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Tardigrada

Alexander Meining
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei epubli, 11.07.2018
ISBN 9783746741512
Genre: Science-Fiction

Rezension:

München, Ende des Ersten Weltkrieges. Im leerstehenden Hotel Stadt Rosenheim, nahe des Münchner Ostbahnhofes, wird ein Junge geboren. Die Mutter stirbt bei der Geburt und ein Soldat, der zufällig anwesend ist, nimmt ihr das Versprechen ab, sich um das Kind kümmern. Bernhardt, so wird der ungewöhnliche Junge genannt, landet schließlich im Waisenhaus. Dort wächst er zusammen mit Ludwig auf und aus den beiden ungleichen Kindern werden Freunde. Wunderlich ist Bernhardts seltsames Verhalten. Er fällt immer wieder in einen tiefen Schlaf.


Alexander Meinings Buch "Tardigrada" ist ein erstaunliches Werk. Das Cover, ein Werk des Künstlers WONABC, weckte in mir erst einmal die Assoziation, dass es sich hier um ein Kinderbuch handelt. Ich wollte schon weiterscrollen, aber dann ist mir der Titel ins Auge gesprungen. Da die Tardigraden, oder auch Bärtierchen, die große Leidenschaft meines Mannes sind, war schnell meine Neugierde geweckt. Als ich den Klappentext gelesen habe, war klar: Das Buch muss ich lesen. Ich habe es nicht bereut

Der Roman liest sich sehr schnell, denn der Autor überzeugt mit seinem bildhaften und lebendigen Sprachstil und schafft eine große Spannung, so dass ich das Buch fast in einem Rutsch ausgelesen habe. Auch wenn es einige kleine fachliche Fehler gibt, die ich mal unter künstlerischer Freiheit verbuche, ist es ein außergewöhnliches Buch, das mich sehr angesprochen hat. Die Kombination aus historischem Roman, Lokalkolorit und Fiktion ist dem Autoren gut gelungen. Ich persönlich hätte gerne noch mehr Bezug zu den Bärtierchen gehabt, vielleicht auch einiges mehr an Information. Gerade Leser, die sich nicht, oder wenig mit der Materie auskennen, werden sicher die ein oder andere Frage dazu haben. Aber möglicherweise kommt dazu noch etwas in den Folgebänden. Der zweite Teil ist ja schon geschrieben und am dritten arbeitet der Autor gerade.

Den historischen Teil hat Alexander Meining sehr gut recherchiert und detailliert beschrieben. Da ich in München wohne, kenne ich die Schauplätze und hatte beim Lesen oft das Gefühl, dabei zu sein. Die düstere Stimmung dieser Zeit ist sehr gut getroffen und der Autor geizt auch nicht mit grausamen Darstellungen. Dies und die Einbindung realer Begebenheiten erzeugen eine Nähe, die mich oft erschrecken ließ. Die Geschichte ist viel tiefgründiger, als es das bunte Cover vermittelt.

"Tardigrada" ist ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Die Idee, die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Bärtierchen auf den Menschen zu übertragen, darf in den nächsten Bänden gerne noch weiter ausgebaut werden. 

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Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick

Kelly Moran , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.09.2018
ISBN 9783499275388
Genre: Liebesromane

Rezension:

Avery will nach ihrer Scheidung neu anfangen. Zusammen mit ihrer autistischen Tochter Hailey zieht sie nach Redwood, einem beschaulichen, verschlafenen Nest in Oregon. Ihre erste Begegnung mit dem sympathischen Tierarzt Cade schlägt gleich ein wie der Blitz. Dabei ist eine neue Beziehung das allerletzte was Avery jetzt gebrauchen kann.

"Redwood Love - Es beginnt mit einem Blick ist" ist der erste Teil einer dreibändigen Geschichte rund um die Einwohner Redwoods, diesem kleinen, malerischen Ort mitten in Oregon. Locker und leicht erzählt Kelly Moran. Locker und leicht lässt sich das Buch auch lesen, wie der Wind fliegt man durch die Seiten. Es geht um Liebe und ganz viel Herz. Ohne Kitsch, aber sehr gefühlvoll, oft witzig, erlebt man hautnah das Gefühlschaos, in dem sich die Protagonisten befinden. Ein meist vorhersehbares Abenteuer, mit viel Charme, einigen Verwirrungen, die fast ein wenig zu viel sind, und natürlich einem zu erwartendem Schluss. Aber das macht nichts, denn der Weg dahin ist nicht langweilig, sondern spritzig und die Charaktere sind allesamt sympathisch. Keine anspruchsvolle Lektüre, keine hohe Literatur, sondern ein vergnügliches Buch für ein verregnetes Wochenende.

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74 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

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Ich komme mit

Angelika Waldis
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 27.08.2018
ISBN 9783336547975
Genre: Romane

Rezension:

Lazy und Vita. Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können. Die beiden leben in einem Mietshaus und kennen sich nur flüchtig. Lazy ist jung und hat Leukämie. Vita ist alt und des Lebens überdrüssig. Als Lazy Hilfe braucht nimmt sich Vita seiner an und beide beschließen noch ein letztes Mal zu reisen, erst in die Welt und dann in den Tod.

Die Geschichte von Lazy und Vita ist ungewöhnlich. Die beiden trennen Welten und Jahre und eigentlich interessieren sie sich gar nicht füreinander. Leben schon jahrelang zusammen in einem Mietshaus und kennen sich nur vom Treppenhaus. Erst als Lazy schwer krank wird, entwickelt sich eine innige und tiefe Freundschaft zwischen den beiden.

Im Buch kommen die zwei Protagonisten abwechselnd zu Wort und schildern dem Leser ihre ganz eigenen Überlegungen, was für sie "Leben" ausmacht. Dies ist oft sehr berührend, aber auch witzig und sogar ein wenig poetisch. Als Lazy merkt, dass seine Chancen auf Heilung schwinden, beschließt er eine letzte Reise anzutreten und Vita kommt mit.

Das Buch ist trotz des schweren Themas eine positive und heitere Lektüre. Eine Geschichte von Freundschaft und Hoffnung, von Liebe und Zuversicht. Mich hat es sehr bewegt und ich kann es nur weiter empfehlen.

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Die Welt war so groß

Rona Jaffe , Margarete Längsfeld
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.09.2018
ISBN 9783548290256
Genre: Romane

Rezension:

Amerika in den 50er Jahren. Daphne, Emily, Chris und Annabel haben es geschafft. Sie studieren am bekannten Radcliffe College, für Frauen zu damaliger Zeit nicht der normale Werdegang, sondern fast nur den wohlhabenden Kreisen zugänglich. Normalerweise gab es für eine Frau nur eine Karriere als Hausfrau und Mutter. Und auch diese vier jungen Damen sehnen sich, trotz aller Möglichkeiten, vor allem nach einer Familie und sehen die Collegezeit nur als letzte Freiheit und die Suche nach dem passenden Heiratskandidaten. Nach zwanzig Jahren treffen sie sich die Vier bei einem Klassentreffen wieder. Haben sich ihre Träume erfüllt?

Rona Jaffe, Jahrgang 1932, hat ihren Roman bereits vor über 40 Jahren geschrieben, aber trotzdem ist er in meinen Augen immer noch aktuell. Er wirkt weder altbacken, noch antiquiert und liest sich wunderbar modern. Ich habe die Lebensgeschichten der vier Frauen sehr gerne gelesen und wurde in dieser Zeitreise in eine mir unbekannte Welt entführt. Auch das wunderbare Cover strahlt diese große Lebensfreude aus, die man in jungen Jahren noch uneingeschränkt spürt und die auch ganz deutlich in diesem Buch zu finden ist. Jedes dieser vier Mädchen hat seine eigenen Träume und Wünsche und seine kleinen Geheimnisse. Welche dieser Träume dann letztendlich in Erfüllung gehen ist fraglich. Auch diese vier Frauen müssen das erkennen und in ihrem Leben einige Kompromisse schließen.

Die Autorin beschreibt die Lebenswege sehr authentisch und mit einer schönen, fast poetischen Sprache, die sich herrlich leicht lesen lässt. Man fühlt sich, als wäre man direkt dabei gewesen.

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161 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 106 Rezensionen

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Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rachels Childs Leben ist beherrscht von Ängsten. Seit einer Recherchereise in ein Krisengebiet, lassen sie diese nicht mehr los und sie erleidet immer öfter Panikattacken. Als sie Brian, ihren zukünftigen Ehemann kennenlernt, scheint sich ihr Leben wieder zu normalisieren.

Dennis Lehanes Buch hat mich sehr angesprochen. Ein tolles Cover, das viele Fragen aufwirft und ein Plot, wie man ihn sich als Thriller-Leser nur wünschen kann. Jetzt am Ende der Lektüre bin ich hin und her gerissen. Denn mir scheint, als hätte ich zwei ücher gelesen, die in meinen Augen ziemlich verschieden sind.

Im ersten Teil hat man eine tiefgehende Charakterstudie der Protagonistin, die detailliert ihre ganze Entwicklung darstellt. Rachel ist immer auf der Suche nach ihrem Selbst. Sie hatte nie einen Vater, eine sehr problematische Beziehung zu ihrer Mutter und konnte deshalb keine tiefergehende Bindung eingehen. Die daraus resulitierenden Ängste und Panikattacken, ausgelöst durch grausame Erlebnisse in einem Krisengebiet, in dem sie als TV-Reporterin unterwegs war, beherrschten ihr ganzes Leben. Diese sind meiner Meinung nach sehr detailliert und realistisch dargestellt.

Dann im zweiten Teil wendet sich das Blatt. Sie lernt Brian kennen. Er heiratet sie und scheinbar wendet sich ihr Leben zum Guten. Mit seiner Hilfe überwindet sie die Angstmomente. Aber das ging so rasend schnell, dass es für mich mehr und mehr unglaubwürdig wurde. Rachels rasante Entwicklung zu einer Frau ohne Angst und mit viel Risikobereitschaft war für mich nicht nachvollziehbar. So hat das Buch im zweiten Teil für mich ziemlich an Glaubwürdigkeit verloren. Ich hatte fast das Gefühl in einem anderen Film zu sein. 

Dass meine Bewertung dann doch so gut ausfällt, hat damit zu Tun, dass Lehane einfach meisterhaft schreibt. Man ist gefesselt und gebannt und mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Mein Fazit: Ein durchaus spannender Pageturner. Wer jedoch großen Wert auf realistische Szenarien legt, ist hier schlecht bedient, wer es aber gerne actionreich und "amerikanisch" mag ist hier genau richtig.

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

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Spätsommerfreundinnen

Andrea Russo
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783956498480
Genre: Liebesromane

Rezension:

Jette steuert direkt auf die fünfzig zu. Die Scheidung von ihrem Mann ist gerade ausgesprochen, die Tochter zum Studieren ausgezogen, der Wellnessurlaub mit der besten Freundin gebucht, da flattert die Nachricht herein, dass Thies gestorben ist. Der Wirt aus ihrem Heimatdorf, zu dem sie schon immer eine tiefe, väterliche Freundschaft hegte. Spontan beschließt Jette, auf dem Weg an die Nordsee, zur Beerdigung Halt zu machen. Dort trifft sie Jan, ihre erste große Liebe wieder und als sie erfährt, dass Thies sie in seinem Testament bedacht hat, ist nichts mehr, wie zuvor.

Andrea Russo hat einen sehr schönen, warmherzigen Roman geschrieben, der so richtig zu Herzen geht. Angefangen vom wunderschönen, stimmigen Cover, dem spannenden Plot, der detailliert geschilderten Landschaft und nicht zu vergessen, den leckeren Rezepten im Anhang und natürlich dem leichtfüßigen Schreibstil, ist das ganze Buch ein perfektes Gesamtpaket, das einfach nur gute Laune machen muss.

Obwohl ihre Protagonistin in einer Phase ist, die gerade für eine Frau nicht einfach ist, möchte man am liebsten in Jettes Haut schlüpfen, denn ist einfach nur sympathisch. Ich bin auch im gleichen Alter und mache gerade die Wechseljahre durch, da fällt es manchmal schwer gute Miene zu machen. Die Autorin geht mit viel Witz und einer angenehmen Schreibweise an das Thema heran. Ich habe mich in vielem wiedergefunden und hatte oft das Gefühl, direkt mit dabei zu sein. Dabei habe ich Jette, Jule und Jan, Uta und Eva und auch Thies so richtig lieb gewonnen. Sie kamen mir fast wie alte Bekannte vor.

Ich hätte noch ewig so weiterlesen können, denn die Geschichte ist für mich noch lange nicht zu Ende und ich hoffe sehr, dass es eine Fortsetzung gibt.

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23 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Sommer in Super 8

Anne Müller
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penguin, 27.08.2018
ISBN 9783328600152
Genre: Romane

Rezension:

Ein kleines Dorf in den Siebzigern. Clara, die mittlere von fünf Geschwistern, der Vater Landarzt, die Mutter, schön, jung. Eine angesehene Familie. Doch hinter der Fassade bröckelt es. Der Vater hat Affären, trinkt heimlich, aber die Mutter wahrt den Schein. Bis es nicht mehr geht.

Anne Müller hat mich mit ihrem Roman "Sommer in Super 8" direkt zurück in meine eigene Jugend katapultiert. Ich bin genauso alt wie die Autorin und auch in einem kleinen Dorf aufgewachsen, deshalb habe mich in sehr vielem wiedererkannt.

Das verwaschene Umschlagbild und das perfekt passende orangefarbene Lesebändchen wecken erste Erinnerungen. Dann, im Buch, folgt es Schlag auf Schlag. Die erwähnten Musiktitel, das Leben auf dem Dorf, das Erleben der Pubertät... Genauso war es!! Claras leichte Melancholie und Unsicherheit hätte auch meine sein können. So fühlt sich das an, wenn man noch nicht weiß, was und wer man eigentlich ist. Man einiges aus der Erwachsenenwelt mitbekommt, aber dann doch nicht versteht. Wenn man mehr wissen möchte, aber keiner etwas sagt. Vieles vertuscht wird, nur damit die Nachbarn nicht reden. So war das damals in den Siebzigern. Und ist es nicht teilweise auch heute noch so?

Claras Familie wirkt nach außen hin perfekt. Der angesehene Arzt, die schöne Mutter, die gut geratenen Kinder. Das wünscht sich doch jeder. Aber dem ist nicht so. Die ganze Tragik dieser Familie erfährt der Leser nur bruchstückweise, wie Clara auch. Der Roman ist aus ihrer Sicht, der Sicht eines jungen Mädchens, geschrieben. Er lässt die anderen Personen, mit Ausnahme des Vaters, der eine größere Rolle in Claras Leben spielt, als ihre Mutter, in den Hintergrund treten. Wie ein alter Super-8-Film, der auch immer nur leicht verschwommen die Realität abbildet.

Das Buch hat mich sehr berührt und es hat mich sprachlos gemacht. Teilweise ist auch auch heute noch so. Man schweigt, statt sich Hilfe zu suchen, nur um vor den Nachbarn gut dazustehen. Man hält aus, statt Konsequenzen zu ziehen. Anne Müller hat dies sehr gut beschrieben. Ein grandioses Buch, dem ich sehr viele Leser wünsche.

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62 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

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PUPPENMUTTER

Astrid Korten
E-Buch Text: 353 Seiten
Erschienen bei Selfpublisher, 03.09.2018
ISBN B07H3D52SD
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Astrid Korten spielt mit unseren Ängsten, wie kaum ein anderer. Sie versteht es in ihren Romanen immer allergrößte Spannung aufzubauen und diese kontinuierlich auf einem derart hohen Niveau zu halten, dass man sich das ganze Buch hindurch wie im Fieberwahn befindet. Auch mit ihrem 13. Thriller ist ihr das grandios gelungen. Mit "Puppenmutter" hat sie sich in meinen Augen wieder einmal selbst übertroffen. 


Tessa Simonet wird in ihrem Haus überfallen. Bevor sie ihren Mann Jules erreichen kann, erhält sie die schreckliche Nachricht, dass er Selbstmord begangen hat. Jules Bruder Sebastien, dessen Frau Karola und Tessas beste Freundin Amelie stehen ihr in dieser Situation bei. Als zwei weitere Menschen tot aufgefunden werden, wird Tessas Misstrauen und Verunsicherung nur noch geschürt. Und was hat es mit diesen ominösen Liebesbriefen auf sich? Wer ist die Puppenmutter? 

Der Roman ist aus mehreren Erzählsträngen aufgebaut, die auf den ersten Blick nur wenig miteinander zu tun haben. Die knappen, kurzen Kapitel bringen anfangs eher Verwirrung, denn sie verraten immer nur kleine Bruchstücke und man überlegt, was das soll, wie das alles zusammen hängt. Man rätselt, fiebert mit, sucht eine (Er)lösung. In meinem Fall, waren meine Vermutungen allesamt falsch. Denn Astrid Korten führt mich derart geschickt in die Irre, dass ich mich immer wieder wundere, wie ihr das gelingt. Ich lese sehr viel und das seit vielen Jahren, aber kaum jemals werde ich so erschüttert, wie von dieser Autorin. Sie gräbt extrem tief in den Abgründen der menschlichen Seele. Da kommt so Furchtbares zum Vorschein, dass man es gar nicht glauben mag. Auch mit diesem Buch werden meine Vorstellungsmöglichkeiten bis über alle Grenzen hin ausgereizt und ich spüre heute noch einen ganz besonderen Thrill, wenn ich an dieses Buch denke. 

Astrid Korten schreibt spannend und so fesselnd, dass man wie gejagt durch das Buch hechtet, aber gleichzeitig große Angst vor dem Ende hat. In diesem Roman ist es einfach nur schrecklich und schon ein wenig "creepy". Und wie immer völlig unerwartet. 

Wer den ganz besonderen Thrill sucht, sollte dieses Buch lesen. Denn Astrid Korten ist eine wahre Meisterin in ihrem Metier.



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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

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Tel Aviv by Neni

Haya Molcho , NENI , Nuriel Molcho
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Brandstätter Verlag, 03.09.2018
ISBN 9783710600913
Genre: Sachbücher

Rezension:

Haya Molcho, geboren in Tel Aviv, hat mit ihren vier Söhnen das NENI gegründet. Ein kleines Lokal auf dem Wiener Naschmarkt. Mittlerweile ist daraus ein ganzes Imperium geworden. Zu den vielen Restaurants sind auch einige Kochbücher gekommen. Das neueste Werk heißt "Tel Aviv" und beschäftigt sich mit der Küche dieser pulsierenden Stadt. 

So, wie auch in Tel Aviv die unterschiedlichsten Menschen leben, so ist auch dieses Buch, das nicht nur ein einfaches Kochbuch ist, ein Sammelwerk unterschiedlichster Kulturen. Mit viel Liebe und Herzblut werden Menschen, die in Tel Aviv leben, portraitiert und ihre Rezepte vorgestellt. So lernt man neben einem Restaurantbesitzer, auch Fischer, Barkeeper, Friseure, sogar einen Taxifahrer kennen, der uns gerne die besten Lokale der Stadt weiter empfiehlt. Die dazu gehörigen Gerichte sind wunderschön bebildert. Man findet auch viele weitere Fotos, die uns Tel Aviv und seine Bewohner zeigen und uns so einen guten Eindruck dieser lebendigen und quirligen Metropole geben. Man spürt, dass Haya Molcho diese Stadt ganz besonders am Herzen liegt, denn sie hat ein außergewöhnliches Buch geschaffen. Die wunderschöne Optik, die interessanten Geschichten, die richtig Lust auf eine Reise machen und natürlich die tollen Rezepte machen das Buch zu einer sinnlichen Angelegenheit. Es macht viel Spaß darin zu blättern und zu lesen. Und natürlich die wunderschönen Gerichte nachzukochen. Das einzige, was mir fehlt, ist das, bei Büchern des Brandstätter Verlags, gewohnte und geliebte Lesebändchen (hier hätte sich ein zartes Türkis angeboten ;-)), aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Einkochbuch

Patricia Stamm , Verena Stummer
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 17.07.2018
ISBN 9783706626415
Genre: Sachbücher

Rezension:

Einkochen hat schon lange Tradition, ist aber die letzten Jahre in Vergessenheit geraten. War es doch viel einfacher, alles im Supermarkt zu kaufen. Wegen der vielen Lebensmittelskandale ist es nun wieder Mode geworden und das zu Recht, denn selbst eingekoches schmeckt einfach viel besser und außerdem weiß man genau, was drin ist. Das wunderschöne, neue "Einkochbuch von Patricia Stamm und Verena Stummer aus dem Löwenzahnverlag ist auf diesen Trend aufgesprungen und liefert uns auf 167 Seiten ein Potpourri aus vielen neuen und interessanten Rezepten.


Am Anfang des Buches stehen viele Tipps, die sowohl dem Laien, als auch dem bereits erfahrenen Hobbykoch, eine große Hilfestellung beim Haltbarmachen leisten. Der informative Rezeptteil gliedert sich in folgende Rubriken:

- Konfitüren und Gelees
- Chutneys, Ketchups & Co.
- Allerlei Pikantes
- Kräuter und Salze
- Allerlei Flüssiges

Hier stehen viele neue und teilweise ungewöhnliche Rezepte, aber auch Altbewährtes mit Pfiff findet hier einen Platz. Das praktische Glossar am Ende beantwortet jede noch offene Frage. Die Rezepte sind sehr großzügig bemessen, lassen sich aber problemlos herunterrechnen. Ich habe einige der leckeren Rezepte ausprobiert und war mit allem bis jetzt sehr zufrieden. Manche brauchen noch einige Zeit zum reifen. Darauf freue ich mich jetzt schon.

So wurde die pikante Melone als köstlicher Begleiter zu Käse und co. entdeckt. Sie eignet sich aber auch als ungewöhnlicher Aufstrich auf ein profanes Butterbrot. Der Himbeeressig mit Thymian und der Marillenlikör (eine Abwandlung des Sauerkirschlikörs) stehen noch zum Reifen im Keller. Spätestens an Weihnachten werden sie zum Einsatz kommen. Ich bin schon sehr gespannt! Das Ingwerbier ist einer meiner Favoriten aus dem Buch, schnell gemacht und ungewöhnlich lecker und erfrischend.

Das Buch ist eine wahre Fundgrube und wird bei mir sicher noch oft zum Einsatz kommen. Allein durch sein wunderschönes Layout und die edle und hochwertige Aufmachung macht es mir richtig viel Spaß, es zu verwenden. Wunderschön und eine richtig tolle Idee sind die beigelegten Etiketten, die unseren Köstlichkeiten noch ein optisches I-Tüpfelchen aufsetzen. 

Insgesamt kann ich das Buch nur weiter empfehlen, wie eigentlich alles, was der Löwenzahn-Verlag herausbringt. 


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145 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 90 Rezensionen

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Königskinder

Alex Capus
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260092
Genre: Romane

Rezension:

Alex Capus ist ein wahrer Meister der Erzählung. Kaum einer weiß seine Worte so geschickt einzusetzen, wie er. Mit seinem Buch "Königskinder" hat er mich wieder einmal verzaubert. 


Auf nur 185 Seiten erzählt er von Max und Tina, die seit 26 Jahren ein Paar sind. In einer stürmischen Nacht befahren sie eine gesperrte Passstraße und bleiben im Schnee stecken. Um die Zeit zu vertreiben, und um Tina abzulenken, erzählt Max die Geschichte vom armen Kuhhirten Jakob und Marie, der Tochter eines reichen Bauern. Beide lieben sich, dürfen aber nicht zusammen kommen. 

Während die Rahmenhandlung im Hier und Jetzt spielt und sehr authentisch wirkt, man sich durchaus mit den Protagonisten identifizieren kann, fährt Capus mit der Geschichte um die beiden "Königskinder" alle seine Register auf. Voller Akribie und ausgeschmückt mit unzähligen Details, fast wie ein Märchen aus dem Orient, erzählt uns der Autor eine in großen Zügen fast surreale Liebesgeschichte, die eine sehr große Faszination auf den Leser ausübt. Capus schafft eine Atmosphäre, die den Leser so einfängt, dass er glaubt, mitten in der Geschichte zu sein. Unglaubliche, phantastische Bilder entstehen vor den Augen und man kann sich sogar die teilweise ekligen Gerüche, die Capus beschreibt, nur zu gut vorstellen. Auch wenn man vielleicht keine Aussage hinter der Geschichte sieht, oder nicht weiß, ob sie wahr ist oder nicht. Das ist alles nicht wichtig, denn das Büchlein lebt in meinen Augen hauptsächlich von seiner grandiosen Sprache. Die ist für mich allein schon DER Grund, es unbedingt lesen zu müssen. 

Königskinder ist einfach nur zauberhaft, in meinen Augen ein kleines Kunstwerk und eines meiner diesjährigen Highlights.

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89 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Bluthaus

Romy Fölck
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 28.09.2018
ISBN 9783431041118
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bluthaus ist der zweite Teil einer Reihe rund um die Ermittler Frida und Bjarne. Obwohl ich Romy Fölcks ersten Band nicht kannte, ist es mir leicht gefallen mit den Charakteren warm zu werden. 

Frida hat sich eine Auszeit genommen und hilft ihren Eltern auf dem Apfelhof. Nach einem Anruf ihrer alten Freundin Jo, die als Mörderin verdächtigt wird und daraufhin spurlos verschwindet, macht sich Frida große Sorgen und begibt sich auf die Suche nach ihr. Sie stößt auf einen ungeklärten Mordfall, in dem fast eine ganze Familie niedergemetzelt wurde. Auch Bjarne gehört wieder zu den Ermittlern.

Romy Fölck schreibt so spannend und fesselnd, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Die relativ kurzen Kapitel und der häufige Perspektivenwechsel, der vor allem durch die ständigen Rückblenden in das Jahr, in dem die Familie ermordet wurde, erzeugt wurde, bauen eine hohe Spannung auf. Schritt für Schritt kommt man so der Lösung näher, um am Ende dann noch einmal überrascht zu werden. Den dramatischen Showdown am Schluss hätte ich vielleicht nicht unbedingt gebraucht, aber er sorgt auf jeden Fall noch einmal für einen Adrenalinausstoß beim Leser.

Was mir gut gefällt ist, dass die Ermittler ein "Gesicht" bekommen. Sie stehen hier als echte Menschen mit ihren Sorgen und Nöten und werden dadurch so richtig lebendig. Man leidet mit ihnen mit und fühlt sich daher richtig in das Geschehen involviert. Auch die Beschreibungen von Land und Leuten mag ich in einem Krimi immer gerne, hier kann man sich bildlich in die Szenerie hineinversetzen, so detailliert hat die Autorin alles geschildert.

Das Cover rundet in meinen Augen das Buch noch ab. Die Szenerie wirkt im ersten Moment ganz idyllisch, aber beim zweiten Blick merkt man die düstere Stimmung und spätestens beim Titel ahnt der Leser schon, was ihn in diesem Krimi erwartet

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Die Spur der Stachelbeeren

Ulrike Ladnar
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Nikros Verlag, 31.07.2018
ISBN 9783943688085
Genre: Historische Romane

Rezension:

1918. Es ist kurz vor Kriegsende in Ludwigsburg. Die junge Lynn, halb Engländerin, halb Deutsche, lebt hier mit ihrer Familie. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter, kümmert sie sich um Vater und ihre zwei Brüder. Ihren Traum zu studieren hat sie erst einmal auf Eis gelegt und arbeitet deshalb als Schwester in einem Lazarett. Eines Tages ist Lynn spurlos verschwunden und als sie dann wieder auftaucht, ist sie verändert, aber niemand redet darüber. Und was haben die immer wieder auftauchenden Stachelbeeren mit der ganzen Sache zu tun?


Ulrike Ladnar hat ein sehr interessantes Buch geschrieben. Ihre Sprache ist anspruchsvoll, aber trotzdem ansprechend und flüssig zu lesen. Mich hat als erstes das wunderschöne Cover angesprochen, das Stachelbeeren zeigt. Diese Stachelbeeren ziehen sich auch als roter Faden durch das Buch, nicht nur in der Geschichte, sondern auch als kleine Illustrationen zu Beginn der Kapitel. 

Das Thema ist ernst und immer wieder werden wir hautnah mit den schrecklichen Ereignissen im ersten Weltkrieg konfrontiert. Die Autorin beschönigt nicht und beschreibt die Atmosphäre im Lazarett sehr genau. Diese vielen Details gehen unter die Haut und haben mich als Leser sehr betroffen gemacht. 

Aber Ulrike Ladnar lässt uns Leser auch an den durchaus schönen Dingen dieser Zeit teilhaben. So ist da die patente Haushaltshilfe Bertha, die auch aus wenigen Zutaten immer ein schmackhaftes Menü zaubert und uns mit ihrem Humor erfreut.

Das nicht einfache Leben in Kriegszeiten, die Ängste und Nöte, der ganze Schmerz ist sehr detailliert eingefangen und in meinen Augen authentisch wiedergegeben. Bis auf einige Längen hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kann es nur weiter empfehlen.

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71 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Die Liebesbriefe von Montmartre

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag , 04.09.2018
ISBN 9783851794106
Genre: Romane

Rezension:

Der Schriftsteller Julien hat gerade seine Frau verloren. Sie hat ihm, kurz vor ihrem Tod, ein ungewöhnliches Versprechen abgerungen. 33 Liebesbriefe soll er ihr schreiben, für jedes ihrer Lebensjahre einen. Nach einigen Anfangschwierigkeiten beginnt er mit dieser Aufgabe und hinterlegt die Briefe in einem Geheimfach am Grab. Doch eines Tages sind diese Briefe verschwunden und ein kleines Herz aus Stein liegt in dem Fach. Ist dies eine Nachricht von Hélène, seiner verstorbenen Frau?


Das Buch hat mich mitten ins Herz getroffen. 

Nicolas Barreau, angeblich das Pseudonym von Daniela Thiele, die dieses Buch auch verlegt hat, schreibt in einer wundervollen warmherzigen Art, dass man gar nicht anders kann, als sich in dieses. Buch zu verlieben. Ohne ins Kitschige abzudriften wird uns hier eine wunderschöne Liebesgeschichte erzählt, die wohl nur in einer Stadt wie Paris spielen kann. Vor allem die einzigartige Atmosphäre des Friedhofs Montmatre ist sehr authentisch beschrieben und dieser, eigentlich doch traurige Ort, versprüht im Laufe der Lektüre immer mehr Lebensfreude und Optimismus. Auch Hoffnung zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Denn durch das Schreiben der Briefe beginnt Julien, seine unsägliche Trauer zu überwinden und wieder am Leben teilzunehmen. Obwohl einige Wendungen vorhersehbar sind, hat das meine Freude an diesem Roman nicht getrübt. Ich habe selten ein Buch gelesen, das so einfühlsam und wohltuend ist und sich mit dem Thema Trauer so positiv auseinandersetzt. 

Das sehr angenehme und handliche Format und das geschmackvolle Coverfoto machen den Lesegenuss noch perfekt.


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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Regrow your veggies

Melissa Raupach , Felix Lill
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Verlag Eugen Ulmer, 16.08.2018
ISBN 9783818605346
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Regrow your Veggies" von Melissa Raupach und Felix Lill ist im Ulmer Verlag erschienen. Auf 125 Seiten wird man über die Möglichkeit nachhaltigen Gärtnerns auf Fensterbank und Balkon informiert. Das handliche Büchlein im Din A5 Format ist mit vielen schönen Fotos und Zeichnungen und praktischen Tipps versehen. So erhält man viele Informationen über Nachhaltigkeit und Recycling, Pflege und Aufzucht und das Vermeiden von Schädlingen, bzw. ihre möglichst natürliche Vernichtung. Diesen Ansatz finde ich sehr wichtig und ich habe, obwohl ich kein Laie bin, doch das ein oder andere neu erfahren.

Der Hauptteil des Buches widmet sich den einzelnen Pflanzen, bei denen sich einfache Nachzucht möglich ist. Neben vielen bekannten, wie z. B. der Zwiebel, Basilikum oder natürlich dem Klassiker, der Avocado, findet man auch ungewöhnliches Grünzeug, wie Zitronengras, Galgant oder Kurkuma. Das gefällt mir sehr gut, denn diese findet man oft schwer oder sie sind teuer. Da lohnt es sich doppelt, den Versuch zu starten. Neben einer ausführlichen Erklärung der einzelnen Pflanzen, gibt es nützliche Tipps und sogar das ein oder andere Rezept.

Ich mag dieses kleine Büchlein sehr, denn es bietet für jeden etwas. Meine Tochter praktiziert das "regrowen" schon seit einiger Zeit. Mit unterschiedlichem Erfolg. Ich werde ihr jetzt Konkurrenz machen, denn auch wenn man nicht immer eine üppige Ernte erwarten kann. Spaß macht es auf jeden Fall!!

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

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Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte

Rachel Khong , Tobias Schnettler
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2018
ISBN 9783462049725
Genre: Romane

Rezension:

Ruths Leben scheint gerade den Bach hinunterzugehen. Die Trennung von ihrem Verlobten Joel ist für sie nur schwer zu verkraften und so folgt sie der Bitte ihrer Mutter wieder in ihr Elternhaus zurückzukehren, um sich um ihren dementen Vater zu kümmern. Sie kündigt ihren Job, will aber nur ein Jahr bleiben. 

Rachel Khong beschreibt in ihrem Buch, wie das Leben mit einem Alzheimerpatienten aussieht. In erster Linie geht es ihr aber nicht um die medizinische Seite oder die großen Probleme, sondern sie geht ganz leicht und sehr humorvoll an die Sache heran. Teilweise recht skurril und voller Situationskomik berichtet die Autorin über diese ernste Krankheit und nimmt ihr so die Schwere und Düsternis. Ruth kommt, als eher Außenstehende, besser mit der Situation klar, als ihre Mutter und ihr Bruder, die die ganze Zeit da waren. Sie versetzt sich sogar in ihren Vater und übernimmt einige seiner Gewohnheiten, wie z. B. das Tagebuchschreiben. Andererseits hatte sie durch ihre längere Abwesenheit die Schwierigkeiten, die Mutter und Bruder ertragen mussten nicht ständig mitbekommen und somit einen ganz anderen Blick auf ihren Vater. Die Autorin schreibt sehr leicht und ganz unspektakulär. Es scheint, als wäre es die Geschichte einer ganz normalen Familie, was es im Grunde ja auch ist. 

Mich hat das Buch sehr berührt und ich denke, wir sollten nie vergessen, wie schnell sich das Leben ändern kann. 

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93 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

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Der Blumensammler

David Whitehouse , Dorothee Merkel
Fester Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Tropen, 30.08.2018
ISBN 9783608503739
Genre: Romane

Rezension:

Der Blumensammler von David Whitehouse verknüpft das Leben dreier ungewöhnlicher Männer zu einem wunderbaren Ganzen.
Peter findet einen alten Liebesbrief, der ihn neugierig macht, denn er erzählt von seltenen Blumen.
Dove leidet unter starken Kopfschmerzen, die Halluzinationen hervorrufen und in denen die Suche eines Blumensammlers nach seltenen Pflanzen immer nur bruchstückweise auftaucht.
Und Cole findet einen alten Flugschreiber, der erstmal so gar nichts mit der Geschichte zu tun hat.

Auf den ersten Blick haben diese drei Erzählstränge keinerlei Zusammenhang. Doch der Autor schafft es in einer wundervollen poetischen Sprache den Leser vom Gegenteil zu überzeugen. Stück für Stück verwebt der Schriftsteller die scheinbar nicht passenden Puzzlesteine zu einem blühenden Zaubergarten, der nicht von dieser Welt ist. Mit einer Sprache, die zauberhaft und leicht ist, aber doch nachdenklich stimmt, und viele, viele märchenhafte Details aufweist, schreibt sich David Whitehouse mitten in mein Herz. Selten hat mich ein Buch so berührt und verzaubert wie dieses. Ich mochte es gar nicht mehr aus der Hand legen und hätte noch ewig weiterlesen mögen. Die Protagonisten sind detailliert und sehr genau beschrieben, sie wirken dadurch zwar äußerst lebendig, gleichzeitig durch ihre manchmal seltsamen Eigenarten und ihr nicht alltägliches Wesen teilweise etwas skurril.

Das wunderschöne Cover macht den Eindruck komplett und am liebsten möchte ich mich auch auf eine Suche begeben, um am Ende eine schöne, wunderschöne Überraschung zu erleben.

Ein liebenswertes, einfach nur bezauberndes Buch, das ich nur empfehlen kann.

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Die Glücksreisenden

Sybil Volks
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423262033
Genre: Romane

Rezension:

Zeitgleich mit einem "Besuch" des Kometen Fortune steht der 80. Geburtstag Ingas an. Aber auch ihre Enkelin Ilka hat Grund zu feiern. Sie wird am Tag darauf volljährig. Man sieht dem großen Ereignis mit Spannung entgegen und die Meinungen gehen weit auseinander. Bringt "Fortune" nun Glück und Segen oder steht doch die Welt vor ihrem Untergang?

Der Einstieg in das Buch ist mir nicht so leicht gelungen, wie gedacht. Da es sich hier um die Fortsetzung von "Wintergäste" handelt, ein Buch, das ich leider nicht kenne. habe ich einige Zeit gebraucht, um mit den zahlreichen Protagonisten bekannt zu werden. Diese sind zwar umfassend dargestellt und wirken sehr authentisch, aber es fehlt mir doch einiges an Grundwissen aus Band eins. Das erwartete Glück zu finden war leider auch nicht so einfach. Die vielen Probleme und Sorgen, die zahlreichen Einzelschicksale innerhalb der Familie, die hier behandelt werden, geben der Lektüre eine tiefe Traurigkeit, die sich fast durch den ganzen Roman zieht. Allerdings entsteht so eine Atmosphäre, die sehr gut zu einer Nordseeinsel und zu einem vielschichtigen Familienroman passt. Ab und an lockert eine witzige Bemerkung, eine lustige Situation das Ganze auf und gibt dem Roman dann doch ein wenig Heiterkeit. Ich hätte wohl besser mit dem ersten Band anfangen sollen, um die Familie von Anfang an kennen zu lernen. So hatte ich leider ein wenig das Gefühl, nicht komplett informiert zu sein. Das Cover passt in ganzer Konsequenz zur Geschichte, auch das vermittelt eine Düsterkeit und wenig Licht am Horizont.


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67 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 53 Rezensionen

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Forgotten Girl

Eva-Maria Silber
E-Buch Text: 222 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 31.03.2018
ISBN 9783960873266
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Karfreitag 1984. Fünf junge Menschen zelten am Totenmaar. Am nächsten Morgen sind drei von ihnen grausam ermordet. Nur Katharina und Sebastian überleben schwer verletzt. Sebastian hat nichts von der Tat mitbekommen und Katharina ihr Gedächtnis verloren.

Nach 30 Jahren rollt die Cold-Case-Ermittlerin Janna Habena den Fall erneut auf.

Eva-Maria Silber hat ihrem Roman "Forgotten Girl" eine wahre Begebenheit zugrunde gelegt. Ein Fall, der auch nie aufgelöst wurde. Was die Autorin daraus gemacht hat, hat mich schwer beeindruckt und ist für mich eine durch und durch plausible Version.

Das ganze Buch ist sehr spannend und gut durchdacht. Katharina, Sebastian und auch Janna Habena sind interessante und vielschichtige Charaktere, die authentisch daherkommen und dadurch sehr lebendig wirken.Der angenehme Schreibstil, lässt kaum Zeit zum Atmen und uns Leser nur so durch die Seiten fliegen. Ich habe das Buch dann auch in einem Rutsch beendet. Die Autorin legt ihren Schwerpunkt auf die psychologischen Aspekte eines Falls und gibt uns damit sehr tiefe Einblicke in die Seele der Jugendlichen. So lässt sich deren Verhalten bis zum letzten Detail sehr gut nachvollziehen, auch wenn es erschreckend und teilweise sehr grausam ist. Besonders die Amnesie Katharinas ist sehr fundiert dargestellt und wirkt für mich glaubwürdig. Die Schilderung ihrer Panikattacken haben mich sehr aufgewühlt. Ich konnte ihre innere Unruhe am eigenen Körper spüren. Die brutale Beschreibung des Tatorts geht ziemlich unter die Haut und hat mir so manchen Schauer über den Rücken gejagt. Die unerwartete Auflösung hat mich dann noch einmal überrascht und mir auch so einige offene Fragen, die ich bis dahin noch hatte, beantwortet.

Ein wirklich gelungener Psychothriller!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Musikgeschmack

Le Garn
Flexibler Einband: 44 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 03.07.2018
ISBN 9783746055930
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Musikgeschmack" von Le Garn hat meinen Blick auf Musik komplett geändert. Früher konnte ich noch ganz unbedarft in ein Album hineinhören. Aber wenn ich jetzt Musik höre, dann sind es nicht nur Töne, die ich spüre, sondern ich sehe/rieche/schmecke.


Auf 43 Seiten hat der Autor zu jedem der elf Songs des  HATTLER- Albums " Gotham City Beach Club Suite" den passenden Cocktail kreiert. Dazu gibt  es Grundrezepte verschiedener Sirupe, die der Autor teilweise selbst entwickelt hat und zu jedem Rezept auch eine alkoholfreie Variante. Das quadratische Format erinnert an eine CD und liegt gut in der Hand. Auch die schönen Illustrationen sind vom Autor selbst und stimmen schon mal auf den zu erwartenden Genuss ein.

Le Garn erklärt, was ihm bei jedem Lied in den Sinn kam und wie er diese Gedanken in ein Getränk umgesetzt hat. Eine sehr interessante und ungewöhnliche Idee, die mich neugierig gemacht hat und zum Nachmachen anregt. Die Musik ist ebenso einzigartig, wie es die Cocktailrezepte sind. Oft sehr exotische Kombinationen, die mir so noch nicht untergekommen sind. Spannend sind sie alle und ich finde die leichte und unbeschwerte Musik passt wirklich perfekt dazu. 

Coole Musik, coole Drinks, was will man mehr?

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Bei deinem Leben

Adele Parks , Birgit Salzmann
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.07.2018
ISBN 9783959671972
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anna und Zoe. Zwillinge, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Anna wünscht sich nichts mehr, als eine Familie und verliebt sich in den charismatischen Nick, der eigentlich nur auf ein weiteres Abenteuer aus ist. Aber er scheint der Richtige für ihre Pläne zu sein. Zoe glaubt nicht daran und stellt Nick auf die Probe. Mit einem fatalen Ergebnis.

Adele Parks Thriller "Bei deinem Leben" liest sich schnell und flüssig. Man fliegt nur so durch die Seiten und wagt es kaum, das Buch aus der Hand zu legen. Der ständige Perspektivenwechsel baut eine hohe Spannung auf, die manchmal kaum auszuhalten war. 

Die Autorin lässt die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählen. Es sind Anna, Zoe, Nick und Alexia, die Mutter der Zwillinge, die zu Wort kommen. So lernt man als Leser die Protagonisten ganz genau kennen und taucht tief in ihre Seelen ein. Man spürt ihre Ängste, Sehnsüchte, ihre Zerrissenheit hautnah und mir lief so manches Mal ein Schauer über den Rücken. Kapitel für Kapitel kommt man der Auflösung immer näher und auch wenn ich relativ bald eine Ahnung hatte, wie sich die Geschichte am Ende entwickeln wird, tat dies meinem Lesevergnügen doch keinen Abbruch und ich wurde gut unterhalten. 


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235 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 131 Rezensionen

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Vier.Zwei.Eins.

Erin Kelly , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.08.2018
ISBN 9783651025714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kit und Laura fahren 1999 nach Cornwall, um sich dort im Rahmen eines Festivals eine totale Sonnenfinsternis anzuschauen. Laura glaubt eine Vergewaltigung beobachtet zu haben und durch ihre Aussage wird der mutmaßliche Täter zu einer Haftstrafe verurteilt. Beth, das Opfer schweigt und nistet sich in Kits und Lauras Leben ein. 
15 Jahre später leben Kit und Laura unter falschem Namen, immer mit der Angst, Beth könnte sie wieder finden. Und als Beth eines Tages vor der Tür steht, kommt die Lawine erneut ins Rollen. 

In dieser Geschichte ist nichts so, wie es scheint und wie man es erwartet. 

Erin Kelly schreibt beinahe beiläufig, gefällig, aber so fesselnd und packend, dass man das Buch nur schwer zur Seite legen kann. Abwechselnd lässt die Autorin Kit und Laura zu Wort kommen und uns so ihre Sichtweise der Geschichte darlegen. Durch viele Rückblenden wird man als Leser nach und nach in die Handlung und die Ereignisse eingeführt. Der Aufbau des Romans gleicht der einer totalen Sonnenfinsternis. Durch diese Faktoren baut sich sehr viel Spannung auf, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Es gibt sehr überraschende und so viele Wendungen, die für mich oft völlig unerwartet waren. Ich wusste selten, was Wahrheit war und was Lüge. Kaum meinte man etwas zu wissen, wurde es schon wieder in Frage gestellt. Das absolut unvorstellbare Ende hat mich vollkommen sprachlos zurückgelassen. 

Die Protagonisten sind gut beschrieben. Man kommt ihnen schnell nahe, fast wie bei alten Bekannten. Sie verblüffen den Leser jedoch ständig und man ist sich nie sicher, wen man nun eigentlich vor sich hat. Keinem kann man mehr trauen. Spielt hier jeder ein falsches Spiel? Diese spürbare Beklemmung, dieses ständige Misstrauen zieht sich durch den ganzen Roman und man hastet atemlos von Seite zu Seite, um endlich dieser latenten Bedrohung zu entfliehen. 

Ein wirklich packendes und gelungenes Buch!

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85 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

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Die Zeit der Kraniche

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 515 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 13.07.2018
ISBN 9783746633565
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das letzte Kriegsjahr ist hart. Gebhard wird denunziert und von der Gestapo verhaftet und Freddy muss sich, wieder einmal, um alles alleine kümmern. Der eingesetzte Verwalter, ein übler Nazi, macht ihr das Leben nicht leicht. Nach Kriegsende kommt eine neue Angst dazu. Die Russen sind im Einmarsch. Und Gebhard ist erneut ín Haft. Erst in letzter Minute beschließt Freddy aus Deutschland zu fliehen.

Ulrike Renks Trilogie über eine ostpreußische Familie hat mit "Die Zeit der Kraniche" einen würdevollen und passenden Abschluss gefunden. Obwohl ich Band zwei schon direkt nach dem Erscheinen gelesen hatte und das ist schon über ein Jahr her, war ich sehr schnell wieder mitten drin in der Geschichte und ich hatte das Gefühl, es wäre erst gestern gewesen, dass ich das Buch zur Seite gelegt habe.

Ulrike Renk schreibt einfach wundervoll, sie gibt dem Leser mit jedem Satz das Gefühl, selbst mit dabei zu sein. Sie fesselt, sie berührt, sie setzt starke Emotionen frei. Man leidet intensiv mit den Protagonisten mit und hofft und bangt. Ich war mehrmals zutiefst betroffen und auch jetzt, wenn ich an Freddy und ihre Familie, an ihr Schicksal denken muss, stehen mir wieder die Tränen in den Augen. Es ist fast nicht auszuhalten, wenn man sich einmal vor Augen führt, was Menschen damals alles erleiden mussten. Dieses Buch geht sehr nahe und man kann sich nicht entziehen.

Die Protagonisten, aber auch sämtliche Nebenfiguren, wirken wie aus dem echten Leben und sind liebevoll und realistisch gezeichnet. Sehr interessant sind, wie auch in den letzten Büchern, die, scheinbar nebensächlichen, Beschreibungen des Alltags, wie z. B. die immensen Schwierigkeiten, Nahrungsmittel zu beschaffen, die große Not  der Flüchtlinge und Fremdarbeiter, oder die nicht enden wollenden Züge der Menschen aus den geräumten Konzentrationslagern. All diese Dinge sind mit gewohnter Genauigkeit geschildert und machen auch aus diesem dritten Buch eine runde Geschichte, die nur eine Ulrike Renk in dieser Qualität schaffen kann.

Die Autorin hat wieder einmal extrem gut recherchiert und so wirkt jede einzelne Kleinigkeit authentisch. Ulrike Renk hat auch diesen dritten Teil mit ihrer gewohnten Sorgfalt und Liebe zum Detail geschaffen. Sie zeigt uns Lesern, wie Bücher sein sollen. Ich bin ganz begeistert von ihrer Kunst und kann ihre Werke nur jedem empfehlen, der gerne in die Vergangenheit eintaucht, auch wenn sie, wie in diesem Fall nicht immer schön ist. Aber gerade dieser Teil unserer Geschichte darf niemals vergessen werden, jetzt wo die braune Gefahr wieder eifrig am keimen ist.

Schade, dass ich nur fünf Sterne vergeben kann. Das Buch hätte in meinen Augen noch einige mehr verdient!

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98 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

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Weit weg von Verona

Jane Gardam , Isabel Bogdan
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 23.07.2018
ISBN 9783446260405
Genre: Romane

Rezension:

Die dreizehnjährige Jessica Vye lebt in einem kleinen Ort an der Nordostküste Englands. Die Welt ist im Krieg und das wichtigste Accessoire ist momentan eine Gasmaske. Ansonsten ist Jess eher eine Außenseiterin, die durch ihre Wahrheitsliebe manchmal auf Unverständnis trifft und nicht in jedes Raster passt. Ihr großer Wunsch ist es Schriftstellerin zu werden. Von den Lehrern verkannt, trifft sie eines Tages auf einen berühmten Schriftsteller, dem sie ihr Manuskript zum Lesen gibt.

Obwohl dieses Buch, das Erstlingswerk von Jane Graham, bereits 1971 erschienen ist, wirkt es auf mich wunderbar modern. In einer herrlichen, nüchternen Sprache lässt die Schriftstellerin ihre Protagonistin selbst zu Wort kommen. Jessica ist ganz anders, als so manches junge Mädchen. Nicht angepasst, oft etwas störrisch, sie sagt immer frei heraus, was sie denkt und fühlt und tritt dann schon mal in ein Fettnäpfchen. Ihre Aufsätze sind genauso, stets wahrheitsgetreu, leicht skurril und voller britischem Humor. Und genau diese wundervolle Atmosphäre spürt man auch im Roman. Eigentlich passiert nur recht wenig in der Geschichte, es sind oft nur Nebensächlichkeiten, kleine Details, Banalitäten die sich aneinanderreihen. Aber Jane Gardam versteht uns mit ihrer leichten Sprache sehr zu fesseln. Sie gibt den scheinbar unwichtigen Dingen so viel Gewicht, verblüfft uns mit so unglaublichen Begegnungen, dass man das Buch gar nicht mehr weglegen mag. Die Geschichte der kleinen Jessica Vye hat mich vollkommen verzaubert. Es ist ein richtiger Hochgenuss, dieses Buch zu lesen. Und es stimmt das Gesamtpaket. Umschlag, Titelbild, Farbgebung, alles ist wie aus einem Guss und macht das Vergnügen erst vollkommen. Und sicher liegt es auch an der fabelhaften Übersetzung von Isabel Bogdan, dass der britische Zauber dieses Romans erhalten bleibt und man sich direkt im Geschehen wiederfindet.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 17 Rezensionen

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Franziska zu Reventlow

Kerstin Decker
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.06.2018
ISBN 9783827013620
Genre: Biografien

Rezension:

Fanny zu Reventlow. Geboren als fünftes Kind einer nicht vermögenden Adelsfamilie, wollte immer nur eines. Frei sein. Das war zu dieser Zeit für ein junges Mädchen nicht möglich und um ihrer störrischen Art Einhalt zu gebieten, wird sie in ein strenges Mädchenpensionat geschickt. Als auch das nicht hilft, um ihren  unbändigen Freiheitswillen zu unterdrücken, droht man ihr gar mit Irrenhaus und sie zu entmündigen. Eine Anstellung in einem Pfarrerhaushalt bringt auch nicht das gewünschte Ergebnis und so sieht Fanny nur einen Ausweg. Sie flüchtet nach München, um endlich frei zu sein. 


Fanny zu Reventlow war mir als Münchnerin natürlich namentlich bekannt, ich kannte auch ihre Einstellung zur Freiheit, aber näheres über ihr Leben wusste ich nicht. Diesen Umstand wollte ich gerne ändern.

Die vorliegende Biographie von Kerstin Decker hat meine Erwartungen nur teilweise erfüllt. Seitenlange philosophische Texte, die mehr Fragen lassen, als Antworten zu geben, machen mir es sehr schwer mich in das Buch einzufinden. Ich hätte mir mehr Struktur gewünscht, das ein oder andere Foto, vielleicht einen Lebenslauf oder, wenn schon keine chronologische Abhandlung, zumindest eine Möglichkeit zur Einordnung. So war ich mehr als einmal verwirrt und musste zeitweise Passagen mehrmals lesen, leider ohne den gewünschten Erfolg. Die vielen Zeitsprünge trugen ebenfalls dazu bei. Ob das Absicht der Autorin war? Ein Stilmittel, um die geistige Verwirrtheit der Gräfin auf uns Leser zu übertragen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass das Lesen sehr mühsam vonstatten ging, mich oft ratlos zurücklies und mir mehr Unbill, als Vergnügen bereitete. Ich hatte mir viel erhofft. Fand den Sprachstil in vielen Strecken auch durchaus anregend. Schön, dass in vielen Zitaten die Gräfin aus ihren Werken selbst zitiert wurde. Auch war die Sprache von Kerstin Decker gut angepasst, so dass man manches Mal kaum einen Unterschied bemerkte. Alles in allem überwiegt jedoch das Unangenehme.

Fanny zu Reventlow ist eine faszinierende Frau, über die ich gerne mehr erfahren hätte. Die Freiheit die sie so verzweifelt suchte, hat sie in meinen Augen jedenfalls nicht gefunden.

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