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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wo die Sonne schlafen geht

Dieter Wiesmüller , Klaus Modick , Dieter Wiesmüller
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.09.2000
ISBN 9783551850393
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Welch ein herrliches Kinderbuch !

Eines der schönsten Kinderbücher, das ich je in den Händen hatte. Schade, dass hier keine Abbildung vorhanden ist. Es ist großformatig mit traumhaft schönen Bildern und einem Text in Gedichtform.

Zum Inhalt : Ein paar Delphine überlegen sich, wo wohl die Sonne schlafen geht und machen sich auf den Weg, diesen Ort zu suchen. Unterwegs fragen sie diverse Meeresbewohner, die ihnen mal raten, jemand anderen zu fragen, mal völlig desinteressiert sind, mal wildeste Vermutungen anstellen und mal versuchen die Delphine in einen Hinterhalt zu locken. Schließlich entdecken sie eine versunkene Stadt (Hamburg), die sie durchstreifen. Als sie den alten Zoo entdecken, gruselt es sie, aber ansonsten werden sie nicht fündig und suchen weiter.

Da auch das Gedicht sehr schön ist (ich habe jedes Tier mir unterschiedlichem Tempo, Betonung und Akzent vorgelesen), möchte ich hier ein wenig daraus zitieren:

"Jan aber ruft : " Momentchen mal !

Wir fragen jetzt den Buckelwal."

Gesagt, getan. Der Wal denkt nach

und schüttelt dann den Kopf gemach,

sagt sehr bedächtig : " Hab´s vergessen,

hab nämlich andere Interessen.

Ich schau mir diese Stadt nur an.

Erstaunlich, was der Mensch so kann.

 Zum Beispiel dieser Mann aus Stein

muss wohl ein Herr gewesen sein,

der vielen Fischen ist bekannt, ...."

das Bild dazu ist in herrlichem Blau und zeigt eine Bismarckstatue mit kahlen Bäumen im Vordergrund, paar aufsteigenden Blasen und einen großen Wal im Hintergrund. Der Text zu diesem Bild geht noch weiter. Jedes Bild ist ein wunderschönes Gemälde.

Das ganze Buch ist wunderschön und liebevoll gemacht. Ein echtes Kunstwerk und mein Kind hat es geliebt. Ich fürchte es ist vergriffen, also ist es ein echter Schatz

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(55)

104 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

einsamkeit, österreich, wand, hund, überleben

Die Wand

Marlen Haushofer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548288123
Genre: Romane

Rezension:

Eine Frau, die für ein paar Tage in die Berge fährt mit Freunden, findet sich plötzlich völlig allein und auf sich gestellt von einer (Glas ?)wand umgeben wieder. Was jenseits der Wand los ist weiß sie nicht, macht sich aber auch nicht viele Gedanken darüber, sondern konzentriert sich auf sich und das Überleben. Erst dachte ich, wie langweilig, ´ne Frau allein im Wald und daher lag es lange auf dem SuB. Aber nun habe ich es gelesen und es ist genauso wenig langweilig wie Hemmingways "Der alte Mann und das Meer".

Das Buch ist von der Frau geschrieben. Sie schreibt auf allem Papier, was sie findet, ist sich aber darüber im klaren, dass es wohl nie jemand lesen wird, da sie ja durch die Wand von den anderen Menschen getrennt ist. Was ich etwas befremdlich fand, ist, wie schnell sie sich in ihr Schicksal einfindet, wie wenig sie ihren Töchtern nachtrauert und dass sie so gar nicht bitter ist oder verzweifelt. Ich fand auch bewundernswert, wie sie sich selbst zu helfen weiß und z.B. Bohnen und Kartoffeln anbaut, die sie in der Hütte gefunden hat oder, dass sie weiß, wie man Butter macht. Ich wüßte nicht, wie das geht und sicher viele andere Leute auch nicht. Dann habe ich gesehen, dass das Buch Anfang der 60ziger Jahre geschrieben wurde. Damals verstanden die Menschen sich noch darauf, für sich selbst zu sorgen, vor allem, wenn sie die harten Kriegsjahre mitgemacht hatten.

Ich hätte mir an ihrer Stelle viel mehr Gedanken gemacht, was das für eine Wand ist, wo sie über Nacht herkommt, was wohl mit den anderen passiert ist, die jenseits der Wand waren. Diese Frau hadert aber nicht mit ihrem Schicksal, sondern manchmal klingt es, als sei es für sie eine Art Befreiung, sich nicht mehr rechtfertigen zu müssen, keine Pflichten und Erwartungen, die andere ihr auferlegen, erfüllen zu müssen und dass sie niemandem etwas vorzumachen braucht. Im Gegenteil, die Tiere, die sie findet und um die sie sich dann kümmert, sind zwar nützlich und sie entwickelt auch eine emotionale Bindung zu ihnen, aber sie empfindet sie zeitgleich als Belastung, grade weil sie eine Bindung zu ihnen aufbaut. Manchmal wirkt es, als blühe sie regelrecht auf, weil sie ihr bisheriges Leben ohne schlechtes Gewissen abstreifen kann und sich selbst genug ist. Als ich das Nachwort über die Autorin Marlen Haushofer gelesen habe, wurde mir auch klar, warum. Für die Autorin war dies ein regelrechter Befreiungsschlag und sie lebte ihre Bedürfnisse durch diese Figur und ihr Schicksal aus. Daher die Distanz zu ihrer Familie und den anderen Menschen. Habe aber eine andere Ausgabe gelesen und weiß nicht, ob hier ebenfalls das Nachwort drin ist.

Das Buch blieb die ganze Zeit über spannend, da immer wieder Andeutungen auf spätere Ereignisse gemacht wurden und man unbedingt wissen wollte, was passiert ist. z.B." damals wußte ich noch nicht..." oder " Zu der Zeit... aber später, ohne ihn..." oder " Wenn ich das geahnt hätte, was da geschah, dann wäre ich nicht wieder hingegangen" oder " Das hätte mir eine Warnung sein sollen". Man erfährt über die Dinge aber nur nach und nach und oft viel später, aber die Spannung bleibt die ganze Zeit über aufrecht.

Auf jeden Fall ein gelungenes Buch, da es wider Erwarten spannend blieb. Das Nachwort über die Autorin war sehr aufschlußreich und sie hat die Auszeichnungen zu Recht verdient. Gute Literatur, wie man früher sagte. Sehr Empfehlenswert .

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Tags: allein, alm, auf sich gestellt, berge, einsamkeit, frau, hund, hütte, innerer monolog, katze, kuh, überleben, wald, wand, wildnis   (15)
 

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251 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 109 Rezensionen

spinnen, thriller, horror, ezekiel boone, die brut

Die Brut - Sie sind da

Ezekiel Boone , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.05.2017
ISBN 9783596035533
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich liebe solche Bücher ! Spannung pur !

Was ist das für ein schwarzer Fluß, der über Menschen hinwegspült und nur Knochen zurück läßt ? Überall auf der Welt kommt es zu schrecklichen Vorfällen. Hat China deshalb eine Atombombe im eigenen Land gezündet, um diese Flut einzudämmen ? Und wie kann etwas aus einem 10.000 Jahre alten Kokon schlüpfen ? Das blanke Entsetzen packt den Specialagent, der einen Flugzeugabsturz untersucht. Aus einer der Leichen krabbelt etwas raus...

Am Anfang gibt es nur Andeutungen, daher finde ich es schade, dass in vielen Rezis zu lesen ist, um was es geht. Aber das Buch ist auch dann spannend, wenn man es schon zu Anfang weiß, aber ohne dieses Wissen wäre es noch einen Tacken besser. Ich fand, dass Anfangs sehr viele unterschiedliche Figuren vorgestellt wurden. Rückblickend wäre dies nicht nötig gewesen oder aber man erfährt im 2. Teil wie es mit ihnen weitergeht. Das Buch hat ein rasantes Tempo (nur etwas ausgebremst durch die ausführliche Vorstellung mancher Leute) und man kann es kaum aus der Hand legen. Leider finde ich den Schluß etwas unbefriedigend. Es hört irgendwie zu abrupt auf. Wahrscheinlich ist dies Absicht, damit man den 2. Band kauft. Nun habe ich gesehen, dass es nächstes Jahr noch einen 3. Band geben soll, also wird Teil 2 wohl auch mit einem Cliffhänger enden. Aber das sind Vermutungen.

Dieses Buch war auf jeden Fall eins meiner Highlights dieses Jahr. Ich kann mir auch gut eine Verfilmung davon vorstellen und würde sie mir sogar angucken. Aber natürlich nur, wenn ich zuvor alle Bände gelesen habe.

Ein superspannendes Buch, das aber zu schnell und plötzlich aufhört. Bitte mehr davon !

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Tags: armee, fressen, invasion, kokon, krabbeln, labor, pageturner, präsidentin, schwarze flut, spannung, spinnen, weltbedrohung   (12)
 

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 4 Rezensionen

schweden, krimi, stockholm, skandinavien, polizei

Das Ekel aus Säffle

Maj Sjöwall , Per Wahlöö , Susanne Dahmann ,
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2008
ISBN 9783499244476
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

EIn Polizist wird brutal in einem Krankenhaus abgeschlachtet. Je mehr die Kollegen ermitteln, desto mehr wächst das Verständnis für den Täter. Auch mich hat das Schicksal des Täters erschüttert. Wie furchtbar in einer solchen Situation zu sein !

Das Buch liest sich schnell, aber ich brauchte etwas, um reinzukommen, denn es ist teilweise nur mäßig spannend und eher "bedächtig". Der Schluß war nicht ganz mein Fall, aber das ist vielleicht Geschmackssache. Der Krimi spielt Anfang der 70ziger in Schweden, hebt sich aber von den üblichen 70iger Jahre Krimis mit ihrer Machoschreibweise ab. Insofern liest er sich angenehm gut. Die Figuren sind weitgehend authentisch, aber die alten Herren, die im Krieg Soldaten waren und danach zur Polizei wechselten und für die Brutalität zum Alltag gehört, kann ich nur schwer verstehen. Bin nur froh, dass sowas heute die Ausnahme bleibt. Das klingt alles etwas altbacken, aber so ist das Buch nicht. Teilweise ist es auch sehr aktuell.

Ich freu mich auf das 2. Buch von den Autoren, das auf meinem SuB liegt.

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Tags: brutalität, kollegen, kommissar beck, mord, nachforschungen, polizei, schweden, schwedenkrimi, unrecht   (9)
 

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

prozeß, gericht, familie, freundschaft, mord

Der Fall Collini

Ferdinand von Schirach
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei btb, 13.02.2017
ISBN 9783442714995
Genre: Romane

Rezension:

Ein Mann wird ermordet, der Täter gesteht alles, verschweigt aber sein Motiv und will auch gar nicht verteidigt werden, denn er habe es ja schließlich getan, sagt er. Ansonsten schweigt er. Für den jungen Anwalt ist dies sein erster Fall. Als er dann noch erfährt, wer der Tote ist, will er den Mörder nicht länger verteidigen....

Auf nur ca 200 Seiten schafft es der Autor eine Geschichte zu schreiben, die so spannend ist, wie von John Grisham. Auch das Thema (Justiz) ist das Gleiche. Habe das Buch in einem Tag verschlungen. Wofür Grisham 500 Seiten braucht, ist hier komprimiert auf weniger als die Hälfte, ohne, dass etwas fehlt. Auch die Sprache, nüchtern und präzise, macht das Buch zu einem wahren Lesevergnügen. Der Hintergrund und die Schicksalsschläge sind natürlich so furchtbar, dass das Wort Vergnügen nicht ganz passt. Aber ich kann es jedem Krimi Fan empfehlen.

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Tags: familie, freundschaft, gericht, junger anwalt, mord, prozeß, schicksal, verteidigung   (8)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

afghanistan, skandinavien, österreich, osnabrück, kanu

Herr Tourette auf Tour

Pelle Sandstrak , Susanne Dahmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.08.2014
ISBN 9783404607983
Genre: Biografien

Rezension:

Eigentlich wollte ich den ersten Band "Herr Tourette und ich" lesen, da mich das Tourette Syndrome interessiert und es humorvoll geschrieben sein soll. Dann habe ich diesen 2. Band runtergesetzt gefunden. Von Tourette ist kaum etwas zu lesen, da der Autor 10 Jahre Therapie erfolgreich hinter sich hat. Aber ich bin froh, es gelesen zu haben.

Der Autor berichtet einige Anekdoten, die er auf Reisen erlebt hat. Dabei sucht er Orte fernab der üblichen Touristenrouten auf und kommt mit Menschen in Kontakt, die man als skurill, interessant oder etwas besonderes bezeichnen kann. Seine Abstecher z.B. in Kabul oder mit einem Kanu zu einem Eisberg, sind an sich schon abenteuerlich genug, aber die Art, wie er von den Begegnungen mit den Menschen schreibt, machen den besonderen Charme dieses Buches aus. Manches macht wütend (Skandinavische Öltaucher), anderes traurig, aber meistens muß man schmunzeln, denn immer wieder blitzt bei den Reisebeschreibungen viel Humor durch und so hatte ich viel Spaß beim Lesen und das Buch an einem Tag durch. 

Da dies eine nette, leichte Lektüre war und ich immer noch gerne über Tourette lesen würde, werde ich weiterhin nach dem 1. Buch Ausschau halten.

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Tags: abenteuer, afghanistan, eisberg, fernab vom tourismus, humor, kanu, neufundland, öltaucher, osnabrück, österreich, phillipinen, reisen, skandinavien, tourette, witzig   (15)
 

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171 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 18 Rezensionen

familie, deutschland, mord, gewalt, liebe

Scherbenpark

Alina Bronsky
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 21.09.2009
ISBN 9783462041507
Genre: Romane

Rezension:

Sascha ist 17 und lebt in einem sozialen Brennpunkt. Ihr Stiefvater hat ihre Mutter und deren neuen Freund erschossen und sie kümmert sich um ihre 2 kleinen Geschwister und um ihre Großtante, die sich eigentlich um die Kinder kümmern soll, aber kaum deutsch spricht. Sie geht auf´s Gymnasium, verliebt sich in einen älteren Mann, gibt Nachhilfe und muß den Anfeindungen der Nachbarn standhalten. All das ist ein bißchen viel, aber sie klammert sich an ihr Ziel : den Tod der Mutter rächen. Als dies nicht mehr möglich ist, verliert sie den Boden unter den Füßen.

Die Sprache passt zu Sascha, die aus ihrer Sicht erzählt. Mal wirkt sie sehr reif und erwachsen, mal merkt man ihr die Verzweiflung darüber an, dass sie so viel Verantwortung schultern muß. Dann wieder reißt sie sich zusammen, da sie ja in der Schule und zuhause funktionieren muß, dann aber, wird sie schwach und vermisst ihre Mutter und immer wieder wird sie furchtbar wütend. Bei der Liebe steht sie sich selbst im Weg, was teils auf ihr Wesen, teils auf das Erlebte und teils auf die Pubertät zurückzuführen ist. Das Buch klingt sehr autentisch und ist in sich schlüssig. Mal ist es spannend, mal witzig und es läßt sich schnell lesen. Für Jugendliche finde ich es gut, da es eine andere Welt zeigt und daher offen für die Probleme anderer macht. Mir persönlich ist Sascha ein wenig unheimlich, denn sie ist manchmal sehr hart, zu hart für meinen Geschmack, was sie aber auch sein muß, um in ihrer Welt bestehen zu können. Man fragt sich, was aus Sascha wird, und aus den Geschwistern. Gibt es einen Weg da raus, das Vergangene zu bewältigen und Vertrauen in die Welt zu entwickeln ? Kann man ein normales Leben führen ? Aber so weit geht das Buch nicht. Es wird glaube ich nur ein Sommer beschrieben und dann Rückblenden und Erinnerungen.

Ein Jugendbuch, das die Augen öffnet. 

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Tags: geschwister, gewalt, hochhaus, jugendbuch, liebe, mord, russen, schule, sozialer brennpunkt, stiefvater, verantwortung, waise, weglaufen   (13)
 

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144 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

ehrenmord, schicksal, familie, westjordanland, feuer

Bei lebendigem Leib

Souad , Marie-Thérèse Cuny
Flexibler Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 09.05.2005
ISBN 9783442362684
Genre: Biografien

Rezension:

Die Autorin wuchs in einem arabischen Dorf auf, in dem Frauen weniger als Vieh wert waren. Schläge, harte Arbeit, unbedingter Gehorsam, Mißhandlungen und völlige Unterwerfung machten die Kindheit aus. Söhne wurden geschätzt, verwöhnt und durften alle Freiheiten genießen, sogar zur Schule gehen, viele Töchter wurden dagegen bei der Geburt von ihren Müttern direkt umgebracht. Als die Autorin heranwächst, träumt sie davon, einen Mann zu finden, damit sie aus der Hölle des Elternhauses entkommt, obwohl sie in ihrem Umfeld sieht, dass oftmals die Schläge und Mißhandlungen des Vaters vom Ehemann fortgesetzt werden. Es ist aber verboten einen Mann auch nur anzublicken, geschweige denn, mit ihm zu reden. Und es reicht aus, dass jemand behauptet, er habe ein Mädchen dabei gesehen, wie es einem Mann ins Gesicht schaut. Schon wird sie als Hure abgestempelt. Um die Ehre der Familie wieder herzustellen gibt es nur eine Möglichkeit : Die Familie muß das Mädchen töten.

So schrecklich und barbarisch, so grausam und abartig  wie wir dies empfinden, so normal erscheint es der Autorin, denn ihre Welt beschränkt sich auf das Dorf und sie hat es nie anders kennengelernt. Für uns ist es unvorstellbar, dass eine Mutter ihr Kind oder ein Bruder seine Schwester umbringt, aber die Autorin wächst mit dieser permanenten Angst auf, da sie auch erlebt, dass ihre Schwester eines Tages nicht mehr da ist. Auch sie ereilt das Schicksal von ihrer Familie zum Tode verurteilt zu werden. Ihr Schwager bekommt die Aufgabe übertragen, übergießt sie mit Benzin und zündet sie an.

Wie durch ein Wunder geliengt ihr brennend die Flucht auf die Straße, wo sie von anderen Frauen in ein Krankenhaus gebracht wird. Aber sie wird dort nicht behandelt, sondern zum Sterben in ein Zimmer geschoben, denn der Wille der Familie ist, dass sie tot ist und diesen Willen respektiert man. Einer Hilfsorganisation gelingt es, sie nach Europa zu bringen und dort ihr Leben zu retten. Aber die Narben auf Haut und Seele verheilen nie ganz.

Um auf das Schicksal der Frauen in arabischen und anderen östlichen Ländern aufmerksam zu machen, ringt sie sich nach Jahrzehnten dazu durch, ihre Geschichte aufschreiben zu lassen.

Ein erschütterndes Buch, ein unglaublich wichtiges Buch und ein Buch, dass leider immer noch aktuell ist, denn der Wahnsinn der "Ehrenmorde" geht immer noch weiter. Es gibt minimale Verbesserungen auf dem Papier, aber Täter werden noch immer als Held gefeiert, anstatt verurteilt zu werden. Und auch hier bei uns kommt es immer wieder zu diesen Taten. Ich habe zwar schon öfter davon gehört, aber wie das Leben in diesen Ländern, gerade in den Dörfern genau aussieht, wußte ich nicht und war zutiefst erschüttert. Dieses Ausgeliefert sein, ohne je entkommen zu können -- für uns hier im Westen unvorstellbar.

Dieses Buch ist wichtig, ergreifend und sollte gelesen werden.

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Tags: arabische tradition, dorf, ehrenmord, familie, mädchen, narben, schicksal, surgir, terre des hommes, verbrennen, westjordanland   (11)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

beziehungen, frauen, familie, männer, seichte literatur

Wie Frauen fischen und jagen

Melissa Bank , Silvia Morawetz
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Diana, 05.10.2005
ISBN 9783453351158
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ein leichter, seichter Roman über Frauen und die Liebe, in dem in einzelnen Kapiteln Phasen aus dem Leben von Jane erzählt werden. Beginnend im Alter von 14, bis Mitte 30. Richtige Spannung kommt nicht auf, obwohl man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Das liegt aber wohl daran, dass es so leicht und locker geschrieben ist und viele Abschnitte und Absätze hat, sodass man immer denkt, bis zu dem Ansatz noch, bis zu dem, ach, den noch rasch...und eh man sich´s versieht, ist man wieder 10 Seiten weiter. Teilweise ist es mit Humor geschrieben, dann wieder gibt es Stellen, wo Situationen, die man gut kennt, auf den Punkt gebracht werden. z.B. Seite 275 wartet Jane auf den Anruf eines Mannes, in den sie frisch verliebt ist " Will einen neuen (...)Roman anfangen, kann mich in der Stille des nicht läutenden Telefons aber nicht konzentrieren." In einem Kapitel wird von anderen Leuten erzählt, die ich nicht zuordnen kann, außer dass Jane in der Wohnung oben drüber wohnt, sonst aber in keiner Beziehung zu der Familie steht. Und ein Kapitel wird nicht in der Ichform erzählt, sondern distanzierter, aber immer noch aus der Perspektive von Jane. S.245 : "Am nächsten Morgen fragt er, wo sein Rasierapparat abgeblieben ist. Du sagst, den hast du nach eurer Trennung weggeworfen. Er sagt: Ich habe dein Deo in einen Bilderrahmen gestellt. " Die meiste Zeit ist Jane mit einem wesentlich älteren Mann zusammen, aber es gibt auch andere Beziehungen. Ob es ein Happy End gibt, möchte ich hier nicht verraten.

Alles in allem ein luftig- lockerer Episoden- Roman, der eine Frau durch verschiedene Phasen ihres Lebens begleitet mit Schwerpunkt auf den Beziehungen. Kann man lesen, muß man aber nicht. Für Liebhaber seichter Literatur aber zu empfehlen.

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Tags: beziehungen, familie, frauen, frauenliteratur, liebe, männer, seichte literatur   (7)
 

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fischer, japan, mord, liebe, gericht

Schnee, der auf Zedern fällt

David Guterson , Christa Krüger
Fester Einband: 720 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 18.11.2016
ISBN 9783455651430
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin sehr schwer in das Buch reingekommen und wollte es nach ca 15 Seiten weglegen. Endlose Beschreibungen, die unendlich langweilig wirkten, weil sie noch in keinem Kontext standen. Dann endlich kam etwas Handlung und gleich war man wieder mit seitenlangen Beschreibungen ausgebremst. So ging es das ganze Buch hindurch, aber da die Geschichte gut war und man wissen wollte, wie es weitergeht, hat man dies in Kauf genommen. Eigentlich finde ich Familiengeschichten und deren Hintergründe ja ganz spannend, aber zu (fast) jeder Figur, egal wie wenig sie zur Handlung beiträgt, ein Abriss über Generationen finde ich dann doch nicht mehr so interessant. Auch die Beschreibungen der Landschaft, der Boote, des Wetters, eines Hauses und wie es gebaut wurde oder einzelner Dinge wie z.B. eines Schreibtisches halten einen nur auf, wenn man wissen will, wie die Geschichte weitergeht.  Sicherlich macht gerade dies den Reiz des Buches aus, denn es hat glaube ich den Pen /Faulkner Preis gewonnen und stand wohl lange auf der Bestsellerliste, aber ich fühlte mich dauernd ausgebremst und das mochte ich nicht.

Die eigentliche Handlung ist nämlich spannend und auch das geschichtliche Setting fand ich interessant, da es mir bislang noch nicht so  bewußt war. Die Geschichte spielt in den 50ziger Jahren auf einer Amerikanischen Insel, auf der viele Japaner wohnen. Gegen Ende des 2. Weltkrieges nach dem Angriff auf Pearl Harbour werden die Japaner deportiert und kaserniert. Jetzt, in den 50zigern, sind sie zurück und versuchen ihr Leben mit Erdbeerzucht und Lachsfang zu meistern. Da wird ein Fischer tot in seinem Netzt hängend geborgen und der Verdacht fällt auf einen der Japaner. Das Buch schildert die Gerichtsverhandlung und in vielen Rückblicken (und endlosen Beschreibungen) die Vorgeschichte. Auch eine Liebesgeschichte kommt drin vor, ob diese am Ende gut ausgeht oder nicht verrate ich hier nicht, aber man hofft sehr. Wie gesagt, es gab mehrere spannende Dinge in dem Buch, aber auch wenn es sich gut und schnell liest, hat man durch die langen Beschreibungen das Gefühl, man tritt auf der Stelle und kommt nicht vorwärts, wo man doch so gerne wissen möchte, wie es weiter geht. Guckt man dann auf die Seitenzahl, ist man überrascht, wieviel und schnell man doch wieder gelesen hat. Also wohl doch ein pageturner...?

Wer also mal statt des üblichen Krimis einen etwas anderen lesen möchte, ist hiermit gut beraten.

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Tags: 50ziger jahre, amerika, diskriminierung, erdbeerfarmer, fischer, gerichtsverhandlung, hass, insel, japaner, jugendliebe, kälte, krieg, lachsfischer, landbesitz, liebe, meer, mord, pearl harbor, schnee, winter   (20)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

freundschaft, erzählungen, familie, liebe, frauen

Für immer und ewig

Doris Dörrie
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 20.07.1993
ISBN 9783257225723
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch beginnt, indem wir Fanny und ihre Freundin Antonia kennenlernen und dabei sind, wie sie erste sexuelle Erfahrungen machen. Dann folgt eine kurze Episode in einem Juwelierladen aus Sicht der Verkäuferin und man erfährt erst in einem weiteren Kapitel, dass die Kundin Antonia war. Dann begleiten wir eine junge Frau in einem Indianergebiet, und später wird klar, dass es sich um Fannys Schwester handelt. Als nächstes folgt ein Kapitel, aus Sicht der Indianerin, der Fannys Schwester zuvor begegnet ist.

In diesem Stil ist das Buch aufgebaut und das macht den besonderen Reiz aus. Es ist spannend zu raten, aus welcher Sicht jetzt erzählt wird, denn manchmal wird es erst in späteren Kapiteln deutlich. Auch fragt man sich, ob die ein oder andere Figur nochmal auftaucht oder man durch die anderen Figuren etwas darüber erfährt, wie es mit ihnen weitergegangen ist, denn die Kapitel sind schon miteinander verbunden und zeitlich aufeinander aufgebaut.

Auch sprachlich ist dies Buch sehr lesenswert, denn ich mag den Stil der Autorin, wie sie Dinge beschreibt. z.B. : "Das rosa Neonlicht strömte herein wie dicke Puddingsoße. " (S.108). Auch beschreibt sie nüchtern Situationen, Gefühle und vor allem Stimmungen, die man selbst schon kennengelernt hat. Manchmal ist sie dabei sehr pragmatisch. z.B. "...die Kellnerin knallte Charlotte einen Teller mit Pfannkuchen ... auf den Tisch und wünschte ihr viel Spaß damit. Charlotte aß alle drei, weil sie nicht wußte, was sie sonst tun sollte."(S.118) Oft ist die Gedankenwelt der Figuren erschreckend, aber doch vertraut. Es ist, als habe die Autorin die Menschen und ihre Abgründe genau studiert und weiß, wie sie "ticken". Sehr aufschlussreich fand ich wie Beziehungen mal aus Sicht der Frau, dann aus Sicht des Mannes geschildert werden. Jetzt ist mir klar, warum manches nicht funktionieren kann oder manche Menschen einfach nicht zusammen passen.

Manche Gefühle sind mir sehr vertraut, aber ich hätte sie nicht so gut in Worte fassen können, wie Doris Dörrie das schafft. Wenn ich ein letztes Mal zitieren darf : "...aber vielleicht kennen Sie das Gefühl, wenn man allein im Auto nachts durch die Gegend fährt und im Radio kommt ein Song ... und mit einem Mal zerreißt es einen fast vor Sehnsucht. Vor Sehnsucht wonach zum Teufel ? Das ist es ja eben, das weiß man nicht so genau, vor Sehnsucht nach allem auf einmal, nach einem zuhause und einem Zigeunerleben, nach Familie und Einsamkeit, nach Leidenschaft und ruhiger Liebe, nach..." es folgen noch weitere Dinge, die einander ausschließen. S. 212.

Mir hat  - vom ersten Kapitel abgesehen (die Party im Keller, die ich sehr befremdlich fand) - das Buch viel Spaß gemacht, obwohl ich ja sonst hauptsächlich Krimis lese. Es ist ein Lesegenuss und ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Tags: beziehungen, doris dörrie, erfahrungen, familie, frauen, gedanken, gefühl, interessant, interessanter aufbau des buches, kapitel, menschen, sex, sprachlich klasse, stimmungen, wechselnde sichtweisen   (15)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

weihnachten, schweden, ake edwardson, geschichten, helene tursten

Kleine Elche im Schnee

Holger Wolandt , Hedwig M. Binder , Susanne Dahmann , Annika Krummacher
Flexibler Einband: 191 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.10.2013
ISBN 9783492273480
Genre: Sonstiges

Rezension:

In diesem Büchlein sind Weihnachtsgeschichten aus Schweden zusammengestellt, bzw. Geschichten, die um die Weihnachtszeit spielen, denn nicht immer geht es besonders weihnachtlich zu. Gerade die Krimis sind teilweise sehr rauh. Verschiedene Autoren sind hier vertreten. Manchmal scheint es sich auch um Buchauszüge zu handeln, was dem Verständnis und Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut. Es gibt besinnliches, kurioses, spannendes und makabres. Einige von den Krimiautoren kannte ich bereits, aber ich habe auch neue kennengelernt und werde sie mir nun vormerken.

Alles in allem ein sehr liebevoll gestaltetes Buch in kleinem, ungewöhnlichen Format, mit einem schönen schwedisch-winterlichen Einband, das 13 Geschichten enthält und ein Autorenverzeichnis mit Hintergrundinformationen zu jedem.

Mir hat es sehr gefallen und ich werde es zu Weihnachten verschenken. 

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Tags: ake edwardson, geschichten, helene tursten, karin wahlberg, krimis, schweden, weihnachten, winter   (8)
 

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

humor, pubertät, familie, kinder, aufräumen

Der Pubertist

Helmut Schümann , ,
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.06.2005
ISBN 9783499620119
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dies Buch wurde mir von einer Kollegin empfohlen, da es gute Ratschläge enthalte. Laut Inhaltsangabe ist es ein Überlebenshandbuch für Eltern. Beides stimmt nicht. Es ist ein kleines Büchlein, in dem auf ca. 200 Seiten das Zusammenleben mit einem sogenannten Pubertisten, also einem Kind in der Pubertät,  geschildert wird. Zwischendurch ist es sogar ganz lustig, aber meist wird der Humor durch ständige Wiederholungen erzeugt und ist dann eben irgendwann nicht mehr witzig. Tipps oder Sachen, bei denen man denkt:  "Gute Idee, das probiere ich auch mal aus!", gibt es keine. Insofern war das Buch etwas enttäuschend, aber da es sich schnell liest und manche Seiten nur Bilder enthalten, hält sich die vertane Zeit in Grenzen. Es ist ja auch nicht schlecht. Nur halt überflüssig.

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Tags: aufräumen, familie, hausaufgaben, humor, jugendlicher, pubertät, sohn, telefonieren, vater   (9)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

asyl, flüchtlinge, bamf, maria braig, abschiebung

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

Maria Braig
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Verlag 3.0 Zsolt Majsai, 17.06.2017
ISBN 9783956673115
Genre: Romane

Rezension:

Bewertet mit 4.5 Sternen

Ich finde unsere Abschiebepolitik sehr schlimm (vor allem diese Nacht und Nebel Aktionen, die Menschen betreffen, die schon lange hier geduldet und integriert sind), aber auch, dass die Politik den Familiennachzug erschwert und dann noch diese absurden Behauptungen, manche Länder seien sicher...

Seit vielen Jahren begegne ich immer wieder Menschen, die lieber sterben wollen, als in Länder zurückkehren zu müssen, wo sie vor dem Sterben noch gefoltert werden und die wegen Suizidversuchen zu uns in die Klinik kommen. Daher interessiert mich das Thema sehr, zumal es jetzt ja viel mehr Menschen betrifft und man in den Medien immer wieder von diesen ungerechten Abschiebepraktiken hört. Es ist unfassbar, welche unmenschlichen Entscheidungen da oft getroffen werden. Insofern wollte ich gerne wissen, wie die andere Seite aussieht und was in den Menschen vorgeht, die solche Entscheidungen treffen. Wie schaffen sie es , Nachts zu schlafen, wenn sie Familien auseinander gerissen haben ? Haben sie kein Herz ? Oder sind unsere Politiker und Gesetze schuld ?

Ich habe durch ehrenamtliche Hilfe hier und in den Flüchtlingslagern auf Lesbos viele der Flüchtlinge kennengelernt, ihre Verzweiflung und Not, aber auch ihre Demut, Dankbarkeit unnd Bescheidenheit. Die tiefe Erleichterung und Erlösung, wenn sie es bis nach Lesbos geschafft haben, werde ich nie vergessen. Und die Vorstellung, wie sie wieder zurück in die Hölle geschickt werden, macht mich krank.

Ich bin also mit großer Neugier an dies Buch heran gegangen und wurde nicht enttäuscht. Ich fand allein schon den Anfang sehr stark. Erst diese Zitate, die schon sehr erschrecken und nachdenklich machen, wie die Politik mit Menschen umgegangen ist und es jetzt wieder tut, und dann der Alptraum der Asylentscheiderin, die ja eigentlich Postbeamtin ist. So sollte es eigentlich allen Entscheidungsträgern gehen, vor allem auf politischer Ebene, damit nicht so eiskalt über Menschenleben entschieden wird. Viele Fragen der Hauptperson stelle ich mir auch. Mit welchem Recht entscheiden Menschen, die die Situation der anderen nicht wirklich kennen, über das Schicksal und das Leben der anderen ? Wie kann ich wissen, ob ein Land wirklich für alle sicher ist, wenn ich selbst nicht den Altag erlebt habe? In dem Buch wird sehr anschaulich geschildert, wie man in so einen Job reinrutschen kann. Allerdings ist die Figur etwas blauäugig und glaubt brav, was ihr eingeredet wird, nämlich, dass nicht genug Ressourcen für alle da seien und man daher "Wirtschaftsflüchtlinge" abschieben müsse. Sie geht da in meinen Augen von einer falschen Prämisse aus und ich hätte es spannender gefunden (und aufschlußreicher), wenn sie nicht die Möglichkeit gehabt hätte, glauben zu können, etwas Gutes zu tun. Wie ist das also mit den anderen Asylentscheidern ? Dachten diese auch zu Anfang etwas Gutes zu bewirken und sind dann lediglich abgestumpft ?

Besonders erschreckend und erschütternd fand ich den Lehrgang, den die Postbeamten im Eilverfahren absolvieren und die Dogmen, die sie dort eingetrichtert bekommen. Das ist wirklich harter Stoff und ich bin entsetzt darüber, aber anders kann man wohl auch nicht verstehen, was Menschen dazu bewegt, andere in die Hölle zurückzuschicken. Diese Sätze "Spüren Sie die Lüge auf!" und "wer einmal lügt, lügt immer" sind eine unglaubliche Unterstellung und Gemeinheit allen anständigen Flüchtlingen gegenüber und legen den Grundstein für Mißtrauen und Ablehnung. Ich selbst hatte einen Patienten mit völlig vernarbten und verkrüppelten Füßen, was eindeutig auf mehrmaliges Foltern zurückzu führen war und er berichtete, wenn er abgeschoben würde, würde er direkt vom Flughafen wieder ins Gefängnis kommen  und dort hingerichtet werden. Ich fand schon schlimm, was er bereits durchgemacht hatte, dann zeigte er mir seinen Abschiebebescheid. Als Begründung stand da, er hätte sich die Wunden auch selbst zufügen können, um Asyl unrechtmäßig zu erschleichen. Ich war fassungslos über diese Unterstellung und Wortwahl. Und selbst wenn, wie groß muß die Verzweiflung und das Leid sein, um sich soetwas anzutun ?   Er wird nie wieder laufen können und es hätte gar nicht selbst zugefügt sein können. Auch wurde kein Arzt zur Beurteilung hinzugezogen. Wenn die Behördenangestellten aber so gedrillt werden...Nein, eigentlich kann ich diese eiskalte Unmenschlichkeit auch dann nicht verstehen. Und dann diese Aufforderung, sich hinter den Gesetzen zu verstecken, wenn das Gewissen oder Mitgefühl in die Quere kommt. Da kriege ich eine Gänsehaut, denn sowas hatten wir schonmal. Eigentlich sollten die Gesetze für die Menschen gemacht werden und nicht gegen sie, aber ich schweife ab.

In dem Buch wird die menschlichre Not und Verzweiflung gut dargestellt, manchmal auch sehr drastisch, indem z.B. so nebenbei jemand erwähnt wird, der aus dem Fenster gesprungen ist, weil er keinen Ausweg mehr sah. Die Figur der Cochise stellt ein bißchen den Gegenpol oder das Gewissen dar und so langsam beginnt die Asylentscheiderin ihr Tun in Frage zu stellen. Die Wende in ihrem Denken und Handeln kommt durch einen Traum, den sie sehr realistisch erlebt. An ihrem Denken, dass Menschen, die mitansehen müssen, wie ihre Kinder verhungern, weil kein Geld für Essen da ist, die sterben, weil sie sich keine medizinische Versorgung leisten können, die niemals eine Arbeit im Heimatland finden werden, weil sie einer bestimmten Minderheit angehören, nur "Wirtschaftsflüchtlinge" sind und dass wir überfordert seien diesen Menschen zu helfen, hat sich nichts geändert. Aber sie hat sozusagen die menschliche Seite der Not gesehen, die Verzweiflung, die Menschen dazu bringt, sich auf den gefährlichen Weg in eine unsichere Zukunft zu machen. Nun bekommt sie diesen Spagat zwischen Gestzesauflagen und Gewissen nicht mehr hin und dekompensiert.

Was mich etwas gestört hat, ist, dass es in diesem Buch schon wieder eine lesbische Beziehung gibt. Ich finde, das nervt etwas, weil es den Eindruck macht, als würde die Autorin sich diesbezüglich auf einem Kreuzzug befinden. Das hat irgendwie nichts mit dem Thema zu tun. Wenn die Asylentscheiderin sich wenigstens Gedanken darüber machen würde, wie offen, frei und ohne Angst sie das Verlieben in eine Frau ausleben kann, ohne im Gegensatz zu den von ihr abgelehnten Afrikanern um Leib und Leben fürchten zu müssen, dann fände ich die Erwähnung dieser Beziehung sinnvoll. So finde ich das etwas überflüssig. Eigentlich stört mich das nicht, aber wenn es in 4 Büchern 3x vorkommt (im 4. Buch kommen Flüchtlinge selbst zu Wort), dann denk ich schon irgendwann ; "Nicht schon wieder ! Was hat das mit dem Thema zu tun ?" Aber sei´s drum. Es tut der Geschichte ja auch keinen Abbruch.

Erschütternd wieder am Schluß die einzelnen Schicksale und die haarsträubenden Begründungen für die Ablehnungen. Ich hatte immer gedacht, wir schützen Menschen, die in ihrer Heimat verfolgt werden und denen bei Rückkehr Folter und Tod droht, aber dem ist nicht so. Die Infos zu einzelnen Begriffen z.B. was ist subsidärer Schutz oder was besagt diese schwachsinnige Dublin Verordnung finde ich sehr hilfreich.

Insgesamt ein starkes, wichtiges und lesenswertes Buch und ich finde es klasse, dass sich die Autorin unermütlich bemüht, dieses Thema immer wieder von allen Seiten zu beleuchten. Wie wir mit diesen Menschen, die so dringend unsere Hilfe benötigen, umgehen, und wie blind wir für ihr Leid sind, aus Sorge, wir müßten kürzer treten, wenn wir ihnen helfen, ist ein solcher Skandal, dass die Bücher von Maria Braig an den Schulen gelesen werden sollten, um wieder so etwas, wie ein soziales Gewissen und Mitmenschlichkeit zu wecken.

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Tags: abschiebung, afrika, armut, asyl, bamf, beamte, depression, dublin verordnung, entscheidung, flucht, flüchtlinge, homosexualität, krieg, leid, menschlichkeit, not, schlepper, subsidärer schutz, syrien, unmenschlichkeit, verfolgung, verzweiflung   (22)
 

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

polen, juden, liebe, briefe, ghetto

Briefe der Liebe

Maria Nurowska , Albrecht Lempp
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.04.1995
ISBN 9783596125005
Genre: Romane

Rezension:

Zu Anfang war ich etwas verwirrt, da die Geschichte in mehreren Briefen erzählt wird. Aber schon der 2. Brief wurde in romanform geschrieben und man war sehr schnell in der Geschichte drin. Das Buch liest sich schnell und flüssig, ist aber nur mässig spannend. Dafür wirft es ein interessantes Licht auf die Kriegs- und Nachkriegszeit in Polen anhand der Geschichte einer Familie.

 Krystyna überlebt das Warschauer Ghetto, indem sie sich für Essen prostituiert hat und schafft es, dieses zu verlassen. Sie taucht unter falschen Namen unter und  findet Unterschlupf bei einer älteren Frau. Als diese stirbt, kümmert sie sich weiter um deren Enkel. Eines Tages steht der Vater des Kindes vor der Tür...

Krystyna hat ihr Leben lang Angst, dass ihre Vergangenheit und Herkunft ans Licht kommt. Sie kann sich nicht mal dem Mann, den sie liebt anvertrauen, da dieser eher antisemitisch eingestellt ist. Aber sie schreibt sich ihre innere Not, ihre Liebe, ihre Sorgen und Konflikte von der Seele in Form von Briefen an ihren Mann, die sie ihm aber nie zu lesen gibt. So erfährt der Leser von ihrem Schicksal und Werdegang und dadurch auch von der Zeit 1939-1968 in Polen. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf Krystynas persönlicher Geschichte und den mit ihr verbundenen Menschen und Schicksalen.

Vor allem Marias Schicksal hat mich erschüttert, aber auch alle anderen Figuren sind gut dargestellt. Krystynas Gedanken, Gefühle und Handlungen kann ich jedoch nicht immer nachvollziehen, was aber sicher auch daran liegt, dass ich in einer völlig anderen Zeit lebe. Ich glaube dieses Buch spiegelt den Zeitgeist jener Tage ganz gut wieder.

Ein interessanter Frauenroman, vor geschichtlichem Hintergrund.

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Tags: angst, briefe, familie, frauenschicksal, herkunft, juden, judenverfolgung, kz, liebe, liebhaber, nachkriegsschicksale, polen, prostitution, schicksal, warschauer ghetto   (15)
 

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(20)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

familie, gewalt, trennung, angst, schläge

Stinas Entscheidung

Marianne Fredriksson , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.01.2008
ISBN 9783596170982
Genre: Romane

Rezension:

An manchen Stellen sträubten sich mir die Nackenhaare. Nicht wegen des Themas : Mißbrauch von Kindern, Gewalt in der Ehe, Psychoterror, sondern über die Art, wie teilweise damit umgegangen wurde.

Stina hatte einen Psychopathen geheiratet, viel in der kurzen Ehe gelitten, dann geschafft sich zu trennen, wurde von ihrem Ex vergewaltigt und dabei wieder schwanger. Dann wurde sie gezwungen, die Kinder paar Wochen zu ihm nach Amerika zu schicken, wo ihr Ex inzwischen wohnte, weil er sonst wieder nach Schweden käme...

Welche Mutter opfert denn so ihre Kinder ? Dann wäre er halt wieder nach Schweden gekommen und hätte mir vielleicht erneut was angetan oder mich terrorisiert, aber ich hätte ihm doch nicht aus Selbstschutz meine Kinder überlassen ! Oder ich wäre mitgefahren. Aber gut, sie hat sich dafür entschieden und - Achtung Spoiler - das Schrecklichste geschieht und die 6jährige wird vergewaltigt. Bis dahin spannend zu lesen, glaubhaft und auch wenn ich anders gehandelt hätte, war alles nachvollziehbar. Aber was mich schockiert hat war, dass, als das mißbrauchte Mädchen mit ihrer Mutter über Per (so der Name des Exmannes) spricht, diese sagt " Dein Papa hat mich schrecklich verprügelt..." (S.104). Wie kann man nur ! Kann man da nicht von "mein Ex Mann" oder "Per" oder so reden ? Muß man dem Kind quasi klarmachen, dass es von so einem Kerl abstammt. Es reicht doch, dass sie dies weiß (obwohl er für sie ein Fremder ist, da sie bei der Trennung erst 1 Jahr alt war). Die Mutter sollte lieber die Verantwortung übernehmen und von "mein Ex" sprechen, da "Dein Vater" indirekt schuldgefühle hervorrufen kann. Das 2., was ich völlig unmöglich fand, war die Situation, als sich die Kleine auf Toilette einschloß und der Großvater die Tür (ohne Notwendigkeit) gewaltsam eingeschlagen hat. Das Kind ist als sie auf Toilette war vom Vater überfallen und mißbraucht worden. Da ist es doch verständlich, dass sie sich jetzt lieber einsperrt, um ein Gefühl von Sicherheit zu haben. Und dann wird die Tür eingeschlagen... Auch wenn sie den Großvater liebt wird ihr doch dadurch jegliches Gefühl von Sicherheit genommen. Mich wundert, dass sie überhaupt noch wieder auf Klo gehen kann, wo sie doch erlebt, dass selbst, wenn sie sich einschließt nie sicher sein kann, ob nicht doch wieder jemand reinkommt.

Mir scheint auch, die Autorin hat nie mit mißbrauchten Kindern zu tun gehabt oder sich nicht mit Leuten unterhalten, die damit arbeiten. Das, was sie die Kleine sagen lässt passt nicht. Kein Kind redet auf diese Weise über den Mißbrauch. An manchen Stellen ist es ihr gut gelungen, an anderen gar nicht. Die meisten Kinder haben große Schamgefühle und oft auch Schuldgefühle. Dieses Kind nicht. Sie hat für alles Verständnis und redet ganz offen darüber. Sie spricht von sich aus den Pfarrer an, um mit ihm darüber zu sprechen usw.

Auch sonst wird einiges immer haarsträubender. Da wird betont, dass man dem Kind unbedingt die Wahrheit über alles sagen muß und dann wird ihr gesagt, Mädchen hätten noch keine Gebärmutter und Eierstöcke ! Was für ein Schwachsinn. Vielleicht hat die Autorin ja auch nur in Bio gepennt, aber ich fand das ziemlich erschreckend. Genauso abstrus ist, dass einem ausländischen Pfarrer erlaubt wird, Tonbänder, auf denen seine Gespräche mit einem Gefangenen aufgezeichnet wurden und die ein Geständnis enthalten, also Beweismaterial sind, mit nach Hause zu nehmen, mit ins Ausland zu nehmen und Angehörigen vorzuspielen.  

Es gibt noch viele andere Stellen, die schlecht erfunden sind. Insgesamt wurde das Buch, was stark anfing, zunehmend flacher. Die Dialoge fand ich nicht ausgereift und oft stand da : "Sie lachten beide", obwohl es nicht zu dem vorher Gesagten passte. Es ist schade, wenn bei einem so wichtigen Thema die Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt. (z.B. dass man eine Leiche in wenigen Stunden komplett zerstückelt, die Teile verpackt, rausrudert und sie im See versenkt, zurückrudert und dann Boot und die ganze Wohnung so putzt, dass nicht die geringsten Spuren zu entdecken sind, die Betten neu bezieht und den Rest der Nacht schläft halte ich für nicht möglich. Wie soll ein Kind einen Oberschenkelknochen durchbekommen ?)

Anfangs hat mir das Buch gut gefallen, aber durch die vermehrt auftretenden Fehler, ist mir die Lust am Lesen bald vergangen. Besonders gestört hat mich die unrealistische Darstellung eines mißbrauchten Kindes.

Überrascht war ich, als ich merkte, dass die Autorin auch " Simon " geschrieben hat, welches ich klasse fand und " Hannas Töchter ", worüber ich viel Gutes gelesen habe. Dies Buch ist ihr nicht so gut gelungen.

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Tags: familie, gewalt in der ehe, kind, mißbrauch, psychopath, psychoterror   (6)
 

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(200)

441 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 7 Rezensionen

liebe, klassiker, prag, philosophie, tschechien

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Milan Kundera , Susanna Roth
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.09.2009
ISBN 9783596510979
Genre: Klassiker

Rezension:

Dies Buch ist so vielschichtig, dass mir eine Rezension zum ersten Mal richtig schwer fällt. Auch hat es sehr gemischte Gefühle ausgelöst. Von manchen Gedanken war ich sehr angetan. Vieles machte nachdenklich. Manches erschütterte. Einiges habe ich mir rausgeschrieben, weil ich zu wichtig fand, um es zu vergessen. Und anderes fand ich so abstoßend, dass ich den ganzen guten Eindruck des Buches in Frage gestellte habe. Wieder andere Dinge fand ich zutiefst verstörend.

Zum Inhalt : Die Geschichte spielt in Tschechien zur Zeit der Russischen Okkupation (1968). Tomas, ein Arzt, ist mit Teresa verheiratet, hat aber viele Geliebte. Vor allem mit Sabina hat er eine längere Affaire. Sie wiederum ist im Laufe der Geschichte mit Franz zusammen. Erzählt wird das Ganze aus den verschiedenen Perspektiven der Figuren und der des Autors, sodass man einen tiefen Eindruck gewinnt, von der Gedanken- und Gefühlswelt der Personen, sowie ihre Entwicklung. Es findet ein ständiger Wechsel von Zeiten und Rückblicken, Vorschauen, Träumen und Gegenwart statt, die aber nicht verwirren. Man kann trotz dieser Zeitsprünge dem Geschehen sehr gut folgen.

Dies Buch ist einerseits sehr politisch, andererseits werden die Beziehungen der Personen bis ins kleinste Detail philosophisch analysiert, und dann folgt wieder spannende Handlung. Trotzdem ist es nicht chaotisch, sondern läßt sich wunderbar lesen.

Erschütternd fand ich, wie die Radioansprache von Dubcek geschildert wird, der nach 6 Tagen Haft kaum noch sprechen kann, so zugerichtet war er. Auch sonst wird immer wieder Bezug auf die geschichtlichen Ereignissen dieser Zeit in Prag genommen. Es wird z.B. erwähnt, wie in allen Städten sämtliche Straßenschilder über Nacht verschwanden als die Russen einmarschierten und diese somit eine Woche lang umher irrten, ohne zu wissen, wo sie waren oder die strategisch wichtigen Gebäude (z.B. Rundfunk und Fernsehen) zu finden. Aber die historischen Geschehnisse sind nicht nur Kulisse, sondern haben auch Einfluß auf das Leben der Figuren. So darf Tomas nicht länger als Arzt praktizieren und wird Fensterputzer. Durch sein Schicksal wird deutlich, wie perfide die Methoden der Besatzer sind, um Leute zu zwingen, das zu tun, was ihnen im innersten (aus moralischen, ethischen oder Loyalitätsgründen) widerstrebt. Das Regime bringt die Leute in eine ausweglose Situation. Um sich selbst zu retten (Job, Wohnung, Ansehen oder auch das Leben selbst), muß man andere fälschlich beschuldigen und somit seine Ehre, seinen Anstand, seine Selbstachtung und seine Seele verkaufen. Dadurch, dass immer mehr Menschen gezwungen werden, Statements oder Dementi zu unterschreiben und somit andere zu denunzieren, kommt es zu einer gezielten, systematischen Demoralisierung des Volkes. Und diejenigen, die versuchen sich dem entgegen zu stellen, indem sie z.B. Unteschriften sammeln, um politische Gefangene zu befreien, wissen, dass sie nichts erreichen werden. Sie stehen also "vor der Wahl : entweder Theater zu spielen oder gar nichts zu tun ". (S. 256). Schlimm fand ich auch die Schilderung, wie das Volk in eine bestimmte Richtung gelenkt wurde, um Hemmschwellen abzubauen, die Aggressivität zu fördern und zu lenken und diese Kampagne (zunächst nur gegen Tiere z.B. Hunde) von den Zeitungen geschürt wurde. Es ist echt erschreckend, wie einfach das geht und das Buch ist daher immer noch ziemlich aktuell.

Wie gesagt, wird die Geschichte aus der Sicht der verschiedenen Personen, aber auch der des Autors erzählt. Sei es, dass der Autor einige Seiten einschiebt, wo er detailiert erklärt, was einzelne Begriffe für Sabina und für Franz bedeuten (z.B. Frau, Musik, Friedhof) und weshalb dies so ist, sei es, dass er philosophische Betrachtungen anstellt, warum seine Figuren so handeln.  An einer Stelle schreibt er, dass die Personen seines Romans seine eigenen Möglichkeiten seien, die sich nicht verwirklicht haben. Manchmal mischt er auch die Erzählweisen: " Einige Tage später fiel Tomas ein Gedanke ein, den ich als Ergänzung zum vorigen Kapitel hier anführen will :..." (S.215).  Dieser Schreibstil hat mir sehr gefallen, denn er ist dem Autor unglaublich gut gelungen und bereichert das Buch.

Was mich ein wenig verstört hat, ist die Mutter von Teresa und wie sie sich in ihr gegenüber verhalten hat. Teresas daraus resultierende Alpträume werden ausführlich analysiert und da die Mutter Teresa sehr geprägt hat, sind sie in den verschiedensten Situationen immer wieder Thema. Was mich sehr verstört hat, ist eine Szene, in der Tomas Teresa einen Berg hochschickt, wo ein Mann Menschen erschießt, die Selbstmord begehen wollen. Dies ist die einzige Stelle, wo ich nicht sicher bin, ob ein Traum oder Wirklichkeit geschildert wird. Mit keinem Wort wird angedeutet, es könne ein Traum sein, aber wenn das die Wirklichkeit ist, dann will ich dies gar nicht wahrhaben. Völlig daneben fand ich die seitenlange philosophische Abhandlung über Sch... und die Frage, ob Gott auch Darmtätigkeit hat, wo er uns doch nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Da hätte ich das Buch am liebsten weggelegt und nicht weiter gelesen. Den Sch... hätte er sich echt schenken können.

Dies ist absolut nicht mein Genre (bin Krimifan), aber es war interessant, lies sich gut lesen und hatte einen ungewöhnlichen Schreibstil, der mir sehr gefiel. Der Klappentext besagt, es sei "einer der witzigsten und intelligentesten Romane", der "höchste inrellektuelle Ansprüche befriedigt." Dem kann ich mich allerdings nicht anschließen. Dennoch kann ich dies Buch empfehlen.

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Tags: 1968, beziehung, fremdgehen, interessanter erzählstil, liebe, philosophie, philosophische analyse, prag, regime, russische besetzung, träume, treue, tschechen   (13)
 

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(15)

25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

humorvoll geschrieben, lustig, einblicke, seeleneinblicke, seele

Der jüdische Patient

Oliver Polak
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 02.10.2014
ISBN 9783462047042
Genre: Humor

Rezension:

Da ich in der Psychiatrie arbeite interessiert mich natürlich auch immer die Sicht der Patienten auf ihre Erkrankung, ihre Therapie und was ihnen letztendlich geholfen hat, gesund zu werden. Hier dachte ich, dass ein Bericht eines Comedian sicher mal einen etwas anderen Blickwinkel auf eine Depression wirft.

Welch eine Enttäuschung : Gossensprache, Fäkalsprache, Abwertung fast aller anderen Menschen, endlose Beschreibungen seiner Kleidung, die er grade anhat (mehrfach in jedem Kapitel), Besuch im Puff en detail und immer wieder das Thema : seine Rolle als Jude.

Anfangs war noch etwas Humor vorhanden, aber schnell entwickelte sich das Buch zu einem einzigen auskotzen . Die Depression, der Klinikaufenthalt und die Therapie werden nur gestreift. Wirkte der Autor zunächst nur sehr oberflächlich, so wurde er zunehmend unsympathisch. Dass jemand mit Depressionen sich selbst nicht mag und erträgt und abwertet ist Teil der Erkrankung, dass er aber andere Menschen ständig entwertet, abwertet und völlig überheblich und arrogant über sie unflätigst herzieht, ist nicht Teil einer Depression. Im Gegenteil, man empfindet sich eher als Last für andere und möchte niemandem seine Anwesenheit zumuten. Hier kommt wohl eher die Persönlichkeit des Autors hervor und so wie er das sieht, ist er das Opfer seiner Herkunft, seiner Heimatstadt, seines Landes, in dem man keinen Humor hat und all der Menschen die ja sooo eine Zumutung für ihn sind, obwohl sie einfach nur so sind, wie sie sind.

Ich habe mehrfach überlegt, ob ich nicht einfach aufhöre zu lesen und das Buch in mein "das Leben ist zu kurz"-Regal stelle, aber da es so dünn ist und ich wissen wollte ob es nicht doch irgendein brauchbares Fazit gibt, habe ich weiter gelesen. Letzteres gibt es übrigens nicht.

Als Comedian möchte ich ihn gar nicht erst sehen. Er behauptet mehrfach, dass man keinen Humor besitzt, wenn man Witze über vergewaltigte Kinder oder den Holocaust nicht lustig findet. Ich lasse mir meinen Humor aber nicht absprechen, wenn ich das Leid hinter diesen Taten sehe und es daher nicht witzig finde, wenn sich jemand so geschmack- und pietätlos darüber lustig macht.

Der einzige Grund, warum ich dem Buch doch noch 1 Stern gegeben habe, ist der, dass ich es gut finde, dass er offen darüber spricht, depressiv gewesen zu sein und sich Hilfe in einer Klinik geholt zu haben, denn dies ist leider oft noch mit einem Stigma belegt.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

mord, krimi, japan, amour fou, liebesgeschichte

Wo die Erde bebt

Susanna Jones
Fester Einband: 205 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, Reinbek
ISBN 9783498033354
Genre: Historische Romane

Rezension:

Lucy arbeitet als Übersetzerin in Japan und wird von der Polizei festgehalten und verhört, da diese glauben, sie habe ihre Freundin ermordet.

Lucy erzählt ihre Geschichte in Rückblenden aus der Ich-Perspektive, aber auch in der 3. Person. Manchmal im gleichen Satz, was ich anfangs etwas verwirrend fand. z.B. "Ich ging einfach nur weiter, in dem Bewußtsein, dass er da war und Lucy zuwinkte."

Hauptsächlich dreht sich die Geschichte um Lucy, ihr Leben in Japan und ihre Beziehung zu ihrem Freund Teiji. Man erfährt das ein oder andere Interessante über Tokio und den Alltag dort (wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat), aber ansonsten fand ich die Geschichte eher dürftig. Von der auf dem Klappentext erwähnten Erotik habe ich nichts bemerkt. Von der Spannung auch nicht.

Was mich aber beeindruckt bzw. erschüttert hat, ist die Beschreibung von Lucys Kindheit. Aber ob es sich lohnt, das Buch nur wegen der paar Seiten zu Lesen ?

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Tags: japan, krimi, mord, polizei, tokio   (5)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

krimi, werbeagentur, roman, mordpläne, mobbing

Schmatz

Hans Werner Kettenbach
Flexibler Einband: 306 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.11.2003
ISBN 9783257217322
Genre: Romane

Rezension:

Der Krimi ist fast nur im inneren Monolog verschiedener Personen geschrieben. Dennoch findet man schnell rein und auch der Personenwechsel ist leicht nachzuvollziehen.Die Handlung erschließt sich fast nur daraus, was einige Personen darüber denken, was grade passiert oder passiert ist. Auf diese Weise erfährt man sehr viel über die einzelnen Leute, ihre Gedanken, Gefühle und vor allem ihre Motive. Manchmal möchte man fast schreien : Redet miteinander !

Dieser Schreibstil macht das Buch sehr spannend. Uli Wehmeier ist Werbetexter, verheiratet, mit einem 7 jährigen Sohn. In der Firma wird er von dem neuen Creative Director gemobbt, der ihn schikaniert, anschwärzt, seine Arbeit kritisiert und ihn lächerlich macht und unter Druck setzt. Als sich Wehmeier für eine Kollegin stark macht, die von dem Neuen ebenfalls fertig gemacht wird, und einen Betriebsrat gründen will, nimmt er auch seinen Chef gegen sich ein. Gleichzeitig verlässt ihn seine Frau. Wehmeier, dessen Leben immer mehr aus den Fugen gerät, will vor allem eines : anständig, ehrlich und gradlinig bleiben ohne aufzugeben oder zu Kreuze zu kriechen. Dennoch spielt er im Geiste verschiedene Szenarien durch, wie man den Neuen loswerden kann. Aber wie sollte so ein Mord aussehen....?

Vom interessanten Schreibstil abgesehen, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat, fand ich es erschütternd, wie manche Menschen andere fertig machen. Ich würde gerne sagen "unglaublich", aber leider kommt sowas wohl sehr häufig vor.

Da es nur 320 Seiten hat, ist es schnell gelesen. Es hätte aber auch nicht viel länger sein dürfen, denn es wurde langsam etwas langatmig. Aber so blieb es spannend und ist auf jeden Fall eine interessante Lektüre.

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Tags: innere monologe, interessanter erzählstil, krimi, mobbing, mordpläne, werbeagentur   (6)
 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

mafia, familie, drogen, mafiositochter, blackpool

Mafia Princess

Marisa Merico , Isabell Lorenz
Flexibler Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.09.2010
ISBN 9783404616763
Genre: Biografien

Rezension:

Ich hatte mir mehr von diesem Buch versprochen. Irgendwie spannender, mehr Insight usw.

Dies hier ist mehr eine Familiengeschichte gepaart mit einer Auflistung von den immer gleichen Vergehen (Geld- und Drogentransporte). Auch sprachlich ist es eher dürftig. Allerdings hat die ehemallige Mafiatochter das Buch für ihre Kinder geschrieben und das ist ihr gelungen, denn dort erfahren die Kinder viel über ihre italienische Familie (die zu der Zeit fast alle im Knast saßen) und können anhand der Schilderungen nachvollziehen, warum ihre Mutter in die kriminellen Machenschaften verwickelt war.

Für die Kinder eine wertvolle Familienchronik. Für alle anderen eher öde. Für die Autorin ein wichtiges Stück Vergangenheitsbewältigung.

Es gibt aber weitaus spannendere Mafia- Lektüre aus Insidersicht, wo geschäftliche Zusammenhänge aufgedeckt werden und die auch sprachlich reizvoller sind.

Dies Buch kann ich nicht empfehlen.

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Tags: drogen, familie, familiengeschichte, gefängnis, geldschmuggel, mafia, mafiositochter   (7)
 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

flughafen, paris, charles de gaulle, wahre geschichte, autobiographie

Der Terminalmann

Alfred Mehran , Andrew Donkin
Flexibler Einband: 239 Seiten
Erschienen bei Ullstein TB
ISBN 9783548367309
Genre: Biografien

Rezension:

Dies ist die wirkliche Geschichte des Terminal man, die mit Tom Hanks - allerdings sehr verfremdet und für Hollywood adaptiert- verfilmt wurde.

Sir Alfred, wie er sich nennt, sitzt zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches, seit 16 Jahren in einem französischen Flughafen fest (Tom Hanks glaube ich nur ein Jahr). Zuvor ist er als Flüchtling zwischen vielen Ländern Europas hin und her geschickt worden. Zuletzt haben ihm die Engländer die Einreise verweigert und nach Frankreich geschickt. Ohne Papiere kann er den Flughafen nicht verlassen, weder nach Frankreich, noch mit einem Flugzeug ins Ausland. Verlässt er den Flughafen, wird er wegen fehlender Aufenthaltserlaubnis verhaftet (was mehrfach passiert ist). In Belgien liegen die nötigen Papiere, aber die belgischen Behörden weigern sich, ihm diese zu schicken. Er soll sie sich persönlich abholen, was er aber nicht kann, da Belgien ihm die Einreise verweigert.

Der echte Sir Alfred (im Gegensatz zu Tom Hanks) ist ein wenig kautzig, sehr, sehr stur und eigen, hat aber auch Humor (aber auch der ist etwas eigenwillig) und es gibt keinerlei romantische Verwicklungen wie im Film. Das Buch enthält viele Tagebuchauszüge und ansonsten erzählt Sir Alfred von Begebenheiten und seinem Leben am Flughafen in seiner schlichten Weise, aber auch Rückblenden in seine Kindheit, sein Studium in England und die Verhaftung und Folter bei Rückkehr in seine Heimat. Es gibt Wiederholungen und vieles klingt monoton und unspektakulär und genau dieser Stil spiegelt die Situation wieder : tagaus tagein die gleiche Routine, warten, warten, warten. Jahrelanges Warten. Keine Aufgabe, kein Lebensinhalt, keine Abwechslung.

Die Erzählweise ist sehr einfach und wirkt teilweise naiv-kindlich. Also vom Literarischen her keine Kunst. Aber das Schicksal des Mannes macht das Buch so spannend und lesenswert. Ich werde aber jetzt mal nachforschen, was aus Sir Alfred geworden ist. Inzwischen ist das Erscheinen des Buches ja auch schon wieder 12 Jahre her.  Ob er noch dort ist ?  Oder ob er nach England konnte und seine Mutter gefunden hat ?

Ach so, die wenigen Sterne liegen an dem schlichten Erzählstil, der zwar authentisch ist und genau zum Buch passt, mir persönlich aber nicht zusagt.

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Tags: ausweglos, behörden, biographie, festsitzen, flucht, flughafen, schicksal, verfilmt mit tom hanks, wahre geschichte   (9)
 

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

whiskey, schottland, krimi, mord, spannend

Nur wenn du mir vertraust

Deborah Crombie , Andreas Jäger
Flexibler Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 27.08.2007
ISBN 9783442466139
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein guter, solider Krimi, spannend, im letzten Drittel etwas langatmig, aber dennoch lesenswert.

Die Hauptperson fährt mit ihrer Freundin über´s Wochenende nach Schottland zu einem Kochkurs. Was beide nicht wissen, ist, dass die Freundin dorthin gelockt wurde. Und was führt der Ehemann der Freundin im Schilde ? Und warum blieb der Besitzer der Pension zur Mordzeit so lange weg, wo er doch nur Zutaten für´s Frühstück holen wollte? Mehr möchte ich eigentlich nicht verraten.

 Ein spannendes Buch, in dem man auch viel über´s Whiskeybrennen lernt. Mir hat es gut gefallen und ich werde wohl mehr von der Autorin lesen. Wer einen Thriller erwartet wird enttäuscht, aber wer gerne nette Krimis liest, ist hier genau richtig.

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Tags: jugendliebe, krimi, mord, schottland, spannend, whiskey   (6)
 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

obdachlose, krimi, schweden, stockholm, thriller

Blinder Glanz

Anders Roslund , Börge Hellström , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 379 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 07.05.2009
ISBN 9783596176434
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Inhalt über 43 ausgesetzte Kinder und eine Tote in den Tunneln unter der Stadt ist gut und spannend. Der Einblick in menschliche Abgründe und wie manche Menschen ihr Dasein in den Tunneln fristen ist erschütternd und macht nachdenklich. Mit der Erzählweise konnte ich mich jedoch das ganze Buch über nicht anfreunden. Ständig wird ein Handlungsstrang unterbrochen und ein anderer Absatz fängt an, ohne dass man weiß, um wen es jetzt geht. Manchmal steht der Name erst unten auf der Seite und kaum hat man sich eingefunden, wird schon wieder aus einer anderen Sicht berichtet und man weiß wieder nicht, um wen es geht, weil immer nur er oder sie gesagt wird.Da dies ca alle anderthalb Seiten wechselt, ist es sehr störend für den Lesefluss und nervt. Auch wenn man später die Figuren besser kennt und eher weiß, von wem jetzt die Rede ist, war es allen in allem kein Lesevergnügen. Und die Figur des Kommissars fand ich nur unsympatisch. Ich mag eigentlich skandinavische Krimis, aber von diesen Autoren möchte ich nichts mehr lesen.

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Tags: ausgesetzte kinder, ausreißer, kanalisation, krimi, obdachlose, skandinavischer krimi, spannend, tunnel, unter der stadt   (9)
 

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klempner, ironisch, handwerker, witzig, tipps

Normal ist das dicht!

Mark Spörrle , Kathrin Sabeth Ohl
Fester Einband: 172 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 15.09.2009
ISBN 9783451298561
Genre: Sachbücher

Rezension:

Es soll Handwerker geben, die pünktlich kommen, ordentlich und zuverlässig ihren Job machen, sodaß man zufrieden ist und sogar ihren Dreck wegmachen. Von all den Anderen handelt dieses Buch.

Es ist sehr humorvoll geschrieben, mit ironischen Tipps, wie man am Besten mit der Spezies Handwerker umgeht, um größere Schäden, den finanziellen Ruin oder einen Aufenthalt in der Nerbenheilanstalt zu vermeiden. Anhand von Beispielgeschichten wird von Leuten berichtet, die sich nicht an diese Ratschläge gehalten haben. Ich mußte sehr oft lachen. Manches klingt natürlich völlig überzogen, aber nach eigenen Handwerkererfahrungen (Heizung von November bis März defekt, bei gleichzeitigem Wasserrohrbruch, sodass wegen Schimmelgefahr viel gelüftet werden mußte.) halte ich die Geschichten für durchaus möglich !

Abzug gibt es für das Kleingedruckte. Die Fußnoten waren kaum lesbar.

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Tags: handwerker, humor, ironisch, klempner, tipps, witzig   (6)
 
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