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39 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

australien, zwei zeitebenen, spannungsroman, romer, anna romer

Am dunklen Fluss

Anna Romer , pociao , Roberto Hollanda
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.03.2017
ISBN 9783442486267
Genre: Romane

Rezension:

Leider hat es mir nicht so gut gefallen. Den Schreibstil fand ich stellenweise etwas Mau und besonders bei den Dialogen hatte ich oft das Gefühl, Teil einer billigen Soap zu sein. Wie es bei solchen Büchern üblich ist, gibt es zwei verschiedene Zeitebenen, von der mir die Vergangenheit wesentlich besser gefallen hat. Generell finde ich die Umsetzung nicht sonderlich gut gelungen. Die Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist mir etwas zu lasch gewesen weshalb ich nicht das Gefühl hatte eine zusammenhängende Geschichte zu lesen, sondern eher zwei unabhängige Geschichten. Mich konnte das Buch leider nicht wirklich überraschen, da ich viele Dinge vorweg schon erahnen konnte. Außer die finale Auflösung. Die konnte mich überraschen - leider aber eher im negativen Sinne🤔 Ich kann es leider nicht empfehlen.

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(66)

124 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

england, geheimnisse, paula hawkins, into the water, thriller

Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.

Paula Hawkins , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.05.2017
ISBN 9783764505233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich denke so gut wie jedem wird der Debüt-Roman der Autorin zumindest vom Titel her bekannt sein. „Girl on the Train“ hat damals hohe Wellen geschlagen und wurde zudem auch noch erfolgreich verfilmt. Ich habe das Buch damals auch gelesen und war davon recht begeistert. Aus diesem Grund wollte ich auch „Into the Water“ lesen.

Leider konnte mich das zweite Werk der Autorin nicht annähernd so begeistern. Ganz im Gegenteil: Stellenweise war es wirklich ein Kampf und ich habe oft überlegt, das Buch abzubrechen.

Eines der größten Mankos sind die ständigen Wechsel der Perspektiven und auch der Zeiten. Gefühlt ist von allem irgendwie zu viel. Das Potenzial ist hier sehr groß, die Charaktere schließlich zu verwechseln oder mit den Zeiten durcheinander zu kommen. Die Kapitel werden jeweils mit den Namen der Charaktere  beschriftet, aus deren Perspektive nun erzählt wird und auch bei den Seitenzahlen steht immer der entsprechende Name. So wird zumindest versucht, größere Verwirrungen zu verhindern, doch stellenweise reicht dies einfach nicht.

Trotz der hohen Anzahl an Charakteren war nicht einmal einer dabei, den ich annährend sympathisch fand. Alle haben sich irgendwie merkwürdig verhalten, noch dazu war bei einigen eine deutliche Veränderung der Persönlichkeit festzustellen, die viel zu plötzlich auftreten und nur da sind, damit die Geschichte irgendwie Sinn macht.

Ebenfalls ein großer Kritikpunkt: Die Spannung. „Into the Water“ ist kein Thriller, das ist mir bewusst, aber es wird als Spannungsroman deklariert und das passt meiner Meinung nach überhaupt nicht. Die Geschichte zieht sich pausenlos in die Länge und von Spannung kann hier nicht die Rede sein. Es war einfach langweilig.

Fazit

Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut und wurde leider sehr enttäuscht. Ich mochte weder die Charaktere, noch konnte mich die Geschichte wirklich packen. Ich kann das Buch leider nicht empfehlen.

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(481)

958 Bibliotheken, 12 Leser, 11 Gruppen, 96 Rezensionen

thriller, serienmörder, mord, neuseeland, psychopath

Der siebte Tod

Paul Cleave , Martin Ruf
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 02.04.2007
ISBN 9783453432475
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie schon im Klappentext ersichtlich wird diese Geschichte (zum größten Teil) aus der Sicht des Killers erzählt. Diese Idee ist nicht neu – aber immer wieder sehr interessant und erfrischend. Joe ist ein einfacher Mann, der sich dümmer stellt als er eigentlich ist, sodass er von allen Menschen um sich herum unterschätzt wird. So entsteht die skurrile Situation, dass ausgerechnet er als unser Killer im Polizeipräsidium als Putzmann/Hausmeister arbeitet und dabei zusehen kann, wie die Polizisten gegen ihn ermitteln und dabei absolut keine Ahnung haben, dass der Täter längst unter ihnen ist.

Noch interessanter wird es, weil Joe nicht nur mordet sondern selbst die Rolle des Ermittlers einnimmt. Denn Jemand nutzt seine Mordserie um selbst einen Mord zu vertuschen und schiebt ihm ein zusätzliches Opfer unter – und das passt ihm gar nicht. Deshalb geht er selbst auf Spurensuche und nutzt dabei natürlich ganz andere Wege als die Polizei. Wirklich gut gemacht!

Joe an sich ist ein Charakter, mit dem man klar kommen muss. Er hat einen gewissen schwarzen Humor, der mir sehr gut gefallen hat, aber ein wirklicher Sympathieträger ist er nicht. Was aber auch Sinn macht, schließlich handelt es sich bei ihm um einen Killer und die sollen in der Regel auch nicht sympathisch sein.
Man merkt, dass er zwar intelligent, aber psychisch kaputt ist. Dies wird besonders im Bezug auf seine Mutter deutlich, denn da spielen seine Gedanken und Empfindungen erst recht verrückt. In der einen Sekunde liebt er sie über alles, in der anderen versucht er sie zu vergiften. Diese durchaus realistische Darstellung fand ich auf Dauer etwas anstrengend.

Einen großen Stellenwert in der dieser Geschichte nimmt auch eine Frau namens Melissa ein. Was es mit ihr auf sich hat wird an dieser Stelle nicht verraten, doch auch mit ihr hatte ich so meine Probleme. Die Idee hinter ihrer Person fand ich sehr gut und durchaus auch sehr spannend, leider hat sie aber auch den Fokus sehr auf sich gezogen und so unseren Protagonisten Joe etwas verblassen lassen. Sie lenkt meiner Meinung nach zu sehr von der eigentlichen Geschichte ab.

Fazit

Ein interessanter Thriller, der durchaus lesenswert ist, meiner Meinung nach aber auch ein paar Schwachstellen hat. Ich werde die „Reihe“ aber definitiv fortführen.

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(243)

449 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 42 Rezensionen

thriller, entführung, vergewaltigung, kanada, therapie

Still Missing – Kein Entkommen

Chevy Stevens , Maria Poets
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 15.05.2012
ISBN 9783596512447
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Besondere an diesem Buch ist definitiv die Perspektive. Als Leser nimmt man die Position einer Therapeutin ein und unsere Protagonistin Annie erzählt uns ihre Geschichte. Sie spricht uns dabei direkt an und da die Therapeutin auf Annies Wunsch hin nie antwortet ist dieses Buch im Prinzip ein einziger Monolog. Wirklich gut gemacht!

Auch das Setting kann sich sehen lassen. Die Geschichte spielt in einer fiktiven Stadt auf Vancouver Island, einer kanadischen Insel. Und die Umgebung wird wirklich wunderschön und bildhaft beschrieben. Dies ist allerdings auch kein Wunder, denn die Autorin selbst stammt von dieser Insel.

Die Geschichte beginnt spannend. Annie wird aus heiterem Himmel entführt und gefangen halten. Dass ihr aus diesem Martyrium die Flucht gelingt ist allerdings von Anfang an klar, schließlich schildert sie der Therapeutin ihre Geschichte. Dementsprechend ist das auch nicht Teil der Spannung, viel mehr wird diese durch die Frage erzeugt, wie ihr die Flucht denn nun gelingt und vor allem: Warum sie denn eigentlich entführt wurde.

Doch Annie schildert nicht nur ihre Gefangenschaft, sondern auch ihren Umgang mit den Folgen davon. Sie beschreibt anschaulich, wie sie mit diesem Trauma klar kommt und Schritt für Schritt in ein normales Leben zurückfindet. Wobei auch hier Spannung erzeugt wird, denn durch gewisse aktuelle Erlebnisse wird klar: Der Horror ist noch nicht vorbei.

Insgesamt hatte ich wirklich Spaß dieses Buch zu lesen. Der Aufbau war interessant, die Geschichte sowieso und über Spannung konnte ich mich auch nicht beklagen (auch wenn es zwischendurch mal kleine Längen gab). Doch dann kam das Ende und das hat mir im Grunde fast das ganze Buch versaut.

Das Motiv hinter der Geschichte, der Grund warum Annie überhaupt entführt wurde, empfand ich als so dermaßen an den Haaren herbei gezogen, dass es mich wirklich wütend gemacht hat. Sehr, sehr schade! Da wäre wesentlich mehr drin gewesen.

Fazit

Im Grunde ein solider Thriller, der mit einem anderen Ende wesentlich besser gewesen wäre. Hier wurde Potenzial verschenkt! Ansonsten glänzt dieses Buch mit einer außergewöhnlichen Perspektive und einem schönen Setting.

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(235)

462 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 79 Rezensionen

england, bristol, familie, historischer roman, familiensaga

Spiel der Zeit

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.07.2015
ISBN 9783453471344
Genre: Historische Romane

Rezension:

Kommen wir erst einmal zum Aufbau: Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zu Beginn eines solchen Abschnittes wird genau angezeigt, um welchen Charakter es sich handelt und in welchem Zeitraum diese Perspektive spielt. Ändert sich die Perspektive, ist es meistens der Fall, dass sich die Zeiträume weitestgehend überschneiden. So erfährt man das Geschehene auch aus einer anderen Sicht und manche Dinge erscheinen in einem etwas anderen Licht.

Dieser Aufbau ist etwas heikel, da so natürlich einige Sachen immer wieder beschrieben werden und man eben so einige Wiederholungen hat. Noch dazu sind die Erkenntnisse, die man aus einer anderen Perspektive gewinnt, nicht unbedingt immer besonders wichtig für die eigentliche Story.

Ebenfalls problematisch an diesem Aufbau ist die Tatsache, dass dem Leser Geheimnisse quasi von Anfang an bekannt sind. Man bekommt alles sofort auf einem Silbertablett präsentiert und das wenige, was den Leser dann noch überraschen könnte ist absolut vorhersehbar.

Ein Beispiel (natürlich spoilerfrei): Im Prolog erfährt der Leser quasi schon das größte Geheimnis, welches sich durch die ganze Geschichte zieht. Aufmerksame Leser dürfte da schon klar sein, was sich da abspielt, alle anderen sind spätestens bis zum Mittelteil ebenfalls im Bilde. Nur wenige Charaktere wissen von diesem Geheimnis, alle anderen sind natürlich ahnungslos. Der Leser begleitet die Ahnungslosen also über 500 Seiten hinweg und muss immer und immer wieder miterleben, wie diese sich Fragen, warum die Geheimnisträger sich stellenweise so merkwürdig verhalten. Permanent fallen Sätze wie „Ich kann einfach nicht nachvollziehen warum er das tut!“ was mich auf Dauer einfach nur noch genervt hat.

Leider bin ich mit komplett anderen Erwartungen an diese Geschichte herangegangen. Ich habe mir eine verzweigte Familiengeschichte gewünscht, eventuell mit kleinen Machtspielchen und einigen Geheimnissen. Doch keines dieser Erwartungen wurden erfüllt. Das fing schon mit dem Schreibstil an, der zwar gut lesbar, allerdings nicht gerade gehaltvoll ist. Der Autor schreibt sehr simpel und was für mich ein besonderes Manko war: Er ist nicht gerade tiefgehend.

Generell hatte ich das Gefühl, der Autor klatscht mir ohne viel Mühe eine Geschichte vor die Nase. Ich habe den Tiefgang vermisst, Gefühle und vor allem Atmosphäre. Um die 20 Jahre werden in diesem Buch oberflächlich abgearbeitet und dabei wird nicht viel Zeit gelassen, mit den Charakteren mitzufühlen geschweige denn sie richtig kennen zulernen.

Müsste ich die Geschichte mit einem Wort beschreiben wäre dies: LIEBLOS.

Ein weiteres Beispiel (spoilerfrei): In der Geschichte wird wie aus dem Nichts ein Liebespaar präsentiert (wobei auch diese „Überraschung“ für den Leser überhaupt keine Überraschung war). Dieses soll aus der Sicht der anderen tatsächlich auch so plötzlich da sein. Da dieses Paar für die Geschichte aber sehr wichtig ist, war es für mich natürlich wichtig zu erfahren, wie die beiden zueinander gefunden haben. Kurz darauf folgt ein Abschnitt aus der Sicht eines der beiden Liebenden, weshalb ich in diesem Abschnitt eine dementsprechende Erläuterung erwartet habe. Aber nein! In Rekordzeit wird dieses Thema abgearbeitet und eine wirkliche Erklärung gibt es im Grunde einfach nicht. Sie liebte ihn einfach schon immer und bei ihm reicht es im Prinzip schon ihre Hand zu halten, damit daraus die große Liebe wird.

Das ist mir einfach zu wenig!

Wird eines der sagenumwobenen Geheimnisse gelüftet, ist die Reaktion darauf ebenfalls alles andere als tiefgehend. In einem Moment ist Jemand am Boden zerstört, auf der nächsten Seite hat er es schon längst hingenommen und verschwendet keinen weiteren Gedanken mehr daran.

Mein einziger Lichtblick war ein Abschnitt in der Mitte des Buches, welches die Sicht des Charakters Jack erzählt. Ich mochte Jack bis zu einem gewissen Punkt ganz gerne und sein Abschnitt hatte mir ein wenig Hoffnung gegeben, da ich dort den erhofften Tiefgang zumindest teilweise bekommen habe. Leider blieb es auch dabei, denn danach ging es genauso oberflächlich weiter.

Das Ende war im Grunde dann die Krönung, denn was die Dramaturgie betrifft hatte dies wirklich schon Ähnlichkeit mit einer schlechten Soap.

Fazit

Insgesamt bietet die Geschichte eine Menge Potenzial, aber die Umsetzung ist für mich einfach nur mies. Im Eiltempo vergehen die Jahre, sodass ich als Leser kaum die Gelegenheit hatte, mich mit den Charakteren oder der Umgebung zu befassen. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, als hätte der Autor sich generell nicht viel Mühe gegeben. Als hätte er das Buch geschrieben, weil er es musste und nicht weil er es wollte. Mir fehlte es definitiv an Gefühl, Tiefgang und auch Atmosphäre.

Ich werde diese Reihe wohl nicht mehr fortsetzen.

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(1.347)

2.646 Bibliotheken, 60 Leser, 13 Gruppen, 164 Rezensionen

fantasy, zamonien, bücher, hildegunst von mythenmetz, buchlinge

Die Stadt der träumenden Bücher

Walter Moers
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2006
ISBN 9783492246880
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich bin eigentlich kein Fan von Fantasy in Büchern. Wenn, dann ertrage ich das nur in einem kleinen Rahmen, von selbst erdachten Welten nehme ich generell Abstand. Aber von diesem Buch wurde so viel gesprochen und es wurde so dermaßen in den Himmel gelobt, dass ich es unbedingt mal probieren wollte. Und siehe da – es hat bestens funktioniert!

„Die Stadt der träumenden Bücher“ ist mein erstes Buch von Walter Moers und wird garantiert nicht mein letztes sein.

Ich habe noch nie eine Geschichte gehört, die so fantasievoll und unterhaltsam ist. Auf jeder Seite merkt man die Liebe zum Detail, sei es bei der ulkigen Namensgebung oder den absurden Romantiteln. Dieses Buch hat einen Charme, den man sich kaum entziehen kann.

Doch fangen wir von vorne an: Der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz macht sich auf den Weg nach Buchhaim, einer Stadt, in der es überall um Bücher geht. Er möchte das Rätsel eines mysteriösen Manuskripts lösen und lernt dabei die merkwürdigsten Wesen kennen. Noch dazu begibt er sich in außerordentliche Gefahr.

Der Einfallsreichtum, den Moers hier zum Besten gibt, scheint dabei keine Grenzen zu kennen. Jeder noch so unwichtige Charakter bekommt einen Namen, jedes Buch einen Titel. Er beschreibt die verschiedensten Epochen der Literaturgeschichte und würzt diese mit jeder Menge Humor. Für ihn ist keine Idee zu absurd.

Dementsprechend wird man als Leser von Namen und Anekdoten regelrecht erschlagen, wobei man jedoch schnell merkt welche Namen wirklich wichtig sind und welche nicht. Also keine Sorge, man muss sich nicht jeden Namen merken.

Besonders angetan haben es mir hier die Buchlinge. Und hier hat sich Moers ebenfalls etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Denn der Name jedes Buchlings ist ein Anagramm für einen realen Schriftsteller. So kann man während des Lesens miträtseln, was sich hinter den Namen verbirgt. Auch hier wird wieder deutlich, wie viel Liebe und Arbeit Moers in diese Geschichte gesteckt hat.

Ebenfalls zu erwähnen sind die wunderschönen Illustrationen in diesem Buch. Als hätte der Autor nicht schon genug Liebe zum Detail in der Geschichte bewiesen, stammen auch diese Illustrationen aus seiner Feder. Ein Gesamtpaket, das sich sehen lassen kann.

Fazit

Ich habe irgendwo mal gelesen, dass dieses Buch als „Eine Liebeserklärung an die Literatur“ beschrieben wurde. Und das kann ich hundertprozentig unterschreiben! Ein absolutes Meisterwerk!

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121 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

thriller, mystery, die drei, kinder, flugzeugabstürze

Die Drei

Sarah Lotz , Eva Bonné
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 11.08.2014
ISBN 9783442313716
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Drei“ von Sarah Lotz ist ein wahrlich spezielles Buch und ich kann mir durchaus gut vorstellen, dass einige Leser nichts damit anfangen können. Bei mir hat es zur richtigen Zeit den richtigen Nerv getroffen – ich finde es großartig!

Doch fangen wir von vorne an: Allein der Aufbau überrascht. Nach einem intensiv geschriebenen Prolog folgt nämlich ein Buch. Jawohl, ein Buch. Die fiktive Autorin „Elspeth Martins“ hat ein ebenso fiktives Sachbuch mit dem Titel „Schwarzer Donnerstag – Vom Absturz zur Verschwörung. Die wahre Geschichte der Drei“ geschrieben. Wir haben hier also ein Buch im Buch.
In diesem hat sie im Laufe einer langen Recherche die Hintergründe und vor allem Folgen der Flugzeugabstürze dargelegt. Verschiedene Personen kommen hier zu Wort: Ersthelfer schildern ihre Erlebnisse am Unfallort, Angehörige den Umgang mit den überlebenden Kindern; es gibt Chat-Protokolle, Zeitungsartikel, Interviews und vieles mehr. So setzt sich nach und nach die Geschichte zusammen.

Das sich hinter „Die Drei“ ein fiktives Sachbuch verbirgt mag zwar etwas trocken klingen – ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil: Die kurzen Einblicke verschiedener Personen verleiten zum Weiterlesen ganz nach dem Motto „Ein Kapitel schaff‘ ich noch! (Und dann noch eins und dann noch eins„. Und zwischen den recht neutralen Informationen und Berichten wird es auch mal emotional, so schildern die Angehörigen, wie sie vom Flugzeugabsturz erfahren und Ersthelfer berichten von den Trümmern und der Suche nach Überlebenden.
Insgesamt haben wir hier also eine gute Mischung aus Sachbuch und der nötigen Tiefe.

Es kommen viele Personen zu Wort, die zu Beginn jedes Kapitels vorgestellt werden. Man sollte also schon ein wenig aufpassen, wobei man jedoch auch schnell merkt, dass man sich nicht jeden Namen merken muss. Speziell die Charaktere aus dem näheren Umfeld der Kinder bekommen mehr Aufmerksamkeit und sind somit unsere Protagonisten.

Das dieses Buch als Thriller kategorisiert wurde, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Geschichte hat etwas von einem Mystery-Thriller, das Erzähltempo ist aber eher langsam und diese typische Spannung, die man bei einem Thriller erwartet, ist auch nicht gegeben. Ich würde es eher als Roman mit Horror/Mystery-Elementen bezeichnen, welches eine recht hohe Sogwirkung haben kann.

Besonders interessant ist hierbei der Blick auf die menschlichen Reaktionen und deren Folgen. Die fiktive Autorin legt nicht nur die Tatsachen dar, sie durchleuchtet auch die wilden Spekulationen, die seit den Abstürzen kursieren. Fanatische Gruppen glauben an den Weltuntergang, andere an Aliens. Und was hier eventuell etwas verrückt klingen könnte, ist es im Grunde gar nicht, denn seien wir doch einmal ehrlich: Das ist keine Fiktion. Die Welt ist nun einmal verrückt.
Und dann fallen ein paar Sätze, die einen selbst daran zweifeln lassen…

Auch mit dem Ende wird vermutlich nicht jeder einverstanden sein – für mich hat es allerdings Sinn ergeben und fügt sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.

Fazit

Eine spezielles Buch mit einem besonderen Aufbau. Man wird mit einem besonderen Leseerlebnis belohnt, wenn man sich darauf einlassen kann. Mich hat es von Anfang an fasziniert und nicht mehr losgelassen. Sarah Lotz werde ich auf jeden Fall im Auge behalten und ihr zweites Buch „Tag Vier“ ist schon auf meiner Wunschliste

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62 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

joel dicker, familie, niedergang amerika, cousins, dicker

Die Geschichte der Baltimores

Joël Dicker , Andrea Alvermann , Brigitte Große
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2017
ISBN 9783492310796
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe letztes Jahr „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ von Joel Dicker gehört und war dem Autor damit sofort verfallen. Mit „Die Geschichte der Baltimores“ ist er nun endgültig mein Lieblingsautor geworden.

Im Mittelpunkt steht – wie bereits bei „Harry Quebert“ – Marcus Goldmann, ein junger, erfolgreicher Schriftsteller. Er beschließt die Geschichte seiner Familie niederzuschreiben und beginnt die Hintergründe zu recherchieren. Denn die damalige Katastrophe, von der immer wieder die Rede ist, ist ein wichtiger Punkt in seinem Leben, welches ihn schwer erschüttert hat. Er begibt sich auf die Suche nach den Hintergründen und erkennt, dass eine Geschichte nicht nur eine Wahrheit beinhalten muss und dass die Wahrnehmung eine ganz wichtige Rolle spielt.

Auf zwei Zeitebenen wird der Leser zunächt an die Begebenheiten heran geführt. Die Charaktere werden vorgestellt und 20 Jahre Familiengeschichte nach und nach erläutert. Dabei lässt sich Dicker viel Zeit, was aber überhaupt nicht störend wirkt. Ganz im Gegenteil: Ich habe jede Minute genossen und konnte gar nicht genug von den Goldmans bekommen.
Schritt für Schritt kommt der Leser der Katastrophe immer näher. Die Handlungen verstricken sich, man beginnt zu rätseln und mitzufiebern.

Ich habe mich schon bei „Harry Quebert“ in den Schreibstil von Dicker verliebt, der tiefgehend, elegant und zeitgleich wunderbar leicht ist.  Nach den „Baltimores“ kann ich nur wieder bestätigen: Dieser Mann kann einfach schreiben!

Die Geschichte glänzt mit viel Gefühl, einem gewissen Grad an Spannung und hat auch einige Überraschungen zu bieten. Ich bin der Geschichte komplett verfallen und meine sehr hohen Erwartungen wurden absolut erfüllt.

Muss man „Harry Quebert“ gelesen haben um diese Geschichte zu verstehen?

Nein, muss man nicht. Beide Bücher haben zwar den selben Protagonisten, hängen so aber nicht zusammen. Man kann die Bücher lesen wie man will und braucht sich keine Sorgen über mögliche Spoiler zu machen.

Fazit

Mit „Die Geschichte der Baltimores“ hat sich Joel Dicker endgültig in mein Herz geschrieben. Ich warte schon sehnsüchtig auf sein nächstes Werk und kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Wer Familiengeschichten mag, der sollte es sich unbedingt mal ansehen.

Es mit dem Vorgänger „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ zu vergleichen finde ich sehr schwierig und gleichermaßen unfair, da sie sich allein schon im Genre unterscheiden (Harry Quebert hat starke Krimi-Anteile, Baltimore hat diese gar nicht).
Grundsätzlich hat mir „Harry Quebert“ ein kleines bisschen besser gefallen, wobei ich hier aber auf einem sehr hohem Niveau unterscheide. Beide Bücher konnten mich restlos begeistert.

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447 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

thriller, vergewaltigung, usa, cupido, mord

Cupido

Jilliane Hoffman
Flexibler Einband
Erschienen bei Axel Springer AG Verlagsgruppe Bild, 01.05.2012
ISBN 9783942656177
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe im Vorfeld nur Gutes über dieses Buch gehört, leider kann ich dem nicht zustimmen.

Das Buch beginnt stark. Die Jurastudentin Chloe wird brutal überfallen, der Leser bekommt teilweise sogar die Gedankengänge des Täters serviert. Hoffman beschreibt den Überfall an sich zwar nur bis zu einem gewissen Grad, doch das reicht schon aus um für Gänsehaut zu sorgen. Gerade bei alleinstehenden Frauen, die im Erdgeschoss wohnen, mag das eine Horrorvorstellung sein.

Danach fällt die Spannung leider rapide ab. Nach einem Zeitsprung von 12 Jahren begleiten wir die Staatsanwältin CJ Townsend, die den Fall um den Serienkiller Cupido bearbeitet. Dabei findet sie durch Zufall neue Spuren rund um den Überfall vor 12 Jahren.
Leider muss man sich hier durch viel Ermittlungsarbeit seitens der Polizei kämpfen, welche weder sonderlich spannend noch interessant ist. Und besonders die Dialoge zwischen den Ermittlern tun dabei richtig weh. Eine weibliche Autorin versucht ein witziges Geplänkel zwischen ein paar männlichen Polizisten zu schreiben und greift dabei so richtig tief in die Klischee-Kiste. Ein Machospruch folgt dem nächsten – im Grunde hätte nur ein „Deine Mutter“ – Witz gefehlt um dem Ganzen die Krone aufzusetzen (Zitat von Ashley, welchen ich sehr passend finde).

Aus diesem Grund waren mir die Polizisten, die doch recht viel Aufmerksamkeit bekommen, ziemlich unsympathisch. Allerdings konnte sich das im Laufe der Geschichte etwas legen. Die Machosprüche haben sie zum Glück irgendwann sein lassen. Zum Schluss hin waren sie mir fast schon sympathisch.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die unnötigen Szenen rund um die Streitereien mit dem FBI. Dieses versucht, den Cupido-Fall an sich zu ziehen, was einige Male zu Diskussionen rund um die Zuständigkeit führt. Diese Szenen hätten meiner Meinung nach komplett gestrichen werden können, da sie Null zur Geschichte beitragen und insgesamt nur nerven.

Leider braucht es sehr lange, bis die Spannung des Buches wieder steigt. Ungefähr bei Seite 300 gab es einen richtig starken Moment, der mich positiv überrascht hat und mich wieder etwas fesseln konnte. Halten konnte sich das aber leider auch nicht. Zwar war es danach besser als die 300 Seiten zuvor, doch richtig überzeugen konnte es mich nicht.
Gemessen an der gesamten Seitenzahl sind 300 Seiten gähnende Langeweile einfach zu viel.

Auch dem Ende stehe ich eher kritisch gegenüber. Zum einen hatte ich leider sehr schnell den richtigen Riecher was die Auflösung angeht und damit keinen richtigen Überraschungsmoment, zum anderen empfand ich das Ende auch nicht unbedingt als logisch. Es gibt einige Aspekte die für mich einfach nicht schlüssig sind und schon fast sehr abgefertigt wirken, als wolle die Autorin einfach nur zum Ende kommen.

Fazit

Leider ein Flop! Lange Zeit nur pure Langeweile, für mich dann auch noch sehr vorhersehbar und zum Ende hin auch nicht gerade logisch. Aus der guten Grundstory hätte man mehr machen können. Leider verliert sich die Autorin in unnötigen Liebesgeschichten, Ermittlungsarbeit und Zuständigkeits-Scherereien.

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55 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

kinder, tod, angst, pädophile, thriller

Du stirbst nicht allein

Tammy Cohen , Bernd Stratthaus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.04.2017
ISBN 9783734104374
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe bereits „Während du stirbst“ von der Autorin gelesen und fand es damals echt gut. Leider konnte mich „Du stirbst nicht allein“ nicht so überzeugen. Und das ist noch nett ausgedrückt.

Fangen wir beim größten Problem an: Die Langeweile. Für mich kam zu keinem Zeitpunkt auch nur ein Hauch Spannung auf. Die Autorin verliert sich in Nebensächlichkeiten und Gefühlen und kommt nur in sehr langsamen Tempo in der Geschichte voran. Alles, was zur Spannung beitragen könnte, nutzt sie nicht. Sie schlägt verschiedene Wege ein und versucht zum Beispiel mit mysteriösen Briefen Spannung zu erzeugen, doch diese Wege werden quasi nebenbei komplett unspektakulär aufgelöst. Und die Auflösung ist dann auch noch so banal, dass sie einfach nur enttäuschen. Nichts davon kann überraschen, nichts wirklich fesseln.

Auch die Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Hier ist vor allem die Anzahl der Charaktere fatal, da es einfach zu viele sind. Die Autorin versucht jedem Charakter die nötige Tiefe zu geben, was ihr bei wenigen durchaus gelingt, bei den meisten aber eher nicht. Aufgrund der Menge nimmt dieses aber auch viel Platz in der Geschichte ein, sodass der Fall an sich – die Morde an den Kindern – kaum präsent ist.

Der Fokus liegt zu sehr auf dem Privatleben der Charaktere. Die Polizistin Leanne jammert pausenlos über ihre zerbrochene Ehe und die Tatsache, dass ihr Exmann ebenfalls an diesem Fall arbeitet bereitet ihr mehr Kopfzerbrechen als der Fall selbst. Die Journalistin Sally verliert sich ständig in vergangenen Liebeleien und ihre erbarmungslose Recherche, von der sie die ganze Zeit prahlt, ist eigentlich nur heiße Luft.
Noch dazu ist keiner der Charaktere ein wirklicher Sympathieträger. Die meisten haben mich größtenteils nur genervt mit ihren privaten Problemchen und unwichtigen Gedankengängen.

Wieso dieses Buch als Psychothriller ausgewiesen wird, ist mir generell ein Rätsel. Unter dem Begriff „Psychothriller“ erwartet jeder anscheinend etwas anderes und eine genaue Definition scheint es nicht zu geben. Deshalb möchte ich vorerst klären, was ich mir unter einem (guten) Psychothriller vorstelle:

Für mich ist ein Psychothriller eine Geschichte, die spannend ist (schließlich ist ein Psychothriller immer noch ein Thriller), dafür aber subtilere Werkzeuge benutzt um diese zu erzeugen. Der Fokus liegt auf der Psyche der Menschen und spielt im besten Falle auch mit der Wahrnehmung des Lesers. Es braucht kein großes Blutvergießen oder detailliert dargestellte Gewalt, genauso wenig wie großartige Action oder eine Verfolgungsjagd. Die Atmosphäre ist eher düster bis mysteriös und zieht den Leser so in seinen Bann.

Allein durch die nicht vorhandene Spannung kann man hier generell nicht von einem Thriller reden und dadurch auch nicht von einem Psychothriller. Auch die psychischen Aspekte sind eher Mau und tauchen im Grunde nur auf den letzten paar Seiten auf.

Der Schreibstil ist größtenteils in Ordnung. Er ist gut und recht schnell lesbar, wenn man nicht ab und an über Sätze stolpern würde, die den Lesefluss doch arg beeinträchtigen können. Typische Schachtelsätze muss man mehrere Male lesen um sie überhaupt zu verstehen. Einmal fiel sogar ein Satz ganz nach dem „Wenn du denkst, dann denkst du nur du denkst“- Klischee, was mich einerseits zum Lachen brachte (was bei einem „Psychothriller“ nicht unbedingt vorkommen sollte) und gleichzeitig genervt mit den Augen rollen ließ.
Fraglich ist hier jedoch, ob die Kritik wirklich der Autorin gilt oder der Übersetzung.

Das Ende beweist schließlich endgültig, dass sich die Autorin kaum Gedanken um eine schlüssige Handlung gemacht hat. Das ganze Buch über sind die privaten Dinge wichtiger, die Ermittlungen kommen so gut wie nicht voran. Aber da das Buch nun mal bald vorbei sein sollte, muss ja irgendwie eine Lösung her. Die Lösung kommt also in Form von Hinweisen, für die die Polizei aber nichts getan hat und ganz plötzlich so da sind. Auf den letzten 20 Seiten wird alles schnell abgefrühstückt und das war es dann.

Ich muss Tammy Cohen zu Gute halten, dass der Grundgedanke der Geschichte gar nicht mal so schlecht ist. Daraus hätte man wirklich etwas machen können. Aber das hat sie nicht. Bei der Umsetzung hat sie absolut versagt und sich in unwichtigen Dingen verloren.

Fazit

Ich habe schon viele Bücher gelesen, die ich im Nachhinein als schlecht empfunden habe. „Du stirbst nicht allein“ toppt für mich alle! Nervige Charaktere, deren Privatleben mehr im Fokus steht als der Fall und durchgehende Langeweile dominieren dieses Buch. Ich kann es überhaupt nicht empfehlen und habe mich sehr oft über dieses Buch aufgeregt.

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93 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

kate morton, familiengeheimnis, cornwall, das seehaus, liebe

Das Seehaus

Kate Morton , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Diana, 10.04.2017
ISBN 9783453359468
Genre: Romane

Rezension:

Vorweg muss ich eines klarstellen: Nach ca 120 Seiten bin ich auf das Hörbuch umgestiegen, welches leider nur in der gekürzten Version verfügbar ist. Grund ist die Menge an Text, mit der ich einfach nicht klargekommen bin. Kate Morton beschreibt die Umgebung und Situation ausführlich – sehr ausführlich, sodass ich mich vom Text über große Teile hinweg erschlagen gefühlt habe. Die langen Kapitel waren diesbezüglich ebenfalls nicht gerade hilfreich.
Für die besagten 120 Seiten habe ich länger gebraucht wie für so manches Buch, nach 10 gelesenen Seiten habe ich das Buch oft beiseite gelegt, da ich einfach eine Pause davon brauchte. Für mich war schnell klar: Quälst du dich weiter damit, rutscht du in eine Leseflaute. Da ich es aber auch nicht abbrechen wollte, ist die Entscheidung auf das Hörbuch gefallen. Und diese Entscheidung war für mich genau richtig!

Meine Probleme mit der Menge an Text mag eventuell an meiner momentanen Stimmung liegen oder daran, dass dieses Genre noch relativ neu für mich ist und ich mich erst einmal einfinden muss. Sowas ist auch oft einfach Geschmackssache, lasst euch davon also bitte nicht abschrecken.

Das Hörbuch ist leider drastisch gekürzt worden. Vieles habe ich somit gar nicht mitbekommen, weshalb ich mich in meiner Rezension auf das Wesentliche konzentrieren möchte: Die Haupthandlung.

Und diese mochte ich durchaus. Die Geschichte hatte einige Wendungen zu bieten, die gut konstruiert wurden. Trotz vieler gekürzter Beschreibungen konnte ich mir die Umgebung dennoch gut vorstellen und habe mich schon ein kleines bisschen in Cornwall verliebt. Die Charaktere waren allesamt sympathisch und gut ausgearbeitet, wobei sie doch auch ein bisschen dem Klischee entsprechen.
Mit den Zeitsprüngen hatte ich überraschender Weise überhaupt keine Probleme. Ich war im Vorfeld etwas in Sorge da durcheinander zu kommen, doch das war nicht der Fall. Zeitsprünge werden deutlich angezeigt, einzig die Perspektive muss man sich selbst erschließen, was ebenfalls kein großes Problem darstellt.

Die Auflösung des Ganzen hat mich dann auch noch positiv überraschen können. Ich hatte einige Ideen und Vermutungen, doch keines davon traf zu. Nur eine kleine Sache am Ende war für mich etwas vorhersehbar. Insgesamt war jedoch alles stimmig und ich freue mich, dass ich die Geschichte doch nicht abgebrochen habe.

Fazit

Meine Problematik mit der Bewertung habe ich ja ausführlich dargestellt. Die Haupthandlung finde ich durchaus gelungen, bis auf ein paar Kleinigkeiten wie zum Beispiel ein vorhersehbarer Teil beim Ende oder die teilweise klischeehaften Charaktere, die ich dennoch sehr mochte. Die Auflösung war gut durchdacht und konnte mich stellenweise wirklich überraschen.
Wirklich ignorieren, dass ich zu Anfang Probleme hatte, kann und will ich aber auch nicht. Ich habe mich nunmal durch die ersten 120 Seiten gequält ehe ich auf das Hörbuch umgestiegen bin.

Bewertung: 3/5 Sterne

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84 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

australien, familiengeschichte, queensland, anna romer, mord

Das Rosenholzzimmer

Anna Romer , pociao , Roberto Hollanda
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.07.2016
ISBN 9783442484423
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Zum einen hätten wir Audrey, die 2006 das Thornwood House erbt und kurzfristig entschließt, dieses doch nicht zu verkaufen und fortan dort gemeinsam mit ihrer Tochter zu Leben. Sie stößt auf die Geschichte von Samuel Riordan – dem Urgroßvater ihrer Tochter – der angeblich seine Geliebte Aylish ermordet haben soll. Die zweite Perspektive wäre dann genau diese Aylish in den 40er Jahren. Generell bekommt Audrey hier jedoch wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Aylish hat nur selten ein Kapitel aus ihrer Sicht, meistens wird ihre Sicht der Dinge durch Briefe deutlich.

Die Kapitel sind recht lang, was aber nicht unbedingt störend ist, da der Schreibstil angenehm lesbar ist. Man kommt recht schnell voran.

Gut gefallen hat mir das Setting und die Atmosphäre. Vorweg ist im Buch eine ausführliche Zeichnung über die Gegebenheiten enthalten, sodass man sich das alte Thornwood House und die Umgebung sehr gut vorstellen konnte. Zudem versteht die Autorin es, der Umgebung mit ihren Beschreibungen Leben einzuhauchen.

Die Geschichte rund um Samuel und Aylish ist nicht die einzige, der Audrey nachgeht. Auch der mysteriöse Tod von Glenda spielt eine Rolle und auch der Selbstmord von Tony – dem Vater von Audreys Tochter – wird thematisiert. (Keine Sorge, das ist kein Spoiler. All das wird in den ersten Seiten bereits erzählt)

Grundsätzlich ist also viel Potenzial vorhanden, doch für mich hat es leider etwas an der Umsetzung gemangelt. Gerade beim Mittelteil hatte ich ein kleines Tief, da ich kaum das Gefühl hatte, wirklich voran zu kommen. Vor allem, wenn Audrey ihre Gefühle beschreibt (was recht häufig der Fall war), kam es mir so vor, als würde ich ständig das gleiche lesen. Stellenweise war ich sogar genervt von Audrey.

Auch Aylish konnte mich nicht komplett überzeugen, da es einfach zu wenig Kapitel aus ihrer Sicht gab. So konnte ich ihren Charakter leider nicht richtig greifen.

Grundsätzlich gab es für mich zu viele Baustellen. Die Autorin bemüht sich, alle Themen in einer Geschichte unterzubringen, muss dafür aber stellenweise die anderen Handlungsstränge vernachlässigen, ehe diese wieder aufgegriffen werden. Für mich wäre das Ganze runder gewesen, hätte sie sich auf ein Thema oder meinetwegen auch zwei spezialisiert. So war es mir dann doch etwas zu viel.

Auch die Liebesgeschichte rund um Audrey war nicht so mein Ding. Diese erfüllt mal wieder das Liebe-auf-den-ersten-Blick-Klischee und wirkt an einigen Stellen doch sehr unrealistisch. Vor allem, wenn sie grundlos anfängt sich zu zieren, konnte ich mir das Augenrollen nicht verkneifen.

Nach dem Tief in der Mitte ging es gegen Ende aber wieder deutlich bergauf! Was die Auflösung des Ganzen betrifft, so war ich wirklich positiv überrascht. Die Autorin hat es geschafft mich damit wirklich zu begeistern. Alle Handlungsstränge finden ein gut durchdachtes, schlüssiges Ende und sind noch dazu richtig spannend.

Fazit

Bei der Bewertung dieses Buches tue ich mich ein wenig schwer. Die Geschichte beginnt gut, zieht sich im Mittelteil jedoch gewaltig. Zwischendurch hatte ich wirklich das Gefühl, mich durch die Geschichte zu quälen. Sowohl mit Audrey als auch mit Aylish hatte ich so meine Problemchen, doch das Ende war wiederum super!

Ohne das Ende würde meine Bewertung wahrscheinlich nicht so gnädig ausfallen, doch die gut durchdachte Auflösung konnte es doch noch etwas retten.

Bewertung: 3,5 Sterne

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(699)

1.357 Bibliotheken, 61 Leser, 11 Gruppen, 73 Rezensionen

england, 1. weltkrieg, deutschland, liebe, krieg

Sturz der Titanen

Ken Follett , Rainer Schumacher , Dietmar Schmidt , Tina Dreher
Flexibler Einband: 1.038 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 30.03.2012
ISBN 9783404166602
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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(52)

117 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

menschenaffen, sara gruen, bonobos, affenmenschen, medienkritik

Das Affenhaus

Sara Gruen , Margarete Längsfeld , Sabine Maier-Längsfeld ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2012
ISBN 9783499256196
Genre: Romane

Rezension:  
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(98)

233 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

stephen king, horror, kurzgeschichten, grusel, king

Basar der bösen Träume

Stephen King , Ulrich Blumenbach , Bernhard Kleinschmidt , Karl-Heinz Ebnet
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Heyne, 18.01.2016
ISBN 9783453270237
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Kurzgeschichtensammlung besteht aus folgenden Geschichten:

 Raststätte Mile 81 Premium Harmony Batman und Robin haben einen Disput Die Düne Böser kleiner Junge Ein Tod Die Knochenkirche Moral Leben nach dem Tod Ur Herman Wouk lebt noch Ein bisschen angeschlagen Blockade Billy Mister Sahneschnitte Tommy Der kleine grüne Gott der Qual Jener Bus ist eine andere Welt Nachrufe Feuerwerksrausch Sommerdonner

In der Taschenbuch-Ausgabe gibt es noch eine weitere Kurzgeschichte namens „Keksdose“. Da ich das Hardcover besitze und das Hörbuch ebenfalls darauf basiert, kann ich dazu keine Angaben machen.

~ + ~ + ~ + ~

Eine Kurzgeschichtensammlung zu bewerten ist schwierig. Es kommt immer mal vor, dass einem ein paar der Geschichten nicht zusagen und auch bei „Basar der bösen Träume“ war das für mich der Fall. Doch die guten Geschichten haben ganz klar dominiert.

Zum Aufbau: Vor jeder Kurzgeschichte gibt es einen kurzen Text über die Hintergründe der Geschichte. Stephen King erläutert, wie er auf die Idee gekommen ist und gibt nebenbei interessante und manchmal auch witzige Anekdoten zum Besten, die mir wirklich gut gefallen haben.
Die Länge der Kurzgeschichten unterscheiden sich massiv. Manche Geschichten haben nur wenige Seiten, andere sind deutlich länger. Beispielsweise hat „Kleiner Böser Junge“ 62 Seiten, „Premium Harmony“ nur 20 Seiten.

Auch die Genre sind vielseitig – wie man es nicht anders von King kennt (in einer Anekdote erklärt er selbst, dass Genre ihm egal sind). Ein bisschen Horror, ein bisschen Mystery, Kuriose Geschichten, Geschichten die ans Herz gehen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Es gibt sogar kleine Hinweise auf einige seiner Bücher. So wird „Christine“ in „Raststätte Mile 81“ erwähnt und „Der dunkle Turm“ spielt eine Rolle in „Ur“. In „Blockade Billy“ hat sich King sogar selbst eingebaut und spielt dort eine kleine Rolle.

Insgesamt bin ich positiv überrascht von dem Buch, da ich zuvor eher spektipsch war, ob mir Kurzgeschichten wirklich zusagen. Doch King hat mich wieder einmal eines Besseren belehrt. Trotz der wenigen Seiten waren mir die Charaktere nahe, ich konnte eine Verbindung zu ihnen aufbauen und mitfiebern.

Von den 20 Geschichten haben mir nur 2 nicht zugesagt, die restlichen fand ich mindestens okay, viele aber auch sehr gut. Hier eine genaue Auflistung mit den einzelnen Bewertungen:

Raststätte Mile 81 – 4/5 Premium Harmony – 3/5 Batman und Robin haben einen Disput – 3/5 Die Düne – 5/5 Böser kleiner Junge – 5/5 Ein Tod – 3/5 Die Knochenkirche – 2/5 Moral – 5/5 Leben nach dem Tod – 3/5 Ur – 5/5 Herman Wouk lebt noch – 4/5 Ein bisschen angeschlagen – 4/5 Blockade Billy – 4/5 Mister Sahneschnitte – 4/5 Tommy – 2/5 Der kleine grüne Gott der Qual – 5/5 Jener Bus ist eine andere Welt – 3/5 Nachrufe – 5/5 Feuerwerksrausch – 4/5 Sommerdonner – 4/5

Fazit

Eine Kurzgeschichten-Sammlung, die durchaus lesenswert bzw hörenswert ist. Im Durchschnitt komme ich auf eine Bewertung von 3,85. Da mich die Sammlung positiv überrascht hat, werde ich das Ganze ein wenig aufrunden.

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182 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

blake crouch, thriller, science fiction, roman, zeitenläufer

Dark Matter. Der Zeitenläufer

Blake Crouch , Klaus Berr
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.03.2017
ISBN 9783442205127
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich habe mich sehr auf „Dark Matter“ gefreut, denn mit diesem Buch habe ich ein für mich neues Genre ausprobiert – Science Fiction. Grundsätzlich würde ich diesen Versuch als gelungen beschreiben, jedoch gibt es einige Punkte an diesem Buch, die mich gestört haben.

Der größte Kritikpunkt ist der Schreibstil. Dieser ist meist sehr abgehakt und beinahe stakkatoartig.

Über mehrere Seiten hinweg und dann auch zwischendurch immer mal wieder werden die Situationen, Gefühle und Umgebungen in kurzen, bündigen Sätzen beschrieben. Bei jedem Satz beginnt der Autor eine neue Zeile, was an vielen Stellen allerdings komplett unnötig gewesen wäre. So habe ich bei jeder neuen Zeile gedanklich eine Pause gemacht, was den Text holprig und abgehakt werden ließ.

Die Filmrechte des Buches wurden bereits verkauft und genau das Gefühl hatte ich auch beim Lesen – es ist so geschrieben, dass man daraus sofort einen Film machen kann beziehungsweise mir kam es so vor, als hätte der Autor genau das gewollt. Das ist allerdings nicht unbedingt positiv zu sehen, denn es gibt immerhin einen Grund warum häufig gesagt wird „das Buch sei besser als der Film“. Buch und Film sind verschiedene Medien und haben jeder ihre Vorteile. Filme überzeugen mit Bildern und Ton, Bücher dafür mit mehr Tiefe. Und genau das hat mir beim Buch gefehlt – der Tiefgang. Die Charaktere waren mir ein wenig zu blass und manche Handlungen nicht ganz nachvollziehbar. Als Film kann ich mir die Geschichte sehr gut vorstellen, aber in Buchform hat mir Einiges gefehlt.

Grundsätzlich die die Geschichte mitreißend und sehr interessant. Jeder hat sich in gewissen Situationen sicherlich schon einmal gefragt, was passiert wäre, hätte man eine andere Entscheidung getroffen. Und genau diese Frage greift das Buch auf. Was wäre passiert, hätte ich mich für die Karriere entschieden und nicht für die Familie? Was wäre mir entgangen? Wäre dieses Leben besser für mich gewesen?

Blake Crouch spinnt um diese Fragen eine spannende Geschichte, die teilweise sehr fachlich/wissenschaftlich gestaltet ist, an anderen Stellen aber auch sehr emotional.

Allerdings sollte an dieser Stelle ein wichtiger Punkt geklärt werden: Es handelt sich bei diesem Buch um KEINE Zeitreise-Geschichte! Der Untertitel „Der Zeitenläufer“ ist komplett falsch, denn unser Protagonist reist nicht durch die Zeiten, sondern durch verschiedene Realitäten, die die Auswirkungen seiner Entscheidungen zeigen. Das hat überhaupt nichts mit Zeitreise zu tun und könnte falsche Erwartungen entstehen lassen.

Was das Ende betrifft, so konnte mich auch dieses nicht wirklich begeistern. Es ist okay, aber mehr auch nicht. Besonders die Tatsache, dass die Charaktere zum Schluss hin immer emotionaler wurden hat mich gestört. Allein wie oft sich die Charaktere gesagt haben, dass sie sich lieben ging mir auf Dauer wirklich auf die Nerven. Durch den für mich fehlenden Tiefgang war das für mich nicht gerade authentisch, sondern einfach nur kitschig.

Fazit

Mit „Dark Matter – der Zeitenläufer“ hat Blake Crouch eine Geschichte geschaffen, die ein interessantes Thema hat und durchaus mitreißend ist. Auch eine gewisse Spannung ist gegeben, die mir allerdings durch den Schreibstil kaputt gemacht wurde. Ich hätte mir außerdem ein wenig mehr Tiefe gewünscht, vor allem was die Charaktere angeht, die stellenweise doch recht blass waren. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen.

Ich denke, wer mit dem Schreibstil nicht so ein Problem hat wie ich, könnte mehr Freude an der Geschichte haben. Für mich ist es dadurch ein Buch geworden, welches man durchaus mal lesen kann, allerdings nichts verpasst, wenn man es doch nicht tut.

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(97)

216 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

japan, mord, schule, geständnisse, thriller

Geständnisse

Kanae Minato , Sabine Lohmann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.03.2017
ISBN 9783570102909
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schuld und Wahrheit – das sind die Hauptthemen dieses spannenden Romans. Wer hat Schuld am Tod der kleinen Manami? Wie weit muss man zurückgehen um die Wurzel der Schuld zu finden?  Ist die Wahrheit ein unerschütterlicher Fakt oder kommt es auf die Sicht der Dinge an? Und welche weitgreifenden Folgen kann ein Geständnis haben?

Der Roman wird in 6 Kapitel erzählt, wobei ich diese doch schon lieber als Abschnitte bezeichnen würde. Jeder Abschnitt ist unterschiedlich lang und eine andere Person steht im Fokus. So erzählt die Lehrerin im ersten Abschnitt die Grundstory und macht ein schockierendes Geständnis, im zweiten erzählt eine Schülerin von den Folgen und im dritten Abschnitt bekommen wir wieder eine andere Sicht präsentiert.  Jede Sicht fügt der Geschichte neue Aspekte hinzu und verleiht der Geschichte mehr Tiefe.

Doch nicht nur die Lehrerin macht ein Geständnis: Im Grunde bekommt man in jedem Abschnitt ein neues schockierendes Detail zu lesen und eine scheinbare Tatsache erscheint plötzlich in einem ganz anderen Licht. Der Autorin gelingt es, die Grenzen zwischen Schuld und Unschuld immer mehr zu verwischen, sodass man als Leser nachhaltig zum Nachdenken angeregt wird.

Worauf man sich bei der Geschichte einlassen muss ist die Tatsache, dass sie in Japan spielt und stark mit der japanischen Kultur verbunden ist. Das japanische Schulsystem ist hart, von den Kindern wird viel mehr gefordert und auch die familiären Verhältnisse haben eine andere Dynamik. Auch die Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit sind anders, so erzählt die Lehrerin im ersten Abschnitt vollkommen ruhig und sachlich vom Tod ihrer Tochter und macht mal ebenso Nebenbei ein Geständnis, welches dafür umso mehr Eindruck hinterlässt.

Nach dem ersten Abschnitt war ich Feuer und Flamme für diese Geschichte und konnte es kaum aus der Hand legen. Leider konnte sich diese Begeisterung nicht über das ganze Buch halten. Denn durch die verschiedenen Perspektiven entstehen auch einige Wiederholungen, die zwar nachvollziehbar sind, die Spannung allerdings etwas nehmen.

Fazit

Man muss sich auf die kulturellen Unterschiede einlassen können, dann kann dieses Buch zu einem Leseerlebnis werden. Die Geschichte ist interessant und erschreckend zugleich und verbirgt auch eine gewisse Kritik am System, was mir sehr gut gefallen hat. Allerdings muss man auch mit der ein oder anderen Wiederholung rechnen. Insgesamt kann ich es aber wirklich empfehlen.

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(90)

173 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

thriller, rache, kindesentführung, jagd, berlin

Still

Zoran Drvenkar
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453419346
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt:

ICH: Der Vater

DU: Das Mädchen

SIE: Die Täter

Die Perspektive wird deutlich vor jedem Kapitel angezeigt und so wie die Kapitel beschriftet sind, so schreibt Drvenkar diese Abschnitte auch: Im Singular der ersten und zweiten Person sowie im Plural der dritten Person. Die Kapitel sind zum größten Teil ziemlich kurz, was den Lesefluss sehr fördert.

Auch Drvenkar´s Schreibstil ist speziell. Er schreibt oft kurz und knapp, nüchtern und ausdrucksvoll zugleich. Wörtliche Rede wird dabei nie in Anführungszeichen gesetzt, sondern mit Spiegelstrichen angezeigt, und er bedient sich an der alten Rechtschreibung. Daran muss man sich gewöhnen, mir persönlich hat der Schreibstil aber sehr gut gefallen.

Doch kommen wir zum Inhalt. Ich lese viele Thriller und bin was das angeht auch nicht gerade zimperlich. Meinetwegen kann da literweise Blut fließen – das macht mir nichts aus. Auch mit dem Thema Kindesmissbrauch bzw Gewalt gegen Kinder bin ich bisher gut zurechtgekommen, doch Drvenkar hat es mit diesem Buch geschafft mir das Gegenteil zu beweisen. Denn er überschreitet eine Grenze, was bisher noch kein mir bekannter Autor getan hat und stellt die Grausamkeit so bildhaft dar, dass mir die Geschichte nicht nur einmal ziemlich an die Nieren ging.

Damit ist nicht gemeint, dass er Kindesmissbrauch detailliert beschreibt – das tut er nicht und solche Bücher würde ich auch niemals gutheißen. Aber er beschreibt die Gedanken und Gefühle der Täter so eindringlich, dass einem schlecht davon werden kann.

Immer wenn man denkt, man wäre ganz unten in den Abgründen der menschlichen Grausamkeit angelangt, verpasst Drvenkar seinen Lesern einen weiteren Schlag in die Magengegend. Dabei kommt er über weite Strecken fast komplett ohne Blut aus, was er auch gar nicht nötig hat, denn auch ohne Gewaltorgien ist dieses Buch schlimmer als vieles, was ich bis jetzt gelesen habe.

Deshalb an dieser Stelle eine ausdrückliche Warnung: Dieses Buch ist nichts für zart besaitete. Wer auch nur ansatzweise Probleme mit dem Thema Kindesmissbrauch in Büchern hat sollte einen großen Bogen um dieses Buch machen!

Zum Ende hin ging die Geschichte in eine Richtung, die ich wirklich nicht erwartet hätte und welche mir auch nicht unbedingt zugesagt hat. Für mich hat das einfach nicht ganz gepasst. Doch den Gesamteindruck schmälert dieser Punkt überhaupt nicht, weshalb ich ihn kaum in die Bewertung einfließen lasse. Die Wirkung, die dieses Buch auf mich hatte, hat für mich da doch einen größeren Stellenwert.

Fazit

Ein eindringlicher, beklemmender Thriller, der garantiert nicht jedermanns Sache ist. Nur zu empfehlen für hartgesottene Thrillerfans!

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(42)

86 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

thriller, totenhaus, familie, bernhard aichner, selbstmord

Totenhaus

Bernhard Aichner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 14.11.2016
ISBN 9783442714421
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der erste Teil „Totenfrau“ konnte mich wirklich begeistern. Ich mochte den speziellen Schreibstil, die Protagonistin und die Geschichte. Zwischen den ganzen üblichen Thrillern war dieses Buch wirklich mal etwas Erfrischendes. Doch der zweite Teil „Totenhaus“ konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen.

Doch fangen wir beim Schreibstil an. Dieser ist wie schon in Teil 1 sehr speziell und gewiss nicht jedermanns Sache. Kurze, beinahe abgehackte Sätze. Keine Beschönigungen, keine Umschreibungen, purer Klartext. Dialoge finden immer nur zwischen zwei Personen statt und die wörtliche Rede wird nur mit Spiegelstrichen angezeigt. Aichner hält sich nicht lange mit irgendwelchen Dingen auf, sondern schreibt die Geschehnisse in einem schnellen Tempo.

Wie schon in Teil 1 gibt es zwischen den Kapiteln viele Blankoseiten, was das Buch äußerlich gewaltig streckt. Mir persönlich macht das nichts aus, aber ich möchte dennoch darauf hinweisen.

Was den Inhalt angeht, wurde ich leider sehr enttäuscht. Alles, was ich an Teil 1 gemocht habe ist hier verloren gegangen. Unsere Protagonistin Blum ist nicht länger die Jägerin, sondern die Gejagte. Sie ist zu einer weinerlichen Frau mutiert, die im Selbstmitleid förmlich versinkt. Sie sitzt meistens tatenlos herum und jammert pausenlos vor sich hin.

Wo ist die Blum geblieben, die ich im ersten Teil so sehr mochte? Die teilweise eine richtige Draufgängerin war und nicht einmal mit der Wimper gezuckt hat, wenn es darum ging, jemanden umzubringen? Die alles dafür tat, um ihre Familie zu beschützen und den Tod ihres Mannes unbedingt rächen wollte? Diese taffe, konsequente Blum fehlt mir hier sehr. Schade!

Auch die Geschichte an sich ist alles andere als rund. Im Grunde hat dieses Buch für mich überhaupt keine richtige Daseinsberechtigung, denn es bringt den Leser eigentlich kaum weiter. Der rote Faden fehlt mir hier komplett, der Plot lässt ein richtiges Konzept vermissen.

Auch die Spannung lässt zu wünschen übrig. Generell sehe ich „Totenhaus“ nicht als Thriller, sondern eher als Psychogramm.

Fazit

Der Zwischenband einer Trilogie, welcher echt nicht nötig gewesen wäre. Die Protagonistin hat sich massiv zum negativen entwickelt, die Geschichte macht für mich keinen Sinn. Der einzige Pluspunkt bleibt für mich weiterhin der außergewöhnliche Schreibstil.

  (5)
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(368)

737 Bibliotheken, 6 Leser, 9 Gruppen, 79 Rezensionen

thriller, keller, tiere, nigel, pub

Tiere

Simon Beckett , Andree Hesse ,
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2011
ISBN 9783499249150
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Simon Beckett scheint ein Autor zu sein, mit dem ich einfach nicht warm werde. Schon die David-Hunter-Reihe konnte mich nicht überzeugen, dennoch wollte ich dem Autor mit einem seiner Einzelbände noch eine Chance geben. Tiere fand ich besonders interessant, der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht, doch am Ende wurde ich auch hier enttäuscht.

In seinem Vorwort erklärt Beckett, dass er einen Protagonisten erschaffen wollte, der schlimme Dinge tut und dem Leser trotzdem sympathisch sein soll. Doch das ist ihm nicht gelungen. Wie auch schon bei der David-Hunter-Reihe ist der Protagonist ein Charakter ohne Profil, der kaum Tiefe besitzt und einfach nicht greifbar ist.

Den Beginn der Geschichte fand ich noch recht gelungen, doch dann hat Beckett komplett den Faden verloren. Plötzlich dreht sich alles nur noch um den Besuch zweier Kolleginnen und dessen Kumpel und wird dadurch absolut niveaulos. Es geht nur noch um Sex und Alkohol und die Tatsache, dass Nigel Menschen in seinem Keller gefangen hält gerät vollkommen in Vergessenheit. Dadurch wirkte das Buch auf mich etwa ab der Mitte ziemlich langatmig. Ein No-Go, wenn man bedenkt, dass das Buch nicht einmal 300 Seiten hat.

Auch das Motiv von Nigels Handlungen lässt zu wünschen übrig. Es gibt einige Rückblicke auf seine Vergangenheit, die darauf schließen lassen, warum er den Menschen so etwas antut. Doch diese Hintergrundgeschichte reicht einfach nicht aus. Sie ist zu dünn um als Ursache herzuhalten und wird nur durch die Tatsache aufgefangen, dass Nigel stark zurückgeblieben ist. Das eigentliche Motiv reicht nicht aus, aber der Protagonist ist ja halt dumm, dann passt das schon. Ebenfalls ein No-Go!

Auch das Ende kann nicht überzeugen. Nachdem der Autor den Leser ewig hinhält und sich auf Nigels Gäste konzentriert, endet alles plötzlich innerhalb weniger Seiten. Noch dazu ist das Ende offen, der Leser wird also einfach allein gelassen und darf sich den Rest selber denken. Insgesamt macht die Geschichte dadurch keinen runden Eindruck, sie wirkt abgehakt und strukturlos.

Fazit

Ich habe jetzt endgültig mit dem Autor abgeschlossen und werde um seine Bücher zukünftig einen weiten Bogen machen. „Tiere“ ist eine chaotische Geschichte, bei dem ich oft den Eindruck hatte, der Autor wisse selber nicht genau, wo er eigentlich hin möchte. Mir fehlte es definitiv an Tiefe und Spannung.

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(663)

1.225 Bibliotheken, 59 Leser, 5 Gruppen, 189 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, achtnacht, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bis auf „Noah“ habe ich bisher alle Bücher von Sebastian Fitzek gelesen oder gehört und nicht immer konnte er mich überzeugen. Mit „AchtNacht“ hat er nun allerdings den Tiefpunkt erreicht. Für mich sein schwächstes Buch.

Die Protagonisten Ben und Arezu sind recht sympathisch, wobei ich allerdings Schwierigkeiten hatte mich mit ihnen anzufreunden. Grund ist zum Teil auch der ständige Perspektivwechsel zwischen verschiedenen Personen. Dadurch hatte ich das Gefühl, die Charaktere wären nicht richtig greifbar.

Auch der Schreibstil ist gewohnt flüssig und gut zu lesen/hören. Die kurzen Kapitel fördern den Lesefluss ebenfalls.

Was mich massiv an der Geschichte gestört hat, sind die ständigen Übertreibungen. Ich hatte beim lesen/hören teilweise das Gefühl, das wäre ein typischer 0815 Hollywood-Action-Film, in dem weder Logik noch Realismus einen großen Stellenwert haben. Hauptsache es passiert ständig etwas Grauenvolles und auf Teufel komm raus muss alle 10 Seiten eine schockierende Wendung daher. Klischee reiht sich an Klischee und immer wieder wird noch einer draufgesetzt. Solche Mittel bauen aber leider keine Spannung auf, sondern nur das Gefühl, ständig mit den Augen rollen zu wollen.

Klar könnte man an dieser Stelle argumentieren, dass Buch sei schließlich durch den Film „The Purge“ inspiriert worden (ein Film, den ich übrigens nie gesehen habe und deshalb auch keinen Vergleich habe), aber das zählt für mich nicht. Schließlich haben alle vor Erscheinung des Buches gejammert, bloß keinen Abklatsch davon haben zu wollen. Anscheinend ist es von der Story auch nicht der Fall, aber als Abklatsch gelten für mich auch diese Übertreibungen und dieses typisch amerikanische Action-Gedöns. „Inspiriert“ bedeutet für mich, dass sich der Autor Gedanken über die Geschichte gemacht hat und daraus etwas Eigenes erschafft. Statt „Alle gegen Alle“ wird ein „Alle gegen zwei“ – das hat Fitzek wunderbar gelöst. Doch das hat nichts mit den Übertreibungen zu tun. Erst zu jammern, keinen Abklatsch zu wollen und dann zu argumentieren, die Übertreibungen wären aufgrund dessen okay, ist für mich Doppelmoral.

Wo wir gerade bei der Moral wären: Auch das hat mich bei diesem Buch ein wenig gestört. In letzter Zeit möchte Fitzek immer mehr zum Nachdenken anregen und baut dementsprechend solche Themen in seine Bücher ein. Grundsätzlich finde ich das auch vollkommen in Ordnung aber inzwischen habe ich große Probleme mit der Umsetzung. Mir ist das zu sehr gewollt als gekonnt – es wirkt aufgesetzt und alles andere als authentisch.

Generell habe ich eine gewisse Struktur bei dieser Geschichte vermisst. Die Protagonisten eilen von einem Punkt zum nächsten und haben selbst keine Ahnung, was sie machen sollen. Doch das wirkte sich auch auf mich aus. Der rote Faden, der einen durch die Geschichte führt und ein wenig an die Hand nimmt, hat mir gefehlt. Für mich war das alles ein heilloses Durcheinander.

Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen. Generell hat Fitzek ein Talent für diese, konnte er mich bisher bis auf wenige Ausnahmen immer überraschen und begeistern. Doch dieses Mal ist es ihm nicht geglückt. Das Ende ist für mich die Kirsche auf dem Klischee-Eisbecher und sorgt abermals für Augenrollen.

Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren. Wer bereits „Passagier 23“ und „Amokspiel“ gelesen hat wird auf Charaktere treffen, die einem sicherlich schon einmal begegnen sind. Ein nettes Gimmick, das ich immer wieder gerne entdecke.

Fazit

Das Highlight dieses Buches war für mich das Nachwort/die Danksagung. Dementsprechend wird schon deutlich, dass die Geschichte selbst mich überhaupt nicht überzeugen konnte. Insgesamt hat der Autor eine Menge Potenzial verschenkt.

Im Grunde habe ich dieses Buch nur beenden können, weil ich es größtenteils als Hörbuch gehört habe und der Sprecher Simon Jäger so einen guten Job macht. Hätte ich das Buch nur gelesen, hätte ich es vermutlich abgebrochen.

Wer bisher noch kein Buch von Sebastian Fitzek gelesen hat und den Autor gerne ausprobieren möchte, dem würde ich empfehlen, Abstand von diesem Buch zu nehmen. Es gibt viele andere Bücher von ihm, die wesentlich besser für den Einstieg geeignet sind. Generell empfehle ich in diesem Fall „Die Therapie“.

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(509)

934 Bibliotheken, 17 Leser, 3 Gruppen, 46 Rezensionen

horror, stephen king, tod, friedhof, auferstehung

Friedhof der Kuscheltiere

Stephen King , Christel Wiemken
Flexibler Einband: 606 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.02.2011
ISBN 9783453435797
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe erst im letzten Jahr Stephen King für mich entdeckt und konnte nun erst zu seinem wohl bekanntesten Werk greifen: „Friedhof der Kuscheltiere“. Wieder einmal wurde ich nicht enttäuscht; King hat mit diesem Buch ein Werk geschaffen, das einen packt und nicht mehr loslässt.

Im Grunde greift King in dieser Geschichte auf die Urangst jedes Menschen zurück: der Tod. Das große Mysterium, das Unausweichliche, das endgültige Ende. Doch was ist, wenn es nicht endgültig ist? Wenn es einen Weg gibt, dem Tod zu entrinnen? Ist der Preis, den man dafür zahlen muss, es wirklich wert?

Der Autor schafft es mit dieser Angst zu spielen und gleichzeitig eine Geschichte zu konstruieren, die so viel mehr ist. Dieses Buch ist weit davon entfernt einfach nur Horror zu sein – denn es nimmt auch Bezug auf die alltäglichen Leiden des Menschen und beschreibt erschreckend genau den Weg der Trauer und dem Umgang damit.

Dadurch entwickelt sich eine unglaublich dichte Atmosphäre, die den Leser immer mehr fesselt. Gepaart mit der wieder einmal grandiosen Charakterzeichnung ist es ein Genuss!

Ebenfalls besonders: die leicht biografischen Züge der Geschichte. In seinem Vorwort erläutert King, dass er selbst eine Zeit lang an so einer gefährlichen Straße gelebt hat und dass sowohl die Worte des Nachbarn zu Anfang der Geschichte als auch die Worte der Tochter bezüglich des Todes tatsächlich so gesagt wurden.

Fazit

Ein Highlight für mich! Grandios strukturiert, sehr gruselig und trotzdem tiefgehend. Ein Buch, das für schlaflose Nächte sorgt und einen noch lange begleitet. Hochintelligent, absolut spannend und schockierend.

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(2.643)

3.888 Bibliotheken, 78 Leser, 6 Gruppen, 302 Rezensionen

selbstmord, jay asher, jugendbuch, mobbing, tote mädchen lügen nicht

Tote Mädchen lügen nicht

Jay Asher , Knut Krüger
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.10.2012
ISBN 9783570308431
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Geschichte wird aus Clays Sicht erzählt und wechselt sich auch während des Kapitels mit den Kassetten ab, welche Hannah besprochen hat. Die Kassetten werden dabei in kursiver Schrift geschrieben, Clays Denken und Handeln in normaler Schrift. Zusätzlich ist vor jeder Kassetten-Passage ein kleines Play-, Pause- oder Stoppzeichen zu finden, welches man von seinem Musikplayer kennt. Insgesamt ist der Aufbau schön gestaltet und sehr übersichtlich.

Die Geschichte beginnt klein und baut sich immer weiter auf. Die Gründe, die Hannah zu Anfang benennt, mögen zwar zunächst banal erscheinen, machen aber durchaus Sinn. So ist es eben mit dem Mobbing. Die Täter halten das für einen kleinen Witz und sehen nichts Schlimmes darin, doch für das Opfer kann es die ganze Welt bedeuten.

Auf der emotionalen Ebene kann Asher absolut punkten. Er beschreibt Hannahs und auch Clays Gefühle so bildhaft und eindringlich, dass ich mich vollkommen in die beiden hineinversetzen konnte. Obwohl von Anfang an klar ist, dass Hannah Tod ist, fiebert man tatsächlich mit und hofft bis zur letzten Seite um ihr Leben. Wahnsinn!

Dieses Buch schafft es seine Leser zum Nachdenken zu bringen und sorgt dafür, dass das Thema Mobbing einen neuen Fokus erhält. Ich habe gehört, dass Einige diese Geschichte auch im Unterricht lesen und kann das nur unterstützen. Eine sehr gute Möglichkeit, junge Schüler an dieses Thema heranzuführen.

Das soll allerdings nicht heißen, dass dieses Buch nichts für Erwachsene ist. Es ist zwar ein Jugendbuch bzw Jugendthriller, doch meiner Meinung nach für jede Altersklasse geeignet. Das empfohlene Mindestalter ist hier 13 Jahre.

Fazit

Ich habe dieses Buch innerhalb eines Tages gelesen und bis heute ist es mir in Erinnerung geblieben. Es behandelt ein Thema, welches wohl immer aktuell bleiben wird und bei dem es wichtig ist, darüber zu reden. Sehr empfehlenswert!

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thriller, wesen, endzeit, bird box, horror

Bird Box - Schließe deine Augen

Josh Malerman , Fred Kinzel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 16.03.2015
ISBN 9783764531218
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Josh Malerman hat bei „Bird Box“ eine Atmosphäre geschaffen, die es in sich hat! Dabei bleibt er was Charaktere und Handlungsorte angeht sehr minimalistisch. Nur wenige Charaktere bekommen einen Hintergrund spendiert und im Grunde spielt sich die Geschichte nur an zwei Orten ab. Mehr braucht es allerdings auch nicht, denn den Rest macht die Fantasie.

Und damit kommen wir auch schon zum Kern des Ganzen: Ohne Kopfkino wird diese Geschichte kaum richtig funktionieren. Der Leser muss sich darauf einlassen, ansonsten wird er wahrscheinlich von dem Minimalismus enttäuscht werden.

Wenn das Kopfkino jedoch funktioniert (so wie bei mir), dann kann dieses Buch zu einem richtigen Highlight werden! Man spürt die Beklemmung, die Angst und das Adrenalin und bangt mit der Protagonistin.

Da die Charaktere außerhalb ihres sicheren Hauses die Augen immer geschlossen haben müssen, werden viele Szenen eben aus einer solchen Sicht erzählt. Es wird beschrieben, was der Charakter fühlt, was er spürt und riecht. Er nimmt Dinge in die Hand und versucht zu ertasten, was dieser Gegenstand wohl sein könnte. Und der Leser rätselt im besten Fall gleich mit und wird genauso überrascht wie der Charakter.

Die Atmosphäre dieses Buches hat mich wirklich umgehauen! Besonders zum Ende hin gab es eine Szene, die mich so dermaßen mitgenommen hat dass ich noch bis heute daran denken muss.

Was das Ende betrifft, so gibt es ja verschiedene Meinungen dazu. Vielen reicht das Ende nicht, es ist ihnen zu offen. Mir persönlich hat es aber sehr gefallen, denn es passt zum Rest der Geschichte und ergibt ein rundes Bild.

Fazit

Ein Buch, welches durch seine Atmosphäre punktet, allerdings nur funktioniert, wenn das Kopfkino mitmacht. In diesem Fall kann es zu einem richtigen Erlebnis werden!

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rache, mord, thriller, totenfrau, vergewaltigung

Totenfrau

Bernhard Aichner
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 11.05.2015
ISBN 9783442749263
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Buch, das die Meinungen sicher spaltet.

Besonders mit dem Schreibstil muss man zurechtkommen. Die Sätze sind kurz, beinahe abgehackt, der Autor kommt schnell auf den Punkt und hält sich nicht großartig mit Beschreibungen auf. Bei der wörtlichen Rede wird komplett auf die üblichen Zeichen verzichtet, nur simple Spiegelstriche deuten einen Dialog an (ähnlich wie bei Zoran Drvenkar). Damit keine Missverständnisse dadurch entstehen, werden Gespräche stets nur von zwei Personen geführt, die sich mit dem Gesagten abwechseln.

Aichner deutet nichts an, beschönigt nichts, sondern spricht Klartext und nennt die Dinge beim Namen. Er beschreibt die Taten, wie sie sind und kann den Leser damit auch mal vor den Kopf stoßen.

Ich finde den Schreibstil sehr erfrischend. Sobald man sich daran gewöhnt hat fliegen die Seiten nur dahin und man rast förmlich durch die Geschichte. Ich habe nicht einmal 2 Tage für das Buch gebraucht. Wer sich jedoch unsicher mit dem Schreibstil ist, dem empfehle ich vorher die Leseprobe.

Ein Thriller aus der Sicht des Täters ist längst nichts Neues mehr, doch die Tatsache, dass die Täterin eine liebende Ehefrau und Mutter ist gibt dem Ganzen das gewisse Etwas. Man hat Mitgefühl für sie, obwohl sie rigoros andere Menschen tötet. Da sie Bestatterin ist, hat sie keine Angst oder Ekel vor dem Tod, dementsprechend ist sie nicht gerade zimperlich wenn es darum geht ihre Opfer um die Ecke zu bringen und verschwinden zu lassen. Dennoch entwickelt man Sympathien für Blum, hat Verständnis für ihr Handeln und wünscht ihr nur das Beste.

Insgesamt bietet die Geschichte eine gute Mischung aus Brutalität und Gerechtigkeit. Dem Leser wird durchaus mal etwas abverlangt, doch auch Emotionen kommen nicht zu kurz.

Mich hat es nicht gestört, aber ich möchte es dennoch hier erwähnen: Man bekommen für sein Geld wesentlich weniger Geschichte als man erwartet. Das Buch hat 444 Seiten, allerdings gehören dazu auch die Trennseiten zwischen den Kapiteln. Jedes neue Kapitel wird mit einer kompletten Blankoseite (inklusiver blanker Rückseite) angezeigt. Diese Seite befindet sich IMMER auf der rechten Seite. Endet das Kapitel also ebenfalls auf der rechten Seite, folgen daraufhin 3 Blankoseiten. Da die Kapitel recht kurz und damit ziemlich zahlreich sind, muss man sich also auf viele Blankoseiten gefasst machen. Grob geschätzt hat das Buch um die 100 Blankoseiten.

Fazit

Ein Thriller der anderen Art, welcher mir sehr gut gefallen hat. Ein Buch, das sich schnell lesen lässt und zwischen den ganzen üblichen Büchern dieses Genres etwas Erfrischendes hat. Gewiss nicht jedermanns Sache, mich konnte es vollkommen überzeugen.

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