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thriller, psychose, tom rob smith, labil, sschweden

Ohne jeden Zweifel

Tom Rob Smith
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 14.10.2013
ISBN 9783641091484
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei Amazon las ich eine Rezension zum neuen Smith, die die Aussage enthielt: “Das hat er nicht geschrieben!” Gut, kann man drüber streiten, ob das eine realitätsnahe Sicht auf die Dinge ist, aber was es sehr gut beschreibt ist ein wunderbares Freistrampeln aus alten Genre-Ketten. Hatte Tom Rob Smith doch zuvor nur drei Bücher um den KGB-Agenten Leo Demidow herausgebracht, die allesamt im Russland der 50er Jahre spielen.

Demzufolge ist ein Psychothriller, zur heutigen Zeit in London/Schweden aufgehangen, doch schon ein gewisser Schritt, ähnlich dem eines Schauspielers, der bislang nur die eine Rolle über mehrere Filme spielte. Die Frage ist dann immer, ob es noch klappt oder ob man schon zu stark mit seiner Hauptfigur verwoben ist… siehe Mark Hamill a.k.a. Luke Skywalker. Also: wie gut ist es Smith gelungen, sich von Leo Demidow abzunabeln?

Wie schaut’s aus?

Ein kleiner verschneiter schwedischer Bauernhof aus einzelnen Polaroids zusammengesetzt, die man auch einzeln fühlen kann… wunderbare Optik und Haptik, großes Lob!

Was steckt drin?

Daniels Eltern haben ihre Gärtnerei verkauft und sind aus London auf einen kleinen Bauernhof in Schweden, dem Heimatland seiner Mutter Tilde, gezogen. Monate später bekommt Daniel einen Anruf seines weinenden Vaters, der ihm mitteilt, dass er seine Mutter in die Psychiatrie einweisen lassen musste. Kurzentschlossen plant er den Flug nach Schweden, doch noch am Flughafen erhält er einen Anruf von seiner Mutter, die ihm mitteilt, dass sie die Psychiatrie verlassen hat und auf dem Weg nach London ist.

In Daniels Wohnung angekommen, versucht Tilde ihren Sohn anhand ihres Tagebuchs davon zu überzeugen, dass in diesem kleinen Dorf in Schweden ein Verbrechen verübt wurde und sie die Einzige ist, die davor nicht die Augen verschließt. Daniel ist vom schlechten Zustand seiner Mutter entsetzt und auch ihre Vorwürfe bringen seine Welt ins Wanken, denn die Verschwörung zur Verschleierung dieses Verbrechens schließt auch seinen Vater mit ein. Dieser soll die Einweisung Tildes in die Psychiatrie unterstützt haben, um sie zu diffamieren und unglaubwürdig zu machen.

Während sein Vater wahrscheinlich schon auf dem Weg nach London ist, muss Daniel eine Entscheidung zu treffen, ob er seine Mutter an seinen Vater ausliefert oder ihr Glauben schenkt und mit ihr zu Polizei geht. Das Bild seiner heilen Familie fällt Stück für Stück auseinander, was ist in der kurzen Zeit in Schweden bloß geschehen?

Ist der Plot durchschaubar?

Eigentlich der wichtigste Punkt an diesem Buch, denn man fragt sich die ganze Zeit, wem man denn nun vertrauen sollte und was Wahrheit oder Wahnsinn ist. Ich persönlich war von der Auflösung überrascht und das obwohl sie sogar logisch und nachvollziehbar war… Hut ab und Respekt, Mr. Smith!

Was bleibt hängen?

"Bestimmt hat dein Vater mit dir gesprochen. Jedes Wort von diesem Mann ist eine Lüge. Ich bin nicht verrückt. Ich brauche keinen Arzt. Ich brauche die Polizei."

Während Tilde durch ihre Aufzeichnungen hetzt, schwankt man wunderbar zwischen den beiden Parteien. Ist Tilde verrückt? Hat Daniels Vater versucht, sie aus dem Weg zu schaffen? Alle beide klingen glaubhaft… wem soll man glauben?

Kann das weg?

Auf gar keinen Fall. Tom Rob Smith ist ein wunderbarer Turn gelungen, weg von seinen Anfängen und auf zu neuen Ufern. Ein durchweg stimmiger und atmosphärischer Psychothriller, der ähnlich begeistert wie “Kind 44″.

Ich habe persönlich zu danken, dass damit die Demidow-Reihe abgeschlossen ist. Denn um ehrlich zu sein, lasen sich ”Kolyma” und “Agent 6″ schon wie Versuche, mit dem großen Erfolg von “Kind 44″ noch zwei weitere Bücher zu verkaufen. Nun zeigt Tom Rob Smith endlich wieder, was für ein großartiger Spannungsautor er ist, klare Kaufempfehlung!

Cui bono?

Liebhaber intelligenter Psychothriller. Alle, die einen guten Plot zu schätzen wissen, die Bücher lieben, die bis zum Ende die Spannung aufrecht erhalten. Und sicher auch Skandinavien-Krimi-Fans. Auch wenn der gute Herr Smith Engländer ist.

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thriller, gangster, überfall, verrat, im grunde schwachsinniger unsinn

Ghostman

Roger Hobbs , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 22.07.2013
ISBN 9783442313372
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe nur selten beim Lesen eines Buches das Gefühl “Das würde wohl als Film deutlich besser funktionieren.” Wenn aber jemals ein Buch eine perfekte Vorlage für einen Hollywood-Action-Streifen dargestellt hat, dann wohl “Ghostman”. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob es sich nicht einfach nur um ein Drehbuch handelt, das von ein wenig Prosa ummantelt wurde…

Mittlerweile heißt es ja eigentlich nichts mehr, wenn sich ein Filmstudio die Filmrechte für ein Buch sichert. Warner Bros hat dies jedenfalls für den “Ghostman” bereits getan, wann mit der Verfilmung zu rechnen ist, steht allerdings noch nicht fest.

Was steckt drin?

In Atlantic City läuft ein Überfall auf einen Geldtransporter schief, einer der Räuber wird noch am Tatort erschossen, der andere kann schwer verwundet fliehen. Da der Auftraggeber des Raubes nicht weiß, wo sich der Verwundete mit den erbeuteten 1.2 Millionen US-Dollar befindet, wird der Ghostman darauf angesetzt, ihn und das Geld zu finden und vor Ort alle Spuren zu beseitigen.

Ihm bleiben lediglich 48 Stunden bis die Farbbomben in der Geldtasche hochgehen. Doch schnell wird seine Arbeit durch eine FBI-Agentin und den führenden Gangster von Atlantic City gewaltig behindert. Während er versucht sich vor dem FBI als ahnungslos zu geben, muss er sich der Männer des Gangsters mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln erwehren…

Ist der Plot durchschaubar?

Nein. Weil es keine Logik in diesem Buch gibt, kann man nicht wirklich erahnen, was als nächstes passiert. Da mag der Eine oder Andere jetzt denken, das sei doch gut, das klingt nach Spannung, aber leider ist es auf die Dauer doch sehr anstrengend und frustrierend.

Erhofft euch kein überraschendes Ende. Außer der Überraschung, dass das jetzt alles war und man das wirklich glauben soll, die bekommt ihr natürlich.

Was bleibt hängen?

"Kaum hatte er ausgesprochen, schaltete ich das Telefon ab und nahm den Akku heraus. Ich brach die SIM-Karte entzwei und warf alles aus dem Fenster auf die Straße."

Ich hab nicht mitgezählt, aber der Ghostman killt im Laufe des Buches bestimmt ein Dutzend Handys. Am Anfang denkt man noch, das sei eine nette Idee, aber es geht einem irgendwann auf die Nerven. Genau wie die “tickend abkühlenden” Motoren seiner Autos… das erwähnt er mindestens drei Mal.

Außerdem zerbricht er mal die SIM-Karte und mal nicht… manchmal zertritt er die Handys auch nur… wo steckt da der Sinn dahinter?

Kann das weg?

Ja, bitte. Platter Plot, unlogisch und lieblos zusammengeschrieben… ich hab schon ein leichtes Schleudertrauma vom ständigen Kopfschütteln, weil einfach nichts zusammenpassen will.

Hobbs arbeitet mit Bildern, die vordergründig eine meisterhafte Verarbeitung vorgaukeln sollen, bei genauer Betrachtung aber nur Malen nach Zahlen sind. Ein Beispiel: Bei einem Spielchen Russisches Roulette wird eine zweite Patrone in den sechsschüssigen Colt gesteckt und die Trommel gedreht. Der Ghostman schnappt sie sich, zielt auf seinen eigenen Kopf und drückt dreimal ab, ohne das etwas passiert. Ich bin nicht gut in Wahrscheinlichkeitsrechnung, aber das ist doch relativ unwahrscheinlich und definitiv bescheuert.

Noch eins: Der Ghostman schminkt sich 20 Jahre älter, beschreibt dann, wie er aus dem Auto steigt und in der Hitze sofort klatschnass ist, aber spricht trotzdem ganz locker mit anderen Menschen, obwohl sein Makeup wohl schon längst im Hemdkragen hängen sollte. Zumal er sich nur das Gesicht dunkler schminkt, die Hände aber nicht. Großer Mist! Und ich könnte ziemlich lange so weitermachen…

Mein Urteil: Ein Groschenthriller, wie man sie früher am Bahnhofskiosk kaufen konnte. Als Film würde es mir vielleicht sogar gefallen, aber von einem Buch erwarte ich definitiv mehr.

Cui bono?

Freunde des Hollywood-Action-Kinos, dass genauso wenig auf Logik setzt, solange wenigstens was in die Luft fliegt und genug Leute sterben. Gelegenheitsleser, die nicht viel auf Logik geben, gerne über schlecht geplante Raubüberfälle lesen und denen plakative Brutalität wichtiger ist als gute hintergründige Recherche.

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