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187 Bibliotheken, 31 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern

Vic James , Franca Fritz , Heinrich Koop
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.08.2018
ISBN 9783841440105
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(485)

965 Bibliotheken, 69 Leser, 1 Gruppe, 107 Rezensionen

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Das Reich der sieben Höfe - Sterne und Schwerter

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.03.2018
ISBN 9783423762069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Feyre hat ihren Seelengefährten gefunden. Doch es ist nicht Tamlin, sondern Rhys. Trotzdem kehrt sie an den Frühlingshof zurück, um mehr über Tamlins Pläne herauszufinden. Er ist auf einen gefährlichen Handel mit dem König von Hybern eingegangen und der will nur eins – Krieg. Feyre lässt sich damit auf ein gefährliches Doppelspiel ein, denn niemand darf von ihrer Verbindung zu Rhys erfahren. Eine Unachtsamkeit würde den sicheren Untergang nicht nur für Feyre, sondern für ganz Prythian bedeuten. Doch wie lange kann sie ihre Absichten geheim halten, wenn es Wesen gibt, die mühelos in Feyres Gedanken eindringen können?

Meinung:
Wie viele andere auch, war ich sehr gespannt auf diesen Abschlussband. Und auch wenn ich ein paar kleinere Kritikpunkte hatte, wurde ich nicht enttäuscht.

Erneut hat die Autorin einen eher ruhigen Start gewählt, auch wenn es unterschwellig hier ganz schön zur Sache geht. Prinzipiell war ich sehr schnell wieder in der Geschichte, konnte Feyres Wut und ihre Handlungen nachvollziehen, fand es aber zum Teil doch auch schon etwas hart, was sie mit Tamlin abgezogen hat.

Aber ich fand es zumeist gut, wie sich die Handlung im Verlauf der Geschichte entwickelt hat, vor allem eben was die Beziehung zwischen Tamlin und Feyre betrifft. Aber auch andere Figuren haben, zum Teil unerwartet, ihr wahres Gesicht gezeigt und man muss wirklich sagen, dass bei den Charakteren wieder ganz viel richtig gemacht wurde.

Die meisten haben Tiefe, auch wenn Rys Wortwitz aufgrund der ernsten Lage doch ein bisschen zu kurz kam. Aber Feyre hat sich definitiv weiterentwickelt und wurde mit der Zeit einfach reifer. Und auch die wichtigsten Nebenfiguren bekommen etwas mehr Tiefe, bzw. klarere Charakterzüge. Jedoch wäre hier definitiv auch noch mehr möglich gewesen, da alles nur angerissen wurde.

Aber definitiv zu kurz gekommen ist der König von Hybern, bzw. der ganze Kontinent und auch die sterblichen Königinnen. Hybern kommt um Krieg zu führen, aber die Hintergründe dafür werden immer nur kurz angerissen. Und Hybern selbst bleibt definitiv viel zu sehr im Dunkeln. Er ist kein wirklich greifbarer Antagonist, so wie es Amarantha war, sondern einfach viel zu blass. Das fand ich wirklich etwas schade.

Prinzipiell ist die Handlung auch dieses Mal wieder sehr gemischt. Es gibt ruhigere Szenen, aber auch viel Action und Blut. Der Krieg und die Vorbereitungen dafür stehen natürlich im Vordergrund, aber ich fand es gut, dass es drum herum schon auch noch andere kleine Nebenstränge und viel Raum für Emotionen aller Art gab. Manche Wendungen waren ein bisschen vorhersehbar, dafür haben mich andere aber doch total überrascht und schockiert.

Das Ende ist prinzipiell schon zufriedenstellend, auch wenn durchaus noch mehr Fragen offen geblieben sind bzw. sogar regelrecht noch aufgeworfen wurden, als ich mir das gewünscht hätte. Ich bin ja mal gespannt, wie die Autorin da jetzt weiter verfahren wird, da ja zumindest die Reihe mit Feyre als Protagonistin abgeschlossen ist.

Fazit:
Ein unterhaltsamer und zufriedenstellender Abschlussband mit tollen Charakteren, einem tollen Schreibstil und einer abwechslungsreichen Handlung. Jedoch hätte ich mir bei den Nebencharakteren und vor allem beim Antagonisten manchmal noch ein paar Infos mehr gewünscht. Durch die offengebliebenen Fragen am Ende bin ich doch sehr gespannt, was sich die Autorin für Prythian noch weiter überlegen wird, auch wenn die Reihe um Feyre nun abgeschlossen ist. Für diesen Band gibt es auch wieder gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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(125)

394 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Vertrauen und Verrat

Erin Beaty , Birgit Schmitz
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551583833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Mit einem Mann verheiratet zu werden, den sie noch nie getroffen hat: für Sage der absolute Albtraum, doch Tradition im Reich Demora. Um dem zu entgehen, beginnt Sage eine Lehre bei einer Kupplerin und begleitet zehn junge Damen aus adeligen Familien zum großen Verkupplungsball. Ihre Aufgabe ist es, die Bräute – und die Soldaten, die auf der Reise für ihre Sicherheit sorgen – zu bespitzeln. Denn im Reich braut sich ein Krieg zusammen. Schon bald findet Sage sich zwischen den Fronten wieder. Und sie, die nie heiraten wollte, stolpert geradewegs auf eine große Liebe zu. Doch wem kann sie wirklich trauen?

Meinung:
Kurzbeschreibung und Cover haben mich auf den ersten Blick eigentlich eher an einen historischen Roman denken lassen. Und nun, da ich die Geschichte gelesen habe, kann ich sagen, dass die Geschichte schon Ähnlichkeiten mit diesem Genre aufzeigt. Der Fantasyanteil beschränkt sich bisher auf die neu erfundene Welt, denn die Gegebenheit in Demora erinnern doch sehr an frühere Zeiten. Frauen sollen dem Manne Untertan sein, haben nichts zu melden und sind an allem Schuld.

Jedoch passt Protagonistin Sage glücklicherweise überhaupt nicht in dieses Bild. Sie wurde abseits dieser Konventionen erzogen und ist eine sehr taffe Person, die sich nichts einreden lässt und zu ihrer Meinung steht und das macht sie in diesem Setting sehr sympathisch. Auch wenn ihre Fähigkeiten und Ideen manchmal schon ein bisschen zu viel waren.

Die anderen Figuren bleiben lange Zeit doch eher im Dunkeln um ihre Absichten nicht gleich zu verdeutlichen, aber auch im Verlauf des Buches werden die meisten nur am Rande erwähnt. So hätte ich mir zum Beispiel doch mehr Infos über den Prinzen, die Kupplerin, die Bräute oder den großen Verkupplungsball gewünscht. Doch dieser Handlungsstrang war eher etwas nebensächlich.

Grundsätzlich hat die Liebesgeschichte hier eine recht große Rolle eingenommen. Für meinen Geschmack war der Fokus darauf etwas zu viel, aber zum Glück war die Liebesgeschichte zumindest glaubhaft dargestellt, weshalb ich mich doch noch ganz gut damit anfreunden konnte.

Die Autorin lässt sich durchaus etwas Zeit, bis sie handfeste Spannung in ihre Geschichte bringt. Im ersten Drittel passiert nicht wirklich was, im zweiten wird es etwas besser, aber richtig los geht’s erst im dritten Drittel. Zum Glück hat sie so einen flüssigen, bildhaften und modernen Schreibstil, weshalb sich die Seiten auch so schnell haben lesen lassen, aber das hätte auch nach hinten losgehen können. Vor allem da die Autorin durch die wechselnden Perspektiven dem Leser oft vieles schon vorher verrät, bevor überhaupt Spannung aufkommen kann.

Dafür hat es das letzte Drittel wirklich in sich. Da gibt es dann einige unvorhergesehene Wendungen, einiges an Action und endlich handfeste Spannung. Außerdem ist das Ende für einen Auftaktband angenehm abgeschlossen, weshalb er auch für sich alleine stehen könnte.

Fazit:
Insgesamt hat sich das Buch wirklich schnell lesen lassen und auch wenn ich mir in den ersten zwei Dritteln etwas mehr Spannung, etwas weniger Fokus auf die Liebesgeschichte und letztendlich doch ein paar Facetten mehr (z. B. mehr Infos zur Kupplerin, den Bräuten und zum Verkupplungsball) gewünscht hätte, habe ich mich in der Gesamtbetrachtung gut unterhalten gefühlt und das Buch gern gelesen. Vor allem die starke Protagonistin, die Wendungen im letzten Abschnitt und das recht abgeschlossene Ende haben mir gut gefallen, weshalb ich noch knappe 4 Sterne vergebe.

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(242)

449 Bibliotheken, 21 Leser, 2 Gruppen, 161 Rezensionen

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Scythe - Der Zorn der Gerechten

Neal Shusterman , Kristian Lutze , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 14.03.2018
ISBN 9783737355070
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Citra und Rowan leben in einer perfekten Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Die Entscheidung über Leben und Tod treffen nicht mehr Schicksal oder Zufall, sondern die Scythe, die diejenigen auswählen, die zum Wohle aller geopfert werden müssen. Gemeinsam haben Citra und Rowan die Ausbildung zum Scythe überstanden, doch nur Citra wurde auserwählt, die Robe, den Ring und die fast übermenschliche Verantwortung zu tragen. Rowan kämpft jetzt aus dem Untergrund gegen die einzige Gefahr, auf die die perfekte Welt nicht vorbereitet ist: korrupte und gewissenlose Mörder in den Reihen der Scythe…

Meinung:
Nachdem ich der erste Band der Reihe eines meiner Jahreshighlights 2017 war, war ich natürlich sehr gespannt auf diese Fortsetzung.

Die Handlung startet im zweiten Band 10 Monate nach dem Ende von Teil 1. Citra hat sich mittlerweile etwas besser mit ihrem neuen Leben als Sythe Anastasia angefreundet, auch wenn es noch Zeiten gibt, in denen es ihr schwer fällt. Sie hat sich sichtlich weiterentwickelt und eine ganz eigene Art der Nachlese entwickelt, die nicht bei allen auf Gegenliebe stößt. Doch sie steht zu ihrer Entscheidung und wird damit zu einer machtvollen Stimme im Scythetum.

Rowan hingegen hat nach seiner Flucht einen ganz eigenen Weg eingeschlagen. Er geht gegen die tyrannischen Scythe der neuen Ordnung, die ihre Macht missbrauchen, aber immer zahlreicher werden, auf ganz spezielle und sehr gefährliche Weise vor. Man kann seine Position verstehen, muss sich aber doch auch fragen, ob das der richtige Weg für ihn und auch für die Welt ist.

Obwohl die beiden noch eine wichtige Rolle in der Handlung spielen, rücken sie in dieser Fortsetzung doch auch ein bisschen in den Hintergrund. Wir erfahren noch mehr von den komplexen Gegebenheiten und den Machtstrukturen dieser Welt, es kommt ein neuer wichtiger Charakter hinzu und zwischen den Kapiteln erhalten wir interessante und manchmal etwas nachdenklich stimmende Einblicke in die Gedanken des Thunderheads. Dabei geht es um sehr viele wichtige Ansätze, die uns auch heute beschäftigen. Nachdem er im ersten Teil ja noch eher etwas schwer greifbar war, werden seine Rolle und seine Ansichten hier klarer, auch wenn sie zum Teil doch etwas kontrovers sind, bzw. trotz der guten Absichten manchmal ein etwas mulmiges Gefühl bleibt.

Prinzipiell fand ich auch diese Fortsetzung total genial. Die Handlung ist spannend, abwechslungsreich und entwickelt sich rasant weiter. Dabei gibt es einige derart schockierende Wendungen, die ich in diesen Dimensionen nie erwartet hätte und die dafür gesorgt haben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die verschiedenen Perspektiven sorgen dabei für eine gute Rundumsicht und die nötige Tiefe in der Handlung und den Charakteren, die sich alle stimmig weiterentwickeln bzw. auch neue Seiten zeigen.

Der Schreibstil ist einfach extrem fesselnd, lebendig, anschaulich und atmosphärisch. Man ist mitten in der Geschichte drin, fühlt mit den Figuren, kann sich alles bildlich vorstellen und muss einfach weiterlesen.

Mein einziger Kritikpunkt ist das fulminante Ende dieses Zwischenteils. Dabei finde ich es nichtmal so schlimm, dass es recht offen gehalten ist und einfach mittendrin endet, sondern diese weitreichende Wendung fand ich doch ein bisschen zu viel des Guten und viel zu schnell abgehandelt. Ich kam kaum mit dem Lesen, geschweige denn Begreifen hinterher, das ging mir einfach viel zu schnell und das finde ich etwas schade. Das ist der einzige Punkt, wo ich mir durchaus noch etwas mehr tiefe bzw. mehr Fingerspitzengefühl gewünscht hätte.

Fazit:
Eine geniale Fortsetzung, die einen einfach umhaut! Die Handlung geht mitreißend weiter, es gibt viele unvorhergesehene und schockierende Wendungen, der komplexe Weltentwurf wird noch detaillierter und greifbarer und die Figuren entwickeln sich weiter. Einzig das Ende fand ich nicht ganz überzeugend. Es war doch ein bisschen zu viel des Guten, bzw. einfach zu schnell abgehandelt, aber auch dieser Kritikpunkt kann meine Begeisterung nicht wirklich bremsen, weshalb ich trotzdem die vollen 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung vergebe.

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(36)

122 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Die Klinge des Schicksals

Markus Heitz
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.03.2018
ISBN 9783426654484
Genre: Fantasy

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Seit vor 150 Jahren der Wald in Yarkin begonnen hat, sich unaufhaltsam auszubreiten, sind die Menschen immer weniger geworden. Die letzten Überlebenden wurden auf eine Halbinsel zurückgedrängt. Immer wieder hat man Expeditionen ausgesandt, um ein Mittel gegen das Vordringen der Bäume zu finden – keine kehrte zurück. Bis die legendäre Kriegerin Danèstra auf Kalenia trifft, die eine schier unglaubliche Geschichte erzählt: von einer Siedlung im Wald und einem grausamen Überfall, der das wahre Böse offenbart habe; und von einer Verschwörung unter den Menschen, die nur sie, Kalenia, aufdecken könne. Sie bittet die Kriegerin um Hilfe. Doch kann Danèstra ihr wirklich trauen?

Meinung:
Da ich ja weiß, dass Herr Heitz immer tolle Welten erschafft und interessante Ideen in seinen Roman umsetzt, war ich auch auf sein neues Werk gespannt.

Die Geschichte klingt ja schon mal ungewöhnlich. Schon allein wegen dem hohen Alter der Protagonistin und auch die Gründe für den Vorstoß der Natur haben mich neugierig gemacht.

Und in den erwähnten Punkten kann Herr Heitz auch in „Die Klinge des Schicksals“ wieder punkten. Die Welt ist sehr komplex. Es gibt unterschiedliche Länder und grundverschiedene Kulturen, die alle ihre Eigenarten und Besonderheiten haben. Es gibt Magie, Technik, Religion und natürlich die um sich greifende Natur. Somit ist das Setting sehr abwechslungsreich, farbenfroh und ausgereift.

Dabei helfen auch die detaillierten Karten auf den Innenseiten der Klappenbroschur zur besseren Orientierung. Außerdem ist die Liste der Hauptcharaktere und der wichtigsten Ausdrücke sehr hilfreich, wobei diese unseren Begriffen recht ähnlich sind, weshalb man sich vieles auch leicht ableiten oder zumindest merken kann.

Erzählt wird die Geschichte aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven. Somit gibt es mehrere Handlungsstränge, die sich mit der Zeit annähern und sich dann auch zu einem stimmigen Ganzen verbinden. Dabei bekommen wir anfangs erst einen detaillierten Einblick in die nicht immer ganz eindeutigen Gegebenheiten der betreffenden Figur und es ist leider lange Zeit nicht wirklich ersichtlich, welchen Zweck ihre Geschichten in der Haupthandlung erfüllen. Dies klärt sich zwar am Ende sinnvoll auf und es gibt auch wirklich viele unerwartete Wendungen und interessante Entwicklungen, aber über die Hälfte des Buches hat es mir doch leider irgendwie an handfester Spannung gefehlt.

Ich kann auch gar nicht mal genau benennen, was ich mir anders gewünscht hätte, denn eigentlich passiert einiges in der Handlung und vor allem gibt es auch die ein oder andere grausame Szene. Aber irgendwie bin ich lange Zeit einfach nicht so richtig in der Geschichte drin gewesen und ich hatte immer das Gefühl, dass alles nur so dahin plätschert und nicht das ganze Potential entfaltet wurde.

Dabei werden die unterschiedlichen Figuren schon ausführlich beleuchtet und haben auch alle ihre individuellen Besonderheiten und viel Tiefe, aber es hat einfach etwas zu lange gedauert, bis ich mit ihnen warm geworden bin.

Nach etwas mehr als der Hälfte hat sich das Gefühl dann geändert, ich konnte die Spannung endlich wahrnehmen, mich dann auch endlich an den interessanten Ideen und Wendungen erfreuen und mit den Figuren bangen und hoffen. Das Ende hat mir sehr gut gefallen, es hat alle wichtigen Fragen beantwortet und würde eigentlich die perfekte Vorlage für eine Fortsetzung bieten, die es aber wohl nach aktuellem Stand nicht geben wird.

Fazit:
„Die Klinge des Schicksals“ kann vor allem mit einem komplexen Weltentwurf und den stimmigen Details überzeugen. Auch die Besonderheiten bei den Charakteren und den Ideen konnten mich unterhalten, jedoch hat mir lange Zeit der ganzheitliche Bezug zur Geschichte und den Figuren, sowie etwas handfeste Spannung gefehlt. Danach hat sich das Gefühl aber gewandelt, ich konnte mich in die Welt und die Figuren einfinden, Spannung, Wendungen und Entwicklungen genießen und mich an dem stimmigen Ende erfreuen. Somit gibt’s von mir solide 3,5 Sterne.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

eigenverlag, fantasy, marita sydow hamann, reihe, romantasy, science fiction

Das Vermächtnis der Lil`Lu (5): Kristin - Die Zeitkapsel

Marita Sydow Hamann
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Independently published, 25.01.2018
ISBN 9781976960864
Genre: Sonstiges

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Kristin hat in ihrem jungen Leben schon einige Schicksalsschläge und Veränderungen ertragen müssen. Und nun droht ihrer Welt durch die machthungrige Oberschicht die völlige Versklavung. Sie schließt sich den Rebellen an, doch dann geschieht etwas, das Kristins Leben ein weiteres Mal für immer verändert. Sie wird in ein anderes Universum gezogen und versteht bald, dass Großes am Werk ist – auf allen Welten in allen Universen. Und Kristin spielt in diesem großen Ganzen eine wesentlich wichtigere Rolle, als ihr lieb ist. Fünfter und letzter Band der Reihe „Das Vermächtnis der Lil`Lu“.

Meinung:
Fast 4 Jahre ist es jetzt her, seit der erste Band der Lil'Lu-Reihe erschienen ist und nun kommt die Reihe zu einem Abschluss. Auch diesen Teil könnte man prinzipiell ohne die Vorgänger lesen, da die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen nochmal zusammengefasst werden, aber da die von Marita Sydow Hamann erschaffenen Welten und die Zusammenhänge schon recht komplex sind, würde ich doch empfehlen die Reihenfolge beizubehalten.

So hatte ich zum Teil doch schon ein paar kleine Probleme mich an Einzelheiten aus den vorherigen Bänden zu erinnern und fand dies etwas schade. Deshalb würde ich auch dazu raten, die Teile recht nah hintereinander zu lesen.

Nun lernt man endlich das vierte Element im Hexenzirkel kennen. Von dieser Person wusste man ja bisher noch gar nichts und so war ich sehr gespannt auf Kristin.

Sie erlebt ihr Abenteuer ungefähr zur gleichen Zeit wie die anderen Figuren, aber da sie in unserer Welt, also der gleichen Welt wie Daniella gelandet ist, werden vor allem hier die kleinen Überschneidungen deutlich. So erlebt man einen Teil der bisherigen Ereignisse nochmal aus einem anderen Blickwinkel und bekommt neue und interessante Einsichten.

Jedoch dauert es recht lange, bis sich die Geschichten überschneiden. Ungefähr die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich rein mit Kristin, mit ihrem bisherigen Leben, die Suche nach ihrer Aufgabe und das Eingewöhnen in der neuen Welt. Dies war zwar auch recht interessant, aber für einen Abschlussband hätte ich mir die Verbindungen schon ein bisschen eher gewünscht.

Nichtsdestotrotz ist auch sie eine sehr starke Persönlichkeit, mit viel Mut und Menschlichkeit. Sie passt sehr gut zu den anderen Figuren und ihre persönliche Geschichte ist auch wieder etwas Besonderes. Natürlich findet auch sie wieder ihre große Liebe, aber die Liebesgeschichte fand ich recht authentisch und sie hat sich zumeist auch eher im Hintergrund gehalten, so wie ich es mag.

Somit konnte sich die Handlung gut weiterentwickeln, bzw. sind wir jetzt Zeuge davon geworden, wie alle vorherigen Entwicklungen zusammenhängen und welche Konsequenzen die Enthüllungen über die Bruderschaft und den Hexenzirkel mit sich gebracht haben.

So fand ich das Ende recht rund, die meisten offenen Fragen wurden zufriedenstellend beantwortet und auch den abrundenden Epilog fand ich sehr passend und zufriedenstellend. Insgesamt fand ich die Idee hinter der Reihe wieder sehr gut umgesetzt. Ich mag die Verbindung von alten Mythen, Fantasy und unserer Realität. Dabei wurden wieder einige aktuelle Probleme aus unserer Gesellschaft mit eingebracht und auf wünschenswerte Art und Weise gelöst.

Fazit:
Ein würdiger Abschlussband einer komplexen und unterhaltsamen Reihe. Die Idee dahinter ist interessant und die Verbindung zwischen alten Mythen, Fantasy und unserer Realität sehr gut gelungen. Mir wäre es recht gewesen, wenn die Verbindung zu den anderen Teilen ein bisschen eher gekommen wäre, aber am Ende hat es genauso gepasst. Ich vergebe solide 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich für Romantasy-Geschichten mit ansprechenden Ideen interessieren.

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(18)

45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Lost Girls – Was kostet ein Leben?

Angela Marsons , Elvira Willems
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2017
ISBN 9783492060981
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Als die Freundinnen Charlie und Amy nicht nach Hause kommen, beginnt für ihre Familien ein wahrer Albtraum. Eine SMS lässt wahr werden, was alle befürchteten: Die zwei neunjährigen Mädchen wurden entführt. Nur das Paar, das den höchsten Betrag zahlt, wird seine Tochter wiedersehen. Das andere nicht. Längst tickt die Uhr für Detective Inspector Kim Stone und ihr Team, doch die Täter sind ihr immer einen Schritt voraus. Von Stunde zu Stunde verringert sich die Chance, die beiden unversehrt zu ihren Familien zurückzubringen. Stone gibt ihr Äußerstes, um den Fall zu lösen. Sonst muss eines der Kinder den höchsten Preis für ihr Versagen zahlen – sein Leben.

Meinung:
Nachdem mir die ersten beiden Teile der Krimi-Reihe rund um Ermittlerin Kim Stone so gut gefallen hatten, musste ich natürlich auch Teil 3 lesen. Und lesen trifft es in diesem Fall wirklich, da es den 3. Teil leider nicht mehr als Hörbuch gibt. Ich finde es immer schade, wenn man während der Reihe das Medium wechseln muss. Und auch das Cover passt leider nicht zu den ersten beiden Teilen, sodass ich es auf den ersten Blick gar nicht als neuen Teil der Reihe erkannt hätte. Aber zum Glück erzählt die Kurzbeschreibung ja von der Protagonistin und ich war auch dieses Mal wieder sehr gespannt auf ihren neuen Fall.

Denn erneut ist die Grundidee höchst erschreckend und grausam. Als würde es nicht reichen, dass 2 Mädchen entführt werden, nein, die Entführer spielen durch diesen gemeinen Biet-Wettbewerb auch noch ein grausames Spiel mit den Eltern und wollen auch diese quälen und innerlich zerstören.

Auch dieses Mal konnte mich die Autorin von sofort an die Geschichte fesseln. Der Schreibstil ist erneut absolut mitreißend, dabei aber auch geradlinig, einfach spannend und zum Teil auch grausam. Es wieder recht kurze Kapitel und viele Wechsel in der Perspektive, sodass der Leser immer wieder Einblicke in alle Geschehen (Ermittlungsteam, Entführer, Opfer, Eltern) bekommt und die Spannung dadurch noch zusätzlich hochgehalten wird.

Dabei liegt der Fokus auch dieses Mal wieder auf der interessanten Ermittlungsarbeit, die bei diesem besonderen Team zum Teil doch etwas speziell erscheint. Aber bei so einer ungewöhnlichen Protagonistin wie Kim Stone, ist das auch kein Wunder. Sie lässt sich einfach von niemand verbiegen, steht hinter ihrer Meinung und auch wenn Sozialkompetenzen nicht ihre Stärke sind, sorgt sie sich um ihre Opfer und würde alles dafür tun, um diese zu retten. Außerdem merkt man einfach, dass sie sich langsam weiterentwickelt, da sie ab und an doch jemanden durch ihre harte Schale lässt. Und auch ihre schreckliche Vergangenheit ist wieder passend in Szene gesetzt und wird durch weitere kleine Puzzle-Stückchen ergänzt.

Neben dem Entführungsfall gibt es noch einen kleineren zweiten Handlungsstrang, der jetzt nicht unbedingt nötig war, aber ganz gut dazu passt und wieder zeigt, dass die Protagonistin einfach nicht aufgibt.

Das Ende ist recht fulminant, hat nochmal eine kleine Überraschung und zum Teil ungewöhnliche Täter und Motive zu bieten. Auf den letzten Seiten wird noch einiges unabhängig von der Fallklärung abgeschlossen. Das hätte ich jetzt nicht mehr ganz so ausführlich gebraucht, da die Spannung da schon weg ist, aber der Schluss ist auf jeden Fall rund und es hat mich auch nicht gestört.

Fazit:
Ein weiterer perfekter Teil der Kim Stone Reihe. Auch dieses Mal gibt es ein erschreckendes Grundthema, das für viel Spannung sorgt, aber auch die Handlung ist stimmig und packend, der Schreibstil sehr fesselnd und die Charaktere sind wieder tiefgründig und eingängig. Natürlich gibt es auch wieder die ein oder andere unvorhergesehene Wendung und man kann das Buch nur schwer aus der Hand legen. Folglich gibt es auch dieses Mal die vollen 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Stravaganza (1). Stadt der Masken

Mary Hoffman , Eva Riekert
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 12.01.2018
ISBN 9783401510804
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Lucien ist ein Stravaganti - er kann durch Raum und Zeit reisen. Eines Tages landet er in Bellezza, einer wunderschönen, schillernden Wasserstadt im 16. Jahrhundert. Doch der Schein trügt: In den engen und verworrenen Gassen der Stadt treiben politische Spione und Auftragsmörder ihr Unwesen. Schneller, als ihm lieb ist, wird Lucien in diese Intrigen verwickelt - und selbst zur Zielscheibe der Verschwörer.

Meinung:
Obwohl ich schon einige Bücher mit dem Thema Zeitreisen gelesen habe, finde ich es immer noch spannend und ansprechend. So hat mich neben dem tollen Cover auch die Kurzbeschreibung neugierig gemacht und ich war sehr gespannt auf das Buch.

Dabei wusste ich anfangs gar nicht, dass es sich hier um die Neuauflage einer bereits 2003 erschienen Geschichte handelt, die anfangs als Trilogie gedacht war und bei der dann noch 3 weitere Teile angehängt, aber nur noch der 4. Teil ins Deutsche übersetzt wurde. Aktuell sind Teil 1 bis 3 der alten Auflage im Set erhältlich und ich bin gespannt, ob bei der Neuauflage alle Teile berücksichtigt werden, oder es bei der ursprünglichen Trilogie bleibt.

Doch nun zur Geschichte selbst. Lucien ist ein kranker Teenager aus unserer Welt und er hat Krebs. Als er so schwach ist, dass er nur noch im Bett liegen kann, landet er durch Zufall in Bellezza. Einer Stadt, die unserem Venedig sehr ähnlich ist, aber doch auch ganz anders und sie ist noch auf dem Stand des 16. Jahrhunderts. Dabei reist Lucien nicht mit seinem ganzen Körper durch die Zeit, sondern während er sich in Bellezza wieder gesund und fit fühlt, liegt sein richtiger Körper in einem Trace ähnlichen Zustand im Bett. Dadurch kommen einige Probleme, aber auch Abenteuer und viele neue Erfahrungen auf ihn zu.

Also wirklich gut gefallen haben mir die Beschreibungen der Stadt Bellezza. Diese sind sehr lebendig, detailliert und anschaulich. Obwohl ich noch nie in Venedig war, konnte ich mir das schillernde Setting immer gut vorstellen.

Auch die Besonderheiten und Regeln von Bellezza wurden im Verlauf der Geschichte recht gut erklärt. So wird das Land von einer Duchessa regiert und es gibt einige besondere Bräuche und auch Entwicklungen, die ich recht interessant fand.

Mein Problem an der Sache war nur, dass ich die Geschichte nicht selbst gefühlt habe. Ich habe alles nachgelesen, war aber nicht hautnah dabei. Und das hat mehrere Gründe. Zum einen waren die Beschreibungen der Gegebenheiten und Entwicklungen in unserer Welt extrem schlicht und oberflächlich gehalten. Zum anderen wurde die Figur von Lucien zwar schon detailliert beschrieben, aber alle anderen Charaktere sind einfach zu blass und zu einseitig geblieben.

Und einige der Entwicklungen waren doch ziemlich vorhersehbar und zum Teil fand ich einzelne Aspekte der Handlung auch etwas an den Haaren herbeigezogen. Da hätte ich mir manchmal ein paar logischere Erklärungen mehr gewünscht.

Prinzipiell passiert in der Geschichte schon einiges, aber so wirkliche Spannung kam bei mir meistens einfach nicht auf. Dabei lässt sich der Roman ganz gut und flüssig, aber eben ohne größere, wirklich packende Highlights lesen.

Das Ende fand ich jetzt für einen Auftaktband angenehm abgeschlossen, sodass man nicht unbedingt verpflichtet ist die Fortsetzungen zu lesen.

Fazit:
„Stravaganza - Die Stadt der Masken“ ist ein solider Auftakt in eine Zeitreise-Reihe, der vor allem durch die lebendigen und anschaulichen Beschreibungen der geheimnisvollen Stadt Bellezza und ihrer Besonderheiten lebt und unterhält. Der Plot an sich hätte zwar einige Entwicklungen zu bieten, diese sind aber oft etwas vorhersehbar oder leicht unlogisch und wirkliche Spannung baut sich leider auch zu selten auf, was vor allem daran liegt, dass ich die Geschichte nicht selbst gefühlt, sondern sie einfach nachgelesen habe. Da war mir leider die Distanz zu den Figuren und der Geschichte ein bisschen zu groß. Alles in allem vergebe ich stabile 3 Sterne.

  (5)
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(467)

970 Bibliotheken, 33 Leser, 3 Gruppen, 208 Rezensionen

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Scythe – Die Hüter des Todes

Neal Shusterman , Pauline Kurbasik , Kristian Lutze
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737355063
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Die perfekte Welt hat einen hohen Preis

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Umgebung müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe – eine Dienstleistung, für die sie hoch geachtet und gleichzeitig gefürchtet sind. Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch was sie nicht ahnen: Am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und seine erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten...

Meinung:
Nachdem mich der Autor schon mit seiner schonungslosen Umsetzung einer interessanten und doch haarsträubenden Idee in seiner Vollendet-Reihe fasziniert hat, war ich sehr gespannt auf seine neue Reihe.

Dieses Mal klingt der Weltentwurf viel humaner und wirkt auf den ersten Blick perfekt. Dass es natürlich nicht so bleibt, ist klar. Aber, wer wünscht sich nicht, dass Krieg und Krankheit besiegt sind und die Menschen eigentlich ewig leben könnten? Doch, das bereits jetzt vorhandene Problem mit der Überbevölkerung wird dadurch natürlich nicht kleiner. Die Idee, Todesengel dafür einzusetzen die mit Moral und Verstand die Menschen auswählen, die doch ihr Leben aufgeben müssen, fand ich echt faszinierend. Und auch die Möglichkeiten und Probleme die sich aus solch einer Welt ergeben, fand ich sehr gut dargestellt und mit einer tollen, stimmigen Logik aufgebaut und erklärt. Dass man dabei auch selbst ins Grübeln kommt ist unumgänglich.

Doch auch von dem interessanten und komplexen Weltentwurf abgesehen konnte mich dieser Auftaktband der Scythe-Reihe auf ganzer Linie überzeugen. Und das, obwohl ich anfangs von der Vielzahl der genannten Sprecher etwas abgeschreckt war. Denn neben Hauptsprecher Torsten Michaelis werden noch einige andere z. B. Marie-Isabel Walke, Elias Emken, Peter Lontzek und Uve Teschner genannt und das erschien mir doch etwas viel.

Aber die Angst war völlig begründet, denn die Hauptgeschichte wird ausschließlich von Torsten Michaelis erzählt, der seinen Job extrem gut macht. Er schafft eine tolle Atmosphäre und verleiht der Geschichte mit seiner tollen Stimme extrem viel Leben und Nähe. Und das ist viel wert, denn eigentlich empfinde ich Herrn Shustermans Schreibstil als faszinierend, aber gleichzeitig eher als kühl und nüchtern. Aber dem Sprecher gelingt es ohne Probleme diese Kühle auszugleichen und eine starke Verbindung zu den Figuren zu schaffen.

Die anderen Sprecher sind nur dazu da um die unterschiedlichen Tagebucheinträge der verschiedenen Scythe vorzutragen und ihnen damit eine besser greifbare Persönlichkeit zu verleihen. Und das ist auch wirklich gelungen. Diese Tagebucheinträge geben so viele Hintergründe der Welt preis und bilden zusammen mit der Haupthandlung eine perfekte Mischung.

Nicht nur der Weltentwurf, auch der Plot ist sehr spannend und durchdacht aufgebaut. Während man anfangs hauptsächlich die Protagonisten Citra und Rowen und ihre Lebensweise kennenlernt, kommen mit der Zeit immer mehr tiefgründige Personen, interessante Hintergründe und auch erschreckende Abgründe hinzu. Dadurch wird die Spannung immer mehr gesteigert und im zweiten Teil gibt es dann auch sehr viel Action und einige brutale Szenen, die sich in einem fulminanten Finale gipfeln und die mich oft wirklich sprachlos zurückgelassen haben.

Fazit:
Ich bin wirklich begeistert von dieser faszinierend-abschreckenden und extrem gut durchdachten Geschichte. Der Weltentwurf ist sehr komplex und tiefgründig, genau wie die Figuren. Der Plot ist stimmig und spannend und die durchwegs tolle Leistung der Sprecher verstärkt den positiven Gesamteindruck und die gleichzeitig lebendige und doch düstere Atmosphäre im perfekten Maße. Das gibt natürlich die vollen 5 Sterne und eine unbedingte Hör- bzw. Leseempfehlung.

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64 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

Fanatic

Anna Day , Britt Somann-Jung
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 02.11.2017
ISBN 9783551521002
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Violet liebt »Galgentanz«. Sie liebt das Buch, sie liebt den Film, sie wäre gerne wie Hauptfigur Rose und an Willow, den männlichen Hauptdarsteller, hat sie ihr Herz verloren. Und plötzlich steckt sie mittendrin. In ihrer Lieblingsgeschichte! Doch nicht nur das – hier ist nichts so, wie sie es zu kennen glaubt. Denn Rose ist tot und Willow ist zwar attraktiv, aber der geheimnisvolle Ash ist viel interessanter. Jetzt muss Violet alles daran setzen, dass »Galgentanz« das richtige Ende findet. Wie soll sie sonst jemals in die Realität zurückkehren?

Meinung:
Die Idee von „Fanatic“ hat mich gleich angesprochen. Wer hat noch nicht davon geträumt in sein Lieblingsbuch oder seine Lieblingsserie hineintauchen, um die so geliebte Welt selbst erkunden zu können? Doch im Fall von Violet, ihrem Bruder und ihren Freudinnen ist die Romantik schnell dahin, denn plötzlich sind sie in ständiger Lebensgefahr, müssen mit Hunger, Anfeindungen und Armut klarkommen und alle Ereignisse am eigenen Leib erfahren.

Dabei ist die Welt des Buches „Galgentanz“ sehr interessant, wenn auch ziemlich grausam aufgebaut. Also ich kann mir vorstellen, dass mich die Dystopie auch gefesselt hätte. Auf der einen Seite die perfekten Gems, auf der anderen Seite die „normalen“ Imps, die unterdrückt und versklavt werden und natürlich eine Rebellion. Zumindest kann ich Violets Überzeugung davon total nachvollziehen und find die einzelnen Komponenten ziemlich spannend. Vor allem der Titel bzw. das, was er umschreibt ist sehr passend.

Im Buch gibt es auch viele Anspielungen auf andere bekannte Bücher und vor allem auch auf andere Dystopien und ihre Protagonisten wie z. B. Katniss aus „Die Tribute von Panem“ und Tris und Four aus „Die Bestimmung“ die ich sehr gerne gelesen und die mich auf öfters zum Schmunzeln gebracht haben.

Doch nicht nur die Idee von „Fanatic“ ist gut, auch der Handlungsverlauf hat mir eigentlich gut gefallen. Im erweiterten Anfangsteil hätte ich mir noch etwas mehr Tempo gewünscht und ab und an waren die Entwicklungen auch etwas vorhersehbar, aber dies hat sich dann in der zweiten Hälfte durchaus wieder geändert, da es dann oft Schlag auf Schlag ging, durchaus auch brutal und ernst wurde und es noch einige überraschende Wendungen gab.

Die Figuren fand ich ziemlich authentisch und gut beschrieben. Vor allem ihre Entwicklungen sind sehr interessant und glaubhaft. So wächst die schüchterne Violet im Verlauf des Buches wirklich über sich hinaus und findet Mut und Stärke. Und ihr Bruder Nate ist sowieso einfach toll!

Dabei fand ich auch die Tatsache ziemlich interessant, dass die Charaktere aus „Galgentanz“ auch ganz eigene und auch den Figuren bisher unbekannte Charakterzüge haben und sich trotzdem auch zum Teil selbstständig und unabhängig von ihrer Buchvorlage entwickeln können.

Der Schreibstil hat mich auch sehr überzeugt und unterhalten. Er ist auf der einen Seite leicht, spritzig und humorvoll, aber auch leidenschaftlich und zum Teil auch düster, hart und brutal. Auf jeden Fall extrem gut lesbar.

Das Ende des Buches ist zufriedenstellend, wenn auch doch etwas offen. Deshalb bin ich auf die Entwicklungen in der Fortsetzung sehr gespannt.

Fazit:
Eine interessante Idee wurde spannend, wendungsreich und unterhaltsam umgesetzt. Ich bin gespannt, wie es in der Fortsetzung weitergehen wird. Für „Fantatic“ gibt’s auf jeden Fall gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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202 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

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Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.11.2017
ISBN 9783570174623
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
In ihrem letzten Abenteuer begeben sich die Agenten von Lockwood & Co. auf eine lebensgefährliche Mission: Sie brechen in das mit Sprengfallen gesicherte Mausoleum ein, in dem die legendäre Agentin Marissa Fittes ruht. Doch tut sie das wirklich?
Und das ist nur eine der alles entscheidenden Fragen, deren Antwort die blutjungen Agenten ergründen müssen. Erst dann können sich Lockwood & Co. ihren Widersachern, seien sie lebendig oder aus dem Reich der Toten, in einer letzten gewaltigen Auseinandersetzung stellen. Damit ihnen dies gelingt, müssen sie sich auf die Hilfe einiger völlig unerwarteter und ungeheuer unheimlicher Verbündeter einlassen. Grusel, Gänsehaut und Grabgelächter garantiert!

Meinung:
Da ist er nun, der langersehnte Abschlussband der Lockwood & Co Reihe. Eine Reihe, die ich wirklich gerne gelesen habe und die viele besondere Elemente in sich vereint. Es gibt viel Spannung und Action, man kann sich gruseln, aber genau auf dem richtigen Niveau, man kann aus tiefster Seele lachen und Zeuge werden, wie sich einmalige und phantastische Figuren weiterentwickeln und zu tollen Persönlichkeiten werden, aber noch wichtiger, zu einem starken Team zusammenwachsen.

Da ich vor kurzem erst den Vorgänger gelesen habe, hatte ich keine Probleme in die Handlung zu finden, die nahtlos anschließt. Es gibt aber anfangs auch wieder eine kleine, hilfreiche Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse, sodass jeder gut in das letzte Abenteuer dieser ausgewöhnlichen Agentur starten kann.

Vom Aufbau unterscheidet sich dieser Abschlussband nicht von den bisherigen Teilen. Es gibt neben dem Haupthandlungsstrang noch viele kleinere Geschichten, die sich aber gut zu einer stimmigen Gesamthandlung ergänzen. Dabei war mir von Anfang an klar, wie sich der Hauptstrang entwickeln würde, aber trotzdem kam keine Langeweile auf - ganz im Gegenteil. Der Autor hat es wieder ziemlich schnell schafft, mich mitten in die Handlung zu ziehen und zusammen mit den Figuren ihre gruseligen Abenteuer und viel Spannung und einigen Überraschungen zu erleben. Dabei entwickelt sich der Plot stetig und zielgerichtet weiter, bis das Ende unausweichlich ist.

Ich gebe zu, dass ich mir bei der Auflösung des Ganzen mehr konkrete Antworten erhofft hatte. Es wäre alles ganz einfach gewesen, aber so bleibt alles ein bisschen offen und man hat das Gefühl, der Autor hält sich noch ein Hintertürchen offen. Im Großen und Ganzen ist es aber auch ok so, weshalb ich deshalb bestimmt keinen Stern in der Bewertung abziehen werde.

Die Figuren dieser Reihe sind einfach außergewöhnlich toll. Sie sind einem im Verlauf der Reihe so ans Herz gewachsen und haben sich, wie bereits gesagt, extrem weiterentwickelt. Sie haben alle ihre Stärken und Schwächen und als Team sind sie einfach unschlagbar. Dazu kommt natürlich noch der geheimnisvolle Schädel im Glas, ohne den die Reihe nicht das Gleiche wäre.

Er ist zwar hinterhältig und schwer berechenbar, aber auch er hat sich zu einer wirklichen Hilfe für das Team entwickelt. Seine Kommentare sind immer staubtrocken und die Dialoge die zwischen ihm und Protagonistin Lucy entstehen, sind einfach extrem komisch. Man kann gar nicht anders, als aus tiefsten Herzen zu lachen und sich wohl zu fühlen.

Der Schreibstil des Autors ist einfach perfekt. Lebendig, bildgewaltig und atmosphärisch und mit genau der richtigen Menge an Details, Spannung, Emotion und Humor.

Fazit:
Auch wenn dieser Abschlussband nicht ganz so abgeschlossen ist, wie ich es mir erhofft hatte, bin ich auf ganzer Linie zufrieden und überzeugt. Es ist ein würdiges Ende für diese tolle Reihe und wer weiß, vielleicht hat der Autor ja vor, das offene Hintertürchen in ein paar Jahren zu nutzen. Aktuell kann ich auf jeden Fall nur die vollen 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung für diese unglaublich tolle und im Gedächtnis bleibende Reihe vergeben.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

fantasy, fantasy buch, hanna bloom, liebesgeschichte, liebe zwischen den welten, romance-fantasy, romantasy, seelenverwand

Seele an Seele

Hanna Bloom
E-Buch Text: 266 Seiten
Erschienen bei Edition Greyson, 04.12.2017
ISBN 9783939333999
Genre: Sonstiges

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Der Ex-Freund ist mit seiner neuen Flamme glücklich, die Mutter macht Urlaub in Miami: Viola hat sich damit abgefunden, Weihnachten dieses Jahr allein zu verbringen. Doch dann trifft sie auf den geheimnisvollen Andrian, der behauptet, aus einer anderen Welt zu kommen. Und nicht nur das: Er ist auch noch fest davon überzeugt, in ihr seine Seelengleiche gefunden zu haben!
Viola lässt sich auf das Abenteuer ihres Lebens ein und folgt Andrian nach Mydaira – um festzustellen, dass sie dort nicht nur willkommen ist. Schon bald gerät sie in ein Netz bösartiger Intrigen und muss um ihr Leben und um ihre Liebe kämpfen.

Meinung:
Puh, eine Rezension zu schreiben fällt mir hier gar nicht so leicht. Es gab einige Kritikpunkte, aber auch viele gute Seiten.

Ich muss sagen, dass ich durch den Verweis auf Weihnachten in der Kurzbeschreibung doch davon ausgegangen bin, dass das Buch trotz der Fantasygeschichte weihnachtlich angehaucht ist. Dem ist aber eher nicht so, außer man zählt die zum Teil schon recht kritische Liebesgeschichte und die Wendungen am Ende dazu.

Prinzipiell finde ich, dass die Geschichte keinen perfekten Start hatte, aber mit der Zeit immer besser wird. Nachdem man sich in der von Hanna Bloom erschaffenen Welt etwas zu Recht findet, nimmt das Erzähltempo mit der Zeit immer mehr zu, es gibt interessante Entwicklungen und auch die ein oder andere unvorhergesehene Wendung. Dabei fand ich das Setting eigentlich ganz interessant, auch wenn ich mir hier die Gegebenheiten und vor allem die Magie von Mydaira noch ein bisschen ausführlicher hervorgehoben gewünscht hätte. So hatte ich zwar eine vage Vorstellung, aber es ist doch ein bisschen schwammig geblieben.

Die Liebesgeschichte ist mir nach dem sehr kitschigen Start auch im Verlauf eher etwas zu blass geblieben, aber das lag dann auch daran, dass mir Andrian selbst zu blass geblieben ist. Er war für mich durch seine fehlenden Ecken und Kanten irgendwie nicht wirklich greifbar und das war ein bisschen schade.

Protagonistin Viola hingegen war mir eigentlich von der ersten Seite an sympathisch. Auch wenn sie an ihrer Situation ein bisschen sehr gelitten hat, konnte ich mich doch gut in sie hineinversetzen und fand ihre Entwicklung auch sehr gut dargestellt. Mir hat gefallen, dass sie nicht alles abgenickt hat, sondern offen und ehrlich und zum Teil auch frech geblieben ist. Dabei ist sie aber auch sich selbst und den Figuren treu geblieben.

Die anderen Figuren fand ich interessant dargestellt. Es gab ein paar nette Entwicklungen, die manchmal vielleicht ein bisschen schnell und einfach gingen, aber im Großen und Ganzen waren sie glaubhaft beschrieben.

Ein großes Plus ist der Schreibstil der Autorin. Dieser ist sehr lebendig und flüssig und hat eine gute Portion Humor dabei. So hat sich die Geschichte trotz der vorhandenen Kritikpunkte schnell und fesselnd lesen lassen.

Eigentlich fand ich das Ende auch recht gut, vor allem wollte ich die Autorin schon loben, dass sie sich in ihrer Liebesgeschichte nicht verstrickt hat, sondern klar und geradlinig geblieben ist, aber leider haben die letzten Sätze dies ein bisschen zunichte gemacht. Unter diesen Gesichtspunkten ist eine Fortsetzung sehr wahrscheinlich. Was ich zum Einen nicht schlecht finde, da die Geschichte noch viel Potential hat, aber die angedeutete Richtung finde ich eher nicht so schön.

Fazit:
Ein interessantes Debüt, das mich trotz einiger Schwächen gut unterhalten konnte. Den kitschigen Start fand ich nicht gut, ich hätte mir mehr Tiefe bei Andrian und mehr Details beim Setting gewünscht und den Weg, den die Geschichte in der Fortsetzung einzuschlagen scheint, finde ich auch etwas schade, aber das hohe Erzähltempo, die interessanten Ideen und Wendungen, der lebendige Schreibstil mit der richtigen Prise Humor und die stark beschriebene Protagonistin überwiegen in der Gesamtbetrachtung, weshalb ich die eigentlichen 3,5 Sterne auf ganz knappe 4 aufrunde.

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66 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Was von mir bleibt

Lara Avery , Nadine Püschel
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.11.2017
ISBN 9783551583734
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Sammie ist klug, selbstbewusst und hat nur ein Ziel: den besten Schulabschluss machen und ihrer Heimatstadt so schnell wie möglich den Rücken kehren. Wäre da nicht diese unheilbare Krankheit, die ihr – so sagen die Ärzte – nach und nach alle Erinnerungen rauben wird. Doch Sammie will sie festhalten: die Erinnerung an Stuart und ihren ersten Kuss. An Maddie und den großen Streit. Und an Cooper, der wie kein anderer Sammie zum Lachen bringt. Sammie schreibt, um eins niemals zu vergessen: dass sie ihr Leben gelebt hat, bis zum Schluss.

Meinung:
Die Kurzbeschreibung hat mich sofort angesprochen. Ab und an mag ich solch traurige und berührende Geschichten, die den Leser zum Nachdenken bringen und große Emotionen hervorrufen.

„Was von mir bleibt“ hat viele Besonderheiten. Zum einen ist das Buch als Erinnerungsbuch aufgebaut. Bies bedeutet, dass die aktuelle Sammie eine Art Tagebuch an ihr zukünftiges Ich schreibt, damit sie sich an ihr Leben und die Besonderheiten daran erinnern kann.

Denn, die Krankheit an der Sammie leidet heißt Niemann-Pick Typ C, kurz NPC, und ist eine Art von Demenz, die vor allem bei Kindern auftritt und mit der Zeit zum Tod führt. Diese Krankheit als Grundthema der Geschichte fand ich sehr interessant, da ich sie vorher noch nicht kannte und man hier deutlich merkt, dass die Autorin viel Recherche betrieben hat.

Sammie selbst ist eine wirklich starke Protagonistin, da sie nie aufgibt und die Krankheit nicht gewinnen lassen will. Sie nimmt vieles mit Humor und bleibt dadurch stark. Dies ist wirklich bewundernswert und ich habe auch mit ihr gelitten und mich mit ihr gefreut, aber trotzdem hat sie mich teilweise auch genervt und ich bin nie zu 100 Prozent mit ihr warm geworden. Obwohl dieses Erinnerungsbuch so persönlich ist, hat mir irgendwas gefehlt um mich ganz mit ihr zu identifizieren. Und auch die Nebencharaktere sind zwar wichtig für die Geschichte und nehmen vor allem am Ende viel Raum ein, aber sie sind mir irgendwie ein bisschen zu blass geblieben.

Durch diesen Tagebucherzählstil liegt der Fokus auf den vielen persönlichen Details. Ich kann verstehen, wieso diese für Sammie wichtig waren, aber mir persönlich waren es manchmal ein paar zu viele Details und Kleinigkeiten und ich habe dann manchmal auch ein paar Zeilen übersprungen.

Die Handlung selbst ist ziemlich ruhig und vor allem persönlich, deutlich von Sammies Sarkasmus und ihrem Kampfeswillen geprägt und mit der Zeit einfach immer trauriger und endgültiger. Vor allem das Ende ist wirklich sehr berührend und trifft den Leser mitten ins Herz.

Fazit:
Eine besondere Geschichte mit einem neuen, interessanten und berührenden Grundthema und einem speziellen und sehr persönlichen Erzählstil mit viel Kraft und Sarkasmus. Sammies Umgang mit ihrer Krankheit ist bewundernswert und habe mich auch mit ihr gefreut und mit ihr gelitten, aber trotzdem bin ich nie ganz mit ihr warm geworden. Irgendwas hat mir gefehlt und es waren mir manchmal ein paar Details zu viel. Das Ende trifft den Leser mitten ins Herz und auch wenn ich nicht vollständig in die Geschichte gefunden habe, vergebe ich gute 3,5 Sterne und eine deutliche Leseempfehlung.

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176 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Wenn gestern unser morgen wäre

Kristina Moninger
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei FeuerWerke Verlag, 28.06.2017
ISBN 9783945362297
Genre: Liebesromane

Rezension:

Kurzbeschreibung
Sara hat innerhalb weniger Tage so ziemlich jeden Fehler begangen, den sie begehen konnte. Mit scheinbar kleinen, aber ausschlaggebenden Entscheidungen hat sie in ihrem Leben so eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die sie gerne wieder rückgängig machen würde.
Als sie inmitten dieses Chaos ausgerechnet Matt vors Auto läuft und wenig später im Krankenhaus aufwacht, ist plötzlich nichts wie zuvor. Die Uhren wurden zurückgedreht und all das, was in der Woche vor dem Unfall passiert ist, scheint ungeschehen.
Sara hat nun die unbezahlbare Möglichkeit, die wichtigsten Tage ihres Lebens noch einmal neu zu erleben. Um endlich alles richtig zu machen…

Meinung
Das Cover ist ja wirklich toll gestaltet. Es ist auf den ersten Blick ansprechend, total romantisch und passt auch perfekt zum Inhalt der Geschichte.

Denn „Wenn gestern unser morgen wäre“ bietet eine romantische, feinfühlige und unterhaltsame Liebesgeschichte, ohne großen Kitsch. Und vor allem regt die Geschichte sehr stark zum Nachdenken an.

So stellte ich mir natürlich die Frage, würde ich wirklich etwas anders machen, wenn ich selbst diese Chance zur Wiederholung hätte? Und wenn ja, was würde ich anders machen? Und diese Gedanken bedingten auch die Frage, muss man denn wirklich immer alles richtig machen? Oder haben Fehler auch ihren Wert?

Die Geschichte selbst ist trotz des unwahrscheinlichen Grundsettings sehr realistisch dargestellt und wird glaubhaft und nachvollziehbar erzählt, auch wenn die Handlung stellenweise schon etwas dramatische Züge hat. Doch diese Dramatik fügt sich gut in die Liebesgeschichte ein und dabei gibt es doch einige interessante Wendungen. Vieles hatte ich anfangs etwas anders erwartet, aber ich wurde positiv überrascht. Nur das Ende ist dann sehr vorhersehbar und doch auch etwas schmalzig. Aber gut, am Ende darf das ruhig mal sein.

Die Hauptcharaktere, allen voran Protagonistin Sara, waren mir sehr sympathisch und sie machen auch eine beachtliche und glaubhafte Entwicklung durch. Die Nebenfiguren hingegen sind etwas blass geblieben, da hätte es noch etwas mehr sein können.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und locker. Dafür, dass ich das Ebook eigentlich immer nur zwischendurch gelesen habe, hat es sich echt schnell lesen lassen und es ist mir auch in den Pausen immer gut im Gedächtnis geblieben. Dabei hat mir auch die Mischung aus witzigen oder ironischen Dialogen, aber auch ernsten Themen und Gefühlen gefallen.

Fazit:
Eine feinfühlige Liebesgeschichte mit einer passenden Portion an Dramatik und Humor. Sie regt stark zum Nachdenken an und bietet gute Unterhaltung für zwischendurch. Deshalb gibt’s auch solide 4 Sterne.

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101 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Du + Ich = Liebe

Heike Wanner
E-Buch Text
Erschienen bei Edel Elements, 07.09.2017
ISBN 9783955309596
Genre: Liebesromane

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Nika ist siebzehn, temperamentvoll und hat immer einen Plan – bis sie den querschnittgelähmten Ben trifft. Der findet nach seinem schweren Unfall gerade erst zurück in den Alltag und will eigentlich nur seine Ruhe haben.
Durch Zufall landet Nika mitten in Bens Leben – und mischt es kräftig auf. Plötzlich ist alles anders: Aus einem ersten Kuss wird die große Liebe und der Traum von einer gemeinsamen Zukunft.
Doch dann stellt sich ihnen das Schicksal in den Weg...

Meinung:
Ich bin ja zumeist nicht so der klassische Liebesgeschichten-Leser, aber ab und an spricht mich ein Buch aus diesem Genre einfach an und bei „Ich + Du = Liebe“ war das definitiv der Fall.

Eine Querschnittlähmung ist immer eine besondere und schwierige Situation, da sich das Leben von jetzt auf gleich einfach komplett ändert. Ich war wirklich auf die Umsetzung der Geschichte gespannt.

Und ich kann sagen, Heike Wanner hat den Figuren und der Geschichte von Beginn an Leben eingehaucht. Man taucht in die verschiedenen Leben von Nika und Ben ein und lernt die beiden wirklich sehr intensiv kennen.

Nika besticht dabei lange Zeit mit ihren vielen positiven Seiten. Sie kümmert sich um ihre Familie und hält zu Ben.
Ben will anfangs nur seine Ruhe, aber auch seine positiven Seiten werden bald deutlich und es macht einfach Spaß die beiden miteinander zu erleben. Man kann ihre zarten Gefühle füreinander nachempfinden und ihre einfühlsam erzählte Liebesgeschichte einfach genießen.

Klar, gibt’s dabei auch die ein oder andere Stelle die schon etwas kitschig geworden ist, aber im Großteil ist sie wirklich gelungen und feinfühlig erzählt.

Man hat deutlich gemerkt, dass sich die Autorin sehr mit dem Thema Querschnittlähmung auseinander gesetzt hat. Man erhält nämlich als Leser noch einige interessante Infos dazu, die einfach die Glaubwürdigkeit des Romans noch mehr erhöhen.

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und einfühlsam, gleichzeitig aber auch leicht und lebendig. Durch die abwechselnde Erzählweise sowohl aus Ben's und aus Nika's Sicht lernt man beide Protagonisten wirklich sehr gut kennen und wird sogar Teil ihres Lebens.

Die Nebenfiguren haben mir auch gut gefallen, sie sind alle ein bisschen speziell, aber echt passend zur Geschichte.

Die große Wendung des Ganzen war mit der Zeit unabdingbar zu erkennen. Dies fand ich aber nicht schlimm, da es glaubhaft dargestellt wurde.

Jedoch hat mich Nikas Reaktion darauf doch etwas enttäuscht, bzw. sogar verärgert. Ich kann schon nachvollziehen, dass sie unter Schock stand und auch ihre Gedankengänge hinter der Entscheidung zum Teil nachvollziehen, aber ihre Art damit umzugehen hat für mich einfach nicht zu der logischen Schulsprecherin gepasst. Hier wäre offen ansprechen die einzig richtige Lösung gewesen und das hat sie wirklich einige Symapthiepunkte gekostet, während Ben definitiv nochmal welche hinzubekommen hat.

Naja, das Ende konnte mich dann doch nochmal versöhnen und trotz meines kurzzeitigen Ärgers hab ich die Geschichte wirklich gern gelesen.

Fazit:
Eine einfühlsame und glaubhafte Liebesgeschichte, mit viel Gefühl, ein bisschen Humor und tollen Charakteren. Das Thema „Querschnittlähmung“ wurde mit viel fundiertem Wissen näher gebracht. Die große Wende fand ich ein bisschen vorhersehbar, aber vor allem von Nika nicht gut gelöst, was mich während des Lesens emotional schon ziemlich mitgenommen hat, aber das Ende ist zufriedenstellend und passt zur Geschichte.

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Sag, wer stirbt

Samantha King , Elke Link
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 13.11.2017
ISBN 9783959671569
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Madeleine liebt ihre Kinder abgöttisch. Aber am 10. Geburtstag der Zwillinge wird ihre Mutterliebe auf eine grausame Probe gestellt: Ein maskierter Mann steht vor der Tür und fordert sie mit gezogener Waffe zu einer unmenschlichen Entscheidung auf. Ein Kind muss sterben. "Welches wählst du?"

Meinung:
Ich muss ja sagen, dass ich durch den Titel und die Kurzbeschreibung schon eine recht genaue Vorstellung hatte, wie die Grundhandlung aufgebaut sein würde. Ich hatte erwartet, die im Klappentext angekündigte Tat hautnah mitzuerleben und Zeuge zu werden, wie Maddie diese unmögliche Entscheidung treffen muss und ich war gespannt, was sie sich alles für Argumente einfallen lassen würde. Und ich muss ehrlich sagen, genau auf diesen Thriller hatte ich mich auch gefreut.

Umso enttäuschter war ich erstmal, als man bereits im Prolog erfährt, für welches ihrer beiden Kinder sich Maddie entschieden hat, der 10. Geburtstag bereits vorbei ist und die Geschichte danach Stück für Stück aufgerollt wird. Denn Maddie hat seit dem grauenvollen Tag Erinnerungslücken und versucht krampfhaft herauszufinden, wie es zu ihrer schrecklichen Entscheidung kommen konnte und was genau passiert ist, außer dass sie eines ihrer Kinder hat sterben lassen. Und dabei findet sie schnell Hinweise dafür, dass ziemlich viel im Argen war…

Bei diesem Thriller spielt der Aufbau eine ziemlich bedeutenden Rolle. Es gibt nämlich neben dem Prolog noch 4 größere Teilabschnitte. Und jeder dieser Teile bringt eine spannende Wendung mit sich und dabei ändern sich auch immer ein wenig die zu Grunde liegenden Gegebenheiten.

So fand ich in meiner Enttäuschung über die frühe Enthüllung von Maddies Entscheidung den ersten Teil eher etwas mau. Es geht vor allem um Maddies Leid und ihre Erinnerungen, wie sie ihren Ehemann Dom kennengelernt und ihre Kinder bekommen hat. Bereits da hab ich eine Vermutung anstellen können, wer hinter dem Täter steckt.

Umso erstaunter war ich nach Beginn von Teil 2, denn wie gesagt, bringt dieser eine große und unerwartete Wendung mit sich und dieses Schema zieht sich dann auch die restliche Geschichte durch. Und auch wenn sich meine Vermutung mit dem Täter am Ende bestätigt hat, war der Weg zur Auflösung doch mit ein paar falschen Fährten gespickt, sodass ich zumindest kurzzeitig immer mal wieder unsicher wurde und neu ins Überlegen kam. Dabei hat sich doch auch immer kontinuierlich unterschwellige Spannung aufgebaut, die mir gut gefallen hat, auch wenn ich den Drama-Anteil in der Geschichte schon recht groß fand.

Der Schreibstil hat mir recht gut gefallen, die Geschichte hat sich nämlich zu jeder Zeit sehr schnell und flüssig lesen lassen. Ich konnte Maddies Leid und ihre Verwirrung gut nachvollziehen und war auch immer gespannt, was nun wirklich hinter allem steckt. Die Wendungen haben mich zumeist wirklich überrascht und nochmal einen neuen Spannungskick gebracht.

Fazit:
„Sag, wer stirbt“ ist kein klassischer Thriller, sondern hat auch viel von einem Familiendrama. Und auch die Kurzbeschreibung sorgt eher für falsche Erwartungen. Nachdem man sich aber damit abgefunden hat, dass die Geschichte ganz anderes ist, als erwartet und man den etwas schwierigen ersten Teil hinter sich hat, gibt es wirklich einige interessante Wendungen, deutliche Thriller- und Spannungselemente und eine sehr solide und unterhaltsame Geschichte. Deshalb vergebe ich knappe 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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1.173 Bibliotheken, 49 Leser, 0 Gruppen, 185 Rezensionen

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Flugangst 7A

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer, 25.10.2017
ISBN 9783426199213
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meinung:
Ein neuer Fitzek. Mit Freude erwartet und wieder innerhalb von wenigen Stunden verschlungen. Und trotzdem fällt es mir schwer eine Rezension dazu zu schreiben.

Denn eigentlich versuche ich die Bewertung in meinen Rezensionen schon immer mit mehr oder minder nachvollziehbaren Gründen zu erklären. Ich schreibe etwas über die Handlung, den Verlauf, die Charaktere, die Stimmung, oder den Schreibstil und klar, auch hier kann ich zu vielen Punkten etwas positives sagen, sonst hätte mich das „Flugangst 7A“ nicht wieder so gefesselt und geflasht, aber wenn ich objektiv an das Buch heran gehen würde, müsste ich eine viel schlechtere Bewertung abgeben, als es mir mein Gefühl sagt.

Sebastian Fitzek denkt sich gerne sehr extreme Szenarien aus, das ist ja wohl weithin bekannt. Ich habe ungefähr die letzten 6 Bücher von ihm gelesen und in fast jeder Rezension hab ich bemängelt, dass die Grenzen der Plausibilität ziemlich gedehnt werden und trotzdem hab ich fast immer die Höchstpunktzahl vergeben.

Bei „Flugangst 7A“ gibt es 2 Handlungsstränge, die zusammenhängen, aber doch höchst unterschiedlich sind. Zum einen den Teil im Flugzeug und dann noch einen Teil in Berlin. Beide haben ziemlich extreme Komponenten über die man isoliert betrachtet einfach nur den Kopf schütteln könnte und die zum Teil echt an den Haaren herbeigezogen wirken, vor allem weil sie teilweise nicht wirklich zusammenpassen.

Und trotzdem hat es Herr Fitzek im Verlauf der Geschichte wieder geschafft, dass ich vom Skeptiker zum überzeugten Fan geworden bin. Herr Fitzek hat in meinen Augen wirklich ein Talent dafür, absurde Geschichten mit viel Spannung, unvorhergesehen Wendungen und einem fesselnden, bildgewaltigen und atmosphärischen Schreibstil zu einem höchst unterhaltsamen Psychothriller zu verwandeln. Bei dem es mir echt egal ist, ob die Handlung an den Haaren herbeigezogen ist oder nicht, denn am Ende kann mir ich dank Herrn Fitzek vorstellen, dass es trotz der geringen Wahrscheinlichkeit genauso passieren könnte.

Hilfreich fand ich dabei die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird. So bekommt man verschiedene Einblicke und durch Herrn Fitzeks Psychsospielchen steigt die Spannung im Verlauf immer mehr an.

Die Charaktere haben auch dieses Mal wieder viele Ecken und Kanten. Zwar hätte ich mir ab und an noch ein bisschen mehr Tiefe und Erklärungen gewünscht, aber auch das fällt in der Endbetrachtung nicht mehr wirklich ins Gewicht.

Fazit:
Bei Herrn Fitzeks Büchern merke ich immer mehr, dass ich mit meinem normalen Bewertungsschema nicht weiterkomme. Und auch bei „Flugangst 7A“ überwiegt einfach das nervenaufreibende und spannungsgeladene Gefühl, das ich beim Lesen und auch danach noch länger verspürt habe. Besser kann ich es einfach nicht erklären und deshalb gibt es dieses Mal eine eher ungewöhnliche Rezension mit viel persönlichem Gefühl und wenig nachvollziehbaren Gründen, aber trotzdem eine volle Punktzahl, einen Highlightstatus und eine unbedingte Leseempfehlung.

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1.273 Bibliotheken, 61 Leser, 1 Gruppe, 164 Rezensionen

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Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Sechs unberechenbare Außenseiter – eine unmögliche Mission

Ketterdam – pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen …

Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen – außer in Gegenwart der schönen Inej …

Meinung:
Um „Das Lied der Krähen“ wurde ja bereits vor dem deutschen Erscheinungstermin ein großer Hype gemacht, sodass man um das Buch eigentlich gar nicht rumgekommen ist. Aber auch davon abgesehen klang die Kurzbeschreibung einfach extrem ansprechend und spannend. Und die tolle Optik des Buches ist natürlich auch ein Plusfaktor.

Umso überraschter war ich eigentlich, dass ich im vornherein gar nicht mitbekommen hatte, dass auch diese Geschichte der Autorin Leigh Bardugo in der Welt der Grischa spielt. Die Grischa-Reihe der Autorin fand ich sehr innovativ und unterhaltsam, aber die Details hatte ich nicht mehr im Kopf.

Zum Glück ist das auch gar nicht nötig, da zwar die Grischa an sich eine Rolle spielen, aber die wichtigsten Infos dazu nochmal in diesem Buch gegeben werden und ein anderer Fokus gesetzt wird. So erfährt man dieses Mal viel von den anderen Ländern und Kulturen.

Insgesamt sind das Setting und der Schreibstil einfach großartig und umwerfend. Leigh Bardugo lässt ihre beeindruckende Welt durch viele Details lebendig werden und man ist wirklich hautnah dabei. Ich konnte mir die Gassen Ketterdams oder die verwinkelten Gänge des Eistribunals bildlich vorstellen und habe die Geschichte an der Seite der sechs Krähen live miterlebt, statt sie nur gelesen. So stelle ich mir gute Fantasy vor.

Denn auch die Charaktere haben mich auf ganzer Linie überzeugt. Sie sind alle sehr speziell, haben ihre Besonderheiten und Geheimnisse, aber gleichzeitig sind sie extrem tiefgründig und authentisch. Sie ergänzen sich in ihren Eigenschaften und Fähigkeiten sehr gut und werden im Verlauf ihrer Reise ein wirkliches Team.

Wenn man am Ende die reine Handlung zusammenfassen will, bleibt wohl nicht viel übrig. Doch während des Lesens fällt dies kaum ins Gewicht. Es gibt immer wieder neues zu entdecken und viel Spannung. Vor allem durch die vielen Gefahren, die unerwarteten Wendungen und den halsbrecherischen Plan an sich. Ich habe öfters den Vergleich mit dem Film Ocean's Eleven gehört und muss sagen, dass ich ihn eigentlich sehr passend finde.

Das Ende hat einen Cliffhanger, aber ich fand es trotzdem ziemlich passend. Vor allem macht es wirklich Lust auf die Fortsetzung, auf die ich mich jetzt schon freue.

Fazit:
„Das Lied der Krähen“ ist ein High-Fantasy-Roman, der auf allen Ebenen mehr als überzeugt. Das Setting ist fantastisch, der Schreibstil flüssig, atmosphärisch und lebendig, die Charaktere besonders und tiefgründig. Es gibt viel Spannung und eine abenteuerliche und wendungsreiche Reise. Ich wurde schon lange nicht mehr so von einem Buch gefesselt und auf allen Ebenen überzeugt, weshalb ich deutlich die vollen 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung für alle Fantasy-Fans vergebe.

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42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

4 sterne, ladythriller, liebesgeschichte, rezension, roman, thrille, thrillerelemente

Blutroter Frost

Meredith Winter
Flexibler Einband: 339 Seiten
Erschienen bei Sommerburg Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783981872200
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Julie, 35, Anästhesistin, will sich mit einer eigenen Tageschirurgie selbstständig machen. Doch sie wird unwissend Mitglied einer Leichenteilmafia, welche beabsichtigt, ihren OP, als Sektionssaal zu nutzen. Zu verdanken hat sie dies ihrem Exfreund Benjamin, der sich als Makler ausgibt und durch sein erneutes Liebeswerben vorhat, sich Zugang zu ihrer Praxis zu verschaffen. In die Quere kommt ihm dabei Spencer, der neue Freund von Julie.
Und er ist beizeiten nicht der Einzige, nach dessen Leben die Leichenteilmafia trachtet...

Meinung:
Ich muss ja sagen, dass mich vor allem der Teil mit der Leichenteilmafia angesprochen hat. Das Thema fand ich sehr interessant und ich wollte gern mehr darüber erfahren. Da es sich hierbei um einen Ladythriller handelt, war mir schon klar, dass dies nicht das Hauptthema der Geschichte sein wird, aber dass es so ein extremes Randthema ist, hatte ich auch nicht erwartet.

Denn hier steht wirklich ganz und gar die komplizierte Liebesgeschichte im Vordergrund. Alles andere ist zwar nettes Beiwerk, wird aber zumeist nur mit ein paar Nebensätzen abgehandelt. Und so finde ich, dass der Teil mit der Leichenteilmafia in der Kurzbeschreibung eher falsche Hoffnungen weckt, bzw. auch schon etwas zu viel verrät und die eher dürftige Spannung dadurch noch mehr vermindert wird. Denn hätte man vorher nicht gewusst, um was es Benjamin geht, hätte das zumindest eine interessante Wendung werden können.

Prinzipiell hätte ich es gar nicht so schlimm gefunden, wenn die Liebesgeschichte im Vordergrund steht, wenn ich sie mehr nachvollziehen hätte können. Aber ich hab mich prinzipiell mit den Figuren und auch dem schnellen Verlieben von Julie und Spencer etwas schwer getan.

Die Figuren sind alle ziemlich speziell bzw. ein bisschen zu schwarz-weiß. Julie ist doch recht sprunghaft und hat ihre Launen, Spencer ist ziemlich vorsichtig, da ihm einfach Selbstvertrauen fehlt und Benjamin ist einfach ein arroganter Arsch. Ich hätte mir da noch ein bisschen mehr Tiefe und differenziertere Entwicklungen gewünscht.

Den Schreibstil fand ich eigentlich ganz gut und trotz meiner Kritikpunkte hat sich die Geschichte echt schnell lesen lassen. Es gab auch die ein oder andere interessante Wendung, auch wenn mir die Sprünge zwischen den einzelnen Erzählperspektiven manchmal ein bisschen zu undeutlich abgegrenzt waren.

Das Ende fand ich richtig versöhnlich und befriedigend, vor allem, da es einen interessanten Ausblick gab, wie es mit den Charakteren weiterging. So etwas würde ich mir viel öfter in Büchern wünschen.

Fazit:
„Blutroter Frost“ ist ein netter Roman für zwischendurch, der sich schnell lesen lässt, der aber auch einige Schwächen hat. So hat es meistens etwas an Spannung gefehlt, ich konnte die Entwicklungen der Liebesgeschichte nicht immer ganz nachvollziehen und den Charakteren hätte noch ein bisschen mehr Tiefe nicht geschadet. Aber vor allem das Ende hat mich nochmal mit der Geschichte versöhnt und den Ausblick fand ich richtig gut und zufriedenstellend. Deshalb gibt es solide 3 Sterne.

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199 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 89 Rezensionen

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Nalia, Tochter der Elemente - Der Jadedolch

Heather Demetrios , Gabriele Burkhardt
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423717472
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Luxus, Eleganz und der Glamour Hollywoods, das ist die Welt der 18-jährigen Nalia. Trotzdem ist ihr einziges Ziel zu fliehen. Denn sie ist eine Dschinn und als Sklavin des geheimnisvollen Malek Alzahabi auf der Erde gefangen. Ihre wahre Heimat ist Ardjinna, doch im Zuge eines grausamen Umsturzes wurde sie auf die Erde verschleppt. Sie dient Malek und ist an ihn gebunden, bis er seinen dritten Wunsch ausspricht. Doch das tut er nicht, denn er will sie keinesfalls gehen lassen. Er hat sich in sie verliebt. Dann taucht plötzlich Raif auf, Rebellenführer aus Ardjinna. Gegen ihren Willen fühlt sie sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Er kann ihr Band zu Malek lösen. Doch das hat natürlich seinen Preis...

Meinung:
Das Cover ist ja wirklich einfach ein Traum und ein totaler Blickfänger. Und schon gleich zu Beginn der Geschichte merkt man den Hauch des Mystischen, in Verbindung mit unserer modernen Welt.

Denn, Protagonistin Nalia ist als Dschinn etwas besonders. Nicht nur weil sie eine Dschinn ist, Magie beherrscht und Wünsche erfüllen kann, sondern auch weil sie die letzte der Ghan Aisouri ist, der vor dem Aufstand in Ardjinna herrschenden Dschinn-Kaste. Dadurch ist sie nicht nur extrem stark, da sie im Gegensatz zu den anderen Dschinns alle 4 Elemente beherrschen kann, sondern auch in großer Gefahr, da sie von den Ifrits gejagt wird.

Wie gesagt, hat mir der Anfang in die Geschichte echt gut gefallen. Jedoch hat mir die weitere Entwicklung der Handlung leider nicht immer ganz zugesagt hat.

Im Mittelteil hat nämlich etwas die Spannung gefehlt und die Liebesgeschichte rückt ein bisschen zu sehr in den Vordergrund. Das wäre gar nicht so schlimm gewesen, wenn sie sich nicht viel zu schnell und daher etwas unglaubwürdig und für mich schwer nachvollziehbar entwickelt hätte. So hat es mich leider etwas enttäuscht. Und ich fand es auch schade, dass es nicht mehr Einblicke in die Welt der Dschinns gab, aber das kann ja noch kommen.

Dafür hat es das Ende wieder raus gerissen, denn da gabs nochmal ein paar interessante Wendungen und auch die Spannung ist zurückgekommen, sodass ich schon auf die Fortsetzung gespannt bin.

Die Figuren haben mir eigentlich alle recht gut gefallen, auch wenn da oft noch Luft nach oben vorhanden war. Nalia ist eine stolze und starke Protagonistin, die ihr Päckchen mit sich rum schleppt und ich fand sie im Großteil der Geschichte sehr sympathisch. Die Nebenfiguren sind auch alle echt interessant, aber teilweise noch ein bisschen hinter ihren Möglichkeiten geblieben.

Erzählt wird die Geschichte zum größten Teil aus der personalen Erzählperspektive von Nalia, aber es gibt auch ein paar Kapitel aus der Sicht des Rebellenführers Raif und des Guhls Haran. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er ist nämlich wunderbar flüssig, sehr anschaulich und atmosphärisch. Die Magie ist greifbar und auch wenn ich mir noch ein bisschen mehr Mystik gewünscht hätte, war die besondere Atmosphäre immer spürbar.

Auch das Grundthema der Sklaverei ist natürlich interessant und wichtig, vor allem weil die Autorin sich aufgrund von realem Menschenhandel zu der Geschichte hat inspirieren lassen und darauf aufmerksam machen will, dass auch heutzutage noch viel zu viele Menschen wie Eigentum behandelt werden.

Fazit:
Ein interessanter Auftakt mit einem wichtigem Grundthema, der vor allem zu Beginn und am Ende zu unterhalten weiß, im Mittelteil aber leider etwas nach lässt, da es zu wenig Spannung und einen zu starken Fokus auf die holprige Liebesgeschichte gibt. Dennoch ist die mystische Atmosphäre immer spürbar und ich möchte wissen, wie es weiter geht. Deshalb gibt’s trotz der Kritikpunkte 3,5 Sternen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Zeit der Schwalben

Nikola Scott , Nicole Seifert , Eva Gosciejewicz , Simone Kabst
Audio CD
Erschienen bei Argon, 24.08.2017
ISBN 9783839816011
Genre: Romane

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Die 16-jährige Elizabeth ist begeistert von den jungen Leuten, die sie auf dem Anwesen der Freunde ihrer Eltern in Sussex kennenlernt. Die erwachsenen Kinder der Shaws nehmen sie mit zu Ausflügen, Picknicks, Gartenpartys, und sie erlebt in jenem Sommer Ende der 50er Jahre ihre erste Liebe. Doch dann schlägt das Schicksal zu.
Vierzig Jahre später besucht Addie Harington ihren Vater und ihre Geschwister, um den ersten Jahrestag des Todes ihrer Mutter Elizabeth zu begehen. Als sie sich kurz in das ehemalige Arbeitszimmer ihrer Mutter zurückzieht, klingelt das Telefon. Ein Unbekannter, der Addie offenbar für ihre Mutter hält, spricht von »neuen Spuren« und erwähnt immer wieder ein Datum – Addies Geburtstag. Kurz darauf steht eine Frau vor der Tür der Haringtons. Sie behauptet, sie sei Addies Schwester...

Meinung:
Ich habe nun schon einige Familiengeschichten gelesen und gehört und prinzipiell unterscheidet sich „Zeit der Schwalben“ nicht wirklich von anderen Vertretern dieses Genres. Es gibt zwei Zeitebenen, in denen die jeweilige Geschichte abwechselnd erzählt wird und in denen nach und nach die Geheimnisse der Familientragödie aufgedeckt werden und so im Lauf der Handlung ein stimmiges Gesamtbild entsteht.

Aber natürlich hat jede dieser Geschichten ihren eigenen Schwerpunkt und ihre eigenen Highlights.

Hier erfährt man schon bald, dass die Addie und Phoebe Zwillinge sind und kann sich auch denken, wie es dazu kam, dass die beiden Schwestern getrennt wurden, aber die Frage nach den genauen Hintergründen birgt Spannung und vor allem viele Emotionen und Geheimnisse.

Vor allem Elizabeths Geschichte in der Vergangenheit, die durch Tagebucheinträge und Briefe erzählt wird, ist sehr berührend, emotional und eine Achterbahnfahrt. Elizabeth ist ein fröhliches und lebenshungriges Mädchen, bis zu dem Zeitpunkt, als ihre Mutter stirbt. Ihr Vater ist kalt und auf Traditionen versessen und ihre erste große Liebe hat leider auch ihre Tücken. Es ist spannend und bewegend ihre Entwicklung und auch ihren Kampf um ihre Kinder mitzuerleben und in das strenge London der 50er Jahre einzutauchen. Dabei ist es dann umso tragischer, wenn auch nachvollziehbar, weshalb Elizabeths Verhältnis zu ihrer Tochter Addie immer eher etwas unterkühlt war.

Generell fand ich die Figuren sehr gelungen. Zum einen natürlich Elizabeth, aber auch die ruhige Addie, die im Verlauf nicht nur mehr über ihre Mutter und die Vergangenheit erfährt, sondern auch zu sich selbst findet, ist eine gute Protagonistin. Ihre Schwester Phoebe ist eher etwas stürmischer, ergänzt die Art von Addie aber gut, sodass man gern mehr von ihnen erfährt.

Die Nebenfiguren runden die Sache gut ab, vor allem Andrew oder Addies Vater haben mir in ihrer Rolle wirklich sehr gut gefallen.

Der Handlungsverlauf ist sehr gelungen. Es ist zu jeder Zeit eine gewisse Grundspannung vorhanden und die Entwicklungen sind zu jeder Zeit glaubhaft, authentisch und unterhaltsam und ab und an gibt es auch doch eine kleine Überraschung.

Die Sprecherinnen Simone Kabst und Eva Gosciejewicz machen einen sehr guten Job. Ihre jeweiligen Stimmen passen perfekt zu den Figuren und sorgen dafür, dass die Geschichte lebendig, einprägsam und bewegend ist.

Fazit:
Eine berührende, einprägsame und unterhaltsame Familiengeschichte. Der Aufbau der Geschichte ist bekannt, aber die Umsetzung und die Highlights sorgen für Spannung und viele emotionale Momente. Die tollen Sprecherinnen sorgen noch zusätzlich für Lebendigkeit und viel Nähe zu den Figuren. Insgesamt vergebe ich solide 4 Sterne und eine Empfehlung für alle, die solche Familiengeschichten mögen.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

fälschung, fossilien, jugendbuch, lügen, mysteriös, wissenschaft

Der Lügenbaum

Frances Hardinge , Alexandra Ernst , James Fraser
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Freies Geistesleben , 23.08.2017
ISBN 9783772527982
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Es geht um Fossilien und Fälschung, Glauben und Wissenschaft und – Mord.
Mittendrin steht die 14-jährige Faith, die das Unheimliche aufklären und als Mädchen forschen will.

Meinung:
Die Kurzbeschreibung ist ja wirklich sehr knapp gehalten und doch hat sie mich zusammen mit dem düsteren Cover sofort angesprochen.

Dass die Geschichte wirklich so dunkel und mysteriös ist, wie das Cover vermuten lässt, merkt man schon auf den ersten Seiten. Die Atmosphäre ist düster, doch leider dauert es recht lange, bis wirklich etwas passiert und bis man in der Geschichte ankommt. Die ersten 100 Seiten werden wir Zeuge, wie die Familie der jungen Faith auf einer kleinen, abgeschiedenen Insel ankommt. Dabei geht es vor allem darum, die Familienverhältnisse darzulegen, die alles andere als rosig sind und auf die vielen Geheimnisse hinzudeuten.

Die Geschichte spielt in einer anderen Zeit. In einer Zeit, in der Frauen noch nichts zu sagen hatten und man der Meinung war, dass sie dümmer sind als Männer. Diese Einstellung bekommt man im Buch auch oft mit und vor allem Faith muss sich oft Aussagen in diese Richtung gefallen lassen, da sie als Mädchen doch am Forschen und der Wissenschaft interessiert ist. Als sie dann ihr Vater stirbt, setzt sie alles daran zu beweisen, dass es Mord war. Dafür schreckt sie auch vor nichts zurück und diese Skrupellosigkeit ist ihr in meinen Augen auch ein bisschen zum Verhängnis geworden.

Obwohl ich es schön finde, dass sich trotz der abwertenden Haltung Frauen gegenüber ihr wahre Rolle und Bedeutung am Ende gezeigt hat, bin ich einfach mit kaum einer der Figuren warm geworden. Sie waren mir alle unsympathisch und ja, einfach ein bisschen zu dunkel. In der ein oder anderen Nebenfigur gab es zwar ein paar Lichtblicke, aber vor allem Faith als Protagonistin ist mir trotz allem Verständnisses für ihre Lage einfach nicht nah gekommen.

Die Handlung selbst ist definitiv innovativ und im Grunde recht spannend. Die Geschichte mit dem Lügenbaum hab ich so noch nicht gelesen und auch wenn ich mir mehr Hintergründe dazu gewünscht hätte, fand ich die Idee an sich eigentlich recht unterhaltsam. Es gab auch wirklich einige unvorhersehbare Wendungen und Spannung, sowie Mystik haben sich im Verlauf immer weiter gesteigert.

Der Schreibstil ist recht kühl, da er eben viel auf diese dunkle und mystische Seite setzt, aber manchmal blicken auch ein paar Emotionen durch und vor allem lässt er sich abgesehen von den ersten 100 Seiten schnell lesen. Das Ende ist ziemlich zufriedenstellend und passt auch zur Art des Buches.

Fazit:
Eine dunkle und mysteriöse Geschichte die durch ihre innovative Idee und die unerwarteten Entwicklungen durchaus unterhalten kann. Leider dauert es etwas lange, bis die Geschichte wirklich in Fahrt kommt und die Figuren blieben mir zu fremd, weshalb ich die Handlung nicht wirklich mitfühlen, sondern nur nachlesen konnte. Da mich das Ende aber doch noch recht zufriedengestellt hat und ich die positiven Aspekte der Geschichte würdigen möchte, runde ich die eigentlichen 3,5 Sterne auf gaaaaanz knappe 4 auf.

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104 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

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Tränenbringer

Veit Etzold
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426520697
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Band fünf der Bestseller-Serie von Veit Etzold: Top-Autor Veit Etzold ist mit seiner Hauptkommissarin Clara Vidalis, Expertin für Pathopsychologie am LKA Berlin, regelmäßig auf der Spiegel-Bestsellerliste. Kaum ein deutscher Thriller-Autor beherrscht die Klaviatur harter, realistischer Spannung so wie er. Ihr fünfter Fall bringt Clara auch persönlich an ihre Grenzen: Ein Serienkiller entführt 18-jährige Mädchen und lässt den Eltern Leichenteile zukommen. Die Ermittler schickt er ein ums andere Mal auf eine falsche Spur. Und vor Jahren fiel Claras kleine Schwester einem ganz ähnlich agierenden Wahnsinnigen zum Opfer, der nie gefasst werden konnte … Harte Fälle, schnelle Action – deutsches Setting!

Meinung:
Obwohl ich die vorherigen Teile der Reihe nicht kenne, hat mich „Tränenbringer“ sofort angesprochen. Ich wollte schon lange mal ein Buch von Veit Etzold lesen und nun habe ich zugeschlagen.

Und ich wurde auch wirklich nicht enttäuscht. Man ist sofort mitten in der Geschichte und diese ist wirklich nichts für schwache Nerven. Schon gleich zu Beginn gibt es eine Entführung, Androhung von Folter und Gewalt und grausam zugerichtete Leichen(teile). Dabei fand ich es gut, dass der Autor zwar nicht vor Grausamkeiten zurückschreckt, diese oft aber auch nur andeutet oder das schockierende Ergebnis präsentiert, aber die Einzelheiten der Fantasie des Lesers überlässt.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und es gibt auch immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit. So begleitet man nicht nur die Ermittler, sondern bekommt auch Einsicht in die Gedankenwelt des Täters und seine Entwicklung. Dadurch ergibt alles ein stimmiges Ganzes und man ist den Ermittlern oft auch einen Schritt voraus.

Die Kapitel sind ziemlich kurz gehalten und von Beginn an wirklich mit viel Spannung versehen. Anfangs sind mir ein paar Satzwiederholungen negativ aufgefallen, aber mit der Zeit hat sich das gegeben.

Die Handlung ist fesselnd, eklig und doch auch persönlich, also die perfekte Mischung für solch einen Thriller. Dabei gibt es einige Wendungen und auch interessante Einblicke in die Denkweisen von Serienmördern und Erklärungen zu Fachbegriffen, die ich persönlich hilfreich und keinesfalls belehrend fand.

Da ich die vorherigen Teile der Reihe nicht kenne, kann ich nichts zur Charakterentwicklung sagen. Mir persönlich ist nur aufgefallen, dass die Charaktere hier ein bisschen oberflächlich gewirkt haben, was aber bestimmt an dem fehlenden Vorwissen liegt. Vor allem Protagonistin Clara war mir nicht immer sympathisch und ich konnte ihre Verbohrtheit in manchen Dingen auch nicht wirklich nachvollziehen, aber wenn man sowas erlebt und täglich mit solchen Monstern zu tun hat, wird man wohl selbst etwas sonderbar.

In der Handlung selbst hatte ich aber keine Defizite durch das fehlende Vorwissen, da die Fälle alle für sich abgeschlossen sind und der Autor hier auch viele Hinweise zu den vergangenen Fällen gibt.
Das Ende fand ich ein bisschen einfach und es wirkte auf mich etwas konstruiert, aber im Großen und Ganzen ist es schon zufriedenstellend.

Fazit:
„Tränenbringer“ ist ein spannender und mitreißender Thriller und durch die beschriebenen Grausamkeiten nichts für schwache Nerven. Für mich gabs ein paar kleine Kritikpunkte, wie etwas oberflächliche Charaktere, wobei dies wohl am fehlenden Vorwissen liegt und ein etwas konstruiertes Ende. Aber im Großen und Ganzen habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt, weshalb ich gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung vergebe.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

eigenverlag, fantas, fantasy, marita sydow hamann, reihe, romantasy

Das Vermächtnis der Lil`Lu (4): Danniella - Engelsflügel

Marita Sydow Hamann
E-Buch Text: 310 Seiten
Erschienen bei null, 01.06.2017
ISBN B071FVDRPH
Genre: Sonstiges

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Danniella ist ein Nephilim – ein Wesen mit Flügeln und Krallen. Die Nephilim sind eine eigenständige Rasse, mit den Menschen verwand, aber mit Engelsblut in ihren Adern. Engel, die einst zu den Menschen herabstiegen und sich mit ihnen paarten. Auf Danniellas Erde – einer Erde von vielen – in ihrem Universum, leben Nephilim und Hexen in Frieden zusammen. Doch seit Jahrtausenden wird ihre Erde von Wechslern angegriffen, von Menschen aus anderen Universen. Denn Nephilim werden gejagt, mit dem Ziel sie auszurotten. Danniella ist eine Nephilimkönigin, ihre Aufgabe ist es Krieger zu gebären, die ihre Welt schützen sollen. Ihr Schicksal scheint vorausbestimmt, doch dann geschieht das Unfassbare. Danniella wird von einer Sekunde auf die andere in ein anderes Universum geschleudert, wo sie plötzlich Menschen gegenübersteht, allein, in einer fremden Welt. Menschen, die eigentlich ihre erklärten Todfeinde darstellen.

Meinung:
Lange, nämlich 2 Jahre, mussten wir auf diese Fortsetzung warten. Dafür gibt nun nicht nur den 4. Teil der Reihe, sondern auch neue Cover für alle Teile, welche ich persönlich alle sehr ansprechend finde.

Doch, weil so eine lange Wartezeit zwischen den Bänden lag, war ich etwas in Sorge, ob ich mich wirklich an alle relevanten Details der Vorgänger erinnern könnte. Diese Sorge hat sich als unbegründet herausgestellt, da die Autorin das Wichtigste nochmal wiederholt und viele Erinnerungsstützen gibt. Prinzipiell könnte man schon mit diesem Band in die Reihe einsteigen oder ihn als Einzelband lesen, jedoch hat Danniella auch Kontakt zu den bisherigen Protagonistinnen Emilie und Lovisa und um die Zusammenhänge zwischen ihnen und den Hintergründen zu den komplexen Parallelwelten zu verstehen, würde ich schon empfehlen, die Reihe komplett zu lesen.

Anfangs lernt man Nephilim Danniella und ihre Welt kennen. Ihr Schicksal dort ist nicht gerade berauschend und sie ist auf der Flucht davor. Als sie dann völlig unerwartet in unsere Welt wechselt, ist es für sie schon eine große Umstellung und einige der bisherigen Probleme begleiten sie auch hier her.

Da Danniella in unsere Welt kommt, hab ich mich schnell mit den Gegebenheiten zu Recht gefunden, auch wenn hier neue Ideen und Fantasyelemente eingestreut wurden. Schon alleine Danniellas spezielle Fähigkeiten als Nephilim-Königin sorgen für einige interessante und beeindruckende Momente.

Natürlich geht es auch dieses Mal wieder darum, die große Liebe zu finden. Aber Danniellas und Declans Liebesgeschichte fand ich trotz aller von Danniellas Duftstoffen vorherbestimmten Entwicklungen ziemlich authentisch. So gibt es zwar Liebe auf den ersten Blick, aber auch glaubhafte Konflikte und nachvollziehbare Emotionen.

Danniella ist sehr selbstbewusst und stark, Declan lange Zeit eher geheimnisvoll und doch passt er gut zu Danniella. Ich fand beide recht tiefgründig und authentisch beschrieben und konnte mich gut in sie hineinversetzen, vor allem da es Erzählungen aus beiden Perspektiven gibt.

Den Plot fand ich spannend aufgebaut und es gab auch wieder die ein oder andere unerwartete und schockierende Wendung. Insgesamt ist eine gute Mischung aus Romantik, Fantasy und Abenteuer entstanden.

Fazit:
Das Warten auf die Fortsetzung hat sich gelohnt. Die Reihe wird spannend und unterhaltsam fortgesetzt und es gibt auch dieses Mal wieder einige neue Entwicklungen, Hintergründe und Zusammenhänge. Ich bin sehr gespannt, was sich die Autorin für den letzten Band noch einfallen lässt und vergebe gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

corgi, herzschmerz, hund, hundeglück, liebe, liebesgeschichte, liebeskummer, liebesroman, london, merkwürdige zufälle, neuanfang, neuer anfang, realitätsfern, roman, toll geschrieben

Und dann kam Mr. Willow

Anna Saalbach
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 07.08.2017
ISBN 9783956496837
Genre: Liebesromane

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Gerade dachte Mirka noch, der Mann ihrer Träume würde ihr in London einen Heiratsantrag machen. Doch statt eines Rings schenkt er ihr die ganze Wahrheit: Er ist mit einer anderen verlobt, und die erwartet sein Kind. Völlig aufgelöst sitzt Mirka im Park, als plötzlich ein zerknautschter Corgi vor ihr hockt. Kurz entschlossen tauft sie ihn Mr. Willow und nimmt ihn mit sich. Schon bald entpuppt er sich nicht nur als guter Zuhörer, sondern scheint auch genau zu wissen, wer Mirkas Mr. Right ist.

Meinung:
Ich lese zwar nur noch selten Geschichten aus diesem Genre, aber ab und an möchte ich mich doch einfach von einer liebenswerten, humorvollen und leichten Lektüre bezaubern lassen.

Durch die Kurzbeschreibung habe ich mir eigentlich genau so eine Lektüre erwartet, nur leider waren die Erwartungen wohl doch etwas zu hoch gesetzt.

Das größte Problem war für mich die fehlende Tiefe der Charaktere. Obwohl Mirka durch ihren idiotischen (Ex-)Freund eigentlich Mitgefühl verdient gehabt hätte, bin ich einfach nicht mit ihr warm geworden. Dies liegt zum einen daran, dass sie extrem blass geblieben ist, aber auch ihre naiven Entscheidungen haben mich mit der Zeit immer mehr genervt. Ich kann nachvollziehen, dass man sich nach so einer Pleite Veränderungen wünscht, vor allem, wenn diese schon länger in einem geschlummert haben, aber so, wie Mirka diese umgesetzt hat, war sie mir einfach extrem unsympathisch und ich konnte oft nur den Kopf schütteln.

Und auch ihr neuer Mr. Right ist nicht besser. Total widersprüchlich in seinem Verhalten und auch überhaupt nicht authentisch bzw. total austauschbar. Mit der Zeit hat er zwar wirklich Sympathiepunkte hinzugewonnen, aber ihre Liebesgeschichte fand ich leider überhaupt nicht glaubwürdig oder ergreifend.

Mr. Willow ist ein süßer Hund und ein niedlicher Buchcharakter, der manchmal schon für ein paar Schmunzler sorgt, aber im Großen und Ganzen hatte ich mir auch von ihm mehr versprochen. Dabei hat es mich noch nicht mal so sehr gestört, dass seine Verhaltensweisen teilweise schon ziemlich unrealistisch waren, sondern es hat mir einfach noch etwas mehr Gefühl gefehlt.

Bei diesem Gerne erwarte ich beim Plot ja keine komplexen Handlungsstränge und auch mit einer gewissen Vorhersehbarkeit kann ich mich gut anfreunden. Aber hier konnte mich die Handlung trotzdem irgendwie nicht so ganz überzeugen, da ich irgendein gewisses Extra, das mich an die Geschichte fesselt oder zu etwas besonderem macht, vermisst habe.

Der Schreibstil an sich war ganz ok. Es war jetzt nichts Besonderes und ich hätte mir mehr greifbare Emotionen und eben vor allem mehr Tiefe gewünscht, aber die Geschichte ließ sich recht schnell lesen und ab und an fand ich den Humor auch recht gelungen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge.

Fazit:
„Und dann kam Mr. Willow“ ist leider deutlich hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Es fehlt an allen Ecken und Enden an Tiefe und die Charaktere waren für mich leider überhaupt nicht greifbar und beliebig austauschbar. Es kamen zu wenig Emotionen auf und auch die Nachvollziehbarkeit hatte ihre Grenzen. Dafür ließ sich die Geschichte noch recht gut lesen und ab und an musste ich doch zumindest schmunzeln, weshalb ich noch gute 2 Sterne vergebe.

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