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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

tot, krankheit, schicksal, jugendbuch, hoffnung

Was von mir bleibt

Lara Avery , Nadine Püschel
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.11.2017
ISBN 9783551583734
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine starke Protagonistin muss nicht immer von Anfang an sympathisch sein, und genau das macht "Was von mir bleibt" so interessant für mich. Sammie erkrankt an einer unheilbaren Krankheit und versucht mit aller Macht sich diesem Druck entgegenzustellen, dabei soll ihr ein Erinnerungsbuch helfen.
Sammie ist eine Einzelkämpferin. Dieser Umstand hat sie noch nie gestört, sondern viel mehr lebt sie es bewusst aus. Ihre Leidenschaft gilt neben dem Anstreben eines Stipendiums für das Collage auch dem Debattieren, wo sie mit so viel Hingabe dabei ist, und ein echtes Hobby und auch eine echte Freundin gefunden hat. Sammie war mir nicht unbedingt von Anfang an sympathisch, sie wirkte ab und an leicht egoistisch auf mich, was aber nur zwischen den Zeilen auffällt. Was ich an Sammie aber schätze ist ihr Wille, ihr Mut und ihre Kraft. Sie erfährt von ihrer Krankheit und will dennoch weitermachen wie bisher. Sie akzeptiert kein Nein, sie will um alles in der Welt alles durchsetzen, dass sie dann dabei hier und da egoistisch wird kann man vielleicht nachvollziehen.

Und ich fand es bemerkenswert, dass Sammie sich nicht aufgibt, sondern sogar noch entwickelt, sie hätte weiterhin ihr "Schiene fahren können", aber stattdessen lässt sie Freundschaft und Liebe und soziales Leben viel mehr zu als zuvor. Genau das ist es auch was ich an "Was von mir bleibt" besonders toll fand. Natürlich waren auch die Protagonisten interessant: Stuart als ewiger Schwarm von Sammie der nicht erreichbar scheint, Maddie die offenbar einzige und beste Freundin von Sammie die selbst ein paar Probleme mit sich herumschleppt und Coop der Kindheitsfreund der einen ganz eigenen Charme entwickelt.
Dennoch ist mir vor allem Sammies Gefühlswelt besonders hängen geblieben. Ich mochte die Idee des Erinnerungsbuches, und ich mochte es, wie sie die Welt aufnimmt. Ohne jetzt viel spoilern zu wollen, aber das Ende hat mich dann nochmal extrem heftig erwischt. Ich finde die Autorin hat ihr einen perfekten Abschluss gefunden und insgesamt einen wirklich schönen, aber auch tragischen Roman geschrieben.

Fazit: Mit vielen Emotionen und einer starken, individuellen Protagonistin reißt Lara Avery mit "Was von mir bleibt" mich total mit und lässt mich bis zum Schluss nicht los. Die Umsetzung in Form eines Erinnerungsbuches ist gelungen und thematisch stimmig. Mich hat vor allem die Darstellung und Entwicklung von Freundschaft und Liebe überzeugt, besonders im Zusammenhang mit einer Lebensveränderten Krankheit.

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330 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

poseidon, olymp, griechische mythologie, mythologie, götter

Percy Jackson - Diebe im Olymp

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551557278
Genre: Jugendbuch

Rezension:


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482 Bibliotheken, 22 Leser, 2 Gruppen, 91 Rezensionen

götter, liebe, fantasy, marah woolf, jugendbuch

GötterFunke - Hasse mich nicht!

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 25.09.2017
ISBN 9783791500416
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jess ist aus dem Camp zurück und steht vor einem Scherbenhaufen. Mit ihrer besten Freundin Robyn ist sie total zerstritten und ihr Schwarm Cayden hat sie maßlos enttäuscht. Hatte sie zunächst die Hoffnung, dass es in Monterey, ihrer Heimat, besser werden würde, so zerschlägt sich dies sofort an ihrem ersten Schultag, denn da steht Cayden schon wieder auf der Matte.   Im zweiten Band der Götterfunke–Reihe verlagert sich die Handlung in die Heimatstadt von Jess und Robyn. Das bedeutet, dass wir auch endlich Jess Familie und Alltag näher kennenlernen. Dabei lastet vor allem das schon bekannte Alkoholproblem von Jess Mutter sehr auf ihr. Ich fand hier Jess Empfindungen sehr realistisch und nachvollziehbar, sie reagiert mit der Last der Enttäuschungen die sie bisher durchmachen musste. Insgesamt war mir Jess in „Götterfunke – Hasse mich nicht“ sehr nah und sympathisch. Aber auch Phoebe hat für den ein oder anderen Schmunzler gesorgt, sie ist eben eine typische kleine Schwester die manches Mal nervt, aber die man trotzdem lieb hat.

Noch weniger begeistert, insofern das noch möglich war, war ich von Robyn. Es ist für mich einfach nicht logisch nachvollziehbar, wie Jess mit ihr jemals so gut befreundet gewesen sein konnte. Entweder hat sich Robyn im Camp grundlegend geändert, oder Jess hatte einfach keinerlei Selbstwertgefühl. Zwischendurch hielt ich es für wahrscheinlicher, das Robyn besessen sein muss, statt das ein Mensch wirklich so egoistisch und gemein sein kann. Spoiler, sie ist wirklich der Inbegriff der schlimmsten Freundin die man sich vorstellen kann.

Etwas skeptisch stehe ich immer noch Cayden gegenüber, er hat mich auch in diesem Band mit seinen Motiven nicht komplett überzeugen können. Ich bin wirklich gespannt wie sich hier die Beziehungen im dritten Band weiterentwickeln. Ohne jetzt zu viel zu verraten kann ich aber sagen, dass mir bei einem Protagonisten/Protagonistin klar war, dass es eine Wendung geben wird. Und natürlich spitzt sich alles zum Ende des Bandes zu und es kommt zum Finale, inklusive Spannungsbogen und Entscheidungen die keiner treffen will. Der Weg dahin liest sich wirklich gut weg und beinhaltet, zum Glück, nur wenige überromantische Stelle, sondern viel mehr griechische Mythologie und Handlungsverlauf. Aber natürlich bleibt am Ende ein Cliffhanger, der uns als Leser natürlich bis zum nächsten Band quälen wird.


Fazit:
Ich muss gestehen, dass mir der zweite Band der „Götterfunke“–Reihe überraschend gut gefallen hat bedenkt man, dass es zweite Bände ja oftmals sehr schwer haben. Die Handlung wird kontinuierlich voran getrieben, die Spannung aufgebaut, es gibt ein Finale und natürlich einen fiesen Cliffhanger. Die Vorfreude auf den dritten Band konnte Marah Woolf auf jeden Fall wecken.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

sklavenhandel, denkmal, bestseller, autorin, sklaven

Onkel Toms Hütte

Harriet Beecher-Stowe , Freya Stephan-Kühn , Hans G. Schellenberger
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Arena, 04.01.2017
ISBN 9783401508801
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Tom ist ein Sklave. Sein Master ist Mr. Shelby und vertraut Tom, denn er kennt ihn seit dem er ein kleines Kind ist. Doch schlimme Umstände zwingen Mr. Shelby Tom zu verkaufen an einen Sklavenhändler und das verändert nicht nur Toms Leben.
Eigentlich will ich nicht zu viel vom Inhalt verraten, denn das wichtige an einem solchem Klassiker mit so einem Thema komplett selbst zu entdecken. Dennoch ein paar Eckpunkte zur Geschichte. Toms Geschichte hat mich mit wahnsinnig viel Hass, Liebe und Gefühl belegt, der Hass richtet sich gegen die Menschen, die ihn wie Dreck behandeln, die nicht verstehen, dass er ein Mensch ist, nicht ein Sklave oder Gegenstand. Liebe verbreitet Tom mit seinen Gesten, seinem Umgang und seinem Glauben in die Menschheit, trotz dessen was ihm wiederfährt.

Parallel zu Toms Geschichte wird auch die von Eliza erzählt. Sie ist ebenfalls Sklavin auf der Shelby Farm, verheiratet mit einem anderen Sklaven, hat sie mit ihm einen kleinen Jungen. Mit dem Verkauf von Tom, soll auch ihr Kind verkauft werden. Das war übrigens eine der ersten Schockmomente des Buches, als der Sklavenhändler behauptet, dass die Mutter darüber schon hinwegkommt, denn so wären Sklaven nun mal, die halten das aus. Wie abwertend hier über die Liebe einer Mutter gewertet wird, als ob die Mutter eines Farbigen Kindes ihr Kind weniger lieben oder vermissen würde? Als ob es ihr nicht das Herz entreißt, wenn das Kind verkauft wird! Zurecht flieht Eliza mit ihrem Kind, und will nach Kanada, und damit in die Freiheit.

Interessant finde ich, dass "Onkel Toms Hütte" nicht nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg und der Sklavenbefreiung geschrieben wurde, sondern 1852, also noch vor dem Sezessionskrieg. Harriet Beecher-Stowe bewies als Frau, meines Erachtens, wahnsinnig viel Mut, in ihrem Roman sich nicht nur positiv für die Befreiung der Sklaven auszusprechen, sondern dies auch noch unter ihrem richtigen Namen zu tun. Natürlich sollte man sich dafür nicht verstecken, doch wir alle wissen, wie gefährlich es zu dieser Zeit gewesen sein mag, und auch Harriet Beecher-Stowe erhielt ordentlich Gegenwind für ihren Roman.

Über Schreibstil oder Spannungsbogen brauche ich hier nicht zu berichten, denn es sollte klar sein, dass der Schreibstil für einen Klassiker nicht entscheidend ist, und dass der Spannungsbogen bei einem Buch über das brisante Thema der Sklaverei vorhanden ist. Mich hat vor allem das Ende nochmal gepackt, und vor allem der Schlussabsatz berührt auch den letzten Leser.  


Fazit:
"Onkel Toms Hütte" ist ein Klassiker, aber auch ein Buch über die fehlende Menschlichkeit, über den Alptraum den viel zu viele Sklaven durchleben mussten. Aber "Onkel Toms Hütte" steht auch für den Mut einer Autorin, sich für die Freiheit einsetzte und deren literarisches Zeugnis in unserer Generation viel zu wenig Aufmerksamkeit erhält. Lest "Onkel Toms Hütte", es ist zurecht ein Klassiker und eine Haltestelle im Netz der Berliner Verkehrsbetriebe.

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316 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

snow, fantasy, danielle paige, magie, schnee

Snow

Danielle Paige , Anne Brauner , Eva Schöffmann-Davidov
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.09.2017
ISBN 9783522202374
Genre: Jugendbuch

Rezension:


  Snow lebt in der Whittaker-Psychiatrie, und das bereits seit jungen Jahren. Den genauen Grund für Einweisung kennt sie nicht, nur dass sie mal versucht habe durch einen Spiegel zu gehen, und davon nur eine Narbe zurück behalten hat. Als jedoch erneut Menschen aus einem Spiegel hervor kommen und in diesem wieder verschwinden, kann Snow es kaum fassen und glaubt komplett durchgedreht zu sein. Was hat es damit auf sich?   Schnell erkennt Snow, dass sie nicht ihren Verstand verloren hat, sondern alles wirklich passiert. Doch bevor wir in die Welt von Algid, einer Art Parallelwelt, eintauchen erleben wir wie es Snow in der Whittaker-Psychiatrie ergeht. Dabei spielt Bale, ebenfalls Patient und im selben Alter wie Snow, eine entscheidende Rolle. Er ist sozusagen Snows Freund, auch wenn sie seit einem Zwischenfall keinen Kontakt mehr haben dürfen. Ich fand diese Beziehung zwischen den beiden interessant, hätte mir aber ehrlich gesagt eine andere Entwicklung gewünscht.    Schlussendlich gelingt Snow die Flucht aus der Whittaker-Psychiatrie und sie gelangt nach Algid, dem Land in dem sie hofft Antworten zu finden, zu vielen Fragen die auch den Leser beschäftigen. Algid ist als Handlungsort wirklich toll gewählt, die Welt klingt spannend und riecht nach Abenteuer. Leider muss ich sagen, dass die Autorin hier zu schnelle Wechsel zwischen den Orten und Personen vollzieht. Als Leser fühlte ich mich teilweise überfordert und zu schnell voran getrieben, kaum hatte ich einen Protagonisten kennengelernt, war er oder sie schon wieder weg, um vielleicht später nochmal aufzutauchen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass Danielle Paige das Ganze etwas übersichtlicher strukturiert hätte, aber das ist natürlich nur ein persönliches Empfinden.   Snow ist ein sehr eigenwilliger Charakter, sie ist wirklich speziell und es viel schwer mit ihr warm zu werden. Dabei finde ich es nicht mal schlimm, wenn ein Protagonist nicht sympathisch ist, aber an Snow konnte ich lange nichts finden, was mich überzeugt hat. Das hat mich aber im Lesefluss nicht gestört, denn einige der anderen Protagonisten waren wirklich bezaubernd oder abenteuerlich. Mit Hexen, Dieben und interessanten Kreaturen zieht man hier von Seite zu Seite. Sie haben das Bild von Algid abgerundet und es zu einer fantastischen Welt gemacht. "Snow - Die Prophezeiung von Feuer und Eis" ist nur der erste einer neuen Reihe der Autorin, dementsprechend offen war auch das Ende des Bandes. Dieses Ende, also die letzten 40 Seiten hatte es dann auch nochmal in sich, mit einigen Auflösungen und Plot-Twists hat die Autorin einen spannend Abschluss geschafft.     Fazit: Insgesamt fand ich die Idee rund um eine Schnee-Prinzessin, die nach Algid aufbrechen muss um ihr Schicksal zu entscheiden, wirklich gut. Leider wurde die Geschichte nach den ersten 150 Seiten für mich etwas zu rasant, mit zu schnellen Ortswechseln und zu vielen Figurenwechseln. Das ist natürlich nur mein persönliches Empfinden. Die fantastische Welt Algid als Handlungsort fand ich aufregend und spannend, ebenso wie die finalen Seiten im Buch.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

20. jahrhundert, jugendbuch, der gesang der nachtigall, lucy strange, england

Der Gesang der Nachtigall

Lucy Strange , Nadine Püschel
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560414
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Henry ist 12 Jahre alt und zieht mit ihrer Familie in Hope House ein. Dort soll für die Familie eine bessere Zeit anbrechen, nach den vergangenen Ereignissen scheint die Familie nämlich auseinander zu brechen. Als Henry ihr neue Umgebung erkundet entdeckt sie nicht nur eine Hexe, sondern auch einige andere Geheimnisse. Schnell wird ihr klar, dass sie ihre Familie retten muss.



Wir befinden uns im Jahr 1919 in England, der große Krieg ist gerade vorbei und die Menschen versuchen wieder durchzuatmen und ein Leben aufzubauen. In diesem Wirrwarr lebt auch Henrys Familie, die nach einem schrecklichen Verlust versucht in Hope House neu anzufangen. Henry heißt eigentlich Henrietta, und ist fast wie eine Mutter zu ihrer kleinen Schwester Piglet, die eigentlich Roberta heißt. Das muss sie aber auch sein, denn ihre Mutter ist nicht in der Lage sich um ihre Kinder zu kümmern, zu schwer wiegt der Verlust. 
Henry muss extrem schnell versuchen erwachsen zu werden, und man merkt beim Lesen einfach, dass ihr das nicht so leicht fällt. Mit 12 Jahren sollte man nicht so viel Verantwortung übernehmen müssen, nicht so viele Sorgen im Kopf haben, dennoch wächst Henry mit jeder Seite, und es war so toll dies mitzuerleben. An ihrer Seite dabei ist nicht nur ihre zuckersüße Schwester Piglet, das Baby der Familie, sondern auch Moth, die Hexe aus dem Nachtigall-Wald. Moth war für mich länger ein schwieriger Charakter, ich konnte nicht abschätzen ob sie Henry wirklich helfen will oder eigentlich nur für sich sein möchte. Dennoch konnte auch Moth mich überraschen, und ihre Geschichte habe ich um ehrlich zu sein auch nicht kommen sehen. 
Und um die Komplexität der Handlung noch auszubauen, geht es natürlich nicht nur um Moth und Henry, sondern auch um die Familie. Henrys Mutter ist krank, so krank, dass es ihr nicht möglich ist, sich um ihre Familie zu kümmern. Sie ist eingesperrt in einem Zimmer im Hope House und wird regelmäßig von einem Arzt besucht. Das Schicksal meint es nicht gut, und man zerbricht als Leser fast schon an der Verzweiflung die Henry in dieser Situation durchleben muss.
Die Stimmung, und vor allem der Schreibstil, hat bei mir direkt eine Art Klassiker-Feeling ausgelöst. Es war fast wie eine Mischung aus Jane Austen und Louisa May Alcott, und damit hat es genau meinen Geschmack getroffen. Wie schon erwähnt lässt sich auch eine Entwicklung bei den Protagonisten erkennen, und man fiebert mit Henry zusammen mit, als es darum geht, all die Geheimnisse von Hope House aufzudecken. Ich fühlte mich wirklich gut aufgehoben in der Geschichte und würde gern wieder zurückkehren.

Fazit:"Der Gesang der Nachtigall" könnte auch direkt als ein Klassiker der 1920er Jahre durchgehen, denn er hat genau die richtige Mischung aus Stimmung, Schreibstil und Setting. Mit einer wirklich sympathischen Protagonistin, einer Familientragödie und einem geheimnisvollen Wald stimmen auch die Eckpfeiler der Geschichte. Sehr gute Leseunterhaltung für spannende Nachmittage.

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574 Bibliotheken, 23 Leser, 3 Gruppen, 149 Rezensionen

john green, schlaft gut, ihr fiesen gedanken, freundschaft, johngreen, gedankenspirale

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.11.2017
ISBN 9783446259034
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine Protagonistin mit Zwangsstörung, ein Milliardärssohn ohne Eltern, eine Fan-Fiction-liebende Freundin und ein seltsames Reptil aus der Urzeit, dass sind grob die Bausteine aus denen John Greens neues Buch gemacht sind. Und dabei kommen Star Wars-Fans auf keinen Fall zu kurz, was mich natürlich sehr freut.



Aza ist sehr speziell, sie hat Zwangsstörungen, und das weiß sie auch. Und obwohl sie weiß, dass sie krank ist, kann sie nicht aufhören mit ihren Zwangshandlungen. Dabei ihren Gedanken zu folgen ist beängstigend, erschreckend, aber auch aufklärend. John Green ist ja bekannt dafür, dass er Charakter erschafft, die kaputt sind. Und ich finde mit Aza hat er jemanden geschaffen, der im Gegensatz zu den bisher mir bekannten Protagonisten, auch wenig Sympathie mitbringt und entwickelt. Ich konnte bei ihr im Verlauf der Handlung kaum Verbesserungen oder Fortschritte erkennen, viel mehr hat „Schlaf gut, ihr fiesen Gedanken“ mir gezeigt wie schlimm die Gedanken einer Person mit Zwangsstörungen sind.
Natürlich streift man im Verlauf des Buchlebens über dieses Thema, dennoch finde ich, dass John Green es wunderbar umgesetzt hat. Man hatte als Leser fast schon selber das Gefühl, dass Buch anschreien zu wollen, damit Aza endlich aufhört immer wieder die selben Gedanken und Handlungen zu vollziehen. Und gerade, weil es nicht möglich ist, für Aza, weil ihre Gedanken es nicht zu lassen, und für uns als Leser nicht, weil das Wörter nun mal schon gedruckt sind, war die Situation umso beklemmender.
Neben Aza spielt Daisy, ihre beste Freundin eine wichtige Rolle im Buch, denn sie ist es, die für uns einen ganz speziellen Blickwinkel einnimmt. Zum einem ist sie vertraut mit Azas Krankheit, zum anderem ist sie aber „normal“, oder zumindest nicht krank, weshalb wir als Leser, die ja nur Azas Sicht kennen, durch Daisy auch Rückschlüsse auf das Erleben des Umfeldes erfahren. Denn tatsächlich habe ich im Buch ganz oft für Aza Partei ergriffen, denn ich konnte ihr Gedanken nachvollziehen und nachlesen, Daisy hingegen hält uns als Leser und Aza als Protagonistin den Spiegel vor, weshalb sie entscheidend ist für das Verständnis von Azas Krankheit.
Natürlich gibt es auch ein Abenteuer zu bestreiten, was für meinen Geschmack etwas zu kurz gekommen ist, denn Aza und Daisy wollen einen Fall aufklären. Es geht dabei um einen verschwundenen Milliardär, der zufällig der Vater von Davis ist, einem alten Bekannten von Aza. Und so entwickelt sich eine Freundschaft der besonderen Art, über die ich aber noch nicht zu viel verraten möchte. Das Ende hat mich dennoch nicht ganz zufrieden gestellt, natürlich muss und soll es auch nicht immer ein Happy End geben, doch ich hätte mir mehr erhofft. Mehr Entwicklung von Aza, mehr Liebe und etwas mehr Happy End.

Fazit:John Greens neustes Werk „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ ist in Sachen Plot und Protagonisten wirklich gelungen. Aza ist nicht unbedingt eine Protagonistin die man lieben haben muss, die man aber verstehen will, und die genau deshalb nicht immer sympathisch sein muss. Am Ende haben mir persönlich aber ein paar Entwicklungen und positive Aussichten gefehlt, manchmal reicht auch ein kleines Happy End.

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670 Bibliotheken, 23 Leser, 2 Gruppen, 183 Rezensionen

zukunft, lügen, liebe, intrigen, geheimnisse

Beautiful Liars - Verbotene Gefühle

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.10.2017
ISBN 9783473401536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im Jahr 2118 hat sich das Leben in Manhattan drastisch geändert. Die Metropole New York wird dominiert von einem tausend-stöckigen Gebäude was anstelle des Central Parks jetzt die Mitte Manhattans darstellt. Auch für Avery, Leda, Eris, Rylin und Watt ist der Tower die Lebensader, die ihren Alltag bestimmt. Doch auch in der Zukunft ist nichts so wie es scheint und schnell vermischen sich Wahrheiten und Lügen. 

Avery lebt mit ihrer Familie im 1000.Stockwerk, sie hat es geschafft. Sie sieht perfekt aus, sie hat Freunde, besucht die beste Schule des Towers und sollte sich eigentlich glücklich schätzen. Doch leider verlangt es das Schicksal, dass sie ihr Herz genau an die Person verliert, die sie nicht haben kann. Diesen Zug der Autorin fand ich zweischneidig, einerseits ist es natürlich klasse, das eine scheinbar perfekte Person eben doch ihre Fehler hat, andersseits hat Avery ja nichts dafür getan ein solches Leben zu haben, und ist dennoch unzufrieden. Also eine wirklich interessante Protagonistin.
Leda und Eris sind da aus ganz anderem Holz geschnitzt, sie wissen wo es Grenzen gibt, versuchen immer wieder nach Perfektion zu streben, aber schaffen es nicht, egal wie viel Anstrengung sie anstellen. Doch Eris schafft es, im Gegensatz zu Leda, sich an die Gegebenheiten anzupassen und das Gute im Leben zu sehen. Das ist auch der Grund, warum mir Eris besonders ans Herz gewachsen ist im Verlauf der Geschichte.
Schon bereits vor dem Erscheinen wurde auf diversen Social Media Accounts heftig über Cover- und Titel-Wahl diskutiert. Es ist ja mittlerweile weit verbreitet, dass man bei der Übersetzung von englischen Bücher zwar erneut einen englischen Titel wählt, der dann jedoch etwas "leichter" verständlich ist für die Leserschaft an die sich das Buch richtet. Daher kann ich dem Verlag bei der Wahl des Titels keinen Vorwurf machen, für mich passt er trotzdem noch zum Inhalt des Buches, auch wenn "The Thousandth Floor" natürlich viel mysteriöser klingt. Praktisch gesehen sind unsere Protagonisten "wunderschöne Lügner", und zwar in doppelter Hinsicht, bezogen auf Aussehen und ihrer Lügenschaften. Das Cover ist dann natürlich wieder Geschmackssache, und ja es richtet sicherlich mit dem Glitzer und dem Mädchen darauf an junge Leserinnen, was in Sachen Marketing verständlich ist, obwohl ich mir natürlich auch wünschen würde, man müsste in unserer jetzigen Gesellschaft nicht mehr auf solche Mittel setzen.
Dennoch beeinflussen diese Punkte nicht meine Bewertung des Inhalts, denn genau darum geht es für mich in einem Buch. Und hier bietet Katharine McGee eine durchwachsene Gemeinschaft, mit verschiedenen Blickwinkeln und Geschichten, die uns berühren oder erschrecken. Es hat unheimlich Spaß gemacht in das Leben des Towers zu blicken und die einzelnen Charaktere kennenzulernen, der Spannungsbogen wächst mit jeder Seite, und trotz der 500 Seiten die es zu lesen gilt. Zwischen den Kapiteln wechselt die Sicht aus der wir die Geschichte erleben, wodurch wir als Leser einen viel tieferen Einblick erhalten, also unsere Protagonisten. Bei "Beautiful Liars" handelt es sich um eine Reihe, weshalb es neben einem tragischen Ende auch einen Cliffhanger gibt, der das Warten auf den zweiten Band spannend macht.
Fazit: Für mich ist "Beautiful Liars - Verbotene Gefühle" ein gelungener Auftakt der Reihe von Katharine McGee. Das Setting, die Charakter und die Story sind stimmig und sorgen für unterhaltsamen Lesespaß. Man kann sich über die Covergestaltung oder die Titeländerung ärgern, meinem Lesevergnügen hat dies allerdings nicht geschadet. 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Norwegen fürs Handgepäck

Stefanie Lind
Flexibler Einband
Erschienen bei Unionsverlag, 27.03.2017
ISBN 9783293207714
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Norwegen fürs Handgepäck" ist kein klassischer Reiseführer, viel mehr ist es eine Geschichtensammlung über die Kultur der Norweger, über ihre Geschichte, Landschaft, Sagen und Eigenheiten. Mit interessanten kurzen Einblicken, erhält man so, fernab vom üblichen Reiseguide, die Möglichkeit Norwegen auf andere Art zu entdecken.
Bunter könnte die Sammlung an kulturellen Geschichten nicht sein, welche Stefanie Lind hier zusammengestellt hat. Wo sonst ein Reiseführer aufhört oder ein neues Thema anschlägt, beginnen die Eindrücke aus "Norwegen fürs Handgepäck" erst. Sowohl die Märchen, der Lebensalltag, die Geschichte als auch die Natur stehen dabei unter anderem im Mittelpunkt.
Zu Beginn erfahren wir die Geschichte von Per Gynt, basierend auf einem bekannten Feenmärchen eines norwegischen Schriftstellers. Die Geschichte ist unterhaltsam und führt den Leser langsam in das Buch ein. Danach folgen Geschichte über das tägliche Butterbrot, was ich tatsächlich sehr interessant fand. Nie hätte man gedacht, wie viel Wert der Norweger auf Essgewohnheiten im Alltag legt.
Besonders mitgenommen hat mich der Einblick in das Leben der deutschen Kinder nach Kriegsende. Hier wird bewusst ein Tabuthema angesprochen, und sogar mit echten Lebenserfahrungen gefüllt. Kinder mit deutschen Soldaten als Vater, die während des zweiten Weltkriegs gezeugt wurden, wurden jahrelange missachtet und von der Gesellschaft bewusst ausgeschlossen. Ohne das diese Kinder etwas für ihre Herkunft konnten, sah man in ihnen das Böse der Welt. Vor allem die Erfahrungsgeschichten, eben solcher erwachsen gewordener Kinder, haben mich sehr berührt.
Spannend fand ich den Arbeitsalltag auf einer Bohrinsel, der ebenfalls im Buch thematisiert wird. Sich vor Augen zu führen wie die Arbeit dort abläuft, welche Regeln es gibt und wie der Arbeitsweg aussieht, lässt auf jeden Fall den eigenen Horizont kleiner wirken. Ich möchte allerdings auch nicht zu viel verraten, denn schließlich soll jeder selbst diesen besonderen Reiseführer entdecken.Etwas störend fand ich die teilweise stark schwankenden Schreibstile und Einteilungen. Ja natürlich, jeder Autor hat seinen eigenen Stil und will diesen auch soweit wie möglich inne halten, dennoch hat es mich persönlich im Lesefluss gestört, und ich hätte mir gewünscht, dass hier vielleicht vorher nochmal kleine Anpassungen passiert wären.

Fazit:
"Norwegen fürs Handgepäck" macht Lust auf das Land, und bewegt sich dabei bewusst neben den üblichen Reiseführern. Er bietet dem Leser die Möglichkeit sich mit der Kultur des Landes auseinandersetzen und vor allem einen anderen Blickwinkel einzunehmen. In der Reihe "Bücher fürs Handgepäck" gibt es natürlich noch mehr Länder und Regionen zu entdecken, und definitiv wird demnächst für die kommende Urlaubsplanung erneut zugegriffen.

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41 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

J.K. Rowling , Klaus Fritz , Olivia Lomenech Gill
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 07.11.2017
ISBN 9783551556981
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich glaube ja, dass jeder weiß worum es in diesem Buch geht. Dennoch für alle Muggel da draußen noch eine kurze Einführung. In unserer Welt gibt es Tierwesen die magisch sind und deren Untersuchung ein Magizoologe vornimmt um sie all die Besonderheiten der Spezies aufzuschreiben. Einer der ganz großen auf diesem Feld ist Newt Scamander, und eben dieser schreib vor einigen Jahren das Lehrbuch "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind", damit die Zauberer dieser Welt sich besser mit den oft eigentümlichen Tierwesen vertragen können.

Schon die Einleitung im Buch ist Lesespaß pur, denn neben Begrüßungsworten gibt es auch direkt einen witzigen Hinweis, man sollte doch für die Muggelausgabe noch einen Vermerk machen, dass natürlich alles frei erfunden sei. Hier beweist Newt Scamander echten Humor.
Im Anschluss daran erfolgt, vor dem eigentlichen Lexikon eine kurze Einführung mit Beantwortung von Fragen wie "Was ist ein Tierwesen?" oder "Was ist der Sinn und Zweck der Magizoologie?". Er spricht aber auch vom Paragraph 73, der dafür sorgt, dass bestimmte Tierwesen verborgen bleiben müssen vor den Muggeln, und nennt dann direkt im Anschluss auch, wie man versucht diesen Paragraphen durchzusetzen, mit mehr oder weniger Erfolg. Insgesamt sprüht schon die Einleitung vor verstecktem Witz, aber interessantem Wissen.
Und dann geht es, nach einer kurzen Übersicht der Klassifizierung von Langweilig bis Zauberertöter, endlich zum Lexikon und damit zu den bunten und wunderschönen Zeichnungen von Olivia Lomenech Gill. Und ich finde hier steckt wirklich Magie zwischen den Seiten. Das durchblättern und lesen macht Spaß, man schmunzelt oder ist erstaunt über die Einträge und will das Buch eigentlich nicht weglegen. Olivia Lomenech Gill gibt jedem Tierwesen ein passendes und interessantes Aussehen, mich konnte vor allem der Demiguise begeistern, natürlich konnten wir ihn auch schon im Film entdecken, aber ich finde die Zeichnung fast noch liebevoller und ansprechender. Die Bebilderung strahlt die Ruhe und Friedlichkeit, die laut Newt Scamander Teil des Wesens des Demiguise, perfekt aus. Interessant fand ich hier übrigens den letzten Satz zum Lexikon-Eintrag, dass nämlich das Fell des Demiguise auch dazu verwendet wird, Tarnumhänge herzustellen. Na wem kommt das bekannt vor?

Fazit:
Insgesamt ist diese illustrierte Version ein wahrer Schatz im Regal eines jedes Harry Potter-Fans. Selbst wenn man, so wie ich, bereits die erste Ausgabe des Buches besitzt, lohnt sich der Kauf der illustrierte Version, eben wegen der wundervollen Zeichnungen. All diejenigen die sich näher mit der Welt von Harry Potter und Newt Scamander auseinandersetzen wollen, lege ich dieses Buch ans Herz.

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

social media, familie, königskinder-verlag, zukunft, musik

Nicht nur ein Liebesroman

Emma Mills , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560377
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sloane, 17 Jahre, kommt sehr gut alleine klar. Denkt sie zumindest, deshalb stört sie der Umzug von New York nach Florida auch nicht wirklich. Bindungen aufzubauen ist nicht so ihre Welt, doch dann freundet sie sich mit den Zwillingen Vera und Gabe an, und irgendwas in ihr ändert sich grundlegend.

Selten hat ein Buchtitel so perfekt zum Inhalt gepasst. Unsere Ich-Erzählerin Sloane wirkt auf den ersten Blick eher distanziert, sie ist witzig auf ihre eigene Art und versucht stets gerecht zu bleiben. Daher beginnt die erste Szene des Buches auch damit, dass Sloane einem Jungen zur Hilfe kommt. Durch ihren Vater, der ein bekannter Autor von Liebesromanen ist, wird sie immer wieder zum Lesen verführt, dennoch wirkte Sloane gerade am Anfang auf mich irgendwie farblos. Ihr größtes Hobby ist das Singen, das macht sie alleine bei einer Gesangslehrerin, ansonsten scheint es fast, als würde das Leben an ihr Vorbeirauschen. Wirklich enge Freunde, die sie nach dem Umzug vermissen könnte, in New York hatte sie nicht. Um so erstaunlicher war es, zu erleben wie sie in der Freundschaft mit Vera und Gabe aufblüht.
" 'Ich mag dich', sage ich. 'Ich mag dich wie eine leidenschaftliche Sonne, ich mag dich wie einen Meteoriten, du bist für mich ein verdammter rosa Sternenregen.' " (Seite 401)
Und dabei spielt Vera eine ganz entscheidende Rolle, denn sie ist es, die Sloane aus ihrem Schneckenhaus holt. Es ist übrigens nicht möglich Vera nicht zu mögen, sie hat ein riesiges Herz und so viel Spaß am Leben, die selbst von den Seiten auf mich übergegangen ist. Und genau hier ist der Moment, in dem ich nochmal darauf hinweisen muss, dass der Titel einfach perfekt passt, denn es geht nicht nur im die Liebe der Sloane womöglich begegnet, sondern auch um Freundschaft. Um die bedingungslose Liebe unter zwei Freundinnen, die sich vielleicht nicht gesucht, aber dafür gefunden haben. Und genau diese Liebe ist es auch, die Sloane dazu veranlasst für Gabe und Vera auf die Suche zu gehen, nach einem verloren gegangen Bild.
" ... weil du noch nicht mal weißt, dass es eine Liebe gibt, der es egal ist, ob du betrunken bist oder in der Highschool oder betrunken - es ist einfach so, weil es so ist, es gibt sie einfach, weil es gar nicht anders geht." (Seite 225)
Natürlich hat auch die romantische Liebe einen Platz in "Nicht nur ein Liebesroman", aber sie ist nicht der Kernbestandteil davon. Es geht um so viel mehr, um viel mehr Gefühle und Begegnungen und Erkenntnisse. Es geht um die verschiedenen Arten der Liebe die wir empfinden können, sei es nun die zu den Eltern, Geschwistern, Freunden oder der einen Person der man das Herz zu Füßen legt. All das verpackt Emma Mills in eine tolle Geschichte, mit witzigen aber auch tiefgründigen Dialogen, einem sonnigen Setting und facettenreichen Charakteren.

Fazit:"Nicht nur ein Liebesroman" von Emma Mills wirkt auf den ersten Blick wie eine einfache Highschool-Geschichte, doch sie entpuppt sich auf den zweiten Blick als so viel mehr. Liest man zwischen den Zeilen erkennt man schnell, dass hier viel mehr wartet. Es ist eben nicht nur ein Liebesroman, sondern eine Geschichte vom Erwachsen werden und über sich hinaus wachsen, vom aus sich heraus gehen und sich selbst erkennen. Absolut lesenswert!

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142 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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Lieber Daddy-Long-Legs

Jean Webster , Ingo Herzke , Franz Renger
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560445
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jerusha Abbott ist im Waisenhaus John-Grier-Heim aufgewachsen. Sie lebt mit wenig, und gibt immer alles. Sie sucht nach einem Ausweg, und dann erscheint er plötzlich aus dem Nichts, ein Wohltäter auf. Er will Jerusha fördern und ihr das Collage spendieren, er hat jedoch zwei Bedingungen: Er will unbekannt bleiben und monatlich einen Brief über ihren Fortschritt erhalten. Und so beginnt der großartige Briefroman von Jean Webster.


Jerusha, oder Judy wie sie sich lieber selbst nennt, ist eine ganz besondere Protagonistin. Durch ihr Leben im John-Grier-Heim hat sie viele der "normalen" Dinge nicht erlebt. Sie hat die Schule besucht, dort war sie sehr geschickt, und hat danach im John-Grier-Heim gearbeitet, ohne Aussicht auf eine echte Zukunft. Und sie wirkt dennoch in sich zufrieden, und durch Daddy-Long-Legs erhält sie eine Chance, mit der sie nie gerechnet hat. Deshalb ist sie auch zunächst zurückhaltend und vorsichtig. Diesen Wesenszug fand ich an Judy besonders wundervoll, dass sie immer mit Vorsicht lebt, und weiß, dass das Leben auch nimmt, statt nur zu geben. Und genau deshalb hat mich Jean Webster mit dem Aufblühen von Judy total gefangen genommen. Sie erlebt endlich all die Dinge, die ihr bisher nicht zugestanden haben, und geht darin total auf. 
Entscheidend für diesen Schritt und diese Entwicklung ist Daddy-Long-Legs, der geheimnisvolle Mann der nie antwortet, und den wir trotzdem Stück für Stück kennenlernen und mögen. Natürlich sehen wir ihn immer nur durch die Augen von Judy, dennoch gewinnt er auch für den Leser an Sympathie. Für mich war nach ungefähr zwei Drittel des Buches deutlich, wer hinter Daddy-Long-Legs steckt, und auch wen Judy wirklich lange brauch, war der Weg dorthin, trotz meiner Vermutung amüsant und aufregend. Ich glaube an dieser Stelle auch nicht, dass Judy dadurch"unrealistisch" wirkt, weil sie nicht sofort alles zusammen zählen kann, denn trotz ihrer Freude am Lernen scheint es, als fehle ihr eine gewissen Lebenserfahrung um diesen Schluss ziehen zu können.
"Vielleicht sollten zwei Menschen, wenn sie perfekt harmonieren, wenn sie zusammen immer glücklich und getrennt immer einsam sind, nichts auf der Welt zwischen sich kommen lassen" (Seite 246)

Aufgelockert wird der Briefroman durch interessante und einfache Zeichnungen, die Judy in ihre Briefe einbindet. Auch fand ich den Spannungsbogen gelungen, man bangt mit Judy einfach mit, ob man will oder nicht. Die neue Übersetzung aus dem Königskinderverlag ist gelungen, und ich bin froh, dass ich so Zugang zu diesem Klassiker bekommen habe. Und ich kann auch schon verraten, dass im kommenden Jahr der zweite Teil von Jean Webster erscheinen wird. 

Fazit:Ein Klassiker der viel zu wenig gelesen wird, doch dank dem Königskinderverlag erhält auch eine neue Generation Zugang zu diesem wirklich gelungen Roman. Der Briefroman von Jean Webster erzählt zum einem von einer jungen Frau die endlich eine Chance erhält, sondern auch von Liebe, auf ganz einfache und wunderschöne Art.


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489 Bibliotheken, 26 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

illuminae, amie kaufman, liebe, künstliche intelligenz, jay kristoff

Illuminae

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423761833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ihr Planet angegriffen wird merkt Kady schnell, dass die Trennung von ihrem Freund Ezra heute morgen, wohl nicht das schlimmste ist, was ihr heute passieren wird. Mit einer rasanten Flucht, bei auch irgendwie Ezra wieder auftaucht, schafft es Kady von ihrem Planeten zu fliehen und auf einem der drei Schiffe in der Umlaufbahn zu landen. Doch damit ist es noch nicht geschafft, denn die Verfolgung beginnt jetzt erst richtig.
Dieses Buch irgendwie in Worte zu fassen, fällt mir unglaublich schwer. Es sind unglaublich viele Leseeindrücke, die ich gern raus schreiben will, um euch ansatzweise zu sagen wie grandios dieses Buch ist. Alles beginnt mit Kadys und Ezras Verhörprotokollen in denen wir erfahren, wie beiden die Flucht gelungen ist, und wir erhalten auch ein paar Einblicke in ihre Vergangenheit. Und was soll ich sagen, direkt dabei habe ich Kady in mein Herz geschlossen, ich mochte sie und ihre kämpferische Art sofort. Bei Ezra hingegen habe ich etwas gebraucht, was aber auch einfach an seiner forschen Art liegen kann. 
Im übrigen habt ihr euch nicht verlesen, ich habe Verhörprotokoll geschrieben, denn dieses Buch besteht nicht aus klassischen Fließtexten, sondern aus Mitschriften, Überwachungsaufnahmen, Chatprotokollen, und noch vielen mehr an Textschnipseln die man sich gar nicht vorstellen kann. Den Jay Kristoff und Amie Kaufman haben nicht einfach ein Buch geschrieben, sie haben die Illuminae-Akten entschlüsselt und, nach dem raus streichen der Schimpfwörter, für uns veröffentlicht. Damit wir endlich nachvollziehen können, was mit der Copernicus und der Alexander wirklich passiert ist.
Jay Kristoff hat es erneut geschafft, nach "Nevernight" liefert er erneut, in Zusammenarbeit mit Amie Kaufman, ein echtes Highlight. Dieses Mal ist es pure Sci-Fi die uns ins Weltall mitnimmt und vor Technik nur so strotzt. Das ist auch etwas, was ich ganz besonders spannend fand, die erklärte und genutzte Technik im Buch ist echt was für Freaks. Und so ganz nebenbei haben mich immer wieder Wendungen aus der Bahn geworfen. Da passieren Dinge, es werden Momente erlebt, die habe ich so nicht kommen sehen. Und so fliegen die Seiten nur dahin, man glaubt, dass 600 Seiten echt viel Zeit kosten, aber ganz ehrlich, man ist absolut gebannt und kann das Buch einfach nicht weglegen.

Fazit:Ganz eindeutig ist "Illuminae" von Jay Kritoff und Amie Kaufman mein Jahreshighlight in Sachen Sci-Fi, die Geschichte hat mich von Anfang überzeugt. Nicht nur durch die Protagonisten, das Setting und die Story, sondern als i-Tüpfelchen gibt es auch noch eine ganz besondere Art der Verarbeitung, in Form von Akten und Mitschriften statt dem klassischen Text. Ein Must-Read für Jeden von euch! 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

Feo und die Wölfe

Katherine Rundell , Henning Ahrens
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551556868
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im alten Russland gelten Wölfe als ganz spezielle Haustiere. Die Reichen leisten es sich ein Wolf zu halten und ihn zu domestizieren, doch ein Wolf ist nun mal kein Hund. Und so kommen irgendwann all die falsch erzogenen Wölfe zu Feo und ihrer Mutter, um wieder ausgewildert zu werden.
Feo ist eine ganz spezielle Protagonistin. Mit ihrer Mutter lebt sie in der Wildnis, Wölfe sind ihre Freunde und andere Menschen verabscheut sie. Einzig ihrer Mutter vertraut sie aus vollstem Herzen, erst als sie festgenommen wird muss Feo lernen nicht nur sich zu vertrauen, sondern auch den Menschen.
Der Grundgedanke der Geschichte, nämlich die Befreiung der Mutter, wird immer wieder durch die Entwicklungen und Erkenntnisse von Feo "unterbrochen". Zwar ist der Hauptstrang immer vorhanden, doch ist es eben auch Teil des Buches, das Feo anderen Menschen vertraut und so daran wächst. Ich fand diesen Teil fast noch spannender und interessanter, denn irgendwie habe ich im Hinterkopf immer gehofft, dass es ein Happy-End geben wird. Daher galt meine Konzentration beim Lesen vor allem Feo, die über sich hinauswächst um ihre Mutter zu finden. Dennoch fehlten mir an der ein oder anderen Stelle ein paar Spannungsbögen, und man kam leicht im Lesefluss ins stocken.
Einen entscheidenden Beitrag im Buch haben natürlich die Wölfe, sie sorgen auch für einige tragische, lustige, herzliche und traurige Momente. Interessant fand ich auch die eingehenden Worte der Autorin zu den Menschen in Russland, die die Wölfe auswildern. Ich habe jetzt nicht nachgeprüft, ob dies erfunden ist oder nicht, ich fand die Idee einfach so toll, dass ich es gar nicht wissen wollte. Wolfsliebhaber und Abenteuerleser werden in diesem Buch voll auf ihre Kosten kommen, sollten aber auch die Taschentücher parat haben.

Fazit:"Feo und die Wölfe" entführt uns in ein kaltes, robustes Russland vor einem Jahrhundert, dass vor allem durch grausame Menschen und Natur gekennzeichnet ist. Mit Abenteuer, Wölfen und einer ordentliche Portion Mut schafft es Feo, unsere Protagonistin, uns auf  240 Seiten zu unterhalten.

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79 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

steinzeit, 3 sterne

Ivory and Bone

Julie Eshbaugh , Rainer Schmidt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737353441
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Viele hundert Jahre zurückliegend verliebt sich der Jäger Kol auf den ersten Blick in Mya. Als sie kurz darauf auch noch bei der Mammutjagd sein Leben rettet, versucht er sie von sich zu überzeugen, doch Mya scheint eiskalt. Sie ignoriert ihn, lässt ihn abblitzen und lehnt seine Geschenke ab. Doch Kol spürt das mehr dahinter steht, dass ein Geheimnis verborgen liegt, welches Myas Verhalten erklärt.  Das Buch hat mich vor allem wegen dem Setting angesprochen, die Geschichte spielt in der Eiszeit, wo Jagen und Felle häuten an der Tagesordnung steht, und genau das macht so interessant. Ich kenne keine Geschichte die diese Zeit näher in den Fokus setzt und vor allem den Blickwinkel auf die verschiedenen Stämme setzt.

Am Anfang bin ich mit Kol einfach nicht warm geworden. Irgendwie konnte ich seine sofortige Begeisterung für Mya nicht nachvollziehen, wo sie doch ihn einfach immer wieder ablehnt. Er überlebt als Jäger in dieser feindlichen Umgebung, mit Säbelzahntigern und anderen Gefahren, und kann dann einfach nicht Mya sein lassen? Doch nach einer gewissen Zeit, und vor allem einem tieferen Blick wurde mir klar, dass Kol auf Grund des absoluten Mangels an Frauen in seinem Alter in seinem Stamm dieses Verhalten an den Tag legt. Mya ist nicht nur hübsch und kann jagen, sie ist auch die erste Frau seit Jahren, die er als "Potenzial zum Heiraten" sieht.

Aber auch mit Mya hatte ich am Anfang meine kleinen Schwierigkeiten, denn ähnlich wie bei Kol, konnte ich ihre Ablehnung nicht verstehen, ihr Verhalten war für mich nicht nachvollziehbar. Doch auch hier kam mit der Zeit die Erklärung, die ich mir eher gewünscht hätte. Mya kämpft nämlich sehr stark mit ihrer Vergangenheit, und hat leider gegenüber Kol nicht das Talent, sich besser auszudrücken, so dass dieser Umstand schneller deutlich wird. Unabhängig davon waren Mya und Kol als Protagonisten realistisch für die Zeit und nach den Startschwierigkeiten auch wirklich interessant und entwicklungsfähig.

Natürlich ging es nicht nur um die beiden, sondern auch um die Intrigen und Kämpfe zwischen den Stämmen in der Eiszeit, denn es geht ums Überleben, um das Wandern und Jagen, um den Stamm ernähren zu können. Hier wird noch eine weitere Geschichte erzählt die sich mit der von Mya und Kol verbindet und das Fundament dafür darstellt. Die Erzähldynamik war manchmal etwas schleppend, bedeutet teilweise wusste ich einfach nicht, wohin sich alles entwickeln sollte oder könnte. Am Ende hat mich aber immer wieder das besondere Setting zurück geholt und begeistert, denn aus dieser modernen Welt heraus und diese kalte Einöde einzutauchen war einfach berauschend und spannend.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich zunächst dachte, dass mir das Ende einfach viel zu kurz kam, aber ich habe festgestellt, dass es einen zweiten Teil geben wird, der bereits auf englisch erschienen ist. Darin wird Mya und Kols Geschichte weitererzählt. Es bleibt also weiter interessant und hoffentlich können wir bald wieder in diese Zeit eintauschen.
Fazit: 
Das Setting und der Plot sind top, und der Hauptgrund weshalb ich immer wieder Eintauchen wollte in das Buch. Mya und Kol hingegen brauchten eine Weile um mit mir warm zu werden, doch sobald das erledigt war, fing die Geschichte an ins Rollen zu kommen. Leichte Spannungsschwankungen zum Trotz konnte mich Julie Eshbaugh mit ihrem Roman fesseln.

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

historischer roman, venedig, martha sophie marcus, 1667, marcus

Das blaue Medaillon

Martha Sophie Marcus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.08.2017
ISBN 9783404175642
Genre: Historische Romane

Rezension:

Alessa wird von ihrem Großvater als Diebin erzogen, er selbst verfolgte dieses "Geschäft" im großen Stil. Ihre Eltern starben schon vor Jahren, und an einem einzigen Tag verliert Alessa noch den letzten Halt, nämlich ihre Tante, als auch ihren Großvater. Ihr selbst gelingt nur knapp die Flucht vor den Attentäter die ihren Großvater auf dem Gewissen haben. Mit einer Schauspieler-Truppe, die gut mit ihrer Tante befreundet war, reist sie nach Celle zum Hof des Herzogs, und hofft dort ihren letzten Verwandten zu treffen. Innerhalb dieser ganzen Flucht beschäftigt sie aber auch das ominöse blaue Medaillon, welches ein großes Geheimnis beinhaltet.

Schon beim Lesen des Klappentextes fand ich vor allem das Setting interessant. Ich mag historische Romane, vor allem wenn sie hier in Deutschland und Europa spielen. Und meist ist es ja dann leider so, dass schlecht recherchiert wird, aber nicht so beim "Das blaue Medaillon". Die Autorin hat vor allem die Gegend, die Reisen und die Gebräuche wirklich toll beschrieben. Ich konnte mich in dieser Welt richtig verlieren und eintauchen. 
Unsere Protagonistin ist die Diebin Alessa, sie ist sehr eigen mit Ecken und Kanten. Diese Tatsache mochte ich an ihr, ja sie ist Diebin, und das ist eine Straftat. Dennoch hat sie das Herz an der richtigen Stelle und das merkt man bei ihren Entscheidungen. Die Ecken und Kanten kommen dann zum Vorschein, wenn sie Angst hat oder unsicher wird, dann scheint sie egoistisch oder naiv, aber man darf auch nicht vergessen, Alessa ist noch sehr jung. 
Auch die anderen Charakter, die Alessa auf ihrem Weg begleiten, waren ausgefeilt. Vor allem der "Bösewicht" Mezzanotte war wirklich brutal gezeichnet und sorgte für einige wirklich harte Momente im Buch. Die Schauspiel-Truppe hingegen war gut durchmischt, einige der Personen fand ich toll, andere ganz schön störend. Ebenso verhält es sich mit den Herren und Damen vom Hof, auch hier gab es einige wirklich herzliche Menschen, und andere fand ich einfach nur nervig. Aber genau dieser Mix hat es so interessant gemacht, dadurch bekam man Schwung in die Geschichte und vor allem einige Facetten.
Dennoch hatte ich an einigen Stellen eine kleine Leseflaute, hier war es manchesmal nicht so spannend oder es passierte einfach nichts, was meines Erachtens die Geschichte voran getrieben hat. Zum Glück haben diese Phasen nie lange angehalten und man kam ganz schnell wieder ins Buch hinein.

Fazit:
Ein angenehmer und sehr guter fiktionaler-historischer Roman, der mit seinem Setting und einer etwas anderen Protagonistin aufwertet. Bis auf einige kurze Stellen, in denen der Lesefluss unterbrochen wurde, hat das Lesen macht Spaß und es scheint fast, als würde es eine Fortsetzung geben, dennoch kann man "Das blaue Medaillon" auch als Einzelroman betrachten.

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67 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

thriller, freundschaft, damaris liest, new york, gefahr

Beware That Girl

Teresa Toten
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 24.08.2017
ISBN 9783733504205
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kate ist die neue Stipendatin an der privaten High School in Manhattan. Sie ist clever und kalkuliert, sie versucht mit allen Mittel ihr Ziel zu erreichen. Und das Ziel ist klar: Yale. Dafür nimmt sie alles auf sich, sogar das "wohnen" in einem feuchten Zimmer in Chinatown. Da kommt Olivia wie gerufen, sie scheint perfekt als Einstieg in die Upper Class der Schule. Und tatsächlich scheint ihr Plan aufzugehen, aber dann entwickelt sich alles irgendwie ganz anders.
Das Buch wird laut Klappentext als Mischung zwischen "Gossip Girl" und "Gone Girl" beschrieben, und tatsächlich enthält es Elemente von beiden Geschichten und ist dennoch etwas Neues. Teresa Toten nimmt uns mit in die teilweise wirklich verrückte und krankhafte Welt der privaten High Schools in New York. Dabei ist sie natürlich überspitzt an bestimmten Stellen, was aber für eine gewisse Spannung sorgt. Zu Beginn sind wir in einem Krankenhauszimmer, und ein bewusstloses Mädchen liegt an Geräte angeschlossen im Bett, während ein zweites Mädchen Wache hält. Man erfährt nicht zu viel und eigentlich nur ein Namen "Marcus Redkin" und springt dann ein halbes Jahr zurück und beginnt die Geschichte irgendwie zusammen zusetzen.
Kate ist sehr speziell, und vor allem am Anfang wirkt sie dadurch kalt und egoistisch. Aber je länger man sich mit ihr und ihrer Geschichte auseinander setzt, sich in sie hinein versetzt, desto mehr versteht man sie, oder kann zumindest nachvollziehen, wieso sie ist, wie sie ist. Das finde ich immer besonders spannend, wenn die Protagonistin nicht sympathisch ist, und es dennoch schafft, uns an sich zu binden. Olivia scheint ganz anders zu sein. Sie ist darauf angewiesen, dass man sie sieht und sie sich dadurch bestätigt sieht. Dadurch erfüllt sie am Anfang alle Klischees des typischen High School Mädchens aus reichem Haus. Und genau da setzt die Autorin an und schafft viele Ecken und Kanten, in Form von einer wirklich schockierenden Vergangenheit. 
Die Freundschaft der beiden Mädchen ist das Kernelement der Geschichte und der Dreh- und Angelpunkt der für Spannung sorgt. Allerdings gibt es, vor allem in der Mitte der Geschichte immer mal wieder Stellen die nicht so spannungsgeladen sind wie sie sein sollten oder sein könnten. Dadurch kommt man beim Lesen leicht ins Stocken, dennoch will man unbedingt wissen wie es weiter geht, der rote Faden bleibt also dennoch bestehen. Und ich muss sagen, vor allem das Ende hat mich gepackt und bis zur letzten Seite gab es Ereignisse und Wendungen mit denen ich nicht gerechnet hätte.

Fazit:Spannungsgeladen und mittels zwei Sichten erzählt schafft es Teresa Toten mit "Beware that Girl" den Leser zu fesseln und buchstäblich bis zur letzten Seite gefangen zu nehmen. Trotz kleiner langatmigen Stellen, vor allem in der Mitte des Buches, bin ich begeistert und bleibe sprachlos zurück und werde wohl noch eine Weile über "Beware that Girl" nachdenken müssen.

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502 Bibliotheken, 21 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

nevernight, jay kristoff, assassinen, fantasy, mia corvere

Nevernight - Die Prüfung

Jay Kristoff , Kirsten Borchardt
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.08.2017
ISBN 9783596297573
Genre: Fantasy

Rezension:

Im Himmel drei Sonnen, die die Stadt Gottesgrab über Monate hinweg immer im Licht erstrahlen lässt. Die Stadt ist erbaut auf dem Grab eines Gottes, und genau hier wächst unsere Protagonistin Mia auf. Mia lebt die ersten Jahre in dem besseren gestellten Viertel der Stadt auf, doch von jetzt auf gleich ändert sich alles für sie, und fortan sind nur noch die Schatten ihre Freunde.

Dieses Buch in Worte zu fassen fällt mir unheimlich schwer. Schon direkt am Anfang wird klar, dass unglaublich viel auf den Leser einprasselt und verlangt wird. Jay Kristoff hat ein wirklich gute World-Building hingelegt, schon allein die liebevolle Karte am Anfang und Ende des Buches sind so detailreich und durchdacht. Beim Lesen schlägt man immer wieder die Karte auf, um Mia begleiten zu können. Aber auch die Konstruktion von Magie, Assassinen und Machtverhältnisse ist sehr gut durchdacht und es hat unheimlich viel Spaß gemacht, die Welt zu entdecken. 
Dieser erste Band der Trilogie beschäftigt sich vorrangig mit der Ausbildung der Assassinen der "Roten Kirche", wobei wir stets Mia und ihre Nicht-Katze Herr Freundlich begleiten. Die Ausbildung ist geprägt von Brutalität und Schonungslosigkeit, es ist nicht verwunderlich, dass Assassinen während der Ausbildung sterben. Und am Ende werden nur drei Assassinen als sogenannte Klinge aufgenommen und dürfen im Namen der "Mutter" als Auftragsattentäter durch die Welt streifen und erhalten zudem Einsicht in die Mysterien der "Roten Kirche".
Die Protagonistin Mia ist durch ihre Vergangenheit stark geprägt und geformt. Sie hat Ecken und Kanten und vor allem eine gesunde Menge an Misstrauen. Mir persönlich hat sie sehr gut gefallen, denn sie war für ihre 16 Jahre wirklich reif und unheimlich stark in ihren Ansichten. Sie weiß was auf dem Spiel steht, nimmt sich was sie will, und trifft manches Mal sehr unangenehme Entscheidungen, die für ihren Charakter allerdings logisch sind. Auch ihre Impulsivität und Schlagfertigkeit fand ich spannend zu beobachten und gut eingesetzt. Insgesamt hat hier der Autor einen realistischen und gelungen Protagonisten kreiert.
Das besondere beim Lesen sind wohl die Fußnoten, die einige Begrifflichkeiten und Ereignisse im Text erklären, die sonst für den Leser nur zu Verwirrungen führen. Man muss in dieses System wirklich erstmal rein finden, und es verzögert das Lesen natürlich immer wieder, dennoch ist es notwendig, und es rundet das Gesamtbild einfach bestens ab. 
Der Spannungsbogen bleibt fast durchgängig erhalten, die Ausbildungsphasen und Entwicklungen unter den Charakteren ist immer wieder durchzogen von Angst, Macht und Gewalt. Es kommt immer wieder zu Twists oder Ereignissen, die ich nicht habe kommen sehen, und am Ende hat mich Jay Kristoff so richtig überrascht. Aber ich möchte ungern zu viel verraten, denn dieses High-Fantasy-Highlight ist jede Seite wert und ich hoffe, dass die Fortsetzung nicht zu lange auf sich warten lässt.

Fazit:"Nevernight" von Jay Kristoff ist für mich definitiv eines der Highlights in diesem Jahr. Selten hat mich ein High Fantasy Buch so stark mitgenommen und durch sein World-Building überzeugt. Die Ausbildung der Assassinen, unter denen auch Mia ist, war spannend zu verfolgen und durch geschickte Wendungen bestand immer eine Spannung. Lest dieses Buch und verliert euch in der Welt von "Nevernight".

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191 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

trauer, nachrichten, loewe verlag, abschied, liebe

Deine letzte Nachricht. Für immer.

Emily Trunko , Nadine Mannchen , Zoë Ingram , typealive
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Loewe, 18.09.2017
ISBN 9783785586075
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im Leben kommt es immer wieder vor, dass man sich von Menschen trennen muss. Dabei können die Gründe ganz unterschiedlich sein, von Freundschaft beenden bis zum Tod kann es viele Ursachen dafür geben, dass man den anderen nie mehr wieder sieht. Dabei bleiben uns meistens vor allem die letzten Worte, die letzte Nachricht, im Gedächtnis. Und gerade weil sie uns lange Zeit begleiten hat es sich Emily Trunko zur Aufgabe gemacht die letzten nachrichten und die Geschichte dazu zu sammeln und anonym online zu stellen.
Dies ist mein erstes Buch von Emily Trunko, und ich muss gestehen, dass ich mehr als nur positiv überrascht wurde. Natürlich war mir klar, was man zu lesen bekommt bei diesem Buch, dennoch ist es interessant und viel zu oft traurig. Die Gefühle schwankten bei mir von Seite zu Seite. Mal ist man tief getroffen und mal auch einfach abgestoßen, weil so viel Hass so nah bei so viel Liebe liegen kann.Besonders prägend fand ich die letzte Nachricht eines Freundes, denn der Empfänger nicht sofort kommentiert hat. Diesen Umstand wird er wohl nie vergessen, denn sein Freund ist gestorben auf dem Weg nach Hause und so hat er nie mehr die Chance bekommen ihm zu sagen was er denkt. Der Effekt beim Lesen ist schnell klar, man sollte den Menschen die man liebt und mag stets sagen, dass dies so ist, denn man weiß nie was die letzte Nachricht oder eben das letzte Wort ist, welches man an den Empfänger sendet.Das Konzept ist denke ich klar, und ich möchte auch nicht zu viele Beispiele aus dem Buch mit geben. Dennoch ist es mir wichtig zu sagen, dass die Autorin selbst schreibt, dass sie sehr viel positives Feedback bekommen hat, und das vor allem von suizidgefährdeten Menschen, die durch ihre tumblr-Seite erkannt haben, in welches Loch sie die Hinterbliebenen stoßen. Eine Erkenntnis die auf den ersten Blick logisch erscheint, aber dennoch von jedem anderes erlangt wird.
Fazit:Mich konnte die Idee hinter der tumblr-Seite, die ja den Ursprung des Buches darstellt, überzeugen und ich bin mir sehr sicher, dass ich mir auch noch "Dear my blank" zu legen werde. Haltet beim Lesen die Taschentücher bereit, seit offen für die Gefühle auf jeder Seite und nehmt unbedingt etwas davon mit, denn glaubt mir, es wird euch berühren!

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86 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

klassiker, abenteuer, verfilmt, forschung, reisen

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Jules Verne , Diana Wynne Jones
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2010
ISBN 9783401063751
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein seltsames Schriftstück sorgt für einiges Kopfgrübeln bei Professor Lidenbrock. Mit Hilfe seines Neffen Axel entschüsselt er die Nachricht und will der darauf befindlichen Forderung nachgehen: hinabsteigen in den Krater um den Mittelpunkt der Erde zu finden. Und dabei wird es ordentlich turbulent.

Dieser wunderbare Klassiker haben wir in unserem Buchclub gelesen und ich bin wirklich froh mal wieder einen Klassiker rezensieren zu dürfen. Ich muss gestehen, dass dies mein erstes Buch von Jules Verne ist, aber vermutlich nicht mein letztes, denn der Ideenreichtum und die Fantasie war wirklich toll. Aber bevor es zum Inhalt geht möchte ich zunächst die Aufmachung des Buches loben. Der Nikol-Verlag hat hier wirklich tolle Arbeit geleistet, sowohl die Covergestaltung, die übrigens mit den anderen Bänden von Jules Verne zusammen passt, als auch die Verwendun der Original-Illustrationen ist wirklich gelungen. Dadurch wurde das Buch noch mehr zum Highlight, denn das Durchblättern und Betrachten der Zeichnungen sorgte schon für die richtige Stimmung.
Aber auch inhaltlich bietet "Reise zum Mittelpunkt der Erde" sehr viel spannende Momente. Axel ist ein ehrlicher und erwachsener Protagonist, der seinen Onkel Lidenbrock natürlich gern auf die Reise begleitet. Das Gespann von den beiden ist schon etwas besonderes, denn eigentlich hat Axel ganz schön oft bedenken, dennoch ergänzen sich die beiden sehr gut. Ich muss jedoch gestehen, dass Professor Lidenbrock mir nicht immer symphatisch war. Oftmals wirkte er ganz schön nachlässig mit Axel und er war mir zu sehr auf sein Forschungsziel fixiert, so dass das Wohl seiner Begleiter oft in Gefahr geraten ist. Im übrigen gefiel mir Hans als der fast stumme Insider-Begleiter besonders gut, er hätte einen Preis als bester Nebendarsteller verdient.

Fazit:Ich ziehe das Fazit jetzt bewusst vor, denn "Reise zum Mitelpunkt der Erde" ist zurecht ein Klassiker, der inhatlich relativ bekannt sein sollte. Daher empfehle ich vor allem die wunderbare Ausgabe aus dem Nikol-Verlag, die durch seine Aufmachung brilliert. Dennoch fehlte mir irgendwie das besondere Etwas, weshalb es letztendlich nur 4 Sternchen werden.

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

samenspende, familie, suche, trauer, gefühlschaos

No. 9677 oder Wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam

Natasha Friend , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Magellan, 13.07.2017
ISBN 9783734850295
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Milo hat zwei Mütter und theoretisch keinen Vater, doch das stört ihn gar nicht, wenn da nicht die lästigen Allergien wären, die ihm ein normales Leben verwehren. Hollis lebt in einem ähnlichen Verhältnis wie Milo, aufgezogen von zwei Müttern, wobei Pam leider verstorben ist. Auf den ersten Blick verbindet die beiden Jugendliche nichts, bis auf die Tatsache, dass sie beide den selben Samenspender hatten: No. 9677. Bei Milos Suche nach dem Mann der sein biologischer Vater ist, begegnet er nicht nur Hürden sondern auch anderen liebevollen Menschen.

Die Thematik von "No. 9877" ist fast schon einmalig in der Jugendbuchwelt, Natasha Friend schreibt einerseits darüber wie es ist, in einer homosexuellen Lebensgemeinschaft als Kind aufzuwachsen, und andererseits auch, wie man sich fühlt, wenn der eigene Vater nur ein Samenspender ist. Hollis als auch Milo, als unsere beiden Ich-Erzähler, gehen dabei ganz unterschiedlich mit dieser Problematik um.
Milo ist eher introvertiert, man merkt, dass er wegen seiner Allergien, die starke Schocks auslösen  und sogar zum Tod führen können, den Kontakt mit Menschen nicht wirklich sucht. Dennoch springt er in seiner persönlichen "Heldenreise" über seinen Schatten und wird dafür, wie ich finde, mit vielen neuen Menschen in seinem Leben belohnt.
Hollis ist ganz anders, sie ist extrovertiert und gibt sich genau so wie sie ist, sich ändern für Andere kommt für sie nicht in Frage. Leider hat sie es wegen ihrer Lebenssituation schwer in der Schule, was mir beim Lesen immer wieder weh getan hat. Hollis hatte in meinen Augen viel mehr verdient, klar ist sie schwierig, aber ich glaube, genau das macht die Welt aus einem, wenn man immer wieder fertig gemacht wird. Um so schöner war es zu beobachten, dass zwischen Milo und Hollis die Chemie stimmte und hier eine tolle Freundschaft entstehen konnte.
Mit dem Plot und den Protagonisten konnte mich Natasha Friend absolut begeistern, einzig das Ende lässt mich absolut unbefriedigend zurück. Hier hätte ich mir eine "rundere" Lösung gewünscht, die sowohl mir als auch den Protagonisten mehr Fragen beantwortet. Dennoch konnte mich der Aufbau und die Übersetzung des Textes von Anfang bis Ende überzeugen.


Fazit:
Mit der Thematik trifft Natasha Friend genau den richtigen Ton, ihre Protagonisten sind gut durchdacht und haben ihre Ecken und Kante, aber dennoch genug Potenzial um Symphatieträger zu sein. Einen Abzug gibt es für das Ende, wo wie ich finde mehr Auflösung hätte stattfinden müssen. Und wenn es nur ein Epilog gewesen wäre, hier lässt uns die Autorin mit einigen Fragen zurück, die man als Leser, der die Protagonisten zu schätzen gelernt hat, einfach beantwortet haben will.

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371 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 119 Rezensionen

fangirl, rainbow rowell, jugendbuch, college, fanfiction

Fangirl

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257009
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Cath und Wren sind Zwillinge und stehen kurz vor dem großen Sprung in ihrem Leben, sie gehen aufs Collage. Und auf einmal scheint sich für die beiden unzertrennlichen Schwester alles zu ändern, denn Wren wendet sich von Cath ab und Cath steht vor der unmöglichen Aufgabe, den Alltag an der Uni alleine meistern zu müssen, und dazu scheint ihre Zimmerkollegin Reagan total verrückt zu sein. Cath zieht sich immer mehr in ihre Welt zurück, die vor allem durch die Bücher rund um "Simon Snow" geprägt ist.Cath ist keine leichte Protagonistin, zumindest für mich nicht. Zwar finde ich es immer ganz spannend, wenn der Protagonist nicht direkt sympathisch ist, den so bleibt noch Platz für Entwicklung, aber bei Cath habe ich wirklich ganz lange gebraucht, bis ich etwas mir ihr warm geworden bin. Sie lebt ganz eindeutig sehr introvertiert und zurück gezogen, man merkt in ihrem Verhalten, dass sie mit anderen Menschen und neuen Situationen nicht so leicht umgehen kann. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass sie mehr von ihren Gedanken dazu preis gibt, es fiel mir allein deshalb schwer ihr auf ihrem Weg zu folgen, weil ich nicht immer nachvollziehen konnte was sie tut, denn ihr Gedanken hat sie mit uns nicht immer geteilt. Für mich war eine kleine Entwicklung bei Cath sichtbar, sie kommt immer mehr aus sich heraus und gewöhnt sich an die Umgebung, dennoch fehlte mir irgendwie der Tiefe bei ihr.Das größte Laster von Cath sind Fanfiction über ihren liebsten Buchcharakter "Simon Snow". Ihre Geschichten postet sie in einem großem Forum, und dort erfreuen sie sich einer riesigen Fan-Gemeinde, dort in diesem digitalen Raum kann Cath viel besser Kontakt aufbauen. Ich fand es schön zu erleben wie sehr sie in dieser Welt aufgeht, denn wer kennt das nicht, einmal in die liebste Buchwelt eintauchen? Am Ende eines jeden Kapitels, gab es dann auch ein Stück aus der Buchreihe zu "Simon Snow" zu lesen. Damit habe ich mich sehr schwer getan, denn zunächst mal fehlte mir die Übersicht über ein World-Building zu "Simon Snow" und dann hat es die Handlung in keiner Weise vorwärts gebracht. Die Textschnipsel hatten keinen Zusammenhang und wirkten teilweise auch willkürlich gewählt. Da fand ich es viel ansprechender, dass Cath selbst im Verlauf von "Fangirl" eine ihrer Geschichten vorliest, in der auch ein Anfang und Ende erkennbar ist. Diese Erzählung konnte mich dann auch wieder packen und mitfiebern lassen.Ein kleines Highlight waren für mich die Nebencharakter in "Fangirl", und allen voran Reagan. Die Zimmergenossin von Cath ist nicht auf den Mund gefallen, wirkt stets Selbstbewusst und schafft es, dass Cath endlich mal unter Leute geht. Sie hat ihre ganz eigene liebenswerte Art, mit der man erst einmal umgehen können muss, aber wenn man das geschafft hat, dann kann man gar nicht anders als sie mögen, so ging es zumindest mir. Auch ihr Freund Levi fand ich toll, er ist so ein positiver und optimistischer Mensch. Ich konnte an keiner Stelle genug von ihm kriegen und fand ihn wirklich sympathisch, und vor allem beweist er im Verlauf der Handlung immer mehr Tiefgang. Insgesamt konnte mich die Geschichte nicht komplett überzeugen, dennoch hatte sie ihren Charme und konnte mich vor allem durch die Nebencharakter und die Grundgeschichte begeistern. Auch fand ich die Entwicklung von Levi sehr interessant und die Beziehung zwischen ihm und Cath spannend zu betrachten.Fazit:"Fangirl" überzeugt zunächst durch seinen Plot, der eine Coming-of-Age-Geschichte erwarten lässt. Mit Cath und Wren werden auch zwei verschiedene Charakter auf den Leser losgelassen, die mich nicht immer überzeugen konnten. Dafür baut die Autorin einen zweiten Handlungsstrang in Form von "Simon Snow" ein, der jedoch meines Erachtens zu viel Platz erhalten hat. Die Idee ist zwar gut, dennoch trägt er nicht wirklich zum Vorankommen der Geschichte bei. Im übrigen ist im August der dazugehörige Band "Der Aufstieg und Fall des außergewöhnlichen Simon Snow" bei dtv erschienen, denn ich auch lesen werde, und vielleicht erschließt sich dann die ein oder andere Lücke aus der Lektüre von "Fangirl".

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reiten, pferde, wolkenherz, geist, freundschaft

Wolkenherz - Die Spur des weißen Pferdes

Sabine Giebken
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 13.07.2017
ISBN 9783734847134
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Hinter Jola liegen zwei Jahre Neuseeland, in denen sie zusammen mit ihrem Vater das Land bereiste und eine unbeschwerte Zeit durchlebte. Nun ist sie zurück in Deutschland, genauer in Bayern auf dem Ginsterhof. Doch während ihr Vater es schon wieder in die Ferne treibt, will sie nun endlich Beständigkeit in ihrem Leben. Und so ganz nebenbei lernt sie auch noch das wohl schönste Pferd auf Erden kennen. Doch ein Geheimnis hat es mit diesem Neuankömmling auf sich, und schon bald macht sich Jola auf die Suche nach Antworten.Als Protagonistin ist Jola am Anfang schwierig, denn sie wirkt introvertiert und eigen, aber mit der Zeit wird man mit ihr warm, so wie auch sie mit ihrer Umgebung warm wird. Sobald dieser Punkt erreicht ist, erwartet den jungen Leser eine spannende Geschichte über junge Liebe, Pferde und Geister. Ihre Entwicklung ist für mich absolut nachvollziehbar, und äußert passend für ein Jugendbuch. Denn Jola ist nicht perfekt, sie hat ihre Ecken und Kanten, wodurch sie aber authentisch und vor allem für jüngere Leser nachvollziehbar ist.Es wird stets aus Jolas Sicht erzählt, wobei es einzelne Kapitel gibt, die mir besonders Kopfzerbrechen gemacht haben. Denn in diesen Kapiteln spricht Lotte zu uns, die in der Mitte des 1940er Jahren auf einem Bauernhof lebt und arbeitet. Hier bei fand ich es interessant, dass wir nichts weiter über Lotte erfahren, außer die kurzen Gedanken und Erlebnisse die sie hat, und bei denen meistens Max eine große Rolle spielt.Am Ende bliebt die Geschichte von Lotte offen, was natürlich meine Gedankengänge an schmeißt und mich warten lässt auf den nächsten Band von Sabine Giebken. Die Autorin hat einen freien und humorvollen Schreibstil, der sich sehr angenehm lesen lässt. Die Geschichte rund um Jola und den Gisnterhof wird im ersten Band weites gehend aufgeklärt, jedoch bleiben eben noch offene Fragen, die den Leser bis zum nächsten band beschäftigen werden.Fazit:"Wolkenherz" kommt mit einer guten Mischung aus Pferde-Jugendbuch und Historischer-Kriminalroman um die Ecke und schafft es dadurch, den Leser auf verschiedenen Eben zu fesseln. Zwar ist manche Entwicklung vorhersehbar und die kleinen Geheimnisse überraschen den routinierten Leser nicht, aber tatsächlich hat mich der fiese Cliffhanger am Ende stark mitgenommen. 

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Nur dieser eine Sommer ...

Becky Citra , Fiona Weisz
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.06.2017
ISBN 9783551316295
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Theas Mutter ist gestorben, und seit diesem einschneidenden Erlebnis ziehen ihr Vater und sie von Stadt zu Stadt immer auf der Suche nach Arbeit und auf der Flucht vor der Vergangenheit. Thea möchte endlich sesshaft sein und Freunde finden, denn wer immer nur wenige Monate an einer Schule ist, kann sich nicht integrieren. Als ihrem Vater ein Job auf der Lakeview-Ranch angeboten wird, scheint endlich Ruhe in das Leben der kleinen Familie einzukehren, und das trotz der Pferde auf der Ranch. Den Pferde sind ein Tabuthema seit dem Tod der Mutter, und dennoch fühlt sich Thea zu ihnen hingezogen. Doch kann die Lakeview-Ranch mit ihren Geheimnissen endlich helfen Thea und ihren Vater wieder zusammen zu bringen. Die Protagonistin Thea hat mir von Anfang an gefallen, ihre offene und ehrliche Art, ihr Interesse an Tieren, Natur und den Menschen fand ich schön und sie wirkte dadurch auf mich aufrichtig und extrovertiert, und das obwohl sie immer zu von Ort zu Ort ziehen muss. Mit Van hat sie auch endlich einen Freund gefunden, denn sie schätzt und der scheinbar auch wirklich süß und ehrlich ist. Beide machen sich auf die Suche nach dem vermissten Mädchen, und damit nach der Auflösung des Geheimnisses der Lakeview-Ranch.

Die Kombination aus geheimnisvoller, familienlastigen und pferdeverliebten Geschichte hat mir wirklich gefallen und hat die Atmsphäe beim Lesen total aufgelockert. Immer wieder wurden die Fäden der jeweiligen Teilgeschichten aufgenommen und weitererzählt, und letztendlich sogar zusammengeführt, was ich wirklich schön fand. Besonders die Zusammenarbeit von Thea und Storm war eindringlich beschrieben, man konnte sich die Wildheit des Pferdes direkt vorstellen. Aber auch die Familiengeschichte, die bis heute Vans Familie belastet hatte viele Facetten und am Ende eine spannende Auflösung, die den Leser mitfiebern lässt.

Ich wurde beim Lesen mitgerissen und konnte mich jederzeit in Theas Situation hineinversetzen. Sie war für mich als Leser jederzeit in ihren Handlungen und Entscheidungen nachvollziehbar und vor allem hat mich ihre Geschichte berührt. Der Schreibstil und der Lesefluss waren angenehm und verständlich. Ich hätte mir am Ende sogar noch mehr Seiten gewünscht, um einfach noch mehr die Beziehungen im Buch ausbauen zu können.


Fazit:
"Nur dieser einer Sommer" konnte mich von Anfang an überzeugen, mit einer gelungen Kombination aus geheimnsivoller Familiengeschichte und spannender Pferdestory schafft es Becky Citra die Balance zu halten und den Leser jederzeit zu fesseln. Am Ende hätte ich mir sogar noch mehr Seiten gewünscht, damit es nicht schon endet. 

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jostein gaarder, liebe, tod, lieblingsbuch, das orangenmädchen

Das Orangenmädchen

Jostein Gaarder , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 187 Seiten
Erschienen bei dtv, 20.11.2009
ISBN 9783423086271
Genre: Romane

Rezension:

Stell Dir vor, 11 Jahre nachdem dein Vater gestorben ist entdeckst du einen Brief von ihm, und er ist an ich adressiert. Genau so ergeht es Georg, versteckt in einer alten Kinderkarre findet seine Oma das geheimnisvolle Erbe, und die damit verbundene Geschichte berührt nicht nur Georg auf eine besondere Art.

 Seinen Vater, oder allgemein einen Elternteil, als Kind zu verlieren stelle ich mir schrecklich und traurig vor. Um so ergreifender war es für mich Georgs Gefühle gleich zu Beginn u erleben, als er nun von diesem ganz besonderem Menschen eine Hinterlassenschaft findet, mit der nieman gerechnet hat. In seinem Brief erzählt Georgs Vater wie er damals das geheimnisvolle Orangenmädchen kennengelernt hat. Eine Begegnung die ihn nie wieder losgelassen hat und die ihn bis heute gründlich beschäftigt. Es ist die Geschichte einer großen Liebe, die ganz klein und scheinbar zufällig beginnt.

An einem beliebigen Tag in einer Straßenbahn beginnt die Liebesgeschichte mit dem Orangenmädchen. Beim Versuch sie vor einem möglichen Sturz zu retten, wirft Jan Olav, Georgs Vater, eine riesige Papiertüte voll mit Orangen aus der Hand des Mädchens, von dem er glaubt es zu retten. Doch diese ist scheinbar gar nicht begeistert und wirft ihm einen bösen Blick zu. Dennoch kann er sie nicht vergessen und es beginnt eine wilde und scheinbar hoffnungslose Suche nach der wunderschönen Frau, die Jan Olav sogar bis nach Spanien führt. 

Besonders an diesem Buch ist, dass es so aufgebaut wurde, als ob Georg selbst es schreib. Das bedeutet es gib einen fiktionalen Autor, der seine Entdeckung inklusive seiner Gefühle schildert. Das fand ich wirklich spannend und es hat der Geschichte einen gewissen Charme gegeben. Die intradiegetische Erzählung, die zum Brief gehören, sind im Buch normal geschrieben, während Georgs Einschübe und Gedanken kursiv gedruckt wurden. Dadurch gelingt der Wechsel zwischen den Erzählebenen problemlos. Ich muss gestehen, dass ich die Geschichte rund um das Orangenmädchen, also der Brief, mehr fasziniert hat, als Georgs Einschübe. Teilweise waren sie mir zu lang und etwas naiv,  ich vermute, dass Jostein Gaarder  den "perfekten, unsicheren 15-jährigen Pubertierenden" treffen wollte.Trotzdem kann ich sagen, dass mich die Geschichte berührt hat. Zwar war es stellenweise vorhersehbar, was im Ganzen dahinter steckt, doch das Buch überzeugt vor allem durch seinen philosophischen Charakter. Der Versuch dem jungen Georg zu zeigen was Liebe ist, eine rührende und ehrliche Geschichte. Und zum Schluss stellt man sich die selben Fragen und hofft, dass man niemals darüber entscheiden muss.

Fazit:Für Jostein Gaarder typisch hat das Buch einen tieferen philosophischen Charakter, der den Leser um Nachdenken ansprechen soll. Ich mochte die Idee, bin aber nicht zu hundertprozent von der Umsetzung überzeugt, vor allem Georg hätte etwas mehr Tiefe haben können. Dennoch hat mich die Liebesgeschichte absolut überzeugt und zum schwärmen gebracht. Eine angnehme und nachdenkliche kurze Lektüre für Zwischendurch.

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