skaramels Bibliothek

671 Bücher, 87 Rezensionen

Zu skaramels Profil
Filtern nach
671 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(85)

139 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 80 Rezensionen

"freundschaft":w=6,"quallen":w=5,"trauer":w=4,"tod":w=3,"die wahrheit über dinge, die einfach passieren":w=3,"ali benjamin":w=3,"roman":w=2,"familie":w=2,"verlust":w=2,"erwachsenwerden":w=2,"mobbing":w=2,"jugendbuch":w=1,"spannend":w=1,"mädchen":w=1,"meer":w=1

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren

Ali Benjamin , Petra Koob-Pawis , Violeta Topalova
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 23.07.2018
ISBN 9783446260498
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Warum? Diese Frage haben wir uns schon so oft gestellt. Sei es in den kleinen Momenten, in denen uns das Butterbrot wieder auf die Marmeladenseite gefallen ist, aber auch in den großen, einschneidenden, schlimmen, lebensverändernden Momenten, in denen wir einen Menschen verloren haben, verlassen wurden oder einen anderen Schicksalsschlag stand- und aushalten mussten. Dieses ‚Warum‘ hat schon jeder eingeatmet, in die Welt geschrien oder still in sich hinein gedacht und um genau dieses ‚Warum‘ geht es in Ali Benjamins Debütroman ‚Die Wahrheit über die Dinge, die einfach passieren müssen‘.
Denn Suzy, kleine, feine, aber starke zwölf Jahre alt, muss auch mit einem ‚Warum‘ leben. Ihre Mitschülerin und ehemals beste Freundin Franny ist im Sommer gestorben. Ertrunken, einfach so. Obwohl sie eine gute Schwimmerin war, obwohl es keine Anzeichen für Strömungen gab, obwohl…. Suzy dreht und wendet die kleine Frage immer wieder in ihrem Kopf herum, weil sie verstehen will, was in diesem Sommer passiert ist. Warum ist Franny tot? Warum, wenn sie so gut schwimmen konnte? Warum, wenn sie noch so jung war? Also begibt sich die kleine Suzy auf eine Odysee aus Gedanken, Recherche und der Suche nach dem ‚Warum‘. Wir als Leser begleiten die kleine Heldin dabei, wie sie mit ihrem Verlust umgeht, das Sprechen einstellt und ihre ganz eigenen Erklärungen findet. Dabei lesen wir nicht noch ein typisches Jugendbuch, sondern können über Trauerbewältigung, die Schönheit der Natur und die Welt der Wunder noch so einiges lernen.
Der Markt an „Jugendbüchern“ ist mittlerweile übersättigt, gefühlt haben wir alles schon einmal gehört, gelesen oder vergleichen willkürlich. Da einen wirklichen Schatz zu finden, gleicht einer unendlichen Suche, die kaum zu bewältigen ist. Umso schöner ist es, wenn man dann einen findet. ‚Die Wahrheit über die Dinge, die einfach passieren‘ ist so einer. Ali Benjamins Schreibstil ist weich und begleitet einen sanft durch seine Geschichte. Viele Charaktere gibt es nicht, im Prinzip ist es nur Suzy, die wirklich Tiefe erlangt. Über sie lernen wir ihre Mutter, ihren Vater, Franny und den Jungen im Biest-Kostüm kennen, nicht ausschweifend, aber genug. Mehr braucht das Buch aber auch nicht, denn Franny weiß die Seiten mit ihren Gedanken und Recherchen zu füllen ohne dass sie einem überdrüssig wird.
Wer also einen schönen Roman sucht, der leicht und schwer zu gleich ist, den nötigen Tiefgang mitbringt und von einem wunderbaren Schreibstil unterstrichen wird – hier habt ihr ihn. Den, den ihr sucht – ihr werdet nicht enttäuscht.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(184)

351 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 144 Rezensionen

"zeit":w=12,"matt haig":w=11,"roman":w=10,"liebe":w=8,"wie man die zeit anhält":w=5,"vergangenheit":w=4,"leben":w=4,"zeitreise":w=4,"geschichte":w=3,"london":w=3,"suche":w=3,"dtv-verlag":w=3,"langes leben":w=3,"zeitreisen":w=2,"unsterblichkeit":w=2

Wie man die Zeit anhält

Matt Haig , Sophie Zeitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281676
Genre: Romane

Rezension:

Wer hat es sich nicht schon mal vorgestellt: Wie wäre es, wenn ich nicht älter werden müsste? Was könnte ich dann noch alles tun? Klingt wie ein Traum, den man schon immer einmal hatte – Zeit haben für all das, was man vorhat. Alles erleben, Länder bereisen, Sprachen lernen, Kulturen kennenlernen. Was für manchen eine schöne Vorstellung ist für Tom Hazard ein Fluch. Er ist 400 Jahre alt, gleicht optisch aber einem Vierzigjährigen. Was nach Leichtigkeit und Freisein klingt, ist jedoch ein Balanceakt – alle acht Jahre nimmt er eine neue Identität an und schwört allen Beziehungen ab. Das macht vor allem einsam, aber dann – wie soll es anders sein – lernt er Camille kennen und alle Grundsätze scheinen nicht mehr zu existieren.
Unsterblichkeit – kein neues Thema, sondern schon reichlich durch die Literatur gereicht und trotzdem hat es Matt Haig für seinen neuen Roman gewählt. Leider hat er es sich damit nicht leicht gemacht. Zwar muss ein Autor nicht mit jedem Buch das Rad neu erfinden, doch neue Ansätze sind immer gern gesehen, doch leider in „Wie man die Zeit anhält“ rar gesät. Sicherlich, Matt Haig kann schreiben – immerhin ist dies nicht sein Debütroman, aber gerade in diesem Fall und bei seinen vorangegangen Werken kann man die Messlatte ruhig etwas höher schrauben.
Zeitgleich war die Marketingabteilung fleißig unterwegs und hat die Social Media Welt mit Vorabexemplaren versorgt. Die Kanäle, sei es bei instagram und Twitter, waren voll von seinem Buch. Auch das steigert und steigert Erwartungen, die dann auch erfüllt werden wollen – in diesem Fall aber leider nicht wurden.
Tom Hazard, unser Unsterblicher, bleibt zu blass in seiner Beschreibung, sein Charakter kriegt keine Tiefe. Camille, sein Grund für seine Nachlässigkeiten und Grenzüberschreitungen ist höchstens eine kleine Randnotiz, die keineswegs das wiederspiegelt, was Tom so fühlen mag, um all die aufgestellten Regeln zu brechen. Auch die Geschichte ist zu fad, wobei die Ansätze stimmen. Haig wählt zwei Erzählstränge – zum Einen die Gegenwart, in der es um die aktuelle Lage geht, das Kennenlernen mit Camille und der Misere, in der Tom nach all den Jahren steckt, zum Anderen die Vergangenheit, die dem Leser den Protagonisten näher bringen soll. Das tut es, wenn auch nicht genug. Die Geschichte um seine erste große Liebe ist die einzig gefüllte, wahrlich gut beschriebene Episode des ganzen Buches. Hier gibt es Tiefgang, Gefühle und eine nachvollziehbare Geschichte. Camille, der Streit mit der Organisation – alles wirkt lieblos drangeheftet.
Daher bleibt „Wie man die Zeit anhält“ für mich eins der schwächeren Bücher von Matt Haig. Leider nicht wie gewohnt. Wer also leichte, oberflächliche Lektüre möchte und auf Tiefgang verzichten kann, der findet mit diesem Buch eines, das man in kürzester Zeit lesen kann. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(83)

115 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 83 Rezensionen

"krimi":w=7,"schweden":w=6,"mord":w=2,"spannung":w=2,"vergangenheit":w=2,"entführung":w=2,"düster":w=2,"skandinavien":w=2,"kindesentführung":w=2,"psychische probleme":w=2,"thriller":w=1,"geheimnis":w=1,"drama":w=1,"kriminalroman":w=1,"selbstmord":w=1

Sommernachtstod

Anders de la Motte , Marie-Sophie Kasten
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 02.05.2018
ISBN 9783426306246
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Albtraum jeder Eltern – die Kinder spielen draußen verstecken und zum Abendessen bleibt eines weg. Noch ist man böse, ärgert sich, aber Minute nach Minute kommen die Zweifel an der Ungehorsamkeit und plötzlich die Sorge. So geht es auch der Familie vom kleinen Billy, der in einem kleinen Dorf in Schweden einfach spurlos verschwindet. Auch Jahre später lässt das Verschwinden ihres kleinen Bruders Vera nicht los. Sie ist sogar Trauertherapeutin geworden, um Leid und Kummer zu verstehen. Doch, egal wie oft sie die Zeit zurückdreht und wie oft sie in Gedanken alles zerlegt, etwas stimmt nicht und als dann plötzlich noch ein unbekannter in ihrer Therapiegruppe auftaucht, der ihr kleiner Bruder sein könnte, beginnt sie mit den Nachforschungen und deckt Geheimnisse eines ganzen Dorfes auf.
Anders de la Motte, selbst jahrelang Polizist in Schweden gewesen, bringt mit „Sommernachtstod“ endlich mal wieder einen typischen Krimi auf den Markt. Es muss nicht immer Horror, Psycho und viel Blut sein. Es darf auch gerne mal eine gut konstruierte Geschichte sein und die bekommt man auch. Geschickt verknüpft er zwei Erzählstränge und führt den Leser damit im stetigen Wechsel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart umher. Schreibtisch gibt es kaum etwas auszusetzen, de la Motte weiß ganz genau was er tut und wie er die Worte benutzen muss, um den Leser bei Stange zu halten.
Hauptfigur ist in diesem Fall Billys große Schwester, die allem nachgehen möchte, aus Neugier und zur eigenen Erleichterung. Sie ist sicherlich kein großer Sympathieträger, trotzdem trägt sie die Geschichte sehr gut. Leider fehlt den restlichen Charakteren etwas an Tiefe und Ausgereiftheit. Gerade der ehemalige Polizist, der die Ermittlungen leitete und auch zwanzig Jahre später noch nicht mit dem Fall abschließen konnte, hatte wahnsinnig viel Potential und auch Sympathien, trotzdem kommt er – meines Erachtens - viel zu kurz. Genauso wie Billys und Veras Bruder, mittlerweile selbst Polizist. Seine Beziehungsprobleme sind so kurz und subtil angeschnitten, dass man sie schon genauso gut hätte weglassen können.
Die Geschichte ist sicherlich keine neue Erfindung, der Rahmen ist gängig, doch trotzdem solide. Lediglich zum Ende hin verliert sich Anders de la Motte in einem schnellen Tempo zwecks Auflösung, was aber an manchen Stellen zu Verwirrung sorgte als auch einige Stellen als ein bisschen „drüber“ empfinden ließ.

Wer also einen soliden, spannenden Krimi aus Skandinavien haben möchte, der ausnahmsweise mal zu keiner Reihe gehört, der kann gut und gerne zu „Sommernachtstod“ greifen und wird nicht enttäuscht. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(69)

96 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

"berlin":w=4,"roman":w=2,"gesellschaft":w=1,"beziehung":w=1,"intrigen":w=1,"schriftsteller":w=1,"gesellschaftskritik":w=1,"manipulation":w=1,"suizid":w=1,"autor":w=1,"leserunde":w=1,"kritik":w=1,"paperback":w=1,"empfehlung":w=1,"partys":w=1

#EGOLAND

Michael Nast
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH, 06.04.2018
ISBN 9783841905963
Genre: Romane

Rezension:

Generation Beziehungsunfähig und Ist das Liebe oder kann das weg? – daher sollte man Michael Nast kennen, neuerdings auch durch #Egoland. Während die ersten beiden Werke sich noch um Kolumnen über Beziehungen, Zwischenmenschliches und dem Leben zwischen dem Web 2.0 drehten, ist #Egoland Nasts erster Roman und hoffentlich auch sein Letzter.
Wir befinden uns in einem wüsten Mix aus vier Lebensgeschichten mit gelegentlichen Einschüben des Autors, wie er in die Hände des Manuskriptes seines Freundes und Rivalen Andreas Landwehr kam. Denn eigentlich ist das sein Buch, wenn nicht gar sein Leben. Doch Andreas ist tot, hat sich das Leben genommen und der fiktive Nast möchte das Buch zu Ende führen und erzählt Andreas‘ Geschichte, gepaart mit eigenen Einfällen und Verstrickungen.
Andreas, gefangen in seinem scheinbildlichen, perfekten und doch anstrengenden Leben als Autor, ist unglücklich, obwohl er eigentlich mehr als genug davon hat, worum ihn die facebook/instragram-Welt beneneidet. Nast schildert den Weg zum Selbstmord, wie Andreas Leben erfindet, zerstört, Zwischenmenschliches ausnutzt und Beziehungen neu verbindet. Im Mittelpunkt verschiedene Charaktere, die sich um den bald toten Autor scharren und alle ihre eigenen Probleme haben. Verwirrend, verschachtelt und pseudointellektuell tuckert das Buch so vor sich hin – sympathisch wird einem keiner der Charaktere.
Und irgendwo zwischen dem Leben von Christoph und Leonie und ein paar Szenediscotheken findet sowas wie Gesellschaftskritik statt. Wir sind nur noch an den Handys. Stimmt doch, oder nicht? Wir werden immer forscher durch das Internet und vergessen die Etikette. Stimmt doch, oder? Irgendwie schon und in seinen Kolumnen konnte ich das Nast auch immer gut abkaufen. Generation Beziehungsunfähig war – nach meiner Trennung von meinem Exfreund – wahrlich eine unterhaltsame Lektüre. Doch als Roman und in übertrieben langer Form ist Nasts Anschauung nur schwerlich zu verdauen.
Und so sieht man leider an #Egoland, dass Nast ein guter Kolumnist ist, aber an seinem Erzählen über mehr als 10 Seiten hinweg, noch arbeiten sollte oder sich weiterhin seinen kurzen Themen widmen sollte.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(213)

321 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 161 Rezensionen

"thriller":w=13,"berlin":w=10,"marc raabe":w=9,"tom babylon":w=7,"schlüssel 17":w=5,"mord":w=4,"ddr":w=4,"stasi":w=4,"schlüssel":w=4,"vergangenheit":w=3,"sita johanns":w=3,"krimi":w=2,"spannung":w=2,"spannend":w=2,"reihe":w=2

Schlüssel 17

Marc Raabe
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548289137
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Leiche im Berliner Dom zieht die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich – die bekannte Pfarrerin wurde ermordet und mit einem Schlüssel um den Hals zurück gelassen. Für Tom Babylon beginnt plötzlich ein Wettlauf gegen die Zeit, nicht nur aus Ermittlersicht, denn der Schlüssel erinnert ihn an einen Vorfall aus seiner Jugend als er und seine Freunde eine Leiche im See fanden, die genauso einen Schlüssel bei sich trug. Bevor die Clique der Polizei den Fund zeigen konnte, verschwand die ominöse Leiche, aber auch Toms kleine Schwester. Jahre später taucht nun wieder eine Spur auf, obwohl alle um ihn herum aufgegeben haben…

Mit geschickten Zeitwechseln führt uns Marc Raabe durch die Vergangenheit und Gegenwart seines Ermittlers Tom Babylon und schafft mit „Schlüssel 17“ einen spannenden und interessanten Reihenauftakt. Auch wenn der Ermittler des LKA den Prototyp eines guten Polizisten verkörpert – problematischer Charakter, schwierige Vergangenheit, komplizierte Beziehung, Hang zum Alleingang – ist Babylon zwar eine Nummer für sich, als Hauptfigur aber wahnsinnig sympathisch. An seiner Seite hat Raabe die Polizeipsychologin Sita Johanns gestellt, die ebenfalls genügend Vergangenheit, Ausscheiden aus dem Polizeidienst, noch ungeklärte Ängste, im Gepäck hat. Zusammen ergeben die beiden ein dynamisches Duo, dem man gerne über die Seiten und den Verlauf der Geschichte folgt und zwischen denen sich – dem Himmel sei Dank – mal keine Liebesgeschichte anbahnt. Das Grundgerüst für eine Reihe stimmt also schon mal.
Die einzelne Geschichte ist komplex, spannend, wenn am Ende leider auch etwas verwirrend. So können einige der Namen und unscheinbaren Charaktere doch zu Verwechslungen führen, so dass man doch noch gezwungen ist zurückzublättern und sich noch mal zu vergewissern, dass man die richtige Handlung der richtigen Figur zugeordnet hat. Der Fall um die ermordete Pfarrerin, die quasi den Weg in Babylons Vergangenheit verkörpert ist gut gemacht. Das Ausmaß der Ermittlungen, des damaligen Fundes und der Geheimnisse rund um das Verschwinden seiner Schwester werden erst peu á peu aufgedeckt, so dass weder Langeweile noch der große Überschwall an Informationen auf einen wartet. Doch trotzdem fehlt dem Ganzen der letzte Schliff – dem Ermittlerduo etwas die Tiefe, der Geschichte etwas der Fokus, dem Schreibstil etwas der Fluss.
Es ist ein guter Auftakt, spannend, jedoch mit Luft nach oben. Das doch recht offene Ende hat leider einen faden Beigeschmack ausgelöst, nachdem die finale Auflösung einige der Schwächen ausgebadet hatte. Trotzdem gute Unterhaltung für zwischendurch und eine kleine Vorfreude auf ein Wiedersehen im zweiten Teil.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(142)

214 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 114 Rezensionen

"feuer":w=6,"adoption":w=6,"familie":w=5,"roman":w=4,"leihmutterschaft":w=3,"shaker heights":w=3,"usa":w=2,"gesellschaftskritik":w=2,"regeln":w=2,"brandstiftung":w=2,"abtreibung":w=2,"celeste ng":w=2,"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"leben":w=1

Kleine Feuer überall

Celeste Ng , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281560
Genre: Romane

Rezension:

Auf einmal ist dort Feuer, überall – in jedem Schlafzimmer. Was würden wir tun, wenn all unsere Habseligkeiten den Flammen zum Fraß vorgeworfen werden.
Mrs. Richardson steht einfach fassungslos vor ihrem niederbrennenden Haus und resümiert die vergangenen Wochen. Was ist passiert? Wie konnte das geschehen?

Es waren viele kleine Momente, viele kleine Puzzleteile, die die Situation zum eskalieren gebracht haben. Vielleicht begann es mit dem Einzug der allein erziehenden Künstlerin und deren Tochter, die schnell eine Freundin der Familie wurde. Vielleicht war es aber auch schon die Überfürsorge für die jüngste Tochter der Familie? Vielleicht aber auch die Geheimnisse eines jeden, die langsam – wie bei einem überquellendem Fass – ans Tageslicht kamen? Was es auch immer war, eins ist ganz gewiss, die kleinen Feuer, die brannten schon bevor die Schlafzimmer entzündet wurden.

Auch in ihrem zweiten Roman gibt uns Celeste Ng einen detaillierten Einblick in das Leben ihrer Hauptfiguren. In Kleine Feuer Überall haben wir zwei Familien, deren Art zu Leben nicht unterschiedlicher sein könnte. Im Gegensatz zur strukturierten und fast zum Ideal stilisierten Familie Richardson, steht Künstlerin Mia mit ihrer Tochter Pearl für Chaos, Freiheit und dem Künstlerleben. Doch Mrs. Richardsons Sohn Moody und Pearl werden schnell Freunde. Während er in ihr das exotisches, schlaue Mädchen sieht, hat Moody alles, was Pearl nie hatte: Stabilität, ein Zimmer und Geschwister. Und so erzählt Celeste Ng von einer aufkeimenden Freunschaft, von Eifersucht, verpassten Chancen, Geheimnissen und Missverständnissen.

Erzählt wird im Perspektivenwechsel, damit jeder Charakter seine eigene Geschichte und seinen eigenen Raum kriegt. Wie ein kleines Netz ziehen sich die einzelnen Handlungen durch die Erzählung, bis wir am Ende angekommen sind und vieles sich erklärt – oder auch in Flammen steht. Gekonnt und auf einem sprachlich wunderbaren Niveau führt uns Celeste Ng von einem Thema zum Nächsten: von dem Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern, um Identität, im Bezug auf die Rasse, aber auch im familiären Kontext, um Geheimnisse, um Tabuthemen, wie Abtreibungen und Adoption. Es ist viel für so ein kleines Buch, wirkt aber an keiner Stelle überladen, sondern genau richtig. Die Themen schmiegen sich an die Geschichte, sind ein Teil von ihr und wirken zu keinem Zeitpunkt gewollt. Auch die Charaktere sind stimmig, in dem großen Ganzen geht keiner unter, auch nicht die Nebencharaktere und -geschichten.

Wer also schon das Erstlingswerk Was ich euch nicht erzählte mochte, der wird auch Kleine Feuer überall zu schätzen wissen. Doch auch für die Celeste Ng noch ein neuer Name ist, sollte der Roman eine wahre Freude sein: tiefsinnig, hervorragend und bemerkenswert.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(54)

68 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 47 Rezensionen

"berlin":w=3,"roman":w=2,"musik":w=2,"coming-of-age":w=2,"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"familie":w=1,"belletristik":w=1,"entführung":w=1,"macht":w=1,"selbstmord":w=1,"schuld":w=1,"erste liebe":w=1,"homosexualität":w=1,"zusammenhalt":w=1

Nackt über Berlin

Axel Ranisch
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 23.02.2018
ISBN 9783961010134
Genre: Romane

Rezension:

Fetti und Fidschi – klingen wie zwei Antihelden aus einem Zeichentrickfilm, sind aber eigentlich Jannik und Tai. Jannik hat ein bisschen mehr auf den Rippen, hat eine ausgeprägte Affinität für klassische Musik… und für seinen besten Freund Tai. Den findet man nicht ohne seine Kamera mit der er alles um sich herum aufnimmt.
So auch ihren Rektor, der ihnen eines Nachts betrunken auf der Straße begegnet und den sie kurzum in seiner eigenen Wohnung einsperren. Doch schon nach kurzer Zeit wird aus dem Spaß Ernst, denn der Rektor scheint etwas mehr über einen Todesanfall an der Schule zu wissen, als er je zugeben hat. Plötzlich wird aus dem jugendlichen Scherz eine ernste Sache, doch für beide verschwimmen schnell die Grenzen, was machbar ist oder nicht.
„Nackt über Berlin“ ist ein skurriler, zunächst lustiger Jugendroman, jedoch setzt sich Alex Ranischs Geschichte bei Weitem von anderen Coming-of-Age-Spartengenossen ab. Es gibt viel Wortwitz, viel schmunzeln, denn Tai und Jannik sind ein paar Unikate, die einem schnell ans Herz wachsen. Doch neben den Streichen, der aufkeimenden Liebe von Jannik zu Tai und den Geständnissen ihres Rektors, gibt es auch viele Momente zum Innehalten. Denn wir haben hier nicht einfach nur eine lustige Geschichte, sondern auch Charaktere, die einfach passen. Jannik ist so unsicher, zeitgleich so herzlich und so unbedarft, dass man nicht nur für ihn mit Tai mitfiebert, sondern gänzlich all seine Unsicherheiten versteht: zu dick, zu alternativ, zu anders – wir alle haben uns schon einmal so gefühlt. Zeitgleich sitzt in einer abgeschlossenen Wohnung der gefallene Rektor: Vom angesehenen Vorbild zum jämmerlichen Alkoholiker, der sich um Kopf und Kragen redet. Doch auch hier – es ist nicht nur zum Lachen, schneller als man denkt hat man Mitleid mit Herrn Lamprecht, versteht seine Zwickmühle und beneidet ihn keineswegs um seine zwischenmenschlichen Baustellen.
Daher ist Nackt über Berlin eine kleine besondere Perle. Ein verdammt gut geschriebenes Buch, mit genügend Tiefe um in Erinnerung zu bleiben, mit genug Witz zum Lachen und Figuren, die einem ans Herz wachsen. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(306)

442 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 218 Rezensionen

"thriller":w=28,"kreuzfahrt":w=26,"mord":w=16,"norwegen":w=10,"ruth ware":w=10,"journalistin":w=9,"spannung":w=8,"schiff":w=8,"woman in cabin 10":w=8,"krimi":w=7,"dtv":w=5,"dtv-verlag":w=5,"womanincabin10":w=5,"spannend":w=4,"meer":w=4

Woman in Cabin 10

Ruth Ware , Stefanie Ochel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.12.2017
ISBN 9783423261784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlose Weite, das beruhigende Rauschen der Wellen, nur das Wasser, sonst niemand – was nach der nächsten großen AIDA-Reise und dem Traum von Erholung pur klingt, ist für die Journalistin Lo der reine Albtraum. Sie befindet sich auf einem Kreuzfahrtschiff der Luxusklasse, dazu noch auf Pressereise. Ein wahrgewordener Traum, in privater als auch in beruflicher Sicht. Doch die Stimmung schlägt schnell um, denn schon in der ersten Nacht wird sie Zeugin eines Mordes. Nur, dass keiner die Passagierin aus der Nachbarskabine je gesehen hat. Schon nach kurzer Zeit beginnt Lo selbst zu zweifeln, wenn nicht immer mehr seltsame Dinge passieren würden…

Eigentlich mag ich keine Thriller, in denen nur ein „begrenzter“ Raum zur Verfügung steht. Geiselnahmen, Schiffahrten, Flugzeuge – all das, löst vorrangig erstmal Skepsis in mir aus. Aber Ruth Ware spielt in ihrem Thriller „Woman in Cabin 10“ ihre Karten gut aus. Ein guter Thriller, nicht langweilig, nicht zu verworren, obwohl die einzelnen Charaktere in den verschiedenen Kabinen zunächst sehr unübersichtlich waren.

Doch man freundet sich schnell mit Lo an. Eine – für einen Thriller – gar nicht mal so blasse Hauptfigur, die für den Leser nachvollziehbar handelt und sogar sympathisch wirkt. Das Buch hat Irrungen und Wirrungen, Ware führt den Leser auf Umwege zum eigentlichen Ziel: Wer ist die Frau aus Kabine 10? Die restlichen Passagiere sind - im Gegensatz zur unserer Protagonistin - jedoch nicht mit Tiefe gefüllt. Da kann man schon mal den ein oder anderen Gast verwechseln und verwirrt hin und her blättern.

Die Auflösung hingegen war überraschen und für mich nicht vorhersehbar. Während jedoch die Identität der mysteriösen Frau höchst überraschend war, war das Ende des Buches leider viel zu stringent. Nachdem das Geheimnis um den ominösen Fahrtgast gelüftet war, kamen leider keine neuen Wendungen dazu.

Bis dahin war der Thriller spannende Unterhaltung, danach lag das Buch leider im Durchschnitt und wurde solide und etwas eintönig zu Ende gebracht.   

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

Frag mich, wie es für mich war

Christine Heppermann , Kanut Kirches
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 07.02.2018
ISBN 9783407823601
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wir alle erinnern uns an unsere Jugendzeit – frei, unbeschwert, nichts konnte uns aufhalten. Was sollte schon passieren? Zwischen Partys, Schule und Freizeit hat so mancher Grenzen überschritten, den jugendlichen Leichtsinn im Hinterkopf und den Gedanken von „Wird schon schief gehen.“ Ging es meistens auch – im Falle von Addie aber nicht. Sie ist schwanger, von ihrem Freund – dabei war es nur ein unbedachter Moment. Doch jetzt gilt die Entscheidung – Abtreibung oder nicht, statt Wettkampf oder Lernen?
Die unbequeme Frage nach der Abtreibung, das große Tabuthema, all das thematisiert Christine Heppermann in „Frag mich, wie es für mich war“. Addie entscheidet sich für die Abtreibung, mit Rückenstärkung ihres Freundes und ihrer Eltern. Auch wenn der Abbruch relativ unkompliziert von statten geht, bemerkt Addie immer mehr Veränderungen. Emotionaler Rückzug, Lustlosigkeit, ein Lügennütz um ihre Freunde. Nicht nur, dass Heppermann sich einem schwieirigen Thema gewidmet hat, sie hat auch Addie eine eigene Stimme gegeben. Die Kapitel sind ein wilder Mix aus Gedichten, kurzen Tagebucheinträgen, sehr prosalastig. Doch nach den ersten Kapiteln ist man schnell in einem Lesefluss und kann das Buch an einem Abend lesen. Denn ein Ablegen, kurzes Absetzen ist fast gar nicht möglich. Zu sehr saugt man Addies Geschichte auf, ihre Gedichte und ihre Notizen.
Mit wirklich wenigen Worten füllt Heppermann jedoch Seiten, spickt sie mit Gefühlen. Nicht alles muss ausgesprochen werden. Addies Lustlosigkeit spiegelt sich in ihren unzählig durchgestrichenen, immer wieder verkehrenden Aufsätzen wieder. Des Weiteren ist Addies Zwiespalt mit der Religion interessant. Geht sie auf eine mit Nonnen geführte Schule, führt sie ihre eigenen Zwiegespräche mit Maria. Zieht Vergleiche, stellt Fragen und bringt in ein Jugendbuch noch ein Thema, das nicht unbedingt gewöhnlich ist und in der Kombination für einige Diskussionen sorgt.
Trotzdem fehlt dem Buch eine kleine Prise – wovon? Tiefe. Nicht, weil die Kapitel kurz sind, nicht weil es Gedichte sind, nicht weil es anders ist – all das, macht das Buch aus. Jedoch gibt Heppermann viel Raum für Interpretation, viel Platz für Spekulationen – an manchen Stellen wünschte man sich jedoch eher einen Punkt statt ein Fragezeichen, auch wenn offene Enden ihre Daseinsberechtigung haben.

Nichtsdestotrotz ist „Frag mich, wie es für mich war“ lesenswert, weil es eben anders ist. Kein typisches Jugendbuch, sondern eine Geschichte, die sich den unbequemen Themen stellt und sich klar abhebt.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(132)

190 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 90 Rezensionen

"liebe":w=6,"deutschland":w=6,"arktis":w=5,"roman":w=3,"sehnsucht":w=3,"briefe":w=3,"lebensgeschichte":w=3,"diogenes verlag":w=3,"bernhard schlink":w=3,"leben":w=2,"20. jahrhundert":w=2,"drama":w=2,"zweiter weltkrieg":w=2,"emanzipation":w=2,"deutsche geschichte":w=2

Olga

Bernhard Schlink
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070156
Genre: Romane

Rezension:

Bernhard Schlinks Name klingelt noch aus Schulzeiten in meinen Ohren. Damals noch ohne filmische Stütze las ich „Der Vorleser“ fast an einem Tag weg und schätzte Schlinks schnörkellose Art und Weise zu Schreiben und dem Leser eine Epoche durch eine Geschichte viel näher zu bringen.
Als knapp fünfzehn Jahre später Olga auf dem Nachttisch lag, ging es ähnlich schnell. Schlink erzählt seine Geschichte über eine Waise aus Pommern, die sich durch alle Irrungen und Wirrungen des Lebens zu einer starken, wenn auch undurchsichtigen Person entwickelt. Vielleicht kein Publikumsliebling, aber jede Sturheit, jeder Starrsinn erklärt sich durch ihre Geschichte, die Schlink – in gewohnt guter Art – beschreibt.
Olgas Eltern verstarben früh, so dass sie bei der Großmutter aufwuchs. In der Schule und ihrem näheren Umfeld, wächst sie als Außenseiterin auf, die nicht nur bei der Arbeitswahl sondern auch bei den sozialen Kontakten an ihre Grenzen stößt. Nur bei der Familie des Gutsherrn und deren Kindern kann sie sich frei entfalten. Trotz aller Widrigkeiten schafft Olga ihre Ausbildung zur Lehrerin. Die Liebe zu Herbert, dem Sohn des Gutsherrn scheint vor Hindernissen kaum standhalten zu können. Sie die angehende Lehrerin, er der Abenteurer mit der Sehnsucht nach der Ferne.
Durch Schlinks Art und Weise die Geschichte in drei Teilen zu erzählen, kriegt der Leser einen unverbesserlichen Eindruck. Nicht, dass er so durch Olga Selbst, durch ihr Ziehkind und durch ihre Briefe an Herbert Olgas Charakter und Leben erklärt, so baut er selbst die Spannungen auf, erklärt und revidiert Entscheidungen. Jeder Teil ist ein kleines Puzzlestück mehr, das Olga, die zunächst harsch, bieder und hart wirkt, liebenswert und nachvollziehbarer macht. Es ist Olga, die ihren Werdegang erzählt, aber es ist Frederik, der ihr Tiefe und Gefühle verleiht und es sind die Briefe, die Olga erklären und als Liebende zeigen.
Bernhard Schlink macht also das, was er so kann: Kurze, prägnante Sätze mit Wissen, Geschichte und Stärke zu füllen. Olga ist wahrlich ein dünnes Buch, schnell gelesen – doch trotzdem gefüllt mit viel Potential zum Nachdenken, mit vielen Szenarien, die nachwirken, kleinen Anekdoten, die erst Stunden später nachwirken. Er spannt eine Figur ein, die sich selbst als „Witwe einer Generation“ tituliert und einer heutigen Zeit vor Augen führt wie es war zwei Weltkriege zu überleben, sich selbst hintenanzustellen und den Ansichten ihrer engsten Vertrauten kritisch gegenüber zustehen. Sei es die politische Haltung Herberts, der als Freiwilliger der Schutztruppe nach Deutsch-Südwestafrika geht oder auch Eik, der mit der NSDAP sympathisiert.
Es sind viele Themen für eine kleine Frau, viele Themen für ein so kleines Buch, doch Schlink gelingt es den Bogen zu spannen und aus Olga mehr zu machen als nur einen kleinen Roman für zwischendurch.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(169)

241 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 137 Rezensionen

"thriller":w=12,"london":w=5,"daniel cole":w=5,"hangman":w=5,"new york":w=3,"köder":w=3,"mord":w=2,"spannung":w=2,"serienmörder":w=2,"fbi":w=2,"sekte":w=2,"ullstein":w=2,"freundschaft":w=1,"usa":w=1,"england":w=1

Hangman - Das Spiel des Mörders

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 02.01.2018
ISBN 9783548289212
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was, wenn du einen Mörder suchst, aber der schon tot ist? Was, wenn es zu einem toten Opfer auch immer einen toten Täter gibt? Das passiert gerade in London, wo sich die Stadt noch von den Ragdoll-Morden erholt. Doch plötzlich tauchen Leichen auf, die eine Verbindung zu Detective Baxter und den blutigen Taten entstehen lassen. Ehe sie sich versieht, ist sie in den laufenden Ermittlungen zwischen den USA und England eingebunden und unterstützt – nicht ganz freiwillig – sowohl das FBI als auch die CIA, bis all das Ausmaße annimmt, die so keiner erahnen konnte…
Nach Ragdoll sollte Daniel Cole Thrillerfans schon ein kleiner Begriff sein, nach Hangman spätestens aber in allen Köpfen verankert sein. Der zweite Teil der Serie rund um Emily Baxter, eine leicht verschrobene, alkoholkranke, aber auf ihre Art und Weise liebenswürdige Ermittlerin, geht auf gleichem Niveau weiter wie schon beim Debüt Ragdoll. Wieder eine abstruse, wilde, verworrene Story, die sich abhebt. Denn was gibt es Schlimmeres, als all die abgedroschenen Geschichten, die wir alle schon mal gehört haben. Die immer wieder neu erzählt werden und zu Haufe auf den Mängelexemplartischen zu finden sind, weil sich nur die Cover unterscheiden. Doch Hangman hebt sich erstaunlich gut ab mit seiner komplexen Story, den gut konstruierten Windungen und den neuen sowie alten Protagonisten.
Es folgt also Spannung pur, wie man es von einem Thriller erwarten darf. Gut geschriebener Nervenkitzel, gruselige Szenarien und die abschließende Sehnsucht auf den dritten Teil.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(53)

65 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

"mutter":w=2:wq=3271,"katarina bivald":w=2:wq=3,"highway to heaven":w=2:wq=1,"liebe":w=1:wq=37941,"kinder":w=1:wq=6066,"angst":w=1:wq=5482,"eltern":w=1:wq=2373,"rezension":w=1:wq=2364,"schweden":w=1:wq=1574,"erwachsenwerden":w=1:wq=1079,"kleinstadt":w=1:wq=826,"single":w=1:wq=318,"vorablesen":w=1:wq=180,"alleinerziehende mutter":w=1:wq=131,"neuorientierung":w=1:wq=38

Highway to heaven

Katarina Bivald , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei btb, 11.12.2017
ISBN 9783442715602
Genre: Romane

Rezension:

Frühzeitig Mutter geworden, alleinerziehend, immer für das Kind da – Anette hat sich nie beschwert. Sie hat ihre Rolle als Mutter geliebt, hat Emma eine wohlige und schöne Kindheit geschenkt, aber dabei eins getan: sich selbst vernachlässigt. Das merkt sie jetzt, denn Emma ist auf dem Weg nach Karlskrona, um dort zu studieren. Erst da wird Anette schlagartig klar, dass sie nun auf sich selbst gestellt ist und wieder ihr Leben übernehmen muss.
Aber was macht man auf einmal mit der vielen Zeit? Womit fängt man an? Welche Liste arbeitet man zuerst ab und vor allem: will man das? Denn eigentlich ist man doch an den gemeinsamen Trott gewöhnt und ehe man sich versieht zählt man die Tage bis das Kind heim kommt oder man es besuchen fährt. Diese Frage ist der zentrale Ausgangspunkt „Highway to heaven“s. Drum herum webt Katarina Bivalds eine kleine, feine Geschichte um eine Mutter, die gegen die Einsam- und Lustlosigkeit mit dem Motorradfahren anfängt, wieder eine Kneipe betritt und einen Mann in ihr Leben lässt. Gemixt wird das Ganze mit einem schönen schwedischen Flair, der das ganze muckelig und angenehm werden lässt.
Die Charaktere sind stimmig, liebevoll gestaltet und vor allem sympathisch. Man muss keine Mutter sein, um Anettes Gedanken zu verstehen und so freut man sich über jeden kleinen Schritt, den sie in Richtung Leben, Liebe und Wohlfühlen tut.
Und genau das ist das Schöne an „Highway to Heaven“. Es ist keine Liebesgeschichte, in der die Protagonistin nach dem Auszug ihrer Tochter ihr Leben einem Mann in die Hände wirft. Nein, es ist eine kleine zauberhafte Geschichte, die sich vor allem um eine Frau dreht, die ihr Leben richtet, zu sich selbst findet und dabei tolle Menschen findet, ganz vorne aber vor allem sich selbst. Ein kleines Buch, schnell gelesen, für kuschelige Abende auf der Couch, liebevoll erzählt, gespickt mit der großen Liebe zu Schweden, Menschen und Gemütlichkeit. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(253)

442 Bibliotheken, 13 Leser, 2 Gruppen, 80 Rezensionen

"zukunft":w=13,"satire":w=12,"humor":w=10,"qualityland":w=10,"marc-uwe kling":w=8,"roman":w=7,"dystopie":w=7,"digitalisierung":w=5,"gesellschaftskritik":w=4,"roboter":w=4,"gesellschaft":w=3,"ironie":w=3,"science fiction":w=2,"technik":w=2,"künstliche intelligenz":w=2

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050237
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Was, wenn die Computer allmächtig werden? Wenn diese uns lenken können und alles technisch gesteuert ist? Wenn amazon dir deine Pakete aussucht, weil sie wissen, was du willst. Wenn dein Partner für dich ausgesucht wird und der neue Präsident ein Roboter ist?
Klingt wie eine typische Dystopie? Schon George Orwell, Aldous Huxley oder Dave Eggers haben uns gezeigt, was passieren kann, wenn die Computer, Roboter und Maschinen die Welt übernehmen. Jetzt reiht sich auch noch Marc-Uwe Kling in die Reihe ein und setzt sein neustes Buch QualityLand in die Reihen von Brave New World oder 1984. Nach den Kängeruh-Chroniken, in denen ein sprechendes Tier die Hauptrolle spielte, hätte das Setting seines neuen Buches nicht unerwarteter und konträrer sein können.
Willkommen in QualityLand, in dem nur noch in Superlativen gesprochen wird und in dem nichts mehr unvorhersehbar ist. Bestellungen müssen nicht mehr getätigt werden, weil die Systeme deine Wünsche schon vor dir wissen… Dein Nachname ist dein Berufsstatus und alles, wirklich alles, ist vernetzt. Doch ist wirklich alles am besten, am schönsten und am spannensten? Nein: Das Setting wirkt zu gewollt: zu gewollt witzig, zu gewollt dystopisch, zu gewollt rätselhaft. Leider klappt nichts davon so richtig und am Ende bleibt eins: Ein solider Roman, mit Höhen und Tiefen, ganz „okayen“ Charakteren und einer passablen Handlung, doch von den Superlativen, die es in QualityLand so gibt, kann sich das Buch nicht schmücken. Es ist weder das beste Buch aller Zeiten, noch das Schlechteste, was je geschrieben wurde. Klings neues Werk wirkt eher wie der typische Durchschnitt – ein Buch für zwischendurch, etwas dass man gut schnell lesen kann, das aber nicht nachhaltig zum Denken anregt.
Denn dazu fehlt beispielsweise Peter Arbeitsloser, dem heimlichen Helden des Buches oder Kalliope, dem Roboter-Autor mit Schreibblockade, die nötige Tiefe und auch der nötige Witz. Es wirkt unausgereift und stellenweise zu langatmig. Die Seiten wirken zu lang, die Kapitel zu voll und die „witzigen“ Passagen, die als Werbung daher kommen, zu aufgesetzt.

Schade, ein neuer Orwell, ein neuer Huxley hätten gut getan. So ist es nur ein neuer Kling, der im Schatten eines Kängurus steht.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(425)

761 Bibliotheken, 19 Leser, 3 Gruppen, 176 Rezensionen

"john green":w=12,"freundschaft":w=7,"schlaft gut, ihr fiesen gedanken":w=7,"liebe":w=5,"jugendbuch":w=5,"johngreen":w=5,"zwangsneurose":w=4,"zwangsneurosen":w=4,"gedankenspirale":w=4,"roman":w=3,"verlust":w=3,"angststörung":w=3,"zwangsstörung":w=3,"angstzustände":w=3,"turtlesallthewaydown":w=3

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.11.2017
ISBN 9783446259034
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Da ist er – der neue John Green. Heiß ersehnt, lange gewartet und umso mehr gefreut endlich Aza Holmes kennezulernen. Greens neuste Protagonistin. Sie reiht sich gut in die Riege der Hazels, Alaskas und Margos ein. Ein kleiner verschrobener, nicht einfacher Teenager – gefangen in ihrer eigenen Gedankenwelt, umgeben von Ängsten, Neurosen und Zwangsstörungen. Auch Daisy, der Sidekick, die liebenswürdige, beste Freundin - extrovertierter, etwas drüber, aber herzlich. Und dann ist da Davis, der Loveinterest, mit seiner eigenen Tragödie.

Alles passt zusammen, wie immer – ein typischer John Green, der auf den oben genannten drei großen Pfeilern ausbalanciert wird. Das schafft Sicherheit, hier gibt’s keine großen Überraschungen. Eben ein „john-green-scher“-Roman, der in seinem Rahmen genau das einhält, was er uns verspricht und seine Erwartungen – wie ein Musterschüler - einhält.
Über Greens sprachliches Talent und auch über seine Art Geschichten zu erzählen, da müssen wir nicht drüber reden. Er kann schreiben, er kann Charaktere erschaffen und er kann den Leser an das Buch binden. Trotzdem stellte sich auch nach dem Ende des Buches keine große Euphorie ein, aber auch keine Enttäuschung. Es war ein gutes Buch.
Es gibt auch nichts Schlechtes an der Geschichte, keine groben Schnitzer oder Ungereimtheiten – jedoch wirkt John Green als würde er immer nur an der Oberfläche bleiben, als würde er sein sicherer Territorium nicht verlassen wollen und keine Risiken eingehen. Damit bleibt es ein solides Buch, das er geschrieben hat, aber ohne bleibenden Wow-Effekt. Aza ist schwierig, aber dennoch liebenswert. Trotzdem bleiben die Ursprünge ihrer Krankheit leider zu blass. Davis ist sicherlich ein fabelhafter Junge, aber seine familiäre Situation bleibt dünn, vage und am Ende zu kurz „präsentiert“. Auch Daisy, ihre Geschichte und auch ihre Freundschaft zu Aza könnte man an einem schlechten Tag als oberflächlich bezeichnen. Die Ansätze sind gut, aber die Tiefe fehlt.
Vielleicht liegt es am Älterwerden, weil man die Probleme und Irrungen und Wirrungen nicht mehr vollkommen nachvollziehen kann. Vielleicht liegt es aber auch an den ewigen Wiederholungen und dem Gefühl, dass – wenn du einen Green Roman kennst, du alle kennst. Vielleicht aber auch an den Erwartungen, die man nach dem riesigen Erfolg von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, leise in sich getragen hat. Man weiß es nicht.
„Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ ist daher ein wahrlich gutes, schönes Buch, das schnell und gerne gelesen werden kann, dem doch leider auf den wenigen Seiten, die es hat, die nötige Tiefe fehlt. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(181)

249 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 150 Rezensionen

"liebe":w=16,"geheimnisse":w=8,"familie":w=7,"das glück an regentagen":w=7,"regentage":w=5,"vergangenheit":w=4,"schuld":w=4,"regen":w=4,"marissa stapley":w=4,"drama":w=3,"glück":w=3,"roman":w=2,"freundschaft":w=2,"trauer":w=2,"lügen":w=2

Das Glück an Regentagen

Marissa Stapley , Katharina Naumann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 07.11.2017
ISBN 9783499291708
Genre: Liebesromane

Rezension:


Die Vergangenheit ist manchmal ein riesiger Rucksack Ballast, jeder trägt ihn – mit unterschiedlicher Intensität. Manchmal sind dort noch nicht verarbeitete Wunden, nicht abgeschlossene Kapitel, aber auch wunderbare Erinnerungen. Jeder geht auf seine Weise mit dem eigenen Leben um, verarbeitet es oder vergräbt es.

Auch am anderen Ende der Welt, in Alexandria Bay ist es so. Dort hat Mae ihre Kindheit verbracht, ihre erste große Liebe kennengelernt und die Tage im Hotel ihrer Großeltern verbracht. Als sie nun nach einer gescheiterten Beziehung zurück in ihre alte Heimat kehrt, bleibt ihr nichts Anderes übrig als sich mit den Geistern der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Da sind ihre Großeltern, die sich überraschend getrennt haben – macht man so etwas noch im hohen Alter? Und dann ist da auch noch Gabe, ihre Jugendliebe. Er war wie ein Bruder, ein Verbündeter und die erste Person, die sie geliebt hat. Auch er ist auf einmal wieder am St. Lorenz-Strom und hat genauso viel aufzuarbeiten.

Marissa Stapleys verarbeitet in ihrem Roman „Das Glück an Regentagen“ die Bürde einer Familie, die viel erlebt hat und trotzdem zusammenhalten muss. Was ist, wenn die Frau unter Alzheimer leidet? Wenn du ganz genau weißt, dass deine Enkelin nicht blutsverwandt mit dir ist? Was wenn dein Verlobter eine Scheinfirma hatte und mit all dem Investorengeld abgehauen ist? Was, wenn du immer noch im Schatten deines alkoholkranken Vaters stehst und aus Angst so zu werden wie er, immer mehr wirst wie er? Was, wenn deine einzig wahre Liebe auf einmal vor dir steht, aber da soviel Ballast ist?

„Das Glück an Regentagen“ ist ein kleines, feines Buch. Schnell gelesen, mit einem angenehmen Schreibstil. Stapleys Worte fließen leicht über die Seiten, leider zu leicht. Denn auch nach 301 Seiten, die rasant vorbei waren, kann trotzdem kein Verbundenheitsgefühl aufkommen. Zu oberflächlich bleiben Marissa Stapleys Figuren, zu wenig kann man Gabe oder Mae nochvollziehen. Denn ihre Geschichten sind da, jedoch wirken sie nicht ausgereift, als würde ihnen jede Tiefe fehlen. Die Rahmenbedinungen sind schnell geklärt. Man findet sich schnell in Alexandria Bay ein, doch nicht in das Leben der Hauptfiguren. Dabei ist die Grundidee der dementen Großmutter oder der verflossenen großen Liebe wunderbar, die einzelnen Geschichten geben eine Menge Potential. Was aber nicht genutzt wird. So plätschert die Geschichte Seite für Seite vor sich hin. Auch die Unterteilung in drei Abschnitte wirkt nicht stimmig, zu oberflächlich sind die Geschehnisse dort drin. Leider wirken weder Mae noch Gabe als würden sie wirklich Fortschritte machen, da die Tiefgründigkeit ihrer Beziehung auf den Seite verloren geht. Daher wirkt ihr erneutes Liebesaufflammen eher wie eine Verzweiflungstat statt wie ein Happy End. Der Einzige, der mit Emotionen und Geschichte ausgestattet wird ist George. Großvater, Ehemann, Verlassener und Betrogener. Seine Taten werden erläutert, plausibel erklärt und er bekommt als Einziger zwar kein Happy End, aber die Gunst des Lesers.

Daher bleibt das „Das Glück an Regentagen“ ein solider Roman für zwischendurch. Marissa Stapley weiß durchaus ein angenehmes Klima zu erschaffen, jedoch nicht den Leser noch nachhaltig zu fordern, zu beschäftigen und zu begeistern. Ein typisches Buch für den Urlaub oder für einen kalten, regnerischen Tag auf der Couch – ohne Anspruch.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(94)

146 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

charles darwin, darwin, england, evolution, evolution und revolution, exil, gott, ilona jerger, karl marx, london, marx, naturwissenschaft, religion, und marx stand still in darwins garten, wissenschaft

Und Marx stand still in Darwins Garten

Ilona Jerger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 11.08.2017
ISBN 9783550081897
Genre: Romane

Rezension:

Man stelle sich vor – zwei bedeutende Denker hätten die Möglichkeit sich an einen Tisch setzen und über ihre Theorien zu plaudern. Genau das hat Ilona Jerger in ihrem Buch „Und Marx stand still in Darwins Garten“ möglich gemacht. Sie hat die beiden Männer im Jahr 1881 an denselben Ort gebracht, London. Beide gebeutelt durchs Leben und durch Krankheit, haben sie den gemeinsamen Arzt Dr. Beckett, der immer wieder mit dem Gedanken spielt die zeternden, alten Herren in einen Raum zu kriegen.
Wirklich getroffen haben sich die beiden nie, doch Jerger versucht in ihrem Roman eine Mischung aus Fiktion und Fakten, ein Drahtseilakt, der ihr nur stellenweise gelingt. Die Grundidee, famos – zwei bedeutsame Männer, die damals wirklich so nah beieinander wohnten, miteinander zu verbinden, ihnen Raum zu geben und sich unterhalten zu lassen. Doch ist der Weg bis zu dem wirklichen Aufeinandertreffen eine schier endlose Einleitung. Seite um Seite vergeht, Darwin hadert, Marx zetert. Wirklich Neues erfährt man nicht. Man bekommt einen guten Einblick in die Leben der Beiden, in deren Sinnkrisen und deren Werke – aber auch nur oberflächlich. Das Treffen, auf das nach rund Hälfte des Buches nicht nur Doktor Beckett hin fiebert, verläuft hingegen fad. Zu kurz ist der Moment, in dem sich die brillanten Denker gegenüber stehen und noch kürzer der Moment, in dem sie sich wirklich unterhalten. Die Szene, in die beiden unter vier Augen Gedanken austauschen, schon durch Leseproben, Einleitungen und Kurzzusammenfassungen bekannt. Was das beim Leser auslöst? Vor allem Ernüchterung.
Trotzdem kann Ilona Jerger schreiben. Die Sätze sind leicht, schnell zu lesen, trotz der vermeintlichen Schwere des Inhaltes. Doch auch dieser Umstand hilft nicht über die Schwächen des Buches hinweg, denn wie man es dreht und wie man es wendet – die Erwartungshaltung war eine andere. Es ist viel mehr ein. Es ist viel mehr der Dialog Darwins und Marx‘ mit ihrem Arzt, als miteinander. Jerger hat viel mehr die beiden Genies als Romanfiguren erweckt, durch Briefe und Tagebücher eine Geschichte um sie herum konstruiert, leider hat sie dabei vergessen die Verbindungen zu knüpfen, zu stärken und ein bisschen mehr Spannung unterzumischen.
So bleibt am Ende ein guter Roman, mit Abstrichen. Ein Roman, der durch seinen wunderbaren Schreibstil überzeugt, aber durch die gelenkte Erwartungshaltung des Lesers den einen oder anderen verwirren, linken oder enttäuschen wird. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(47)

57 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 45 Rezensionen

"frankreich":w=4,"teufel":w=3,"arbeitslosigkeit":w=3,"als der teufel aus dem badezimmer kam":w=3,"sophie divry":w=3,"roman":w=2,"humor":w=2,"gesellschaftskritik":w=2,"hunger":w=2,"arbeitslos":w=2,"langzeitarbeitslosigkeit":w=2,"familie":w=1,"rezension":w=1,"literatur":w=1,"satire":w=1

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Sophie Divry , Patricia Klobusiczky
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550081361
Genre: Romane

Rezension:

Sophie macht das, was so viele gerne tun würden: etwas mit Medien. Doch ihre Aufträge bei der Zeitung sind zu wenig, die Kosten für das Leben doch stetig. Was also tun, wenn es noch zehn Tage bis zum Monatsende sind und man nur noch 40 Euro hat? Ausharren und ein Buch drüber schreiben.

Wortgewaltig, witzig und vor allem ehrlich erzählt Sophie Divry in „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ über den Wahnsinn, den man durchlebt, wenn man das Geld bis zum Monatsende [oder länger] zusammen halten muss, jeden Cent umdreht und sich in der Zwickmühle der Sozialhilfe befindet. Denn Sophie will sich eigentlich nicht mit der Situation abfinden, denn sie selbst hat sich immer als eigenständige Künstlerin gesehen, die von ihrem Handwerk, in dem Falle das schreiben, leben kann. Doch die Nachzahlungen müssen überwiesen werden und schon steht sie mit weniger als nichts da. Auf einmal gibt es kein Kaffee beim Spaziergang, keine Schokolade und keine Zeitungen mehr. Stattdessen besucht sie Freunde, versucht sich unauffällig zum Essen einzuladen und ernährt sich zuhause von Brot und Nudeln.

Der Witz und Charme des Buches bestehen hauptsächlich aus Sophies inneren Monologen und ihrer Kreativität mit der schweren Situation umzugehen. Das verpackt in eine stilsichere Sprache, das macht jedem Spaß, nicht nur, wenn der eigene Berufsweg der einer Germanistin ist und man an vielen Stellen nur noch müde lächeln und nicken kann. Divry spielt mit einer Leichtigkeit mit der Sprache, schafft neue Wörter, durchbricht die Regeln jedes Standardromans und gewinnt Seite für Seite Sympathien dazu.
Auch die Aufmachung des Buches, verschobene Textelemente, in sich zusammenfallende Buchstaben – es ist wunderbar gemacht und unterstützt den Roman in seiner eigenen Art. Dabei ist „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ sicherlich kein einfacher Roman, nicht für jedermann gedacht, aber für Liebhaber von Sprache, Witz und der französischen Leichtigkeit – lest es!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(144)

201 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 107 Rezensionen

"thriller":w=19,"island":w=18,"mord":w=8,"sog":w=6,"rache":w=5,"missbrauch":w=5,"kindesmissbrauch":w=5,"vergewaltigung":w=4,"zeitkapsel":w=4,"yrsa sigurdardottir":w=4,"huldar":w=4,"krimi":w=3,"band 2":w=3,"freyja":w=3,"spannung":w=2

SOG

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei btb, 18.09.2017
ISBN 9783442756643
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie soll man richtig handeln, wenn man in einer Zeitkapsel Morddrohungen findet? Die Briefe, Wünsche und Prophezeiungen sind immerhin schon zehn Jahre alt als sie bei Kommissar Huldar auf dem Tisch landen. Ignorieren? Ermitteln? Es war doch nur eine Schulaufgabe, in denen Kinder sagen sollten, wie sie sich die Welt in 10 Jahren vorstellen. Doch trotzdem ist die Liste mit Initialen der potentiellen Opfer besorgniserregend und als dann noch in kurzen Abständen zwei schwer entstellte Leichen auftauchen, kann die Polizei nicht anders als alles miteinander zu verknüpfen.
Gekonnt wie eh und je wirft uns Yrsa Sigurdardóttir in die Geschichte von SOG, dem zweiten Teil ihrer neuen Reihe um den Ermittler Huldar und die Kinderpsychologin Freya. Beide noch beruflich angeschlagen dank ihrer abstrusen und nicht ganz konformen Ermittlung des ersten Bandes, stehen nun vor einem neuen Fall, der zu Beginn nicht chaotischer sein könnte. Doch trotzdem ermitteln die Beiden über alle Hürden hinweg, fügen lose Enden zusammen und nicht nur einen Teil ihres Rufs, sondern auch ihrer Beziehung wieder auf. Zwischenmenschlich kriegen wir auch mehr geboten. Huldar nimmt – in gewohnter Manier – jedes Fettnäpfchen mit, Freya hingegen versteht weiterhin viel falsch.
Gewohnt dunkel, kühl und düster – ein typischer Islandkrimi, wie wir ihn spezial von Yrsa Sigurdardóttir gewohnt sind. Ihr Schreibstil ist weiterhin fantastisch, schön rau und schnörkellos. SOG fesselt ab der ersten Seite und lenkt auch gekonnte Krimileser auf deutlich falsche Spuren, so dass das Ende noch sehr lange unerkannt bleibt.
Wer nun – wie ich - Dóra Gudmundsdóttir vermisst, der hat spätestens mit dem zweiten Band Huldar und Freyja als neue Weggefährten gefunden, die zwar unserer Rechtsanwältin nicht das Wasser reichen können, aber auf ihre eigene liebenswerte Weise die Geschichten tragen. Die Reihe hat um die beiden hat sich auch gut weiterentwickelt. DNA war ein solider, angenehmer Krimi, SOG hingegen ist an Spannung und Handlung wesentlich umfangreicher und ausgereifter, so dass die Hoffnung und Erwartung auf den dritten Band direkt steigt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(165)

307 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 107 Rezensionen

"rick riordan":w=9,"apollo":w=8,"götter":w=6,"halbgötter":w=6,"percy jackson":w=6,"mythologie":w=5,"jugendbuch":w=4,"orakel":w=4,"griechische götter":w=4,"fantasy":w=3,"griechische mythologie":w=3,"gott":w=2,"olymp":w=2,"zeus":w=2,"meg":w=2

Die Abenteuer des Apollo - Das verborgene Orakel

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2017
ISBN 9783551556882
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Wer den Namen Rick Riordan hört und griechische Mythologie mag, der wird direkt an die Jugendbuchreihen „Percy Jackson“ oder „Helden des Olymp“ denken. Seither weiß man, der Mann weiß was er tut: Er kann schreiben, Jugendliche an das Thema alte Geschichte ranführen und dabei so witzig sein, dass man das Buch kaum zur Seite packen kann.
Nun geht es endlich weiter im Universum des modernen Olymps – denn Apollo fällt vom Himmel. Als der Gott der Künste, des Lichts und des Orakels die Gunst seines Vaters verliert, findet er sich schlagartig in menschlicher Form mitten in New York wieder. Ehe er es versieht, muss er auf einmal einer Halbgöttin dienen und kann nichts dagegen tun. Um wieder als Gott anerkannt zu werden, macht er sich auf sein erstes großes Abenteuer in menschlicher Gestalt und ohne große Überheblichkeiten.
Rick Riordan nimmt uns, in seiner neusten Reihe, zusammen mit dem Gott Apollo zurück in die Welt von Percy, Chiron, Leo und Rachel. Alle bekannten Gesichter sind wieder da und seien sie nur als kurze Wegbegleiter da. Ein bisschen ist es wie nach Hause kommen, gute alte Freunde sehen und mit ihnen gemeinsam eine Reise machen. Dass auf der Reise ein Gott seine Kraft verliert und auf einmal gegen Kolosse kämpfen und das Orakel retten muss, das konnte keiner ahnen. Mit der Kraft von Riordans literarischem Geschick sind wir auch direkt wieder in der Geschichte, obwohl einige Charaktere neu dazu kommen. Apollo als Protagonist ist wahnsinnig gut gelungen. Durch sein göttliches Wesen, das schon seit jeher mit zu viel Selbstbewusstsein gesegnet wurde, und seiner Verbannung in einen jugendlichen Teenager entsteht eine grandiose Mischung aus Witz, Zynismus und tragischer Komik. Das gepaart mit Rick Riordans Schreibstil ist eine unschlagbare Kombo, die einen das Buch verschlingen lässt. Auch Meg als neuer Sidekick bringt einen erfrischenden Wind in die Geschichte. Mit ihren Fähigkeiten und ihrer lang ungeklärten Zugehörigkeit ist sie mal so ganz anders als die schon bekannten Wegbestreiter.
Die Geschichte ist – wie auch nicht anders zu erwarten – spannend bis zur letzten Seite, zeitgleich auch jugendbuchgerecht. Das Tempo nimmt direkt Fahrt auf mit Apollos Verbannung und Ankunft bei den Menschen, danach wird es turbulent und ehe man sich versieht, ist man mitgerissen. Der einzige Wehrmutstropfen. Es ist eine Reihe, was nicht schlimm ist, weil ich mich über Apollos Abenteuer gerne weiter amüsieren möchte, aber es hat auch eins dieser typischen offenen Enden. Nicht so offen, dass tausend Fragen offen sind, aber so, dass man trotzdem ein wenig seufzen muss.
Nichtsdestotrotz ist „Die Abenteuer des Apollo: Das verborgene Orakel“ ein wahnsinnig gelungener Auftakt, der einfach nur Spaß macht. Apollos Sicht aus einem fremden Körper bringt frischen Wind in das Percy-Universum und wer schon ein bekennender Rick Riordan-Fan ist, der wird hier nach definitiv bleiben!  

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(144)

238 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 72 Rezensionen

"neapel":w=12,"italien":w=8,"freundschaft":w=7,"kommunismus":w=3,"schriftstellerin":w=3,"klassenkampf":w=3,"roman":w=2,"freundinnen":w=2,"abhängigkeit":w=2,"sozialismus":w=2,"rolle der frau":w=2,"1960er und 1970er-jahre":w=2,"liebe":w=1,"familie":w=1,"leben":w=1

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

Rezension:

Nach "Meine geniale Freundin" und "Die Geschichte eines neuen Namens" haben sich die Namen der Freundinnen Lila und Elena in unseren Köpfen fest verankert. Wir alle haben Band für Band, Seite um Seite der Geschichte einer Freundschaft gelauscht und uns von Elena Ferrante durch Neapel der 50er und 60er Jahre führen lassen. Wir haben die Schul- und Jugendjahre miterlebt und die ersten Rückschläge mitgefühlt und jetzt geht es endlich weiter. Die "Die Geschichte der getrennten Wege" beginnt mit einer Erinnerung mit der Ferrante uns alle wieder in den Sog holt und schnell anknüpfen lässt.

Schon zwischen den ersten beiden Werken konnte das Gefühl, dass Elena Ferrante keinerlei Probleme hatte, den Leser wieder in die Geschichte zu integrieren, dominieren. Das Gleiche gilt für "Die Geschichte der getrennten Wege". Selten wurde die Naht zwischen verschiedenen Bänden so gut geknüpft, dass ein Einstieg unkompliziert und schnell möglich war. Keine paar Sätze und wir sind schon wieder mitten drin. Wir verfolgen Elenas Wege durch das Erwachsensein. Ein abgeschlossenes Studium, ein veröffentlichtes Buch, "scheinbares" Glück in der Liebe, zwei Kinder. Lila sitzt zeitgleich in Neapel, das Glück keineswegs auf ihrer Seite. Gefangen zwischen Lernen, harter Arbeiten und der Suche nach dem Glück. Doch während die eine sich nach oben arbeitet, scheint die andere, die schon oben ist, mehr und mehr Zweifel an ihrer Situation zu haben und dabei gerät die Freundschaft der beiden wahrlich ins Taumeln.

Trotz viel Politik und teilweise langen Passagen über die Verstrickungen in Neapel, überrascht es keineswegs, dass auch der dritte Teil der neapolitanischen Saga vollkommen überzeugen konnte. Über das Können Ferrantes muss nicht mehr viel gesagt werden. Wer die beiden anderen Romane gelesen hat, der weiß: Die Frau kann schreiben und das auf einem wahrlich hochwertigem literarischen Niveau. Die Seiten fliegen einfach nur so vorbei, während man vollkommen mitfühlt. Jede Gefühlsregung, jedes Wort wird durch Ferrante gewaltig, beladen und bedeutend. Das Buch ist wahnsinnig gut geschrieben verliert aber zeitgleich nicht eine Sekunde die Balance zwischen spannend, interessant und niveauvoll.

Trotzdem ist eine Bewertung keineswegs einfach zu begründen. Aus dem Zusammenhang ist "Die Geschichte der getrennten Wege" ein verdammt gutes Buch, doch ohne die anderen Romane und die, die noch kommen werden, ist es keineswegs so imposant. Reihen kennen wir zu genüge von Thrillern und Jugendbüchern. Doch über mehrere Bücher hinweg, literarisch so angesprochen zu werden, ist selten. Eine Begründung nur für dieses Buch ist daher schwer, wenn sie auch gleich so oder so fünf Sterne lauten wird. Doch nach Beendigung des Werks musste das Gelesene, Erlebte etwas sacken. Denn eigentlich war das Buch schon in der Nacht nach Erhalt des Buches durchgelesen, doch noch nicht verarbeitet. Eine kleine Beklemmung und ein betrübtes Gefühl schlich sich ein, das erst nach ein paar Tagen sich zu dem formte, was es ist: Sehnsucht. "Die Geschichte der getrennten Wege" war atemberaubend und deswegen ist die Sehnsucht jetzt schon groß. Man will dieses Besondere gar nicht so schnell abgeschlossen haben. Wieder ein Stückchen mehr Geschichte, in so kurzer Zeit und damit beginnt wieder der ungemütliche Teil: Warten auf den nächsten Band.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(166)

237 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 145 Rezensionen

"paris":w=11,"hamburg":w=6,"brief":w=6,"realität":w=5,"schicksal":w=3,"briefe":w=3,"parallelwelt":w=3,"freundschaft":w=2,"leben":w=2,"mysteriös":w=2,"carolin hagebölling":w=2,"hagebölling":w=2,"liebe":w=1,"roman":w=1,"spannung":w=1

Der Brief

Carolin Hagebölling
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.06.2017
ISBN 9783423261463
Genre: Romane

Rezension:

"Was wäre wenn" - diese Frage haben wir uns sicherlich alle schon einmal gestellt. Was wäre, wenn ich damals das Studium abgebrochen hätte? Wenn ich woanders hingezogen wäre? Wenn ich mich für einen anderen Partner entschieden hätte? Doch wir bekommen die Antworten nicht darauf.

Marie schon. Eines Tages erhält sie einen Brief ihrer alten Schulfreundin, die über ihren Alltag erzählt. Doch obwohl der Brief an sie adressiert ist, könnte ihr der Inhalt nicht fremder sein. Denn Christine erzählt von einer längst verstorbenen Freundin und angeblich würde Marie in Paris leben. Als sie Christine zur Rede stellt, will diese von dem Brief nichts wissen. Doch dabei bleibt es nicht. Es folgen Briefe, Anrufe, Bilder - Marie scheint ein alternatives Leben in Paris zu führen, das so ganz anders verlaufen ist als das, was sie jetzt lebt. Doch woher kommen diese Briefe?

Das versucht Marie in "Der Brief" von Carolin Hagebölling herauszufinden und reist an ihr unbekannte Orte, erlebt Déjà-vus und trifft auf Menschen, die ihr scheinbar bekannt vorkommen. Durch den kurzweiligen Schreibstil lässt sich Maries Reise durch eine gefühlte Paralellwelt, die voller "Waswärewenns" ist, schnell und flüssig lesen. Der Roman kommt knapper daher und umfasst gerade mal 219 recht groß geschriebene und sehr großzügig formatierte Seiten, die nur zwei Stunden Zeit beansprucht haben, um zwischen Paris und Hamburg umherzupendeln.

Der Einstieg ist schnell gegeben, die Geschichte startet sofort und auf knapp zweihundert Seiten ist leider auch kein Platz für zusätzliche Informationen. Hier liegt leider aber auch der größte Schwachpunkt des Buches. Weder Marie noch Christine noch deren Partner erhalten viele Details. Alles wirkt sehr oberflächlich, so als sei nur das Nötigste schnell zusammengeschrieben wurden. Marie, obwohl wir sie komplett begleiten, keine andere Sicht kennenlernen, wirkt mir am Ende des Buches kein Stück näher, kein bisschen sympathischer oder nachvollziehbarer. Entscheidungen oder Fragen sind viel zu oft viel zu schnell beantwortet. Briefe aus einer alternativen Zukunft? Kein Problem, aufkeimende Panik kommt zu keinem Zeit wirklich richtig rüber.

Dabei hat das Buch wirklich Potential. Marie wäre, mit ein paar Zusatzinformationen, eine formidable Protagonistin gewesen. Victor und Johanna hätten wunderbare Nebenschauplätze sein können. Doch bei keiner Person, bei keinem Ort kam Leidenschaft rüber. Das Ende hingegen hätte noch 50 Seiten mehr verkraften können. Carolin Hagebölling hätte hier etwas weiterspinnen können, die Geschichte dort noch mal aufgreifen. Doch da war das Ende viel zu offen, viel zu viele Fragen noch da. Daher war "Der Brief" leider eine kurzweilige, angenehme Unterhaltung, hinterlässt jedoch keinen bleibenden Eindruck. 

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(112)

157 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 88 Rezensionen

"krebs":w=8,"familie":w=7,"adhs":w=5,"brustkrebs":w=4,"liebe":w=3,"roman":w=3,"musik":w=3,"sieh mich an":w=3,"freundschaft":w=2,"kinder":w=2,"zukunft":w=2,"sterben":w=2,"mareike krügel":w=2,"wochenendehe":w=2,"leben":w=1

Sieh mich an

Mareike Krügel
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2017
ISBN 9783492058551
Genre: Romane

Rezension:

Katharina schreibt gerne Listen. Was muss heute noch erledigt werden? Welche Musikstücke lösen eine Gänsehaut aus? Welche Fragen kann ich nicht mehr hören? Welcher Spruch wäre passend für den eigenen Grabstein?
Letzteres ist nicht Katharinas makabren Humor geschuldet, sondern dem Knoten in ihrer Brust. Dieser ist das unausweichliche Thema von Mareike Krügels „Sieh mich an“. Doch hier geht es nicht um den Kampf gegen die Krankheit, die Tage nach der Diagnose oder dem Neuanfang nach dem Sieg gegenüber dem Krebs, sondern um einen Tag. Es sind gerade mal 24 Stunden, die wir Katharina begleiten. Doch es ist ein ganzer Tag voller Gedanken, Fragen und Erinnerungen, die sich wie ein Kreis zusammenfügen. Denn wie akzeptiert man dieses Ding in seiner Brust, wenn man nebenbei noch Mutter, Haus- und Ehefrau und Musiklehrerin ist? Wenn man eigentlich sich um die Tochter kümmern müsste, die unter AHDS leidet und schon wieder mit Nasenbluten aus der Schule nach Hause kommt? Oder wenn der Sohn die erste Freundin nach Hause bringt? Oder die SMS mit dem Mann, der auf Dienstreise ist, immer nüchterner und kalkulierender werden? Wenn der ehemalige Mitbewohner aus Studentenzeiten anreist und den Kopf mit Martini und Apfelmus verwirrt? Wie soll man da Zeit haben zu realisieren, verstehen und akzeptieren?
Katharina ist sicherlich kein einfacher Charakter, der zusätzlich in einer schwierigen Situation steckt und sie zusätzlich zum eh schon chaotischen Alltag vollkommen überfordert. Ihre Affinität für abstruse Listen und die Gedanken in alle Richtungen kreisen zu lassen, macht sie auf den ersten Blick nicht sympathisch, aber menschlich. Die kleinen Rückblenden auf die Vergangenheit, sei es Costas und ihre Geschichte oder die Erklärungen ihrer Universitätskarriere, machen so manches Verhalten verständlicher und schaffen einen wunderbaren Rahmen, in dem Katharina nicht mehr nur verzweifelt und zeitweise wunderlich wirkt, sondern man ganz genau die Konsequenzen diverser Schicksalsschläge und Entscheidungen sehen kann. Die Thematik ist hart, Katharinas gedankliche Eskapaden keine leichte Kost und trotzdem kann das Buch nur schwerlich aus der Hand gelegt werden. Durch die Vermischung aus Vergangenheit und Gegenwart erklärt sich Katharinas Geschichte wie von selbst und jede Seite beantwortet wieder ein kleines bisschen mehr. Hinzu kommt Krügels brillanter Schreibstil, der das Buch auch literarisch wertvoll macht.
Doch dann kam das Ende und die Krux ist wie üblich aus einer guten Idee einen guten Abschluss zu schaffen. Leider verliert sich Krügel samt Katharina irgendwo auf einer Autobahn Richtung Berlin. Die letzten dreißig Seiten wirken zu temporeich, zu impulsiv und zu abstrus – für die Autorin und für ihre Protagonistin. Es hinterließ mich mit einem leichten Kopfschütteln und Unverständnis. Nicht weil es ist nicht klar ist, dass traurige Menschen verrückte Dinge anstellen, sondern weil ich mich fragte, was nun die Perspektive für unsere Katharina ist. Warum hat sie das getan? Was passiert nun weiter? Das Ende ist so offen, dass die Fragen, die uns Krügel so beharrlich erklärt hat, wieder offen sind.
Alles in allem hinterlässt durch das seltsame Ende „Sieh mich an“ einen faden Beigeschmack. Als hätte man etwas Wundervolles gefunden, das einem gewaltsam aus den Händen gerissen wurde.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(95)

132 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 88 Rezensionen

"thriller":w=14,"schweden":w=7,"skandinavien":w=4,"wolf":w=4,"stockholm":w=4,"drogen":w=3,"wölfe":w=3,"krimi":w=2,"mord":w=2,"polizei":w=2,"rassismus":w=2,"brutal":w=2,"prostitution":w=2,"ermittler":w=2,"menschenhandel":w=2

Die Fährte des Wolfes

Mons Kallentoft , Markus Lutteman , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Tropen, 07.09.2017
ISBN 9783608503715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein außerordentlich blutiger Mordfall, ein belasteter Ermittler und schon haben wir das perfekte Rezept für einen skandinavischen Krimi, das den Erfolg quasi gepachtet hat. Harry Hole, Jo Nesbos Polizist, ist schwerer Alkoholiker, Hjorth und Rosenfeldts Sebastian Bergmann ist durch den Verlust seiner Familie ein Fall für jeden Therapeuten und auch Henning Mankells Wallander reiht sich perfekt in diese Riege ein. Gerade die Polizisten, Berater oder Agenten, die ihr eigenes Päckchen mit sich herumschleppen, die Alkoholiker, schwer traumatisiert oder beziehungsunfähig sind, sind ein Garant für skandinavische Kriminalliteratur. Der Aufmarsch der Antihelden ist kaum zu bremsen und wir alle lieben sie.
Kallentoft & Luttemann haben für ihren ersten Roman Die Fährte des Wolfes genau aus diesem Ideenpool geschöpft und Zack Herry ins Rennen geschickt. Trotz seiner Position in einer Sonderkommission der Stockholmer Polizei, zieht es Zack nächtlich in die Clubs der Stadt. Dort gibt er sich in einer wilden Mischung aus Musik und Kokain hin, die schon die internen Ermittler auf den Plan gerufen hat. Doch zunächst muss er sich um den aktuellen Fall kümmern, in dem mehrere thailändische Frauen kaltblütig ermordet wurden. Trotz Schlafmangel, einiger Drogenexzesse und seiner kontraproduktiven Beziehung findet Zack mit seiner Partnerin Deniz Spuren, die auf viel größere Ausmaße hindeuten. Plötzlich stehen sie vor rivalisierenden Banden, Frauenhandel und mächtigen Geschäftsleuten…
Zack Herry ist sicherlich kein einfacher Protagonist, aber so haben ihn Kallentoft & Luttemann für ihr Debüt auch nicht konzipiert. Trotzdem funktioniert der junge Polizist wunderbar in seiner Rolle. Man merkt wahrlich, dass beide Autoren zwar mit diesem Werk gemeinsam debütieren, aber schon den einen oder anderen Krimi eigenständig verfasst haben. Die Welt und Menschen um Zack sind stimmig und passen perfekt zu seiner Geschichte. Da ist Deniz, seine Partnerin, die versucht ihn auf den richtigen Weg zu führen und ihn in der „realen“ Welt zu verankern. Da ist aber auch Abdula, der Freund aus Kindheitstagen mit dem er auf dem Klo eines Clubs Koks durch McDonalds-Strohhalme zieht. Trotzdem ist die Geschichte von Kallentoft & Luttemann nicht so einfach in schwarz & weiß zu halten. Auch mit Deniz übertritt er die ein oder andere Grenze, in dem sie Zeugen unter Druck setzen, ihre Arbeit bis ans Limit ausführen, während Abdula zeitgleich nicht nur der Drogenfreund ist, sondern Zack in allen Lebenslagen zur Hilfe eilt. Auch weitere Charaktere, wie das Nachbarskind Ester, die Schutz in Form von Zack sucht und zeitgleich für sein eigenes kindliches Ich steht, haben wahnsinnig viel Tiefe und Bedeutung erhalten, so dass jedes Kapitel ein reiner Genuss war.
Das Buch hat Tiefgang und ist gespickt mit vielen kleinen Nebengeschichten, die sich parallel zur Geschichte bis ans Ende entwickeln. Sei es die Geschichte über Zacks Mutter, in der sicherlich die Wurzel all der nächtlichen Ausflüge liegt oder auch die des mysteriösen Chefs, den man immer wieder von gut auf böse verschiebt. Das macht das Buch erinnerungswürdig, voller Inhalt und lebendig. Leider kann man auf 450 Seiten nicht allen losen Fäden gerecht werden, so dass nach der letzten Seite noch offene Fragen zurück blieben. Manche relevant, manche nicht. Das hat keinesfalls das Lesevergnügen geschmälert, doch trotz allem entstand ein rastloses Gefühl, da das Ende sehr temporeich ablief.
Doch trotz kleiner Schwächen war die Fährte des Wolfes mit Sicherheit die größte Überraschung auf dem Krimimarkt. Für ein Debütroman ein wahrlich gelungenes Werk, mit aktuellen Themen, spannenden Irrungen und Wirrungen und einem Protagonisten, der den Originaltitel des Buches definitiv verdient hatte. In der schwedischen Ausgabe ziert nämlich nur sein Name „Zack“, das Cover des Buches. Denn auch, wenn es einen Fall gibt, der spannender nicht sein könnte, so ist Zack der wahre Held oder auch Antiheld des Buches. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(96)

137 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

"thriller":w=11,"mord":w=4,"gerechtigkeit":w=4,"band 6":w=3,"spannung":w=2,"england":w=2,"reihe":w=2,"folter":w=2,"serienkiller":w=2,"psychopath":w=2,"profilerin":w=2,"tania carver":w=2,"marina esposito":w=2,"phil brennan":w=2,"krimi":w=1

Du sollst nicht leben

Tania Carver , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548613512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leider konnte "Du sollst nicht leben" nicht überzeugen. Auch als wahrer Thriller-Enthusiast hat mich das Buch von Tania Carver an den Rand meiner Geduld gebracht.

Die Charaktere sind verwirrend, so dass man auch nach einiger Zeit sie nur schwerlich auseinander halten konnte. Ich bin immer wieder zurück an einige Stellen, weil ich die Namen nicht auseinander halten konnte, da gefühlt kein Charakter eine tiefgreifende eigene Geschichte hatte, die ihn als Alleinstellungsmerkmal diente. Die Story begann wirklich ansprechend und wirkte gut geplant. Wahrlich Tania Caver hatte da einen guten Einfall. Düster, gruselig und beunruhigend - alleine, einem Opfer die Entscheidung zu lassen und die Wahl, die er selbst dann trifft. Das ging unter die Haut.Aber nach jeder dazukommenden Seite fühlte es sich schlecht ausgeführt an. So als hätte Caver nur die ersten Szenen im Kopf gehabt und wäre dann in der kreativen Phase stecken geblieben.

Schade.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(218)

421 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 128 Rezensionen

"fangirl":w=12,"fanfiction":w=10,"jugendbuch":w=8,"college":w=7,"rainbow rowell":w=7,"zwillinge":w=6,"liebe":w=5,"rainbowrowell":w=4,"erste liebe":w=3,"schreiben":w=3,"coming-of-age":w=3,"hanser":w=3,"familie":w=2,"leben":w=2,"rezension":w=2

Fangirl

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257009
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Cath war noch nie alleine. Dazu hatte sie noch nie Grund, denn sie ist ein eineiiger Zwilling. Ihre Schwester Wren teilte nicht nur ein Zimmer mit ihr, sondern auch ihr ganzes Leben sowie ihre Leidenschaft für Simon Snow. Über ihn schreibt Cath ihre eigenen Geschichten, die im Internet höchste Begeisterung auslösen. Doch jetzt wo das College naht, scheint ihr Leben sich drastisch zu verändern, denn Wren will auf einmal kein gemeinsames Zimmer. Doch was macht Cath nun, die ganz und gar anders als Wren ist und lieber zuhause Geschichten schreibt statt auf Studentenpartys zu feiern?

Rainbow Rowell, auch bekannt als Autorin von Eleanor & Park, hat mit „Fangirl“ einen Roman geschrieben, der so viele Thematiken, die einem nicht fremd sind, beherbergt, dass der Leser manchmal nur sentimental nicken kann und die nächste Seite umschlägt. Ein Buch nicht zwangsläufig nur über das Erwachsen werden, dem College und der ersten Liebe, sondern ein Buch über das Ausbrechen aus dem Gewohnten und dem an sich selbst wachsen.

Cath ist eine schwierige Protagonistin, so schwierig, dass sie es sogar selbst weiß. Denn als Zwilling kann sie sich quasi "in anders" vorstellen, denn Wren, ihre Zwillingsschwester, scheint komplett anders geraten zu sein: unkompliziert, sozial, lebenslustig. Wren mag Partys, Freunde und das Ungewisse - Cath hingegen schreibt FanFiction, sitzt gerne zuhause und stellt sich ungern in den Mittelpunkt. Als dann aber das College anfängt und Wren ihre Schwester quasi zum Abnabeln zwingt, steht Cath schlagartig vor vielen ihrer Ängste. Diese sind nicht zwangsläufig typische Probleme eines Jugendbuchromans, sondern unsere alltäglichen Probleme, geschickt verpackt in das Setting eines Jugendbuchromans.

Was man also erwartet? Eine süße, kleine Liebesgeschichte, gespickt mit Geschichten über Simon Snow, einem selbst erschaffenen Zauber von Rainbow Rowell, der vielleicht einem Harry Potter gleichkommt und dem sie sogar auch ein eigenes Buch gewidmet hat (gleichzeitig erschienen mit Fangirl). Was man stattdessen bekommt? Eine tiefsinnige Geschichte über alle Unsicherheiten, die man selbst schon mal gespürt hat und einen männlichen Hauptcharakter, von dem sich alle noch eine Scheibe abschneiden können. Ein Hoch auf Levi, den anständigsten und sympathischen Loveinterest der letzten Jahre. Was haben wir uns alle an die sportlichen, gleichzeitig nerdigen aber vor allem Badboys aller Kleinmädchenfantasien gewöhnt? Und wen packt Rainbow Rowell aus? Den wohl herzallerliebsten Sidekick, den ich in den letzten Jahren zu lesen bekommen habe. Hätte mich das Buch nicht schon überzeugt gehabt, Levi hätte es getan. Ich wage auch die These aufzustellen, dass Levi mit all seinen Ecken und Kanten, seinen Taten und seinen Worten fast mehr Tiefe als Cath oder Wren haben.

Trotz allem tue ich mich mit der Rezension schwer, denn auch, wenn wir hier ein wunderbar süßes Buch vor uns haben, so habe ich mit Rowell doch meine Probleme. Es ist gut, ich habe es schnell gelesen, die Seiten flogen nur so, aber egal wie sie es auch dreht, mir fehlt immer etwas an ihren Büchern. Das kleine I-Tüpfelchen, die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Denn sobald ich eins von ihren Werken beende, bleibt immer ein kaum fassbares Gefühl übrig. Ein kleines: Hm? Trotzdem blinken da oben 4-Sterne, denn es ist gut, wirklich sehr gut - aber diesen letzten Kick, den kriegt Rowell leider nicht hin. Vielleicht, wenn wir das nächste Mal jemanden wie Levi begleiten dürfen. 

  (3)
Tags:  
 
671 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.