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Fleur

Benito Wogatzki
Flexibler Einband: 402 Seiten
Erschienen bei Shaker Media , 06.03.2014
ISBN 9783956311390
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Er ist wieder da - Benito Wogatzki überrascht uns gleich zu Jahresbeginn mit einem neuen Roman: Fleur. Irgendwann hatte Wogatzki mitgekriegt: Er „kann“ Frauen. Vielleicht schon bei der klugen Anne in „Schwalbenjagd“ oder bei dem mörderischen Mädchen Lena in „Flieh mit dem Löwen“? Oder bei Nele mit dem Motto „gegen Wahnsinn hilft nur Wahnsinn“? Sollten diese Aha-Erlebnisse schon etwas zurückliegen – in seinem neuen Roman hat er jenes Können erneut entfaltet. Und Fleur, die Titelgestalt, ist wiederum nicht wie andere Frauen. Sie ist nicht eitel und nicht kokett, sie ist irgendwie kindlich und dann wieder erfahren, sie ist ein eigener Kosmos, der von sich nur das ansehnliche Äußere preisgibt, sonst aber schweigt. Bis auf... bis auf Julius, dem Fleur alles erzählt. Es ist, als würde sie erst leben, wenn sie das Erlebte Julius weitersagen kann. Bis der es nicht mehr aushält, weil sie von anderen Männern berichtet, mit denen sie was hat, und weil sie abends immer weggeht... zu ihren Liebhabern... Und die sind ja auch immer bedeutende Persönlichkeiten, von denen es schon was zu berichten gibt. Nun denn, Julius, der Fleur liebt wie noch nie eine Frau, Julius läuft davon, und nun muß Fleur ohne Julius zurechtkommen und sie beschließt, ein Studium aufzunehmen. Sie hat ein gut funktionierendes Gehirn in ihrem schönen Kopf und bald eine Affäre mit dem Assistenten für Wirtschaftsgeschichte und dann eine mit Professor Bernauer und jetzt, Jahre sind ins Land gegangen, begegnen wir ihr in Brüssel, ganz oben im Geflecht der Europa-Verwaltung. In Brüssel nun treffen wir auch Julius wieder: Julius kommt aus Bandol in Südfrankreich, wo er mit Muriel lebt, die Fleur ähnelt, aber nur ein wenig, und auch nur äußerlich, und die Julius liebt und nur ihn. Julius kommt nicht wegen Fleur nach Brüssel, er weiß nicht, daß sie in Brüssel ist, aber er kann nicht – und niemand kann – vorbei an der Affäre, die der hohe Europa-Chef Perignon mit seiner Kanzleichefin haben soll, mit Fleur nämlich. Wird Julius Fleur wiedersehen? Wie soll das gehen, nach soviel Jahren? Dazwischen stehen noch: ein polnischer Reporter namens Krysztof, ausgestattet mit investigativer Neugier, um seine vielen Verwandten zu versorgen; ein Jüngelchen namens Lemmy, Taschendieb und unendlich verknallt in... ...in Fleur natürlich; und der beeindruckende Lobbyist Hans Mascher, bei dem Körper und Geist, wie bei antiken Helden, eine Einheit bilden und der „erotische Vorsätze nicht anwenden kann“ – bis er, klar, auf Fleur trifft. Denn Fleur sind alle Zärtlichkeiten bekannt.

Fleur ist die von Wogatzkis Frauen, die in einen Kanon gehört, in dem schon Sappho, Else Lasker-Schüler und Franziska von Reventlow ihren Platz haben.

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