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76 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

stress, familie, adoption, herzinfarkt, neuanfang

Manchmal musst du einfach leben

Gayle Forman , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 19.07.2017
ISBN 9783810525291
Genre: Romane

Rezension:


Bei dem Buch "Manchmal musst du einfach leben" von Gayle Forman war ich zuerst zwiegespalten, ob ich es lesen möchte. Ich bin selber in einer ähnlichen Situation wie die Protagonistin Maribeth, aber meine Familie zu verlassen, könnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Trotzdem hatte mich die Leseprobe so beeindruckt, dass mich das Buch nicht mehr losgelassen hat und ich es doch besorgt habe. Das Cover finde ich ansprechend und schön gestaltet.
Der erste Teilspielt in New York City und man lernt die 44-jährige Maribeth und ihre Familie kennen. Maribeth führt im Grunde ein Leben wie es für sie nicht schöner sein könnte, trotzdem kämpft sie täglich gegen Windmühlen. Das Einkommen ihres Mannes Jason reicht nicht aus, um sich den Lebensstandard, den sie sich wünschen, zu leisten, zudem sind die Kinderbetreuungskosten ihrer 4-jährigen Zwillinge sehr hoch und sie ist gezwungen, auch arbeiten zu gehen, und der Job bei einem Magazin, zu den sie ihre langjährige Freundin Elizabeth geködert hat, stellt sich bald als Vollzeitjob heraus. Maribeth ist überfordert und gibt stets mehr, als sie kann, bis es zu einem Herzinfarkt kommt. Vor allem diesen Teil der Geschichte fand ich sehr ergreifend und konnte schließlich doch nachvollziehen, dass Maribeth ihren Koffer packen musste, um etwas für sich selbst zu tun, wobei trotzdem fraglich ist, inwiefern ihr Verhalten realitätsnah ist.
Der zweite Teil spielt in Pittsburgh, wo Maribeth möglichst anonym versucht zur Ruhe zu kommen, ihre Gedanken zu ordnen und sich zu erholen. Sie findet schnell guten Anschluss in ihren Nachbarn Sunita und Todd, ihrem Arzt Dr. Grant und Janice, die bei BurghBirthParents arbeitet und Adoptivkindern hilft, ihre leibliche Mutter zu finden - Maribeth wurde nämlich als Baby zur Adoption freigegeben und möchte von ihrer Mutter Antworten haben, insbesondere der familiären Vorbelastungen wegen. An ihre Kinder schreibt sie Briefe, die sie jedoch nicht abschickt. Dass Jason und Elizabeth nicht nach ihr Suchen, macht sie mehr und mehr wütend, aber schließlich erfährt man den Grund. Immer wieder erfährt man auch in Rückblicken aus ihrem bisherigen Leben - ihrer Kindheit, ihrer Ehe mit Jason und ihrer Freundschaft zu Elisabeth. Maribeth erholt sich schnell, aber den Zeitpunkt, in ihr altes Leben zurück zu kehren, findet sie lange nicht. Nach einigen Wochen hat sie wieder Kontakt zu ihrem Mann und diese E-Mails und Chats haben mich sehr positiv überrascht. Es kommen plötzlich Tatsachen ans Licht, die die Beiden sich zu lange verschwiegen haben, Jason gibt zu, in so manchen Situation richtig Angst gehabt zu haben, sogar in psychologischer Behandlung gestanden haben bzw. aktuell zu stehen und auch nicht fehlerfrei zu sein und erst jetzt, wo Maribeth nicht da ist, zu verstehen, welche Last auf ihr gelegen hat. Dieser Teil hat mich sehr gefesselt weil ich neugierig war, wie sie es schafft, sich zu erholen, gleichzeitig damit umzugehen, ihre Familie im Stich gelassen zu haben und vor allem, inwiefern sie sich ihr wieder annähern kann und ob sie mit offenen Armen wieder empfangen wird.
Das Thema das Romans finde ich sehr aktuell und eine sehr gute Idee hinter der Geschichte. Sie zeigt sehr deutlich auf, welche tragende Rolle Mütter inne haben. Denn im Gegensatz zu (vermutlich den meisten) Männern sind sie eben auch noch hauptverantwortlich für Haushalt und Kinderbetreuung. Sehr deutlich wird wie wichtig es ist, sich als Mutter frühzeitig Freiräume zu schaffen, dass es zu einer solch eskalierenden Situation nicht kommen kann bzw. im Falle einer Krankheit vehement auf die "Blase" zu bestehen, die man um sich bildet, um sich zu erholen. Den Schreibstil fand ich als sehr angenehm und fesselnd. Der Roman regt sehr zum Nachdenken an, gerade wenn man in einer ähnlichen Situation wie Maribeth steckt. Und er gibt viel Hoffnung, dass es nochmal einen Neuanfang geben kann, auch wenn das Leben vor dem Aus zu stehen scheint. Ich vergebe sehr gerne fünf Sterne!

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(65)

93 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

familie, krebs, brustkrebs, adhs, liebe

Sieh mich an

Mareike Krügel
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2017
ISBN 9783492058551
Genre: Romane

Rezension:


Das Buch "Sieh mich an" von Mareike Krügel hat mich in der Leseprobe beeindruckt. Nicht das Cover, dessen Gestaltung ich nicht so recht nachvollziehen kann, auch wenn ein Fuchs in der Geschichte an einer Stelle erwähnt wird. Die Wahl des Titels wird immerhin am Ende noch verdeutlicht. Vermutlich wäre dieses Buch ohne die Leseprobe an mir vorbei gezogen, was grundsätzlich schade gewesen wäre, denn die Grundidee dahinter finde ich sehr gut.
Auch mit der Protagonistin Katharina, eine Frau Anfang 40, zweifache Mutter und in einer seit einigen Monaten kriselnden Ehe, die in ihrer Brust ein Etwas entdeckt, vom Schlimmsten ausgeht und einen Arzttermin vor sich her schiebt, konnte ich mich von Anfang an sehr gut identifizieren und viele Eigenschaften von ihr in mir wieder finden, weshalb ich das Buch unbedingt lesen wollte. Witz und Tragik gepaart, so liest man im Roman von einem Tag aus dem Leben von Katharina, einem Tag, den sie nochmal "normal" verbringen wollte, ein Wochenende sollte nochmal alles so sein wie immer, bevor sie sich den Tatsachen stellen möchte. In Rückblicken bzw. in ihrer Gedankenwelt erfährt man einige Dinge aus ihrer nicht einfachen Vergangenheit und insgesamt wurde ihre Person sehr gut ausgearbeitet und ihr Leben sehr realistisch und ihre hin und her wankende Gefühlswelt sehr mitfühlend dargestellt. Vielleicht ist ein bisschen viel passiert an diesem Tag und manche Szenen wirkten überzogen, aber auch solche Tage gibt es und ihre Rolle als Mutter, Ehefrau, Schwester, Hausfrau, Leiterin einer Gruppe für musikalische Früherziehung, Freundin und Nachbarin und ihre Pflichten und Bemühungen darin fand ich sehr glaubhaft. Ich kann ihre Reaktion auf ihre gesundheitliche Befürchtung sehr gut nachvollziehen und auch wie es ist, ein schwieriges Kind zu haben und den Ehemann nur am Wochenende zu sehen. Toll fand ich den Vergleich mit einer Spinne im Netz und welche tragende Rolle eine Mutter spielt und dabei das Gefühl hat, im Leben nicht genug erreicht zu haben, wird in dem Buch sehr deutlich und authentisch beschrieben.
Im Roman wurden viele sehr gute Themen angeschnitten, z.B. ADHS, Homöopathie, Verlust eines Kindes, Neid auf das vermeintlich bessere Leben der Freundin oder des Partners, Stellung von Mann und Frau in der Gesellschaft, (noch) nicht erfüllte Lebenspläne, wo ich mir oft eine ausführlichere Ausführung gewünscht hätte. Dagegen hatten andere Textpassagen für mich zu viel Länge, waren für mich unwichtig. Ganz einverstanden war ich ebenfalls nicht mit dem Ende des Romans, für mich war es zu offen und ich hätte mir für die Geschichte einen Prolog und Epilog gewünscht, auch Katharinas Gedanken an ihre Lieben in zehn Jahren nach ihrem Tod haben mir das Ende etwas vermiest, hier wäre für mich mehr Optimismus und Unterstützung der sie begleitenden Personen angebrachter gewesen. Spannung hat mir leider auch gefehlt, es passiert viel, was einen den Roman sehr schnell lesen lässt, aber nichts wirklich besonderes, von daher ist es ein Buch, das mich nicht so richtig vom Hocker gerissen hat. Schade, denn ich denke, die Grundidee hätte mehr Potential gehabt. Von daher kann ich schweren Herzens nur drei Sterne vergeben.

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(72)

122 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

fantasy, zauberer, magie, rainbow rowell, jugendbuch

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423640329
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Das Buch "Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" von Rainbow Rowell war für mich eine gelungene Leseabwechslung. Ich war sehr neugierig auf das Buch, auch wenn es sich um einen Jugendroman handelt. Die anderen Bücher der Autorin, unter anderem "Fangirl", in welchem Simon Snow und die Welt der Magier bereits eine Rolle spielt, kenne ich bisher nicht. Tatsächlich konnte ich das Buch, wie im Klappentext angekündigt, schließlich nicht mehr weglegen und habe eine tolle, magische Geschichte vorgefunden. Eine Geschichte, die sehr schön in Bezug auf Freundschaft, Vertrauen und Liebe unter Jugendlichen ist. Aber eine Geschichte, die sehr in die Tiefe geht und dem Leser durchaus Durchhaltevermögen und Konzentration abverlangt. Erzählt wird sie durchwegs aus der Sicht verschiedener Personen. Gerade der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr schwer, es hat an die 150 Seiten gebraucht, bis ich richtig hinein gekommen bin. Man wird mit Geschehnissen aus der Vergangenheit konfrontiert, mit denen man nicht viel anfangen kann, ebenso Personen und Lebewesen, die man zu Beginn nicht zuordnen kann. Sich dies alles einzuprägen, weil es für die weitere Geschichte doch von Bedeutung ist, fand ich schwierig. Ist man dann richtig angekommen, erklärt sich vieles nach und nach und man ist in der Welt der Magier, Vampire, Feen und Bratzen gefangen und das Interesse ist groß zu erfahren, was es mit dem Magier, Schulleiter und Oberster der Zauberwelt, dessen Plänen zur Revolution, den Alten Familien, dem Hexenzirkel, dem drohenden Krieg, dem Schatten, dem Tod von Baz` Mutter und zuletzt natürlich dem größten und mächtigsten Zauberer Simon auf sich hat. Etwas enttäuscht war ich von den Zaubersprüchen, die oftmals sehr lächerlich in Form von Kinderreimen ect. sind. Hier hätte ich mir mehr Phantasie erwartet.
Die Personen sind Großteils sehr gut ausgearbeitet und Simon, Baz sowie Penelope sind mir schnell ans Herz gewachsen. Simon besitzt einen Haufen Magie und weiß nicht, damit umzugehen. Außerdem ist er der Auserwählte und der Erbe des Magiers, auch wenn keiner so recht weiß warum. Simon kennt seine Eltern nicht und wurde vom Magier in einem Waisenhaus entdeckt. Er ist ein "Normaler" mit magischen Kräften und besucht die Schule in Watfort, die Schülern mit magischen Fähigkeiten vorbehalten ist. Die Geschichte handelt bereits vom letzten Schuljahr. Der Schatten, der schon immer hinter Simon her ist, ist eine große Bedrohung nicht nur für ihn, sondern für die ganze Welt der Magier. Dazu bahnt sich zwischen dem Magier und den Alten Familien ein Krieg an. Zum Ende hin wird es sehr turbulent. Und die Autorin schließt die Geschichte mit dem Epilog sehr passend ab. Von mir gibt es hierfür vier glänzende Sterne.

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(112)

280 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 96 Rezensionen

liebe, ruth hogan, freundschaft, verlorene dinge, sunshine

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

Ruth Hogan , Marion Balkenhol
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 19.05.2017
ISBN 9783471351475
Genre: Romane

Rezension:

Toll finde ich definitiv die Grundidee des Buches. Mr. Peardews, ein Mann, der seine große Liebe Therese viel zu früh verloren, und an ihrem Sterbetag leider auch ihr größtes Geschenk an ihn verloren hat. Deswegen hat er es sich zur Aufgabe gemacht, alle Dinge, die er in seinem Leben findet, aufzubewahren, genau zu beschriften und sich Kurzgeschichten dazu zu überlegen, um sie irgendwann den Eigentümern wieder zurückgeben und eine Seele heilen zu können. Seine Lebensaufgabe konnte ich sehr gut nachvollziehen und nicht nur er wurde mir sehr schnell sympathisch. Auch Laura, seine Assistentin und Haushälterin, wuchs mir sehr schnell ans Herz. Ihre Geschichte fand ich ebenfalls sehr gut dargestellt und ihren Wandel, nachdem sie das Haus vererbt bekommen hat, habe ich sehr gerne mitverfolgt. Am besten fand ich jedoch, dass in dem Roman eine junge Frau mit Down-Syndrom eine sehr tragende Rolle bekommen hat. Ich mochte Sunshine sehr und soweit ich das beurteilen kann wurde ihre „Krankheit“ sehr realistisch dargestellt und man konnte sehr gut spüren, wie liebenswert und feinfühlig solche Menschen sind. Dieser Aspekt war für mich ein absolutes Highlight!
 
In einem zweiten Erzählstrang lernt man Eunice und Bomber kennen, ein Verleger und seine Mitarbeiterin, die schnell beste Freunde werden, zu mehr reicht es leider nicht, was mir für Eunice sehr leidtat. Aber dafür verbindet sie eine richtig tolle Freundschaft, die man über 40 Jahre mitverfolgt, beginnend mit dem Todestag von Therese, und man sich lange fragt, warum die Beiden eine so tragende Rolle spielen. Am Ende fügt sich alles wunderschön zusammen, wenn es für mich auch eigentlich zu viel Zufall auf einmal war.
 
In den Genuss ein paar der Kurzgeschichten von Mr. Peardews kommt auch der Leser dieses Romans, allerdings muss ich mich den Ansichten des Verlegers Bruce, der diese teilweise in Büchern veröffentlicht hat, anschließen, dass sie mir mehr und mehr zu düster wurden. Auch konnte ich mich mit den „Spukgeschichten“ im letzten Drittel des Romans nicht anfreunden, die in meinen Augen nicht nötig gewesen wären, um eine spektakuläre Geschichte daraus zu machen. Zum Glück hielten sie sich in Grenzen und haben meinen durchwegs positiven Eindruck kaum berührt. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm, ich hatte beim Lesen vieler Szenen Bilder vor Augen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, so dass ich auf alle Fälle vier glänzende Sterne und meine Leseempfehlung für dieses Buch vergeben möchte!

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(66)

77 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

baskenland, affäre, spanien, familie, neuanfang

Bea macht blau

Tessa Hennig
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548613482
Genre: Romane

Rezension:


Ich kenne alle bisherigen Bücher der Autorin Tessa Hennig und habe mich sehr auf ihren neuen Roman "Bea macht blau" gefreut. Leider muss ich aber hier auch gleich anmerken, dass mir das Coverbild im Vergleich zu den bisherigen Covern nicht zusagt. Auch finde ich, dass der Titel und der Klappentext der Geschichte nicht gerecht werden, denn es geht nicht wie hieraus hervorgeht vordergründig um das schlechte Verhältnis bzw. einem Besuch bei der Schwester, vielmehr reist die Protagonistin Bea nach San Sebastiàn, weil sie dort Maria und deren Gästehaus nach vielen Jahren wiedersehen möchte. Zudem kamen mir sofort gewisse Parallelen zu vor allem dem Roman "Emma verduftet" in den Sinn, denn nicht zum ersten Mal geht`s um das Thema Frau um die fünfzig, Mann kein Interesse mehr an der Ehe und Tochter verlässt das Elternhaus bzw. hat plötzlich eigene Ansichten was ihre Zukunft betrifft, was die Vollblut-Mama in eine Krise stürzt.
Trotzdem wollte ich auch diesem Buch auf alle Fälle wieder eine Chance geben und habe auch dieses Mal wieder in Bea eine Protagonistin kennen gelernt, die mir sofort ans Herz gewachsen ist. Ich konnte mich sehr gut in Bea hinein versetzen und mit ihr fühlen, wie sie Caros Auszug vom Haus am Tegernsee verkraften musste, und das nicht nur ins nahe München in die WG einer Freundin, sondern mit einem Bea nicht sympathischen jungen Mann nach Passau und damit viel weiter entfernt als gedacht. Gerade zu diesem Zeitpunkt muss Bea auch noch erfahren, dass ihr Mann eine Affäre mit einer anderen Frau hat und auch von Caro gibt es nochmals Neuigkeiten, die ihr sehr zusetzen und ihr keine Wahl lassen, als sich eine Auszeit im Baskenland zu nehmen. In ihrer Kindheit war sie dort oft mit ihren Eltern und ihrer Schwester Karin im Urlaub und hoffte, bei Maria auf andere Gedanken zu kommen. Aber dort erwartete sie nur deren Schwester Alba mit schlechten Neuigkeiten und auch ansonsten erlebt Bea dort eine sehr turbulente Zeit, die ihr Leben jedoch für immer positiv verändern und ihren Kindheitstraum wahr werden lassen soll...
Außerordentlich gut hat mir neben der Protagonistin, der Beschreibung ihrer Gefühle und ihres Lebenswandels der Aufenthalt in San Sebastiàn gefallen, an dem die Autorin den Leser mit ihrer Geschichte teilhaben lässt. Ich habe ein genaues Bild vor Augen, wie es dort aussehen könnte, und würde selber am Liebsten sofort meinen Koffer packen und dorthin reisen. Nicht nur die Landschaft und die im Buch genannten Orte stelle ich mir zauberhaft vor. Auch bei der Beschreibung der Tapas kann man nur ins Schwärmen kommen und selbst in Angels Bar in den Genuss davon kommen wollen. Sehr gut dargestellt fand ich auch das Näherkommen der beiden Schwestern, die sich lange nichts mehr zu sagen hatten, und im Gästehaus mit Erinnerungen an die Urlaube ihrer Kindheit wieder zueinander finden. Auch den Grund ihrer jahrelangen Funkstille fand ich am Ende plausibel dargestellt. Toll fand ich ebenso die beiden Erkenntnisse aus dem Buch: "Scheiß auf das "man"!" und loszulassen und sich vom Wind treiben zu lassen, nichts mehr zu wollen, und dann kommen die Dinge irgendwann von selbst. Die Geschichte war für mich sehr kurzweilig und flüssig in einem Rutsch zu lesen.
Alles in allem war mir der Trubel in der Geschichte fast zu viel des Guten. Die Trennung, die Reise ins Baskenland und die Versöhnung mit Karin hätten als Grundbausteine ausgereicht. Alles andere - Caros ausufernde Situation, die kurze Affäre mit Javier und das am Ende total unerwartete Geheimnis um Maria - hat sich zwar gut eingefügt, hätte es für mich aber nicht gebraucht und hat mir die anfängliche tolle Stimmung im Baskenland zu unruhig werden lassen. Trotz meiner Kritik möchte ich dem Buch vier glänzende Sterne vergeben, weil ich die Bücher von Tessa Hennig einfach unglaublich gerne lese und mich jetzt schon auf einen hoffentlich bald wieder neuen Roman freue!

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(138)

353 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 121 Rezensionen

liebe, reisen, europa, liebe findet uns, reise

Liebe findet uns

J. P. Monninger , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548289557
Genre: Liebesromane

Rezension:


In das Buch "Liebe findet uns" von J.P. Monninger hatte ich mich sofort verliebt und mich sehr darauf gefreut.
Einen Stern möchte ich deswegen auf alle Fälle für das wunderschöne Cover und auch für die Innengestaltung vergeben. Das sich küssende Paar in der Nacht inmitten der vielen Funken stellt eine wunderschöne romantische Situation dar, in der man sich gerne selber befinden möchte. Auch der Klappentext verspricht eine sehr schöne Geschichte mit vielen Erlebnissen, viel Gefühl, aber auch Tragik, und machte mich sehr neugierig, den Roman unbedingt lesen zu wollen.
Einen zweiten Stern vergebe ich für die Grundidee, die hinter dem Roman steckt. Drei Freundinnen, die nach der Uni eine Europareise machen, bevor der Ernst des Lebens beginnt. Protagonistin ist Heather, die kurz davor steht, eine Ausbildung zur Investmentbankerin in New York anzutreten. Schon der Prolog mit der Abschlussfeier der drei Freundinnen verzauberte, und so erhoffte ich mir viel für die weitere Geschichte. Diese beginnt im Zug nach Amsterdam, wo Heather auch schon auf Jack trifft, der auf den Spuren seines Großvaters wandelt, die in einem alten Reisetagebuch niedergeschrieben sind. Der erste Flirt entwickelt sich sehr schnell zur großen Liebe, auch wenn das Paar grundsätzlich sehr verschieden ist. Schließlich trennen sich die Wege der drei Freundinnen aus unterschiedlichen Gründen und jede setzt ihre Reise alleine fort, Heather mit Jack und die Beiden verbringen eine wirklich tolle Zeit zusammen, bis Jack seine Zusage nicht einhält, sein weiteres Leben mit ihr in New York zu verbringen und sie am Flughafen sitzen lässt...
Einen dritten Stern vergebe ich definitiv für den Aspekt des Reisens und Lehren, die man aus dem Buch ziehen kann. Das wäre die Freiheit, die man im Leben haben kann, wenn man sie zulässt. Warten, was das Leben einem bringt. Auf Reisen nicht den Touristenströmen hinterher zu eilen, sondern durch ganz spezielle Erlebnisse auch ganz spezielle Erinnerungen an Städte und Länder zu haben, für die auch kein Foto nötig ist, um sich an sie zu erinnern. So reist man in dem Buch nach Amsterdam, Berlin, Krakau, Prag, in die Schweiz und nach Italien, nach Paris und Batak und erlebt auch als Leser die Orte auf eine ganz besondere und wunderschöne Art und Weise.
Mit mehr Sternen tue ich mich ehrlich gesagt schwer. Leider ist der Funke für mich nicht ganz über gesprungen, und weder Heather noch Jack wurden mir über längere Zeit richtig sympathisch. In der gemeinsamen Zeit war durch deren unterschiedliche Charaktere und Zukunftspläne für mich nicht ganz klar, wie es zur großen Liebe kommen konnte, warum man sich sogar sehr schnell die ewige Liebe versprach und schon von Heirat die Rede war. Auch einige Dialoge der Beiden sprachen mich nicht so recht an, ich fand den Sprachgebrauch nicht dem Alter der Beiden angemessen bzw. sehr überzogen ausgeführt. Außerdem fand ich, dass Jack Heather ausgenutzt hat. Auch wenn es Liebe war, hätte er ihr nicht die Sterne vom Himmel holen und mit ihr nicht in der Art und Weise über die Zukunft sprechen dürfen mit dem Wissen, dass es nie dazu kommen und er sie bitter enttäuschen wird. Wie er sich aus dem Staub gemacht und sie in totaler Unklarheit gelassen und bis auf ein paar kurze Sätze, die für sie schwer erreichbar waren, einfach stehen gelassen hat, macht mich einfach wütend. Ich finde, er hätte ihr persönlich die Wahrheit sagen und nicht für monatelanges Leid verantwortlich sein sollen. Schließlich hat Heather Jack nochmals aufgespürt, auch dieses Ende der Geschichte war für mich nicht befriedigend. Ich finde, einen Epilog wäre dem Leser der Autor noch schuldig gewesen...

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104 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 74 Rezensionen

krimi, münchen, mord, gewalt, misshandlungen

Tiefe Schuld

Manuela Obermeier
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 16.06.2017
ISBN 9783548288635
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Krimireihe von Manuela Obermeier kannte ich bisher nicht, aber das tolle Cover mit dem mystischen Bild vom Wald und die Leseprobe hatten mich voll überzeugt, sie kennen lernen zu wollen und so habe ich mich voller Freude auf den 2. Teil der Kommissarin Toni gestürzt. Dass ich den 1. Fall nicht kannte tat beim Lesen nichts zur Sache, ich war sofort mitten in der Geschichte drin.
Und wie erhofft hat mich ein sehr spannender Kriminalroman erwartet, der neben der Lösung des Falls bezüglich dem Fund einer Leiche im Wald, die auf grausamste Weise malträtiert und von Jugendlichen gefunden wurde, auch viel auf Tonis Vergangenheit eingeht. Sie hat leider am eigenen Leib schon viel erfahren müssen, von Missbrauch, Stalkern bis hin zu mobbenden Kollegen. In Dr. Multerer findet sie einen Menschen, der ihr hilft, Liebe wieder annehmen zu können. Von daher nicht ein reiner Krimi - für mich ein tolles Zusammenspiel zwei verschiedener Komponenten, jede in sich berührend und spannend. Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und das Buch war für mich sehr kurzweilig und interessant. Mich hat es jedenfalls sehr überzeugt, so dass ich sehr gerne auch den 1. Fall noch nachholen möchte. Ich vergebe sehr gerne fünf glänzende Sterne.

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(71)

100 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

freundschaft, liebe, leben, england, london

Als wir unbesiegbar waren

Alice Adams , Eva Kemper
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.06.2017
ISBN 9783832198411
Genre: Romane

Rezension:


"Freundschaft und Liebe sind so ziemlich alles, was im Leben zählt. Alles andere ist nur Rauschen." S. 328
Das Buch „Als wir unbesiegbar waren“ von Alice Adams hat mich vom ersten Blick an begeistert. Ich finde das Cover sehr gelungen. Die Szene am Meer zeigt Unbeschwertheit und man würde am liebsten mit in das Cover eintauchen. Ebenso versprach mir der Klappentext eine tolle Geschichte und am Ende kann ich sagen, ich habe sie immer mehr genossen und kann dieses Buch definitiv jedem empfehlen!
 
Protagonisten sind die vier Freunde Eva, Benedict, Sylvie und Lucien, wobei es sich bei den letzten beiden um Geschwister handelt. Alle vier könnten nicht unterschiedlicher sein. Das fängt schon damit an, unter welchen Familienverhältnissen sie aufgewachsen sind, und zieht sich auch mit ihren Lebensplänen weiter, aber eines verbindet sie – wahre Freundschaft. Evas Mutter starb früh und sie wuchs nur mit ihrem Vater auf, der eine klare politische Einstellung hat und von dem sie in ihren Augen zu wenig Lob und Wertschätzung für ihre Leistungen erhält. Sie steigt nach der Schule als professionelle Börsenhändlerin immer weiter auf, sie ist auch die Person, die in der Geschichte am stärksten hervorgehoben wird, und ich fand es sehr interessant ihre Entwicklung aus eher armen Verhältnissen zu einer richtig starken und reichen Persönlichkeit mit zu verfolgen. Ihr harter Arbeitsalltag wird sehr gut dargestellt, auch wenn vor allem eine lange Passage für Laien nicht ganz verständlich ist, trotzdem fühlt man, was der Job mit ihr macht und was man in Kauf nehmen muss, wenn man richtig gut verdienen möchte. Benedict wuchs in einer reichen Familie in sehr behüteten Verhältnissen auf und gründet selbst bald eine eigene Familie. Er lebt seinen Traumberuf als Physiker. Sylvie und Lucien haben eine Alkoholabhängige Mutter und das Glück, immer schon sich gegenseitig zu haben. Sylvie erinnert sich in ihrer Kindheit am Liebsten an die Ferienaufenthalte bei ihren Großeltern in Frankreich. Auch dort verbringt sie als Erwachsene ein paar Wochen, um sich neu zu finden. Denn die Beiden sind mit ihren Plänen, mit Kunst und Musik Geld zu machen, nicht wirklich erfolgreich und triften immer mehr in Richtung Alkohol und Drogen ab. Ehrlich gesagt war mir anfangs keine der Charaktere besonders sympathisch, aber umso mehr man sie kennen lernen durfte, umso besser ausgearbeitet sie waren, konnte ich immer mehr mit ihnen fühlen und sie doch mehr oder weniger liebgewinnen, vor allem dann zu dem Zeitpunkt, als alle vier Lebensträume gescheitert waren und die vier Freunde wieder richtig zueinander und neue gemeinsame Ziele in ihrem Leben fanden. Sie hatten sich wieder, sinnierten wieder zusammen über das Leben und waren am Ende glücklich mit dem was sie hatten, auch wenn das Leben nach wie vor nicht nur Gutes für sie bereit hielt. Und genau darum geht es im Leben - glücklich sein mit dem, was man hat und nicht dem hinterher trauern, was man nicht haben kann!
 
Man durchlebt in dem Buch 20 Jahre. Fast jedes Jahr wird ein Ereignis aus dem Leben einer oder mehrerer Protagonisten erzählt, manchmal in meinen Augen etwas zu knapp bzw. die Kapitel endeten teilweise abrupt und man erfuhr erst später, wie das Ereignis geendet hat. Ganz aus den Augen verloren haben sich die vier nie, aber ihre Freundschaft wurde immer oberflächlicher und ihre unterschiedlichen Entwicklungen führten auch zu Streitigkeiten. Trotzdem finden sie wieder zueinander, weil sie nicht vergessen haben, was sie aneinander zu schätzen wissen.
 
Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und gefühlvoll, umso länger ich gelesen habe, umso wohler konnte ich mich damit fühlen und es baute sich für mich auch immer mehr Neugierde auf, die verschiedenen Leben weiter verfolgen zu wollen. Das Buch hat für den Leser eine sehr große Bandbreite über das Leben parat. Es zeigt, wie unterschiedlichen Menschen sich entwickeln können, wenn sie ihren Träumen hinterherjagen. Wie erfolgreich man werden, aber auch wie schnell man abstürzen kann und sein Leben neu ordnen muss und neue Lichtblicke und Chancen entstehen. Es zeigt wahre Freundschaft, die auch heimliche Liebe enthält, verschiedene Beziehungen, die auf unterschiedlicher Basis gegründet sind und deren Entwicklung sowie die Bedeutung von Kindern, gesund und behindert. Für mich ist das Buch ein großer Leseschatz, den ich sehr gerne in meinem Bücherregal stehen habe.

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(62)

71 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

literatur, rezepte, bücher, kochen, yummy books

Yummy Books!

Cara Nicoletti , Tanja Handels , Susanne Kammerer
Fester Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.06.2017
ISBN 9783518467763
Genre: Sachbücher

Rezension:


Das Buch "Yummy Books! In 50 Rezepten durch die Weltliteratur" von Cara Nicoletti konnte mich in der Leseprobe nicht ganz überzeugen. Trotzdem fand ich die Idee klasse, die dahinter steckt. Ich liebe selber die Kombination lesen und kochen und habe auch selbst in einigen Romanen schon tolle Rezepte entdeckt oder Gerichte gelesen, die es wert sind, sie selbst auszuprobieren. Deshalb wollte ich dem Buch die Chance geben, mich doch noch ganz zu überzeugen, und habe es mir schnellstmöglich beschafft.
Ehrlich gesagt hätte ich das Buch im Buchladen sicher nicht in die Hand genommen, zu abstoßend finde ich das Coverbild. Auch die weiteren Bilder im Buch zeigen die Autorin in ähnlichen Szenen mit großen Stücken rohem Fleisch, was mich persönlich sehr stört. Auch wenn die Autorin Metzgermeisterin ist und auf den Fotos grundsätzlich sympathisch wirkt, haben diese Szenen für mich nichts mit dem Buch an sich zu tun. Der Einband selbst wirkt sehr billig und ist nach kurzer Benutzung leider schon leicht beschädigt und auch die Bindung verspricht nicht viel Stabilität. Zu den 50 Rezepten im Buch gibt es nur selten Fotos und wenn, dann oft nur von einzelnen Zutaten und eher selten vom kompletten fertigen Gericht. Die Rezepte selbst klingen meist interessant und neu, verleiten mich aber trotzdem kaum zum Nachkochen, weil sie mir einfach zu exotisch sind. Die Beschreibung der Rezepte ist sehr ausführlich und hilfreich. Die im Buch genannte Literatur, auf der die Rezepte beruhen, kannte ich leider Großteils nicht. So konnte ich mich auch oft nicht in die genannten Szenen hinein versetzen und neugierig auf das jeweilige Buch wurde ich ebenso in den seltensten Fällen.
Ich hatte mir insgesamt einfach mehr von dem Buch erhofft. Einen Stern vergebe ich auf alle Fälle für die Idee dazu. Einen Stern für die persönlichen Episoden der Autorin, angefangen in ihrer Kindheit, über Jugend und Studium bis ins Erwachsenenalter, die mich überzeugen konnten und die ich gerne verfolgt habe. Und einen dritten Stern für die Rezepte, die mich überzeugen konnten und die ich sehr gerne ausprobieren möchte.

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(42)

47 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, roofer, freundschaft, freiheit, roofing

Roofer

Jutta Wilke
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei Coppenrath Verlag, 01.06.2017
ISBN 9783649627036
Genre: Sonstiges

Rezension:


"Die ganze Zeit hat er versucht, allen zu beweisen, wie mutig er ist. Weil er nämlich viel zu feige war zuzugeben, was für `ne Scheiß-Angst auch er eigentlich hatte. Davor, allein zu sein und nicht geliebt zu werden. Er hätte es einfach nur zugeben müssen. Das wäre mutig gewesen." S. 248
Das Buch "Roofer" von Jutta Wilke hatte mich von Anfang an begeistert. Das Cover finde ich sehr gut gelungen und extrem ansprechend. Die Gestaltung insgesamt ist aufwändig und das Buch sehr hochwertig hergestellt. Der Klappentext zog mich schon sehr in seinen Bann und nach den ersten Seiten musste ich das Buch unbedingt in einem Rutsch zu Ende lesen. Das Thema finde ich klasse gewählt, ein sehr aktuelles Thema, das die Autorin aufgegriffen und sensationell gut umgesetzt hat. Wie oft hört man von Mutproben Jugendlicher, die ihr Leben aufs Spiel setzen für ein besonderes Foto, einen besonderen Videoclip, um vor anderen ihren Mut zu beweisen und Achtung zu bekommen. Unglaublich, wie leichtfertig mit dem Leben gespielt wird...
So auch in dieser Geschichte über die Clique der Roofer. Junge Männer, die in Frankfurt auf Baugerüsten, Brücken ect. klettern, auf dünnen Stahlträgern in vielen Metern Höhe balancieren, um ihren "Kick" zu bekommen und nebenbei natürlich das spektakulärste Video aller auf YouTube präsentieren zu können. Noch dazu duellieren sich zwei Mitglieder der Gruppe, wer die verrücktesten Dinge macht und die meisten Stencils setzt. In diese Szene rutscht Alice, aus deren Sicht großteils geschrieben ist, nachdem sich ihre beste Freundin Nasti in Trasher verliebt hat.
Der Schreibstil der Autorin hat mich sehr angesprochen, er ist sehr flüssig, kurzweilig, gefühlvoll, bildhaft und fesselnd, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann und in so mancher Szene wahrlich mit Alice mit zittern muss. Mit Alice hat die Autorin eine Person erschaffen, die es schon lange nicht leicht im Leben hat. Ihr Vater starb früh und in einer Situation gab ihre Mutter ihr sogar die Schuld dafür. Sie stürzte sich daraufhin in eine neue Beziehung, die aber nicht von gegenseitiger wahrer Liebe geprägt ist und Alice ihren Stiefvater auch nicht wirklich leiden kann. Ihre beste Freundin Nasti wendet sich durch die Liebe zu Trasher plötzlich von ihr ab und sie muss nicht nur damit kämpfen, in gewisser Weise ihre Freundin verloren zu haben, sondern auch darum, Nasti zu beschützen, die vor lauter verliebt sein plötzlich ihr eigenes Leben riskiert. Und dann keimen bei ihr selbst auch noch Gefühle für einen der Roofer auf... Aber Alice bleibt standhaft und ihrer Meinung treu, was sie, gepaart mit ihrem schwierigen Leben, zu einer tollen jungen Frau macht.
In meinen Augen handelt es sich bei dem Buch um richtig klasse und aktuelle Jugendliteratur, die auch mich als Erwachsene sehr begeistern konnte. Die Autorin hat die Themen und Gefühle Jugendlicher sehr authentisch eingefangen und ich kann nur jedem empfehlen dieses Buch zu lesen. Ich vergebe sehr gerne fünf glänzende Sterne für dieses tolle Werk!

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(142)

207 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 131 Rezensionen

paris, brief, hamburg, briefe, parallelwelt

Der Brief

Carolin Hagebölling
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.06.2017
ISBN 9783423261463
Genre: Romane

Rezension:


Das Buch "Der Brief" von Carolin Hagebölling hatte mich sehr angesprochen. Ich fand das Cover mit der geteilten Brücke in Hamburg und Paris sehr gelungen und der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht. Auch die Leseprobe fand ich sehr gut und unheimlich, so dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Mit nur 220 Seiten liest es sich auch sehr schnell und konnte mich zu Beginn sehr begeistern. Allerdings ließ die Begeisterung immer mehr nach, umso undurchschaubarer und mysteriöser die Geschichte wurde und am Ende muss ich leider sagen, dass das Buch überhaupt nicht meines war. Seit ich es zu Ende gelesen habe bin ich ständig am Grübeln, verstehe aber große Teile der Handlung schlichtweg nicht und kann nur mit der Rezension nun hoffentlich endgültig damit abschließen.
Das Thema fand ich sehr gut gewählt, wobei ich anfangs hoffte es handelt sich um eine Geschichte, die am Ende eine logische Erklärung mit sich bringt. Dem ist aber weit gefehlt. Ich fand den Abschluss zwar etwas aufschlussreich, dennoch für mich längst nicht befriedigend. Marie empfand ich als sympathisch und gute Protagonistin. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm und es ist bis zum Ende eine gewisse Spannung vorhanden. Dass Marie in zwei Leben "lebt", die irgendwie miteinander verschmolzen sind, fand ich aufregend. "Was wäre gewesen, wenn..." ist eine Frage, die sich wohl jeder im Leben mal stellt und dass jeder selbst es ist, der dem Leben seinen Wert gibt und einem niemand sagen kann, wie ein glückliches und erfülltes Leben sein muss, ist ein sehr guter Ansatz, aber die Umsetzung des Themas hätte ich mir anders erwünscht. Auch dass nicht nur Marie, sondern ihre alte Schulfreundin Christine in diese komische Geschichte mit den Briefen mit einbezogen ist, macht es nur noch weniger nachvollziehbar. Irgendwann weiß man nicht mehr, ob die Geschehnisse auf Maries Gesundheitszustand zurückzuführen sind, und alles wirkt gerade am Ende des Buches sehr wirr und unbegreiflich. Ich kann deswegen leider nur zwei Sterne vergeben.

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(68)

107 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

liebe, skandal, intrigen, kleinstadt, familie

June

Miranda Beverly-Whittemore , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 555 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 08.05.2017
ISBN 9783458362739
Genre: Romane

Rezension:


Ich hatte mich sehr auf den Roman "June" von Miranda Beverly-Whittemore gefreut, nachdem er einen tollen ersten Eindruck auf mich hinterlassen hatte. Schon das Cover hat mir sofort sehr gut gefallen, man möchte gerne wissen was die junge Frau unter dem Brückengeländer sieht... Und der Klappentext sowie die Meinung von Cosmopolitan hat mich nicht weniger neugierig gemacht. Auch der Schreibstil hatte es mir von den ersten Seiten weg angetan und ich konnte sofort in die Welt von June und Cassie (Junes Enkeltochter) eintauchen. Da das Buch zwei Erzählstränge hat, welche im Juni 1955 und 2015 spielen, war es noch spannender, diese zu verfolgen.
Die Charaktere von June und Cassie fand ich toll ausgearbeitet, ich konnte mich mit beiden sehr wohl fühlen. Ebenso die Geschichte, die um die beiden Frauen spielt, fand ich wunderschön. June, die mit ihrer anstehenden Hochzeit beschäftigt ist, und durch das Zusammentreffen mit dem Filmstar Jack alles plötzlich ganz anders wird. Und Cassie, die Junes Haus "Two Oaks", ein halb verfallenes Herrenhaus, erbt, und verzweifelt darüber ist, dass sie die tödliche Erkrankung ihrer Großmutter erst sehr spät erkannt hat. Eine unerwartete Erbschaft lässt für Cassie daraufhin zusätzlich eine turbulente Zeit anbrechen. Dazu kommt das Geschehen im Jahr 1955, wo die Kleinstadt St. Jude Hollywoodluft schnuppert und sich um Komparsenrollen gerissen wird. Alles ist so lebendig und kurzweilig beschrieben, dass das Lesen und auch das Eintauchen in die frühere Zeit richtig Freude macht.
Das träumende Haus fand ich etwas merkwürdig, aber irgendwie passt es trotzdem zu der Geschichte und stört mich nicht so sehr. Dagegen sehr gefallen hat mir, dass das Buch viel vereint. Liebe, Intrigen, Romantik, Drama, Hoffnungen und Zeitgeschichte sind nur ein paar der herausragenden Themen, die mich den Roman sehr gerne haben lesen lassen.

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66 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

stockholm, liebe, oper, schweden, eifersucht

Mittsommerleuchten

Åsa Hellberg , Katrin Frey
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.05.2017
ISBN 9783548613420
Genre: Romane

Rezension:


Ich hatte mich bei dem Buch "Mittsommerleuchten" von Asa Hellberg sofort in das Cover verliebt. Auch der Klappentext versprach mir eine schöne Geschichte. Zwei alte Liebhaber in einer neuen Rolle der Operndiva ließen viel Gefühl und kuriose Situationen erwarten, auf die Beziehung der beiden Schwestern zueinander war ich sehr gespannt und auch, worin sie das Glück suchen und finden. Die Autorin kannte ich bisher nicht, aber dass kein Sommer ohne einen Bestseller von ihr vergeht, und ihre persönlichen Worte auf der inneren Einbandseite, warum sie zu den glücklichsten Autoren gehört, fand ich sehr ansprechend. Dass es sich bei den Personen um Menschen über 50 handelt fand ich nicht tragisch obwohl ich deutlich jünger bin. Die "Probleme", mit denen Gloria sich herum schlägt, können meines Erachtens in jeder Altersgruppe ab 30 auftreten und ich konnte mich von daher durchaus mit ihr identifizieren.
Gloria und Agnes, die beiden Schwestern, habe ich sehr in mein Herz geschlossen. Sie sind sehr authentisch, wenn auch manchmal ihr Verhalten nicht altersgemäß wirkt, aber warum soll man mit über 50 nicht auch noch Dummheiten machen und schmollen dürfen. Gerade das macht sie liebenswert. Das Zusammentreffen mit ihren beiden vergangenen Liebhaber Dominic und Sebastian und dem Dirigenten Pjotr fand ich amüsant. Alle Personen sind wunderbar ausgearbeitet und man kann sich ein gutes Bild davon machen. Insgesamt konnte ich mich gut in die Szenen hinein versetzen. Der Schreibstil hat mich angesprochen, aber leider nahm die Geschichte für mich erst zum Ende hin so richtig Fahrt auf, um mich vollkommen in seinen Bann zu ziehen. Auf das Familiengeheimnis war ich sehr gespannt, meiner Ansicht nach hätte es noch ausführlicher erzählt werden können. Ich fand das Buch sehr lesenswert, es ist eine Mischung aus vielem. Familie, Freundschaft, Liebe, Geheimnisse, Vertrauen, Verrat, verschiedenste Gefühlslagen und neues Lebensglück - von allem etwas findet man in diesem Roman. Von mir gibt es vier glänzende Sterne und ich werde mir die Autorin definitiv merken!

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

fahrschule, humor, frau freitag, lustig, lehrerin

Man lernt nie aus, Frau Freitag!

Frau Freitag
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783548376998
Genre: Humor

Rezension:


Die Bücher von Frau Freitag kannte ich bisher nur vom "Hörensagen". Auf Grund einer sehr positiven persönlichen Empfehlung habe ich ihr neues Buch, "Man lernt nie aus, Frau Freitag - Eine Lehrerin in der Fahrschule des Lebens", das nebenbei ein witziges und ansprechendes Cover hat, gelesen. Leider kann ich den positiven Eindruck aber nicht teilen und nur eine mittelmäßige Bewertung dafür vergeben.
Frau Freitag, um die 50 und selbst Lehrerin, möchte den Führerschein machen, um z.B. im Urlaub mobiler zu sein und nicht immer nur auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Sie lebt in Berlin und hat deswegen den Führerschein bisher nicht zwingend benötigt. Und so geht sie eines Tages in die Fahrschule in ihrer Straße und meldet sich an. Von ihrem ersten Fahrlehrer Harald wird sie sofort mit Vorurteilen konfrontiert was ihr Alter anbelangt und ihr eine lange Ausbildung in Aussicht gestellt. Er verkompliziert alles maßlos und ist der Unsympath in Person. Daraufhin wechselt Frau Freitag die Fahrschule und in Mike findet sie einen neuen Fahrlehrer, der endlich positive Stimmung in die Geschichte bringt. Aber nachdem dieser kurz darauf Fahrschule verlässt landet sie bei Mensch-Mädel-Dieter, der nicht wirklich besser ist als Harald, nur nörgelt, ihr ebenso vorhält, dass sie wegen ihres Alters noch einen langen Weg vor sich hat... Aber Frau Freitag kämpft sich am Ende doch erfolgreich durch die Fahrschule des Lebens, um dann festzustellen, dass sie eigentlich lieber weiterhin U-Bahn fährt...
Ich fand die Geschichte relativ langatmig und die nörgelnden Fahrlehrer haben leider keine positive Stimmung in das Buch gebracht. Man sieht wie entscheidend es ist, auf welche Menschen man trifft, und wie stark davon Erfolg und Misserfolg abhängen. Nicht nur mit den Fahrlehrern, auch bei den Prüfern brauchte Frau Freitag schließlich Glück. Ihre größte Lehre aus ihrer Erfahrung ist, wie wichtig Loben ist. Ohne Lob keine Motivation und ohne Motivation kein Lernerfolg, insofern man keinen Ehrgeiz entwickeln kann, dem anderen es erst recht zeigen zu wollen. Das Buch macht deutlich wie wichtig es ist, Dinge in jungen Jahren zu lernen, ob es im Alter wirklich so schwierig wird kann ich selber noch nicht beurteilen. Aber dass man sich als junger Mensch mehr zutraut und sich viel leichter auf das Autofahren einlässt, das wird definitiv so sein.

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208 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 136 Rezensionen

thriller, psychothriller, schweden, stockholm, krimi

Glücksmädchen

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


"Glücksmädchen" von Mikaela Bley ist ein Buch, das seit seiner Neuerscheinung auf meiner Wunschliste stand. Das Cover hatte mich sofort in seinen Bann gezogen, der Titel wirkt verschwommen und hat mich neugierig gemacht und auch der Klappentext versprach eine gute Geschichte. Warum es sich bei Lycke, einem achtjährigen Mädchen, das an einem verregneten Tag im Mai verschwindet, um ein Glücksmädchen handeln soll, erschloss sich mir lange nicht, wurde aber am Ende des Buches gut aufgeklärt.
Ich lese selten Psychothriller und konnte in diesem Buch Lesevergnügen nach meinem Geschmack finden. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Dass die Geschehnisse zwischen dem Verschwinden am 23. Mai und der Lösung des Falls am 31. Mai aus der Sichtweise von Ellen (Kriminalreporterin von TV 4), Helena (Mutter), Chloè (Stiefmutter) und Mona (Kindermädchen) erzählt wurde, machte es für mich sehr kurzweilig und interessant, aus verschiedenen Seiten an den Fall heran geführt zu werden. Auch dass er nicht aus Sicht der Polizei, sondern einer Kriminalreporterin geschrieben ist, war für mich neu und gut gelungen. Ellen ist auch ihrer eigenen Vergangenheit wegen emotional sehr stark eingebunden und engagiert, alles für sie mögliche unternehmen, Lycke zu finden. Auch ihre Zwillingsschwester verstarb mit acht Jahren und Ellen macht sich große Vorwürfe, fühlt sich von ihren Eltern nach wie vor mit ihr verglichen und als die schlechtere der beiden Schwestern. Ellen hat ihren Beruf, mit Tötungsdelikten in Kontakt zu sein, gewählt, um sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Es war interessant hinter die Kulissen von Journalisten zu blicken, wie sie damit umgehen, möglichst schnell an Informationen zu kommen, um hohe Zuschauerzahlen zu erzielen. Ihre Informationen bekommt Ellen hauptsächlich von Ove, einem Polizisten, mit dem sie einen finanziellen Deal geschlossen hat. Und auch Ellen ist plötzlich Mittelpunkt der Ermittlungen, weil sie Bedrohungen erhält. Im Gegensatz dazu stehen die trauernden Angehörigen bzw. deren familiäre Situation. Lyckes Eltern sind geschieden, ihr Vater Harald hat eine neue Frau, Chloè, und mit ihr ein gemeinsames Kind. Chloè ist auf Haralds Vergangenheit extrem eifersüchtig und möchte Lycke abschieben, wo es ihr möglich ist. Und Lycke merkt das natürlich und ist an sich ein Kind, das sehr in sich gekehrt ist, in der Schule keine Freunde hat. Auch die Tatsache Scheidungskind und welche Auswirkungen das auf alle Familienmitglieder haben kann, fand ich als sehr gutes Thema gewählt.
Die Autorin schafft es, die ganze Geschichte über Spannung aufrecht zu erhalten. Man meint mehr und mehr zu ahnen, wer für Lyckes Verschwinden verantwortlich ist. Aber am Ende stellt sich alles ganz anders dar... Ich vergebe sehr gerne fünf Sterne für dieses in meinen Augen sehr gelungene Buch.

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(43)

47 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

weltreise, honeymoon, reise, flitterwochen, abenteuer

Honeymoon XXL

Julia Richter , Stefan Richter
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 10.04.2017
ISBN 9783667109156
Genre: Sachbücher

Rezension:


Ich interessiere mich sehr für andere Länder, allerdings ist mir die Information über z.B. Reiseführer meist zu langweilig. Es geht mir nicht nur um Sehenswürdigkeiten und geschichtliche Hintergründe, sondern auch darum, was Menschen auf ihren Reisen persönlich erlebt haben, welche Route sie gewählt haben, was sie gesehen und erfahren haben im Hinblick auf Örtlichkeiten, Landschaften und die Begegnung mit anderen Menschen. Ich finde persönliche Reiseberichte geben einen viel spannenderen Einblick und halten viel bessere Tipps bereit, wenn man die Gegend selbst besuchen möchte. Deswegen habe ich mich sehr über das Buch "Honeymoon XXL" von Julia und Stefan Richter gefreut. Das Autorenpaar war mir sofort sehr sympathisch, das Cover und die Rückseite des Buches sind super gestaltet, für mich sofort ein Grund das Buch in die Hand zu nehmen.
Das Buch ist viel handlicher als erwartet, aber dadurch lässt sich auch viel gemütlicher darin schmökern. Wie erhofft enthält das Buch sehr schöne Fotos in klasse Qualität und die Autoren wirken darauf sehr glücklich. Für meinen Geschmack hätten es jedoch in einigen Ländern noch mehr sein dürfen. Dass die Autoren einen Blog haben bzw. wie man diesen findet und dass dort mehr Fotos zu finden sind, erfährt man leider erst ganz am Schluss, das hätte definitiv an den Anfang gehört. Selbst wenn diese Möglichkeit gegeben ist finde ich es nicht praktisch, den Laptop neben dem Lesen laufen zu lassen, nur um zu den Texten auch Bilder zu sehen. Der Schreibstil ist mir sehr sympathisch. Die Geschichte beginnt mit dem Heiratsantrag in Form der Weltkarte, geht kurz auf die Hochzeit und die Planung der Reise ein und schließlich geht man mit auf Reisen, an 433 Tagen durch 15 Länder, welche in jeweils eigenen Kapiteln gut voneinander abgegrenzt sind und so auch das "Querlesen" gut möglich machen. Jedoch auch der Text hätte von mir aus noch ausführlicher sein können. Bei einer so langen Reise stellt sich sicher die Frage, wo fängt man mit den Erzählungen an und wo hört man auf, ohne den Rahmen zu sprengen. Trotzdem waren mir in manchen Ländern die Eindrücke zu knapp um mir wirklich ein Bild machen zu können. Gut fand ich das Fazit am Ende jedes Kapitels. Besonders gefallen hat mir, dass die Beiden so komplett unterschiedliche Länder bereist haben, von Kälte bis Hitze alles erlebt haben, viel Neues ausprobiert haben, und auch nicht allzu enttäuscht waren, wenn sie ihre ursprünglichen Pläne auf Grund Problemen mit den Behörden o.ä. fallen lassen mussten. Den Schritt mit dieser Weltreise finde ich wahnsinnig mutig, zum Einen das Zuhause, die Wohnung und den Job aufzugeben, zum Anderen in Länder zu reisen, wo man nicht unbedingt weiß, was einen erwartet und vor welche Probleme man, gerade mit den Behörden, gestellt wird. Ich freue mich sehr für die Autoren, dass sie eine so tolle Reise hatten und danke ihnen, dass sie mich mit ihrem Buch, für das ich ihnen einen sehr großen Verkaufserfolg wünsche, in gewisser Weise in die vielen Länder, die ich vermutlich selbst nie bereisen werde, mitgenommen haben.

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82 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 55 Rezensionen

hoffnung, tod, schicksal, transplantantation, hoffnun

Wünsche, die uns tragen

Kathryn Hughes , Uta Hege
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783548289175
Genre: Romane

Rezension:


Den Roman "Wünsche, die uns tragen" von Kathryn Hughes fand ich sofort ansprechend. Das Cover ist wunderschön gestaltet und der Klappentext verspricht eine spannende, wenn auch traurige Geschichte. Und ich wurde nicht enttäuscht, konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und musste es in nur einem Tag zu Ende lesen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig, die Geschichte ist spektakulär, und was mir am meisten daran gefällt, obwohl sie so unglaublich klingt sind darin keine Zufälle enthalten, die das Leben zwar manchmal mit sich bringt, aber manche Geschichten unglaubwürdig erscheinen lassen. Alles ist in sich schlüssig und plausibel, die Autorin baut einen Sog auf, indem sie immer wieder neue Tatsachen einfließen lässt, die Fragen aufwerfen oder den Leser fassungslos machen. Die Personen sind alle wunderbar ausgearbeitet und jeder für sich wächst dem Leser schnell ans Herz.
Eigentlich ist die Geschichte mehr als tragisch in nicht nur einer Hinsicht.
- Im März 2016 ist der kleine Jake schwer krank und braucht dringend eine Spenderniere, seine Eltern Beth und Michael kommen dafür aber nicht in Frage, die Familie ist sehr klein und Beth` Mutter Mary hat das Geheimnis um ihren Vater mit ins Grab genommen.
- Im Jahr 1975 geschah ein tragisches Grubenunglück, bei dem Thomas ums Leben kam und seine Frau Mary jung zur Witwe machte. Sie hegten seit längerer Zeit einen unerfüllten Kinderwunsch.
- Im Sommer 1976 geschah ein tragischer Unfall mit einem Minibus, der das Leben von zehn Menschen schlagartig veränderte.
Lange fragt man sich, wie diese drei Geschichten genau zusammenhängen. Vor allem über den Autounfall und die Folgen für alle Beteiligten liest man sehr viel. Drei Menschen kommen dabei ums Leben, ein kleiner Junge trägt schwer an den Folgen, allerdings nimmt sich eine andere Insassin ihm in den folgenden Jahren an und dies verändert nicht nur sein, sondern auch ihr Leben positiv. Ein anderes Paar findet zu seiner alten Liebe zurück, obwohl der Mann querschnittsgelähmt bleibt. Und Mary wird unverhofft Mutter eine Ziehkindes und findet dadurch ihr großes Glück. Dies alles hat Folgen für Jake, ist eine unglaubliche, aber durchaus stimmige Geschichte, die trotz ihrer Tragik auch Schönes mit sich bringt und für die ich definitiv fünf glänzende Sterne vergeben möchte. Einzig negativ aufgefallen sind mir einige Rechtschreibfehler, selbst die Jahreszahl im Klappentext ist nicht korrekt!?

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(82)

131 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

tracy rees, liebe, london, schicksal, cornwell

Die zwei Leben der Florence Grace

Tracy Rees , Elfriede Peschel
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783471351567
Genre: Romane

Rezension:


Ich habe schon lange keinen historischen Roman mehr gelesen, umso mehr habe ich mich gefreut, mit "Die zwei Leben der Florence Grace" von Tracy Rees eine willkommene Abwechslung zu meiner sonstigen Lesegewohnheit zu bekommen, und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Schon das Cover hat mein Interesse an dem Roman geweckt. Es wirkt sehr ansprechend und frisch, so habe ich die Geschichte auch empfunden. Denn entgegen meiner Befürchtung war der Roman sehr angenehm und flüssig zu lesen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildlich, ich konnte mir alles gut vorstellen. Ebenso ist er sehr gefühlvoll und ich konnte mich problemlos in die Figuren, allen voran Florence, hinein versetzen und mitfühlen.
Unterschiedlicher könnten die zwei Leben von Florrie nicht sein. Bei der Geburt stirbt ihre Mutter, mit acht Jahren verliert sie ihren Vater. Fortan lebt sie alleine mit ihrer Großmutter in den weiten Mooren von Cornwall. Sie hat dort, abgesehen von den ärmlichen Verhältnissen und der harten Arbeit auf den Feldern, ein schönes Leben mit sehr viel Freiheit und liebt es, in den Mooren umher zu streifen. Sie hat zwei sehr gute Freunde, genießt Privatunterricht bei einer jungen Frau wo sie im Gegensatz zu den meisten anderen Kindern lesen und schreiben und Geschichte lernt. Außerdem unterrichtet sie die Alte Rilla, die ihr viel über Pflanzen und Heilmethoden lehrt. Außerdem hat sie wie Florrie übersinnliche Kräfte. Mit 15 Jahren muss auch ihre Großmutter von ihr gehen und weiht sie kurz vor ihrem Tod in ein Familiengeheimnis ein, das für Florrie von heute auf morgen ein komplett anderes Leben bedeutet und dieses neue Leben auch den Großteil der Geschichte ausmacht. Sie gehört plötzlich der Familie Grace an, eine früher sehr angesehene Familie in London, in der sie gar nicht glücklich ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als in die Moore zurück zu kehren. Sie hat von nun an Essen im Überschuss und prächtige Kleider, dafür keinerlei Freiheiten mehr und fühlt sich eingesperrt, unwohl und unwillkommen. Vor allem die weiblichen Mitglieder der Familie sind äußerst bösartig ihr gegenüber. Die männlichen Mitglieder haben noch eher Verständnis für sie und immerhin in ihrem Cousin Turlington findet sie einen Freund und über die Jahre entwickelt sich mehr, aber er hat dunkle Geheimnisse...
Ich mochte die Protagonistin Florrie bzw. Florence sehr, konnte mich sehr gut in die Zeit des 19. Jahrhunderts, die Orte und Personen hinein versetzen und möchte nun auf alle Fälle auch den Debütroman der Autorin lesen. Mich hat das Buch absolut überzeugt und ich vergebe sehr gerne fünf Sterne dafür.

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(46)

51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

australien, reisen, reise, reportage, campingbus

Der weiteste Weg

Bruno Blum
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 10.04.2017
ISBN 9783667109149
Genre: Sonstiges

Rezension:


Ich interessiere mich sehr für andere Länder, allerdings ist mir die Information über z.B. Reiseführer meist zu langweilig. Es geht mir nicht nur um Sehenswürdigkeiten und geschichtliche Hintergründe, sondern auch darum, was Menschen auf ihren Reisen persönlich erlebt haben, welche Route sie gewählt haben, was sie gesehen und erfahren haben im Hinblick auf Örtlichkeiten, Landschaften und die Begegnung mit anderen Menschen. Ich finde persönliche Reiseberichte geben einen viel spannenderen Einblick und halten viel bessere Tipps bereit, wenn man die Gegend selbst besuchen möchte. Deswegen schreibe ich auch sehr gerne Reiseberichte, welche für mich persönlich auch tolle Erinnerungen sind, viel zu schnell vergisst man doch vieles, und lese sie natürlich auch von anderen sehr gerne, nur leider machen sich viel zu wenig Menschen die Arbeit, ihre Erlebnisse in Wort und Bild für ihre Mitmenschen aufzuschreiben, weswegen ich mich sehr über das Buch "Der weiteste Weg" von Bruno Blum gefreut habe.
Das Buch ist viel handlicher als erwartet, aber dadurch lässt sich auch viel gemütlicher darin schmökern. Wie erhofft enthält das Buch viele sehr schöne Fotos. Für meinen Geschmack hätten es noch mehr sein dürfen und dafür nicht zwingend oft so groß, denn so manche Stelle im Text würde man zusätzlich gerne bildlich vor Augen haben. Auch der Text hätte von mir aus noch ausführlicher sein können. Was mir zudem ein bisschen fehlt ist genaueres Kartenmaterial bezüglich der Route und vor allem Datumsangaben. Aber bei einer so langen Reise stellt sich sicher die Frage, wo fängt man mit den Erzählungen an und wo hört man auf, ohne den Rahmen zu sprengen. Was der Autor schreibt ist auf alle Fälle sehr interessant und kurzweilig, ich bin sehr gerne mit ihm und seiner Lebensgefährtin in gewisser Weise mit auf Reisen gegangen und es hat jede Menge Gefühle in mir ausgelöst. Ich war schockiert über so manche Lebensumstände der Menschen z.B. in Russland, erstaunt über die Gastfreundschaft Reisenden gegenüber, habe mitgefiebert, wenn Bruno und Yvonne mit den Behörden in Konflikt gerieten, habe durch die tollen Fotos mit ihnen die Natur genossen und mich persönlich in Australien am wohlsten gefühlt. Da ihre Route fast nur Länder enthält, die ich persönlich vermutlich nie bereisen werde, ist das Buch ein wertvoller Erfahrungsschatz für mich, um mit den Ländern trotzdem in "reiseähnlichen Bedingungen" in Kontakt zu treten. Schön finde ich auch, wie der Autor seine Faszination fürs Reisen beschreibt, am Liebsten würde man es ihm nachmachen, einfach auch einmal die Koffer packen und für längere Zeit verreisen...

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(131)

206 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 109 Rezensionen

marmelade, trauer, familiengeheimnis, freundschaft, boddenlandschaft

Das Brombeerzimmer

Anne Töpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613178
Genre: Romane

Rezension:



Ich koche selber sehr gerne Marmelade ein und lese gerne von Familiengeheimnissen, weswegen mich das Buch "Das Brombeerzimmer" von Anne Töpfer sofort sehr angesprochen hat. Das Cover finde ich sehr gelungen gestaltet, den Titel am Ende aber nicht ganz stimmig, dafür spielte sich für mich zu wenig in diesem Zimmer ab...
Im ersten Teil des Buches lernt man die junge Protagonistin Nora kennen, die ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes Julian noch immer sehr trauert. Sie tröstet sich damit, ihm jeden Sonntag sieben Gläser Marmelade zu kochen, welche wie ein Marmeladenschrein in seinem Arbeitszimmer aufgetürmt sind. Ich fand diesen Teil sehr emotional und musste so manche Träne mit Nora weinen, konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren und mich in ihrer Person wiederfinden. Sie hätte für mich nicht besser getroffen werden können. Nicht nur sehr emotional, auch sehr bildlich und wunderschön beschreibt die Autorin Nora, ihre Marmeladen, ihre Heimat und ihre Freundschaft zu Katharina, welche sich jede Frau als beste Freundin nur wünschen kann.
Durch Zufall stößt Nora auf das Geschenk, das Julian ihr zum Hochzeitstag schenken wollte, aber nicht mehr dazu kam. Ein Brief mit Rezept und zwei Gläsern Brombeermarmelade von Julians Großtante Klara. Um Klara wird in Julians Familie ein großes Geheimnis gemacht, ein unbekannter Vorfall aus der Vergangenheit liegt schwer über der Familie. Nora möchte sich trotzdem bei Klara bedanken, versucht Kontakt aufzunehmen und reist schließlich in die Vorpommersche Boddenlandschaft, um sie kennenzulernen. Auf ihrer für sie in mehrerer Hinsicht ungewissen Reise lernt sie nicht nur eine nette alte Dame, sondern auch eine neue Freundin und eine wunderschöne Landschaft kennen, lernt Neues im Bereich Marmelade einkochen und kann durch ihre Reise positiver in die Zukunft blicken, indem sie plötzlich das Gefühl hat, auch ohne Julian ihr Leben in den Griff zu bekommen.
Sehr gefallen hat mir Noras Person, die Freundschaften zu Katharina und Mandy und die beschriebene Trauer, aber auch der langsam positive Blick in die Zukunft. Dass einen so eine Reise auf andere Gedanken bringt, damit stimme ich voll überein. Trotzdem überzeugt mich Noras Wandlung nicht ganz, denn schließlich wartet der Alltag danach wieder auf sie, selbst wenn sie in Alex eine mögliche neue Liebe erahnt, die sie zwar ängstlich, aber auch zuversichtlich stimmt. Hier fehlt mir ein Kapitel am Ende des Buches, das einige Monate später beschreibt, wie sich Noras Leben weiter entwickelt hat. Aber nicht nur Noras Leben, auch Katharina hat eine neue Liebe in Aussicht, ebenso wie Mandy, der auch beruflich Neues vorschwebt und auch Klara und Nora hatten mit ihren Marmeladen Pläne, von denen man leider nichts mehr liest. Klara ging mir in der Geschichte auch zu sehr unter, ich hätte mir von ihrer Person mehr Präsenz und mehr Anziehung versprochen, das Geheimnis um ihre Person hätte für mich für mehr Spannung sorgen müssen und nicht nur in wenigen Sätzen am Ende der Geschichte nebenbei sehr verwirrend aufgeklärt werden sollen. Ich fand die Geschichte grundsätzlich sehr gut, es ist ein Buch zum weinen und glücklich sein, aber für mich hat etwas gefehlt um es vollkommen zu machen. Ich vergebe deswegen vier glänzende Sterne dafür.

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(71)

95 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

tod, roman, krankheit, verlust, liebe

In jedem Augenblick unseres Lebens

Tom Malmquist , Gisela Kosubek
Fester Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608983128
Genre: Romane

Rezension:


Ich lese sehr gerne Familiengeschichten und war sehr neugierig auf das Buch "In jedem Augenblick unseres Lebens" von Tom Malmquist. Schon der Titel klingt ansprechend, auch das Cover gefällt mir, das Thema verlangt nicht nach mehr. Aus dem Klappentext erschloss sich mir eine Geschichte mit sehr viel Potential, sehr viel Gefühl und Tragik und deswegen wollte ich es unbedingt lesen.
Die Geschichte handelt von Tom und seiner Frau Karin, die sich sehr auf ihr erstes Kind freuen. In der 33. Schwangerschaftswoche geht es Karin plötzlich sehr schlecht und es wird eine akute Leukämie diagnostiziert, die einen Notkaiserschnitt erfordert. Ihre Tochter Livia ist wohlauf, aber Karin geht es immer schlechter und die Krankheit fordert viel zu früh ihren Tod. Auch unsere Familie hat schon erfahren, wie nah Leben und Tod, Freude und Trauer zusammenhängen, und ich weiß deswegen, welche widersprüchlichen Gefühle das in einem auslösen kann. Leider kamen diese Gefühle in diesem Buch für mich aber kaum zur Geltung. Der Autor verwendet einen Schreibstil, der mir so noch nie begegnet ist. Die Geschichte beinhaltet eigentlich sehr viele Dialoge, welche aber nicht so dargestellt sind. Vielmehr ist es ein monotones Dahinerzählen von Tom, wie wenn er einem das Geschehene erzählt ohne dazwischen Luft zu holen. Der Text ist ein einziger langer Fluss ohne Kapitel oder Überschriften, Vergangenheit und Gegenwart treffen immer wieder aufeinander, was es für mich sehr schwer gemacht hat, das Buch zu lesen. Für mich hat es leider auch dazu geführt, dass ich kaum Gefühle entwickeln konnte und mir Tom auch die ganze Zeit über nicht besonders sympathisch wurde. Natürlich merkt man, wie Tom leidet und was passiert ist, ist sehr tragisch. Aber seine Geschichte hätte für mich anders dargestellt werden müssen, um der Tragik wirklich Ausdruck zu verleihen. Deswegen kann ich leider nur drei Sterne vergeben, auch wenn ich das Thema sehr gut und das Buch auf Grund dessen grundsätzlich lesenswert fand.

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(53)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

vegetarisch, kochbuch, rezepte, lecker, kochen

Last Minute Vegetarisch – Richtig lecker kochen in nur 10 bis 20 Minuten

Anne-Katrin Weber , Wolfgang Schardt
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 17.03.2017
ISBN 9783954531295
Genre: Sachbücher

Rezension:


"Last Minute vegetarisch" von Anne-Katrin Weber hat mich als Kochbuchliebhaberin mit täglich frisch kochendem Haushalt sehr angesprochen. Die Rezeptauswahl ist richtig toll und bietet nicht nur für die vegetarische, sondern auch für die vegane Ernährung sehr viele ansprechende Gerichte. Viele davon lassen sich auch sehr gut mit Fleisch, Speck ect. kombinieren, wodurch jedes Familienmitglied ganz einfach nach seinen Wünschen bedient werden kann. Das Buch hat eine sehr ansprechende und hochwertige Aufmachung, sogar mit Schutzumschlag. Und auch innen macht das Buch einiges her mit sehr vielen ganzseitigen Fotos, die definitiv Lust machen, die Rezepte auszuprobieren! Die Rezepte selbst sind sehr gut lesbar und sehr übersichtlich gestaltet. Die Zutaten sind im Zubereitungstext fett hervor gehoben, was es einfach macht, auf die Schnelle die richtige Stelle zu finden. Die Zubereitungszeit finde ich teilweise etwas "sportlich" gewählt und dass das Essen in max. 20 Minuten auf dem Tisch steht ist leider teilweise ein Irrglaube, denn durch Gar-/Backzeiten erhöht sich diese über diesen Zeitrahmen hinaus. Die Autorin gibt Tipps zur Vorratshaltung und Vorbereitung sowie Speed-Tipps. Teilweise wird auf Fertigprodukte zurück gegriffen, z.B. bei Teigen und Teigwaren. Nährwertangaben findet man im Buch nicht, kann diese aber im Internet einsehen, ebenso können hier die Rezepte an die Personenzahl angepasst und Einkaufslisten abgerufen werden.
Die Rezepte bieten von Salaten, Brotaufstrichen/-belägen und Pestos über leicht sowie deftig und knusprig bis hin zu Smoothies und süßen Köstlichkeiten sicher für jeden Geschmack eine tolle Auswahl. Ein Rezept- sowie Zutatenregister und sinnvolle Kapiteleinteilungen lassen schnell das passende Rezept finden. Teilweise werden Zutaten verwendet, die mir nicht geläufig sind. Viele Rezepte beinhalten aber ausschließlich gewöhnliche Zutaten und beschränken sich auch auf eine relativ kurze Zutatenliste. Wir haben auf die Schnelle aus jedem Kapitel bereits ein Gericht ausprobiert, einfach weil einige dabei sind, die uns sofort das Wasser im Munde zusammen laufen ließen und sofort getestet werden mussten, und sind sehr begeistert von Geschmack und Schnelligkeit der Zubereitung. Dieses Kochbuch wird deswegen mit Sicherheit noch viel Einsatz in unserer Küche finden und ich vergebe sehr gerne fünf glänzende Sterne dafür.

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(61)

80 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

sylt, liebe, meer, familie, strand

Meer Liebe auf Sylt

Claudia Thesenfitz
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548288475
Genre: Liebesromane

Rezension:


Mich hat das Buch "Meer Liebe auf Sylt - Ein Glücksroman" von Claudia Thesenfitz sehr angesprochen, weil ich zum Einen sehr fasziniert bin von der Gegend, in der die Geschichte spielt, zum Anderen ließ das Thema viel erwarten. Nicht nur viel Witz und kurzweiliges Lesevergnügen, sondern auch Lebensweisheit, wichtige Erkenntnisse und am Ende positive Wendungen im Leben der sehr gegensätzlichen Personen, die bisher kein großes Verständnis füreinander aufbringen konnten und in der Geschichte aufeinander treffen und zueinander finden müssen.
Am Besten gefallen hat mir Henrietta, die Mutter von Alexandra, und ihr Lebenswandel von der knallharten Mutter und  Karrierefrau, die Konsum und Luxus liebt, aber auch ein Leben im ruhigen Fahrwasser mit einem Mann lebt, den sie zwar nicht mehr aufregend findet, der ihr aber trotzdem mit seiner ruhigen Art gibt, was sie braucht, zu einer völlig losgelösten und liebenden Oma, die sich nicht mehr zu schön dafür ist, im Sand zu buddeln, die offen ist für Neues, sich sehr freizügig am Strand zeigen und dies lieben lernt, Bier aus der Dose trinkt und erkennt, dass sie Geld nicht reich macht und noch nie so glücklich war wie die Tage mit ihrer Familie auf Sylt. Ganz anders dagegen Ulla, die Mutter von Marcus, Alexandras Mann, überzeugte Esoterikerin und Veganerin, die sich nichts um Körperpflege und Mode schert, bewusst lebt und die Achtsamkeit in Person ist. Diese beiden Welten treffen auf Sylt aufeinander, wo Emmas zweiter Geburtstag gefeiert werden soll. Dass Alexandra plötzlich unangekündigt in die USA verschwindet und ihrem Mann hinterher reist um ihre Ehe zu retten bzw. die Affäre von Marcus aufzudecken, macht die Situation der beiden Omas nicht gerade leichter. Mit viel Wortwitz erzählt die Autorin die gemeinsamen Tage der zwei grundverschiedenen Frauen, die sich anfangs stark bekriegen, aber schließlich doch mehr und mehr annähern können, jede der Beiden sich auf die Ansichten der Anderen einlassen kann und sich tatsächlich eine Zuneigung entwickelt, die bedingt durch Henriettas Lebenswandel auch nicht unrealistisch erscheint.
Zu verdanken haben sie auch einen Großteil davon der kleinen Emma, die jeden sofort in ihren Bann zieht und auch das härteste Herz erweichen und belehren kann. Auch Alexandras Schwester Jana trifft schließlich auf Sylt ein, und obwohl sie sieht, wie anstrengend das Leben mit Kleinkind ist und sich nicht wirklich vorstellen kann, ihr Leben für ein Kind umzukrempeln, ändert sich auch ihre Sicht auf die Dinge, umso mehr Zeit sie mit Emma verbringen darf. Emma ist für mich sehr faszinierend und die Situation mit Kleinkind sehr realistisch und wunderbar dargestellt und zeigt genau auf, was es bedeutet, ein Kind zu haben. Die Strapazen, aber auch das Glück, das es mit sich bringt.
Dagegen nicht gefallen hat mir die Handlungsweise von Alexandra, Emma einfach zurück zu lassen wäre für mich in ihrer Situation keine Option, selbst wenn die Geschichte darauf basiert. Zudem ist mir die Zahl der betrogenen Partner deutlich zu hoch gewählt, auch wenn Henriettas Geschichte und ihre Gefühle gut dargestellt sind. Die Kapitelüberschriften in Form der Namen der darin vorkommenden Personen waren für mich überflüssig.
Die Geschichte hat sehr gute Ansätze, ist sehr flüssig zu lesen, hat viel Witz aber auch nötigen Tiefgang und mit Henrietta, Ulla und Emma durchaus liebenswerte Figuren, mit denen man sehr gerne die Zeit auf Sylt verbringt. Ich vergebe hierfür vier glänzende Sterne und durchaus meine Leseempfehlung, sich ebenfalls von Emma belehren zu lassen ;-).

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pasta, nudeln, vegetarisch, kochbuch, kochen

Mia liebt Pasta

Mirja Hoechst
E-Buch Text: 136 Seiten
Erschienen bei Thorbecke, 13.02.2017
ISBN 9783799510776
Genre: Sachbücher

Rezension:


Ich liebe Kochbücher sehr, deswegen war es selbstverständlich, dass ich auch "Mia liebt Pasta" von Mirja Hoechst unbedingt ausführlich testen wollte. Zum Einen mag ich Kochbücher ihrer Optik wegen und blättere sie gerne immer wieder durch, ohne speziell etwas kochen zu wollen. Einfach um mich an den Bildern von den Gerichten und der Aufmachung allgemein zu erfreuen. Schon das Cover dieses Buches spricht durch die sehr sympathische Abbildung der Autorin extrem an. Es wirkt frisch und modern und man möchte zu gerne mit Mia, wie sich die Autorin nennt, in ihr Werk eintauchen. Und auch innen macht das Buch einiges her mit sehr vielen ganzseitigen Fotos, die definitiv Lust machen, die Rezepte auszuprobieren! Die Rezepte selbst sind sehr gut lesbar und sehr übersichtlich gestaltet und der Text großzügig über den vorhandenen Platz verteilt, was das nachkochen vereinfacht. Ebenso die Anmerkungen und Tipps der Autorin zu den einzelnen Rezepten finde ich sehr gelungen.
Zum Anderen mag ich Kochbücher, weil wir viel Wert darauf legen, immer frisch zu kochen, und mir gerne neue Anregungen hole. Das Buch bietet eine breite Palette an Rezepten, von Grundrezepten über gekocht, gefüllt, gebacken und gekühlt bis hin zu gesüßt findet sicher jeder etwas für seinen Geschmack. Etwas negativ fällt mir hierzu jedoch auf, dass bei keinem Rezept die Zubereitungszeit genannt ist, was für mich schon wichtig ist es ungefähr zu wissen, wann ich starten muss damit das Essen pünktlich auf dem Tisch steht. Zudem fehlen sämtlichen Angaben zu Nährwertinformationen und dass das Buch nur vegetarische Rezepte enthält, erkennt man leider auch erst beim Durchblättern. Besonders gefällt mir dagegen, dass es Zubereitungsarten gibt, die ich noch nicht angewandt habe, so z.B. die "One-Pot-Pasta", Nudeln aus Gemüse und die drei Varianten von Nudelteig sowie Färbemöglichkeiten. In wenigen Rezepten werden nicht alltägliche Zutaten wie z.B. Tamarindenpaste verwendet. Die Autorin legt sehr viel Wert auf Gemüsebeilagen bzw. -füllungen und präsentiert so viele Rezepte, die mir neu sind und durchaus interessant klingen. Die gesüßten Varianten sind leider nicht ganz unser Geschmack, aber in den anderen Kapiteln konnten wir schon sehr gute Rezepte ausprobieren. Auch mein erster Test der selbst gemachten Pasta hat gut geklappt, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dies in den Alltagsspeiseplan aufzunehmen, dafür ist man wohl mit der Auswahl an gekauften Nudeln zu sehr verwöhnt!? Auch muss ich ehrlich sagen, dass meine Familie sich nicht so experimentierfreudig zeigt und einige Rezepte von vorne herein verschmäht, auch wegen der fehlenden "Fleischbeigabe". Insgesamt möchte ich vier glänzende Sterne vergeben.

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erin watt, paper princess, liebe, new adult, erotik

Paper Princess

Erin Watt , Lene Kubis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492060714
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Das Buch "Paper Princess - Die Versuchung" von Erin Watt hat mich sofort angesprochen, auch wenn es sich eigentlich um Jugendliteratur handelt. Die ersten Seiten ließen eine gute Geschichte erwarten, von der Protagonistin Ella war ich sofort angetan ihrer toughen Art wegen, die sie mit ihren 17 Jahren an den Tag legt, und ihrem Schicksal, das ihr in ihrem bisherigen Leben widerfahren ist. Auch das Cover spricht durch die Glitzerkrone, die wie auf das Buch gemalt wirkt, sofort an.
Und wie nicht anders erwartet, hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten, sie war flüssig und kurzweilig zu lesen, lässt den Leser in das Leben der "Reichen und Schönen" eintauchen, welche Probleme, Sorgen und Gedanken sie haben. Ella rutscht in diesen Kreis hinein, als sich Callum Royal als ihr Vormund vorstellt. Ella hatte bis dahin kein leichtes Leben. Eine schwierige Kindheit, von ihrem Vater so gut wie keine Informationen, eine Mutter, die ständig neue Lover hatte und mit ihr von einem Ort zum nächsten zog. Als diese an Krebs erkrankte nahm Ella neben der Schule verschiedene Jobs an, um die Medikamente und den Lebensunterhalt zu finanzieren, zuletzt sogar als Stripperin. Nach dem Tod ihrer Mutter fälschte sie deren Unterschrift und wollte alleine für sich sorgen, bis Callum auftauchte... Callum ist Multimillionär, alleinerziehender Vater von fünf Söhnen und bester Freund ihres Vaters Steve, der vor kurzem ebenfalls verstorben ist. Ella hat plötzlich ein ganz anderes Leben, und ganz andere Sorgen. Ihre "Brüder" begegnen ihr mit Feindseligkeit, nur Callum kümmert sich sehr fürsorglich um sie, was nur für noch mehr Missstimmung sorgt. Auch in ihrer neuen Schule stößt sie nur auf Abneigung und Vorurteile, da ihre Vergangenheit als Stripperin überall bekannt zu sein scheint.
Ella ist für mich eine tolle Protagonistin, die mir mit ihrer Art sehr gut gefällt. Für ein 17jähriges Mädchen ist sie mental und verbal sehr stark, gibt ihren Kontrahenten erstklassig kontra und kann es äußerlich sehr gut verbergen, wenn ihr eine Situation missfällt. Sie setzt sich immer gekonnt durch, egal welche Steine und Peinlichkeiten ihr in den Weg gelegt werden, darf den gewünschten Job in einer Bäckerei behalten, auch wenn ihre "Brüder" ihr ständig vorhalten, sie würde den guten Ruf der Royals ruinieren. Mit ihrer umwerfenden Art schafft sie es schließlich, das Eis in ihrer neuen Familie zu brechen und zieht auch Callums Söhne mehr und mehr auf ihre Seite, was sich am Ende zu einer richtig guten Freundschaft entwickelt und nicht nur das, mit Reed, der ihr trotz seiner kalten Art von Anfang an imponiert hat, entwickelt sich eine wunderschöne zaghafte Beziehung, die am Ende des Buches leider zerstört wird und Ella zur Flucht zwingt.
Ich fand es sehr interessant, hinter die Fassaden einer reichen Familie geführt zu werden. Im Laufe des Buches wird immer mehr klar, warum sich die Söhne verhalten wie sie sind. Sie lassen ihren Frust in Form von Feindseligkeit, Schlägereien, Alkohol und Spielsucht an ihrem Vater und ihren Mitmenschen aus. Die Söhne selbst halten jedoch zusammen wie Pech und Schwefel. Ella hilft ihnen schließlich, sich etwas zu öffnen und umdenken zu lassen, dass Gewalt nicht immer der richtige Weg ist. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weiter geht, mich konnte sie fesseln und überzeugen und ich freue mich sehr auf Band 2!

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