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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

fracking, katastrophe, münsterland, norm-abfälle, ölförderung

Ruhrbeben

Ursula Sternberg
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 26.02.2014
ISBN 9783954513048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: fracking, katastrophe, umweltthriller   (3)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

großvater, süditalien, roman

Zwischen zwei Meeren

Carmine Abate , Esther Hansen
Flexibler Einband: 235 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.06.2016
ISBN 9783746631998
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman "Zwischen zwei Meeren" von "Carmine Abate" erscheint 2016 im "Aufbau Verlag".

Jeden Sommer reist Florian von Hamburg nach Kalbrien in das Heimatdorf seiner Mutter. Jeden Sommer zeigt Nonno Giorgio ihm dort die Ruinen der alten Familienherberge, die er wieder aufbauen will. Als es endlich so weit ist, steht schon die `Ndrangheta vor der Tür, um ihm ihren „Schutz“ anzubieten. Hilflos sieht Florian zu, wie sein Großvater, der sich gewaltsam zur Wehr gesetzt hat, von der Polizei abgeholt wird. Doch der Alte hat ihn längst angesteckt mit seinem verrückten Traum.

"...seine Augen mit dieser ganz speziellen Farbe. In diesen Augen lag Stolz, Sanftheit,und Eigensinn, Leidenschaft, Feuer und Sonne, und ganz hinten in den Pupillen ein Rest Regen und Zorn, die jeden Momen hervorsprühen konnten."  Zitat Seite 186

DIeser Roman kommt mit leisen Tönen daher, doch er berührt und trifft ins Herz und das mal auf romantische, aber auch auf eine  tragische Weise. Carmine Abate hat eine wundervolle Art zu erzählen.

Es ist die gefühlvoll dargebrachte Geschichte eines Familientraums, der über Generationen für Probleme und Hoffnungen sorgt.

Der Protagonist Florian wächst in Hamburg auf und besucht jedes Jahr seine mütterliche Verwandtschaft in Kalabrien, auf einer Hochebene "zwischen den Meeren" an der Stiefelspitze Italiens. Dort beherrscht das Fondaco del Fico seines Großvaters Giorgio Bellusci, das Familienhotel, die familiäre Geschichte. Es ist ein Wunsch, ein Traum, aber auch ein Albtraum, der das Leben der Familie beherrscht. Die Macht der `Ndrangheta erschwert die Vollendung dieses Traumes.
 
Florian verliebt sich in seine zweite Heimat, die Familie dort, die Landschaft, die Gerüche. Immer wieder zieht es ihn nach Kalabrien. So verwundert es nicht, dass er den Familientraum mitträgt und schliesslich den Wunsch seines Großvaters vollendet.

Bei diesem Roman ist der hervorragende Erzählstil zu bewundern, der die Stimmungen, Gerüche und Pflanzen dieser italienischen Gegend so einzigartig bildhaft beschreibt. Man taucht ein in diese Welt, in die flirrende Hitze und sieht auch die einfachen Leute, die der Mafia die Stirn bieten.

Mit diesem Roman taucht man ein in die Hitze des Sommers, erlebt die Gefühle eines jungen Mannes und sieht italienische Lebensproblematik. Ein einzigartiges, faszinierendes Buch!

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Tags: großvater, roman, süditalien   (3)
 

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291 Bibliotheken, 1 Leser, 6 Gruppen, 79 Rezensionen

freundschaft, jakobsweg, pilgern, frauen, lourdes

Die Dienstagsfrauen

Monika Peetz
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.11.2010
ISBN 9783462042559
Genre: Liebesromane

Rezension:

"Die Dienstagsfrauen" ist der erste Teil der Bestseller-Reihe von
"Monika Peetz", er erschien 2010 im "Kiepenheuer & Witsch Verlag".


Seit mehr als 15 Jahren treffen sich die fünf Freundinnen Judith,
Caroline, Eva, Kiki und Estelle nun schon zu ihren regelmäßigen
Dienstagstreffen und unternehmen jedes Jahr gemeinsam eine Reise. Als
Judiths Mann Arne an Krebs verstirbt, beschliessen die Frauen, Judith
zuliebe, seine begonnene Pilgerreise nach Lourdes zu vollenden. Wäre da
nicht sein Tagebuch, das die Freundschaft der Frauen hart auf die Probe
stellt.



Estelle rollte die Augen: "Gottesanbeterin? Typisch Jakobsweg. Hier sind sogar die Insekten katholisch." Zitat Seite 67

In diesem kurzweiliger Roman, geht es um Selbsterkenntnis und die
Freundschaft von fünf Frauen, die bei der anstrengenden Pilgertour hart
auf die Probe gestellt wird. Dabei wird gerade die spezielle Entwicklung
und die verschiedenen Charaktere der Frauen gelungen in den Vordergrund
gerückt.

Der Inhalt ist recht trivial, aber die Personen sind so real wie im
echten Leben. Dadurch gewinnt der Roman nicht an Tiefe, aber er berührt
und man denkt über Sinn und Wirkung einer Pilgerreise nach.



Caroline ist die erfolgreiche Anwältin, bei der scheinbar alles gelingt: Ehe, Beruf und Selbstfindung.

Estelle ist reich, liebt exclusive Dinge, hat eine spitze Zunge, aber auch einen unvergleichlichen Humor.  

Eva ist ausgebildete Ärztin, wurde dann aber Hausfrau und Mutter von
vier Kindern und sozusagen Hotel Mama auch für ihren Mann.  Kiki ist die
junggebliebende Singlefrau, die für einen Hungerlohn in einem
Designerbüro arbeitet und ständig neue Partner hat.

Bleibt noch Judith, die sich sehr auf sich konzentriert, überempfindlich ist und gerade ihren Mann Arne an Krebs verloren hat. 


Schnell wird deutlich, dass Arne seinem Tagebuch ein Geheimnis
anvertraut hat, dass die Beziehung der Freundinnen auch aufwirbeln wird.
Zu den Strapazen des Pilgerns kommen die persönlichen Probleme der
Frauen, die ihnen in ihrer Situation der Abgeschiedenheit und Besinnung
auf sich selbst in den Kopf kommen.

 

Monika Peetz ist Drehbuchautorin und auch von diesem Buch wurde ein Fernsehfilm gedreht.

Mir hat ihr angenehmer Schreibstil gut gefallen, das Buch liest sich stimmig und ich habe es an einem Tag gelesen.


In diesem Roman wird gezeigt, wie schnell Freundinnen anders
reagieren, wenn ihre heile Welt mal von aussen betrachtet wird und die
gewohnte Umgebung und der normale Alltag fern ist. 

Auch wenn man denkt, hier einen scheinbar leichten, fast trivialen Roman
vorzufinden, hat mich die Intention dahinter doch sehr berührt.

Es geht um gegenseitiges Vertrauen und um Selbstreflektion. Hat sich das
Leben der Frauen so entwickelt, wie sie es sich vorgestellt haben? Was
sich hier im Buch offenbahrt, muss als Folge auch verarbeitet werden,
und das ist das Spannende daran. Welche Folgen bringen Arnes Geheimnisse
und wie gehen die Frauen damit um?

Trotz des leichten Plaudertons geht es hier um Fragen, die das
menschliche Leben betreffen. Ein wenig amüsante Bemerkungen sorgen für
Lockerheit, aber die grundsätzlichen Fragen, die Menschen beim Pilgern
umtreiben, werden auch gut dargestellt. 


Eine interessante Betrachtung einer Pilgerreise, die auch zum eigenen Selbstverständnis beitragen kann.

  (64)
Tags: frauenroman, pilgerreise, selbstfindung   (3)
 

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krimi, verfolgungsjagd, finnland, mädchenmörder

Kooma

Kerstin Sjöberg
E-Buch Text: 29 Seiten
Erschienen bei BookRix, 01.11.2016
ISBN 9783739681443
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das E-Book "Kooma: Ein Finnland-Kurzkrimi" stammt von "Kerstin Sjöberg" und erscheint bei "BookRix".


Als Hauptkommissar Antti Heikkinen eine polizeiliche Festnahme vornehmen will, muss er mit ansehen, wie sein Kollege bei einer schiefgelaufenen Festnahme einen Abhang herunterstürzt und schwer verletzt wird. Zu allem Überfluss gelingt dem Schuldigen auch noch die Flucht.

Dieses Buch ist eigentlich nur eine Episode eines gesamten Werkes. Es beschreibt sozusagen das letzte Kapitel eines Krimis, bei dem der Täter gestellt wird und kurz vor seiner Verhaftung steht. Doch der Täter kann entfliehen und die Suche nach ihm beginnt erneut. Eine spannende Verfolgungsjagd schliesst sich an. Nebenbei erfährt der Leser Einzelheiten zu den Taten. Es wurden Mädchen auf grausame Weise getötet.

Man erlebt im zweifelsohne spannenden Finale mit, wie es zu einem Angriff von Seiten des Tatverdächtigen kommt und er bei seiner Beinah-Festsetzung durch die finnische Polizei einen Beamten an einem Abhang zu Fall bringt. Dieser ist schwer verletzt und sein Chef bangt in der gesamten Handlung um sein Leben. Es kommt im weiteren Verlauf zu einer fesselnden Verfolgung des Täters, da ich die Vorgeschichte jedoch nicht kenne, kann ich für die Handlung nicht so großes Interesse aufbringen.

Da hier der Täter schon zu Beginn des Buches feststeht, fragt man sich wie er ermittelt werden konnte. Wo liegen seine Motive und wie wurden die Opfer ausgesucht? Ich würde gern ein Komplettwerk lesen und den Täter gemeinsam mit den Ermittlern aufdecken. So wurde ich vor vollendete Tatsachen gestellt.
 
Auch wenn mich diese Verfolgungsjagd gefesselt hat, ist das für mich kein vollständiges Buch. Schade, ich hätte gern alles gelesen.

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Tags: finnland, krimi, mädchenmörder, verfolgungsjagd   (4)
 

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lieblingsrezepte, koch-wettkampf, kochbuch

Grill den Henssler - Das Kochbuch

Steffen Henssler
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Gräfe und Unzer Edition, 01.09.2015
ISBN 9783833845468
Genre: Sachbücher

Rezension:

Starkoch "Steffen Henssler" hat zu seiner Kochshow das passende Buch "Grill den Henssler - Das Kochbuch" geschrieben. Es erscheint im "Gräfe & Unzer Verlag".

Steffen Henssler ist vielen als Koch bekannt, denn er moderiert Fernsehshows und er besitzt zwei Restaurants in Hamburg.


In diesem Kochbuch Darin stellt er 70 Lieblingsrezepte aus seiner Sendung vor, die jeweils maximal 30 Minuten Zubereitungszeit benötigen. Doch nicht nur Schnelligkeit ist gefragt, es geht auch um vielseitige Küche, die mit frischen Zutaten einfach nachgekocht werden kann. Die Rezepte sind zwar mit Gemüse oder Salat kombiniert aber doch sehr fleisch- und fischlastig, Vegetarier sind hier nicht die Zielgruppe.
Wer die Sendung kennt, wird die Rezepte für die Gerichte gern nachkochen wollen.

Nach einer Einleitung werden die nötigen Küchenutensilien vorgestellt. Dann folgen Kräuterübersicht, schnelle Gemüse und die Garzeiten verschiedener Fleisch- und Fischsorten und schon kann es losgehen mit den Rezepten.

Kapitel Vorspeisen:

- Pommes mit Schaschlik: eigentlich keine Vorspeise und selbstgemachte Pommes dauern bei mir echt lange!
- Rote-Beete-Suppe mit Jakobsmuscheln: ein roter Hingucker mit Pfiff
- Möhrensüppchen mit Flusskrebsen
- Lachsfrikadellen mit Spargelsalat

Kapitel Hauptgerichte:
 
- Lachs mit Estragonkruste und Schwarzwurzeln
- Rehrücken Badischer Art
- Saltimbocca
- Zander mit Möhren und Birnen
-
Zwiebelrostbraten mit Herbstgemüse

Man weiß nicht, was am leckersten ist!

In "Ruck, zuck verwandelt" zeigt Henssler, wie vielfältig unsere gute alte Möhre ist. Sie wird gebacken, gedünstet, frittiert oder roh verarbeitet und macht sie vitaminreich und ein vielseitiges Gemüse, das auf jede Art toll schmeckt.
 
Kapitel Superturbo:

- Saibling mit Misosauce
- Rehmedaillons mit Pastinakenpüree und Wakame: ein edles Fleisch, passt für große Feste.
- Lammkoteletts mit Grapefruitsalat und Haselnussmilch:
Das Filetieren der Grapefruit dauert bei mir schon länger als 8 Minuten!!!

Das ist mein liebstes Kapitel, denn auch in der Kochshow habe ich die schnelle Nummer Hensslers in nur 8 Minuten bewundert. Selbst wenn die Hobbyköche länger brauchen, die Zusammenstellungen der Zutaten begeistern einfach.

Zack, zack-Begleiter:

Hier zeigen Instant-Polenta, -Bulgur, - Couscous, frische Pasta und Glasnudeln, wie blitzschnell Beilagen gegart werden können.


Kapitel Desserts:

- Crepes mit verschiedenen Füllungen
- Blitzeis aus TK-Beerenfrüchten
- Schokoherzen mit Feigen und Joghurtmousse
- Mascarponeküchlein mit Himbeer-Crumble

Das sieht alles superlecker aus, hier kann ich mich gar nicht entscheiden. Für die Mascarponeküchlein hätte ich gerne das Rezept für eine große Form gehabt.
 
Einige witzige Fotos aus der Kochsendung und ein umfangreiches Rezept-Register beschliessen das Buch.

Mir gefallen die Rezepte, die eine Mischung aus bürgerlicher und gehobener Küche darstellen. Weiterhin bewundere ich die wunderbaren farbenfrohen Fotos der Gerichte und die Tatsache, dass hier Zutaten verwendet werden, die leicht erhältlich sind, vorausgesetzt, man hat einen guten Fleischer oder Fischhändler. Hier wird relativ einfach gekocht, ohne aufwendiges und unnötiges Chichi. Der Geschmack kommt durch die besondere Zusammenstellung der Zutaten und das Anrichten der Köstlichheiten gibt den gewünschten Aha-Effekt.

Für Hobbyköche ein tolles Buch und wer die Kochshow gerne verfolgt hat, hat jetzt die Gelegenheit, die vorgeführten Gerichte nachzukochen. Für die Rezepte muss man kein Starkoch sein, es genügt Standard-Küchenhandwerk und viel Spaß bei der Sache! Ein Kochbuch mit Pfiff, die Schnelligkeit wird vielleicht nicht ganz so turbomäßig sein, aber das ist nebensächlich!

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Tags: kochbuch, koch-wettkampf, lieblingsrezepte   (3)
 

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mata hari, 1. weltkrieg, hinrichtung, biografie, roman

Die Spionin

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.11.2016
ISBN 9783257069778
Genre: Romane

Rezension:

Das neueste Werk von "Paulo Coelho" heißt "Die Spionin" und befasst sich mit dem Leben der Mata Hari. Das Buch erscheint im "Diogenes Verlag".


Wer war Margaretha Zelle alias Mata Hari oder auch H21? Hinter dieser aufreizenden Tänzerin verbirgt sich bis heute eine geheimnisvolle Person, die immer noch Rätsel aufgibt.

"Denn das habe ich immer gesucht: die Freiheit. Ich habe nicht die Liebe gesucht. Denn die Liebe kommt und geht – und ich habe ihretwegen Dinge getan, die ich nicht hätte tun sollen, und mich an Orte begeben, die ich besser gemieden hätte." Zitat Seite 99

Coelho schaut hinter die Fassade und zeigt sowohl die Verführerin und Mätresse als auch eine Frau, die sich nach Unabhängigkeit, Ansehen und Erfolg sehnt und als Doppelagentin verschrien war.

Mata Hari war eine schillernde Femme fatale, die sich gern mit einflussreichen Menschen einließ. Sie wollte im Rampenlicht stehen und gefeiert werden. Wie schmal der Grat zwischen Bewunderung ihrer Tanzkünste und der Ausnutzung ihrer damaligen Schönheit war, wird im Buch nur allzu deutlich.

Coelho lässt im Buch Mata Hari aus dem französischen Gefängnis "Saint-Lazare" einen fiktiven Brief an ihren Anwalt schreiben. Darin hofft sie auf die Begnadigung ihrer Strafe, die als Todesurteil ausgelegt wurde.
Durch ihre Erzählung bekommt man einen wagen Eindruck ihres Wirkens und ihrer Lebensstationen und wird mitgenommen zum vollstreckten Urteil. Ein grausiges Empfinden macht sich breit.
Denn diese Frau war im Sinne der Anklage unschuldig, so viel steht fest. Sie war zu ihrer Zeit sicher nicht allein mit ihren Sehnsüchten nach einem selbstbestimmten Leben, aber sie hat es geschafft, sich gegen die Konventionen ihrer Zeit aufzulehnen. Als Showtänzerin berühmt geworden, ahlte sie sich im Kreis ihrer Bewunderer und ließ sich aushalten, doch später, mit abnehmender Atraktivität wurden ihr ihre Bekanntschaften zum Verhängnis. Als ein Minister politische Erfolge braucht, klagt er sie als gefährliche Spionin an und ihre ehemaligen Bewunderer schweigen.

Selbst wenn ich Anteil nehme am tragischen Schicksal dieser Frau, so kommt sie mir nicht unbedingt nahe. Auch die Lobhymne auf sie als eine der ersten Feministinnen, kann ich nicht nachvollziehen. Der Ruhm als Glamourgirl, das Zeigen von nackten Tatsachen in der Öffentlichkeit und ihre Notwendigkeit als Mätresse ihr Geld zu verdienen, machen sie in meinen Augen noch lange nicht zu einer selbstbewussten Frau. Ganz im Gegenteil, sie spielte die Rolle, die die Männer von ihr erwarteten, sie gab sich gegen Bezahlung hin.
 
Im Nachwort erklärt Coelho, die Geschichte beruhe auf wahren Begebenheiten, es sei jedoch keine Biographie. Das ist schade, denn es sind nur einzelne Stationen, die hier gezeigt werden. Wer sich für diese Person wirklich interessiert, muss sich an die im Nachwort erwähnten Bücher halten.

Auch wenn Coelho in diesem Buch wieder seinem guten Ruf als sprachbewandter Schriftsteller gerecht wird, lässt mich dieses Buch nicht zufrieden zurück. Er schaut hinter die Kulissen der Mata Hari und spielt mit seinen Lebensweisheiten, die er wie gewohnt in die Handlung einfliessen lässt. Doch das erscheint mir zu wenig, denn hier wird mit diversen Leerseiten und Zusatzmaterial in Form eines abgedruckten Briefes oder Zeitungsartikeln, sowie Fotos der Diva das Buch aufgefüllt. Hier beschleicht mich der Verdacht, dass der Autor mit seinem guten Namen und der sagenumwitterten Person Mata Haris Geld machen will. Unter den gegebenen Umständen sind 20,- Euro für dieses Büchlein schon eine Stange Geld.


Dieses Buch kann man gut lesen, es erhellt die Person Mata Hari ein wenig und zeigt ein tragischen Schicksal seiner Zeit und Lebensart.

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Tags: 1. weltkrieg, feministin, lebensgeschichte, roman, tänzerin   (5)
 

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lüneburg, hippies, free farms, alkaloide, profiler

Blumenkinder

Meike Dannenberg
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei btb, 14.11.2016
ISBN 9783442714490
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Kriminalroman "Blumenkinder" ist das Debüt von Autorin "Meike Dannenberg". Er erscheint bei "btb".

In Lüneburg wird die Leiche der 12-jährigen Saskia gefunden, die mit Blumen umkränzt wie aufgebahrt, fast schlafend wirkt. Bei diesem Fall wird die örtliche Polizei von BKA-Sonderermittlerin Nora Klerner und Profiler Johan Helms unterstützt. Ein ähnlicher Mordfall wurde in Tschechien verübt. Eine sektenähnliche Hippie-Gruppe in der Nähe wird von den Ermittlern ins Visier genommen. Ein weiteres Mädchen verschwindet und Nora wird wegen eigenmächtiger Aktionen vom Fall abgezogen. Sie lässt jedoch nicht locker und ermittelt auf eigene Faust weiter. Zu groß ist ihre Sorge, dass der Täter erneut zuschlägt und ein weiteres Blumenkind tötet.

Engagierte Ermittler, ein aufsehenerregender Fall und das Thema der Hippie-Versammlung machen dieses Buch lesenswert.

Nora ist BKA-Ermittlerin und Johan ist Profiler. Sie werden zur örtlichen Kripo hinzugezogen, was nicht auf allgemeines Wohlwollen stößt. Somit haben beide eine Art Außenseiterrolle inne, die sie aber zusammen schweißt. Beide leben für ihren Job, Privatleben wird bewusst verdrängt und das lässt sie zu einem Team zusammen wachsen. 

Was mir trotz der interessanten Location mit den Hippies und dem außergewöhnlichen Fall Probleme bereitet hat, ist die Person der Nora. Sie ist arbeitswütig und gibt für den Fall alles, doch ihre Person wirkt sehr verschlossen, ich kann sie nicht durchschauen. Ihr Privatleben bleibt unbekannt und sie schleppt irgendein Problem aus ihrer Vergangenheit mit sich herum, das im Buch nicht aufgeklärt wird. Sicherlich kommt das im Folgeband näher zur Sprache, für mich hat sich aber dadurch kein eindeutiges Charakterbild aufbauen lassen. Nora bleibt mir merkwürdig fremd. 

 

Der Schreibstil ist sehr bildhaft, erklärend und ausführlich gehalten. Für einen Krimi finde ich die Sprache recht außergewöhnlich, klare Ermittlungsbeschreibungen und Gedankengänge befragter Personen erscheinen mir für einen Kriminalroman interessanter und passender. Das hat sich jedoch nicht in der Sternevergabe bemerkbar gemacht.  

Ich hätte gern selbst die Chance gehabt, den Täter zu erraten. Hier wurde er letztendlich als neue Figur eingeführt, sofort als Täter benannt und in einem ohne Frage fesselnden Finale dingfest gemacht. Diese Präsentation finde ich schade. Das Motiv war mir schon früh bewusst, jedoch konnte ich keine Person mit diesem Problem benennen.

Zeitlich und inhaltlich ist der Prolog für mich nicht einzuordnen. Eine Pforte aus Licht, eine Mutter und ihr Kind bei einer Sekte. Ich habe gehofft, am Ende des Buches hier mehr zu erkennen, aber es gelang mir nicht. 

Dieser Krimi hat mich gefesselt und mitgerissen, ein paar Kleinigkeiten muss ich aber bemängeln. Deswegen vergebe ich 4 Sterne und bin gespannt auf den Nachfolgeband und die Klärung von Noras Geheimnis.


Ein mitreißender Krimi, der eine ominöse Sekte aus dem Hippie-Milieu im ländlichen Lüneburg beleuchtet.

  (47)
Tags: hippie-gruppe, lüneburg, profiler   (3)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

weihnachten, rentier, bescherung, weihnachtsgeschenke, rudolph

Udo, das neunte Rentier

Ole Comet
E-Buch Text: 23 Seiten
Erschienen bei null, 20.10.2016
ISBN B01MG1T7TI
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Udo, das neunte Rentier" ist ein weihnachtliches Büchlein von "Ole Comet". Es erscheint als E-Book bei Amazon.


In diesem Büchlein geht es um die acht altgedienten Rentiere, die sich jedes Jahr mit dem Weihnachtsmann aufmachen und die Geschenke ausliefern. Weil die Rentiere etwas Zoff mit dem
Weihnachtsmann haben, sorgt der für frischen Neuzugang in Form von Udo, das 9. Rentier, das kann ja nicht gut gehen!


Mich hat diese Geschichte mit einigen humorvollen Sprüchen regelrecht erheitert und auch als Vorlesegeschichte für Kinder ist es eine spannende Angelegenheit. Sie stimmt richtig auf das Fest ein und ist sozusagen die deutsche Variante zum englischen "Rudolph the red-nosed reindeer".
 
 
Wenn der Weihnachtsmann mit seinem Rentierschlitten unterwegs ist, ist das Wetter nicht immer toll. Gerade im Winter sorgen Eis und Glätte für gefährliche Rutschpartien und auch so manche Schneewehe, gilt es zu umschiffen. Die Bilder vom fliegenden Schlitten inmitten der kalten Winterzeit hat man bildhaft vor Augen.

Die vielen Geschenke sorgen auch für zeitlichen Stress und da der Weihnachtsmann, von den Tieren salopp der Dicke genannt, gern mal den ein oder anderen Glühwein trinkt, ist auch sein Lenkverhalten nicht immer vorschriftsmäßig. Das sorgt für brenzlige Situationen für die Tiere. Die sorgen mit ihren frechen Sprüchen und auch einiger Kritik am Weihnachtsmann nicht nur bei Kindern für einige Lacher.
Als dann der Weihnachtsmann auch noch den jungen Udo als 9. Rentier dazu holt, ist der Zoff untereinander perfekt. Das ist ja wie das 5. Rad am Wagen, sagen die Rentiere. Und tatsächlich, Udo bringt einiges durcheinander und fühlt sich wie ein Star, denn sein öffentliches Auftreten bleibt nicht unbemerkt. Dabei gibt er den bei den Menschen so beliebten "Rudolph, the red-nosed reindeer", natürlich keine Leuchtnase, sondern ein einfacher Schnupfen ist Schuld. Mit so einem eingebildeten Rentier kann niemand etwas anfangen und Udo wird rausgeschmissen. Wie er es doch noch schafft, sich der weihnachtlichen Geschenketruppe anzuschließen, muss man mit seinen Kindern gemeinsam entdecken.

Vom Sprachstil ist zu sagen, dass der Text einfach und damit kindgerecht, aber mit saloppen Bemerkungen aufgepeppt ist und gut verständlich erscheint. Hier werden Kinder und auch Eltern viel Spaß beim Vorlesen haben und auch das Lied erscheint mit deutschem Text abgedruckt im Buch. 
 
Ein tolles Weihnachtsbuch, das Kinder und Eltern erfreut.
Also, kaufen, mitlesen und mitsingen!

 

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Tags: humor, rentier, weihnachtsgeschichte   (3)
 

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110 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

liebe, cornwall, sommer, england, familie

Sommer in St. Ives

Anne Sanders
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.05.2016
ISBN 9783764505462
Genre: Romane

Rezension:

"Anne Sanders" Familienroman "Sommer in St. Ives" führt uns nach Cornwall. Der Roman erscheint 2016 bei "Blanvalet".


Auf Wunsch ihrer Großmutter Elvira reist Lola mit ihren Eltern und
ihren Geschwistern im Sommer 6 Wochen nach St. Ives. Der Tod ihres Großvaters jährt sich und so kommt die Familie diesem Wunsch nach. Es ist jedoch nicht unbedingt der schmerzhafte Verlust, der die Großmutter zu dieser Einladung getrieben hat. Der Grund liegt in der Vergangenheit ihrer Großmutter und wird für die Familie zu einem turbulenten Aufenthalt.


"Wege entstehen, indem man sich traut, sie zu gehen." Zitat Seite 414


Anne Sanders hat mit ihrem Familienroman direkt ins Schwarze getroffen. Es geht um menschliche Wünsche, wie Liebe, Freundschaft und Vertrauen, aber auch um Hilfsbereitschaft, Verständnis und das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Familie. Das macht Hoffnung auf Glück im Alter und regt zum Nachdenken an, denn hier offenbahrt sich die ganze Bandbreite an menschlichen Emotionen.
Damit hat sie mich sehr berührt, denn sie zeigt die innersten Gefühle und Ängste der Figuren auf intensive Weise. Man nimmt den Personen ihre Rollen ab, taucht ein in ihre Erlebnisse und wird wunderbar unterhalten.
 
 

Ihren "Sommer in St. Ives" baut Anne Sanders vor die großartige Sommerkulisse des Fischerdorfes in Cornwall. Die Beschreibungen der Gegend fügt sich authentisch in den Roman und dank des angenehm zu lesenden Schreibstils, fliegt man durch die Handlung und ist bei allen Geschehnissen direkt dabei. Ein wenig Humor und Ironie zeigt sich und macht die Personen dadurch sehr lebendig.

Besonders Protagonistin Lola mochte ich von Anfang an und habe  ihren Standpunkt und ihre Reaktionen bei der Lebensbeichte ihrer Großmutter bewundert. Es ist jedoch nicht unbedingt die Liebesgeschichte, die hier im Vordergrund steht, sondern durch die Liebe ihrer Großmutter werden die Familienmitglieder in ihren Reaktionen unterschiedlich gezeigt. Es werden innere, persönliche und familiäre Konflikte ausgetragen und das macht den Roman so vielseitig und realistisch. Diese Familie tickt so normal und ihre Schicksale berühren mich dadurch sehr.

Dieses Buch teilt sich auf in die Gegenwart der Reise, die Lola erzählt, und führt in die Vergangenheit, die sich mit Elvira beschäftigt und die sie berichtet. Es ist sozusagen ein Aufeinandertreffen von dem Leben was die Familie von ihrer Großmutter kennt und ihrer geheimen großen Liebe. Gleichzeitig erlebt Lola auch ihre große Liebe, die Geschichte wiederholt sich auf eine bestimmte Art und Weise. 

Hier wagen mehrere Menschen ihre angestammten Wege zu verlassen und neue zu gehen, das macht Mut und zeigt die grenzenlosen Möglichkeiten, sein Leben neu zu orientieren.


Dieser Roman ist wunderbar, etwas romantisch, etwas traurig, etwas verrückt und spielt vor einer tollen sommerlichen Kulisse. Was will man mehr?

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Tags: cornwall, england, familie, geheimnisse, liebe, sommer   (6)
 

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236 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

frankreich, liebe, freundschaft, humor, freunde

Julie weiß, wo die Liebe wohnt

Gilles Legardinier , Karin Ehrhardt
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.05.2013
ISBN 9783442479009
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Roman "Julie weiß, wo die Liebe wohnt" ist vom französischen Autor "Gilles Legardinier". Das Buch erschien 2013 im "Goldmann Verlag".

Julie verliebt sich in das Namensschild ihres neuen Nachbarn und versucht alles, um ihn heimlich zu beobachten. Dabei geschehen einige Missgeschicke, die an Peinlichkeit grenzen.


Nachdem mir "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe" so wunderbar gefallen hat, stand für mich fest, das ich auch dieses Buch ebenfalls wunderbar finden würde. Weit gefehlt! Dabei liegt das nicht etwa am Schreibstil von Gilles Legardinier. Er hat die Gabe, schöne Beschreibungen zu formulieren, die sehr blumig und romantisch sind und den Leser in die Welt der Liebe eintauchen lassen.

Leider fand ich dieses Buch enttäuschend. Das liegt zum Teil an Julie selbst, die mir nicht wie eine erwachsene Frau erscheint, sondern wie ein durchgedrehter, chaotischer Teenie. Sie ist ein wenig verrückt, was man sicher sein muss, um sich in ein Namensschild zu verlieben. Da sie den Unbekannten nicht kennt, lugt sie fast ständig durch ihren Türspion, um ihn endlich zu sehen. Das ist noch verständlich und amüsiert mich, aber sie geht noch weiter und angelt Post aus seinem Briefkasten, leider bleibt sie mit ihrer Hand hängen. Doch Rettung naht, in Person von ihrem Unbekannten, Ricardo Patatras. Bis hierhin war alles noch erträglich, wenn auch sehr übertrieben. Doch dann geht es mit Julie munter so weiter. Sie wechselt sogar ihren Beruf, damit sie ihrer Liebe näher kommt.
Nun bin ich nicht unbedingt sehr romantisch, kann aber durchaus mit einer guten Liebesgeschichte etwas anfangen. Hier wurde aber die Situation auf die Spitze getrieben und selbst die Liebesszenen sind staubtrocken und ohne Leidenschaft.

Was mir gut gefallen hat, ist die authentisch beschriebene   Wohngegend von Julies Quartier. Hier merkt man das französische Flair und der Zusammenhalt der Nachbarn untereinander wird sehr gut nachvollziehbar beschrieben. Besonders das Verhältnis von Julie und ihrer kranken Nachbarin ist rührend zu lesen.
Hier hätte man mehr draus machen können, dann wäre Julie mir wohl auch "normaler" erschienen. So aber war der Roman für mich nur eine etwas langweilige, überdrehte Geschichte, die ohne emotionalen Tiefgang keinen positiven bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Ich muss dazu noch anmerken, dass dieser Roman das Debüt des Autors ist.

Wer gern französische Liebesromane liest, sollte lieber zu "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe" greifen.

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Tags: freundschaft, humor, liebe, romantik   (4)
 

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155 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

liebe, coffeeshop, hamburg, liebesroman, zimt

Liebe, Zimt und Zucker

Julia Hanel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.09.2016
ISBN 9783548287881
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das neue Buch von Autorin "Julia Hanel" ist erneut ein Liebesroman. Der Titel deutet es schon an. "Liebe, Zimt und Zucker" erscheint im "Ullstein Verlag".

Marit Jansen zieht von Hamburg ins beschauliche Altberg - für ihre große Liebe Toby. Kaum angekommen, trennt er sich von ihr. Sie wird von Heike in deren Wohnung aufgenommen und bekommt auch einen Job in deren Coffee-Shop. Dabei hat sie gerade ihr Studium beendet und hatte alles andere als eine "Karriere" als Barista geplant. So müht sie sich mit ihrem nervigen Kollegen Moritz ab und hofft auf ein Revival ihrer Beziehung mit Toby. Als sie im Coffee-Shop einen USB-Stick findet, bringt dieser wieder Schwung in ihr Leben. Es beginnt ein virtueller Flirt per Mail-Kontakt mit einem Unbekannten. Findet sie doch noch die wahre Liebe in Altberg?



Mit "Liebe, Zimt und Zucker" hat Julia Hanel einen zauberhaften Liebesroman geschrieben. Man ist sofort in der Handlung gefesselt und verfolgt gespannt das emotionale Auf und Ab der Protagonistin auf ihrer Suche nach der großen Liebe.

Hier geht es romantisch, aber auch dramatisch zu, es gibt humorvolle Mail-Wechsel und unterhaltsame Ereignisse, die gefühlvoll sind und manchmal auch überraschen. Die authentisch gezeichneten Figuren der Geschichte sind liebenswert und lassen den Leser an ihren Gefühlen und Reaktionen lebhaft teilhaben.

Besonders Protagonistin Marit ist mir von Anfang an sympathisch und auch wenn sie sich manchmal das Leben selbst schwer macht, begleitet man sie gern bei ihrem Aufenthalt in Altberg. Man möchte doch zu gern wissen, wie sie sich so nach der Trennung schlägt und wer hinter dem gefundenen USB-Stick steckt. Schnell lernt man ihre Männerbekanntschaften Toby, Julian und Moritz kennen und gerade ihre Reibereien mit Moritz lockern die Stimmung ungemein auf. Zwischen den Beiden gibt es immer leichte Missverständnisse und ihre Ansichten scheinen sich selten zu decken. Dagegen helfen Marit die Mails mit Julian ihr über so manches Stimmungstief hinweg. Der wichtigste Mensch im Buch ist jedoch Emil, er zeigt Marit, worauf es wirklich im Leben ankommt. Mehr kann ich hier nicht verraten!

Weil jeder Charakter hier mit so viel Lebensnähe beschrieben ist, fühlt man sich ihnen richtig nahe und in der Handlung wie zu Hause.

Julia Hanels Schreibstil führt locker, flockig durch das Geschehen und ehe man sich versieht, ist man den Zuckerschnittchen des Romans völlig verfangen. Auch wenn es ein Liebesroman ist, hatte ich nie das Gefühl, mit Kitsch und Klischees abgespeist zu werden. Dieses Buch ist einfach ein angenehmer Wohlfühlroman, der mit diversen schmackhaften Kaffeespezialitäten und etwas Zimtaroma abgeschmeckt zu einer unterhaltsamen Lektüre wird, bei der die Seele baumeln kann.


Diesen Roman habe ich gelesen wie ein Weltmeister. Der eingängige, angenehme Schreibstil, die liebenswürdigen Figuren und die Hoffnung auf ein schönes Ende lassen keine Lesepausen zu! Ein echtes Sofa-Kuschelbuch für den Herbst!

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Tags: coffeeshop, liebesroman, roman, trennung   (4)
 

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118 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

liebe, nerd, liebesroman, monika peetz, traumfrau

Ausgerechnet wir

Monika Peetz
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462049398
Genre: Liebesromane

Rezension:

"Monika Peetz" ist bekannt für ihren Roman "Die Dienstagsfrauen", ihr neuester Liebesroman "Ausgerechnet wir" erscheint 2016 im "Kiepenheuer & Witsch Verlag". 

Tom ist Ende 20 und ein echter Nerd, er hat eine mathematische Begabung und Zahlen sind seine Welt. Die sind verlässlich, da errechenbar, was ihm bei Menschen äußerst schwierig vorkommt. Weil Tom sich eine feste Beziehung wünscht, erscheint ihm eine Datingseite interessant, bei der die Kunden durch eine mathematische Formel "errechnet" werden. Die Traumfrau wird schnell präsentiert, sie heißt Lisa. Leider hat die Sache einen Haken, denn unter diesem Namen verbirgt sich Lisas Mutter. Tja, das war ja wohl nichts! Wird er dennoch die richtige Traumfrau finden?
 

Mir hat diese Liebesgeschichte gefallen und die Besonderheit, hier mal einen Mann als Romanhelden vorzufinden, ist mal etwas anderes.
Tom ist ein ganz besonderer Typ und nicht gerade das, was man einen Womanizer nennt. Seine Suche nach einer Frau gestaltet sich durch sein Nerd-Verhalten als Mathegenie nicht so leicht. Einen Erfolg bei Frauen kann man ihm nicht gerade nachsagen. Trotzdem berechnet er seine Chancen und wie das Erlernen von Speisekarten und die Berechnungen irgendwelcher Tabellen auch humorvoll zu lesen ist, der Erfolg ist fraglich.
Interessant wird die Handlung, als er sich dem Prinzip verschreibt, anderen Menschen Freude und Glück zu bereiten, in der Hoffnung, dass es dann zu ihm zurück kehrt. Nun, das klappt nicht immer, doch am Ende geht seine Rechnung auf, allerdings ganz anders als man er es erwartet hätte.

Der Schreibstil ist locker und unterhaltsam, die kurzen Kapitel sind flott zu lesen und zeigen deutlich die Situationswechsel an.

Der Roman ist anfangs sehr charmant und witzig und stellt mit Tom einen speziellen, aber doch sympathischen Charakter vor, den man gern durch seinen Lebensalltag in Berlin folgt.

Jedoch schlug bei mir die anfängliche Begeisterung für diesen Charakter dann doch in etwas Langeweile um. Die Geschichte mit den 28 Karma-Geschenken wurde mit der Zeit immer banaler und Toms Rechnerei schon nervig.

Einige Szenen wirkten sehr konstruiert und nicht sehr realistisch. Wenn auch das Lebens eines Nerds immer etwas speziell ist, so wurde es mir hier doch zuviel. Für einen Mann von fast 30 Jahren war Tom einfach zu lebensfremd. Ständig trat er in irgendwelche Fettnäpfchen und der daraus resultierende witzige Effekt schlug nach einer Weile in Langeweile um. Das Ende hatte man dann so erwartet.

Ein leichter Unterhaltungsroman um einen netten Nerd mit witzigen Szenen für zwischendurch.
 

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Tags: liebesroman, traumfrau   (2)
 

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161 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

frankreich, roter schal, selbstmord, krimi, roman

Die Frau mit dem roten Schal

Michel Bussi ,
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 21.08.2015
ISBN 9783352006760
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman "Die Frau mit dem roten Schal" von Autor "Michel Bussi" erscheint 2015 bei "Rütten & Loening" aus dem Aufbau Verlag.


Jamal Salaoui ist gerade auf seiner Joggingrunde, als er eine junge Frau mit einem roten Schal vor einem Sprung in die Tiefe retten will. Doch er kann das Unglück nicht verhindern.
Als sie unten tot aufgefunden wird, ist der Schal um ihren Hals gewickelt. Jamal ist völlig verwirrt und erfährt von weiteren Todesopfern an dieser Steilklippe. Dabei wird Jamal zum Hauptverdächtigen und nur seine Suche nach dem wahren Täter kann seine Unschuld beweisen.

In diesem Roman gibt es romantische Stellen, die die Wünsche und Träume eines jungen Mannes mit einer Beinprothese zeigen. Aber im Buch sind vermehrt Teile eines Thrillers und Krimis zu finden. Der Leser wird in die Beobachterrolle gesteckt und muss sich ein Bild über den Protagonist Jamal machen. Denn die Grenzen zwischen Wahrheit und psychologischer Verwirrung sind fließend. Jamal wird mal als Täter und mal als Opfer gehandelt und als Leser zweifelt man, was man von ihm halten soll. Dann wieder erscheint er als verwirrt und man traut ihm die Täterrolle durchaus zu.
Zum Inhalt möchte ich nicht viel sagen, denn das ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Romans. Das Verwirrspiel hängt einfach zu stark mit dem Inhalt zusammen.

Sprachlich konnte mich "Die Frau mit dem roten Schal" leider nicht überzeugen, denn der Stil ist recht einfach gehalten und erinnert eher an einen Thriller. Für einen Roman erwarte ich einfach mehr literarischen Ausdruck und intensivere Wortwahl. Jamal erzählt seine Sicht der Dinge eher knapp formuliert wie in einem Tagebuch.

Die Erzählperspektive Jamals zeigt seine Nachforschungen und wird unterbrochen durch weitere Perspektiven wie Polizeiberichte oder Briefe. Die Polizeiberichte lasen sich nicht wie solche, der reale kriminalistische Jargon fehlte völlig. Doch das hat der Verwirrung des Lesers durch die Vermischung von Vermutung und Wahrheit keinen Abbruch getan. Die Suche nach der Wahrheit ist durch immer wieder neue Erkenntnisse auf den Kopf gestellt.
Der Handlungsverlauf ist verwirrend und ständig ist neues Mutmaßen angesagt. Ein toller Spannungsroman, der im Nachhinein betrachtet durchaus logisch aufgebaut ist und mit einem überraschenden Ende erneut verwirrt.

Dieser Roman erfüllt mehrere Kriterien: etwas Romantik und Liebe, eine fesselnde Krimiermittlung und dahinter ein mysteriöses Geheimnis, dem man als Leser unbedingt auf die Schliche kommen will. Spannende Unterhaltung mit einer raffinierten Story.

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Tags: normandie, roman, suizid   (3)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

eichsfeld, krimi

Kalte Fährte

Susanne Mischke
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 01.08.2016
ISBN 9783833310591
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: eichsfeld, krimi   (2)
 

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119 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

ballett, russland, tanz, roman, russland, 1900, ballett

Die Schwester des Tänzers

Eva Stachniak , Peter Knecht
Flexibler Einband: 570 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 29.10.2016
ISBN 9783458361787
Genre: Historische Romane

Rezension:

"Eva Stachniak" ist bekannt für ihre historischen Romane. "Die Schwester des Tänzers" führt den Leser nach Sankt Petersburg um 1900. Der Roman erscheint im "Insel Verlag".



1900: Das polnische Ehepaar Nijinsky ist ein Tänzerpaar, das in Sankt Petersburg am Ballets Russes auftritt. Ihre Kinder Bronislawa Nijinska und Waslaw Nijinsky werden von den Eltern von klein auf gedrillt und treten in ihre Fussstapfen, während ihr Sohn Stanislaw nach einem Unfall eine Behinderung hat. Bronia und Waslaw zeigen großes Talent und werden an der kaiserlichen Ballettakademie ausgebildet. Danach haben sie Engagements auf den großen Bühnen der Welt.


Dies ist mein erster Roman der Autorin Eva Stachniak und da ich Ballettaufführungen liebe, hoffte ich auf einen wunderbaren historischen Roman über eine bekannte Tänzerin.

Leider konnte mich dieser Roman nicht so packen.
Manche Abschnitte sind ganz interessant zu lesen, wie Informationen zum klassischen Ballett, andere Sequenzen jedoch recht erscheinen sehr banal und langweilig. Ich war oft versucht, hier quer zu lesen, habe mich dann aber durch das Buch gemüht.
Viele Lebenseinblicke dieser Tänzerin gehen mir nicht unter die Haut, auch wenn hier eine Frau und ihre teilweise schwierigen Lebensumstände beschrieben werden. Man kommt dieser Person nicht richtig nah. Die Emotionen und Gedanken, die mich als Leser sonst berühren, fehlen hier völlig.


Die Rolle der Frau in dieser Zeit wird nur auf den zweiten Blick deutlich, als Tänzerin waren Frauen auch früher schon Ausnahmeerscheinungen. Bronia jedoch wechselt von der gefeierten Tänzerin zur Ehefrau und Mutter. Ein Bruder, der schwul zu sein scheint, dann aber überraschend heiratet, so etwas war unter Tänzern sicherlich auch nicht unüblich. Der kranke Bruder im sogenannten Sanatorium war in Wahrheit eher in einer Irrenanstalt untergebracht, wie Bronia es selbst formuliert. Die drei Geschwister machen schon früh die Trennung der Eltern mit. Einige Jahre hält der Vater den Kontakt noch aufrecht, dann bricht er ab. Man kann nur mutmaßen wieso. Es gab eine Unterredung zwischen Waslaw und seinem Vater, der Sohn hatte keinerlei Respekt vor ihm, was in der Trennung begründet war.

Der schön erzählende Schreibstil ist das Positive dieses Romans. Man erlebt die verschiedenen Stimmungen der Figuren, die Schauplätze in Sankt Petersburg, London, Paris und anderswo lebendig mit. Auch die interessanten Einblicke in das Tänzerleben haben mir gefallen. Wie Tänzer ihr ganzes Leben und Sein auf diese Bestimmung ausrichten, ist schon beachtlich. Die verwendeten Begriffe der Tanzpositionen und Figuren sind für Ballettkenner sicherlich sehr aussagekräftig. Ich habe sie nur so hingenommen und konnte nicht viel damit anfangen.


Bei der Handlung wird chronologisch vorgegangen. Dennoch verliert man beim Lesen der vielen Details manchmal den Überblick. Einige zähflüssige Passagen machen es manchmal ziemlich anstrengend, dem Handlungsverlauf zu folgen. Denn die Figuren sind mir weder sympathisch, noch kann ich mich tief in sie hinein denken.


Dieser Roman ist für Ballett-Fans eine interessante Lektüre und wer sich über die Tänzerin Bronislawa Nijinska informieren möchte, ebenfalls.

 

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Tags: ballett, karriere, roman   (3)
 

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wien, krimi, marlies mittermann, kommissarin, bettina wagner

Das fünfte Opfer

Bettina Wagner
E-Buch Text: 180 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 31.10.2016
ISBN 9783960870586
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das E-Book "Das fünfte Opfer" aus dem "dp DIGITAL PUBLISHERS Verlag" schrieb "Bettina Wagner"

Marlies Mittermann ist Kommissarin bei der Wiener Kriminalpolizei. Sie
liebt ihren Beruf sehr und hat es nicht leicht. Als Frau und leitende
Kriminalkomissarin in Wien muss sie sich ihren Kollegen gegenüber stets
beweisen und besonders ihr Ehemann Helmut, von dem sie sich gerade
getrennt hat, macht ihr dort das Leben schwer und sabotiert ihre Arbeit.
Zu gern möchte er die Ermittlungen in einer Serie von Frauenmorden
leiten. Aber damit nicht genug, auch von ihrem Elternhaus bekommt sie
stets Gegenwind und Druck, doch diesen Job gegenüber einer ruhigen und
einflussreichen Stellung aufzugeben. Doch nicht mit Marlies! Sie
ermittelt beharrlich weiter.

Dieser Wien-Krimi ist zwar kurz, aber doch recht spannend.
Seit Monaten geht in Wien ein Prostituiertenmörder um. Als es bei den
Ermittlungen nicht so recht vorangeht, bekommt Marlies die leitende
Aufgabe und findet schnell einen Verdächtigen. Doch dieser Mann ist
unschuldig und es gibt ein weiteres Opfer. Marlies muss nun anders an
den Fall heran gehen und sie wird von Selbstzweifeln gequält, denn sie
gibt sich die Schuld am Tod des letzten Opfers.

Der Charakter der Marlies ist der Autorin ausgesprochen gut gelungen. Man taucht in diese Figur mit ihren Sorgen, Gefühlen und Ängsten ein und versteht sie wunderbar. Wie sie gegen die Steine, die ihr Helmut und andere und andere in den Weg legen, ankämpft, ist beispielhaft. Fast bis zur
Erschöpfung geht sie beruflich den Spuren nach und dass, obwohl gerade
ihr Privatleben völlig zusammen bricht und sie allen Halt verliert.
Marlies ist eigentlich keine Sympathiefigur, aber ihre toughe Art und ihr Ehrgeiz machen sie zu einer Heldin.
Leider hatte ich früh einen Verdacht des Täters, der sich als richtig
erwies, dennoch war es spannend zu sehen, ob ich damit richtig lag.

Die Autorin baut einige Wendungen ein, die verwirren sollen und neue Untersuchungsrichtungen brachten neue Erkenntnisse.


Gut gefallen haben mir die authentischen Ermittlungen und die Rolle der
Frau in Form von Marlies als weibliche Kommissarin, die sich stets
behaupten muss und von oben dem Aufklärungsdruck ausgesetzt ist. Genauso stelle ich mir Polizeiarbeit vor.

Ein runder Krimi, bei dem die gut dargestellte Rolle der Ermittlerin der
Glanzpunkt ist. Ein Wien-Krimi ohne Schmäh, aber mit Frauenpower!

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Tags: krimi, serienmörder, wien   (3)
 

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24 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

monaco, zirkusfestival, artisten, luxuswohnungen, ermittlung

Tödliche Vorstellung

Jule Gölsdorf
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.10.2016
ISBN 9783746632650
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Jule Gölsdorfs" zweiter Band ihrer Monaco-Krimi-Reihe heißt "Tödliche Vorstellung" und erscheint 2016 im "Aufbau Verlag".

Im mondänen Monaco erschüttern tragische Todesfälle die Bewohner. Im Hafen findet man eine weibliche Leiche und beim  berühmten Zirkusfestival von Monte Carlo wird eine Artistin von einem Tiger angegriffen und getötet. Sind das Unglücksfälle oder liegt hier Mord vor? Kommissarin Coco Dupont ermittelt mit ihrem Kollegen Henri Valeri. Auffällig ist das Verhalten der Tierschützer, diese demonstrieren gegen das Festival. Sind hier die Täter zu suchen?


Auf diesen Krimi habe ich mich sehr gefreut, denn schon der erste Teil hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin bringt mit ihrem Schreibstil frischen Wind in die Krimiszene.
Ein Quereinsteigen in die Reihe ist kein Problem, denn die wichtigsten Informationen werden auch im zweiten Band erwähnt.

Jule Gölsdorf bringt dem Leser ihr Monaco näher. Neben monegassischem Savoir-vivre und einer bildhaften Beschreibung der landschaftlichen Atmosphäre geht es in diesem um das berühmte Zirkusfestival von Monaco.
Tierschutz und Zirkusleben, hier prallen verschiedene Meinungen aufeinander und im Krimi werden diese gut verdeutlicht. Beide Seiten haben so ihre Standpunkte, die sich aber gar nicht ausschliessen müssen. Denn auch Zirkustiere werden von ihren Besitzern zwar hart trainiert, aber auch liebevoll umsorgt und viele Zirkustiere sind z. B. Handaufzuchten und ein Leben in Freiheit wäre ihnen völlig fremd und sie kämen damit auch nicht zurecht.

Die Krimihandlung ist spannend verarbeitet, die Motive finden sich im üblichen Themenbereich für Gewaltdelikte.

Die Ermittler sind mir sympathisch, beide haben so ihre privaten Probleme, die im Krimi aber nie die Ermittlungen überdecken, sondern als Rahmenhandlung das Buch zu einer runden Sache machen. Coco trauert noch immer um ihre tote Tochter, ist aber dabei, dieses Kapitel in ihrem Leben zu verarbeiten und sich dem Leben mehr zu öffnen. Valeri hat Eheprobleme, hängt aber immer noch sehr an seiner Frau. 
Ich mag es, wenn die Protagonisten in Krimis etwas Privatleben haben und man ihre persönliche Entwicklung verfolgen kann. 

So realistisch wie die Autorin die Zirkusdarstellerinnen vorstellt, schlüpft man direkt in deren Rolle hinein und erkennt ihr hartes Training, die körperliche Anstrengung, sowie die Aufregung und nervliche Anspannung. Wer hier arbeitet, ist seinem Metier völlig verfallen und muss stets beste Leistungen bieten. Ein hartes Leben, dem als Krönung der monegassische Clown in Edelmetall in Aussicht steht. 

Die monegassische Atmosphäre, insbesondere die realistisch gezeigte Wohnungsproblematik, gibt einen genauen und kritischen  Einblick in diese Steueroase der Reichen. Während die bildhaft beschriebenen Schauplätze, die Erwähnung des Nietzsche-Wanderweges und das allgegenwärtige azurblaue Wasser die Gegend für eine Reise ins Bild rücken. 


Ich würde gern wieder mit den Ermittlern in Monacos kriminelle Ecken eintauchen und freue mich auf weitere Abenteuer dort.


Auf dieser Homepage wird Monaco und die Buchreihe gut dargestellt:  www.monaco-krimi.com/  


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Tags: artisten, monaco, serienmörder   (3)
 

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49 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

münchen, krimi, historischer krimi, 20er jahre, mord

Wintergewitter

Angelika Felenda
Flexibler Einband: 438 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.10.2016
ISBN 9783518467190
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der zweite Band von "Angelika Felenda" um Kommissar Reitmeyer heißt "Wintergewitter" und erscheint 2016 im "Suhrkamp Verlag".

München 1920: Kommissär Reitmeyer leidet immer noch an Kriegs-Traumata und bekommt Panikattacken.
Beruflich hat er viel zu tun, denn die Geldentwertung und der Nahrungsmangel sorgen für viele Fälle von Diebstahl und Schieber haben Hochkonjunktur.
Reitmeyer ermittelt den Todesfall der jungen Cilly Ortlieb, die als Kleindarstellerin in zwielichtigen Projekten eines Münchner Filmkonzerns gearbeitet hat. Sie wurde mit Morphium getötet. Dieser Fall zieht Reitmeyer inmitten von illegalen Spielclubs, Bars und gemeine Bordelle. Dabei lernt er Gerti Blumfeld kennen, die ihre verschwundene Schwester sucht und ein Mordopfer kannte.
Während dieser Zeit gewinnt die rechte Bevölkerung immer mehr Anhänger.  
 

Der erste Weltkrieg ist vorbei, aber die dramatischen Folgen sind
deutlich spürbar. Die Bevölkerung leidet unter der
Nahrungsmittelknappheit, den schlechten Wohnbedingungen und echter
Armut. Dabei ist es offensichtlich, wir gut der Autorin ihre historische
Recherche in diesem Buch gelungen ist. Ihre fundierten geschichtlichen
Kenntnisse zeigen sich in authentisch wirkenden Beschreibungen der
Lebensbedingungen der Menschen und der gesellschaftlichen und
politischen Situation dieser Zeit. Hier sieht der Leser bildhaft die
Atmosphäre der 20er Jahre auferstehen.


Vor diesem realistischen Hintergrund erlebt man die klassische
Ermittlungsarbeit dieser Zeit, ohne Datenbanken und gut vernetzte
Polizeiämter. Reitmeyer arbeitet mit seinem Team Steiger und Rattler
ohne technische Raffinessen. Sein Vorgesetzter ist auch nicht gerade
eine große Stütze, ganz im Gegenteil.


Dieses Buch habe ich weniger als Krimi sondern mehr als historischen Roman
gesehen. Obwohl hier eine solide spannende Handlung gibt, hat mich die
zeitgenössische Darstellung mehr gereizt und sehr gut informiert. Der
Aufmarsch der rechtsradikalen Szene war die Grundlage für das kommende
Naziregime. Wie sehr selbst die Beamten der Polizei von Menschen mit
antisemitischer Ansicht durchsetzt waren, wird hier absolut deutlich
gemacht.

Auch die herrschende Kälte dieses Winters und die großen Unterschiede
zwischen Arm und Reich werden so lebhaft geschildert, dass diese Zeit
lebendig zu werden scheint. Besonders die Milieustudien sind der Autorin
äußerst gelungen.


Sie versteht es geschickt, die Krimihandlung in diese historischen
Rahmenbedingungen einzubauen und daraus einen lesenswerten Krimi zu
schreiben. Etwas mehr Aufklärung und nicht ganz so verzwickte
Zusammenhänge und ich hätte 5 Sterne vergeben.



Diesen historischen Krimi kann ich geschichtsinteressierten Lesern
wärmstens empfehlen. Eine klassische Ermittlung, ein interessantes
Umfeld und der sympathische Reitmeyer und sein Team machen dieses Buch zu einer interessanten Lektüre.


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Tags: frauenmörder, historischer krimi, krimi, münchen, schieber   (5)
 

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

kurzgeschichten, erzählungen, erzählkunst, winter, norden

Nordische Nächte

Tania Blixen , Horst Maria Lauinger
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.10.2016
ISBN 9783328100652
Genre: Romane

Rezension:

"Nordische Nächte" Von "Tania Blixen" ist eine Sammlung von Kurzgeschichten aus den Jahren von 1905 - 1957, die 2016 , die im "Penguin Verlag" erscheinen.
 
Tania Blixens Kurzgeschichten sind Perlen klassischer Erzählkunst. Zu Recht wurde die Autorin die Scheherazade des Nordens genannt,
denn kaum jemand vermag es so wie sie, Leserinnen und Leser in Bann zu ziehen. Diese exklusive Textauswahl versammelt die schönsten Werke aus über fünfzig Schaffensjahren – allen voran das Glanzstück über die Meisterköchin Babette und deren exquisite kulinarische Verführungskünste. Tania Blixens Lebensthemen und bevorzugten Stoffe, das Exotische, Märchen und Legenden, aber auch herausragende Episoden der abendländischen Geschichte wirken dank ihrer sinnlichen Beschreibungskunst heute so lebendig wie eh und je. (Klappentext)

Die Dänin Tania Blixen wurde 1885 in der Nähe von Kopenhagen geboren, wanderte nach dem Studium der Malerei in Kopenhagen, Paris und Rom 1914 nach Kenia aus, wo sie den schwedischen Baron Blixen-Finecke heiratete und zu schreiben begann.


In Blixens Geschichten erlebt man andere Kulturen, sieht fremde Menschen und man taucht ein in eine längst vergangene Zeit. Das merkt man schon am Sprachstil sehr deutlich. So wie Blixen sich ausdrückt, redet oder schreibt heute niemand mehr. Es wird märchenhaft, aber auch abenteuerlich und die Wichtigkeit gesellschaftlicher Schichten wird deutlich aufgezeigt.

Blixen hat die Gabe, auf sprachlich hohem Niveau fantasievoll zu erzählen.
Sie erfindet wunderbare Geschichten und schmückt sie mit inhaltlichem Tiefgang aus, der den Leser in eine längst vergangene Zeit reisen lässt. Hier werden gesellschaftliche Normen und Stellungen aufgezeigt, die man unweigerlich mit Märchen und Geschichten aus der Vergangenheit verbindet. Es gelten andere Maßstäbe von Moral und die Lebensgewohnheiten wirken aus heutiger Sicht etwas altmodisch. Darauf muss man sich einlassen, um zu entdecken, welche Dinge auch heute noch zutreffen und uns genauso berühren wie die Menschen früher.

 

"Saison in Kopenhagen" zeigt das Leben im Kopenhagen von 1870 in bildhafter Darstellung. Es ist eine ganz besondere Liebesgeschichte, die auf einem Friedhof endet. Mich haben besonders die Sprachwahl in den Dialogen und die Stimmungen der damaligen Zeit durch die Geschichte getragen.

"Babettes Fest" zeigt das Leben einer Köchin, hier gibt es kulinarische Erlebnisse und die Figuren sind sehr lebendig gezeichnet. Mich hat diese Geschichte richtig bezaubert, dabei gibt es keine dramatischen Ereignisse. Es sind die einfachen Freuden des Lebens, wenn die Liebe durch den Magen geht und so in den Menschen Liebe entfacht. Diese Geschichte hat Charme und nimmt den Leser gefangen.


"Onkel Theodore" ist eine richtig schöne Geschichte, die von sozialem Aufstieg erzählt. Der Name oder auch der Adelstitel öffnet hier den Weg in die feine Gesellschaft. Sozialer Aufstieg um jeden Preis und damit Anerkennung und Wohlstand. Auch wenn das Ganze nur fingiert ist, bekommt man als Leser eine packende Story geboten, die Pariser Flair und Savoir Vivre spürbar werden lässt.


"Karneval" möchte ich mal als eine literarische Narrenposse bezeichnen. Hier werden bunte Figuren wie Harlekin und Pierrot lebendig und spielen ihr Spiel, dem Grenzen gesetzt sind.


"Die Königssöhne" hat mich in eine ferne Welt versetzt und wirkt wie Geschichten aus 1001 Nacht. Scheherazade ist in diesem Fall Tania Blixen, aber nicht in einer nordischen Nacht, sondern in Persien... 
Mit Weitsichtigkeit und Mut gegen Gewalt und Macht zeigt sich diese Geschichte fast schon wie eine Fabel.


Es ist Blixens Geschichten ein ganz eigener Zauber inne, dem man beim Lesen verfällt. Dabei haben diese Geschichte auch uns modernen Menschen noch durchaus etwas zu sagen.

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Tags: erzählkunst, kurzgeschichten   (2)
 

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

mord, liebe, paris, vorurteile, grefrath

Liebe vertagen, Mörder jagen

Vera Nentwich
Flexibler Einband: 290 Seiten
Erschienen bei Nentwich, Vera, 01.09.2016
ISBN 9783000538513
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Liebe vertagen, Mörder jagen" ist ein neuer Fall mit Protagonistin Biene. Geschrieben hat die Krimireihe "Vera Nentwich".

Eine wilde Liebesnacht, ein toter Hochzeitsplaner und ein Polizist unter Tatverdacht - in Bienes neuem Fall geht es heiß her! Biene kehrt frustriert aus Paris zurück. Aus ihrer heißen Liebesnacht mit Jago wurde leider nichts, denn plötzlich taucht Kimberley, ein gutaussehendes Model auf.
Da stürzt sie sich lieber in den neuen Mordfall und trifft natürlich auf ihren Ex- Freund Jochen, der dort als Polizist ermittelt.

Die Autorin hat einen lockeren und humorvollen Krimi geschrieben. Auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes hatte ich keine Verständnisprobleme. Der Schreibstil enthält einiges an Situationskomik, es werden aber auch ernste Themen wie Vorurteile angesprochen.

Biene ist eine junge Frau voller Elan und Tatkraft, tritt aber regelmäßig in Fettnäpfchen und ihre Laune hängt sehr von ihrem Erfolg oder Misserfolg ab. Meist handelt sie erst und denkt dann nach. Gerade in Liebesfragen kann sie sich einfach nicht entscheiden und schwankt zwischen Jochen und Jago hin und her. Das schafft natürlich auch zwischen dem Männern ein entsprechendes Konkurrenzgehabe.
Ihre Oma ist da wesentlich entscheidungsfreudiger und natürlich auch lebenserfahrener. Sie ist stets bemüht, mit Essen alle Probleme aus der Welt zu schaffen und ist so etwas wie die gute Seele des Buches.


Der Sprachstil des Buches ist einfach, humorvoll und locker. Die Krimihandlung hat mich nicht so mitgerissen. Biene ist als eine Art Detektivin unterwegs, hat aber so ihre Probleme damit und kämpft auch gegen Vorurteile ihrer Mitmenschen an.
Stets mischt sie sich in Angelegenheiten anderer ein, so kann Herr Törschen gewiss ein Lied davon singen. Ihm vermasselt sie eine gut geplante Überraschung.
Jago unterstützt sie bei der Suche nach dem Mörder von Tim und was als interessante Abwechslung von Bienes Alltag begonnen hat, wird nun bitterer Ernst, denn sie selbst kommt in Gefahr.

Die Personen sind gut charakterisiert. Biene ist nicht so mein Fall und daher bin ich auch nicht so sehr von diesem Krimi überzeugt. Etwas mehr Spannung hätte der Geschichte schon gut getan.

Dieser unblutige und humorvolle Krimi enthält auch emotionale Szenen und sorgt für leichte Unterhaltung.

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Tags: krimi, paris, vorurteile   (3)
 

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51 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

vergebung, geschichte, upior, reue, juden

Bis ans Ende der Geschichte

Jodi Picoult , Elfriede Peschel
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Penguin, 22.08.2016
ISBN 9783328100515
Genre: Romane

Rezension:

Die Amerikanerin "Jodi Picoult" schrieb den Roman "Bis ans Ende der Geschichte" im Jahr 2013. Er erscheint 2016 im "Penguin Verlag".


Bei einem Unfall verlor die junge Jüdin Sage Singer ihre Mutter, sie selbst hat seitdem Narben im Gesicht, lebt zurückgezogen und meidet die Öffentlichkeit. Als leidenschaftliche Bäckerin, kann sie in der Dunkelheit arbeiten, doch ihre Schuldgefühle am Tode ihrer Mutter wird sie nicht los.
In einer Trauergruppe lernt sie den über 90-jährigen Josef Weber kennen und es entwickelt sich eine besondere Freundschaft.
Josef erzählt ihr aus seiner Nazi-Vergangenheit, Josef ist Deutscher. Er bittet Sage ihr dabei zu helfen, seinem Leben ein Ende zu bereiten.

Sage ist eine junge Frau mit seelischen Problemen, der Tod ihrer Mutter lässt sie nicht los. Sie gibt sich daran die Schuld. Auch ihr privates Glück lässt sie nicht zu, sie hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann, den sie nicht zu lieben scheint.
 
Josef ist als Deutscher schon lange in den USA und ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft seines Wohnortes. Er ist ehrenamtlich tätig und gilt als hilfbereit und gutherzig. In der Trauergruppe trifft er auf Sage und sie öffnet ihm ihr verschlossenes Wesen. Später erfährt man, dass Josef Nazi war und als SS-Offizier Aufseher im Konzentrationslager gearbeitet hat. Sages Großmutter Minka ist Holocaust-Überlebende und war in diesem KZ.
Da Josef mit seiner Schuld nicht leben kann, bittet er Sage um Hilfe beim Sterben.

Von Minka erfährt man von ihrer unbeschwerten Kindheit in einem polnischen Dorf, sie will Schriftstellerin werden. Doch dann bricht der zweite Weltkrieg aus und als Juden wird die Familie gezwungen, ins Ghetto zu ziehen.

Leo ist Bundesagent eines Büros für Menschenrechte. Er verfolgt Kriegsverbrecher aus der NS Zeit und sorgt für ihre Abschiebung und Verurteilung.


Die Thematiken dieses Buches sind keine leichte Kost. Es gibt bewegende Schicksale, die erschüttern und aufwühlen. Dabei ist die Recherche der Autorin wirklich authentisch und die Geschichte liefert viele Denkanstösse.

Jodi Picoult hat einen großartigen, einnehmenden Schreibstil, ihre Figuren sind lebendig und vielseitig und als Leser wird man emotional an der Handlung gefesselt. Dabei werden die Themen des Holocaust mit den Folgen wie Schuld, Trauer und Verbrechen sehr sensibel aufgegriffen. Hier wird keine bloße Verurteilung der Personen vorgenommen, sondern aus verschiedenen Perspektiven gezeigt, wie Juden und auch Nazis die Zeit erlebten. Picoult zeigt damit, wie schwierig der Umgang mit dem Thema sich auch heute darstellt.
 
Meine einzige Kritik besteht darin, dass dieser Roman mit seinen Nebencharakteren überfrachtet ist, die jeweils die Protagonistenrolle einnehmen. Die Einbindung dieser Figuren in die Handlung wirkt durch die vielen Erzählstränge ein wenig konstruiert und ermüdend. Außerdem fehlt dem Ganzen ein Ablauf, der die Emotionen beschreibt, hier geht es eher um Gewissenskonflikte und die Darstellung von Gräueltaten.  ie Charaktere hineinzuversetzen bzw. sie zu verstehen.

"Bis ans Ende der Geschichte" ist ein wirklich bewegendes Buch, das viele Denkanstöße liefert und die Beschäftigung mit den schwierigen Themen Schuld, Vergebung, Gnade und Rache anregt.

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Tags: freundschaft, judenverfolgung, roman   (3)
 

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43 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

krimi, liebe, mord, humor, blumenladen

Mordsmäßig verstrickt

Saskia Louis
E-Buch Text: 287 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 26.09.2016
ISBN 9783960870760
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit "Mordsmäßig verstrickt" schrieb die deutsche Autorin Saskia Louis den zweiten Band ihrer Krimireihe um Louisa Manu. Der
Frauenkrimi erscheint bei "dp DIGITAL PUBLISHERS".

Louisa Manu, die flotte Blumenladeninhaberin, wird erneut zur Hobbyermittlerin wider Willen. Denn schon wieder ist sie über eine Leiche gestolpert und ihre Neugier, sowie ihr Helfersyndrom lassen sie keine Ruhe geben, bis sie den Täter hautnah aufgespürt hat. Das ist ihrem Freund Josh Rispo natürlich ein Dorn im Auge, schliesslich ist er der Kommissar und möchte Louisa gern aus allen gefährlichen Dingen raushalten. Unweigerlich kommen sie sich immer wieder in die Quere, aber auch privat sprühen die Funken.

Auch dieses Mal hat mich dieses Buch wieder begeistert und mit vielen spritzigen und schlagfertigen Sprüchen gut unterhalten.
Nachdem Louisas Paketbote von ihr tot aufgefunden wurde, wird der Sohn ihrer tüddeligen Mitarbeiterin Trudi als Verdächtiger festgenommen. Das sich Louisa mit ihrem Helfersyndrom jetzt einmischt ist ganz klar. Ihre Trudi ist ihr zu sehr ans Herz gewachsen, um ihren Kummer ertragen zu können. 
Es ist sympathisch, wie Louisa sich mit ihrer liebenswürdigen Art in die Ermittlung stürzt und natürlich gibt das auch wieder Reibereien mit ihrem Schwarm Josh Rispo. Doch genauso gibt es auch romantische Begegnungen, die auf eine engere Beziehung zwischen den beiden Verliebten hoffen lassen.

Dieses Buch ist wieder genauso toll und erfrischend wie der erste Band. Louisa ist erneut in einen Mordfall geraten und lässt sich um nichts in der Welt davon abhalten, hier ihre Nase in die Ermittlung zu stecken. Das Ganze ist äußerst spannend gemacht, allerdings überwiegt der Chick Lit - Anteil. Die Suche nach dem Täter wurde auf eine kurzweilige Weise zu einem unterhaltsamen Erlebnis, bei dem das Motiv leicht ahnbar war, aber dennoch logisch und gut nachvollziehbar aufgeklärt wurde.

Die Sprüche und die Ironie von Louisa gefallen mir immer besser und die verschiedenen Charaktere lassen gute Unterhaltung zu. Hier sind einige Figuren zu finden, die mit ihren Eigenheiten oder Unarten für Aufregung sorgen.

Der Schreibstil von Saskia Louis ist unerhört locker, erfrischend und mitnehmend. Man kann gar nicht anders, als das Buch in einem Rutsch zu lesen!

Dies ist ein erfrischender 2. Band einer amüsanten Reihe um eine erstaunliche Hobbyermittlerin. Chick-Lit auf höchstem Niveau machen das Lesen zum Vergnügen.

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Tags: frauenkrimi, hobby-detektivin, krimi   (3)
 

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booksnack, telefonzelle, junges mädchen, booksnacks, rost auf dem fahrrad

Rost auf dem Fahrrad

Saskia Louis
E-Buch Text: 27 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 26.07.2016
ISBN 9783960870661
Genre: Sonstiges

Rezension:


Der "booksnacks.de Verlag" verlegt kleine Kurzgeschichten als E-Books. "Rost auf dem Fahrrad" von "Saskia Louis" ist eine melancholische Geschichte über einen alten Mann und sein altes Rad.


Was haben ein alter Mann und ein rostiges Fahrrad gemeinsam? Sie haben beide eine Geschichte zu erzählen.

Ein alter Mann fährt mit seinem Rad und betrachtet es genauer, dabei bemerkt er die Spuren, die das Leben auf ihm hinterlassen hat: Rost, Dellen und Abnutzungserscheinungen.
Er sinniert darüber, vergleicht sich mit dem Rad und findet viel Vergleichbares. Auch bei ihm sind Spuren des Lebens zu finden. Der Verlust seiner Frau macht ihm zu schaffen. Mehr möchte ich nicht zum Inhalt erzählen.

Diese Geschichte hat mir so gut gefallen, weil sie Stimmungen sehr authentisch wiedergibt, man sofort mitten im Geschehen ist und auch die Emotionen des alten Mannes gut nachfühlbar sind.
Er und sein Rad. Sie haben schon viele Dinge zusammen erlebt. Sind weit zusammen gefahren. Es ist nicht mehr so schön wie es einmal war, aber auch an ihm hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen.

Leider war das Booksnack dann auch schon wieder vorbei. Doch man erlebt einen intensiven Lesegenuss, der noch ein wenig nachhallt und im Innern aufrührt. Man wird nachdenklich und fühlt mit dem Mann tief berührt mit.
Mehr kann eine Geschichte nicht geben!

Gefangen genommen hat mich auch der Schreibstil von Saskia Louis. Sie schreibt wortgewandt, präzise und zeigt intensive, melancholische Beschreibungen, die manchmal in umfangreichen Büchern nicht zu finden sind. Bei ihrer Geschichte ist alles ausgefeilt und die Handlung trotz der Kürze dennoch komplett.

 
Im Anschluss an den Booksnack findet der Leser noch eine Leseprobe zu einem weiteren buch von Saskia Louis. Wer einmal ihren Stil liebt, wird weitere Bücher lesen wollen.

Dieser Booksnack lässt den Leser kurz die Welt um sich vergessen, eintauchen und innehalten. Ein Leseerlebnis der kurzen, aber auch der besonderen Art für kurze Pausen.

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Tags: booksnack, liebesgeschichte   (2)
 

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krimi, taunus, mord, nele neuhaus, wald

Im Wald

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.10.2016
ISBN 9783550080555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Im Wald" ist der 8. Band der Bodenstein/Sander Reihe von "Nele Neuhaus". Der Kriminalroman spielt im Taunus und erscheint im ""Ullstein Verlag*".



Im Wald bei Ruppertshain sucht sich der Junkie Elias ein Versteck auf einem Campingplatz. Dort wähnt er sich sicher, doch wenig später erschüttert eine Explosion mit folgenschwerem Ausgang die dunkle Nacht. Es wird ein Toter gefunden, Oliver von Bodenstein und Pia Sander von der K11 untersuchen den Fall. Ihre Ermittlungen führen sie in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand und das nicht aufgeklärt wurde.

Der Krimi ist fesselnd und mitnehmend geschrieben, die Autorin versteht ihr Fach wirklich bestens. Was mich gestört hat, sind die vielen involvierten Personen des Dorfes, die durch die Zeitspanne von 40 Jahren auch noch verschiedenste verwandschaftliche Beziehungen eingegangen sind. Hier noch klar durchblicken zu können, erfordert höchste Aufmerksamkeit und Konzentration. Es gibt auch ein Personenregister, das man zu Rate ziehen kann. Dennoch hat mich diese Menge an möglichen Tätern und Motiven durchaus angestrengt.

Dabei ist die Handlung äußerst interessant, weil die die aktuellen Fälle in Bodensteins Vergangenheit führen. Mit seinen Kindheitsfreunden verbindet ihn ein grausames Ereignis, über das im Dorf nie groß und offen geredet wurde. Wie hängt das Verschwinden des kleinen Arturs mit den neuen Fällen zusammen. Auch die Polizei rätselt lange daran herum, zu verworren sind die Personenkonstellationen und zu verschlossen die Bewohner. Es gibt einige Geheimnisse, die die Dörfler mit sich herum tragen und erst allmählich lichtet sich das Dunkel.

Natürlich sind wieder die alten bekannten Kollegen mit dabei. Pia und ihr Exmann, der Gerichtspathologe Henning Kirchhoff, Nicola Engel und Cem Altunay sind wieder mit von der Partie und ihre Charaktere gut erkennbar gezeichnet. Doch auch der neuer Kollege Tariq Omari bringt Abwechslung in die Truppe. Er ist ein hochintelligenter Syrer mit einem photografischen Gedächtnis und hat die Dialoge erfrischend bereichert.

Nele Neuhaus hat ein Händchen dafür, ihre Leser auf die falsche Fährte zu führen. Dank einiger Spurensuche im dunklen Wald und unerwarteten Handlungen und Ereignissen bleibt die Spannung relativ konstant auf einem hohen Level. Auch bleiben das Motiv und der Täter bis zum Ende offen und so kann man gar nicht anders als das Buch durchlesen. Die bildhafte Sprache und die vielseitigen Stimmungsbilder und Personenbefragungen innerhalb der Figuren führen den Leser unterhaltsam durch den Krimi. Doch wie gesagt, man muss schon ein aufmerksamer Leser sein, um das Ganze zu durchschauen. 

 

"Im Wald" sorgt mit seiner komplexen Handlung und einer gut durchdachten Story für fesselnde Lesestunden. Auch das Ermittlerteam hat mich gut unterhalten, besonders der Neue, Tariq Omari, hat sich gut eingeführt.  


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Tags: eifersucht, fremdenfeindlichkeit, taunuskrimi   (3)
 

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sizilien, krimi, archäologie, mozia, luca santangelo ermittelt

Sizilianische Rache

Ann Baiano
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442205134
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Krimi "Sizilianische Rache" ist der zweite Teil einer Reihe um Luca Santangelo von "Ann Baiano". Der Krimi erscheint im "Goldmann Verlag".

Diego, der Sohn des Journalisten Luca Santangelo, wird des Mordes verdächtigt. Mit seiner Freundin Guilia unternimmt er nachts eine Spritztour zur Insel Mozia, wo sich ein archäologisches Museum befindet. Diego findet die Leiche von Giacomo Leoni, ein Studienkollege von ihm. Gleichzeitig wurde der Jüngling von Mozia, eine phönizische Statue, gestohlen. Diego wird des Mordes verdächtigt und Luca bringt sich als Privatermittler ein. Auch sein Freund Silvio unterstützt ihn, doch er kommt wenig später bei einem Autounfall ums Leben. Jetzt wird klar, hier will jemand irgendetwas geheim halten und dazu ist ihm jedes Mittel recht.



"Sizilianische Rache" ist bereits der zweite Band der Reihe um den Ermittler Luca Santangelo. Auch wenn ich den ersten Teil nicht kenne, war ich sofort mitten im Geschehen und hatte keine Verständnisprobleme. Es gibt allerdings einige Handlungsstränge, die verschiedene Familien beschreiben und auch weit in die Vergangenheit ins Jahr 1914 hineinreichen. Hier muss man die Personen für sich etwas ordnen und bekommt im Verlauf der Lektüre einen umfassenden Überblick.

Luca Santangelo ist eigentlich Journalist, doch jetzt geht es um seinen Sohn und er versucht, entlastende Beweise in diesem Mordfall zu suchen. Luca wirkt recht sympathisch, hat eine intelligente und einnehmende Lebensgefährtin, Ada, und ist froh, wenn ihn seine Ex-Frau, eine ziemlich schwierige Person, in Ruhe lässt. Es beginnt eine aufregende Suche nach dem richtigen Mörder. Luca kennt keine Berührungsängste und fühlt den Leuten auf den Zahn, ungeachtet ihrer Stellung oder ihres Gebahrens.

Ann Baiano merkt man ihre Vorliebe zu Sizilien direkt beim Lesen an. Sie lässt uns teilhaben an der sommerlichen Atmosphäre dieser schönen Landschaft, aber auch an der besonderen Lebensart der Sizilianer. Man fährt Motorroller, trinkt Espresso und Marsala, isst Antipasti und entgeht der mittäglichen Hitze bei einer Siesta. Wir erleben in beschreibenden Rückblenden wie hier an der Küste schon seit Generationen der Thunfischfang durchgeführt wurde und erfahren wie dieser früher die größte Einkommensquelle darstellte.

Ann Baiano schreibt wunderbar flüssig und entspannend, ohne dass die Krimispannung leidet. Außerdem ist die Geschichte Siziliens und insbesondere der Thunfischfang absolut bildhaft dargestellt. Sie zeigt sehr anschaulich die alte Tradition des Thunfischfangs, Mattanza genannt und führt den Leser außerdem ein in eine sagenhafte Welt alter phönizischer Gottheiten und abergläubischer Sagen.

Das ist nicht immer einfach zu verstehen, gerade die personellen und inhaltlichen Verknüpfungen zwischen früher und heute muss man erst mal begreifen. Sehr besonders sind ihre gut gezeichneten Charakterbeschreibungen, die sie mit Eigenarten, speziellen Wünschen und Lebensvorstellungen ausstattet und die regelrecht zu leben scheinen. Diese Wünsche bringen Menschen mitunter dazu, kriminelle Taten zu begehen, wie Luca Santangelo schliesslich feststellt.


Mich hat dieser vielschichtige Kriminalroman mit seiner spannenden Handlung und mit den sizilianischen Flair mitgenommen und mit der Mattanza, der alten Form des Thunfischfangs, gut unterhalten.

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Tags: archäologie, krimi, sizilien   (3)
 
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