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66 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

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Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens

Jen Malone , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734850349
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Aubree ist ein gemütlicher Mensch, ein typischer Couch-Potato. Durch einen unglücklichen Zufall ist sie daran schuld, dass ihre zielstrebige Schwester Elizabeth ihren geplanten Trip als Reiseleiterin in Europa nicht unternehmen kann. Also bleibt nur eine Möglichkeit, Aubree muss an ihrer Stelle fahren und das ist die wohl größte Herausforderung.
Bree, wie Aubree genannt wird, wirkt wahnsinnig abhängig von ihrem Elternhaus. Sie wirkt total unselbständig und noch nicht bereit für die Welt mit ihren 17 Jahren. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sie absolute Panik schiebt als der Trip nach Europa immer näher rückt. Und wie es der Zufall so will beginnt die Reise bereits mit einer Katastrophe und sie merkt schon am Flughafen, dass sie ohne fremde Hilfe niemals diese Reise überstehen wird. Ich hatte zunächst die Sorge, dass Aubree mich während des Lesens langweilen würde mit ihrer Art, aber zum Glück schafft sie es aus sich heraus zu kommen und die Welt neu zu entdecken. Mit jeder Seite ist mir Bree sympathischer geworden, auch wenn sie Fehler macht versucht sie immer mehr Selbstständigkeit zu erreichen.
Neben der Protagonistin Aubree sind da auch noch unsere sechs charmanten Senioren, die Reisegruppe, die Bree leiten soll. Und natürlich ist hier ein bunter Mix aus Menschen gewählt wurden, die irgendwie alle etwas besonderes an sich hatten. Ob man will oder nicht, man schließt jeden von ihnen irgendwie ins Herz. Die Dynamik der Gruppe, und damit auch die Entwicklung von Aubree, lebt von den Städten und dadurch erhält die Geschichte erst ihren Charme. Vor allem zwei ältere Damen hatten es mir total angetan, beide waren zuckersüß in ihren Enthusiasmus und Kaufrausch. Insgesamt finde ich, hat die Autorin hier einen wunderbaren Mix geschaffen.
Neben der Geschichte sind die Städtebeschreibungen wirklich gelungen, ich finde Jen Malone hat sich wirklich gut vorbereitet und die Städte des Europa-Trips versucht so gut wie möglich darzustellen. Das Buch macht Lust auf Reisen und weckt selbst in mir das Fernweh. Im Übrigen finde ich auch die Gestaltung wirklich sehr gelungen, neben dem prägnanten Titel finden sich auf dem Cover auch Poststempel all der Städte die Aubree erkundet und insgesamt ist das Buch in Postkarten-Optik gestaltet. Insgesamt hat mich "Acht Städte, Sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens" wirklich sehr gut gefallen, und das obwohl mir das Ende das Herz ein klein wenig gebrochen hat. 

Fazit: Aubrees Trip nach Europa ist auf jeden Fall eine Lesereise wert. Jen Malone hat mit "Acht Städte, Sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens" nicht nur eine Geschichte über das Erwachsen werden geschrieben, sondern auch einen witzigen Städtetrip gestaltet, der die Lusta uf Reisen beim Leser erweckt. 

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Eine Handvoll Lila

Ashley Herring Blake , Birgit Salzmann
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734850301
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Grace lebt allein mit ihrer Mutter Maggie in einem ruhigen Ort an der Küste. Und obwohl das eigentlich ganz gut klingt ist ihr Leben voll von Chaos, das ihre Mutter verursacht. Doch als die Zusage für ein Vorspielen in New York kommt schöpft Grace das erste Mal Hoffnung auf eine Besserung, wenn da ihre Mutter und ihre Probleme nicht wären.


Die Geschichte von Grace liegt schwer im Magen, wenn man das Buch zu klappt. Es fällt mir gar nicht so leicht in Worte zu fassen, was Ashley Herring Blake hier zu Papier gebracht hat. Das Besondere am Buch ist gar nicht das Setting oder der Plot, schwierige Familienverhältnisse finden sich immer wieder in der Literatur, es ist viel mehr die Protagonistin Grace, die den Leser vor einige Fragen stellt. Fragen wie "Warum tust dir das an?" oder "Warum sprichst du nicht Klartext?" lagen mir beim Lesen immer wieder auf den Lippen. Denn Grace könnte ein schönes und angenehmes Leben haben, doch stattdessen wird sie seit dem sie klein ist gezwungen erwachsen zu werden und das Unheil ihrer Mutter auszubaden.


Und diese Mitte löste in mir immer wieder Wut aus, ja natürlich kann Trauer einen Menschen zerstören, aber man sollte niemals vergessen, dass man eine Tochter hat. Eine Tochter die eben auch eine Mutter braucht, auf die sich verlassen kann, genau das kann Maggie nicht für Grace sein. Maggie ist der wohl schwierigste Charakter in diesem Buch, ich finde sie hat auch viel zur schwierigen Lesestimmung beigetragen. Denn sie sorgt durch ihre Selbstlosigkeit dafür, dass auch Grace schwierig auf den Leser wirkt, fast unnahbar und introvertiert lässt sie nichts und niemanden an sich heran. Diese Stimmung der Unnahbarkeit hängt über dem gesamten Buch.

Neben Grace und Maggie sind da auch die Menschen, die versuchen Grace zu retten, allen voran ihr bester Freund Luca. Und er tat mir wirklich leid, denn zwischenzeitlich hatte man immer wieder das Gefühl, dass Grace ihn nur ausnutzt und er sich aufopfert, damit sie stets eine Anlaufstelle hat. Diese Freundschaft wirkte auf mich teilweise sehr einseitig, aber dennoch war ich froh, dass Grace Luca als besten Freund hat, denn ich glaube ohne ihn wäre sie absolut verloren, auch wenn sie das nicht immer erkennt. 

Neben der schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung, die durch Alkoholkonsum und Rastlosigkeit geprägt ist spielt auch Sexualität und Beziehung eine große Rolle bei Ashley Herring Blake. Dieses Thema wurde finde ich toll aufgearbeitet und in die Story eingeflochten, ohne das es aufgezwungen wirkte. Doch leider muss ich sagen, dass mir teilweise die Spannung fehlte, es war keine Entwicklung erkennbar. Grace schafft ganz lange nicht, sich zu lösen und vorwärts zu kommen, viel mehr tritt sie auf der Stelle und erkennt erst zum Ende hin was sich ändern muss. Das hat das Lesen manchmal schwierig gestaltet, aber zumindest konnte das Ende mich dann wieder absolut begeistern.


Fazit: "Eine Handvoll Lila" lebt von einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung und dem Erwachsen werden unter diesen schwierigen Umständen. Grace ist als Protagonisten nicht perfekt, dass muss sie auch nicht sein, nur leider dauert es eine ganze Weile bis sich eine Entwicklung bei ihr zeigt. Dadurch bleibt die Spannung ab und an auf der Strecke, dafür zeichnet sich "Eine Handvoll Lila" durch  realistisches Erzählen des Erwachsen-werdens aus.

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118 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Das tiefe Blau der Worte

Cath Crowley , Claudia Feldmann
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551583727
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Henry und Rachel sind beste Freunde seit den Kindertagen. Doch als Rachel wegzieht hinterlässt sie Henry einen Brief, in diesem gesteht sie ihm ihre Liebe. Doch statt der ersehnten Antwort scheint er ihren Brief zu ignorieren, also zieht sich Rachel immer mehr zurück und es scheint als wäre ihre Freundschaft zerbrochen, bis Rachel gezwungen ist zurück zuziehen und sie sich nach drei Jahren wiedersehen.


Cath Crowley hat hier eine Geschichte aufs Papier gezaubert, die mehr ist als nur ein Roman darüber, wie wichtig Freundschaft ist. Es geht auch um die Liebe zwischen den Menschen, und damit meine ich nicht nur die romantische Form, sondern auch die Liebe zwischen Geschwistern, zwischen Eltern und ihren Kindern und natürlich auch zwischen Freunden. Doch nicht das der Leser denkt, es wäre alles rosarot in diesem Buch, denn Verlust, Trauer und Schmerz sind allgegenwärtig und tragen zu den Charakterentwicklungen erheblich bei. Und genau das macht "Das tiefe Blau der Worte" zu einem wunderbaren und gefühlvollem Buch.

"Das tiefe Blau der Worte" hat ein ganz spezielles Setting: eine Buchhandlung für Secondhand-Bücher. Sie ist das Familiengeschäft von Henrys Eltern und er selbst ist ein Poet und Buchliebhaber durch und durch. Diese mit viel Liebe durch Henrys Vater geführte Buchhandlung ist nicht nur ein Ort in dem du deine liebsten Bücher kaufen kannst, sondern auch der Ort der Briefbibliothek. Hier kann man Briefe für Menschen hinterlassen, und darauf hoffen eine Antwort zu erhalten. Dabei entstehen romantische Geschichte, klärende Gespräche oder Herzschmerz.

Zwar erleben wir die Geschichte immer nur abwechselnden aus der Sicht von Henry und Rachel, unseren beiden Protagonisten, doch dabei erfahren wir auch vieles über die Menschen in ihrem Leben. Dabei ist es vor allem Henrys Schwester George und ihre Erlebnisse besonders ans Herz gewachsen. Obwohl sie ein meistens fröhliches Mädchen ist, das Bücher liebt und gerne Zeit im Buchladen ihrer Eltern verbringt, wird sie in der Schule als Freak abgestempelt. Auch wenn sie gern mit Sarkasmus und Biss antwortet, glaube ich, dass ihr dieser Umstand wahnsinnig zu schaffen macht. Und genau da taucht ein geheimnisvoller Briefeschreiber auf, der sie zu verstehen scheint und plötzlich öffnet sich ihr Herz, was durch die Worte der Briefe, die im Buch abgedruckt sind, noch mehr an Bedeutung erhält.

Natürlich berührt auch die Geschichte von Henry und Rachel den Leser ungemein, auf beiden Seiten herrscht Unklarheit und keiner ist zunächst bereit einen Schritt zugehen um alles zu klären. BesondersRachel kämpft seit dem Tod ihres Bruders Cal mit ihren Gedanken und dem Leben selbst. Das macht Rachel vor allem zu einer bodenständigen und realen Protagonistin, die aus einem tiefen Loch, welches der Tod eines geliebten Menschen reißt, nicht herauskommt. Ihr Leid war greifbar, aber auch Henry, der ratlos wegen Rachels Verhalten wirkt und mit der Scheidung seiner Eltern kämpft, konnte überzeugen.

Insgesamt hat Cath Crowley mit ihrem Roman die Bilder von Freundschaften welche gezeichnet sind durch Verluste und Missstände und dadurch fast zerbrochen wirken, einer Familie die mit dem Tod zurechtkommen muss und einer anderen Familie die zerfallen scheint. Die Abwechslung zwischen den Ich-Erzähler, der einfühlsame Schreibstil, die Briefe von Menschen die ihr Herz ausschütten und das Setting, lassen dieses Buch zu einem echten Highlight werden.


Fazit:
"Das tiefe Blau der Worte" von Cath Crowley mag auf den ersten Blick schlicht wirken, mit einem einfachen Plot und einem schönen Setting, doch es steckt so viel mehr in diesen Worten, zwischen diesen Seiten. Eine Geschichte voller Hoch und Tiefs, voller Liebe und Freundschaft und vor allem mit einer Botschaft am Ende. Ein echtes Highlight!

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Die Flüsse von London

Ben Aaronovitch , Karlheinz Dürr
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.01.2012
ISBN 9783423213417
Genre: Fantasy

Rezension:

Endlich Police Constable bei der Londoner Polizei, Peter Grant hat schwer darauf zu gearbeitet, und nun hofft er auf eine tolle Stelle, doch leider wird er enttäuscht, denn statt draußen die Bösen zu jagen landet er hinterm Schreibtisch. Doch das ist nur von kurzer Dauer, denn das Übernatürlich lauert überall und Peter Grant ist einer der wenigen die damit umgehen können.

Es ist wirklich unfassbar, wie lange "Die Flüsse von London" auf meinem Currently-Reading-Haufen rum lag. Und dabei ist Peter Grant wirklich unterhaltsam, auch wenn er ganz leicht klischeehaft wirkt. Ein Mord in Convent Garden, bei dem Peter zusammen mit seiner zauberhaften Kollegin Leslie am Tatort Wache steht, führt dazu, dass er seine magische Seite entdeckt. Ein Geist spricht ihn und weiht ihn ein, über die mörderische Vorfälle am Convent Garden. Und damit merkt man als Leser direkt von Beginn an, dass es nicht einfach nur ein Kriminalroman ist, sondern hier wirklich Übernatürliches auf den Seiten wartet, eben typisch Urban Fantasy.

Peter Grant ist ein typischer Polizist in einem Kriminalroman, er ist rau, ironisch, kaffeesüchtig, borstig und manchmal einfach nur liebenswert, das versteckt er aber ganz gut zwischen seinen kantigen Zügen. Mit Peter als Protagonist und Ich-Erzähler fühlt sich der Leser sofort wohl, von der ersten Seite an kann man schmunzeln und mit ihm zusammen ermitteln um den Convent-Garden-Mord zu lösen. Neben den typischen Elementen eines Ermittlers steht Peter auch die Magie zur Seite. Und hier reagiert Peter so unglaublich ehrfurchtsvoll und realistisch, dass ich es Ben Aaronovitch wirklich abkaufe, wie er seinen jungen Zauberlehrling an die magische Welt heranführt. Grant versucht dabei vieles über die Physik zu erklären, was nicht jedem Leser verständlich ist, so ging es zumindest mir, denn Physik habe ich erfolgreich verdrängt. Dennoch macht ihn grade dieser Versuch, das Übernatürlich mit etwas zu erklären was er versteht, so menschlich beim Erlernen der "Zaubertricks".

In "Die Flüsse von London" geht es aber nicht nur um den Mord bei Convent Garden, sondern auch, wie es der Titel schon verrät, um die Flüsse von London, und hier in ihrer göttlichen Anwesenheit in Form von Menschen. Es war zeitweise etwas verwirrend hier hinterher zu kommen, wann welcher Fall Peter mehr beschäftigte. Dennoch waren die Charakter einprägsam und spannend beschrieben. Ich muss jedoch gestehen, dass ich mehr Interesse an der Auflösung des Kriminalfalls mit Hilfe der Magie hatte, statt mich über die Flüsse von London zu informieren und die dort vorliegenden Streitigkeiten zu lösen. Das kann beim Leser, so war es zumindest bei mir, irgendwie zu Verwirrung führen, aber letztendlich wurde der Convent-Garden-Fall gelöst, und das mit einem echten Twist-Plot, der mich überrascht hat.


Fazit:
"Die Flüsse von London" sind ein Mix aus Kriminalroman, Urban Fantasy und ein Hauch von Harry Potter mit Erwachsenen. Mir hat das Lesen Spaß gemacht und ich konnte mit Peter Grant zusammen die Welt der Magie entdecken. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass es sich hauptsächlich um den Convent-Garden-Fall und die Entdeckung der Magie gedreht hätte, denn manchmal war ich als Leser verwirrt von den vielen Handlungssträngen.

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24 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Wolkenherz - Eine Fährte im Sturm

Sabine Giebken
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734847141
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Es wird Winter auf dem Ginsterhof und noch immer ist das Rätsel um den weißen Hengst nicht gelöst. Mittlerweile hat er einen festen Platz im Stall und hört auf den Namen Ghost, doch Jola will immer noch wissen, was es mit diesem wunderschönen Pferd auf sich hat.


Nachdem wirklich packenden Ende des ersten Bandes war ich total gespannt wie es mit Jola und Katie weiter gehen würde. Zum Glück ließ der zweite Band nicht allzu lange auf sich warten und wir durften endlich erfahren was es mit Ghost auf sich hat. Wie schon im ersten Band der Reihe rund um Wolkenherz gibt es zwei Handlungsstränge. Zum einem die Geschichte von Jola die mit ihrem Vater zurück nach Deutschland zieht und versucht sich auf dem Ginsterhof zurecht zu finden. Hier wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Jola erzählt. Und dann gibt es da noch die kurzen Geschichten von Lotte, die auf der Flucht ist und versucht ihren Freund Max und ihr Pferd Wolkenherz, wiederzufinden. Diese Rückblenden fand ich persönlich immer viel zu kurz, hier hätte ich mir viel mehr an Text gewünscht, denn Lottes Geschichte hat mich auch sehr mitgenommen. 
Wie schon in meiner Rezension zum ersten Teil erwähnt habe ich Jola mittlerweile als offenen und herzlichen Menschen wahrgenommen. Auch wenn sie am Anfang noch zurückhaltend und introvertierte wirkte, scheint es doch als würde ihr die Nähe zu Ghost gut tun. Mit Katie hat sie mittlerweile auch eine wirklich gute Freundin gefunden, die ihr hilft, die Welt der Pferde näher kennenzulernen. Insgesamt fand ich, haben die beiden und auch die gesamte Familie viel harmonischer gewirkt, als es in Band 1 noch den Anschein hatte. Lediglich Jolas Vater konnte einem noch etwas das Leben schwer machen.
Im Mittelpunkt steht natürlich immer noch die Frage nach der Herkunft von Ghost, und was er auf dem Ginsterhof sucht. Vor allem Jola lässt diese Frage nicht mehr los und sie versucht mit allen Mitteln herauszufinden was Ghost ist und wieso er ausgerechnet jetzt aufgetaucht ist. Dabei macht die Autorin auch kein Halt vor dem Übernatürlichen, was ich als angenehme Abwechslung empfunden habe. Parallel verarbeitet sie dabei auch Jolas Vergangenheit, was uns als Leser die Möglichkeit gibt sie noch besser kennenzulernen. Auch wenn am Ende ein paar offene Fragen aufgelöst werden, hoffe ich einfach dass es mit der Reihe rund um Jola und den Ginsterhof weiter geht. 

Fazit:Auch die Fortsetzung "Wolkenherz - Eine Fährte im Sturm" konnte mich begeistern, vor allem das auch Lottes Geschichte immer spannender wird fand ich toll. Jola kam mir in diesem Band schon wieder selbstbewusster vor, und das obwohl ihre Vergangenheit immer noch auf ihr lastet. Insgesamt war ich erneut begeistern von Sabine Giebkens Roman und hoffe auf eine weitere Fortsetzung.

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Dein Tod komme

Faye Kellerman
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.02.2018
ISBN 9783959671736
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rina will sich eigentlich nur bei einem gemütlichen Waldspaziergang entspannen, doch als ihre Füße auf etwas brüchiges treten schreckt sie zusammen. Unter ihr liegt eine skelettierte Hand und sofort läuft es ihr eiskalt den Rücken runter, denn aus Erfahrung weiß sie, es kann sich nur um Mord handeln. Wer ist die Leiche am Bogat-Weg?
Gleich vorab, das ist der 24.Band der Reihe rund um Decker und Lazarus, aber keine Sorge, ich habe keinen Vorgänger-Band gelesen, und konnte ohne Probleme der Geschichte folgen. Die kleinen Anspielungen die sich auf die Vergangenheit beziehen werde zwischen den Zeilen wunderbar erklärt, es ist also nicht notwendig alle Bände davor zu kennen. Das ist allgemein das schöne an solchen Kriminalserien, dass sie meist ohne Vorkenntnisse der bisherigen Bände funktionieren.
Peter Decker ist ein absolut typischer Detective. Er ist grummelig, wirkt manchmal barsch und leicht kauzig, aber genau das macht ihn aus, so viel habe ich schon durch den ersten Band mitbekommen. Seine ganze Art ist teilweise so tief sarkastisch das man schmunzeln muss. Er wirkt dabei nach außen immer wie der harte Typ, ist aber innerlich total soft wenn es um seine Frau und Familie geht. Klar ist das vielleicht auch ein typischer Charakterzug, aber irgendwie schafft es Faye Kellerman ihn authentisch wirken zu lassen. Man nimmt Peter Decker einfach alles ab was er tut und sagt, ohne das es seltsam wirkt.
Im Mittelpunkt der Ermittlung steht der Fund einer Leiche an einem Waldweg, Vermutlich wurde die Person schon vor Jahren umgebracht, doch die Tatsache, dass sie einfach im Wald vergraben wurde macht die Ermittler stutzig und es ist direkt klar, dass es sich um einen Mord handeln muss. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, dass es ohne großes Vorspiel direkt zur Sache geht, und die Ermittlungen beginnen. Man verfolgt dabei jeden Schritt von Decker und rätselt mit ihm zusammen, wie das alles passieren konnte. Durch die Ich-Perspektive von Decker erhalten wir den typischen Kriminalroman, bei dem wir zusammen mit dem Detective ermitteln und Spuren suchen. Das ist für mich immer der Spaß an an Krimis und der Grund warum mich das Buch so gut unterhalten konnte. Abschließend muss ich auch noch betonen, dass mir neben den Rückblenden die immer erklärt wurden, auch der Sprachstil sehr gut gefallen hat, es wurde nicht mit zu vielen Fachbegriffen um sich geworfen, so dass dem Lesespaß kein Lexikon im Weg stand.

Fazit:Ein Kriminalroman wie er sein soll: ein grummelige Ermittler, eine paar Leichen zu viel und eine Ermittlung deren Spannungsbogen sich bis zum Schluss hält. Ich wurde über die gesamte Länge des Buches unterhalten und kann jedem Fan von Krimis "Dein Tod komme" von Faye Kellerman wärmsten empfehlen. 

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357 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 142 Rezensionen

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Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen

Leigh Bardugo , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 06.02.2018
ISBN 9783423761970
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Diana ist die Tochter der Erde, geboren aus Lehm und zum Leben erweckt durch den Wunsch ihrer Mutter, lebt sie unter den Amazonen auf Thymiscira, ohne jedoch selbst kampferprobt zu sein. Bei einem Wettlauf will sie ihr Talent und ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, um endlich mehr Anerkennung zu erhalten. Doch statt sich auf das Rennen zu konzentrieren sieht sie mit an wie außerhalb von Thymiscira ein Schiffsunglück passiert, und obwohl sie die Regeln kennt greift sie ein, mit schweren Folgen.
Gleich vorweg, ich bin ein riesiger Fan von Comics, egal ob DC oder Marvel, ich schaue alles an und lese so viel wie ich bekommen kann. Umso aufgeregter und gespannter war ich, als ich auf dem dtv-Bloggertreffen auf der FBM erfahren habe, dass "Wonder Woman" auf deutsch übersetzt wird und wir hier auch in den Genuss der gesamten Reihe kommen. Aber nun zum eigentlichen Inhalt des Buches.
Diana entscheidet sich, ganz die Heldin, dafür die einzige Überlebende des Schiffsunglücks zu retten und gegen die Regeln auf die versteckte Insel Thymiscira mitzunehmen. Schnell wird ihr klar, dass Alia, so heißt das Mädchen, alles durcheinander bringt, die Insel bebt und Amazonen werden trotz ihrer Unsterblichkeit krank. Sie befragt das Orakel und erfährt so von Alias Schicksal, dass ihr durch ihre Blutlinie auferlegt wurde. Und schon steckt Diana in der Klemme, soll sie die Insel retten oder Alia?
Im Buch wechseln mit den Kapitel auch immer die Erzählperspektive, so haben wir als Leser die Möglichkeit sowohl Dianas, als auch Alias Sicht, Gedanken und Gefühle zu erleben. Während Dianas Kapitel voll von Ehrfurcht, Kampfgeist und Ernst waren, hatten Alias Kapitel teilweise wirklich lustige Parts, was vor allem daher rührt, dass sie es amüsant findet wie Diana auf ihre Welt reagiert. Das Zusammenspiel der beiden war wirklich interessant zu beobachten, auch wenn ich ein paar Minuten gebraucht habe um mit Alia warm zu werden.
Neben Diana und Alia, die ich als Protagonisten sehe, gibt es noch ganz interessante und abwechslungsreiche Nebencharakter: Theo, Nim und Jason. Jeder ist auf seine Art speziell, bringt daher nochmal Spannung in das Geschehen. Und ich gestehe, vor allem Nim hatte es mir besonders angetan, sie war einfach klasse in ihrem Auftreten. Um das Schicksal aufzuhalten nehmen die fünf eine wirklich gefährliche Reise auf sich, und ich schwöre, mit dem Plottwist am Ende hätte ich so nicht gerechnet. Insgesamt konnte mich Leigh Bardugo total überzeugen mit ihrer Geschichte rund um Diana und die Amazonen, und ich muss gestehen, ich wünschte mir es gäbe eine Fortsetzung.

Fazit:
"Wonder Woman" von Leigh Bardugo ist der Auftakt der DC-Icons-Series, die komplett bei dtv erscheinen wird. Mit einer guten Mischung aus Spannung, griechischer Mythologie, Action und Gefühl schafft es die Autorin mich durchweg zu unterhalten. "Wonder Woman" ist dabei nicht nur etwas für Comicfans, sondern für jeden Fan von spannungsgeladenen Geschichten geeignet.

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

rezensionsexemplar

Zusammen sind wir Helden

Jeff Zentner , Ingo Herzke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.12.2017
ISBN 9783551556851
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wahre Freunde sind diejenigen, die zu dir halten und für dich da sind, auch wenn es dir schlecht geht.   So ist es bei Dill, Travis und Lydia, die drei sind Freunde, auch wenn ihre Freundschaft vielleicht nur deshalb zustande gekommen ist, weil sie Außenseiter an ihrer Highschool in Forrestville sind. Doch jede Freundschaft, egal wie fest, macht Höhen und Tiefen durch, und genau das müssen auch diese drei Freunde erfahren.

In "Zusammen sind wir Helden" wechselt der Ich-Erzähler zwischen Travis, Dill und Lydia. Dabei haben wir Gelegenheit von jedem die Gedanken und Gefühle kennenzulernen, was vor allem bei mir dafür gesorgt hat, dass ich jeden der drei Protagonisten auf unterschiedliche Weise liebe gewonnen habe.
Die meisten Schwierigkeiten hatte ich mit Dill, er ist zwar ein wirklich talentierter und aufmerksamer Mensch, aber beim Lesen merkt man immer wieder, dass er seine Möglichkeiten nicht ausnutzt und dann aber wegen dieser verpassten Möglichkeiten und seinem introvertierten Leben sauer auf andere Menschen ist, die ihre Chancen auskosten. Das hat mich beim Lesen manchmal wütend gemacht, denn ich hatte einfach gehofft, dass Dill erkennt, dass er auch diese Optionen hat. Dennoch legt Dill letztendlich die größte Entwicklung hin, wohin diese geht, möchte ich euch aber nicht verraten.
Lydia ist ganz anders, sie ist extrovertiert, clever und selbstbewusst. Die Tatsache, dass sie ihre Mitschüler verspotten stört sie nicht, denn sie weiß, dass nach dem Ende der Highschool New York auf sie wartet, und dort sind die Menschen viel offener und herzlicher. Witzig ist, dass Lydia Bloggerin ist, und das sogar ziemlich erfolgreich, aber deshalb in keiner Weise abgehoben wirkt. Sie hilft Dill und Travis gern, und genau deshalb mochte ich sie so sehr beim Lesen.
Und dann ist da noch Travis, der gutmütige und herzensgute Travis. Er ist fast schon ein Klischee. Mit seiner kaputten Familie, seinem riesigen Auftreten, seiner ruhigen Art und seiner Liebe zu Fantasy-Büchern ist er einfach ein Protagonist den man lieb haben musst. An Travis gibt es nicht auszusetzen, eigentlich hat man nur Mitleid mit ihm, denn auch er kostet nicht alle Möglichkeiten aus, die ihm offen stehen.
Die Geschichte lebt von der Dynamik zwischen den drei Freunden und dem Leben in der Kleinstadt. Dabei entwickelt jeder Drei sich unterschiedlich, ohne jedoch seine Freunde aus dem Auge zu verlieren. Letztendlich schafft es Jeff Zentner den Spannungsbogen mit einer Katastrophe zu kippen, und den Leser schockiert zurück zu lassen. Und zeigt dabei wie wichtig Freundschaft ist, das man sein Leben nicht verschwenden sollte und das man manchmal erst ganz unten sein muss um endlich zu erkennen was wichtig ist im Leben.
Fazit:"Zusammen sind wir Helden" ist ein Buch über Freundschaft und das Leben an sich. Mit Dill, Lydia und Travis die Tiefen einer Freundschaft, das Leiden und die Freude zu teilen war wirklich toll. Ich bin zwar mit Dill erst sehr spät warm geworden, aber das ändert nichts an der tollen Geschichte, den Gänsehaut-Momenten und dem Gesamteindruck. 

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Not That Kind of Girl

Lena Dunham , Sophie Zeitz , Tobias Schnettler , Joana Avillez
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.08.2016
ISBN 9783596198047
Genre: Romane

Rezension:

Wer die Medienwelt verfolgt wird früher oder später über den Namen Lena Dunham stolpern. Bekanntheit erlangte sie vor allem durch die Serie "Girls", für die sie nicht nur die Idee lieferte, sondern auch selbst eine Hauptrolle übernahm. In "Not that Kind of Girl" blicken wir in die Vergangenheit von Lena Dunham und all ihren Erlebnissen.
Ich finde es immer wahnsinnig schwer eine Autobiografie zu beurteilen, denn letztendlich ist es nicht mein Bestreben über das Erlebte eines anderen zu urteilen. Sei es nun langweilig, verrückt, grausam oder lustig, es ist sein oder ihr Leben und von daher immer etwas einzigartiges und individuelles. Dennoch hat sich Lena Dunham die Mühe gemacht die Dinge aufzuschreiben, die sie bisher im Leben gelernt hat und ich möchte zumindest kurz wiedergeben, was euch im Buch erwartet.
Für mich war es die meiste Zeit ein kleines Highlight Lenas Lebensgeschichte durchleben zu dürfen. Sie hat eine amüsante Art mit Geschehnissen umzugehen und bringt so viel Humor mit, dass selbst negative Ereignisse doch irgendwie etwas Gutes an sich haben oder sie eben mit einem Lächeln dem Ganzen begegnet. Natürlich gibt es auch die ein oder andere Passage bei der selbst Lena das Lächeln vergeht, und auch ich als Leser war schockiert, und dabei ist es eine Situation die so mancher Frau bekannt vorkommt, doch erst durch die Augen einer Anderen erkennen wir oftmals was wir bereits sind mitzumachen und zu durchleben und trotzdem weiter gehen.
An einigen Stelle habe ich Parallelen feststellen können, als es um Freundschaft, Körpergefühl,  Zukunftsangst oder Familienwunsch geht scheint es fast als würden Lena Dunham und ich auf einer Welle schwimmen, bei manch anderen Entscheidungen oder Erlebnissen habe ich einfach gemerkt, dass sie anders aufgewachsen ist als ich. Mit Eltern die Künstler sind und einer Privatschule als Lehranstalt hat man einfach in manchen Situationen ein anderes empfinden. Aber wie schon am Anfang geschrieben, fließen solche Umstände nicht in meine Beurteilung ein. Trotzdem werde ich "Not that Kind of Girl" einen Punkt abziehen müssen, denn neben den spannenden und interessanten Lebensgeschichten fand ich manche Passagen etwas langatmig geschrieben.

Fazit: Mit "Not that kind of Girl" hat Lena Dunham eine meist unterhaltsame, witzige aber auch schockierende Autobiographie geschrieben, die mich als Leserin oftmals hat zustimmend nicken lassen beim Lesen. Nur an der ein oder anderen Stelle fand ich die Passagen etwas langatmig, aber insgesamt hatte ich einige Stunde Lesevergnügen.

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502 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 127 Rezensionen

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Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 18.07.2018
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Der Westerwald. Eine Prophezeiung in Form eines Okapi. Und mehrere Generationen eines Dorfes. Aus diesem Stoff ist "Was man von hier aus sehen kann" gemacht und damit ist er fiktiv-autobiographisch wirkt, und doch irgendwie mehr ist als nur eine Autobiographie.
Im ersten Teil des Buches geht es um mehrere Bewohner eines unbenannten Dorfes. Luise ist zehn Jahre alt und lebt mit ihren Eltern und ihrer Oma Selma in eben jenem Dorf in Westerwald. Als Selma eines Morgens aufwacht erinnert sie sich an ihren Traum, in dem sie ein Okapi auf der Weide hat stehen sehen. Jedem im Dorf ist nun klar: in den nächsten 24 Stunden wird ein Dorfbewohner sterben. Daraufhin beginnt eine Welle der Wahrheitsbekundungen, denn jeder denkt er stirbt, und will deshalb noch alle Dinge klären bevor es soweit ist. Wer dann tatsächlich stirbt, kann ich natürlich nicht verraten, aber ein Schock war es auf jeden Fall.

In den nächsten zwei Teilen des Buches bleibt Luise durchgängig die Protagonistin und wir erleben wie sich ihre Welt und ihr Leben weiter für sie entwickelt hat. Ein Jahrzehnt nach den ersten Ereignissen sehen wir nun wie Luise im Arbeitsalltag vorwärts kommen will, und wie sie mit dem schweren Verlust aus der Vergangenheit umgeht. Mariana Lekys Roman einzuordnen fällt mir wirklich schwer, denn eigentlich ist es viel mehr als ein einfacher Roman. Es geht nicht nur um Familie oder Freundschaft oder Trauerbewältigung, sondern eben um alles und irgendwie auch um Belangloses.Luise durchlebt die Höhen und Tiefen des Lebens, und ihre Art damit umzugehen ist Hauptbestandteil der Geschichte.

Ich mochte Luise, sie war nicht "normal", aber genau das hat sie so liebenswert gemacht, dass sie eben nicht perfekt ist, sondern versucht mit ihren Fehlern umzugehen und dabei auch scheitern kann. Auch die Dorfbewohner sind mir mit der Zeit immer mehr ans Herz gewachsen, und obwohl sich die Geschichte eigentlich um den ganzen Erdball bewegt, bleiben wir doch irgendwie in diesem Dorf im Westerwald. Und selbst jetzt, einige Tage nachdem lesen muss ich über die ein oder andere Szene immer noch schmunzeln, denn auch der Humor kommt nicht zu kurz. Im übrigen habe ich bis heute nicht herausgefunden, wieso der Roman "Was man von hier aus sehen kann" heißt, aber ich vermute, dass es an der Sichtweite die man vom Dorf aus hat geht, denn letztendlich bleibt Luise über alle Jahrzehnte hinweg dem Dorfleben treu.


Fazit:
Mir hat "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky wirklich sehr gut gefallen, ich mochte die Dynamik zwischen den Charakteren, die Atmosphäre im Dorf und die Entwicklungen die die Protagonisten durchgemacht haben. Schicksal und Glück liegen in diesem Roman ganz nah beieinander, was diesen Roman nochmal zu einem echten Highlight macht. Ich kann "Was man von hier aus sehen kann" mit seinem schönen Schreibstil guten Gewissens weiter empfehlen

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Nur noch ein einziges Mal

Colleen Hoover , Katarina Ganslandt
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.11.2017
ISBN 9783423740302
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lily will einen Neuanfang nach der Beerdigung ihres Vaters. Als ihre Flucht von diesem grässlichen Ereignis sie auf ein Dach in Boston treibt trifft sie dort auf  Ryle. Die beiden unterhalten sich und stellen fest, dass sie so gar nicht zueinander passen, doch das Schicksal sieht es anders, und lässt ihre Wege sich immer wieder kreuzen.
Wenn man die ersten Seiten von "Nur noch ein einziges Mal" liest glaubt man zunächst, es handle sich um eine klassische Liebesgeschichte a lá was sich liebt, das neckt sich. Doch je weiter man kommt, je vielschichtiger die Geschichte wird, um so klarer ist, dass es viel mehr ist als nur eine einfache Liebesgeschichte. Wir erfahren über alte Tagebucheinträge von Lily, was in ihrer Kindheit und Jugend sie geprägt hat, dabei steht vor allem das Thema "häusliche Gewalt" im Vordergrund. Ich komme aus einer sehr harmonischen Familie und bin daher immer schockiert und emotional überwältigt solche Geschichten zu lesen oder erzählt zu bekommen. Ich kann immer nur schwer nachvollziehen, wie es in den Menschen vorgeht, denen so etwas wiederfährt, und ich finde hier hat Colleen Hoover mich "aufgeklärt". Denn Lily wird immer wieder mit dem Thema "häusliche Gewalt" konfrontiert, und so teilt sie ihre Gedanken mit uns, was mir teilweise die Augen geöffnet hat.
Neben diesem wirklich schweren Thema, geht es auch darum, Träume zu verwirklichen, auch wenn dies nur ein Randthema ist. Lily eröffnet nämlich den Laden ihrer Träume, um endlich ihr Hobby ausleben zu können, und gerade diese Passagen fand ich, haben Lily unheimlich Kraft gegeben, für alles was da kommt. Dank dieses Ladens lernt sie auch ihre neue beste Freundin kennen: Allysa. Ich fand Allysa von Anfang an mega goldig, und war, ähnlich wie Lily, froh, dass sie die Geschichte bereichert hat. Neben Ryle und Allysa ist auch Atlas ein ganz wichtiger Protagonist, er hat vor allem Lilys Jugend geprägt, und zudem sorgt er für viele fatale Wendungen im Buch. Lily war für mich immer eine starke Protagonistin, die jedoch auch ihre Fehler hat. Sie war insgesamt realistisch dargestellt, was mir immer wichtig ist beim Lesen.
Insgesamt hat mich Lilys Geschichte wahnsinnig mitgenommen, dachte ich am Anfang noch, dass mich eine "einfache Liebesgeschichte" erwartet, war ich am Ende total durch den Wind. Colleen Hoover hat mich hier total überrumpelt, und das finde ich gut, denn nur so, lernen wir mit schwierigen Themen umgehen zu können, und vor allem nicht die Augen zu verschließen. Gut fand ich, dass am Ende des Buches nochmal explizit auf das Thema "häusliche Gewalt" eingegangen wurde und vor allem Hilfsangebote präsentiert wurden. Ich finde solche Nachhaltigkeit ist wichtig, damit die Themen brisant bleiben und nicht verschleiert oder vergessen werden.

Fazit:Ich bin froh, dass ich der Empfehlung von Kielfeder gefolgt bin, und mir "Nur noch ein einziges Mal" gekauft und gelesen habe, denn mich hat die Geschichte wirklich berührt und auch die Augen geöffnet. Die Thematik wird sensibel, aber deutlich und klar angesprochen. Insgesamt kann ich "Nur noch ein einziges Mal" nur empfehlen, aber man sollte wirklich wissen, dass es emotional und ans Herz geht.

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Gilgamesch

Jens Harder
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 19.12.2017
ISBN 9783551763099
Genre: Comics

Rezension:

Der Gilgamesch-Epos ist der älteste, überlieferte literarische Text der uns bekannt ist. Das allein ist für Literaturverliebte schon ausschlaggebend, dass man sich der Graphic Novel von Jens Harder nähern sollte. 

Ich bin eher durch Zufall auf diese Graphic Novel aufmerksam geworden, und habe dadurch Einblick in das Gilgamesch-Epos erhalten, von dem ich bisher eher nur sehr wenig wusste. Die Geschichte kommt aus dem babylonischen Raum und ist mehr eine Dichtung als ein Roman. Sie erzählt die Geschichte von Gilgamesch, einem König von Uruk, und Enkidu, der ein Freund von Gilgamesch war. Das Buch ist in mehrere Kapitel, beziehungsweise Tafeln, eingeteilt, und diese erzählen die Abenteuer und Erlebnisse von Gilgamesch, die er entweder alleine bestreitet, oder zusammen mit Enkidu erlebt. Mehr möchte ich auch gar nicht verraten, denn das soll jeder Leser selber entdecken. 
Für jeden der dieses Epos noch nicht kannte, so wie ich, für den lohnt sich Jens Harders Werk auf jeden Fall. Jens Harder kombiniert die alte Geschichte, mit einer zeichnerischen Mischung aus alt und neu, dabei hat jedes Panel dieselbe Farbgebung, was einen ganz besonderen nostalgischen Hauch verleiht. Zudem passen die Panels in der Gestaltung zu den Kapiteln, diese werden als Tafeln benannt, und so wirkt jedes Panel selbst wie eine Tafel. Ich finde die Gestaltung einfach unglaublich passend zum Inhalt und es hat mich in die richtige Stimmung gebracht. 
Richtig gut finde ich, dass Jens Harder am Ende den Leser nochmal abholt. Er erklärt hier im Nachwort wie er an die Arbeit dieser Graphic Novel herangegangen ist, welche Schwierigkeiten es gab und warum er wie was gestaltet hat. Außerdem, und das war für mich dann ein tolles Feedback nach dem Lesen, widmet er sich auch nochmal intensiv der Geschichte des Gilgamesch-Epos und seiner Entstehung und Bedeutung. Dabei fand ich es total interessant, dass viele Parallelen zur Bibelgeschichte gezogen werden können, die ja aber viel später erst stattgefunden hat verschriftlicht wurde. Und ganz am Ende gibt es dann noch ein paar Bilder von den Originaltafeln, was auch beeindruckend ist, wenn man bedenkt, wie wenig man scheinbar darauf lesen kann.

Fazit: Insgesamt fand ich "Gilgamesch" von Jens Harder nicht nur geschichtlich interessant, sondern auch zeichnerisch gelungen und stimmig zu den Abenteuern von Gilgamesch und Enkidu. Dank Jens Harder lernt man nicht nur diese älteste überlieferte, schriftliche Geschichte kennen, sondern erfährt auch interessantes Hintergrundwissen, was das Gesamtbild perfekt abrundet. "Gilgamesch" ist definitiv ein kleines Highlight in meinem Graphic-Novel-Regal.

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Was von mir bleibt

Lara Avery , Nadine Püschel
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.11.2017
ISBN 9783551583734
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine starke Protagonistin muss nicht immer von Anfang an sympathisch sein, und genau das macht "Was von mir bleibt" so interessant für mich. Sammie erkrankt an einer unheilbaren Krankheit und versucht mit aller Macht sich diesem Druck entgegenzustellen, dabei soll ihr ein Erinnerungsbuch helfen.
Sammie ist eine Einzelkämpferin. Dieser Umstand hat sie noch nie gestört, sondern viel mehr lebt sie es bewusst aus. Ihre Leidenschaft gilt neben dem Anstreben eines Stipendiums für das Collage auch dem Debattieren, wo sie mit so viel Hingabe dabei ist, und ein echtes Hobby und auch eine echte Freundin gefunden hat. Sammie war mir nicht unbedingt von Anfang an sympathisch, sie wirkte ab und an leicht egoistisch auf mich, was aber nur zwischen den Zeilen auffällt. Was ich an Sammie aber schätze ist ihr Wille, ihr Mut und ihre Kraft. Sie erfährt von ihrer Krankheit und will dennoch weitermachen wie bisher. Sie akzeptiert kein Nein, sie will um alles in der Welt alles durchsetzen, dass sie dann dabei hier und da egoistisch wird kann man vielleicht nachvollziehen.

Und ich fand es bemerkenswert, dass Sammie sich nicht aufgibt, sondern sogar noch entwickelt, sie hätte weiterhin ihr "Schiene fahren können", aber stattdessen lässt sie Freundschaft und Liebe und soziales Leben viel mehr zu als zuvor. Genau das ist es auch was ich an "Was von mir bleibt" besonders toll fand. Natürlich waren auch die Protagonisten interessant: Stuart als ewiger Schwarm von Sammie der nicht erreichbar scheint, Maddie die offenbar einzige und beste Freundin von Sammie die selbst ein paar Probleme mit sich herumschleppt und Coop der Kindheitsfreund der einen ganz eigenen Charme entwickelt.
Dennoch ist mir vor allem Sammies Gefühlswelt besonders hängen geblieben. Ich mochte die Idee des Erinnerungsbuches, und ich mochte es, wie sie die Welt aufnimmt. Ohne jetzt viel spoilern zu wollen, aber das Ende hat mich dann nochmal extrem heftig erwischt. Ich finde die Autorin hat ihr einen perfekten Abschluss gefunden und insgesamt einen wirklich schönen, aber auch tragischen Roman geschrieben.

Fazit: Mit vielen Emotionen und einer starken, individuellen Protagonistin reißt Lara Avery mit "Was von mir bleibt" mich total mit und lässt mich bis zum Schluss nicht los. Die Umsetzung in Form eines Erinnerungsbuches ist gelungen und thematisch stimmig. Mich hat vor allem die Darstellung und Entwicklung von Freundschaft und Liebe überzeugt, besonders im Zusammenhang mit einer Lebensveränderten Krankheit.

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Percy Jackson - Diebe im Olymp

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551557278
Genre: Jugendbuch

Rezension:


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GötterFunke - Hasse mich nicht!

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 25.09.2017
ISBN 9783791500416
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jess ist aus dem Camp zurück und steht vor einem Scherbenhaufen. Mit ihrer besten Freundin Robyn ist sie total zerstritten und ihr Schwarm Cayden hat sie maßlos enttäuscht. Hatte sie zunächst die Hoffnung, dass es in Monterey, ihrer Heimat, besser werden würde, so zerschlägt sich dies sofort an ihrem ersten Schultag, denn da steht Cayden schon wieder auf der Matte.   Im zweiten Band der Götterfunke–Reihe verlagert sich die Handlung in die Heimatstadt von Jess und Robyn. Das bedeutet, dass wir auch endlich Jess Familie und Alltag näher kennenlernen. Dabei lastet vor allem das schon bekannte Alkoholproblem von Jess Mutter sehr auf ihr. Ich fand hier Jess Empfindungen sehr realistisch und nachvollziehbar, sie reagiert mit der Last der Enttäuschungen die sie bisher durchmachen musste. Insgesamt war mir Jess in „Götterfunke – Hasse mich nicht“ sehr nah und sympathisch. Aber auch Phoebe hat für den ein oder anderen Schmunzler gesorgt, sie ist eben eine typische kleine Schwester die manches Mal nervt, aber die man trotzdem lieb hat.

Noch weniger begeistert, insofern das noch möglich war, war ich von Robyn. Es ist für mich einfach nicht logisch nachvollziehbar, wie Jess mit ihr jemals so gut befreundet gewesen sein konnte. Entweder hat sich Robyn im Camp grundlegend geändert, oder Jess hatte einfach keinerlei Selbstwertgefühl. Zwischendurch hielt ich es für wahrscheinlicher, das Robyn besessen sein muss, statt das ein Mensch wirklich so egoistisch und gemein sein kann. Spoiler, sie ist wirklich der Inbegriff der schlimmsten Freundin die man sich vorstellen kann.

Etwas skeptisch stehe ich immer noch Cayden gegenüber, er hat mich auch in diesem Band mit seinen Motiven nicht komplett überzeugen können. Ich bin wirklich gespannt wie sich hier die Beziehungen im dritten Band weiterentwickeln. Ohne jetzt zu viel zu verraten kann ich aber sagen, dass mir bei einem Protagonisten/Protagonistin klar war, dass es eine Wendung geben wird. Und natürlich spitzt sich alles zum Ende des Bandes zu und es kommt zum Finale, inklusive Spannungsbogen und Entscheidungen die keiner treffen will. Der Weg dahin liest sich wirklich gut weg und beinhaltet, zum Glück, nur wenige überromantische Stelle, sondern viel mehr griechische Mythologie und Handlungsverlauf. Aber natürlich bleibt am Ende ein Cliffhanger, der uns als Leser natürlich bis zum nächsten Band quälen wird.


Fazit:
Ich muss gestehen, dass mir der zweite Band der „Götterfunke“–Reihe überraschend gut gefallen hat bedenkt man, dass es zweite Bände ja oftmals sehr schwer haben. Die Handlung wird kontinuierlich voran getrieben, die Spannung aufgebaut, es gibt ein Finale und natürlich einen fiesen Cliffhanger. Die Vorfreude auf den dritten Band konnte Marah Woolf auf jeden Fall wecken.

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Onkel Toms Hütte

Harriet Beecher-Stowe , Freya Stephan-Kühn , Hans G. Schellenberger
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Arena, 04.01.2017
ISBN 9783401508801
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Tom ist ein Sklave. Sein Master ist Mr. Shelby und vertraut Tom, denn er kennt ihn seit dem er ein kleines Kind ist. Doch schlimme Umstände zwingen Mr. Shelby Tom zu verkaufen an einen Sklavenhändler und das verändert nicht nur Toms Leben.
Eigentlich will ich nicht zu viel vom Inhalt verraten, denn das wichtige an einem solchem Klassiker mit so einem Thema komplett selbst zu entdecken. Dennoch ein paar Eckpunkte zur Geschichte. Toms Geschichte hat mich mit wahnsinnig viel Hass, Liebe und Gefühl belegt, der Hass richtet sich gegen die Menschen, die ihn wie Dreck behandeln, die nicht verstehen, dass er ein Mensch ist, nicht ein Sklave oder Gegenstand. Liebe verbreitet Tom mit seinen Gesten, seinem Umgang und seinem Glauben in die Menschheit, trotz dessen was ihm wiederfährt.

Parallel zu Toms Geschichte wird auch die von Eliza erzählt. Sie ist ebenfalls Sklavin auf der Shelby Farm, verheiratet mit einem anderen Sklaven, hat sie mit ihm einen kleinen Jungen. Mit dem Verkauf von Tom, soll auch ihr Kind verkauft werden. Das war übrigens eine der ersten Schockmomente des Buches, als der Sklavenhändler behauptet, dass die Mutter darüber schon hinwegkommt, denn so wären Sklaven nun mal, die halten das aus. Wie abwertend hier über die Liebe einer Mutter gewertet wird, als ob die Mutter eines Farbigen Kindes ihr Kind weniger lieben oder vermissen würde? Als ob es ihr nicht das Herz entreißt, wenn das Kind verkauft wird! Zurecht flieht Eliza mit ihrem Kind, und will nach Kanada, und damit in die Freiheit.

Interessant finde ich, dass "Onkel Toms Hütte" nicht nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg und der Sklavenbefreiung geschrieben wurde, sondern 1852, also noch vor dem Sezessionskrieg. Harriet Beecher-Stowe bewies als Frau, meines Erachtens, wahnsinnig viel Mut, in ihrem Roman sich nicht nur positiv für die Befreiung der Sklaven auszusprechen, sondern dies auch noch unter ihrem richtigen Namen zu tun. Natürlich sollte man sich dafür nicht verstecken, doch wir alle wissen, wie gefährlich es zu dieser Zeit gewesen sein mag, und auch Harriet Beecher-Stowe erhielt ordentlich Gegenwind für ihren Roman.

Über Schreibstil oder Spannungsbogen brauche ich hier nicht zu berichten, denn es sollte klar sein, dass der Schreibstil für einen Klassiker nicht entscheidend ist, und dass der Spannungsbogen bei einem Buch über das brisante Thema der Sklaverei vorhanden ist. Mich hat vor allem das Ende nochmal gepackt, und vor allem der Schlussabsatz berührt auch den letzten Leser.  


Fazit:
"Onkel Toms Hütte" ist ein Klassiker, aber auch ein Buch über die fehlende Menschlichkeit, über den Alptraum den viel zu viele Sklaven durchleben mussten. Aber "Onkel Toms Hütte" steht auch für den Mut einer Autorin, sich für die Freiheit einsetzte und deren literarisches Zeugnis in unserer Generation viel zu wenig Aufmerksamkeit erhält. Lest "Onkel Toms Hütte", es ist zurecht ein Klassiker und eine Haltestelle im Netz der Berliner Verkehrsbetriebe.

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343 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 109 Rezensionen

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Snow

Danielle Paige , Anne Brauner , Eva Schöffmann-Davidov
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.09.2017
ISBN 9783522202374
Genre: Jugendbuch

Rezension:


  Snow lebt in der Whittaker-Psychiatrie, und das bereits seit jungen Jahren. Den genauen Grund für Einweisung kennt sie nicht, nur dass sie mal versucht habe durch einen Spiegel zu gehen, und davon nur eine Narbe zurück behalten hat. Als jedoch erneut Menschen aus einem Spiegel hervor kommen und in diesem wieder verschwinden, kann Snow es kaum fassen und glaubt komplett durchgedreht zu sein. Was hat es damit auf sich?   Schnell erkennt Snow, dass sie nicht ihren Verstand verloren hat, sondern alles wirklich passiert. Doch bevor wir in die Welt von Algid, einer Art Parallelwelt, eintauchen erleben wir wie es Snow in der Whittaker-Psychiatrie ergeht. Dabei spielt Bale, ebenfalls Patient und im selben Alter wie Snow, eine entscheidende Rolle. Er ist sozusagen Snows Freund, auch wenn sie seit einem Zwischenfall keinen Kontakt mehr haben dürfen. Ich fand diese Beziehung zwischen den beiden interessant, hätte mir aber ehrlich gesagt eine andere Entwicklung gewünscht.    Schlussendlich gelingt Snow die Flucht aus der Whittaker-Psychiatrie und sie gelangt nach Algid, dem Land in dem sie hofft Antworten zu finden, zu vielen Fragen die auch den Leser beschäftigen. Algid ist als Handlungsort wirklich toll gewählt, die Welt klingt spannend und riecht nach Abenteuer. Leider muss ich sagen, dass die Autorin hier zu schnelle Wechsel zwischen den Orten und Personen vollzieht. Als Leser fühlte ich mich teilweise überfordert und zu schnell voran getrieben, kaum hatte ich einen Protagonisten kennengelernt, war er oder sie schon wieder weg, um vielleicht später nochmal aufzutauchen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass Danielle Paige das Ganze etwas übersichtlicher strukturiert hätte, aber das ist natürlich nur ein persönliches Empfinden.   Snow ist ein sehr eigenwilliger Charakter, sie ist wirklich speziell und es viel schwer mit ihr warm zu werden. Dabei finde ich es nicht mal schlimm, wenn ein Protagonist nicht sympathisch ist, aber an Snow konnte ich lange nichts finden, was mich überzeugt hat. Das hat mich aber im Lesefluss nicht gestört, denn einige der anderen Protagonisten waren wirklich bezaubernd oder abenteuerlich. Mit Hexen, Dieben und interessanten Kreaturen zieht man hier von Seite zu Seite. Sie haben das Bild von Algid abgerundet und es zu einer fantastischen Welt gemacht. "Snow - Die Prophezeiung von Feuer und Eis" ist nur der erste einer neuen Reihe der Autorin, dementsprechend offen war auch das Ende des Bandes. Dieses Ende, also die letzten 40 Seiten hatte es dann auch nochmal in sich, mit einigen Auflösungen und Plot-Twists hat die Autorin einen spannend Abschluss geschafft.     Fazit: Insgesamt fand ich die Idee rund um eine Schnee-Prinzessin, die nach Algid aufbrechen muss um ihr Schicksal zu entscheiden, wirklich gut. Leider wurde die Geschichte nach den ersten 150 Seiten für mich etwas zu rasant, mit zu schnellen Ortswechseln und zu vielen Figurenwechseln. Das ist natürlich nur mein persönliches Empfinden. Die fantastische Welt Algid als Handlungsort fand ich aufregend und spannend, ebenso wie die finalen Seiten im Buch.

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20. jahrhundert, depressionen, england, erster weltkrieg, jugendbuch, kindstod, königskinder-verlag, kriegsfolgen, lucy strange, mystery, roman, trauer

Der Gesang der Nachtigall

Lucy Strange , Nadine Püschel
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560414
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Henry ist 12 Jahre alt und zieht mit ihrer Familie in Hope House ein. Dort soll für die Familie eine bessere Zeit anbrechen, nach den vergangenen Ereignissen scheint die Familie nämlich auseinander zu brechen. Als Henry ihr neue Umgebung erkundet entdeckt sie nicht nur eine Hexe, sondern auch einige andere Geheimnisse. Schnell wird ihr klar, dass sie ihre Familie retten muss.



Wir befinden uns im Jahr 1919 in England, der große Krieg ist gerade vorbei und die Menschen versuchen wieder durchzuatmen und ein Leben aufzubauen. In diesem Wirrwarr lebt auch Henrys Familie, die nach einem schrecklichen Verlust versucht in Hope House neu anzufangen. Henry heißt eigentlich Henrietta, und ist fast wie eine Mutter zu ihrer kleinen Schwester Piglet, die eigentlich Roberta heißt. Das muss sie aber auch sein, denn ihre Mutter ist nicht in der Lage sich um ihre Kinder zu kümmern, zu schwer wiegt der Verlust. 
Henry muss extrem schnell versuchen erwachsen zu werden, und man merkt beim Lesen einfach, dass ihr das nicht so leicht fällt. Mit 12 Jahren sollte man nicht so viel Verantwortung übernehmen müssen, nicht so viele Sorgen im Kopf haben, dennoch wächst Henry mit jeder Seite, und es war so toll dies mitzuerleben. An ihrer Seite dabei ist nicht nur ihre zuckersüße Schwester Piglet, das Baby der Familie, sondern auch Moth, die Hexe aus dem Nachtigall-Wald. Moth war für mich länger ein schwieriger Charakter, ich konnte nicht abschätzen ob sie Henry wirklich helfen will oder eigentlich nur für sich sein möchte. Dennoch konnte auch Moth mich überraschen, und ihre Geschichte habe ich um ehrlich zu sein auch nicht kommen sehen. 
Und um die Komplexität der Handlung noch auszubauen, geht es natürlich nicht nur um Moth und Henry, sondern auch um die Familie. Henrys Mutter ist krank, so krank, dass es ihr nicht möglich ist, sich um ihre Familie zu kümmern. Sie ist eingesperrt in einem Zimmer im Hope House und wird regelmäßig von einem Arzt besucht. Das Schicksal meint es nicht gut, und man zerbricht als Leser fast schon an der Verzweiflung die Henry in dieser Situation durchleben muss.
Die Stimmung, und vor allem der Schreibstil, hat bei mir direkt eine Art Klassiker-Feeling ausgelöst. Es war fast wie eine Mischung aus Jane Austen und Louisa May Alcott, und damit hat es genau meinen Geschmack getroffen. Wie schon erwähnt lässt sich auch eine Entwicklung bei den Protagonisten erkennen, und man fiebert mit Henry zusammen mit, als es darum geht, all die Geheimnisse von Hope House aufzudecken. Ich fühlte mich wirklich gut aufgehoben in der Geschichte und würde gern wieder zurückkehren.

Fazit:"Der Gesang der Nachtigall" könnte auch direkt als ein Klassiker der 1920er Jahre durchgehen, denn er hat genau die richtige Mischung aus Stimmung, Schreibstil und Setting. Mit einer wirklich sympathischen Protagonistin, einer Familientragödie und einem geheimnisvollen Wald stimmen auch die Eckpfeiler der Geschichte. Sehr gute Leseunterhaltung für spannende Nachmittage.

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Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.11.2017
ISBN 9783446259034
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine Protagonistin mit Zwangsstörung, ein Milliardärssohn ohne Eltern, eine Fan-Fiction-liebende Freundin und ein seltsames Reptil aus der Urzeit, dass sind grob die Bausteine aus denen John Greens neues Buch gemacht sind. Und dabei kommen Star Wars-Fans auf keinen Fall zu kurz, was mich natürlich sehr freut.



Aza ist sehr speziell, sie hat Zwangsstörungen, und das weiß sie auch. Und obwohl sie weiß, dass sie krank ist, kann sie nicht aufhören mit ihren Zwangshandlungen. Dabei ihren Gedanken zu folgen ist beängstigend, erschreckend, aber auch aufklärend. John Green ist ja bekannt dafür, dass er Charakter erschafft, die kaputt sind. Und ich finde mit Aza hat er jemanden geschaffen, der im Gegensatz zu den bisher mir bekannten Protagonisten, auch wenig Sympathie mitbringt und entwickelt. Ich konnte bei ihr im Verlauf der Handlung kaum Verbesserungen oder Fortschritte erkennen, viel mehr hat „Schlaf gut, ihr fiesen Gedanken“ mir gezeigt wie schlimm die Gedanken einer Person mit Zwangsstörungen sind.
Natürlich streift man im Verlauf des Buchlebens über dieses Thema, dennoch finde ich, dass John Green es wunderbar umgesetzt hat. Man hatte als Leser fast schon selber das Gefühl, dass Buch anschreien zu wollen, damit Aza endlich aufhört immer wieder die selben Gedanken und Handlungen zu vollziehen. Und gerade, weil es nicht möglich ist, für Aza, weil ihre Gedanken es nicht zu lassen, und für uns als Leser nicht, weil das Wörter nun mal schon gedruckt sind, war die Situation umso beklemmender.
Neben Aza spielt Daisy, ihre beste Freundin eine wichtige Rolle im Buch, denn sie ist es, die für uns einen ganz speziellen Blickwinkel einnimmt. Zum einem ist sie vertraut mit Azas Krankheit, zum anderem ist sie aber „normal“, oder zumindest nicht krank, weshalb wir als Leser, die ja nur Azas Sicht kennen, durch Daisy auch Rückschlüsse auf das Erleben des Umfeldes erfahren. Denn tatsächlich habe ich im Buch ganz oft für Aza Partei ergriffen, denn ich konnte ihr Gedanken nachvollziehen und nachlesen, Daisy hingegen hält uns als Leser und Aza als Protagonistin den Spiegel vor, weshalb sie entscheidend ist für das Verständnis von Azas Krankheit.
Natürlich gibt es auch ein Abenteuer zu bestreiten, was für meinen Geschmack etwas zu kurz gekommen ist, denn Aza und Daisy wollen einen Fall aufklären. Es geht dabei um einen verschwundenen Milliardär, der zufällig der Vater von Davis ist, einem alten Bekannten von Aza. Und so entwickelt sich eine Freundschaft der besonderen Art, über die ich aber noch nicht zu viel verraten möchte. Das Ende hat mich dennoch nicht ganz zufrieden gestellt, natürlich muss und soll es auch nicht immer ein Happy End geben, doch ich hätte mir mehr erhofft. Mehr Entwicklung von Aza, mehr Liebe und etwas mehr Happy End.

Fazit:John Greens neustes Werk „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ ist in Sachen Plot und Protagonisten wirklich gelungen. Aza ist nicht unbedingt eine Protagonistin die man lieben haben muss, die man aber verstehen will, und die genau deshalb nicht immer sympathisch sein muss. Am Ende haben mir persönlich aber ein paar Entwicklungen und positive Aussichten gefehlt, manchmal reicht auch ein kleines Happy End.

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802 Bibliotheken, 17 Leser, 2 Gruppen, 218 Rezensionen

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Beautiful Liars - Verbotene Gefühle

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 23.08.2017
ISBN 9783473401536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im Jahr 2118 hat sich das Leben in Manhattan drastisch geändert. Die Metropole New York wird dominiert von einem tausend-stöckigen Gebäude was anstelle des Central Parks jetzt die Mitte Manhattans darstellt. Auch für Avery, Leda, Eris, Rylin und Watt ist der Tower die Lebensader, die ihren Alltag bestimmt. Doch auch in der Zukunft ist nichts so wie es scheint und schnell vermischen sich Wahrheiten und Lügen. 

Avery lebt mit ihrer Familie im 1000.Stockwerk, sie hat es geschafft. Sie sieht perfekt aus, sie hat Freunde, besucht die beste Schule des Towers und sollte sich eigentlich glücklich schätzen. Doch leider verlangt es das Schicksal, dass sie ihr Herz genau an die Person verliert, die sie nicht haben kann. Diesen Zug der Autorin fand ich zweischneidig, einerseits ist es natürlich klasse, das eine scheinbar perfekte Person eben doch ihre Fehler hat, andersseits hat Avery ja nichts dafür getan ein solches Leben zu haben, und ist dennoch unzufrieden. Also eine wirklich interessante Protagonistin.
Leda und Eris sind da aus ganz anderem Holz geschnitzt, sie wissen wo es Grenzen gibt, versuchen immer wieder nach Perfektion zu streben, aber schaffen es nicht, egal wie viel Anstrengung sie anstellen. Doch Eris schafft es, im Gegensatz zu Leda, sich an die Gegebenheiten anzupassen und das Gute im Leben zu sehen. Das ist auch der Grund, warum mir Eris besonders ans Herz gewachsen ist im Verlauf der Geschichte.
Schon bereits vor dem Erscheinen wurde auf diversen Social Media Accounts heftig über Cover- und Titel-Wahl diskutiert. Es ist ja mittlerweile weit verbreitet, dass man bei der Übersetzung von englischen Bücher zwar erneut einen englischen Titel wählt, der dann jedoch etwas "leichter" verständlich ist für die Leserschaft an die sich das Buch richtet. Daher kann ich dem Verlag bei der Wahl des Titels keinen Vorwurf machen, für mich passt er trotzdem noch zum Inhalt des Buches, auch wenn "The Thousandth Floor" natürlich viel mysteriöser klingt. Praktisch gesehen sind unsere Protagonisten "wunderschöne Lügner", und zwar in doppelter Hinsicht, bezogen auf Aussehen und ihrer Lügenschaften. Das Cover ist dann natürlich wieder Geschmackssache, und ja es richtet sicherlich mit dem Glitzer und dem Mädchen darauf an junge Leserinnen, was in Sachen Marketing verständlich ist, obwohl ich mir natürlich auch wünschen würde, man müsste in unserer jetzigen Gesellschaft nicht mehr auf solche Mittel setzen.
Dennoch beeinflussen diese Punkte nicht meine Bewertung des Inhalts, denn genau darum geht es für mich in einem Buch. Und hier bietet Katharine McGee eine durchwachsene Gemeinschaft, mit verschiedenen Blickwinkeln und Geschichten, die uns berühren oder erschrecken. Es hat unheimlich Spaß gemacht in das Leben des Towers zu blicken und die einzelnen Charaktere kennenzulernen, der Spannungsbogen wächst mit jeder Seite, und trotz der 500 Seiten die es zu lesen gilt. Zwischen den Kapiteln wechselt die Sicht aus der wir die Geschichte erleben, wodurch wir als Leser einen viel tieferen Einblick erhalten, also unsere Protagonisten. Bei "Beautiful Liars" handelt es sich um eine Reihe, weshalb es neben einem tragischen Ende auch einen Cliffhanger gibt, der das Warten auf den zweiten Band spannend macht.
Fazit: Für mich ist "Beautiful Liars - Verbotene Gefühle" ein gelungener Auftakt der Reihe von Katharine McGee. Das Setting, die Charakter und die Story sind stimmig und sorgen für unterhaltsamen Lesespaß. Man kann sich über die Covergestaltung oder die Titeländerung ärgern, meinem Lesevergnügen hat dies allerdings nicht geschadet. 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Norwegen fürs Handgepäck

Stefanie Lind
Flexibler Einband
Erschienen bei Unionsverlag, 27.03.2017
ISBN 9783293207714
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Norwegen fürs Handgepäck" ist kein klassischer Reiseführer, viel mehr ist es eine Geschichtensammlung über die Kultur der Norweger, über ihre Geschichte, Landschaft, Sagen und Eigenheiten. Mit interessanten kurzen Einblicken, erhält man so, fernab vom üblichen Reiseguide, die Möglichkeit Norwegen auf andere Art zu entdecken.
Bunter könnte die Sammlung an kulturellen Geschichten nicht sein, welche Stefanie Lind hier zusammengestellt hat. Wo sonst ein Reiseführer aufhört oder ein neues Thema anschlägt, beginnen die Eindrücke aus "Norwegen fürs Handgepäck" erst. Sowohl die Märchen, der Lebensalltag, die Geschichte als auch die Natur stehen dabei unter anderem im Mittelpunkt.
Zu Beginn erfahren wir die Geschichte von Per Gynt, basierend auf einem bekannten Feenmärchen eines norwegischen Schriftstellers. Die Geschichte ist unterhaltsam und führt den Leser langsam in das Buch ein. Danach folgen Geschichte über das tägliche Butterbrot, was ich tatsächlich sehr interessant fand. Nie hätte man gedacht, wie viel Wert der Norweger auf Essgewohnheiten im Alltag legt.
Besonders mitgenommen hat mich der Einblick in das Leben der deutschen Kinder nach Kriegsende. Hier wird bewusst ein Tabuthema angesprochen, und sogar mit echten Lebenserfahrungen gefüllt. Kinder mit deutschen Soldaten als Vater, die während des zweiten Weltkriegs gezeugt wurden, wurden jahrelange missachtet und von der Gesellschaft bewusst ausgeschlossen. Ohne das diese Kinder etwas für ihre Herkunft konnten, sah man in ihnen das Böse der Welt. Vor allem die Erfahrungsgeschichten, eben solcher erwachsen gewordener Kinder, haben mich sehr berührt.
Spannend fand ich den Arbeitsalltag auf einer Bohrinsel, der ebenfalls im Buch thematisiert wird. Sich vor Augen zu führen wie die Arbeit dort abläuft, welche Regeln es gibt und wie der Arbeitsweg aussieht, lässt auf jeden Fall den eigenen Horizont kleiner wirken. Ich möchte allerdings auch nicht zu viel verraten, denn schließlich soll jeder selbst diesen besonderen Reiseführer entdecken.Etwas störend fand ich die teilweise stark schwankenden Schreibstile und Einteilungen. Ja natürlich, jeder Autor hat seinen eigenen Stil und will diesen auch soweit wie möglich inne halten, dennoch hat es mich persönlich im Lesefluss gestört, und ich hätte mir gewünscht, dass hier vielleicht vorher nochmal kleine Anpassungen passiert wären.

Fazit:
"Norwegen fürs Handgepäck" macht Lust auf das Land, und bewegt sich dabei bewusst neben den üblichen Reiseführern. Er bietet dem Leser die Möglichkeit sich mit der Kultur des Landes auseinandersetzen und vor allem einen anderen Blickwinkel einzunehmen. In der Reihe "Bücher fürs Handgepäck" gibt es natürlich noch mehr Länder und Regionen zu entdecken, und definitiv wird demnächst für die kommende Urlaubsplanung erneut zugegriffen.

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Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Joanne K. Rowling , Klaus Fritz , Olivia Lomenech Gill
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 07.11.2017
ISBN 9783551556981
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich glaube ja, dass jeder weiß worum es in diesem Buch geht. Dennoch für alle Muggel da draußen noch eine kurze Einführung. In unserer Welt gibt es Tierwesen die magisch sind und deren Untersuchung ein Magizoologe vornimmt um sie all die Besonderheiten der Spezies aufzuschreiben. Einer der ganz großen auf diesem Feld ist Newt Scamander, und eben dieser schreib vor einigen Jahren das Lehrbuch "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind", damit die Zauberer dieser Welt sich besser mit den oft eigentümlichen Tierwesen vertragen können.

Schon die Einleitung im Buch ist Lesespaß pur, denn neben Begrüßungsworten gibt es auch direkt einen witzigen Hinweis, man sollte doch für die Muggelausgabe noch einen Vermerk machen, dass natürlich alles frei erfunden sei. Hier beweist Newt Scamander echten Humor.
Im Anschluss daran erfolgt, vor dem eigentlichen Lexikon eine kurze Einführung mit Beantwortung von Fragen wie "Was ist ein Tierwesen?" oder "Was ist der Sinn und Zweck der Magizoologie?". Er spricht aber auch vom Paragraph 73, der dafür sorgt, dass bestimmte Tierwesen verborgen bleiben müssen vor den Muggeln, und nennt dann direkt im Anschluss auch, wie man versucht diesen Paragraphen durchzusetzen, mit mehr oder weniger Erfolg. Insgesamt sprüht schon die Einleitung vor verstecktem Witz, aber interessantem Wissen.
Und dann geht es, nach einer kurzen Übersicht der Klassifizierung von Langweilig bis Zauberertöter, endlich zum Lexikon und damit zu den bunten und wunderschönen Zeichnungen von Olivia Lomenech Gill. Und ich finde hier steckt wirklich Magie zwischen den Seiten. Das durchblättern und lesen macht Spaß, man schmunzelt oder ist erstaunt über die Einträge und will das Buch eigentlich nicht weglegen. Olivia Lomenech Gill gibt jedem Tierwesen ein passendes und interessantes Aussehen, mich konnte vor allem der Demiguise begeistern, natürlich konnten wir ihn auch schon im Film entdecken, aber ich finde die Zeichnung fast noch liebevoller und ansprechender. Die Bebilderung strahlt die Ruhe und Friedlichkeit, die laut Newt Scamander Teil des Wesens des Demiguise, perfekt aus. Interessant fand ich hier übrigens den letzten Satz zum Lexikon-Eintrag, dass nämlich das Fell des Demiguise auch dazu verwendet wird, Tarnumhänge herzustellen. Na wem kommt das bekannt vor?

Fazit:
Insgesamt ist diese illustrierte Version ein wahrer Schatz im Regal eines jedes Harry Potter-Fans. Selbst wenn man, so wie ich, bereits die erste Ausgabe des Buches besitzt, lohnt sich der Kauf der illustrierte Version, eben wegen der wundervollen Zeichnungen. All diejenigen die sich näher mit der Welt von Harry Potter und Newt Scamander auseinandersetzen wollen, lege ich dieses Buch ans Herz.

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Nicht nur ein Liebesroman

Emma Mills , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560377
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sloane, 17 Jahre, kommt sehr gut alleine klar. Denkt sie zumindest, deshalb stört sie der Umzug von New York nach Florida auch nicht wirklich. Bindungen aufzubauen ist nicht so ihre Welt, doch dann freundet sie sich mit den Zwillingen Vera und Gabe an, und irgendwas in ihr ändert sich grundlegend.

Selten hat ein Buchtitel so perfekt zum Inhalt gepasst. Unsere Ich-Erzählerin Sloane wirkt auf den ersten Blick eher distanziert, sie ist witzig auf ihre eigene Art und versucht stets gerecht zu bleiben. Daher beginnt die erste Szene des Buches auch damit, dass Sloane einem Jungen zur Hilfe kommt. Durch ihren Vater, der ein bekannter Autor von Liebesromanen ist, wird sie immer wieder zum Lesen verführt, dennoch wirkte Sloane gerade am Anfang auf mich irgendwie farblos. Ihr größtes Hobby ist das Singen, das macht sie alleine bei einer Gesangslehrerin, ansonsten scheint es fast, als würde das Leben an ihr Vorbeirauschen. Wirklich enge Freunde, die sie nach dem Umzug vermissen könnte, in New York hatte sie nicht. Um so erstaunlicher war es, zu erleben wie sie in der Freundschaft mit Vera und Gabe aufblüht.
" 'Ich mag dich', sage ich. 'Ich mag dich wie eine leidenschaftliche Sonne, ich mag dich wie einen Meteoriten, du bist für mich ein verdammter rosa Sternenregen.' " (Seite 401)
Und dabei spielt Vera eine ganz entscheidende Rolle, denn sie ist es, die Sloane aus ihrem Schneckenhaus holt. Es ist übrigens nicht möglich Vera nicht zu mögen, sie hat ein riesiges Herz und so viel Spaß am Leben, die selbst von den Seiten auf mich übergegangen ist. Und genau hier ist der Moment, in dem ich nochmal darauf hinweisen muss, dass der Titel einfach perfekt passt, denn es geht nicht nur im die Liebe der Sloane womöglich begegnet, sondern auch um Freundschaft. Um die bedingungslose Liebe unter zwei Freundinnen, die sich vielleicht nicht gesucht, aber dafür gefunden haben. Und genau diese Liebe ist es auch, die Sloane dazu veranlasst für Gabe und Vera auf die Suche zu gehen, nach einem verloren gegangen Bild.
" ... weil du noch nicht mal weißt, dass es eine Liebe gibt, der es egal ist, ob du betrunken bist oder in der Highschool oder betrunken - es ist einfach so, weil es so ist, es gibt sie einfach, weil es gar nicht anders geht." (Seite 225)
Natürlich hat auch die romantische Liebe einen Platz in "Nicht nur ein Liebesroman", aber sie ist nicht der Kernbestandteil davon. Es geht um so viel mehr, um viel mehr Gefühle und Begegnungen und Erkenntnisse. Es geht um die verschiedenen Arten der Liebe die wir empfinden können, sei es nun die zu den Eltern, Geschwistern, Freunden oder der einen Person der man das Herz zu Füßen legt. All das verpackt Emma Mills in eine tolle Geschichte, mit witzigen aber auch tiefgründigen Dialogen, einem sonnigen Setting und facettenreichen Charakteren.

Fazit:"Nicht nur ein Liebesroman" von Emma Mills wirkt auf den ersten Blick wie eine einfache Highschool-Geschichte, doch sie entpuppt sich auf den zweiten Blick als so viel mehr. Liest man zwischen den Zeilen erkennt man schnell, dass hier viel mehr wartet. Es ist eben nicht nur ein Liebesroman, sondern eine Geschichte vom Erwachsen werden und über sich hinaus wachsen, vom aus sich heraus gehen und sich selbst erkennen. Absolut lesenswert!

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Lieber Daddy-Long-Legs

Jean Webster , Ingo Herzke , Franz Renger
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560445
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jerusha Abbott ist im Waisenhaus John-Grier-Heim aufgewachsen. Sie lebt mit wenig, und gibt immer alles. Sie sucht nach einem Ausweg, und dann erscheint er plötzlich aus dem Nichts, ein Wohltäter auf. Er will Jerusha fördern und ihr das Collage spendieren, er hat jedoch zwei Bedingungen: Er will unbekannt bleiben und monatlich einen Brief über ihren Fortschritt erhalten. Und so beginnt der großartige Briefroman von Jean Webster.


Jerusha, oder Judy wie sie sich lieber selbst nennt, ist eine ganz besondere Protagonistin. Durch ihr Leben im John-Grier-Heim hat sie viele der "normalen" Dinge nicht erlebt. Sie hat die Schule besucht, dort war sie sehr geschickt, und hat danach im John-Grier-Heim gearbeitet, ohne Aussicht auf eine echte Zukunft. Und sie wirkt dennoch in sich zufrieden, und durch Daddy-Long-Legs erhält sie eine Chance, mit der sie nie gerechnet hat. Deshalb ist sie auch zunächst zurückhaltend und vorsichtig. Diesen Wesenszug fand ich an Judy besonders wundervoll, dass sie immer mit Vorsicht lebt, und weiß, dass das Leben auch nimmt, statt nur zu geben. Und genau deshalb hat mich Jean Webster mit dem Aufblühen von Judy total gefangen genommen. Sie erlebt endlich all die Dinge, die ihr bisher nicht zugestanden haben, und geht darin total auf. 
Entscheidend für diesen Schritt und diese Entwicklung ist Daddy-Long-Legs, der geheimnisvolle Mann der nie antwortet, und den wir trotzdem Stück für Stück kennenlernen und mögen. Natürlich sehen wir ihn immer nur durch die Augen von Judy, dennoch gewinnt er auch für den Leser an Sympathie. Für mich war nach ungefähr zwei Drittel des Buches deutlich, wer hinter Daddy-Long-Legs steckt, und auch wen Judy wirklich lange brauch, war der Weg dorthin, trotz meiner Vermutung amüsant und aufregend. Ich glaube an dieser Stelle auch nicht, dass Judy dadurch"unrealistisch" wirkt, weil sie nicht sofort alles zusammen zählen kann, denn trotz ihrer Freude am Lernen scheint es, als fehle ihr eine gewissen Lebenserfahrung um diesen Schluss ziehen zu können.
"Vielleicht sollten zwei Menschen, wenn sie perfekt harmonieren, wenn sie zusammen immer glücklich und getrennt immer einsam sind, nichts auf der Welt zwischen sich kommen lassen" (Seite 246)

Aufgelockert wird der Briefroman durch interessante und einfache Zeichnungen, die Judy in ihre Briefe einbindet. Auch fand ich den Spannungsbogen gelungen, man bangt mit Judy einfach mit, ob man will oder nicht. Die neue Übersetzung aus dem Königskinderverlag ist gelungen, und ich bin froh, dass ich so Zugang zu diesem Klassiker bekommen habe. Und ich kann auch schon verraten, dass im kommenden Jahr der zweite Teil von Jean Webster erscheinen wird. 

Fazit:Ein Klassiker der viel zu wenig gelesen wird, doch dank dem Königskinderverlag erhält auch eine neue Generation Zugang zu diesem wirklich gelungen Roman. Der Briefroman von Jean Webster erzählt zum einem von einer jungen Frau die endlich eine Chance erhält, sondern auch von Liebe, auf ganz einfache und wunderschöne Art.


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Illuminae

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423761833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ihr Planet angegriffen wird merkt Kady schnell, dass die Trennung von ihrem Freund Ezra heute morgen, wohl nicht das schlimmste ist, was ihr heute passieren wird. Mit einer rasanten Flucht, bei auch irgendwie Ezra wieder auftaucht, schafft es Kady von ihrem Planeten zu fliehen und auf einem der drei Schiffe in der Umlaufbahn zu landen. Doch damit ist es noch nicht geschafft, denn die Verfolgung beginnt jetzt erst richtig.
Dieses Buch irgendwie in Worte zu fassen, fällt mir unglaublich schwer. Es sind unglaublich viele Leseeindrücke, die ich gern raus schreiben will, um euch ansatzweise zu sagen wie grandios dieses Buch ist. Alles beginnt mit Kadys und Ezras Verhörprotokollen in denen wir erfahren, wie beiden die Flucht gelungen ist, und wir erhalten auch ein paar Einblicke in ihre Vergangenheit. Und was soll ich sagen, direkt dabei habe ich Kady in mein Herz geschlossen, ich mochte sie und ihre kämpferische Art sofort. Bei Ezra hingegen habe ich etwas gebraucht, was aber auch einfach an seiner forschen Art liegen kann. 
Im übrigen habt ihr euch nicht verlesen, ich habe Verhörprotokoll geschrieben, denn dieses Buch besteht nicht aus klassischen Fließtexten, sondern aus Mitschriften, Überwachungsaufnahmen, Chatprotokollen, und noch vielen mehr an Textschnipseln die man sich gar nicht vorstellen kann. Den Jay Kristoff und Amie Kaufman haben nicht einfach ein Buch geschrieben, sie haben die Illuminae-Akten entschlüsselt und, nach dem raus streichen der Schimpfwörter, für uns veröffentlicht. Damit wir endlich nachvollziehen können, was mit der Copernicus und der Alexander wirklich passiert ist.
Jay Kristoff hat es erneut geschafft, nach "Nevernight" liefert er erneut, in Zusammenarbeit mit Amie Kaufman, ein echtes Highlight. Dieses Mal ist es pure Sci-Fi die uns ins Weltall mitnimmt und vor Technik nur so strotzt. Das ist auch etwas, was ich ganz besonders spannend fand, die erklärte und genutzte Technik im Buch ist echt was für Freaks. Und so ganz nebenbei haben mich immer wieder Wendungen aus der Bahn geworfen. Da passieren Dinge, es werden Momente erlebt, die habe ich so nicht kommen sehen. Und so fliegen die Seiten nur dahin, man glaubt, dass 600 Seiten echt viel Zeit kosten, aber ganz ehrlich, man ist absolut gebannt und kann das Buch einfach nicht weglegen.

Fazit:Ganz eindeutig ist "Illuminae" von Jay Kritoff und Amie Kaufman mein Jahreshighlight in Sachen Sci-Fi, die Geschichte hat mich von Anfang überzeugt. Nicht nur durch die Protagonisten, das Setting und die Story, sondern als i-Tüpfelchen gibt es auch noch eine ganz besondere Art der Verarbeitung, in Form von Akten und Mitschriften statt dem klassischen Text. Ein Must-Read für Jeden von euch! 

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