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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

dunkle gewässer, krimi, banküberfall, star, heyne-hardcore

Dunkle Gewässer

Joe R. Lansdale , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.09.2014
ISBN 9783453676565
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Sue Ellen, aus deren Sicht die Geschichte geschildert wird, ihr schwuler Kumpel Terry, ihre Freundin Jinx sowie Sue Ellens Mutter Helen begeben sich auf eine packende Abenteuerreise. Das Ziel ist Hollywood. Dort wollen sie die Asche ihrer ermordeten Freundin May Lynn verstreuen.
Wir sind am Anfang des letzten Jahrhunderts, Amerika ist gerade in einer wirtschaftlichen Krise, Schwarze werden noch immer diskriminiert und auf dem Land im Süden herrschen rabiate Verhältnisse. Also nicht unbedingt die beste Ausgangslage für die Vier. Zumal sie auch noch von Sue Ellens Onkel und dem korrupten Constable Sy verfolgt werden. Und so beginnt eine spannende und abenteuerliche Verfolgungsjagd.

Meine Meinung:

Ganz zu Beginn wird auch noch die Legende von Skunk, einen skrupellosen und verrückten Killer, der im Wald wohnt und sich die abgehackten Hände seiner Opfer um den Hals hängt, erzählt. Dieser wird im späteren Verlauf des Buches auch auf die vier Flüchtigen angesetzt und es kommt natürlich zum Showdown. Skunk ist für mich der einzige Minuspunkt des ganzen Buches. So umfassend er angekündigt wird, so farblos bleibt er in der zweiten Hälfte der Erzählung. Ich hatte mir hier doch etwas mehr erhofft.

Ansonsten sind die Charaktere super gelungen. Was mich in der Leseprobe noch wahnsinnig genervt hat, bekommt im Laufe der Geschichte unglaubliche Authentität. Sue Ellen ist 16 Jahre alt, hat aber die Ausdrucksweise und zum Teil auch das Wesen eines halb so alten Mädchens. Beispielsweise nennt sie sich bei Aufzählungen immer zuerst. Auch sonst werden die handelnden Personen oft sehr überspitzt gezeichnet, was aber richtig gut passt und die Gruppe an sich sehr glaubwürdig und plastisch macht.

Fazit:

Eine super spannende Abenteuergeschichte mit Lügen, Gewalt und Intrigen. Aber auch mit viel Gefühl und Herz und vier so unterschiedlichen Menschen, die schlussendlich zu einer Familie zusammen wachsen. Das Leben ist eben ein Fluss.

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217 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

fantasy, götter, urban fantasy, druide, vampire

Die Chronik des Eisernen Druiden - Gehetzt

Kevin Hearne , Alexander Wagner
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 21.03.2016
ISBN 9783608939309
Genre: Fantasy

Rezension:

Fantasy ist eigentlich so gar nicht mein Genre; vor allem, wenn es sich dann noch um Götter handelt, die ich überhaupt nicht kenne. In meiner Vorstellung dreht es sich dabei häufig um epische Schlachten und sehr ernste und erhabene Charaktere. Umso mehr begeistert bin ich nun, nachdem ich Die Chronik des eisernen Druiden gelesen habe.

Inhalt:

Atticus, der über 2000 Jahre alte Druide und sein treuer Hund Oberon entsprechen so gar nicht meiner Vorstellung. Atticus hat sich in der Pampa niedergelassen, betreibt dort seinen kleinen okkulten Laden und will von Göttern und Elfen und dergleichen eigentlich gar nichts wissen. Er hat sich super an die Zeit angepasst, in der er lebt, hat immer einen frechen Spruch auf den Lippen und hilft auch noch einer Witwe in der Nachbarschaft.

Doch so friedlich darf es natürlich nicht bleiben und so beginnt die Hetzjagd auf Atticus und sein Schwert.

Meine Meinung:

Zu Beginn habe ich mich doch etwas schwer getan mit den ganzen Göttern, die auch leider immer nur kurz vorgestellt werden. Das hat den Anfang etwas unübersichtlich gestaltet, gibt sich aber mit der Zeit. Die Geschichte bleibt die ganze Zeit über recht rasant, irgendetwas passiert immer und Atticus scheut sich auch nicht, sich mit jedem dahergelaufenen Gott anzulegen. Die Schlachten bzw. Kämpfe sind kurz und blutig und ufern glücklicherweise nicht aus. Vor allem die Gespräche mit seinem Hund Oberon lockern alles etwas auf und so hat man als Leser wirklich genug zu lachen.
Die Hauptfiguren sind für mich authentisch gewesen, wobei der Druide doch sehr überspitzt dargestellt wurde. Leider bleibt Antticus' Widersacher Angus Og recht farblos. Ich hätte mir da etwas mehr erhofft.

Fazit:

Mich hat dieses Buch vollends begeistert. Es ist durchweg spannend, interessant, witzig und hält so manche Überraschung parat. Ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil.

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181 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

berlin, thriller, säure, profilerin, mord

Seelenriss

Hanna Winter
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.02.2013
ISBN 9783548283678
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Ein blutrünstiger Killer treibt in Berlin sein Unwesen. Er verätzt das Gesicht seiner Opfer mit Säure, nur um sie danach in den Tod zu stoßen. Scheinbar hat er eine "Todesliste", die er nach und nach abarbeitet. Lena Peters, Super-Mega-Profilerin und ihr Kollege Wulf Belling hängen sich an seine Fersen und das Spiel kann beginnen.

Meine Meinung:

Soweit, so gut. Die Spannungskurve zieht sich durch das gesamte Buch, es wird kein Stück langweilig.
Wir erleben die Geschichte aus mehreren Perspetiven.
Zum einen begleiten wir die Opfer bei ihren letzten Strunden, erfahren gerade so viel über sie, dass wir mit ihnen fühlen können, wenn sie dann einen qualvollen Tod erleiden. Allerdings ohne zu wissen, warum.
Ab und an gibt auch der Killer seine Gedanken preis. Am Anfang noch völlig undurchsichtig, wird dem Leser aber Puzzleteil für Puzzleteil zugespielt, bis man dann kurz vor Showdown Bescheid weiß. Sowas gefällt mir ja ziemlich gut, etwas in die Seele des Psychopathen einzutauchen und sein Motiv zu verstehen. Das hat die Autorin super gelöst und es ist auch nicht zuviel des psychopathischen Gebrabbels.

Hauptsächlich ist man natürlich aber mit Lena (an den Namen kann ich mich einfach nicht gewöhnen, klingt aufgesetzt...) und ihren Kollegen unterwegs und verfolgt die Ermittlungsarbeit. Zu Beginn habe ich noch gedacht, dass bei diesem Roman auf dem Boden der Tatsachen geblieben wird und man eine realistische und authentische Arbeit erleben kann. Das wird aber von Seite zu Seite klischeehafter und lächerlicher.
Natürlich bekommt die Hyperprofilerin auch eine Morddrohung und kann damit kein Stück umgehen, sondern beginnt mit eigenen Ermittlungen, wird dann vom Fall abgezogen und bewältigt den Rest dann im Alleingang. Gähn..... Das hatten wir schon so oft, dass es einfach nur unglaubwürdig, langweilig und klischeehaft ist. Ich muss dann leider immer mit den Augen rollen, wenn ach so hochgelobte Ermittler, denen angeblich auf ihrem Gebiet keiner was vormachen kann, einen dummen Fehler nach dem anderen begehen.

Der Showdown ist leider genauso abgedroschen wie in jedem x-beliebigen amerikanischen Thriller. Schade.

Ich vergebe hier dennoch volle 4 Sterne, denn trotz aller Kritik, ist der Schreib- und Erzählstil der Autorin umwerfend. Ich habe das Buch in 2 Tagen durchgelesen und musste mich zum Aufhören regelrecht zwingen.

Fazit:

Top spannender Thriller mit furchtbar abgedroschener und klischeeüberhäufter Profilerin

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

mord, wohl bekommt's, allgäukrimi, krimi, gentechnik

Lämmerweid

Joachim Rangnick
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.02.2013
ISBN 9783548611228
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf einer Lämmerweid wird eine Leiche gefunden. Alles deutet darauf hin, dass er Opfer der Machenschaften großer Agrar- und Pharmakonzerne wurde. Er wusste zuviel. Und da er Informant von Robert Walcher war, gerät dieser natürlich erst einmal in Tatverdacht.
Allein gelassen von allen - außer seiner lieben Familie - macht er sich daran, die skrupellosen Machenschaften aufzudecken.

Obwohl dieser Roman von Joachim Rangnick quasi gepflasert ist mit Leichen und Unfällen, ist die Tonart doch recht ruhig. Es braucht keine blutrünstigen und brutalen Morde, um die Spannung zu halten.
Das schafft allein die Themantik, der sich der Autor hier widmet und die die eigentliche Handlung beinahe in den Hintergrund treten lässt. Denn zum Teil liest sich das Buch eher wie eine wissenschaftliche Abhandlung zum Thema Agrarkonzerne, Chemie- und Pharmaindustrie, in der gezeigt wird wie mit verschiedenen Pestiziden, Antibiotika und anderen Chemikalien unsere Natur derart manipuliert wird, dass sie bald nicht mehr imstande sein wird, sich zu wehren. Eine düstere Zukunft für die Menschheit wird heraufbeschworen. Und alles nur wegen dem ewigen Kampf um Macht und der schier endlosen Gier nach Reichtum. Als Leser taucht man tief ein in ein Konstrukt aus Skrupellosigkeit. Und auch, wenn der Autor im Nachwort beteuert, dass die alles nur seiner Fiktion entsprungen ist, so führt er doch reihenweise Quellenangaben auf, die sich mit eben diesem Thema auseinander setzten.

Je mehr Robert Walcher durch seine Arbeit aufdeckt, umso weniger konnte ich mich von dem Buch lösen und umso spannender wird es. Es ist tatsächlich mehr als erschreckend.
Und hat man sich denn mit dem Allgäuer Dialekt arrangiert, lässt es sich auch durchaus flüssig lesen.
Die Personen rund um den Jounalisten halte ich alle für sehr authentisch und durchweg sympathisch (zumindest die Guten ;) ). Rangnick schafft es auch mit nur wenigen Worten den Handelnden Leben einzuhauchen. Und die persönlichen Beziehungen, die zum Teil schon etwas skurril sind, runden die ganze Geschichte ab. Lachen darf der Leser auch ab und an, hat doch Walcher einen etwas trockenen Humor. Auch seine beiden Hunde lockern die doch sehr ersthafte Thematik auf und ich konnte besonders über die Beschreibungen über die beiden häufig Lachen.

Einen Punkt Abzug gibt es aber trotzdem. Ich fand es mal wieder sehr an den Haaren herbeigezogen, dass jemand, der anfangs als Täter in Frage kommt, im völligen Alleingang und ohne die ermittelnden Beamten auch nur ein wenig auf dem Laufenden zu halten, hier alles im Alleingang erledigt und man ihm freie Hand gewehrt (Freund Hauptkommissar Brunner hin oder her).

Dennoch vollste Leseempfehlung, auch wenn man die beiden Vorgänger mit Protagonist Robert Walcher noch nicht kennt.

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

mord, freundschaft, teenager, pubertät, erpressung

Am Ende der Treppe, hinter der Tür

Sabine Ludwig , ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.09.2013
ISBN 9783499216756
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Martha ist 16 und hat ihr Leben ziemlich satt. Ihre Mutter hat nach dem Tod ihres Vaters einen neuen Mann kennen gelernt, mit dem sie jetzt zusammen wohnen. Und dieser hat eine kleine Tochter, die Martha immer nur "das Monster" nennt. Sie fühlt sich fremd in der neuen Wohnung, will sich nicht arrangieren und würde am liebsten wieder allein mit ihrer Mutter sein. Doch dafür benötigt man Geld; Geld, was Martha nicht hat.
Doch dann hört sie, wie jemand ihre Nachbarin ermordet und schnell kommt ihr gemeinsam mit ihrer Freundin Jill der Gedanke, dass sich daraus Kapital schlägen lässt..... Ein Fehler.
Ganz nebenbei ist sie noch unsterblich in ihren Englischlehrer, Hr. Miller, verknallt...

Zuallererst möchte ich mal sagen, dass dieses Buch hier auf gar keinen Fall ein Krimi ist. Sollte es doch einer gewesen sein, dann war er schlecht und verdient kaum einen Punkt. Da ich jetzt aber das Buch nicht aufgrund der Genreverfehlung verreißen möchte, lasse ich das mal außen vor.
Für mich war es eher ein Jugendbuch. Und davon ausgehend hat es mich doch positiv überrascht.

Martha ist ein furchtbar naives und störrisches Mädchen und ich denke, der ein oder andere kann sich in Ansätzen in ihr wiederfinden, vor allem in Szenen, in denen sie sich mit ihrer Mutter streitet, sich unverstanden fühlt und mit Türen schmeißt. Ich finde, ihr familiärer Konflikt ist sehr anschaulich herausgearbeitet und ich konnte gut mit ihr mitfühlen. Ansonsten hat das Buch alles, was Jugend irgendwie ausmacht: Eine furchtbare kleine (Stief-)Schwester, die aber eigentlich ganz süß ist, eine beste Freundin (die allerdings ziemlich egoistisch ist) und eine erste Liebe. Letztere war wirklich nervig. Nicht nur, dass sie ständig von ihrem Englischlehrer schwärmt, nein, sie malt sich (gefühlt) alle 10 Seiten aus, wie er ihr seine Liebe gesteht und sie sich küssen. Ich habe das irgendwann nur noch überflogen (zum Glück in Kursivschrift), weil es im Grunde immer wieder das Gleiche ist....

Ansonsten veranschaulichen die genannten Themen Marthas Alltag. Und das ist eigentlich auch das Hauptthema, um das sich das Buch dreht. Marthas Alltag, Marthas Leben. Ihre Probleme, ihre Wünsche, ihre Sorgen. Erzählt auf eine angenehme, teilweise lustige, teilweise aber auch recht traurige und ernste Weise. Es war anschaulich geschrieben, die verschiedenen Charaktere haben mir ziemlich gut gefallen und ich konnte gut der vor sich hinplätschernden Geschichte folgen.

Das, was als Krimi gewertet werden kann, passiert eigentlich erst so richtig auf den letzten 50 bis 100 Seiten, wenn Martha dann tatsächlich versucht, den Mörder ihrer Nachbarin zu erpressen. Das ereignet sich aber eher nebenbei. Die Auflösung war abzusehen und trotzdem ziemlich schockierend.

Es ist zum Teil wirklich etwas unrealistisch, wie die Autorin die ganze Sache mit der Erpressung aufzieht, da habe ich mich an vielen Stellen gewundert und fand es einfach nicht plausibel...
Aber abgesehen davon hat mir das Buch gut gefallen.

Fazit: Ein Krimi, der eher ein Jugendroman ist. Wenn man ersteres erwartet wird man schwer enttäuscht sein. Lässt man sich aber auf letzteres ein, kann man schon ein paar schöne Lesestunden verbringen. Ein interessanter, teilweise lustiger, teilweise nachdenklicher Jugendroman rund um das "stressige" Leben einer 16-jährigen.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

judenverfolgung, 2 weltkrieg, auschwitz, konzentrationslager, familie

Und du bist nicht zurückgekommen

Marceline Loridan-Ivens , Judith Perrignon
E-Buch Text: 111 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.09.2015
ISBN 9783458742593
Genre: Biografien

Rezension:

Marceline ist 16 als sie gemeinsam mit ihrem Vater deportiert wird. Sie sind Juden, die in Frankreich leben. Er kommt nach Auschwitz, sie nach Birkenau, nur wenige Kilometer und doch trennen sie nun Welten. Sie konnten sich nicht einmal voneinander verabschieden.
Marceline Loridan-Ivens berichtet von ihrem Leben im Konzentrationslager, von der Kleidung, die sie den Toten abnehmen und dann selber tragen, von dem Rauch aus den Schornsteinen, von den riesigen Gräbern, die sie ausheben müssen und von Mengele, der sie untersucht, sie immer in 2 Gruppen teilt und man nicht weiß, zu welcher man gehört. Leben oder Sterben? Ist man noch gut genug für die Arbeit oder muss man in die Gaskammer gehen? Loridan beschreibt diese unwirkliche Hölle sehr emotional, sodass man mit dem Herzen ganz nah bei ihr ist und einen Hauch dessen erahnen kann, was ihr wiederfuhr.
Ihr Vater schreibt ihr einen Brief, doch sie kann sich nur noch an den Anfang erinnern: "Mein lieben kleines Mädchen" 70 Jahre später schreibt auch sie einen Brief an ihn, wohlwissend, dass er ihn nie lesen wird. Er kam nicht zurück, nicht so wie sie.

Ich fand die ersten Seiten des Buches unheimlich aufwühlend, mir kamen die Tränen und das, obwohl wir nie wirklich verstehen werden, wie es den Menschen in den Arbeits- und Konzentrationslagern erging, was sie durchmachen mussten, wie sie die Hoffnung verloren und freiwillig in den Tod gingen. Aber beinahe noch schlimmer empfand ich ihre Schilderungen von der Zeit danach. Ihre einsame Ankunft zu Hause, die Familie, die lieber den Vater gesehen hätte und eine Gesellschaft voller Antisemiten und des Totschweigens. Sie sollte einfach nicht mehr daran denken, dann werde es schon wieder werden.

Sie selbst sagt, dass sie in ihrem Kopf immer wieder im KZ war. Sie ist ihr Leben lang schlank geblieben, um nicht ins Gas zu müssen, sollten die Nazis doch wieder an die Macht kommen. Es ist ein einzigartiges Zeugnis dieser Zeit, welches so vieles auf wenigen Seiten vereint. Die Verzweiflung und Hoffnung, die unendliche Liebe zu ihrem Vater, ein lebenslanges Vermissen und Streben nach ihm. Es ist ein sehr bewegendes Buch, welches man unbedingt gelesen haben sollte. Es verdeutlicht einfach mehr als jede Geschichtsstunde, was unsere Nation Menschen angetan hat, die einfach nur einen anderen Glauben hatten und dies sollte immer in unseren Köpfen präsent sein, vor allem, wenn man die aktuellen Geschehnisse (v.a. Bei uns im "Osten") im Bezug auf Flüchtlinge betrachtet.



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242 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

paris, mord, selbstmord, schnitzeljagd, new york

Die drei Leben der Tomomi Ishikawa

Benjamin Constable , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei script5, 16.09.2013
ISBN 9783839001578
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:
Tomomi Ishikawa ist tot, sie hinterlässt ihrem guten Freund Benjamin Constable einen Abschiedsbrief, ihren Laptop und ein Abenteuer. Denn vor ihrem Selbstmord hat sie sich eine Schnitzeljagd für Ben ausgedacht. Diese bringt ihn auf die Spur ihres früheren Lebens in Paris und New York.

Meine Meinung:
Aus der Sicht von Ben macht sich der Leser auf den Weg auf eine spannende, interessante und wirklich skurrile Reise. Tomomi (auch Butterfly genannt) hat Ben so einige Briefe, Aufgaben und seltsame Informationen hinterlassen. Immer weiter dringt Ben in Butterflys früheres Leben ein und ich fragt sich mehr und mehr, ob er seine Freundin wirklich gekannt hat. Oder ob diese ganzen Informationen nur Tomomis Fantasie entspringen.
Ben ist während des ganzen Buches recht naiv, lässt sich beinahe wehrlos von den Briefen und Hinweisen leiten. Nur nach und nach hinterfragt verschiedene Aspekte, wird es ihm doch auch irgendwann einfach zu seltsam. Der Autor schafft es, dass Ben einem sofort sympathisch ist und man ihn nur zu gern begleitet. Ben ist kein Draufgänger. Und immer, wenn es ihm zu heikel wird oder er ängstlich wird, taucht Cat auf der Bildfläche auf. Seine imaginäre Katze, die kommt und geht wann sie will und neugierig alles erforscht.

Butterfly ist ein total interessanter Charakter. Sie ist depressiv, hat eigentlich eher eine lockere Bindung zu Ben und wollte schon das ein oder andere Mal sterben. Ihre Briefe sind voller Emotionen und total lebendig (Ja, ich vermisste sie zeitweise genauso sehr wie Ben. ;) ). Wie sie Paris und New York beschreibt ist poetisch und romantisch und passt manchmal gar nicht so zu ihrer Depression. Sie schildert versteckte Orte und zeigt Ben wunderschöne kleine Rückzugsmöglichkeiten aus dem Großstadtdschungel.

Ich habe lange nichts mehr so sprachlich ausgefeiltes gelesen. Dieses Buch hebt sich meiner Meinung nach von der Masse ab. Ich habe das Gefühl, der Autor hat wirklich jedes Wort ganz bewusst gesetzt, nichts wirkt hier fehl am Platz. Es lässt sich einfach nur wahnsinnig toll lesen. Ich habe mich wohl gefühlt an Bens Seite und war total gespannt darauf, was er noch alles entdecken wird.

Das Ende ist dann - genau wie das restliche Buch - skurril und überraschend. Eine Wendung mit der ich so nicht gerechnet hätte. Die (für mich) eigentlich grundlegenden Fragen bleiben weitestgehend offen. Durch geschicktes Verweben von Realität und Fiktion weiß ich einfach nicht, was ich jetzt glauben soll. Aber obwohl mich sowas bei 99% der Bücher nervt, wenn mir auf meine Fragen keine Antwort geliefert wird, ist es bei diesem Buch eine Bereicherung. So kann man gedanklich immernoch bei der Geschichte verweilen und es passt auch einfach auf Tomomis Charakter.

Fazit:

Mein Lesehighlight 2013. Ein wunderbar und nahezu poetisches Buch; eine Hommage an eine skurrile Freundschaft, an eine etwas andere Freundin. Spannend, interessant, emotional, detailverliebt, tragisch, witzig und immerwieder überrraschend. Dazu zwei tolle Charaktere, die nicht ein Klischee bedienen, sondern tatsächlich real existierend sein könnten. Bitte lesen!

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111 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

mobbing, zukunft, schule, norwegen, angst

Der Tag wird kommen

Nina Vogt-Østli , Dagmar Lendt
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 01.01.2014
ISBN 9783649613862
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Hans Petter ist ein typisches Mobbingopfer. Er wird von seinem "Erzfeind" Andreas tagtäglich schikaniert und gedemütigt. Doch dann lernt er via Chat Fera kennen, ein Mädchen, mit dem er sich unglaublich gut versteht und die erste, die wirklich einmal nett zu ihm ist.

So weit so gut. Nach dieser Inhaltsangabe und dem Buchtitel dachte ich, dass Hans Petter irgendwann explodiert; mit Fera schlimmste Rachepläne schmiedet und alles in Tränen und Chaos endet. Doch weit gefehlt, denn Fera kommt aus der Zukunft. Eine große Katastrophe hat die Menschheit beinahe ausgelöscht und Fera möchte ein bisschen mehr aus der Vergangenheit erfahren.
 Das hat mich ganz schön überrascht und zu Beginn fand ich das so abwegig und komisch, dass ich das Buch am liebsten weggelegt hätte. Aber nach und nach entwickelt sich Beziehung zwischen den beiden zu etwas ganz Besonderem und man erlangt durch Fera einen objektiven "Blick von oben" auf unsere heutige Welt. Durchaus interessant und ebenso lehrreich.

Angenehm fand ich die Charaktere in diesem Buch. Sie wirken alle sehr authentisch, haben einen ganz normalen Alltag und ich denke jeder Leser kann eine Person seines Lebens hier wieder erkennen. Dazu noch ein ein einfacher, flüssiger Sprachstil und man hat das Buch in einem Rutsch weg gelesen.

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869 Bibliotheken, 10 Leser, 7 Gruppen, 130 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, teri terry, zersplittert, trilogie

Zersplittert

Teri Terry , Petra Knese , Marion Hertle
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 01.01.2014
ISBN 9783649611844
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dies ist der zweite Band rund um Kyla, das Slaten und die Lorder. Kylas Gedächtnis wurde gelöscht. Sie bekam eine zweite Chance und darf noch einmal von vorn anfangen. Doch irgendetwas stimmt mit Kyla nicht. Sie hat wirre Träume, erinnert sich immer wieder an etwas von ihrem früheren Leben. Als sie schließlich Wayne im Wald begegnet und ihn schwer verletzt, stürzt die Mauer ein und die Erinnerungen brechen über Kyla herein. Doch immer ist ihr nicht klar, wie alles zusammen hängt und was ihre frühere Rolle war. Nur eins ist sicher: Sie ist in Gefahr.

Ich war schon von Band eins ziemlich begeistert, wenn ich mich auch über einige Längen beschwert habe. Diese gibt es in "Zersplittert" nicht mehr. Dieses Jugendbuch ist ein absoluter Pageturner. Alles wird aus Kylas Sicht geschildert, die Autorin wirft (wieder) immer nur mit kleinen Bröckchen Wissen. Nur ganz langsam beginnt Kyla und somit auch der Leser zu verstehen, welches Spiel hier gespielt wird. Doch sobald ein Rätsel gelöst wird, entsteht ein neues und wieder wollte ich möglichst schnell voran kommen, um auch diese neuen Rätsel zu lösen. Kylas Leben lässt einen einfach nicht mehr los. Sie ist eine vielseitige und emotionale Figur. Selten habe ich so sehr mit einem Protagonisten mitgelitten.

Die immer neuen Wendungen machen das Buch durchgehend spannend und wenig vorhersehbar. Durch den einfachen aber gefühlvollen Schreibstil der Autorin fällt es nicht schwer stundenlang am Ball zu bleiben. Ich bin begeistert und hibbele jetzt schon auf den letzten Band der Trilogie. Denn das Ende gibt einen kleinen Blick auf das, was da noch folgen mag. Und ich will mehr!

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

rassismus, roman, lansdale, texas, mord

Ein feiner dunkler Riss

Joe R. Lansdale , Heide Franck
Buch: 316 Seiten
Erschienen bei Golkonda Verlag, 12.03.2012
ISBN 9783942396196
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Texas in den 50ern. Der 13-jährige Stanley hat gerade Sommerferien, als er die Überreste eines Hauses im Wald entdeckt sowie alte Tagebucheinträge und Briefe. Die Aufzeichnungen klingen geheimnisvoll und so beginnt Stanley sich gemeinsam mit seiner Schwester auf Spurensuche zu machen. Buster - ein farbiger Angestellter seiner Eltern - war früher eine Art Polizist und hilft Stanley das Geheimnis aufzudecken. Doch die beiden ahnen noch nicht, worauf sie sich eingelassen haben.

Die Beschreibung liest sich wie ein Krimi um einen Mordfall und prinzipiell geht es auch im gesamten Buch um diesen ungeklärten Fall. Allerdings rückt er für mich eher in den Hintergrund, denn Lansdale erzählt noch viel mehr als nur eine Detektivgeschichte. Es geht mehr um Stanleys Entwicklung, der in diesem Sommer nicht nur aufgeklärt wird sondern auch gänzlich den Wandel von einem Kind zu einem Mann vollzieht. Außerdem wird die Unterdrückung der farbigen Bürger thematisiert und ein kleiner Schimmer der aufkommenden Bürgerrechte und das Ende der Diskriminierung ist zu erfühlen.
Lansdale ist ein unglaublich begnadeter Erzähler. Er erschafft nicht nur umwerfende Charaktere, sondern er haucht ihnen so viel Leben ein, dass sie zu wirklichen Menschen werden mit denen der Leser mitfühlt, mitlacht und sich mit ihnen fürchtet. Besonders berührt hat mich die Geschichte von Rosy Mae, die auch für Stanleys Familie arbeitet. Ihr Mann verprügelt sie ständig und dennoch ist sie ein unglaublich sanftmütiger und guter Mensch. Auch der Umgang der Familie mit Rosy geht einem ans Herz. Hier kann man echte Gleichberechtigung erfahren und auch, dass ein Familienmitglied nicht unbedingt die gleiche Hautfarbe haben muss.
Der Schreibstil ist immer an die Personen angeglichen, um die es geht. Auch dadurch wirken die Figuren noch authentischer. Und auch die Umgebungsbeschreibungen lassen einen in die Welt des damaligen Texas eintauchen. Der Leser kann förmlich die trockene Sommerhitze auf der Haut spüren.

Ich bin immer wieder begeistert von Lansdale. Und dieses Buch lässt sich nur schwerlich in ein bestimmtes Genre pressen. Es ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Abenteuer, Geschichte und Beziehungen.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

hamburg, serienkrimi, adam danowski

Treibland

Till Raether ,
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 28.08.2015
ISBN 9783499266706
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Kreuzfahrtschiff läuft im Hamburger Hafen ein. An Bord befindet sich ein toter Passagier, der an einem aggressiven und unbekannten Virus gestorben ist. Die Reederei wollte es am liebsten vertuschen, doch eine anonyme Anruferin gibt einen Hinweis. Eher durch Zufall ermittelt Kriminalkommissar Danowski, der eigentlich nur noch am Schreibtisch sitzt. Er soll ausschließen, dass es sich bei der Todesursache um Fremdeinwirkung handelt. Aber natürlich kommt er einem Verbrechen auf die Spur und muss auf dem unter Quarantäne stehendem Schiff ausharren.

Schon lange lese ich kaum noch Kriminalromane. Einfach, weil es mich nervt, dass der Protagonist immer eine gescheiterte Persönlichkeit ist, möglichst geschieden, mit Alkoholproblem und einem enormen psychischem Knacks. Sehr erfrischend, dass Danowski all dies nicht ist. Intakte Familie, keine Drogen, keine schräge Vergangenheit. Ok, auch er hat ein kleines neurologisches Leiden, welches ihn aber irgendwie sympathischer macht und ihm einen interessanten Touch verschafft. Auch ansonsten handeln die Figuren nachvollziehbar und logisch, ich habe mich an keiner Stelle über sinnentleertes Handeln aufgeregt oder mich fremdschämen müssen. Jede Figur für sich genommen war interessant und ohne Klischees. Raether haucht allen Beteiligten durch gezielte Umschreibungen ordentlich Leben ein, ohne sie überspitzt darzustellen.

Wer hier auf bluttriefende, überzogene One-Man-Shows hofft oder auf einen actiongeladenen Einzelgang-Showdown wird wohl enttäuscht sein. Denn all das braucht Raether nicht, um ein spannendes Buch zu schreiben. Und dafür bin ich wirklich dankbar. Endlich wieder ein Krimi, der auf diesen ganzen Mist verzichtet, sondern allein durch den Plot und die souveräne Ermittlungstätigkeit Danowskis zu überzeugen weiß.

Auch sprachlich gesehen war ich begeistert. Keine Gossensprache, keine Umgangssprache und Sätze, die über drei Wörter hinausgehen. Beinahe könnte ich sagen, dass das Buch sogar ein bisschen Anspruch hat. Man merkt auf alle Fälle deutlich aus welchem Berufsfeld der Autor kommt. Sicher gab es für mich ab und an einige Längen, dennoch war der Spannungsbogen deutlich zu spüren und der Leser fiebert auf die Auflösung des Ganzen hin.

Am ehesten fand ich das Buch vergleichbar mit denen von Tana French, die auch durch Charakterisierungen und Plot zu überzeugen weiß und ebenso auf übertriebene Action verzichtet.

Ich bin restlos begeistert und hoffe, dass es noch mehr über Danowski zu lesen gibt. Lieben Dank, Herr Raether, ich mag nun wieder gerne Krimis lesen. :

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

mandela, südafrika, apartheid, gefängnis, gefängnisinsel

Mandela

Christo Brand , Barbara Jones , Michael Bayer , Sigrid Schmid
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Residenz, 13.03.2014
ISBN 9783701733392
Genre: Biografien

Rezension:

Christo Brand war viele Jahre Nelson Mandelas Wärter in verschiedenen Gefängnissen. In diesem Buch erzählt er wie er Mandela all die Jahre erlebt hat, was sie gemeinsam durchgemacht haben und wie er versucht hat, den politischen Gefangenen das Leben ein kleines bisschen angenehmer zu machen.

Dabei bleibt Brand die ganze Zeit über sehr bescheiden, denn er ist sich bewusst, dass er trotz aller Freundlichkeit und allen Zugeständnissen immer noch ein Gefängniswärter war und in gewisser Weise das Apartheidsregime unterstützt hat. Er berichtet vom ersten Satz an sehr bewegend und gefühlvoll über diese Zeit und man merkt permanent die enge Verbundenheit zwischen ihm und Mandela. Und auch die Hochachtung seitens des Lesers wächst von Seite zu Seite vor diesem großen Mann, der immer seiner Linie treu geblieben ist, nie nachgegeben hat und schlussendlich sein Land versöhnen konnte.

Brand gibt einen einzigartigen Einblick in all das Leid, dass Mandela erfahren muss, all die Missstände im Gefängnis auf Robben Island und die Regierung, die jahrelang versucht hat, Mandela zu brechen, es aber nie geschafft hat. Und wie viel es bedeutet, dass es jemanden gibt, der einem wohlgesonnen ist obwohl er als Feind gilt und wie viel selbst ein Stückchen Schokolade in einem tristen Alltag ausmachen kann.

Das Buch hat mich gleichzeitig erschüttert und begeistert. Es ist nicht einfach nur eine Biographie, sondern es gibt einzigartige Einblicke "hinter die Kulissen" und das nicht einfach von einem Geschichtsschreiber, sondern von einem Menschen, der zu einem engen Freund geworden ist. Sehr empfehlenswert!

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120 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 67 Rezensionen

freundschaft, roadtrip, rollstuhl, familie, schicksal

Umweg nach Hause

Jonathan Evison , Isabel Bogdan
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 09.02.2015
ISBN 9783462046595
Genre: Romane

Rezension:

Ben macht einen Crashkurs in häusliche Pflege und heuert bei dem an Muskeldystrophie erkrankten Trev an, der zwar jung, aber an den Rollstuhl gefesselt ist und Tag für Tag die selbe Routine erlebt, inklusive ewigen Wetterberichten.
Ben hat eigentlich nichts mehr zu verlieren, denn er hat bereits alles verloren. Was das genau ist, erfährt man aber erst nach und nach durch kurze Rückblenden aus seinem Leben. Schlussendlich begeben Ben und Trev sich auf einen Roadtrip und sammeln so einige komische Gestalten ein....

Ben ist unheimlich melancholisch, nahezu depressiv und die schwere seiner Last drückt dem Leser schmerzhaft aufs Gemüt. Der Autor lässt einen so tief in Bens Seelenleben und seine Gefühlswelt blicken, dass man gar nicht anders kann als mit ihm zu leiden und seinen Schmerz mit ihm zu durchleben. Er macht diesen Job, weil er nichts anderes kann und seine Kreditkarte leer ist. Und genau daher - eben weil er keine Erwartungen mehr an sich stellt - erreicht er, dass Trev ihn mag. Außerdem hat er einen sehr trockenen Humor, der einen immer wieder zum Schmunzeln bringt.
Auch die anderen Charaktere haben es in sich, sind vom Autor unheimlich gefühlvoll gezeichnet und auf ihre Art wunderbar. Die Beziehungen untereinander werden mit viel Fingerspitzengefühl beschrieben und die vielen Metaphern und Bilder runden dieses Erleben sehr gut ab.

Wie Ben mit Trev umgeht, auf seine ganz eigene, unvoreingenommene und authentische Art lässt einen einfach nicht kalt. Für mich war es noch einmal etwas ganz Besonderes, da ich auch mit Menschen mit Behinderung arbeite und dies mich ganz besonders berührt hat.

Die Reise an sich rückt eher in den Hintergrund und es wird viel Wert auf Beziehungen, Schicksalsschläge und der Unbeständigkeit des Lebens gelegt und genau dies gelingt dem Autor hervorragend. Das Ende ist sehr versöhnlich - mit einfach allem und hallt bei mir immer noch nach.

Dies ist ein ganz besonderes Buch und ich kann es jedem einfach nur ans Herz legen.

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zukunftsthriller, ebook, gentechnik, skandinavien, schweden

Die Maggan-Kopie

Jacqueline Montemurri
E-Buch Text: 194 Seiten
Erschienen bei Edition Paashaas Verlag, 08.11.2012
ISBN 9783942614344
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt:

Maggan ist die Tochter des größten Konzernchefs der Welt. Sie hatte einen Unfall, wäre beinahe gestorben. Aber wie durch ein Wunder erhält sie in kürzester Zeit ein Spenderorgan. Sie wird misstrauisch, beginnt mit ihren Nachforschungen und entdeckt ein geheimes Labor......
Was passiert in diesem Hochsicherheitstrakt? Und wer ist diese Frau, die Maggan zum verwechseln ähnlich sieht?

Meine Meinung:

An sich ist die Story nichts wirklich Neues. Tochter eines reichen Konzerninhabers lüftet furchtbares Geheimnis und gerät natürlich dadurch ins Fadenkreuz der bösen Machenschaften. Aber die Geschichte ist in sich schlüssig und nachvollziehbar. Es wirkt nichts konstruiert, sondern realistisch. Das liegt vor allem an den detaillierten und bildhaften Beschreibung der Welt, der Natur und den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen, die diese Zukunft mit sich gebracht hat.
Die Charaktere sind toll herausgearbeitet, wirken nicht platt und mit der Hauptdarstellerin Maggan enntwickelt man automatisch eine große Sympathie.

Es ist schön, dass es in einem Thriller mal nicht darum geht, wie brutal irgendjemand misshandelt oder getötet wird, sondern die Gänsehaut dadurch entsteht, dass dieses Szenario tatsächlich einmal Realität werden könnte. Schließlich sind die Grundsteine in Forschung und der Zerstörung unserer Umwelt bereits gemacht und in 35 Jahren kann noch so einiges passieren...

Fazit:

 Ein Thriller rund um ein heikles Thema, spannend erzählt und in eine wundervolle Landschaft platziert. Empfehlenswert!

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belgien, dirk deleu, krimi, serienkiller, thriller

Totenspur

Luc Deflo , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 361 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.04.2008
ISBN 9783426635674
Genre: Krimi und Thriller

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Totenzimmer: Thriller

Susanne Staun
E-Buch Text: 333 Seiten
Erschienen bei Tropen-Verlag Label von Klett-Cotta, 24.08.2012
ISBN 9783608103328
Genre: Sonstiges

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thriller, robert hunter, los angeles, mord, chris carter

Der Knochenbrecher

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2012
ISBN 9783548284217
Genre: Krimi und Thriller

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