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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

heiratsschwindler, kreuzfahrt, neapel, geld, dieb

Im Land der Mafiosi

Thomas Kowa
E-Buch Text: 13 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 12.06.2016
ISBN 9783960870050
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: heiratsschwindler, kreuzfahrt, kurzgeschichte, neapel   (4)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

50. geburtstag, neuanfang, katastrophen, kinderzimmer, roman

Biete Krise, suche Glück

David Foenkinos , Christian Kolb
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.05.2017
ISBN 9783328100942
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Penguin Verlag verlegt 2017 David Foenkinos Roman "Biete Krise, suche Glück" in einer Übersetzung von Christian Kolb. Die deutsche Erstausgabe erschien 2014 unter dem Titel "Zurück auf Los".

Es geht um den 50-jährigen Bernard, ein ruhiger Bankangestellter, verheiratet und Vater einer Tochter. Halt ein ganz normaler Durchschnittsbürger.
Es beginnt damit, dass seine Tochter auszieht. Dann gerät seine Ehe mit Nathalie in eine Krise und sie verlässt ihn. Mit einem Schlag ist das gewohnte Leben Bernards vorbei, eine Katastrophe jagt die nächste und das Pech verfolgt ihn. Er verliert seinen Job, zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus und muss zu seiner Schande nun wieder bei seinen Eltern unterkriechen - in seinem alten Kinderzimmer findet er eine Bleibe. Wie geht es nun weiter mit ihm?


Dieses Buch beschreibt einen stinknormalen Mann in den besten Jahren, der durch einige persönliche Wendungen in seinem Leben aus der Bahn geworfen wird.
Der Schreibstil hat mich sehr überrascht, denn Foenkinos hat einen erstaunlichen Erzählfluss, der sich aus einer interessanten Mischung aus Melancholie, Tiefgründigkeit und Humor zusammensetzt.
Dabei beschreibt der Autor genüsslich Einzelheiten aus dem Leben Bernards, jeder Fehltritt, jede Stimmung, jedes Erlebnis wird peinlich genau ausgebreitet.

"Ich hatte nichts mehr. Und das sollte erst der Anfang sein."
Zitat Bernards Seite 65


Bernards Pechsträhne rührt mich an, ich fühle mit ihm wie er so sein Innerstes nach Außen kehrt und den Leser an seinen tiefsten Gedanken Anteil nehmen lässt. Doch das hat allerdings auch lustige Züge, denn einiges hat er sich mit seiner etwas trotteligen Art selbst zuzuschreiben.
 
Als sich seine Frau von ihm trennt, kommt Bernard zu dem Schluss:
"Nach so vielen Jahren der Leichtigkeit mit seiner Frau... Leichtigkeit geht ja spielend in Sorglosigkeit über; und Sorglosigkeit in Gleichgültigkeit gegenüber dem anderen." Zitat Seite 105

Er zieht zu seinen Eltern, die scheinbar in geordneten Bahnen nebeneinander herleben. Doch die Einzige, die ihn aufbaut und wieder Mut macht ist seine Tochter.
In der Familie sind nicht alle aus demselben Holz geschnitzt. "Wir  bilden ein seltsames Häuflein, ein "genetisches Mysterium". Zitat Seite 157
Irgendwann beginnt endlich die erhoffte Selbstfindung und Bernard wagt einen etwas wackeligen Neuanfang.  

Dieses Buch unterhält ganz wunderbar mit einer besonders spritzigen Leichtigkeit, die Mischung aus Melancholie und Humor macht den speziellen Reiz der Geschichte aus. 

  (88)
Tags: 50. geburtstag, katastrophen, kinderzimmer, neuanfang, roman   (5)
 

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79 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

literatur, bibliothek, roman, bretagne, paris

Das geheime Leben des Monsieur Pick

David Foenkinos , Christian Kolb
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DVA, 13.03.2017
ISBN 9783421047601
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: bibliothek, frankreich, literatur, roman   (4)
 

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96 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

irland, geister, tote, nachforschungen, roman

Der Freund der Toten

Jess Kidd , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 18.05.2017
ISBN 9783832198367
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman "Der Freund der Toten" ist das Debüt von Jess Kidd und erscheint im Dumont Verlag.

Der irische, charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony geht davon aus, dass seine Mutter ihn 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben hat. 26 Jahre später erfährt er aus einem Brief, Andeutungen, die ganz anders lauten. Was geschah damals wirklich? Er fährt nach Mulderrig, um seiner eigenen Geschichte auf die Spur zu kommen. Sein Auftreten beschert ihm die Blicke der Frauen, Männer und Fromme werden mistrauisch. Nur die alte Mrs Cauley hilft ihm, sie ist davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Doch wie sollen sie nach sovielen Jahren noch Informationen von den Dorfbewohnern bekommen. Sie bekommen Hilfe von Toten.


"Große Farne hatten sich rings um den Jungen entrollt, Baumwurzeln hatten ihn umschlossen, und Efeu hatte ihn geschwind eingehüllt. Äste hatten sich tief über seinen winzigen Kopf gebeugt und einen Blättersegen über ihn geschüttelt. Maulwürfe hatten sich blind und entschlossen durch den Boden gegraben und mit ihren kräftigen Krallen um ihn herum Erde aufgehäuft, " Zitat Seite 9

Meine Rezension enthält Spoiler!

Im irischen Dorf Mulderrig sind Fremde nicht unbedingt willkommen, noch weniger ist es Mahony, der auf Frauen zwar charmant wirkt, aber doch etwas Beunruhigendes an sich hat.
Er besucht das Dorf, um die wahren Hintergründe des Verschwindens seiner Mutter vor 26 Jahren zu erfahren. Aber die Dorfbewohner schweigen. Das facht die Entschlossenheit Mahonys nur um so mehr an und er versucht, sogar mit außergewöhnlichen Mitteln an die Informationen zu kommen. Er besitzt die Gabe, mit Toten sprechen zu können.

Neben einer poetischen fast märchenhaften Erzählweise, Spannung und schwarzem Humor bietet das Buch eine tolle Story mit ungewöhnlichen Charakteren und ausgiebigen Landschaftsbeschreibungen. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass so viel Abwechslung zu bieten hatte.
Diese ungewöhnliche Mischung aus Spannung, Fantasy und Märchen ist einfach einmal etwas anders und überrascht ungemein.

Auch mit ihrer wunderbar poetischen Erzählweise hat mich Jess Kidd gepackt. Sie vermag es Bilder mit Worten zu malen und das gelingt ihr besonders gut in den Landschaftsbildern. Es gibt singende Holzwürmer, tanzendes Sonnenlicht, die leuchtende Feder eines Feuervogels und einige Besonderheiten mehr. Von diesen Bildern konnte ich nicht genug bekommen. Doch die Autorin beschreibt auch einige Grausamkeiten, die ich erschrocken und verwundert zur Kenntnis genommen hebe, wie das monströses Küken oder andere tierische Barbareien. Ich weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll. Auf jeden Fall schafft die Autorin mit ihrer Erzählkraft eine unglaubliche Atmophäre, die mich gefesselt hat. Was ich allerdings von der bunten Mischung verschiedenster Genres nicht behaupten kann. Der Inhalt enthält kriminalistische Ansätze, Fantasy, schwarzen Humor, mystische Figuren und übernatürliche Fähigkeiten. Das erfordert vom Leser schon eine gewisse Fähigkeit, Wahrheit und paranormale Dinge nicht zu hinterfragen, sondern die gemeinsame Koexistenz als gegeben hinzunehmen. Ich bin sehr realistisch und daher haben sprechende Tote bei mir auch keine Chance.
Protagonist Mahony befragt auf seiner Suche nach der Wahrheit über seine Mutter nicht nur die Dorfbewohner, sondern auch die verstorbenen Figuren, mit denen er dank einer besondere Gabe kommunizieren kann. Wer nun lebendig oder tot war, hat sich mir nicht immer eindeutig erschlossen.
Daher bin ich bei diesem Werk mit meiner Beurteilung auch eher zwiegespalten.

Da es sich um ein Debüt handelt, gebe ich noch gerade 4 Sterne. Dieser Erzählstil ist etwas ganz besonderes und ich möchte gern mehr von der Autorin lesen. Vielleicht findet ihr nächstes Buch mal realistischere Anklänge, denn hier ging es doch recht speziell zu. Auch die Tierquälereien haben in Romanen nichts zu suchen.

  (23)
Tags: irland, nachforschungen, roman, tote   (4)
 

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118 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

thriller, rainer löffler, martin abel, gummersbach, brutal

Der Näher

Rainer Löffler
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.04.2017
ISBN 9783404174546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Thriller "Der Näher" ist der dritte Teil der Reihe um Fallanalytiker Martin Abel. Die Reihe von Autor Rainer Löffler erscheint im Bastei Lübbe Verlag.


Fallanalytiker Martin Abel wurde nach den letzten lebensgefährlichen Fällen von seinem Chef in eine etwas passivere Rolle gedrängt, er bildet junge Polizisten aus. Das ist jedoch nicht sein Ding und schliesslich schickt ihn der Chef ins ruhige Gummersbach. Dort liegen zwei Vermisstenfälle vor. Die Suche nach den Hintergründen der schwangeren Frauen wird jedoch alles andere als reine Routine und harmlose Aufklärung. Abel gerät erneut in eine brisante Geschichte, die seinesgleichen sucht.


Dieses Buch ist mein erstes von Rainer Löffler und so lerne ich Martin Abel kennen, der sich in die Psyche von Menschen hineindenken kann wie kein anderer. Ich hatte keine Probleme, mich  in die Geschichte ohne Vorkenntnisse hineinzudenken.

Abel wird zur Unterstützung nach Gummersbach geholt und aus seiner Perspektive erfahre ich die Fakten im Fall der vermissten Frauen. Aber es gibt noch weitere Perspektiven, die mir das Blut gefrieren liessen, nämlich die der Opfer und des Täters.

Rainer Löffler schreibt in einem sehr lebendigen und temporeichen Schreibstil, der sich hervorragend lesen lässt. Man hat nicht nur die Szenerie bildhaft vor Augen, sondern auch die schrecklichen Situationen der Opfer und die bizarre Welt des Täters. Gruseliger und fesselnder geht es kaum. Der Plot wirkt nicht sehr konstruiert, wobei der realistische Hintergrund schon sehr außergewöhnlich und bizarr ist. Dieser Thriller ist nichts für Zartbesaitete, aber es ist durchaus auszuhalten. Hier behauptet sich ein deutscher Autor mal gekonnt gegen seine amerikanischen Kollegen, bei denen die Dramatik und die Brutalität ja auch recht hoch angelegt ist.

Der Hauptprotagonist Martin Abel ist ein interessanter Charakter, mir hat sehr imponiert, wie tief er in den Fall gedanklich eintaucht und dabei private Dinge ausblenden kann. Aber auch seine Kollegin Doris Stange finde ich super, sie ist tough, körperlich unerwartet einsatzfähig und riskiert schon mal eine kesse Lippe, die mich mehrfach erheitert hat. Solche Ermittler braucht ein Thriller, wenn er komplett begeistern soll.

In diesem Buch gibt es viele Passagen, die sich in den Gedanken des Täters und auch des Fallanalytikers Abel abspielen. Dadurch tastet man sich langsam an die schwierige Hintergrundgeschichte des Täters heran und entdeckt gemeinsam mit Abel die gruseligsten Einzelheiten aus dem Täterleben. Eine fast unvorstellbare medizinische Sonderbarkeit liefert den Grund für die psychopathische Art des Täters. Dieser Thriller ist fesselnd, grausam und er erfordert starke Nerven, denn hier geht es in die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche und der medizinischen Abstrusitäten. 
 

Ein außergewöhnlicher Thriller mit einem etwas abstrusen Hintergrund, den ich nur harten Thrillerlesern empfehlen möchte. Aus diesem Holz müssen Thriller geschnitzt sein, um volle 5 Sterne zu verdienen.

  (57)
Tags: fallanalytiker, schwangere tote, stuttgart, thriller   (4)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

gefühle, kurzgeschichten, glück, liebe

Herzblätter

Anna McPartlin , Juliet Ashton , Mia Morgowski , Sofie Cramer
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.01.2017
ISBN 9783499291135
Genre: Romane

Rezension:

In "Herzblätter" geben sich 5 namhafte Autorinnen ein Stelldichein und erzählen kleine Geschichten vom Glück. Die Sammlung erscheint in einem wunderschön gebundenen Büchlein im Rowohlt Verlag.

Wege zum Glück gibt es viele.
Hier erzählen fünf Bestseller-Autorinnen von den Umwegen, die oft nötig sind, um das Glück auch zu erkennen.
Amüsant, gefühlvoll, nachdenklich, heiter.

In diesem Buch:
Anna McPartlin: «Das Sommerwunder»
Juliet Ashton: «Ein gutes Mädchen»
Mia Morgowski: «Ein Mann sieht rot»
Sofie Cramer: «Ein abgefahrener Sommer»
Britta Sabbag: «Sommer für Aussteiger»

Dieses Büchlein ist wunderschön, besonders mit seinen Herzen auf dem Cover vermag es sofort zu verzaubern. Kann das der Inhalt auch leisten?

Wie immer bei Sammlungen ist die Bewertung schwierig, denn nicht jede Geschichte, jeder Erzählstil stellt den Leser gleichermaßen zufrieden.
Inhaltlich geht es um das persönliche Glück, aber auch um Krankheiten und Gefühle und besondere Erlebnisse.
 
Bei dieser kleinen Sammlung von fünf Geschichten hat mich "Das Sommerwunder" von Anna McPartlin am meisten berührt. Sie erzählt von Patricia, die gesundheitlich ein schweres Los gezogen hat, da hilft nur noch ein Wunder. Ihr Schicksal ist sehr tragisch, auch ist es sehr ehrlich geschrieben und zeigt die Situation ungeschönt. Dennoch wirkt die Erzählung nicht traurig und desillusioniert. Anna McPartlin hat ein Händchen für Geschichten, die das Leben schreibt.  

Juliet Ashtons Geschichte liest sich wie ein Tagebuch mit Einblicken in Lebensabschnitte von Serena. Der Schreibstil ist toll, die Story hat auf mich einen etwas getrübten Nachgeschmack.

"Ein Mann sieht rot" ist der Knaller des Buches. Mia Morgowski zeigt den Selbstversuch eines Mannes mit Bräunungcreme, man kann sich schon vorstellen, dass hier nicht alles wie geplant abläuft. Ich habe mich gut amüsiert.  

In "Ein abgefahrener Sommer" geht es um eine schicksalhafte Begegnung im Zug, die mir irgendwie bekannt vorkam. Dennoch wunderschön geschrieben und auf seine Weise eine traumhafte Story.

Britta Sabbag konnte mich mit ihrer Geschichte in eine lockere Sommerzeit hineinziehen. Heiter und unbeschwert ging es hier voran.

Diese Sammlung ist ein hübsches Geschenk für eine nette Freundin. Ob tragisch, amüsant, heiter oder nur unbeschwert, jede Geschichte hat ihre besondere Aussage.
 

  (86)
Tags: gefühle, glück, kurzgeschichten, liebe   (4)
 

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52 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

toskana, krimi, todsünden, maremma, stefan ulrich

Die Morde von Morcone

Stefan Ulrich
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.05.2017
ISBN 9783548289243
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Die Morde von Morcone" ist der Titel des ersten Krimis aus der Feder von Stefan Ulrich, der in der Toskana spielt. Das Buch erscheint im Ullstein Verlag.

Robert Lichtenwald ist Wirtschaftsanwalt aus München und zieht sich in sein Rustico in Morcone in der Toskana zurück. Dort will er eine Auszeit von seiner Ehe nehmen, zur Ruhe kommen und in seinem Garten werkeln. Mit seinem Nachbarn, dem Conte, unternimmt er Spaziergänge in die Natur und prompt stolpern sie über eine Leiche. Diese trägt einen eingeritzten Buchstaben am Körper und schon bald finden sich weitere Leichen mit ebensolchen Buchstaben. Ist hier ein Serienmörder am Werk? Lichtenwald wird unweigerlich gemeinsam mit der Lokalreporterin Giada Bianchi in die Ermittlungen involviert.


Stefan Ulrich kenne ich von seinem heiteren Familienroman "Quattro Stagioni", daher war ich gespannt auf den ersten Krimi des Autors.

Er lässt seine Handlung in der Maremma, dem Süden der Toskana, stattfinden und führt damit den Leser in ein landschaftlich reizvolles Gebiet mit Weinanbau, Olivenhängen und Zypressen. Wie sehr er mit dieser Gegend verbunden ist, wird aus den häufigen italienischen Phrasen, diversen Landschaftsbildern und dem allgegenwärtigen Maremma-Flair überaus deutlich. Als Leser taucht man intensiv ein in das italienische Lebensgefühl, erlebt die Essen mit guten Weinen und die Barabende mit einem Pisco Sour. Doch ein Mörder geht um, den es um jeden Preis aufzuhalten gilt, ehe noch mehr Menschen zum Opfer fallen.

Der Krimi an sich hat mich mit dem fanatisch agierenden Täter, dem inhaltlichen Bezug auf die Saligia, die sieben Todsünden und zu Savonarola doch ziemlich gruseln lassen. Für mich stellte sich gedanklich schnell der Vergleich zu Dan Browns bekanntem Werk Inferno.
Doch dieser Krimi ist anders als Browns Thriller. Hier geht es mehr um die Menschen, die hier in diese Ermittlungen hineingezogen werden und die Aufklärung der Mordserie. Doch auch die philosophischen Betrachtungen der Protagonisten, bei denen sie Epikur, Pythagoras und Nietzsche zitieren, geben der Geschichte gedanklichen Tiefgang.

Lichtenwald ist eher ein ruhiger Vertreter, intelligent und bodenständig, sein buntes Pendant ist in diesem Fall die temperamentvolle Giada Bianchi, die mit ihren feuerroten Haaren, ihrer Kenntnis von Kräutern und ihren Hexenohrringen schon fast an eine Zauberin erinnert. Beide verstehen sich bestens, persönlich sind sie daran interessiert, den wahren Täter zu finden und so bilden sie ein ausgezeichnetes Ermittlungsteam. Denn auf die Arbeit der Polizei kann man sich hier wohl nicht verlassen, die macht eher einen laschen Eindruck mit ihren Dorftölpeln vom Dienst.

Hier begeht ein Mensch Morde aus fanatischen religiösen Gründen, das wird schnell klar, also muss er auch einen ebensolchen Hintergrund haben. Schon früh ahnte ich, wer hier der Täter und damit selbsternannte Rächer sein musste.

Das ist aber auch der einzige Nachteil. Ansonsten habe ich besonders das spannende Finale des Krimis und die Toskana im allgemeinen sehr genossen. Vielleicht hätten die eingestreuten Italo-Sätze noch mit Fußnoten erklärt werden können, aber sie sind für das Verständnis auch nicht so sehr von Belang.

Für Toskana-Liebhaber bestens geeignet. Ein guter, logisch aufgeklärter, spannender Krimi, der mit seinem Ermittlerteam gut unterhält.
 

  (71)
Tags: lebenskrise, maremma, toskana   (3)
 

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

psychologischer thriller, themse, thriller

Mörderischer Freitag

Nicci French , Birgit Moosmüller
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 10.04.2017
ISBN 9783328100119
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Mörderischer Freitag" ist der 5. Band der Thriller-Reihe von Autoren- Duo Nicci French. Die Reihe erscheint im Penguin Verlag.

Frieda Kleins Ex-Lebensgefährte Sandy wird ermordet in der Themse aufgefunden. An seinem Handgelenk trägt er ein Patientenarmband
mit ihrem Namen. Frieda ist tief getroffen und wird Tatverdächtige angesehen. Doch bevor es zur Anklage kommt, hat Frieda Klein sich abgesetzt und ermittelt auf eigene Faust.

Bei dieser Buchreihe bin ich mit diesem Band, immerhin Nr. 5,  sozusagen als Quereinsteiger eingestiegen. Keine gute Idee, wie sich beim Lesen herausgestellt hat.

Aber von vorn. Der Thriller beginnt mit einem grandiosen Prolog, in dem das Kind Kitty die Hauptrolle spielt. Leider ist im folgenden Buch nie wieder die Rede von dieser Kitty.

Der erste Mordfall geschieht und die Spuren des Ermittelnden Detectives Hussein und Bryant führen zu Dr. Frieda Klein. Sie war vor einiger Zeit mit dem Toten liiert, hatte sich aber von ihm getrennt. War sie wirklich die Täterin?

Bis zu diesem Zeitpunkt war ich noch voll bei der Sache und der Thriller zog mich mit sich. Doch dann begann Frieda Klein, die von der Polizei für schuldig gehalten wird, selbst zu recherchieren. Sie taucht unter und irrt scheinbar ziellos durch London, sucht Bekannte des Toten auf, die sie befragt.

Diese Frieda Klein ist für mich eine merkwürdige Person, sie wird in diesem Buch leider nicht näher beschrieben, aber sie nahm wie selbstverständlich den Platz der Protagonistin ein. Eine Figur, die auf mich so unbeschrieben wirkt wie ein leeres Blatt. Hier stellte sich mir die Frage, ob man diesen Band ohne Vorkenntnisse überhaupt lesen kann. Ich widmete mich weiter Friedas Ermittlungen, nebenbei hätte ich gerne selbst mitgerätselt, aber die weiteren Figuren erschienen wie aus dem Hut gezaubert und so verwirrte mich das Ganze mehr und mehr. Wer ist diese ominöse Figur von Dean Reeve? Leider muss die Lösung dieser Frage in Teil 1-4 versteckt sein.

Erschwerend kam noch die Geschichte mit Frieda als Kindermädchen hinzu, dort gibt es den 2-jährigen Ethan, dessen Reifezustand leider so gar nicht seiner Altersklasse entspricht. Hier fehlt den Autoren wohl der echte Vergleich mit Kindern diesen Alters. 

Ich konnte weder Lesespaß, geschweige denn echten Thrill bei diesem Buch fühlen. Daher vergebe ich nur zwei Sterne, denn ehrlich gesagt, ich bin richtig enttäuscht.

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Tags: psychologischer thriller, themse, thriller   (3)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

leuchtturm, ostfriesland, krimi, mord

Mordskuss

Ulrike Busch
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Klarant, 05.05.2017
ISBN 9783955736279
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Mordskuss" ist der zweite Band der Ostfrieslandkrimireihe von Ulrike Busch. Der Krimi erscheint im Klarant Verlag.

Auch wenn das friesische Dorf Pilsum sehr beschaulich ist, gemordet wird auch dort. Direkt nebem dem Leuchtturm wird die Leiche einer attraktiven Frau gefunden, sie wurde brutal erdrosselt. Doch warum trägt sie auf ihrer Stirn einen Lippenstift-Abdruck in Form eines Kussmunds?
Tammo Anders und Fenna Stern von der Kripo Greetsiel bearbeiten den Fall und finden Spuren, die zum Hotel Friesenliebe führen. Dort treffen sich Partnersuchende aus der Region zwecks Kennenlernen. Ist der Täter unter den Hotelgästen zu finden? Schon bald geschieht der nächste Mord. Der Druck auf die Ermittler wächst.


Nach dem ersten Band "Tod am Deich" war ich gespannt, wie es mit dem Ermittlerteam Anders und Stern weitergeht.

Wieder gefällt mir Fenna Stern mit ihrer ruhigen Art recht gut, sie ist einfühlsam und geht bei ihren Befragungen sensibel vor. Sie verlässt sich aber auch auf den, wenn es sein muss, derben Ton ihres Kollegen Tammo, der schon mal ein Machtwort spricht und rüde Personen in die Schranken weist. Man merkt, wie sie sich privat immer sympathischer werden und näher zusammenwachsen. Tammo ist dabei schon etwas zurückhaltend, der Ostfriese in ihm ist halt nicht so feurig. Dazu passt gut der Hund Buddy, sozusagen als Dritter im Bunde. 

Zum Kriminalfall möchte ich anmerken, dass mir die Idee, aus einem Liebeshotel eine Mörderfalle zu machen, ausgesprochen gut gefällt. Da suchen Singles einen Lebenspartner und die große Liebe und finden eher Eifersucht, Zank und Hass.
In diesem Krimi gibt es zwar brutale Tathergänge, diese werden aber ziemlich unblutig geschildert.
Die meisten Charaktere finde ich sehr unterhaltsam und vielseitig, man kann sich gut in sie hineindenken und jeder für sich könnte ein Täter sein, soviel steht schon mal fest. Aber es gibt doch einige geschickte Schachzüge, die dann doch erst zum Ende eindeutig auf den Täter hinweisen.

Ulrike Buschs Schreibstil liest sich angenehm leicht und gängig und ihre Dialoge wirken sehr natürlich und lebensnah. Man kann der Handlung leicht folgen, die Personen sind gut gezeichnet und man kann sie gut einordnen.
Auch das Setting hat man durch einige stimmungsvolle Beschreibungen authentisch und gut vor Augen. Den regionalen Touch erhält die Story durch die tollen Cafés mit Friesentorte, Tee mit Kluntje, sowie den sagenhaften Krabben- und Fischbrötchen der Gegend. Da bekommt man richtig Urlaubssehnsucht nach der Nordsee.
Der Kussabdruck hat mich als einzige Sache etwas verwundert, denn dazu gehört schon etwas Überwindung, dem Opfer noch einen Kuss zu verpassen. 

Mit diesem Krimi träumt man sich trotz der Morde nach Ostfriesland. Es ist interessant zu sehen, wie die Ermittler sich auch privat näher kommen und zu welchen Gefühlen Menschen bei der Partnersuche fähig sein können.

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Tags: krimi, leuchtturm, mord, ostfriesland   (4)
 

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109 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

demenz, familie, amrum, liebe, jugendliebe

Immer wieder im Sommer

Katharina Herzog
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291111
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Roman "Immer wieder im Sommer" von Katharina Herzog alias Katrin Koppold erscheint 2017 im Rowohlt Verlag.

Anna ist seit fünf Jahren von Max getrennt und die gemeinsamen Töchter sollen die Ferien bei ihm verbringen. Sie möchte nach Amrum fahren und dort Jan, ihre unvergessene Jugendliebe wiedersehen. Also packt sie den VW-Bus und will die Mädchen bei Max abliefern. Doch dann meldet sich überraschend ihre Mutter, zu ihr besteht sein 18 Jahren kein Kontakt mehr. Es kommt wie es kommen muss, Anna sitzt am Ende mit ihren Töchtern und Max im Bus und die Mädchen lernen endlich ihre Oma kennen.

Dieser Roman erzählt von einer sommerlich anmutenden Fahrt an die See. Doch der Urlaub steht nicht an vorderster Stelle. Es geht mehr um das gelebte Leben, um Gefühle und die vertanen Chancen im Leben.
Wir lernen eine Familie kennen, die nur noch wenig Kontakt zueinander pflegt. Anna lebt mit ihren Töchtern Nelly und Sophie in München. Sie bekommt eine Nachricht von Frieda, die an Demenz erkrankt ist und ihre Enkelkinder noch nie gesehen hat. Vater Max, kann durch die Trennung von Anna das Aufwachsen seiner Töchter nur sporadisch verfolgen und beschliesst, Anna auf ihrer Fahrt zu Frieda zu begleiten. Dabei möchte Anna in erster Linie ihre Jugendliebe Jan wiedersehen, die Gefühle zu ihm lassen sie einfach nicht los und sie will sehen, was aus ihm geworden ist und ob sie wohl noch etwas für ihn empfindet, wenn sie sich treffen.

Katharina Herzog schreibt diesen Sommerroman sehr locker und flüssig und es wird zwar manchmal z. B. durch die Thematik Demenz sehr ernst, aber im Ganzen wirkt der Roman eher positiv und unterhaltsam. Man ist schnell in die Familienverhältnisse eingeweiht und fühlt mit den Charakteren mit.
Das bewirken besonders die häufigen Perspektivwechsel der unterschiedlichen Charaktere, man begleitet so die Gedanken und Gefühle der Figuren und versteht ihre inneren Beweggründe sehr gut. Man kann sich in die jeweiligen Figuren perfekt hineinversetzen und fühlt sich fast wie ein Teil der Famile.

In dieser Familie gibt es eine Grundsitutation, die mich von Anfang an gestört hat. 18 Jahre gab es keinen persönlichen Kontakt zwischen Anna und ihrer Mutter Frieda. Das kann ich gar nicht nachvollziehen, wie kann man die Kinder der Großmutter so vorenthalten? Dabei lag gar kein wirklich triftiger Grund vor. Anna wollte nur nicht auf dem elterlichen Hof verbleiben und ging zum Studium weg.
Doch dieses späte Wiedersehen brachte ihr die Erkenntnis, dass ihre Mutter durch die sich ausbreitende Demenz ihre Hilfe und Nähe benötigt. Der gemeinsame Urlaub an der See erfolgt zwar mit einigen Überraschungen, aber die Familie wächst dadurch wieder näher zusammen.
Mich haben besonders die Gedanken und Bemerkungen Friedas sehr berührt. In manchen Situationen wird ihr ihre Krankheit bewusst und ihre Äußerungen gehen mir tief unter die Haut. Es gibt ein Ende, soviel kann ich schon verraten, bei dem Frieda ihrer Tochter sozusagen das Glück zurückbringt.

Allgemein kann man sagen, hier geht es um Nachsicht, Rücksicht und eine Familie, die sich durch die Reise erst wieder neu kennen lernt.
 
"Immer wieder im Sommer" ist ein emotionaler Familienroman, der mich berührt hat und deutlich macht, welchen hohen Stellenwert die Familie doch im Leben von jedem einzelnen einnimmt.

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Tags: amrum, demenz, familienroman, frauenroman, jugendliebe, mutter und tochter   (6)
 

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(74)

136 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

rheinbach, hexenverfolgung, mittelalter, petra schier, hexen

Der Hexenschöffe

Petra Schier , ,
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2014
ISBN 9783499268007
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags: gerichtsbarkeit, hexenverfolgung, historisch, mittelalter   (4)
 

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64 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

scheidung, liebe, schwangerschaft, 2017, franka bloom

Anfang 40 - Ende offen

Franka Bloom
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.02.2017
ISBN 9783499272929
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Roman "Anfang 40 - Ende offen" von Autorin Franka Bloom dreht sich um eine Frau in der Midlife-Crisis. Das Buch erscheint im Rowohlt Verlag.

Vera Odermann ist 46, eine erfolgreiche Projektmanagerin und seit
25 Jahren verheiratet, als ihr Mann sie wegen einer jüngeren Frau verlässt. Sie wohnt nun mit ihrer Tochter Greta und hofft, bald wieder als Single, wenn Greta für ihr Studium auszieht, ihre persönlichen, lange Zeit verdrängten Wünsche ausleben zu können. Nicht mehr für andere kochen, allein feiern, bis der Morgen graut und mal nach Feuerland reisen. Das wäre schön!
Aber das Schicksal macht ihr einen Strich durch die Rechnung und sie lernt den jungen Referendar Paul kennen. Völlig verliebt stürzt sich Vera in ein neues Abenteuer

"Mit dem Alter ist das so eine Sache... 50 ist die neue 30, 70 ist das neue 50." Zitat Seite 7

Bei diesem Buch musste ich häufig schmunzeln, denn die Protagonistin ist zwar im Alter der beginnenden Wechseljahre, erlebt die ganze Palette von Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, aber sie benimmt sich noch lange nicht angepasst und abgeklärt. Sie erlebt einen Neuanfang, den sie sich so nicht gewünscht bzw. in ihren kühnsten Träumen vorgestellt hatte. Sind das jetzt schon die Auswirkungen von Hormonstörungen oder ist Vera einfach nur eine abgedrehte Type, frage ich mich mehrfach.
Doch Veras Leben wird durch einige Veränderungen völlig auf den Kopf gestellt und sie hinterfragt dabei schon ihre weiteren Vorhaben und Lebensziele. Sie macht es sich nicht leicht, ergreift ihre Chance auf ein ganz besonderes Glück und kommt damit nicht bei allen gut an.
Ich kann mich zwar nicht mit Veras Person identifizieren, aber ich bewundere sie für ihren Mut. Wenn die Midlife-Crisis einen Neubeginn auslöst, muss man das Beste draus machen und das tut Vera. Für sie ist das ein chaotischer Lebensabschnitt, für mich als Leserin einfach nur humorvoll und absolut unterhaltsam.

Von allen Charakteren sind besonders die Freundin Ursel und Tochter Greta sehr liebenswert dargestellt und genauso wünscht man sich Freundin und Tochter.

Auch wenn sich die Handlung etwas in die Länge zieht und ich mir so ein Leben nicht persönlich wünsche, so hat mir doch die Umsetzung des Themas ältere Frau mit jüngerem Mann gut gefallen und ich wurde gut unterhalten.
Man erlebt mit Vera ständig neue Katastrophen und dennoch behält sie die Fassung, nimmt ihr Leben und das der anderen Beteiligten in die Hand und zieht es durch, ihren Neuanfang mit neuem Glück.

Dieser Roman soll Frauen nicht nur unterhalten, er soll ihnen auch Mut zusprechen, in Krisensituationen nicht zu verzagen, sondern auf das Glück zu hoffen und es gegebenenfalls auch zu ergreifen.

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Tags: frauenroman, midlife-crisis, trennung   (3)
 

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122 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

liebe, garten, gegen liebe ist kein kraut gewachsen, trauer, gärtnern

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen

Abbi Waxman , Katharina Naumann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.03.2017
ISBN 9783499272769
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags: gemüsegarten, liebe, neuanfang, roman   (4)
 

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gewürze, kochbuch, kochen, kreative gewürzküche

Gewürze

Lior Lev Sercarz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei DVA, 17.04.2017
ISBN 9783421040664
Genre: Sachbücher

Rezension:

Lior Lev Sercarzs erstes Buch "Gewürze" veröffentlicht der DVA Verlag im April 2017. Für die Fotos ist der Food-Fotograf Thomas Schauer verantwortlich. 

Lior Lev Sercarz wird angepriesen als New Yorker Spice-Guru. Lior wurde 1972 in Israel geboren, entwickelte als Teenager seine eigene Gewürzmischung, um fades Essen damit aufzupeppen, absolvierte seinen Dienst in der Küche der israelischen Armee und später probierte er auf seinen Reisen durch die Welt die regionalen Gewürze. Die Liebe zu den Gewürzen hatte ihn erwischt. Nach seiner Kochlehre arbeitete er unter Olivier Roellinger in Cancale in der Bretagne, später unter Daniel Boulud in New York. Immer weiter entwickelte er seine Leidenschaft für Aromen, Gerüche und Geschmacksnoten, bis er schliesslich seinen eigenen Laden eröffnete. In seinem Gewürzladen La Boite verkauft er seit 2009 weltweit seine eigenen Gewürzkompositionen. Die Idee zu diesem Buch entstand aus der Überzeugung heraus, dass nur wenige Menschen über Gewürze Bescheid wissen. Sein Anliegen war es, darüber zu informieren, woher die Gewürze stammen, wie sie angebaut werden, wie sie aussehen und wofür sie in der Küche verwendet werden können.

"Mein Ziel ist es, jeden zu ermutigen, etwas Neues auszuprobieren, die nächste Stufe des Kochens zu erreichen und die Küche als unerschöpfliche Inspirationsquelle zu erfahren." Zitat Seite 13

Dieses Buch ist schon optisch eine Augenweide, es ist recht groß, liegt aber noch gut in der Hand.

Es beginnt mit einleitenden Worten über den Werdegang von Lior Lev Sercarz, dann erklärt er seine Gewürz-Philosophie, es folgen Infos über die Geschichte der Gewürze und Infos über Trocknung, Röstung und Mischung von Gewürzen bis zur perfekten Mischung. Worauf sollte man beim Kauf von Gewürzen achten und wie erfolgt die Aufbewahrung am besten. Vor- und Nachteile gibt es jedoch bei Glas, Metall, Plastik und Holz.

Nach diesen theoretischen Bereichen folgen nun in alphabetischer Reihe 102 Gewürze, die jeweils auf einer Doppelseite vorgestellt werden. Wir erfahren ihren gebräuchlichen Namen, die lateinische Bezeichnung, sehen eine Zeichnung der Pflanze oder des Blütenstandes, Wurzel, Schote oder anderem. Die Herkunft und die traditonelle Verwendung wird erklärt, ein Foto zeigt die Pflanze in Farbe und besondere Rezeptideen und schnelle Mischungen geben Auskunft zur jeweiligen Anwendung. Welche Teile der Pflanze können verwendet werden, wie sehen Geschmack und Aroma im speziellen aus und besonders interessant ist die Rubrik Wissenswertes, dort werden auch Heilwirkungen etc. vorgestellt.

Der Gewürzteil beginnt mit A wie Ajowan aus Südindien und endet bei Z wie Zitwerwurzel aus Süd-Ostasien. Doch neben diesen wohl eher unbekannten "Exoten" gibt es viele bei uns gebräuchliche Gewürze und Kräuter wie Kamille, Liebstöckel, Minze, Muskatnuss, Petersilie, Pfeffer, Piment, Rosenblüten, Rosmarin, Safran, Salbei, Schnittlauch, Sesam, Sternanis und viele andere mehr. Sogar Fenchel, Galgant, Granatapfel und Ingwer. Hier ist wirklich alles vertreten.

Man schwelgt in einem bunten Potpourri von unterschiedlichen Geschmacksverstärkern und nimmt Platz auf den Märkten dieser Welt. Ich habe viele neue Anregungen und mir unbekannte Pflanzen gefunden, das Stöbern und Blättern im Buch macht wirklich Spaß und regt an, so einige Rezepte nachzukochen.

Schliesslich werden klassische Mischungen vorgestellt wie Jerk, Garam Masala, Tandoori, Ras El-Hanout, Dukkah und Glühweingewürz. Ein übersichtliches alphabetisches Register beschliesst das Buch.

Neben dem interessanten Gewürzteil ist das Buch außerdem sehr ästhetisch aufgemacht und eindeutig gegliedert. Schon das Blättern und das Entdecken von fremden und heimischen Gewürzen, Mischungen und Rezeptideen macht einfach Spaß und man möchte alles ausprobieren und in der eigenen Küche anwenden.

Eine zauberhafte Reise durch das Universum der Gewürze. Früchte, Körner, Blüten, Stengel und Wurzeln, die den Geschmack von Gerichten erst vollkommen machen können.

Dieses Buch ist ein Schmuckstück für Pflanzen- und Gewürzfreunde! Eine Augenweide und inhaltlich überwältigend in seiner Vielfalt von Würzmöglichkeiten! Einfach nur toll!
 

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Tags: gewürze, kochbuch, kreative gewürzküche   (3)
 

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boxen, usa, gegenwartsliteratur, kalifornien, klassiker

Fat City

Leonard Gardner , Gregor Hens
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 11.04.2017
ISBN 9783351050399
Genre: Romane

Rezension:

Dem amerikanischen Autor Leonard Gardner gelang mit "Fat City" 1969 der Durchbruch, der Roman wurde 1972 verfilmt. Die Neuübersetzung durch Gregor Hens erscheint 2017 im Blumenbar Verlag.

Es gibt immer jemanden, der kämpfen will.
In einer Zeit höchster Arbeitslosigkeit und ohne Chancen auf geregeltes Einkommen, hat in der Californian-Working-Class der Wunsch nach Glück, Anerkennung und dem gesellschaftlichen Aufstieg oberste Priorität. Billy Tully versucht seinen persönlichen Traum als Boxer zu erreichen.

"An El Dorado...standen an den warmen Sommerabenden Hunderte von Erntehelfern und Arbeitslosen herum. Sie unterhielten sich, schauten herum, ließen sich von einer Bar in die nächste treiben, in Spielhallen, Imbissbuden, Billardsalons, Schnapsläden und Kinos..." Zitat Seite 105

Billy Tully ist einer von vielen, die ihrem Wunsch nach dem großen Glück hinterherrennen. Fat City ist sein Ziel. Er versucht es mit Boxen, hat Erfolg, dann aber wieder eine Durststrecke von Niederlagen zu überstehen. Auch seine Beziehungen zu Frauen sind nicht von Dauer. Die große Liebe erkennt er erst, als es dafür zu spät ist.

Das Buch ist in einer melancholisch klingenden Sprache verfasst und es liest sich dem Zeitgeist entsprechend sehr stimmig, am Beispiel einiger junger Männer werden die Probleme von Tagelöhnern und Erntehelfern spürbar deutlich gemacht. Sie brauchen Geld, nehmen jede Arbeit auf, um über die Runden zu kommen und versaufen dann ihr hart verdientes Geld oder gehen in den Spielsalon. Ein wahrer Teufelskreislauf für den, der sich hier nicht im Griff hat.

Die Übersetzung finde ich super gelungen, man spürt nicht nur den Zeitgeist, sondern hört auch die einfache und grobe Sprache der Kalifornischen Arbeiter. Man sieht die Tagelöhner in großen Pulks nach Jobs anstehen und erlebt die schwere körperliche Arbeit authentisch mit. Besonders die Boxszenen wirken sehr realistisch und man meint, direkt am Ring dem Kampf zuzuschauen. Jedoch erscheint mir die gesamte Story als zu trist. Der Traum vom Glück zerplatzt wie eine Seifenblase, der Protagonist bleibt mit seinen Träumen auf der Strecke. So hart schlägt das Leben zu, die Suche nach dem persönlichem Glück verliert sich irgendwo zwischen Boxring, Hilfsarbeiterjobs und Sauftouren. Auch mit den Frauen hat er kein Glück, zu unstet ist sein Charakter, zu wage sein Gefühl für eine dauerhafte Bindung.

Es ist nicht nur ein amerikanischer Traum, von ganz unten nach oben zu gelangen. Vom Tellerwäscher zum Millionär, dieses Ziel ist zu schaffen. Wie aktuell diese Thematik ist, das merkt man gerade in der heutigen Zeit wieder nur allzu deutlich.
Für bildungsarme Schichten bieten sich gerade im Sport viele Chancen, den Sprung nach oben zu gewinnen. Wer hier Erfolge zeigt, kann es schaffen, sich seinen sicheren Platz im Leben zu erkämpfen. Aber auch wer einmal oben war, kann umso tiefer wieder fallen. Jedoch, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Diese interessante Milieustudie aus Amerika zeigt Menschen mit der Hoffnung auf das persönliche Glück, sie wollen den Weg von ganz unten nach oben zu schaffen.

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Tags: armut, gegenwartsliteratur, melancholie   (3)
 

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new york, drogen, restaurant, alkohol, gastronomie

Sweetbitter

Stephanie Danler , Sabine Kray
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 11.04.2017
ISBN 9783351036720
Genre: Romane

Rezension:

Der Debütroman "Sweetbitter" von der jungen amerikanischen Autorin Stephanie Danler erscheint 2017 im Aufbau Verlag.

Die 22-jährige Tess hat ihr Literaturstudium beendet und will endlich etwas erleben, deshalb zieht sie vom Land in die Großstadt New York. Dort findet sie einen Job als Hilfskellnerin in einem angesagten Szene-Restaurant und taucht ein in ein Leben voller Genuss und Leidenschaft.


"Bei Geschmack, sagte Chef, geht es immer um Ausgewogenheit.Das Saure, das Salzige, das Süße, das Bittere. Deine Zunge verfügt jetzt über die entsprechenden Codes." Zitat Seite 25

In "Sweetbitter" verarbeitet Stephanie Danler ihre eigenen Lebenserfahrungen aus der Welt der Gastronomie. Sie führt dem Leser vor Augen, welch rauer Ton in dieser Branche herrscht und wie hart der Job als Kellnerin ist. Gleichzeitig zeigt sie wie Essen in feinen Restaurants zelebriert wird, die Nahrungsaufnahme wird zum Genuss erhoben. Mit ihren köstlich beschriebenen kulinarischen Genüssen schärft sie die Sinne des Geschmacks und erklärt die unterschiedlichen Wirkungen auf die Geschmacksknospen und gibt Einblicke in edle Weine und Servierkunde.
Denn als Gast möchte man verwöhnt werden, dazu gehört neben einem guten Essen mit passenden Weinen auch ein angenehmer Service. 

"Die Gastfreundschaft schien ihnen angeboren zu sein. Die Bedürfnisse anderer hatten Vorrang, ihr Service war mehr als bloße Illusion, er ist ein wahrhaftiger Ausdruck von Empathie. Allein für dieses Gefühl, für das Gefühl, dass man sich um sie kümmerte, kamen die Leute immer wieder. " Zitat Seite 130

Tess möchte New York erleben, doch sie ist mittellos und braucht als erstes einen Job. Als Hilfskellnerin taucht sie in die Gastro-Szene ein und gibt sich den Verführungen der Großstadt hin. Sie ist eine Unschuld vom Lande und vieles ist für sie neu, doch sie probiert alle sich ihr bietenden Verlockungen aus: Alkohol, Sex und Drogen. Sie nimmt alles mit. Zu ihren Kollegen, der Kellnerin Simone und Barkeeper Jake, hat sie ein besonderes Verhältnis.

Der Autorin nimmt man ihre persönliche Hommage an den Genuss anhand ihrer bildhaften Darstellung der Austern, Gerichte und Weine authentisch ab. Man merkt ihr diesbezüglich ihr Wissen an und taucht in diese Szene der Edel-Restaurants mit ein. Ich habe die Geschmacksexplosionen von Süß, Sauer, Bitter und Salzig gut mitempfinden können und sie genossen.

So wunderbar die Genussdetails auch auf mich gewirkt haben, das wilde, exzessive Leben der Mitarbeiter konnte mich nicht mitreissen. Ständig war die berufliche Belastung an ihrer Höchstgrenze, Tess hat scheinbar kaum Freizeit und wenn, erlebt sie die im Rausch oder auf Drogen. Ich konnte mich nicht so sehr in sie hinein versetzen, sie blieb mir fremd und auch ihre Beziehung zu Jake entwickelt sich seltsam und reichlich oberflächlich. In diesem Jahr in New York scheint sich Tess nicht sehr viel weiter entwickelt zu haben, sie erlebt, sie geniesst, sie leidet und am Ende ist man froh, dass sie ihre Drogeneskapaden auch überlebt.

Mir erscheint dieser Roman wie ein Blick vor und hinter die Kulissen der Gastronomie. Der zahlende Gast geniesst seinen geregelten Tagesablauf mit einem guten Essen, die dienstbaren Geister leben allerdings mit ihren späten Arbeitszeiten eher neben der Normalität.


Da mich die Handlung nicht ganz überzeugen konnte, bleibt mit diesem Debüt ein bittersüßer Nachgeschmack. Es ist dennoch ein interessantes Buch, dem man die wilde Lust auf das Leben anmerken kann.

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Tags: essen, genuss, kellnern, new york, roman   (5)
 

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landleben, new york, roman, fotografin, neuanfang

Ein Jahr auf dem Land

Anna Quindlen , Tanja Handels
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.02.2017
ISBN 9783328100140
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: landleben, neuanfang, new york, roman   (4)
 

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kochbuch, kochen, einfach, lecker, gemüse

Smart Cooking

Björn Freitag , Hubertus Schüler
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.04.2017
ISBN 9783954531288
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das großformatige Kochbuch mit dem Titel "Smart Cooking - Einfacher geht´s nicht" von Björn Freitag erscheint im April 2017 im Becker Joest Volk Verlag.

Für die jeweils eine Buchseite einnehmenden appetitlichen Fotos ist Hubertus Schüler verantworlich.

Björn Freitag kenne ich von seinen Kochauftritten im TV. Obwohl er ein Sternekoch ist, so finden sich in seinen Beiträge doch immer bodenständige Gerichte und er wirkt als Typ immer sehr natürlich und normal. Umso gespannter war ich auf sein neues Kochbuch "Smart Cooking", denn auch wenn ich gern koche, so mag ich keine großen Experimente und eher die einfache Landhausküche. Einfach Kochen, geht das? Wir werden sehen!

Mit "Smart Cooking"  trifft er genau meinen Kochgeschmack. Einfache Zutaten, wenige Handgriffe und Kochutensilien und dennoch schmackhafte Küche wird hier geboten. Zwar gibt es einige sehr einfache Gerichte, wie Toast und Würstchen im Schlafrock, die kann aber auch der blutigste Anfängerkoch zubereiten. Ansonsten findet sich unter einer große Vielfalt an Gerichten für jeden Geschmack etwas. Die Gerichte sind hübsch angerichtet, die Fotos überzeugen schon allein vom Anblick und machen Appetit. Auch die Anleitungen sind gut verständlich und klar beschrieben und es werden nur bekannte Zutaten verwendet. Hier gibt es kein Chichi, sondern nur bodenständige Küche und einige vorbereitete Produkte aus der Convenience Küche wie Tiefkühlware oder Trockenprodukte.

Es geht los mit einer Basicsliste. Raffiniert erscheint hier die Zutatenaufteilung in Basics und frische Zutaten. Das erleichtert das Einkaufen auf einen Blick.

Einfaches mit Fleisch: Rindergulasch mit Rotwein, Rinderfilet, Bratwurst und Chili. Von fein bis alltäglich ist alles dabei.

Sauerkraut mit Mango und Kassler klingt toll. Würstchen im Schlafrock finde ich etwas abgedroschen. Lamm mit Aubergine ist dagegen moderner. Es fehlen häufig die Beilagen, wie bei den Kalbsrouladen, aber die stellen ja keine großen Anforderungen an die Fähigkeiten eines Kochs.

Einfaches mit Geflügel: Brokkoli, Bergkäse und Hähnchenschinken, das klingt pikant und dennoch simpel. Blumenkohl, Hähnchen mit Cachewkernen in Kokosmilch möchte ich definitiv nachkochen.

Einfaches mit Gemüse: Pilze mit Schupfnudeln

Einfaches mit Fisch und Meeresfrüchten: Zander, Shrimps oder Gambas, geräucherte Forelle, Bananen Curry mit Blumenkohl und Lachs oder aber der gute alte Brathering... Wer hier nichts findet, dem ist nicht zu helfen.

Einfache Suppen und Salate:

Bei der Zitronengras-Curry-Garnelen Suppe zeigt sich der Sternekocheinfluss schon eher. Der Salat aus Nordseekrabben mit Eiern, Avocado und Feldsalat punktet schon allein durch die norddeutschen Krabben.

Grundrezepte:

Nudeln, Pesto, Puffer, Pizzateig, über ein paar Grundkenntnisse sollte jeder Hobbykoch verfügen.

In diesem Kochbuch zeigt der Sternekoch, wie einfach Hausmannskost sein kann, lecker aussehen und schmecken natürlich ebenfalls.

Ohne großen Aufwand kann man schnell, einfach und köstlich kochen. Dieses Buch erhält meine volle (Koch-) Sternezahl! Wer ein neues Lieblingskochbuch sucht, der sollte sich dieses Werk einmal ansehen!

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Tags: essen, frische zutaten, kochbuch   (3)
 

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rügen, krimi, romy beccare, katharina peters, serie

Deichmord

Katharina Peters
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.03.2017
ISBN 9783746632926
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Deichmord" ist der sechste Teil der Rügen-Krimi-Reihe von Autorin Katharina Peters. Die Reihe erscheint im Aufbau Verlag.


Auf Rügen stehen die belieben Störtebeker-Festspiele an, ein Touristenmagnet erster Güte. Die Polizei ist jedoch in Alarmbereitschaft, denn eine Terrorwarnung scheint dieses Ereignis zu überschatten. Doch die Ermittlungen verlaufen im Sand. Kommissarin Romy Beccare stößt bei ihren Nachforschungen auf mysteröse Vermisstenfälle von zwei jungen Frauen, die beide im Gästehaus Magold in Ralswiek gewohnt haben. Wollte mit diesem Terrorhinweis nur jemand die Polizei zum Ermitteln in genau diesen Fällen anhalten? Romy findet noch mehr Details, die in der Vergangenheit einfach nicht weiter verfolgt wurden.

Dieser Krimi führt wieder nach Stralsund und Umgebung und der regionale Aspekt wird vor allen Dingen in der Stimmung der Schauplätze am Meer und bei den kulinarischen Details aufgegriffen.

Die Idee mit der Terrorwarnung hat mich sofort interessiert, diese Thematik ist extrem brisant und ich hatte gleich hohe Erwartungen an das Buch. Wie dann die Handlung mit diesem Thema verknüpft wurde, ist zwar raffiniert, aber doch eher unspektakulär zu nennen. Die Familiendramen der Nachwendezeit sind das eigentliche Thema.

Es geht mit den Ermittlungen zu sehr in die Vergangenheit, dazu müssen unzählige Personen befragt werden, das macht das Ganze doch eher mühselig nachzuverfolgen. Erst langsam erkennt man immer mehr Verbindungen unter den Befragten. Wer mit wem in Beziehung stand und welche weiteren Verflechtungen unter den Figuren bestehen, ist echt mühselig zu behalten. Dazu kommen noch die reichlich vorhandenen Ermittler, die allerdings im Anhang näher beschrieben werden. Auch wenn ich konzentriert gelesen habe, so fühlte ich mich teilweise wie in einem Ratespiel und dabei geht natürlich die Spannung doch sehr verloren. Für mich wirkten die Mordfälle eher mit zu vielen Verbindungen zusammenkonstruiert.


Leider konnte mich "Deichmord" nicht vollständig überzeugen. Auch fehlt mir der inhaltliche Bezug zum Titel völlig.
 

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Tags: anschlag, krimi, rügen, terrorwarnung   (4)
 

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humor, wien, österreich, theo, biographie

Theo

Daniel Glattauer
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 26.07.2010
ISBN 9783552061408
Genre: Humor

Rezension:

Daniel Glattauer hat in "Theo. Antworten aus dem Kinderzimmer" 2010 ein humorvolles Buch über seinen Neffen Theo geschrieben, es erscheint im Deuticke Verlag.


"Der Versuch einer abgasfreien Erziehung ist kläglich gescheitert.
Theo liebt Autos. ...Ohne Autos hätte das Leben für Theo keinen Sinn." Zitat Seite 104


Glattauer liefert mit seinem Buch eine literarische Begleitung der Kindheit seines Neffen Theo. Mit einigen amüsanten und lebensnahen Beschreibungen zeigt er dessen Entwicklung, Erlebnisse, Sprachvermögen und Kindermund von Geburt an bis zum 14. Lebensjahr. Ein wenig erinnert mich das Ganze an den Film "Guck mal, wer da spricht".
Wer Kinder hat, findet hier viele Parallelen zum selbst Erlebten und freut sich über diese Einblicke ins fremde Kinderzimmer.

Die Anekdoten und Erlebnisse Theos haben mich sehr an die Kindheit meiner eigenen Kinder erinnert und ich musste häufig schmunzeln. Wie bei allen Kindern sind diese Bemerkungen witzig, werden aber sicher von den eigenen Angehörigen viel schöner gefunden als von Fremden.

Besonders amüsiert habe ich mich bei dem authentisch geschilderten Zoobesuch. Denn dort zeigt sich wie Theo und alle Kinder wirklich die Welt sehen. Es sind nicht die Seelöwen oder Flamingos, die für Kinder ins Blickfeld rücken. Es sind verlorene Handschuhe, Pfützen und Regenwürmer, die Kinder begeistern oder zumindest neugierig machen. Sie sehen das Naheliegende.

Glattauer zeigt auch, wie sein Neffe pädagogisch angeleitet wurde, natürlich nicht immer mit dem gewünschten Erfolg. So sind Kinder nun einmal. Was in der Theorie super klingt, muss noch lange nicht klappen. Es scheitert häufig in der Praxis an Zeitnot, am Nervenkostüm der Eltern oder schlicht und einfach am bockigen Kind.

Witzig war auch Theo im Supermarkt. Mit Kindern kann man immer etwas erleben und sollte auf so manche Bemerkung à la "Kindermund tut Wahrheit kund" gefasst sein.

Theo ist ein interessiertes, neugieriges Kind wie Abertausende andere auch und so stellt er Fragen. Er fragt einmal, zweimal und nochmal. In solchen Fällen können Kinder eine unerhörte Ausdauer an den Tag legen, die eigentlich begeistern sollte, aber meistens für die Betroffenen auch nervig werden kann.


Glattauers Buch ist authentisch, liebenswürdig geschrieben und mit witzigen Aussprüchen angereichert, aber im Ganzen ist es dann doch zu viel des Guten.

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Tags: humor, kindheit   (2)
 

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bienen, bienensterben, roman, zukunft, vergangenheit

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

Die norwegische Autorin Maja Lunde schrieb mit ihrem Roman "Die Geschichte der Bienen" ein ergreifendes Buch, das in ihrer Heimat ein Bestseller wurde. Die deutsche Ausgabe erscheint 2017 im btb Verlag.


"Alle, die sich mit Bienen auskannten, wussten, dass man mit Honig eigentlich nicht reich werden konnte... Das große Geld lag in der Bestäubung, denn ohne Bienen war die Landwirtschaft aufgeschmissen." Zitat S. 141

"Die Geschichte der Bienen" ist ein ganz besonderes Buch. Es hat mich tief ergriffen und mit seinen Schicksalen sehr berührt. Denn es wirft die Frage auf, ob die Menschen auch ohne Bienen existieren können und natürlich auch, wie man die Bienenvölker vor dem Aussterben retten kann. Aber es geht auch um zwischenmenschliche Beziehungen, Hoffnungen, Ziele und Selbstverwirklichung und das Miteinander der Generationen.

Anhand von drei parallel erzählten Geschichten geht es in drei Zeitebenen, deren Gemeinsamkeit der Bezug zu den Bienen ist.
 
Im Jahr 1852 beschäftigt sich der englische Biologe und Samenhändler William Savage mit der Verbesserung der Imkerei und konstruiert neuartige Bienenstöcke.
 
In Ohio, USA lebt 2007 der Imker George, dessen Traum ein Unternehmen ist, das Hunderte von Bienenstöcken umfasst und das in der Familie durch seinen Sohn Tom weiter geführt wird. Leider kommt es zu einem unerklärlichen Verschwinden seiner Bienen.

In China schreibt man das Jahr 2098 und es gibt keine Bienen mehr.
Die Arbeit der Bienen, das Bestäuben von Blüten, wird nun von Hand durch Tausende Arbeiter vorgenommen. Wir begleiten die Arbeiterin Tao auf der Suche nach ihrem Kind.

Diese Geschichten lesen sich klar verständlich, sie wirken authentisch und die Personen und ihre Konflikte werden gut sichtbar. Sie alle verbindet ein gemeinsames Band: Die Existenz der Bienen. Bewegender kann kein Buch erzählt werden.
Die Autorin hat ein echtes Schreibtalent, alles erscheint so leicht erzählt und ist doch voller Brisanz.

Man wird unweigerlich in die Geschichten hineingesogen.
Wie kommt William wieder auf die Beine? Was treibt George zu seinem Lebensplan an und was geht in China vor?

Gleichzeitig erfährt man einiges über Bienen, ihr Schwärmverhalten, die verschiedenen Bienenwesen von Königin, Arbeiterin oder Drohne und das Leben in ihren Bauten.
Aber es wird auch deutlich gemacht, wie sehr die Bienen gefährdet sind. Nicht nur Milben, Krankheiten, Kälte und Regen machen ihnen zu schaffen, auf lange Sicht können mit Pestiziden vergiftete Pflanzen für den Untergang dieser Spezies sorgen. 
Aber die alles verbindende Frage ist, ob die Menschheit ohne Bienen bestehen kann!
 

Was für ein besonderes und lesenswertes Buch! Es hat mich tief ergriffen und mit seinen Schicksalen sehr berührt. Das Wissen über Bienen lässt die Hoffnung aufkeimen, dass für diese Spezies alles menschenmögliche getan wird, um ihr Aussterben zu verhindern. 

Denn das Schicksal der Bienen ist auch unser Schicksal!

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Tags: bienen, bienensterben, generationenroman, handbestäubung, roman   (5)
 

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

wolf, försterin, bayern, krimi, 2017

Wolfstanz

Ursula Hahnenberg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.04.2017
ISBN 9783442485949
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wolfstanz" ist der zweite Band der Krimireihe von Ursula Hahnenberg um die Försterin Julia Sommer.
Das Buch erscheint im Goldmann Verlag.

Das Verschwinden eines jungen Mädchens im Ebersberger Forst versetzt die Dorfgemeinschaft von Grafenried in helle Aufregung. Gerüchten zufolge wurde gleichzeitig ein freilaufender Wolf im Wald gesehen, das heizt die Gemüter natürlich an. Als dann tatsächlich die Leiche der jungen Leonie mit verdächtigen Bissspuren gefunden wird, ergreift Panik und Wut die Bewohner und sie wollen dem Tier ans Fell. Försterin Julia Sommer ist skeptisch, denn Wölfe sind normalerweise sehr scheu und vergreifen sich nicht an Menschen.


Försterin Julia Sommer, Sohn Florian und Oma Martha fühlen sich wohl im alten Forsthaus. Sie bilden eine harmonische und familiäre Wohngemeinschaft, die für alle von Vorteil ist. Dieses Privatleben sorgt für durchgängige Unterhaltung in diesem Buch, es gibt Veränderungen, auf die ich hier nicht eingehen möchte.
Als die Babysitterin tot im Wald gefunden wird, wird der gesichtete Wolf schnell als Verursacher abgestempelt.

Sehr gelungen schildert die Autorin Ursula Hahnenberg die dörfliche Gemeinschaft und deren aufkommende Angst vor dem Tier. Schnell werden hier sämtliche Vorurteile des "bösen Wolfs" aufgegriffen, die Angst geht um und die Jagd auf den Wolf beginnt. Es ist immer schwierig, wenn Große Beutegreifer durch menschliche Gebiete streifen.
Einerseits ist die Angst verständlich, denn der Kindergarten liegt nahe am Wald. Aber andererseits sind Wölfe eher scheue Tiere und meiden Menschen. Julia zieht Fachleute hinzu, um diesen Wolf näher zu erforschen. Ist er wirklich eine Gefahr und vergriff sich an Leonie?

Autorin Ursula Hahnenberg führt den Leser als studierte Forstwissenschaftlerin mitten in den Wald. Bei diesem Krimi finde ich besonders die eingestreuten Informationen über Wölfe interessant. Allerdings hätte da noch mehr Hintergrundwissen kommen können.

Der Krimi liest sich flüssig, die Dialoge wirken jedoch etwas hölzern und die Sprache ist recht einfach gehalten. Eine Art Tagebuch führt den Leser nebenbei in die Vergangenheit der Großmutter Martha. Schwierige Lebensumstände und schicksalshafte Wendungen zeigen Familiengeheimnisse auf, die sich mit dem aktuellen Geschehen inhaltlich verbinden. Wie diese beiden Handlungsstränge zueinander finden, sorgt für Abwechslung und macht einfach neugierig.
Zur Krimihandlung passend, steigert sich der Spannungsbogen bis zum Ende und wird durch die Nachforschungen zum Verhalten des Wolfes noch unterstützt.

Die Auflösung war für mich keine Überraschung, denn beim Täter hatte ich schon früh einen Verdacht, der sich dann auch bestätigt hat. Die Tatgründe erschienen mir nicht sehr überzeugend, aber das ist auch Ansichtssache.

Die Charaktere wirkten stimmig, sie hätten aber noch ausgereiftere Merkmale haben können. Julia Sommer war jedoch sehr gut gezeichnet. Sie ist ein Familienmensch und stets um ihren Sohn und ihre Großmutter bemüht und das merkt man sehr deutlich, dennoch ist sie mit als Hauptperson nicht unbedingt sympathisch.

Ein durchschnittlicher Krimi, der mit Informationen über Wölfe und den Umgang für lehrreiche und interessante Momente im Buch sorgt.
Ursula Hahnenberg zeigt in ihrem Krimi sehr anschaulich die Angst des Menschen vor Wölfen. Der "böse Wolf" ist seit jeher ein feststehender Begriff und schon sein Auftauchen birgt Gefahr. Doch erst die Gewöhnung an den Menschen lässt den Wolf zu einer Gefahr werden.

Ein solider Krimi, der ohne blutige Szenen auskommt und dennoch damit punktet, indem das Thema Wolf eingebunden wird.

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Tags: försterin, krimi, wolf   (3)
 

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

verfassungsschutz, mord, su turhan, getürkt, münchen

Getürkt

Su Turhan
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492060707
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: istanbul, mord, münchen, verfassungsschutz   (4)
 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

diebstahl, krimi, helgoland, aalblut, mord

Fisch und fertig

Ute Haese
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 18.06.2015
ISBN 9783954515691
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Fisch und fertig" heißt der fünfte Band dieser Küsten Krimi Reihe von Autorin Ute Haese aus dem Emons Verlag. Er erschien 2015.

Selbstmord oder Mord? Das soll Privatdetektivin Hanna Hemlokk nun herausfinden. Ihre Liebesgeschichten schreibt sie weiterhin, aber zum Lebensunterhalt braucht sie halt noch diesen Job als Private Eye. Als ihre Freundin und Restaurantbesitzerin Inge immer mehr Dekogegenstände von den Tischen gestohlen werden, überlegt sich Hanna auch dafür einen Plan, der für schnelle Abhilfe sorgt. 


"Natürlich hatte es einen Höllenärger gegeben. Der Reiseleiter hatte getobt wie Rumpelstilzchen auf Droge, während die Diebin bleich wie ein Grottenolm in sich zusammengesackt war." Zitat Seite 160

Nachdem ich gerade den vierten Band dieser Krimireihe gelesen habe, waren mir die Personen inzwischen sehr vertraut. Es ist jedoch ein eigenständiger Band, für Neueinsteiger werden die personellen Verknüpfungen im Buch gut deutlich.

Wieder sind es die humorvoll bissigen Sprüche und die lockeren Wortspiele, die mir gut gefallen haben. Auch wenn ich die sehr gemächliche Ermittlung der Detektivin als zu kostenintensiv ansehe, so steht doch das Zwischenmenschliche eher im Fokus der Handlung. Miss Private Eye Hanna Hemlokk ist schon etwas speziell, aber sehr sympathisch. Auch ihre Schildkröten sorgen wieder für unterhaltsame Neuigkeiten. 

Hanna Hemlokk ist nicht gerade eine Ermittlerin, die man auf gefährliche Fälle ansetzen würde. Sie beschäftigt sich auch eher mit kleinen Delikten.  Doch mit diesem Todesfall geht sie sogar auf Mörderjagd. Dabei hat sie schon so ihre eigenen, etwas speziellen Methoden, bei denen man als Leser die Augen verdreht und auf guten Erfolg hofft. Ihre Internetrecherche hätte jedes Kind mit PC ebenso erledigen können. Auch schiebt sie ihre Nachforschungen immer wieder auf und verfängt sich in Nebensächlichkeiten oder geht erstmal einer Mahlzeit nach. Doch am Ende findet sie des Rätsels Lösung und enttarnt den Täter. Ein wenig Glück und Mithilfe ihrer Freunde ist da auf jeden Fall hilfreich.

Deswegen ist die Ermittlung auch eher unspektakulär und schon fast nebengleisig. Die Handlung führt durch die schöne Gegend nahe der Ostsee und zeigt die Essleidenschaft der Protagonistin. Dorsch, Aal und Maräne sind die schmackhaften Ergebnisse der Küstennähe und auch sonst ist der Tisch bei Hanna immer reich gedeckt. Das wissen auch ihre Freunde, die ebenso nette Typen sind und genauso zur Beschaulichkeit der Situation beitragen.

Einige Szenen erschienen mir etwas langatmig, die Spannung ist nicht sehr ausgeprägt, doch bei dieser Reihe darf das den Leser nicht stören. 

"Fisch und fertig" hat mich humorvoll unterhalten und daher vergebe ich gute 3 Sterne. Für eine Strandkorblektüre an der See eine geeignete Lektüre, die Appetit auf diverse Fischgerichte macht.

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Tags: helgoland, küstenkrimi, privatdetektivin, regionalkrimi   (4)
 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

regionalkrimi, ute haese, krimi, fete, küste

Grätenschlank

Ute Haese
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 20.08.2014
ISBN 9783954513741
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Grätenschlank" heißt der vierte Band der Küsten Krimi Reihe von Ute Haese um ihre Privatermittlerin Hanna Hemlokk. Dieser Krimi erschien 2014 im Emons Verlag.

Die schöne Daphne Merkenthal starb während einer Betriebsfeier
der "FettKillerKompagnie" durch einen Champagnersäbel. War es
wirklich nur ein Unfall, der dort im Herrenhaus Hollbakken geschah? Zweifellos ein mysteriöser Fall für Hanna Hemlokk, die selbst ernannte Privatdetektivin und Liebesgeschichtenautorin aus dem hohen Norden.


"Mit dem richtigen Trommelfeuer an Marketing lässt sich eben alles verkaufen. Auch ein Fettzellenkillergel mit integriertem Hautstraffungsmodul für die jung gebliebene Frau im allerbesten Alter." Zitat Seite 64

Dieser Krimi hat mich anfangs mit seinen kauzigen Figuren, vielen humorvoll bissigen Sprüchen und lockeren Wortspielen sehr für sich eingenommen. Miss Private Eye Hanna Hemlokk ist eine ganz besondere Frau, deren Gedanken man dank innerer Monologe gut mitverfolgen kann. Sie ist häufig ironisch und zeigt ihre Sicht auf hormongesteuerte Männer, diätsüchtige Frauen und andere Unsympathen.

Hinter der Story steckt die ausgefallene Idee, ein weibliches Opfer auf einer Betriebsfeier des FKK durch einen Champagnersäbel umbringen zu lassen. Ob Unfall oder Mord, das muss erst noch geprüft werden.
Die Ermittlungen führen Hanna in das Herrenhaus Hollbakken, in dem sich die FettKillerKompagnie getroffen hat. Es geht jedoch nicht nur um Gewichtsprobleme, sondern auch um andere Vorlieben, die die Teilnehmer hier ausüben.
Ich musste häufig schmunzeln, denn die Autorin legt ihren Figuren schon sehr amüsante Worte in den Mund. Im Ganzen wurde das aber schliesslich auch ermüdend und einfach zuviel des Guten. Ein paar weniger Geschwätzigkeiten bei den Befragungen hätten der Handlung gut getan.

Bei den Charakteren ist eine breite Palette aller Wesenszüge vertreten, ob Dandy, Callboy, blonde Hausfrau oder fürsorgliche Eltern, alles ist vertreten.  
Die Krimiermittlung glänzt nicht durch hohe Spannung oder schwierige Täterfindung, dafür erlebt man aber die Schleswig-Holsteinische Gegend aus nächster Nähe mit, Ostsee, Fischbrötchen, Tee und Bootstour inbegriffen.

Mir haben die unnötigen Nebenhandlungen in Form von Schildkrötenentführung oder Mordversuch durch eine Gräte in einer Fischbulette ein wenig die Lust am Buch genommen, auch wenn ich es eigentlich gern gelesen habe.
 
Als Strandkorblektüre kann ich dieses Buch mit hohen Unterhaltungswert und reichlich Humor empfehlen, als reiner Krimi jedoch eher zu schräg. 

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Tags: champagnersäbel, ostsee, privatermittlerin, regionalkrimi   (4)
 
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