergeist gibt es keine Grenzen. Dabei stört es nicht, dass er spontan vom Auto aufs Pferd oder ins Flugzeug wechseln muss. Die Menschen, die er auf seiner Entdeckungsreise kennenlernt, sind allesamt interessante, z. T. recht spleenige Typen mit spannenden Lebensläufen und Ansichten. Fakt ist - hier kann der Russlandlaie noch einiges dazulernen. Auch Präsident Wladimir Putin und dessen Macht bzw. Einfluss wird allseitig betrachtet. Das Schöne hierbei ist, dass Orth nicht in Schubladendenken verfällt, sondern den subjektiven Einschätzungen der Einheimischen Raum gibt und auch einmal die tendenziöse Berichterstattung der öffentlichen-rechtlichen Fernsehanstalten über Russland hinterfragt. Der dabei verwendete informative wie unterhaltsame Erzählstil, der sehr leichtfüßig daherkommt, macht Laune und befeuert die Lektüre. 
Mich haben besonders die Beschreibungen der mondänen U-Bahn-Stationen, Blumenautomaten im Moskauer Flughafen sowie der Wissarion-Jünger in Sibirien überrascht.

FAZIT
Ein spannender Reisebericht über Russland und seine Menschen. Hier kann der Leser einiges dazulernen und sich weiterbilden. Absolute Leseempfehlung! Cпаcибо, Stephan Orth. 

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Tags: reise, russland   (2)
 

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

irland, bücher, anna bednorz, mord im cottage, cottage

Mord im Cottage: Ein Krimi mit Katze

Anna Bednorz
E-Buch Text: 334 Seiten
Erschienen bei Midnight, 07.08.2017
ISBN 9783958191198
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

INHALT
Die Londoner Autorin Aoife verfasst unter dem Pseudonym Miranda Towney Herz-Schmerz-Romane, die sich bestens verkaufen. Doch seit der Trennung von ihrem Lebenspartner kämpft sie mit einer Schreibblockade, die sie mithilfe einer Auszeit im kleinen Örtchen Ard Carraig zu überwinden sucht. Aber statt der erhofften Ruhe findet sie in der irischen Kleinstadt nicht viel Zeit zum Schreiben, da ein Unbekannter immerfort Büchermorde in ihrem Ferienhaus oder im Umfeld ihrer neuen Freunde und Nachbarn begeht. Die malträtierten Ausgaben ihrer Romane zu sehen, lässt sie bald nicht mehr ruhig schlafen...

MEINUNG
Das Romandebüt von Anna Bednorz ist kein typischer Krimi. Das liegt zum einen daran, dass kein Mensch zu Schaden kommt und zum anderen am idyllisch-ländlichen Setting. Die Geschichte lebt von Langsamkeit und Gleichförmigkeit statt von unzähligen, nervenaufreibenden Szenenwechseln. In Ard Carraig ticken die Uhren einfach anders, entspannter. Auch die Hauptfigur Aoife hofft von dieser ruhigen Atmosphäre profitieren zu können. Doch da hat sie eindeutig falsch gedacht, denn kaum angekommen, muss sie zusehen, wie Tag für Tag ihre Bücher auf verschiedene Weise malträtiert werden, ja, um die Ecke gebracht gebracht werden. Kurzum, in diesem Buch geht es um Büchermorde, die für jeden bibliophilen Menschen ein Unding sind. Dass die sympathisch-authentische Protagonistin Aoife bei diesen ominösen "Buchverbrechen" nicht durchdreht, liegt u.a. an Kater Dr. Jingles und an der Herzlichkeit der Iren. Besonders der Pubbesitzer Tom unterstützt sie wo er nur kann. Er ist eine gute und heitere Seele.

Alles in allem, störte es mich nicht, dass Bednorz' Story auf Cosy-Crime ausgerichtet gewesen ist. Der Ursprünglichkeit und Schönheit Irlands konnte man auf jeder Buchseite nachspüren. Auch die Wahl der handelnden Charaktere ist recht harmonisch ausgefallen. Zudem befeuerte der flüssige, leicht bekömmliche Schreibstil die Lektüre. Einzig mit dem zweiten Drittel der Handlung hatte ich etwas meine Schwierigkeiten, weil sich die "Büchermorde" mit der Zeit abnutzten und der Plot dadurch auf der Stelle trat.

FAZIT
Gute Cosy-Crime-Unterhaltung, die den Leser in irische Gefilde entführt und einfach Lust auf einen Trip auf die grüne Insel macht. 

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Tags: bücher, irland, katze, schriftstellerin   (4)
 

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

trauer, verlag, bücher, liebe, liebesgeschichte

Love on Paper

Katrin Bongard
E-Buch Text: 285 Seiten
Erschienen bei Red Bug Books, 12.02.2017
ISBN 9783943799958
Genre: Sonstiges

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

zukunft

Das Drama des 21. Jahrhunderts: SPIEGEL-Archivar Schmidt blickt zurück

Burkhard Wehner
Fester Einband: 396 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 13.04.2017
ISBN 9783743162327
Genre: Sonstiges

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Luther

Friedrich Schorlemmer
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.02.2017
ISBN 9783746632810
Genre: Biografien

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22 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

frankreich

Die Summe aller Möglichkeiten

Olivier Adam , Michael von Kilisch-Horn
Fester Einband: 445 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 09.08.2017
ISBN 9783608980332
Genre: Romane

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

malerei, liebe, toskana

Der Sommer in deinen Augen

Diego Galdino , Christiane Landgrebe
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 18.07.2017
ISBN 9783455000900
Genre: Romane

Rezension:

INHALT
Der australische Maler Tyron Lane wird allgemein hin nur "The Homeless Painter" genannt, weil er seit Jahren ohne festen Wohnsitz ist und durch die Welt reist. Zudem nimmt er nur Malaufträge an, die ihm zusagen. 

Sein neuester Auftrag führt den einsilbigen Eigenbrötler in die toskanische Stadt Cetona. Dort lebt er im Haus der Familie Ferretti. Während man versucht, ihm die Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, gerät besonders die Tochter der Familie, Grundschullehrerin Sofia, mit dem eigensinnigen Maler aneinander. Doch gemeinsame Exkursionen werden dies ändern...

MEINUNG
Der Roman "Der Sommer in deinen Augen" des italienischen Autors und Baristas Diego Galdino las sich wunderbar leicht. Es ist eine stimmungsvolle und auch ein klein wenig dramatische Romanze, die sich perfekt als Sommer- bzw. Urlaubslektüre eignet. 

Die beiden Protagonisten, allen voran der unnahbare Maler Tyron, haben private Krisenzeiten hinter sich und agieren dementsprechend vorsichtig beim Kennenlernen anderer Personen. Dass sich zwischen Sofia und Tyron Stück für Stück eine Liebesgeschichte anbahnt, ahnt der Leser nach dem ersten Zusammentreffen, mag es aber nicht recht glauben, was besonders an Tyrons Geheimnis liegt. Doch je mehr sich Tyron für Sofia und die wunderschöne Landschaft Mittelitaliens öffnet, umso mehr tritt er aus der selbst gewählten Einsamkeit heraus und lässt das Leben wieder zu. Aber ihre Liebe ist eine zarte Pflanze und alles andere als fest, so dass der Leser auf emotionale Achterbahnfahrten gefasst sein muss. Kurzum, die 272 Seiten unterhalten prächtig, fesseln gar. Letzteres liegt auch daran, dass es keine rosarote Liebesgeschichte ist und Land und Leute der Toskana eindrucksvoll lebensecht vom Autor eingefangen werden. Auch Tyrons Malerei wird viel Raum geboten, so dass sich der Leser perfekt in seine Denk- und Arbeitswelt einfühlen kann.

FAZIT
Ein in sich stimmiger Sommerroman mit einer spannenden Mischung aus Amore, Drama und Lokalkolorit. Absolute Leseempfehlung!

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Tags: liebe, malerei, toskana   (3)
 

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leserunde, paperback, roman, ira ebner

Das deutsche Spiel

Ira Ebner
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag, 01.07.2017
ISBN 9783845922003
Genre: Krimi und Thriller

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paris, brief, hamburg, briefe, parallelwelt

Der Brief

Carolin Hagebölling
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.06.2017
ISBN 9783423261463
Genre: Romane

Rezension:

INHALT
Die Hamburger Journalistin Marie Kluge, Anfang 30, führt ein überschaubares Leben an der Seite ihrer Architektenfreundin Johanna. 

Doch ein mysteriöser Brief, der an sie adressiert ist, aber inhaltlich so gar nicht auf sie passt, gibt Rätsel auf. Darin ist von einer Hirn-OP und einem Pariser Verlobten Victor die Rede - beides Dinge, die Marie verunsichern, weil sie von ihrer ehemaligen Schulfreundin Christine verfasst worden sind oder etwa doch nicht?

Um das private Chaos zu beseitigen, entschließt sich Marie kurzerhand, nach Paris zu reisen. Dort hofft sie alle im Brief genannten Unstimmigkeiten klären zu können. Aber ist dies überhaupt möglich?

MEINUNG
Carolin Hageböllings Debüt "Der Brief" ist ein perfekt inszeniertes Verwirrspiel, bei dem Wirklichkeit und Fiktion/Einbildung bis zur Unkenntlichkeit miteinander verschmelzen.

Ich habe schon lang nicht mehr solch ein aufwühlendes und zugleich faszinierendes Buch gelesen, bei dem nicht nur der Hauptprotagonistin, sondern auch dem Leser eine Menge abverlangt wird. Besonders die Art und Weise, wie Hagebölling den Leser schrittweise in die Grauzone zwischen realer Welt und ideeller Parallelwelt entführt, konnte mich begeistern. So taucht man ins menschlich Nebulöse ein.

Die szenischen Wechsel bzw. Sprünge zwischen Maries unterschiedlichen Identitäten machen die Lektüre so reizvoll. Auch das offene Ende will perfekt zum Sujet passen, weil dadurch die Fantasie des Lesers hochgehalten wird und eine klare Trennung zwischen der Hamburger und der Pariser Marie nicht möglich zu sein scheint... 

FAZIT
Ein packender Roman, der formidabel mit der ach so "sicheren Wirklichkeit" spielt und damit zum Nachdenken anregt.

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Tags: brief, identität   (2)
 

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technik, kulturgeschichte, fahrrad, sachbuch

Das Fahrrad

Hans-Erhard Lessing
Fester Einband: 255 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 04.07.2017
ISBN 9783608913422
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dieses Jahr wird das Fahrrad 200 Jahre alt und das Verlagshaus Klett-Cotta hat sich dieses runde Jubiläum zum Anlass genommen, eine kleine Kulturgeschichte zur Thematik herauszugeben.

Der Technikhistoriker Hans-Erhard Lessing arbeitet sich auf insgesamt 255 Seiten von den technischen Anfängen und Vorbildern des "Drahtesels" bis zu den heutigen hochmodernen Fahrradmodellen vor. Während der Autor die momentanen Fahrradtrends eher sporadisch abhandelt, so detailreich geht er auf die Entwicklungen des 18. und 19. Jahrhunderts, vor allem auf die Draisine und das Veloziped ein. Dies empfand ich anfangs noch recht spannend und aufschlussreich, wurde auf Dauer und mit Zunahme der Seiten aber anstrengend bis öde. Zudem hätte ich mir mehr Bildmaterial zur Auflockerung und Veranschaulichung des Fachtextes gewünscht. Die kulturgeschichtlichen Exkurse stellten hingegen meine Highlights dar, weil hier eingehend auf das Verhältnis von Frau bzw. Kirche zum Fahrrad eingegangen wurde, was bisher viel zu selten beleuchtet worden ist. Zudem konnte ich lernen, dass damals Kokabonbons und Cola als Aufputschmittel für längere Touren genutzt wurde und wie es zur Bezeichnung "Eisbein" gekommen ist. Auch die Ausführungen zum Hochrad gerieten unterhaltsam. So schön die reiche Quellenarbeit von Lessing auch sein mag, so ermüdend empfand ich die teilweise seitenlangen Zitate aus Zeitschriften etc. Auch der für ein Sachbuch typisch nüchterne Erzählton fehlte nicht.

FAZIT
Ein solides, wenngleich an manchen Stellen etwas ausschweifendes Sachbuch zum Thema "Fahrrad". 

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Tags: fahrrad, kulturgeschichte   (2)
 

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14 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

hipster, berlin, mode, lifestyle, twitter

111 Gründe, Hipster zu hassen

Ralph Stieber
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 15.07.2017
ISBN 9783862656462
Genre: Sachbücher

Rezension:

"111 Gründe, Hipster zu hassen" ist das zweite Buch aus der Feder des Autors Ralph Stieber, das ich bisher lesen durfte. Und zum wiederholten Male musste ich feststellen, wie grandios unterhaltsam Stiebers ironische, bisweilen sarkastische Schreibe doch ist. Seine durchaus mit einem Augenzwinkern verfasste Schrift über das urbane Hipstertum konnte mich vollends von sich überzeugen, weil sie das damit verbundene Lebensgefühl eins zu eins einfängt. Dies gelingt ihm so überzeugend, dass selbst der Leser, der bisher noch keinen Kontakt zur Spezies "Hipster" hatte, einen detailreichen Einblick in die Materie bekommt.

Am Beispiel des Berliner Hipsters Jonas arbeitet sich Stieber an allen erdenklichen Eigenheiten und -arten des Hipsterdaseins, angefangen von der Vorliebe für Gin und Tattoos über die obligatorische Brille, auch für Hipster ohne Seheinschränkungen, bis hin zur zeitintensiven Bartpflege, ab. Zudem gewinnt der Leser die Erkenntnis, dass beim Hipster mehr Schein als Sein herrscht. Will heißen, des Hipsters Hauptaugenmerk liegt auf der eigenen Außenwirkung. Keine Alltagsepisode bleibt in den sozialen Medien, vor allem auf Twitter und Instagram, unkommentiert. Das Schlimmste, was den Hipster neben einem Fleck auf dem blütenweißen Designerhemd treffen kann, ist nämlich ein unkommentierter Post, der zeigt, wie uninteressant man doch ist. Stiebers Einschätzung des Hipsters als moderner Narziss ist einfach nichts hinzuzufügen. Seltsam fand ich vor allem die Unart, Bücher nur als Einrichtungsgegenstände anzusehen, die zur Schau und nicht zur eigenen Lektüre dienen.

Stiebers Buch erreicht das Gegenteil, von dem, was der Titel vorgibt. D.h., nach der Lektüre ist einem der Hipster sympathischer als gedacht und alles andere als verhasst. Denn in jedem von uns steckt doch ein klein wenig Hipster. Ich bin gespannt, inwiefern sich dieser Lifestyle-Trend langfristig etablieren oder ob er nur ein kurzfristiges Intermezzo bleiben wird.

FAZIT
Ein durch und durch unterhaltsames Buch, das den Hipster allseitig betrachtet und dabei nicht an Ironie spart. 

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Tags: berlin, hipster   (2)
 

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65 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

paris, james joyce, samuel beckett, tanz, missbrauch

Die Tänzerin von Paris

Annabel Abbs , Ulrike Seeberger
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.07.2017
ISBN 9783746633169
Genre: Romane

Rezension:

INHALT
Lucia Joyce ist Anfang zwanzig, als sie in Paris im Jahre 1928 als neues Tanztalent entdeckt und gefeiert wird. Für einen Moment scheint sie den übergroßen Literatenvater James Joyce an Ruhm übertroffen zu haben. Doch Lucias Stern leuchtet nur kurz, denn die katholischen Eltern mögen ihre allzu freizügigen Auftritte nicht und der Vater will seine Muse Lucia einfach nicht verlieren und stets bei sich haben. So kommt es, dass die lebensbejahende und talentierte Lucia sich immer mehr von der Tanzwelt abkapselt, um ihrem augenkranken Vater zur Seite zur stehen. Infolge zehrt nicht nur der aufgegebene Traum von der großen Tanzkarriere an ihr, sondern auch die unglücklichen Männergeschichten. Weder ihre große Liebe Samuel Beckett noch die folgenden Verlobten vermögen sie aus dem elterlichen "Gefängnis" zu befreien. Die innerliche Leere und der Ärger über die geplatzten Lebensträume scheinen sie schier zu zerreißen, was zu Übersprungshandlungen und mehreren Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken führen wird...

MEINUNG
Annabel Abbs Roman "Die Tänzerin von Paris" fesselt den Leser ab der ersten Zeile. Die tragische Geschichte um Lucia Joyce reist mit, macht betroffen und lässt einen einfach nicht mehr los. Besonders der Wechsel innerhalb der Erzählzeiten, 1928 bis 1935, erzeugt Spannung. Stetig wird dabei auf Lucias persönlichen Abstieg bis hin zur Selbstaufgabe bzw. Selbstverleugnung eingegangen. Hierbei konnten sowohl die eindrücklich inszenierten Künstlerpassagen als auch Lucias Gespräche mit dem Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung überzeugen. Die Autorin verbindet Fiktion und die wahre Geschichte auf ungemein realistische Weise miteinander. Im Fokus steht dabei das kaputte Seelenleben der Protagonistin, die unentwegt aus alten Gewohnheiten und dem eltlerlichen Zuhause ausbrechen möchte und es dann schlussendlich doch wieder nicht schafft. Dabei hat mich vor allem die detaillierte Psychoanalyse von Lucia beeindrucken können. In letztere hat die Autorin viel Zeit investiert, wovon die Quellenangaben und der erklärende Epilog Zeugnis ablegen.

Lieblingszitat, das Lucias Passion grandios zusammenfasst:
"[...] Tanz war meine Antwort. Was immer das Leben mir abverlangte, ich musste weitertanzen." (S. 32)

FAZIT
Eine tiefsinnige wie tragische Geschichte, die nachdenklich stimmt und darüber hinaus den Leser in die reiche Pariser Bohèmeszene der 20er- und 30er-Jahre entführt.

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Tags: james joyce, nervenheilanstalt, paris, tanz   (4)
 

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marx, darwin, charles darwin, karl marx, evolution

Und Marx stand still in Darwins Garten

Ilona Jerger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 11.08.2017
ISBN 9783550081897
Genre: Romane

Rezension:

Ilona Jerger hat ein Experiment gewagt. Wie einst Daniel Kehlmann hat sie in einem Roman zwei Geistesgrößen aufeinandertreffen lassen, die sich im echten Leben nie begegnet sind. 

Der Evolutionsbiologe Charles Darwin und der Ökonom Karl Marx sind bereits hochbetagt, als sie sich eines Abends im Hause Darwin kennenlernen. Beide sind sie ausgesprochene Sturschädel und mit Leib und Seele Wissenschaftler. Ihre Marotten machten die beiden alten Herren sympathisch. Mehr noch, auch der Nicht-Natur- oder Wirtschaftswissenschaftler beginnt sich für die Theorien und Erkenntnisse der Protagonisten zu interessieren. 

In ihrer 288-seitigen Erzählung gelingt es der Autorin, den Leser in die Lebens- und Arbeitswelt der beiden Geistesgrößen des 19. Jh.s eintauchen zu lassen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob man nun Darwin bei der Erforschung des Regenwurms über die Schulter schaut oder Marx im maladen Zustand antrifft, denn so kommt man den Menschen hinter den Wissenschaftlern näher. In diesem Zusammenhang fand ich es ausgesprochen spannend, dass die Autorin mit Thomas Beckett eine dritte wichtige Person - den Leibarzt beider Wissenschaftler - geschaffen hat, die als verbindendes Moment auftrat und die neben medizinischen Diagnosen auch die zeitkritische wie zeithistorische Einordung von Marx' und Darwins Forschungen durchführte.

Sprachlich hat sich Jerger mit der Sprache des 19. Jh.s arrangiert, was wohl vor allem ihrem intensiven Quellenstudium (größtenteils erhaltene Briefe) geschuldet sein dürfte. Einzig die manches Mal etwas weitschweifigen Natur- und Krankheitsbeschreibungen ließen den Plot dann und wann auf der Stelle treten. Hier hätte ich mir eine stringentere Erzählung mit höherem Dialoganteil gewünscht.

FAZIT
Ein spannender, weil zeit- und forschungsgeschichtlich interessanter Roman, der sich angenehm lesen ließ und Lust auf vertiefende Studien zu Darwin und Marx macht. 

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Tags: charles darwin, karl marx, london   (3)
 

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berlin, liebe, zwanziger jahre, 1920er jahre, 20er jahre

Das Café unter den Linden

Joan Weng
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.07.2017
ISBN 9783746632940
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Kennerin des Œuvres von Joan Weng bin ich zu dem Schluss gelangt, dass sich die Autorin von Buch zu Buch gesteigert hat und die "Roaring Twenties" für sie die optimale Epoche zu sein scheint.

Mit viel Herzblut und Wissen widmet sich Weng ihrer kleinen, aber feinen Geschichte um die Landpomeranze Fritzi, die 1925 in Berlin ihr Glück sucht und eine Stelle als Drehbuchschreiberin bei der UFA anstrebt. Doch zwischen Traum und Wirklichkeit liegen oft Welten und Fritzi bekommt statt einer Anstellung beim Film eine Stelle als Tippfräulein bei dem eigensinnigen, verarmten Grafen Hans von Keller, einem verkappten Literaten. Doch der Adelige findet schnell Interesse am frischen wie unkonventionellen Frauenzimmer aus der Provinz, zumal dieses auch noch dieselben Autoren verehrt und scharfsinnig schreiben kann.

In Berlin blüht Fritzi auf. Denn fernab der langweiligen Heimat und weit weg vom blassen Verlobten Gustav verspricht die deutsche Hauptstadt viel Exotik und Freiheit. Hier lebt sich Fritzi schnell in die Bohèmeszene ein und wird ein Teil von dieser bunten Welt...

MEINUNG

Joan Wengs nunmehr dritter Roman ist einfach ihr bisher bester. Kenntnisreich, feinfühlig und bildreich entführt sie den Leser ins Berlin der Zwanziger Jahre. Hier tummeln sich Künstler und jene, die es gern wären, und das Beste daran ist, alles ist erlaubt.
Weng schafft es dieses freie, unabhängige Lebensgefühl formidabel einzufangen. Dies lag zum einen an Wengs Erzählsprache, die eins zu eins mit der damaligen Art zu sprechen abgestimmt wurde, zum anderen an der Einbindung von zeitgenössischen literarischen sowie musikalischen Werken an passender Stelle. Seite für Seite schreibt sie sich ins Leserherz und hinterlässt dort eine unstillbare Sehnsucht nach einer Zeitreise. Die Lebenswelt der Hauptprotagonisin Fritzi wird eindrücklich, weil 100 Prozent authentisch wiedergegeben. Ob nun ihre Schwärmerei für Hans oder ihre Leidenschaft für Drehbücher, Fritzi ist dem Leser auf Anhieb sympathisch. Darüber hinaus sorgt ihre bunte Entourage, die aus einem Möchtegernfilmstarlet, einem schwulen Haushälterpaar sowie aus einem Sänger besteht, für allerhand Abwechslung und Skandälchen. Zudem mochte ich das legendäre "Café unter den Linden" als Dreh- und Angelpunkt der Handlung sehr. Hier möchte man sofort einmal einkehren und die damalige "Berliner Luft" einatmen bzw. in geselliger Runde den Alltag Revue passieren lassen.

FAZIT
Eine rundum gelungene literarische Zeitreise in die Zwanziger Jahre, die jeder gelesen haben sollte. 

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Tags: berlin, zwanziger jahre   (2)
 

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familie, le touquet, lebenslügen, schriftsteller, traurigkei

Der Dichter der Familie

Grégoire Delacourt , Tobias Scheffel
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.07.2017
ISBN 9783455404685
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte von Édouard, dem dichtenden Kinderstar der Familie, konnte mich leider so gar nicht von sich überzeugen, was vor allem an der fortwährenden depressiven Grundstimmung lag. Von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter ist Édouards Leben und das seiner Familie von unsäglichen Dramen gekennzeichnet, die es schwer machten, die Lektüre bis zum Ende fortzuführen. Diese eintönige, alles andere als lebensbejahende Grundtendenz hatte ich mit Blick auf das bunte Cover und den Klappentext keinesfalls erwartet. Es fehlte in Hinblick auf den Plot eindeutig an positiven und Hoffnung gebenden Momenten. Wenn die Mutter sich nach der Trennung vom schwerhörigen und später an Alzheimer erkrankten Vater kettenrauchend zurückzieht, die Schwester unglücklich eine Verbindung mit einem Witwer eingeht und Édouard selbst mit einer Frau, die er nicht liebt, eine Familie gründet, weil es die Mutter sich so sehr wünscht, dann ist das einfach nur eine verkorkste Storyline, die den Leser Seite für Seite runterzieht. Auch das Édouards Talent für alle Negativentwicklungen innerhalb der Familie als Pflaster dienen soll, setzte den Antihelden des Romans mehr und mehr unter Druck.

FAZIT
Kein leicht zu lesender, da anhaltend dramenhafter Roman, von dem ich mir im Vorhinein etwas Anderes erwartet hatte. 

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Tags: familiendrama, leben, schriftsteller   (3)
 

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vong, wörterbuch, humor, deutsc, h1

VONG

H1
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548377735
Genre: Humor

Rezension:

Was für ein sinnfreies Konzept! Ich konnte mit dem gerade einmal 112 Seiten starken Wörter- und Tagebuch so gar nichts anfangen. Das Konzept des Autors, der sich H1 nennt, ist planlos, bis hin zu fragwürdig lächerlich. Auch wenn im Mittelpunkt des Projekts, das auf eine eigene, nicht regelkonforme deutsche Rechtschreibung und Grammatik setzt, der Unterhaltungsaspekt steht, so konnte ich bei den angeführten Comics bzw. höchst trivialen Tagebucheinträgen einfach nicht lachen, musste mich gar fremdschämen bei so viel Dilettantismus. Von den semiprofessionellen Wörterbucheinträgen einmal ganz zu schweigen...

FAZIT
Ein Buch aus dem Genre Humor, das mich leider so gar nicht überzeugen konnte und das Gott sei Dank nur wenige Seiten umfasste. 

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Tags: deutsche sprache, humor, wörterbuch   (3)
 

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liebe, london, freundschaft, frauen-wg, vertrauen

Liebe auf den ersten Blitz

Martina Gercke
E-Buch Text: 330 Seiten
Erschienen bei null, 24.04.2017
ISBN B072L2BXH3
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT
Holly Summers ist eine durch und durch chaotische Fashionsta, die für das Londoner Lifestyle-Magazin Star-Touch arbeitet. Kein neuer Modetrend ist vor ihr sicher und will getragen werden - ein Leben für die Mode. Dies ändert sich mit dem neuen Zeitungsprojekt, einer Reportage über England und Schottland, schlaglichtartig. Denn nun muss sie nicht nur zur rauen Isle of Sky reisen, sondern auch mit dem neuen arroganten Fotografen Jay Alexander zurechtkommen. Letzterer raubt ihr durch seine bestimmende Art und sein ungeheuer gutes Aussehen ein ums andere Mal den Verstand. Doch er hat ein Geheimnis...

MEINUNG
Martina Gerckes nunmehr 4. Band der Portobello-Girls-Reihe konnte mich wieder einmal auf ganzer Linie überzeugen. Dies lag zum einen an Gerckes wunderbar lockeren und immens humorigen Erzählstil und zum anderen an ihren liebenswerten Charakteren. 

Die Protagonisten Holly und Jay Alexander könnten gegensätzlicher nicht sein. Sie gibt das feine Modepüppchen und er den taffen bis unzugänglichen Fotografen. Doch der äußere Schein trügt, denn beide harmonieren ausgesprochen gut miteinander und lieben es abgöttisch, sich gegenseitig unentwegt aufzuziehen. Auch Hollys chaotische Ader, die im Laufe der Handlung nicht nur einmal zu situationskomischen Szenen führen wird, kam an.

Abgesehen von den beiden Hauptfiguren waren es vor allem die Mitglieder der Portobello-Girls-WG, die für Stimmung und Abwechselung sorgten, weil hier charakterliche Unikums aufeinander trafen. Darüber hinaus konnten die zugelaufene Katze Dexter und die zauberhaft idyllische Insel Sky mein Herz im Sturm erobern. 

Das dramatische Moment gegen Ende der Story durfte natürlich auch nicht fehlen, weil es für Spannung im sonst einträchtigen Rosarot sorgte. Am meisten war ich allerdings vom romantischen Happyend angetan, das so typisch Portobello mäßig gewesen ist, dass ich bereits der nächsten Auskopplung entgegenfiebere. 

FAZIT
Unterhaltsame Chick-Lit fürs Herz und die Lachmuskeln. Weiter so!

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Tags: frauen-wg, humor, liebe, london   (4)
 
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