skiaddict7s Bibliothek

137 Bücher, 60 Rezensionen

Zu skiaddict7s Profil
Filtern nach
137 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

1980er, erste liebe, freundschaft, humor

Billy Marvins Wunderjahre

Jason Rekulak , Marcus Ingendaay
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 12.03.2018
ISBN 9783336547838
Genre: Humor

Rezension:

Eine Kleinstadt in New Jersey, 1987. Billy Marvin ist vierzehn. Zusammen mit seinen zwei besten Freunden beschließt er, das Playboy Magazin mit Vanna White, der „schönsten Frau der Welt“, irgendwie in seinen Besitz zu bringen. Legal kaufen ist keine Option, dafür sind sie zu jung. Und so schmieden sie Plan um Plan, um daran heranzukommen. Mit jedem gescheiterten Plan wird es ein bisschen exzentrischer. Abgesehen davon verbringt Billy die meiste Zeit damit, ein Computerspiel zu schreiben, um damit an einem Wettbewerb teilzunehmen. Durch eine Aktion für das Playboyheft lernt er schließlich Mary kennen, und die beiden beginnen, zusammen an dem Spiel zu arbeiten…

Das Buch ist hochwertig verarbeitet mit einem schönen Einband und einem noch tollerem Lesebändchen – das allein macht Lust auf mehr. Rekulak schreibt sehr unterhaltsam, so dass ich das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hatte! Sofort fühlte ich mich in die Achtzigerjahre versetzt. Viele kleine Details aus den Achtzigern werden liebevoll in der Geschichte platziert. Das Buch wird aus der Sicht von Billy erzählt. Typische Alltagsprobleme wie Schulnoten, Hausaufgaben und Eltern wechseln sich ab mit dem Lernen von Code, nächtlichen Ausflügen und der ersten Liebe, mit überraschenden Wendungen. Ein gelungener Coming of Age Roman, der einen in eine andere Zeit (zurück)versetzt.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

alltag, biografie, erfahrungen, ernährung, figur, gewicht, ideal, journalist-in, probleme (gewicht, probleme (selbstwert), schweiz, schweizer autor-in, selbstvertrauen, traumfigur, verlag: wörterseh

Bye-bye, Traumfigur

Silvia Aeschbach
Flexibler Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Wörterseh, 04.06.2018
ISBN 9783037630983
Genre: Biografien

Rezension:

Silvia Aeschbach spricht mit diesem Buch ein sehr wichtiges Thema an: Selbstliebe. Die meisten Frauen (und auch Männer) scheinen immer ein paar Kilos zu viel auf den Rippen zu haben. Denn wer ist denn heutzutage mit sich zufrieden? Immer gäbe es noch etwas zu verbessern. Ein paar Kilo weniger, ein bisschen erfolgreicher, Job und Familie muss beides parallel klappen, und so weiter und so fort. Aeschbach erzählt von ihrer Kindheit und Jugend, wo sie von einst zu dünn über ihre „angeborene“ Liebe zu Süßem plötzlich eher eine fülligere Figur hatte. Von da an fing es an, dass sie sich stets über ihren Körper definiert hat. Tief getroffen ist sie davon, dass der Vater ihr immer erzählt hat, was die Mutter doch für schlanke Beine habe (und die Autorin wohl eben nicht). Weiter geht es mit Jugendfreunden, oder Buben, die nicht an der Autorin sondern deren Schulfreundin interessiert waren. Dann der Einstieg in die Arbeitswelt, wo Aeschbach von den Eltern genötigt wird, Kindergärtnerin zu werden. Geprägt wird das Leben auch durch sexuelle Übergriffe, die sie jedoch zu der damaligen Zeit nicht bzw. nur unzureichend angesprochen hat, was ich verstehen kann. Es scheint, als wäre Aeschbach durch ihre Kindheit und Jugend tief geprägt und bis heute nie vollends mit ihrem Körper zufrieden.


Ich habe mir von diesem Buch keinen Ratgeber zum Abnehmen erhofft. Sehr wohl habe ich mir, für alle Körpertypen und Gewichtsklassen, ein Buch über Selbstliebe und das Finden der Selbstliebe erhofft. Leider wurden diese Erwartungen nicht erfüllt. Durch das Buch hinweg hat man häufig das Gefühl, die Autorin predigt zwar über Selbstliebe, hat es aber persönlich noch nicht dorthin geschafft. Oft kommen zynische Kommentare, auch heute noch scheint sie über Aussagen von Bekannten und Arbeitskollegen beleidigt bzw. traurig, obwohl diese Kommentare teils 20 Jahre und länger her sind. Weiters schreibt sie häufig sehr pauschalisierend. Zum Beispiel heißt es zum Abnehmen, „(…)wir wissen auch, dass dies wenn überhaupt nur mit einer sehr gesunden und kohlenhydratarmen Ernährung und vielen Sporteinheiten gelingen kann.“ Dem kann ich nicht zustimmen. Gesund heißt nicht gleich kohlenhydratarm. Die Wissenschaft ist sich nicht einig, ob eine kohlenhydratarme Ernährung gesund ist. Weiters sind in Aeschbachs Augen erfolgreiche Frauen besonders unzufrieden mit ihrem Körper. Wie sie auf diese Aussage kommt weiß ich nicht. Es scheint mir, dass ihr manche Frauen sauer aufstoßen, was meiner Meinung nach auch nicht der Sinn eines solchen Buches ist.  Dennoch muss ich sagen, dass ich den Schreibstil wirklich genossen habe. Die Autorin schreibt humorvoll, zum Teil selbstironisch und mit viel Sarkasmus.


Ich hoffe, die Autorin kann ihre Vergangenheit verarbeiten und ihre Ängste hinter sich lassen, sodass sie die Selbstliebe wirklich findet.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

44 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

buchrezension, deutsch, deutscher, engische literatur, england, freundschaft, furchtbarer schreibstil, großbritannien, insel-verlag, langatmig, liebe, london, matthias sachau, roman, sturmhöhe

Alicia verschwindet

Matthias Sachau
Flexibler Einband: 242 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.05.2018
ISBN 9783458363422
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(47)

61 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 43 Rezensionen

autobiografie, autobiographie, barbarentage, barbarian days: a surfer's life, biografie, biographie, meer, pulitzerpreis, sportgeschichten, suhrkamp nova, surfen, wellen, weltreise, william finnegan

Barbarentage

William Finnegan , Tanja Handels
Flexibler Einband: 566 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.05.2018
ISBN 9783518468739
Genre: Biografien

Rezension:

William Finnegan ist ein amerikanischer Autor und Journalist für den New Yorker. Seit seiner Kindheit in Kalifornien und Hawaii surft er, eine Leidenschaft, die sich durch sein ganzes Leben zieht. „Barbarentage“ ist seine Autobiographie und eine Hommage an das Surfen als Lebensstil.

 

In einem wunderschönen, geradezu poetischen Schreibstil, erzählt Finnegan von seiner Kindheit in Kalifornien, wo er erste Surfversuche unternahm. Während seiner Jugend zogen seine Eltern nach Hawaii. Dort erlebte er erstaunlich viel Rassismus im Alltag an der öffentlichen Schule und begann, praktisch täglich zu surfen. Von da an zieht sich das Surfen wie ein roter Faden durch sein Leben: nach der Schule der Abbruch des Studiums um wieder nach Hawaii zu ziehen, später nach dem nachgeholten Studium eine Reise um die Welt auf der Suche nach den besten Wellen der Welt. Er beschreibt nüchtern die verschiedenen Südseeinseln, die er besucht und auf denen er gesurft hat. Schließlich bleibt Finnegan in Südafrika hängen, weil er nicht mehr genug Geld hat, um Weiterzureisen. Dort arbeitet er während der Apartheid als Lehrer in einem der Township Schools und erlebt Geschichte. Erst später wird ihm jedoch vieles klarer, und er schreibt schließlich Jahre später ein Buch über seine Zeit dort. Es gibt weitere Stopps, unter anderem in Madeira. Viel später, zurück in Amerika, lebt er schließlich in San Francisco und New York. Auch dort findet er das Surfen…

 

Finnegans Autobiographie ist ein beeindruckendes Werk, das ich für Surfer und Nicht-Surfen gleichermaßen empfehlen kann. Es geht nicht nur um das Surfen, nein, auch die Beschreibungen der Zeit, in der Finnegan aufwuchs, sind sehr interessant. Oft wird man Traurig, wenn man im Lauf des Buchs die Globalisierung mit all ihren negativen Folgen miterlebt. Das Buch ist sehr dicht geschrieben und deshalb nicht einfach zu lesen. Ich habe lange gebraucht und musste immer wieder Pausen machen. Dennoch ist es wunderschön geschrieben, Finnegan hat wirklich eine Gabe zum Geschichten erzählen. Das Buch ist eine Hommage an das Surfen. Finnegan ist auf der ganzen Welt gesurft, teils unter beeindruckenden Bedingungen. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen, die ihn seine Leidenschaft überdenken lassen. Er beschreibt eindrücklich, wieviel Arbeit man teilweise in Sportarten hineinstecken muss, um aktiv zu bleiben. Sehr spannend war für mich, wie er sich teilweise in gefährlichen Situationen gefühlt hat. Ein wahnsinnig schönes und informatives Buch.

  (15)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(60)

77 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

arktis, eis, freundschaft, gletscher, klimawandel, liebe, naturkatastrophe, öko, ökothriller, öko-thriller, roman, spitzbergen, umwelt, umweltschutz, unfall

Das Eis

Laline Paull , Dorothee Merkel
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Tropen, 31.03.2018
ISBN 9783608503524
Genre: Romane

Rezension:

Wir befinden uns im Jahr 2018. Ein Luxuskreuzfahrtschiff ist auf der Suche nach Eisbären in der Arktis. Doch die Tiere sind sehr selten geworden. Schlussendlich entschließen sie sich, in das gesperrte Gebiet nahe der Midgard Lodge zu fahren, wo kurz zuvor ein Eisbär gesichtet worden sei. Doch sie werden Zeuge eines viel gewaltigeren Schauspiels: das „Kalben“ des Gletschers, wodurch schließlich eine Leiche aus dem Eis freigegeben wird. Es handelt sich um Tom Harding, einen Umweltaktivisten, der drei Jahre zuvor bei einer Expedition verschollen ist. Er war damals zu zweit mit seinem Kollegen und Freund Sean Cawson auf Erkundungstour in Gletscherhöhlen, als bei einem Sturm eine Höhle zusammengestürzt ist. Sean hat überlebt. Nachdem die Leiche freigegeben wird, muss Sean sich endlich mit der Vergangenheit auseinandersetzen, und lernt dabei mehr als er sich je vorstellen hätte können…


Laline Paulls Schreibstil ist außerordentlich fesselnd, das Buch ist spannend geschrieben. Sie hat zweifellos ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen. Leider ist das Thema Umwelt und Klimawandel in dem Buch jedoch nur zweitrangig. Zwar werden gewisse Fakten erwähnt, jedoch ist oft unklar ob es sich um wahre Fakten handelt, und diese werden meist nicht weiter ausgeführt. Von diesem Aspekt hatte ich mir mehr erhofft. Die Umweltaktivisten Tom und auch seine Freundin Ruth sind sehr realistisch dargestellt und ich konnte deren Frustration fast durch die Seiten spüren. Die Geschichte ist sehr gut durchdacht mit vielen Facetten und Überraschungen. Ein sehr gut geschriebener und spannender Thriller.

  (17)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

roman

Hiroshima

Marina Perezagua , Silke Kleemann
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 10.03.2018
ISBN 9783608981360
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(152)

271 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 111 Rezensionen

der zopf, frauen, frauenroman, freiheit, haare, indien, italien, kanada, krebs, leben, mut, schicksal, schicksale, sizilien, zopf

Der Zopf

Laetitia Colombani , Claudia Marquardt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.03.2018
ISBN 9783103973518
Genre: Romane

Rezension:

Drei Frauen, drei unterschiedliche Kontinente, Leben die unterschiedlicher nicht sein könnten:

Giulia ist 19, lebt in Palermo und arbeitet in der Perückenfabrik der Familie, die letzte ihrer Art in Sizilien. Doch nachdem ihr Vater nach einem Unfall im Koma lebt, entdeckt sie ein dunkles Geheimnis… Währenddessen lebt Sarah als erfolgreiche Anwältin in Montreal. Trotz der Frauenfeindlichkeit des Berufes ist es ihr immer gelungen, ihre drei Kinder und den Beruf unter einen Hut zu bringen. Sie ist schließlich hart im nehmen und bereit, für ihren Traumberuf so viel zu Arbeiten wie physisch nur irgendwie möglich. Nur zwei Scheidungen hat sie aufgrund des Berufs hinnehmen müssen. Doch unerwartet steht sie vor der Diagnose Krebs und muss herausfinden, was ihr im Leben wirklich wichtig ist. Die dritte und stärkste der Protagonistinnen ist Smita, eine junge Inderin. Sie ist eine Dalit, eine „Unberührbare“, die keiner Kaste angehört. Sie muss täglich die Latrinen reinigen, mit bloßen Händen muss sie die Exkremente ihrer Nachbarn beseitigen. Ihr Mann ist Rattenfänger auf den Feldern. Die Ratten die er fängt, darf er behalten; diese brät Smita zum Abendbrot. Doch Smita beschließt, dass sie sich mit diesem Leben nicht abfinden will. Sie will nicht wie ihr Ehemann auf die Wiedergeburt warten. Ihre Tochter soll zur Schule gehen. Und so verlässt sie das Dorf und den Ehemann, um ein neues Leben zu beginnen…

 

Vorab: die Idee hinter den Geschichten ist wirklich schön. Leider lässt die Umsetzung zu wünschen übrig. In einem eher distanzierten Ton wird jeweils kapitelweise jede der drei Protagonistinnen vorgestellt. Giulias Geschichte ist recht oberflächlich gehalten. Die neunzehnjährige arbeitet in der Firma des Vaters, ist sehr behütet aufgewachsen und musste bisher noch nie auf eigenen Beinen stehen, obwohl sie volljährig ist. Dies ändert sich mit einem Schlag, als der Vater einen Unfall hat. Weiterhin scheint sie jedoch nicht zu lernen, wie man auf eigenen Beinen steht, dafür findet sie einen Mann, der ihr hilft. Das Ende ist sehr kitschig gehalten.

 

Sarah ist um die vierzig, lebt in Kanada und scheint bis jetzt keine Probleme gehabt zu haben, als alleinerziehende Mutter ihre Kinder und ihre gut laufende Karriere unter einen Hut zu bringen, was per se schon sehr unrealistisch ist. Plötzlich sieht sie sich mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert und wird in der Folge in der Kanzlei gemobbt und langsam hinausgeekelt. Für Kranke ist kein Platz in einer vielbeschäftigen und ach so wichtigen Anwaltskanzlei. Das entspricht sicher der Wahrheit, was ich jedoch traurig finde ist, dass Sarah bis zum Schluss nicht begreift, dass Karriere nicht alles ist. Wir sehen sie fortan kämpfen, um ihren Job wiederzuerhalten, wieder ernst genommen zu werden. Anstatt dass sie ganz besonders bei der Konfrontation mit dem möglichen Tod erkennt, dass ihre Familie wichtig ist und auch ein Ursprung von Glück sein kann. Auch diese Geschichte ist sehr oberflächlich gehalten.

 

Smitas Geschichte ist die einzige, die wirklich tiefgründig war. Man lernt sehr viel über das Kastensystem Indiens, dass viele Inder weiterhin systematisch diskriminiert werden und in bitterster Armut am Rande der Gesellschaft leben. Smita schafft es, sich zu wehren und „darf“ schlussendlich Vishnu ihre Haare opfern, die dann in Sizilien verarbeitet werden und schließlich im Westen teuer verkauft werden. Ja, hier kommen die Geschichten zusammen, aber was will uns Colombani damit sagen? Dass Smita weiterhin ausgebeutet wird, ihre Haare geopfert hat und sogar noch für die Rasur bezahlt hat, jetzt die Haare aber teuer weiterverkauft werden? Das Buch bzw. die einzelnen Geschichten hatten sehr viel Potential, welches aus meiner Sicht leider nicht ausgeschöpft wurde.

  (18)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(62)

91 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

berlin, beziehungsstress, ego, empfehlung, gesellschaft, gesellschaftskritik, hashtag, intrigen, kritik, leserunde, michael nast, paperback, partys, roman, schickimicki

#EGOLAND

Michael Nast
Geheftet: 432 Seiten
Erschienen bei Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH, 06.04.2018
ISBN 9783841905963
Genre: Romane

Rezension:

„Wahrscheinlich beruhte das Drama im modernen Menschen auf diesem großen Missverständnis, dachte er; den Unterschied zwischen beruflichem Erfolg und privatem Glück nicht zu erkennen oder genauer: beruflichen Erfolg mit Glück zu verwechseln.“


Wer „Generation Beziehungsunfähig“ gelesen hat, kennt den Stil von Nast. In diesem Roman geht es – Überraschung! – um dasselbe Thema. Diesmal verpackt als Roman, der wohl auf wahren Begebenheiten beruht. Die Generation der „Millenials“: die Unfähigkeit, zu Lieben; Egoismus, Narzissmus; ein Leben, das sich nur in sozialen Medien abspielt. Deshalb geht es nicht um verschiedene Bekannte von Nast, sondern gibt es vier Protagonisten. Erstmal Andreas Landwehr, der wohl wichtigste von allen. Er ist selbst Autor, und hat sich nach seinen Nachforschungen zu seinem zweiten Roman das Leben genommen. Sein Wunsch: Michael Nast soll den Roman zu Ende schreiben. Und nicht nur das, eigentlich hat er mit dem Schreiben noch gar nicht angefangen. Leonie ist eine weitere Protagonistin. Sie ist 25, Psychologiestudentin, und auf der Suche nach der großen Liebe. Leider hat sie aber ständig nur Dates mit uninteressanten, gemäß ihr selbst „austauschbaren“ Männern. Dann gibt es noch Christoph und Julia, die scheinbar in der perfekten Beziehung sind. Andreas kennt sie alle und beginnt, mit ihnen ein Puppenspiel zu spielen. Alle versucht er, auf seine Weise zu beeinflussen. Mit tragischem Ende…


Die Geschichte beginnt sehr langatmig, sicher mehr als die ersten hundert Seiten werden verwendet, um die Protagonisten sehr detailreich vorzustellen. Dies ist für den Leser sehr beschwerend und ich kam nur langsam voran. Andreas Landwehr ist ein Narzisst vom Feinsten, seine Welt dreht sich nur um ihn selbst und er kann es nicht nachvollziehen, wenn eine Frau nicht an ihm interessiert ist. Nur ein Narzisst kann außerdem auf die Idee kommen, seine Mitmenschen mit dem Ziel zu beeinflussen, Beziehungen zu zerstören. Seine Ideen nehmen immer abstrusere Formen an, weil er beschließt, ohne Julia nicht leben zu können, die jedoch mit Christoph in einer Beziehung ist. Die anderen Protagonisten geraten mehr zufällig in seine Fänge; sie alle sind typische „Millenials“, ebenfalls ziemlich von sich selbst eingenommen und mehr mit dem Schein als mit ihrem wirklichen Leben beschäftigt. Besonders Leonie lebt sehr dafür, sich nach außen richtig darzustellen, obwohl sie das eigentlich gar nicht will.  Extrem befremdlich sind mehrere Szenen im Roman, in denen Nast selber vorkommt. Die Art und Weise wie er dies aus Andreas Sicht beschreibt, und Andreas auf ihn eifersüchtig sein lässt, lässt nur schließen, dass er ebenfalls narzisstisch veranlagt ist; ein Schluss, den ich schon nach „Generation Beziehungsunfähig“ gezogen habe. Das Aufschlussreichste an dem Buch ist zweifelsohne der Epilog, in dem Nast seine Gedanken zu unserer Gesellschaft noch einmal darlegt. Dies ist zwar interessant, aber auch nichts wirklich Neues. Gesellschaftskritik ist gerade „in“, aber es gibt einige Bücher, die ich hier mehr empfehlen würde als dieses. Einzelne Passagen enthielten interessante Aussagen, die mir gut gefallen und mich zum Nachdenken gebracht haben. Fazit:  leider keine neuen Gedanken, wofür es sich lohnen würde, diesen Roman zu lesen.

  (17)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

coming-of-age, ein gelungenes debüt, einzelkind, erste liebe, erste verliebtheit, familie, familiengeschichte, familienroman, freundschaft, münchen, neue familie, ohnmacht des kindes, plötzliche trennung der eltern, scheidungskind, trennung

Der rote Swimmingpool

Natalie Buchholz
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 14.05.2018
ISBN 9783446259096
Genre: Romane

Rezension:

Der siebzehnjährige Adam lebt mit seinen Eltern in einem Einfamilienhaus. Den Garten ziert ein roter Swimmingpool, den Adam mit dem Vater vor Jahren für die Mutter entworfen hat, damit sie das Meer nicht vermisst. Die Eltern lieben sich immer noch, darauf ist Adam stolz. Bis eines Tages alles anders kommt: der Vater nur noch auf Geschäftsreisen. Plötzlich wird Adam informiert, dass die Eltern sich trennen und der Vater ihn nicht mehr sehen will. Für Adam – verständlicherweise – eine Katastrophe. Er versteht nicht, was passiert ist. Und aus Trotz kommt es zu einer Art Kurzschlussreaktion… Monate später lernt er schließlich Tina kennen und erzählt ihr nach und nach seine Geschichte.

 

Natalie Buchholz ist mit ihrem Debüt ein wirklich besonderer Coming-of-Age Roman gelungen. Der Schreibstil ist unaufgeregt und fesselnd, und zeitweise wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die beiden Handlungsstränge nähern sich zeitlich immer mehr an, bis sie am Schluss in der Gegenwart ankommen. Adam ist ein sympathischer Protagonist, in den ich mich gut hineinfühlen konnte. Seine Reaktionen sind sehr gut nachvollziehbar. Schön wird illustriert, wie es für ein Kind ist, wenn die Eltern sich trennen, auch wenn das „Kind“ schon fast volljährig ist. Zu Beginn sind die Eltern beide Adams große Vorbilder. Im Laufe eines Sommers erkennt er, dass Eltern auch nur Menschen sind und macht seine eigenen Erfahrungen in der Liebe. Ein sehr schönes, teils locker-leichtes aber teils nachdenklich stimmendes Buch.

  (20)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

bessereinkaufen, bewusst einkaufen, fisch, fleisch, gemüse, herkunft, lebensmittel, lebensmitteleinkauf, netgalleyde, obst, ratgeber, regionalmarkt, verbraucher

Besser einkaufen

Katarina Schickling
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 19.02.2018
ISBN 9783451600531
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

A Tree Grows in Brooklyn (P.S.)


Flexibler Einband
Erschienen bei null
ISBN 8601400292808
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

abtreibung, erste liebe, feuer, freundschaft, geheimnis, geschwister, heile welt, künstlerin, leihmutter, mutter, schwangerschaft, usa, vater

Little Fires Everywhere

Celeste Ng
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Little, Brown, 07.09.2017
ISBN 9781408709726
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(33)

64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kathrin wessling, roman

Super und dir?

Kathrin Weßling
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 06.04.2018
ISBN 9783961010103
Genre: Romane

Rezension:

Marlene ist einunddreißig, hat einen tollen Freund, war Klassenbeste, hat studiert, nun ihren ersten Job bei ihrer Traumfirma und zahlreiche Followers auf diversen Social Media Kanälen. Wer wäre da nicht glücklich? Dass sie mindestens 70 Stunden pro Woche arbeitet, zahlreiche unbezahlte Überstunden macht, immer müder wird und es schließlich nur noch mit Hilfe von diversen Drogen durch den Tag schafft ist nebensächlich. Die anderen schaffen es auch, so schwer kann es nicht sein, oder? Man darf nicht zeigen, dass man es nicht leicht findet, oder? Immerhin war das doch ihr großes Ziel und Marlene hat sehr, sehr viel aufgegeben um dahin zu kommen. Nur fühlt es sich ganz und gar nicht an wie sie es sich erhofft hatte.


Ich habe schon vor dem Lesen sehr viel (Positives) über das Buch gehört und wollte mich selbst davon überzeugen. Nun, ich bin absolut überzeugt! Kathrin Weßling schreibt ehrlich und mit einem gewissen Sarkasmus und schafft es damit, uns vorzuzeigen, wie falsch das eigentlich alles läuft in unserer Gesellschaft: junge Menschen (ich will mal sagen die Generation der „Millenials“) studieren, dann kommen haufenweise unbezahlte Praktika, dann kriegt man endlich den ersten Job, wo man meist nach Strich und Faden ausgenutzt wird. Tonnenweise unbezahlte Überstunden. Wer sich nicht beugt wird ersetzt. Der Urlaub wird nicht genehmigt und man wird schliesslich zu irgendeiner unbeliebten Urlaubszeit gezwungen, diesen zu nehmen, weil „Sie wollen ja nicht den Urlaub anhäufen“ (habe ich selbst so erlebt). Wenn man versucht, sich wegen Überstunden zu wehren, wird gleich gesagt, man sei halt ineffizient und habe deshalb so viele. All das Lob der vergangenen Wochen und Monate ist da sofort vergessen. Dann wird unsere Generation auch sofort als frech dargestellt, weil wir uns eine Work-Life Balance erhoffen. Privatleben, Kinder, all das sollen wir vorerst vergessen und uns totarbeiten – aber wo führt das hin? In Marlenes Fall bis in die Drogensucht, die dann aber sogar ihr Arzt abstreitet. Nein, Leute wie wir die werden nicht süchtig. Das passiert uns doch nicht. Ist doch alles super!


Am Ende lernt Marlene, dass Karriere nicht glücklich macht und dass es im Job immer noch mehr und mehr Projekte geben wird. Das „danach“ wo man dann mal mehr Zeit hat um sich seinen Freunden oder der Familie zu widmen, das gibt es nicht. Und Marlene fragt sich endlich, wozu sie nur so viel anderes aufgegeben hat.


Kathrin Weßling ist mit diesem Buch ein sehr wichtiger, emotionaler Roman gelungen, der uns die Augen öffnen sollte und uns hoffentlich zum nachdenken bringt. Ich habe sehr viele Situationen, die Weßling beschreibt, selbst erlebt und wünschte, ich hätte das Buch schon früher gelesen.

  (30)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(167)

343 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

19. jahrhundert, armut, bauernhof, bedrückend, debüt, dienstmädchen, drama, einfaches leben, eisele-verlag, frauenrechte, gewalt, missbrauch, nell leyshon, pfarrer, roman

Die Farbe von Milch

Nell Leyshon , Wibke Kuhn
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 22.09.2017
ISBN 9783961610006
Genre: Romane

Rezension:

„Die Leute sehen das Schlechte nie, sagte ich, wenn es so nahe vor ihrer Nase ist. Wie das Schwein, wenn es in der eigenen Scheiße liegt.“


Es ist das Jahr achtzehnhundertunddreißig. Wir befinden uns in einem kleinen, nicht näher benannten englischen Dorf. Ihr Name ist Mary. Und ihr Haar hat die Farbe von Milch. Die vierzehnjährige Mary ist an einem Bauernhof aufgewachsen, mit drei Schwestern, ihrem strengen Vater, der Mutter und dem Großvater. Der Vater und die Schwestern bewirtschaften den Bauernhof. Die Tage sind lang und hart. Mary hinterfragt nichts, ist sehr ehrlich und hat stets einen positiven Blick aufs Leben. Der Großvater ist der einzige, von dem Mary ein bisschen Zuneigung erfährt. Eines Tages wird beschlossen, dass Mary den elterlichen Bauernhof verlassen soll und im Haus des Pfarrers aushelfen soll. Dort pflegt sie vor allem die kranke Ehefrau des Pfarrers und hat zum ersten Mal in ihrem Leben jemandem, der auch ihr Wohl am Herzen liegt. Nachdem die Pfarrersfrau stirbt ändert sich für Mary alles – der Pfarrer beschließt, ihr das Lesen und Schreiben beizubringen, doch zu einem hohen Preis.


Der kurze Roman imponiert mit seiner einfachen Sprache, die wiederspiegeln soll, dass Mary das Schreiben gerade erst gelernt hat. Dieser Schreibstil war anfangs gewöhnungsbedürftig, auch da es teils sehr lange, verschachtelte Sätze sind. Nell Leyshon schreibt beeindruckend klar und unaufgeregt, jedoch flüssig. Sie zeichnet ein beeindruckendes Bild von Mary, der einfachen, sehr direkten und klugen Bauerstochter, die zum ersten Mal in ihrem Leben von zuhause weg ist. Grau ist dieses einfache Arbeiterleben, das mit der Zeit nur trüber wird. Marys direkte Art macht das Buch sehr unterhaltsam. Obwohl es im 19. Jahrhundert spielt sind die Themen nach wie vor aktuell. Leyshon regt definitiv zum Nachdenken an!

  (16)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

backen, blogger, clean eating, ernährung, gesundheit, glutenfrei, kochbuch, kochen, rezepte, vegan, zuckerfrei

Deliciously Ella - Genial gesundes Essen für ein glückliches Leben

Ella Woodward ,
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 10.08.2015
ISBN 9783827012883
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(53)

64 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 53 Rezensionen

berg, bergbau, debüt, eigenwillige bewohner, ein dorf am berg, hoffnungsvoll, landflucht, marie gamillscheg, melancholisch, nostalgisch, österreich, roman, schöne sprache, strukturwandel, touristen

Alles was glänzt

Marie Gamillscheg
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 19.03.2018
ISBN 9783630875613
Genre: Romane

Rezension:

„Es ist gut, dass es solche Menschen wie Patz gibt, die nie über den Ort hinausdenken. Nur deshalb können so Menschen wie sie weggehen. Schließlich muss das immer im Gleichgewicht sein. Die, die weggehen, und die, die bleiben.“


Dieses Buch ist schwer zu beschreiben. Ein unspezifizierter kleiner Ort in den Bergen in einem nicht genannten Land zu einer nicht genannten Zeit. Hier spielt Gamillschegs Debüt. Der Ort hat früher vom Bergbau gelebt. Dann, als der Berg zu ausgehöhlt war, vom Tourismus. Seit der Journalist im Dorf war und geschrieben hat, der Berg werde bald in sich zusammenstürzen, kommen nun auch keine Touristen mehr. So bleibt der Ort wie früher, jedoch ziehen immer mehr (junge) Menschen in die Stadt. Martin setzt sich eines Tages in sein Auto und kommt auf dem Berg ums Leben. Oder, wie ein Bewohner es ausdrückt, „Die einen ziehen in die Stadt, die anderen setzen sich ins Auto und fahren sich tot“. Nur wenige Menschen bleiben. Merih, der Regionalmanager, kommt ins Dorf um die Leute zum hierbleiben zu bewegen.


Im Buch gibt es verschiedene Protagonisten, deren Alter bis zum Schluss unklar ist. Stets gibt es einen kleinen Auszug aus dem Alltag der Bewohner, der oft mehr Fragen hervorruft als er erklärt. Viele Zusammenhänge werden erst am Schluss des Buches klar, auch die seltsamen Kapitelüberschriften werden kurz vor Schluss zumindest teilweise erklärt. Dennoch bleiben viele Fragen offen und viele Dinge unausgesprochen. Insbesondere am Anfang war das Buch für mich sehr schwer zu lesen, weil alles zusammenhangslos war. Der Schreibstil hat mir eigentlich sehr gut gefallen, er mutet sehr „literarisch“ an. Dennoch habe ich vieles im Buch nicht verstanden. Ob das an mir liegt weiß ich nicht. So fällt es mir sehr schwer, ein Urteil zu fällen. Die Autorin hat meiner Meinung nach sehr viel Potential, jedoch habe die Nachricht, die sie uns mit diesem Roman vermitteln will, nicht ganz verstanden.

  (28)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

32 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

70er jahre, berlin, berlin, historischer krimi, ddr, deutschland "ddr", familiengeheimnisse, familienroman, familienzusammenhalt, flaneur, gentrifizierung, immobilienmakler, kapitalismuskritik, ostberlin, scheitern, sisyphos

Skandinavisches Viertel

Torsten Schulz
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 10.03.2018
ISBN 9783608981377
Genre: Romane

Rezension:

Matthias Weber ist im skandinavischen Viertel in Ostberlin aufgewachsen und kehrt nun nach Jahren im Ausland dorthin zurück. Keiner kennt das Viertel so gut wie er. Als Kind lief er täglich durch das Viertel und dachte sich für viele Straßen alternative Namen aus. Doch sein Leben wurde überschattet von Verlusten, bereits in jungen Jahren. Seine Familiengeschichte ist trist. Matthias kehrt nun mehr zufällig ins Viertel zurück, als Makler, und kann fortan entscheiden, wer „würdig“ genug ist, in das Viertel zu ziehen.

Thorsten Schulz erzählt diesen tiefgründigen Roman abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit. Die Erzählstränge verschmelzen und ergänzen sich ausgezeichnet. Obwohl man sich von dem Titel vielleicht etwas anderes erwartet, erzählt Schulz mit einer beeindruckenden Sprache vom Aufwachsen in der DDR, von Familie, frühen Verlusten, Vertrauen bzw. Vertrauensbrüchen, Enttäuschungen, Geheimnissen, Alkohol, und vom Alleinsein. Insbesondere die Einblicke in die DDR waren für mich sehr spannend, teils hätte ich mir mehr Erklärung dazu gewünscht. Die Geschichte regt sehr zum Nachdenken an. Vieles wird nicht explizit erwähnt, die Interpretation bleibt dem Leser überlassen. Auch macht es traurig, wie wenig Matthias bzw. generell alle in seiner Familie aus Rückschlägen zu lernen scheinen. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich alles verstanden habe, was der Autor mit dem Roman sagen wollte. Das, was ich verstanden habe, hat mir wirklich gut gefallen. Ein sehr lesenswerter Roman.

  (16)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

bergsteigen, biografie, diplomatenfamilie, erfahrungen, everest-besteigung, expedition, grenzerfahrungen, indianer, indios, inuit, kanada, lebensweg, mount everest, mount everst, peru

Illegal am Everest

Hans-Peter Duttle , Reto Winteler
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Wörterseh, 31.03.2018
ISBN 9783037630952
Genre: Biografien

Rezension:

„Dort oben, in der vollkommenen Stille und weit weg von jeder Zivilisation, fand ich es immer noch, das alte Glück.“

 

Hans-Peter Duttle kann auf ein sehr ereignisreiches Leben zurückblicken. Als Schweizer Diplomaten-Sohn wurde er in Beirut geboren. Eine Kindheit im Libanon, Bern, Bolivien (La Paz) und Peru (Lima), so kam er im Teenageralter zurück nach Basel in die Schweiz. Schon in der Kindheit war Duttle ein besonders sensibles Kind und machte sich über Dinge Gedanken, die manch Erwachsener sich so wohl nie überlegt. So war ihm stets das Wohl aller Menschen, unabhängig von der Hautfarbe, sowohl das von Tieren ein Anliegen. Auch kämpfte er häufig mit dem Gefühl, das weniger geliebte Kind der Eltern zu sein, immer im Schatten des jüngeren Bruders. Er zeichnet sich selbst als sehr sensibler Mensch, welcher schon als Kind sehr spannende Einblicke in die Menschheit und Beziehung Mensch-Tier hatte. Nach dem Gymnasium in Basel kam Duttle über das Militär in die Berge und fand dort unter anderem so zum Bergsteigen und zur Liebe zur Natur. Und so kommt es, dass er schließlich im Jahr 1962 illegal mit drei Amerikanern versucht, den Everest über die Nordseite zu besteigen.

 

Duttle blickt auf ein unglaublich vielseitiges und spannendes Leben auf verschiedenen Kontinenten zurück. Auch nach der Besteigung des Everest folgten unter anderem Aufenthalte in Kanada bei den Inuit, sowie Aufenthalte in Peru, Bolivien und Nepal. Duttle gelingt ein sehr reflektierter Rückblick auf sein Leben, in dem sehr viele, nach wie vor aktuelle Themen behandelt werden und interessante Gedanken zutage kommen. Das Buch ist sehr gut und fundiert geschrieben. Ich hätte mir oft gewünscht, die verschiedenen Erlebnisse wären noch ausführlicher beschrieben, teils bleibt es bei kurzen und nüchternen Beschreibungen. Die Expedition auf den Everest ist wahnsinnig bildhaft und mitreissend beschrieben. Auch sehr gutes Fotomaterial ist inkludiert. Doch nicht nur die Expedition zum Everest ist interessant, auch die Jahre bei den Inuit und später zurück in Bolivien und Peru sind sehr spannend und informativ. Duttle hat sein Leben lang nach dem Glück gesucht und es schließlich im Alter endlich gefunden. Es ist schade, dass es so lange gedauert hat, aber ich konnte von seiner Reise sehr viel lernen.

 

Fazit: ein wunderbares, unglaublich spannendes und informatives Buch. Schade, dass es sich nur um ein Taschenbuch handelt – dieses Buch wäre eine gebundene Ausgabe mehr als wert. Ich kann dieses Buch jedem nur ans Herz legen, auch wenn Sie kein Bergliebhaber sind.

  (24)
Tags: alpinismus, everest-besteigung, mount everst   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(56)

63 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

diät, freundschaft, freunschaft, gruppenzwang, harte realtität, homosexualität, hunde, liebe, magersucht, model, modeln, russland, shanghai, teenager, träume

Fliegende Hunde

Wlada Kolosowa
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 09.03.2018
ISBN 9783961010066
Genre: Romane

Rezension:

Lena und Oksana sind sechszehn, beste Freundinnen und teilen alles im Leben, die Hausaufgaben, das Bett und unerlaubte nächtliche Berührungen. Bis Lena als Model entdeckt wird und nach Shanghai reist, um dort in einer Model-WG zu leben, hoffentlich Aufträge zu erhalten und mit Ruhm und Geld nach Hause zurückzukehren. Oksana bleibt zurück in dem tristen Vorort in der Nähe von St. Petersburg, im kalten russischen Winter – alles, was Lena möglichst zurücklassen möchte. Sie versucht währenddessen, ihre überschüssigen Kilos mittels der „Leningrad Diät“ loszuwerden. Auch in dem Vorort von Shanghai, wo Lena gelandet ist, gibt es Plattenbauten. Das Leben als Model ist hart und voller Ausbeutung. Häufig wird mit dem Flug nach Hause gedroht, wenn man als Model nicht genügend Geld einbringt. Die Mädchen sind somit gezwungen, nicht nur mittels Fotoshootings Geld einzubringen. Die Grenzen zwischen Modelleben und Prostitution scheinen hier fließend.


Kolosowa gelingt es, abwechselnd aus der Sicht von Oksana und Lena zu erzählen, und die Geschichten dabei mühelos ineinander zu verweben. Die Erzählungen sind authentisch, aus Teenager Sicht geschrieben und machen stets Lust weiterzulesen. Durch Oksanas geschichtliches Interesse erfährt man einiges über die Geschichte der Leningrader Blockade, was sehr interessant ist.  Die unausgesprochenen Gefühle zwischen Lena und Oksana illustrieren wie Homosexualität in Russland weiterhin totgeschwiegen wird. Kolosowa schafft es trotz den ernsten Themen auch Humor in die Geschichte zu bringen. Ein außerordentliches Roman-Debüt und ein gut gelungener russischer Coming of Age Roman – klare Leseempfehlung!

  (15)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(87)

119 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

berlin, beziehungen, eltern, familie, freundschaft, kind, krankheit, kunst, künstler, künstlerehepaar, leinsee, liebe, roman, selbstfindung, tod

Leinsee

Anne Reinecke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070149
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(145)

205 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 135 Rezensionen

familie, für immer ist die längste zeit, gefühle, humor, liebe, roman, selbstmord, suizid, tod, trauer, trauerbewältigung, trauer bewätigen, unfall, usa, verlust

Für immer ist die längste Zeit

Abby Fabiaschi , Barbara Christ
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 21.03.2018
ISBN 9783810524799
Genre: Romane

Rezension:

„Leben heißt nicht, dass du darüber hinweg bist oder egoistisch oder kalt; es heißt nur, dass du noch da bist und sie nicht.“

 

Maddy ist tot. Vom Dach der Bibliothek gestürzt. Sie hinterlässt ihre sechzehnjährige Tochter Eve und ihren Ehemann Brady. Maddy ist jedoch nicht im Himmel (oder der Hölle) gelandet, sondern ist nach wie vor auf der Erde und muss mit ansehen, wie schwer ihr Verlust für Eve und Brady ist. Die beiden kommen mit Maddys Suizid nicht zurecht und zerbrechen schier daran. So fasst Maddy den Beschluss, dass sie eine neue Frau für Brady und Eve suchen muss, die den beiden hilft, alles wieder ins rechte Licht zu rücken.

 

Ich muss zugeben, dass ich das Buchcover ganz und gar unpassend finde. Bunte Blumen und Schmetterlinge passen für mich nicht zum Tod. Dennoch wollte ich das Buch wegen der Beschreibung unbedingt lesen. Der Start ist ein wenig langatmig, doch die Erzählung wird mit zunehmender Seitenzahl tiefgründiger, sodass man bis zu den letzten Seiten sehr viel an Trauerarbeit und Umgang mit Suizid behandelt hat. Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt (Maddy, Eve und Brady). Fabiaschi gelingt es außerordentlich gut, die Gedanken um den Tod und die Trauer eines nahen Angehörigen, insbesondere durch Suizid, zu beschreiben und in einen Roman zu verpacken. Auch die Frage nach dem Warum ist Kern des Buches und man erkennt, wie zentral diese Frage für Hinterbliebene werden kann. Auch die Schuldfrage ist zentral. Dies ist kein klassisches Buch über den Umgang mit Suizid, da es die ganzen Botschaften bzw. Weisheiten in einen Roman verpackt. Die Umsetzung finde ich jedoch außerordentlich gut. Ich empfehle dieses Buch Suizid Hinterbliebenen, sowie auch Menschen, die einen nahen Angehörigen auf andere Weise unerwartet verloren haben. Ein wunderbares Buch!

  (18)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(49)

73 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

18. jahrhundert, bordell, edelkurtisane, ehe, england, fantasie, fluch, frauen, geld alleine macht nicht glücklich. gutes buch !!!, geogianische äre, imogen hermes gowar, liebe, london, meerjungfrau, roman

Die letzte Reise der Meerjungfrau

Imogen Hermes Gowar , Angela Koonen
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 29.03.2018
ISBN 9783431040821
Genre: Romane

Rezension:

Jonah Hancock ist ein mäßig erfolgreicher Kaufmann im 18. Jahrhundert. Er ist Witwer, die Frau und das einzige Kind bei dessen Geburt verstorben. So lebt er vor sich hin, als eines Tages der Kapitän einer seiner Schiffe zurückkehrt. Im Gepäck hat er eine wahrhaftige, echte Meerjungfrau, wie die Welt sie noch nie gesehen hat! Und so schafft es Jonah, durch Ausstellung und Verkauf der Meerjungfrau zu etwas Geld zu gelangen und sich schließlich in der Welt hinaufzuarbeiten. In der Stadt lebt Angelika, Edelkurtisane und anspruchsvolle Dame. Jonah findet Interesse an ihr. Sie verspricht ihm eines: bring mir eine Meerjungfrau und ich bin dein. Jonah arbeitet von nun an nur noch auf dieses eine Ziel zu, ohne zu beachten, welche Folgen dies mit sich bringt. Dann gibt es da noch Mrs. Chappell, die ein Freudenhaus betreibt, und ihre Mädchen. Die Geschichte nimmt seinen Lauf…


Der Schreibstil war insbesondere anfangs etwas langatmig, so dass ich mich zwingen musste weiter zu lesen. Die historischen Informationen sind gut in die Geschichte eingearbeitet und machen das Ganze etwas interessanter. Gegen Mitte nimmt das Buch Fahrt auf. Der Schreibstil ist insgesamt eher ruhig gehalten, teils sehr poetisch. Die Umsetzung der „Meerjungfrau“ fand ich sehr kreativ und definitiv anders als erwartet, jedoch im positiven Sinne. Insgesamt ein ruhiges Buch mit interessanten historischen Passagen, es fehlt jedoch etwas an Aufregung.

  (27)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(94)

131 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

entfremdung, enttäuschung, erwachsenwerden, familie, familiendrama, familiengeheimnis, familientragödie, hamburg, herz und witz, leben, liebe, schuld, tod, trauer, verlust

Bis zum Himmel und zurück

Catharina Junk
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 13.03.2018
ISBN 9783463406947
Genre: Romane

Rezension:

„Meine Eltern waren in der Trauer abgetaucht, nicht zusammen sondern jeder für sich. (…) Der Schmerz hatte sie überrollt, und jetzt waren sie zerbrochen.“


Katja ist Drehbuchautorin. Katja musste einiges durchmachen und geht das Leben nun entsprechend reserviert an. Sie lebt so vor sich hin, ohne sich groß etwas zu wagen, für mutige Aktionen hat sie schließlich ihre Drehbücher. Und es gibt da Ratko, einen Mann in ihrem Leben, den sie jedoch nicht ihren Freund nennt, der ihre Gutmütigkeit ausnützt. Nun soll Katja ausgerechnet ein Drehbuch zu einer Familienserie schreiben, obwohl sie doch zu ihrer eigenen Familie seit Jahren keinen Kontakt hatte. Doch plötzlich tauch Jella auf, eine Halbschwester, von der sie nie wusste. Und Jellas Halbbruder Joost, mit dem Katja nicht verwandt ist, der doch so schöne grüne Augen hat… Und Katja beginnt, ihren bisherigen reservierten Lebensstil zu überdenken.


Junks Schreibstil gefällt mir sehr gut. Der Roman wird aus Katjas Sicht erzählt, die auch über sich selbst lachen kann und eine ziemlich sarkastische Art hat. Immer wieder gibt es Rückblicke in Katjas Kindheit, die teils sehr emotional sind. Es wird sehr gut beschrieben, wie ein Tod eine Familie komplett auseinanderreißen kann. Alle Beteiligten bleiben für sich allein und müssen einen Weg finden, damit umzugehen. Junk beschreibt sehr gut, wie man sich nach dem Verlust eines Nahestehenden fühlt. Jedoch kamen mir manchmal all die Schicksalsschläge etwas überspitzt vor. Die Geschichte wird sehr gefühlvoll und mit einem guten Mix an Gefühlen und Humor erzählt. Alles in allem eine berührende Geschichte.

  (26)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(64)

69 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

brot, croissants, eier, einfach, exotisch, faffiniert, früchstück, frühstück, frühstücken, frühstückskochbuch, frühstückskost, kochbuch, kochen, kulinarisch, waffeln

halb zehn - das Frühstückskochbuch

Agnes Prus , Yelda Yilmaz
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Stiftung Warentest, 13.03.2018
ISBN 9783868514766
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch überzeugt mit seiner tollen Aufmachung: Hard Cover, in einem rosa-lila Farbton gehalten, mit goldener Aufschrift. Die Qualität des Drucks und der Seiten ist sehr gut. Zu jedem Rezept gibt es ein Bild, das jeweils wirklich gelungen ist. Das Buch beginnt mit ein paar allgemeinen Worten zum Frühstück und genießen und leitet dann über in die verschiedenen Kapitel. Hier finden sich Brot bzw. Gebäck, Hefegebäck und süßes Gebäck, Sandwiches etc., Rezepte mit Eiern, Pancakes, Waffeln, Müsli und Porridge, sowie diverse Aufstriche und Marmeladen und zu guter Letzt Getränke. Mein Lieblingsteil und der von dem ich schon am meisten Rezepte ausprobiert habe ist ganz klar der Müsli bzw. Porridge Teil. Der klassische Hafer Porridge und auch der Amarant-Quinoa Porridge sind einfach und überzeugen. Der Kokosmilchreis mit Mango erinnert mich an das Dessert im Asia Restaurant (positiv gemeint), schmeckt selbst gemacht aber noch besser. Die Backrezepte habe ich bisher noch nicht probiert (aktuell habe ich nicht so oft Zeit für ein ausgiebiges Frühstück), das kommt aber im nächsten Urlaub dran. Einige Rezepte im Buch enthalten Fleisch oder Fisch, dies kann man jedoch meistens gut abwandeln (für Vegetarier). Dieses Buch bleibt sicher ein Klassiker in unserer Küche und ich kann es ganz klar empfehlen.

  (17)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(50)

60 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 44 Rezensionen

berlin, coming-of-age, debüt 2018, entführung, entscheidungen und auswirkungen, entwicklung, erste liebe, familie, folter, freundschaft, geiselnahme, gerechtigkeit, hardcover, musik, roman

Nackt über Berlin

Axel Ranisch
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 23.02.2018
ISBN 9783961010134
Genre: Romane

Rezension:

Jannik ist sechzehn, ein großer Liebhaber klassischer Musik, und er ist schwul, was bisher keiner weiß. Wie die meisten sechzehnjährigen zofft er sich regelmäßig mit seinen Eltern, die ihm Vorschriften machen. Außerdem ist er verliebt in seinen guten Freund Tai, einen Vietnamesen den man nur mit einer Kamera in der Hand kennt. Tai filmt alles und jeden, der ihm über den Weg läuft. Scheinbar zufällig entdecken die beiden den Schuldirektor Lamprecht eines Tages sturzbetrunken und beschließen kurzerhand, ihn in seiner eigenen Wohnung gefangen zu halten. Und so nimmt die Geschichte seinen Lauf. Eigentlich wollten sie Lamprecht nur zwei Tage gefangen halten, aber es kommt anders… Und nach und nach zweifelt Jannik, ob es wirklich Zufall war, dass sie den Schuldirektor einfach so „gefunden“ haben. Nebenbei kommt er Tai näher. Und so entfaltet sich eine Geschichte, zahlreiche Zusammenhänge werden klar, es kommt zu einer Beichte des Schuldirektors…

 

Zwei Handlungsstränge erzählen einmal aus der Sicht von Jannik und einmal aus der Sicht des Schuldirektors. Die Sprache ist teils ordinär, sarkastisch gehalten, der Schreibstil flüssig. Das Besondere an diesem Buch war für mich vor allem die klassische Musik: Ranisch schafft es, die Musik in seinem Buch lebendig werden zu lassen. Er hat eine Gabe, die Musikstücke so wunderbar zu beschreiben, dass man, wenn man diese kennt, sie beim Lesen automatisch hört. Mozarts Requiem spielt eine Hauptrolle, aber auch Tchaikovsky (wie Jannik von Tai auch liebevoll genannt wird) kommt regelmäßig vor. Ich kann mir jedoch nur schwer vorstellen wie das Buch auf Menschen wirkt, die mit klassischer Musik nichts anfangen können.

 

Axel Ranisch hat ein Buch über das Erwachsen werden, Beziehungen, „coming out“ und über die Musik geschaffen. Fazit: ein brillanter Debütroman der Lust auf mehr macht.

  (17)
Tags:  
 
137 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.