Leserpreis 2018

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Trust

Kylie Scott , Katrin Reichardt
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2018
ISBN 9783736308077
Genre: Liebesromane

Rezension:

In „Trust“ schildert Kylie Scott die Geschichte von Edie, kurz für Edith, und John, die beide noch die Highschool besuchen und eines schicksalhaften abends zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Sie werden Opfer eines schrecklichen Überfalls und ihre Welt völlig auf den Kopf gestellt. Nach einem Schulwechsel von Edie begegnen sie sich wieder und stellen fest, dass man zusammen manchmal besser heilt als allein.


Dieses Buch hat mich wirklich begeistert, gefesselt, nachdenklich gestimmt und von der ersten Seite an in seinen Bann geschlagen.

Dafür gibt es viele Gründe. Zum einen ist da der fantastische, lockere und witzige Schreibstil. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Edie erzählt, die eine sehr humorvolle, leicht sarkastische Art hat, ihr Leben und ihre Umwelt zu beschreiben. Edie ist leicht schrullig, ein bisschen verrückt und nach dem Überfall verändert sie ihr Leben radikal. Das ehemals ruhige, brave Mädchen, das aufgrund seiner etwas fülligeren Gestalt jahrelang Opfer von Mobbing war, wird zu einem toughen, teils aufmüpfigen Mädchen, das sich nichts mehr gefallen lassen möchte, denn das Leben ist viel zu kurz. Stattdessen möchte sie so viele erste Mal wie nur möglich erleben, damit sie nichts mehr verpasst. 

Kylie Scott gelingt es dabei, das Gleichgewicht zwischen Ernst und Humor wunderbar zu halten. Es gibt die tiefen Töne, bei denen man von den Nachwirkungen des Überfalls erfährt, wie er Edie lange Zeit verfolgt und ihre verwirrten Gedanken darüber, wie es nun weiter gehen soll. Dann gibt es die lustigen Momente, in denen sie sich mit ihrer leicht tollpatschigen Art in ihrer neuen Welt zurecht und neue Freunde findet.

Auch Johns Entwicklung wird wunderbar geschildert, obwohl nur aus Edies Sicht erzählt wird. Mir hat es so gut gefallen, das Kylie Scott mit der Geschichte zeigt, wie unterschiedlich ein einschneidendes Erlebnis die Menschen verändern kann. Das vermeintlich brave Mädchen wird tough, lässt sich nichts mehr bieten, und tendiert nun eher zum „Bad Girl“. Der vermeintliche Bad Boy und Drogendealer, setzt sich auf den Hintern und möchte etwas aus sich machen, weil er gesehen hat, was sonst aus ihm werden könnte.

Trotz all ihrer Unterschiede finden sie zu einander und unterstützen sich. Dabei wird ihre Freundschaft und aufkeimende Liebe wunderschön und in einem nachvollziehbaren Tempo geschildert. 

Auch die Freunde der beiden verleihen der Geschichte eine zusätzliche Prise Humor und Authentizität. Es macht einfach Laune von den Interaktionen der Freunde miteinander zu lesen. Es ist ein verrückter Haufen, der auf seine Art und Weise für einander da ist.


Das Buch behandelt jedoch nicht nur die Verarbeitung eines traumatischen Erlebnisses und all der damit einhergehenden Folgen, sondern thematisiert auch Mobbing und Drogen, sowie das Schubladendenken der Leute. Wenn man einmal in einer Schublade steckt, ist es sehr schwer dort wieder rauszukommen.


Nichts davon kommt jedoch wie eine Moralpredigt rüber, sondern fließt wie nebenbei in die Geschichte ein, wird mit dem Hauptstrang zu einem bunten, detailreichen Teppich verknüpft.


Wie man merkt hat mich das Buch wirklich begeistert und ich hätte noch viel mehr von den beiden lesen können, einfach weil ich sie ins Herz geschlossen habe und einen der Schreibstil packt und nicht mehr loslässt. Das Buch hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern auch zum Nachdenken angeregt.


„Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Jeder Einzelne von uns ist eine einzigartige, kleine Sonnenblume.“

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233 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 83 Rezensionen

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All In - Tausend Augenblicke

Emma Scott , Inka Marter
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2018
ISBN 9783736308190
Genre: Liebesromane

Rezension:

In „All In - Tausend Augenblicke“ erzählt Emma Scott die Geschichte der Songwriterin und Gitarristin einer aufstrebenden Band, Kacey, und dem herzkranken Glasbläser, Jonah. Eines Abends fährt Jonah, der auch als Limousinenfahrer arbeitet, die völlig besoffene Kacey von einem Konzert, bei dem sie ordentlich für Krawall gesorgt hat. Aufgrund verschiedener Umstände nimmt er sie mit zu sich nach Hause, ohne zu wissen, dass das ihr beider Leben verändern wird. Denn Kacey bringt Farbe in sein bis dahin tristes, von Routine geprägtes Leben. Und er zeigt Kacey, dass sie eine Wahl hat, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen und entscheiden kann, was sie tun möchte. Doch manche Dinge hat man nicht in der Hand, was beide recht schnell lernen und dann versuchen, das beste daraus zu machen.


Was mir nach dem Lesen der Kurzbeschreibung noch nicht klar war, deutete sich bereits nach dem Prolog an und fand seine Bestätigung nach den ersten paar Kapiteln: das hier würde keine Friede-Freude-Eierkuchen-Liebesgeschichte werden. Dadurch wusste ich relativ früh, wie das Buch enden würde, was mir irgendwie einen Teil der „Spannung“ genommen und auch dazu geführt hat, dass ich mich von vornherein nicht ganz auf die Protagonisten einlassen konnte, damit das Ende nicht zu heftig wird. Denn *Achtung Spoiler* hier wird nicht nur der Beginn und der Höhepunkt einer Liebe erzählt, sondern auch deren Ende. Wie geht man damit um, wenn man sich in einen Todkranken verliebt? Darf man sich als Todkranker noch verlieben? Ist eine Liebe mit Ablaufdatum trotzdem wert gelebt zu werden? Was ist ein Vermächtnis? Was hinterlassen wir, wenn wir gehen?


Diese Fragen und viele weitere plagen die beiden Protagonisten Kacey und Jonah. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive der beiden erzählt wird, kann man miterleben, wie sie über diese Fragen nachgrübeln und nach Antworten suchen. Sollen sie auf ihr Herz oder den Verstand hören? Manches Mal hätte ich mir irgendwie noch mehr Tiefgang diesbezüglich gewünscht, gerade weil die Ich-Perspektive gewählt wurde. Ich denke, beide wurden bestimmt von zahlreichen Ängsten und Sorgen geplagt, die aber meistens verdrängt und nicht erwähnt wurden. Stattdessen wurden Ausflüge und intime Momente zur Genüge geschildert und ausgebreitet. Die Botschaft, dass man das Leben in vollen Zügen genießen sollte, kommt so natürlich klar und deutlich rüber und finde ich auch gut. Aber irgendwie hätte ich mir dennoch ein wenig mehr von der „hässlichen“ Seite gewünscht. Es ist schließlich kein fröhliches Thema und das darf man, meiner Meinung nach, auch zeigen. 

Irgendwie haben mir einfach die Gefühle ein bisschen gefehlt. Ich kann nicht ganz festnageln, woran es lag, aber das Buch hat mich nicht so tief berührt, wie es das bei der Thematik hätte tun können. Ich habe schon andere Bücher ähnlichen Themas gelesen, wo die Tränen nur so flossen, hier ist das erst ganz am Schluss passiert.


Auch ging irgendwie die ganze Rockstargeschichte, die eigentlich mein Interesse an dem Buch geweckt hatte, weil es mal nicht um Musiker, sondern um eine Girlband ging, im Laufe der Geschichte verloren. Es wurde nur hin und wieder kurz etwas dazu angemerkt, aber mehr nicht. Vielleicht war das Vorarbeit für den zweiten Band, aber so für den ersten ist mir nicht ganz klar, warum Kacey Rockstar sein musste, da dieser Teil irgendwie im Sande verlief. 


Sehr gut gefallen haben mir die Beschreibungen des Glasblasens und wie Jonah in seiner Kunst aufging. Das ist ja eher ein seltenes Kunsthandwerk und daher fand ich es sehr interessant mehr darüber zu lesen. Die Beschreibungen waren dabei auch so schön und detailliert, dass ich mir die einzelnen Kunstwerke gut vorstellen konnte.


Auch die Nebencharaktere bzw. Jonahs Freunde und der beschützende Bruder fand ich toll und sie haben die Geschichte gut bereichert mit ihren unterschiedlichen Charakteren.


Die Geschichte hat insgesamt, meiner Meinung nach, ganz viel Potenzial, aber schöpft dieses nicht voll aus, da es stellenweise ein bisschen oberflächlich bleibt. Dennoch hatte ich Freude am Lesen und wurde in die Welt der beiden gezogen und bin nun gespannt auf den zweiten abschließenden Band, auch wenn ich mir schon in etwa vorstellen kann, wie der ablaufen wird.

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282 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 89 Rezensionen

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Cinder & Ella

Kelly Oram , Fabienne Pfeiffer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ONE, 28.09.2018
ISBN 9783846600702
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In ihrem Roman „Cinder & Ella“ erzählt Kelly Oram die märchenhafte Geschichte von Cinder, alias Brian, und Ella. Die beiden lernen sich über Ellas Bücherblog kennen und schreiben sich drei Jahre lang nur e-Mails, bis Ella an ihrem achtzehnten Geburtstag einen Unfall erleidet, in dessen Folge nicht nur ihre Mutter stirbt, sondern sie auch schwer verletzt und für immer gezeichnet wird. Über acht Monate steckt sie in Krankenhäusern und Reha, ohne eine Möglichkeit mit Brian Kontakt aufzunehmen. Dieser hält sie für Tod und fokussiert sich daher ausschließlich auf seine Schauspielkarriere, wozu er auch einer fake Verlobung zustimmt. Doch dann meldet sich Ella, die nichts von seiner wahren Identität weiß, wieder bei ihm und alles ändert sich für beide.


Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Ella und Brian erzählt, wobei Ellas Teile überwiegen. Kelly Orams Schreibstill ist flüssig und leicht zu lesen. Es gibt keine unnötigen Schnörkel oder Vergleiche, die Dinge werden ehrlich und direkt angesprochen und beschrieben. Ellas und Brians Gefühlswelt wird gut dargestellt und ich konnte ihre Handlungen gut nachvollziehen. 


Sehr gut hat mir gefallen, wie Ellas Leiden und das ihrer Familie erzählt wird. Die Grausamkeiten ihrer Mitschüler sind gleichermaßen erschreckend und glaubhaft. Und obwohl die Geschichte aus Ellas Sicht erzählt wird, wird auch toll aufgezeigt, wie sehr ihr Auftauchen die neue Familie ihres Vaters, der sie vor elf Jahren verlassen hatte, beeinflusst. Dabei bleibt die Autorin nicht bei Oberflächlichkeiten, sondern dringt tief in die Familiengeschichte und Beweggründe der einzelnen Familienmitglieder vor. Das fand ich wirklich toll und auch zu sehen, wie sich die einzelnen Mitglieder verändern und langsam annähern. Dabei wurde in einem Tempo vorgegangen, das ich sehr authentisch fand. 


Bei Brians Seite der Geschichte geht es etwas klischeehafter zu, denn er lebt nun mal in der Welt Hollywoods und diese wird von ihrer hässlichen Seite dargestellt. Doch auch Brian entwickelt sich im Verlauf des Buches weiter und lernt auf eigenen Füßen zu stehen, was mir sehr gut gefallen hat.


Gut fand ich auch, dass hier zwar die Psychotherapeutin anfangs immer wieder als nervig dargestellt wird, wie man es aus so vielen Büchern kennt, aber dass Ella sich letzten Endes doch helfen lässt und man sieht, dass eine solche Therapie auch sehr hilfreich sein kann. Denn wenn man sich helfen lässt, können die Dinge anfangen, besser zu werden, nicht auf wundersame Weise, aber langsam.  


Das Buch zeigt einfach wunderbar, wie viel Freundschaft bedeutet, dass man selbst in verfahrenen Situationen nicht aufgeben sollte und dass Liebe keine Äußerlichkeiten kennt. Denn Brian und Ella verlieben sich ineinander, bevor sie sich auch nur einmal gesehen oder sogar gehört haben.


Der Schlusssatz passt wie die Faust aufs Auge zum Buch, aber dennoch war ich erst enttäuscht, dass es keinen Epilog gab, da ich gerne noch mehr über die Brian und Ella und ihr zukünftiges Leben gelesen hätte. Doch dann entdeckte ich, dass es noch einen zweiten Band gibt. Damit passt alles super und nun fiebere ich Band zwei entgegen. 


Eine wirklich wunderschöne märchenhafte Liebesgeschichte, in der sich minimale Elemente aus Aschenputtel wiederfinden (Stiefschwestern, zwei verschiedene Welten, eine dramatische Liebesgeschichte) und auch die Geschichte eines starken Mädchens, das nach einem schrecklichen Schicksalsschlag wieder lernt, auf eigenen Füßen zu stehen und mit hoch erhobenem Kopf in die Zukunft zu gehen.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Victorian Rebels - Ein Herz voll dunkler Schatten (The Victorian Rebels 2)

Kerrigan Byrne
E-Buch Text: 480 Seiten
Erschienen bei LYX.digital, 28.09.2018
ISBN 9783736307735
Genre: Liebesromane

Rezension:

Im zweiten Band der Victorian Rebels erzählt Kerrigane Byrne die Geschichte von Christopher Argent und Millie LeCour. Eine Kindheit und Jugend im Gefängnis in England haben Argent zu einem eiskalten Killer geformt, der skrupellos handelt und seine Aufträge präzise ausführt. Dabei hält er sich nur an drei Regeln: er quält nicht, tötet nur. Er hinterlässt keine Nachrichten jeglicher Art und er tötet keine Kinder. Diesen Grundsätzen bleibt er treu und führt seine Aufträge gewissenhaft aus, bis er den Auftrag erhält, die aufstrebende Schauspielerin Millie LeCour zu töten. Denn aus irgendeinem Grund kann er es nicht tun und Argents bisheriges Leben wird kräftig durcheinander gewirbelt von Millie und ihrem Sohn Jakub und der Gefahr, die beiden droht.


„Sie war unerreichbar wie eine geliebte Göttin. Entfernt wie eine Insel in den Tropen. Und er war kalt und dunkel wie ein Wesen aus der Hölle.“


Das Buch wird aus der dritten Perspektive erzählt, wobei abwechselnd Millie und Argent in den Fokus gerückt werden, sowie einige wenige Mal eine dritte Person. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und die Autorin verwendet, meiner Meinung nach, wirklich tolle Bilder und Metaphern, mit deren Hilfe ich mir alles gut vorstellen konnten. Sie schreibt schonungslos ehrlich, geht wunderbar auf die Gefühle der Protagonisten ein und scheut sich auch nicht davor, Grausamkeiten deutlich zu beschreiben. Dadurch konnte ich mir Argents Qualen bildhaft vorstellen, was natürlich nicht immer angenehm war, aber nur der grausamen Realität dieser Zeit entsprach. 

Mir hat wirklich sehr gut gefallen, wie Argents Werdegang und sein inneres Ringen dargestellt wurde. Ich konnte es sehr gut nachvollziehen und wurde sofort in die Geschichte gesogen. Auch Millies mütterliche Sorgen und wie sie mit der plötzlichen Bedrohung ihres Lebens sowie Argents wechselhaftem Verhalten umgeht, werden gut und authentisch beschrieben.


Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen. Das lag vor allem an dieser tollen Verschmelzung aus Krimi-Handlung, denn man möchte wissen, wer die Morde in Auftrag gegeben hat und warum und wie alles zusammenhängt, und Romantik. Beide Stränge sind wunderbar miteinander verwoben und ergänzen sich perfekt, sodass keine Langweile aufkommt. Auch der Hintergrund des 19. Jahrhunderts hat mir sehr gut gefallen und die Beschreibungen der Mode und das Verhalten der Gesellschaft konnte ich mir bildlich vorstellen.


Obwohl das Buch zu einer Reihe gehört, kann es, meiner Meinung nach, gut für sich gelesen werden. Ich habe beispielsweise den ersten Band nicht gelesen, konnte aber trotzdem alles verstehen, da die relevanten Handlungen aus dem ersten Band gut zusammengefasst wurden.


Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und absolut begeistert, sodass ich mich nun auf Band drei freue und kann das Buch Leuten, die gerne eine Mischung aus Krimi und rührender Liebesgeschichte lesen, nur empfehlen.

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

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Hades' Hangmen - Kyler (Hades-Hangmen-Reihe 2)

Tillie Cole
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 04.10.2018
ISBN 9783736308121
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Im zweiten Teil der Hades Hangmen Reihe erzählt Tillie Cole die Geschichte von Kyler „Ky“, dem Vizepräsidenten des Motorradclubs Hades Hangmen. Er wurde nach dem Motto „Weiber soll man gründlich lecken und hart vögeln - aber niemals anbeten“ großgezogen und hielt sich auch sein Leben lang daran. Eine Frau nach der anderen oder auch mal zwei gleichzeitig. Dann trifft er jedoch auf Lilah, die sein Club aus einer Sekte befreit hat und die einer richtiggehenden Gehirnwäsche unterzogen wurde und noch viele andere grausame Verbrechen hat ertragen müssen. Kyler erhält von seinem Präsidenten den Auftrag, Lilah die „Außenwelt“ nahe zu bringen, aber sie nicht anzufassen. Eine richtige Herausforderung für den Aufreißer, denn Lilah ist außerordentlich hübsch.


Bevor ich näher auf das Buch eingehe, möchte ich anmerken, dass ich den ersten Band der Reihe bislang nicht gelesen habe. Ich sah dieses Buch auf der Netgalley-Seite und das Cover sowie Klappentext haben irgendwie meine Aufmerksamkeit geweckt. Nachdem ich die guten Bewertungen für Band 1 gesehen hatte sowie merkte, dass es sich um jeweils unterschiedliche Protas handelte, dachte ich, ich könnte problemlos Teil 2 lesen und fragte es an. An dieser Stelle dankeschön an den LYX Verlag und Netgalley für die Bereitstellung des Leseexemplars, was meine Meinung nicht beeinflusst hat.


Obwohl ich den ersten Teil nicht kannte, kam ich trotzdem gut mit der Geschichte mit, da die Autorin die vorherigen Geschehnisse stets kurz umreißt, sodass ich grob wusste, was passiert war. Geholfen hat dabei auch das Glossar am Anfang, bei dem die wichtigsten „Fachausdrücke“ gut erklärt wurden.


Das Buch wird jeweils aus der Ich-Perspektive von Lilah und Ky erzählt und in wenigen Kapiteln kommt auch der „Prophet“ zu Wort. Dadurch erhält man wirklich gute Einblicke in das Innenleben der Beiden und so konnte ich gerade Lilahs Glauben und die Gehirnwäsche, die sie durchlebt hat, gut nachvollziehen. Tillie Cole schildert diese wirklich authentisch und ich konnte alle Handlungen Lilahs sehr gut nachvollziehen. Auch Kyler kommt mit seiner derben Sprache sehr glaubhaft rüber und es ist einfach nur schön zu sehen, wie ihm Lilah ans Herz wächst. 

Die innere „Wandlung“ des Propheten von skeptisch zu fanatisch fand ich auch wirklich gut erzählt und faszinierend zu lesen.


Das Thema des Buches, dass eine Sekte auf eine Motorradgang trifft, finde ich einfach genial und habe ich so noch nicht gelesen. Dass die Autorin, wie sie erzählt, sich intensiv mit diesen Themen auseinandergesetzt hat, merkt man deutlich, denn es wirkt alles echt und glaubwürdig. Dadurch ist die Handlung natürlich umso erschreckender, da sie stellenweise sehr brutal und einfach nur grausam ist, aber das ist nun mal leider die Realität. Und diese hat die Autorin mit ihrer schlichten, aber prägnanten Erzählweise gut dargestellt. Ich konnte mich voll und ganz auf die Geschichte einlassen, habe mehrmals betrübt den Kopf geschüttelt und mit den Charakteren mitgelitten. 


Das Buch hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen, selbst jetzt da ich es fertig gelesen habe. Daher werde ich mir nun auch gleich Teil 1 kaufen, denn ich möchte schließlich wissen, wie alles begann, und so wird die Wartezeit auf Band 3 verkürzt, dem ich nun entgegen fiebere. Der Club und seine Mitglieder sowie die befreiten Frauen sind mir nämlich ans Herz gewachsen und ich freue mich drauf, wieder mit ihnen „fahren“ zu dürfen.


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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Hidden Legacy - Tanz des Feuers (Nevada-Baylor-Serie 2)

Ilona Andrews
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 04.10.2018
ISBN 9783736308466
Genre: Liebesromane

Rezension:

Im zweiten Teil der Hidden Legacy Reihe von Ilona Andrews wird Nevada von Cornelius Harrison, der bereits im ersten Band einen Gastauftritt hatte, angeheuert, um den Mord an seiner Frau Nari aufzuklären. Obwohl Nevada weiß, dass sie sich mit diesem Auftrag bei den großen Häusern Feinde machen wird, nimmt sie ihn an. Als sich dann auch noch Mad Rogan in die Sache einmischt, ist das Chaos perfekt. Nun wird sie nicht nur von mehreren Killern verfolgt, sondern muss sich auch noch mit ihren widersprüchlichen Gefühlen für Rogan auseinandersetzen, sowie der Tatsache, dass sie ihre Gabe öffentlich gezeigt und damit unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat.


Nachdem mir der erste Teil so gut gefallen hat, habe ich regelrecht auf dieses Buch hin gefiebert und mich sehr gefreut, als ich endlich die erste Seite lesen konnte. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen zu hoch waren, aber irgendwie ist dieses Mal der Funke nicht ganz so übergesprungen. 

Es gab zwar immer noch einige witzige Passagen, Nevadas Familie enttäuscht da schließlich nie, aber lang nicht so viele wie im ersten Teil. Nevadas witzige Kommentare und Sarkasmus, die den ersten Teil erheblich aufgelockert haben, fehlen hier fast vollständig. Auch ihre Gefühle werden, meiner Meinung nach, nicht genügend geschildert. Stattdessen wird der Fokus mehr auf die Handlung gelegt, die einem Krimi-Action-Film gleicht. Es gibt Attentate, Schießereien, Mord und Totschlag. Dazwischen ist sie immer wieder sauer auf Rogan und dann plötzlich wieder verliebt in ihn. Diese Sprünge konnte ich nicht so ganz nachvollziehen, da sie nicht erklärt oder näher geschildert wurden. Dadurch konnte ich auch die sprühenden Funken zwischen Nevada und Rogan nicht mehr spüren. An deren Stelle ist ein nerviges Hin und Her getreten, weil Nevada, die sonst immer so klug und umsichtig ist, ziemlich seltsame Schlüsse zieht und Rogan Vorwürfe macht, anstatt zu sehen, warum er handelt, wie er eben handelt.


Das hört sich nun alles recht negativ an, aber das Buch hat mir trotzdem einen großen Lesespaß bereitet, mich in die Welt um das magische Houston entführt und nicht mehr losgelassen, bis ich es zu Ende gelesen hatte. Was zugegebenermaßen recht flott ging, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil ist gewohnt leicht zu lesen, sehr detailreich und in der Ich-Perspektive Nevadas. Die Hintergrundgeschichten und Magie werden gut geschildert und so wirkt alles sehr realistisch.

 

Auch dieses Mal kommt der aktuelle Fall zu einem Abschluss, aber das Buch endet mit einem richtigen Cliffhanger, weshalb ich nun sehr gespannt bin auf den dritten Teil. Vielleicht springt dort der Funke wieder vollständig über.

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166 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

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American Royals - Wer wir auch sind

Nichole Chase , Wiebke Pilz
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei LYX, 31.08.2018
ISBN 9783736307100
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

In „American Royals - Wer wir auch sind“ erzählt Nicole Chase die Geschichte der Präsidententochter, Vegetarierin und engagierten Tierschützerin Maddie und dem Kriegsveteran, sowie Sohn der Vizepräsidentin Jake. Die beiden kennen sich von klein auf, da sie mit der Politik ihrer Eltern aufgewachsen sind. Irgendwann trennten sich ihre Wege - Jake trat der Armee bei, Maddie studierte - doch nun treffen sie wieder auf einander. Maddie muss nämlich zur Strafe für einen missglückten illegalen Tierbefreifungsversuch Jake mit seiner Arbeit für Kriegsveteranen helfen. Dabei merken sie nicht nur, dass sie ähnliche Ziele vor Augen haben, sondern auch alte Gefühle flammen von neuem auf.


Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Maddie und Jake erzählt, sodass man gute Einblicke in ihre Gedanken und Gefühlswelt bekommt, die auch schön geschildert werden. Maddie war mir so gleich von Anfang an sympathisch mit ihrer großen Liebe für Tiere und ihrem Willen etwas zu verändern. Dass sie dabei vielleicht nicht die richtigen Wege einschlägt, kann ich ihr leicht verzeihen, da das im Eifer des Gefechts schon mal passieren kann und Maddie sieht auch irgendwann ihre Fehler ein. Das hat mir generell gut gefallen, wie sehr sie sich in dem Buch weiterentwickelt und von einem eher unbedarften, chaotischen, rebellischen Mädchen zu einer selbstbewussten Frau wird, die Mittel und Wege findet, um ihre Ziele durchzusetzen.

Auch Jake erlebt eine Wandlung, wobei er erst einmal einen Tiefpunkt erreichen muss, um wieder nach vorne sehen zu können. Seine Kriegserlebnisse und die dadurch resultierenden Traumata werden, meiner Meinung nach, gut geschildert und nachvollziehbar dargestellt.


Das Buch erzählt nicht nur die Liebesgeschichte von Jake und Maddie, die an sich nichts Neues wäre - Junge und Mädchen sind schon immer ineinander verliebt, gestehen sich das aber nie selbst ein, bis sie es schließlich doch zulassen und die große Liebe finden - aber vor dem Hintergrund der Themen Veteranen und Tierversuche, sowie politisch mächtiger Eltern bekommt das Ganze eine ganz andere Dynamik. Mir hat sehr gut gefallen, dass diese zwei Themen, die doch sehr aktuell sind und viel zu häufig verschwiegen werden, in diesem Buch aufgegriffen und feinfühlig auf den Tisch gebracht werden. Die Autorin scheut sich dabei nicht, die hässlichen Seiten aufzuzeigen und das hat mir gut gefallen. Man erlebt daher nicht nur die Liebe zwischen Jake und Maddie, sondern auch die Problematik der Veteranen und der Traumata, die ein Krieg auslösen kann.


Das Einzige, was mich bis zum Ende verwirrt hat, war die Chronologie der Ereignisse bzw. der gemeinsamen Vergangenheit von Maddie und Jake. Die wurde immer wieder aufgegriffen, aber ich konnte sie nicht zusammenpuzzlen. Es wäre schön gewesen, zu wissen, wie lange Maddies Vater nun im Amt war, seit wann sich die beiden Familien kennen und wie das passiert ist usw. Das blieb für mich irgendwie offen oder war zu ungenau. Der Geschichte tat das jedoch keinen Abbruch, nur meine Neugier konnte nicht vollständig befriedigt werden ;)


Die Nebenfiguren sind ebenfalls schön ausgearbeitet und mir direkt ans Herz gewachsen. Daher freue ich mich schon auf den zweiten Band, in dem es anscheinend um Jakes Schwester Caroline geht. Dieses Buch hat allerdings ein in sich abgeschlossenes Ende, falls sich jemand (wie ich zu Beginn) fragt, ob dieses Buch in dem zweiten Band seine Fortsetzung findet. Es gibt einen Epilog und die Geschichte wird auch zu einem schönen und zufrieden stellenden Ende gebracht, zumindest meiner Meinung nach. 


Fazit, ich habe das Buch in kurzer Zeit verschlungen, fühlte mich gut unterhalten und geriet aber auch ins Grübeln, da eine brisante Thematik angeschnitten wird.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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True Lovers - Dirty Dancer

Lauren Rowe , Christina Kagerer
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2018
ISBN 9783492061186
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

In „Dirty Dancers“ von Lauren Rowe wird die Geschichte von Keane Morgan und Maddy Miliken erzählt. Keane ist der Magic Mike Seattles, haut sich die Nächte um die Ohren und hat einen hohen Frauenverschleiß, denn er ist kein Mann für eine Beziehung. Maddy studiert Videographie, hatte noch nie einen One-Night-Stand und eher der Beziehungs-Typ, möchte aber auch die verrückte Maddy - Mad Maddy - in sich entdecken. Auf den ersten Blick haben beide nicht viel gemeinsam, nach dem ersten Kontakt ist Maddy einfach nur stinksauer auf Keane und dieser genervt von ihr. Trotzdem müssen sie über 2000 Meilen gemeinsam mit dem Auto von Seattle nach LA fahren. Eine Autofahrt, die für beide viel verändert.


Keane ist eine wirklich schillernde Persönlichkeit, was nicht nur an seinen blaugefärbten Haaren liegt. „Er ist Daffy Duck im Körper eines Prinzen.“ Lauren Rowe beschreibt ihn so detailliert und witzig, dass er für mich wirklich Gestalt angenommen hat und ich sein Charisma sogar durch die Seiten hindurch gespürt habe. Einfach toll.

Maddy hingegen ist eher ruhig und im Vergleich mit Keane verblasst sie meiner Meinung nach ein bisschen, aber sie ist auch schlagfertig und lässt sich von Keanes Art nicht beeindrucken, was für herrliche Dialoge sorgt.


Diese sind im Allgemeinen einfach der Hammer in diesem Buch. Egal, ob sich Keane mit „seiner besseren Hälfte“ Zander unterhält oder mit seiner Familie, es ist immer witzig und/oder sarkastisch. Ich musste mehrmals laut lachen und hatte einfach nur gute Laune beim Lesen.


Dieses Buch kann, laut Autorin, ohne die anderen Bücher der Serie zu kennen, gelesen werden. Ich habe bisher die ersten vier Bände der „Club“-Reihe gelesen, aber noch keines dieser Serie. Daher kann ich sagen, dass ich dieser Aussage bedingt zustimmen kann. Es ist sicherlich von Vorteil, wenn man die Figuren aus der Club-Reihe schon kennt, aber kein Muss. Zu Beginn war ich etwas verwirrt, da ich noch nichts von der Morgan-Familie gelesen hatte und diese sämtlichen Familienmitgliedern und anderen Leuten Spitznamen verpasst, die ich natürlich noch nicht kannte. Aber sie werden in dem Buch gut aufgegriffen, sodass ich nach ein paar Seiten keine Schwierigkeiten hatte, mitzukommen.


Ein großes Lob möchte ich auch für die Übersetzung aussprechen. Als ich die Club-Reihe auf Englisch gelesen habe, dachte ich mir ständig, wie man diesen prägnanten Schreibstil und die vielen F-Bomben wohl ins Deutsche übersetzen kann. Und ich muss sagen, Lauren Rowes Schreibstil kommt hier super rüber, er ist locker, leicht und voller unanständiger, anzüglicher und witziger Ausdrücke, die wunderbar ins Deutsche übertragen worden sind.


Einziges Manko an dem Buch für mich war, dass ich mir etwas mehr Tiefe auf emotionaler Ebene gewünscht hätte. Beide, Maddy und Keane, tragen ein Päckchen aus der Vergangenheit mit sich herum, das zwar ein paar Mal aufgegriffen, aber nicht so tief gehend behandelt wird, wie beispielsweise bei der Club-Reihe. Dann wäre das Buch wahrscheinlich auch zu dick geworden, wobei ich gegen einen zweiten Band mit den beiden nichts gehabt hätte, weil sie mir einfach gleich ans Herz gewachsen sind.


Da mir das Buch so viel Spaß gemacht und mich wunderbar unterhalten hat, vergebe ich trotzdem fünf Sterne. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und bin immer noch begeistert von dem Witz, der aus den Seiten sprühte und der Detailtreue. Man merkt, dass Lauren Rowe zu dem Thema recherchiert hat und daher wirkt auch alles sehr authentisch und hat mein Kopfkino wunderbar angeregt.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

Selfie mit Zuckerguss

Emma Simon
E-Buch Text: 240 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 03.09.2018
ISBN 9783960874317
Genre: Liebesromane

Rezension:

In „Selfie mit Zuckerguss“ erzählt Emma Simon, wie aus der sportverachtenden, leicht fülligen Louisa ein Sport- und Fitnessfreak ohne Gleichen wird. Louisa, die schon mal magersüchtig war, lernt auf einer Party Johannes kennen und verguckt sich gleich in ihn. Um ihn zu beeindrucken und auch wieder in ihre alte Kleidergröße zu passen, beschließt die Studentin abzunehmen und probiert dabei so allerlei Taktiken aus.


Anders als in der Kurzbeschreibung dargestellt, geht es dabei nicht wirklich um Instagram. Louisa möchte schlichtweg einen Körper haben, mit dem sie zufrieden ist und natürlich auch ihr Schwarm Johannes. Sie lässt sich zwar auf Instagram inspirieren, aber ansonsten nimmt sie an diesem Social Media Kanal nicht wirklich teil. Sie ist mehr Konsumentin der Social Media a la Youtube und Instagram und verschiedener Foren.


Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Louisa erzählt und der Schreibstil ist direkt, locker und flüssig zu lesen. Der größte Pluspunkt ist hierbei der Humor und Sarkasmus, der aus allen Ecken und Enden nur so trieft und mich öfters zum Lachen oder Schmunzeln gebracht hat. 


Es wird auch gut vermittelt, wie Louisa in den Sportwahnsinn abdriftet und sich verändert, wobei nicht nur ihr Körper betroffen ist, sondern auch ihre Psyche.

Allerdings ist dies der einzige Inhalt und Handlungsstrang des Buches: Louisas Weg zum Topbody und zum Fitness-Lifestyle. 

Das ist ja schön und gut und ihre Besessenheit kommt auch sehr gut rüber, aber irgendwann hat es mir gereicht und ich fing an mich zu langweilen. Es passierte einfach nicht wirklich etwas, außer dass Louisa Anfälle bekam, wenn sie nicht trainieren konnte wie geplant oder dass sie einem mitteilte, wie viele Kalorien welches Essen hat und wie viel sie wovon konsumiert. 

Einerseits zeigt das wirklich grandios ihre Besessenheit, aber andererseits wurde es irgendwann einfach zu langweilig. Ich wusste auch gar nicht, worauf das Ganze hinauslaufen sollte oder würde und dann war es auch schon vorbei. Und ich rätsle immer noch, was genau ich jetzt eigentlich gelesen habe. Eine Liebesgeschichte war es definitiv nicht, vielleicht eine Kritik an den Sozialen Medien und dem Fitness-Wahn? Ich weiß es nicht, auf jeden Fall kam mir Louisas Einsicht und plötzlicher Gedankenumschwung am Ende viel zu plötzlich und zu abrupt. Ich hätte mir gewünscht, dass ihre Gedanken dabei näher beleuchtet und es eher ein Prozess gewesen wäre als ein einfaches Fingerschnippen und eine plötzliche Wende.


Irgendwie konnte ich mit dem Buch nicht richtig warm werden, es hat mich einfach nicht gefesselt,  obwohl der Schreibstil toll ist. Dieser ist auch der Grund, warum ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen habe. Denn der Humor hat mir gefallen, auch wenn es mir stellenweise etwas zu bissig wurde (was ist nur so schlimm an kleinen Dörfern?).

Wer sich für Sport, Ernährung und Fitness und den Stress des Abnehmwahns interessiert und auf authentische, humorvolle Weise aus der Sicht einer „Betroffenen“ lesen möchte, der ist mit diesem Buch richtig beraten. Für alle anderen könnte es wahrscheinlich, wie auch für mich, etwas langweilig werden.

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

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CAKE - Die Liebe von Casey und Jake

J. Bengtsson
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 06.09.2018
ISBN 9783736309326
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das Buch „Cake - die Liebe von Casey und Jake“ von J. Bengtsson erzählt die Liebesgeschichte von Casey und Jake, kurz Cake. Casey ist eine ganz normale, wenn auch leicht nerdige (ihre Worte), Studentin. Jake ist ein Rockstar und Überlebender einer Entführung, was ihm beides zu Berühmtheit verholfen hat, aber auch zu einigen Dämonen. Bei einer Hochzeit kreuzen sich ihre Wege und Jake ist sofort fasziniert von der witzigen Casey, die so anders mit ihm redet als alle anderen Frauen. Auch Casey ist hin und weg von dem gut aussehenden, humorvollen Rockstar. Doch Jake fliegt bald wieder nach Europa, hat es also einen Sinn, eine Beziehung zu beginnen?


Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Casey und Jake erzählt. Sie kommen beide zu Wort, wobei Caseys Anteil größer ist. Der Schreibstil ist locker flockig und herrlich sarkastisch und einfach nur witzig. Die Dialoge zwischen Casey und Jake und auch mit ihren Geschwistern sprühen nur so vor Witz und Charme und haben mich oft zum Lachen gebracht. 


„Cake“ ist ein herrlich unaufgeregtes Buch ohne unnötiges Drama. In der Buchbeschreibung am Ende wird erklärt, dass die Autorin das Buch zu schreiben anfing, nachdem sie eine richtig schlechte Rockstar-Romanze gelesen hatte. Und das merkt man. Viele Klischees werden aufgegriffen, zumindest in kleinen Nebensätzen oder Situationen, aber sie werden nicht klischeehaft aufgelöst. Nein, denn Casey und Jake können tatsächlich miteinander reden und diskutieren ihre Probleme aus, ohne voreilig Schlüsse zu ziehen oder alles in sich hineinzufressen. Das ist eine wunderbare Abwechslung und hat mir außerordentlich gut gefallen. Denn ausnahmsweise, dachte ich mir beim Lesen nicht die ganze Zeit „Neeeiiin, tu das nicht. Man, das ist doch blöd“, sondern „Jaa, so ist’s richtig! Weiter so!“. Das hat mein Lesevergnügen unglaublich gesteigert und mir einfach ein rundum gutes Gefühl gegeben. Dieses Buch macht einfach gute Laune, trotz der ab und zu eingestreuten schrecklichen Vergangenheit Jakes.


Hier würde ich auch meinen einzigen Kritikpunkt anbringen. Während der ersten Hälfte des Buches kommen die Gefühle der beiden sehr gut rüber und man erlebt mit, wie sie sich ineinander verlieben, spürt das Kribbeln im Bauch und die Freude über die neu entdeckte Liebe. Aber irgendwann rücken die Gefühle, meiner Meinung nach, immer mehr in den Hintergrund und die reine Nacherzählung der Erlebnisse in den Vordergrund. Gerade gegen Ende, als es „dramatisch“ wird, wird meistens aus der Sicht der Person erzählt, die in diesem Moment gar nicht so sehr von dem eigentlichen Drama betroffen ist und daher nur ihre Erlebnisse mit der anderen Person erzählt. Dadurch gehen viele Gefühle verloren, die mich interessiert und dem Buch bestimmt nochmal zusätzliche Tiefe verliehen hätten.


Nichtsdestotrotz hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen. Ich habe es in einem Rutsch verschlungen und werde es bestimmt noch öfters lesen, da es mir einfach ein gutes Gefühl gegeben und mich oft zum Lachen gebracht hat. Cake ist so ein tolles Paar und auch ihre Familien sind einfach der Hammer, liebevoll und witzig. Wer also eine unaufgeregte Geschichte über zwei Menschen, die sich ineinander verlieben, trotz merkwürdiger Umstände und Hintergründe, lesen möchte, ist hier genau richtig. 

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Gus: Für immer mit dir

Kim Holden
E-Buch Text
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 10.07.2018
ISBN 9783732543281
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem ich „Bright Side“ von Kim Holden fertig gelesen hatte, war ich emotional so aufgewühlt, dass ich erst einmal ein paar Tage Abstand brauchte. Aber dann…hat Gus gerufen. Denn ich meine, er war doch einfach nur super in Bright Side. Begeistert widmete ich mich also dem zweiten Buch der Reihe „Gus“.


Gus ist Sänger und Gitarrist der Band Rook und zu Beginn des Buches am wohl tiefsten Punkt seines Lebens. Seine beste Freundin und die Frau, in die er ein Leben lang verliebt war, ist gerade gestorben und er weiß nicht, wie er weiter machen soll. Alkohol, Drogen, Sex…alles vermischt sich zu einer betäubenden Spirale, der er sich nicht zu entziehen können scheint.

Irgendwann tritt Scout in sein Leben, die ebenfalls ein ziemliches Päckchen zu tragen hat, aber manchmal können sich zwei verletzte Menschen gegenseitig helfen…


Dieses Buch wird, wie auch Bright Side, Tagebuchartig geschrieben, wobei dieses Mal die Zeitabstände größer sind und das Buch insgesamt über anderthalb Jahre umfasst. So begleitet meinen Gus bei seiner Trauer und vor allem zu Beginn sind wieder ein paar Tränchen bei mir geflossen, da ich einfach mit ihm gelitten habe. Kim Holden hat so eine Art zu schreiben, die sich in mein Herz schleicht, mich zum Nachdenken anregt und auch zum Lachen oder Weinen bringt.


Die Dialoge sind gewohnt witzig, der Schreibstil locker und einfach zu lesen. Es macht einfach Freude sich in der Welt von Gus und all den Menschen, die dazu gehören, zu verlieren.

Sehr gefreut habe ich mich auch darüber, alte Bekannte aus dem ersten Buch wieder zu treffen und zu erfahren, wie sie sich weiterentwickelt haben und mit Kates Tod umgegangen sind.


Es ist ein wundervolles Buch über Trauer, das Leben, Vertrauen, Freundschaft und Liebe und allem, was dazwischen liegt. Es ist wieder gespickt mit Lebensweisheiten, die ich gleich fleißig in mein Notizbüchlein kritzeln werde, damit ich sie nicht vergesse. Es ist ein Buch, das mich berührt hat und, genauso wie seinen Vorgänger, lange nachhallt.


„Jeden Tag geschieht etwas Episches, wenn man nur gründlich genug danach sucht. Und jeder Tag ist eine Gelegenheit, rauszugehen und etwas episch zu machen. Der Schlüssel ist, sich die Mühe zu machen.“


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145 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

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Uns gehört die Nacht

Jardine Libaire , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.07.2018
ISBN 9783257300727
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Uns gehört die Nacht“ von Jardine Libaire ist ein außergewöhnliches Buch. Es hat mich verwirrt, fasziniert, abgestoßen, verwundert, in Staunen versetzt, nachdenklich gemacht und noch vieles mehr. Es ist schwer zu beschreiben und daher auch schwer zu bewerten. Dennoch versuche ich hier, ein paar meiner Eindrücke aufzuschreiben.


Das Buch erzählt die Geschichte von Elise und Jamey. Sie ist unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen in einem gefährlichen, heruntergekommenen Viertel zwischen Armut, Drogen und Gewalt aufgewachsen, wo sie schon viel zu früh Erwachsen werden musste. Er ist unter den angeblich besten Voraussetzungen aufgewachsen, hineingeboren in eine reiche Familie, viel Geld, viele Ferienhäuser, viele Nannys, viele Bewunderer, viel von allem, aber wenig Liebe. Die findet er, als er in New Haven seine Nachbarin Elise kennenlernt, die so anders ist als all die Frauen, die ihn normalerweise umgarnen. Was er nicht weiß, ist, dass sie ihn will und auch bekommen wird, ganz gleich was seine Familie und Freunde, die Welt dazu sagt.


Der Erzählstil der Autorin ist anders und macht das Buch, meiner Meinung nach, zu etwas Außergewöhnlichem. Das Buch wird von einem allwissenden Erzähler erzählt, der jedoch nicht sein ganzes Wissen Preis gibt, nur Schnipsel, kleine Stücke, Ausschnitte des Lebens. Ich würde den Stil schon fast als nüchtern bezeichnen, wie einen Nachrichtenbericht, ohne Gefühle und Emotionen, eine simple Abfolge der Handlungen und Ereignisse. Gleichzeitig ist da die fast schon poetische Seite, wie man sie in Gedichten findet: Bilder, Vergleiche, Um- und Beschreibungen, Metaphern, alles wunderbar verpackt zu einem wahren Genuss an kreativen Satzfindungen.


„Ihre pockennarbige DNA, greift wie Blauschimmelkäse, ihre Traditionen wie die braun gewordenen Ränder einer aufgeschnittenen Birne.“


Das Buch ist, meiner Meinung nach, viel weniger ein Liebesroman als die Verknüpfung vieler kleiner Schicksale, Menschen und Geschichten einer aufmerksamen Beobachterin verwoben in einem Buch, das durch die Geschichte um Elise und Jamey zusammengehalten wird. Sie bilden den Rahmen, um den sich zahllose Menschen, Leben und Orte ranken. So erinnert mich das Buch ein wenig an eine literarische Form der „Humans of New York“. Es werden zahlreiche Menschen und Ausschnitte aus ihrem Leben beschrieben, obwohl sie mit der Geschichte nicht mehr zu tun haben, als dass sie auf der Straße an Elise vorbeilaufen oder Jamey im Park begegnen. 


Menschen aller Schichten, Klassen und Rassen finden ihren Weg in dieses Buch und das hat mich fasziniert. Diese kleinen Schnipsel aus unterschiedlichen Leben, die so authentisch und nah wirken, als würde man selbst über einen Markt laufen und sich überlegen, wie wer gerade lebt und wieso. 

Dennoch wurde es mir manchmal ein bisschen zu viel, da die Geschichte um Elise und Jamey in den Hintergrund zu rücken schien und ich gerne gewusst hätte, wie es denn weitergeht und wo das Ganze denn hinführt. Diese Frage ist mir allerdings bis zum Schluss geblieben, der merkwürdig offen bleibt, aber so zu diesem merkwürdigen Buch passt. Und merkwürdig meine ich in diesem Fall nicht negativ, sondern völlig wertungsfrei als Tatsache.


Dieses Buch hat sich für mich wie einer der spanischen Filme angefühlt, es lässt einen verwirrt und Stirn runzelnd zurück, es hallt nach, obwohl man gar nicht weiß warum und das beschäftigt einen noch Tagelang. Ich kann wirklich nicht sagen, was ich von dem Buch halten soll, da es mich so verwirrt und gleichzeitig irgendwie auch berührt hat. Es gab diesen Drang, weiterzulesen, mehr zu erfahren und sich gleichzeitig in dieser seltsamen Atmosphäre, die geschaffen wurde, dieser distanzierten Nähe, zu verlieren. 

Wer also mal etwas anderes lesen, sich in Worten verlieren und zum Nachdenken angeregt werden möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. Wer eine herzerwärmende, dramatisch angehauchte Liebesgeschichte erwartet, die man mal schnell im Zug oder Wartezimmer verschlingen kann, dem rate ich eher von diesem Buch ab.

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Himmelstochter

Lea Ringpfeil
E-Buch Text
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 29.06.2018
ISBN 9783522621670
Genre: Sonstiges

Rezension:


„Himmelstochter“ ist der Debütroman von Lea Ringpfeil und erzählt die Geschichte von Caitlyn, auch genannt Lyn. Sie lebt bei ihrem Vater, der nicht nur Alkoholiker ist, sondern sie auch verprügelt, seit die Mutter kurz nach ihrer Geburt gestorben ist. Lyns Leben wirkt bis dahin recht trostlos, dennoch schlägt sie sich durch, nicht zuletzt durch die beständige Aufmunterung durch ihren besten Freund Jonathan. Doch dann tritt plötzlich Aiden in ihr Leben, rettet sie aus mehreren Situationen und erzählt ihr eine haarstreubende Geschichte, über Dämonen und Banphrionsas. Sie soll angeblich die letzte Banphrionsa sein und die Welt vor den Dämonen retten. Von da an ist in Lyns Leben nichts mehr so, wie es einmal war.


Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Lyn erzählt, wodurch man gut ihre Reaktionen und Gedanken mit verfolgen kann. Es gibt einige witzige Passagen, da Lyn durchaus einen selbstkritischen Humor hat, der mir gut gefallen hat. Ansonsten ist der Schreibstil flüssig und gut zu lesen. 

Der einzige Punkt, der mir hier sauer aufgestoßen ist, ist die Tatsache, dass noch recht viele Fehler übrig geblieben sind. Es gibt noch einige Buchstabendreher oder -auslasser, fehlende oder doppelte Wörter, sodass ich manche Sätze zweimal lesen musste. Das mache ich der Autorin auch gar nicht zum Vorwurf, sollte aber vom Verlag nochmal nach korrigiert werden, um ein noch flüssigeres Lesen zu ermöglichen. Außerdem wären ein paar Absätze mehr nicht schlecht gewesen, da die Kapitel recht lang sind und es so schwer ist, mitten drin aufzuhören bzw. manchmal auch Zeitsprünge vorkommen, die durch die Formatierung nicht als solche zu erkennen sind.


Nun aber hin zum Positiven und das ist die Geschichte. Ich finde die Idee wirklich hervorragend und mal etwas anderes und auch die Reise nach Irland ist wunderbar. Das Land und die Stimmung dort wird gut beschrieben und man merkt, dass die Autorin selbst bereits viel Zeit dort verbracht hat. Lyn ist keine perfekte Heldin, was sie um so sympathischer macht und ich konnte ihre Verwirrung richtig spüren und miterleben, was mir gut gefallen hat. Auch Aidens Zwiespalt zwischen Pflicht und Liebe wird gut erkenntlich, obwohl er nur aus Lyns Sicht erzählt wird, weshalb ich das umso bemerkenswerter finde. 


Der Klappentext verrät allerdings bereits mehr als die Hälfte der Geschichte, da sich die erste Hälfte des Buches eher darauf konzentriert, wie Lyn von ihrer Vergangenheit und neuen Zukunft erfährt und darauf vorbereitet hat. Es hat mir gut gefallen, dass sich die Autorin dafür Zeit genommen hat, aber man sollte sich dessen bewusst sein. 


Das Ende hat mir ebenfalls gefallen, allerdings ist es sehr offen gehalten und am Ende wird auch nicht alles aufgelöst, weshalb ich doch sehr hoffe, dass es noch einen zweiten Band geben wird. Ich würde mich zumindest sehr darüber freuen, da mir das Buch vergnügliche Lesestunden und das Abtauchen in eine andere Realität ermöglicht hat.

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250 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 76 Rezensionen

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VIP-Reihe / Idol – Gib mir die Welt

Kristen Callihan , Anika Klüver
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei LYX, 27.07.2018
ISBN 9783736306967
Genre: Liebesromane

Rezension:

In „Idol - Gib mir die Welt“ erzählt Kristen Callihan die Geschichte des Musikers Killian aus der Band Killing John und von Libby, die sich auf dem Land in North Carolina verkriecht. Dort begegnet  sie Killian, der im Suff sein Motorrad und ihren Garten zerstört hat. Wütend versucht sie ihn wegzujagen, was ihr nicht wirklich gelingt, da Killian, den sie nicht als den berühmten Rockstar erkennt, ihr neuer Nachbar ist. Langsam freunden sie sich an und schaffen es, sich mit der Musik gegenseitig aus ihren momentanen Löchern zu ziehen und den Schritt in eine neue Zukunft zu wagen, doch nicht alles, was glänzt, ist Gold…


Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen und vor allem die Dialoge sind wirklich toll und sehr häufig sprühen sie nur so vor Witz und auch mal Sarkasmus. Beschreibungen und Gefühle werden wunderbar ausformuliert und ich konnte die Liebe zur Musik förmlich durch die Seiten spüren. Das ganze Buch schien damit zu pulsieren und hat sogar in mir den Wunsch geweckt, mich mehr mit Musik zu beschäftigen, obwohl ich selbst völlig unmusikalisch bin. Man wird einfach mitgerissen, genau wie Libby, hinein in eine fremde Welt voller Trubel und Musik.

Unterstützt wird diese Empfindung auch dadurch, dass das Buch jeweils aus der Ich-Perspektive von Libby und Killian erzählt wird, sodass ich das Gefühl hatte, mitten im Geschehen dabei zu sein.


In dem Buch wird man auch, meiner Meinung nach, vergeblich nach den üblichen Klischees suchen. Ja, Killian ist ein Rockstar, ja, er hatte früher viele Frauen. Aber hier wird er nicht als der Bad Boy dargestellt, sondern beide Seiten beleuchtet, aufgezeigt, dass auch er nur von den Frauen benutzt worden ist. Ansonsten lernt man einen liebenswürdigen und gebrochenen Musiker kennen, der langsam wieder zu sich selbst und die Liebe findet.

Auch Libby ist nicht das typische Landei. Sie ist bodenständig, witzig und ehrlich. Ja, für sie ist das ganze Musikerleben neu und ja, sie war noch nie in Großstädten wie New York oder LA, aber sie macht kein Drama draus. Auch auf die üblichen Eifersuchts-Missverständnisse wartet man hier vergeblich, was mich sehr gefreut hat. 

Die Nebencharaktere, sprich die drei anderen Bandmitglieder Jax, Whip und Rye, sowie der Manager Scottie und die Pressesprecherin Brenna, wurden ebenfalls gut herausgearbeitet, haben alle ihre eigenen Liebenswürdigkeiten und Ecken und Kanten. Kurz, ich habe sie alle ins Herz geschlossen und gerne von ihren Höhen und Tiefen gelesen. Daher bin ich auch schon gespannt auf die anderen Bücher dieser Serie.


Dieses Buch hat mir wunderbare Lesestunden verschafft, mich an einem regnerischen Tag sehr gut abgelenkt und in eine andere Welt entführt. Wer also gerne eine gefühlvolle Liebesgeschichte lesen möchte, bei der sich die Personen weiterentwickeln und gegenseitig unterstützen, der ist mit diesem Buch gut beraten.

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65 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Für immer hält nicht nur bis morgen

Ricki Schultz , Frauke Meier
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.06.2018
ISBN 9783736304345
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Für immer hält nicht nur bis Morgen“, der Debütroman von Ricki Schultz, erzählt die Geschichte von Rachel, kurz Rae. Sie ist 34, geschieden, Lehrerin und angehende Autorin. Weil sie nicht zur Hochzeit ihrer Freundin Quinn gehen möchte, meint diese einen Partner für sie auftreiben zu müssen, damit die Hochzeit für ihre Freundin erträglich wird und sie endlich einsieht, dass nicht alle Männer schrecklich sind. Unterstützt wird sie von Valerie der dritten im Bunde. Gemeinsam versuchen sie für Rae einen Mann über die App Spark zu finden. Dabei hat Rae bereits ein Auge auf ihren Kollegen Nick geworfen, doch der ist ja angeblich vergeben…


Eine Beurteilung zu diesem Buch ist mir relativ schwer gefallen, da ich hin und her gerissen bin. Einerseits habe ich das Buch in einem Rutsch gelesen und mich auch gut unterhalten gefühlt, da es stellenweise recht lustig ist, vor allem dank Raes zynischer Kommentare und es bei den Gesprächen zwischen den Freundinnen auch tiefgründige Momente gab.


Wenn man sich das Autorenprofil durchliest, bemerkt man, dass man viele Aspekte aus dem Leben der Autorin auch in Rae wiederfinden kann: Autorin, Lehrerin, Beaglebesitzerin. Das merkt man im Roman auch daran, dass diese Bereiche am meisten Authentizität ausstrahlen und mir besonders lebendig vorkamen. Der Kampf, eine Agentur zu finden, die pädagogischen Ansichten und die täglichen Freuden eines Hundebesitzers.


Verwundert hat mich allerdings, dass Rae als Lehrerin sehr häufig während des Unterrichts an ihrem Laptop sitzt und an ihrem Manuskript arbeitet. Das finde ich ja schon ein starkes Stück und ich frage mich, in welcher Schule so etwas wohl erlaubt ist bzw. sich die Eltern nicht gleich darüber mokieren, noch dazu wo sie auf einer Privatschule unterrichtet.


Außer dieser Sache gibt es noch andere Dinge, die mich gestört, verwundert oder genervt haben.

An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen und manchmal war mir auch nicht ganz klar, ob sich Rae jetzt etwas gedacht oder es doch laut ausgesprochen hat und nur die Gänsefüßchen fehlten. Das war für mich teilweise nicht ganz eindeutig, weshalb ich mehrere Stellen zweimal lesen musste.


Die ganze Geschichte um James und Nick war stellenweise auch etwas seltsam. Warum ist James plötzlich von der Bildfläche verschwunden? Einerseits verstehe ich die Beweggründe der Autorin zu diesem Schritt, sie hat sie schließlich durch Rae erklären lassen, aber andererseits ist es doch recht unbefriedigend, wenn plötzlich eine Person, über die man vorher so einiges gelesen hat, spurlos aus dem Buch verschwindet. Ich hätte mir beispielsweise einen Epilog gut vorstellen können, bei dem sich die beiden zufällig treffen und Rae ihre Schlagfertigkeit an den Mann bringen kann.


Auch das Drama um Nick konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen, genauso warum es zwischen den Freundinnen nach dem Junggesellinnenabschied so kriselt. Rae konnte doch für die unglücklichen Dinge gar nichts.


Da das Buch also seine guten und weniger guten Seiten hat, die sich die Waage halten, habe ich beschlossen, den Mittelweg von drei Sternen zu gehen.

Hinzufügen möchte ich noch, dass der Klappentext leider nicht ganz zutreffend ist und man auch keine witzigen Dates oder Nachrichten mit möglichen Kandidaten erwarten kann. Rae ist nämlich von der App-Sache nicht ganz so begeistert und die Dates werden später nicht weiter ausgeführt. Nichtsdestotrotz hat mich das Buch einige Stunden gut vom Alltag abgelenkt.

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90 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

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Rich

Sarah Saxx
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 18.06.2018
ISBN 9783746099101
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Nachdem ich bereits „Dirty“ von Sarah Saxx gelesen hatte, wo Rich vorgestellt wird, wollte ich natürlich wissen, wie es mit dem Chaoten, der noch nie in seinem Leben richtig gearbeitet hat, weitergeht.


Denn in „Rich“ geht es, wie der Titel schon verrät, um Rich, Kurzform für Richard. Richs Vater ist sehr reich und hält Rich bereits seit Jahren aus, ohne dass dieser einen Finger krümmt. Damit ist jetzt allerdings Schluss, denn sein Vater spricht ein Machtwort und zwingt ihn, in seiner Werbeagentur zu arbeiten. Nur widerwillig beginnt Rich sein neues Leben als Arbeiter, das jedoch eine unerwartete Wendung nimmt, als er die hübsche neue Assistentin Jazemine zur Seite gestellt bekommt.


Jazemine, auch Jazz genannt, bringt gemeinsam mit ihrem Freund Curtis Werbeagenturen zu Fall, damit ihr Freund sich deren Kunden einverleiben und seine Agentur vergrößern kann. Ihr nächstes und angeblich letztes Ziel ist H.R. Scull, die Agentur von Richs Vater. Jazz hofft, dass sie nach diesem Coup endlich die offene Beziehung mit Curtis führen kann, die sie sich bereits seit sechs Jahren wünscht. Dementsprechend entschlossen macht sie sich an die Arbeit, doch bereits beim Vorstellungsgespräch fliegen die Funken zwischen ihr und Rich und manchmal kommt doch alles anders, als man denkt…


Das Buch wird aus der dritten Perspektive erzählt und nimmt abwechselnd Rich und Jazemine in den Fokus, was immer mit „He“ oder „She“ gekennzeichnet ist. Das hat mir gut gefallen, da man auf diese Weise Einblicke in die Gedankengänge und Gefühlswelt von beiden erhält. Dabei ergänzen sich die Teile fantastisch, sodass nichts doppelt vorkommt und man schön durch die Geschichte geführt wird. Der Sprachstill ist flüßig und gut zu lesen, weshalb ich das Buch auch in einem Rutsch lesen konnte.


Rich, dem ich am Anfang den Vorurteilsstempel „verwöhntes Söhnchen“ aufgedrückt hatte, hat mich wirklich überrascht und ist mir recht schnell ans Herz gewachsen. Denn er hat auch eine ganze andere Seite als die des verwöhnten Womanizers. Er ist auch verletzlich, wird von Selbstzweifeln geplagt und will es allen nur recht machen. Außerdem kämpft er wie ein Löwe für das, was er wirklich will. 


Mit Jazz habe ich mich gerade am Anfang sehr schwer getan. Denn von Anfang an merkt man, dass in ihrer Beziehung mit Curtis so einiges im Argen liegt, aber dennoch redet sie sich ein, dass alles besser werden wird. Es gab mehrere Situationen, die wirklich fragwürdig waren und trotzdem hat sie ihm Chance um Chance gegeben. Irgendwie konnte ich das nicht so ganz nachvollziehen, vor allem weil diese Begebenheiten aus Jazz’ Sicht geschildert wurden und so deutlich wurde, dass sie eigentlich schon mitbekam, wie schief doch alles läuft. Mit der Zeit bzw. zunehmender Seitenzahl schien sie jedoch vernünftiger zu werden, sodass ich mich nicht mehr über ihr Verhalten geärgert, sondern mit ihr gelitten habe.


Toll fand ich auch, dass Richs Vater in das ganze Buch mit eingebunden war und eine Art Nebengeschichte in der Geschichte hatte. Das fand ich sehr schön und auch wie sie mit der Hauptgeschichte verknüpft war. 


Sehr gut gefallen hat mir auch, dass dieses Buch zeigt, dass man sich weiterentwickeln kann, wenn man an sich arbeitet und die richtigen Leute in seiner Umgebung hat. Es wird auch gezeigt, dass man sich seine Fehler eingestehen und daraus lernen kann. 


Klasse fand ich ebenfalls, dass auf Eifersuchtsdramen verzichtet und die Action bzw. Verwicklungen auf andere Weise erzeugt wurden als in Liebesromanen sonst üblich. Das gefällt mir sehr gut an dieser Reihe und verleiht ihr das besondere etwas.


Ein tolles Buch, dass mich erfolgreich einige Stunden vom Alltag abgelenkt und in die Welt von Jazz und Rich hat eintauchen lassen. Nun bin ich natürlich gespannt, wie es mit Thug weitergeht, denn der Arme ist nun der einzige Single des Männertrios.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Der letzte Liebesbrief

J. Vellguth
E-Buch Text
Erschienen bei Selfpublisher, 26.06.2018
ISBN B07F2FXLMJ
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Der letzte Liebesbrief“ von J. Vellguth erzählt die Geschichte von Nell und Sam. Nell hat beim Ausräumen einen alten Liebesbrief ihrer Tante gefunden, dessen Absender sie finden möchte, damit ihre Tante endlich glücklich werden kann. Das führt sie unverhofft zu einer aufregenden Schnitzeljagd und zu Sam, einem Fotografen und Familienmenschen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach den Liebesbriefen und dem geheimnisvollen Absender Bärchen. Dabei erfahren sie nicht nur mehr über die Vergangenheit, sondern auch über sich selbst, ihre Gefühle und tief verborgenen Schmerzen und Sehnsüchte.


Nachdem ich den Klappentext des Buches gelesen hatte, wusste ich nicht so recht, was ich zu erwarten hatte, aber irgendwie war ich neugierig und lud mir daher das Buch runter. Ich habe es keine Sekunde bereut. Das Buch hat mich von der ersten Minute in Nells und Sams Welt entführt und mir wunderschöne Lesestunden beschert.


Die Geschichte wird aus der dritten Perspektive erzählt und nimmt abwechselnd Nell und Sam in den Fokus. Da nicht deutlich gekennzeichnet wird, aus wessen Sicht welcher Abschnitt erzählt wird, hat es manchmal kurz gedauert, bis ich gemerkt habe, wer gerade wieder „am Steuer“ saß. 

Die fließenden Wechsel haben mir allerdings sehr gut gefallen und sie waren auch so geschrieben, dass sie wie Zahnrädchen ineinander griffen und sich perfekt ergänzten. Dadurch hat man mehr über Nells Hintergründe erfahren, aber auch über die von Sam.


Beide Charaktere habe ich unheimlich ins Herz geschlossen, weil sie mal nicht den üblichen Romanklischees entsprechen. Sam ist kein Bad Boy, der nur auf das Eine aus ist. Nein, er ist ein sensibler Fotograf, der seine Muse und erste große Liebe verloren hat. Der seinem Traum nach seiner eigenen Familie hinterher jagt und dabei bereits selbst in einer großen chaotischen und liebevollen Familie lebt, für die er alles tun würde. Er scheint immer für Nell da zu sein und hat sich vorgenommen, ihr zu zeigen, wie wunderschön sie ist.


Denn Nell hat eine Narbe im Gesicht, die jeden abgeschreckt und ihr viel Leid beschert hat. Dennoch gibt sie sich nach außen selbstbewusst, obwohl sie innerlich von Selbstzweifeln geplagt wird und an ihrer scheinbaren „Hässlichkeit“ leidet, die es nicht erlaubt, dass sich Männer im Tageslicht mit ihr abgeben. Sie ist so voller Gefühle und Verletzlichkeit und das bringt die Autorin, meiner Meinung nach, unglaublich gut rüber. 


Ich konnte die Gefühle von beiden nachvollziehen, mit ihnen leiden und mir wünschen, dass alles für sie besser werden würde.

Obwohl Nell so ein schlimmes Schicksal hat, strahlt das Buch für mich Positivität aus. Es handelt von herzensguten Menschen und behandelt das Thema der inneren Schönheit auf wundervolle, zarte Weise. 


„Schönheit ist vergänglich. Aber nicht in dem Sinne, dass sie irgendwann faltig wird und schrumpelt, sondern in dem Sinne dass sich der Betrachter ändert und mit ihm sein Weltbild und was er als schön empfindet.“


Das führt mich auch zu einem weiteren Punkt, der mich sehr begeistert hat - der Schreibstil. Er ist flüssig zu lesen, aber mit vielen Details und wunderschönen Bildern und Adjektiven gespickt. Die verlassenen Orte, die die beiden aufsuchen, werden so toll und detailreich beschrieben, dass sie vor meinem Auge lebendig wurden. Nells Gefühle werden oft Farben oder andere Adjektive zugedacht, was ich einfach faszinierend und schön fand. Das hat dem Buch nochmal das gewisse Etwas verliehen und ich habe schon lange nicht mehr so viele Stellen markiert wie in diesem Buch.


Kurz gesagt, die Reise mit Nell und Sam hat mir sehr gut gefallen und ich wollte die beiden gar nicht gehen lassen, was mir immer verrät, dass es ein richtig gutes Buch war - für mich. Ich kann es nur empfehlen mit dem türkisen Schmetterling zu fliegen und sich auf diese herzerwärmende Reise zu begeben, bei der ich am Ende sogar das ein oder andere Tränchen vergossen habe.


„Auf jeden Fall hast du mir erzählt, dass dir die größten und geheimnisvollsten Abenteuer der Vergangenheit dabei helfen, in die Gegenwart zurückzufinden, in der du die Geschichten von morgen schreibst, ohne jemals einen Stift in die Hand zu nehmen.“


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58 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

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League of Fairy Tales - Die letzte Erzählerin

Tina Köpke
E-Buch Text: 364 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 25.01.2018
ISBN 9783646300543
Genre: Fantasy

Rezension:

Gebrüder Grimm und der letzten Erzählerin. Als Erzählerin hat sie dafür zu sorgen, dass die Wesen, von denen man sonst nur in Geschichten ließt, nicht in die menschliche Welt kommen und Unheil anrichten. Genauso ist es aber auch ihre Aufgabe, die „Wesen“ vor den Menschen zu beschützen. Payton, die von den zwei Welten, ihrer Familie sowie ihrem Erbe nichts wusste, erfährt eines Tages davon und wird daraufhin in einen Strudel aus verblüffenden Ereignissen gezogen, bei denen sie von ihrem besten Freund Rufus und ihrem Mentor Eli unterstützt wird. Es gilt schließlich die Welten zu retten und einen Komplott aufzudecken.


Das Buch wird, wie es sich für Märchen gehört, aus der dritten Perspektive erzählt, wobei hauptsächlich Payton im Fokus steht, aber auch immer wieder mal Eli oder Rufus in den Mittelpunkt gerückt werden, sodass man in die Gefühlswelt aller drei Protagonisten Einblicke erhält. Für mich hätte es, glaube ich, ausgereicht nur Paytons Sicht der Dinge zu haben, da sie sowieso den größten Anteil hat und sich die Teile teilweise überschnitten haben, was ich als etwas unnötig empfunden habe. Auch lieferten Elis und Rufus Erzählabschnitte keine wirklich neuen Erkenntnisse, weshalb ich auch ohne sie ausgekommen wäre und dafür gerne mehr Tiefgang bei Payton gehabt hätte. Ihre Gefühle werden zwar immer wieder angesprochen, aber irgendwie hat mir immer etwas gefehlt. Das Augenmerk liegt definitiv auf der Handlung, was ja nichts Schlechtes ist, wenn man gerne Action mag und die gibt es reichlich. Payton stolpert von einer Katastrophe in die nächste und zu Beginn wirkt alles ein wenig zusammenhanglos und ich hatte Mühe den roten Faden zu erkennen. Der ist auch teilweise wirklich gut versteckt, aber da es mir viel Spaß gemacht hat, die „Anderswelt“ mit Payton zu erkunden, hat mich das nicht weiter gestört. Außerdem hat mich das Buch dadurch an ein Märchenbuch erinnert, das sich ja auch aus mehreren Geschichten zusammensetzt.


Als ich den Klappentext gelesen habe, erwartete ich, in dem Buch Rotkäppchen, Aschenputtel, Dornröschen, die böse Hexe usw. kennenzulernen. Viele dieser altbekannten Gebrüder Grimm Figuren trifft man allerdings nicht. Vielmehr begegnet man der Herzkönigin aus Alice im Wunderland, Meerjungfrauen, Elfen, Werwölfen, kurz allen möglichen Fabel- und Fantasiewesen, die man in der Literatur so finden kann. Die Idee, dass all diese Wesen wirklich in einer Parallelwelt existieren, finde ich sehr spannend und gut, aber ich konnte sie nicht ganz mit den Gebrüder Grimm und der Erklärung, dass diese mit ihren Märchen vor den Figuren warnen wollten, unter einen Hut bringen. Denn wie gesagt, kommen die meisten der Figuren gar nicht in den Märchen vor. Daher hätte man diese Idee vielleicht entweder ausweiten oder einschränken müssen, um das Ganze ein wenig stimmiger zu gestalten.


Das Buch hat mich aber gut unterhalten, ich konnte in eine magische Welt abtauchen. Es gab viel Action, Magie und auch einen Hauch Romantik, auch wenn dieser Erzählstrang recht vorhersehbar war. Das Ende hingegen entsprach sogar nicht dem Klischee und hat mir daher sehr gut gefallen. Toll fand ich auch, dass Payton nicht die typische „perfekte“ Heldin ist, sondern viele Fehler macht, ihren eigenen Weg geht und sich nicht für das große „Ganze“ gewinnen lässt, wie es normalerweise der Fall ist. Sie ist mit ihrer sturen, eigensinnigen Art eher eine Art Anti-Heldin, was ich eine tolle, innovative Idee fand und dem Buch das gewisse Extra verliehen hat. Daher vier Sterne von mir.

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Who is Hunter

Mia B. Meyers
E-Buch Text
Erschienen bei null, 07.04.2018
ISBN B07C1GJ8TS
Genre: Romane

Rezension:

„Who is Hunter?“ von Mia. B Meyers erzählt die Geschichte von Payton, die auf der Suche nach einem Partner fürs Leben ist und gleichzeitig versucht sich durch ihren Alltag als Grafikdesignerin zu kämpfen. Ihre Freundin Lauren meldet sie kurz entschlossen bei einer Dating-App an, wo sie neben zahlreichen seltsamen Vögeln auch den mysteriösen Hunter kennen lernt. Doch who is Hunter?


Dies ist das erste Buch, das ich von der Autorin lese, und ich muss sagen, es hat mich gleich von Anfang an begeistert. Mia B. Meyers schreibt auf wunderbar locker flockige Art und Weise, ohne große Schnörkel, dafür mit ganz viel Herz und noch viel mehr Witz und Sarkasmus. Sie erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Payton und das so humorvoll, dass ich beim Lesen fast ständig ein Schmunzeln im Gesicht und nicht selten laut aufgelacht habe.


Payton ist eine liebenswerte und schusselige Protagonistin, die kein Blatt vor den Mund nimmt, manchmal nicht ganz freiwillig, weil ihr Mund scheinbar schneller arbeitet als ihr Gehirn. Ihre selbstironische und sarkastische Art ist einfach herrlich und hat mich ungemein gut unterhalten.


Auch die Nebencharaktere, sprich ihre Freunde und Familie, sind ein chaotischer Haufen und passen gut in die Geschichte, da sie Payton perfekt ergänzen und die Geschichte treffend untermalen.

Wer Hunter ist, habe ich zwar recht schnell vermutet und am Ende auch richtig gelegen, aber das tut dem Lesevergnügen keinerlei Abbruch, da ich schließlich zum einen wissen wollte, ob ich recht behalte und wie sich alles auflöst. Außerdem hat es mir einfach so viel Spaß gemacht, Payton bei den Irrungen und Wirrungen des Online-Datings und ihres Alltags zu begleiten, dass es mir sogar relativ egal war, wohin die Geschichte führte.


Wer nach einer locker leichten, unterhaltsamen Lektüre sucht, die einen mehr als einmal zum Lachen bringt und einfach gute Laune macht, ist mit diesem Buch bestens beraten.

Payton ist mir wirklich ans Herz gewachsen und am Ende auch ihr männlicher Gegenpart, sodass ich mir sogar wünschen würde, dass es noch einen zweiten Teil nach dem Epilog gäbe. Die Geschichte ist wunderbar in sich abgeschlossen, aber ich könnte mir vorstellen, dass Payton auch in ihrer nächsten Lebensphase für einige Lacher gut wäre…nur so eine Idee/Wunsch… ;)

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567 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 205 Rezensionen

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Ohne ein einziges Wort

Rosie Walsh , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.05.2018
ISBN 9783442487387
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das Buch „Ohne ein einziges Wort“ von Rosie Walsh ist eines dieser Bücher, die mich mit ihrem hübschen Cover angelockt haben. Zuerst einmal mag ich blau und dann wirkte es so verträumt, spielerisch und romantisch. Daher war ich neugierig, was sich hinter diesem hübschen Cover verbirgt und kann zu Beginn schon mal sagen, dass die Vergissmeinnicht hervorragend zu der Geschichte passen, denn auch in dieser geht es um Vergessen und nicht vergessen werden und allem, was sich dazwischen an Dramatik ereignet.


Das Buch handelt von Sarah, die in Amerika lebt, aber auf Heimaturlaub in England ist. Dort lernt sie Eddie kennen, es macht sofort „klick“ und sie verbringen sieben wundervolle Tage miteinander. Dann geht Eddie in einen lang geplanten Urlaub und verspricht sich zu melden. Doch das tut er nicht. Sarah wartet tagelang vergeblich auf ein Lebenszeichen. Dass er sie nur ausgenutzt haben könnte, kommt nicht in Frage. Da war eine Verbindung zwischen ihnen, es war mehr als nur zwangloser Spaß. 

„Es war, als seien wir füreinander geschaffen, als seien wir von Geburt an füreinander bestimmt gewesen, und jemand hätte so lange geschubst und geschoben und geplant und gemauschelt, bis wir uns endlich vor sechs Tagen „zufällig“ begegneten.“

Ihm muss etwas zugestoßen sein, davon ist Sarah überzeugt und gibt alles, um herauszufinden, was passiert ist. Was sie schließlich herausfindet, verändert alles.


Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert, wovon die ersten beiden aus der Ich-Perspektive von Sarah erzählt werden, der letzte von Eddie. Dazwischen sind immer wieder kleine Briefe eingestreut.

Der Sprachstil ist wunderbar blumig, mit vielen Vergleichen und Beschreibungen, die mich tief in die beschriebenen Landschaften und Geschehnisse haben eintauchen lassen. 

„Die Luft war dick wie geronnene Milch und schien sich an den Rändern zu kräuseln. Spannung lag darin. Wie ein Raubvogel, kurz bevor er niederstößt.“

Mich hat diese zum Teil poetisch anmutende Sprache fasziniert und die Vergleiche immer wieder begeistert. Allerdings sind manche Ereignisse auch zu detailliert beschrieben bzw. in die Länge gezogen worden. Gerade der erste Teil des Buches wurde mir irgendwann zu lang. Die Suche nach den Gründen für Eddies Schweigen wurde sehr lang ausgedehnt und dazwischen wurden immer wieder Rückblicke auf die gemeinsam erlebten Tage eingebaut, die sie in wunderbarer Harmonie und ohne Aufregung miteinander verbracht haben. Dadurch erfährt man zwar, warum Sarah und Eddie sich so gerne gemocht haben, aber es passiert nicht wirklich etwas. Irgendwann wurde es mir zu viel und ich dachte nur noch, wann gibt Sarah ihre Suche endlich auf? Wann passiert irgendetwas anderes? 

Und genau in dem Moment passierte etwas. Eine unerwartete Wendung, mit der ich absolut nicht gerechnet hatte. Allerdings hatte ich da schon fast fünfzig Prozent des Buches gelesen.


Diese Wendung ist jedoch eine der Besonderheiten des Buches für mich. Die Autorin spielt mit unseren Erwartungen, der Art, wie wir voreilig anhand kleiner Fitzelchen Schlüsse ziehen. Das hat mir sehr gut gefallen und mich auch überrascht, sowie dem Roman neuen Schwung gegeben und mich zum Weiterlesen motiviert.


Die Autorin nimmt sich viel Zeit für die Gefühle und Gedanken der Protagonisten, weshalb ich ihre Handlungen gut nachvollziehen, ihren Schmerz fühlen und hervorragend in die Thematik eintauchen konnte.

Die Thematik ist sehr traurig und aufwühlend, so wie das ganze Bauch. Die Protagonisten und auch die Nebencharaktere, die sehr liebenswürdig und sympathisch rüber kommen, haben alle ein mehr oder weniger großes Päckchen zu tragen und kämpfen mit ihren eigenen Dramen. So handelt das Buch vom Verlust geliebter Menschen, einem unerfüllten Kinderwunsch, innerer Zerrissenheit, Scheidung, Depressionen, Selbstmordversuchen und Mobbing. Bei letzterem hat mir gut gefallen, dass aufgezeigt wurde, wie lange solche Erlebnisse nachhallen können. Sarah und vor allem ihr bester Freund Tommy mussten in ihrer Kindheit und Jugend eine Menge über sich ergehen lassen und das wirkt nach, selbst jetzt, wo sie beide fast vierzig Jahre alt sind. Manche Dinge vergisst man eben nicht.

Die traurige Grundstimmung des Buches hat mich manchmal etwas runtergezogen, da für mich die leichten oder witzigen Momente gefehlt haben. Es wird eigentlich von einer traurigen Sache nach der anderen erzählt und Sarahs Gedanken sind ebenfalls häufig verzweifelt. Wer nach einem Stimmungsaufheller sucht, ist hier definitiv schlecht beraten.

Einzig der kleine Rudi, der Sohn ihrer Freundin Jo, sorgt in kurzen Momenten für einen Schmunzler, wie es Kinder eben oft tun.


Gut fand ich allerdings, wie aufopferungsvoll sich Sarahs Freunde um sie kümmern und sie ebenfalls versucht, für diese da zu sein. Man spürt die Freundschaft und Verbundenheit zwischen den Charakteren, was für mich eines der wenigen nicht-traurigen Dinge der Geschichte war und ein kleiner Lichtstreifen am Horizont.


Bei diesem Buch fällt es mir wirklich schwer, eine Bewertung in Form von Sternen/Punkten abzugeben. Denn manche Teile des Buches haben mir unglaublich gut gefallen und andere wieder nicht so sehr. An manchen Stellen hätte ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt, an anderen Stellen wiederum musste ich mich durchbeißen. Die Thematik des Buches, die eine ganz andere ist, als man anhand des Klappentextes vermuten könnte, hat mir gut gefallen und ich fand es schön, dass sie mal ganz anders aufgegriffen wurde, als ich es bisher gelesen habe. Auch die überraschenden Wendungen und der Sprachstil haben mir außerordentlich gut gefallen. Daher pendle ich zwischen drei und vier Sternen, entscheide mich letztendlich für vier Sterne, da mich das Buch im Nachhinein noch beschäftigt hat und die Charaktere so lebensnah sind. Alle haben Ecken und Kanten, Macken und Dellen und wurschteln sich irgendwie durchs Leben, was ich sehr sympathisch und eben realistisch fand.

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129 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 87 Rezensionen

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The Boxer

Piper Rayne , Dorothee Witzemann
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Forever, 08.06.2018
ISBN 9783958189553
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem mich der erste Band der Reihe „The Bartender“ sehr begeistert hatte, habe ich von diesem Buch natürlich viel erwartet und mich schon auf die drei Freundinnen, Thalia, Whitney und Lennon, gefreut. Die drei sind einfach ein tolles Trio und vor allem, wenn sie zusammen kommen, wird es immer lustig, nicht zuletzt wegen Lennons witziger Ideen und spritziger Art. 


Auch in diesem Band lässt es Lennon wieder krachen und hat für einige Schmunzler gesorgt. Sie ist allerdings nicht die Protagonistin des Buchs. Nein, das ist Thalia, die im ersten Band herausgefunden hatte, dass ihr Verlobter sie betrogen hat. (Es wäre ratsam zuerst den ersten Band zu lesen, auch wenn es nicht zwingend notwendig ist) Seitdem sind sechs Monate vergangen, in denen sich Thalia hat gehen lassen, sodass ihre Freundinnen sie nicht mehr wiederkennen und die Notbremse ziehen. Sie zerren Thal aus ihrem Trauerloch und hinein in einen illegalen Boxkampf. Dort lernt sie Lucas kennen, der so gar nicht ihrem Typ Mann entspricht, ihr aber völlig den Kopf verdreht.


Von da an entspinnt sich eine Liebesgeschichte zwischen den beiden, die von dem Autorenduo gewohnt locker flockig erzählt wird, sodass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Allerdings plätscherte die Geschichte dieses Mal irgendwie so vor sich hin und es kam keine richtige Spannung auf. Bzw. die Spannung bestand für mich eher darin, mich zu wundern, wann denn der „Haken“ kommt. Denn solche Geschichten haben doch immer einen dramatischen Haken/Wendepunkt, an dem die Liebe auf die Probe gestellt wird. Hier kam der erst kurz vor knapp und war dann schon so offensichtlich, dass mich der Verlauf der Geschichte nicht sonderlich überrascht hat.


Dennoch hatte ich Spaß beim Lesen der Geschichte. Es war schön, von Whitney und Colt zu lesen und zwischen Lucas und Thalia gab es auch einige romantische Stellen. Thalias Verwirrung, wie man denn einen One-Night-Stand anpackt und wie neue Beziehungen ablaufen, wurde humorvoll und schön beschrieben, sodass ich mir die arme, verwirrte Thalia sehr gut vorstellen konnte.

Auch Lucas ist ein sympathischer Protagonist, den ich gleich gern hatte und er bildet einen guten Gegenpol zu der Ordnungsfanatikerin und Planerin Thalia.


Es ist ein unterhaltsames, witziges Buch ohne große Aufregung für gemütliche, leichte Lesestunden. Es kommt nicht ganz an seinen Vorgänger ran, aber hat trotzdem viel Spaß beim Lesen gemacht. 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Mercy Me: Frag nicht nach Schuld

Nina Kay
E-Buch Text: 385 Seiten
Erschienen bei Edel Elements, 05.04.2018
ISBN 9783962151201
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Mercy Me“ von Nina Kay erzählt von Joel und Fay. Joel wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen und trifft in LA an einer Tankstelle auf Fay, die auf dem Heimweg von einem enttäuschenden Ausflug mit ihrem Vater ist. Er beschließt mit Fay in deren Heimatstadt Sacramento zu fahren. Schnell verlieren sich die beiden in einem Strudel aus Geschichten, Lügen, dem Kampf des Überlebens im täglichen Alltag und mit Dämonen aus der Vergangenheit. Ob sie sich gemeinsam aus diesem Leid bringenden Sog befreien können?


Als ich das Buch in die Hand nahm, bzw. auf meinen E-Book Reader lud, wusste ich nicht so recht, was mich erwarten würde, da die Inhaltsangabe bei mir eine Menge Fragen aufgeworfen und mich so erfolgreich neugierig auf das Buch gemacht hatte. Was ich dann vorgefunden habe, hat mich fasziniert, berührt und nachdenklich gestimmt.


Der Schreibstil von Nina Kay ist außergewöhnlich und entspricht nicht einem „typischen“ Jugend- oder Liebesroman. Es gibt viele Bilder, Metaphern, Sarkasmus und die Sprache ist schon fast poetisch. Zu Beginn fiel mir die Umstellung auf diese Schreibweise etwas schwer, aber als ich mich eingelesen hatte, verlor ich mich in den Worten und staunte immer wieder darüber, was man mit Worten zaubern kann.


Das Buch wird aus der dritten Perspektive erzählt und nimmt abwechselnd Fay und Joel in den Fokus, sodass man mehr über das Innenleben der beiden erfährt. Am Anfang wirkte es aufgrund dieser Erzählweise auf mich, als würde ich alles durch eine Glasscheibe beobachten und die Gefühle nur gedämpft bei mir ankommen. Das änderte sich aber mit jeder gelesenen Seite, bis ich gegen Ende den Schmerz der Protagonisten sehr stark spürte. Für mich passt das auch wunderbar zu der Geschichte, da sich Joel und Fay zu Beginn noch nicht kennen, sich viele Lügen erzählen und zwar eine starke Verbindung haben, aber nicht „richtig“ miteinander zu kommunizieren scheinen. Das ändert sich allmählich, wie auch meine Eindrücke des Buches. Dieses Zusammenspiel fand ich äußerst faszinierend und einfach nur toll!


Sehr gut gefallen hat mir auch, dass ich mir bis zum Schluss nicht sicher war, wie die Geschichte enden würde, da für mich der eher düstere Ton des Buches so überraschend war. Beide Protagonisten haben und hatten es nicht leicht im Leben, wovon man Stück für Stück erfährt und was, meiner Meinung nach, auch sehr authentisch und einfühlsam berichtet wird. Dennoch haben sie nie aufgegeben. Das ist für mich eine der unterschwelligen Botschaften des Buches - gib nicht auf, irgendwo gibt es einen Hoffnungsschimmer und auch wenn nicht alles perfekt wird, so kann es doch besser werden, wenn man sein Schicksal in die Hände nimmt und sich auch von anderen helfen lässt.


Dieses Buch hat mich mit seiner Sprache verzaubert und mit seiner Geschichte bewegt. Es ist kein Glitzerstaub, Feen, Jipiehyeah Buch, bei dem alles funkelt, jeder toll, gutaussehend und perfekt ist. Es ist eine Geschichte aus dem Leben, aus einem Leben von zwei jungen Menschen, bei denen nichts mehr funkelt oder glitzert, die sich aber genau danach sehnen. 

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87 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

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Hidden Legacy - Das Erbe der Magie (Nevada-Baylor-Serie 1)

Ilona Andrews
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 05.04.2018
ISBN 9783736308459
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hidden Legacy ist das erste Buch, das ich von Illona Andrews gelesen habe und auch das erste Urban-Fantasy-Buch, das in meinen Händen gelandet ist. Und um schon mal eins vornweg zu nehmen: es hat mich vom Hocker gerissen!


Aber zuerst einmal zum Inhalt. Die Geschichte spielt in einem modernen Houston in einer Welt, in der 1863 das Osiris-Serum erfunden wurde, welches Magie in Menschen wecken kann. Daher tummeln sich in dieser Welt Personen mit unterschiedlichen magischen Begabungen. Nevada Baylor ist eine von ihnen. Sie kann Lügen erkennen und leitet mit und für ihre Familie eine kleine Detektei. Sie erhält den Auftrag Adam Pierce, einen sehr mächtigen Feuermagier, aufzuspüren und seiner Familie zu überführen. Ein Auftrag, der sie das Leben kosten könnte, sie in tiefe Abgründe blicken und unglaubliche Dinge erleben lässt. Dabei muss sie auch mit dem magischen Hochbegabten Mad Rogan zusammenarbeiten, dem nachgesagt wird ein kaltblütiger Mörder zu sein. Ob sie ihren Auftrag zu Ende bringen oder selbst Opfer der mächtigen Magier wird?


Das Buch wird aus der Sicht von Nevada erzählt und das auf fantastische Art und Weise. Ihr Sarkasmus ist genial und hat mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Denn gerade bei Dialogen oder auch mal sehr angespannten Situationen, dürfen wir als Leser an ihren Gedanken Teil haben, was häufig für einen Lacher gut ist. Allerdings ist Nevada keine Witzfigur, ganz im Gegenteil ist sie eine junge Frau, die das Leben sehr ernst nimmt, sich aufopferungsvoll um ihre Familie kümmert und dabei kaum an sich denkt. Sie ist aber nicht verbiestert, sondern geht alles mit gesundem Menschenverstand und einer großen Portion Mut an. Mir war sie daher sehr sympathisch. 

Ihre Familie ist ein chaotischer Haufen, der einen sehr guten Zusammenhalt hat. Ihre Oma Frida ist einfach nur der Knaller und haut einen Hammerspruch nach dem nächsten raus, sodass sie mich eigentlich bei jedem Auftritt zum Lachen gebracht hat.

Mad Rogan ist eine vielschichtige Person, die im Verlauf der Geschichte verschiedene Facetten von sich zeigt, was mir sehr gut gefallen hat und er wurde mir auch immer sympathischer, sodass ich schon gespannt bin, wie es mit ihm und Nevada im zweiten Teil weitergeht. Denn so viel kann man ja verraten: zwischen den beiden knistert es ganz gewaltig. Was ich dabei besonders gut fand, war, dass das Knistern in Form von Gedanken und gelungenen Dialogen spürbar wurde und nicht durch irgendwelche Bettszenen.


Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt und in die Welt des magischen Houston entführt, die von dem Autorenduo so detailliert und wunderbar beschrieben wurde, dass ich mir alles gut vorstellen konnte und die Stadt in meinem Kopf zum Leben erwachte.

An manchen Stellen war es mir etwas zu detailliert bzw. haben die verschiedenen Magiearten und ihre Vererbung, sowie die unterschiedlichen „Häuser“ mich manchmal etwas verwirrt. Das kann vielleicht daran liegen, dass ich keine große Leuchte in Physik war und daher meine Probleme mit der Unterscheidung von Telekinese, Telepathie, Kinetik usw. hatte. Das hat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan, weil ich es mir immer irgendwie zusammengereimt oder einfach so akzeptiert habe.

Besonders gut gefallen hat mir, dass es keine reine Fantasy-Geschichte ist. Nein, es gibt auch viele Krimi-Anteile, was dem Buch den besonderen Kick verleiht. Man kann mit Nevada mitraten, Detektivarbeit machen und deckt den Fall Stück für Stück auf. Dabei ist alles logisch erklärt und nachvollziehbar, nichts wirkt an den Haaren herbeigezogen oder unglaubwürdig, was mir sehr gut gefallen hat. Die Geschichte wird zudem mit dem romantischen Knistern gewürzt und einer großen Portion Humor. Gerade dieser ist das Sahnehäubchen auf einer bereits tollen Geschichte. Denn die Grundstimmung des Buches ist eher düster, was aber durch die eingestreuten witzigen Szenen immer wieder aufgelockert wird.


Wie man lesen kann, hat mich dieses Buch wirklich begeistert und ich kann es kaum erwarten, die Folgebände zu lesen. Das Buch kann ich jedem, der gerne eine Mischung aus Fantasy und Krimi liest, bei dem die Funken sprühen und auch mal gelacht werden darf, nur empfehlen.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

autounfall, betrug, eroik, erotik, fantasie, katharina mün, katharina münz, liebe, mißverständnisse, thorsteinn vs. charlotte, wickinger, wikinger, zeitreise, zeitreisen

Aus der Zeit gefallen - Thórsteinn vs. Charlotte: Teil 1

Katharina Münz
E-Buch Text: 179 Seiten
Erschienen bei null, 17.06.2017
ISBN B0723HDRNR
Genre: Sonstiges

Rezension:

In dem ersten Buch der „Aus der Zeit gefallen“-Reihe um Charlotte und Thórsteinn fährt Charlotte, die gerade ihren Freund gemeinsam mit ihrer besten Freundin in flagranti erwischt hat, fast Thórsteinn über den Haufen. Dieser steht in einer verregneten Nacht mitten auf einer Brücke in Norddeutschland. Ehe sich Charlotte versieht, wird sie in einen ereignisreichen Strudel gerissen und stolpert von einer Verwirrung in die nächste. 


Die Geschichte um Charlotte und Thórsteinn ist eine Zeitreisegeschichte der besonderen Art, die ich so noch nicht gelesen habe. Denn hier begegnet man der nordeuropäischen Vergangenheit und nordischen Mythologie, was mal etwas ganz anderes ist, als die üblichen schottischen Geschichten. Ich selbst habe leider kein großes Wissen über diese Zeit und mich daher sehr gefreut, mehr darüber und das Leben der Leute damals zu erfahren. Denn auf mich wirken die geschichtlichen Details alle sehr authentisch, was durch die altertümliche Sprache in Thórsteinns Kapiteln unterstrichen wird. Trotz all der kleinen geschichtlichen Details hat man allerdings nicht das Gefühl, dass man eine Geschichtsstunde erteilt bekommt. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Details sind so geschickt in die Geschichte eingeflochten, dass sie die Geschichte unterstützen, aber nicht dominieren. Denn vordergründig geht es allein um Charlotte und Thórsteinn, die sich im hier und jetzt in Deutschland befinden und versuchen, miteinander auszukommen, sowie Licht in das Chaos um sie herum zu bringen.


Charlotte und Thórsteinn erzählen die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive, wobei Thórsteinn auch eine gedankliche Reise in seine Vergangenheit macht, sodass man mehr von seinen Hintergründen erfährt, was ich sehr spannend und auch traurig fand.


Der Schreibstil ist flüssig, humorvoll und mitreißend, sodass ich bereits mit der ersten Zeile in die Geschichte gesogen wurde und das Buch in einem Rutsch verschlungen habe. Beschreibungen alltäglicher Dinge, die für Thórsteinn unbekannt sind, sind so gut gelungen und kreativ, dass ich mein Schmunzeln gar nicht mehr aus dem Gesicht bekam. Auch die Dialoge zwischen Charlotte und ihren Mitmenschen, sowie ihre Gedanken dazu sind einfach nur herrlich.

Wie bereits im Klappentext angedeutet wird, gibt es einen fiesen Cliffhanger und ich werde mir jetzt gleich den zweiten Band vornehmen, da ich unbedingt wissen möchte, wie es mit den beiden weitergeht.


Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen und mich mit seinem lockeren Humor und den zahlreichen, authentischen Details nicht nur gut unterhalten, sondern auch noch neues Wissen vermittelt. Positiv hervorheben möchte ich auch noch die Erklärungen der nordischen Mythologie und alten Wörter, die dem Buch angehängt sind und zusätzliches Wissen vermitteln. Wer gerne humorvolle Bücher mit einer schnell voranschreitenden Handlung, sympathischen Charakteren und einem Schuss Liebe und Erotik, sowie Zeitreise-Elementen liest, der ist mit diesem Buch mehr als gut beraten. Mir hat das Buch jedenfalls sehr viel Spaß gemacht!

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74 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

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Going for the Goal

Sara Rider , Peter Groth
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Forever, 11.05.2018
ISBN 9783958189638
Genre: Liebesromane

Rezension:

In dem Buch „Going for the Goal“ von Sara Rider treffen der Eishockeyspieler, Nick, und die Sportagentin, Jillian, aufeinander. Nick ist als Rowdy der NHL bekannt, der sich ständig prügelt - auf und abseits des Spielfelds. Doch Eishockey ist sein Leben und da er in wenigen Jahren in Rente gehen wird, vorher aber noch den Stanley Cup gewinnen möchte, wendet er sich an Jillian - seine letzte Hoffnung, die ihn neun Jahre zuvor mit ihren ungewöhnlichen Strategien beeindruckt hat. Jillian erinnert sich noch gut an diese Begegnung, da sie seitdem immer wieder an Nick, zu dem sie sich hingezogen fühlt, gedacht hat. Daher und aus anderen Gründen weist sie ihn als Klienten ab und Nick muss alles geben, um sie zu überzeugen.


Die Geschichte der beiden wird locker flockig und humorvoll erzählt, so dass ich das Buch in einem Rutsch verschlungen habe. Zwischen Nick und Jillian fliegen die Funken und es hat mir viel Freude gemacht, ihre Entwicklung begleiten zu dürfen. Denn beide machen in dem Buch eine Entwicklung durch, was ich toll finde und sie war auch für mich gut nachvollziehbar. Vor allem Nick hat mich beeindruckt, da er sich für Jillian wirklich sehr verändert und nicht wie der typische Macho rüberkommt, für den man ihn am Anfang hält, sondern sich wirklich viele Gedanken macht und sich Mühe gibt. Er verhält sich ganz anders als die Klischee-Bad-Boys, was ich super fand. 

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die beiden häufig Probleme ansprechen und versuchen miteinander zu kommunizieren. Da habe ich beim Lesen mehrmals, freudig „Ja!“ gesagt, weil es keine seltsame Verwicklung gab…bis sie dann doch auftrat. Das hat meine Freude an dem Buch zuerst etwas getrübt, aber dann las ich weiter und die folgenden Verwicklungen und Erklärungen passten dann doch gut zusammen, so dass mich das eine Klischee nicht mehr allzu sehr gestört hat.


Die Nebencharaktere, allen voran Nicks Bruder Ben, sind sehr liebevoll ausgearbeitet und verleihen dem Buch nochmal mehr Lebendigkeit und ein wichtiges Nebenthemen, von dem ich sehr gut finde, dass es angesprochen wird!


Die Autorin hat, meiner Meinung nach, auch gut die Mischung zwischen der „Hauptgeschichte“ und den sportlichen Aspekten getroffen. Man merkte, dass sie sich mit Hockey und dem Drumherum auskennt, und wurde in die Welt der NHL entführt, ohne jedoch ständig von Spielzügen oder ähnlichem gelangweilt zu werden. Mir hat das gewählte Gleichgewicht sehr gut gefallen.


Seltsam finde ich, dass zuerst der dritte Band einer Serie auf Deutsch übersetzt wurde. Das liegt wahrscheinlich an dem Hockeyboom nach Olympia, jedenfalls bin ich jetzt neugierig auf die vorhergehenden Bände, da dort ein paar der Nebencharaktere, die mir gut gefallen haben, die Hauptrolle spielen.


Insgesamt ist es ein tolles, leichtes Buch für vergnügliche Lesestunden für alle, die gerne Liebesromane lesen, die in der Welt des Sportes spielen.

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