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(370)

690 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 124 Rezensionen

liebe, einsamkeit, verlust, familie, tod

Vom Ende der Einsamkeit

Benedict Wells
Fester Einband: 355 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2016
ISBN 9783257069587
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: kindheit, roman, schicksal, unfall, verlust   (5)
 

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132 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

liebe, familie, cornwall, tod, vergangenheit

Wildblumensommer

Kathryn Taylor
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 28.06.2017
ISBN 9783404175369
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags: albtraum, cornwall, krankheit, liebesroman, vergangenheit   (5)
 

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(569)

1.071 Bibliotheken, 53 Leser, 5 Gruppen, 166 Rezensionen

thriller, achtnacht, sebastian fitzek, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: experiment, thriller, todeslotterie   (3)
 

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(689)

1.094 Bibliotheken, 26 Leser, 3 Gruppen, 102 Rezensionen

liebe, humor, rosie, asperger-syndrom, australien

Das Rosie-Projekt

Graeme Simsion , Annette Hahn
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.01.2015
ISBN 9783596197002
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags: biologischer vater, frauensuche, humor, komödie, roman   (5)
 

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(15)

69 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

bretagne, krimi, dupin, frankreich, kommissar dupin

Bretonisches Leuchten

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 27.06.2017
ISBN 9783462050561
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: bretagne, hochsommer, krimi, urlaub   (4)
 

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(212)

490 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

harry potter, newt scamander, drehbuch, fantasy, phantastische tierwesen und wo sie zu finden sind

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

J.K. Rowling , Anja Hansen-Schmidt
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 14.01.2017
ISBN 9783551556943
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags: drehbuch, fantasy, magizoologe, zauberei   (4)
 

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(162)

326 Bibliotheken, 2 Leser, 6 Gruppen, 11 Rezensionen

krimi, schweden, wallander, linda wallander, mord

Vor dem Frost

Henning Mankell
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.09.2005
ISBN 9783423208314
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurt Wallanders Tochter Linda hat die Polizeischule abgeschlossen. Sie ist Polizeianwärterin in Ystad und darf ihren Vater bei seinen Ermittlungen inoffiziell begleiten.
Man  erfährt in diesem Wallander viel über Privates: über Lindas Selbstmordversuche, über ihre Mutter.
Das Zusammenleben von Vater und Tochter erweist sich als Herausforderung, Konflikte sind vorprogrammiert.
Wallander hat ungelöste Fälle zu bearbeiten. Plötzlich verschwindet Lindas Freundin Anna spulos nach einer Begegnung mit ihrem lange verschollenen Vater. Nun ermittelt Linda auf eigene Faust. Was hat das Wiederauftauchen Annas mit brennenden Schwänen, einem toten Kalb und der Ermordung einer Wissenschaftlerin zu tun?
Mankell spannt den Krimibogen um die Thematik Gewaltverbrechen aus religiösem Wahn und erinnert dabei an brisante reale Ereignisse:
der Massenselbstmord einer Sekte in Südamerika und die Terroranschläge vom 11. September 2001.
Vor diesen Hintergründen gelingt Henning Mankell mal wieder ein spannender und fesselnder Krimi.

  (26)
Tags: reihe, religiöser wahn, schweden   (3)
 

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(40)

87 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

ostfriesland, krimi, arzt, mord, watt

Totenstille im Watt

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.06.2017
ISBN 9783596297641
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Totenstille im Watt" ist der neue Roman von Klaus-Peter Wolf, der im Fischer Verlag erscheint.

Dr. Bernhard Sommerfeldt ist der Arzt in Norddeich, dem die Menschen vertrauen. Ein Doktor aus Leidenschaft. Er behandelt seine Patienten umfassend. Kümmert sich rührend nicht nur um ihre Wunden, sondern nimmt sich auch ihrer alltäglichen Sorgen an. Hört ihnen zu. Entsorgt auch schon mal einen brutalen Ehemann. Verleiht Geld, das er nicht hat. Keiner weiß, dass er ein Mann mit Vergangenheit ist. Einer anderen Vergangenheit, als manche sich das vorstellen. Der jetzt mit neuer Identität ein neues Leben lebt. Wer ist dieser Dr. Sommerfeldt?


Dieses Buch ist anders als die bisherigen Krimis von Klaus-Peter Wolf. Er beschreibt einen Mann, der die geerbte Firma nicht halten kann und vor seiner Familie nach Ostfriesland flieht, dort eine neue Identität annimmt und betrügerischerweise als Arzt arbeitet. Seine neue Liebe heißt Beate und ihr verfällt er mit Haut und Haaren.
 

Anfangs hat mir die Geschichte aus der verwendeten Ich-Perspektive des Doktor Sommerfeldt gut gefallen, ich habe seine Übergriffe auf gewalttätige Männer durchaus wohlwollend gesehen und akzeptiert. Seine lockere Art, die Erzählungen aus seiner Sicht unterhalten und zeigen viele Literaturverweise, die mich durchaus interessiert haben. Manchmal fabuliert er jedoch zu ausschweifen, er hört sich wohl gerne reden.
Und leider hat der Doktor auch in seinem Verhalten immer mehr die Verhältnismäßigkeit verloren und fühlt sich als unantastbarer Frauenbeschützer und Held, der mal einfach so mordet, um angeblich Schutzlose zu verteidigen. Er benutzt kaltblütig Messer und Pistolen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken und macht sich dann lediglich Gedanken darüber, wie er die Spuren des Mordes wieder beseitigen kann. Das wirkt auf mich sehr unglaubwürdig und mir ging diese Figur mit seinem überheblichen Getue auf die Nerven.  gibt er vor, Schutzlose zu verteidigen.
So mordet er auch aus nichtigen Gründen, wie den heiklen Erotik-Fotos seiner Geliebten Beate. 
 
Wenn der Autor mit diesem Buch an die großen Erfolge von Ingrid Noll und ihren männermordenden Frauen anknüpfen möchte, so ist ihm das leider nicht gelungen. Ihre Figuren sind allesamt bescheiden, morden aber nicht wegen ein paar Erotikfotos.
 
Hier wird zwar gemordet, es ist aber dennoch kein echter Krimi, ausdrücklich steht auf dem Cover Roman. Aber als unterhaltende Lektüre ist dieses Buch geeignet.
Es gibt nur wenig Spannung, weil man Sommerfeldt bei seinen Taten und Handlungen die ganze Zeit im Auge hat. Erst am Ende hofft man auf die Aufdeckung seiner Taten.


Ein ganz anderer Roman, mit einem etwas überheblichen Protagonisten, der die Literatur liebt, über Leichen geht und  dennoch ein Herz für die Schwachen hat.

  (16)
Tags: identitätsbetrug, ostfriesland, roman, serienkiller   (4)
 

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(3)

13 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

höhlenforscher, cevennen, krimi, band 1, anwältin

In tiefen Schluchten

Anne Chaplet
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462050424
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Krimi "In tiefen Schluchten" von Anne Chaplet ist der Start einer neuen Krimireihe aus dem Kiepenheuer & Witsch Verlag. Anne Chaplet ist das Pseudonym von Cora Stephan.


In der wilden Landschaft des Vivarais am Fuße der Cevennen liegt ein kleines Dorf namens Belleville, seit einigen Jahren auch Tori Godons Heimat. Hier wohnt die ehemalige Anwältin, 42 Jahre alt, mit ihrem Mann Carl, der inzwischen an Krebs verstorben ist. Tori hört von ihrer Freundin, dass deren Gast, ein holländischer Höhlenforscher, der sich bei ihrer Freundin einquartiert hat, verschwunden ist. Vom alten Didier Thibon erfährt sie von sagenhaften Schätzen und Schmugglerverstecken in den Höhlen , kurz darauf wird er tot aufgefunden. Auf der Suche nach dem Holländer stürzt Tori auf dem Karstplateau in eine Felsspalte und plötzlich ist auch ihr Leben in Gefahr. Was hat der Holländer mit der Geschichte der Hugenotten zu tun, die in dieser Region einst Zuflucht fanden? Wer aus dem Dorf weiß etwas darüber? 


In Anne Chaplets Buch geht es um die Hugenotten-Vertreibung im 17. Jahrhundert und um die Zeit der Résistance im zweiten Weltkrieg, die in dieser Gegend von der Bevölkerung unterstützt wurde.  

Zunächst hat mir der unterhaltsame Schreibstil von Anne Chaplet sehr gut gefallen. Man taucht ein in die Gegend in den Cevennen, mit ihren karstigen Gebirgen und erfährt, wie sich die Hugenotten dort im 17. Jahrhundert Glaubenskämpfe um ihren evangelischen Glauben lieferten. Die Schluchten mit ihren Höhlen waren häufig Verstecke, aber auch Bilderhöhlen aus der Altsteinzeit gibt es hier zu entdecken und mit schönen Landschaftsbeschreibungen bringt die Autorin den Leser mitten hinein in diese französische Gegend.

Erst nach einem Drittel des Buches entwickelt sich die Krimistory aus der Handlung in den Vordergrund. Vorher lernt man die Figuren und speziell die Protagonistin Tori näher kennen, erkennt ihre Einsamkeit nach dem Tod ihres Mannes Carl und taucht ein in das gezeigte französische Leben.


Tori ist mir sympathisch, sie findet heraus, dass ihr Mann Carl Hugenotten als Vorfahren hatte und entdeckt im Haus einige ungeahnte Hinweise mit geschichtsträchtigem Hintergrund. Doch nicht jeder empfängt sie hier in dieser Gegend mit offenen Armen. Es gibt immer noch Bewohner, die Deutsche aus Überzeugung nicht mögen.


Die Geschichte hat mich mitgezogen, auch wenn sie sich nur sehr langsam entwickelt. Der Schreibstil lässt sich sehr gut lesen und nicht nur Toris Suche nach dem Holländer sorgt für Spannungsmomente, denn sie gerät mehrfach in Gefahr.


Die Krimihandlung hätte jedoch etwas mehr Spannung vertragen können und auch das Ende hätte ich mir klarer gewünscht. Ich mochte die Figuren, den Charme der Gespräche und den Hund. Auch die Beschreibungen der historischen Vorgänge der Widerstandsbewegung finde ich gelungen, sie ergänzen die Handlung auf interessante Weise. 


Sehr schön zu lesen, die Krimihandlung kommt spät in Gang. Für geschichtlich Interessierte mit frankophilen Wurzeln eine geeignete Lektüre.

  (44)
Tags: anwältin, cevennen, höhlenforscher, krimi   (4)
 

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(5)

22 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

jägerin, gefangenschaft, moor, kindsentführung, thriller

Die Moortochter

Karen Dionne , Andreas Jäger
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 24.07.2017
ISBN 9783442205356
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Psychothriller "Die Moortochter" der amerikanischen Autorin Karen Dionne erscheint 2017 im Goldmann Verlag.  

Helena Pelletier jagt ihren Vater, der aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen ist und dabei zwei Menschenleben in Kauf genommen hat. Was hat er vor, will er in der Wildnis abtauchen?


"Die amerikanischen Ureinwohner haben das Konzept der Nachhaltigkeit begriffen, lange bevor es einen Namen dafür gab." Zitat Seite 261


Helena lebt mit ihrer Mutter und ihrem Vater in völliger Isolation im Moorland der Upper Peninsula. Diese Wildnis ist früheres Indianerland, urwüchsig, fast unbesiedelt. Sie ist Fährtenleserin und Jägerin, denn das ist hier überlebenswichtig. Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser, keine Heizung und kein Geschäft für Grundnahrungsmittel. Alles was man zum Leben braucht, muss aus dem Wald, den Bächen und Seen und aus der Natur geholt werden. Helena vermisst keine Zivilisation, denn die hat diese gar nicht kennengelernt. Sie liebt das freie Leben in der Natur und sogar ihren gewalttätigen Vater, bis sie erfährt, dass er ihre Mutter als junges Mädchen entführt hat und sie kein Kind der Liebe ist.

Bei diesem Psychothriller konnte ich nicht aufhören zu lesen, ich habe ihn gestern erst erhalten und heute beendet.

Ein Buch zum Verschlingen, das MUSS man lesen!

Selten war ich so fasziniert von einem Thriller wie bei "Die Moortochter". Gänsehautgefühle bei einer besonderen Verfolgungsjagd Helenas auf ihren Vater wechseln ab mit wunderschönen Landschaftsschilderungen und eindringlich geschildertem primitiven Einsiedlerdasein in der Wildnis.

An Helenas Seite streift man durch unberührte Natur, sieht die Tiere der Wildnis mit ihren Augen. Ich beobachte Kaninchen, Waschbären, Biber, Bären und Hirsche aus nächster Nähe und erfahre, wie diese Tiere zu jagen und zu schlachten sind. Sogar ein einzigartiges Erlebnis mit einem Wolf bringt uns Helena näher. Wenn sie erzählt, scheint ein Film abzulaufen. Fast spüre ich auch die entsetzlich juckenden Stiche und Bisse der Pferdebremsen, Gnitzen und Stechmücken, die in den Sommermonaten hier auftreten. Ich bewundere gewaltige Wasserfälle, sehe die Hickorybäume, aus denen die Indianer Bogen herstellten, sammel Wilderdbeeren und Heidelbeeren und entdecke wilde Schwertlilien, Seerosen und gelbe Ringelblumen (Marigold). Man kann sich kaum sattsehen an dieser prachtvollen Natur.

Doch immer wieder durchbricht Helenas Geschichte mit grausamen Details ihrer Kindheit diese vermeintlich schöne Idylle. Was hier zutage tritt, ist ein narzistisch veranlagter Vater, der sich seiner Wurzeln als Indianer bewusst ist, in der Natur überleben kann und über Helena und ihre Mutter herrscht wie ein Despot. Ein brutaler Mensch, ohne väterliche Liebe, sondern nur dem eigenen Zweck unterworfen. Kaum vorstellbar, dass Helena ihn trotz der harten Strafen und Schläge mochte. Aber echte Liebe wurde ihr nicht entgegengebracht, woher sollte sie diese dann erkennen.

Die Wechsel zwischen Helenas Kindheitserzählungen und der aktuellen Jagd auf ihren aus dem Hochsicherheitsgefängnis entlaufenen psychopathischen Vater, machen dieses Buch einzigartig fesselnd. Nur Helena mit ihrer Kenntnis der Wildnis kann ihn stellen. Sie kennt sich im Moor aus, bewaffnet sich und findet, nur begleitet von ihrem Hund, seine Fährte. 

Ich habe mitgefiebert, die Gelegenheiten dieser Jagd auf Leben und Tod mit Gänsehaut miterlebt und habe gedacht: "Schieß doch, Helena!".  


Diesen Thriller MUSS man lesen, es ist eine meiner Buchentdeckungen im Jahre 2017! 

Sensationell mitreißend geschrieben, ein Strudel von Spannung, Naturschönheit der Wildnis und den Drangsalen durch einen Psychopathen.

  (66)
Tags: jägerin, moor, psychopath, thriller   (4)
 

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(5)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

ostfriesland, rache, greetsiel, perfide anschläge, tammo anders und fenna stern

Mordsleben

Ulrike Busch
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Klarant, 13.07.2017
ISBN 9783955736576
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Mordsleben" ist nach "Tod am Deich" und "Mordskuss" mittlerweile der dritte Band der Ostfrieslandkrimireihe "Kripo Greetsiel ermittelt" aus der Feder von Ulrike Busch. Die Reihe erscheint im Klarant Verlag.


Im beschaulichen Greetsiel erschüttert ein besonderer Vorfall die Gemüter. Die norddeutsche Schauspielerin Leonie Altinga wohnt nun wieder in ihrer Heimat und wurde Opfer eines Schusswechsels, den sie unverletzt überstanden hat. Doch kurz darauf werden weitere Personen zum Ziel perfider Anschläge. Die betroffenen Personen haben alle eine Verbindung zu Leonies Leben. Aber ist Leonie wirklich das Opfer oder rächt sie nur den Tod ihrer Tochter und ihres Mannes? Die Ermittler Tammo Anders und Fenna Stern stehen vor einem Rätsel, gelingt es ihnen hinter die Fassade der Diva zu schauen.

"Ein Mordsleben, ja, das hatte ich", sagte sie mit zynischem Unterton. "Erst der Unfalltod meiner Tochter. Dann der Selbstmord meines Mannes. Letzte Woche die Schüsse auf mich. Mörderischer geht es kaum." Zitat Seite 94

Ich mag Ulrike Buschs Krimis, ihr Schreibstil liest sich angenehm leicht, ein wenig humorvoll und dadurch erfrischend lebensnah. Die Story ist gut durchdacht, mit geschickten Wendungen fesselt sie den Leser an ihr Werk. Mir gefallen besonders ihre Protagonisten, das Ermittlerteam Tammo Anders und Fenna Stern, die ich von den Vorgängerbänden her kenne und daher auf ihre weitere Entwicklung gespannt war.

Die Kommissare Fenna und Tammo sind ein tolles Ermittlerteam und sie harmonieren nicht nur bei der Arbeit wunderbar, auch privat sind sie zusammengewachsen und nun offiziell ein Paar. Eigentlich wollen sie nur ihre Zweisamkeit geniessen und dann hält sie der Fall Leonie Altinga beruflich auf Trab. Während Tammo bei Befragungen eher direkt ist und forsch zur Sache kommt, geht Fenna sehr feinfühlig und behutsam auf die Personen ein. So ergänzen sie sich perfekt und kommen im Fall des Mordanschlags auf Leonie Altinga dem Täter gewieft auf die Spur.

Der Kriminalfall dreht sich um die alternde Schauspielerin und Krimiautorin Leonie Altinga. Welche Person kann auf sie einen solchen Hass haben oder ist hier nur jemand auf ihr Erbe aus? Fenna und Tammo finden bei ihrer Ermittlung keine direkten Feinde, aber in der Autobiografie der Frau verbergen sich einige dunkle Geheimnisse, die die Autorin vor der Öffentlichkeit verborgen hat. Doch diese Frau ist schwer zu durchschauen, denn als Schauspielerin versteht sie ihr Gesicht zu wahren, ohne in ihr Inneres blicken zu lassen. Wer ist hier nun Opfer und wer Täter? Da sind auch noch die Schwester und ihr 40 jähriges Muttersöhnchen, sind die beiden auf Leonies Erbe aus? Es bleibt lange undurchschaubar und das erhöht die Spannung natürlich ungemein. Die Charaktere sind allesamt unterhaltsam und vielseitig gezeichnet und als Leser kann man bei diesem Krimi schön miträtseln. Eine fesselnde Ermittlung, die den Täter noch nicht erraten lässt, so liebe ich Krimis.

Ulrike Buschs Krimis sind unblutig und dennoch sehr fesselnd zu lesen. Der Lokalkolorit um Greetsiel ist als schöne Hintergrundkulisse geschildert und man bekommt beim Anblick des hübschen Coverbildes sofort Lust auf einen Kurzurlaub an der Nordsee.


Dieser Krimi bescherte mir mit dem humorvollen Schreibstil schöne Lesestunden und in punkto Täterfrage hatte ich viel Spaß beim Rätseln. Ein perfekter Krimi für den Nordseeurlaub oder mit einer Tasse Ostfriesentee zuhause.

  (40)
Tags: greetsiel, krimi, mordanschlag, ostfriesland, rache   (5)
 

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(3)

6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

naturheilkunde, trennung, donatella rizzati, roman, reiki

Der Duft von Honig und Lavendel

Donatella Rizzati , Judith Schwaab
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.07.2017
ISBN 9783442205271
Genre: Romane

Rezension:

Donatella Rizzatis Roman "Der Duft von Honig und Lavendel" erscheint in deutscher Übersetzung im Goldmann Verlag.


Viola Consalvi ist eine junge Heilpraktikerin aus Rom. Ihr großes Interesse und besonderes Gespür für Heilkräuter und deren Wirkungsweise erfasste sie schon früh im Kräuterladen von Gisèle. Als ihr geliebter Mann plötzlich stirbt, bricht Violas Welt zusammen. Trauer, Einsamkeit und Selbstzweifel quälen sie und wenn es jemanden gibt, der sie heilen kann, dann ist es Gisèle. Also fährt Viola nach Paris, hier in Montmartre trifft sie in der einzigartigen Atmosphäre des Kräuterladens ihre mütterliche Freundin. Findet sie hier ihr Heilmittel gegen Liebeskummer?

"Für den Verlust einer großen Liebe gibt es kein Heilmittel, Viola! Die Leere, die ein geliebter Mensch hinterläßt, kann nie mehr ausgefüllt werden. Wir können nur versuchen, sie zu überwinden, indem wir sie ...zu einem Teil von uns machen." Zitat S. 53


Donatella Rizzati lässt den Leser eintauchen in eine Welt der wohlriechenden Heilkräuter und aromatischen Duftöle. Sie beschreibt in ihrem Roman die naturkundliche Anwendung von Tees und Bachblüten und deren Wirkungsweise und sie schlägt Rezepte vor für die besondere Zubereitung von selbst herzustellenden Cremes, Peelings, Gesichtswasser und Duschöl. Wenn man von Gisèles Kräuterladen liest, meint man den wunderbaren Duft und die besondere Stimmung selbst mitzuerleben.
Man bekommt hier auf unterhaltsame Art Fachwissen für Körper und Seele mitgeteilt und man wird auch in die sonderbare Welt der Iridologie eingeführt, bei der man aufgrund der Iris im Auge des Menschen Krankheiten, Stimmungen und sogar die Probleme der Psyche sehen kann. 
 
Vordergründig geht es um Viola, die sich von Gisèle und ihrer Leidenschaft für die Naturheilkunde wieder anderen Menschen annähert und ihnen helfen möchte. So gelingt es ihr allmählich, die Trauer um ihren verstorbenen Mann mit Tatendrang und einer neuen Lebensaufgabe zu überwinden. Sogar seine Studien der Iridologie führen sie auf neue Wege, so führt sie einen Teil von ihm weiter.

Zu Beginn des Buches brauchte ich ein wenig, mir erschien die Story zunächst etwas schleppend, aber dann zog mich die Story um Violas Leben und ihre persönliche Entwicklung immer mehr in ihren Bann und ich wich ihr nicht von der Seite, sondern begleitete sie auf ihren Ausflügen durch die Straßen von Paris.

Die Charaktere und ihre Sorgen, Probleme und Eigenarten sind vielfältig und werden von der Autorin recht lebendig und realistisch dargestellt. Die unterschiedlichen Lebensgeschichten ergreifen, erfreuen und begeistern, besonders wenn es Viola gelingt, ihnen mit ihrer Heilkunde zu helfen.
Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, die zum Flair von Paris als Stadt der Liebe unbedingt dazugehört und Violas Leben schliesslich ordentlich durcheinanderwirbelt.

Donatella Rizzatis schöner Erzählstil besticht durch sehr malerische Beschreibungen von Düften, Stimmungen und Schauplätzen in Paris.
Violas Weg durch die Straßen in Montmartre erweckt die Autorin in malerischen Bildern zum Leben.

Mit den Rezepten zur Herstellung von Creme, Badezusätzen und Gesichtswasser aus natürlichen Zutaten kann man kleine Geschenke selbst herstellen. Die Idee finde ich gelungen, auch wenn mich die kurze Haltbarkeit der Kosmetik eher abschreckt. 
 
 

Mit Rezepten und Infos über Iridologie überrascht dieser Roman und zeigt zugleich die Geschichte eines Neuanfangs und eine neue Liebe! Ein interessantes und auch kurzweilig zu lesendes Buch!

  (73)
Tags: heilpraktikerin, naturheilkunde, roman, trennung   (4)
 

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(13)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

italien, krimi, kunstdieb, verdächtig, täuschung

Tod und Amore

Andrea Süssenbacher
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.02.2017
ISBN 9783960411864
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Tod und Amore" heißt das Krimidebüt von Andrea Süssenbacher, das im Emons Verlag erscheint.


Schriftstellerin Alexandra zieht sich in das malerische Dörfchen Cormòns im Friaul zurück. Die junge Frau, die vorher in ihrer Wohnung gewohnt hat, wird getötet und plötzlich steht Alex unter Mordverdacht. Will ihr hier jemand ein Verbrechen unterschieben? Der Fund eines mysteriösen Amuletts bringt Alex auf eine Spur, die
sie gemeinsam mit dem charmanten Kunstdieb Angela auf eine abenteuerliche Jagd von Venedig bis Triest führt.


Die Autorin startet ihren Krimi mit einem tollen Prolog, der sehr detailliert und für einen Krimi mit etwas pathetisch wirkenden Worten formuliert ist. Immer mal wieder blitzen diese Worthülsen durch die ansonsten eher rasante Krimihandlung hindurch, wenn die Autorin Schauplätze oder Stimmungen so bildhaft genau schildert, dass man meint, sie selbst vor Augen zu haben. Auch wenn ich diesen schönen Schreibstil mag, so kommt er mir doch für einen Krimi etwas untypisch vor.

Der Krimi spaltet sich in zwei Handlungsebenen auf, die sich kapitelweise abwechseln und so den Spannungsbogen kontinuierlich steigern. Mal geht es um Alex und ihre irre Jagd durchs Friaul und dann begleitet man den Commissario bei seinen Ermittlungen. Durch diese direkte Nähe zu den Protagonisten gewinnt die Story an Spannung und nötigem Schwung.
Alex und Angelo werden als flüchtige Tatverdächtige von der Polizei verfolgt, doch es gibt scheinbar auch noch andere Verfolger, die ihnen nach dem Leben trachten. Oder sind die Verfolger korrupte Beamte? Bei dieser spannenden Jagd geht es teilweise um Leben und Tod und man bangt als Leser richtig mit. Schon fast thrillerartig geht es hier zur Sache und Lesepausen möchte man nur höchst ungern einlegen, denn die aktionsgeladenen Szenen bei Autoverfolgungen oder durch unterirdische Tunnel sind einfach absolut fesselnd.


Die Story spielt im Friaul, spürbar durchdringt das traumhaft schön geschilderte italienische Flair die gesamte Handlung auf allen Ebenen.
Das bewirken auch die häufig eingebauten italienischen Dialoge, sie bringen mit der wohlklingenden Sprache das Temperament und die authentische Geräuschkulisse mit. Sprachliche Verständigungs-Probleme sollte es keine geben, denn entweder werden die Sätze übersetzt oder die Bedeutung ergibt sich aus dem Inhalt heraus.

Die Charaktere sind zahlenmäßig gut überschaubar und differenziert gezeichnet. Alexandra kommt als etwas chaotische Autorin daher, doch für eine Mörderin hält man sie nun wirklich nicht. Daher fiebert man umso mehr mit, dass ihr ihre Flucht bzw. die Täterjagd erfolgreich und unbeschadet gelingt.
Angelo ist ein verurteilter Kunstdieb, ein gut aussehender Adonis, der dem Krimi genügend Amore-Potenzial gibt, sodass die Handlung nicht zu krimilastig gerät.

Die Thematik um den sagenumwobenen Casanova und seine Frauengeschichten hat Andrea Süssenbacher geschickt in ihren Krimi eingebaut und neben interessanten Einblicken sorgt besonders sein Herz in Form eines Amuletts für aufregende Erkenntnisse.
Ein ganz spezieller Code wird meiner Meinung nach jedoch etwas sehr flott und einfach entschlüsselt, hier fehlte mir persönlich das nötige Insiderwissen und ich wurde vor vollendete Tatsachen gesetzt. Hier hätte ich gern selbst ein wenig mitgeraten.



"Tod und Amore" bietet spürbares italienisches Flair, eine logische Story mit rasanten Verfolgungsjagden und gefährlichen Überfällen und ist einfach ein gelungener abenteuerlicher Krimi. Von dieser Autorin hoffe ich bald wieder zu hören bzw. zu lesen.

  (61)
Tags: friaul italien krimi, italien, krimi, kunstdieb   (4)
 

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(287)

459 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

altes land, flüchtlinge, ostpreußen, hamburg, landleben

Altes Land

Dörte Hansen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knaus, 16.02.2015
ISBN 9783813506471
Genre: Romane

Rezension:

Dörte Hansens Debüt "Altes Land" erschien 2015 im Knaus Verlag.


Dit Huus is mien und doch nich mien

"Das Haus ist meins und doch nicht meins, der nach mir kommt, nennt´s auch noch sein." Zitat Seite 258


Dörte Hansens Buch ist in gewisser Weise ein Heimatroman, sie stellt ein altes Fachwerkhaus im Alten Land in den Mittelpunkt der Geschichte. Das alte Bauernhaus bietet die Möglichkeit, heimisch zu werden, immer wieder kommen hier Flüchtlingsschicksale an. Erst strandet dort nach dem Zweiten Weltkrieg die ostpreußische Adelige Hildegard von Kamcke mit ihrer Tochter Vera, Hildegard zieht wieder weg und später erbt Vera das Haus. Vera bleibt lange eine Fremde, die Alteingesessenen gewöhnen sich nur langsam an Neulinge und sie lässt den einst so schönen Hof verloddern. Erben für die es sich lohnen könnte, sind nicht in Sicht. Doch dann erscheint ihre Nichte Anne, sozusagen ein Großstadtflüchtling aus Hamburg, die genug hat von der abgehobenen gediegenen Lebensart der Großstädter und von ihrem sie betrügenden Mann. Anne ergreift ihre Chance vom Landleben, sie renoviert und packt an, der Hof darf nicht verfallen. Auch ihr Sohn Leon gefällt es hier gut, er ist der Enkel, den Vera nie hatte.


Bei diesem Roman wird der Blick aufs Landleben durch die Generationenkonflikte gelenkt. Es stellt sich mir in erster Linie die Frage nach Heimat und Verbundenheit. Wann schlägt ein Mensch Wurzeln und fühlt sich heimisch? Vera hat damit ihre Probleme und sie braucht Jahrzehnte, um endlich anzukommen und diese Heimat annehmen zu können. Erst die neue Familie gibt ihr Frieden und Ruhe.

Die Autorin nimmt aber auch den gegenwärtigen Hype vom Landleben auf die Schippe. Viele Großstädter ziehen am Wochenende in Scharen aufs Land: Frischluft schnuppern, die Kinder dürfen im Matsch spielen und Bioobst und - Gemüse sind "in", jeder geniesst die Freiheit auf dem Land. Doch nur wenige bleiben und werden hier heimisch. Viele Städter schauen ein wenig mit Verachtung auf die arbeitenden Bauern und wollen alles besser machen. Bio statt konventionelle Landwirtschaft, manche wollen aber auch nur dem Großstadtlärm entfliehen, merken aber dann den Traktorenlärm, der keine Wochentage kennt.

Die Menschen im Alten Land sind Bauern, manche etwas knorrig, alle jedoch arbeitssam und sie kleben an ihrer Scholle. Was im Besitz der Familie ist, muss Besitz bleiben.

Mir hat schon lange kein Buch mehr so gut gefallen wie "Altes Land". Sprachlich ein absolutes Leseerlebnis mit Humor, Ironie und Plattdeutschem Dialekt. Aber trotz der Situationskomik, kommt Dörte Hansen ihren Figuren gefühlsmäßig sehr nahe. Sie erzählt die Geschichte von Flüchtlingen aus Ostpreußen, die sich im Alten Land angesiedelt haben und doch nie heimisch wurden. Es sind Schicksale, die von einer vergessenen Generation erzählt und doch so den Blick auf heutige Flüchtige freimacht. Wer flieht, kann die Vergangenheit nicht aus seinem Kopf verbannen. Schreckliche Bilder verfolgen, Heimatgefühle ebenfalls. So ergeht es auch Vera, die als Kind mit ihrer Mutter aus Ostpreußen auf dem Obstbauernhof bei Ida Eckhoff landete.

Ein wunderbar anrührendes Buch, bei dem beim Lesen bei mir ein Film ablief. Das bewirkt besonders der wunderbare Erzählton mit etwas Humor, aber auch mit Wehmut, dazu die eigenwilligen Figuren, die knorrig, unangepasst handeln und trotz aller Schicksalsschläge nie aufgeben. Mal traurig anrührend, mal ironisch, mal amüsant.


Von mir gibt es eine absolute Empfehlung für dieses Buch, bei dem der Blick auf Generationenkonflikt, Flüchtlingsschicksale und Landleben aus unterschiedlichen Blickwinkeln freigegeben wird.

  (93)
Tags: familiengeschichte, flüchtlinge, landleben, nachkriegszeit, ostpreußen, plattdeutsch, roman   (7)
 

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(28)

46 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

italien, klischees, nonna, liebesaffäre, roman

Dolce vita für Fortgeschrittene

Dori Mellina
E-Buch Text: 300 Seiten
Erschienen bei btb Verlag, 09.05.2017
ISBN 9783641209346
Genre: Liebesromane

Rezension:

"Dolce vita für Fortgeschrittene" ist das Debüt der italienischen Autorin Dori Mellina. Der Roman erscheint im BTB Verlag.



Die Italienerin Laura lebt in München, hat mit ihrem deutschen Lebensgefährten Martin eine süße Tochter und einen Job in der Pharmaindustrie. Ihr fehlt das italienische Lebensgefühl und zieht gemeinsam mit ihren Freundinnen eine Agentur auf, die genau das verkörpern soll:  Lebenslust all'italiana. Mit Martin beginnt es zu kriseln, Laura zieht zu ihrer Freundin Illaria und lernt Laura einen perfekten Mann kennen, bildschön, charmant und wunderbar gekleidet: natürlich ein Italiener!

Mit reichlich Humor, südländischem Temperament und italienischer Lebensart bringt Protagonistin Laura dem Leser ihre Geschichte und ihre Sicht auf die typischen Lebensgewohnheiten und Unterschiede zwischen Deutschen und Italienern nahe. Sie muss es als gebürtige Italienierin wissen, denn ihr Mann ist Deutscher. Beide sind nicht verheiratet, was besonders ihrer Nonna ein Dorn im Auge ist. In italienischen Familien wird geheiratet und damit basta. Doch Laura ist es gerade recht, nicht in einer Ehe festzustecken, denn mit Martins Ordnungssinn und seinen deutschen Ansichten kommt es gerade zu einer Partnerkrise. Beide kommen nicht immer mit der gegensätzlichen Mentalität klar.

Laura steckt all ihr Temperament in die neue Agentur, die den Deutschen das italienische Lebensgefühl nahe bringen soll. Ihre Freundinnen unterstützen sie dabei und zusammen stellen sie so einiges auf die Beine. Besonders die Ausrichtung von Hochzeiten steht auf dem Programm und dabei kommt für den Leser authentisch italienische Lebensart rüber. Ich habe diese Planungen mit ihrer Opulenz sehr genossen und konnte mir viele Details gut vorstellen. 

In diesem Buch geht es neben einer Liebesgeschichte um Lebensgewohnheiten und Klischees, es wird auf humorvolle Weise deutlich gemacht, wie Deutsche und Italiener ticken. Beide Seiten der Nationalitäten werden lebendig beschrieben und das stets mit einem Augenzwinkern. Es wird nicht angeklagt, sondern lebensnah dargestellt und damit unterhaltsam verständlich gemacht.

Besonders die Dialoge zwischen Laura und ihrer Nonna und mit der kleinen Tochter haben mich schnell in die Geschichte gezogen und ich mag sie richtig gern. Manche Szenen und Gedanken Lauras sind etwas ausführlich geraten, aber von der Grundidee hat mir das Buch gut gefallen. Man kann dabei sogar italienisch lernen, denn die eingestreuten italienischen Sprachfloskeln werden in Fußnoten übersetzt.



Dolce Vita für Fortgeschrittene versprüht Lebensfreude, steckt voller Humor und voller Liebe zu Italien. Bei der Lektüre träumte ich mich nach Bella Italia.

 

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Tags: italo-klischee, liebesaffäre, roman   (3)
 

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49 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

baskenland, spanien, affäre, sommer, urlaub

Bea macht blau

Tessa Hennig
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548613482
Genre: Romane

Rezension:

Der neue Roman von Tessa Hennig heißt "Bea macht blau" und erscheint im List Verlag, der zu den Ullstein Verlagen gehört.


Beas Tochter Caro besteht ihr Abitur, endlich möchte ich Bea mit ihrem Mann ihren langersehnten Urlaub in Indien verbringen, doch Caro hat plötzlich ganz andere Pläne, die unvorhergesehene Kosten verursachen. Sie will nicht im München studieren, sondern in Passau mit ihrem Freund zusammen ziehen. Schweren Herzens lässt Bea Caro ziehen und verzichtet auf die Reise, doch dann erfährt sie, dass ihr Mann eine Affäre hat und sich trennen will. Eine Welt bricht für sie zusammen. Ihr könnt mich alle mal, denkt sie, setzt sich ins Auto und fährt nach San Sebastian zu ihrer Schwester.


Frauenromane geben häufig vom Inhalt nicht so viel her. Das ist bei diesem Buch von der Grundidee auch so, es bringt allerdings so viele Veränderungen mit sich und die Charaktere streiten, entwickeln und vertragen sich, dass man hier wunderbar unterhalten wird.

Für mich war es von Anfang an ein Lesevergnügen, weil Tessa Hennig mit viel Herz ihre Charaktere gezeichnet hat und ihren Figuren einfach Leben eingehaucht hat. Man lernt viele verschiedene Charaktere kennen, die Aussicht auf smarte Surfer-Boys lässt sicherlich so manches Frauenherz stärker schlagen und die sich streitenden Schwester machen für mich den wahren Spannungseffekt im Buch aus. Der Schreibstil ist sehr flüssig und mit etwas Humor erlebt man aus nächster Nähe Beas aufkommende Katastrophen mit.

Es geht ins Baskenland. Gemeinsam mit Bea erkunden wir Bilbao und Umgebung. Ich finde speziell die Ortsbeschreibungen und die Ausflüge und Kostproben in Tapas-Bars oder nach Gaztelugatxe sehr verlockend beschrieben und möchte das alles selbst gern erleben.

Bea lässt sich von den tragischen Momenten in ihrem Leben nicht unterkriegen. Nach dem Frust mit Mann und Tochter besucht sie das Gästehaus in Bilbao, in dem sie als Kind mit ihren Eltern und ihrer Schwester Karin häufig die Ferien verbracht hat und findet es reichlich heruntergekommen vor. Sie fühlt sich hier heimisch und bildet neue Wurzeln aus, dabei geht auch die Familie neue Wege, auf die man gespannt sein kann. Mehr möchte ich hier nicht verraten.

Dieses Buch hat für mich genau das, was ich von einem lebendigen Frauenroman erwarte. Etwas Liebe, realistische Familienprobleme, sogar ein echtes Familiengeheimnis und lockere Urlaubsstimmung.


Mit Herz, Witz und Charme hält Tessa Hennig hier eine absolut unterhaltsame Geschichte bereit, in die man gut eintauchen kann.

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Tags: baskenland, frauenroman, liebe, trennung   (4)
 

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152 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

schottland, insel, liebe, anne sanders, familie

Mein Herz ist eine Insel

Anne Sanders
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 27.03.2017
ISBN 9783764505936
Genre: Liebesromane

Rezension:

Anne Sanders zweiter Roman heißt "Mein Herz ist eine Insel" und führt den Leser auf die Insel Bailevar vor Schottland. Das Buch erscheint im Blanvalet Verlag.

Der neue Sommer-Wohlfühlroman von Bestsellerautorin Anne Sanders - charmant, witzig und mit ganz viel Herz!

Isla Grant ist 32 Jahre alt, ihr langjähriger Freund hat sie gerade verlassen und sie steht ohne Wohnung und ohne Job da. Deswegen beschliesst sie, in ihre Heimat, auf die kleine schottische Insel Bailevar zurückzukehren. Dabei hatte sie kaum noch Kontakt zu ihrer Familie und auch die sind erstmal nicht gerade begeistert. Auf der kleinen Insel bleibt es nicht aus, dass sie ihre Jugendliebe Finn wiedertrifft und das wühlt unliebsame Erinnerungen auf. Es gibt aber einen Menschen, den sie liebend gern wiedersieht, ihre Großmutter Shona. Diese erzählt besonders gern die Legende von der verschwundenen Insel. Wie wird es Isla in ihrer alten Heimat ergehen, wird es ihr erneut zu klein und eng werden? Die Vergangenheit holt sie jedenfalls unaufhörlich ein.

"Liebe ist nicht an Bedingungen geknüpft. Liebe ist absolut. Liebe ist, den anderen dafür zu lieben, was er ist. Nicht dafür, war er sein könnte." Zitat Seite 273

Anne Sanders hat mich mit ihrem Debütroman "Sommer in St.Ives" regelrecht verzaubert. Ihr zweiter Roman wurde als neuer witziger Sommer-Wohlfühlroman angepriesen, ich habe ich daraufhin beim Blogger-Portal angefragt und hatte Glück.

Auch hier hat die Autorin wieder einen unterhaltsamen Roman geschrieben, der dieses Mal auf die winzige schottische Insel Bailevar geht, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Doch die Schauplätze haben genau den wahren Charakter, den die spezielle schottische Landschaft und deren Bewohner ausmacht. Hier leben Fischer und Schafzüchter ein recht zurückgezogenes und karges Leben. Hier werden noch alte Legenden weiter erzählt und die Menschen sind erst einmal misstrauisch Fremden gegenüber. So präsentiert sich mir auch der Blick auf die Insel im Buch.

Es geht auch in diesem Buch um eine Familie, die vorherrschenden Themen sind Liebe, Vertrauen, das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Familie und die unausgesprochenen Wahrheiten.

Der flüssige Schreibstil mit den vielen emotionalen Nuancen liest sich unterhaltsam und man taucht in die Familie und deren Probleme ein. Doch dieses Mal erscheint mir die Protagonistin Isla doch etwas unnahbar, ihre Geschichte geht mir nicht so recht nah. Echte romantische Gefühle versagt sie sich teilweise und sie geht auch nicht so sehr auf ihre Familienmitglieder zu. Auch ihre Freundschaft mit Finn zieht sich sehr in die Länge und bei mir konnte kein Interesse für die beiden Figuren aufkommen. Für mich ist eher Shona meine Buchheldin, denn ihr Leben ist geprägt von ihrer Fröhlichkeit, ihrer herzlichen Hilfsbereitschaft und dem tragischen Geheimnis, das sie mit sich trägt. Allgemein hat sich kein Wohlfühlgefühl eingestellt und auch humorvolle Szenen habe ich vermisst.

Ein Roman, der in den kargen schottischen Norden führt, eine junge Frau auf ihrem Weg in ihre alte Heimat begleitet und letztendlich ein ungeahntes Familiengeheimnis lüftet.

Wer Familienromane liebt und Schottland bereisen möchte, findet hier die richtige Lektüre.

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Tags: liebesgeschichte, roman, schicksal, schottland, sommer   (5)
 

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111 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

okapi, tod, leben, westerwald, mariana leky

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 18.07.2017
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Mariana Leky schrieb den Roman "Was man von hier aus sehen kann". Das Buch erscheint im Dumont Verlag.

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.
›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …  


"Dass mein Großvater gestorben war, hatte ich mir selbst erschlossen, keiner hatte das ausdrücklich gesagt. Selma hatte behauptet, er sei im Krieg gefallen, was in meinen Ohren hieß, dass er gestolpert war, und mein Vater hatte gesagt, er sei im Krieg geblieben, was in meinen Ohren hieß, dass der Krieg etwas war, in dem man sich irgendwann im Leben länger aufgehalten hatte." Zitat Seite 72

Etwas abstrus und philosophisch kommt der Roman am Anfang daher, aber dann kommt Bewegung in die Geschichte und man versteht die Zusammenhänge und die Menschen besser. Außergewöhnlich ist der spezielle Erzählstil von Mariana Leky, der durch seine Lebensbetrachtung interessant wirkt, mal humorvoll, mal schwermütig, so wie das Leben selbst.
 
Die Geschichte erscheint zuerst etwas ungewöhnlich, wenn man sich ihr allerdings widmet, lernt man viele wunderbare Figuren kennen und erfährt viel über die Liebe, das Leben und das Sterben.

Man sieht die Welt aus Kindersicht der kleinen Luise, die als Protagonistin in einem kleinen Dorf im Westerwald bei ihrer Großmutter aufwächst. Ihre Eltern haben sich getrennt und sind beide weggezogen. Luise erlebt mit den Nachbarjungen Martin eine wunderbare Kindheit, bis ein Unglück passiert. Die Geschichte spielt bis zu Luises Erwachsenenalter, dabei ist die Entwicklung ihres Charakters glaubhaft und sehr schön nachzuvollziehen.

Dieser Roman zeigt das unglaubliche Sprachvermögen der Autorin. Sie spielt mit der Sprache, zeichnet Bilder mit einfachen Worten, die man so nie zuvor gelesen hat. Dadurch erschafft sie Beschreibungen, die nicht immer direkt greifbar sind, sie schafft eine symbolische Bedeutung und dieser Stil zieht sich durch das ganze Buch.

"Es geht im Leben darum, eine Intimität mit der Welt herzustellen." Seite 237
Solche Sätze lassen mich nachdenklich zurück.

Auch wenn dieser Roman nicht immer deutlich wird, sich etwas in Andeutungen und Wortspielereien verliert, so bringt die besondere Sprache eine unnachahmliche Stimmung in die Geschichte, der man gebannt folgt.

Es ist eine Geschichte, in der die Liebe eine große Rolle spielt. Es beginnt mit der Liebe der Enkelin Luise zu ihrer Großmutter Selma. Dann gibt es die unausgesprochene Liebe zwischen dem Optiker und der Großmutter. Weitere folgen und nicht immer kommen die Liebenden zusammen. Manchmal stehen ihre Lebenswege ihrer Liebe im Weg oder sie suchen nach dem Sinn des Lebens, dabei begegnen sie dem eigentlichen Leben und auch dem Tod. 

Mir haben die vielen lebensnahen Passagen in Luises Leben und auch die Reaktion der Dorfbewohner auf Selmas Okapi-Träume sehr gefallen.
Ein Buch mit Gefühlen, die es im wahren Leben auch gibt: Liebe und Freude, Trauer und Leid und eine Prise Humor, die das Leben würzt. 

Mariana Leky schafft es, mich in die Welt von Luise zu ziehen und mich mit ihren Lebensweisheiten zu überraschen und nachdenklich zu machen. Ein erstaunliches Buch, das ich ausdrücklich und gern empfehle.

  (110)
Tags: buchflüsterer, dorfgemeinschaft, liebesgeschichte, westerwald, zusammengehörigkeit   (5)
 

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provence, sommer, aix-en-provence, ferienlektüre, neubeginn

Willkommen in der Provence

Brigitte Guggisberg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.06.2017
ISBN 9783453359512
Genre: Romane

Rezension:

"Willkommen in der Provence" ist der Debütroman von Brigitte Guggisberg, herausgegeben vom Diana Verlag.


Vivianne fällt aus allen Wolken, als ihr Mann Victor nach fünfundzwanzig Ehejahren einfach verschwindet und sie in ihrem Haus in Aix-en-Provence auf einem Berg Schulden sitzen lässt. Aus der Not macht sie eine Tugend, aus dem verwaisten Schlafzimmer eine Gästeunterkunft. Doch gerade als Chez Madame Vivianne zum heißen Tipp für Touristen wird und Vivianne dem gut aussehenden Félix begegnet, taucht Victor wieder auf ...

"Der Trick dabei ist, sich nicht über Mängel aufzuregen, die man nicht beheben kann. Ein etwas üppiger Hintern? Ein Doppelkinn? Schnittlauchhaare oder hängende Lider? Egal. Niemand besteht nur aus einem Hintern...Jede Frau hat etwas Schönes an sich." Zitat Seite 198

In diesem locker und humorvoll geschriebenen Debüt führt uns Brigitte Guggisberg direkt in die zauberhafte Landschaft der Provence. Mitten hinein in das Leben von Endvierzigerin Vivianne, die seit über 25 Ehejahren an der Seite von Victor, seines Zeichens Bankdirektor, ein unbeschwertes, recht luxuriöses Leben führt. Doch damit ist plötzlich von einem auf den anderen Tag Schluss. Victor verschwindet und hinterlässt Vivianne nicht nur ein gebrochenes Herz, sondern auch eine Mengen Schulden.

Vivianne macht aus der finanziellen Not eine Tugend und verwandelt ihr großes Haus in eine Gästeunterkunft. Ihr zur Seite stehen unveränderlich ihre Freundinnen, mit denen sie bisher ihre Freuden und nun auch ihre Sorgen und Ängste teilen kann. Im Verlauf der Handlung erfährt man bei einem Blick hinter die Fassaden, dass auch in deren Beziehungen die offensichtliche Harmonie getrübt ist.

Die Veränderung in Viviannes Leben ist nicht nur vom Verlust ihres Mannes geprägt, es wird deutlich gezeigt, wie Vivianne mit Tatkraft das Unternehmen Gästehaus durchsetzt. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, so könnte ihre Devise lauten. Für den Leser ist es sehr kurzweilig zu sehen, welche verschiedenen Gästetypen hier vorgestellt werden. "Chez Madame Vivianne" entwickelt sich zu einem Renner und Vivianne gewinnt neuen Lebensmut zurück. Sie lernt Félix kennen und kann sich plötzlich auch wieder ein Leben ohne Victor vorstellen. Aber so einfach ist das Leben nicht, denn Victor taucht wieder auf. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Mich hat dieser Roman mit seinem wunderschönen Schreibstil mitgenommen auf eine zauberhafte Reise in ein ganz besonderes Gästehaus. Vivianne ist eine tatkräftige Frau, die mir zwar nicht richtig sympathisch wurde, aber doch eine bemerkenswerte Frau darstellt, deren Lebensweg ist gern begleitet habe. Bei dieser Geschichte finde ich die Frauenfreundschaften realistisch geschildert, emotionale Dinge geschehen und dennoch überwiegt der humorvolle Charakter des Ganzen. Einige Sätze sind so schön formuliert, dass man nur vergnügte Leseerlebnisse damit hat. Siehe Zitat oben!

Dieser Roman ist ein Mutmach-Buch, ein Wohlfühl-Roman vor sommerlicher Provence-Kulisse, bei dem man abtauchen kann und entdeckt, wie Neuanfänge Wege eröffnen können, von denen man vorher nie geträumt hätte, sie zu betreten.

  (99)
Tags: aix-en-provence, neubeginn, schulden, trennung   (4)
 

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

alpaka, göttingen, krimi, regionalkrimi, eichsfeld

Stallgeruch

Dominik Kimyon
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 08.03.2017
ISBN 9783839220337
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Regionalkrimi "Stallgeruch" ist das Debüt von Dominik Kimyon. Der "Krimi von Land" erscheint 2017 im Gmeiner Verlag.

Eichsfeld: Als die Verlobte des Juniorchefs Linda Becker stranguliert zwischen den Alpakas gefunden wird, nimmt sie ein Geheimnis mit ins Grab. Die Kommissare Christian Heldt und Tomek Piotrowski aus Göttingen werden zur Ermittlung nach Duderstadt berufen, ganz zur Missgunst der örtlichen Kollegen. Die Soko hat es nicht einfach und beißen sich durch einen Wust aus Intrigen, Hass und Selbstsucht. Als ein weiterer Mord geschieht, gewinnt die Ermittlung noch mehr an Brisanz.


"Auf drei Dinge reagierte Walter allergisch: auf Mandeln, auf Niederlagen von Hannover 96 und auf die Rechthaberei seiner Frau. Die Nüsse ließ er einfach weg, gegen schlechten Fußball gab es Bier und bei Helga – nun, nicht ohne Grund prangte ein Wanderabzeichen in Gold an seinem Stock." Zitat Seite 7

Wenn ein Buch schon so beginnt, packt es den Leser und macht neugierig auf die weitere Handlung. Man merkt an diesen ersten Sätzen auch sofort den einzigartigen und etwas speziellen Schreibstil des Autors Dominik Kimyons. Er zeichnet wunderbar nuancierte Charaktere mit feinsinniger Gefühlsbeschreibung, gibt Einblick in unterschiedlichste Situationen und Stimmungen während der Dialoge und Ermittlungen und lässt dadurch den Leser automatisch tief in das Geschehen eintauchen. Die geschmackvollen Landschaftsbilder aus dem beschaulichen Eichsfeld in Niedersachsen geben dem Ganzen einen regionalen Rahmen.

Gespannt verfolgt man im ruhigen Eichsfeld auf dem Alpaka-Hof wie sich die Göttinger Kommissare im Mordfall Linda Becker ein Bild der Familie Mohr macht. Der Mord an der Verlobten scheint nicht auf große Verlustgefühle zu treffen. Das macht die Ermittler erst recht neugierig und sie nehmen die Betroffenen genau unter die Lupe. Aber auch die Angestellten, das Tierarztehepaar von den Greben und einige Tierschützer könnten ein Motiv haben.
Kimyon führt den Leser mehrfach mit geschickten Wendungen auf die falsche Spur zum Täter. Dabei lernt man die vielseitigen Charaktere kennen und versucht, hinter die Kulissen zu schauen.
Besonders schön sind die Einblicke in die Alpaka-Farm, sie zeigen ein interessantes Bild dieser Tiere und deren Zuchtauswahl und natürlich gibt es Tierschützer, die hier ihre eigene Sicht der Dinge vertreten.

Die vielen Charaktere zeichnet Kimyon sehr nuanciert, sodass man schnell ein jeweiliges Bild vor Augen hat. Bei den Kommissaren taucht man ein wenig in ihr Privatleben ein, der Kriminalfall steht jedoch im Vordergrund.
Es gibt einige Personen, die mir suspekt vorkommen, jedoch gelingt es dem Autor immer wieder, die Spuren neu zu legen und Verdachtsmomente neu zu streuen. Das sorgt für eine sich steigernde Spannung, die erst am Ende in einem fulminanten Finale alle Handlungsstränge logisch bündelt und den Täter präsentiert. Ich war sehr überrascht.

Bei diesem Krimi macht es Spaß, die Göttinger Kommissare ins beschauliche Eichsfeld auf ihre Ermittlung zu begleiten. Das Setting mit der Alpaka-Farm ist ausgefallen, es gibt reichlich Verdächtige und viele menschliche Geheimnisse, die man nach und nach erfährt.

"Stallgeruch" ist ein angenehm zu lesendes, sehr gelungenes kurzweiliges Debüt im Alpakastall.

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Tags: alpakas, eichsfeld, göttingen, krimi, regionalkrimi   (5)
 

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74 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

tegernsee, mord, erpressung, krimi, wallner & kreuthner

Schwarzwasser

Andreas Föhr
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.06.2017
ISBN 9783426654217
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Schwarzwasser" ist der 7. Band der Tegernsee Krimi-Reihe von Andreas Föhr. Die Krimis erscheinen im Knaur Verlag.


In einem abgelegenen Haus bei Miesbach wird Klaus Wartberg erschossen aufgefunden. Das Merkwürdige daran ist jedoch, dass sich Polizist Kreuthner mit Wallners Opa Manfred und Faschingsfest-Bekanntschaft Michaela am Tatort befinden und gleich eine Verdächtige erwischen.
Später stellt sich heraus, den Toten gibt es laut Melderegister gar nicht. Wer versteckte sich hinter dieser Identität? Kommissar Wallner und seine Mordkommission stehen vor einem Rätsel.

"Aber deine Beförderung kannst du dir irgendwo am unteren Ende deines Rückens ganz tief reinstecken, dachte Kreuthner, und in seinem Herzen knallte ein kleiner Sektkorken." Zitat Seite 137

Mit Schwarzwasser bin ich ohne Vorkenntnisse in diese Krimireihe eingestiegen, ein Namensregister erleichtert das sehr und ich hatte als Neueinsteiger keine Probleme.

Bei diesem Krimi erwartet den Leser eine gelungene Mischung aus kauzigen Charakteren, humorvollen, teilweise recht derben Dialogen und ein raffiniert konstruierter Plot. Es geht spannend, aber unblutig zur Sache, der Fall ist Dreh- und Angelpunkt des Geschehens und es gibt zwei Handlungsstränge, die in zwei Zeitebenen führen.

Eine führt zurück ins Jahr 1996 nach Berlin, dort startet ein junger Anwalt seine Anwaltskanzlei mit finanziellen Anfangsschwierigkeiten und dann zieht er ein großes Mandat an Land. Doch dieser Auftraggeber bringt neben einem gesicherten Einkommen für den Anwalt auch Probleme mit sich.
Die aktuelle Handlung zeigt die Ermittlung durch die bayrische Mordkommission Miesbach unter Hauptkommissar Wallner.
Polizist Kreuthner sorgt für überraschende Momente und für viele Lacher. Er ist der ausgefallenste Charakter im Buch und gleichzeitig der absolute Stimmungsmacher. Nebenberuflich brennt er Schnaps, fährt besoffen Auto und dringt ohne Gewissensbisse in fremde Häuser ein. Doch er hat auch kriminalistisches Bauchgefühl und ein Herz für Menschen, die er für unschuldig hält. Für mich hat durch ihn dieser Krimi Kultcharakter und die Reihe wird weiter verfolgt.

Andreas Föhr bringt Bewegung in die deutsche Krimilandschaft. Mit reichlich Spannung, viel trockenem Humor dank der kauzigen Figuren, einer Menge Action und einem intelligenten Plot bringt Schwarzwasser alles mit, was man von einem hervorragenden Krimi erwartet.
Nicht nur für Fans der Reihe, sondern generell auch für Neueinsteiger ein echtes Krimivergnügen!

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Tags: erpressung, kriminalroman, mord, tegernsee   (4)
 

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47 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

tegernsee, freundschaft, sommer roman, kinder, uneinsichtige eltern

Für jetzt und immer

Susanne Rößner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.06.2017
ISBN 9783492310642
Genre: Romane

Rezension:

Susanne Rößner hat neben ihren Krimis ihren zweiten Roman geschrieben. Er trägt den Titel "Für jetzt und immer" und erscheint im Piper Verlag.


Die junge Lena ist Erzieherin und wird aufgrund eines Vorfalls, den sie gar nicht verschuldet hat, suspendiert. Ihre freie Zeit verbringt sie viel in der Natur, sie liebt ihre Heimat am Tegernsee sehr. Sie trifft einen attraktiven, aber unmöglichen Mann, der sich scheinbar bequemerweise auf einen Behindertenparkplatz stellt. Solche Typen kann sie nicht ausstehen und das macht sie deutlich. Nun hat sie genug Freizeit, aber leider noch keinen neuen Job. Bei einer Radtour trifft sie auf die kleine Mia, die sich von anderen Kindern absondert und in einem hohlen Baum versteckt. Lena gewinnt ihr Vertrauen und merkt, wie sehr dieses Kind an Problemen zu knabbern hat. Lena mischt sich bewusst ein und erhält nach Disput einen Job bei Mias Familie. Sie sieht auch den nervigen Unbekannten wieder...


Bei diesem Roman zeigt Susanne Rößner, dass sie neben spannenden Krimis auch sommerliche Liebesromane mit problembehafteten Figuren schreiben kann.  

Die Geschichte geht um die junge Lena, die als Erzieherin nur das Wohl ihrer Schützlinge in Auge hat, aber an schwierigen Eltern und der Leitung der Einrichtung scheitert. Auch die 9-jährige Mia ist ein Kind, dem seine familiäre Situation zu schaffen macht und die sich eigentlich nur nach einer liebevollen Familie sehnt. Doch ihre Verwandten sind aus verschiedenen Gründen dazu nicht in der Lage und erkennen nicht die Hilfeschreie des Kindes.

Lena gewinnt das Vertrauen von Mia und lernt auch die Verwandten näher kennen. Vieles wird in der Familie verschwiegen, um nach außen eine harmonische, unproblematische Fassade aufrecht zu erhalten. Das widerstrebt Lena und sie sagt dazu deutlich ihre Meinung. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck, aber sie sagt auch, wenn sie etwas stört und stösst damit auch auf Gegenwehr. Ihren Job als Kindermädchen macht sie erstaunlich gut, Mia verändert unter ihrer Anleitung ihr verstocktes Wesen und kann sich endlich öffnen und Gefühle zulassen. Mias Onkel Leo ist ein attraktiver Mann, doch mit ihm gerät Lena regelmäßig aneinander. 

Die Charaktere sind vielseitig gezeichnet, es gibt fiese, nette und unmögliche Figuren, sodass für reichlich Unterhaltung gesorgt wird.

Mir gefällt der flüssige Schreibstil, der locker zu lesen ist und damit einem Sommerroman gerecht wird.

Hier werden Probleme geschildert, die wie in so vielen Familien auf dem Rücken von Kindern ausgetragen werden. In solchen Fällen ist eine therapeutische Betreuung eigentlich angeraten, im Buch wird jedoch Lena mit diesem Fall betreut, als Erzieherin hat sie einen guten Draht zu Kindern und sie wird zur Mittlerin zwischen dem Kind und ihren Betreuern.


Bei diesem Roman geht es um das Wohl eines Kindes, die Charaktere, das Setting am Tegernsee und die interessante Familiengeschichte sorgen für gute Unterhaltung. Etwas Liebe liegt auch in der Luft und somit sorgt Susanne Rößner für angenehme Lesestunden.

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Tags: freundschaft, liebesroman, tegernsee   (3)
 

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

krimi, steiermark, martin schult, berlin, kriminalroman

Dem Kroisleitner sein Vater

Martin Schult
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.07.2017
ISBN 9783550081743
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Krimi von Martin Schult trägt den Titel "Dem Kroisleitner sein Vater" und erscheint im Ullstein Verlag.

Im kleinen Dorf St. Margrethen in der Steiermark wird der 104jährige Alois Kroisleitner auf dem Berg Toter Mann mit blau gefärbter Zunge und aufgeschlagenen Knien tot aufgefunden. Woran ist er gestorben, er war doch trotz seines hohen Alters eigentlich topfit?

Frassek ist sozusagen auf der Flucht vor seiner Fast-Ex-Frau und wandert den gleichen Berg hoch und wird damit verdächtig. Als er wieder zurück in Berlin ist, erkennt er zufällig sein Phantombild im Fernsehen und reist wieder zurück. Er wird entlastet und ermittelt auf eigene Faust. Die Dorfbewohner machen sich so ihr eigenes Bild, das Gerede ist groß, dabei werden viele Vermutungen angestellt und sogar Geheimnisse aufgedeckt.


Dieser Krimi hat mich durch die interessant klingende Leseprobe sehr angesprochen und ich hatte mich auf die Lektüre sehr gefreut. Leider hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Inhalt und bin auch ziemlich enttäuscht. 

Der Autor hat sich bei diesem offiziell als Krimi eingestuften Buch zusätzlich auch noch mit einem bunten Genremix von Berg- und Familiendrama und Heimatroman ausgetobt. Das wird dann nicht nur inhaltlich zu viel, sondern für den Leser auch schlicht und ergreifend unüberschaubar. Wo liegt denn nun das Hauptaugenmerk, habe ich mich häufig gefragt. Dabei gefällt mir Martin Schults flüssiger Schreibstil mit seinem originellen Ton sehr gut, die teilweise mundartlichen Dialoge sind lebendig und manchmal auch humorvoll.

Aber die vielen Handlungsstränge und Ortswechsel werfen zu viele Baustellen der Figuren auf, sodass man als Leser den roten Faden kaum ohne Probleme verfolgen kann. Neben dem Kriminalfall geht es um die Identitätskrise der Sängerin Emma, um ihre Abstammung, weiterhin um Selbstmorde und Sterbehilfe und um alte Briefe, die Geheimnisse aus dem Weltkriegen zutage bringen. Jedes Thema für sich ist durchaus hochinteressant, aber in der Fülle wirkt dieses Durcheinander schier verwirrend.

Ich brauchte eine Weile, ehe ich die handelnden Personen den jeweiligen Themen zuordnen konnte. Schwierig war das wohl auch, weil ich mir kein Bild von diesen Figuren machen konnte, dazu fehlten die speziellen Charakterisierungen. Das machte das Ganze zäh und meine Leselust schwand immer mehr dahin. Zu sehr verwirrten mich auch einige fragwürdige Aktionen der Personen, sie nachzuvollziehen, war mir unmöglich. Richtig sympathisch wurde mir jedenfalls keine Figur und ich blieb mehrfach verwirrt von dem Gelesenen zurück. Spannende Unterhaltung, leider Fehlanzeige!

Bei diesem Buch wurde viel Potential verschenkt, denn es gibt einige interessante Ansätze, die zu einer spannenden Lektüre ausgearbeitet werden könnten. 


Mit diesem Buch hatte ich so meine Probleme und da mir auch die Personen weitgehend fremd blieben, konnte ich es nur schleppend lesen. Zu viele Nebenschauplätze haben mir den Blick auf die eigentliche Handlung versperrt.  

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Tags: bergdrama, dorfklatsch, krimi, steiermark   (4)
 

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

shanghai, nationalsozialismus, flucht, exil, liebe

Als die Liebe endlich war

Andrea Maria Schenkel
Flexibler Einband
Erschienen bei Diana, 13.06.2017
ISBN 9783453359536
Genre: Romane

Rezension:

Andrea Maria Schenkel veröffentlichte den Roman "Als die Liebe endlich war" im Jahr 2016, er erscheint als Taschenbuchausgabe 2017 im Diana Verlag.

1938 macht sich Familie Schwarz von Regensburg auf nach Shanghai,
dem Ziel vieler anderer europäischer Juden, die vor dem Nationalsozialismus geflohen sind. In Genua bleibt Erwin jedoch zurück, seine Heimatliebe siegt und er lässt Grete mit den Kindern Carl und Ida allein auf die weite Reise gehen. Nach dem Ende des Krieges geht Carl nach Amerika und beginnt dort ein neues Leben mit seiner Frau Emmi, die ebenfalls aus Deutschland stammt. Nach 60 gemeinsamen glücklichen Jahren holt sie 2010 die Vergangenheit ein.

"In einer Welt, in der die eine Hälfte uns verfolgt, und die andere uns nicht haben will ist ein Ort, der uns nur als Fremde sieht, wohl wirklich das Paradies." Zitat Otto Knoll

Von Andrea Maria Schenkel kenne ich bereits ihre hervorragenden Krimis Tannöd, Kalteis und Finsterau. Doch nach der Lektüre dieses Romanes muss ich sagen, dass sie das Metier der unterhaltenden historischen Romane ebenfalls hervorragend beherrscht.

Andrea Maria Schenkel verbindet hier eine Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund mit Schauplätzen wie München, Shanghai und Brooklyn und zeichnet lebendige und sehr detaillierte Charaktere, deren Lebenswege tief berühren und fesseln. Sie vermag es, schwierige Zeitgeschichte anschaulich und begreifbar werden zu lassen. Jeder Geschichtsunterricht mit ihr wäre eine wahre Freude gewesen.

Das Buch zeigt eine jüdische Familie auf ihrem Weg in ein vermeintlich besseres Leben, nach Shanghai. Es erzählt von Judenverfolgung, Reichskristallnacht, Weltkriegsszenario, von einer neuen Heimat in Amerika, von Liebe, Kindheit und unterschiedlichen Zielen. Es zeigt aber auch die Geschichte von Erna, die im Zeitraum 1938 bis 1948 bei ihrer Tante Marga in München den Nationalsozialismus aus nächster Nähe miterlebt.

Am Ende des Buches verknüpfen sich die Handlungsstränge und man erkennt, welche Auswirkungen der Krieg auf die Figuren hatte. Manche Menschen wollen vergessen, andere verändern sich oder verschweigen ihre frühere Identität.

Dieser Roman hat mich tief ergriffen und wird mich noch lange beschäftigen. Die historischen Bezüge sind so unglaublich klar erzählt und die Schicksale der Figuren stehen absolut im Fokus.
Diese Schicksale zeigen lebensnahe Begebenheiten, die man so nicht in den Geschichtbüchern findet.


Ich möchte eine Empfehlung für dieses Werk von A. M. Schenkel aussprechen, denn hier wird ein schwieriges Stück Zeitgeschichte durch die Romanfiguren begreifbar gemacht und das auf eine unterhaltsame, wie eindringliche Art und Weise.

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wien, liebe, hotel, humor, backen

Frühlingsglück und Mandelküsse

Emilia Schilling
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 17.04.2017
ISBN 9783641196639
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Debütroman von Emilia Schilling trägt den Titel "Frühlingsglück und Mandelküsse". Er erscheint im Goldmann Verlag.


Die junge Wienerin Charlotte Paul, genannt Charlie, liebt ihren Job als Patissière in einem 5-Sterne-Hotel und auch privat sieht alles rosarot aus, denn sie träumt schon von der Hochzeit mit Freund Eddie. Als ihr neuer Chef Daniel auftaucht, der sich nichts aus Süßspeisen macht, beginnt ihr Leben kompliziert zu werden und auch mit Eddie kriselt es immer mehr. Ihr Traum, eine Petits-Fours-Messe in ihrem Hotel auszurichten, stösst bei Daniel nicht auf Zustimmung. Charlie sagt jedoch zu und schon ist das Chaos perfekt. Das Leben hält so einige chaotische Überraschungen für Charlie bereit, wird sie dabei ihr Glück finden? 


Charlie lebt mit zwei Frauen in einer WG in Wien, ihr Lebensmittelpunkt ist ihre Backstube im Hotel. Dort zaubert sie unverdrossen und mit viel Liebe beim Zubereiten Apfelstrudel, Linzer Torten, Bisquitrollen und ihre berühmten Mandelküsse. Ihr Freund Eddie kommt aus einer vornehmen Familie, dort ist Charlie nicht die erste Wahl und das wird ihr deutlich gezeigt. Eigentlich ist ihr Kollege Alex ihr Seelenverwandter, er ist ihr Stütze im Job und tröstet sie bei Kummer.
Mit ihrem neuen Chef Daniel gerät Charlie gleich am ersten Tag aneinander und von da an versucht sie ihm aus dem Weg zu gehen. Was natürlich erst recht nicht klappt und es kommt zu vielen amüsant-chaotischen Begegnungen, die mich als Leser wunderbar unterhalten haben. 

Dieses Debüt ist total gelungen, der Roman hat mich angenehm überrascht und ich habe ihn richtig genossen. Er ist locker und lebensnah geschrieben, hatte eine Handlung, die zwar etwas vorhersehbar war, aber die Charaktere und Vorfälle haben so richtig Spaß gemacht und ich habe den Roman kaum weglegen können.

Als Leser taucht man ein in die Wiener Patisserie und Caféwelt, erliegt dem flotten Schreibstil und humorvollen Erlebnissen der Protagonistin Charlie und erlebt eine rundum kurzweilige Lesezeit.
 
Die beigefügten Rezepte sind aus der österreichischen Backstube und enthalten häufig Nüsse oder Mandeln. Allergiker sollten hier mit den Nussspezialitäten aufpassen.

Diese frühlingshafte Wohlfühl-Geschichte kommt mit allerlei Kalorienbomben in Form von Kuchen, Torten und Petit Fours daher und sie sorgt für eine stimmungsvolle Unterhaltung mit Wiener Flair. Dieses Debüt sollte man sich näher ansehen!



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