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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

krieg, vergebung, hamburg, streit, geheimnis

Gestorben wird immer

Alexandra Fröhlich , Keil & Keil
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.10.2016
ISBN 9783328100010
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: familienroman, geheimnis, streit, vergebung   (4)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kinderbuch, elternliebe, adoption, bilderbuch, tierwelt

Der Findefuchs

Irina Korschunow , Reinhard Michl
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423761475
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Irina Korschunows" bebildertes Kinderbuch "Der Findefuchs" erschien 1986 im "DTV". Meine Ausgabe stammt aus 2002 und ist bereits die 25. Auflage. Ein Kinderbuchklassiker, der sich wohl noch lange seinen Platz behaupten wird.

Ein kleiner Fuchs hat durch einen Jäger seine Mutter verloren, er liegt einsam in einem Gebüsch, als eine vorbeistreifende Füchsin ihn entdeckt. Sie hat selbst drei Fuchskinder, die noch gesäugt werden und ihr Mutterinstinkt lässt sie auch noch diesen Fuchs annehmen.


Diese Geschichte ist liebevoll illustriert und für Erstleser extra in großer Druckschrift verfasst.
Der Text ist recht einfach gehalten, Kinder werden hier keine Verständnisschwierigkeiten haben und die Situationen klar erfassen.

Beim Lesen wird man schnell von der Handlung eingenommen und erkennt die Gefühle der Fuchsmutter für den kleinen Fuchs sofort. Trotz ihrer eigenen drei Kinder säugt sie den elternlosen Kleinen, nimmt ihn mit sich und begibt sich dadurch auch in Abenteuer und Gefahr. Denn unterwegs begegnet sie einem bissigen Jagdhund, einem gefrässigen Dachs und einer kinderlosen Füchsin.

Für Kinder ist diese Geschichte wunderbar von der Tierwelt auf ihre eigene Welt übertragbar. Sie sehen die bedingungslose Liebe einer Mutter für ihre Kinder, egal ob leiblich oder nicht.
Eine gute Möglichkeit, dass Kinder sich mit dem Begriff Familie mal auseinandersetzen und erkennen, dass nicht nur echte Blutsverwandtschaft dazu gehören muss. Hier geht es um die Liebe einer Mutter, um emotionale Nähe, tiefes Vertrauen, bedingungsloses Sorgen und wie jemand einem ans Herz wachsen kann.
Eventuell auch für adoptierte Kinder ein vorsichtiges Herantasten an die eigene Situation.

Dieses Kinderbuch ist ein Klassiker und wird es wohl auch noch lange bleiben. Diese Geschichte ist so anrührend und gleichzeitig so deutlich geschrieben, dass Kinder schon ab 4 Jahren dazu Zugang finden.
 

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Tags: adoption, bilderbuch, elternliebe, kinderbuch, tierwelt   (5)
 

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64 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

glück, scheidung, liebe, venedig, therapeutin

Glück ist nichts für schwache Nerven

Theresia Graw
Flexibler Einband: 442 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.02.2015
ISBN 9783442383252
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags: glück, reise, scheidung   (3)
 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

spanien, gastarbeiter, 2. weltkrieg, massengrab, roman

Blutorangen

Verena Boos
Fester Einband: 411 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 09.03.2015
ISBN 9783351035945
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: 2. weltkrieg, gastarbeiter, massengrab, roman, spanien   (5)
 

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3 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

krimi, leseexemplar, anti-terror-übung

Bayerisches Roulette

Dinesh Bauer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.02.2017
ISBN 9783746632575
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: anti-terror-übung, krimi, leseexemplar   (3)
 

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

neuanfang, roman, rosengarten, jacobsen

Ein Sommer im Rosenhaus

Nele Jacobsen
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.02.2017
ISBN 9783746632629
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags: neuanfang, roman, rosengarten   (3)
 

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

neuanfang, trennung, roman, liebeskummer

Nach ihm die Sintflut

Jule Maiwald
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 16.12.2016
ISBN 9783499272332
Genre: Humor

Rezension:

Der Roman "*Nach ihm die Sintflut*" stammt von "*Jule Maiwald*", dem Pseudonym für zwei Hamburger Journalistinnen, die ihre Trennungs-Erfahrungen in diesem Roman humorvoll zum Besten geben. Das Buch erscheint im "*Rowohlt Verlag*".

Kurz vor ihrem 40. Geburtstag begeht Anne mit ihren Freundinnen symbolisch die Beerdigung ihres Mannes Richard. Diese
Veranstaltung beendet endlich ihre Schockstarre. In Wahrheit lebt Richard nämlich noch und das mit seiner neuen Flamme. Nun steht Anne mit ihrer Tochter Maya vor der Job- und Wohnungssuche. Doch sie ist nicht allein, denn ihre lebensfreudige und unkonventionell denkende Tante Martha und ihre Freundinnen halten zu ihr und gemeinsam erleben sie viel aufregende Momente.


"Ich halte es darum mit meinem Lieblingsfriseur, der sagt: "Männer sind wie Frisuren. Wechsle sie, bevor sie tun, was sie wollen, ihre Form verlieren oder langweilig werden." Zitat aus dem Getzwitscher von Tante Martha, Seite 34.

Dieser Frauenroman ist wunderbar unterhaltsam, so lustig und voller skurriler Einfälle und Erlebnisse, dass man wohl keine akute Trennung darüber vergisst, aber doch wenigstens mal wieder richtig lachen kann.

Im Mittelpunkt steht Anne, die ihrem Mann Richard jahrelang als Lektorin bei seinen Arztromanen im Groschenheftchenniveau geholfen hat. Nun wird sie wie in seiner Serie einfach gegen eine jüngere Frau ausgetauscht, Unterhaltszahlungen soll es laut Richard nicht geben. Doch dank ihrer Tante Martha, eine unkonventionelle Frau mit Lebenslust und einer Menge Lebensweisheiten, bekommt sie wenigstens eine neue Bleibe. Die muss sie sich aber mit Felix teilen, dem Sohn von Marthas Freund. Anfangs mögen sich die beiden überhaupt nicht, doch sie gewöhnen sich aneinander.

Anne gründet eine neue Firma, Ex und Hopp, die sich auf Abschiedsevents aufgrund von Trennungen spezialisiert. Schliesslich hat sie selbst die reinigende Erfahrung durch die symbolische Beerdigung ihres Richards gemacht. Die Idee scheint für viele Frauen eine willkommene Verabschiedung zu sein und die Aufträge gehen zahlreich ein. Beruflich geht es also schnell aufwärts und der Rubel rollt.

Kurz gesagt: Anne kommt wieder mitten im Leben an, hat wieder neben Arbeit und Wohnung auch Spaß und lernt neue Männer kennen. Es ist eine Trennungsgeschichte, die mit einer erfolgreichen Neufindung weiter geht und mit einer Liebesgeschichte endet. Eigentlich eine recht vorhersehbare Angelegenheit, aber dank der lustigen Ideen, unterhaltsamen Dialoge und Wortgefechte hat man mit diesem Buch so seinen Spaß.
Sicherlich ist es nicht nur Annes Selbstfindung zu verdanken, dass sie so gut über ihre Trennung hinweg kommt und beruflichen Erfolg verbuchen kann. Dazu nimmt sie wie selbstverständlich die Hilfe ihrer Tante und ihrer Freundinnen dankbar an. Das kann man ihr allerdings auch nicht verdenken, solche Beziehungen und Freunde braucht man in Phasen von Verunsicherung und zerstörten Gefühlen. Ein wenig Schicksal ist natürlich auch dabei, nicht umsonst spielt der Zufall ihr zu dem Haus auch noch einen neuen Mann zu.
Doch das stört wie gesagt alles gar nicht, wichtig ist die gute Unterhaltung, die dieses Buch mit sich bringt. Es zeigt auch, dass man die Hoffnung auf eine positive Entwicklung im Leben nie aufgeben sollte, schon gar nicht in Krisensituationen.

Ein Buch, dass das Thema Trennungen absolut charmant umsetzt und dabei eine locker und amüsante Unterhaltung mit einer Prise Hamburger Lokalkolorit bereithält.

  (83)
Tags: liebeskummer, neuanfang, roman, trennung   (4)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

nudeln, kochbuch, sebastian dickhaut, internationale gerichte, nudelgerichte

JETZT! Nudeln

Sebastian Dickhaut
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Südwest, 30.03.2015
ISBN 9783517093581
Genre: Sachbücher

Rezension:

"*Sebastian Dickhaut*" ist Autor, Koch und Journalist und hat das Buch "*JETZT! Nudeln*" geschrieben. Der Untertitel heißt Internationale Rezepte, das Kochbuch erscheint seit 2015 im "*Südwest Verlag*".

Dieses Buch habe ich im Buchladen gesehen, kurz durchgeblättert und dann sofort Hunger bekommen. Nudeln sind einfach Soulfood und dürfen in keiner Küche fehlen. Deswegen sind sie auch so international.
Das Basiswissen und die Vielzahl der Rezepte gefallen mir hier ganz besonders gut, auch die hervorragenden Fotos und das Layout sind super. Nur der Rezeptaufbau hätte etwas übersichtlicher gestaltet werden können, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Denn wenn man sich häufiger mit dem Buch beschäftigt, wird man sich am Register orientieren und dort nach geeigneten Rezepten suchen.

Es geht los mit "Allerlei von der Nudel", spezielle Kochzeiten und Saucen und zwischendurch immer mal wieder die Info-Rubrik "Tante Erika rät". Das Buch teilt von Anfang an Grundwissen mit und führt in den speziellen Rezepten dann höhere Standards und Schwierigkeitsstufen ein.

Die Kapitel heißen:
- Nudeln pur
- Nudeln mit viel Sauce
- Nudeln aus der Pfanne
- Nudeln aus dem Ofen
- Nudeln in Salaten und Suppen
- Speisekammer

Hier möchte ich nicht zu sehr auf die einzelnen Abschnitte eingehen, sondern eher die Besonderheiten dieser Nudelvielfalt hervorstellen.
Es geht los mit verschiedenen Pestos, selbstgemachten Eiernudeln und Sugos, bei denen mir das Möhren-Sugo richtig gut geschmeckt hat.

Die Idee der One-Pot-Pasta kenne ich bereits, hier gibt es einige Varianten, die mit Tomaten und Spargel ist für mich der Hit.

In einem Basiswissenbuch dürfen natürlich Spaghetti Bolognese nicht fehlen, ich finde auch die Spaghetti in Lauch-Lachs-Sauce lecker.
Wer einmal Spätzle selbstgemacht hat, weiß, wie gut die schmecken können. Natürlich werden hier die berühmten Kässpatzn vorgestellt, aber auch eine süße Variante ist vertreten.

Bei den Nudeln aus der Pfanne sind meine Favoriten die Holsteiner Rühreinudeln mit Nordseekrabben und die Rahmspinatnudeln mit Käse klingen auch sehr lecker. Oder vielleicht doch eher die gebratenen Reisnudeln mit Garnelen? Man kann sich kaum entscheiden!
Exotisch sind die Nudeltempura mit Meeresfrüchten oder Bami Goreng.

Beim Thema Schupfnudeln gibt es sie typisch mit Kraut und Speck, aber auch süss mit Mohn und Puderzucker und auch noch mit Wirsing und Nüssen.

Das Kapitel Nudeln aus dem Ofen liebe ich besonders. Hier stehen Canneloni mit Ricotta und Spinat, Lasagne, Mac and Cheese und sogar Muffins auf dem Plan. Den Nudelauflauf mit Tomaten und Speck mache ich schon seit Jahren fast genau wie das angebene Rezept, sozusagen unser Hausklassiker von Muttern an. Ist immer wieder gut.

Weiter geht es mit Gnocchi und Salat- und Suppennudeln.
Bei den fixen Suppen sind Tortellini in brodo mein Hit. Ein geniales Rezept, schnell, lecker und total einfach.

Bei den asiatischen Suppen und Nudeln sieht das Singapore Laksa total lecker aus: Mit Garnelen, Currypaste, Hähnchenbrust und Kokosmilch, sowie asiatischen Weizennudeln.


Die sogenannte Speisekammer ist eine Warenkunde über die verschiedenen Nudeln, 22 Seiten lang und endlich mal alle zusammengefasst. Bei den jeweiligen Nudeln findet man die im Buch zugehörigen Rezepte. Diesen Teil hätte ich mir eher am Anfang des Buches gewünscht.

Ein dreiteiliges Register und ein Nachwort des Autors beschliessen dieses tolle Nudelkochbuch. Die Rezepte sind im Register wie folgt sortiert:
- Rezeptregister A-Z
- Nudelsortenregister
- Zutatenregister

Alles in allem ein wunderbares Buch über Basiswissen, spezielle internationale Rezepte besonders aus dem asiatischen Raum und mit diversen Tipps und Kniffen versehen, die von Bechamel Sauce bis Kalbsleber braten reichen und für jeden Hobbykoch oder auch die erfahrene Hausfrau mit Küchenwissen aufbauen.
Es gibt jetzt Pasta, basta! :-)

  (67)
Tags: kochbuch, lecker, nudeln   (3)
 

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31 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

normandie, schriftsteller, krimi, patisserie, krimi-reihe

Bitterer Calvados

Catherine Simon
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.01.2017
ISBN 9783442485406
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Normandie-Krimi "*Bitterer Calvados*" ist der dritte Fall für Kommissar Leblanc aus der Feder der Autorin "*Catherine Simon*" alias Sabine Grimkowski. Die Krimireihe erscheint im "*Goldmann Verlag*".

In Deauville zieht das Krimi-Festival "Mord am Meer" viele Besucher an. Sogar der gut aussehende Bestsellerautor Jean-Paul Picard hält eine Lesung und lockt damit etliche weibliche Fans an. Doch am nächsten Morgen findet man JPP tot in seiner Hotelsuite, sein letzter Calvados enthielt Zyankali. Mord oder Selbstmord? Kommissar Leblanc ermittelt in einem Umfeld von neidischen Autoren, geldgierigen Verlegern und den zahlreichen Geliebten des Autors. 


"Wissen sie, vorstellen kann ich mir viel, ich bin Schriftsteller, die Fantasie ist mein Beruf. Aber in Wirklichkeit einen Mord begehen? Der Hass müsste so groß sein, dass er jede Moral außer Kraft setzt." Zitat Seite 125

In diesem Krimi verschmelzen Literaturszene, Landschaft der Normandie, Esskultur und ein ruhig und besonnen ermittelnder Kommissar zu einem tollen Ganzen!

Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich kann der Handlung auch ohne Vorkenntnisse wunderbar folgen.

Leblanc findet schnell heraus, dass JPP nicht der perfekte Mensch war, für den ihn seine Fans hielten. Er war absolut narzisstisch, rücksichtslos und zudem unfähig, persönliche Bindungen aufzubauen. Geliebte kamen und gingen und wurden nur ausgenutzt.
Bei der ausführlichen polizeilichen Ermittlung geht Leblanc jeder noch so kleinen Spur nach und findet lange Zeit nichts. Das führt auch beim Leser zu einem spannenden Mitraten und allerlei Mutmassungen.

Inhaltlich wird die Literaturszene näher beleuchtet. Man erfährt, wie Bestsellerautoren aufgebaut werden und welche Konkurrenz die Bücherbranche umtreibt. Aber auch gesellschaftskritische Themen wie Polygamie oder die Problematik durch ausbeutendes Verhalten von Großkonzernen in Afrika werden inhaltlich gut mit eingebunden.
 
 
Bei diesem Krimi gibt es eine ausgewogene Mischung zwischen den Ermittlungen im Mordfall und dem Pivatleben des Kommissars. Auch wenn mir Jacques Leblanc nicht unbedingt sympathisch ist, so hat er doch eine ruhige Art, die mir gefällt. Meine Heldin ist auf jeden Fall Nadine, seine Assistentin. Sie findet bei Befragungen stets den richtigen Ton, kann sich auf die Personen einstellen und durchschaut ihren Chef wie keine andere Frau. Denn der lässt sich nur zu schnell von Frauen ablenken und einwickeln. Leblanc befindet sich in einer Midlife-Crisis und verliebt sich in eine blutjunge Frau. Nur seine Liebe zum Essen stellt fast die Liebe zu den Frauen in den Schatten. In diesem Krimi wird mit vielen köstlichen Gerichten und Produkten der der Patisserie die Esskultur der Normandie vorgestellt und das passt gut zu den landschaftlichen Beschreibungen der Gegend und der einzigartigen Stimmung dort am Meer. Catherine Simon kennt sich vor Ort gut aus und vermag dieses Flair bildhaft deutlich werden zu lassen. Ihr Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Hier wird ganz ohne großes Blutvergiessen und Brutalität eine Krimihandlung beschrieben, die mit liebevoll ausgeschmückten Details nicht nur die Szenerie der Normandie ins rechte Licht rückt, sondern auch eine fesselnde Ermittlung in den Mittelpunkt stellt.
 
Ein wunderbar entschleunigter Krimi mit dem Flair der Normandie und einer fesselnden verzwickten Ermittlung um einen Krimiautor. Absolut mein Geschmack!
 

 

  (85)
Tags: autor, krimi, normandie, patisserie   (4)
 

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krimi, 1920er jahre, berlin, 2017, 20. jahrhundert

Noble Gesellschaft

Joan Weng
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632766
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"*Joan Weng*" beschreibt mit ihrem Krimi "*Noble Gesellschaft*" das Berlin der Goldenen Zwanziger. Es ist der zweite Teil einer Reihe, die mit "*Feine Leute*" im "*Aufbau Verlag*" gestartet ist.

Carl von Bäumer, Starschauspieler der UFA, erfährt von einem Bekannten, dass ein Dienstmädchen verschwunden ist. Dieser Bekannte ist am nächsten Tag tot, Selbstmord oder nicht, das muss noch geklärt werden. Carls Lebensgefährte ist der Kommissar Paul Genzer und muss sich beruflich diesem Fall widmen, Carl glaubt nicht an einen Selbstmord und so ermitteln beide für diesen Fall.
Die Gesellschaft der Zwanziger Jahre ist sehr speziell, es gibt persönliche Rache, Edelsteinschmuggel und einige Liebschaften in Berlins High Society, die man nicht gleich auf Anhieb durchschauen kann.

 
Bei diesem Krimi habe ich auf einen spannenden Krimi gehofft, der mich mit der Stimmung direkt in die "Roaring Twenties" in Berlin versetzt. Das ist der Autorin zum Teil gelungen, aber eben nicht ganz.
Die Gesellschaft wird in drei unterschiedliche Stufen von der Begrifflichkeit "Nobel" her unterteilt. Nobel, nicht so nobel und gar nicht nobel. Dabei zieht sich durch alle Schichten ein Ballast von ungeahnten Seitensprüngen, Kleinkriminalität, Drogenkonsum und Schmuggel. Es wird aber auch deutlich, wie abhängig die ärmere Bevölkerung als dienstbare Geister, Köchinnen, Tippfräulein oder auch Stricherjungen von den Reichen waren und nur durch diese spezielle Tätigkeit ihr Auskommen fanden. Auf der einen Seite gab es Kokain, auf der anderen Seite fehlte es sogar an Lebensmitteln. Daher ist es nicht verwunderlich, wie sich hier ungeahnte Abhängigkeiten entwickeln konnten, auch in sexueller Hinsicht.

In Berlin scheint zu dieser Zeit die homosexuelle Szene trotz Unzuchtsparagraf richtig en vogue gewesen zu sein. Ob Straßenstrich oder in der Künstlerszene, es war scheinbar angesagt. Hier sind die Hauptprotagonisten Carl und Paul als Vorzeigepärchen in ihrem Zusammenleben gut dargestellt. Gefallen hat mir auch der eingebrachte Berliner Dialekt einiger Dienstmädchen und Angestellter, durch sie konnte man die berühmte Berliner Luft verspüren.

Die Krimihandlung geht bei diesen personellen Verstrickungen eher eine Nebenrolle ein. Man hat als Leser auch durch die vielen Personen nicht so recht die Chance, selbst wirklich den Täter erraten zu können. Zu häufig ändern sich die Konstellationen, es gibt Verwicklungen, die man überraschend zur Kenntnis nimmt, aber nicht richtig einschätzen kann.
Mir ist auch immer noch nicht ersichtlich, wie es der 22jährige Schauspieler Carl schafft, als Detektiv sich in die Ermittlung einzubringen. Wer erzählt
 
Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Stimmungen des damaligen Zeitgeistes werden klar geschildert und das Buch liest sich gut, man hat das Gefühl in die Zeit eintauchen zu können. Lediglich die Redewendung: "...das sei nicht so seins.", fällt wohl eher in die heutige Zeit.

In Joan Wengs Kriminalroman stehen eher die Figuren und ihre etlichen Liebschaften im Vordergrund, die Tätersuche kommt erst an zweiter Stelle. Hier hat mir definitiv die typische Ermittlertätigkeit gefehlt. Ich hatte auch ein Problem mit den vielen Beziehungen, die ich trotz eines beigefügten Personenregisters nicht jeweils mit einem speziellen "Gesicht" vor Augen hatte.
 
Unbegreiflich ist für mich auch die Tatsache, dass Carl in den Hinterlassenschaften einer Katze auf Anhieb erkennt, dort einen echten Rubin vor sich zu haben und diesen dann noch dem russischen Zarenschatz zuorden kann. Er ist ja weder Juwelier, noch Edelsteinexperte des Zarenhofes!

Als spannender Krimi ist dieses Buch vielleicht eher zweitrangig zu sehen, als lesenswerter Ausflug ins Berlin der Goldenen Zwanziger Jahre aber durchaus interessant geschrieben.

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Tags: 1920er jahre, berlin, krimi, ufa   (4)
 

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29 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

mord, detektiv, autorin, krimi, lesereise

Lesereise in den Tod

Jürgen Schmidt
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 19.01.2017
ISBN 9783958130807
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"*Lesereise in den Tod*" ist nach einigen Romanen der erste Krimi des Autors "*Jürgen Schmidt*", den er gleich in seiner Heimat Bad Münstereifel ansiedelt. Das Buch erscheint 2017 im "*Edition Oberkassel Verlag*".


Mona de la Mare ist eine junge unbekannte Autorin, die alles dransetzt, berühmt zu werden. Sie wählt diesen klanghaften Namen, der an einen früheren englischen Autoren erinnern soll und plant ihre Leserreise zu ihrem Buch "Passwort Hurensohn", um endlich ihren Durchbruch im Buchgeschäft zu erreichen. Doch ihre Tour endet bevor sie groß durchstarten kann, in Bad Münstereifel wird sie ermordet aufgefunden.


In diesem Krimi ermittelt der Privatdetektiv und das ermöglicht eine Sichtweise, die manchem Polizisten verwehrt ist. Dank Mückes umgänglicher Art, kommt er den Befragten auf Augenhöhe entgegen, trinkt schon mal mit ihnen einen über den Durst und flunkert was das Zeug hält, nur um ihnen Informationen oder die Wahrheit zu entlocken. Hier fehlt die autoritäre Distanz, die sich automatisch Polizeibeamten gegenüber einstellt. Außerdem ist Andreas Mücke ein Mensch, der relativ normal wirkt, dank zwei geschiedener Ehen mit zwei Kindern typische Alltagssorgen hat und hart für sein Geld arbeiten muss. Da kommt ihm dieser Job wie gerufen.
Bei diesem Krimi hat man das Gefühl, gemeinsam mit Mücke den Gegebenheiten auf den Grund zu gehen und ihm beim Ermitteln über die Schulter zu schauen. Man erlebt sein Agieren stets hautnah mit. Ob er nun in eine Prügelei verwickelt wird, auf Sauftour ist oder wie ein Frischverliebter seine Frauenschwärmereien pflegt, die für Privatermittler ja schon fast ein echtes Klischee bedeuten, als Leser ist man einfach mit dabei. 

Was er über die "Möchte-gern-Autorin" Mona de la Mare ausgräbt, führt den Leser tief ins Selfpublishing Geschäft und zeigt, wie unbekannte Autoren sich abstrampeln müssen, um in diesem Metier Erfolg zu haben. Auch diese Einblicke geben diesem Krimis einen besonderen Reiz.

Aber auch Mückes Stadtführungswissen hat mich beeindruckt. Wer sich in dieser Gegend auskennt, fühlt sich sicher gleich heimisch. Der Lokalkolorit flammt hier und da wieder auf und man hat die Orte gut vor Augen.

Das einzige Problem hatte ich mit dem Täter, auch ihn begleitet man gedanklich und möchte gern seine Beweggründe nachvollziehen. Er kommt wie ein Phantom daher und hier hätte ich mir am Ende noch ein paar abschließende Erklärungen gewünscht.

Dieser Krimi hat mich mit einigen Wendungen überrascht und bis zum Schluss gut unterhalten. Den unflätigen Männerjargon muss man zuweilen aushalten können, ansonsten siegt hier mal wieder ein Privatdetektiv über die Polizei. Matulla lässt grüßen!

 

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Tags: autorin, karriere, krimi, lesereise   (4)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

pasta, nudeln, kochen, pastagerichte, kochbuch

Mia liebt Pasta

Mirja Hoechst
Fester Einband
Erschienen bei Jan Thorbecke Verlag, 09.01.2017
ISBN 9783799510752
Genre: Sachbücher

Rezension:

"*Mia liebt Pasta*" ist das neue Kochbuch von Bloggerin "*Mirja Hoechst*" speziell für Pasta-Fans. Das Kochbuch kostet 20,00 Euro und erscheint 2017 im "*Jan Thorbecke Verlag*".

Mia ist gelernte Fotografin und besitzt seit Anfang 2012 ihren Blog »Kuechenchaotin«, auf dem sie viele kulinarische Ideen vorstellt.
Sie liebt Pasta und hat ihre Vorliebe in diesem Buch mit sehr viel Herzblut ausgetobt.

Dieses Kochbuch ist handlich, gut strukturiert und übersichtlich gemacht und sieht einfach toll aus. Besonders die ganzseitigen Fotos sind sehr gelungen und die Gerichte sind sehr farbenfroh und appetitanregend in Szene gesetzt.

Mia ist Vegetarierin und so finden sich ihrem Buch auch nicht die üblichen Spaghetti-Bolognese wieder, doch sie stellt mehr als 50 kreative Rezeptideen für Nudelliebhaber vor, die für jeden Geschmack auch für Anfänger-Köche etwas bieten.
Als Einführung zählt Mia das allgemein nötige Handwerkszeug für die Nudelküche auf, kommt dann aber schnell zu drei Rezepten für Pastateig, auch ein glutenfreier ist mit dabei, und schlägt dann die Möglichkeiten selbst gefärbter Pasta vor.
Unter dem Titel 4 Grundsaucen stellt sie Tomaten-, Kräuter-Sahne-, Käse- Sauce und Aglio Olio e Pereroncino vor.
Damit hat man eigentlich schon mal einen soliden Grundstock für verschiedenste Gerichte geschaffen. Doch damit nicht genug, es folgen vier Vorschläge für verschiedene Pesto-Varianten (rot, grün, Pilz und Walnuss).

Nun folgen die einzelnen Kapitel:

Unter "Gekocht":
Hier finden sich diverse leckere Rezepte, mir gefallen besonders die Erdnuss-Pasta, die Nudelsuppe Thai-Style und Pasta Salvia. Doch unter diesem Kapitel werden auch Gemüse-Nudeln vorgestellt, wie die Zucchini-Nudeln mit Avocadosauce und die Rote Bete Pasta. Das ist ein neuer Trend, der knallbunt ist und nicht nur toll aussieht, sondern noch sehr viele Vitamine besitzt und super schmeckt. Nicht unbedingt die übliche Form von Nudeln, aber dafür mal etwas Neues.

Unter "Gefüllt":
Dieses Kapitel enthält Ravioli, Kartoffelmaultaschen, Nudelsäckchen und Tortellini und Mia gibt Vorschläge für diverse Füllungen und macht Mut, es selbst einmal zu versuchen. Allen Ängsten zum Trotz!
Mich spricht geschmacklich die Offene Lasagne mit Pfifferlingen am meisten an.

Unter "Gebacken":
Hier verbergen sich Muschelnudeln, Pastaauflauf, die TexMex Nudel-Frittata und sogar eine Lasagne mit Ziegenkäse. Aber auch die Auberginen-Cannelloni nach Low Carb Art sehen verführerisch aus.

Unter "Gekühlt":
Mia stellt einen Sommerpasta-Salat mit Zucchini vor, einen Nudelsalat mit Blumenkohl,  und verändert die italienische Standard Caprese ebenfalls zu einem leichten Nudelsalat.
Bei diesem Kapitel habe ich den Reisnudelsalat mit Mango und Paprika näher ins Auge gefasst und kann ihn mir im Sommer sehr erfrischend fruchtig vorstellen.

Unter "Gesüßt":
Wer kennt Schoko-Ravioli? Nun wer Mias Kochbuch besitzt, kann damit durchaus etwas anfangen. Dieses Rezept ist innovativ und ganz für den süßen Gaumen gemacht. Doch auch Milchnudeln mit Zucker und Zimt als Variante vom üblichen Milchreis sind nicht zu verachten. Etwas zeitaufwändiger ist die Zubereitung der süßen Lasagne mit Mangokompott, aber auch diese ist mit genügend Eifer kein Hexenwerk und zaubert ein hübsches Dessert. 


Bei diesem Buch merkt man Mia ihr Herzblut deutlich an, ihre Rezepte klingen nicht nur lecker, sondern scheinen auch leicht nachkochbar zu sein. Die Anweisungen sind klar und einfach und mehr als 5 Arbeitsschritte gibt es selten. Sie macht Mut zum Nachkochen und stellt selbst die Nudelmaschine als ersetzbar durch Armkraft und Nudelholz dar. Damit animiert sie sicherlich auch Anfänger und in erster Linie kleine und große Pasta-Fans.

Es ist eine Sammlung von schönen und einfachen Trendrezepten mit viel Gemüse, die sicherlich auch Anfänger große Freude bereiten und gut schmecken.

  (87)
Tags: kochen, pasta   (2)
 

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46 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

spreewald, erntehelfer, krimi, gurkenbauern, rumänien

Spreewaldtod

Christiane Dieckerhoff
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548287614
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Krimi "*Spreewaldtod*" ist der 2. Fall für Klaudia Wagner von Autorin "*Christiane Dieckerhoff*" und erscheint 2017 im "*Ullstein Verlag*".

Als im Spreewald ein junger rumänischer Erntehelfer erschlagen aufgefunden wird, vermutet man dahinter zunächst einen ausländerfeindlichen Hintergrund. Schliesslich wurde er zuletzt bei einer Prügelei mit Ortsansässigen gesehen. Klaudia Wagner macht sich gemeinsam mit ihrem verhassten Kollegen Demel an die Ermittlungen. Der Fall führt sie inmitten von Gurkenbauern und auch unter den Erntehelfern war nicht alles problemlos wie es auf den ersten Blick den Anschein hat.


Dieses ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss sagen, auch wenn mir der Erzählstil und die sehr detailgetreue, bildhaft schöne Beschreibung der Landschaft und Flussansichten absolut gefallen hat, so hatte ich doch meine Probleme mit den personellen Verknüpfungen der Kommissarin Klaudia. Scheinbar fehlen mir Informationen aus dem Vorgängerband, die Klaudias gesundheitliche Probleme mit Tinnitus und zeitweiligen Angstattacken für mich nachvollziehbar machen.

Dennoch konnte ich schnell in die Handlung eintauchen, die Ermittlungen erfolgen nicht von Schreibtisch aus, sondern bei den Befragungen gehen die Ermittler direkt vor Ort und lernen so das Umfeld der Zeugen und Anwohner kennen. Das ist auch im Sinne des Lesers. Klaudia hat sich nach ihrem Wechsel vom Ruhrpott ins beschauliche Lübbenau langsam an ihr Umfeld gewöhnt, Freunde hat sie nur wenige und so freut man sich, dass sie mit ihrem anfangs verhassten Kollegen Demel zusammen arbeitet und sie sich immer mehr aneinander gewöhnen. Gemeinsam wachsen sie zu einem Team zusammen und unterstützen sich gegenseitig.

Die Handlung verläuft eher ruhig, die Beziehungen der Beteiligten sind ziemlich undurchsichtig, es ist Korruption im Spiel und auch die Situation unter den rumänischen Erntehelfern ist nicht eindeutig.

Als ein weiteres Opfer erschossen wird, wird die Tätersuche immer brisanter. Ein Mitraten wurde für mich erschwert, denn ich hatte lange Zeit die Personen nicht alle vor Augen. Als dann auch noch von oben herab bestimmte Personen polizeilich nicht näher befragt werden durften, konnte ich mir lange keinen Reim darauf machen. Solche Inhalte erschweren das Verständnis und hindern leider den Spannungsaufbau.

Der Krimi lässt inhaltlich gesehen noch offene Ansätze für eine Weiterführung der Reihe auf die man gespannt sein kann. Wer den Spreewald kennt, wird sich in diesem Krimi gut zurechtfinden und besonders die Gurkenverarbeitung wird gut vorgestellt. Ansonsten hätte ein wenig mehr Spannung dem Krimi gut getan.
 

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Tags: erntehelfer, krimi, spreewald   (3)
 

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(34)

59 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

krimi, münchen, giesing, bayern, serie

Zapfig

Felicitas Gruber
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.02.2017
ISBN 9783453358515
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 

Mit ihrem Lokalkrimi "*Zapfig*" haben die Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch unter dem Pseudonym "*Felicitas Gruber*"den vierten Teil ihrer Krimireihe um die Pathologin Sofie Rosenhuth geschrieben. Der Band erscheint 2017 im "*Diana Verlag*".

Hinter der glänzenden Fassade der Giesinger Privatbrauerei Rößlbier gibt es Probleme. Uschi Roßhaupter führt hier das Kommando und ihr Sohn Tobias folgt ihr brav. Nur bei seinen Frauengeschichten hat sie nichts mitzureden. Er will heiraten, leider verstirbt seine Braut Nathalie noch vor der Trauung.  Die Leiche der jungen Frau landet auf dem Seziertisch von Dr. Sofie Rosenhuth und was sie dort entdeckt, wirft ein ganz anderes Licht auf den Fall. Ehe die Ermittlungen jedoch richtig laufen, gibt die Geschäftsfrau Uschi jedoch schon die nächste Leiche ab, sie endet ertrunken im Braukessel.

Diese Krimireihe fällt besonders auf durch interessante Einblicke in Sofies pathologische Arbeit, ihr privates vertracktes Liebesleben und den Münchner Lokalkolorit, der dieses Mal auf Wohnungssuche in einige Münchner Stadtteile führt und diese näher vorstellt. 

Sofie kommt auch in diesem Buch wieder als leicht chaotisches Vollweib daher, privat hat sie so ihre Probleme mit der Hausarbeit, auch Kochen ist nicht ihr Ding, dafür isst sie umso lieber. Beruflich jedoch kann man ihr nichts vormachen, dort ist sie bisher noch jedem Verbrechen auf die Schliche gekommen, irgendeine Unstimmigkeit im menschlichen Körper ihrer Leiche gibt ihr den Blick auf den Tathergang frei. Ihre Beziehung zu ihrem früheren Ex Joe ist wieder aufgeflammt, aber auch hier läuft es nicht unbedingt reibungslos.

Zum aktuellen Fall im Braugewerbe wird sozusagen als aktuellen Bezug das Thema Flüchtlinge durch den jungen Syrer Faris eingebaut, dem Gewalt angetan wurde. Er ergänzt die alte Riege an Figuren und eine neue Person.

Die Charaktere sind mal wieder lebensecht und sympathisch beschrieben, ein wenig klischeehaft natürlich besonders Dr. Elke Falk und Sektionsgehilfe Spike, der während seiner Arbeit seiner Musikleidenschaft frönt und die ganze Bandbreite zwischen Klassik und Pop abspielt. Gerade die Einblicke in die rechtsmedizinischen Besonderheiten finde ich immer sehr interessant, hier bringt die fachkundige Beratung durch einen Rechtsmediziner die Autorinnen ins Bild und sie geben im Buch den ungeschönten Blick auf den Seziertisch frei. 

Auch dieses Mal sorgen eine Menge Charme von Tante Vroni und Charly, etwas Witz über die eiskalte Falk und ein flotter Erzählstil für gelungene Unterhaltung. Der Lokalkolorit wird dieses Mal durch die Wohnungssuche von Sofie und Joe eingebracht, hier stellen sich einige Münchner Stadtteile vor.

Auch wenn ich die Reihe bisher sehr gern gelesen habe, bin ich von diesem Teil zwar gut unterhalten, aber doch etwas enttäuscht. Die Personen erscheinen immer nach dem gleichen Schema, die humorvollen Einschübe erfolgen stets dank Mops Murmel und der eiskalt dargestellten hochintelligenten Dr. Falk, Sofies Chefin. Auch das Figurproblem Sofies und Joes beziehungsproblematische Art sind erneut Thema des Buches. Hier hatte ich mir doch einige neue Ideen gewünscht und hoffe auf mehr Änderung im Nachfolgeband.

Wer gute Unterhaltung mit einer Bayrischen Krimireihe sucht, findet sie hier mit einer starken Protagonistin!

  (75)
Tags: bayern, krimi, pathologie, reihe   (4)
 

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

buchflüsterer, rache, spannung

Drei Meter unter Null

Marina Heib
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2017
ISBN 9783453271111
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Thriller "*Drei Meter unter Null*" von "*Marina Heib*" erscheint 2017 als gebundenes Buch im "*Heyne Encore Verlag*".

Die Hauptfigur ist eine junge Frau, die Jahre lang versucht hat, ein normales Leben zu leben und die Verzweiflung in ihr zu besiegen. Doch irgendwann beginnt die Rache in ihr Überhand zu nehmen und sie bereitet sich auf eine Jagd vor. Eine Jagd auf Wölfe, menschliche Wölfe.

 
Was für ein böses Buch, wer soll das gern lesen? Ich überwinde mich, kann die Bluttaten kaum ertragen. Doch ich muss weiter lesen, ich will wissen wie die Story ausgeht. Gleichzeitig frage ich mich, wieviele Menschen mit solch brutalem Verhalten dort draußen in der Welt rumlaufen und so handeln.

Aus der Sicht der Täterin erlebt man mit, wie sie denkt, handelt und fühlt. Schon in ihrer Kindheit war sie anders als die anderen Kinder, sie war ruppig und gemein. Am liebsten wollte sie Pippi Langstrumpf sein, später erlernt sie Kampftechniken und studiert Psychopathen-Biografien und "ist davon überzeugt, nichts mit diesen Irren gemein zu haben." Zitat Seite 111.
Dabei stellt sich genau das heraus: Sie ist das personifizierte Böse.
Sie hat keinerlei Liebreiz, sie ist wie eine Maschine, alles ist böse Berechnung, aber warum?

Sie will Rache um jeden Preis!

Dieser Thriller ist mit vielen grausamen Einzelheiten gespickt, die nur abgehärtete Thrillerleser vertragen. Mich hat es erschüttert und nicht kalt gelassen. Die Story entwickelt eine Spannung, die durch die Angst des nächsten Opfers, die Angst der nächsten Bluttat oder Misshandlung in Gang gehalten wird. Mich hat es unter Strom gehalten und ziemlich gepackt. Dabei fehlt bei mir die Sympathie für die Protagonistin völlig und auch das Verständnis ihres Handelns ist lange Zeit nicht vorhanden.

Die Sprache wechselt zwischen kurzen, abgehackten Sätzen für die böse Seite und längeren, schön klingenden, ausgeschmückten Sätzen für die Beschreibungen von Landschaft und Stimmungen, wenn die gute Seite wieder die Oberhand in der Hauptfigur gewinnt.


Dieses Buch nimmt mich richtig mit, es ist so unendlich grausam. Es zeigt, wie Menschen andere schikanieren und nun selbst Rache am eigenen Leib spüren müssen. Ein Kampf zwischen Wölfen, denn das Lamm ist längst zu einem Wolf mutiert.
Das Ende sorgt für eine unerwartete Überraschung.


Dieses Buch kann ich Lesern mit starken Nerven und einer gewaltigen Portion Thrillererfährung empfehlen. Ich habe mich sehr gegruselt.

  (78)
Tags: buchflüsterer, rache, spannung   (3)
 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

mord, schlaganfall, krimi, demenz, dorfgemeinschaft

Nichts wie es war

Kathrin Heinrichs
Flexibler Einband: 340 Seiten
Erschienen bei BLATT-Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783934327276
Genre: Romane

Rezension:

Der Krimi "*Nichts wie es war*" stammt von Autorin "*Kathrin Heinrichs*" und erscheint 2016 im "*Blatt Verlag*".

In einem sauerländischen Dorf wird eine polnische Pflegekraft erstochen. Von ihrem demenzkranken Patienten Hannes, so glaubt jedenfalls die Polizei. Dessen Freund Anton kann das einfach nicht glauben. Er hat selbst einen Schlaganfall gehabt und braucht HiIfe,  die Polin Zofia kommt zu ihm und eine spannende Tätersuche beginnt.

Dieser Kriminalroman spielt im beschaulichen Sauerland. Er zeigt jedoch auch die böse Seite dieser ansonsten so ruhigen waldreichen Gegend. Als Anton erfährt, dass sein Freund Hannes, eine herzensgute Seele, angeblich seine Pflegekraft ermordet haben soll, kann er das nicht glauben. Aber wie soll er jetzt ermitteln, wo er gerade die Folgen eines Schlaganfalles auskuriert und selbst auf Hilfe angewiesen ist? Die Hilfe naht mit Zofia, einer junge Polin, die zwar manchmal etwas schreckhaft, aber im Ernstfall doch recht mutig ist. Sie sorgt nicht nur rührend für Anton, nein, sie stürzt sich auch noch gemeinsam mit ihm in die Nachforschungen um den Todesfall. Dabei ergänzen sie sich perfekt.

Mit hat dieser Krimi gut gefallen, er ist flott zu lesen, hat viele spannende Situationen und ist durch die Sprachprobleme von Zofia auch teilweise recht lustig.

Sehr unterhaltsam fand ich die vielfältig geschilderten Charaktere, hier lernt man die Dorfbewohner bestens kennen und sieht auch hinter ihre gutbürgerliche Fassade. Was sich dahinter verbirgt, darüber möchte ich hier aus Spoiler-Gründen schweigen. Nur soviel: Es ist nichts so wie es scheint. 

Der Autorin gelingt es gut, die Situation von Anton zwar als hilfsbedürftig darzustellen, aber sie zeigt auch, wie energisch und vehement er sich bei der Tätersuche einsetzt. Sie setzt damit ein deutliches Zeichen, dass alte Menschen auch ihre persönliche Würde und Eigenständigkeit behalten, egal wie ihre körperliche Situation aussieht.

Dank Zofia wird der Blick hinter die Kulissen gelüftet. Sie nutzt ihre Menschenkenntnis und ihre persönliche Art, um an Informationen zu gelangen. Der Sohn von Anton ist Polizist, aber die wahren Ermittler sind hier eindeutig Zofia und Anton!
 
Ein Problem hatte ich anfangs mit den Rückblenden, die durch übergeordnete Zeiten Klarheit in die chronologische Handlung bringen sollten. Mich haben sie eher verwirrt. Erst im Verlauf des Buches konnte ich sie zeitlich richtig einordnen.
 
Ein sehr unterhaltsamer Krimi, der mir schöne Lesestunden geschenkt hat und spannende Momente.
 

  (75)
Tags: krimi, mord, pflegekraft, schlaganfall   (4)
 

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

entführung, holland, krimi, menschenhandel, nordsee

Kalte Brandung

Isa Maron , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 430 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.09.2016
ISBN 9783832163587
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der zweite Band der Nordsee-Morde-Reihe der niederländischen Autorin "*Isa Maron*" heißt "*Kalte Brandung*" und erscheint 2016 im "*Dumont-Verlag*".



Auf einem Kinderbauernhof in Amsterdam verschwindet unbemerkt der kleine Junge Jesse. Obwohl die Polizei eine große Suchaktion einleitet, bleibt er unauffindbar und es findet sich keine Spur. Als weitere Kinder in Nordholland vermisst werden, gerät die Polizei unter großen öffentlichen Druck.
Maud Mertens leitet die Ermittlungen und erhält Unterstützung von der jungen Kriminalistik-Studentin Kyra Slagter, deren Schwester Sarina vor Jahren spurlos verschwunden ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Dieser Krimi ist der zweite Band einer Reihe, ich kenne den Vorgänger nicht.
Neben der polizeilichen Ermittlung unter der Führung von Polizistin Maud Mertens, kann die zufällig involvierte Studentin der Kriminalistik, Kyra, nicht die Finger von dem Fall lassen. Zu sehr wird sie an ihre von vier Jahren verschwundene Schwester erinnert. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen denkt sie über die möglichen Zusammenhänge nach.

Der Krimi wird in verschiedenen Handlungssträngen erzählt, einerseits die Suche der Polizei nach den verschwundenen Kindern, die man gleichzeitig aus ihrer leidensvollen Perspektive miterlebt, dann geht es um ein stark verwirrtes Mädchen namens Jane in London und außerdem kommt noch der Fall der vermissten Schwester Kyras hinzu. Auch hierzu erleben wir die Situation in Kyras Familie mit.

Ich kann nur vermuten, dass Jane und Sarina schon inhaltlich im ersten Band thematisiert wurden. Mir fehlen hierzu die Vorkenntnisse. Man sollte also wohl lieber den ersten Band lesen.


Die Hauptgeschichte um die verschwundenen Kinder ist beklemmend und schrecklich, besonders die Situation aus der Sicht der Kinder ist schlimm. Man erlebt hautnah mit, wie sie den Entführern begegnen und wie sie eingepfercht in Metallkäfige wie Tiere gehalten werden.
Dabei finde ich, die Kinder werden recht altklug geschildert und erscheinen zwar verzweifelt, aber doch nicht altersgerecht denkend. Ihre Emotionen gehen mir jedoch sehr nahe. Aber auch der enorme Zeitdruck, unter dem die Ermittler stehen und lange keine eindeutige Spur verfolgen, ist deutlich spürbar und macht die Hauptspannung aus.


Die Autorin wechselt gekonnt zwischen den Perspektiven hin und her und auch der Erzählstil hat mir gefallen. Besonders die Gewissensbisse von Maud und die intensive Suche Kyras sind sehr authentisch und interessant gezeigt und stellen die beiden Personen intensiv vor, sodass man sie sich gut vorstellen kann.

Auch wenn die Schicksale der entführten Kinder emotional geschildert werden und den Leser mitleiden lassen, gestaltet sich die Suche nach den Entführern und den wahren Gründen dahinter sehr schwerfällig. Die Fahnder stochern lange im Dunkeln und für mich bleibt hier die Spannung etwas auf der Stecke. Was mich am meisten gestört hat, ist die Tatsache, dass die Fälle von Jane und Sarina zu keiner Auflösung im Buch geführt hat. Lange habe ich versucht, die Zusammenhänge dieser Fälle mit den akuten Entführungen zu finden, doch es gab keine ersichtlichen. Wenn man als Leser in die Irre geführt wird, ist das genau der fesselnde Effekt, den man sich für einen Thriller wünscht, gibt es aber offene, ungelöste Inhalte, die vielleicht erst im Nachfolgeband geklärt werden, dann führt das nicht dazu, das Buch am Ende zufrieden zuzuklappen und sacken zu lassen. Man muss also dranbleiben und den kommenden Band weiter lesen.


Eine interessante Krimireihe aus den Niederlanden, bei der ich mir gern mehr Aufklärung der eingebrachten Fälle gewünscht hätte. So kann ich keine allgemeine Empfehlung aussprechen, Reihenverfolger mal ausgenommen. Ich würde dem dritten Band aber durchaus eine Chance geben.

  (79)
Tags: entführung, holland, menschenhandel   (3)
 

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41 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

krimi, nordsee, ostfriesland, lokalkolorit, mor

Ostfriesenschwur

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.08.2016
ISBN 9783596521289
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: krimi, kultserie, nordsee   (3)
 

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104 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

münchen, krimi, mord, anwältin, obdachlose

Eisenberg

Andreas Föhr
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.06.2016
ISBN 9783426653968
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: anwältin, krimi, mord, obdachloser   (4)
 

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91 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

embryo, drama, mord, hamlet, london

Nussschale

Ian McEwan , Bernhard Robben
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.10.2016
ISBN 9783257069822
Genre: Romane

Rezension:

Von "*Ian McEwan*" stammt der Roman "Nutshell" und die  Übersetzung von Bernhard Robben erschien 2016 im "*Diogenes Verlag*".
 
Trudy betrügt ihren Ehemann. Sie wohnt nach wie vor in seinem Haus – einem heruntergekommenen Einfamilienhaus in London, das ein Vermögen wert ist –, aber ohne ihren Gatten, den Dichter und Verleger John. Stattdessen geht dort sein Bruder ein und aus, der zutiefst banale Bauunternehmer Claude. Trudy und Claude haben einen Plan. Doch ihre Intrige hat einen Zeugen: das wissbegierige, knapp neun Monate alte, ungeborene Kind in Trudys Bauch. Klappentext


"In so mancher langen, ruhigen Nacht habe ich meiner Mutter einen heftigen Tritt verpasst. Sie wurde wach, konnte nicht wieder einschlafen und tastete nach dem Radio. Grausam, ich weiß, aber am Morgen waren wir beide besser informiert." Zitat Seite 14

 
Ian McEwan hat mich mit diesem Buch völlig überrascht. Ich habe eine Dreiecksgeschichte nach dem klassischen Vorbild von Hamlet erwartet und fand mich im Uterus einer Schwangeren wieder, aus der ihr Fötus, ein hochintelligenter Knabe, seine Umwelt schon vor seiner Geburt durchschaut. Er spielt sozusagen den Hamlet nach Shakespearescher Machart und erzählt seine Geschichte, sieht den geplanten Mord am eigenen Vater und versucht sogar ihn zu verhindern. Das Ganze gibt McEwan mit herrlich trockenem Humor zum Besten und dichtet dem Fötus lakonische Bemerkungen unter, die mit Weisheit und geistiger Intelligenz beeindrucken.

Der Knabe ist hochintelligent und schon mit enormer Sprachfähigkeit ausgestattet, er ist ein fundierter Weinkenner, dank seiner trinkfreudigen Mutter kam er schon früh und oft in den Genuss einiger guter Tropfen. Er vergleicht seinen leiblichen Vater John, ein Genie der Dichtkunst, mit seinem Ziehvater und gleichzeitigem Onkel Claude, den er als dumm und sexbesessen beschreibt. Seine Mutter Trudy liebt er, wie eben Kinder ihre Mütter lieben.

Die Handlung ist so voller Überraschung, Weisheit und Witz, man liest gebannt und ist beeindruckt und hinterfragt gar nicht die Glaubwürdigkeit dieser Geschichte.

Sprachlich gelingt MacEwan ein Paradestück, er erwähnt sogar den Brexit und Europas Krise und dann gleitet der Roman in die Tiefen der Poesie durch die Gedichte von Vater John.
Was jedoch als kriminalistische Tat abläuft, ist von Innen heraus betrachtet unabwendbar, jedenfalls für den Knaben.
Dieser betrachtet nämlich schon vor seiner Geburt voller Sorge die Welt außerhalb seines Mutterbauches. Doch der entwickelt schon seine Rachepläne vor der eigenen Geburt.





Nussschale ist ein sehr eindringlicher, klug geschriebener Roman, bei
dem ein wenig britischer Humor hervorblitzt und der mit seinem
ungeborenen Erzähler punktet. Hier wird philosophiert, bissig bemerkt
und gesellschaftliche Kritik geübt. Ein wenig "Hamlet to go"!
 



  (65)
Tags: drama, dreiecksgeschichte, embryo, mord   (4)
 

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50 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

ostsee, krimi, entführung, mord, mädchenhandel

Todesstrand

Katharina Peters
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632735
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Autorin "*Katharina Peters*" hat mit ihrem Ostsee-Krimi "*Todesstrand*" eine neue Krimireihe um die Detektivin Emma Klar gestartet. Der Krimi erscheint im "*Aufbau Verlag*".

Emma Klar verfolgte als Polizistin einen Mädchenhändlerring und geriet
selbst in die Hände der Gangster. Nur mit eigener heftiger Gegengewalt
konnte sie sich befreien und quittierte anschliessend ihren Dienst bei
der Polizei. Zu sehr leidet sie noch heute unter der erlittenen Gewalt.
In Wismar lebt sie unter falschem Namen als
Privatdetektivin. Doch sie
ist dem Täter weiterhin auf der Spur und ermittelt verdeckt. Ihre
Ansprechpartnerin ist Johanna Krass, eine gestandene Sonderermittlerin
vom BKA Berlin. Emmas erster Fall in der Detektei handelt von einem
Suizid eines sechzehnjährigen Mädchens. Der Vater hält das für unmöglich
und engagiert Emma. Sie findet heraus, dass weitere Frauen verschwunden
sind und kommt ihrem Peiniger Teith auf die Spur.

Dieser Krimi hat mich so gepackt, dass ich ihn an nur einem Tag
ausgelesen habe. Die Handlung dreht sich um Mädchenhandel,
Vergewaltigung und die brutale Hetzjagd der Opfer durch ihre Peiniger.
Es gibt Tote und man vermutet bei einer jungen Frau einen Suizid. Emma
ermittelt verdeckt als Detektivin, hilfreich unterstützt von Johanna
Krass und Mitarbeitern des BKA.

Das Besondere an diesem Krimi ist das spezielle Frauenteam der
Privatdetektei mit Büros in Rostock, vertreten durch Johanna Krass,
eigentlich Sonderermittlerin vom BKA Berlin und Emma Klar in Wismar. Sie
ermitteln verdeckt und arbeiten direkt mit dem übergeordneten BKA
zusammen. Dadurch stehen ihnen einerseits ermittlungstechnische
Freiheiten zu Verfügung und andererseits der ausgezeichnete Apparat der
BKA.

Emma Klar wurde vergewaltigt, gefoltert und gequält. Sie hat ein
furchtbares Trauma erlitten, doch als Polizistin kann sie nicht eher
ruhen, bis sie ihre Peiniger gestellt hat. In eingefügten Erinnerungen
Emmas erlebt man als Leser die brutalen Handlungen wiederholt mit und
sieht ihre grenzenlose Qual. Dabei bringt Katharina Peters diese Szenen
ohne schockierende Details zu Papierund dennoch leidet man als Leser
mit. Besonders die emotionale Seite ihrer Charaktere hat sie überzeugend
dargestellt.

Auch Johanna Krass ist eine Ausnahmeerscheinung, sie ist pragmatisch,
denkt logisch und versteht es, auf Menschen einzugehen, sie zu
überzeugen oder zu befragen. Zusammen stellen die beiden Frauen ein gut funktionierendes Team.

In diesem Krimi gibt es nur wenig Privatsphäre, dadurch kann man sich
gut auf die Krimihandlung konzentrieren und man hat so die verschiedenen
Opfer und Beteiligten verstärkt im Blick.



Dank des flüssigen, knapp formulierten Schreibstils vermochte mich
Katharina Peters sofort zu packen und ich musste den Krimi regelrecht
inhalieren. Dabei ist wie schon gesagt, die emotionale Schiene
vordergründig angelegt und man erlebt bei den Figuren ihre Gefühle
hautnah mit. So erfreut es denn besonders, dass sich aus dieser Gewalt
und Wut heraus bei Emma doch so etwas wie ein hoffnungsvoller Schweif am Horizont entwickelt und sie einem Mann wieder Vertrauen schenken kann und sich sogar in ihn verliebt. Sicherlich wird dieser Aspekt im nachfolgenden Krimi erneut weitergesponnen.

Ich hätte diesem Krimi 5 Sterne vergeben, wenn da nicht die vielen
Figuren gewesen wären, die für mich einfach kein Gesicht bekamen. Auch
dass gerade der erste Fall in Emmas Detektei sich zufällig um ein
beteiligtes Mädchen der verfolgten Truppe dreht, erscheint mir zu
konstruiert.

Dieser fesselnde Krimi von der Ostsee mit Abstecher nach Hannover konnte mich spannend unterhalten. Auf die weiteren Bände mit Emma und Johanna freue ich mich schon.


  (57)
Tags: krimi, organisierte kriminalität, ostsee, privatdetektei   (4)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

humor, renate bergmann, erbe, bank, serie

Wer erbt, muss auch gießen. Die Online-Omi teilt auf

Renate Bergmann , Marie Gruber
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 22.07.2016
ISBN 9783862318278
Genre: Romane

Rezension:

Das Hörbuch "*Wer erbt, muss auch gießen*" von Oma "*Renate Bergmann*" ist der fünfte Teil dieser Oma-Reihe und erscheint im "*Der Audio Verlag*". Gelesen wird das Ganze von der Schauspielerin "*Marie Gruber*".


Renate Bergmann ist 82 Jahre alt und macht sich so langsam Gedanken darüber, wer denn mal ihr Erbe bekommen soll. Dazu markiert sie jede Sammeltasse und besonders die selbst erhaltenen Geschenke, damit es hinterher keinen Streit gibt. Als sie jedoch bei der Bank erfährt, dass ihr Gespartes versehentlich nicht als sichere Bundesschatzbriefe, sondern in Aktien angelegt wurden, bekommt sie Schnappatmung. Es ist jedoch der positive Fall eingetreten, der Wert der Aktien ist enorm gestiegen. Wer soll die Kohle denn nun mal erben?

" Meine Erfahrung ist, dass sie Geld immer gern nehmen." Zitat Renate

Online-Oma Renate Bergmann hat so ihre eigene Sichtweise auf die Dinge, immer besondere Lebensweisheiten parat und viel Erfahrung im Umgang mit Menschen, speziell mit Männern, schliesslich war sie doch schon viermal verheiratet. Daher weiß sie, war erben bedeutet und überlegt, wem sie denn nun nach ihrem Tod ihr Erspartes vermachen soll. Als ihr in der Bank klar wird, dass sie doch so einiges angehäuft hat, ist erst mal ein Korn fällig. Nicht umsonst wurde sie 82 Jahre alt. Und so ein Korn beruhigt erst mal, das ist doch klar.

Aber wer soll denn nun erben? Kirsten etwa, die Veganerin ist und zu gebratener Ente nur von LEICHENTEILEN redet? Nee, die hat ja ihren Wellness-Tempel für Hunde und verdient damit mehr als genug.
Dann doch eher Ariane und Stefan, die sich immer gut um Renate kümmern. Deren kleine Tochter hat Renate ja besonders ins Herz geschlossen und so fällt die Entscheidung leicht. Ach nee, die erbt doch von ihren Großeltern und die sind ja auch schon so um die 50.

Ja, mit Renate hat man so seinen Spaß! Ihre Bemerkungen sind besonders dank der wunderbaren Sprecherin Marie Gruber sehr überzeugend dargebracht. Genauso stellt man sich Renates Stimme vor und man nimmt ihr jede Gefühlsregung, jeden Lacher und jede Bemerkung genauso ab. Marie Gruber ist die beste Besetzung für diese Rolle und spielt das mit überzeugender Bravour. Hut ab!

Die Handlung ist bunt, Renate kommt ja immer beim Erzählen vom Hundertsten zum Tausendsten. Auch wenn es allgemein um das Thema Erbe geht, ist dieses Hörbuch nicht ernst und nachdenklich. Ganz im Gegenteil, die fitte Renate sorgt wie gewohnt für allerhand Lachattacken und Schmunzler. Mit ihrem Charme wickelt sie ihre Hörer um den Finger.
Als Tochter Kirsten, wie gesagt Veganerin, zu Ostern anreist, schleppt sie ihren Smoothie-Mixer mit und einen Vorrat an Obst, Gemüse und Salat. Dabei gibt es doch bei Renate traditionell Ente mit Rotkohl und Klößen. Wie Renate ihrer Tochter die tollsten Smoothies mixt und sogar Gefallen an diesem Hightech-Gerät findet, hat mich Tränen lachen lassen. Auch ihre Putztipps sind der Kracher!

Bisher habe ich die Bücher von Renate gelesen, doch diese Hörbuchvariante hat mir so gut gefallen, dass ich glaube, besser kann man es nicht lesen als von Marie Gruber. Sie schlüpft authentisch in Renates Rolle, gibt ihr ihre sympathische Stimme und passt einfach perfekt. 

Für mich das Highlight dieser Bergmann-Reihe! Witzig, charmant und immer für eine kleine Flunkerei gut, typisch unsere Renate!

  (62)
Tags: bank, erbe, humor, oma, serie   (5)
 

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

psychothriller, thriller, dastoteherz, frauenmörde, rainerwürth

Das tote Herz

Rainer Würth
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442484508
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vom Autor "*Rainer Würth*" stammt der Psychothriller "*Das tote Herz*" aus dem "*Goldmann Verlag*".


Nicolas Kober benötigt nach einem lebensgefährlichen Zusammenbruch ein Spenderherz. Wie es bei Organspenden üblich ist, kennt er den Spender nicht. In seinem Fall gehörte das Herz einem Frauenmörder. Kobers Körper nimmt das Herz gut an, aber seine Psyche verändert sich und er hat sonderbare Träume und Phantasien. Es scheint, als ob er mit dem Herzen auch Eigenarten und Neigungen geerbt hätte. Wie kann das sein?


Der Thriller "Das tote Herz" ist eine spannende Reise in die schreckliche Vorstellung, durch eine Organspende auch die Neigungen des Spenders übernommen zu haben. Kann eine Organspende den Empfänger derart verändern? Übernimmt die Psyche des Empfängers wirklich Eigenarten und Art des Spenders?

Dieser Thriller hat mit der Transplantation eines Herzens eine wirklich spannende und gruselige Grundidee. Wer möchte schon gern ein Organ von einem Serienmörder übertragen bekommen.

Im Fall des Protagonisten Kober beginnt diese Veränderung schleichend. Er trinkt auf einmal Orangensaft, ganz entgegen seiner bisherigen Gewohnheiten. Auch seine Ehefrau wird ihm zunehmend fremder und er empfindet keine großen Gefühle mehr für sie und seine Tochter. Eine interessante, aber gleichzeitig grauenvolle Vorstellung.

Die Umsetzung des Themas hat aber so seine Schwächen. Einerseits ist der Inhalt durch den Klappentext schon vorweggenommen und andererseits entwickelt sich die Hauptidee erst nach dem ersten Drittel des Buches.

Im Thriller gibt es drei Handlungsstränge, die der Leser jeweils durch die unterschiedlichen Rollen der drei Hauptfiguren entdecken kann. Es gibt den Spender, also den Frauenmörder, gleichzeitig wird Solveig, das überlebende Opfer, vom Polizeipsychologen Peter Stein befragt und dann wird die Person des Architekten Nicolas Kober mit seiner Organspende vorgestellt. Stein ist die allwissende Person, durch die der Leser Einblick in die gesamte Materie erhält und der die Fäden der Fälle zusammen führt. Als Leser erlebt man den sich langsam verändernden Nicolas Kober hautnah beschrieben mit und wartet auf den großen Knall, das Aufeinandertreffen mit dem Opfer Solveig. Soweit hat der Thriller wirklich packendes Potential und entfesselt einen Lesesog.

Mich hat aber leider die Ausführung des Thrillers nicht überzeugt, auch wenn ich mich auf die gruselige Thematik eingelassen habe. Die Situation des Kennenlernens von Kober und Solveig wird fast in einem Nebensatz abgehandelt, sie verlieben sich sofort und dass, obwohl Solveig durch ihr traumatisches Erlebnis Männern gegenüber völlig misstrauisch und ablehnend gegenüber stehen müsste. Solche Grundgedanken passen nicht schlüssig zur Thematik.

Der knapp und präzise gehaltene Schreibstil passt gut zu einem Thriller und durch die kurzen Kapitel wird eine solide Grundspannung aufgebaut.

Aber mich hat der vorhersehbare Inhalt doch am meisten gestört. Wenn man den Klappentext gelesen hat, weiß man schon fast die gesamte Handlung. So etwas stört mich wirklich und darf einfach nicht sein.

Auch die Darstellung der Charaktere hat mich nicht überzeugt, sie erscheinen nicht echt und natürlich, sondern wie künstliche Wesen. 

Wenn man der Grundidee des Buches nachgeht und im Internet recherchiert, so erfährt man, dass zwischen Spenderorgan-Empfänger und Spender durchaus übereinstimmende Vorlieben existieren können. Doch die Auswirkungen in diesem Thriller sind zu gewalttätigt und damit zu überzogen, um noch realistisch wirken zu können.

Dieser Thriller befasst sich mit einer interessanten Grundidee, die Umsetzung ist jedoch sehr vorhersehbar. Dennoch hat mich die Lektüre gefesselt und ich denke, dass Thrillerleser ebenso empfinden. 

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Tags: lebensgefahr, spenderherz, thriller   (3)
 

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(45)

47 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 47 Rezensionen

kochen, englische küche, diana henry, kochbuch, diverse gerichte

Simple

Diana Henry , Margot Fischer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 13.01.2017
ISBN 9783869137599
Genre: Sachbücher

Rezension:

"*Simple*" heißt das neue Kochbuch der Autorin "*Diana Henry*". Es trägt den Untertitel "Kleiner Aufwand, grandioser Geschmack".

Das kompakte Werk ist wunderschön aufgemacht und stammt aus dem "*Ars Vivendi Verlag*". Preislich liegt das Schmuckstück bei 29,90 Euro.

Niemand versteht es besser als Diana Henry, Gewohntem eine besondere Note zu geben. Simple vereint eine grandiose Sammlung von Gerichten: allesamt ohne viel Aufhebens zuzubereiten und doch von umwerfendem Aroma. Ganz gleich, ob Lammkoteletts mit Walnuss, Chili und Salsa verde mit Honig, Dorsch mit Krabben-Kräuter-Kruste oder Türkische Pasta mit Feta, Joghurt und Dill – Diana Henry verwendet Zutaten, die man ohnehin meist auf Vorrat zu Hause hat oder schnell auf dem Heimweg von der Arbeit besorgen kann. Daraus zaubert sie herrlich einfache Rezepte, die absolut alltagstauglich sind.

Soweit verspricht der Klappentext ein "idiotensicheres" Kochbuch für die Alltagsküche.

Rein vom Äußerlichen her ist dieses Kochbuch ein Traum. Das Hardcover hat die Maße: 19,5 x 3,5 x 25,4 cm und ist recht schwer. Der Einband kommt im Shabby look daher, die Haptik und Optik vermitteln, hier ein Stück Holz in der Hand zu haben.

Im Vorwort geht die Autorin auf die Themen: Ausgefallene Zutaten, Für wie viele Personen sind die Rezepte berechnet? und Küchenausstattung ein.

Das Buch teilt sich in folgende Kapitel:

Anmerkung: Ich erwähne jeweils das Gericht, was mir besonders gefällt!

Eier:
Hier gibt es 8 Rezepte und im Anschluss eine Warenkunde über Eier.
- Feta-Lauch-Omelett mit Sumach (Sumach kenne ich nicht, wird aber vorausgesetzt)

Salate: 13 Rezepte
- Burrata mit Zitrusfrüchte, Fenchel & Oliven

Vorspeisen ohne Stress:
Hier sprechen mich am meisten an: kleiner skandinavischer Schmaus und Räucherfisch-Canapé

Toast: (10 Rezepte zeigen die Orientierung im englischen Raum an)

- Karottenhummus, Ofentomaten & Harissajoghurt

Hülsenfrüchte: Von den 10 Rezepten sind die meisten indisch angehaucht.

- Bretonisches Gratin mit Thunfisch & weißen Bohnen                            - Indische Süßkartoffeln mit Kichererbsen & Kokosnuss

Pasta und Getreide: Es gibt 17 Rezepte mit großer Zutatenvielfalt: Calamari, pikante Wurst, Mango und Rollgerste werden hier verarbeitet.

- Couscous mit essbaren Blüten (Hornveilchen)                                        - Schwarze Linguine mit Calamari & Pikanter Wurst

Fisch: 17 Rezepte

- Brasse gefüllt mit Walnüssen & Granatapfel                                           - Dorsch mit Krabben-Kräuter-Kruste                                                          - Portugiesischer Seehecht & Kartoffeln

Kleine feine Beigaben: Saucen und Relishes - Mojo Verde, würziger Kräuterjoghurt

Es gibt Empfehlungen, zu welchen Gerichten die 12 verschiedenen Beigaben gegessen werden können.

Ofengerichte: 16 Rezepte mit Geflügel, Schwein und  Lamm

-  Indische Lammkeule ist hier mein Favorit

Koteletts und Würste:                                                                                      - Schweinekoteletts mit Senf & Kapern (Titelbild)                                      - Lammkoteletts mit Cidre, Minze & Sahne

Hähnchen: 12 Rezepte

- Marokkanisch gewürztes Hähnchen mit Datteln & Auberginen            - Andalusisches Hähnchen mit Honig, Safran & Mandeln

Gemüse: 20 Rezepte

- Süßkartoffeln mit Joghurt & Koriander-Chili-Sauce                                 - Ofenauberginen mit Tomaten & Safransauce                                         - Ofensüßkartoffel, Chorizo, Champignons & Ei.

Was isst man zu Ofenkartoffeln? Dafür gibt es 8 kleine Rezepte wie Schinken, Camembert & Sahne.

Fruchtige Desserts: 18 Rezepte

- gebackene Birnen mit Zitrone, Lorbeer & Marsala                                 - Kuchen: wie z. B. Crostata mit Aprikosen & Amaretti                              - Sommerlicher Mandelkuchen mit Früchten

Mühelose Desserts: 12 Vorschläge, die es hochprozentig "in sich haben"!

- Himbeer-Whiskey-Trifle                                                                               - Ofenpfirsiche mit Amaretto

Soweit zu den wirklich vielfältigen Rezepten, die dank weniger Handgriffe wirklich nicht hohe Kochkunst bedeuten und somit das Prädikat: Simple auch verdienen. Nicht ganz so ist es bei den Zutaten!

Die Autorin ist Irin und lebt und kocht in London, dort sind die Multi-Kulti-Einflüsse der indischen Küche, aber auch diverser anderer Nationalitäten sehr spürbar. Mich haben die vielen verschiedenen Gewürze erst einmal abgeschreckt. Ich kenne viele Würzungen der türkischen und auch indischen Küche, aber wenn ich ein Gericht noch nie gegessen habe, bestelle ich mir nicht Gewürzmischungen zuhauf, um sie dann später vielleicht nicht mehr zu nutzen.

Auch gibt es bei vielen Rezepten, besonders bei den süßen Speisen, die ja Kinder mit Vorliebe essen, die üppige Zugabe von diversen Alkoholika. Das finde ich reichlich übertrieben, wenn schon Alkohol, dann trinke ich lieber ein Glas Wein zum Essen. 

Tolle Aufmachung, wunderbare Fotos und wie es auf den ersten Blick hin scheint, auch gut nachzukochende Gerichte mit Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst.
Doch trotz der einfachen Zubereitung ist es größtenteils einfach nicht mein Kochstil und mit den vielen Gewürzen auch ziemlich exotisch angehaucht. Außerdem wird vieles im Ofen zubereitet und das finde ich energietechnisch nicht optimal.

Wer raffinierte Rezepte sucht, die im englisch/indischen Kochbereich angesiedelt sind, findet hier ausgefallene und interessant klingende Vorschläge. 


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kinderbuch, madame roquefort, abenteuer, bilderbuch, mäuse

Die Muskeltiere und Madame Roquefort

Ute Krause , Ute Krause
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei cbj, 28.11.2016
ISBN 9783570174425
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Kinderbuch "*Die Muskeltiere und Madame Roquefort*" wurde von Autorin "*Ute Krause*" verfasst, die ihre Geschichte auch noch mit farbenfrohen Illustrationen versehen hat. Das Buch erscheint im Kinder- und Jugendbuchverlag "*cbj*" und es ist der dritte Teil der Muskeltierreihe. 

Hamster Bertram von Backenbart, die beiden Mäuse Picandou und Pomme de Terre und die Ratte Gruyère erleben neue Abenteuer und sind wie immer hilfsbereit. In der nahe gelegenen Pizzeria brennt es und die Muskeltiere retten eine kleine Mäusedame vor dem Flammentod. Sie heißt Madame Roquefort und hat sich ihr Füßchen verletzt. Natürlich nehmen die vier Freunde sie sofort bei sich auf, doch schon bald verdreht sie den drei Herren gehörig den Kopf. Leider bemerkt das nur Rattendame Gruyère.

Dieses Kinderbuch ist ein Schmuckstück von Buch, die Geschichte verläuft sehr abenteuerlich und die bunten Illustrationen sind optisch sehr gelungen und toll anzusehen.
Auf den Innenseiten der Buchdeckel stellen sich die tierischen Protagonisten wie in einer Ahnengalerie dem Leser mit ihrem Portrait vor.
Es ist ein Buch für die ganze Familie und für Erstleser durch die französischen Namen vielleicht noch etwas schwierig. Mit Hilfe der Eltern oder der Berücksichtigung der Hinweise zur Aussprache der Name, die sich im Buch ganz hinten befinden, geht es dann vielleicht recht schnell, die Namen lesen zu können.

Die Handlung ist aufregend und flott, es geht um vier Freunde, die füreinander und für andere einstehen wollen. Gemeinsam sind sie sich verpflichtet: Muskeltiere für immer!
Die vier Freunde leben unter der Kellertreppe von Frau Fröhlichs Feinkostladen in Hamburg. Dort geht es ihnen gut, es gibt immer genug zu essen und sie haben auch einen menschlichen Freund, den Jungen Claus. Als es in der Pizzeria an der Ecke brennt, retten sie eine verletzte Mäusedame. Die ist anfangs noch schüchtern, lieb und hilfsbedürftig und so nehmen sie sie mit zu sich und päppeln sie auf. Sie macht auf hilflose, süße Maus, doch Madame ist in Wahrheit eine durchtriebene, richtig fiese Person, die ihr Ränkespiel mit den Freunden treibt und die sich die männlichen Bewohner um den Finger wickelt. Nur die Rattendame Gruyère bemerkt das, die männlichen Bewohner fühlen sich von der Mäusedame bezirzt und lesen ihr jeden Wunsch von den Augen ab.

Das bedroht nicht nur ihren Muskeltiereid, sondern Madame Roquefort bringt mit ihrer Art auch noch das friedliche Zusammenleben mit Frau Fröhlich und Margarethe in Gefahr.
Als Rattendame Gruyère der Madame in eine Falle geht, geht den Freunden langsam ein Licht auf. Sie kommen ihr und ihrem Komplizen gemeinsam auf die Schliche.

Wie die Freunde hier zusammenhalten, ist für Kinder sehr lehrreich und überzeugend dargestellt. Aber auch Erwachsene werden ihren Spaß an dieser Geschichte haben. Denn hier kämpfen zwei weibliche Wesen nicht nur gegeneinander an, sondern auch um die Gunst ihrer Männer. Es geht um Liebe und Verrat und selbst kleine Kinder sehen, wie hier Freunde füreinander da sind und mutig für ihre Ideale kämpfen. Durch die zauberhaften Bilder und die sprachlichen Besonderheiten werden die Figuren zu Unikaten, die man nicht wieder vergisst. Witzig ist der lispelnde Hamster oder der Hafenmäuserich Pomme de Terre mit seinem breiten Hamburger Schnack.

Achtung Spoiler:
Neben den für Kinder etwas schwierig zu lesenden französischen Namen finde ich die Idee mit dem löchrigen Marmeladenglas und der Entsorgung in der Elbe nicht ideal gelöst. Selbst Kinder wissen, dass Wasser in ein Gefäß mit Löchern eindringen kann. 

Trotz meiner kleinen Kritik muss ich diese aufregende Abenteuergeschichte loben. Es ist ein Buch für die ganze Familie und zeigt den wichtigen Zusammenhalt unter Freunden.


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