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krimi;

Ein Pfau am Nil: Ein Cosy-Krimi (Die Pfau-Reihe 2)

Tedine Sanss
E-Buch Text: 172 Seiten
Erschienen bei O'Connell Press, 15.07.2016
ISBN 9783945227527
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zuerst einmal vielen Dank an Susanne O'Connell, die mir vorab ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte und ein noch dickeres Danke dafür, dass dieser Roman veröffentlicht wurde, obwohl die Autorin zwischenzeitlich verstarb.

O'Leary wird mit Danny zu Ausgrabungen gerufen, weil es ganz so aussieht, als sei der Fluch der Pharaonen kein Märchen. Es ist zu mehreren seltsamen Todesfällen gekommen und es verschwinden Artefakte.
Danny, dessen Magen Reisen mit Schiffen und Wüstenschiffen nicht sonderlich gut verträgt, ist erst einmal froh, an der Ausgrabungsstelle angekommen zu sein. Professor Slocum ist der Leiter der Ausgrabung, der Auftraggeber O'Learys. Sein Sohn war ebenfalls erkrankt und wurde vorsichtshalber zur Genesung heim nach Großbritannien geschickt. Er kehrte geheilt mit einem Studienkollegen zurück. Dieser Studienkollege scheint dem Ermittler nicht unbekannt zu sein.
Neben diesen drei Personen sind der amerikanische Geldgeber, ein Arzt, ein Archivar und der Vorarbeiter der einheimischen Helfer ebenso von Belang wie eine Journalistin aus Australien, die mit ihrem Fotografen anreist.
Es kommt trotz O'Learys Anwesenheit zu weiteren Todesfällen und es verschwinden auch weitere Gegenstände. Skorpione und tödliche Giftschlangen tauchen ebenso auf, wie geisterhafte Erscheinungen. Ein Abgesandter der ägyptischen Regierung, der bedeutende Funde für heimische Museen sicherstellen soll, scheint auch ein zwielichtiger Charakter zu sein.
Dann erkrankt der Pfau auch noch selbst und beichtet Danny, dass es sehr schwer werden wird, den Täter zu überführen. Danny tappt im Dunkeln und ist über O'Learys Verschwiegenheit nicht gerade erbaut.

Tedine Sanss führt viele Verdächtige ein und den Leser an der Nase herum.
Es hat mir Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen. Die einzelnen Figuren waren wie gewohnt gut herausgearbeitet und das ganze Setting, kombiniert mit den geschichtlichen Fakten, kam gut an.
Einiges, was in Band 1 nur angedeutet wurde, kam hier offener zum Tragen.

Ich kann dieses Buch guten Gewissens empfehlen und vergebe 5 Sterne.

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Tags: krimi;   (1)
 

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medizin, kurzgeschichten, zukunft, sf, ralf boldt

Hauptsache gesund!: Science-Fiction-Geschichten zum MediKonOne 2016

Ralf Boldt
Flexibler Einband: 392 Seiten
Erschienen bei p.machinery Michael Haitel, 29.02.2016
ISBN 9783957650573
Genre: Sonstiges

Rezension:



Lucie Fickel: Health
Sandra Maßen telefoniert mit ihrer Mutter und erzählt ihr, dass sie sich seit einigen Tagen nicht gut fühlt. Ein Onlineunternehmen namens health.org hat Blut- und Urinproben angefordert und nach der Diagnose Medikamente geschickt. Es wird allerdings nicht besser. Die Diagnose wird variiert. Statt einer Blasenentzündung sei Migräne auch möglich.

Lucie Fickel schafft es, mit wenig Text eine neue Welt zu kreieren. Diese könnte eine mögliche Weiterentwicklung der jetzigen sein. Die Unmenschlichkeit nimmt eben so weiter zu, wie die Menschen sich nicht mehr für einander interessieren. Ärzte aus Fleisch und Blut kann ein Normalverdiener sich genauso wenig leisten wie Krankenhäuser. Man verlässt sich auf Onlinedienste.
Hat mir wegen der ungewöhnlichen Monologart und von der Idee her sehr gut gefallen.

Ralf Boldt: Hautpsache gesund
Ein Mann fühlt sich nicht ganz wohl, eine Grippe scheint im Anmarsch zu sein, aber sein Health-Button zeigt bedenkenloses Grün! Also muss alles in Ordnung sein. Einen schlimmen Moment muss er in der U-Bahn über sich ergehen lassen, als er niesen muss. Er befürchtet, einer seiner Mitreisenden könne auf die Idee kommen, die Gesundheitspolizei zu rufen, um die Prämie von 500 Euro einzustreichen, die bei der Ergreifung freilaufender Kranker gezahlt wird.

Ralf Boldt fasst kurz zusammen, wie es zu den weitreichenden Veränderungen kam, und wie sie sich auswirken. Dann wird der Mann zu einem geheimen Treffen gerufen. Scheinbar hat sich im Untergrund eine Art Widerstand gebildet.
Gekonnt, mit einem Augenzwinkern vorgetragen. Und überhaupt nicht abwegig. Warten wir, wie lange es noch dauert, bis die Krankenkassen verfügen, dass übermäßiger Genuss von Süßigkeiten, Alkohol oder Nikotin geahndet werden muss.

Thomas Kowa: Wer beamen kann, ist klar im Vorteil
Ein Mensch hat im Kasino auf Warubia ein paar Jetons gewonnen und gönnt sich einen Abend in der Bar Space Intruder, wo sich schnell Inner- und Außerirdische um ihn scharen. Er wird regelrecht ausgenommen, findet aber dennoch Zeit, dem Leser das Leben in der Zukunft zu beschreiben. Eines der Wesen, die sich von ihm freihalten lassen, gönnt sich einen Leckerbissen, der für sein Konto zu teuer ist. Die planetaren Müllmänner kommen, um den Menschen zu entsorgen.

Sehr lustige Geschichte, die durch lustige Ideen genauso punkten kann, wie mit lustigen Wortkreationen. Sehr lesenswert!

Brigitte Sieger: Bille-2A
Bille, ein siebenjähriges Mädchen, klagt über Kopfschmerzen. Als die nach einigen Tagen nicht nachlassen, kommt sie ins Krankenhaus, wo ein Hirntumor diagnostiziert wird. Sie berichtet ihrem Tagebuch, dass sie glaubt, ein Tumormonster im Kopf zu haben, das die Ärzte mit Strahlenkanonen bekämpfen wollen. Jedoch hält ihre Mutter von Strahlentherapien nicht viel. Ihr Bruder glaubt, man würde sie austauschen.

Was sich in der Zusammenfassung vielleicht etwas schräg liest, ist absolut wunderbar geschrieben. Brigitte Sieger schafft es, sowohl dem kleinen Mädchen Leben einzuhauchen, als auch die emotionslosen Patientenakteneinträge glaubhaft darzustellen. Sehr gelungenes Debüt!

Andrea Thamm: Der Hygieneunfall
Ava, die Architektin, die der Stadt eine Kuppel beschert hat, träumt vom Schwimmen und wird von ihrem Bett geweckt, das eine Kontaminierung mit Schweiß meldet und sofortige Gegenmaßnahmen empfiehlt. Während sie sich von Licht reinigen und desinfizieren lässt, grübelt sie weiter über ihren Traum nach, erinnert sich an das Leben vor der Kuppel. Als Regen noch ungehindert auf den Boden traf, die Flüsse und Seen noch nicht trockengelegt waren. Sie kehrt in Gedanken in eine Zeit zurück, in der sie im Regen tanzte. Nach der Dusche ruft sie sich zur Vernunft. Immerhin weiß jedes Kind, dass Wasser Keime trägt, Keime, die der Ursprung für Krankheiten sind. Im Ministerium kommt es zu einem Zwischenfall, der einen Minister sein Amt kostet: Er schwitzt! Wahrscheinlich hat er es mit den Antitranspirationsimpfungen nicht so genau genommen.
Um sich abzulenken, fährt sie mit dem Fahrstuhl in den obersten Stock, wo sie direkt die Kuppel berühren kann und entdeckt dort ein winziges Leck, das keinen Alarm auslöst, obwohl es das müsste. Irritiert und in Gedanken immer noch beim schwitzenden Minister und ihrem Traum, vergisst sie, selbst Alarm auszulösen.

Andrea Thamm führt uns in eine Welt, die sie gut beschreibt. Sie lässt uns an Avas Gedanken, ihrer Entwicklung teilhaben. Routiniert geschrieben, gefiel mir gut.

Dirk Alt: Flucht aus der Plastikwelt
Martin, achtzehn Jahre alt, möchte seinem Leben ein Ende bereiten. Dafür gibt es in Zeiten der Überbevölkerung Institute. Dort muss er sich durch einen Haufen Formulare arbeiten, seinen Wunsch begründen, ein Rücktrittsgespräch absolvieren und dann kann er sich die Art und Weise, wie er aus dieser Welt scheiden möchte, aussuchen. Es gibt viele verschiedene Varianten, bei denen auch mal etwas schief gehen kann.

Routiniert erzählt und im Wesentlichen ein Gegenpunkt zu der immer wieder aktuellen Diskussion um Sterbehilfe.

Friedhelm Rudolph: Faluso, o Faluso
Die Menschen existieren in einer anderen Form. Statt in einem Körper haust der Geist nun in einem Konteiner. Er wird von allerlei Androiden umsorgt.
Eines dieser Wesen erbittet sich einen Finger, damit er dieses Popeln einmal ausprobieren kann. Der Medroid bemüht sich, ihm stattdessen einen Faluso anzudrehen.

Die Idee fand ich interessant und der Text ist unterhaltsam geschrieben, nur zum Schluss hin, hätte es eine Windung weniger sein dürfen.

Gard Spirlin: Juvenil Forte
Odysseus Ryder, ein Kurier im All, erhält einen Brief von seinem Vater, der in einem Seniorendomizil auf dem Mars lebt. Er möge ihn doch mal besuchen kommen. Mit seiner Freundin, die gerne eine festere Verbindung eingehen würde, nimmt er die Einladung an und ist überrascht, als er seinen Vater in einem sehr viel besseren Zustand vorfindet, als er ihn in Erinnerung hat. Juvenil Forte, ein neues Medikament, ist dafür verantwortlich.

Unterhaltsame Geschichte, gut geschrieben, gefiel mir bis jetzt am Besten.
Selbst bei der Namensvergabe merkt man diesem Autor an, dass er sich Gedanken macht.

Frank Lauenroth: Tubes Inc.
Vor Gericht soll darüber entschieden werden, ob es sich bei Michael Johnsons Verschwinden lediglich um einen Unfall oder um vorsätzlichen Mord handelt.
Der Staatsanwalt will beweisen, dass die Firma, die mittlerweile fast ein Transportmonopol besitzt, unzuverlässig arbeitet. Der Geschäftsführer von Tubes Inc., John-Louis Bredshore, wird von der Richterin gezwungen, bei einem vor Ort Termin in seinem Unternehmen, den Transportvorgang zu demonstrieren. Beiläufig erwähnt er dabei, dass seine Transporte weit über den bloßen Transport hinausgehen, auf jeder Reise, behauptet er, wird der Mensch optimiert, Krankheiten geheilt. Obwohl diese Nachricht eine Sensation ist, wird der Prozess am nächsten Tag fortgeführt.

Spannend, unterhaltsam, gekonnt. Gefiel mir sehr gut, selbst der kleine eingebaute Gag.

Julia Aninna Jorges: Schneewittchen erwacht
Eine Frau kommt in einer ungewohnten Umgebung zu sich und fragt sich, was geschehen ist. Sie erinnert sich, gestern mit ihrem Sohn ein Eis gegessen zu haben und sie erinnert sich an die Diagnose Krebs. Brustkrebs, der trotz Mammografie zu spät erkannt wurde und gestreut hat. In der Brust kann das Geschwür operativ entfernt werden, im Hirn jedoch nicht. Es bleibt lediglich die palliative Behandlung.
Sie liegt unter Glas und eine Apparatur spendet minimales Licht. Sie fragt sich, wo sie ist und was geschehen ist.

Die Geschichte liest sich gut und besitzt eine gewisse Art Spannung.

Angela Stoll: Androidenerwachen
Esra ein kleiner behinderter Junge wird von seinem Pflegeandroiden Xe liebevoll gepflegt. Die Mutter des Jungen muss extrem viel arbeiten, weil sie den Jungen bekam, obwohl abzusehen war, dass er mit einer Behinderung zur Welt kommen würde. Nach der Arbeit trinkt sie und wartet darauf, dass der Junge endlich stirbt. Den direkten Kontakt zu ihm hat sie längst abgebrochen.
Esra hat den letzten Wunsch, noch einmal ins Freie zu gelangen. Da die Menschen keine Kranken mehr unter sich dulden, stellt diese Bitte eine Herausforderung für Xe dar, die er überwindet, indem er den Wunsch nachts erfüllt. Dann ist die Wahrscheinlichkeit auf Menschen zu treffen sehr gering.

Das Thema, besonders die gezogene Quintessenz, ist nicht neu, aber unterhaltsam geschrieben.

Ellen Norten: Das Puppenhaus
Zwei Astronauten überlegen sich, wo sie ihren Kurzurlaub verbringen wollen.
Einen von ihnen interessiert ›Puppenhaus‹, eine Art Märchenpark für Kinder und Erwachsene, aber der andere weiß zu berichten, was sich dort zugetragen hat.

Ellen Norten weitet das Thema Gesundheit auf Genmanipulationen aus und das recht unterhaltsam und fantasievoll.

Enzo Asui: Zwei Leben
Ein Mann geht zum Amt, um sich neue Nieren zu besorgen. Ein neuer Arzt empfängt ihn.

Interessant anders, die Geschichte. Kurz und knackig. Gefiel mir gut.

Götz Markgraf: Vom Fax gezeichnet
Arthur steigt aus dem Fax und niest. Im Zeitalter, indem Krankheiten als besiegt gelten, sehr ungewöhnlich. Aber wenigstens erfährt er so, dass es immer noch Ärzte gibt, und sucht einen auf. Der schreibt ihn krank und beide vergessen die Angelegenheit. Arthurs Lebensgefährtin kann mit einem Kranken nichts anfangen und quartiert sich vorübergehend woanders ein.
Als Arthur kurz darauf erneut erkrankt, verlässt sie ihn. Die Sprechstundenhilfe des Arztes kümmert sich sehr nett um den Kranken.
Es kommt zu weiteren Krankheiten und zu einer überraschenden Auflösung.

Diese Geschichte gehört mit zu meinen Favoriten. Der Autor geht das Thema anders an, als die meisten seiner Kollegen. Daneben blitzt Humor durch und der Stil ist überaus gekonnt.

Paul Sanker: Vertreibung aus dem Paradies
Die Geschichte spielt in den USA von 2112. Der Leser erfährt durch Rückblicke, dass eine Seuche die Rinder- und Schweineherden auf Erden vernichtet hat.
Ein schlauer Wissenschaftler züchtete daraufhin einen gigantischen Thunfisch, der für die Ernährung der Weltbevölkerung herhalten sollte.
Parallel dazu wurde von den obersten Behörden die Züchtung menschlicher Ersatzteile verboten. Da immer mehr Menschen an Krankheiten leiden, die unter anderem vom vermeintlichen Wunderfisch übertragen wurden, sucht der Chef von Global Transplant einen anderen Weg finden, um an die heißbegehrten Organe zu gelangen.
Da ergibt es sich gut, dass er von einer Parallelwelt erfährt, die die Schweizer bei ihren Versuchen im CERN entdeckt haben.

Obwohl Paul Sanker hier eine ungewöhnliche Art der Erzählung wählt, nimmt er den Leser mit. Er rechnet mit vielen Wirtschaftszweigen, Profiteuren und Politikern ab. Er tut dies auf eine Art, die dem Leser nicht vorgibt, was er zu denken hat. Hat mir sehr gut gefallen und ich bin mir fast sicher, er hat sogar eine Begründung parat, warum in den USA mit Euro bezahlt wird.

Michael Schmidt: Der optimierte Mann
Michael Schmidt erklärt dem Leser, dass die Geschlechterrollen sich verschieben, und beschreibt die Realität so:
Der Unterschied zwischen Mann und Frau verschwimmt. Der Mann wird femininer, die Frau maskuliner und die Kinder entscheiden, was läuft.

Hier musste ich zum ersten Mal lachen. Die Geschichte ist relativ kurz, deshalb gehe ich hier nicht weiter auf die Handlung ein. Mir hat sie sehr gefallen. Ich wusste nicht, dass der Autor so lustig sein kann, und würde es begrüßen, weitere lustige Storys von ihm zu lesen.

Claudia Plachetka: Zu zweit, eins
Nach dem dritten Weltkrieg leben nur noch in Europa einige Menschen, der Rest der Erde ist verseucht.
Die Nachkommen der Überlebenden haben den Menschen optimiert, indem sie alle Embryonen mit Medikamenten von Empfindungen befreien. Jeder Mensch kann nur einen einzigen anderen lieben, es gibt keine sexuelle Lust mehr. Geburten werden künstlich herbeigeführt. Die Gesellschaft ist zwar immer noch in unterschiedliche Schichten aufgeteilt, aber es herrscht kein Neid. Alle verdienen gleich viel.
Allerdings gibt es einige wenige Menschen, die durch ein Versehen diese Impfung nicht empfingen. Diese tun sich zusammen und wollen das herrschende System abschaffen, notfalls mit Gewalt.

Ein aktuelles Thema unterhaltend aufbereitet.

Andreas Witte: Die Ehemaligen
Nach einem Krieg, der durch die Einwanderung vieler Flüchtlinge unvermeidbar wurde, hat sich Europa in zwei Zonen aufgeteilt. Viele Menschen sind diesem Krieg zum Opfer gefallen, weshalb die Gesetze für Bestattungen geändert wurden.

Obwohl der Autor teilweise interessante Ideen hat, überzeugt mich diese Geschichte nicht. Der Kriegsgrund und seine Folgen wirken auf mich einfach zu sehr an den Haaren herbeigezogen.

Johann Seidl: Tausche den Tod
Ein Raumschiff nähert sich der Erde. Es sendet Nachrichten, zu deren Entschlüsselung biopolare Personen herangezogen werden. Der Ich-Erzähler ist auf einer Spur.

Eine der besseren Geschichten in dieser Sammlung. Der Autor versteht es, den Leser in seine Entschlüsselung einzubeziehen.

Achim Stößer: Nebenwirkung
Die Geschichte geht irgendwo in der Vergangenheit los. Ein kleiner Junge hat sich das Lesen beigebracht und vertreibt sich damit viel lieber die Zeit, als mit der Arbeit, zu der sein Vater ihn auffordert. Er wird krank und erinnert sich an eine Geschichte, in der ein Kranker, dadurch geheilt werden konnte, dass eine Jungfrau sich für ihn opferte.
Ein kleines Mädchen sieht ein UFO und rennt davon.
Ein Mann bekommt in der Klinik mehrere Stents.
Diese drei Settings werden durch Ufos miteinander verbunden.

Achim Stößer liefert für meinen Geschmack eine der besten Geschichten in diesem Band. Sie zeichnet sich durch verschiedene Ebenen aus, die er geschickt miteinander verwoben hat. Außerdem funkt sein Humor mit durch. Hat mich sehr gut unterhalten.

Simon Schneider: Spiel nicht Gott – Sei Gott
Ein Ehepaar in ferner Zukunft hat sich entschieden Kinder zu bekommen und sitzt nun in einem Raum der Firma ›New Human Company‹, um die Details durchzugehen. Zuerst wird der Mann davon überrascht, dass seine Frau sich offensichtlich weit intensiver mit dem Thema beschäftigt hat, als ihm bewusst war. Aber schon nach relativ kurzer Zeit ist auch sie überfordert.

Die Geschichte gehört für mich zu den Besseren.

Meiner Meinung nach wäre das Buch wesentlich besser geworden, wenn man ein engmaschigeres Sieb verwendet hätte. Allerdings verstehe ich den Herausgeber gut, wenn er neuen Autoren eine Chance geben möchte.
Unter diesem Gesichtspunkt will ich nicht zu hart sein und vergebe vier von fünf Punkten.
Persönlich finde ich, viele der Geschichten wären weit besser davon gekommen, wenn sie intensiver überarbeitet worden wären.
Die Menge der sehr kurzen Geschichten war mir zu viel.
Wenn eine Story sehr kurz ist, muss sie für mich auch sehr gut sein.

Das Titelbild stammt von Lothar Bauer und gefällt mir sehr gut.

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Tags: kurzgeschichten, medizin, ralf boldt, sf, zukunft   (5)
 

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Stausbergs Geschichten

Peter Kiefer
Flexibler Einband: 136 Seiten
Erschienen bei p.machinery Michael Haitel, 28.01.2016
ISBN 9783957650566
Genre: Sonstiges

Rezension:

Peter Kiefer präsentiert uns eine Sammlung von Kurzgeschichten, auf die ich hier im Einzelnen nur kurz eingehe:

Frau Spatz

Ein junger Künstler verliebt sich in Frau Spatz, die in seinem Stammcafé bedient, doch sie scheint unnahbar zu sein. Er traut sich nicht, ihr seine Liebe zu gestehen, macht stattdessen lieber aus den Croissants, die er bei ihr kauft, kleine Kunstwerke, wie zum Beispiel Krabben. Als er endlich wagt, sie anzusprechen, verschwindet sie kurz darauf.

Er widmet sich seiner Kunst und macht Karriere. In einem Interview erwähnt er Frau Spatz. Der Journalist macht sie daraufhin ausfindig. Es kommt zu einem Treffen.


Heidelbeerkönigin

Elisa wird zur Heidelbeerkönigin gekürt. Wenzel gefällt die Frau so gut, dass er nach dem Fest nach ihr sucht und sie auch ausfindig macht. Sie macht ihn mit der weißen Heidelbeere bekannt, die danach scheinbar weltweit ihren Siegeszug antritt.


Zwischenwelt

Eine Frau wird für Studienzwecke zum Mann geschminkt und gekleidet und dann in ein Fußballstadion geschickt. Eine ganz neue Erfahrung für sie. Am Ende des Experimentes muss sie die Frage beantworten, ob Fußball einem sexuellen Code folgt.


Stern 89 oder vor dem Spiel ist nach der Torte

Dank der Ungeschicklichkeit einer Serviererin lernt Meerwarth eine Frau kennen, mit der er sich über Hockey und Rugby austauscht.


Eiszeit

Ein Mann und eine Frau in der Warteschlange am Flughafenterminal. Er erzählt vom irischen Immobilienmarkt, der Pinguinära und sonstigen Ereignissen.


Stausbergs Geschichten

Ein Autor von Heftchenromanen oder hard boiled Detektivgeschichten berichtet aus der Kommunalpolitik und zieht immer wieder Parallelen zu seinen Romanen.


Eingriff

Es geht um einen Unterhosenkauf.


Heißluftpudding oder wie das Vergessen die Erinnerung weckt

Ein Mann kommt mit einem neu erworbenen Fernsehgerät nach Hause, nimmt das Gerät mit in den Keller und ward nicht wieder gesehen …


Kleine Fluchten

Wir lernen Alberta kennen und ihre Männerbekanntschaften. Werden Zeuge, wie sie Zander kennenlernt und sich die zuerst vielversprechende Beziehung auseinander entwickelt.


Frauentag

Ein Mann sitzt beim Zahnarzt und gibt sich seinen Fantasien über die Sprechstundenhilfe, eine junge Inderin, hin. Danach macht er einen Termin bei seiner HNO-Ärztin und kommt zu einer verblüffenden Schlussfolgerung.


Ich habe die Geschichten nur kurz angerissen, um nicht zu viel zu verraten.

Humorvolle Geschichten zu verfassen, ist nicht einfach, denn der Humor muss den Leser erreichen. Es gibt ›Haudraufcomedians‹ die nicht mein Fall sind, deren Witz wird in aller Regel von jedem verstanden. Das ist hier nicht der Fall. Peter Kiefer scheint einen ganz eigenen Sinn für Humor zu haben, der sicher sein Publikum findet. Bei mir kam er nicht an. Dieser Autor verwendet scheinbar grundsätzlich keine Anführungszeichen, die mir dann auch fehlten. Dabei ist es nicht so, dass der Leser nicht wüsste, wann der Autor seine Protagonisten sprechen ließe, aber mir persönlich erleichtern sie das Lesen.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass der Autor in seinen Geschichten den Alltag verarbeitet. So hatte ich zum Beispiel bei ›Eiszeit‹ das Gefühl, der Autor sei im vergangenen Lufthansa Streikjahr viel auf Flughäfen gewesen und habe sich in den langen Warteschlangen zu dieser Geschichte inspirieren lassen.

Und bei ›Eingriff‹ hatte ich einen älteren Herren vor Augen, der mit der Produktvielfalt regelrecht überfordert ist.

›Heißluftpudding …‹ kam bei mir als Kritik auf übermäßigen TV Konsum an.

Als ich dann bei ›Stausbergs Geschichten‹ endlich dachte, hier käme eine Geschichte mit Handlung, war es leider nur der Heftchenromanautor, der mich kurzzeitig fesselte.

Es gibt Geschichten, die man öfter lesen muss, damit man hinter den Sinn kommt, aber auch zu dieser Gattung scheint dieser Band nicht zu gehören.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass Herr Kiefer und ich schlicht einen unterschiedlichen Sinn für Humor haben.

Der Fairness halber muss ich allerdings auch sagen, dass der Autor sein Handwerk versteht, sogar so gut, dass man ihm den Heftchenromanautoren ohne Weiteres abkauft, obwohl er vom restlichen Stil sehr abweicht.



Ich gebe diesem Band zwei von fünf Punkten.

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arndt waßmann, götter, p.machinery., fremde welten, spährenriss

In des Greifen Schatten

Arndt Waßmann
E-Buch Text: 152 Seiten
Erschienen bei BookRix, 08.01.2016
ISBN 9783739624310
Genre: Sonstiges

Rezension:

In des Greifen Schatten

König Nerdan ist träge geworden und hat immer mehr seiner Aufgaben an Sarrik übertragen. Selbst das Lesen der Gesetze, die er erlässt, scheint ihm überflüssig. Sarrik schielt allerdings nach der Macht und hat sich mit den haarigen Wesen, Årrx genannt, verbündet. Mit letzter Not gelingt es Nerdan, aus dem Schloss zu entkommen, als die Revolte losbricht.
Auf der Flucht steht er der jungen Novizin des Hethena-Tempels, Isilda, bei und erfährt von ihr, dass er beim Volk längst nicht so beliebt ist, wie Sarrik ihn glauben machte. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht aus Nerwik, der Hauptstadt des Landes.

Bernhild, eine Priesterin des Hethena-Tempels, wird mit drei Novizinnen auf die Reise geschickt. Sie soll einen Spährenriss verhindern, der allerlei bösen Kreaturen den Weg in diese Welt eröffnen würde.

Laridas Kroning, ein Kaufmann, mit Gütern unterwegs, trifft auf eine Frau, die von seltsamen schattenhaften Wesen überfallen wurde. Er hilft ihr und bringt sie in die nächste Schenke.

Arndt Waßmann beginnt diese Geschichte sehr stimmungsvoll und intensiv. Man wird gut ins Geschehen gezogen und erfährt, in welcher Beziehung die Personen untereinander stehen. Selbst die Lethargie des Königs versteht der Leser anhand der Erklärungen. Der Autor braucht seine Welt nicht großartig beschreiben, man sieht sie trotzdem vor Augen. Ich denke, er hätte aus dieser Geschichte sogar einen Roman machen können. Verschiedene Charaktere, unterschiedliche Welten mit vielen Wesen und Handlung hätte er genug gehabt. Der eine und der andere Strang hätte für meinen Geschmack gerne weiter ausgebaut werden dürfen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass er nach ungefähr drei Vierteln plötzlich schnell fertig werden wollte. Es entsteht zwar nicht der Eindruck, dass sich alles von alleine fügt, aber für mich hätte er die ursprüngliche Geschwindigkeit beibehalten dürfen.

Die letzte Hoffnung

König Lagar, Herrscher über Lassarien, sieht sich gezwungen, das Horn der Tamaris zu blasen und so die Wassergöttin um Hilfe anzuflehen. Die drei bislang zerstrittenen Völker aus dem Süden haben sich zusammengetan, Lassarien zu vernichten. Mordend und brandschatzend ziehen sie bereits durchs Land. Die Göttin erscheint, bietet ihre Hilfe an, fordert allerdings das Leben seiner beiden Kinder. Der König, der seine Frau schon vor langer Zeit verlor, überlegt, ob es noch eine andere Möglichkeit geben könnte.

Diese Geschichte erscheint mir wie ein Grundgerüst und weist Löcher auf.
Was die Südländer davon haben, Lassariens Bewohner zu ermorden, wird mit keiner Silbe erwähnt. Der Vater, der die Wahl hat, entweder seine Kinder oder sein Volk zu retten, bleibt blass. Die beiden Kinder, die scheinbar nur darauf gewartet haben, sich opfern zu dürfen, überzeugen mich nicht wirklich.
Die Göttin, die nicht so grausam ist, wie sie scheint, würde ich auch ins Reich der Märchen verbannen.

Der Sturm

Prinz Mustafa wurde von Königin Lasgerd abgewiesen und macht sich mit seiner Schiffsflotte auf den Weg, ihr Volk büßen zu lassen. Er ist ein grausamer Herrscher und ebenso grausam soll seine Rache sein.
Er gerät ohne Vorwarnung in einen Sturm und danach ist nichts mehr, wie es vorher war.

Bis auf das Ende, das mich überraschte, konnte mich an dieser Geschichte nichts begeistern. Zu viel Schwarz-Weiß-Malerei, die auch von dem Ende nicht wettgemacht wird.

Der Stern des Königs

Ein Gedicht, in dem es wieder um einen König geht, dem die Wassergeister seine Liebsten entreißen wollen.
Mit Lyrik hatte ich nicht in diesem Band gerechnet und bin nicht Fachmann genug, um ein Urteil darüber zu fällen.


Der Stein von Amtarim

König Mirsan ist so wütend auf seine Schwester Miranna, dass er den Magier Thurius bittet, das Band, mit dem der Zauberer sie vor langer Zeit verband, zu lösen. Der Magier warnt ihn, dieser Akt sei zwar möglich, aber mit Risiken verbunden. Der Hass hat Mirsan so verblendet, dass ihm egal ist, wenn er selbst bei diesem Vorgang umkommt, solange seine Schwester nur das gleiche Schicksal teilt. Der Magier bittet ihn, in einen Kreis zu treten …

Mirsan findet sich völlig nackt im Schneetreiben wieder. Er weiß weder, wo er sich befindet, noch wie er herkam. Alles, was er weiß, ist, er darf nicht rasten, sonst wird er erfrieren. Dennoch bricht er irgendwann bewusstlos zusammen.

Er wacht in einer Hütte auf, und wird dort von einer jungen Stickerin, Sirma gepflegt. Sie sorgt für eine warme Hütte und gibt ihm alte Kleidung ihres Vaters. Einzig mit Essen kann sie nicht dienen. Die Vorräte sind fast zu Ende. Der frühe Schnee-Einbruch hat ihre Eltern scheinbar auf dem Rückweg vom Proviantholen überrascht. Sirma rechnet nicht vor dem Frühjahr mit ihrer Rückkehr.
Mirsan wurde von seinen Eltern, die vor etlichen Jahren starben, in der Jagd ausgebildet und kann für genug Proviant sorgen. Nach anfänglichen Streitereien verstehen Sirma und Mirsan sich prächtig. Durch ihre Fragen beginnt er, den Hass auf seine Schwester zu hinterfragen. Sirma hat für etliche Punkte, die er für bloße Schikane hielt, vernünftige Gründe zu bieten. Nach und nach erscheint es ihm ratsam, ein Gespräch mit Miranna zu führen, bevor er sie tötet.

Er kommt dahinter, dass Sirma die Tochter von Edelleuten ist, die er vom Hof verbannte. Beide zusammen müssen Årrx bekämpfen und brechen zu guter Letzt gemeinsam in die Nordprovinz auf, um Miranna zu besuchen. Dort werden sie schon von deren Truppen empfangen.

Miranna ahnt, dass der Stein von Amtarim nun eine Entscheidung verlangt.
Wie Magier Thurius offenbart, kann es wohl nur einen Herrscher über das Land geben und der Trick, den Ihre Eltern angewandt hatten, das Land mit Nord- und Südprovinzen auf beide Kinder aufzuteilen, sei nun hinfällig.
So begeben sich Miranna, Mirsan und Sirma in die Höhle, um die Entscheidung des Steines zu empfangen. Einer von beiden wird sterben müssen, wenn das Ungleichgewicht, das sich durch Erdbeben, die in immer schnellerer Abfolge das Land erschüttern, äußert, behoben werden soll.

Es kommt anders, als man denken mag.

Diese Geschichte gefiel mir wieder sehr gut. Auch wenn ich das Ende so niemals erwartet hätte. (Ich hoffe, ich habe es nicht missdeutet.)

Die zwei Seiten der Wahrheit

Valius und Rimbold sind zwei Magiestudenten, die sich in der Fähigkeit üben, in den Geist der Gefangenen zu blicken. Anhand ihrer Recherchen werden die Häftlinge verurteilt oder freigelassen.
Valius glaubt beim aktuellen Fall an einen Gewohnheitsdieb, er immer weiter stehlen wird, wenn man ihn lässt. Rimbold dringt als Erster in den Geist des Häftlings ein und sieht einen kleinen Jungen, der seiner Mutter mit einem großen Blumenstrauß eine große Freude macht. Valius spürt dieser Spur nach und entdeckt: Der Strauß war geklaut. Aber das überzeugt Rimbold nicht.
Er spürt nach weiteren Erinnerungen und sieht den Verdächtigen in einer Hütte mit seiner Frau, die ihm für ihr Kind dankt.

Der Ansatz der Geschichte gefällt mir, weil es in aller Regel eben viel mehr grau als schwarz und weiß gibt, allerdings bleibt der Autor dann doch wieder in vorgefertigten Bahnen. Eine differenzierte Herangehensweise hätte mir besser gefallen.

Das blaue Licht

Johanna marschiert durch das Schneetreiben auf das verblassende Licht des Berges zu. Das Licht behütet den Ort, sorgt für gute Ernten, hält Kriege fern und scheint über allem zu wachen. Doch es verblasst. Die Bewohner wissen nicht, was zu tun ist. Nur Johanna wacht eines Morgens auf und weiß, sie muss zur Quelle des Lichtes. Was sie dort zu tun hat, ahnt sie nicht. Keiner von denen, die zum Licht gingen, kam je zurück.
Die Geschichte ist nicht schlecht erzählt. Aber die Story reißt mich nicht wirklich mit.

Keiner von den Guten

Die siebzehnjährige Johanna sitzt im Kerker und wird angeklagt, sich der Hexerei schuldig gemacht zu haben. Erek, der Sohn des Grafen von Bilstein scheint ihr wohlgesonnen. Er kommt in ihren Kerker und erklärt ihr, dass ihr Todesurteil schon gesprochen ist. Er rät ihr, die Vergehen zuzugeben, um die Qual zu verringern. Er ist es satt, dass die Inquisitoren sein Volk immer weiter dezimieren, und möchten dem sich gegenseitig Beschuldigen ein Ende bereiten. Außerdem verspricht er ihr Vergünstigungen, wenn sie sich ihm freiwillig hingibt. Sie weiß, dass sie ihm angekettet, wie sie ist, unterlegen ist, dennoch bittet sie ihn, sich nicht zu nehmen, wonach ihm gelüstet. Wider Erwarten zieht er sich zurück. Allerdings nicht, ohne ihr zu versichern, dass er keiner von den Guten ist.

Johanna zweifelt an seinen Worten, als er ihr die Möglichkeit zur Flucht bietet, die sie selbstverständlich ergreift. Als sie erschöpft eine Rast einlegt, kommt Erek ihr erneut zu Hilfe. Er bringt ihr Kleider uns Schuhwerk. So ausgerüstet, sagt er, hätte sie eine reelle Chance, dem obersten Inquisitor, der bereits Jagd auf sie macht, wie auf ein Wild, zu entkommen.

Eine der besseren Geschichten des Bandes, die wieder mit einem überraschenden Ende punkten kann.

Fazit:

Eine durchaus unterhaltende Geschichtensammlung, in der mir persönlich die längeren Storys besser gefielen.
Ich vergebe 3 von 5 Punkten.

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Tags: arndt waßmann, böse kreaturen, fremde welten, götter, p.machinery., spährenriss   (6)
 

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musi, fantasy, sciencefiction, anthologie

Nebelmelodie: Inspiration PelleK

Tedine Sanss , Marie Haberland
E-Buch Text: 452 Seiten
Erschienen bei BookRix, 19.02.2016
ISBN 9783739638478
Genre: Science-Fiction

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Leuchtende Weihnachten 3: ... weiser die Federn nie schrieben


E-Buch Text: 88 Seiten
Erschienen bei Edition Paashaas Verlag, 03.11.2015
ISBN 9783945725429
Genre: Sonstiges

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steampun, tedine sanss, dampfdroschke, machandel verlag, zeppelin

Mathildes Geschenk

Tedine Sanss
E-Buch Text: 68 Seiten
Erschienen bei Machandel Verlag, 18.10.2015
ISBN 9783939727934
Genre: Sonstiges

Rezension:

Eine Steampunk Geschichte

Tedine Sanss versteht es meisterhaft uns in die Steampunk-Ära zu entführten.
Es geht um Mathilde, eine junge Frau, die aus der ihr zugedachten Rolle ausbricht und sich lieber mit Motoren und Generatoren als mit Stickseide und Wolle beschäftigt. Ihre Mutter starb im Kindbett und weder Groß- noch Stiefmutter konnte den Verlust ausgleichen. Für sie ist das Kind hässlich und ungehorsam. Nur gut, dass Mathilde per Zufall von ihrer Patin, Isabeau Harden, erfährt. Die beiden lernen sich am Grab der Mutter kennen und Isabeau hilft Mathilde dabei, zu einer selbstbewussten Frau heranzuwachsen.

Als die Großmutter jedoch droht, sie zu verheiraten, nimmt sie Reißaus und landet im Fuhrpark des Herren Konrad von Schwabeck, der die meiste Zeit auf
Reisen ist. Die bärbeißige Haushälterin, die gar nichts von Frauen hält, die meinen ausgetretene Pfade verlassen zu müssen, gibt ihr die ausgeschriebene Anstellung als Fuhrparkleiter, Chauffeur und Mechaniker gegen Kost und Logis.
Als Mathilde, von der Haushälterin als Mann ausgegeben, Herrn von Schwabeck persönlich kennenlernt, sind die beiden sich gleich sympathisch.

Mehr möchte ich vom Inhalt nicht verraten. Nur, dass die Geschichte grob an dem Märchen ›Die Nymphe des Brunnens‹ von Johann Karl August Musäus angelehnt ist. Allerdings ohne jegliche Zauberei und gute Geister.

Die Autorin findet exakt den richtigen Ton, uns in eine fiktive Vergangenheit zu versetzen. So wie sie die Steampunk-Epoche zeichnet, findet man sich sofort in ihr zurecht. Einige Frauen weigern sich, die ihr zugedachten Rollen zu bekleiden und wir Leser, männliche wie weibliche, bringen ihnen nicht nur Verständnis, sondern auch Sympathie entgegen. Böse Hexen besitzen spitze Zungen statt der üblichen Zauberstäbe. Stiefschwestern zeichnen sich durch Dummheit aus und von Schwiegermüttern will ich lieber erst gar nicht sprechen.

Mir gefällt der Stil, die Geschichte und das Ende, obwohl, und das ist mein einziger Kritikpunkt, ich persönlich mich frage, ob Mathilde mit dem konfliktscheuen Mann (meine ganz persönliche Sicht, die sicher nicht jeder teilt) die richtige Wahl trifft.
Aber um den Männergeschmack geht es nicht, und solange Mathilde und Konrad miteinander glücklich sind, will ich nicht unken.

Ich vergebe die volle Punktzahl.

Das Cover gefällt mir übrigens auch sehr gut.

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Tags: dampfdroschke, liebe, machandel verlag, steampun, tedine sanss, zeppelin   (6)
 

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western, ratten, märchen, rattenfänger, fantasy

Rattensang

Felix Woitkowski
Flexibler Einband: 140 Seiten
Erschienen bei p.machinery Michael Haitel, 19.08.2015
ISBN 9783942533928
Genre: Sonstiges

Rezension:

In Teil eins gibt es den einsamen Helden, der allerdings nur mit einer Mundharmonika bewaffnet durch die Lande zieht.
Er findet die Quäker, die Hilfe dabei benötigen, sich von einer Rattenplage zu befreien. Diese Ratten vernichten die Ernte, fressen das Vieh auf den Weiden und arbeiten sich nachts durch das Holz der Hütten, um an die Menschen zu gelangen. Kein Wunder haben die friedfertigen, gottesgläubigen Siedler Angst um ihr Leben.
Aber es gibt auch noch einen seltsamen Erfinder, X nennt er sich, der von einem Rinderbaron engagiert wurde. Auch er soll die Rattenplage bekämpfen.
Der eine baut absonderliche Maschinen, der andere ist auf der Suche nach einer ganz besonderen Melodie. Nach anfänglicher Zusammenarbeit gehen die beiden getrennte Wege.

Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber wer seine Märchen und Sagen kennt, kann erraten, wer den Sieg davon trägt.

Der erste Teil überzeugte mich nicht so recht. Die Sprache erschien mir überzogen, ich fragte mich, warum normale Ratten nicht ausreichten, und wozu x herhalten sollte. Wenn es dabei geblieben wäre, hätte ich wahrscheinlich keine gute Rezension verfasst. Aber der Autor hängt Teil 2 an.

In diesem Teil kassiert der Retter den Lohn. Den gleichen, den auch der Mann in Hameln bekam. Er nimmt die Kinder und begibt sich mit ihnen auf die Reise.
Durch seine Melodie vergessen die Kinder die Strapazen und den Hunger. Einzig Marie, die dem Mann freiwillig folgt, wird nicht durch die Musik gefangen genommen. Ihr muss er erst beibringen, sich darauf einzulassen. Am Ziel angekommen, müssen die Kinder in einem Bergwerk arbeiten. Ein Indianer hält sowohl den Mann als auch die Kinder gefangen und macht Marie zu seiner Gehilfin. Sie übernimmt die Aufgaben, die er ihr zuweist.

Auch hier möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen. Für mich persönlich macht die ganze Geschichte erst mit Teil 2 Sinn. Obwohl viele Fäden, die die Geschichten dann letztendlich interessant machen, schon in Teil 1 gewoben wurden. In meinen Augen spricht der Autor viele aktuelle Themen kritisch an.
Er zeigt Außenseiter, eine Gemeinschaft friedliebender Vertriebener, Einzelgänger, verkappte Genies und lässt uns an ihrem Empfinden teilhaben.
Wobei dieser Part noch ausführlicher hätte behandelt werden dürfen und wohl der ursprünglich angedachten Länge geschuldet ist.
Er stellt die Frage, ob nicht gerne mal von gläubigen Menschen, der Glaube so zurechtgebogen wird, wie es ihnen passt. Und er deutet die Macht der Musik an, die hier missbraucht wird. Außerdem gewährt er Einblicke in die Entstehungsgeschichte, wie sie unter den Hopi Indianern gelehrt wird.
Da ich das Glück habe, in der Leserunde bei Lovelybooks dabei zu sein, werde ich erfahren, was der Autor selbst sich dabei gedacht. Welche Geschichten X, den Indianer und den Namenlosen verbinden.
Alles in allem ein recht gelungener Mix aus Western, Steampunk und Fantasy.
Vier Sterne von mir.

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Tags: fantasy, märchen, ratten, steampun, western   (5)
 

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krimi, mörder, diener, miss marple, landadel

Ein Pfau im Park

Tedine Sanss
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei O'Connell Press, 02.07.2015
ISBN 9783945227169
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: Ein Pfau im Park
Autor: Tedine Sanss
Hardcover 216 Seite
(erscheint am 02.07.2015)
ISBN: 978-3-945227-14-5
Preis: 11,90 €
E-Book
ISBN: 978-3-945277-15-2
Preis: 2,99 €

Tedine Sanss führt uns zurück in das Jahr 1922. Wir begleiten den privaten Ermittler Cristóbal O'Leary und seinen Butler, Fahrer und Sekretär in einer Person, Daniel Ffordes, auf das Landgut von Colonel Warren Banks. Erst vor Kurzem erwarb der Colonel diesen Besitz mit einem Vermögen, das er in Indien auf unbekannte Weise erlangte. Der Gastgeber lud eine illustre Runde ein, um eine Sammlung von Edelsteinen zur Begutachtung zu präsentieren:
Professor Basil Figgs, Bischof Jeremiah Cassock, der indische Prinz Quasim, und die Journalistin und Reisebuchautorin Genevere Huntington treffen kurz nach O'Leary und Ffordes ein. Nachdem Butler Brown, Diener Fathoms,, Zimmermädchen Doreen und eine alte, seltsam schweigsame Inderin alle Gäste untergebracht haben, trifft man sich auf der Terrasse zum Tee. Das Glanzstück der Sammlung, ›Das Auge der Göttin‹ ein großer Saphir fasziniert alle Betrachter und scheint niedere Instinkte freizusetzen.

O'Leary wurde eingeladen, weil die Polizei den Colonel vor dem Meisterdieb Rhosyn warnte, der unlängst ganz in der Nähe gesehen wurde.
Gleich in der ersten Nacht stirbt der Hausherr und O'Leary wird von dem Dorfpolizisten, dessen Vorgesetzter in Urlaub ist, um Unterstützung gebeten. Nachdem ein Arzt den Leichnam seziert hat, steht fest, Banks starb keines natürlichen Todes.
Während der Ermittlungen wird so mancher Gast enttarnt und auch die Dienerschaft ist nicht, was sie vorgibt, zu sein.
In guter alter Agatha Christie Manier lässt die Autorin den Leser bald diesen, bald jenen Akteur verdächtigen. (Ich persönlich machte der Tradition ›Mörder ist, wer am unwahrscheinlichsten erscheint‹ folgend, selbst vor dem Polizisten nicht halt.)
Allerdings wird es den wenigsten Lesern gelingen, die Bösewichter alle zu durchschauen. Denn es finden sich in dieser Runde Personen, die vorgeben jemand anderer zu sein, Kunstdiebe und Mörder.
Sämtliche Charaktere erkennt der Leser schon an der Sprache. Der eine stottert, der andere spricht nur unvollständige Sätze, andere schwafeln.
Man hat diese glanzvolle Runde förmlich vor Augen:
Die Reisebuch-Autorin, die amourösen Abenteuern nicht abgeneigt ist, den Bischof, der den weltlichen Genüssen, insbesondere dem Portwein, etwas zu sehr gewogen ist, den indischen Prinzen, der nicht nur durch sein Äußeres auffällt und der trocken-langweilige Professor. O'Leary, der durch Kajal, extravagante Kleidung und hohe Absätze ebenso besticht wie durch seinen klaren Geist, nicht zu vergessen.
Die Geschichte wird mit viel Humor von Daniel Ffordes erzählt, der mit einem Augenzwinkern alle kleinen Schwächen aufdeckt, ohne dabei je böse zu werden.
Am Ende werden alle Bösewichte gestellt, der Gerechtigkeit Geltung verschafft und der Leser mit einer mystischen Wendung überrascht.

Nicht alle Probleme werden auf die herkömmliche Art, im Sinne der Gesetzgebung, gelöst. Allerdings stimmt der Leser dem Ermittler in jeder dieser moralischen Entscheidungen zu, was eine Kunst für sich darstellt.

Obwohl dieser Roman eindeutig ein Krimi ist, finde ich die Sortierung unter ›Thriller‹ nicht ganz passend. Der Roman ist spannend geschrieben, aber er unterhält mehr, als ein Pageturner zu sein.
Die Leser, die Miss Marple oder Hercule Poirot mögen, werden auch an O'Leary ihren Spaß haben.

Ich mochte Agatha Christie und finde, Tedine Sanss ist eine würdige Erbin.
Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn die Autorin mich früher auf die mystische Schiene geleitet hätte. Prinzipiell gefällt es mir gut, wenn Krimi und Fantastik miteinander verwoben werden. Diese Entwicklung, besonders wenn sie zum Ende hin erfolgt, könnte allerdings von Kritikern auch für eine ›Deus ex Machina‹, eine unerwartete Person oder Begebenheit, die die Lösung bringt, gehalten werden.
Diese Kritiker sollten bitte nicht vergessen, dass ›Ein Pfau im Park‹ ein Debüt Roman ist.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die mystische Ader im Nachfolger, den ich mir wünsche, weit früher auftauchen wird.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es jedem empfehlen, der die alten Krimis liebt, die ohne die aktuell angesagte, sehr ins Detail gehende, Gewalt auskommen.

Dieses Debüt bekommt von mir die volle Punktzahl.
Ich bin gespannt, wo es diesen Ermittler noch hinführen wird.
In einen Zug? Auf ein Schiff? Bei dieser Autorin könnte ich mir O'Leary sogar auf dem Mond vorstellen.

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Tags: diener, krimi, landadel, mörder, mystik, spannung, spurensuche, verdächtige   (8)
 

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tod, frohmann, leid, heute, projekt

Tausend Tode schreiben

Christiane Frohmann
E-Buch Text: 313 Seiten
Erschienen bei Frohmann, 01.12.2014
ISBN 9783944195568
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags: frohmann, humo, leid, projekt, tod, traue   (6)
 

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marianne labisch, christian kuenne, arndt waßmann, p.machinery, sven klöppin

p.graffiti: 10 Jahre p.machinery

Paul Sanker , Vincent Voss , Arno Endler , D. J. Franzen
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei p.machinery Michael Haitel, 13.12.2014
ISBN 9783957650221
Genre: Sonstiges

Rezension:

p.graffiti
10 Jahre p.machinery Verlag
Taschenbuch: 332 Seiten
Verlag: p.machinery Michael Haitel; Auflage: 1 (13. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3957650224
ISBN-13: 978-3957650221
Preis 13,90 €
Der Verleger Michael Haitel feiert mit seinem Verlag zehnjähriges Bestehen. Das ist in Zeiten, in denen die meisten kleinen Verlage nach drei bis fünf Jahren das Handtuch werfen, beachtlich. Aber wer den Verlag und dessen Erzeugnisse kennt, der wundert sich nicht. Ein Verleger, der sein Handwerk versteht und Spaß daran hat, der überzeugt halt.
Wieder ein Buch, in dem Musik mitschwingt.
Die Musik von ›Extreme‹ und ihrem zweiten Album ›Pornograffitti‹ stand Pate für die Geschichten in diesem Buch. Die Storys fallen wieder sehr unterschiedlich aus, aber langsam fühle ich mich wie unter guten alten Kumpels.
D.J. Franzen hat mich mit seinem ›Breaking the law, breaking the law‹ laut auflachen lassen. (Danke Dirk, alter Junge. Wie geht es Mutter so die Tage?)
Vince, Paul, Frederic, Sven, Christian und alle anderen: Ich fühle mich wohl unter euch. (Spiel nicht mit den bösen Jungs, dringt nicht mehr vor zu mir!) Es ist wie in einer Clique, die sich trifft, um Spaß zu haben.
Und den hatte ich beim Lesen.

Zu den einzelnen Geschichten:

Paul Sanker – Walle! Walle …
Steve Jones und Francis Devreux streiten sich Jahr um Jahr um die innovativste Errungenschaft in Sachen Genmanipulation. Obwohl Devreux wie der sichere Gewinner des ausgelobten Preises aussieht, bekommt Jones durch die neue Errungenschaft seines Chefingenieurs Howard Oberwasser. Auf einer großen Gala werden die neuen Kreationen vorgestellt. Und dann geht etwas schief …
Paul hat sich den ›Decadence Dance‹ vorgeknöpft und hält der Gesellschaft, die glaubt, sich über die Schöpfung hinwegsetzen zu können, erbarmungslos den Spiegel vor. Mir gefällt das! Die Warner und Mahner dürfen nie aussterben.

Vincent Voss – Kill, kill!
Zwei Mörder sitzen sich an einem Tisch gegenüber. Einer der beiden hat eine besondere Gabe. So kurz die Geschichte ist, so rätselhaft ist sie auch.
Vincent erzählt kurz und knackig, braucht keine Schnörkel und lässt den Leser mit der Frage zurück: Was hat das zu bedeuten?

Arno Endler – Warum die Toten nicht schweigen
Ein sechzehn jähriger Junge ist Präsident er Vereinigten Staaten, oder dem, was von diesem Land noch übrig ist. Gerade hat er das dritte Attentat überlegt. Eine große Flutwelle wird den Rest des Landes in kurzer Zeit vertilgen. Es muss eine Auswahl getroffen werden, wer in dem letzten Raumgleiter ›Saviour‹ fliehen darf.
Obwohl ein Weltuntergangszenario gezeichnet wird, kommen Alkohol und Sex nicht zu kurz.

Arno Endler – Warum es geschah, wie es geschah?
Wieder spielt ein verhältnismäßig junger Präsident die Hauptrolle. Dieses Mal ist er allerdings nicht mehr im Amt, weil er sich aus freien Stücken zurückgezogen hat, um den Tod seiner Frau zu verarbeiten. Als allerdings auf dem Rasen vor dem weißen Haus ein wundersames großes Ei auftaucht, holt man ihn. Zuerst sträubt er sich, gibt sich dann aber geschlagen, als man ihm berichtet, dass diese Eier überall auf der Welt aufgetaucht sind. Man glaubt, er sei der Einzige, der dem Geheimnis auf die Spur kommen könnte.
Die Menschen haben den richtigen Riecher. Der Präsident umarmt das Ei, schickt ihm als der große Friedenstifter, der er ist, liebevolle Gedanken.
Das Ei öffnet sich und entlässt ein seltsames Wesen.
Mehr will ich nicht verraten.
Für mich ist diese Geschichte, eine derjenigen, die mir in Erinnerung bleiben werden. Sie bringt einen dazu, zu fragen, ob man nicht selbst beim Frieden stiften zu weit gehen kann. Sie hat mir sehr gut gefallen.

D.J. Franzen – Get the funk out
Drei Freunde treffen sich in der Unterwelt, um echtes Bier zu trinken, echte Musik zu hören und echten Spaß zu haben. Alles Dinge, die auf er Oberfläche nicht möglich sind. Die oberste Toleranzbehörde überwacht alles und jeden. Religionen sind ebenso verboten, wie Büchereien. Stattdessen wird jeder gezwungen, mindestens eine Stunde täglich vor dem Fernseher verbringen.
Es kommt, wie es kommen muss, Jonathan, einer der drei Freunde, fällt auf, wird verfolgt und flieht in die Unterwelt.
Diese Geschichte hat eindeutig Spaß gemacht. Nicht nur, dass der Autor lustige Ideen hat, (Wenn die Menschen furzen, müssen die Gase auf den Toiletten abgesaugt werden!), er erzählt auch unterhaltsam. Sein Jonathan ist kein übernatürlicher Held, aber einer, der Prinzipien, Wünsche und Sehnsüchte hat und sich deshalb nicht unterordnen kann.

Gabriele Behrend – Die Liebesmaschine
Obwohl sich die Autorin das gleiche Stück wie ich ausgesucht hat, sind zwei unterschiedliche Geschichten dabei herausgekommen.
Ein weiblicher Techniker, Katja, die für die Wartung eines riesigen Wohnkomplexes verantwortlich ist, versteht sich mit ›Spex‹ dem Wartungsmodul des Komplexes besser als mit den meisten Menschen.
Umso erfreuter ist, sie, als Spex ihr gesteht, dass er Kapazitäten im System freigeschaufelt hat, um das Wesen der Menschen zu erkunden und zu verstehen. Im Laufe der Zeit wird ›Spex‹ immer menschlicher. Er hilft Katja, ihren schlägernden Lebensgefährten loszuwerden. Die beiden beginnen, die alleinstehenden Bewohner des Hauses miteinander zu verkuppeln. Gemeinsam überprüfen sie deren Gewohnheiten, Vorlieben und bringen die Personen zusammen, bei denen sie große Übereinstimmungen entdecken. Sie wachsen einander so ans Herz, dass Katja sich in ›Spex‹ verliebt.
Mehr verrate ich nicht.
Diese Geschichte hat den Verleger zu Tränen gerührt und mich ebenfalls überzeugt. Sie ist eine der längsten Storys im Buch, aber man langweilt sich bei keinem einzigen Wort. Diese außergewöhnliche Liebesgeschichte, mit sehr liebenswerten Protagonisten hat mir gut gefallen. Für mich einer der Höhepunkte dieser Anthologie.

Marianne Labisch – Dave lacht
Mischehen zwischen Androiden und Menschen sind gestattet. Drew, eine erfolgreiche Polizistin, hatte genug von Männern, denen es nicht passte, dass sie erfolgreicher war als sie. Deshalb heiratet sie Dave, einen Androiden, der passgenau auf ihre Vorlieben programmiert ist. Aus Versehen hört Dave ein Gespräch zwischen Drew und ihrer Schwester, indem Drew zugibt, sich ab und zu mehr Gefühl von Dave zu wünschen.
Dave recherchiert, was es mit diesen Gefühlen auf sich hat und kommt zu der Überzeugung, als Androide niemals welchen entwickeln zu können. Es freut ihn sehr, einen alten Hindu im Netz zu finden, der Abhilfe verspricht, indem er den künstlichen Wesen menschliche DNA einpflanzt.
Hier will ich auch nicht zu viel verraten. Aber ich bin sehr gespannt, wie diese Geschichte ankommen wird, nachdem sie in einem Forum eine Diskussion darüber auslöste, wodurch sich nun Menschlichkeit auszeichnet.

Frederic Brake – Geldscheinheilig
Chief Financial Officer Giometta verlangt Aufklärung, warum es bei einer Aktion zu Abweichungen kam. Die Analyse ergibt, dass ein Besatzungsmitglied mehr Interesse an einer weiblichen Kollegin hatte, als an der gewinnbringenden Aktion. Was nach den fuggerschen Gesetzen nicht sein kann und darf.
Mehr kann ich nicht verraten, ohne den Clou vorwegzunehmen.
Frederic klagt die Gewinnsucht an, ohne mit dem Zeigefinger zu deuten. Gekonnt.

Frederic Brake – Das Ereignis
Die Alten sind überflüssig und werden entsprechend knappgehalten. Wenn sie über die Runden kommen wollen, sind sie gezwungen, auf gigantischen Müllkippen nach Verwertbarem zu suchen. Thomas Beckers ist einer von ihnen und noch neu in den Gruben. Es bereitet ihm Schwierigkeiten, sich gegen geschicktere Sucher durchzusetzen. Erst gegen Ende des Tages, kurz bevor die Grube geschlossen wird, findet er einen seltsamen Koffer, der er mitnimmt. Ein Biohacking-Set, das er für ein Spielzeug für reiche Kinder hält. Eigentlich will er den Koffer zu Geld machen, aber die Bezeichnung Leuchtbakterien macht ihn neugierig. Er mischt die verschiedenen Bestandteile zusammen. Als sich jedoch nach der angegebenen Zeit nichts tut, kippt er die übel riechende Brühe weg. Den Koffer mit dem restlichen Inhalt verkauft er. Über Nacht erkrankt er an einer Grippe, wie er meint. Mehr will ich nicht verraten.
Diese Geschichte war ein weiterer Höhepunkt für mich. Frederic mal ein düsteres Bild. Es hat den Anschein, als wäre es der Obrigkeit am Liebsten, wenn sich diese Alten zum Nutzen aller anderen einfach zum Sterben hinlegten.

Axel Kruse – It's a monster
Ham, ein Knecht auf dem Hof seines Onkels, entdeckt auf dem Heimweg eine seltsame Kutsche, aus der er einen Verletzten birgt. Der Mann sieht anders aus als alle Bauern, Edelleute und Knechte, die Ham kennt, und spricht einen unbekannten Dialekt.
Aber noch seltsamer ist, wie der Mann Ham behandelt. Als stünden sie auf einer Ebene. Das ist er nicht gewohnt, dennoch nimmt er den Mann mit zum Hof. Sein Onkel nimmt ihn auf, verpflegt ihn und stellt ihm sein eigenes Bett zur Verfügung. Da der Fremde sich gotteslästerlich verhält, hört der Bauer auf seine Frau und verrät ihn an die Obrigkeit. Ham bekommt Wind von der Angelegenheit und warnt seinen neuen Freund. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht. Hier ende ich, damit nicht alles preisgegeben wird.
Axel Kruses Monster, Ham, scheint in einer anderen Welt zu leben. Er ist mit sechs Jahren ein ausgewachsener, kräftiger, junger Mann, der von einer besseren Welt und der schönen Lady Jennifer träumt. Hat mich gut unterhalten.

Sven Klöpping – Pornograffitties
Als ich das Bild zur Story sah, dachte ich, ich spinne. Konnte es wahr sein, dass eine Frau uns ihr entblößtes Hinterteil präsentiert, wie Angus uns seinen nackten Arsch im Konzert hinhält? Ich drehte die Abbildung hin und her und blieb dabei: Ein Hintern! Alleine das machte zum Titel neugierig.
Und Sven erfüllt die derart geschürten Erwartungen. ;-)
Sein Held, der eigentlich ein Versager mit zu hohen Rechnungen ist, entdeckt unter Graffitties eines, das heißen Sex verspricht und dafür noch zahlen will. Eigentlich glaubt er es kaum, aber nach Nachgucken kann ja nicht schaden. Und tatsächlich, in dem Etablissement nimmt man sich seiner an …
Ich würde gerne mehr verraten, aber das überlasse ich dann doch lieber Sven in seiner unnachahmlichen Art.
Eigentlich keine Überraschung, dass er sich genau dieses Lied ausgesucht hat und die Story mit einem nackten Hintern ziert. (Ich bin nur froh, dass es nicht sein eigener ist. ;-) )

Achim Stößer – Bug-Eyed Monster: First Kiss
Mildred eine lebensmüde Frau, klettert auf ein unfertiges Hochhaus, raucht eine letzte Zigarette und will springen. Bevor es dazu kommt, wird sie von einem widerlichen Außerirdischen gekidnappt, der sich mit ihr paaren will.
Auch hier kann ich nicht mehr verraten. Nur so viel: Es lohnt sich, die Story zu lesen. Ich sah das hässliche Wesen direkt vor mir. Und ich wäre auch davon gelaufen.

Tedine Sanss – New York, über den Dächern
Virginia soll einen Mann heiraten, den ihre Mutter für sie ausgesucht hat. Aber zuvor bekommt sie noch Gesangsunterricht, muss Ballkleider anprobieren und den verhassten Zeichenunterricht absolvieren. Der Nachfolger ihrer ursprünglichen Lehrerin, ein muskulöser Schwarzer mit Humor, nimmt sie auf den ersten Blick für sich ein. Mit ihm verlässt sie zum ersten Mal in ihrem Leben das Haus. Er überredet den Zeppelinkapitän zu einer gemeinsamen Rundfahrt. Sie sieht Aufständische auf den Straßen und Landschaften, die ihr helfen das theoretische Wissen der Perspektive zu erweitern. Dieser furchtlose, geheimnisvolle Mann hat es ihr angetan. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn.
Als ihre Mutter dahinter kommt, wird der Zeppelinkapitän entlassen und Virginia wird ermahnt. Sie soll sich nicht in den letzten Tagen noch die gute Partie verderben.
Der Zeichenlehrer fühlt sich zu Virginia ebenfalls hingezogen, glaubt aber nicht an eine gemeinsame Zukunft. Dem Mädchen wurde eine heile Welt vorgegaukelt, die nur für die Oberschicht existiert. Er glaubt nicht, dass sie sich in der rauen Realität zurechtfinden würde, und kommt noch einmal zu ihr, aber nur um sich zu verabschieden. Heimlich folgt sie ihm …
Den Rest müsst ihr selber lesen. Eine Geschichte, die vermuten lässt, dass ich, als ausgesprochener Krimifan, von dieser Autorin auch Liebesgeschichten verschlingen würde.

Christian Künne – Susie pas d'amor
Ein namenloser Mann, der weder weiß, wer er ist, noch wo er sich befindet, wird von Susie gerufen. Er ist sich sicher, diese Frau zu kennen. So wie sie mit ihm spricht, scheint wenigstens diese verschwommene Erinnerung zu stimmen. Sie mag ihn und nimmt ihn mit in ein längst verlassenes Haus. Dort erschießt sie zwei Männer, die mit Knüppeln auf sie lauerten. Sie verspricht, ihm zu verraten, wer er ist, wenn er mit ihr weiterzieht. Gegen seine Instinkte folgt er ihr. Er hat Angst vor ihr, folgt ihr dennoch.
Es ist eine dunkle Welt, in die Christian Künne uns führt und ich hatte das Gefühl, dass dieses nicht erinnern dem eigenen Schutz dient. Als lauere eine Wahrheit hinter dem Schleier, die wir besser nicht kennen.

Arndt Waßmann – He-Man Woman Hater
Henry Gerring hasst Frauen, weil sie ihm in seinem Leben bislang immer übel mitgespielt haben. Seine Ex saugt ihn finanziell aus und entfremdet ihm die eigenen Kinder. Um halbwegs weiter existieren zu können, lässt er sich auf kriminelle Machenschaften ein. Er wird zum Sklaventransporteur. Weibliche Wesen schippert er mit seinem Raumschiff durch die Gegend und kassiert ansehnliche Summen dafür. Eine dieser Gefangenen gefällt ihm und er räumt ihr Sonderrechte ein: Er versorgt sie mit anständigem Essen, kleidet sie und teilt sein Bett mir ihr. Zum Dank verrät sie ihn und er landet im Gefängnis. Dort teile er seine Zelle ausgerechnet wieder mit einer Frau.
Die Geschichte, die Arndt Waßmann erzählt, unterhält. Irgendwie kann ich, auch als Frau, Henry verstehen, und hoffe, dass er über den Tellerrand blickt.

Galax Acheronian – Das Liebeslied
Admiral Justus Cooper hat sein Schiff verloren. Es opferte sich, um die Besatzung zu retten. Man vertraut ihm ein neues Raumschiff an, aber sein Herz hängt noch an dem alten. In tiefer Trauer vergräbt er sich in Erinnerungen. Seine Offiziere bemühen sich, ihn ins Team zu integrieren.
Er wird in einen Flottenverband beordert, der eine auffällige Ruhe ergründen soll. Da es dort seit ewigen Zeiten keine Gefechte gegeben hat, fühlt er sich abgeschoben, zur Bedeutungslosigkeit verdammt. Doch dann werden Flottenbewegungen beobachtet und die Geschichte nimmt einen anderen Ausgang, als man denkt.
Ein weiterer Höhepunkt. Mir hat diese Story sehr gut gefallen. Sowohl die Verbündeten als auch die Feinde der Menschen wichen von herkömmlichen Außerirdischen ab, aber die größte Sympathie gilt dem Raumschiff. Und das will etwas heißen.

Enzo Asui – Personal Coaching
Mike, ein Mann, der mindestens einen Meter Abstand zu anderen Menschen benötigt, um sich wohlzufühlen, nimmt an einem Seminar teil und lernt dort die Dozentin Erika kennen, die ihn mit ihrem blutroten Kleid gleich gefällt. Alles, was sie sagt, saugt er auf.

Diese Geschichte ist recht kurz überrascht dennoch zum Schluss.

Im Nachwort verrät der Verleger, wie er dazu kam, einen Verlag zu gründen.
Daran schließen die Vitae der Autoren an.

Wie ich zu Anfang schon sagte: Es hat Spaß gemacht, diese Anthologie zu lesen. Die Bilder und das Cover überzeugen ebenso wie die Geschichten. Insgesamt ein weiteres gelungenes Machwerk.
Auf die nächsten zehn Jahre, Michael! Prost!





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musik, punk, diane dirt, sven klöpping, sf

Bullet: und andere Storys aus dem MegaFusion-Universum

Sven Kloepping , Susanne Schnitzler , John Aysa , Dirk Bernemann
Flexibler Einband: 196 Seiten
Erschienen bei p.machinery Michael Haitel, 29.09.2014
ISBN 9783957650153
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die erste Anthologie des Sternwerk Verlages
Eintauchen in das MegaFusion Universum

Es ist unfassbar, wie viel Spaß es macht, sich mit Losern, Junkies und anderen seltsamen Figuren zu befassen …

Sven Klöpping hat ein Universum erschaffen, in dem sich bestimmt nicht jeder wohlfühlt. Wer Wert auf eine ordentliche Sprache legt, formvollendete Sätze liebt, der sollte die Finger von diesem Buch lassen.
Personen, die sich in denglish wohlfühlen, denen es nichts ausmacht, dass die Helden manches Mal Fell tragen und der Loosen beim Verlieren über die Schulter schauen mag, der wird seinen Spaß haben.
Ich habe mich köstlich amüsiert. Und nun zu den einzelnen Geschichten:

D. J. Franzen – Der große Gig

Ein Ermittler taucht ein in die Gedanken eines Veranstalters, der es offensichtlich geschafft hat, und doch ein unerwartetes Ende nahm. Scheinbar ist die Musik mit den Subsonic Effekten der Pink Deads nicht ganz unschuldig daran.

Die Geschichte wurde nicht umsonst an den Anfang der Anthologie gesetzt. Sie stimmt den Leser gleich auf das ein, was er zu erwarten hat.

Christian Künne – Die Uhr schlägt nicht mehr

Ein Mann erfährt, dass sein Spaß an Gewalt vererbt ist. Viel mehr kann ich nicht schreiben, ohne die Story vorwegzunehmen.
Mir persönlich war es in dieser Geschichte etwas zu viel denglisch.

Michael Schmidt – She

Eigentlich müsste mir She sympathisch sein, sie liebt meine Musik, dennoch würde ich mich wahrscheinlich vor ihr fürchten, wenn sie mir nachts begegnete. Michael hatte sie sicher exakt vor Augen, ich mag sie mir lieber nicht zu genau vorstellen. Es könnte sein, der Anblick raubt mir den Verstand. Diese Geschichte gehört für mich ganz eindeutig zu den Highlights dieses Bandes. Genial, Michael. Könnte mir gut vorstellen, dass die Weltkirche eine Belohnung auf ihr Fell aussetzt. Ich bin gespannt auf deine Fortsetzung.

Thorsten Küper – Der Mechaniker

Ein weiterer Höhepunkt des Buches. Thorsten Küper lässt uns einen Mechaniker/Programmierer, der vor einigen Jahren seinen sicheren Job verlor, begleiten. In weiser Voraussicht hat er für diese Zeit nach der Arbeit vorgesorgt. Wir dürfen ihn auf einem seiner unorthodoxen Raubzüge begleiten. Dieser Mechaniker hat sich ganz besondere Strafen ausgedacht.

Diese Story macht Spaß!

Sven Klöpping – Crime sponsoring

Ein Auftragskiller erhält einen neuen Auftrag. Die Story endet anders, als er erwartet hätte. Ein bisschen kurz Sven, aber mit einer überraschenden Wendung.

Jakob Moser – Die Vision

Masami, ein nihilistiser Undergrounder, hat ein Treffen mit einem Syndikatsboss. Der kommt mit seinen Bodyguards und einer Tussi und ist nicht gut drauf. Als Masami beginnt, die Leibwächter zu entsorgen, wird es dem Mafioso ganz anders.

Auch hier wartet der Autor mit einem überraschenden Ende auf, nachdem er uns durch das Leben eines Loosers geführt hat. Habe ich gerne gelesen.

Stefan Blankertz – Rambo II

Mit ein der besten Geschichten. Die Sprache, die der Autor extra für diese erfundene Storywahrheit schuf, versteht man ohne Probleme, da sie logisch aufgebaut ist. Eine Menschmannmaschine muss über sein vergessenes Leben hinauswachsen, um seine Tochter zu finden, die scheinbar entführt und misshandelt wurde. Es ist eine Freude, ihm dabei zuzusehen.

Vincent Voss – Bullet

So,so, wer dachte Vincent Voss sein ein bekannter Autor, der wird in dieser Story eines Besseren belehrt. ;-)
Otis, ein Mann, der in einem Einzimmersarg lebt, zieht das Hauptlos und gewinnt 3 Kugeln. Wir folgen ihm auf seinem Rachefeldzug.

Ich mochte diese Geschichte sehr, es kam mir permanent so vor, als säße Vincent mir gegenüber und zwinkere mir zu und das mit einem verdammt süffisanten Lächeln.

Susanne Schnitzler – Job of Clones

Neben mir, oder besser gesagt, meinem zweiten ich – Diane - die einzige Autorin, die sich ins MF Universum gewagt hat. Sie berichtet von einer ganzen Clon Armee, die den Aufstand probt. Lest selbst, ob es ihnen gelingt, gegen das System anzufurzen.

John Aysa – Ein einfacher Tag für ein einfaches Gemüt

Patong hat gerade einen Death Junkie in der Tiefe geworfen, als er angegriffen wird. Die Frau will sein Schicksal beeinflussen, damit sein Vorhaben zum gewünschten Erfolg führt. Obwohl er daran zweifelt, dass die Frau wirklich über diese Macht verfügt, muss er sich zwangsläufig ihrem Wunsch beugen.

Diese Geschichte hat mir gut gefallen. Erst zum Schluss bekommt man eine Vorstellung davon, worum es überhaupt geht.

Dirk Bernemann – J & G

J liebt G. Beide sind Außenseiter in einer Welt, die sich ihre Bewohner nach eigenen Wünschen zurechtformt. G fehlt der übliche thought controller, weswegen eine längst ausgestorbene Krankheit sie in den Klauen hält. Die Depression. J will diese Krankheit heilen und unternimmt deshalb eine gefährliche Reise.

Wie es ausgeht, verrate ich natürlich nicht.

Frederic Brake – Glücklichland

Brane und Mac treffen sich nach Jahren wieder und haben denselben kleinen Schisser im Visier, den sie allerdings an verschiedene Stellen verfrachten wollen. Brane will eine Prämie kassieren, Mac arbeitet fürs Syndikat und soll den Entführten heil zurückbringen.

Frederic verhilft dem Schisser zu Gehör, ohne ihn viel sprechen zu lassen – gekonnt.

Diane Dirt – Revenge

Die Exfrau eines Megakonzernbosses kehrt aus dem Underground zurück, um sich am Ex zu rächen. Sie scheut nicht vor dem Einsatz von Killermaden zurück.

Es war mein erster Ausflug in eine andere (Sprach-) Welt. Diane hört sich an, wie eine Ruhrpottschlampe. Vielleicht ist sie eine …

Andreas Winterer – Bloß nicht alt sein im U18

Ein kleiner Ladendieb wird beim Klauen gestört und ergreift die Flucht.
Bei wem er seine Beute abliefert? Lest es selber.

Andreas Flögel – Who is your daddy?

Lasst euch nicht von dem Titel in die Irre leiten.
Es geht um einen Junkie, der sich illegalen Stoff reinzieht und der seine Sex-Abenteuer aufzeichnet und verkauft. Heute hat er eine ganz besonders heiße Braut im Visier. Die verfolgt aber ihre ganz eigenen Pläne …

Tolle Story. Und wieder ein Ende, das man so nicht erwartet hätte.

Sven Klöpping – Homebasejump

Sven nimmt uns mit auf seine Basejumps. Er lässt uns die heiße Luft spüren, die an seinen Kleidern zerrt, macht uns mit seinen teils aufwendigen Vorplanungen bekannt, zeigt uns, wie man lästigen Gesetzeshütern entkommt und wir ahnen, welchen Spaß er selbst dabei hat.
Und am Ende zeigt er uns, was der Spaß für Risiken birgt.
(Mit einem erhobenen Zeigefinger.)

Aber wer will ihm dafür böse sein? Ich nicht! Denn ohne sein Universum gäbe es keine MF Geschichten. Und das wäre denkbar schade. Irre, wie in diesem Buch Musik eine Hauptrolle übernommen hat, ohne, dass es vom Herausgeber in irgendeiner Weise gefordert worden ist.
Neben der Musik, die die Autoren scheinbar irgendwie verbindet, fand ich die Experimentierfreude in Sachen Sprache außergewöhnlich hoch. Ob überwiegend denglisch, Slang, oder vermeintlicher Maschinensprache, es wurde probiert. Schon alleine deswegen lohnt sich das Buch.

Sven, wenn du je auf den Gedanken kommst, eine weitere Anthologie aus dem MF Universum herauszubringen, bin ich (oder Diane) auf jeden Fall wieder dabei.

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Tags: diane dirt, drogen, megafusion, musik, punk, sf, sven klöpping, vincent voss   (8)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

drogen, musik, verfal, hotel, mystery

Was geschah im Hotel California?

Marianne Labisch , Stefan Cernohuby , Wolfgang Schroeder , Thomas Strehl
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei p.machinery Michael Haitel, 28.08.2014
ISBN 9783957650092
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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82 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

heilbronn, psychothriller, thriller, henrike spohr, krimi

Heilbronn 37°

Henrike Spohr
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 20.10.2015
ISBN 9783954513659
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tamara, eine junge Künstlerin, arbeitet an den Bildern für ihre erste Einzelausstellung und hat in letzter Zeit den Eindruck, beobachtet zu werden. Ein Mann taucht sowohl am Wohnort als auch in der Nähe des Ateliers auf. Unweigerlich denkt sie zurück an ein schreckliches Ereignis in ihrer Kindheit. Um nicht zu viel zu verraten, berichte ich hier nicht weiter über diese schlimme Erfahrung. Ihr Mann Paul hält ihre Ängste zuerst für völlig unbegründet, aber dann erfasst auch ihn ein ungutes Gefühl, das er sich nicht erklären kann.

Andreas ist ein erfolgreicher Rechtsanwalt, der mit Anna verheiratet ist. Er hat ein großes Haus mit Swimmingpool gekauft, damit sie sich wohlfühlt. Aber auch diese vermeintlich heile Welt hat Risse. Was verheimlicht Andreas seiner Frau? Was hat der ominöse Buchstabe zu bedeuten, der immer wieder in seinem Kalender auftaucht? Warum trifft er sich mit einem abgehalfterten Privatdetektiv?

Henrike Spohr kann uns das Wetter so gut beschreiben, dass wir es spüren. Wenn ihre Tamara schwimmt, haben wir den Duft des Freibades in der Nase. Wenn es blitzt und donnert, wünscht man sich an einen warmen Kamin.

Sie beherrscht die kleinen, feinen Zwischentöne ziemlich perfekt. Ich schätze, wenn sie uns Urlaubsereignisse berichten würde, hätte sie immer noch ein aufmerksames Publikum.

Ihre Protagonisten sind durchdacht, haben Ecken und Kanten, was sie nicht immer sympathisch dastehen lässt. Und das ist der Punkt, der bei mir nicht ganz so gut ankam. Ich mag Hauptfiguren, mit denen ich mitfühlen kann. Vielleicht liegt es daran, dass ich älter bin und mir in der Realität egoistische Frauen, die sich auf 'Teufel komm raus' selbst verwirklichen müssen, nicht liegen? Kann sein.

Es gibt viele Rezensionen. Die meisten Leser besprechen das Buch sehr positiv, daher räume ich gerne ein, dass es wahrscheinlich an mir liegt und nicht am Buch.

Lesenswert ist es nämlich allemal.

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1.287 Bibliotheken, 19 Leser, 3 Gruppen, 52 Rezensionen

thriller, fitzek, sebastian fitzek, psychothriller, krimi

Das Kind

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 03.09.2012
ISBN 9783426512173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Robert Stern, ein erfolgreicher Anwalt, wird von seiner Ex-Freundin zu einem abgelegenen Fabrikanwesen gerufen. Dort präsentiert sie ihm einen neuen Klienten: den 10-jährigen Simon. Er behauptet ein Serienmörder zu sein. In einem früheren Leben will er mehrere Verbrecher hingerichtet haben. Stern hält es für Spinnerei, muss seine Meinung jedoch revidieren, als das Kind ihn immer wieder zu bislang unentdeckten Leichen führt. Zudem nimmt ein Unbekannter Kontakt zu ihm auf und deutet an, sein Sohn, der an plötzlichem Kindstod verstarb, wäre noch am Leben. Er können ihn treffen, wenn er das Mandat des Jungen übernähme.


Obwohl Stern sich geschworen hat, niemanden mehr an sich heranzulassen, empfindet er schnell Sympathie für den Jungen, der bald sterben wird, weil er einen Tumor im Hirn hat. Die Geschichte wird immer rätselhafter, und zieht Stern in Kreise, die er verabscheut.

Mehr will ich nicht verraten.

Die Geschichte ist für meinen Geschmack sehr gekonnt konstruiert. Obwohl ich ahnte, dass sich dieser Thrillerautor nicht in eine Esoterik-Ecke drängen lassen würde, fand ich seine Auflösung überzeugend. Und noch besser gefiel mir, dass doch am Ende ein kleiner übersinnlicher Touch übrig blieb.

Ich fand diese Story sehr spannend geschrieben. Obwohl ich es mag, wenn Geschichten gut ausgehen, freute ich mich, dass es keine plötzliche unerklärliche Heilung für den Jungen gab.

Absolut empfehlenswerter Lesestoff.

 

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Tags: liebe, spannung, wiedergeburt karma mutter veränderung egoismus karriere beruf sinn des lebens lebenszweck liebe eifersucht freundschaft   (3)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Enter Sandman: Inspiration Metallica

Matthias Falke , Marianne Labisch , Enzo Asui , Bettina Ferbus
Flexibler Einband: 212 Seiten
Erschienen bei p.machinery Michael Haitel, 14.08.2013
ISBN 9783942533713
Genre: Sonstiges

Rezension:

Enter Sandman

Inspiration Metallica

AndroSF 34

Herausgeber: Michael Haitel

Verlag: p.machinery

Seiten: 212

Preis: 8,90 €

ISBN-13: 978-3942533713

Anthologie mit Geschichten, die durch die Musik von Metallica inspiriert wurden.

Vorab: Ich bin begeistert. Dieser Verlag liefert ja eigentlich immer gute Bücher ab, aber dieses stellt etwas ganz besonderes dar. Es enthält keine einzige Geschichte, die mich gelangweilt hätte. Ganz im Gegenteil war ich erstaunt, wie unterschiedlich die Herangehensweisen sind. 

Mathias Falke: Justice! Nothing Else!

Eine Inspektionscrew landet auf Frecken, einem fernen Planeten, der vom Menschen ausgeplündert wird. Mittels Schallwellen werden Bodenschätze abgebaut. Zur Begrüßung wird ein Fest veranstaltet, das einen unerwarteten Ausgang nimmt. 

Mathias Falke kreiert neue Wörter, die einem beim ersten Lesen selbstverständlich erscheinen. Der Planet Frecken weckte unweigerlich Assoziationen zu Wacken, dass man durch einen Funnel gleitet wie durch einen Tunnel - vollkommen klar. Seine Ideen sind originell, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob die Erklärungen seiner Protagonisten zu den Unterschieden von Heavy Metall und Hardrock haften bleiben werden.

Marianne Labisch: Ausbruch


Hank lebt in einer Menschenverwahranstalt und ist es leid. Mit St. Anger im Ohr beschließt er sein Leben zu ändern und verlässt mit einigen anderen sein offenes Gefängnis. Sie stoßen auf ihrer Reise auf verschiedene Gruppen.

Über meinen Stil mögen andere befinden.

Enzo Asui: Das Ende einer Salatschüssel

Gernots großer Traum ist Fußball. Er würde gerne eine Meisterschüssel in den Himmel recken. Leider erweist er sich als Spieler nicht geeignet. Dennoch lässt er sich nicht von seinem Plan abhalten und schlägt die Trainerlaufbahn ein. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht. 

Enzo Asui beschäftigt sich unaufdringlich mit Heldenmythen. Seine Botschaft kommt an.

Bettina Ferbus: Spuren im Sand

Was im ersten Moment wie ein Schlagertext anmutet, ist reinster Horror! Frank sitzt in Haft auf einem Wüstenplaneten. Dort werden die Gefangenen mit wenig Wasser und Lebensmitteln am Leben erhalten. Allerdings lauern im Sand winzige parasitäre Würmer, die dem Menschen Flüssigkeit entziehen und unweigerlich zum Tode des Wirts führen.

Bettina Ferbus beschreibt diese bedrohliche Atmosphäre so gut, dass meine Haut erst nach einem halben Tag wieder aufhörte zu jucken. Die Geschichte gehört mit zu meinen absoluten Favoriten. 

Simone Wertenbroch: Prof. Dr. Hybris

Tom besucht seinen Vater im Labor, um ihm seine Verlobte vorzustellen und findet es verwüstet vor. Allem Anschein nach sind einig der vom Professor erschaffenen Wesen geflohen. Sein Vater selbst befindet sich in einem Tank und mutiert zu einem anderen Wesen. Kiemen zeichnen sich schon deutlich ab. 

Simone Wertenbroch erzählt souverän und zwischen den Zeilen erkennt man ihren Sinn für Humor. 

Torsten Scheib: Schwester Sexy

Ein Mann liegt mit schwersten Verbrennungen im Krankenhaus. Da er der Sohn eines wichtigen Mannes ist, wird man ihn um jeden Preis retten, ohne ihn zu fragen, was er davon hält. Wenn er zu Bewusstsein kommt, plagen ihn unerträgliche Schmerzen, die sofort mit starken Mitteln unterbunden werden. 

Um seiner Erinnerung auf die Sprünge zu helfen, entführt ihn eine sexy Krankenschwester.

Torsten Scheib führt den Leser bewusst auf eine falsche Fährte, statt ihn verblüfft zurück zu lassen, führt er uns in eine Endlosschleife. 

Abel Inkun: Mutter sagt …

Überlebende einer Katastrophe geraten bei der Nahrungssuche aus Versehen in einen alten Metro-Schacht und werden dort geortet. Die Oberbefehlshaberin, von allen Mutter genannt, befiehlt die Beseitigung. Mit Kampfmaschinen, den Veterans, macht er sich auf den Weg. Die Eindringlinge werden kurzerhand liquidiert. Aber damit nicht genug. Die ganze Siedlung der Pets, wie die frei lebenden Menschen genannt werden, soll dem Erdboden gleichgemacht werden. In unserem Helden regt sich Widerstand.

Abel Inkun erzählt flüssig. Seine Wortschöpfungen lassen Vermutungen über seine Einstellung zu. Nur bei den Namen der 'Pets', fragte ich mich, ob er gerade einen Italienischkurs belegt. Überrascht war ich über ein für diesen Autor atypisches Ende. 

Frederic Brake: Rein gewaschen 

Zwei Räuber werden verfolgt. Die Eigentümer des Diebesgutes geben ihnen die Chance sich zu ergeben. Die beiden nehmen diese Gelegenheit nicht wahr. Sie hoffen, zu entkommen. Allerdings setzten die Verfolger eine Bombe ab, die sie treffen wird, bevor sie den Sprungpunkt erreichen werden. Im Angesicht des nahen Todes machen sie sich gegenseitig Geständnisse. 

Frederic Brake erzählt auf frische Art und gibt an, von der MegaFusion Welt beeinflusst worden zu sein. Was mich auf seinen Beitrag in der MegaFusion Anthologie, die im Oktober erscheinen soll, gespannt macht. 

Sabine Frambach: Der Meister 

Eine Frau befindet sich im Krankenhaus. Schon halb benebelt versuchte sie, ihren Widerstand aufrechtzuerhalten. Mit äußerster Konzentration gelingt es ihr, sich ins Bewusstsein zurückzuholen. Sie schafft es sogar von der Bahre zu flüchten, aber die Pfleger und Ärzte sind hinter ihr her.

Auch Frau Frambach führt uns genüsslich aufs Glatteis und löst überraschend auf. 

Flo P. Schmidt: Wolken über Jawaigoth

Oberst Jack Razver ist mit seiner Gruppe auf einem fernen Planeten stationiert und wurde beauftragt, den Feind endgültig zu zerstören. Dieser Feind sind riesige Insekten, die in einem Lebewesen heranwachsen, das an einen kilometergroßen Kraken erinnert. Es gelingt seiner Gruppe, in diese lebende Festung zu gelangen und den Kampf aufzunehmen.

Flo P. Schmidt verarbeitete in seiner Geschichte, die für meinen ganz persönlichen Geschmack mit zu vielen Wiederholungen gespickt wurde, alle Metallica Platten und Titel. Mit diesem selbst-gestellten Anspruch konnte es keine Ultra-Kurzgeschichte werden. Manche Wendung, besonders zum Ende hin, erschien mir unglücklich gewählt. 

Carsten Thomas: T-Ex

Ein Mann in einer Bar. Ein Tumult bricht aus. Der Mann mittendrin. Er ermordet einen Widersacher und flieht.


Carsten Thomas erzählt eine kurze, intensive Geschichte von T-Ex Kriegern. 

Ich hoffe, ich bekomme einmal eine etwas längere Story von ihm zu lesen, weil ich sicher bin: Er würde auch längere Geschichten interessant erzählen.

Sven Klöpping: 150.000.000 neue Fans

Ein gewisser Mr. H. wird, zum was weiß ich wievielten Mal, neu erschaffen. Man braucht ihn. Die Welt wartet nur darauf, ihn in Konzerten zu erleben. Eine Welt Tournee ist gebucht und komplett ausverkauft. Deshalb ist das Erste, was der neu erschaffene Mr. H. machen muss: Seine Unterschrift unter die Dokumente setzen. Irgendwo anders existiert ein Mann, der aus der Zivilisation geflohen ist und im Urwald lebt. 

Sven Klöpping, lässt uns die ganze Zeit zwischen den Zeilen vermuten, dass der Sänger von der Masse zerrissen wird, übelste Mutanten auf ihn warten oder noch viel Schlimmeres geschehen wird. Die Auflösung hat mich überrascht und auch ein wenig enttäuscht.

Aber für jeden sieht Horror anders aus. ;-)

Hans Jürgen Hetterling: Dinge, die es nicht geben sollte


Ein Mann ist der Einladung eines seltsamen Professors gefolgt und sitzt ihm gegenüber. Der Professor will wissen, ob er es dabei hat und ihm geben wird. 

Der Mann zweifelt am Verstand des alten Mannes, hört ihm aber weiter zu, als er ihm die Geschichte der Welt erzählt. Allerdings weicht diese Geschichte erheblich vom allgemein Bekannten ab und wird immer verschrobener.

Wer mehr wissen will, sollte zum Buch greifen.

Hans Jürgen Hetterling erzählt eine Geschichte, die uns in ihren Bann zieht. Obwohl er weit ausholt, wird es nie langweilig. Ein weiterer Favorit.


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wüste, historie, freundschaft, ägypten, religion

Die Reise der Sündenheilerin: Historischer Roman (Sündenheilerin-Reihe)

Melanie Metzenthin
E-Buch Text: 496 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 13.08.2013
ISBN 9783492961356
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Reise der Sündenheilerin von Melanie Metzenthin

Lena begleitete Philip und Said auf der Reise nach Ägypten. In Hamburg schließt Thea sich ihnen an. Sie hat Philip den Verrat an sich und ihrem Vater noch nicht vergeben und sinnt auf Rache. Auf dem Meer lauern Piraten. Dennoch erreicht der Trupp um Philip das Ziel Alexandria unbeschadet. Bei Philips Großvater, Michael, dem Pferdezüchter, erfahren sie, dass dieser Drohungen von einem gewissen Schakal erhält, seit bekannt wurde, dass Philip zurückkehren wird. Ein tot geglaubter Feind Philips, Khalil, trieb einst unter diesem Namen sein Unheil. Thea sucht und findet den Schakal und verbündet sich mit ihm.

Dann entwickeln sich die Dinge anders als geplant und das Geheimnis der verborgenen Stadt gelangt in Khalils Hände. Die Gruppe um Philip macht sich auf die Suche nach Djeseru-Sutech, der alten verborgenen Stadt, in der nicht nur unermessliche Reichtümer, sondern das gesamte Wissen der Menschheit, verborgen liegen sollen. Ob dieser Ort ein Mythos ist, oder tatsächlich existiert, will ich nicht vorwegnehmen. Dieser Roman erzählt die Geschichte viel spannender als, ich es in einer kurzen Zusammenfassung könnte.

Für mich ist dieses Buch nicht nur ein historischer Roman, sondern ein kleines Stück Völkerverständigung. In Zeiten, in denen die Fronten verhärtet scheinen, Anhänger verschiedener Religionen unfähig sind, aufeinander zu zu gehen, legt Melanie Metzenthin ein eindringliches Plädoyer für gegenseitiges Verständnis ab. »Nicht die Bekenntnisse zählen, sondern die Taten«, lässt sie Ihre Protagonisten mehrfach sagen. Dies ist ganz und gar atypisch für historische Romane, die sich überwiegend mit dem katholischen Glauben beschäftigen. Bei Melanie Metzenthin kommen Christen, Heiden, Juden und Muslime vor. Ihr gelingt es, alle Religionen gleichberechtigt nebeneinanderstehen, ja, sie wagt es sogar die Glaubensrichtungen sich untereinander vermischen zu lassen. Und das schätze ich. Wenn sich diese Einstellung verbreiten würde, wäre die Welt besser dran.

Die Autorin beschreitet nicht nur hinsichtlich der 'Religionsfreiheit' neue Wege, sondern sie vermischt gekonnt den historischen Roman mit fantastischen Elementen, die sonst eher selten in dieser Gattung vorkommen. Sie entführt uns in ferne Welten mit ihren seltsamen Sitten und Gebräuchen und nicht einmal entsteht der Eindruck des Unwirklichen. Vielmehr sehen wir uns in eine märchenhafte, zauberhafte Welt katapultiert, in der sich jeder Fremdling schnell heimisch fühlt, mach einer sie gar der Realität vorzieht.

Melanie Metzenthins Gestalten leben, fühlen, lieben und hassen überzeugend. Es gibt keine Figur, deren Handlungen wir nicht nachvollziehen können. - Bis auf einen Schurken, der sich zum Ende hin nicht einfach aus dem Staub macht. Dies ist nur mein subjektives Empfinden. Aber selbst das verüble ich der Autorin nicht; nur so konnte er das verdiente Ende erleben. Absolut lesenswert, spannend und knisternd bekommt dieser Roman von mir die Höchstwertung.

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Tags: ägypten, freundschaft, gauner, gefühl, geheime welten, historie, liebe, religion, spannung, wüste   (10)
 

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Zwischen Mythos und Wirklichkeit

Constanze Mendig
Flexibler Einband: 297 Seiten
Erschienen bei CODI Verlag, 30.04.2013
ISBN 9783942312189
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zwischen Mythos und Wirklichkeit, Anthologie - Codi Verlag


Zuerst einmal spreche ich Constanze Mendig ein großes Lob aus. Die Geschichten dieser Anthologie hat sie wunderbar zusammengestellt. Ich war mir nie darüber im Klaren, wie schön doch Zigeunergeschichten sein können. Dieses Buch hat, zumindest bei mir, einen Wunsch nach mehr hinterlassen.

Constanze Mendig hat Geschichten aus dem hier und jetzt mit welchen aus vergangenen Zeiten kombiniert und doch zu einer Einheit verwoben.


Und auch an Manuela Deutschland, von der die Idee zu diesem Buch stammt und die ein Vorwort verfasst hat, geht mein Dank.


In diesem Buch ist von Zigeunern die Rede. Jeder der Autoren weiß, dass diese Bezeichnung nicht korrekt ist, aber in diesem Fall wird der Name nicht ein einziges Mal im negativen Sinne verwendet. Vielmehr musste ich oft an das Lied Zigeunerjunge von Alexandra denken. Wie in dem Lied klingt eine Sehnsucht durch, sich diesem Volk anzuschließen, Musik, Magie und Mystik ebenso mit ihnen zu teilen, wie die Freiheit, weiterziehen zu können, wann immer man mag. Die Vorurteile, mit denen sich das Fahrende Volk auch heute noch konfrontiert sieht, werden nicht unterschlagen, sondern bilden in fast allen Geschichten die Kehrseite der Medaille.


Die Seitenzahlen kamen mir im Verhältnis zur Schriftgröße über proportioniert vor, und meiner Meinung nach sollte bei der Verwendung von Blocksatz Silbentrennung zur Anwendung kommen, um die Löcher im Text zu vermeiden. An zwei, drei Stellen kam der Satzbruch durcheinander, aber das sind Kleinigkeiten. Ich kann die Lektüre dieses Buches uneingeschränkt empfehlen.

Mit kleinen Zusammenfassungen, ohne das jeweilige Ende zu verraten, möchte ich die Lust auf das Buch wecken:


Uwe Ackermann - Die Erde ist keine Scheibe

Ein Mann hat eine Wahrsagerin besucht und läuft laut »Ketzerei« schreiend davon und löst damit einen Anschlag auf die Zigeuner aus. Einzig Nikolaus, der Sohn eines bedeutsamen Mannes, mag sich der Vorverurteilung nicht anschließen. Verhindern kann er den Brandanschlag allerdings auch nicht. Was hat den Mann so aufgebracht? Die Zigeunerin trug ein Amulett, auf dem die Erde als Kugel dargestellt war. Keiner ahnt, dass Nikolaus sich mit einer Frau aus dem Zigeunerlager angefreundet hat. Hat ihre Liebe in diesen Zeiten Bestand?

Robert Beringar - Ein magischer Sommer

Melanie fliegt eine Taube zu, die sich auf ihrer Schulter niederlässt. Zu Hause angekommen berichtet Melanies Mutter, Sandra, aus ihrer eigenen Kindheit. Von ihrem ersten Urlaub bei der Familie ihres Vaters in Jugoslawien, die zu früheren Zeiten dem fahrenden Volk angehörten. Durch die Großmutter erlernt sie nicht nur die Sprache, freundet sich mit alten Geschichten an, lernt einiges über Magie, sondern findet auch ihre Berufung.

Dominic Böhm - Flötenwind

Wiliam, 10 Jahre alt, lebt als Waise im mittelalterlichen London. Es fällt ihm schwer, sich durchzuschlagen. Sein Magen knurrt und obwohl er nicht gerne stiehlt, sieht er kaum noch eine andere Möglichkeit, seinen Hunger zu bekämpfen. An einem Tag hört er eine Melodie, die ihn in ihren Bann zieht, folgt ihr und trifft auf einen alten Mann, der auf einer Flöte die wunderschönsten Klänge produziert. Der Mann schenkt dem Knaben die Flöte und wie durch Zauber kann der Junge darauf spielen. Wie bezaubernd es weitergeht, verrate ich nicht. Die Geschichte ist auf jeden Fall lesenswert.

Annemarie Craatz - Die Familienchronik

Jorina und Arpad, ein Zwillingspärchen besucht die Großmutter, um von ihr über ihre Vorfahren zu erfahren. Sie müssen für die Schule eine Familienchronik erstellen. Bis jetzt wissen die beiden nur, dass sie zum Stamm der Sinti gehören. Die Großmutter, Marva, berichtet, dass sie bei der Schwester ihrer Mutter aufwuchs, weil ihre Eltern als Musikanten durchs Land zogen. Und sie berichtet, wie es im Nazideutschland zuging. Aber mehr möchte ich an dieser Stelle auch nicht verraten.

Markus Cremer - Alte Zeiten

Auch hier wird über Deutschland unter dem Nationalsozialismus berichtet. Eine Frau erinnert sich, wie die Gefahr zuerst unterschätzt wurde, wie dann die ersten Wohnwagen brannten, Menschen verschwanden, um nie wieder aufzutauchen. Ihr eigener Mann war derjenige, der nicht glauben wollte, dass sie von Menschen, die ihnen zuvor wohlgesonnen waren, plötzlich gemieden wurden. Er kann nicht verhindern, dass seine Frau ebenfalls abgeholt und operiert wird. Ob es dennoch ein versöhnliches Ende gibt?

Magdalena Ecker - Der Wolf und die Hunde

Zwei Männer werden von Zigeunern großgezogen und als Jünglinge von einer mächtigen Waldfee auf eine Reise geschickt. Sie vertraut ihnen ein Mädchen an, welches die jungen Männer sicher zu ihrer Hochzeit geleiten sollen. Unterwegs treffen sie auf einen anderen Stamm, der ihnen gastfreundlich entgegentritt, aber hinterrücks Übles plant. Werden die beiden es schaffen und von ihrer wahren Identität erfahren?

Tanja Hanika - Asmara

Asmara die Wahrsagerin weissagt der Prinzessin Marianne, die kurz vor ihrer Hochzeit steht, sie möge sich vor Wasser in acht nehmen, es berge große Gefahr für sie. Als kurz darauf die Prinzessin ertrinkt hält man Asmara für eine Hexe und der Clan muss Hals über Kopf aufbrechen. Selbst ihre eigenen Leute werfen ihr kritische Blicke zu. Beim nächsten Halt hören sie weiterhin böses Gerede und müssen weiterziehen. Finden sie einen Ort, an dem man ihnen wohlgesonnen ist?

Ilka Haug - Zigeunermond

Miss Catherin, eine junge Adlige, die von ihrem Vater verheiratet werden soll, ist ein kleiner Wildfang, der die Natur liebt. Auf einem ihrer Ausritte wird sie von einer wunderschönen Melodie angezogen und sieht einen jungen Mann, der ihr viel besser gefällt als ihr Verlobter. Allerdings handelt es ich um einen Zigeuner und deren Ruf ist nicht der Beste. Als der junge Mann auf dem Gut ihres Vaters Arbeit findet, freunden die beiden sich heimlich an. Ob sie eine Zukunft haben? Ilka Haugs Geschichte verströmt Romantik und gehört mit zu meinen Favoriten. Ich würde sie auch lesen wollen, wenn es ihr je in den Sinn käme, sie zu einem Roman auszuarbeiten. Einfach bezaubernd.

Bettina Ickelsheimer - Der Fluch der alten Kiefer

Der Bürgermeister einer Kleinstadt will die Kiefer nach einem Sturm, der offenbart, dass der Baum morsch ist, fällen lassen. Eine alte Frau will das um jeden Preis verhindern, denn die Kiefer wurde vor langer, langer Zeit von Zigeunern mit einem Fluch belegt. Wird es ihr gelingen, den Bürgermeister umzustimmen? Oder steckt vielleicht ganz etwas anderes dahinter?

Inga Kress - Ganz leise erklingt eine Zigeunerweise …

Angezogen von dem besonderen Spiel einer Geige macht Hanna Bekanntschaft mit den Zigeunern, die am Ortsrand lagern, und lernt dort den Jungen kennen, der dieses Instrument so gut zu spielen versteht. Am nächsten Abend spielt der Junge ganz genauso gut auf der Gitarre. Da der Junge keinen Ton spricht, nennt sie ihn nach dem einzigen Zigeuner, den sie persönlich kennt, Janosch. Auch ohne Worte verstehen sich diese beiden Kinder. Doch eines Tages sind die Zigeuner fort. Ob es ein Wiedersehen geben kann?

Margret Küllmar - Friederike und Stephan

Friederike, die Tochter des Pfarrers ist schwanger! Ohne einen Mann geehelicht zu haben. In dieser Zeit eine Unmöglichkeit. Und dann ist der Vater des Kindes auch noch ein Zigeuner. Diese Beziehung hat weder auf der einen noch auf der anderen Seite eine Zukunft. Friederike flieht von zu Hause nur, um zu erfahren, dass ihr Geliebter eine andere Frau heiraten wird. Ob dennoch ein Happy End in Sicht ist?

Marianne Labisch - Sehnsucht

Nina lernt ein Zigeunermädchen kennen und würde gerne genauso frei sein, aber ihr Vater hält dieses Volk für Diebe, Betrüger und traut ihnen sogar noch schlimmere Dinge zu. Er verbietet seiner Tochter den Umgang. Die Kinder treffen sich heimlich. Gizella, so der Name des Zigeunermädchens, meint seine Großmutter könne Ninas Wunsch nach einem Besuch erfüllen. Und tatsächlich ein paar Tage später erklärt ihr Vater sich mit dem Besuch einverstanden. Ob er ihm jedoch gefällt, darf bezweifelt werden.

Oliver Lehnert - Der letzte Klient

Die Wege von Nanosch und Loredana kreuzten sich vor vielen Jahren. Sie las ihn auf, als er zusammengeschlagen am Wegesrand lag. Nun finden Sie wieder jemanden, der auf der Straße liegt. Loredana nimmt sich seiner an und taucht ab in seine Geschichte. Die ich hier aber nicht verraten werde.

Doris Lösel - Das Amulett

Eine Familie wird, bis auf ein dreizehnjähriges Mädchen, komplett ausgelöscht. Man befürchtet sogar, das Kind könne das Blutbad angerichtet haben. Von ihm fehlt jede Spur. Wir erfahren ihre Geschichte, die fantastisch und spannend zugleich ist. Einer der Höhepunkte der Anthologie.

Wilfried Mende - Einmal Malta und zurück

Ein Mann, der ohne Vater aufwuchs, erfährt von einer Wahrsagerin, wo er seinen Vater finden kann. Es soll nach Malta reisen, dort würde er weitere Informationen erhalten. So verrückt sich die Sache auch anhört, er wagt die Reise, ohne ein Hotel zu buchen. Und tatsächlich bekommt er weitere Instruktionen. Ob er mit dem Ergebnis seiner Reise zufrieden ist?

Karoline Pauluhn - Monikas Puppe

Die kleine Monika lernt das Zigeunermädchen Loredana und deren Großmutter kennen. Sie mag das Mädchen, das eine Puppe hat, die ebenfalls Monika heißt. Sie ist fasziniert von dieser geheimnisvollen Welt, in der die Großmutter ihren Besuchern die Zukunft vorhersagt. Weil ihre Eltern diesen Umgang nicht gutheißen, besucht sie Loredana heimlich. Ob die Freundschaft auch gegen Vorurteile Bestand hat?

Tabea Petersen - Die Geige meines Vaters

Die kleine Milena macht sich auf den Weg, ihren Vater zu sehen, von dem sie nur weiß, dass er in einer Zigeunerband spielt. Im Gepäck hat sie sein Abschiedsgeschenk an ihre Mutter, eine Geige. Auf einem Plakat hatte sie gesehen, dass er ein paar Orte weiter ein Konzert gibt. Ohne ihre Mutter zu fragen, besucht sie dieses Konzert und trifft zum ersten Mal ihren Vater. Wie dieses Treffen verlaufen mag?

Anna Juliane Rämisch - Zornesflammen

Aleksander, der sich lieber in der freien Natur, als in gepflegten Salons aufhält, trifft auf dem Jahrmarkt eine bildhübsche Wahrsagerin, die ihm Rufe in der Nacht prophezeit und sagt, er müsse sich beeilen, um nicht zu spät zu kommen. Nachdem dieses Ereignis stattgefunden hat, besucht er sie und die beiden werden ein heimliches Paar. Kann das in dieser Zeit gut gehen?

Niko Sioulis - Disharmonie

Der kleine Uri flieht aus dem Waisenhaus und wird von Zigeunern aufgenommen. Von der alten Großmutter, die ihm zu Beginn etwas unheimlich vorkommt, erfährt er, warum dieses Volk immer auf der Reise ist.

Jens Walter - Die Muse

Es geht um einen Autor, der nach anfänglichem Erfolg nichts mehr zu Papier bringt. Er sieht einen Jungen, der in der Fußgängerzone mit seinem Pferd bettelt, und kauft Möhren und Süßigkeiten für die beiden. Der Junge ist ihm dankbar und lädt ihn ein. Der Autor lernt eine hübsche Zigeunerin kennen, die ihm hilft, seinen Kopf aufzuräumen. Allerdings mit nicht zu erwartenden Folgen. Ein weiterer Höhepunkt dieser Anthologie.

Marcus Watolla - Der Clan der Zigeuner

Einem Mann platzt bei einer Fahrt der Reifen. Zwei Männer bieten ihre Hilfe an, schlagen ihn bewusstlos und hauen mit dem Wagen, Handy und der Geldbörse ab. Zigeuner finden ihn halb erfroren und päppeln ihn wieder auf. Allerdings empfehlen sie ihm, den Wohnwagen in der Nacht nicht zu verlassen. Was wird er sehen, wenn er aus dem Fenster blickt?

Simone Wertenbroch - Der Fluch der Mirga

Die Mirga fliehen von Serbien aus nach Deutschland. Die Großmutter Nanoka soll entscheiden, ob man am Ziel sesshaft werden soll, doch die gibt die Karten, in denen die Antwort zu finden ist, an ihre Tochter Mossia weiter. Obwohl diese keine stolze Sintiza ist, spricht sie sich dafür aus, zu bleiben. Jahre später, kommt eine Frau zu Mossia, um zu erfahren, ob sie nach vielen Fehlgeburten doch noch ein Kind bekommen wird. Weiter geht es, anders als zu erwarten.

Tobias Wulf - Der Zauberwürfel

Eine der kürzeren Geschichten. Ein Mann hat einem Zigeuner auf dem Jahrmarkt einen Zauberwürfel geklaut, der ihm Wünsche erfüllt. Allerdings mit seltsamen Nebenwirkungen.

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heiligenhafen, dänen, schiff, dänemar, hanse

Schicksalsstürme

Melanie Metzenthin
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.08.2012
ISBN 9783492274166
Genre: Historische Romane

Rezension:

Melanie Metzenthin - Schicksalsstürme

Das Soft-Cover ist typisch für historische Romane: Eine junge, hübsche Frau blickt verträumt ins Kerzenlicht. Im Hintergrund sieht man, für meinen Geschmack nicht deutlich genug, ein Segelschiff. Sowohl der Name der Autorin als auch der Titel sind in Prägeschrift gestaltet, was mir immer gut gefällt, da es einen Hauch von Kostbarkeit signalisiert.

Es herrscht Krieg zwischen Dänemark und Deutschland. Nach einem Unwetter werden Leichname in Heiligenhafen an Land gespült. Nur ein Mann hat das Unglück überlebt. Eine Wunde ziert seine Brust, die von einem Schwert oder Messer herzurühren scheint. Der lange Aufenthalt im Wasser hat ihn vollkommen ausgekühlt. Man bringt den Mann zu Jungfer Brida, weil sie über gewisse Heilkünste verfügt. Ihr Vater, Kapitän Dührsen, der nicht mehr zur See fährt, teilt mit ihr das Haus, nahe dem Hafen. Die ersten Worte, die der Fremde von sich gibt, sind Dänisch. Sofort kommen Gerüchte auf, der Fremde könne ein dänischer Spion sein. Zu allem Überdruss kann er selber die Frage seiner Herkunft nicht beantworten, weil er sein Gedächtnis verloren hat.

Als er zu Kräften kommt, stellen Brida und ihr Vater fest, dass sein Deutsch ebenso sicher wie sein Dänisch ist. Weil der erste Name, der über seine Lippen kommt, Erik ist, wird er fortan so genannt. Mit einem freundlichen Wesen, gepflegten Umgangsformen und einem sehr guten Aussehen, nimmt er die Menschen um sich herum für sich ein.

Ein Stadtrat Heiligenhafens bietet seine Hilfe an, um herauszufinden, wer der Fremdling ist. Nicht alle sind Erik wohlgesonnen. Einen Mordanschlag kann Erik durch seine außerordentliche Geschicklichkeit vereiteln. Kaum hat sich herumgesprochen, wie geschickt Erik mit Waffen umgehen kann, machen neue Gerüchte die Runde und er wird in Gewahrsam genommen. Es folgt eine spannende Geschichte, in der Seeräuber ebenso eine Rolle spielen wie Schmuggler und lüsterne Pfaffen. Bis zum Ende müssen Brida und Erik allerhand Abenteuer bestehen.

Melanie Metzenthin schaffte es, dass ich in meinen Kopf den norddeutschen Klang hörte, obwohl sie äußerst sparsam mit dialektal eingefärbten Stellen umgeht.
Die Helden sind nicht zu heldenhaft, haben auch ihre schwachen Seiten. Wie ein angesehener Mann zum Schuft wird, dürfen wir miterleben. Und selbst die bösen Seeräuber bieten ihre Hilfe an. Schwarz-Weiß Klischees sucht man bei Melanie Metzenthin vergebens. Den meisten bösen Buben bekommen ihre gerechte Strafe. Nur der Pfaffe kommt mir persönlich zu gut weg.

Man merkt, dass die Autorin dem Meer eine große Liebe entgegenbringt. Die schreienden Möwen sorgen ebenso wie der Salzgeruch dafür, dass man an manchen Stellen glaubt, das Wasser rauschen zu hören. Nie kommt Langeweile auf und auch das Happy End ist für meinen Geschmack nicht zu süß.

Als Freund von Kriminalromanen bin ich nicht der Stammleser von historischen Romanen, aber wenn ich einen zur Hand nehme, dann soll er mich bitte so gut unterhalten wie dieses Buch.

Als absolut lesenswert bekommt es von mir die Höchstwertung.

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Tags: heiligenhafen, kaufleute, krieg, leidenschaft, liebe, meer, patrizier, pfaffen, schmuggler, seeräuber   (10)
 

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kommissare, begierde, intriegie, ermittler, totschlag

Mörderische Begierden

Kerstin Surra , Karl Plepeltis , Lorenz-Peter Andresen , Beate Schmidt
Flexibler Einband: 616 Seiten
Erschienen bei Schweitzerhaus Verlag, 21.10.2012
ISBN 9783863320157
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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dystopie, virus, endzeit, justin cronin, vampire

Der Übergang

Justin Cronin , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 1.019 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 12.12.2011
ISBN 9783442469376
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Übergang ist ein Roman, der einen nicht wieder loslässt.
Allerdings muss man erst mal fressen, dass es in Amerika Wissenschaftler gibt, die den Menschen ewiges Leben, oder wenigstens sehr langes Leben bescheren wollen. In Anbetracht der bereits existierenden Überbevölkerung nicht gerade glaubhaft.

Aber wenn man diesen ersten Knackpunkt überwunden hat, nimmt einen das Buch gefangen.

Zum Inhalt:

Amy ein kleines Mädchen wird von einer alleinerziehenden Mutter großgezogen, die sich immer die falschen Männer aussucht und daher scheinbar unvermeidlich als Prostituierte endet, die aus Notwehr einen Mann erschießt. Auf der Flucht lässt sie das Kind in einem Kloster zurück.
Eine der Nonnen hat sofort einen Draht zu dem Mädchen, kann allerdings auch mit heftigster Gegenwehr nicht verhindern, dass es von 2 FBI Agenten entführt wird. Die sollen das Kind zu medizinischen Versuchen abliefern. Einer der beiden hat sein eigenes Kind verloren, deshalb versucht er Amy, so der Name des Mädchens, zu retten.

Sein Plan scheitert. Die Agenten werden inhaftiert, das Kind mit einem Virus infiziert. Sie ist der 13. Proband. 12 Mörder, darunter einer, der die Tat, die ihm zur Last gelegt wird, nicht begangen hat, wurden vor ihr infiziert. Die Wissenschaftler haben keine Ahnung, was für Mächte sie unwiderruflich freigesetzt haben.

Die Infizierten, wachsen, können fliegen und saugen das Blut aus den Menschen, ohne Vampire im herkömmlichen Sinn zu sein.

Dem Agenten gelingt es im allgemeinen Chaos, das entsteht, als die Versuchskaninchen fliehen, mit Amy zu türmen. Sie verkriechen sich in einem Camp, in dem er als Kind Urlaub machte. Nach einer glücklichen Zeit, wird in Ihrer Nähe eine Atombombe gezündet. Der Agent stirbt. Amy zieht alleine weiter.

Etwa 100 Jahre danach finden wir uns in einem Camp von Überlebenden wieder. Die Armee hatte Kinder evakuiert, die nun erwachsen sind und Nachkommen haben. Eine Routine hat sich eingeschliffen, helles Licht hält die Mutanten, (so werden sie im Buch nicht genannt.) in der Nacht von Angriffen ab. Aber die Stromquellen sind am Versiegen. So begibt sich ein Trupp auf die Suche nach anderen Überlebenden. Immer wieder werden sie angegriffen, aber sie stoßen auch auf andere Kolonien. Einige haben sich mit der Bedrohung arrangiert.

Aber zu viel will ich hier auch nicht verraten. Wem diese kurze Zusammenfassung keine Lust auf das Buch gemacht hat, der sollte es sich nicht zulegen. Alle anderen werden es verschlingen, Amy lieben und sich auf die Fortsetzung freuen.

Zu Beginn, als der Autor uns Amy's Mutter vorstellt, hatte ich Bedenken, wegen fehlender Ausrufungszeichen, aber das gab sich, als die Einleitung vorüber war. Insgesamt stellt er die Personen gut dar. Was mir besonders gut gefiel, war, das auch die vermeidlichen Bösewichte nicht eindimensional geschildert wurden. Teilweise hatte ich Mitleid mit ihnen.

Trotz der Länge wird dieses Buch an keiner Stelle langatmig oder langweilig. Dazu tragen die unterschiedlichen Erzählweisen, Berichte, spannende Handlung, Tagebucheinträge wesentlich bei. Auch wenn wir Amy zu Beginn der eigentlichen Handlung aus den Augen verloren haben, gewinnt man nie den Eindruck, der Autor habe Fäden fallen lassen, oder Kreise schlössen sich nicht.

Alles zusammen gibt für mich dicke fette fünf Sterne.

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Tags: cia, gänsehaut, grusel, spannung, thriller, übersinnlich, vampier, wissenschaft   (8)
 

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thriller, karen rose, mord, vergewaltigung, menschenhandel

Todesspiele

Karen Rose , Kerstin Winter
Flexibler Einband: 613 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 09.03.2010
ISBN 9783426663561
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt ist schon genug gesagt. Dieses spannende Buch aus der Hand zu legen, schafft man einfach nicht. Die Autorin versteht es geschickt, uns das Grauen vor Augen zu führen, ohne in die schockierenden Details zu gehen. Ich hab die Vorgängerbände nicht gelesen und kann nur sagen, auch wenn man die nicht kennt, hält einen dieser Thriller gefangen. Ja, es sind viele Personen, aber meiner Meinung nach, wird es nie unübersichtlich. Rose versteht es die Namen mit Leben zu füllen, so ist es einfacher, die Protagonisten wieder zu erkennen. Ich werde weitere Bücher dieser Autorin verschlingen.
Einfach toll!

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Tags: erotik, geheimnis, gewalt, liebe, menschenhandel, mord, spannung, thriller, unterhaltung, verbrechen, verwirrspiel   (11)
 

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kurzgeschichten, futuristisch, vatikan, p.machinery, steampunk

QUANTUM

Michael Haitel
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei p.machinery, 01.03.2012
ISBN 9783942533331
Genre: Fantasy

Rezension:

Quantum Story Center 2011.1 ISBN 978 3 942533.33.1 Seiten: 218 Preis: 13,90 €
In den Geschichten wird die Vorgabe, Steampunk - Vatikan - Verbrechen, auf sehr unterschiedliche Art und Weise umgesetzt.
Christian Künne: Treffen der Horizonte Ein fortschrittlicher Ingenieur fährt mit seinem Kapitän, dem Reeder und Kirchenmännern mit dem modernsten Schiff aller Zeiten, auf Jungfernfahrt. Dieses Schiff konnte ich mir beim Lesen sehr plastisch vorstellen. Es dampft und stöhnt aus allen Winkeln. Viele Nationen befinden sich im Krieg, neben U-Booten und Kriegsschiffen, finden sich auch diverse Zeppeline unter unterschiedlichen Flaggen segelnd, in der nächsten Umgebung der 'Umbruch', so der Name des Dampfers. Es geschehen zwei Morde und ein blinder Passagier wird entdeckt. Mehr Details verrate ich nicht.
Für mich gehört diese Geschichte zu den Höhepunkten in diesem Band. Sie ist auf eine Art sehr spannend geschrieben, die Atmosphäre erschien mir schön dunkel. Nur das Ende hätte für meinen Geschmack anders ausgehen dürfen.
Enzo Asui: Scenedo zu sein in barbarischen Zeiten Eine Story, in der neben vielen Kirchenleuten auch Indianer vorkommen. Diese werden aus ihrer Heimat ausgesiedelt. Weiterhin werden Intrigen und Verschwörungen gesponnen, die zum Ende hin auf eine humorvolle Art, ganz anders als der Leser vorher denkt, aufgelöst werden.
Die Geschichte hat mich unterhalten, den Sprachstil empfand ich auf eine Art zurückhaltend, erzählend und verstand den Zusammenhang zur Geschichte erst zum Schluss.
Marianne Labisch: Eine bessere Welt? Ein Brite hat den langen Weg bis zum Vatikan zurückgelegt und wird erst vor den Stadttoren von Rebellen verletzt. Er wird gerettet und im Vatikan in ein Krankenhaus geschafft. Dort geschieht ein Mordanschlag, der ihm galt, dem er aber durch Zufall entgeht. Commissario Graziano und sein Assistent Roberto nehmen die Ermittlungen auf. Es geht ein Mörder um, der es auf die Neuankömmlinge abgesehen hat. Wie sollte eine Gesellschaft mit denen umgehen, die sich nicht an die Regeln halten? Das ist die Frage hinterm Text.
Zu meinem Stil werden sich andere Rezensenten äußern.
Steffi Friederichs: Fraternitas Sanguinis Der Bibliothekar des Vatikans und sein Gehilfe katalogisieren die Bücher und stellen immer wieder fest, dass einige verschwinden und an anderer Stelle wieder auftauchen. Als sie dahinterkommen, wer sich dort zu schaffen macht, haben sie eine Verbündete, mit der sie sich auch schon bald auf die Reise begeben müssen. Eine geheime Bruderschaft ist dabei, die alten Riten und Gebräuche zu unterwandern. Das Leben des Papstes ist in Gefahr. Sie finden einen Wissenschaftler, mit dem zusammen sie in Gefährten, die Jules Vernes erdacht haben könnte, die Welt bereisen.
Diese ist die längste Geschichte im Buch, die dennoch an keiner Stelle langatmig oder gar langweilig würde. Der Icherzähler hat mich nicht einmal gestört.
Vincent Voss: Die Maschine Der Titel verrät schon, dass Vincent Voss sich mal wieder eine Maschine ausgedacht hat. Diese hier übersetzt eine Offenbarung. Wie sie das anstellt alleine schon ist lesenswert. Aber in letzter Zeit schleichen sich immer wieder Missdeutungen ein, davon ist man jedenfalls überzeugt. Auch hier begeben sich wieder Menschen auf die Reise. Sie kommen mit gänzlich neuen Erkenntnissen zurück.
Vincent Voss hat einen eigenen Stil zu schreiben, den man mag oder eben nicht. Ich lese seine Geschichten immer wieder gerne. Er hinterlässt bei mir immer den Eindruck, als könne ich sein Augenzwinkern sehen. Irgendwie liegt mir sein Humor.
Christiane Gref: Futter für die Bestie In dieser Geschichte geschieht ein Mord und zu den Ermittlungen wird Charlotte, eine Kellnerin, mit herangezogen. Sie erfährt, dass nicht nur ein Mensch ermordet wurde, sondern auch sämtliches Holz gestohlen wurde. Sei es nun als Parkett, Möbel oder gar Bilderrahmen.
Warum Christiane Gref ausgerechnet eine Kellnerin ermitteln lässt, kann ich nicht sagen. Sie beschreibt Auszüge einer anderen Welt, die stimmig sind. Allerdings ging es mir bei Ihrer Geschichte, wie bei den meisten Fernsehkrimis: Man ahnt, wer der Böse ist.
Sven Klöpping: Der mechanische Diplomat Die Roboter befinden sich im Krieg mit den Menschen, daher empfängt eine Delegation um den Papst einen mechanischen Diplomaten, dessen Sprache einen unweigerlich zum Lachen bringt. Die Roboter wollen als eigenständiger Staat anerkannt werden. „Sonst Krig!“ Selbst das Ende brachte mich zum Schmunzeln.
Bei Sven Klöpping ist es wie bei Vincent Voss. Ich mag auch Svens Stil. Auch er scheint seine Geschichten mit verschmitztem Blick zu verfassen. Seine kleinen Spitzen auf die Weltpolitik sitzen.
Frederieke von Holzhausen: Das Kreuz ist der Schlüssel Exorzisten werden bei ihrer Arbeit von Engeln unterstützt. Weil diese allerdings schnell verschleißen, wird immer wieder Nachschub benötigt. Ein Mann ist verschwunden, der Übeltäter wird gesucht. Bald wird eine Verdächtige gefunden.
Die einzige Story, die mich persönlich nicht überzeugen konnte. Die Engel sind handgemacht, verschleißen und haben mich nicht berührt. Aber das ist mein ganz persönlicher Eindruck.
Frederick Brake: Quantum Ein Icherzähler berichtet von seiner Vernehmung durch einen Commissario und von seinem letzten Zusammentreffen mit einem Freund, der geheime Forschungen betrieb. Da er der letzte Mensch war, der den Verschwundenen sah, hält man ihn für den Mörder. Auch wenn keine Leiche gefunden wurde.
Frederick Brakes Geschichte ist eine, die zum Nachdenken anregt. Hier passt eigentlich alles. Sie Story, der Stil und das Ende. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die eigentliche Geschichte jetzt erst beginnt.
Achim Stösser: Die Mühlen Roms Ungläubige belagern Rom und katapultieren ihre Pest-Toten über die Stadtmauern hinweg. Das gewünschte Ergebnis, die Eingekesselten durch die Seuche zu schwächen wird erreicht. Es wird ein Wissenschaftler eingeflogen, der die Pest bekämpfen soll.
Diese kurze Geschichte wartet mit einem überraschenden Ende auf. Auch, wenn bezweifelt werden darf, ob der Erfolg sich einstellen wird.
Angela Mackert: Kardinalrot Pater Roberto, einer der letzten Gläubigen, kommt mit seinem Gefährten, einem Roboter, in Rom an. Er soll von seinem Widersacher, Hector Ferro, empfangen werden. Dieser hatte den Glauben verboten und eine wissenschaftliche Denkweise angeordnet. Es dauert eine Weile, bis dieses Treffen zustande kommt. In der Wartezeit vernimmt der Pater Schreie aus dem Kellerverlies, traut sich aber nicht, der Sache auf den Grund zu gehen.
Angela Mackert hat sicherlich die positivste Story in diesem Band verfasst. Sie schafft es, uns sogar die Maschinen sympathisch darzustellen. Mir gefällt nicht nur die Aussage, sondern auch der routinierte Stil. Besonders angetan hat es mir das „A-pff, A-pff“, mit dem der Roboter kleine Dampfwölkchen ausstößt.
Ein sehr vielseitiges Buch, das mich wirklich kurzweilig unterhalten hat. Jedem, dem diese Thematik gefällt, und der lesen möchte, wie Kirche auch sein könnte, sei die Lektüre ans Herz gelegt.

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Tags: anthologie, futuristisch, kurzgeschichten, p.machinery, sci-fi, spannung, steampunk, vatikan   (8)
 

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rolling stones, keith richards, musik, blues, biographie

Life

Keith Richards , Willi Winkler , Ulrich Thiele , Wolfgang Müller
Fester Einband: 735 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.10.2010
ISBN 9783453163034
Genre: Biografien

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Das große Sagenbuch

Heinrich Pleticha , Elisabeth Spang , Friedrich Hechelmann , Roman Lang
Fester Einband: 559 Seiten
Erschienen bei Thienemann
ISBN 9783522175302
Genre: Sonstiges

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