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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Draussen schmeckt's natürlich besser

Andrea Martens , Jo Kirchherr
Flexibler Einband
Erschienen bei AT Verlag AZ Fachverlage, 15.03.2017
ISBN 9783038009634
Genre: Sachbücher

Rezension:

Andrea Martens und Jo Kirchherr sind schon lange ein eingespieltes Team. Ihre Kochbücher sind jung und frisch und treffen den Zeitgeist. Mit diesem Buch ist es ihnen gelungen wieder einmal mich zu begeistern, denn auch mir macht es großen Spaß draußen zu essen und auch dort mag ich es lieber gesund.
Als Münchnerin treibt es mich bei den ersten Sonnenstrahlen an die Isar oder in den Biergarten. Sein Essen selbst mitzubringen ist dort üblich und ich weiche lieber von den klassischen bayrischen Schmankerln ab, die leider eher fett und ungesund sind und schaue deshalb gerne mal über den Tellerrand. Mit diesem Kochbuch habe ich nun wieder neue Ideen gefunden.

Das Buch ist in fünf Abschnitte eingeteilt:

Rezepte to go
Rezepte mit Kocher
Rezepte mit Grill
Naschereien
Drinks

Durch die leichte Bindung lässt sich das Buch gut mitnehmen und ist deshalb perfekt für den Campingurlaub geeignet. Aber auch Zuhause konnte ich viel damit anfangen. Die Rezepte sind sehr einfach nachzumachen, aber trotzdem keineswegs langweilig. Im Gegenteil. Es werden sehr interessante und raffinierte Kombinationen angeboten, wie z.B. der Kohlrabi-Apfel-Salat, der zwar recht einfach klingt, jedoch, zubereitet mit Kokossahne, Minze und Chili, jeden Gaumen zum Explodieren bringt. Oder die marinierten Ricottakugeln,die zeigen, wie man aus dem einfachen und eher geschmacksneutralen Ricotta, durch die Zugabe von Pfeffer und wieder Chili ein sehr schmackhaftes Gericht zaubert. Leider hatte ich keine frischen Feigen zur Hand, die hätten sicher das Rezept erst komplett gemacht.

Auch wenn die Freiluftsaison für dieses Jahr schon fast vorbei ist, werde ich das Buch sicher noch oft zur Hand nehmen. Die witzige Aufmachung gefällt mir gut, es macht schon Spaß nur die Fotos anzusehen und sich Appetit zu holen. Man kann sich dadurch auch den Sommer ein wenig zurück holen. Und auch, wenn die Gerichte draußen sicher noch besser schmecken, auch drinnen werde ich sicher nicht auf das ein oder andere Rezept verzichten. Unser gutes Münchner Leitungswasser z. B. gibt es oft mit Früchten und Kräutern, jetzt im Winter dann eben mit Äpfeln oder Exoten. Wer Weihnachten einen Outdoor-Fan beschenken will, hat hier das Passende zur Hand.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Täglich Früchte

Hugh Fearnley-Whittingstall , Susanne Bonn , Wheeler Simon
Fester Einband
Erschienen bei AT Verlag AZ Fachverlage, 27.02.2017
ISBN 9783038009269
Genre: Sachbücher

Rezension:

Obst in pikanten Gerichten hat mich schon immer gereizt. Ich liebe diese Mischung aus Süß und Pikant schon seit meiner Kindheit.

In dem Buch von Hugh Fearnley- Whittingstall, erschienen im AT-Verlag findet man aber nicht nur solche Rezepte, sondern auch Süßspeisen und Getränke. Der britische Autor, der sowohl aus dem Fernsehen, als auch als Food-Journalist bekannt ist, hat das Kochen von seiner Mutter gelernt. Seine Rezepte umfassen das  ganze Potpourri des Kochens, von der Vorspeise, über das Hauptgericht bis zum Dessert. Jedes Kapitel wird von einem umfangreichen, informativen Eingangstext eröffnet, der sich den einzelnen Kategorien widmet. Die Rezepte sind sehr übersichtlich dargestellt und gut strukturiert und sind jeweils von einem wunderschönen Foto begleitet, das aus der Hand von Simon Wheeler stammt.

160 Rezepte findet man in seinem Buch. Unterteilt nach den verschiedenen Obstsorten, wie z. B. Sommerbeeren, Steinobst oder Zitrusfrüchte. Wie ich legt er zwar Wert auf saisonale und regionale Produkte, verwendet aber auch gerne Exoten und tropische Früchte. Das gefällt mir gut, wer abwechslungreich und raffiniert kochen möchte, sollte das nicht zu dogmatisch sehen. Schon beim Blättern durch das Buch habe ich zahlreiche Gerichte entdeckt, die ich unbedingt nachkochen möchte. Der Autor trifft wirklich genau meinen Nerv. Da gibt es spannende, ungewöhnliche Kombinationen, die meine Neugier geweckt haben und mir Appetit machen, aber auch ganz simple Rezepte, die es schon immer so gibt, die schon meine Großeltern gekocht haben und die teilweise in Vergessenheit geraten sind. Wie z.B. die pochierten Quitten. Die bestehen nur aus Quitten, Zucker und Zitronensaft, wie habe ich die als Kind geliebt!

Saisonbedingt habe ich folgende Rezepte nachgemacht, viele andere müssen leider noch warten bis die entsprechenden Früchte reif sind. Die ersten Pfirsiche habe ich in Rotwein und schwarzem Pfeffer mariniert. Ein köstliches Getränk ist daraus entstanden, von dem ich, wenn es nicht so stark alkoholisch wäre, gerne noch mehr getrunken hätte. Als kleiner Aperitif oder auch zum Nachtisch mit Eis ist es sehr zu empfehlen. Den Brombeer-Apfel-Clafoutis hätte ich am liebsten ganz alleine aufgegessen, so lecker war der. Und so schnell ist er gemacht. Ganz außergewöhnlich gut war auch der Salat mit Grapefruit, Oliven, roter Zwiebel und Basilikum. Dieses Spiel der verschiedenen Aromen harmoniert überraschend gut.

Das Buch ist ein großer Schatz und es hat sich einen Ehrenplatz in meiner Küche gesichert. Mit diesen Gerichten ist es wirklich nicht mehr schwer, sich seine tägliche Ration an Obst zu holen, lecker ist es allemal.

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30 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

kochbuch, vegetarisch, gemüse, satt, lecker

Gemüseliebe

Tina Ganser
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 11.07.2017
ISBN 9783706626071
Genre: Sachbücher

Rezension:

Tina Ganser macht mit ihrem Kochbuch "Gemüseliebe" den Namen zum Programm. Man spürt, das hier mit sehr viel Liebe und Herzblut gearbeitet wird. Die hundert vegetarischen Rezepte rund um die zehn Hauptdarsteller - Gurke, Karotte, Kartoffeln, Kohl, Kraut, Paprika, Pilze, Spinat, Tomate und Zucchini - sind zwar fast immer schnell und einfach zubereitet, aber trotzdem pfiffig und raffiniert und keineswegs langweilig.

Das Buch ist stabil und hochwertig gebunden und sehr ansprechend gestaltet. Der umfangreiche Einleitungsteil gibt nicht nur eine Information über die Autorin, sondern auch viel Wissenswertes über die Gemüsesorten, um die es hier geht, ihre Verwendung, die richtige Lagerung und das Vermeiden von unnötigen Abfällen in der Küche.

Der Rezeptteil ist untergliedert in:

Snacks und kleine Gerichte
Tinas 30-Minuten-Küche
Moderne Klassiker
Aufgetischt
Die Nachhaltigen
All-In-One
To Go
Süße Schmankerln mit Gemüse

Die Rezepte, die man hier findet,  sind übersichtlich gestaltet und oft mit zusätzliches Tipps und Variationsmöglichkeiten versehen. Jedes Gericht wird von einem wunderschönen Foto begleitet, das richtig Appetit macht. Die angegebene Zubereitungszeit und eine Einteilung in die Kategorien Hobbykoch (einfach), Ambitionierter Hobbykoch (leicht fortgeschritten) und Leidenschaftlicher Hobbykoch (eher aufwändig) gibt dem Leser eine zusätzliche  Orientierung. Die beiden Register am Ende des Buches machen es sehr leicht ein passendes Rezept zu finden. Da die Autorin aus Österreich kommt ist ein Glossar angehängt, das eventuelle Sprachschweirigkeiten beiseite räumt. Außerdem liegt dem Buch noch ein nettes Lesezeichen mit einem Saisonkalender der aufgeführten Gemüsesorten bei.

Was ich probiert habe, ist alles sehr gut gelungen und hat einfach herrlich geschmeckt. Angefangen mit dem Caprese-Salat mit Beeren. Ein wunderbar frisches Sommergericht, auf das ich mich schon im nächsten Jahr wieder freue. Die mediterranen Champignons sind so einfach zuzubereiten und überraschen mit einer Fülle an Aromen. Auch die gefüllten Paprika waren eine gelungene Variante, die ich sicher wieder zubereiten werden. Das Buch bietet eine wunderbare Fülle an Rezepten, sowohl für den Anfänger, als auch für erfahrene Köche und ich werde es sicher noch sehr oft in die Hand nehmen, denn es trifft genau meinen Nerv. Regionale, saisonale Gemüseküche, einfach, schnell und trotzdem lecker.

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28 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

brot, backen, hefeteig, brötchen, backbuch

Backen mit Christina

Christina Bauer
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783706626286
Genre: Sachbücher

Rezension:

Christina Bauer, Bäuerin und Foodbloggerin, aus dem Lungau verspricht in ihrem neuen Kochbuch "Backen mit Christina", dass Brotbacken quasi ein Kinderspiel ist. Für mich, als zwar erfahrene Köchin und Kuchenbäckerin, mit großem Respekt und Scheu vor Hefeteig, war dies eine neue Herausforderung. Ich habe schon immer neidisch auf Freunde und Bekannte geschielt, die sich selbst mit Brot und Brötchen versorgt haben. Getraut hatte ich mich bislang noch nicht. Das hat sich nun geändert.

Eine hochwertige Bindung, appetitliche Fotos, ein schönes Layout, eine sehr übersichtliche Rezeptgestaltung mit witzigen Grafiken machen das Buch schon rein optisch zu einem Hingucker. Es macht großen Spass darin nur zu blättern. Die Autorin gibt im ersten Teil des Buches wertvolle und praktische Tipps, wie ein optimaler Hefeteig, der die Grundlage bei allen Rezepten ist, hergestellt wird, was es für Fehlerquellen gibt und wie man sie vermeiden kann. Auch nützliche Informationen über das richtige Handwerkszeug oder die besten Zutaten werden uns nicht vorenthalten.

Im Rezeptteil, der in die Kapitel

Brote
Weckerl, Semmerl & Co
Pikant gefülltes Gebäck
Alles aus einem Teig
Traditionelles aus meiner Heimat

unterteilt ist, findet man ein breites Potpourri an Broten, Semmeln und süßem Gebäck. Alles sehr übersichtlich erklärt und auch für Anfänger wie mich absolut gelingsicher.

Unfreiwillig habe ich zwar einige Variationen in einige Rezepte eingebaut, die dann aber, obwohl so nicht vorgesehen, trotzdem gelungen sind. So hatte ich z.B Schwierigkeiten an Backmalz zu kommen. Ich habe es dann einfach weggelassen, was keinen für mich erkennbaren Unterschied machte. Süße Teilchen habe ich teilweise mit Vollkornmehl gebacken, da ich nicht mehr genug Weißmehl zuhause hatte. Sie gelangen gut und obwohl sie recht "gesund" schmeckten, war an ihnen nichts auszusetzen. Beim "Ruck-Zuck-Brot" hatte ich versehentlich zu viele Körner zugegeben. Das Brot blieb dann recht flach, aber sogar mein Mann, der Vollkornbrot eher nicht mag, war begeistert.

In den versprochenen zwanzig Minuten hat man das Produkt natürlich nicht auf dem Tisch. Hefeteig braucht nun einmal Gehzeit und auch der Teig muss zehn Minuten geknetet werden um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Aber die Methode der Autorin geht verhältnismäßig schnell, sie ist erprobt und für jeden Backanfänger geeignet. Ganz toll finde ich die bebilderten Flecht- und Faltanleitungen. Nach ersten Anfangsschwierigkeiten habe sogar ich wunderschöne Semmeln hinbekommen, die auch noch allen geschmeckt haben.

Mein große Angst vor dem Hefeteig ist auf jeden Fall verschwunden. Im Gegenteil ich kann mir kaum mehr vorstellen Brot und Co. zu kaufen. Das Buch ist wirklich zu empfehlen. Ich gebe es nicht mehr her!

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187 Bibliotheken, 28 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

roman, belgien, dorf, freundschaft, pubertät

Und es schmilzt

Lize Spit , Helga van Beuningen
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 24.08.2017
ISBN 9783103972825
Genre: Romane

Rezension:

Eva fährt zu einem Fest in ihr Heimatdorf, das sie seit dreizehn Jahren nicht mehr besucht hat. Im Kofferraum ist ein riesiger Eisblock.

Der Roman spielt in zwei Zeitebenen. Im Sommer 2002, der Evas Leben so gravierend verändert hat und in der Gegenwart.
Hält man das Buch in der Hand ist man angenehm überrascht. Das Cover ist schlicht, wunderschön geprägt, farblich passend zum grünen Schnitt, der außergewöhnlich ist. Das kontrastfarbene Lesebändchen macht es erst vollkommen. Ein schönes Buch!
Denkt man, denn dann kommt der Inhalt. Ich war eigentlich vorbereitet, hatte ja schon viele Stimmen über das Buch gehört. Um dann festzustellen, dass man auf dieses Buch niemals vorbereitet sein kann. Lize Spit schreibt emotionslos, distanziert, aber doch detailliert und lebendig und macht das Ganze damit nur noch schlimmer. Der Leser ist ein stiller Beobachter, der in die düstere Geschichte einfach hinein gezogen wird. Man kann ihr nicht entkommen, aber man kann auch nicht helfen, nichts tun. Man muss hilflos zusehen, ob man will oder nicht. Mich hat der Roman in einen gnadenlosen Strudel gerissen, aus dem ich bis heute noch nicht wieder entkommen bin. Satz für Satz hat sich die Geschichte in mein Gehirn geprägt. So unglaublich die Dinge sind, die hier passieren, dass man sie sich niemals vorstellen könnte, so real, so vorstellbar sind sie. In einem Dorf, wie diesem, in dem alles vertuscht und unter den Tisch gekehrt wird, in dem nur Äußerlichkeiten zählen, in dem man lieber nicht zu genau hinschaut. Da kann ich mir das gut vorstellen, dass dies passieren kann. Leider!
Lize Spit ist eine meisterhafte Erzählerin. Sie schafft es den Leser zu fesseln und nie wieder los zu lassen.Das Buch hat mich schockiert und in meinen Grundsätzen zutiefst erschüttert. Es wird mich noch lange beschäftigen und gehört, trotz aller unsagbaren Grausamkeiten, die oft zu genau geschildert werden, zu meinen Highlights in diesem Jahr. Ich kann mich den ganzen Stimmen nur anschließen, denn es hat alle meine Erwartungen übertroffen. Man sollte allerdings gewappnet sein als Leser, denn das Buch geht ganz tief unter die Haut, es ist gnadenlos und keine leichte Lektüre.

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131 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

paris, roman, nanny, familie, kindermord

Dann schlaf auch du

Leïla Slimani , Amelie Thoma
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.08.2017
ISBN 9783630875545
Genre: Romane

Rezension:

Myriam und Paul sind glücklich verheiratet und haben zwei kleine Kinder. Als Myriam Abwechslung vom Familienalltag sucht und wieder in den Beruf einsteigt, stellen sie eine Nanny ein. Mit Louise, so glauben sie, haben sie einen Glückstreffer gelandet. Sie kümmert sich hingebungsvoll um die Kinder und hält sogar den Haushalt in makelloser Ordnung. Aber der Schein trügt und die Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten.

Sehr feinfühlig und sanft schildert die Autorin die Geschichte, deren Ausgang man von Anfang an kennt. Der Leser wird zum stillen Beobachter und kann nut tatenlos zusehen. Dadurch entsteht eine Beklemmung, die man vom ersten Satz an deutlich spürt. Sie steigert sich im Laufe des Buches fast ins Unerträgliche und ich konnte nicht anders, ich musste einfach immer nur weiter lesen. Immer in der wagen Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wendet. Doch dem ist nicht so. Louise ist eine Mörderin, die Kinder sind tot. Mich wird das Buch lange nicht loslassen, gerade für eine Mutter ist das wohl der schlimmste Alptraum

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18 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

michel bussi, spannungsroman, krimi, atb verlag, französische autoren

Die Frau mit dem roten Schal

Michel Bussi , Olaf Matthias Roth
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.03.2017
ISBN 9783746633022
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jamal will eine Frau retten, die verzweifelt an einer Klippe steht, um sich hinunter zu stürzen. Er hat einen roten Schal gefunden, den er ihr hinhält. Aber im gleichen Augenblick nimmt sie den Schal und springt. Die Tote, die am Fuße der Klippen liegt, hat diesen roten Schal um den Hals gewickelt. Und Jamal wird zum Verdächtigen. Denn es sind bereits zwei weitere Frauen auf diese Art ums Leben gekommen. Niemand glaubt ihn und er verstrickt sich immer mehr, bis er selbst nicht mehr weiß, was die Wahrheit ist.

Nur ein Michel Bussi kann seine Leser so fesseln. Er lenkt uns Leser immer wieder auf eine neue, falsche Fährte, bis auch wir völlig verwirrt sind und nicht mehr wissen, wem wir glauben können. Zahlreiche neue Spuren, die alle im Nichts enden. Immer wenn ich glaubte, das ist die Lösung, so muss es sein, und dann, wieder eine neue, unerwartete Wendung und ich war so schlau wie vorher. Der Schluss war so überraschend und unvorstellbar, da wäre ich niemals darauf gekommen.

Bussi schreibt packend, spannend, aber doch ruhig und fast schon poetisch, einfach unglaublich. Er schildert die raue, zerklüftete Landschaft der Normandie so plastisch, dass man den Wind in den Haaren spürt und die Gischt im Gesicht. Er zeigt die grenzenlose Ohnmacht und die Verzweiflung von Jamal, dem man so gerne helfen möchte und man kann doch nichts machen.

Der Autor hat diesen Roman extrem geschickt und logisch aufgebaut, eigentlich konnte es nicht anders kommen, aber das wird dem Leser erst ganz am überraschenden Ende bewusst. Für mich ist dieses Buch eine großartige Entdeckung, die ich nur weiter empfehlen kann.

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

san francisco, geheimnisse, gefühle, traditionen, die zeit in der wir träumten

Die Zeit, in der wir träumten

Meredith Jaeger , Corinna Rodewald
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.03.2017
ISBN 9783746632964
Genre: Romane

Rezension:

Die Journalistin Sarah Havensworth ist verheiratet und könnte eigentlich glücklich sein. Ein schreckliches Geheimnis aus ihrer Vergangenheit hindert sie jedoch daran. Als sie bei der Suche nach einem passenden Artikel auf zwei junge Näherinnen stösst, die 1876 in San Francisco verschwunden sind, wird ihre Neugier geweckt und sie fängt an zu recherchieren. Aber jemand will nicht, dass sie weitere Nachforschungen anstellt und bedroht sie. Sarah lässt sich jedoch nicht aufhalten und entdeckt, dass es eine Verbindung zwischen ihr und den beiden Frauen gibt.

Mein Einstieg in das Buch war am Anfang etwas holprig und ich konnte mich nur schwer mit den Charakteren identifizieren. Aber nach ungefähr einem Drittel wurde ich, Seite um Seite, immer mehr gefangen und der Roman hat mich verzaubert. Die Autorin schreibt spannend und sehr angenehm. Durch die emotionale und lebendige Sprache hat der Leser das Gefühl, mitten in der Geschichte zu sein. Die beiden Zeitstränge wurden geschickt ineinander verwoben, dadurch entsteht eine Spannung, die es dem Leser schwer macht, das Buch wegzulegen.

Mir persönlich hat der Teil der Geschichte, der in der Vergangenheit spielt, etwas besser gefallen. Er ist so detailliert und interessant geschildert, dass man sich das Leben um 1876 in San Francisco sehr gut vorstellen kann. Die herrschenden, krassen Unterschiede in der Gesellschaft, die es den Armen fast unmöglich machten ihr Leben zu verbessern. Das grausame Schicksal der beiden jungen Frauen, die doch auch nur ein Stück vom Glück haben wollten.

Aber auch das Leben in der Gegenwart wird gut dargestellt.
Denn auch heute gibt es noch Konventionen und Vorurteile, sie wurden noch nicht völlig beseitigt. Sarah hat fast genauso damit zu kämpfen, wie die Frauen früher.

Über dem gesamten Buch liegt eine traurige Grundstimmung, die bis zum Ende anhält. Man fühlt mit den Protagonistinnen mit und spürt die Verzweiflung, die Angst, die Hoffnungslosigkeit. In beiden Zeitebenen geht es um Geheimnisse, die besser ausgesprochen werden sollten. Traurige Ereignisse, die das ganze Leben verändern. Insgesamt ist es ein schönes, sehr berührendes Buch, dem ich viele Leser wünsche.

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65 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

berlin, thriller, uwe wilhelm, brutal, thrille

Die sieben Farben des Blutes

Uwe Wilhelm
Flexibler Einband
Erschienen bei Blanvalet, 17.07.2017
ISBN 9783734103445
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach einem Jahr Pause schlägt der grausame Mörder, der sich selbst Dionysos nennt, wieder zu. Nach drei brutalen und schonungslosen Morden ist es wieder eine Frau, die er "heilen" möchte. Begleitet von Videos und Botschaften brüstet er sich mit seinen Taten. Die Staatsanwältin Helena Faber, die nie glaubte, dass es wirklich vorbei war, macht erneut Jagd auf ihn und gerät selbst ins Visier des Täters.

Uwe Wilhelm, Dreh- und Sachbuchautor, hat mit "Die sieben Farben des Blutes" seinen ersten Roman geschrieben.

Der Autor schreibt schonungslos und ziemlich brutal. Allzu zart beseitet darf man nicht sein, wenn man dieses Buch liest. Denn Uwe Wilhelm bringt den Leser ganz nah an den Abgrund und lässt ihn ganz tief hinunterblicken. Er schreibt sehr fesselnd und so, dass man die Szenerie immer vor Augen hat. Bis ins kleinste Detail werden die Taten beschrieben. Mir stockte oft der Atem bei der Lektüre, vom permanenten Frösteln, das meinen Körper überzog, ganz zu schweigen. Man merkt, dass er viel Ahnung vom Schreiben hat, denn der Stil ist nahezu fehlerlos und so extrem packend, dass ich das Buch kaum mehr weglegen mochte. Die Personen wurden ebenfalls sehr detailliert und menschlich beschrieben, das bringt Authentizität und schafft eine persönliche Nähe. Obwohl man bereits bei der Hälfte des Buches wusste, wer der Täter war, blieb die Spannung doch, durch einige überraschende Wendungen, auf einem sehr hohen Niveau. Die Denkweise des Täters wurde extrem gut aufgearbeitet und man spürt regelrecht seinen Hass und seine Wut, durch die er seine schrecklichen Morde rechtfertigt. Den ganz gemeinen Cliffhanger am Schluss könnte man in einem Folgeband lösen. Da aber kein solcher geplant ist, gefällt mir persönlich der Schluss nicht, denn er hinterlässt bei mir einen schalen Geschmack.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wie im Märchen

Roberta Gregorio
E-Buch Text: 286 Seiten
Erschienen bei null, 27.07.2017
ISBN B074CJR83D
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Wie im Märchen" ist ein zuckersüßer Sommerroman, mit dem man einfach dem Alltag entfliehen kann.

Emma, Anfang 30, ist immer noch Single. Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter. Um das zu ändern, meldet sie Emma kurzerhand zu einer Kuppelshow im Fernsehen an. Emma ist erst einmal völlig geschockt, als der Anruf kommt und will ablehnen. Aber die beste Freundin bringt sie dazu, doch anzunehmen. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf....

Welche Frau träumt nicht davon, endlich ihren Traumprinzen zu finden. Roberta Gregorio hat sich diesem Thema mit viel Charme und Witz angenommen. Mit ihrer leichten, humorvollen Schreibweise, die dafür sorgt, dass man nur so durch die Seiten fliegt, entführt sie uns Leserinnen in eine Welt "Wie im Märchen". Wir treffen lebendige und liebevolle Protagonisten, die rundum sympathisch und authentisch daherkommen. Machen Bekanntschaft mit Emma, einer patenten jungen Frau, die sich plötzlich zwischen drei Männern entscheiden muss. Tauchen ein in eine romantische, liebevoll gezeichnete Szenerie, die uns einen Abend lang alle unsere Sorgen vergessen lässt. Auch wenn einiges vorhersehbar war, hatte ich doch viel Spaß mit der Lektüre. Das Buch ist genau das Richtige für einen sonnigen Abend auf der Terrasse, man muss nicht viel denken, einfach nur genießen. Und schon fühlt man sich selbst, als wäre man eine Prinzessin.

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

birgit jasmund, 17. jahrhundert, aufbau verlag, hebamme, kaufmannssohn

Der Duft des Teufels

Birgit Jasmund
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.07.2017
ISBN 9783746632957
Genre: Historische Romane

Rezension:

In Köln im Jahre 1695. Die Jagd nach Hexen ist eigentlich schon lange vorbei. Doch als ein Duftwasser dem Teufel zugeschrieben wird, weil es angeblich enthemmende Wirkung zeigt, beginnt der Alptraum von neuem. Katharina, eine junge Witwe, die als Hebamme ihr Geld verdient, gerät schnell in Verdacht und muss nun ihre Unschuld beweisen. Mit Hilfe ihres heimlichen Geliebten, dem Kaufmannssohn Daniel und dem Kramhändler, Giovanni Paolo Femini, der sich als Parfumeur versucht, versucht sie sich zu retten und Köln vom Fluch des "Teufelswassers" zu befreien.

So wünsche ich mir Geschichte. Spannend, packend, detailliert. Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen, so gefangen war ich. Die Autorin weiß wirklich, wie sie ihre Leser fesselt. Mit einer leicht zu lesenden Schreibweise führt sie uns mitten hinein in das Geschehen. Man ist als Leser sofort fasziniert und bekommt einen sehr guten Eindruck vom Leben im Mittelalter. Vom schrecklichen, unvorstellbaren Aberglauben, der damals noch herrschte, davon, wie leicht man als Frau denunziert werden konnte und fast keine Chance hatte, sich wieder zu rehabilitieren, von der scheinbar grenzenlosen Macht der Kirche, die oft schamlos ausgenutzt wurde. Die Autorin hat sehr gut recherchiert, langweilt uns aber nicht mit nüchternen Geschichtsexkursen, sondern hat das Ganze in einer sehr lebendigen, lesenswerten Geschichte verpackt. Die Charaktere sind authentisch dargestellt und man liebt sie oder man hasst sie. Katharina habe ich gleich in mein Herz geschlossen und auch wenn sie sich nicht immer logisch verhalten hat, konnte ich sie verstehen. Franz Haan, der von Katharina zurückgewiesen wurde, oder auch der fanatische Mönch Markus, beide dermaßen hasserfüllt, konnte ich dagegen gar nicht ertragen. Sie sind so gut beschrieben, dass ich meinen Unmut ihnen gegenüber noch jetzt, beim Schreiben der Rezension, spüre. Sehr interessant war auch das Leben des Parfumeurs dargestellt. Auch hier spürt man deutlich die Angst und die Ohnmacht, die man als einfacher Mensch zu dieser Zeit wohl hatte. Umso mehr muss ich den Mut bewundern den man haben musste, um sich den herrschenden Konventionen entgegen zu stellen.

Wer gerne solche Zeitreisen unternimmt, Wert auf gute Recherche legt, aber nicht auf seichte Unterhaltung, der ist hier genau richtig!

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

vergewaltigung, grado, krimi, autopanne, 201

Grado im Dunkeln

Andrea Nagele
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.03.2017
ISBN 9783740800680
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die junge Lehrerin Violetta wird nachts nach einer Autopanne entführt und vergewaltigt. Die Kommissarin Maddalena Degrassi erkennt Parallelen zu anderen Vergewaltigungen und beginnt zu ermitteln. Als dann noch ein Mord geschieht, bekommt die Angst vor einem Serientäter neue Dimensionen.

Andrea Nageles Buch "Grado im Dunkeln" ist der zweite Teil einer Reihe, für mich jedoch das erste Buch dieser Autorin.

Der fesselnde, detaillierte Schreibstil nahm mich als Leser sofort gefangen, der Roman liest sich leicht und man fliegt nur so durch das Buch. Mit den Protagonisten, die für mich neu waren, wurde ich durch die genaue und stark emotionale Beschreibung ihrer Charaktere schnell vertraut. Die düstere Atmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht, schafft Beklemmungen, die man nicht so schnell wieder los wird, denn die Autorin schreibt so authentisch, dass man fast meint, man ist selbst betroffen. Die traumatische Aufarbeitung einer solchen Tat wird sehr gut ausgearbeitet und man spürt den ganzen Schrecken, den ein Opfer durchmachen muss. Ich jedenfalls konnte das Buch kaum mehr weglegen und habe nur noch gehofft, endlich aus diesem Alptraum erlöst zu werden. Leider hat das offene Ende nicht zu einer Aufklärung geführt und mich etwas ratlos zurück gelassen. So bleiben sehr viele Fragen für mich offen. Ich gehe davon aus (und hoffe es), dass sie wohl im nächsten Fall gelöst werden. Diese Tatsache erhöht natürlich die kaum zu ertragende Spannung, noch um einiges mehr und sorgt dafür, dass man den Folgeband unbedingt lesen möchte. Das Ende hat auch dafür gesorgt, dass mir das Buch noch lange im Kopf bleiben wird. Es bleibt leider auch ein bitterer Nachgeschmack und das Gefühl versagt zu haben. Für mich war das ein sehr guter Roman, der den Leser tief in die Seele blicken lässt.

Nett sind die Rezepte des Buches im Anhang, hier vielleicht etwas fehl am Platze, denn direkt nach der Lektüre hatte ich nicht unbedingt Hunger. Aber mit etwas Abstand werde ich sicher das ein oder andere mal ausprobieren.

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89 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

hugenotten, frankreich, krimi, cevennen, südfrankreich

In tiefen Schluchten

Anne Chaplet
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462050424
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tori Godon ist vor einigen Jahren mit ihrem Mann Carl ins Viverais, der Heimat seiner Vorfahren, gezogen. Einer rauen, zerklüfteten Landschaft im Süden Frankreichs, die von Höhlen und Geheimnissen durchzogen ist. Carl, ein Nachkömmling der Hugenotten, war auf der Suche nach seiner Vergangenheit und da er inzwischen verstorben ist, nimmt Tori sich dieser Aufgabe an. Als ein holländischer Tourist, der sich bei einer Freundin einquartiert hat, verschwindet, entdeckt sie in seinen Sachen ein altes Frauenbild, das sie neugierig macht. Ihre Nachforschungen verbreiten eine ungute Unruhe im Dorf, die Schlimmes nach sich zieht.

Anne Chaplets Roman ist weniger ein Krimi, als eine sehr interessante Milieustudie eines Landstriches in Frankreich. Diese Gegend hat eine bewegte Vergangenheit. Die Hugenotten waren hier ziemlich aktiv und auch die Widerstandsbewegung im zweiten Weltkrieg hatte hier ideale Bedingungen. Denn die Region ist von Höhlen und unterirdischen Gangsystemen durchzogen, die perfekt als Verstecke taugten. Die detaillierte und bildhafte Beschreibung von Land und Leuten sorgt aber dafür, dass die Spannung trotzdem nicht zu kurz kommt. Man hat das Gefühl direkt vor Ort zu sein. Ich kenne die Gegend sehr gut und konnte mich sogleich wieder dahin zurückversetzen. Die ständigen Regenfälle, die undichten Dächer der alten Häuser, die steilen Straßen, all das wird wunderschön und authentisch beschrieben. Man taucht tief ein in die Geschichte der Cevennen und erfährt auch viel über die Bewohner dieser Berggegend, die verschlossen und misstrauisch sind. Es wird einiges vertuscht und nur langsam kommt die Wahrheit ans Licht. Die Schuld der Vorfahren wollte man auf immer verbergen, damit kein schlechtes Licht auf sie fällt. Die Protagonisten sind sympathisch gezeichnet und sehr realistisch dargestellt. Für Liebhaber Frankreichs ist dieses Buch eine schöne Lektüre, die Lust auf Urlaub macht.

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79 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

niederlande, malerei, delft, pest, rembrandt

Nachtblau

Simone van der Vlugt , Eva Schweikart
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.07.2017
ISBN 9783959671064
Genre: Historische Romane

Rezension:

Catrijn, eine junge Witwe, die nun ihren Lebensunterhalt als Haushälterin verdienen muss, wagt es nur heimlich ihrem liebsten Hobby nachzugehen. Dem Malen. Denn in den Niederlanden zu Zeiten Rembrandts ist es nicht gerne gesehen, dass sich Frauen mehr als nötig damit beschäftigen. Erst als besondere Umstände es erfordern, darf sie als Keramikmalerin ihrer Leidenschaft nachgehen.

Das wunderschöne Cover hat mich magisch angezogen und als ich den Klappentext gelesen habe, war es um mich geschehen. Das Buch schien wie für mich gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Simone van der Vlugt hat ein sehr schönes Buch geschaffen, das ich voller Faszination gelesen habe. In einer Mischung aus Fakt und Fiktion beschreibt die Autorin das Leben einer mutigen jungen Frau, die sich, über alle Widerstände hinweg, ihr eigenes Leben aufbaut.

Detailliert und bildhaft wird hier geschrieben, die Farben, die Landschaft, die Städte so wahrheitsgetreu benannt, dass man sie direkt vor Augen hat, die Stimmungen, Gefühle und Gerüche so realistisch beschrieben, dass man das Gefühl hat, man spürt sie selbst. Die kurzen, knappen Kapitel bringen eine gewisse Spannung, die sich durch das ganze Buch zieht. Ich konnte es fast nicht mehr weglegen und war traurig, als es zu Ende war. Ich hätte noch ewig so weiterlesen können, so gefangen war ich in der Geschichte. Das ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich habe, für mich hätte das Buch ruhig noch einige Seiten mehr haben können. Ich hätte mich gerne noch tiefer in die Materie versenkt.

Die historischen Ereignisse, die geschickt in die Handlung verwoben wurden, sind gut recherchiert und machen den Roman authentisch. Catrijn habe ich gleich in mein Herz geschlossen, sie ist sehr sympathisch und realistisch dargestellt. Auch die anderen Charaktere zeigen ihre Ecken und Kanten und werden so fast zu richtigen Menschen.

Insgesamt betrachtet hat mir der Roman sehr gut gefallen. Er hat mir interessante Einblicke in die Geschichte der Malerei, insbesondere der Porzellanmalerei, gezeigt und mich für einen Sommerabend in die Vergangenheit entführt.

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137 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

sylt, liebe, walfang, historischer roman, schiff

Die Walfängerin

Ines Thorn
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 14.03.2016
ISBN 9783352006630
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Insel Sylt im 18. Jahrhundert. Die fast sechzehnjährige Maren, Tochter einer armen Fischersfamilie, hat ihre Zukunft genau vor Augen. Bald wird sie den jungen Thies, ebenfalls ein Fischer, heiraten und mit ihm ein glückliches Leben führen. Doch da kommt der reichste Mann der Insel, Kapitän Rune Boys, und macht ihr einen Heiratsantrag. Maren lehnt entrüstet ab. Mit einem, in ihren Augen, alten Mann kann sie sich keine Ehe vorstellen. Doch das Schicksal hat anderes vor mit der jungen Frau.

Ines Thorn schreibt wunderbar detailliert und bildhaft. Ihre Sprache ist lebendig und leicht zu lesen, so dass man nur so durch die Seiten fliegt. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so gefesselt war ich. Ich hatte stets ein genaues Bild vor Augen und fühlte mich so von Anfang an in der Geschichte zu Hause. Man erlebt die Entwicklung einer mutigen, jungen Frau, die, obwohl sich ihre Träume nicht erfüllen, ihren Weg unbeirrt weiter geht und immer versucht das Beste aus der Situation zu machen. Selbstbewusst versucht sie ihre Familie von den Schulden zu befreien und fährt mit dem Kapitän zur See. Was damals eigentlich für eine Frau undenkbar war. So erlebt sie das harte Dasein als Matrosin, verdient sich dadurch den Respekt der Anderen und kehrt gereift und erfahren zurück. Die Aspekte der Seefahrt, vor allem des schwierigen und gefährlichen Walfangs, das harte Leben auf der rauen, oft düsteren Insel waren für mich neu und sehr interessant und haben dem Buch viel Authentizität verliehen. Die zarte Liebesgeschichte war sehr gut in das Gesamtbild verwoben und keineswegs kitschig oder unglaubwürdig dargestellt. Der realistische Schluss hat mir gut gefallen und die Geschichte perfekt abgerundet.

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294 Bibliotheken, 23 Leser, 0 Gruppen, 128 Rezensionen

thriller, jonas winner, murder park, vergnügungspark, freizeitpark

Murder Park

Jonas Winner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453421769
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach zwanzig Jahren Leerstand soll der ehemalige Vergnügungspark auf Zodiac Island wieder eröffnet werden. Diesmal aber mit einem neuen Konzept. Denn die Insel wurde damals geschlossen, weil der Serienmörder Jeff Bohner sein Unwesen trieb. Zum Probelauf des Murder Parks, einer Art Gruselkabinett für Erwachsene, lädt der Unternehmer Rupert Levin noch elf ausgewählte Besucher ein. Aber dann wird das Ganze schnell zu einem Alptraum und die Sache scheint aus dem Rder zu laufen.

Jonas Winner konnte mich schon mit "Die Zelle" begeistern und auch mit diesem Buch ist es ihm wieder gelungen. Seine eindringliche, subtile Art zu schreiben, lässt beim Lesen das Blut in den Adern gefrieren. Ich war sofort gefangen und musste immer nur weiter lesen, damit ich endlich aus diesem Alptraum aufwache. Der Plot ist sehr geschickt konstruiert. Nur nach und nach, wie bei einem großen Puzzle, wird immer mehr an Information preisgegeben. Denkt man am Anfang noch an eine nette Geschichte, nimmt im Laufe des Buches der Gruselfaktor immer mehr zu und die Spannung steigt ins Unerträgliche. Dazu trägt nicht unwesentlich der Schauplatz des Geschehens bei. Ein noch verlassener Freizeitpark auf einer einsamen, abgelegenen Insel, halb zerfallen, wenig Licht, kaum Menschen, die unheimliche Atmosphäre könnte kaum besser gewählt sein. Dann die Interviews der einzelnen Protagonisten, die uns wenig bis gar keinen Einblick in die Charaktere gönnen, nur immer ein kleines Stückchen wird offenbart. Der Autor spielt geschickt mit unseren Ängsten und lässt tief in die Seele blicken. Er zeigt uns die Emotionen der Protagonisten so detailliert und in ihrer ganzen schillernden Bandbreite, so dass man als Leser mitzittern muss, so sehr ist man in die Geschichte involviert. Und dann der Schluss! Eine grandiose Idee, unvorhersehbar, da ziehe ich den Hut!

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

alte donau, wien, kaiserwasser, fische, hotel

Kaiserwasser

Fyona A. Hallé
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 14.06.2017
ISBN 9783744836784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schauplatz ist die Alte Donau in Wien. Im sogenannten Kaiserwasser verschwinden ständig Hunde. Das Gerücht geht um, dass das neu eröffnete koreanische Lokal im Sejong-Center Schuld daran hat. Isst man in Südkorea nicht Hunde? Den beiden Freundinnen, Conny und Tony, gerade mal fünfzehn Jahre alt, geht beim Hundesitten, ihr Schützling ebenfalls verloren. Tony, eine geübte Taucherin, macht sich heimlich auf die Suche und entdeckt Unglaubliches.

Der Roman "Kaiserwasser" von Fyona A. Halle ist mit das Schrägste und Witzigste, was ich in der letzten Zeit gelesen habe. Zwar hatte ich am Anfang, aufgrund der vielen Protagonisten und der eingefügten Binnenhandlung, einige Probleme mich ins Geschehen einzufinden.  Denn es ist kein Buch, das man schnell so mal wegliest, man muss genau lesen. Der häufige Perspektivenwechsel, die vielen Charaktere fordern die ganze Aufmerksamkeit. Aber wenn man sich darauf einlässt, lohnt es sich. Und wer sagt denn, dass ein Buch einfach sein muss? Sind es nicht genau diese Bücher, die uns am Ende im Gedächtnis bleiben?

Der sehr angenehme Schreibstil sorgte auf alle Fälle dafür, dass ich bei der Stange blieb und ich bin froh darüber, denn am Ende wurden alle meine Erwartungen, die ich an das Buch hatte mehr als erfüllt. Die Autorin schreibt mit einer witzigen und spritzigen Art, dass es eine wahre Freude macht, ihre Sätze zu lesen. Der Roman ist so erfrischend anders, herrlich skurril, voller Lokalkolorit. Zeigt uns Wien, wie ich es selbst schon erlebt habe. Die typische Wiener Art und der leicht melancholische Wiener Duktus, der eine so schöne, eigensinnige Melodie hat, kommen hier wunderbar authentisch daher.

Das Buch hat mir richtig Lust gemacht, sofort wieder in eine meiner Lieblingsstädte zu reisen. Wir waren erst im Frühjahr da und sind ganz in der Nähe des Schauplatzes spazieren gegangen. Ich habe mich sofort wieder dort gesehen, war mitten drin in der Geschichte. Fast bin ich froh, dass das Wetter zu kühl war zum Baden. Wer weiß, was uns passiert wäre ;-)


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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

wickel, hausapotheke, kräuter, alternative medizin, honig

Hausmittel, die wirklich helfen

Christian Thuile
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Athesia Tappeiner Verlag, 04.07.2017
ISBN 9788882668198
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auch wenn die Schulmedizin immer größere Fortschritte macht, gibt es doch einen verstärkten Trend zu den Hausmitteln unserer Großmütter und, wie in meinem Fall, der Großväter. Mein Opa hat mit mir viel Zeit in der Natur verbracht und ich habe viel von ihm gelernt. Ich kann mich noch sehr gut an seinen selbst gesammelten7 Tee erinnern, der mich meistens gesund durch den Winter gebracht hat. Leider ist er viel zu früh verstorben und das
exakte Rezept für mich verloren.

Mit seinem Ratgeber "Hausmittel, die wirklich helfen" hat der Autor Dr. med Christian Thuile ein sehr interessantes und nützliches Nachschlagewerk für den Laien geschaffen. In dem knapp 260 Seiten starken Buch gibt er jede Menge Tipps, wie man im Krankheitsfall erst einmal auf natürliche Mittel und Methoden zurückgreifen kann. Auch ich versuche immer zuerst auf sanftem Wege eine Besserung zu erzielen, da ist mir dieses Buch ein guter Ratgeber, den ich nicht mehr missen möchte. Der Autor schreibt für Jedermann sehr gut verständlich und widmet sich in seinem Werk den wichtigsten gesundheitlichen Beschwerden, die man auf natürliche Weise heilen kann.

Im ersten Abschnitt geht der Autor auf die wichtigsten und bewährtesten Hausmittel (Pflanzen, Wasser, Bewegung etc.) ein, deren Verwendung und Wirkung er einzeln ausführlich beschreibt.

Der nächste Abschnitt, zugleich der Hauptteil des Buches, widmet sich den häufigsten Gesundheitsproblemen, unterteilt in die verschiedenen Regionen des Körpers. Hier geht er auf die vielen Möglichkeiten der Naturmedizin ein, nicht ohne den Leser zu ermahnen, in bestimmten Fällen doch den Schulmediziner hinzuzuziehen.

Ich finde den Ratgeber sehr gut gelungen. Der informative Text zu den einzelnen Kapiteln ist sehr gut gegliedert und strukturiert. Man findet dadurch schnell, was man sucht. Die einzelnen Beschwerdebilder sind gut beschrieben und mit passenden Fotos unterlegt. Man erhält nicht nur Tipps, wie man die Krankheit lindert oder beseitigt, sondern auch anschauliche Ratschläge zur Vorbeugung, Ernährung, Kontraindikationen und Bewegung. Vieles war auch mir noch unbekannt und ich bin seit langer Zeit ein treuer Anhänger der Naturmedizin.

Das Format ist praktisch und liegt gut in der Hand. Die häufigsten Heilpflanzen findet man mit Bild und kurzer Beschreibung auf den Umschlägen. Störend ist nur die Werbung, die mich etwas irritiert, aber wahrscheinlich ist das nötig, um eine Finanzierung des Buches zu gewährleisten. Ich werde auf jeden Fall weiterhin auf die Natur setzen und habe mit diesem Nachschlagewerk einen guten Berater zur Hand.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

kärnten, christine lavant, mord, rachemond, maler

Rachemond

Wolfgang Jezek
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 05.04.2017
ISBN 9783839220320
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Vorsitzende der Christine-Lavant-Vereinigung wird tot aus einem Fluß gefischt, angeblich war es Selbstmord und die Kärnter Polizei legt den Fall schnell zu den Akten. Elvira Hausmann, eine Wiener Journalistin soll in dieser Sache recherchieren, wird aber überall nur brüsk abgewiesen. Ein verschollenes Buch der Dichterin, in dem sie mit ihrem ehemaligen Liebhaber abrechnet, spielt eine große Rolle in dieser Geschichte. Der Inhalt soll aber auf keinen Fall publik werden. Doch Elvira lässt nicht locker und gerät selbst in Gefahr.

Das Debüt von Wolfgang Jezek ist eigentlich die Lebensgeschichte von Christine Lavant, einer Dichterin aus Kärnten, die der Autor geschickt in eine Krimihandlung verpackt hat. Sehr gut und intensiv wurde hier recherchiert, das spürt man in jedem Abschnitt. Die interessanten, spannenden Informationen über die Schriftstellerin, die mir bis dato noch unbekannt war, sind schon alleine ein Grund dieses Buch zu lesen. Durch die leicht zu lesende und flüssige Schreibweise hatte ich keine Mühe an der Stange zu bleiben und flog nur so durch die Seiten. Die Spannung wurde durch den Kriminalfall nur noch verstärkt und bis zum Ende aufrecht erhalten. Schön sind auch die detailreichen und ausführlichen Beschreibungen von Gegend und Personen. Man hat dadurch ein authentisches Erlebnis und fühlt sich in der Geschichte schnell involviert. Die Protagonisten wirken realistisch, man spürt ihre Ecken und Kanten, das macht sie lebendig. Vor allem Elvira, die ihre Ängste und Launen zeigt und auch mal all ihre Vorsätze über den Haufen wirft. Das macht sie für mich glaubwürdig und sympathisch. Auch die anderen Charaktere sind gut dargestellt und bringen viel Atmosphäre. Man spürt sehr viel Lokalkolorit, was sicher auch am eingestreuten Dialekt liegt. Die Mentalität der Kärntner, die ja als eher verschlossen und misstrauisch gelten, wird gut dargestellt und man kann dadurch manche ihrer Verhaltensweisen leichter verstehen. Einziger Kritikpunkt von meiner Seite ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass einer Journalistin freiwillig soviel anvertraut wird, wie es hier der Fall war. Aber das nehme ich als freie schriftstellerische Entfaltung an und meinem Lesevergnügen hat es keinen Abbruch getan.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

italien, reiseberichte, erzählungen, sizilien, reportage

Sehnsucht Italien

Andreas Pehl , Stefan Schomann , Dorette Deutsch , Thomas Kernert
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 22.05.2017
ISBN 9783844525557
Genre: Sachbücher

Rezension:

Spätestens seit Goethes Reise ist Italien DAS Sehnsuchtsland der Deutschen. Auch mich zieht es immer wieder dahin und wenn ich nicht dort sein kann, versuche ich die Zeit zwischen meinen Reisen so gut wie möglich zu überbrücken. Meist gelingt mir das mit Büchern und Musik. Aber warum es nicht einmal mit einem Hörbuch versuchen.

In acht CDs reist man von den Dolomiten bis nach Sizilien, gute neun Stunden dauert die Fahrt. Und sie ist spannend und amüsant, lehrreich und ungewöhnlich. Denn man besucht nicht die üblichen Touristenziele, sondern schweift ab von den ausgetretenen Pfaden. Lernt Orte kennen, die auch eingefleischten Italienkennern noch neu sind, wird überrascht und überzeugt und schürt immer wieder aufs Neue die Sehnsucht, bis sie kaum mehr auszuhalten ist.

Ein wahres Potpourri an außergewöhnlichen Geschichten wartet auf den Hörer. Abwechslungsreich vorgetragen von den jeweiligen Sprechern, mal als Erzählung, mal untermalt von Geräuschen und/oder Musik, mal als Interview. Die unterschiedlichsten Facetten dieses Landes werden hier aufgezeigt, lustig, traurig, informativ, einfach nur schön. Man erlebt natürlich Goethe auf seiner Reise, erfährt viel über Land und Leute, wie z.B. vom singenden Fischer aus Venedigs Lagune, kann Verdis Musik nun besser verstehen und nimmt Platz, an den reich gedeckten italienischen Tischen. Hungrig sollte man die CDs nicht hören, denn das Essen spielt in vielen Geschichten eine große Rolle, so wie es im wahren Leben der Italiener ja auch ist. Eine beigefügte Landkarte, die, passend zum Umkarton, illustriert ist, erleichert die Orientierung. Das Begleitheft ist ebenso ansprechend gestaltet und ist äußerst hilfreich. Ich habe große Lust bekommen, so schnell wie möglich wieder in das Land meiner Sehnsucht zu reisen. Momentan muss der Italiener an der Ecke reichen.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

italien, ungarn, düstere atmosphäre, packend, düster

Das verlassene Dorf: Eine spannende Familiengeschichte

Harald Weiss
E-Buch Text: 81 Seiten
Erschienen bei null, 06.07.2017
ISBN B073S2M3B7
Genre: Sonstiges

Rezension:

Marc hat immer wieder schreckliche Albträume und Wahnvorstellungen. Er hat Angst verrückt zu werden und so begibt er sich auf die Reise nach den Ursachen. Diese führt ihn in ein verlassenes Dorf am Gardasee und schließlich nach Ungarn.

Das nur 81 Seiten lange Buch hat man schnell ausgelesen. Nicht nur wegen der geringen Seitenzahl, sondern auch, weil es so richtig spannend ist. Der Autor schafft eine unheimliche, geheimnisvolle Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann. Es passieren seltsame Dinge, die man sich nur schwer erklären kann. Das war auch das einzige, was mich gestört hat. Ich glaube nicht an das Übersinnliche und konnte so diesem Teil der Geschichte nicht so viel abgewinnen. Sehr schön waren die Ortsbeschreibungen. Da wir erst letztes Jahr genau dieses verlassene Dorf am Gardasee besucht haben, konnte ich mich gut in die Situation hinein versetzen. Der angenehme und klare Schreibstil hat auch dazu beigetragen, dass ich bei der Stange geblieben bin.

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164 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

familie, restaurant, brüder, gewalt, moral

Angerichtet

Herman Koch , Heike Baryga
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.11.2011
ISBN 9783462043471
Genre: Romane

Rezension:

Paul und Serge, zwei Brüder. Der eine, psychisch krank und nicht mehr fähig, als Lehrer zu arbeiten, der andere ein erfolgreicher Politiker, kurz vor seiner Wahl. Sie treffen sich mit ihren Frauen Claire und Babette zum Essen in einem Nobelrestaurant. Eigentlich ein ganz normaler Abend, wenn nicht diese eine Sache wäre. Denn die Söhne der beiden Paare haben etwas getan, etwas Schreckliches. Etwas, was man am liebsten unter den Tisch kehren möchte. Aber darf man das?

Herman Koch hat ein außergewöhnliches Buch geschaffen. Ein Buch, das tief in die menschlichen Abgründe führt, das Grenzen überschreitet und den Leser zum Nachdenken zwingt. Seine poetische, detaillierte Sprache lässt kaum eine Atempause zu, man ist wie in einem unerbittlichen Sog gefangen und will nur eines: lesen. Am Anfang denkt man noch an leichte Kost, liest die appetitlichen Beschreibungen der Gerichte, das Geplänkel der Protagonisten, spürt den Witz, die gelöste Atmosphäre. Irgendwann kommt dann das Böse, das Unaussprechliche. Es schleicht sich in die Geschichte ein, wie ein Virus. Erst unerkannt, zaghaft, dann fest auftretend. Mit Rückblenden wird die ganze, grausame Tat aufgedeckt. Häppchenweise, wie das Menü, das die einzelnen Episoden begleitet. Geschickt hat der Autor die Geschichte aufgerollt und in die Rahmenhandlung eingewebt, dadurch wird die Spannung fast unerträglich und bleibt bis zum letzten Satz bestehen. Eiskalt wird der Leser mit seinen eigenen Moralvorstellungen konfrontiert. Man will, man muss Partei ergreifen, denn man ist schon so sehr involviert, dass man sich nicht mehr als stiller Beobachter davonschleichen kann. Mich hat das Buch sehr aufgewühlt, habe ich doch selbst zwei Kinder. Sie sind zwar schon erwachsen, aber die Frage kann sich auch dann noch stellen und ich wüsste nicht, wie ich mich in einem solchen Fall entscheiden müsste. Ein unbequemes Buch, dem ich einfach die volle Punktzahl geben muss.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Super Bowls

Eva Fischer , Julia Stix
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Brandstätter Verlag, 09.01.2017
ISBN 9783710600784
Genre: Sachbücher

Rezension:

Super Bowls sind der neue Trend. Sie sind gesund, lecker und wunderschön anzuschauen. So auch in diesem Kochbuch "Life Changing Food - Super Bowls" von Eva Fischer. Man kombiniert farblich ansprechend, verschiedene Nahrungsmittel in einer Schale, immer unter dem Aspekt: healthy, simple and good. Super Bowls sind Soul-Food, sie bringen die Kindheit zurück, denn auch da hat man vieles aus Schüsseln gegessen. Sie sind einfach, man braucht wenig Geschirr, nur etwas Fantasie und gute Zutaten. Sie sind gesund und meist schnell zu machen und was mir am wichtigsten ist, sie schmecken einfach herrlich.

Die Autorin gibt sehr viele interessante und nützliche Tipps für eine optimale Ernährung und die richtige Zusammensetzung einer solchen Schale. Anfangs habe ich mich noch sklavisch an die Rezepte halten wollen, aber dann bin ich mutiger geworden und habe munter experimentiert. Mein Ergebnis: Es gibt nichts, was nicht zusammenpasst. Süßes und Saures, Scharfes und Bitteres, Salziges und Mildes, am besten man nimmt von jedem etwas, schön bunt muss es sein, dann ist es perfekt.

Die Rezepte bieten für jeden Tagesabschnitt das Richtige, es gibt

Frühstücks-Bowls
Salat-Bowls
Gourmet-Bowls
Schnelle Bowls
Smoothie-Bowls
Dessert-Bowls.

Alle sind sehr strukturiert und übersichtlich aufgebaut, und, wie immer beim Brandstätter Verlag, von wunderschönen, perfekt arrangierten Fotos begleitet, so dass schon das Blättern durch das Buch ein großer Genuss ist.

Gekocht habe ich natürlich auch und ich konnte gar nicht genug davon bekommen. Die Spargel-Erdbeer-Bowl war einfach zu machen und genau das richtige Rezept für den Frühling. Alle Aromen dieser Jahreszeit, der leicht bittere Spargel, die Süße der Erdbeeren, die Schärfe des Rucolas, dazu noch knackig geröstete Pinienkerne, werden in einem Gericht vereint. Dann die asiatische Lachs-Bowl mit Romanesco und Nusskrokant. Hier habe ich experimentiert und verwendet, was meine Biokiste und der Vorratsschrank hergaben. Mangold statt Spinat, Quinoa statt Couscous, Broccoli statt Romanesco. Hat super funktioniert, ist sehr aromatisch (vor allem das Nusskrokant ist mehr als eine Sünde wert) und wird in dieser oder ähnlicher Form sicher noch oft auf unserem Speisezettel stehen. Auch eine, nach den Vorgaben der Autorin, selbst kreierte Bowl aus Reis, Roter Bete, Salat, Ei und Kräutern hat uns gut geschmeckt. Gerade im Sommer ist das ein leichtes Gericht, schnell zuzubereiten und sogar zum Mitnehmen geeignet.

Das wunderschöne und sehr informative Buch ist im Brandstätter- Verlag erschienen. Die Autorin Eva Fischer, eine bekannte Bloggerin, wurde unterstützt von der Fotografin Julia Stix, der Grafikerin Julia Lessing und der Lektorin Else Rieger. Herausgekommen ist ein sehr empfehlenswertes Buch, das ich sicher noch oft verwenden werde.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

tochter, soh, gedichtanthologie, vater, vate

in mir

Hans-Jürgen Buch
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Debras Verlag, 17.12.2013
ISBN 9783937150147
Genre: Romane

Rezension:

Zwei Generationen, drei Personen, Vater, Tochter und Sohn. Eine Gemeinsamkeit. Sie alle schreiben ihre Gedanken in Form von Gedichten nieder. Da geht es um die Liebe und Einsamkeit, um Trauer und Angst, um Freude und Heiterkeit. Jeder der drei schreibt anders, aber doch gleich. Jeder kehrt sein Innerstes nach außen und offenbart sich ohne Scheu dem Leser, zeigt seine geheimen Sehnsüchte, seine Wut oder seine Freude. Das ist manchmal verwirrend, aber meistens ganz klar. Ich habe mich in vielen Gedichten wiedergefunden, manche haben mich schockiert, manche erheitert, Ich denke, dass jeder, der offen ist, etwas finden kann in dieser kleinen Anthologie, was ihm gefällt. Ich wurde zum Nachdenken angeregt und werde dieses kleine Büchlein sicher noch oft in die Hand nehmen. Es hat mich sehr berührt und ich konnte meine Gedanken fliegen lassen. Ein schöner Gedichtband, den ich Liebhabern der Poesie nur empfehlen kann.

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79 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

literatur, rezepte, bücher, kochen, yummy books

Yummy Books!

Cara Nicoletti , Tanja Handels , Susanne Kammerer
Fester Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.06.2017
ISBN 9783518467763
Genre: Sachbücher

Rezension:

Cara Nicoletti ist in einer Metzgersfamilie aufgewachsen und ist selbst sowohl Köchin, als auch Metzgermeisterin. In ihrem Buch "Yummy Books" schreibt sie über ihre Lieblingsbücher, die sie durch ihr Leben begleiten und zwar anhand von den Gerichten, die in den Büchern vorkommen, die die Protagonisten essen, oder die die Autorin damit verbindet. Das ist eine ungewöhnliche und wie ich finde, sehr interessante Idee. Jedes Buch wird mit Hilfe einer Anekdote vorgestellt und mit dem passenden Gericht in Verbindung gebracht. Diese kleinen Geschichten sind das Herzstück dieses Buches, sie sind oft sehr persönlich, witzig, manchmal auch erschreckend oder schockierend, wie im Falle Hannibal Lecters. Im Anschluss gibt es dann noch das entsprechende Rezept dazu. Wir begleiten die Autorin dabei durch ihr ganzes Leben. Angefangen von ihrer Kindheit, durch Jugend und Studium, bis jetzt, ins Erwachsenenalter. Das Layout ist sehr schön gestaltet, mit einer angenehmen Schriftgröße, farblich oder fett gedruckten Überschriften, die deutlich abgesetzt sind. Untermalt von einigen sehr schönen Fotos, nur leider etwas zu wenig davon. Gerade bei den Rezepten hätte ich mir bei jedem Gericht eines gewünscht. Die vorhandenen Fotos sind jedoch sehr gut gelungen und passen zum Stil des Buches. Auch das nicht alltägliche Format finde ich sehr schön. Der dicke kartonierte Umschlag macht es stabiler, die Größe handlich, gerade für den umfangreichen Leseteil. Das Buch ist für mich auch eher ein Lese- als ein Kochbuch, obwohl die Rezepte sehr verlockend und durchaus machbar klingen. Von einfach bis kompliziert ist alles vorhanden und für jeden Hobbykoch sicher etwas dabei. Aber der Schwerpunkt liegt doch auf den Texten. Und die sind in einer erfrischenden, leicht zu lesenden Art und Weise geschrieben, dass es großen Spaß macht, sich in sie zu vertiefen. Nur allzu hungrig darf man nicht sein, denn es ist viel vom Essen die Rede, sehr viel. Mit ihrem Buch gelingt es der Autorin zwei große Leidenschaften miteinander zu verbinden, zwei Leidenschaften, die sich wohl viele mit ihr teilen, sonst wäre in der Weltliteratur das Essen nicht so präsent. Das Buch wird mich sicher noch weiter beschäftigen, sei es beim Kochen, oder auch bei der Auswahl neuer Lektüre. Denn noch kenne ich nicht alles, was hier vorgestellt wurde. Ich habe auf alle Fälle viele neue Anregungen erhalten, die ich unbedingt noch nachkochen, bzw. lesen möchte.

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