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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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"Verkaufen Sie auch Bücher?"

Jen Campbell , Petra Trinkaus
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.03.2014
ISBN 9783404607679
Genre: Humor

Rezension:

Herrlich ! Ich habe Tränen gelacht !

Was für ein tolles Buch!  Es ist eine Sammlung von kuriosen Kundenfragen und skurillen Wünschen der Kunden. Auf was für Ideen manche Menschen kommen ist unglaublich. Erstaunlich die Geduld der Buchhändlerinnen und herzerfrischend der Humor von einigen Verkäuferinnen. Wollte eigentlich besonders witzige Sachen anstreichen, aber dann hätte ich fast alles anstreichen müssen.

Hier nur einige kleine Kostproben :  

"Können Sie mir die Fotos rausschneiden, ich mag sie nicht.!"    

"Habe ich mein Fahrrad hier im Laden stehen lassen ?"   

"Wenn ich hier arbeiten würde, bekäme ich dann im Schnapsladen nebenan Rabatt ?"

  "Verkaufen Sie auch Schraubenzieher ?" 

" Ich suche ein Buch in ungefähr dieser Größe" (zeigt wie groß) "Was hätten Sie denn gerne?" "Egal, ich habe nur eine Lücke im Bücherregal, die mich nervt und will sie füllen"   

"Was ist das für eine Buchhandlung ?" "Eine antiquarische." "Achso, Sie verkaufen Bücher über Fische." 

"Haben Sie Bücher, die zu meinem grünen Geschenkpapier passen ?"           und und und...

Die wirklich guten und lustigsten Sachen sind etwas länger, und so mag ich sie hier nicht aufführen, aber ich hoffe, ich habe Interesse geweckt, denn das Buch ist absolut Lesenswert. Ein wahrer Volltreffer, den ich demnächst öfter verschenken werde.

10 von 5 Sternen für Lesespaß !


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129 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn!

Johannes Hayers , Felix Achterwinter , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.12.2014
ISBN 9783499628726
Genre: Sachbücher

Rezension:

Na, das ist doch mal ein echt cooler Ratgeber für Eltern. Lauter ungewöhnliche und darum meist effektive Einfälle, wie man Kindern das ein oder anderen an- bzw. abgewöhnt oder ihr Verhalten ändert.

Am besten fand ich, wie die Mutter, nach erfolglosen Versuchen, ihre Kinder im Bus davon abzuhalten die anderen Fahrgäste mit Gebrüll, Beleidigen und Rumtoben zu belästigen, die Süßigkeiten der Kinder nahm und sie den Fahrgästen als Entschuldigung anbot. Die verblüften Kinder versuchten daraufhin sich zusammen zu nehmen, denn die Mutter erklärte, das sie ab jetzt bei jedem Fehlverhalten, sich mit Süßigkeiten bei den anderen entschuldigen müsse und wenn sie noch etwas abhaben wollten, sollte am Besten noch was übrig sein, wenn sie zuhause ankämen. Manches ist dagegen etwas krass, z.B. die Müllmänner bitten, das Zimmer des Kindes zu stürmen und zu brüllen :"Wo ist mein Müll !", wenn das Kind wiedermal vergessen hat, diesen rauszustellen. Anderes lässt sich nur schwer durchführen. Aber das meiste ist sehr simpel und gut machbar. Schön auch die Sache mit den Möhern und dem Kübelheben (ohne Möhren - schwerer Kübel, diesen dann gegen einen Leichten austauschen, wenn das Kind das Gemüse gegessen hat. Und siehe da, Gemüse macht so stark, dass man sogar den Kübel jetzt heben kann).  

 Allerdings gibt es auch Stellen, wo ich mich frage, ob das ernst gemeint ist, wie z.B. die Kritik an der Raupe Nimmersatt, diesem wunderschönen Kinderbuch, dem die Schuld an dicken Kindern gegeben wird, weil sie dort angeblich lernen würden, dass man alles in sich reinstopfen kann und trotzdem gut aussieht. Entweder ist das Ironie oder diese Eltern sind etwas eßgestört. Die Geschichten und Berichte über die ausgefallenen Einfälle wurden von vielen Eltern gesammelt und hier veröffentlicht.

Gefallen hat mir auch der Trick, um die Süßigkeiten an der Supermarktkasse zu verleiden (Verpackung eines Riegels aufheben, und mit Möhren/Kartoffelmatsch füllen und an der Kasse schnell austauschen. Dann empört tun "Hier schmecken die Süßigkeiten ja gar nicht, hier kaufen wir nie wieder Süßes!")

Alles in allem ein sehr schönes und vor allem witziges Buch. Für mich persönlich gab es leider keine Tipps, weil bei einigen Sachen, mein Kind schon zu groß war oder es einfach andere Probleme gab, für die das Buch keine Lösung parat hielt. Aber es zeigt, wie man mit Einfallsreichtum (und Betrügereien) manchmal in der Erziehung weiterkommt. 

Ein witziger Elternratgeber, der etwas anderen Art.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

band 3, fortstzung, krimi, online texte, reihe, reihe: max wolfe, serie, teeni buch, verlag bastei lübbe

Wer Furcht sät

Tony Parsons
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.05.2018
ISBN 9783404176656
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor laufender Kamera wird ein Mann erhängt und das Ganze auf You-Tube gezeigt. Er war ein Kinderschänder und somit erscheint sein Schicksal gerecht. Aber ist es richtig, wenn Bürger sich zum Henker aufschwingen ? Erschreckend auch, dass der Tod eines Menschen so oft angeklickt wird. Zeigt dies, wie verroht die Gesellschaft ist, oder dass sie die Nase voll von Gewaltverbrechen hat, bei denen die Täter zu milde davon kommen, sodass sie es gutheißt, wenn das Gesetz in die eigenen Hände genommen wird ?  Wie auch immer man darüber denkt, die Polizei muß ermitteln.  

Ein spannender Krimi, der im modernen London spielt, aber auch einen (schaurigen, grausamen) Teil Londoner Geschichte wieder aufleben lässt. Es ist das erste Buch von diesem Autoren, das ich lese und ich habe mir direkt das nächste von ihm gekauft. Der Schreibstil ist flüssig, die Charaktere wirken authentisch und man fühlt mit ihnen mit. Das Buch gibt Stoff zum Nachdenken wegen des Themas. Beim Lesen wünscht man sich für den einen oder anderen ebenfalls Rache und erkennt aber auch, wenn all die kleinen und großen Ungerechtigkeiten mit Gewalt geahndet werden, hat man schnell eine nicht aufzuhaltende Gewaltspirale. Aber in erster Linie ist dies Buch einfach ein spannender Krimi, der Spaß gemacht hat zu lesen. 

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1.012 Bibliotheken, 1 Leser, 14 Gruppen, 56 Rezensionen

boston, geburt, geiselnahme, gerichtsmedizin, jane rizzoli, krimi, maura isles, menschenhandel, mord, prostitution, scheintot, spannung, tess gerritsen, thriller, usa

Scheintot

Tess Gerritsen ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 10.03.2008
ISBN 9783442368457
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite !  Mila erhofft sich eine Zukunft in Amerika, nachdem sie in Rußland zur Waise wurde, gerät jedoch direkt in die Hände von Mädchenhändlern. Weggesperrt erlebt sie mit den anderen Mädchen eine Tortur nach der anderen (ohne dass zu sehr ins Detail gegangen wird), aber eines Tages kommt es noch schlimmer...

In der Gerichtsmedizin geht Merkwürdiges vor, eine der eingelieferten Leichen schlägt plötzlich die Augen auf. War sie gar nicht tot ? Und warum versucht das FBI alles, um den Fall und alle Beweise an sich zu reißen ?  Die Ärztin Dr. Isles und die Polizistin Rizzoli - letztere hochschwanger- ​werden unfreiwillig in den Fall verwickelt.

Ich habe schon lange keinen so spannenden Krimi mehr gelesen. Im Fernsehen mag ich Rizzoli und Isles nicht und gucke es daher auch nie, aber die Krimis von Tess Gerritsen sind eine Wucht. In diesem Buch gibt es keine Durchhänger, keine Stellen, die sich zäh hinziehen, keine drögen Endlosbeschreibungen oder langweilige Personenbeschreibungen. Hier gibt es nur Spannung pur und vor allem bis zum Schluß. Wirklich von der ersten bis zur letzten Seite hat das Buch einen in den Bann geschlagen und gefesselt. Was ich außerdem sehr zu schätzen weiß ist, dass es keine detailierten, seitenlangen Beschreibungen gibt, wie die Opfer leiden. Es wird zwar gesagt, aber nicht, wie in manchen anderen Krimis ausführlich, fast genüßlich ausgeweidet. Solche Krimis mag ich nämlich gar nicht. Hier ist es genau das richtige Maaß. Bei diesem Krimi stimmt einfach alles.

Sehr empfehlenswert für alle, die gute Krimis/ Thriller lieben. 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

biografischer roman, flüchtlinge, lampedusa, schicksal, somalia, sport

Sag nicht, dass du Angst hast

Giuseppe Catozzella , Myriam Alfano
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaus, 18.08.2014
ISBN 9783813506518
Genre: Biografien

Rezension:

Bewertet mit 5 Sternen

Ein wichtiges, erschütterndes und leider immer noch aktuelles Buch. 

Es handelt von der Somalierin, die beim Laufen bei der Olympiade in Peking 2008 als letzte ins Ziel kam und die alles versuchte, um bei den Olympischen Spielen in London 4 Jahre später zu gewinnen. Aber in ihrer Heimat muß sie nun Burka tragen und kann nur heimlich trainieren.und um nach London zu reisen, fehlt das Geld und die Papiere. Als der Druck zu groß ist, hält sie es nicht mehr aus und flieht. Die Flucht ist die Hölle, eingepfercht mit den anderen Flüchtlingen, hungernd, durstend tagelang im LKW, unfähig, sich zu bewegen, den Exkrementen und dem Erbrochenen der anderen ausgesetzt und immer wieder von den Schleppern um ihr Geld betrogen, hat sie langsam das Gefühl, sich selbst zu verlieren. Am schlimmsten ist die wochenlange Fahrt durch die Wüste. Wer vom Wagen fällt wird liegen gelassen, die Schlepper halten nicht an. 2 Jahre Tortur dauert es, bis sie an der Küste ankommt und es schließlich auf ein Schiff schafft. Vor Lampedusa ertrinkt sie. 

Diese biographische Geschichte wird aus Samias Sicht erzählt, denn der Autor hat mit ihrer Schwester und einer Frau gesprochen, mit der Samia sich auf der Flucht angefreundet hat. Wir erfahren von ihrer Kindheit, die vom Krieg überschattet ist und von ihrer Leidenschaft, dem Laufen und wie es immer schwerer wird, zu trainieren, sodass sie immer damit rechnen muß, erschossen zu werden. Die Sprache ist schlicht und passt genau zur Geschichte. Es wird einfach erzählt, ohne zu dramatisieren oder zu beschönigen.  Und obwohl ich ja wußte, wie es endet, habe ich Rotz und Wasser geheult. Und zu wissen, dies ist nur ein Mensch von Tausenden, die im Mittelmeer auf der Flucht ertrunken sind und jeder hat seine Geschichte, sein Leben, seine Leidenschaften und seine Hoffnungen und Träume, macht es noch schwerer zu begreifen, wieso soetwas heutzutage vor unserer Nase passiert, passieren kann und wie wir soetwas zulassen. 

Wir sollten uns auch immer wieder bewußt machen, was die Menschen, die es dann bis zu uns geschafft haben für eine Hölle durchlebt haben. Nicht nur die Fluchtursache ist traumatisch, sondern die Flucht auch. Ich dachte immer, die Horrorfahrt über das Mittelmeer sei das Schlimmste daran, aber was für eine Tortur es bis dahin ist, hat mir erst dieses Buch bewußt gemacht.

Dieses erschütternde Schicksal sollte viel bekannter werden und ich bin froh, dass ihre Geschichte erzählt wird. Vor allem, um zu verdeutlichen, dass selbst Olympiateilnehmer gezwungen sind, diesen Weg zu gehen, wenn sie nach Europa wollen. Niemand sollte so leiden und sterben müssen, nur weil er seinen Traum verwirklichen will.

Ich würde dieses Buch als Schullektüre und auch sonst jedem empfehlen. 

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bestechung, bodenstein, bürgerinitiative, deutschland, frankfurt, kirchhoff, krimi, mord, nele neuhaus, neuhaus, oliver von bodenstein, pia kirchhoff, reihe, taunus, windpark

Wer Wind sät

Nele Neuhaus
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2012
ISBN 9783548284675
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einer Firma wird der Nachtwächter tot aufgefunden und ein verwesender Hamster liegt auf dem Schreibtisch des Chefs. Es scheint aber nicht eingebrochen worden zu sein. Es gibt nach und nach immer mehr Verdächtige, vor allem, als ein weiterer Mord geschieht. Nichts ist so wie es scheint und alle scheinen ihr wahres Gesicht und ihre Geheimnisse zu verbergen.

Normalerweise verschlinge ich einen Krimi in 2 Tagen, aber dieser hier hat mich nicht gepackt. Habe 2 Wochen für´s Lesen gebraucht und erst ab ca Seite 200 fand ich es spannend. Es gab sehr viele Personen und Handlungstränge, sodass sich die Geschichte scheinbar endlos hinzog und eine Teilgeschichte hat mich gar nicht überzeugt. Natürlich war es auch spannend, vor allem die Auflösung des 2. Mordes hat mich sehr interessiert, aber das Buch hat mich halt nicht gefesselt.

Spannender Krimi, aber kein Pageturner.

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123 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 53 Rezensionen

jokkmokk, kälte, krimi, kultur, lappland, linda lundin, mord, nordschweden, polarkreis, rentier, rentiere, samen, schweden, spannung, wintermarkt

Totenleuchten

Klara Nordin
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.08.2014
ISBN 9783462046939
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein schöner, spannender Krimi, der in Eis und Schnee am Polarkreis spielt.

Mir war gar nicht bewußt, dass so hoch im Norden noch Leute leben. Daher fand ich auch die Karte zu Beginn des Buches sehr interessant. Im Buch selbst wird dann oft von den Entfernungen gesprochen (200 km bis zur nächsten Stadt etc.). Angesichts der Karte kann man sich das alles viel besser vorstellen. Ort der Handlung ist eine kleine Stadt in Norden Schwedens in der Nähe Finnlands und Norwegens. So im nördlichsten Zipfel sozusagen. Das Buch ist so gut geschrieben, dass man die klirrende Kälte fast spürt. Von der spannenden Handlung des Krimis mal abgesehen, gibt es einen tollen Einblick in das Leben der Samen, einem Volk, von dem ich bislang nicht mal wußte, dass es existiert. Es schildert die Menschen, den Alltag am Polarkreis, ihre Traditionen, aber auch die Besonderheiten. Es gibt Konflikte zwischen alten Traditionen und modernem Leben, es gibt Vorurteile, Liebe, Haß, Eifersucht, Geltungssucht, Gastfreundschaft, kleinere und größere Probleme und all die anderen Dinge, die allen Menschen gemein sind. Man gewinnt einen Einblick in das Nomadenleben mit den Rentieren wie es früher war und was heute davon übrig geblieben ist. Zu Essen gibt es oft Fisch, Elch oder Rentier, Freizeitbeschäftigungen sind Huskyrennen, Schlittenfahrten, Musik, Joiken, Kunsthandwerk, Markttage und das Fest Samedanz, welches viele Touristen anlockt. Es gibt ein Eishotel, was von vielen Künstlern jedes Jahr neu gebaut wird und im Frühjahr schmilzt und vieles mehr. Man hat aber nie den Eindruck, irgendwas ist altbacken oder hinterwäldlerisch. Wenn man mit dem Auto nicht weiter kommt, fährt man mit dem Motorschlitten. Alle scheinen das Leben dort in der Kälte, die Einsamkeit und die Natur zu genießen und man spürt auf jeder Seite, dass die Autorin nicht nur aus Erfahrung spricht ( sie lebt in dem beschriebenen Ort. Keiner könnte sich all die Details über das Leben dort nur anlesen), sondern auch wie sehr sie ihre Wahlheimat liebt.

Der Krimi selbst ist spannend, die Polizei entdeckt durch viele Befragungen einiges Interessantes auf und der Schluß ist auch sehr überraschend. Die Figuren sind authentisch und fast liebevoll dargestellt, das Leben in dieser Gegend auch und der Schreibstil ist flüssig und liest sich wie von selbst. Aber am schönsten ist das Setting des Buches. Für alle, die Schweden oder den Norden lieben ein Muß zu lesen.

Man möchte am liebsten seinen nächsten Urlaub dort verbringen, und das, obwohl ich nicht gerne friere. Der Autorin ist mit diesem Buch nicht nur ein guter Krimi gelungen, sondern eine Liebeserklärung an Jokkmokk und die Samen. Trotz Mord und Totschlag. Ich würde gerne mehr Bücher von ihr lesen.


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464 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 136 Rezensionen

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Der Pfau

Isabel Bogdan
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.02.2016
ISBN 9783462048001
Genre: Romane

Rezension:

Was für ein herrliches, humorvolles Buch ! So einen Spaß hatte ich schon lange nicht mehr beim Lesen.

Der Schreibstil ist klasse und die Geschichte liest sich sehr flüssig. Es ist eine richtige Erzählung, die Dialoge sind nur indirekte Rede und das macht das Lesen zu einem noch größeren Vergnügen. Die Geheimnisse und Geschehnisse, die der verrückt gewordene Pfau auslöst, amüsieren köstlich. Die Personen kann man sich nach wenigen Sätzen genau vorstellen und kann sich das Grinsen kaum verkneifen. Herrlicher Humor. Schade, dass es so schnell zuende war, wobei mir die letzten 2 Seiten nicht gefallen haben. Man hätte sie weglassen können oder noch besser, mehr ausführen können, z.B., ob die Freundin den McIntoshs davon berichtet.

Absolute Leseempfehlung für jeden, egal, was er sonst liest. Dem Charme und Humor dieses Büchleins kann keiner sich entziehen.

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Sleeping Beauties

Stephen King , Owen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 958 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453271449
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eines Tages schlafen auf der ganzen Welt die Frauen ein und eine Art Schleier legt sich über sie. Wenn ein Mann dieses Gespinnst zerreisst, um seine Frau oder Tochter zu wecken, geschieht Fürchterliches. Nur eine Frau wacht immer wieder auf. Wer ist die Fremde und woher kommen all die Motten ?

Wieder ein Stephen King nach meinem Geschmack, etwas märchenhafter als "The Stand", aber auch weniger geheimnisvoll. Auch hier beginnt es wie eine Dystophie, es gibt eine entscheidende Schlacht über mehrere Kapitel und die Figuren werden sehr lebendig beschrieben, so dass man mit den einzelnen Personen gut mitfiebern kann. Vorne ist eine lange Liste mit Personen drin, aber eigentlich ist das nicht notwendig, denn man wird sehr schnell mit den Figuren vertraut.

Etwas mau fand ich die Idee dahinter, bzw. hätte man mit der Grundidee viel mehr Aspekte beleuchten können, die Idee viel weiter spinnen können. So gesehen fand ich vielleicht doch eher das Ende etwas lau und nicht die Idee selbst. Aber die Geschichte ist sehr spannend und las sich wie von selbst. Ich bin schon sehr auf die Verfilmung gespannt, die sicher irgendwann kommt. Das Buch ist von Stephen King und seinem Sohn geschrieben. Man kann raten, wer welchen Teil geschrieben hat. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und das Cover ist toll !

Eine klare Leseempfehlung für alle, die etwas Spannendes lesen möchten und für alle King-Fans. Gruselig fand ich es jetzt nicht, aber es war dennoch ein Pageturner.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Asylwut

Charly Essenwanger
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 06.12.2017
ISBN 9783746011011
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Krimi, in dem es um Brandanschläge auf ein Asylbewerberheim geht. Das Cover ist echt stark und man erwartet daher auch ein starkes Buch, besonders zu dem Thema. Aber irgendwie wird das Buch dem Cover nicht gerecht. Es ist einfach nur ein spannender, netter, schnell zu lesender Krimi. Das macht das Buch nicht schlecht, trifft aber nicht meine wohl zu hohen Erwartungen.

Der Krimi ist spannend und locker-flockig geschrieben und mir gefällt der Humor, der immer wieder aufblitzt.   Allerdings hatte ich nach dem starken Cover mehr Politisches erwartet. Der Klappentext hat mich auch etwas auf´s Glatteis geführt, denn bei dem Satz, der Rassismus sei im Stadtrat angekommen, hatte ich gedacht, es geht darum, wie die zuständigen Ämter die Brandstiftungen an Asylheimen runterspielen, wie die Polizei das Ganze als Sachschaden und nicht als politisch motivierte Tat behandelt und wie lasch in den meisten Fällen ermittelt wird. Aber das ist wohl hauptsächlich im Osten so, denn im Allgäu ist die Empörung über die Tat groß und die Polizei ermittelt vernünftig.

Das Buch gefällt mir gut, aber die eigentliche Problematik (der Fremdenhaß) bleibt irgendwie an der Oberfläche. Wieso ein Mensch so hasst, wird nicht beleuchtet. Vielleicht hätte man der Person des Täters mehr Tiefe geben können. Außer, dass er hasst und Pläne schmiedet und umsetzt, werden nur die üblichen Hetzreden wiederholt, die ganzen Vorurteile gegen Asylbewerbern werden irgendwie einfach nur aufgelistet. Mir fehlt etwas zur Kindheit, zu den Eltern oder der Erziehung oder zu einschneidenden Erlebnissen, die ihn geprägt haben und eine Erklärung sein könnten, woher diese Wut rührt. So ist das Motiv irgendwie austauschbar. Als ob man einen Krimi schreibt und sich überlegt " ich geb dem Ganzen mal einen aktuellen Touch und greife eine brisanten Thematik auf". Vielleicht hätte man auch ein oder zwei Asylanten - Schicksale schildern können und wie sie auf ihr neues Zuhause hoffen und wie sie sich fühlen, jetzt, wo jemand sie so hasst, dass er um jeden Preis verhindern will, dass sie Frieden und eine Heimat finden. Dann hätte das Thema mehr Tiefgang und bliebe nicht nur an der Oberfläche. Aufgrund des Covers und des Klappentextes hatte ich etwas mehr in dieser Richtung erwartet.

So ist es für mich nur ein netter, spannender Krimi.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

husum, kiel, krimi, krimi deutschland, nordsee, nordseekrimi, ostsee, ostseekrimi, schleswig-holstein

Tod mit Meerblick

Andreas Schmidt
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Leda-Verlag, 01.04.2011
ISBN 9783939689676
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Welch eine Enttäuschung .
Hatte mich auf einen schönen Krimi gefreut, aber von Spannung keine Spur. Es fängt langweilig an und bleibt so. Außerdem, und das hat mich sehr geärgert, strotz das Buch von Unstimmigkeiten und Widersprüchen. Da vergeht mir immer der Spaß am Lesen. Im großen Ganzen ist der Krimi ja OK., aber es sind viele, viele Kleinigkeiten, die mir auf die Nerven gingen. Dialoge wie z.B: S 65 A :" ...sie hatte mal wieder Streit mit Ubbo." B: " Streiten sie sich oft ?" A : " Als Streit würde ich das nicht bezeichnen..." Ich finde, da ist der Autor einfach schlampig, denn 1 Satz vorher bezeichnet A es ja als Streit. Und so sind fast alle Dialoge : dünn, unsinnig, oberflächlich. Auch die Charaktere bleiben oberflächlich und bedienen ein Klischee nach dem anderen. Es gibt ständig Widersprüche. Mal sagt jemand "zuletzt haben wir vor 2 Jahren...", paar Seiten später zu sich selbst "ich weiß gar nicht, wann wir zuletzt..." oder ein Verdächtiger weiß nicht, wo seine Schußwaffe ist und bei der Fallbesprechung bezüglich der Mordwaffe wird dies mit keinem Wort erwähnt, obwohl ausführlich überlegt wird, woher die Waffe kommt. Anderes Beispiel : Die Polizei erfährt, dass x wollte, dass y ihren Mann verläßt, um ihr Leben mit ihm zu verbringen. Y will lieber bei ihrem Mann bleiben und beendet die Beziehung zu x, der sich nicht damit abfinden will und y nachstellt. Die Polizei meint paar Seiten später "Warum hat x die y nicht aus ihrem Ehealltag gerettet und mit ihr ein neues Leben begonnen ? Hatte er Angst ?" Da möchte man am liebsten rufen, "Nein, Ihr Vollpfosten, das wollte er doch, aber sie nicht !" Oder auch : Wiebke ist es unangenehm, dass ihr Partner sie auf private Probleme anspricht (S.146), 3 Sätze später guckt sie ihn deswegen dankbar an. Ja was denn nun ? Ist sie froh drüber zu reden oder ist es ihr unangenehm ? Vielleicht sollte der Autor sich mal entscheiden, wie nun der Charakter seiner Personen aussieht. Es ist ja nicht so, als würden die Charaktere sehr vielschichtig sein. Auch interessiert nicht, wer wie angezogen ist. Mal ja, aber doch nicht jeder und ständig. Und dann wird über 2 Seiten künstlich Spannung aufgebaut mit Sätzen wie : "Sie merkte gleich, dass etwas nicht stimmte..." und "Fast zu spät bemerkte sie den Schemen, der sich an der Tür duckte..." Wenn man aber jetzt denkt, oh, da lauert jemand, falsch gedacht. Es ist nur der harmlose Exfreund, der mit ihr reden will. Und als völligen Anticlimax werden erstmal seine Klamotten beschrieben. Der Schluß an sich ist OK, aber davor verrät jemand, wer das Opfer eigentlich ist und das ist so dermaßen unrealistisch und auch so wenig plausibel erklärt, dass man gar nicht weiterlesen will. Ich frage mich , ob überhaupt irgendein Lektor das Buch gelesen hat und ob ihm die ganzen Widersprüche nicht aufgefallen sind. Hier ist ja nur ein Bruchteil davon aufgeführt.

Keine Leseempfehlung, das Leben ist zu kurz, es gibt spannendere Krimis, die in sich stimmig sind.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

älterwerden, erzählungen, geschichten, senioren

Die steinerne Matratze: Erzählungen

Margaret Atwood
E-Buch Text: 304 Seiten
Erschienen bei eBook Berlin Verlag, 02.11.2016
ISBN 9783827079077
Genre: Sonstiges

Rezension:

Habe nach "Der Report der Magd" einige Bücher von Atwood gelesen, die nie an den Report d. Magd rangekommen sind, aber dieses Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Die ersten 3 Geschichten sind lose miteinander verknüpft; jede erzählt von einer anderen Person, deren Schicksale miteinander verbunden sind über Jahrzehnte hinweg und am Schluß schließt sich der Kreis. Auch die anderen Geschichten lassen sich gut lesen und die Art, wie Margret Atwood das Leben, den Alltag und die Gewohnheiten der Menschen sieht und beschreibt ist immer wieder toll. Aber richtig begeistert haben mich die letzten zwei Geschichten. "Die steinerne Matratze" ist wie ein spannender Krimi und "Fackelt die Alten ab" geht richtig unter die Haut. Vor allem die letzte Geschichte kann dem Report der Magd durchaus das Wasser reichen. Erschütternd, beängstigend und, das ist das erschreckenste, durchaus irgendwann mal möglich, vor allem, wenn man mitbekommt, wie Flüchtlingsheime angesteckt werden, menschenverachtende Parolen wieder lauter werden, der Haß sich ausbreitet und die Strafverfolgung bei den Brandsstiftungen größtenteils beide Augen zudrückt. Schon allein wegen der letzten beiden Geschichten lohnt sich das Buch.

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133 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

erbin, erbschaftsangelegenheit, gericht, gerichtsroman, gerichtsthriller, geschichte, geschworene, grisham, john grisham, jury, kritik, leihbuch, selbstmord, testament, thriller

Die Erbin

John Grisham , Imke Walsh-Araya , Kristiana Dorn-Ruhl , Bea Reiter
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.09.2015
ISBN 9783453418462
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich liebe die Bücher von John Grisham und auch, dass jedesmal ein anderer Aspekt der Justiz beleuchtet wird. Diesmal hat er sich das Erbrecht vorgenommen.

Ein Millionär setzt seine schwarze Haushälterin zur Haupterbin ein, seine Kinder sollen leer ausgehen, und das im tiefsten Süden von Amerika. Natürlich stürzen sich die Anwälte wie die Aasgeier darauf, um ein Stück vom Kuchen abzubekommen und unterstützen die Familie. War der Alte überhaupt zurechnungsfähig, als er das Testament schrieb ? Hat seine Haushälterin ihn beeinflußt oder genötigt, sie in sein Testament zu schreiben ? Es entbrennt ein harter Kampf zwischen den Parteien, wo auch nicht mit faulen Tricks gegeizt wird.

Es bleibt bis zum Schluß spannend und ich möchte hier nicht zuviel verraten. Die Sprache liest sich wie immer leicht und wie von selbst. Allerdings ist dieses Buch - trotz aller Spannung - nicht eins seiner Besten. Ich mag zwar die Charaktere, hier besonders den Richter, aber es zieht sich teilweise etwas in die Länge und man wartet darauf, dass man endlich weiß, wie es ausgeht. Vielleicht war ich auch nur zu ungeduldig.

Auf jeden Fall lohnt es sich zu lesen.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wo die Sonne schlafen geht

Dieter Wiesmüller , Klaus Modick , Dieter Wiesmüller
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.09.2000
ISBN 9783551850393
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Welch ein herrliches Kinderbuch !

Eines der schönsten Kinderbücher, das ich je in den Händen hatte. Schade, dass hier keine Abbildung vorhanden ist. Es ist großformatig mit traumhaft schönen Bildern und einem Text in Gedichtform.

Zum Inhalt : Ein paar Delphine überlegen sich, wo wohl die Sonne schlafen geht und machen sich auf den Weg, diesen Ort zu suchen. Unterwegs fragen sie diverse Meeresbewohner, die ihnen mal raten, jemand anderen zu fragen, mal völlig desinteressiert sind, mal wildeste Vermutungen anstellen und mal versuchen die Delphine in einen Hinterhalt zu locken. Schließlich entdecken sie eine versunkene Stadt (Hamburg), die sie durchstreifen. Als sie den alten Zoo entdecken, gruselt es sie, aber ansonsten werden sie nicht fündig und suchen weiter.

Da auch das Gedicht sehr schön ist (ich habe jedes Tier mir unterschiedlichem Tempo, Betonung und Akzent vorgelesen), möchte ich hier ein wenig daraus zitieren:

"Jan aber ruft : " Momentchen mal !

Wir fragen jetzt den Buckelwal."

Gesagt, getan. Der Wal denkt nach

und schüttelt dann den Kopf gemach,

sagt sehr bedächtig : " Hab´s vergessen,

hab nämlich andere Interessen.

Ich schau mir diese Stadt nur an.

Erstaunlich, was der Mensch so kann.

 Zum Beispiel dieser Mann aus Stein

muss wohl ein Herr gewesen sein,

der vielen Fischen ist bekannt, ...."

das Bild dazu ist in herrlichem Blau und zeigt eine Bismarckstatue mit kahlen Bäumen im Vordergrund, paar aufsteigenden Blasen und einen großen Wal im Hintergrund. Der Text zu diesem Bild geht noch weiter. Jedes Bild ist ein wunderschönes Gemälde.

Das ganze Buch ist wunderschön und liebevoll gemacht. Ein echtes Kunstwerk und mein Kind hat es geliebt. Ich fürchte es ist vergriffen, also ist es ein echter Schatz

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121 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

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Die Wand

Marlen Haushofer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548288123
Genre: Romane

Rezension:

Eine Frau, die für ein paar Tage in die Berge fährt mit Freunden, findet sich plötzlich völlig allein und auf sich gestellt von einer (Glas ?)wand umgeben wieder. Was jenseits der Wand los ist weiß sie nicht, macht sich aber auch nicht viele Gedanken darüber, sondern konzentriert sich auf sich und das Überleben. Erst dachte ich, wie langweilig, ´ne Frau allein im Wald und daher lag es lange auf dem SuB. Aber nun habe ich es gelesen und es ist genauso wenig langweilig wie Hemmingways "Der alte Mann und das Meer".

Das Buch ist von der Frau geschrieben. Sie schreibt auf allem Papier, was sie findet, ist sich aber darüber im klaren, dass es wohl nie jemand lesen wird, da sie ja durch die Wand von den anderen Menschen getrennt ist. Was ich etwas befremdlich fand, ist, wie schnell sie sich in ihr Schicksal einfindet, wie wenig sie ihren Töchtern nachtrauert und dass sie so gar nicht bitter ist oder verzweifelt. Ich fand auch bewundernswert, wie sie sich selbst zu helfen weiß und z.B. Bohnen und Kartoffeln anbaut, die sie in der Hütte gefunden hat oder, dass sie weiß, wie man Butter macht. Ich wüßte nicht, wie das geht und sicher viele andere Leute auch nicht. Dann habe ich gesehen, dass das Buch Anfang der 60ziger Jahre geschrieben wurde. Damals verstanden die Menschen sich noch darauf, für sich selbst zu sorgen, vor allem, wenn sie die harten Kriegsjahre mitgemacht hatten.

Ich hätte mir an ihrer Stelle viel mehr Gedanken gemacht, was das für eine Wand ist, wo sie über Nacht herkommt, was wohl mit den anderen passiert ist, die jenseits der Wand waren. Diese Frau hadert aber nicht mit ihrem Schicksal, sondern manchmal klingt es, als sei es für sie eine Art Befreiung, sich nicht mehr rechtfertigen zu müssen, keine Pflichten und Erwartungen, die andere ihr auferlegen, erfüllen zu müssen und dass sie niemandem etwas vorzumachen braucht. Im Gegenteil, die Tiere, die sie findet und um die sie sich dann kümmert, sind zwar nützlich und sie entwickelt auch eine emotionale Bindung zu ihnen, aber sie empfindet sie zeitgleich als Belastung, grade weil sie eine Bindung zu ihnen aufbaut. Manchmal wirkt es, als blühe sie regelrecht auf, weil sie ihr bisheriges Leben ohne schlechtes Gewissen abstreifen kann und sich selbst genug ist. Als ich das Nachwort über die Autorin Marlen Haushofer gelesen habe, wurde mir auch klar, warum. Für die Autorin war dies ein regelrechter Befreiungsschlag und sie lebte ihre Bedürfnisse durch diese Figur und ihr Schicksal aus. Daher die Distanz zu ihrer Familie und den anderen Menschen. Habe aber eine andere Ausgabe gelesen und weiß nicht, ob hier ebenfalls das Nachwort drin ist.

Das Buch blieb die ganze Zeit über spannend, da immer wieder Andeutungen auf spätere Ereignisse gemacht wurden und man unbedingt wissen wollte, was passiert ist. z.B." damals wußte ich noch nicht..." oder " Zu der Zeit... aber später, ohne ihn..." oder " Wenn ich das geahnt hätte, was da geschah, dann wäre ich nicht wieder hingegangen" oder " Das hätte mir eine Warnung sein sollen". Man erfährt über die Dinge aber nur nach und nach und oft viel später, aber die Spannung bleibt die ganze Zeit über aufrecht.

Auf jeden Fall ein gelungenes Buch, da es wider Erwarten spannend blieb. Das Nachwort über die Autorin war sehr aufschlußreich und sie hat die Auszeichnungen zu Recht verdient. Gute Literatur, wie man früher sagte. Sehr Empfehlenswert .

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Die Brut - Sie sind da

Ezekiel Boone , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.05.2017
ISBN 9783596035533
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich liebe solche Bücher ! Spannung pur !

Was ist das für ein schwarzer Fluß, der über Menschen hinwegspült und nur Knochen zurück läßt ? Überall auf der Welt kommt es zu schrecklichen Vorfällen. Hat China deshalb eine Atombombe im eigenen Land gezündet, um diese Flut einzudämmen ? Und wie kann etwas aus einem 10.000 Jahre alten Kokon schlüpfen ? Das blanke Entsetzen packt den Specialagent, der einen Flugzeugabsturz untersucht. Aus einer der Leichen krabbelt etwas raus...

Am Anfang gibt es nur Andeutungen, daher finde ich es schade, dass in vielen Rezis zu lesen ist, um was es geht. Aber das Buch ist auch dann spannend, wenn man es schon zu Anfang weiß, aber ohne dieses Wissen wäre es noch einen Tacken besser. Ich fand, dass Anfangs sehr viele unterschiedliche Figuren vorgestellt wurden. Rückblickend wäre dies nicht nötig gewesen oder aber man erfährt im 2. Teil wie es mit ihnen weitergeht. Das Buch hat ein rasantes Tempo (nur etwas ausgebremst durch die ausführliche Vorstellung mancher Leute) und man kann es kaum aus der Hand legen. Leider finde ich den Schluß etwas unbefriedigend. Es hört irgendwie zu abrupt auf. Wahrscheinlich ist dies Absicht, damit man den 2. Band kauft. Nun habe ich gesehen, dass es nächstes Jahr noch einen 3. Band geben soll, also wird Teil 2 wohl auch mit einem Cliffhänger enden. Aber das sind Vermutungen.

Dieses Buch war auf jeden Fall eins meiner Highlights dieses Jahr. Ich kann mir auch gut eine Verfilmung davon vorstellen und würde sie mir sogar angucken. Aber natürlich nur, wenn ich zuvor alle Bände gelesen habe.

Ein superspannendes Buch, das aber zu schnell und plötzlich aufhört. Bitte mehr davon !

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Tags: armee, fressen, invasion, kokon, krabbeln, labor, pageturner, präsidentin, schwarze flut, spannung, spinnen, weltbedrohung   (12)
 

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1970er jahre, © 1971, brutalität, fall 07, kommissar beck, kommissar martin beck, krimi, krimi-reihe, mord, polizei, rache, schweden, sjöwall/wahlöö, skandinavien, stockholm

Das Ekel aus Säffle

Maj Sjöwall , Per Wahlöö , Susanne Dahmann ,
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2008
ISBN 9783499244476
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

EIn Polizist wird brutal in einem Krankenhaus abgeschlachtet. Je mehr die Kollegen ermitteln, desto mehr wächst das Verständnis für den Täter. Auch mich hat das Schicksal des Täters erschüttert. Wie furchtbar in einer solchen Situation zu sein !

Das Buch liest sich schnell, aber ich brauchte etwas, um reinzukommen, denn es ist teilweise nur mäßig spannend und eher "bedächtig". Der Schluß war nicht ganz mein Fall, aber das ist vielleicht Geschmackssache. Der Krimi spielt Anfang der 70ziger in Schweden, hebt sich aber von den üblichen 70iger Jahre Krimis mit ihrer Machoschreibweise ab. Insofern liest er sich angenehm gut. Die Figuren sind weitgehend authentisch, aber die alten Herren, die im Krieg Soldaten waren und danach zur Polizei wechselten und für die Brutalität zum Alltag gehört, kann ich nur schwer verstehen. Bin nur froh, dass sowas heute die Ausnahme bleibt. Das klingt alles etwas altbacken, aber so ist das Buch nicht. Teilweise ist es auch sehr aktuell.

Ich freu mich auf das 2. Buch von den Autoren, das auf meinem SuB liegt.

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Tags: brutalität, kollegen, kommissar beck, mord, nachforschungen, polizei, schweden, schwedenkrimi, unrecht   (9)
 

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

der fall collini, familie, ferdinand von schirach, freundschaft, gericht, junger anwalt, mord, prozeß, schicksal, verteidigung

Der Fall Collini

Ferdinand von Schirach
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei btb, 13.02.2017
ISBN 9783442714995
Genre: Romane

Rezension:

Ein Mann wird ermordet, der Täter gesteht alles, verschweigt aber sein Motiv und will auch gar nicht verteidigt werden, denn er habe es ja schließlich getan, sagt er. Ansonsten schweigt er. Für den jungen Anwalt ist dies sein erster Fall. Als er dann noch erfährt, wer der Tote ist, will er den Mörder nicht länger verteidigen....

Auf nur ca 200 Seiten schafft es der Autor eine Geschichte zu schreiben, die so spannend ist, wie von John Grisham. Auch das Thema (Justiz) ist das Gleiche. Habe das Buch in einem Tag verschlungen. Wofür Grisham 500 Seiten braucht, ist hier komprimiert auf weniger als die Hälfte, ohne, dass etwas fehlt. Auch die Sprache, nüchtern und präzise, macht das Buch zu einem wahren Lesevergnügen. Der Hintergrund und die Schicksalsschläge sind natürlich so furchtbar, dass das Wort Vergnügen nicht ganz passt. Aber ich kann es jedem Krimi Fan empfehlen.

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Tags: familie, freundschaft, gericht, junger anwalt, mord, prozeß, schicksal, verteidigung   (8)
 

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abenteuer, afghanistan, eisberg, fernab vom tourismus, humor, kanu, neufundland, öltaucher, osnabrück, österreich, phillipinen, reisen, skandinavien, tourette, witzig

Herr Tourette auf Tour

Pelle Sandstrak , Susanne Dahmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.08.2014
ISBN 9783404607983
Genre: Biografien

Rezension:

Eigentlich wollte ich den ersten Band "Herr Tourette und ich" lesen, da mich das Tourette Syndrome interessiert und es humorvoll geschrieben sein soll. Dann habe ich diesen 2. Band runtergesetzt gefunden. Von Tourette ist kaum etwas zu lesen, da der Autor 10 Jahre Therapie erfolgreich hinter sich hat. Aber ich bin froh, es gelesen zu haben.

Der Autor berichtet einige Anekdoten, die er auf Reisen erlebt hat. Dabei sucht er Orte fernab der üblichen Touristenrouten auf und kommt mit Menschen in Kontakt, die man als skurill, interessant oder etwas besonderes bezeichnen kann. Seine Abstecher z.B. in Kabul oder mit einem Kanu zu einem Eisberg, sind an sich schon abenteuerlich genug, aber die Art, wie er von den Begegnungen mit den Menschen schreibt, machen den besonderen Charme dieses Buches aus. Manches macht wütend (Skandinavische Öltaucher), anderes traurig, aber meistens muß man schmunzeln, denn immer wieder blitzt bei den Reisebeschreibungen viel Humor durch und so hatte ich viel Spaß beim Lesen und das Buch an einem Tag durch. 

Da dies eine nette, leichte Lektüre war und ich immer noch gerne über Tourette lesen würde, werde ich weiterhin nach dem 1. Buch Ausschau halten.

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Tags: abenteuer, afghanistan, eisberg, fernab vom tourismus, humor, kanu, neufundland, öltaucher, osnabrück, österreich, phillipinen, reisen, skandinavien, tourette, witzig   (15)
 

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alina bronsky, deutschland, familie, frankfurt, gewalt, hass, jugend, jugendliche, liebe, mord, rache, roman, russlanddeutsche, tod, waise

Scherbenpark

Alina Bronsky
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 21.09.2009
ISBN 9783462041507
Genre: Romane

Rezension:

Sascha ist 17 und lebt in einem sozialen Brennpunkt. Ihr Stiefvater hat ihre Mutter und deren neuen Freund erschossen und sie kümmert sich um ihre 2 kleinen Geschwister und um ihre Großtante, die sich eigentlich um die Kinder kümmern soll, aber kaum deutsch spricht. Sie geht auf´s Gymnasium, verliebt sich in einen älteren Mann, gibt Nachhilfe und muß den Anfeindungen der Nachbarn standhalten. All das ist ein bißchen viel, aber sie klammert sich an ihr Ziel : den Tod der Mutter rächen. Als dies nicht mehr möglich ist, verliert sie den Boden unter den Füßen.

Die Sprache passt zu Sascha, die aus ihrer Sicht erzählt. Mal wirkt sie sehr reif und erwachsen, mal merkt man ihr die Verzweiflung darüber an, dass sie so viel Verantwortung schultern muß. Dann wieder reißt sie sich zusammen, da sie ja in der Schule und zuhause funktionieren muß, dann aber, wird sie schwach und vermisst ihre Mutter und immer wieder wird sie furchtbar wütend. Bei der Liebe steht sie sich selbst im Weg, was teils auf ihr Wesen, teils auf das Erlebte und teils auf die Pubertät zurückzuführen ist. Das Buch klingt sehr autentisch und ist in sich schlüssig. Mal ist es spannend, mal witzig und es läßt sich schnell lesen. Für Jugendliche finde ich es gut, da es eine andere Welt zeigt und daher offen für die Probleme anderer macht. Mir persönlich ist Sascha ein wenig unheimlich, denn sie ist manchmal sehr hart, zu hart für meinen Geschmack, was sie aber auch sein muß, um in ihrer Welt bestehen zu können. Man fragt sich, was aus Sascha wird, und aus den Geschwistern. Gibt es einen Weg da raus, das Vergangene zu bewältigen und Vertrauen in die Welt zu entwickeln ? Kann man ein normales Leben führen ? Aber so weit geht das Buch nicht. Es wird glaube ich nur ein Sommer beschrieben und dann Rückblenden und Erinnerungen.

Ein Jugendbuch, das die Augen öffnet. 

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Tags: geschwister, gewalt, hochhaus, jugendbuch, liebe, mord, russen, schule, sozialer brennpunkt, stiefvater, verantwortung, waise, weglaufen   (13)
 

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Bei lebendigem Leib

Souad , Marie-Thérèse Cuny
Flexibler Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 09.05.2005
ISBN 9783442362684
Genre: Biografien

Rezension:

Die Autorin wuchs in einem arabischen Dorf auf, in dem Frauen weniger als Vieh wert waren. Schläge, harte Arbeit, unbedingter Gehorsam, Mißhandlungen und völlige Unterwerfung machten die Kindheit aus. Söhne wurden geschätzt, verwöhnt und durften alle Freiheiten genießen, sogar zur Schule gehen, viele Töchter wurden dagegen bei der Geburt von ihren Müttern direkt umgebracht. Als die Autorin heranwächst, träumt sie davon, einen Mann zu finden, damit sie aus der Hölle des Elternhauses entkommt, obwohl sie in ihrem Umfeld sieht, dass oftmals die Schläge und Mißhandlungen des Vaters vom Ehemann fortgesetzt werden. Es ist aber verboten einen Mann auch nur anzublicken, geschweige denn, mit ihm zu reden. Und es reicht aus, dass jemand behauptet, er habe ein Mädchen dabei gesehen, wie es einem Mann ins Gesicht schaut. Schon wird sie als Hure abgestempelt. Um die Ehre der Familie wieder herzustellen gibt es nur eine Möglichkeit : Die Familie muß das Mädchen töten.

So schrecklich und barbarisch, so grausam und abartig  wie wir dies empfinden, so normal erscheint es der Autorin, denn ihre Welt beschränkt sich auf das Dorf und sie hat es nie anders kennengelernt. Für uns ist es unvorstellbar, dass eine Mutter ihr Kind oder ein Bruder seine Schwester umbringt, aber die Autorin wächst mit dieser permanenten Angst auf, da sie auch erlebt, dass ihre Schwester eines Tages nicht mehr da ist. Auch sie ereilt das Schicksal von ihrer Familie zum Tode verurteilt zu werden. Ihr Schwager bekommt die Aufgabe übertragen, übergießt sie mit Benzin und zündet sie an.

Wie durch ein Wunder geliengt ihr brennend die Flucht auf die Straße, wo sie von anderen Frauen in ein Krankenhaus gebracht wird. Aber sie wird dort nicht behandelt, sondern zum Sterben in ein Zimmer geschoben, denn der Wille der Familie ist, dass sie tot ist und diesen Willen respektiert man. Einer Hilfsorganisation gelingt es, sie nach Europa zu bringen und dort ihr Leben zu retten. Aber die Narben auf Haut und Seele verheilen nie ganz.

Um auf das Schicksal der Frauen in arabischen und anderen östlichen Ländern aufmerksam zu machen, ringt sie sich nach Jahrzehnten dazu durch, ihre Geschichte aufschreiben zu lassen.

Ein erschütterndes Buch, ein unglaublich wichtiges Buch und ein Buch, dass leider immer noch aktuell ist, denn der Wahnsinn der "Ehrenmorde" geht immer noch weiter. Es gibt minimale Verbesserungen auf dem Papier, aber Täter werden noch immer als Held gefeiert, anstatt verurteilt zu werden. Und auch hier bei uns kommt es immer wieder zu diesen Taten. Ich habe zwar schon öfter davon gehört, aber wie das Leben in diesen Ländern, gerade in den Dörfern genau aussieht, wußte ich nicht und war zutiefst erschüttert. Dieses Ausgeliefert sein, ohne je entkommen zu können -- für uns hier im Westen unvorstellbar.

Dieses Buch ist wichtig, ergreifend und sollte gelesen werden.

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Tags: arabische tradition, dorf, ehrenmord, familie, mädchen, narben, schicksal, surgir, terre des hommes, verbrennen, westjordanland   (11)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

beziehungen, familie, frauen, frauenliteratur, liebe, männer, seichte literatur

Wie Frauen fischen und jagen

Melissa Bank , Silvia Morawetz
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Diana, 05.10.2005
ISBN 9783453351158
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ein leichter, seichter Roman über Frauen und die Liebe, in dem in einzelnen Kapiteln Phasen aus dem Leben von Jane erzählt werden. Beginnend im Alter von 14, bis Mitte 30. Richtige Spannung kommt nicht auf, obwohl man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Das liegt aber wohl daran, dass es so leicht und locker geschrieben ist und viele Abschnitte und Absätze hat, sodass man immer denkt, bis zu dem Ansatz noch, bis zu dem, ach, den noch rasch...und eh man sich´s versieht, ist man wieder 10 Seiten weiter. Teilweise ist es mit Humor geschrieben, dann wieder gibt es Stellen, wo Situationen, die man gut kennt, auf den Punkt gebracht werden. z.B. Seite 275 wartet Jane auf den Anruf eines Mannes, in den sie frisch verliebt ist " Will einen neuen (...)Roman anfangen, kann mich in der Stille des nicht läutenden Telefons aber nicht konzentrieren." In einem Kapitel wird von anderen Leuten erzählt, die ich nicht zuordnen kann, außer dass Jane in der Wohnung oben drüber wohnt, sonst aber in keiner Beziehung zu der Familie steht. Und ein Kapitel wird nicht in der Ichform erzählt, sondern distanzierter, aber immer noch aus der Perspektive von Jane. S.245 : "Am nächsten Morgen fragt er, wo sein Rasierapparat abgeblieben ist. Du sagst, den hast du nach eurer Trennung weggeworfen. Er sagt: Ich habe dein Deo in einen Bilderrahmen gestellt. " Die meiste Zeit ist Jane mit einem wesentlich älteren Mann zusammen, aber es gibt auch andere Beziehungen. Ob es ein Happy End gibt, möchte ich hier nicht verraten.

Alles in allem ein luftig- lockerer Episoden- Roman, der eine Frau durch verschiedene Phasen ihres Lebens begleitet mit Schwerpunkt auf den Beziehungen. Kann man lesen, muß man aber nicht. Für Liebhaber seichter Literatur aber zu empfehlen.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

buch, david guterson, diskriminierung, erdbeerfarmer, ertrunkener fischer, fischer, generationen, gericht, gerichtsverhandlung, hass, insel, inseln bei seattle, japan, liebe, mord

Schnee, der auf Zedern fällt

David Guterson , Christa Krüger
Fester Einband: 720 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 18.11.2016
ISBN 9783455651430
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin sehr schwer in das Buch reingekommen und wollte es nach ca 15 Seiten weglegen. Endlose Beschreibungen, die unendlich langweilig wirkten, weil sie noch in keinem Kontext standen. Dann endlich kam etwas Handlung und gleich war man wieder mit seitenlangen Beschreibungen ausgebremst. So ging es das ganze Buch hindurch, aber da die Geschichte gut war und man wissen wollte, wie es weitergeht, hat man dies in Kauf genommen. Eigentlich finde ich Familiengeschichten und deren Hintergründe ja ganz spannend, aber zu (fast) jeder Figur, egal wie wenig sie zur Handlung beiträgt, ein Abriss über Generationen finde ich dann doch nicht mehr so interessant. Auch die Beschreibungen der Landschaft, der Boote, des Wetters, eines Hauses und wie es gebaut wurde oder einzelner Dinge wie z.B. eines Schreibtisches halten einen nur auf, wenn man wissen will, wie die Geschichte weitergeht.  Sicherlich macht gerade dies den Reiz des Buches aus, denn es hat glaube ich den Pen /Faulkner Preis gewonnen und stand wohl lange auf der Bestsellerliste, aber ich fühlte mich dauernd ausgebremst und das mochte ich nicht.

Die eigentliche Handlung ist nämlich spannend und auch das geschichtliche Setting fand ich interessant, da es mir bislang noch nicht so  bewußt war. Die Geschichte spielt in den 50ziger Jahren auf einer Amerikanischen Insel, auf der viele Japaner wohnen. Gegen Ende des 2. Weltkrieges nach dem Angriff auf Pearl Harbour werden die Japaner deportiert und kaserniert. Jetzt, in den 50zigern, sind sie zurück und versuchen ihr Leben mit Erdbeerzucht und Lachsfang zu meistern. Da wird ein Fischer tot in seinem Netzt hängend geborgen und der Verdacht fällt auf einen der Japaner. Das Buch schildert die Gerichtsverhandlung und in vielen Rückblicken (und endlosen Beschreibungen) die Vorgeschichte. Auch eine Liebesgeschichte kommt drin vor, ob diese am Ende gut ausgeht oder nicht verrate ich hier nicht, aber man hofft sehr. Wie gesagt, es gab mehrere spannende Dinge in dem Buch, aber auch wenn es sich gut und schnell liest, hat man durch die langen Beschreibungen das Gefühl, man tritt auf der Stelle und kommt nicht vorwärts, wo man doch so gerne wissen möchte, wie es weiter geht. Guckt man dann auf die Seitenzahl, ist man überrascht, wieviel und schnell man doch wieder gelesen hat. Also wohl doch ein pageturner...?

Wer also mal statt des üblichen Krimis einen etwas anderen lesen möchte, ist hiermit gut beraten.

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Tags: 50ziger jahre, amerika, diskriminierung, erdbeerfarmer, fischer, gerichtsverhandlung, hass, insel, japaner, jugendliebe, kälte, krieg, lachsfischer, landbesitz, liebe, meer, mord, pearl harbor, schnee, winter   (20)
 

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beziehungen, buch, doris dörrie, erfahrungen, erzählungen, familie, frauen, freundschaft, gedanken, gefühl, interessant, interessanter aufbau des buches, kapitel, liebe, menschen

Für immer und ewig

Doris Dörrie
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 20.07.1993
ISBN 9783257225723
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch beginnt, indem wir Fanny und ihre Freundin Antonia kennenlernen und dabei sind, wie sie erste sexuelle Erfahrungen machen. Dann folgt eine kurze Episode in einem Juwelierladen aus Sicht der Verkäuferin und man erfährt erst in einem weiteren Kapitel, dass die Kundin Antonia war. Dann begleiten wir eine junge Frau in einem Indianergebiet, und später wird klar, dass es sich um Fannys Schwester handelt. Als nächstes folgt ein Kapitel, aus Sicht der Indianerin, der Fannys Schwester zuvor begegnet ist.

In diesem Stil ist das Buch aufgebaut und das macht den besonderen Reiz aus. Es ist spannend zu raten, aus welcher Sicht jetzt erzählt wird, denn manchmal wird es erst in späteren Kapiteln deutlich. Auch fragt man sich, ob die ein oder andere Figur nochmal auftaucht oder man durch die anderen Figuren etwas darüber erfährt, wie es mit ihnen weitergegangen ist, denn die Kapitel sind schon miteinander verbunden und zeitlich aufeinander aufgebaut.

Auch sprachlich ist dies Buch sehr lesenswert, denn ich mag den Stil der Autorin, wie sie Dinge beschreibt. z.B. : "Das rosa Neonlicht strömte herein wie dicke Puddingsoße. " (S.108). Auch beschreibt sie nüchtern Situationen, Gefühle und vor allem Stimmungen, die man selbst schon kennengelernt hat. Manchmal ist sie dabei sehr pragmatisch. z.B. "...die Kellnerin knallte Charlotte einen Teller mit Pfannkuchen ... auf den Tisch und wünschte ihr viel Spaß damit. Charlotte aß alle drei, weil sie nicht wußte, was sie sonst tun sollte."(S.118) Oft ist die Gedankenwelt der Figuren erschreckend, aber doch vertraut. Es ist, als habe die Autorin die Menschen und ihre Abgründe genau studiert und weiß, wie sie "ticken". Sehr aufschlussreich fand ich wie Beziehungen mal aus Sicht der Frau, dann aus Sicht des Mannes geschildert werden. Jetzt ist mir klar, warum manches nicht funktionieren kann oder manche Menschen einfach nicht zusammen passen.

Manche Gefühle sind mir sehr vertraut, aber ich hätte sie nicht so gut in Worte fassen können, wie Doris Dörrie das schafft. Wenn ich ein letztes Mal zitieren darf : "...aber vielleicht kennen Sie das Gefühl, wenn man allein im Auto nachts durch die Gegend fährt und im Radio kommt ein Song ... und mit einem Mal zerreißt es einen fast vor Sehnsucht. Vor Sehnsucht wonach zum Teufel ? Das ist es ja eben, das weiß man nicht so genau, vor Sehnsucht nach allem auf einmal, nach einem zuhause und einem Zigeunerleben, nach Familie und Einsamkeit, nach Leidenschaft und ruhiger Liebe, nach..." es folgen noch weitere Dinge, die einander ausschließen. S. 212.

Mir hat  - vom ersten Kapitel abgesehen (die Party im Keller, die ich sehr befremdlich fand) - das Buch viel Spaß gemacht, obwohl ich ja sonst hauptsächlich Krimis lese. Es ist ein Lesegenuss und ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

ake edwardson, erzählungen, geschichten, helene tursten, karin wahlberg, krimis, schweden, weihnachten, winter

Kleine Elche im Schnee

Holger Wolandt , Hedwig M. Binder , Susanne Dahmann , Annika Krummacher
Flexibler Einband: 191 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.10.2013
ISBN 9783492273480
Genre: Sonstiges

Rezension:

In diesem Büchlein sind Weihnachtsgeschichten aus Schweden zusammengestellt, bzw. Geschichten, die um die Weihnachtszeit spielen, denn nicht immer geht es besonders weihnachtlich zu. Gerade die Krimis sind teilweise sehr rauh. Verschiedene Autoren sind hier vertreten. Manchmal scheint es sich auch um Buchauszüge zu handeln, was dem Verständnis und Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut. Es gibt besinnliches, kurioses, spannendes und makabres. Einige von den Krimiautoren kannte ich bereits, aber ich habe auch neue kennengelernt und werde sie mir nun vormerken.

Alles in allem ein sehr liebevoll gestaltetes Buch in kleinem, ungewöhnlichen Format, mit einem schönen schwedisch-winterlichen Einband, das 13 Geschichten enthält und ein Autorenverzeichnis mit Hintergrundinformationen zu jedem.

Mir hat es sehr gefallen und ich werde es zu Weihnachten verschenken. 

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