sheena01s Bibliothek

145 Bücher, 57 Rezensionen

Zu sheena01s Profil
Filtern nach
145 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der letzte Kampf des Tigers

Werner J. Egli
Fester Einband: 199 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter, C, 01.07.2005
ISBN 9783800051540
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

konkurrenz, kater, reihe, katze, café

Darcy - Der Glückskater als Retter in der Not

Gesine Schulz
E-Buch Text: 172 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 14.11.2017
ISBN 9783732531226
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt:
Dies ist der sechste Band der Kurzromanreihe rund um den Glückskater Darcy, der seine Familie während eines Urlaubs verlor, und dessen größter Wunsch es ist, wieder mit seiner Familie vereint zu werden. In jedem der Bücher wird eine Station auf dieser abenteuerlichen Reise näher beleuchtet. So auch in Band sechs, in dem Darcy auf die Café-Besitzerin Briony im südenglischen Dorf Little Nymfield trifft, die sich durch die Eröffnung eines zweiten Cafés im Dorf an den Rand ihrer finanziellen Existenz gedrängt fühlt. Wird es die beherzte Briony mit Hilfe des Katers trotzdem schaffen, sich gegen die aalglatt agierenden Inhaber des Konkurrenzlokals zur Wehr zu setzen?

Handlung:
Obwohl der Kater eigentlich im Mittelpunkt dieser Buchreihe steht, hält sich dieser während des Geschehens eher vornehm im Hintergrund und greift nur sehr subtil in die Geschehnisse ein. Hauptakteurin wird dadurch die Lokalinhaberin Briony, die seit Jahren schon zusammen mit ihrer Freundin Kiki das Lokal betreibt. Ihre Torten und Scones sind seit längerem weithin bekannt, und doch scheint ihr das neue Lokal mit seinen findigen Verkaufsmethoden den Rang abzulaufen. Hier ist guter Rat teuer!

Schreibstil:
Gesine Schulz schafft durch ihren wunderbar bildhaften Schreibstil eine unheimlich angenehme Atmosphäre, sodass man beim Lesen die frischgebackenen, duftenden Scones zu riechen meint. Man wähnt sich richtiggehend als Cafe-Besucher vor Ort, so gut ist alles beschrieben.

Charaktere:
Briony, ihres Zeichens Inhaberin des kleinen Cafés in Little Nymfield besticht durch ihre ehrliche und erfrischende Art, sodass man sie sofort ins Herz schließen muss. Selbst an den finanziellen Ruin gedrängt, hat sie trotzdem noch ein offenes Ohr für Menschen in Not und selbst eine ihr unbekannte, verletzte Katze wird von ihr gesundgepflegt, und sie kümmert sich für deren tierärztliche Versorgung. Ihre Gegenspieler, ihre ehemalige, schon damals verhasste Schulkameradin Nicole und deren nicht minder mit allen Wassern gewaschene Ehemann Desmond stehen im extremen Kontrast zu Briony. Aber obwohl Nicole und Desmond keine Gemeinheit gegenüber Briony scheuen und sie mit allen Mitteln versuchen, diese finanziell zu ruinieren, lässt sich Briony nicht auf ihr Niveau herab, sondern geht geradlinig ihren Weg.

Cover:
Eine den Leser wachsam beobachtende dreifärbige Glückskatze vor einem malerischen englischen Cottage gibt bereits erste Hinweise auf den Inhalt des Buches und setzt dabei den Stil der vorherigen Bände der Buchreihe fort, sodass man auf den ersten Blick erkennt, dass es sich hierbei um eine weitere Geschichte rund um „Darcy“ handelt.

Autorin:
Gesine Schulz wurde in Niedersachsen geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach ihrer Ausbildung zur Bibliothekarin verbrachte über zehn Jahre in Irland, Manhattan, Berner Oberland, Bogotá und La Paz, wo sie Bibliotheken reorganisierte, in einem Hotel arbeitete und an archäologischen Ausgrabungen teilnahm. Zurück in Essen, verschrieb sie sich jedoch ganz der Schriftstellerei.

Meinung:
Eine sehr angenehm zu lesende und berührende Geschichte über eine Frau, die sich trotz Widrigkeiten nicht davon abbringen lässt, ihren geradlinigen Weg zu gehen und ihr Herz für andere zu öffnen. Der Kater Darcy greift hin und wieder ins Geschehen ein, tut dies aber sehr subtil, sodass die Geschichte trotzdem glaubhaft bleibt. Die Erzählung selbst wird immer wieder mal aus der Sicht des Tieres geschildert, man hat jedoch nie den Eindruck, als würde das Tier in seiner Denkweise bzw seinem Auftreten vermenschlicht werden.
Als Leser fühlt man sich in dieser Geschichte unheimlich wohl, man schließt Briony und natürlich auch Darcy von Anfang an in sein Herz. Die Beschreibung des Lokals mit seinem Bezug zu historischen Details wirken so glaubhaft, dass man am liebsten nach Little Nymfield reisen möchte, um dies zu verifizieren.

Fazit:
Eine bezaubernde Geschichte, die nicht zu dick aufgetragen ist und wirklich Spaß macht zu lesen!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(57)

67 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

kinderbuch, fantasie, schule, familienhit, tiere

Die Schule der magischen Tiere (1)

Margit Auer , Nina Dulleck
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.07.2015
ISBN 9783551314000
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die lustigsten Schülerwitze


Fester Einband: 156 Seiten
Erschienen bei Tosa
ISBN 9783854927631
Genre: Comics

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(119)

177 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 103 Rezensionen

jugendbuch, alina bronsky, berlin, buch, roman

Und du kommst auch drin vor

Alina Bronsky
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423761819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Als die 15jährige Kim zusammen mit ihrer Schulklasse eine Autorenlesung besucht, ist sie wie vom Donner gerührt: Als Protagonistin dieses Buches wird eindeutig sie beschrieben, in diesem Buch scheint die Autorin Leah Eriksson bestens über ihr Leben Bescheid zu wissen, denn bis auf die Namensgebung stimmt in der Geschichte alles mit dem tatsächlichen Leben Kims überein! Kims Neugierde ist geweckt, doch als sich herausstellt, dass die Geschichte für einen von Kims Klassenkameraden tödlich ausgeht, setzt Kim alles daran, zusammen mit ihrer recht exzentrischen Freundin Petrowna, die Autorin kennenzulernen, um diese zu einer Änderung des Schlusses zu bewegen, um irgendwie das vermeintliche Schicksal des Jungen zu beeinflussen.

Handlung:
Eine sehr gruselige Vorstellung, sein eigenes Leben, bis ins kleinste Detail erzählt, in einem Buch vorzufinden! Verständlich, dass einen diese Erkenntnis erstmal völlig aus der Bahn wirft. Kim sieht sich von der Autorin ihres eigenen Lebens beraubt und versucht mit allen Mitteln, dem vorgegebenen Schicksal zu entrinnen, was sie zu recht kuriosen und erfrischend einfallsreichen Methoden greifen lässt, zu denen nur Teenager imstande sind. An diesem Punkt beginnen Realität und Fiktion zu verschwimmen, als Leser fragt man sich, inwieweit bildet sich das Mädchen alles nur ein, oder vermag die Autorin tatsächlich Einfluss auf Kims Leben zu nehmen?

Schreibstil:
Alina Bronsky bedient sich hier einer sehr modernen Sprache, von der ich mir vorstellen kann, dass sie sehr gut von Jugendlichen angenommen wird. Die Geschichte selbst wird in einer recht einfachen, aber sehr lockeren und erfrischenden Art aus der Sicht einer typischen 15jährigen erzählt, und wirkt dadurch sehr authentisch, sodass ich die 190 Seiten dieses Buches „in einem Rutsch“ gelesen habe.

Charaktere:
Die aus reichem Haus stammende Protagonistin Kim mit ihrer doch recht ich-bezogenen Art wirkt nicht unbedingt sympathisch, zumal sie die Tendenz hat, die Schuld für alles Negative, das ihr in ihrem bisherigen Leben passiert, bei anderen zu suchen und in keinster Weise bereit ist, Eigenverantwortung für ihr Tun zu übernehmen. In krassem Gegensatz dazu steht ihre beste Freundin Petrowna, die ganz augenscheinlich zwar daran zu knabbern hat, aus sehr ärmlichen Verhältnissen zu stammen, dies aber mit viel Originalität und Einfallsreichtum überspielt. Obwohl gleich alt, scheint sie in ihrem Tun wesentlich reifer zu sein als Kim, nicht zuletzt aufgrund ihrer Intelligenz und ihrem Empathievermögen, die denen einer durchschnittlichen 15jährigen weit übersteigen.

Cover:
Das Cover wirkt verspielt und dem Inhalt entsprechend jugendlich gestaltet. Sehr originell die Verwendung einer silbernen Spiegelfolie, mit der man den Titel hinterlegt hat, durch die Reflexion des eigenen Spiegelbildes hinter dem Schriftzug wirkt dieser wie ein versteckter Hinweis, der direkt an den Leser gerichtet ist.

Autorin:
Alina Bronsky wurde 1978 im russischen Jekaterinburg geboren, verbrachte ihre Jugend in Marburg und Darmstadt. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Berlin-Charlottenburg.

Meinung:
Ich fand die Idee für diese Geschichte sehr originell, in ein Buch mit seinem eigenen Leben konfrontiert zu werden. Trotz aller - zum Teil wirklich grotesken - Situationen, in die Kim hier gerät und die einen schmunzeln lassen, wird in diesem Buch aber auch ganz alltäglichen Teenager-Problemen Raum gegeben. So bekommt man Einblick in die Gedankenwelt eines Trennungskindes, das versucht mit den neuen Lebenspartnern der Eltern klarzukommen, und in das Gefühlschaos, in das Heranwachsende bei ihren ersten Kontakten mit dem anderen Geschlecht geworfen werden.

Fazit:
Ein Jugendbuch mit der Botschaft, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, um es aktiv zu gestalten und sich nicht irgendwelchen widrigen Umständen schicksalsergeben zu unterwerfen, und damit seine Möglichkeiten zu verspielen, in den Fluss des Lebens korrigierend einzuwirken.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(119)

168 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 99 Rezensionen

island, thriller, mord, missbrauch, sog

SOG

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei btb, 18.09.2017
ISBN 9783442756643
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
In Reykjavik wird eine Zeitkapsel gehoben, in die zehn Jahre zuvor Schüler im Rahmen eines Projektes Briefe gelegt hatten, in denen sie ihre Zukunftsvisionen für dieses Jahr beschrieben. Doch ein ungewöhnlicher Zettel sticht dabei hervor: Auf diesem werden noch für das laufende Jahr die Morde an einigen, nur mit ihren Initialen versehenen Personen angekündigt. Anfangs wird dieser Zettel noch belächelt und als Kinderei abgetan. Dies ändert sich jedoch, als zuerst die abgetrennten Hände eines Unbekannten aufgefunden werden und in weiterer Folge noch andere verstümmelte Mordopfer aufgefunden werden. Ist der Mörder in den Reihen jener ehemaligen Schüler zu suchen, der Rache üben wollte, oder steckt ein irrer Serienmörder dahinter? Kommissar Huldar, der aufgrund seines Fehlverhaltens in seinen vorherigen Fall degradiert wurde, steht unter Zugzwang, um sich zu rehabilitieren. Bei seiner Recherche stößt er auf einen zwölf Jahre zurückliegenden Fall eines Sexualmordes an einem kleinen Mädchen. Steht der Mörder von damals mit den aktuellen Mordfällen in Verbindung?

Handlung;
Die Geschichte wird in unterschiedlichen zeitlichen Ebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dadurch gewinnt man zusätzliche Einblicke in das Seelenleben der einzelnen Charaktere und die daraus resultierenden Geschehnisse. Die einzelnen Handlungsstränge scheinen anfangs nichts miteinander zu tun zu haben, sie verknüpfen sich erst nach und nach. Das macht den Reiz des Ganzen aus, denn dadurch bleibt die Spannung über die gesamten 448 Seiten aufrecht.

Schreibstil:
Yrsa Sigurdardóttir schreibt flüssig und unglaublich spannend, dabei beschreibt sie die Geschehnisse schonungslos mit einer solchen Brutalität und konfrontiert den Leser bis an den Rand des Erträglichen detailliert mit Gewalt, wobei auch sie bei ihren Beschreibungen auch nicht davor zurückschreckt, kleine Kinder zum Zielobjekt des Täters werden zu lassen.

Charaktere:
Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya konnte man bereits im Vorgängerband „DNA“ als Ermittlerduo kennenlernen, beide haben alle Hände voll damit zu tun, ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Ein schlechter Start zu Beginn ihres Kennenlernens trägt sein Übriges dazu bei, dass die beiden auch an der Beziehung zueinander zu knabbern haben, wobei sie dabei recht unreif, bisweilen fast schon kindisch auftreten, was ihren Sympathiewerten beim Leser nicht unbedingt zu Gute kommt. Alle anderen Figuren sind jedoch sehr authentisch gezeichnet, was das Ganze sehr glaubwürdig macht!

Cover:
Das Cover mit seinem roten Schriftzug „Sog“ hinter einer durchbrochenen Mauer wirkt auffallend und zieht die Blicke förmlich auf sich, sodass man schon allein wegen des Covers zu diesem Buch greift.

Autorin:
Yrsa Sigurdardóttir wurde 1963 in Island geboren und schloss im Jahre 1988 ihr Bauingenieur-Studium als „Master of Science“ in Montreal ab und arbeitet seither als Ingenieurin am Kárahnjúka-Staudamm im Osten Islands.Sie wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Seltjarnarnes bei Reykjavík.

Meinung:
Yrsa Sigurdardóttir hat während der Erzählung den Leser völlig in der Hand. Durch die Beschreibung kleiner Banalitäten haucht sie den einzelnen Figuren Leben ein, und macht sie zum Teil so liebenswürdig, dass der Gedanken daran, dass ihnen womöglich etwas Böses widerfahren könnte, schier unerträglich wird. Die brutal beschriebenen Szenen sind nicht ohne, es werden Tabuthemen wie Vergewaltigung von Kindern aufgegriffen, was wirklich kaum erträglich zu lesen ist. Für mich insofern erschreckend, als dass das Buch auf einem realen Fall beruht, dieses Wissen macht das Ganze noch schlimmer. Die geschilderte Ungerechtigkeit, die den Jugendlichen Sigrún und Þröstur in diesem Buch widerfährt, und die beklemmende, ausweglose Lage, in der sich die beiden befinden, lassen den Leser vor Wut am liebsten laut aufschreien. Auch die seelischen Grausamkeiten, die ihnen von Seiten der Behörden und jener, die eigentlich ihrem Schutze dienen sollten, entgegengebracht werden, empfand ich als extrem belastend.

Persönliche Kritikpunkte:
Das Hick-Hack zwischen Huldar und Freya war mir persönlich schon zu viel, auch die zickigen und überzogenen Reaktionen Freyas waren ein wenig befremdlich, wenn man bedenkt, dass sie ausgebildete Psychologin ist, sollte man meinen, dass sie mehr Einfühlungsvermögen an den Tag legt.

Fazit
Ein unglaublich packender und schonungsloser Thriller, der aber sicher nichts für Zartbesaitete oder junge Mütter ist. Geschickt platzierte Wendungen halten die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(43)

83 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 31 Rezensionen

dresden, nachkriegszeit, russische besatzung, max heller, krimi

Tausend Teufel

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423261708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
Zwei Jahre nach dem Bombardement Dresdens liegt die Stadt immer noch in Trümmern, im klirrend kalten Winter fehlt es der notleidenden Bevölkerung an allem, zudem wird die Stadt von den Sowjets kontrolliert, was die Lage für den Normalbürger nicht unbedingt einfacher macht. Um zu überleben wird denunziert und angeschwärzt, Grausamkeiten jeglicher Art stehen dabei an der Tagesordnung. Unter diesen prekären Voraussetzungen versucht Oberkommissar Max Heller seine Arbeit verrichten, als er zu einem Mord an einem russischen Soldaten gerufen wird. Doch bei dieser Leiche bleibt es nicht, neben ihr wird ein Rucksack mit dem abgetrennten Kopf eines vorerst Unbekannten gefunden. Bei seiner Ermittlungstätigkeit wird Heller von Seiten der russischen Behörden gehörig unter Druck gesetzt und kontrolliert, was es Heller ungemein schwer macht, seiner ehrlichen und rechtschaffenden Linie treu zu bleiben.

Handlung:
Wie schon der Vorgängerband „Der Angstmann“ spielt auch dieses Buch in der Nachkriegszeit, in der sich jeder selbst der Nächste ist, um sein nacktes Überleben zu sichern. Schwarzhandel, Manipulation und Vetternwirtschaft stehen an der Tagesordnung, sodass man oft nicht weiß, wem man wirklich vertrauen kann.

Schreibstil:
Der einfach strukturierte Satzbau unterstreicht sehr schön die tristen Bedingungen der Bevölkerung im zerbombten Dresden, sodass man die einzelnen Szenen nahezu bildlich vor sich sieht. Die Geschichte selbst wird aus der Sicht des Protagonisten Max Hellers erzählt, was die Figuren Medvedev, Ovtscharov oder Karaschwili noch undurchsichtiger und geheimnisvoller werden lassen, da man keinen Zugang zu deren Gedankenwelt erhält. Der Autor lässt in seinen Beschreibungen sein profundes Wissen über das Dresden der Nachkriegszeit einfließen.

Charaktere:
Die Figuren des Max Hellers wie auch seiner Frau Karin werden sehr integer und ehrlich gezeichnet, sie gehen ihren rechtschaffenden Weg ohne Wenn und Aber, und helfen kompromisslos den Ärmsten der Armen, auch wenn sie sich dadurch selbst in höchste Gefahr begeben. Das macht die beiden ungemein sympathisch, sie stehen im krassen Gegensatz zu Menschen wie etwa Frau Schlüter, oder auch Herrn Gutmann, die auch allem ihren persönlichen Nutzen ziehen wollen. Auch die Russen Ovtscharov und Medvedev, wie auch der Georgier Karaschwili wirken verschlagen und durchtrieben und traut ihnen die hinterhältigsten Aktionen zu.

Cover:
Passend zum Inhalt ist auch das Cover eher schlicht gehalten, am Rande ist halb verdeckt das Mädchen mit einem Rucksack zu sehen, welcher vermutlich den abgetrennten Kopf des Ermordeten enthält. Alles überragend der Titel des Buch, der per Hand hingepinselt zu sein scheint!

Autor:
Frank Goldammer wurde 1975 in Dresden geboren, und lebt ebendort als Maler-und Lackierermeister mit seinen beiden Zwillingen.

Sprecher:
Mit Heikko Deutschmann als Sprecher wurde die ideale Besetzung für dieses Hörbuch gefunden, Seine mitreissende und doch auch sehr angenehme Stimme lässt das Ganze zu einem echten Ohrenschmaus werden!

Meinung:
Ein historisch sehr gut recherchierter Roman, bei dem man sich beim Hören manchmal dabei ertappt, dass man selbst zu frieren beginnt, weil die Erzählung so realistisch ist, dass man sich selbst in der klirrenden Kälte des kriegsgebeutelten Dresdens wähnt. Während des Hörens wird man dermaßen in seiner Denkweise, was die russischen Soldaten betrifft, beeinflusst, dass man ihnen alles zuzutrauen beginnt, was die Geschichte umso spannender macht.

Persönlicher Kritikpunkt:
Ich habe mir „Tausend Teufel“ als Hörbuch angehört, und fühlte mich anfangs durch die Fülle an schwer zu merkenden russischen Namen doch ein wenig überfordert. Bei einer Printversion des Buches ist dieser Effekt sicherlich nicht so groß wie bei der Hörvariante. Vielleicht würde ein Verzeichnis der Namen mit der jeweiligen Funktion im Inneren des Hörbuchs den Einstieg in die Erzählung ein wenig erleichtern?

Fazit:
Ein sehr berührender Kriminalroman, der in der Nachkriegszeit spielt, der aber auch erschreckenden Bezug zur Armut in der Gegenwart herstellt. Zudem wird das Hörbuch perfekt dargeboten von einem überragenden Heikko Deutschmann.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

21 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

scary harry, spaß, sonja kaiblinger, band 6, schnee

Scary Harry - Hals- und Knochenbruch

Sonja Kaiblinger , Fréderic Bertrand
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Loewe, 18.09.2017
ISBN 9783785582664
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:
Otto, dessen Eltern im berüchtigten Jenseits-Gefängnis „Qualcatraz“ festgehalten werden, möchte diese von dort befreien und erhält dabei Unterstützung von irdischer Seite in Form seiner Freundin Emily, seinem Onkel Archibald und dessen Frau Sharon, sowie von seinen Freunden aus dem Jenseits, dem Sensenmann Scary Harry, der aus dem Jenseits verbannten Fledermaus Vincent sowie einigen anderen recht skurrilen Figuren. Als ob dies für einen 11 jährigen Jungen nicht schon genug Probleme wären, muss er sich auch noch mit dem nervtötenden Freund von Emily herumschlagen, oder einem offenbar irren Dr. Seymore, der sich damit brüstet, ein Mittel zum ewigen Leben gefunden zu haben, jedoch seither deswegen verfolgt wird. Die Geschichte führt über die verschneite Bergwelt Österreichs bis hin zu der düstere Welt des Qualcatraz.

Handlung:
Auch im sechsten Band dieser wirklich witzigen Scary Harry Reihe, begegnet man in gewohnter Form Situationskomik, gruselig-schrägen Figuren und immens witzigen Dialogen. Die Geschichte beginnt bereits sehr turbulent, schafft es aber trotzdem, gegen Ende hin noch rasant an Fahrt aufzunehmen. Für Nervenkitzel wird ebenso gesorgt wie für Gruselmomente, etliche Stellen sorgen jedoch auch für herzhaftes Lachen unter der Leserschaft.

Charaktere:
Viele Figuren, etwa die entzückende Fledermaus Vincent mit ihren aberwitzigen Kommentaren oder der schräge Scary Harry sind bereits aus den vorherigen Bänden bekannt, man entdeckt an ihnen jedoch neue, unbekannt romantische Seiten, die einen diese Charaktere noch fester ins Herz schließen lässt. Aber auch neue Figuren wie der in österreichischer Mundart parlierende Landgraf von Ochsenreuth, der bereits vor vielen Jahrzehnten -selbst unbemerkt- das Zeitliche gesegnet hatte, finden in dieser Geschichte Einzug.

Schreibstil:
Ein nicht nur für Kinder sehr angenehm zu lesender Stil, der mit einem Feuerwerk an Pointen aufwartet. Auch der vorhandene Wortwitz ist unübertroffen und sorgt für Heiterkeit! Besser kann ein Kinderbuch wahrscheinlich nicht geschrieben werden!

Cover:
Das Cover ist in gewohnter Weise von Fréderic Bertrand recht farbenfroh und schrill gestaltet und bietet einem bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die rasante Geschichte, die einen im Inneren des Buches erwartet.

Autorin:
Sonja Kaiblinger wurde 1985 in Krems geboren. Nach einer abwechslungsreichen beruflichen Laufbahn lebt sie derzeit in der Nähe von Wien.

Illustrationen
Nicht nur das Cover, sondern auch die vielen Illustrationen im Inneren des Werkes lockern den Text zusätzlich auf und sind perfekt auf die Geschichte abgestimmt. Die Figuren tragen dabei eindeutig die Handschrift Fréderic Bertrands und können ihm eindeutig zugeordnet werden.

Meinung:
Auch wenn diese Geschichte für sich steht, und man in groben Zügen über die Vorgeschichte informiert wird, empfiehlt es sich zwecks besseren Verständnisses der Geschichte trotzdem, davor die bisherigen Werke dieser Reihe gelesen zu haben, da man ansonsten durch die Fülle an verschiedenen Charakteren ein wenig den Überblick verlieren könnte.

Fazit:
Eine Kinderbuchreihe, die nicht nur in ihrer Fan-Gemeinde bereits Kultstatus erreicht hat, die sich nicht nur durch Wortwitz sondern auch durch einen nicht nur für ein Kinderbuch tollen Schreibstil auszeichnet! Zudem kommen Spannung und Gruselfaktor nicht zu kurz, und letztlich sind auch die tollen Illustrationen mit ein Grund, dass selbst erklärte Nicht-gerne-Leser zu eifrigen Leseratten mutieren können! Band Sieben dieser turbulenten Reihe wird daher bereits jetzt schon sehnsüchtig erwartet!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(142)

197 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 119 Rezensionen

thriller, moor, krimi, maya, mooresschwärze

Mooresschwärze

Catherine Shepherd
Buch: 350 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 01.11.2016
ISBN 9783944676067
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der 12jährige Bruder der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz starb durch die Hand eines Kinderschänders, als diese im Teenageralter war. Seinen bislang ungesühnten Tod konnte sie bis heute nicht verkraften, und wurde daher zu einer der Besten ihres Faches, um möglichst vielen Opfern eine Stimme zu geben und die Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. So wird sie auch mit der Obduktion einer jungen Frau beauftragt, die im Moor ertränkt worden ist. Doch bevor es dazu kommt, verschwindet die Leiche auf Transport in die Pathologie. Als sie sich mit dem ermittelnden Kriminalkommissar Florian Kessler auf die Suche danach begibt, wird neuerlich eine junge Frau ermordet aufgefunden. Ein Zusammenhang zwischen den Mordfällen ist rasch hergestellt, da die jungen Frauen ähnliche Tattoos aufweisen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn es ist nur eine Frage der Zeit bis der Täter wieder zuschlägt, und erneut eine Frau ermordet aufgefunden wird.

Ein unglaublich spannender Thriller, der recht ungewöhnlich aus der Sicht eines Mordopfers beginnt, die gerade getötet wird. Die Geschichte nimmt einen bereits auf der ersten Seite gefangen und lässt einen bis zum Schluss nicht mehr los, geschickt werden die verschiedensten Fährten gelegt, sodass man die längste Zeit im Dunkeln tappt, wer hinter der Mordserie stecken könnte: denn immer dann, wenn man meint, der Lösung nahe zu sein, nimmt die Handlung eine unerwartete Wendung. Das Handlungstempo steigert sich von Kapitel zu Kapitel, bis sich die Ereignisse in einem fulminanten Showdown nahezu überschlagen.

Zudem verfügt die Autorin Catherine Shepherd über profundes Wissen zum Maya-Kult, welches sie in die Geschichte einfließen lässt, ohne jemals oberlehrerhaft zu wirken. Auch scheinen von ihr die Örtlichkeiten rund um Köln sehr gut recherchiert worden zu sein.

Die Protagonisten Julia Schwarz und Florian Kessler wirken authentisch und hinterlassen beim Leser einen sympathischen Eindruck. Auch der ständige Perspektivenwechsel verleiht der Erzählung zusätzlichen Reiz
.
Da dieses Buch den gelungenen Auftakt zu einer ganzen Serie dieses Ermittlungsteams bildet, bin ich schon sehr gespannt auf ihre weiteren Fälle. Für mich ist dieses Buch eines der besten Thriller, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, denn die Spannung eines Buches konstant auf so hohem Niveau halten zu können, ist eine echte Kunst! Aus diesem Grunde gibt’s von mir dafür eine klare Leseempfehlung für alle Thrillerfans!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(53)

131 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

liebe, vergangenheit, mode, kragen, roman

Aimées geheimer Wunsch

Kelly Doust , Cornelia Röser
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.05.2017
ISBN 9783462049879
Genre: Romane

Rezension:

Ausgangspunkt der Geschichte ist London, wo die Auktionatorin Maggie mit ihrer kleinen Familie lebt. Eines Tages stößt sie beim Sichten alter Gegenstände auf einen aufwendig bestickten Kragen, der sie fast magnetisch anzieht. Sie möchte unbedingt mehr über seine Geschichte herausfinden. Im Rückblick lernt man dessen Erzeugerin kennen, die Halbwaise Aimée aus der Normandie, welche den Kragen in mühevoller Kleinarbeit in vielen Stunden anlässlich ihrer eigenen Hochzeit gefertigt hat. Von hier aus gelangt der Kragen über Paris, Shanghai, Rom und Istanbul schließlich nach London. An jedem seiner Aufenthaltsorte erfährt man etwas über seine Trägerin und das Lebensgefühl zu der jeweiligen Zeit bis hin zur Gegenwart, in der Maggie ihren Alltag als berufstätige Mutter bestreitet.

Die Grundidee des Buches, anhand eines Kleidungsstücks mehr oder weniger die Geschichte der Frauen aufzuarbeiten, finde ich sehr spannend. In gewisser Weise sind sich Aimée und Maggie für die Zeit, in der sie leben, sehr emanzipiert: Auf der einen Seite Maggie, die neben ihrer Haushalt und Kind, so ganz nebenbei einem Job als ambitionierte Auktionatorin nachgeht, auf der anderen Seite Aimée, die sich nicht damit abfinden will, dass einem als Mädchen im ausgehenden 19. Jahrhundert jeglichen Zugang zu Bildung verwehrt wird. Heimlich schleicht sie sich des Nächtens in die hauseigene Bibliothek ihres Vaters, um sich Wissen aus seinen Büchern anzueignen, die sie geradezu verschlingt.

Die Geschichte der Aimée finde ich sehr faszinierend, ich hätte noch gerne mehr über sie erfahren, das Buch verliert sich jedoch in zahlreichen wirklich langatmigen Episoden rund um Maggie, die für den Rest der Geschichte irrelevant sind. Dadurch wird das Ganze zunehmend langweiliger und mühsamer zu lesen, sodass es mir wirklich schwerfiel, das Buch zu Ende zu lesen. Zudem macht die Fülle der einzelnen Figuren das Lesen nicht unbedingt einfacher, irgendwie hat man das Gefühl, als würde dem Ganzen „der rote Faden“ fehlen, da die Verbindung zwischen den einzelnen Handlungssträngen manchmal nur sehr mühsam hergestellt werden.

Mein Fazit daher: Die Idee zu dem Buch hätte durchaus Potential, leider happert es letztlich an der Umsetzung…

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

stinktier, humor, suche, kinderkrimi, detektivgeschichte

Flätscher - Krawall im Kanal

Antje Szillat , Jan Birck
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.04.2017
ISBN 9783423761765
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nach einer Jam-Session des selbsternannten Meisterdetektivs und Knödelliebhabers Flätscher mit der Hinterhof O-Cliquen Band „The Beaters“ verschwindet plötzlich deren Sängerin Cloe, welche auch gleichzeitig Flätschers Sekretärin ist, spurlos. Zugleich werden auch andere Haustiere aus der Umgebung vermisst. Flätscher kombiniert haarscharf, dass es hier einen Zusammenhang geben muss und zusammen mit seinem Assistenten Theo macht er sich an die Lösung dieses kniffligen neuen Falles. Ihre Suche nach den Vermissten führt sie zum Kanal, einem Ort, der gruseliger nicht sein könnte, doch Großmaul Flätscher kann sich diesbezüglich natürlich keine Blöße geben. Werden sie es schaffen, die verschwundenen Tiere zu befreien?

Auch im zweiten Band „Krawall im Kanal“ der „Flätscher“-Serie trifft man wieder auf alte Bekannte, wie Meisterkoch Bode, die keifende Nachbarin Knesemeier mit ihrem nicht minder widerlichen Kater Rrrasbo, die O-Clique und vor allem Flätscher und seinen treuen Assistenten Theo. Wie auch schon der erste Band wird die Erzählung brillant durch die Grafiken Jan Bricks unterstützt, welche dem Buch in unnachahmlicher Weise Leben einhauchen. Nicht nur Kinder haben dabei Freude an diesen Illustrationen, auch Erwachsene können sich deren Charme und Witz nicht entziehen, auch bei mehrmaligen Betrachten erkennt man immer noch neue, lustige Details, die einen zum Schmunzeln bringen!

Flätscher, innerlich teilweise ein echter Hasenfuß, was sich auch in einer „Ladehemmung“ seiner persönlichen „Stinkkanone“ äußert, überspielt dies mit großspurigen Sprüchen und gibt sich meist äußerst cool, nicht zuletzt, um seine Sekretärin zu beeindrucken. Dieses Auftreten in Kombination mit seinen flotten Sprüchen wirkt aber unfreiwillig komisch und macht ihn sympathisch.

Ein erfrischend anderes Kinderbuch, wenngleich ich es eher als Buch zum gemeinsamen Lesen mit Erwachsenen empfehlen würde, da sich Kinder bei gewissen Wortkreationen Flätschers logischerweise (oder besser: „logomanisch“) doch recht schwer tun…

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(158)

233 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 142 Rezensionen

paris, brief, hamburg, realität, briefe

Der Brief

Carolin Hagebölling
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.06.2017
ISBN 9783423261463
Genre: Romane

Rezension:

Die Journalistin Marie lebt mit ihrer Lebenspartnerin Johanna in Hamburg und ist in höchstem Maße verunsichert, als sie eines Tages einen höchst mysteriösen Brief von Christine erhält, einer alten Schulfreundin, mit der sie schon seit längerem keinen Kontakt mehr hat. Dieser Brief nimmt auf ein Aneurysma im Gehirn Bezug, an dem Marie angeblich leidet. Tatsächlich aber erfreut sich diese jedoch augenscheinlich bester Gesundheit. Auch sonstige Lebensumstände, auf die sich dieser Brief bezieht, stimmen nicht: Weder lebt sie in Paris, noch gibt es in Maries Leben einen Mann namens Victor, mit dem sie zusammen eine Galerie in Paris leitet. Darüber hinaus berichtet darin Christine von ihren beiden Kindern Paul und Amelie, obwohl sie in Wahrheit nur ein Kind, nämlich Paul, hat. Zuerst denkt Marie an einen schlechten Scherz eines Unbekannten, der sich als ihre Freundin ausgibt. Was allerdings dagegen spricht, sind Dinge, die im Brief erwähnt werden, über die nur Marie und Christine Bescheid wissen. Zutiefst beunruhigt, vor allem wegen des unheimlichen Aneurysma-Hinweises, beschließt Marie, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch je mehr sie nachforscht, desto mysteriöser wird das Ganze.

Der Klappentext klingt sehr verheißungsvoll, auch die Leseprobe zu diesem Buch hat mich in den Bann gezogen, zumal ich nicht wusste, womit ich es bei diesem Buch zu tun hatte: ein Thriller, in dem ein Unbekannter sein perfides Spiel mit der Protagonistin trieb? Oder ging das Ganze mehr in Richtung Mystery, und es trafen hier zwei Parallelwelten aufeinander? Oder vielleicht doch ein Drama und man hatte hier die Chronologie einer Geisteskranken vor sich? Die Idee hinter der Geschichte war gleichsam erschreckend wie faszinierend und dementsprechend hoch war auch meine Erwartungshaltung gegenüber ihrem Ausgang. Die Spannung wurde anfangs geschickt aufgebaut, nur leider konnte sich diese nicht bis zum Schluss halten. Was folgte, war ein viel zu abruptes, fast schon lieblos gesetztes Ende, das noch dazu ein wenig zu reißerisch und unlogisch war. Schade, denn die Grundidee für dieses Buch hatte echtes Potential, das letztendlich aber nicht wirklich ausgeschöpft wurde. Zurück blieben am Ende ein etwas ratloser Leser und viele, viele offene Fragen. Eine dieser Fragen war, was denn nun konkret die Aussage dieses Buches sein sollte: wollte die Autorin der Leserschaft vor Augen führen, dass jede Art sein Leben zu leben, seine positiven Seiten haben kann? Oder wollte sie vielmehr einen philosophischen Denkanstoß geben, dass nichts so ist, wie es manchmal scheint?

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

gefühle, letzterscheißker, roman maria koidl, aufreißen, beziehung

Der letzte Scheißkerl

Roman Maria Koidl
E-Buch Text: 260 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 10.03.2017
ISBN 9783843715669
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nach seinem Bestseller „Scheißkerle“ wollte die Flut an begeisterten Zuschriften an den Autor nicht abreissen, unzählige Leserinnen teilten darin ihre persönlichen Erfahrungen mit jener im Buch beschriebenen Sorte Mann. So entschied sich Roman Maria Koidl zu einer Fortsetzung: „Der letzte Scheißkerl“, in welcher größtenteils der Erfahrungsschatz der Leserschaft hineinverwoben wurde. Die Herren der Schöpfung werden darin in vier Typen unterteilt: Den Macher oder auch General genannt, den Analysten oder Nerd, den Sonnyboy oder auch Blender und zu guter Letzt den fürsorglichen Diener. Jeder dieser Typen wird recht anschaulich beschrieben, und anschließend werden Tipps zum leichteren Auskommen mit dem jeweiligen Charakter gegeben.

Die Ausführungen Koidls sind zwar zum Teil sehr amüsant zu lesen, oftmals kommt einem dabei das eine oder andere „Kaliber“ aus dem eigenen Bekanntenkreis in den Sinn, auf den so manche Beschreibung wie maßgeschneidert passt. Nur bezweifle ich, dass man Menschen so leicht in Schubladen stecken kann, wie es hier passiert. Ich denke, es ist vielmehr so, dass jeder von uns sämtliche Facetten dieser Charaktere in sich beherbergt und diese je nach Bedarf seiner Umwelt präsentiert. Das macht das Ganze in der Praxis doch ein wenig schwieriger als es die in diesem Buch doch eher schablonenhafte Darstellung glauben lassen will. Was aber durchaus stimmen mag, ist die (allerdings nicht unbedingt neue) Theorie, dass die eigene Partnerwahl oftmals stark durch das Elternhaus geprägt ist. Dass man dadurch des Öfteren auf einen ähnlichen Partnertyp zurückgreift (man also immer wieder dieselben Fehler macht), liegt irgendwie auf der Hand.

Das Cover finde ich hingegen sehr witzig und originell gestaltet. Leider muss ich hier jedoch anmerken, dass sich die goldene Schrift des Titels auf dem Einband trotz sorgfältigen Umganges mit dem Buch bereits nach kurzer Zeit beim Lesen abzulösen beginnt. Ein etwas beständigeres Cover wäre wünschenswert!

Mein Fazit: Ein sehr kurzweiliges und amüsantes Buch, ob es tatsächlich das Prädikat „Ratgeber“ verdient, wage ich allerdings zu bezweifeln!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(43)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

bewegung, glück, japan, leben, hardcover

Ikigai: Gesund und glücklich hundert werden

Francesc Miralles , Héctor García (Kirai)
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 10.03.2017
ISBN 9783843715607
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die beiden Autoren Francesc Miralles und Héctor García gehen in diesem Buch der Ursache auf den Grund, warum es auf einer kleinen Insel in Japan überdurchschnittlich viele über Hundertjährige gibt. Sie begeben sich an den Ort des Geschehens und führen unzählige Interviews mit den Betroffenen. Dabei stellen sie fest, dass diese Menschen nie aufgehört haben, ihr Leben aktiv zu gestalten. Jeder lebt dort einen geregelten Arbeitsalltag, ist in einem sozialen Netzwerk eingebunden, und liefert seinen Beitrag zu diesem sozialen Gefüge. Hier gibt es keinen der sich quasi zur Ruhe setzt und tatenlos zusieht, wie der Rest seines Lebens an ihm vorbeizieht. Es wird gearbeitet, soziale Kontakte werden gepflegt und man hält sich nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit. Das Geheimnis dahinter steckt in dem kleinen Wörtchen „Ikigai“: jeder, der bis ins hohe Alter rüstig ist, hat ein persönliches „Steckenpferd“, etwas wofür seine Leidenschaft brennt und in dem er sich auch geistig verlieren kann. Die Gründe dafür können sehr vielfältig sein, ob sich jemand einer Kunst verschreibt, ob er dafür lebt, andern helfen zu können, oder ob er in scheinbaren Banalitäten wie etwa der Gartenarbeit aufgeht ist dabei einerlei. Wichtig ist dabei nur, dass er in seinem Tun seine persönliche Erfüllung findet.

Dieses Buch birgt so manche Erkenntnis in sich: In unserer westlichen Welt ist es Gang und Gäbe, sich nach seinem Job zur Ruhe zu setzen und das wird meist wortwörtlich genommen: Viele Pensionisten sitzen danach untätig zuhause, und wissen mit sich nichts mehr anzufangen, sie werden nicht nur körperlich sondern vor allem geistig träge. Der Verfall ist auf diese Weise schon vorprogrammiert. Dieses Buch öffnet einem die Augen, dass nicht die Arbeit an sich das Problem ist, sondern, dass man in dem, was man macht, einen Sinn erkennt und in weiterer Folge auch Freude daran empfinden kann. Dies lässt sich bis ins hohe Alter realisieren, man muss sich dabei nicht „ausbrennen“, sondern wenn man seine eigene Geschwindigkeit findet, und mit dem „flow“ geht, vermag man es sehr lange aktiv zu bleiben.

Was ich bei diesem Buch etwas entbehrlich finde, sind die abschließenden Auszüge aus verschiedenen Bereichen wie Qigong, Yoga, Tai-Chi etc. Für mich sind diese Kapitel weder Fleisch noch Fisch, entweder sollte man diese Kapitel ausführlich behandeln, was allerdings den Rahmen eines Ratgebers sprengen würde, oder man lässt diese gleich weg, mit dem Hinweis auf diverse einschlägige Literatur, was in meinen Augen zielführender wäre, so bilden diese Abschnitte eher unnötige Seitenfüller. In diesem Zusammenhang möchte ich außerdem anführen, dass ich in diesem Buch Quellenangaben vermisse, Angaben zu weiterführender Literatur wären wünschenswert gewesen!

Alles in allem finde ich diesen Ratgeber jedoch empfehlenswert, man mag dadurch vielleicht nicht sein persönliches „Ikigai“ finden, es regt einen jedoch durchaus dazu an, seine Lebensweise ein wenig in Frage zu stellen und Neues auszuprobieren!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

pfau, chefin, kommunikation, teambuilding, highlands

Der Pfau

Isabel Bogdan , Christoph Maria Herbst
Audio CD
Erschienen bei Argon, 24.05.2017
ISBN 9783839893319
Genre: Romane

Rezension:

 „Einer der Pfauen war verrückt geworden…“ – So beginnt der herrlich skurrile Roman von Isabel Bogdan, der in den schottischen Highlands spielt, fernab vom Highlife unserer modernen Welt. Auf dem Landgut von Lord und Lady MacIntosh mit seinem spartanischen Ambiente vermag man Ruhe und Gelassenheit finden. Das ist auch der Grund, warum eine Gruppe Banker samt Coach und eigener Köchin diesen Ort der Abgeschiedenheit für ein Teambuilding-Programm auswählt. Was sie allerdings nicht wissen, ist dass sich unter den Tieren des Landguts ein Pfau befindet, der sich äußerst merkwürdig verhält und höchst aggressiv auf alles in der Farbe Blau reagiert. In einem Anflug von Zerstörungswut macht er dabei weder vor Menschen noch vor Autos halt, wodurch sich der Landgutbesitzer Lord MacIntosh zum Schutze seiner Gäste gezwungen sieht, zu äußerst drastischen Mitteln zu greifen.

Bei dem Hörbuch braucht man anfangs ein wenig, um sich in der Fülle immer neu hinzutretender Charaktere zurechtzufinden, in kurzen Sequenzen wird jeder Charakter, sehr lebendig vorgestellt, und man hat das Gefühl, eine Reihe scheinbar völlig unzusammenhängender Einzelgeschichten vor sich zu haben. Erst im Laufe der Zeit eröffnet sich einem der genaue Kontext. Mit einer gehörigen Portion trockenen britischen Humors zeichnet Isabel Bogdan ein Gesellschaftsbild, in dem jeder aus falscher Rücksichtnahme vor seinen Mitmenschen etwas vertuscht, weil er meint, die Wahrheit den anderen nicht zumuten zu können. Dass sich dabei die Einzelpersonen immer mehr in prekäre Situationen hineinmanövrieren, ist vorprogrammiert! Jeder einzelne der befindet sich zwar in einer Gesellschaft, jeder empfindet insgeheim aber eine gewisse Einsamkeit und zeigt unglaubliche Berührungsängste, wenn es darum geht, auf andere zuzugehen.

Mit Christoph Maria Herbst ist den Machern dieses Hörbuchs ein echter Glücksgriff gelungen. Mit seiner manchmal fast schon spöttischen Art zu lesen, bringt er noch zusätzlichen Humor in die ohnehin schon sehr skurrile Geschichte und haucht auf diese Weise den einzelnen Charakteren noch mehr Leben ein. So geht der eine oder andere Lacher definitiv auf sein Konto! Schon allein seine geniale Lesekunst macht dieses Hörbuch für mich in höchstem Maße empfehlenswert, nicht nur für Liebhaber trockenen britischen Humors!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

hörbuch, finsterstein, mobbing, dav, berlin

Die Finstersteins - Teil 2: Einfach nicht totzukriegen

Kai Lüftner , Fréderic Bertrand , Kai Lüftner
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783742400512
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im zweiten Teil der „Finsterstein“- bekommt es Fred abermals mit der aus ihrer Versteinerung auferweckten Familie zu tun, die plötzlich mitsamt ihrem Leistenkrokodil Peppi geschlossen vor seiner Türe steht, und ihn um Hilfe bittet. Freds Mutter Baba gewährt ihnen Obdach und so werden die Finsterstein kurzerhand im Keller des Hauses einquartiert. Wie schon im ersten Teil tritt auch diesmal wieder Freds bester Kumpel Franz-Ferdinand in Erscheinung, er findet in dem Druiden Bende einen ebenbürtigen Freund. Um den ehemaligen Gruftbewohnern ein Dasein in Langeweile zu ersparen und um ihrem jetzigen Leben einen gewissen Rhythmus zu geben, bekommt jeder einzelne von ihnen einen seinen Fähigkeiten entsprechenden Job zugeteilt. In dieser neu-geschaffenen WG kommt es zu allerhand Turbulenzen, die darin gipfeln, dass Bende plötzlich unter mysteriösen Umständen verschwindet. Hier ist nun guter Rat teuer, denn wie findet man einen vor nach 400 Jahren zum Leben erweckten Druiden wieder, ohne allzu großes Aufsehen zu erregen?

Ein sehr turbulentes, aber auch sehr lustiges Hörbuch, das in recht realistischer Form das Leben der wiedererweckten Familie Finsterstein und den damit verbundenen Problemen schildert. Diese humorvolle Unterhaltung wird noch durch eine exzellente Darbietung des Autors selbst in der Hörbuchfassung intensiviert: Jeder Charakter bekommt auf diese Weise seine eigene, unverkennbare Stimme verpasst, was einerseits der Geschichte noch mehr Leben einhaucht, und es andererseits leichter macht, dem Ganzen zu folgen. Die Erzählung ist in mehreren Ebenen aufgebaut: einerseits der Beschreibung des Alltags der neuerweckten Gruftbewohner, die versuchen, die Gegenwart mit all ihrer fortgeschrittenen Entwicklung zu meistern; zum anderen erfährt man über den Alltag von Fred und Franz mit den typischen Problemen Heranwachsender wie Mobbing in der Schule, dem Umgang mit dem Erwachen erster zarter Liebesgefühle und familiärem Stress, zusätzlich wird auf dritter Ebene der Gegenspieler der Finstersteins beschrieben, der vorerst als großer Unbekannter auftritt.
Das drei CDs umfassende Hörbuch ist sehr spannend aufgebaut, lediglich in der zweiten CD ist die Aufarbeitung des geschichtlichen Hintergrundes für meinen Geschmack etwas zu lang geraten, ansonsten wird man von der Erzählung und vor allem durch deren Darbietung gefesselt und bestens unterhalten. Die Geschichte selbst wird immer wieder durch Chatsequenzen zwischen dem Protagonisten, dem „Erwecker“ Fred und seinem Kumpel unterbrochen, woran man sich vielleicht erst gewöhnen muss, aber es dient dem besseren Verständnis der Gefühlslage der beiden. Leider endet auch dieser Hörbuchteil mit einem bösen Cliffhanger, sodass man schon ungeduldig auf den nächsten Band wartet.

Alles in allem ein sehr lustiges und spannendes Buch, das in manchen Passagen ein wenig an Dan Browns Illuminati erinnert, bestens geeignet für Jung und Alt, lediglich die ganz Kleinen werden daran aufgrund so mancher für Kinder doch recht schwieriger Begriffe keine so große Freude haben, aber ansonsten ist dieses Werk ab 8-10 Jahren bestens geeignet und sehr empfehlenswert!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

venedig, krimi, mord, rache, bank

Venezianisches Verhängnis

Daniela Gesing
E-Buch Text: 221 Seiten
Erschienen bei Midnight, 06.03.2017
ISBN 9783958190702
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als der Geschäftsführer einer venezianischen Privatbank ermordet aufgefunden wird, betraut man Commisario Luca Brassoni mit der Aufklärung des Falles. Brassoni, der auch privat sehr gestresst ist, da die Geburt seines ersten Kindes unmittelbar bevorsteht, sieht sich schon bald persönlich in diesen Fall involviert. Als dann auch noch ein weiterer Mord an einem der Bankangestellten verübt wird, obwohl die venezianische Polizei ohnehin schon unter Hochdruck an dem Fall arbeitet, spitzt sich die Lage noch mehr zu.


Dies ist bereits der vierte Fall des venezianischen Commisarios und seinem Team. Auch diesmal bekommt man Einblicke in das Privatleben Brassonis, dessen hochschwangere Frau Carla kurz vor der Geburt des ersten gemeinsamen Kindes steht. Durch detailreiche Beschreibungen der Autorin wird das unvergleichliche Flair dieser Stadt sehr schön eingefangen, man wähnt sich als Leser inmitten des Geschehens im sommerlichen Venedig. Wenn man die Reihe kennt, trifft man auch in diesem Band eine Reihe altbekannter Charaktere aus den vorherigen Bänden: Carla, als Rechtsmedizinerin im Mutterschutz normalerweise selbst dem Team Brassonis zugeordnet findet sich ebenso wie Brassonis Cousin Stefan, kurz Caruso genannt, seines Zeichens Journalist und Mann für alle Fälle, wie den ständig mit Schokoriegeln „bewaffneten“ Inspettore Goldini.


Die Geschichte selbst wird sehr spannend erzählt, teilweise Perspektiven-Wechsel aus der Sicht des unbekannten Täters verleihen dem Ganzen noch zusätzliche Spannung. Gegen Ende hin steigert sich die Dramatik und das Erzähl-Tempo nimmt zu. Was ein wenig stört ist, dass Kommissar Zufall ein teilweise wenig zu sehr seine Hände im Spiel hat, gewisse Sequenzen hätten vielleicht auch anders gelöst werden können. Alles in allem hat mir dieser Krimi jedoch sehr gut gefallen, besonders die positive Art, in der dieses Buch geschrieben ist, fand ich ansprechend! Für mich bisher er beste Band aus dieser Reihe!

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

götter, england, humor, kinderbuch, mythologie

Die Götter sind los (Die Chaos-Götter 1)

Maz Evans , Ilse Rothfuss
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.03.2017
ISBN 9783551520906
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der aufgeweckte Junge Elliot Hooper hat es nicht leicht: Als seine Mutter, mit der er alleine auf einer heruntergekommenen Farm lebt, nach mehreren Todesfällen innerhalb der Familie plötzlich dement wird, sieht er sich gezwungen, alleine für seine Mutter und den Hof zu sorgen. Mit einem Nebenjob als Zeitungsausträger versucht er die beiden mehr schlecht als recht finanziell über Wasser zu halten, was jedoch in Anbetracht der Tatsache, dass die kleine Familie vor dem finanziellen Ruin steht, nichts weiter als ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Dass unter dieser immensen Belastung auch Elliots schulische Leistungen zu leiden beginnen, liegt auf der Hand. Die Lage ist für den Jungen schon prekär genug, lebt er doch in der ständigen Angst, dass andere von seiner Situation Wind bekommen, und seine Mutter dadurch in ein Pflegeheim kommt. Was soll dann aus ihm werden? Als eines Tages auch noch das Sternbild Virgo auf ihrer Mission, dem Gefangenen 42 seine Dosis Ambrosia zu überbringen, über der Farm der Hoopers abstürzt und mit einer Bruchlandung in deren Kuhstall landet, nimmt das Schicksal seinen Lauf, und Eliott muss nach einer versehentlichen Befreiung eines Todesdämons nun auch noch mit Hilfe der Götter die Welt vor ihrem Untergang retten…

Ein - nicht nur für Kinder - unglaublich lustiges, aber auch spannendes Hörbuch, das in seiner gekürzten Form 4 CDs in der Gesamtlänge von 315 min umfasst. Man schließt den kleinen Protagonisten Elliot, der sich so rührend um seine offensichtlich demente Mutter kümmert, sofort in sein Herz und leidet dabei mit, wie er seine schier ausweglose Situation meistern muss. Die Charaktere, angefangen von der widerlichen, habgierigen Nachbarin über die Vielzahl von verschiedenen Sternbildern und Göttern sind durchwegs überzeichnet und daher zum Brüllen komisch dargestellt sind: Da gibt es etwa einen dickbäuchigen Zeus im Hawaiihemd mit unglaublichem Frauenverschleiß, einen extrem tuntigen Hermes, der untrennbar mit seinem „i-gott“ verbunden ist, oder eine Aphrodite, der die gesamte Männerwelt verfallen zu sein scheint. Hier mag aber auch gleichzeitig die Schwachstelle in diesem Hörbuch liegen: Ein Kind von 10 Jahren, für dessen Altersstufe dieses Hörbuch gedacht ist, dürfte durch die unglaubliche Fülle an verschiedenen Gottheiten, die in einem rasanten Tempo (vor allem im Laufe der 2. CD!) auftauchen, ein wenig überfordert sein - besonders wenn es auf dem Gebiet der griechischen Mythologie noch nicht besonders bewandert ist und ihm daher das nötige Hintergrundwissen fehlt.

Besonders hervorheben möchte ich bei diesem Hörbuch die Leistung des Sprechers Martin Baltscheits, der es schafft, allein durch Variation seiner Stimme jedem einzelnen Charakter noch zusätzliches Leben einzuhauchen, wodurch das Ganze zu einem echten Hörerlebnis wird.

Mein Fazit: ein turbulentes und zugleich sehr kreativ gestaltetes Hörbuch, dessen urkomische Ausführungen der Götterwelt das Bild, das man sich im Laufe der Zeit von der griechischen Mythologie gemacht hat, gehörig ins Wanken bringen und nachhaltig beeinflussen können.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(108)

182 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

king, liebe, gedächtnisverlust, biker, t.m. frazier

King - Er wird dich besitzen

T. M. Frazier
E-Buch Text: 295 Seiten
Erschienen bei Lyx.digital, 03.11.2016
ISBN 9783736304055
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Doe ist 17 Jahre alt und hübsch, aber sie hat ein Problem: aus Gründen, die nicht näher erläutert werden, hat sie ihr Gedächtnis verloren. Zwar war sie deswegen schon bei der Polizei, aber da keine der Vermissten-Meldungen auf sie zutrifft, kann man ihr dort auch nicht helfen. So weiß sie nicht, wer sie ist und woher sie kommt, keiner scheint sie zu vermissen, und sie hat kein Geld. In ihrer Not, und um dem gefährlichen Leben auf der Straße zu entgehen, schließt sie sich dem jungen Jukie Nikki an, die vorschlägt, auf eine Biker-Party zu gehen, um sich dort zu prostituieren, um jemanden zu finden, der sie beschützt und der sich um sie kümmert.

So trifft sie auf Brantley King, von allen nur „King“ genannt, einem für seine Brutalität berüchtigten Kriminellen. Als Nikki sich an dessen Geld vergreift und damit flieht, erklärt King kurzerhand Doe zu seinem Besitz, um sie für den Diebstahl ihrer Freundin büßen zu lassen. Von Kings Gefährlichkeit verängstigt und doch magisch angezogen, wird sie zu seiner Geliebten, und findet in ihm einen Beschützer und Zuflucht. Aber den Preis, den Doe dafür bezahlt, ist hoch…

Bei diesem Buch bin ich mehr als zwiegespalten: Prinzipiell finde ich dem Grundgedanke für diese Geschichte sehr gelungen, der Gedächtnisverlust der jungen Protagonistin bringt sie in eine schier ausweglose Lage, was dem Ganzen zusätzliche Dramatik verleiht. Es mangelt auch nicht an Spannung, man wird von einer Wucht an Sex, Gewalt und Drogen getroffen.

Was mich an diesem Buch aber massiv stört, ist die oft sehr vulgäre und derbe Ausdrucksweise, die offensichtlich dazu dienen soll, das gesellschaftlich niedrige Niveau in der Biker-Szene zu verdeutlichen. Dabei wird mir einfach zu dick aufgetragen, denn in so manchen Sätzen häuft sich das vielzitierte F*-Wort ins Unerträgliche, was ich persönlich einfach nur als mühsam zu lesen empfinde, dadurch wirken die Dialoge zum Teil extrem gekünstelt. Schade, weniger wäre hier mehr gewesen!

Die unterschiedlichen Charaktere werden sehr stereotyp gezeichnet, auf der einen Seite machohaft agierende, meist volltätowierte Bikertypen, auf der anderen Seite stets willige Frauen, die offenbar bereit sind, es mit jedem zu treiben scheinen, der sich ihnen in den Weg stellt. Selbst schwerste Verletzungen scheinen hier niemanden davon abzuhalten, schon nach kurzer Zeit wieder frisch-fröhlich seiner/ihrer Libido zu frönen.

Auch die Protagonistin Doe, anfangs noch recht taff und selbstbewusst gezeichnet, verblasst zunehmend und wird zu einer naiven, treu ergebenen Puppe, die alles mit sich machen lässt. Aus welchem Grund es ausgerechnet bei ihr zu dem plötzlichen Gesinnungswandel kommt und die große Liebe zu King entbrennt, erschließt sich mir leider nicht und entbehrt jeglicher Logik.

Das Buch endet in einem Cliffhanger, der auf den zweiten Teil des Buches sehr neugierig macht. Alles in allem kann man sagen, dass dieses Buch nichts für Zartbesaitete ist, wer hier eine bittersüße, romantische Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mädchen und einem hartgesottenen Biker erwartet, befindet sich auf dem Holzweg und wird sicherlich enttäuscht werden. Stellt man sich aber von vornherein auf eine recht billig aufbereitete, mit Obszönitäten gespickte Handlung ein, wird man trotz allem mit einer spannenden Lektüre belohnt.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(56)

63 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

dystopie, julian fröhlich, gut und böse, spannung, macht

Gut & Böse

Julian Fröhlich , Veronika Aretz , Veronika Aretz
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei VA - Verlag Aretz, 16.11.2016
ISBN 9783944824611
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit „Gut und Böse – Ausgegrenzt“ ist Julian Fröhlich eine recht beklemmende Dystrophie gelungen, die in der Welt des Jahres 2031 beginnt und sich über mehr als ein Jahrzehnt erstreckt. In dieser Welt herrscht eine neue Ordnung, Schwerverbrecher kommen dabei nicht mehr ins Gefängnis, sondern sie werden im Kollektiv auf einer einsamen, speziell adaptierten Insel ausgesetzt, von der es für die Betroffenen kein Entrinnen mehr gibt. Die Versorgung der Gefangenen erfolgt über den Luftweg, indem man monatlich Nahrungsmittelreserven via Flugzeug abwirft, ansonsten werden diese Menschen sich selbst überlassen.

Als es nach etwa einem Jahr zu Ungereimtheiten kommt, und man vom Flugzeug aus kein Lebenszeichen mehr auf der Insel wahrnehmen kann, wird ein Spezialtrupp hingeschickt, um Nachschau zu halten und um den Verbleib der Gefangenen zu klären. Diesem Spähtrupp gehören Samuel Sanders und Ben Benschel an, die seit Jahren eine enge Freundschaft verbindet. In Kleingruppen durchsucht der Trupp die Insel und entdecken dort zahlreiche, zum Großteil schwer verstümmelte Leichen, was auf ein zurückliegendes Massaker unter den Gefangenen schließen lässt. Überlebende können sie bei diesem Einsatz jedoch nicht ausmachen. Ben wird bei diesem vermeintlichen Absturz schwer verletzt und blutüberströmt ausgeflogen. Was seine Retter jedoch nicht wissen, ist, dass der wahre Ben Benschel zu diesem Zeitpunkt bereits tot ist – ermordet vom einzig überlebenden Schwerverbrecher Xavier Martello, der sich absichtlich selbst verletzt, um die Identität von Ben anzunehmen.

Sowohl Samuel als auch Bens Frau Mary schöpfen jedoch aufgrund des gravierenden charakterlichen Wandels von Ben bald Verdacht, daher lässt sich dieser, sobald sich ihm die Möglichkeit dazu bietet, zu einem geheimen Einsatzort versetzen und entzieht sich dadurch dem Einflussbereich von Mary und Samuel…

Julian Fröhlich versteht es perfekt, mit interessantem Inhalt und geschicktem Aufbau der Geschichte die Spannung über lange Zeit zu halten. Dadurch, dass die Erzählung zeitlich gesehen relativ knapp an der Gegenwart angesetzt ist, wirkt sie sehr realitätsnah, was dem Ganzen noch mehr beklemmende Düsternis verleiht.

Die gesamte Erzählung wird aus unterschiedlichen Perspektiven einzelner Charaktere beschrieben, dadurch kommt es zu einem recht eigenartigen Effekt: Beim Lesen beginnen sich die Grenzen zwischen Gut und Böse zu verschieben, was zuvor eindeutig Schwarz oder Weiß war, lässt sich jetzt zur noch schwer trennen. In der Zeit um 2031 wird hier mit den Begriffen „Gut“ und „Böse“ anders verfahren: „Gut“ ist, was der Machthaber des Regimes vorschreibt, alles andere gehört dem „Bösen“ an und wird ausgegrenzt. Das wiederum spiegelt sich im Titel des Werkes wider.

Die zum Teil sehr explizit ausgeführten menschlichen Abartigkeiten auf der Gefangeninsel, welche in ihrer Brutalität kaum zu übertreffen sind, würde ich als sehr starken Tobak bezeichnen, und würde daher zarten Gemütern eher von diesem Buch abraten.

Das Ende der Geschichte ist recht stimmig, es lässt einen jedoch mit einem bedrückenden Gefühl zurück, wie sich unsere Zukunft entwickeln könnte. Trotzdem entlässt uns der Autor nicht ohne den Fingerzeig, dass es sich lohnt, gegen eine Macht anzukämpfen, so stark diese auch sein möge.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(71)

75 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

low carb, kochbuch, lchf, rezepte, diät

Easy. Überraschend. Low Carb.

Bettina Matthaei , Oliver Brachat
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 02.12.2016
ISBN 9783954531127
Genre: Sachbücher

Rezension:

Low Carb – ein Schlagwort, das in Bezug auf Diät-Kochbücher heute kaum mehr wegzudenken ist. Da mir diese Art der Ernährungsform doch recht ausgewogen erschien, und ich von jeher immer auf der Suche nach guten, einigermaßen rasch zuzubereitenden Rezepten bin, wollte ich mir dieses Buch näher ansehen, zumal der Klappentext kohlenhydratarme Varianten von Broten und diversen Beilagen wie Gnocchi, Knödel und Spätzle versprach. Die Realisierung dessen machte mich neugierig, aber schon nach wenigen Seiten bekam meine anfängliche Euphorie den ersten Dämpfer: es fand sich kaum ein Rezept, das durchwegs gängige Lebensmittel enthielt! Da war von weißen Chiasamen, LC-Leinmehl, Guarkernmehl, gemahlenen Flohsamenschalen, Hanfsamen, Sojamehl bzw. Sojakleie oder Gold-Leinsamen die Rede. In meiner Naivität hatte ich angenommen, hier ganz einfach Rezeptvorschläge zu erhalten, die ganz alltägliche Zutaten raffiniert miteinander zu kombinieren verstehen, aber davon war weit und breit nichts zu sehen. Ich wusste nicht, dass man sich zuerst auf eine mittelmäßige Expedition durch diverse Spezial-Läden begeben muss, bevor man überhaupt beginnen kann, den Kochlöffel zu schwenken! Aber dies scheint in der Low Carb-Küche, wenn man nach diesem Buch geht, durchaus der Regelfall zu sein, was leider vielleicht nicht zu einer Reduktion des Körpergewichts, aber mit Sicherheit zu einer massiven Gewichtsreduktion des Portemonnaie-Inhalts zur Folge hat.

In der Einleitung wird dann anhand mehrerer Beispiele vorexerziert, wie man mit einer recht simplen Formel die richtige Eiweiß/Fett/Kohlenhydrat-Menge bestimmt. Was dabei ein wenig nervt, sind Pauschal-Urteile, etwa dass eine Frau mit 160cm Körpergröße und 65kg übergewichtig ist und daher ihre Kalorienzufuhr um 20% zu drosseln hätte. Dabei wird jedoch komplett außer Acht gelassen, wie sich diese 65kg der Frau zusammensetzen: es macht durchaus einen Unterschied, ob es sich dabei vorwiegend um Muskelmasse oder um Fettgewebe handelt! Das nur als kleiner Hinweis am Rande!

Was an diesem Kochbuch sehr positiv auffällt, sind die großflächigen Bebilderungen, wobei manche Gerichte sehr einladend wirken, manche allerdings auch abschrecken!

In diesem Kochbuch findet man mit Sicherheit ein paar Gerichte zum Nachkochen, die einem schmecken werden, und mit denen man seine Menü-Auswahl bereichern kann, aber ich zweifle sehr stark daran, dass jemand aufgrund dieses Buches seine gesamte Ernährung umstellen wird, weil es auf Dauer doch recht kostspielig ist, die Zutaten dafür bereitzustellen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(116)

163 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

drogen, baby, flucht, winter, schnee

Sweetgirl

Travis Mulhauser , Sophie Zeitz-Ventura
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.01.2017
ISBN 9783423261265
Genre: Romane

Rezension:

In Cutler, einem kleinen Städtchen im Norden Michigans lebt die 16jährige Percy unter recht tristen Verhältnissen: der ihr unbekannte Vater hat sich bei ihrer Geburt aus dem Staub gemacht, ihre um fünf Jahre ältere Schwester ist mit deren kleinen Familie nach Portland gezogen und ihre Mutter Carletta ist schwer drogenabhängig. Um sich und ihre beschäftigungslose Mutter finanziell über Wasser zu halten, hat Percy die Schule abgebrochen und arbeitet nun Vollzeit bei einem Möbelrestaurator. Percy lebt in ständiger Sorge um Carletta, da diese auf der Suche nach Drogen immer wieder für etliche Tage verschwindet, und Percy es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, sie wieder aufzuspüren und sich um sie zu kümmern. Als Percy bei einer dieser Suchaktionen im Haus des selbst drogenabhängigen Dealers Shelton landet, findet sie statt Carletta ein verwahrlostes, halberfrorenes Baby vor, das neben seiner von Drogen vollgepumpten Mutter und dem ebenfalls zugedröhnten Shelton vor sich hinvegetiert. Percy fasst den Entschluss, den Säugling zu retten, indem sie das Kind kurzerhand aus dem Haus entführt und Großteils zu Fuß durch einen eisigen Schneesturm in ein Krankenhaus bringen will. Eine abenteuerliche Flucht beginnt, auf der sie Schützenhilfe von Portis, ihrem ehemaligen Ziehvater erhält. Soweit zum Inhalt der Geschichte.

Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt, zum einen aus der dritten Person aus der Sicht des Junkies Shelton, zum anderen aus der Ich-Perspektive der taffen, jungen Percy. Das Ganze ist in einer sehr einfachen Sprache verfasst und rasch und zügig zu lesen, das man es durchaus schafft, in einem Tag zu lesen.

Die Leseprobe dieses Buches las sich sehr spannend, auch der Klappentext, bei dem von „irrwitzigsten Roman der Saison“ die Rede war, klang vielversprechend. Leider wurde ich aber schon nach kurzem eines Besseren belehrt: Zwar hatte der Inhalt, mit einem hilflosen Baby durch einen Blizzard flüchten zu müssen, durchaus einen vielversprechenden Ansatz, leider wurde jedoch sehr wenig daraus gemacht. Die Handlungsstränge waren teilweise etwas wirr, zumal hatte man den Eindruck, dass sich der Autor teilweise in Sackgassen verstrickte, aus denen er sich nur durch das Eintreten einer glücklichen Fügung des Schicksals herausmanövrieren konnte. Die Handlungsstränge erscheinen zum Teil an den Haaren herbeigezogen, wohl um die Spannung zu erhöhen, was das Ganze jedoch leider ein wenig flach erscheinen lässt. Dass man mit einem so kleinen Baby, wie beschrieben stundenlang durch den Schnee irren kann, ohne es dabei füttern und wickeln zu müssen, scheint den Autor nicht zu stören, dass ein Baby, dessen Körper mit eitrigen Wunden übersäht ist, normalerweise permanent vor Schmerzen schreien müsste, ebenfalls nicht. So wird ein offenbar äußerst pflegeleichter Säugling in dünnem Schlafanzug durch den ärgsten Sturm getragen, ohne dass er dabei jeglichen Schaden nimmt. Dass auch der minimal vorhandene Milchpulvervorrat ausreicht mit dem man mit heißem Wasser, das man aus ganz normalen Wasserflaschen zaubert, köstlich warme Babymilch zubereitet, ist ebenfalls eines dieser interessanten Phänomene dieses Buches. Aber wahrscheinlich ist es das, was man im Klappentext als „irrwitzig“ bezeichnet.

Alles in allem, wie gesagt, ein durchaus spannender Ansatz für den Inhalt eines Erstlingswerks, ob ich es jedoch jemandem empfehlen würde, wage ich allerdings zu bezweifeln.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(106)

210 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 78 Rezensionen

mops, magie, schweden, fantasy, mord

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Lars Simon
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423216517
Genre: Romane

Rezension:

Das Leben des erfolgreichen Unternehmensberaters Lennart Malmkvist gerät von einem Tag auf den anderen völlig aus den Fugen, als sein Nachbar Buri Bolmen, Inhaber eines Zauber- und Scherzartikelladens unter mysteriösen Umständen in seinem Geschäft ums Leben kommt. In seinem Testament hat Buri Bolmen nämlich verfügt, dass Lennart diesen Laden erben und darüber hinaus zumindest für ein Jahr Besitzer seines Mopses Böthorn werden soll. Zu allem Überfluss wird Lennart noch am gleichen Tag fristlos gekündigt. Als ob dies nicht schon genug Probleme wären, die da auf Lennart hereinprasseln, sieht er sich plötzlich mit Dingen konfrontiert, die ihn erstmal am eigenen Verstand zweifeln lassen: da taucht plötzlich ein mysteriöser Leierkasten-Spieler auf, der ihn bis in seine Träume zu verfolgen scheint, der Mops beginnt bei herannahendem Gewitter zu sprechen und auch sonst wird Lennarts Leben von nun an sehr von Magie geprägt.

Schon das Cover und der Titel unterscheidet dieses Buch von vielen anderen, zuerst denkt man dabei vielleicht an ein Kinderbuch, man wird aber bereits auf den ersten Seiten eines Besseren belehrt, und man fragt sich, mit welchem Genre man es hier tatsächlich zu tun hat. Handelt es sich um einen Thriller, ist es Fantasy? Man tut sich bis zum Schluss schwer, dieses Buch einzuordnen, aber gerade das macht es so faszinierend und interessant! Auch wenn man, so wie ich, mit Fantasy-Romanen für gewöhnlich nicht viel am Hut hat, kann man sich dem Zauber dieses Buches nicht entziehen, so spannend ist es geschrieben. Man gewinnt den sprechenden Mops Bölthorn mit seinen Marotten und seiner trocken-humorvollen Art sehr bald lieb, auch Lennart wirkt zunehmend sympathisch. Aber auch sonst trifft man während der Geschichte auf allerhand zum Teil doch sehr schrullige Charaktere, sei es Buri Bolmens exzentrischer Anwalt und Nachlassverwalter, der als Ganzes der Märchenwelt entsprungen zu sein scheint, die Nachbarin Maria, die sich exzessiv der Kochkunst verschrieben hat, und die Kriminalistin Maja Tysja, aus der man, ob ihres widersprüchlichen Verhaltens nicht so richtig schlau wird, der unheimliche Leierkasten-Spieler und nicht zuletzt Buri Bolmen selbst sind allesamt sehr charismatische Gestalten.

Der Schreibstil Lars Simons ist sehr angenehm zu lesen, seine humorvolle Art, die Situationen und Charaktere treffend zu beschreiben, lässt einen des Öfteren schmunzeln. Die Geschichte wird so lebendig dargeboten, dass das Ganze wie ein Film vor dem geistigen Auge des Lesers abläuft. Leider stellt sich erst am Schluss heraus, dass das Buch keine abgeschlossene Erzählung enthält, sondern nur Teil einer ganzen Reihe von Bänden ist. Man bekommt zwar ein vorläufiges Ende angeboten, das einen jedoch aufgrund der Fülle an offenen Fragen ein wenig unbefriedigt zurücklässt.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

thriller, eifel, soziopath, internetbekanntschaft, entführung

Engelsschmerz

Anna Martens
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Midnight, 28.04.2016
ISBN 9783958199040
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem sie von ihrem Freund Tim mit ihrer besten Freundin betrogen wurde, und sie deshalb die Beziehung zu ihm beendet, lernt die 21 jährige Jules Ziegler im Internet Bernd kennen und lieben, ohne ihn je zuvor gesehen zu haben. Doch als Bernd sich via Email für immer von ihr verabschiedet, beschließt sie in ihrer Verzweiflung, ihn unangemeldet an der Eifel zu besuchen. Ohne zu ihrer Familie oder ihren Freunden ein Wort über ihren Verbleib zu sagen, bricht sie Ende Juli zu Bernd auf. Dort angekommen findet sie sein Haus erstmal verlassen vor, sie beschließt, auf ihn in ihrem Auto zu warten. Von der langen Fahrt ermüdet, schläft sie jedoch ein, die schlafende Jules wird sie dabei von jemandem beobachtet, der ihren Körper begehrt. Als Leser vermutet man, dass es sich hierbei vielleicht um Bernd handeln könnte, Genaueres weiß man jedoch nicht. Jules erwacht und stellt fest, dass Bernd doch zu Hause ist, als sie nun tatsächlich auf ihn trifft, ist von seiner ungepflegten Erscheinung erstmal abgestoßen. Bernd bittet sie herein und bietet ihr Tee an, kurz darauf kommt es zu der Begegnung mit Mike, dem besten Freund von Bernd, der einen wesentlich besseren Eindruck auf Jules hinterlässt, als es Bernd tut. Er rügt Bernds Verhalten als Gastgeber und schickt ihn aus dem Zimmer, währende er seinerseits Tee für Jules kocht. Dieser hat einen eigenartigen Geschmack und Jules bricht danach bewusstlos zusammen, es war ihr etwas in den Tee getan worden. Als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich, gefesselt auf einer Matratze in einem Keller liegend, wieder. Sie bekommt kaum zu essen und zu trinken, dafür wird sie ständig von Mike misshandelt, sie weiß jedoch nicht, ob er und Bernd gemeinsame Sache machen, oder ob er sie alleine festhält. Jules Situation erscheint ausweglos, da sie keinem etwas über ihren Verbleib gesagt hatte, sie ist Mike hilflos ausgeliefert, der von Tag zu Tag brutaler vorgeht.

Inzwischen ist es September geworden und Jules Mutter Ulrike, die sonst immer nur sporadisch zu Jules Kontakt hat, beginnt, sich Sorgen über Jules Verbleib zu machen. Als sie ihre Tochter bei der Polizei als vermisst melden will, blitzt sie dort jedoch ab, sie wird als hysterische Mutter abgestempelt und nicht ernst genommen. Erst als sie auf die Kommissarin Annette Kirchgessner trifft, findet sie Gehör, Annette nimmt in Eigenregie ihre Ermittlungen auf, doch auch sie findet keine Erklärung für Jules Verschwinden. Mithilfe von Martin, der introvertierte Nachbar von Jules, der aus Liebe beschattet hatte, wird ein Vermissten-Video angefertigt, das jedoch keine neuen Hinweise auf Jules Verbleib liefert. Erst als Martin auf die Idee kommt, mithilfe eines Hackers Jules Email-Adresse zu knacken, findet Martin heraus, wo Jules stecken könnte, und er macht sich nun seinerseits zur Eifel auf, um nach Jules zu suchen.

Das Buch ist sehr spannend, man fiebert mit dem Opfer mit, allerdings ist es definitiv nichts für schwache Nerven, da es zu massiven Gewaltdarstellungen kommt, da der Sadist Mike seine Gewaltfantasien an seinen Opfern auslebt. Das Ende des Buches kommt dabei recht plötzlich, wobei man dem Leser leider einige Antworten auf offene Fragen schuldig bleibt. Ein Werk, das mit Sicherheit niemanden kalt lässt, da die darin vorkommende Gewalt sehr verstörend wirken kann! Negativ fällt leider auch auf, dass das Werk offensichtlich schlecht Korrektur gelesen wurde, da an mehreren Stellen Worte einfach ausgelassen wurden! Der Stil der Autorin gefiel mir jedoch sehr gut, auch die Erzählweise in mehreren Handlungssträngen, davon sogar in unterschiedlichen Zeit-Ebenen hatte durchaus ihren Reiz!

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Mädchen, das rückwärts ging

Kate Hamer , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 424 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.09.2016
ISBN 9783423145213
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem sich Beth und Paul sich getrennt haben, kümmert sich Beth um die gemeinsame, achtjährige Tochter Carmel. Das Mädchen ist zwar sehr intelligent, wirkt jedoch manchmal geistesabwesend bzw. scheint gedanklich in einer anderen Welt zu sein. Bereits kleine Dinge können sie so gefangen nehmen, dass sie die Menschen um sich herum vergisst, und sie diese erst nach längerem Suchen finden, da Carmel in solch einer Situation nicht auf Zurufe nicht reagiert. Außerdem hat das Mädchen eine besondere Gabe, die seelischen und körperlichen Empfindungen ihrer Mitmenschen zu erspüren. So schafft sie es beispielsweise mühelos, Menschen von ihren Verspannungen zu befreien, indem sie intuitiv richtige Massagetechniken anwendet. Als Carmel eines Tages im Zuge eines Geschichtenfestivals, das sie mit Beth besucht, spurlos verschwindet, und nicht mehr auftaucht, gibt sich Beth die Schuld dafür. Alle Versuche, das Mädchen wiederzufinden, bleiben über Monate, ja sogar Jahre erfolglos. Beth spürt aber, dass ihre Tochter noch lebt, in Träumen erscheint ihr das Mädchen öfters, wobei diese darin rückwärts zu gehen scheint. Irgendwann beginnt Beth, ihr Leben, das aufgrund des Verschwindens ihrer Tochter völlig aus den Fugen geraten ist, neu zu orientieren, ohne jedoch ihren Fokus auf das Kind zu verlieren. Es stellt sich heraus, dass Carmel in die Fänge eines skrupellosen, fanatischen Wanderpredigers gelangt ist, der sie in die Vereinigten Staaten entführt und sie für seine Machenschaften benutzt, der ihr glauben macht, ihr Großvater zu sein, der sich nach einem vermeintlichen Unfall ihrer Mutter um sie kümmern will.


Der Roman befasst sich mit den Alptraum jeder Mutter: dem spurlosen Verschwinden des eigenen Kindes, und der damit verbundenen Machtlosigkeit, die man als Betroffene in dieser schier ausweglosen Situation empfindet. Um in ihrem Schmerz nicht völlig durchzudrehen, befasst sich Beth mit kleinen, fast schon banalen Dingen, an die sie sich wie an einen Strohhalm klammert. Dieses Leiden der Mutter wird von der Autorin Kate Hamer in so exzellenter Weise dargestellt, sodass man davon als Leser zwangsläufig in seinen Bann gezogen wird: man steht dem Geschehen fassungslos gegenüber, und kann nicht glauben, zu welchen seelischen Grausamkeiten der Entführer fähig ist. Interessant ist auch der Aufbau des Buches: abwechselnd wird das Geschehen aus der Sicht der Mutter und aus der des Kindes geschildert. Das Ende des Romans wird dadurch jedoch nicht vorweggenommen, denn während die Schilderungen der Mutter in der Vergangenheit geschrieben sind, sind die von Carmel in der Gegenwart verfasst. Somit bleibt offen, was letztendlich mit dem Mädchen passiert, ob es befreit werden kann oder womöglich stirbt. Der Schreibstil Hamers ist flüssig und sehr fesselnd, allerdings empfinde ich die die Denkweise Carmels nicht unbedingt die eines achtjährigen Kindes entsprechend. Die manchmal etwas ins Mystische abgleitende Handlungsstränge sind für diese Art des Romans etwas ungewöhnlich, stören aber nicht, sie unterstreichen nur die verzweifelte Lage der Beteiligten.


Mir persönlich hat das Werk sehr gut gefallen, da es authentisch und spannend geschrieben ist. Für junge Mütter vielleicht nicht unbedingt empfehlenswert, weil es doch sehr stark mit den Ängsten einer Mutter spielt!

  (11)
Tags:  
 
145 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks