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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fkk, schwarzer humor, kindheitserinnerungen, heiter, amüsante kriminalgeschichten

Querfeldein ist nicht immer geradeaus

Gunda Jaron , Thomas Staufenbiel
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Verlag neun9zig, 27.10.2013
ISBN 9783944907024
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: amüsante kriminalgeschichten, fkk, heiter, schwarzer humor   (4)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Liebe m.b.H.

Slov ant Gali , Gunda Jaron , Ricardo Riedlinger
Flexibler Einband: 188 Seiten
Erschienen bei Verlag neun9zig, 01.10.2013
ISBN 9783944907000
Genre: Gedichte und Drama

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

zeitreise, einführung des kommunismus, fkk, liebesflöhe, big brother

Der lebende See

Slov ant Gali , Carola Rümper
Buch: 184 Seiten
Erschienen bei Verlag neun9zig, 31.10.2013
ISBN 9783944907017
Genre: Science-Fiction

Rezension:  
Tags:  
 

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12 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

autobiografie, frieden, kommunismu, internet, materialismus

Gemeinschaft der Glückssüchtigen

Slov ant Gali
Flexibler Einband
Erschienen bei Heinen, Wiljo, 30.04.2013
ISBN 9783955140090
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

vandalismus, ddr, delegitimierung, kultur, borniertheit

Kulturnation Deutschland?

Peter Michel
Flexibler Einband
Erschienen bei Heinen, Wiljo, 16.12.2012
ISBN 9783955140038
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer einen solchen Titel liest mit dem Untertitel „Streitschrift wider die modernen Vandalen“ erwartet Polemik, in der die Titelfrage mit einem klaren Nein beantwortet wird. Das Coverfoto verstärkt diese Erwartung noch, weil es einen geplagten Mann zu zeigen scheint.
Doch das kleine Büchlein verweigert sich einseitiger Parteilichkeit. Gerade das aber macht es so wertvoll.
Es zieht einen roten Faden von der Römerzeit über die Araber zu den Faschisten, der DDR ins Deutschland nach einem sogenannten Einigungsvertrag. Er verschont niemanden, der sich jeweils zum Sieger der Geschichte erkor und zur vermeintlichen Selbsterhöhung das Kulturschaffen der Vorigen zu vernichten sucht. Er versucht die Arten des Vandalentums zu Gruppieren und die Beweggründe dafür auch. Insofern kommt die DDR noch relativ gut davon. Bei ihr wirkte hauptsächlich eine Mischung aus geistiger Borniertheit der politisch Verantwortlichen und der langen Nachkriegsarmut, wo Anderes als der Erhalt von Kulturgütern wichtig schien.
Michel verliert sich im hinteren Mittelteil ein wenig in Details einzelner Beispiele, bei denen nicht alle gleich nachvollziehbar wesentlich erscheinen. Insgesamt gelingt ihm aber gerade dadurch der rote Faden, dass die geistige Tiefschlagleistung einer Bundeskanzlerin Merkel, dass in einer Diktatur wie der DDR gar keine Kunst entstehen konnte, ein Schlaglicht auf den bevorzugten Umgang mit DDR-Kunst wirft: Gerade die Künstler, die stets ein besonders individuelles und damit nuanciert kritisches Verhältnis zu den sie umgebenden Verhältnissen haben müssen, werden geopfert: Es muss alles, was zum Leben der DDR gehörte, „delegitimiert“, nuanciert schlecht gemacht werden. Politik vor Kultur.
Kaum denkt man, jetzt wird’s zur linken Polemik, zeigt Michel aber Beispiele, dass es eben in der deutschen Kulturwirklichkeit auch anders geht. Ich teile allerdings nichts die Meinung, dass sich dabei ein positiver Trend abzeichnet. Die politische Verbannung von DDR-Kultur weicht nur subtilerem ideologischem Bekämpfen. Und einer der Schwerpunkte, nämlich die Alltagskultur, ist bereits mit ihren Werken so weit vernichtet worden (siehe Palast der Republik), dass die verbliebenen Reste musealen Wert gewinnen.
Beinahe freundlich naiv wird das Buch, wenn es recht umfassend nachweist, wie viele Verhaltensweisen geschriebenem Recht, also Grundgesetz und „Einigungsvertrag“ widersprechen. Als ob sich die Machtverfestigung der herrschenden Klasse darum kümmerte, womit sie den anderen Staat einst eingekauft hatte.
Eine lesenswerte Verteidigungsrede für den Umgang mit überlieferten Schätzen aller Vergangenheit ist das Ganze allemal. Und eine für aktive Einmischung ohne Scheuklappen.

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Tags: alltagskunst, ausstellungen, ddr, delegitimierung, grafiken, kultur, kunst am bau, mahnmale, sieger der geschichte, vandalismus   (10)
 

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lyrik, beziehungen, modern, liebe, sex

Automatenliebe

Thomas Reich
Flexibler Einband: 74 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.01.2013
ISBN 9781481937801
Genre: Sonstiges

Rezension:

Gedichte sind Gefühlssache und demzufolge nutzt einem Dritten nicht, ob sie dem ersten Leser „gefallen“ haben. Man kann diese Gedichte nicht schön finden im Sinne von einschmeichelnd, geeignet, dem aktuellen Objekt der Begierde zu schenken, das nicht. Aber man begibt sich auf Reisen in Innerwelten. Die Titel der einzelnen Gedichte sind Notbehelfe, viele Zeilenbrüche helfen beim Luftholen. Die Wörter werden mit Gewicht beladen. Man kann sich in sie hineinstürzen, mit ihnen stolpern, auf Nachempfinden fallen, Pflaster für aufgeschabte Gefühlsknie sollte man parat haben. „Automatenliebe“ verrät mir als Titel zu wenig. Immerhin wusste ich vorher, Lyrik von Thomas Reich das heißt „moderne Lyrik“. Reime waren keine zu erwarten. Freies Spiel mit Sprache dagegen schon.
Ganz ohne Überraschung ging es aber nicht ab. In dem Bändchen finden sich nämlich nicht aneinander gereihte einsame Gedichte, sondern die Gedichte, die da aufeinander folgen, „erzählen“ in ihrer Abfolge durchaus eine „Geschichte“, richtiger zwei, nämlich die eines Er-Ichs und die eines Sie-Ichs, wovon mich der Versuch, sich in die „Schlampe“ (?) zu versetzen, nicht restlos überzeugt hat. Das männliche Ich wird dagegen plastisch. Eigentlich geht es um ins Krankhafte reichende Bindungsproblemen, etwas zugleich fürchten und wünschen, aber nicht können, sich mit Äußerem zufrieden und doch nicht zufriedengeben. Es könnte ein Roman sein, es ist aber etwas im Inneren des Ichs Wahrgenommenes, beschrieben in der Bildverzerrung von Diskoflackerlicht, weggedrückt von zu lautem Ton, der eben deshalb nicht aufgenommen wird. Nachklang bleibt, wenn man draußen steht. Bei mir oft der Wunsch auf ein „Gegen-Gedicht“. Inspiration, weil Unverbrauchtes, Verstörendes.
Die meisten Gedichte enthalten mindestens einen den Gedichtcharakter verletzenden sprachlichen Ausdruck, etwas, was nicht hineinzupassen scheint … was sich aber mehr und mehr als Methode entpuppt.
Reichs Ich schenkt sich nichts, seziert sich. Man riecht förmlich die seelische Desinfektion eines Kreißsaals, der keine Wehenmittel kennt. Wie lässt Reich sein lyrisches Er-Ich sagen? „Ich verschanze mich / hinter meine Kälte … Die Sympathie / ist gegeben, / für eine Freundschaft. / Kompliziert / wird es dadurch / dass wir auch / das Bett miteinander teilen / immer wieder gerne / du / mit dem festen Freund. // Ich habe ein Talent / mich / in groteske Situationen / zu bringen.“ Thomas Reich lädt uns ein, dabei zu sein … und ich war nachher froh, aus diesem Alter heraus zu sein ...
Das Layout hätte übrigens mehr Liebe verdient gehabt.

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Tags: beziehungen, liebe, lyrik, modern, sex   (5)
 

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kinderporno, witze, reigen, begehren, fantasien

Erotische Experimente

Virginia Rieger , Nora Dubach , Johannes Bettisch
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Engelsdorfer Verlag, 13.07.2012
ISBN 9783862688890
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Lesen war ein Abenteuer, das allerdings zunehmend unangenehm wurde. Ja, der Band enthält eine Reihe erotischer Texte und ist auch abwechslungsreich, was die Herangehensweisen betrifft. In einer Skala von 1 bis 5, wenn 5 die Bestwertung darstellt, war ich etwa bei der Hälfte am Schwanken, ob ich 2 oder 3 werten sollte. Eher für 2 sprach der sprachliche Dilettantismus. Die meisten Texte bedüften einer gründlichen Überarbeitung. Den Autoren hätte der zwischenzeitliche Kontakt zu ihrem Deutschlehrer gut getan. Zumindest aber – und da achtet man dann weniger auf gute Sprache – aktivierten die meisten Texte tatsächlich erotische Fantasien. Ich hätte so schon bei der ersten Geschichte genörgelt, demjenigen Vorwürfe gemacht, was er dort an den Anfang gestellt hatte – man möchte doch „hineinfinden“. Bei aller Kritik am „Lektor“ - es folgt zum Teil so Peinliches, dass der Anfang akzeptabel ist.
Das Schlimmste: In der zweiten Hälfte überwiegen Texte, die schlicht nicht „erotisch“ sind. Herausragend Johannes Bettisch, der einige klassische „versaute“ Altherrenwitze zu „Geschichten“ aufgeblasen hat – wie um die Haltbarkeit seiner Kondome zu testen. Dass dann das Buch mit einer „echten“ Witzsammlung endet, sozusagen als Krönung, ist nur konsequent.
Außerdem ist ein Text hineingeraten, den ich als Kinderpornografie abgelehnt hätte. Man kann ja darüber streiten, wann „Pornografie“ beginnt. Voyeurismus kann ja etwas durchaus Erotisches sein. Aber einer etwa Sechsjährigen zuhören zu müssen, wie sie ihrem Teddy die Praktiken beschreibt, mit denen sie ihren Großvater sexuelle Befriedigung verschafft, fand ich abstoßend unangenehm – und wurde zur Leservergewaltigung, weil man nicht sofort weiß, wo man hineingeraten ist … und der Text endet auch nur mit einem Alibisatz der Belauschenden, der das Umfeld so wenig beleuchtet, dass es praktisch eben allein um die Beschreibung des strafbaren Aktes geht.
Also für diesen Teil 1 bis 2 „Sterne“, insgesamt also knapp am totalen Flopp vorbei.
Ergo: Eine radikale Streichorgie hätte den vorhandenen Ansätzen Geltung verschafft … und erotische Literatur sollte als Einheit von guter Sprache und sich entwickelnden Fantasien mehr Würdigung empfinden.

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Tags: begehren, erotik, erzählungen, fantasien, fremdheit, fremgehen, gedichte, kinderporno, lust, reigen, witze   (11)
 

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pflicht, liebe, vater, bruder, straßenbahn

Meines Vaters Straßenbahn

Eberhard Panitz
E-Buch Text: 134 Seiten
Erschienen bei Verlag Wiljo Heinen, 15.04.2012
ISBN B007UR415Q
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein schlichtes, ein unaufdringliches Buch. Ein Stück Autobiografie, total unmodern. Keiner die Welt bewegenden Person ist der Autor begegnet, womit er sich nun selbst erhöht, sondern der eigene Vater wars und dieser Vater war eher ein Verlierer, einer, dem man mehr Mut und Glück und sonstwas zurufen möchte und der darauf antwortete: "Ich kann nicht. Ich bin so. In diesem, genau in diesem Gleisbett fährt meine Bahn. Gestern und heute und morgen gradlinig."
Wäre der Autor nicht Eberhard Panitz gewesen, der wer war in der DDR, es wäre vielleicht nicht so leicht gewesen, ein so vordergründig unpolitisches Buch über eine Familie auf ihrem Weg durch den 2. Weltkrieg zu veröffentlichen. Nix Propaganda drin! Dass es neu aufgelegt wurde, muss Gründe haben ... und die kann man nur erfühlen. Denn es wird ganz ohne dramatische Erzählkniffe mit Worten Geschehen angerissen. So oft hätte ich mir vorgestellt, mir wäre diese verschenkte Situation als Mangel angekreidet worden. Während man als Leser sich gerade einfühlt, manchmal nur hineinahnt, skizziert Panitz schon die nächste Szene.
Es ist das unheldischste Buch, das ich kenne.
Doch. Einen Kniff wendet der Erzähler - und hier meine ich Panitz und das lyrische Ich zugleich - doch an: Die Fetzen eines Geschichten-Patchwork-Teppichs werden verknüpft über eine mystische Situation. Jenes Ich fährt mit dem Geist seines längst toten Vaters in einer leeren S-Bahn, wobei er das wie Wirklichkeit nimmt, als Chance, dem Vater so vieles zu sagen, was er ihm früher hätte gesagt haben wollen und sollen ... und so direkt auch wieder nicht tut. Nur der Leser erdenkt sich das Fehlende.
Wer könnte Vergnügen am Lesen haben?
Es kommt die Welt eines Schuljungen vor mit Heldseinwollen, Streichen, Mädchen. Auseinanderleben eines Paares kommt vor, Fremdheit, weil der eine nicht verstehen kann, was der andere erlebt hat.
Ich hatte Pech: Zu DDR-Zeiten ist das Buch verfilmt worden. Ein Zweiteiler, von dem ich jüngst Ausschnitte gesehen habe. Die Bilder schieben sich dazwischen. Manches ahnt man nur. Die Antwort auf die Frage, warum dieser Autor dieser Autor wurde. Angedeutete Antwort: Ein Widerspruchsgeist voll Fragen, denen sich der Junge nicht verweigert hat. Glück auch einfach ein wenig, dass er nicht Werwolf und gebrochen wurde. Immer wieder das innere Ringen: Ich bin anders als die da. Ich will auch nicht so sein ... aber ich mag sie, weil sie und obwohl sie so sind, wie sie sind, diese Mutter und dieser Vater, gerade dieser Vater, der in entscheidenden Situationen versagte, weil er war wie er war. Ans Gleis gebunden und verbunden mit einer, nein: seiner Verantwortung.
Für die, die es genau wissen wollen: Was der Junge mit der aufreizenden Vierteljüdin gemacht hat, dass sie danach über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken musste und, als sie sich dagegen entschieden hatte, eine Fehlgeburt hatte, das muss sich der Leser schon selbst ausmalen ...

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Tags: bruder, dresden, familie, jugend, liebe, pflicht, schaffner, straßenbahn, vater, verantwortung, weltkrieg   (11)
 

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new york, familie, alter, jüdische kultur, generationen

Chuzpe

Lily Brett , Melanie Walz
Flexibler Einband: 334 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 20.10.2011
ISBN 9783458357704
Genre: Romane

Rezension:

Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul, heißt es. Ich bekam es zum Welttag des Buches geschenkt … und freute mich auf so etwas wie „Weltliteratur“.
Das Buch erinnerte mich sehr schnell an einen Spruch, den einer meiner literarischen Mentoren häufig gebrauchte: Nichts ist schwieriger als Langeweile zu beschreiben, weil es soll ja nicht langweilig sein …
Am leichtesten sind meine Probleme mit Zitatstellen zu erklären.
Nummer 1: „Ich will kühner sein“, sagte Ruth. „Ich bin es leid, aussehen zu müssen, wie ich aussehe ...“ (Es folgt eine halbe Seite Erläuterung auf Seite 75. Dann Absatz:
„Ja“, sagte Ruth. „Aber ich will mich ändern. Ich will mir nicht mehr jeden Tag die Haare waschen. Ich will es mit jedem zweiten Tag probieren. Ich wünschte, ich wäre jemand, der sich eine Woche lang nicht die Haare wäscht.“
Eigentlich ist das eine geniale Charakteristik einer Person – allerdings eine karikierende. Wenn sich so intelligentes Gewäsch aber auf über 300 Seiten erstreckt, kommt zumindest bei dir einmal der Moment, an dem ich aufgebe.
Nummer 2 (Seite 215):
„Wie backen Sie die Klopse?“ fragte sie Zofia.
„Zofia backt sie in Muffinformen“, sagte Walentyna.
„In Polen gibt es keine Muffins“, sagte Zofia.
„Sowieso nicht“, sagte Edek. „Muffins sind das Letzte.“
„Ich mag keine Muffins“, sagte Waletyna.
„Ich mag auch keine Muffins“, sagte Zofia.
„Ich mag auch keine Muffins“, sagte Ruth rasch. …
Für stark wahrnehmungsbeeinträchtigte Menschen gibt es „Leichte Sprache“, die so einfach ist, dass sie als „barrierefrei gilt. Ein Merkmal: Gebrauch desselben Wortes für denselben Sachverhalt. Das ist hier gut gelungen: Sieben kurze Sätze, siebenmal „sagte“ - unmittelbar aufeinander.
Normalerweise sollte direkte Rede eine Erzählung lebendiger wirken lassen. Sie ist sozusagen Salz und Pfeffer, also das Gewürz, das einem Gericht Geschmack verstärkt. Aber man muss sich doch nicht esslöffelweise Salz und Pfeffer auf die Zunge schütten!
Es ist schon schwer erträglich, wenn die auf originell aufgemotzte Frauenselbsthilfegruppengründerinnenmono-Dialogik für sich auf wichtig macht. Wenn das Ganze aber als Psychotrip der 2. Holocaustgeneration daher kommt, sozusagen als posttaumatischer BelastungsstörungsWeltschmerz tut es weh.
Ich beende mit einem Zitat aus Seite 79. (Die Handlung des Buches wäre eine wunderbare Kurzgeschichte geworden: Der Umgang einer Frau in mittleren Jahren mit der Liebe ihres über 80jährigen Vaters in einem eigentlich interessanten persönlichen und geschichtlichen Beziehungsgeflecht gehört wirklich dargestellt. Aber doch bitte nicht derart prostituierend breit getrampelt...)

Nummer 3: „...Lag es an all diesen Lügen, daß du das Gefühl hattest, weniger bedrängt zu sein, weniger eingeschränkt, deinen eigenen Platz zu haben?“
„Ich weiß nicht“, sagte Sonja.
„Ich glaube, das mit dem eigenen Platz kann eine reine Frage der inneren Einstellung sein“, sagte Ruth.
„Du hast dich so oft analysieren lassen, daß du alles der inneren Einstellung zuschreibst“, sagte Sonja. Du denkst wahrscheinlich, auch das Wetter und die Müllabfuhr wären Fragen der inneren Einstellung.“
„In der Tat verlagere ich innere Ängste gelegentlich auf das Wetter, das ein äußerer Faktor ist, wie ich zufällig weiß“, sagte Ruth. „Aber in Sachen Müllabfuhr muss ich passen. Das ist für mich nur die Müllabfuhr.“

Zumindest in einer Hinsicht war das Buch für mich wertvoll: Sollte es irgendwo ein Körnchen Sehnsucht nach weit weg gegeben haben … N.Y. Fällt endgültig aus dem Kreis der weitesten Kandidaten heraus. Wenn die Frauen dort so sind, …

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Tags: beziehungen, essen, holocaust, juden polen, kochen, ny, psycho, rentnerliebe, tochter, vater, wortwitz   (11)
 

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jedi, der letzte jedi, lichtschwert, star wars

Star Wars - Der letzte Jedi

Jude Watson , Dominik Kuhn
Flexibler Einband: 170 Seiten
Erschienen bei Panini, 09.10.2008
ISBN 9783833217340
Genre: Science-Fiction

Rezension:  
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ermittlungen kindesmissbrauch, indizien, delikte, die-reihe

Die Brut der schönen Seele

Horst Bastian
Fester Einband: 181 Seiten
Erschienen bei EULENSPIEGEL, 01.03.1993
ISBN 9783359006626
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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afrika, sklaverei, freiheit, kunta kinte, roman

Wurzeln.

Alex Haley
Fester Einband
Erschienen bei Stuttgart, Hamburg, München : Dt. Bücherbund, 01.01.1979
ISBN 9783763223336
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wurzeln

Wenn ich gefragt würde, welche Bücher besonderen Eindruck bei mir hinterlassen haben, zählte ich „Wurzeln“ auf jeden Fall dazu. Allerdings war es ein ein sehr zwiespältiger Eindruck. Ich will nicht behaupten, dass ich das Erkannte umsetzen konnte, aber dieses Buch war ein besonders abschreckendes Beispiel, wie stark eine politische Botschaft eine erzählte Geschichte zerstören kann.
Haleys „Wurzeln“ begann für mich extrem fesselnd.Obwohl ich die Verfilmung nicht gesehen hatte, sah ich die Geschichte des Kunta Kinte wie einen ergreifenden Film vor mir. Dieser Junge, der aus seine afrikanischen Gemeinschaft herausgerissen wird und hilflos einer überlegenen Macht ausgeliefert nach Amerika verschifft jahrelang um seine Identität kämpft. Und sei es nur sein Name, den er vergeblich vor dem Sklavennamen zu schützen versucht. Immer wieder Versuche zu fliehen, immer wieder die Erkenntnis der eigenen Ohnmacht, immer wieder das Lauern auf die nächste Gelegenheit. Bis eine spontane Handbewegung des Mannes zur Selbstverurteilung wird: Von den Weißen, die ihn wieder eingefangen hatten, vor die Wahl gestellt, ob sie ihm die Geschlechtsteile oder ein Knie zertrümmern sollten, hält er die Hand vor … und kann nun nicht mehr weglaufen … aber mit einer gutmütigen Frau ein Kind zeugen, eine Tochter, ein kleines privates Glück für späte Lebensjahre. Idyllisch wächst die Kleine auf, in trügerischer Sicherheit. Eine Herrschaft ist gefunden, die es persönlich nicht schlecht meint mit den bedingt nützlichen Sklaven. Wenn da nicht die Liebe gewesen wäre zu einem anderen Schwarzen, dem sich das Mädchen eigentlich gern hingegeben hätte, es sich dann aber doch aufspart … um für eine Verfehlung verkauft zu werden. Sie landet bei einem perversen Säufer, der sie zur Begrüßung vergewaltigt, schändet, sie gerade, weil sie es zuvor relativ gut gehabt hatte, in besonders tiefes Unglück stößt.
Bis hierher war ich als Leser total bei oder mit den Helden, fühlte mich eins mit ihnen, selbst geschlagen, geschändet, aufwachend in den eigenen Exkrementen. Was gesagt werden konnte, schimmerte durch das Erleben. Leider war das nur die eine Hälfte. Nun aber folgte die Aufreihung der Generationen bis in die Gegenwart. Jedes Schicksal sollte benannt sein. Für die, die eine Geneaologie lieben … meinetwegen. Im Wesentlichen werden aber nur noch Schicksale benannt, nicht mehr erlebt. Und dann wird es penetrant. Oh, wie schön, dass sie nun beten können. Oh, wie schön, es wird immer besser: die bittstellenden schwarzen Gläubigen werden frei, sind keine Sklaven mehr, können ihrem höheren Herrn danken.
Ich sehe keinen der vielen Menschen mehr vor mir, nur noch eine christlich schwarze Dankesgottesdienstgemeinde. Welch Schreck, wäre das Werk erst nach der Wahl des Obama geschrieben worden. Es wäre wohl eine Chronik de Entführung in ein sich erst offenbarendes Reich Gottes auf Erden für die armen Schwarzen geworden.
Das war die Lehre: Die erste Hälfte war eine andauernde Anklage gegen die Sklaverei ohne Anklage, die zweite ein Lamento der positiven Rührung. So sollte man es nicht machen. Das Buch hat ja auch viele Seiten. Ohne die vielen Generationen wäre es spannend und mitreißend geblieben. So zehrt es wahrscheinlich je nach Temperament vom aufgebauten Mitgefühl der Leser mit diesen Vorfahren.

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Tags: afrika, beten, christentum, dankbarkeit, familie, flucht, freiheit, herkunft, kunta kinte, sklaverei, tochter, vergewaltigung, verschleppung   (13)
 

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echsen, degeneration, kosmos, planet, katastrophen

Der Untergang der Telesalt

Alexander Kröger
Fester Einband
Erschienen bei Neues Leben, 01.01.1111
ISBN B002C5RBMG
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es ist mitunter ein besonderes Erlebnis, dass man vor Jahren einmal gelesen hatte, neu zu entdecken.
An Krögers „Der Untergang der Telesalt“ war nur ein dunkler Schimmer zurückgeblieben, dass es mir beim ersten Mal gefallen hatte und der Hauptstrang, dass eine Expedition von der Erde auf die Überreste einer Gemeinschaft stößt, die einst von der Erde aufgebrochen war, um den Kosmos zu besiedeln, nun aber in eine matriachalische Urgesellschaft versunken ist.
Die Fassung ist die von 1989 unter „spannend erzählt“ in der DDR veröffentlichte. Angeblich hat der Autor eine überarbeitete Version herausgebracht. Ein Vergleich zwischen den beiden Fassungen ist sicher interessant. An der vorliegenden ist das Symbolhafte besonders reizvoll. Die Geschichte der ca. 1000 Siedler liest sich wie eine Metapher auf die Geschichte des „Realsozialismus“ mit dem weisen Kommentar, „das konnte so nichts werden“. Heute würde ich gegen den Vergleich entschiedenen Protest anmelden: Wer sich auf der Erde einbildete, den Sozialismus aufbauen zu können, musste es mit den vorhandenen Bedingungen versuchen. Die Siedler der „Telesalt“ hätten in der ganzen Zeit des Beginns ihr riesiges Schiff gehabt, das ihnen über 10 Jahre Heimstatt gewesen war. Es bestand kein Grund, wie eine Herde ungestümer Kinder in die fremde Natur hinauszustürmen und ohne gründliche Untersuchung der Umweltbedingungen im weitesten Sinn unbedingt ein neues fertiges Leben außerhalb des bewährten Schutzes des Raumschiffes zu wagen. All die von Kröger angeführten Katastrophen haben irdische Parallelen; nicht ist so ausufernd ausgedacht, dass die Möglichkeit solcher Ereignisse den Handelnden nicht hätte einfallen können – wodurch ein Teil ganz ein anderer im Schadensumfang hätte vermieden werden können. Kröger lässt sowohl die Führung einen unverantwortlichen Aktionismus an den Tag legen als auch die Masse dem folgen. Als Autor vergleichbarer Szenarien frage ich mich, ob eine angeordnete Schufterei unter relativ unfreundlicher Atmosphäre zwecks „Planerfüllung“ nicht mindestens einer längeren Anpassung bedurft hätte.
Kröger löst viele Probleme, welche Wertungen ER (nicht) abgeben wollte, durch die Sicht der am plastischsten nachempfindbaren Figur der Lehrerin Fanny. Hier stimmt alles:Die kritische Sicht und der Selbstzweifel, ob denn der eigene Blickwinkel nicht nur kleinmütig ist, bis hin zu den Formen ihrer Vereinsamung und Depression.
Auf den „Prolog“ hätte ich ganz verzichtet. Er ist handwerklich mehrfach ungeschickt. Zwar bildet sich Kröger ein, dass durch den Auftrag, im Nachhinein ein Buch über die ungewöhnlichen Entdeckungen zu schreiben, die Spannung / Neugierde steigen könnte, die ist aber beim Lesen eines Buches, bei dem sich eine menschliche Besatzung einem Planeten mit möglichen intelligenten Lebensformen darauf bei allen Lesern solche Art Literatur sowieso gegeben. Auch wird der Faden nicht mehr wieder aufgenommen. Man erfährt nicht, was aus dem Projekt am Ende wird.
Auch tritt Kröger auf die Spannungsbremse, wenn er potentielle Konflikte zwischen dem neuen kleinen Raumschiffteam zwar anfängt aufzubauen, aber nie zu praktischen Handlungskonsequenzen führt. Wahrscheinlich hatte der Ich-Erzähler Sex mit Lisa, bevor er ihr nicht beistand in ihrem Wunsch, bei den hilfebedürftigen Menschen zu bleiben, bis ein nächstes Raumschiff eintrifft, und dann haben sich die Beziehungen abgekühlt, aber nichts „bricht aus“.
Der Ich-Erzähler ist Anthropologe. Es ist schwer zu vermitteln, dass sein „Schliemann-Instinkt“ nicht stärker geweckt worden sein soll bei der vorliegenden Degeneration einer Gemeinschaft.
An einer Stelle musste ich sehr grinsen: Der Autor brachte es wirklich fertig, das Alter eines „Mädchens“ zu umgehen, das die Raumschiffgemeinschaft so indiskret in ihren Nacktheits-Handhabungen beobachtet. Sie hätte ebenso gut fünf wie 19 sein können, am wahrscheinlichsten zwischen 10 und 12. Ich hätte Spannungen zwischen den Besatzungsmitgliedern wegen der Achtung der Intimität dieses Mädchens irgendwie erwartet.
Insgesamt ist das Ganze durchaus lesenswert, weil es auf durchaus neue Weise die Frage aufwirft, was denn die Menschen zu dem macht, was sie sind … oder eben noch nicht oder nicht mehr sind ...

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Tags: besiedlung, degeneration, depression, echsen, einsamkeit, einsiedler, katastrophen, kosmos, kraken, matriachat, menschen, naturreligion, planet, plünderung, raumschiff, wildnis   (16)
 

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international, modern, gedichte, reim, wettbewerb

Lyrischer Lorbeer 2011

Pascal Cziborra
Fester Einband: 148 Seiten
Erschienen bei Lorbeer-Verlag, 01.12.2011
ISBN 9783938969144
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Anthologie ist nicht gleich Anthologie. Es ist schon ausschlaggebend, ob für eine Auswahl zeitgenössischer Lyrik auch wirklich aus dem Vollen geschöpft werden konnte. Diese Lyriksammlung erweckt zumindest diesen Eindruck. Nun ist Lyrik in besonders großem Maße Geschmackssache. Aber wer einen Band moderner Gedichte zum Verschenken sucht, kann mit diesem Buch nichts falsch machen- Oder doch: Drin blättern sollte er vorher selbst ...

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Tags: freie rhythmen, gedichte, international, modern, reim, wettbewerb   (6)
 

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anthologie, druckkostenzuschussverlag, schund, gekaufte veröffentlichung
Rezension:

"Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul", sagt der Volksmund. Ein inzwischen verstorbene Freund schenkte mir mehrere Jahre so ein Buch fürs Regal aus Eitelkeit, etwas Gedrucktes veröffentlicht bekommen zu haben. Das besonders Peinliche dabei: Seine Texte innerhalb der Reihe waren sogar nicht einmal schlecht! Aber es ist der tiefste Punkt in der Entwicklung eines Autors, Zeichen seiner Ahnungslosigkeit und Verzweiflung, zwischen für ihre Veröffentlichung teuer bezahlten Texte niederster Qualität zu hoffen, als Perle gefunden zu werden. Eine Anthologie bietet immer die Wahrscheinlichkeit, dass zwischen Texten, die dem einzelnen Leser gefallen, welche sind, die ihm weniger gefallen. Diese "Collection" versammelt aber ihre Texte nach dem ausschließlichen Kriterium, wer die Seiten bezahlt hat. Wenn also ein Freund fragt, ob er dort veröffentlichen soll, gebt ihm die einfache, klare Antwort NEIN oder sagt JA, wenn ihr sicher seit, dass das Machwerk des Freundes nichts taugt. (Mein Freund hatte mich nicht gefragt ...)

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Tags: anthologie, druckkostenzuschussverlag, gekaufte veröffentlichung, schund   (4)
 

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utopie, geschlechterkampf, emanzipation, science fiction, roman

Die geschützten Männer

Robert Merle , Anna Mudry
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.02.2003
ISBN 9783746612232
Genre: Science-Fiction

Rezension:  
Tags: anmache, emanzipation, geschlechterbeziehung, machogehabe, verkehrte welt, zeugungsfähigkeit   (6)
 

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liebesgedichte, männer, erotik, 50jährige

Mit Blindenhund durchs Liebesland

Volker Brauer , Ricardo Riedlinger , Slov ant Gali
Flexibler Einband
Erschienen bei Engelsdorfer Verlag, 01.04.2008
ISBN 9783867037433
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: 50jährige, erotik, liebesgedichte, männer   (4)
 

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freiheit, mittelalter, hussiten, kaiser, aufstand

Wider alle Welt

Alois Jirásek
Fester Einband: 613 Seiten
Erschienen bei Aufbau-Verlag, 01.01.1956
ISBN B0000BJRXE
Genre: Romane

Rezension:

Wer weiß etwas über die Hussiten? Bei wem klingen die Glocken, wenn er Tabor(iten) hört? Interesse an Geschichte und dem ausgehenden Mittelalter sollte man schon mitbringen. Die Erzählweise des "klassischen" Romans ist mit der Patina von 100 Jahren belegt und die Fülle der Personen bereitet Probleme, sich mit "seinem" Helden zu identifizieren. Vielleicht aber finden sich noch mehr Interessierte, die durch die Zeit reisen möchten, die eine Welt verstehen möchten, das Damals. Vor Martin Luther kam eben Jan Hus und vor den aufständischen deutschen Bauern gab es wehrhafte revolutionäre Tschechen, die Schlachten in der Art der ausgedachten Gallier wirklich gewannen - gegen kaiserliche Deutsche. Ein Nationalepos? Eine Abenteuergeschichte über eine Gemeinschaft, die ihrer Zeit voraus war ...

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Tags: aufstand, bischof, freiheit, hussiten, kaiser, mittelalter, prag, taboriten   (8)
 

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Wir wahren Worte

Verband deutscher Schriftsteller (VS) in d. ver.di, Landesverband Brandenburg in Zusammenarbeit mit d. Kulturwerk brandenburgischer Schriftsteller
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei petit édition Potsdam, 20.12.2010
ISBN 9783940275042
Genre: Romane

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Mein außerirdischer Liebhaber.

Klaus Gerstenmayer , Silvana E Schneider , ant Gali Slov
Flexibler Einband
Erschienen bei Engelsdorfer Verlag, 23.06.2009
ISBN 9783869014296
Genre: Science-Fiction

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tod, bücher, freundschaft, krieg, 2. weltkrieg

Die Bücherdiebin

Markus Zusak , Alexandra Ernst
Fester Einband: 587 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 01.02.2008
ISBN 9783764502843
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Die Bücherdiebin“ oder vom Sirenenruf des Künstlers

Lieber Alois, gerade das war das Letzte, was du mir vor deinem Tod hinterlassen hast. Ein Buch, über das du mit mir hattest diskutieren wollen. Deine Meinung stand schon fest: „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak erschien dir als heißer Kandidat für den Literaturnobelpreis. Du, der du selbst schriebst, hattest dich, fasziniert von der Kraft der Wörter, noch einmal total begeistert. Ich gebe zu, anfangs folgte ich dir in den Strudel. Denn in einem hattest du Recht: Was den Umgang mit Sprache angeht, setzte das Buch neue Maßstäbe. Bis auf unbedeutende Ausnahmen ist darin etwas Unglaubliches gelungen. Dort, wo ein „normaler“ Schriftsteller charakterisierende Eigenschaftswörter benutzt hätte, verwendete der Autor Metaphern und mitunter in sich absurd erscheinende Sprachkonstruktionen, die beim Leser das Gefühl, um das es jeweils geht, nicht benennen, sondern erzeugen. Ich war einfach bereit zu weinen, wenn Zusak das wollte.
Erst allmählich schälte sich etwas Deprimierendes heraus: Der Autor hat sein Thema missbraucht. Ob beabsichtigt oder nicht – er verbreitet eine gefährliche Ideologie auf eine gefährlich einschmeichelnde Weise.
Der Plot ist relativ einfach, obwohl die Verzweigtheit einander berührender Handlungsstränge das Ganze zu einem echten Roman macht: Der Tod erzählt die Geschichte eines deutschen Mädchens in den Jahren 1939 bis 1943 einschließlich der Menschen, mit denen sie in Berührung kommt. Die Handlung beginnt auf der Fahrt zu ihren Pflegeeltern, als ein „Handbuch für Totengräber“ für sie zum letzten Andenken an den verstorbenen jüngeren Bruder und die Mutter wird, und endet mit dem Tod der in ihrer Straße in einer Kleinstadt nahe München wohnenden Mitmenschen und Freunde.
Eigentlich kann es nur um das Leben von Menschen im Faschismus gehen. Die Wahl des personifizierten Todes als allwissender Erzähler und des Alters der Hauptheldin – neun Jahre zu Beginn, vierzehn am Schluss – schafft eigentlich breitestmöglichen erzählerischen Spielraum. Auf dem Weg vom Kind zur frühreifen „Frau“ könnte das wissbegierige Kind uns an Erkenntnisgewinnen teilhaben lassen und notfalls kann der ewig Allgegenwärtige uns zurückhaltend den Rahmen vermitteln, der den Horizont des Mädchens übersteigt. Beides bleibt in extremem Einfühlungsgefühl stecken.
Mir graut es davor, jemand, der dieses Buch gelesen hat, könnte nachher sagen, er hätte den Faschismus besser verstanden. Denn künstlerisch gut verpackt bleibt ein Gedanke übrig:
„Wir waren alles Opfer – Adolf Hitler ist es gewesen!“
Dass der von den Pflegeeltern versteckte, Monate lang isoliert lebende jüdische Möchtegernfaustkämpfer alles auf die eine Person des „Führers“ fixiert, ist ein gut nachzuvollziehendes und gestaltetes Bild. Dass dem aber kein wie auch immer geartetes Gegenbild beigestellt wird, lässt glauben, der Autor sieht das auch so oder – noch schlimmer – will, dass die Leser das so sehen.
Die Art der permanenten Bedrohung durch „den Krieg“, besonders natürlich das Zelebrieren der psychischen Leiden des Mädchens, als sie nacheinander ihre Familie und Freunde als Opfer der Bomben erkennen muss, macht das Buch sogar für „Neonazis“ zumutbar: Vom Gefühl her erweckt es das Wort „Bombenholocaust“ zum Leben. Dieser Eindruck wird – wenn auch wahrscheinlich unbeabsichtigt – dadurch noch bestärkt, dass der junge Jude – im Gegensatz zu den lieben Deutschen – (dank !?) Dachau überlebt hat.
Ich kann mich natürlich nicht zurückhalten, etwas dazu anzumerken, dass der leibliche Vater des Mädchens ein Kommunist gewesen sein soll. Im Zusammenhang mit dem Gesamtroman wirkt das so, als hätte der Autor irgendwo gehört, das sei eine wesentliche Opfergruppe unter dem Faschismus gewesen, wichtiger als Zigeuner oder Zeugen Jehova, also muss das Wort vorkommen. Dass das Mädchen dem Sinn des Begriffs nicht nachgegangen sein sollte, erscheint mir unter ihrem Niveau – bis hin zum Infragestellen offizieller Antworten. Der Autor ist feige genug, sie nicht einmal in ihrem erbeuteten Buch der Wortbedeutungen nachschlagen zu lassen. Überhaupt scheint der Autor jede Berührung mit geistigem und sachlichem Widerstand gegen das System zu scheuen. Sofern jemand aufbegehrt, so tut er dies naiv bis dumm und selbstmörderisch. Aus Angst, eine seiner Figuren könnte ernsthaft nachdenken, lässt Zusak den Rudi rechtzeitig von Bomben töten. Allein bei ihm hätte die Liebe zu dem Mädchen, also sein Handeln aus Liebe, zum bewussteren Nachdenken führen können. Geradezu erschreckend die Mühe, die sich Zusak gab, um das menschliche Handeln des Pflegevaters, also dass der den jungen Juden verbirgt, hinter der germanischen Treue, ein einmal gegebenes Versprechen einlösen zu müssen, zu verbergen.
Man schlägt das Buch zu. Ein anständiger Mensch hat seine Träne im Knopfloch: „Ach, die Ärmste!“ und dann … Nichts!
Da erwacht dann doch mein Widerspruch. Heulen ist gar nicht so schlecht, Mitfühlen, wenn Menschen auf eine Weise miteinander umgehen, zu der man selbst vielleicht gar nicht in der Lage wäre. Aber darf sich Kunst darauf beschränken? Vor allem Wortkunst, die Zusammenhänge umfassend darstellen könnte? Gut, bei jedem progressiven Kunstwerk bin ich traurig, wenn die „Botschaft“ zu vordergründig daherkommt. Aber dafür gleich eine „Botschaft“ zu transportieren, es hat alles keinen Sinn, wir waren alles Opfer usw.?
Wer schreibt, hat eine große Verantwortung. Durch seine Kunst bereichert er seine Leser im Fühlen und Verstehen. Dem wurde das Buch nicht gerecht. Im Gegenteil: Ein Verlag verdient daran, Lesenden Schlafsand zwischen die Gehirnwindungen zu streuen … Also weinen wir noch ein wenig vor uns hin … und suchen dann nach klug Machendem …
In Wikipedia hat das Buch einen eigenen Artikel bekommen. Dabei ist besonders erschreckend, dass der Erfolg des Werkes als „Jugendbuch“ hervorgehoben wird – angeblich neben „Das Tagebuch der Anne Frank“ zu stellen (http://de.wikipedia.org/wiki/Die_B%C3%BCcherdiebin ) Dies ist dann mindestens böser Vorsatz. Für die Zielgruppe ist es ideologische Indoktrination mit dem Ziel, junge Menschen von jeder praktischen Form des Widerstands abzuhalten.

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klassiker, russland, humor

Der Meister und Margarita.

Michail Bulgakow
Fester Einband
Erschienen bei Aufbau-Verlag Berlin und Weimar., 01.01.1983
ISBN B003MERB0I
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es wäre wohl ein Wunder, wenn einem Autor nicht irgendwann ein Werk eines anderen in die Hände fiele, bei dem er je nach Temperament unterschiedlich laut zugäbe, es selber geschrieben haben zu wollen. Na gut … dann gehen die Reaktionen schon auseinander: Die einen meinten, dass – hätten sie es denn wirklich geschrieben – sie die folgenden Passagen anders, also besser gemacht hätten, andere wiederum fallen dem Guttenbergismus zum Opfer.
Mir eroberten einige Werke der Sowjetliteratur. Obwohl … zu einigen versuchten mich einst meine Lehrer hinzutreiben ... die musste ich irgendwann viel später erst neu entdecken – Scholochows „Ein Menschenschicksal“ zum Beispiel und „Wie der Stahl gehärtet wurde“. An anderen entdeckte ich beim wiederholten Lesen immer neue im weitesten Sinne „vergnügliche“ Seiten. Zur letzten Gruppe gehörte Michail Bulgakows „Der Meister und Margarita“.
Das Buch war mir bereits zu Jugendzeiten ein besonderer Lesespaß – beim Neulesen war das wieder so … nur z. T. aus anderen Gründen.
Einem Neugierigen der heutigen Generation sei auch das Nachwort Ralf Schröders zur Ausgabe in der „Taschenbibliothek der Weltliteratur“ von 1974 ans Herz gelegt. Das ist ein Genuss für sich … sowohl mit allem, was es sagt, als auch mit dem, worüber es schweigt. Der aufmerksame Leser wird sich allerdings seinen Teil dabei denken, wenn ein Buch, das zu Recht in die National- und Weltliteratur gehoben wird, mehr als drei Jahrzehnte braucht, bis es in seinem „Heimatland“ veröffentlicht wird … und das auch erst einmal nur in einer Literaturzeitschrift …
Worum geht es eigentlich?
Im Moskau um 1930 taucht der Teufel auf, um eine Ballkönigin mit Namen Margarita für eine Art Walpurgisnacht zu gewinnen. Um sich frei im Ort bewegen zu können, quartiert er sich in der Wohnung eines Literaten ein, der ganz „revolutionär“alle christliche Kultur in den Bereich des lächerlich Vergangenen verbannt hat. Das drückt er zu Beginn des Romans dadurch aus, dass er einen Lyriker, der sich Iwan Hauslos nennt, wegen eines Gedichts rügt, das nicht deutlich genug die Nichtexistenz Jesus´ geißelt. Dieser Berlioz wird von der Straßenbahn geköpft, der Lyriker landet im Irrenhaus … übrigens ein Schicksal, das er mit vielen der durch die Teufelsspäße Betroffenen teilt. Während der Begegnung dieser drei wird das erste Kapitel einer Geschichte erzählt, die u.a. Jesus, Levi Matthäus und Pontius Pilatus zusammenführt. Die ist ein in der Moskauer Literatenwelt verrissener Roman eines Künstlers, der dich der „Meister“ nennt, der das Glück hatte, die Liebe einer „Margarita“ zu gewinnen und scheinbar wieder zu verlieren. Diese Liebe aber veranlasst die Frau, alle Tabus zu brechen und sich auf den Satan einzulassen, der eigentlich fast ein richtig Netter ist. Ach ja, die Literatenszene hat eigentlich hauptsächlich Privilegien und gutes Essen im Kopf und das Chaos, das eine Vorführung von „Schwarzer Magie“ in einem Moskauer Variete auslöst, wirbelt so einige heiße Angelegenheiten durcheinander …
Alles verstanden? Nein? Wär´ auch schlimm. Dann wäre nämlich nicht deutlich geworden, dass das Ganze eben keine auf Romanlänge gestreckte Erzählung ist, sondern wirklich eine Verwirbelung von Handlungssträngen.
Bulgakows Roman ist kein einfaches Buch, obwohl es sich größtenteils so lesen lässt. Nachwortschreiber Schröder setzt sich gern mit der hier köstlich benutzten Tradition des grotesken Schelmenromans auseinander. Doch entweder fehlte dem Rezensenten an dieser Stelle die nötige Fantasie, das geistige Substrat aus seinem für ihn und uns „historischen“ Umfeld zu lösen … oder eine äußere oder innere Zensur erlaubte ihm nicht, den nahe liegenden Schluss zu ziehen: Gerade die Scherze, die der Satan mit Künstlernamen Voland im Variete mit den Moskauern trieb, funktionierten eben auch zur Zeit der Rezension … und heute wissen wir, dass diese „Kraft“ die der Geschichte vorauseilende Illusion des realen „Sowjetsozialismus“ überwand.
Welch böse Wahrheit, dass den Schaden aus den Kunstrubelscheinen, die da „vom (Variete-)Himmel regneten“, nicht die erlitten, die sie einfingen, sondern die, die sie danach gutgläubig annahmen. Und der getürkte Modetempel, dank dessen die putzsüchtigen Moskauerinnen fast nackt aus dem Variete traten? Haben wir die frühe Warnung nicht zu gern überhört? Der „Kommunismus“ des Bulgakow war ein intellektuell wissender, kein in revolutionärer Romantik schwelgender. Er wusste einfach, dass sich „die Menschen“ weniger verändert hatten, als wir es gern geglaubt hätten. Und dass sie sich auch weiter nur langsam verändern würden – in Dimensionen von zwei Jahrtausenden vielleicht.
Es war ja nicht nur das Bild von Kunst und Literatur, das geradegerückt werden sollte, von wegen dem kulturellen Reichtum von Jahrtausenden, die es zu bewahren galt, es waren auch die vielfältigen menschlichen Schwächen, die den Scherzen der satanischen Schelmentruppe ausgeliefert wurden.
Und der Roman im Roman?
Was hinter der biblischen Geschichte um die Kreuzigung Jesus´ für reale Ereignisse steckten, werden wir nie erfahren. Bulgakow macht eine normale Geschichte um einen Menschen daraus, der eben vom Guten in jedem Menschen überzeugt ist und der um dessen Verformung durch die Umstände des Lebens weiß. Und noch viel „menschlicher“ wird Pontius Pilatus in seiner Ahnung, etwas zum Guten verändern zu können, zu wollen … und es nicht zu tun.
Ja, natürlich sehe ich das Faust-Motiv als Wesen des ganzen Romanwerks. Aber warum hat das Buch keinen „Helden“? Oder ist das vielleicht die Margarita? Verkörperung bedingungslos hingebungsvoller Liebe? Wunschbild des Autors-Meisters, wie er sich seine Partnerin erhofft hätte, ohne sie auf Erden getroffen zu haben? Nichts Gretchenhaftes haftet ihr an. Keine Angst. Warum nicht zur Hexe werden, wenn´s hilft?!
Zum Schluss geht alles gut aus – wenn man akzeptiert, dass die Brände in der zweifelhaften Wohnung und im Literatentempel zur „Reinigung“ dazugehören.
Ob ich jetzt die Wikipedia-moderne Wahrheit nachlese, welche Schwierigkeiten das Werk hatte, sich in seinem Ursprungsland durchzusetzen? Vielleicht besser nicht. Die faustischen Wahrheiten über die Natur des menschlichen Zusammenlebens wollen etwas Neues für das 21. Jahrhundert. Halten wir uns lieber an die Originale davor … wie eben diesen Bulgakow ...

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familie, gewalt, schuld, gefangenschaft, kriegsgefangenschaft

Ein Menschenschicksal

Michail Scholochow
Geheftet: 60 Seiten
Erschienen bei Reclam
ISBN B0000BTCN0
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wie schreibt man eine Novelle um einen Mörder, der nicht Mörder genannt werden darf?
Michail Scholochow stand bei seiner „Menschenschicksal“ vor einer schwierigen, fast unlösbaren Aufgabe. Herausgekommen sind zwei Interpretationsmöglichkeiten, von der die hintergründige gern übersehen wird. Natürlich kann man sagen, es sei eine pathetisch überhöhte Geschichte eines sowjetischen Heldenmenschen, den auch die schwersten Schicksalsschläge nicht zu brechen vermögen. Von dieser Sicht würde ich nur einen Gedanken aufnehmen wollen: Die ungeheuer tief verwurzelte Ablehnung von Krieg und Gewalt. Wenn man nämlich die russische Literaturgeschichte berücksichtigt, so gibt es dort ein wichtiges Motiv: Schuld und Sühne. Und was passiert denn dem Helden? Kaum dass er aus seiner friedlichen Heimat in den Krieg geholt wird, entscheidet er sich schon in einer eingebildeten Nothilfesituation für einen heimtückischen Mord. Zusammen mit einem zweiten erstickt er den nächtens schlafenden Kameraden, der einem Kommissar die Denunziation angedroht hatte. Während des „Roadmovies“ durch die Gefangenschaft bis zur erfolgreichen Heimkehr kämpft er sich nur durch. Er könnte als Held herumlaufen, weil er einen wichtigen deutschen Offizier als Beute mitbrachte. Allein … eine höhere Ungerechtigkeit beraubt ihn seiner Familie. Eine höhere Strafe als es die Hinrichtung sein könnte. Abseits von der großen Welt aber bietet sich eine Chance zu einer ungewöhnlichen Wiedergutmachung: Ein Waisenjunge glaubt in ihm seinen aus dem Krieg zurückgekommenen Vater zu erkennen, vielleicht will e es auch nur. Und die Vergangenheit wird mit einer positiven Lüge getilgt: Er gibt sich als jener Vater aus. Das Kind wird glücklich und durch dieses Glück auch der Mann.
Man mag die Gesamtgeschichte für „konstruiert“ halten. Doch Scholochow dürfte es auch um eine „Parabel“ gegangen sein: Seht, was der Krieg uns antut und aus uns macht, gehen wir menschlicher miteinander um – in der Hoffnung, dass wir nie wieder in eine solche Lage geraten. Dies poetisch erzählt in einer solchen Form der Kritik an einem Menschen, den er eben nicht fallenlässt.
Die Form der eingebetteten Ich-Erzählung ermöglicht es dem Autor, den Erzähler sich rechtfertigen zu lassen, ohne selbst die Tat rechtfertigen zu müssen – obwohl sie von Staats wegen gerechtfertigt worden wäre.
Bleiben wird das Bild aus der alten Verfilmung, bei dem der Junge dem „Papa“ um den Hals fällt – rührend und für sich genommen unschuldig schön (kitschig?!) ...

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Tags: familie, gefangenschaft, gewalt, heimat, menschsein, mord, schuld, soldat, sowjetmacht, sühne, vater, weltkrieg   (12)
 

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raumschiff, ameisen, intelligenz, besiedlung, gefangenschaft

Planet der Pondos

Slov ant Gali
Flexibler Einband: 188 Seiten
Erschienen bei Lorbeer-Verlag, 01.12.2009
ISBN 9783938969090
Genre: Science-Fiction

Rezension:  
Tags: ameisen, aufstand, außerirdische, besiedlung, flucht, gefangenschaft, grenze, intelligenz, jugend, planet, raumschiff, science fiktion, utopie, zukunft   (14)
 
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