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Mondlichtkrieger

Ava Reed
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 01.08.2018
ISBN 9783959914161
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meine Meinung:
Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass ich die „Mondprinzessin" geliebt habe. Und zwar ich-schmeiße-das-Buch-gleich-gegen-die-Wand-weil-es-so-schön-und-schrecklich-und-wundervoll-und-grausam-ist-geliebt.
Natürlich hatte ich, sosehr ich mich auch darauf gefreut habe, Zweifel, ob „Mondlichtkrieger" dem gerecht werden würde. Jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, lautet meine Antwort wohl Jein - mit Tendenz zu Ja. Aber fangen wir ganz von vorne an ...


Gerade der Beginn der Geschichte und die damit verbundene schwermütige Stimmung haben meine anfängliche Euphorie etwas gedämmt. Mir war klar, dass nach dem Ende des ersten Buches bei weitem nicht alles schön und friedlich und glücklich sein würde. Aber dennoch - es fiel mir zunächst ein wenig schwer, mich wieder in die Situation hineinzuversetzen, in die Figuren, in die Welt, in der sich die Handlung abspielt. Erst als letztere dann wieder an Fahrt aufnimmt, konnte mich die Erzählung von Seite zu Seite mehr packen und mich schließlich wieder ganz in ihren Bann ziehen. Und ich wurde erneut verzaubert von der magischen Welt des Mondes und der anderen Planeten, von dem Schreibstil der Autorin und von der märchenhaften Atmosphäre, die dem Ganzen anhaftet.
Den Leser bzw. die Leserin erwarten außerdem einige emotionale Schockmomente, die ich noch immer nicht so ganz verkraftet habe. Ich habe das Gefühl, mich zu wiederholen, aber: Ava, was hast du nur getan?

Jegliche Zweifel, die ich während der Lektüre noch gehabt haben mochte, wurden schließlich überschattet von dem Epilog. Leute, selbst wenn euch das Buch nicht gefallen haben sollte, dann lest trotzdem den Epilog! Alleine dafür hat sich das Ganze gelohnt.

Mehr will ich an der Stelle auch gar nicht verraten. Aber ich kann euch versichern, meine Augen sind da definitiv nicht trockengeblieben. Und ich bezweifle stark, dass es nur mir so geht.

Klar kommt „Mondlichtkrieger" nicht an „Mondprinzessin" heran und ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn für viele die Geschichte trotzdem nach Band 1 zu Ende ist (wie es ja auch ursprünglich vorgesehen war). Auch mein Herz wird für immer der „Mondprinzessin" anhängen.
Aber trotzdem bin ich unglaublich froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es zeigt nicht nur, dass es trotz Verlust noch immer Hoffnung gibt, sondern fordert auch dazu auf, an sich und seine Ziele zu glauben und niemals aufzuhören, zu träumen.


Fazit:
In „Mondlichtkrieger" beantwortet Ava Reed endlich all die Fragen, die nach dem Ende von Band 1 bleiben, und tut gleichzeitig noch so viel mehr. Es geht nicht nur um Trauer und Rache, sondern auch um Hoffnung, Mut und Aufopferung. Ich bin mir sicher, viele Träumerinnen und Träumer werden sich in diesem Buch wiederfinden. Obwohl „Mondprinzessin" für mich immer an gesonderter Stelle stehen wird, ist dies auf jeden Fall eine gelungene Fortsetzung mit nur minimalen Kritikpunkten.



Vielen, vielen Dank an Ava Reed, die mir das E-Book als Vorab-Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!




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974 Bibliotheken, 34 Leser, 3 Gruppen, 208 Rezensionen

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Scythe – Die Hüter des Todes

Neal Shusterman , Pauline Kurbasik , Kristian Lutze
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737355063
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Meine Meinung:
Ich war wirklich unglaublich gespannt auf das Buch, denn die Idee klang wirklich vielversprechend und genau nach meinem Geschmack. Vielleicht hatte ich gerade deshalb auch zu Anfang etwas Angst, dass die Geschichte meine Erwartungen nicht erfüllen würde.
Schnell wurde ich jedoch davon überzeugt, es mit einem wirklich außergewöhnliche und vor allem außergewöhnlich guten Buch zu tun zu haben. Die Welt, in der das Ganze spielt, hat mich sofort fasziniert und in ihren Bann gezogen!
Ich habe noch nie eine Utopie gelesen und empfand diese perfekte Welt, in der die Menschheit Unsterblichkeit und ewiges Wissen erreicht hat, gleichzeitig als bewundernswert und abstoßend.
Nun, da die Menschen sich, wenn sie mal „aus Versehen" oder sogar „aus Spaß" gestorben sind, einfach in ein Revival-Zentrum bringen und resetten lassen können, braucht es die sogenannten Scythe, die dafür verantwortlich sind, Menschen zu töten, um das erhebliche Bevölkerungswachstum einzudämmen. Nur, dass es nicht töten, sondern nachlesen heißt. Die Scythe werden in der Gesellschaft geschätzt und anerkannt, oft auch gefürchtet. Aber ihr Dienst wird als Dienst an der Menschheit gesehen, was mich persönlich sehr zum Nachdenken angeregt hat.
Man kommt während der Lektüre nicht umhin, sich zu fragen: Was macht einen Menschen eigentlich aus? Was bedeutet Leben und Tod, wenn letzterer für die meisten nichts weiter als ein vorübergehender Zustand ist? Gibt es die perfekte Welt?
Es gibt keine Regierungen mehr, keine Korruption, keinen Krieg. Die Welt wird von dem Thunderhead, einer Art riesigem Supercomputer, dessen Rechenkraft unendlich ist, kontrolliert. Ohne jegliche Form von Emotionen, die ihn beeinflussen, kann er ganz pragmatisch die für die Menschheit am vorteilhaftesten Entscheidungen treffen. Das hat mir wirklich zu denken gegeben.

Was mir außerdem wirklich gut gefallen hat, ist, dass die Handlung aufgrund von Tagebucheinträgen verschiedener Scythe am Anfang eines jeden neuen Kapitels aufgelockert wird und viel dynamischer wirkt. Es ist nämlich so, dass jeder Scythe ein Tagebuch führen muss, das öffentlich für jedermann einzusehen ist, um Rechenschaft über seine Taten abzulegen.
Ich fand und finde es wirklich interessant, dass man auf diese Weise kleine Einblicke in die Köpfe verschiedener Scythe bekommt und die Dinge von verschiedenen Perspektiven aus betrachten kann.

Viele der Charaktere - insbesondere die in ihrer Wesensart völlig unterschiedlichen Scythe - haben mich ungeheuer fasziniert.
Was die Beziehung und das Verhältnis der beiden Protagonisten Citra und Rowan zueinander betrifft, war ich mir etwas unsicher. Es wird zwar am Anfang angedeutet, dass sich zwischen den beiden etwas entwickelt, aber dies wird im Laufe der Geschichte eigentlich vollkommen in den Hintergrund gerückt - was ich auch für mehr als angemessen halte, denn ich bin der Meinung, dass eine leidenschaftliche Liebesgeschichte bei der Handlung und gerade, wenn man bedenkt, dass die beiden Konkurrenten auf Leben und Tod sind, absolut unangemessen gewesen wäre. Ich bin mir aber fast sicher, dass sich da in Teil zwei etwas entwickeln wird, und hoffe sehr, dass der Autor da vorsichtig vorgeht, denn ich glaube nicht, dass nach allem, was passiert ist, eine sofortige innige Liebe möglich ist.

„Scythe - Die Hüter des Todes" konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln und in seinen Bann ziehen. Das Buch ist unglaublich spannend und aufregend und ich habe es förmlich verschlungen. Es fiel mir wirklich schwer, es überhaupt aus der Hand zu legen, denn es geschieht so viel und es passieren so viele unerwartete Dinge, dass man eigentlich die ganze Zeit über in der Geschichte gefangen ist.
Ich bin wirklich schwer beeindruckt und kann den Roman insbesondere an Fans von Geschichten à la „The Hunger Games" weiterempfehlen, obwohl die Grundthematik - die perfekte Welt - eigentlich eine ganz andere ist. Lest am besten einfach mal rein - ihr werdet begeistert sein!




Fazit: 
Selten hat mich eine fiktive Welt so fasziniert wie in „Scythe - Die Hüter des Todes". Geschickt schafft es der Autor, gesellschaftskritische Themen und Fragen in eine fesselnde Handlung einzuflechten, die den Leser so schnell nicht mehr loslässt. Auch ich werde mit Sicherheit noch sehr lange über dieses Buch nachdenken und kann es gar nicht mehr erwarten, dass Teil 2 erscheint.
Unbedingt lesen!

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615 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 122 Rezensionen

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Die Stille meiner Worte

Ava Reed , Alexander Kopainski
Fester Einband
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 09.03.2018
ISBN 9783764170790
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Ava, you did it again! Mit ihrem neuen Jugendbuch hat mich die Autorin wieder einmal vor eine emotionale Herausforderung gestellt ...
„Die Stille meiner Worte" handelt von Hannah, die ihre Zwillingsschwester Izzy verloren hat. Eine absolute Horrorvorstellung für jedermann - und auch Hannah ist psychisch vollkommen am Ende. Wem soll sie sich denn jetzt anvertrauen, mit wem kann sie noch glücklich sein, mit wem kann sie über all ihre Probleme reden? Wie es scheint, mit niemandem. Und so ist sie völlig verstummt.
Dadurch, dass die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, wird man als Leser völlig mitgerissen: Man fühlt ihren Schmerz und ihre Trauer und erlebt auf eine unglaublich intensive Art und Weise all das, was sie gerade durchmacht, hautnah mit. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, all das erschien mir während des Lesens zum Greifen nah.
Ich war vor allem beeindruckt darüber, wie laut sie wirkte, obwohl sie die ganze Zeit über kein einziges Wort spricht. In ihr stecken so viele Emotionen, so viele unausgesprochene Worte und so viel Leben - auch wenn sie letzteres selbst stark bezweifelt. Man spürt deutlich, wie sehr sie innerlich zerrissen ist und wie sehr ihr Herz an Izzy hängt, ihrer Schwester, die all das nicht mehr mit ihr teilen kann. Und weil sie nicht mehr mit ihr sprechen kann, schreibt Hannah Briefe. Briefe voller Liebe und Trauer, Hoffnungslosigkeit und Hoffnung zugleich. Mehr als alles andere wünscht sie sich, dass Izzy, wo immer diese jetzt auch sein mag, ihre Briefe lesen kann.

„Ich kann dich nicht festhalten, aber noch weniger kann ich dich loslassen. Wieso hast du mich halb hiergelassen und halb mitgenommen?" - Zitat

Gerade am Anfang merkt man, wie schlecht es Hannah geht und wie sehr sie eine Veränderung herbeisehnt und gleichzeitig will, dass alles wieder so wird wie zuvor. Insbesondere die ersten 50 Seiten sind geradezu deprimierend, weil alles so ausweglos erscheint. Danach geht es langsam, aber schleppend voran. Und auch dann dauert es noch eine ganze Weile, bis es tatsächlich wieder aufwärtsgeht.
Hannah wird in ein Sommercamp für Jugendliche geschickt, in dem alle ihr „Päckchen" zu tragen haben. Dort lernt sie zum ersten Mal Gleichaltrige kennen, die mit ähnlichen oder auch ganz anderen Problemen kämpfen. Insbesondere Hannahs Zeltgenossin Sarah, die aus einem ganz bestimmten Grund panische Angst vor der Dunkelheit hat und deshalb regelmäßig Panikattacken bekommt, hat mich mit ihrem Schicksal und ihrer Geschichte sehr bewegt.

Auf ganz natürliche, ungezwungene und dennoch eindrucksvolle Art und Weise schildert Ava Reed dabei, dass es die verschiedensten Arten von psychischen Problemen und Möglichkeiten, damit umzugehen, gibt. Zu sehen, wie all die Jugendlichen, die auf den ersten Blick wie „kaputt" und nicht mehr zu reparieren aussehen, nach und nach auftauen und eine Gemeinschaft bilden, die sich gegenseitig stützt und hilft, war einfach wundervoll. Es wird klar: Freundschaft und Zusammenhalt machen zwar nichts weniger schlimm, aber doch vieles leichter erträglich.

Während des Sommercamps trifft Hannah dann auch auf Levi. Ihre erste Begegnung verläuft eher zufällig und Levi jagt ihr dabei auch noch einen Riesenschrecken ein. Nicht unbedingt das, was man als gute Vorraussetzungen bezeichnen würde, und doch ist er fasziniert von ihr. Er will sie kennenlernen, hinter die Fassade blicken, erfahren, was es mit der Stille ihrer Worte auf sich hat.
Und langsam, ganz langsam, baut sich zwischen den beiden so etwas wie eine Beziehung auf. Keine leidenschaftliche, berauschende Liebesgeschichte, sondern vielmehr ein unendlich zartes, zerbrechliches Gebilde. Und doch etwas ganz Besonderes.
Einen Teil der Geschichte steuert Levi dabei aus seiner Perspektive bei. So lernt man auch ihn im Verlauf der Handlung immer besser kennen und ergründet seine verschiedenen Facetten.

Ebenfalls absolut begeistern konnte mich Hannahs Kater Mo. Dieser war und ist ihr noch immer eine riesige Stütze - gerade jetzt, nach Izzys Tod, scheint er der Einzige zu sein, der sie so richtig versteht.
Er ist nicht nur zuckersüß, sondern verleiht manchen Situationen durch seine bloße Anwesenheit eine gewisse Leichtigkeit. Eins steht fest: Ich habe mich in den kleinen Vierbeiner verliebt - und ich bin mir sicher, ihr werdet es auch tun!

Ich denke, es ist längst kein Geheimnis mehr, dass ich Avas Schreibstil geradezu vergöttere. Es gibt nur wenige Autorinnen und Autoren, die es schaffen, immer die richtigen Worte zu finden und mich so tief zu berühren, wie sie es immer wieder tut. Mal ist er melancholisch angehaucht, mal traurig und voller Verzweiflung und dann wieder lustig und schön, ja, geradezu poetisch - und in jedem Fall einzigartig. Die Autorin schafft es, auf ihre ganz eigene Weise das Leben und alles, was dazugehört, einzufangen und auf Papier zu bannen. Und so fühlt sich auch diese Geschichte unglaublich lebendig an: Man kann gar nicht anders, als mitzufiebern, mitzuleiden und mitzulachen.

 „Wenn ich es laut aussprechen müsste, wenn ich das könnte, würde es bescheuert klingen. Wenn ich andere doch nur dazu bringen könnte, das zu fühlen, was ich fühle ..." - Zitat

Erst ganz am Ende erfahren wir, was es wirklich mit Izzys Tod auf sich hat und was genau in jener verhängnisvollen Nacht geschehen ist. Und Hannahs tiefe Zerrissenheit erscheint auf einmal in einer ganz anderen Dimension. Gerade, wenn man glaubt, sie verstanden zu haben, tut sich ein völlig andere Blickwinkel auf die gesamte Situation auf und man begreift endlich, warum Hannah sich die Schuld am Tod ihrer Zwillingsschwester gibt.
Zugegebenermaßen, ich war wirklich schockiert. Und nachdem der anfängliche Schock überwunden war, konnte ich mich besser in ihre Situation hineinversetzen als je zuvor. Auch mich hat diese eine Gewissheit innerlich förmlich zerrissen ...
Vollkommen überflüssig, zu sagen, dass gerade gegen Ende hin auch nicht gerade wenige Tränen geflossen sind. „Die Stille meiner Worte" ist ein wirklich unglaublich emotionales und einfach wunderschönes Buch, das ich euch nur ans Herz legen kann! Ich bin mir sicher, ihr werdet eures ebenfalls an diese Geschichte, an die Charaktere und an die Message dahinter verlieren. Ich bin begeistert!



Fazit:
Es gibt Bücher, die packen dich völlig unvermittelt, reißen dich mit und lassen dich auch nicht mehr los. „Die Stille meiner Worte" ist eines dieser Bücher. Auf mitfühlende, berührende und authentische Art und Weise erzählt Ava Reed von den Schicksalen zweier mehr oder weniger kaputter Jugendliche, die zueinander finden und dabei auch ein Stück von sich selbst wiederfinden. Mir hat die Geschichte sogar so gut gefallen, dass ich mir, nachdem ich das E-Book gelesen habe, unbedingt auch die Printausgabe holen musste.
Eine ganz große Herzensempfehlung!

Vielen Dank an den Verlag für das E-Book-Rezensionsexemplar!

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Super Bodyguard

Chris Bradford , Karlheinz Dürr
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei cbt, 12.03.2018
ISBN 9783570403655
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Was mir sofort aufgefallen ist, als ich „Super Bodyguard" gelesen habe, ist, dass der Autor wirklich immer direkt ohne Umschweife zur Sache kommt. Man wird zu Anfang förmlich in das Geschehen hereingeworfen und ehe man sich's versieht, hat auch schon der Terroranschlag stattgefunden und der junge Troy seine Eltern verloren. Von da an nimmt sein Leben eine ganz unvorhergesehene Wendung und er erhält das Angebot, als Super Bodyguard zu arbeiten.
Die ganze Zeit über wird auf allzu ausführliche Beschreibungen verzichtet, weshalb die Kapitel auch recht kurz sind. Einerseits lässt sich das Buch dadurch wirklich flüssig lesen, andererseits fiel es mir schwer, ganz in der Geschichte zu versinken, weil viele Dinge einfach nur sehr oberflächig aufgegriffen wurden. So wird zum Beispiel am Anfang angedeutet, dass sich das Ganze in einer dystopischen (oder zumindest in einer fiktiven) Welt mit einem mehr oder weniger unbekannten politischen System abspielt, jedoch wird diese Welt dem Leser kaum nahegebracht. Wir erhalten weder nähere Details, was diese betrifft, noch Antworten auf Fragen, die diesbezüglich beim Lesen auftauchen.

Auch die Charaktere erschienen mir oft eher eindimensional und nicht besonders außergewöhnlich, sondern vielmehr klischeehaft und vorhersehbar, was ich wirklich schade finde, denn eine gute Geschichte lebt von ihren Charakteren.

Die Handlung ist zumeist auf Actionszenen beziehungsweise die vielen waghalsigen Aktionen der Super Bodyguards - während denen auch nicht gerade wenig Blut fließt - beschränkt. Insgesamt ist das Buch dadurch doch recht spannend.
Ich hatte jedoch das Gefühl, dass viele Szenen immer wieder nach demselben Schema ablaufen: Die Super Bodyguards bekommen den Auftrag, die Tochter des Bürgermeisters bei einer Veranstaltung oder einem Festival zu beschützen, am Anfang erscheint noch alles gut und schön, dann taucht ein Scharfschütze auf und irgendein Mitglied des Rates stirbt. Ich denke, ein bisschen mehr Variation hätte da nicht geschadet, denn so hatte ich den Eindruck, dass das alles nur auf ein ganz bestimmtes Ereignis am Ende hinführen soll.

Tatsächlich erwartet den Leser am Ende ein großer Plot Twist, der mir persönlich zwar vorhersehbar erschien, der aber dennoch das kritische Denken - insbesondere in Bezug auf Politiker beziehungsweise Personen, die eine Machtposition innehaben - anregt und somit eine wichtige Funktion innerhalb der Geschichte hat. Gerade auf den letzten Seiten wird man selbst zum Nachdenken aufgerufen, was Themen wie Terror und Politik betrifft, was ich wirklich schön finde.
Ich hatte jedoch das Gefühl, dass sich letzten Endes alles viel zu schnell wieder zum Guten gewendet hat.
Rückblickend betrachtet habe ich gemerkt, dass mir einfach noch etwas gefehlt hat, das das Buch wirklich besonders gemacht hätte. Somit bleibt mir der Jugendroman nur aufgrund der rasanten Erzählweise, der die Details leider zum Opfer fallen, im Gedächtnis.

Fazit:

In „Super Bodyguard" wird die Handlung wirklich auf das Wesentliche beschränkt - nämlich auf die jungen Bodyguards, die sich mit ihren Superkräften immer wieder in tödliche Gefahr begeben -, was den Lesefluss zwar unterstützt, wodurch die Geschichte meist jedoch sehr oberflächlich wirkt.
Wer Lust auf ein kurzes, temporeich erzähltes Jugendbuch voller Action und (blutiger) Kämpfe hat, ist hiermit gut bedient. Meinen Lesegeschmack hat der Roman allerdings nicht getroffen.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

amsterdam, deutsche besetzung, historische romane, holocaust, judenverfolgung, jugendbücher, liebesgeschichten, nationalsozialismus, niederlande, zweiter weltkrieg

Das Mädchen im blauen Mantel

Monica Hesse , Cornelia Stoll
Fester Einband: 286 Seiten
Erschienen bei cbj, 22.01.2018
ISBN 9783570172834
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt im Januar 1943: Die Nationalsozialisten haben die Niederlande besetzt und versuchen nun, auch dort ihre grausamen Ideologien durchzusetzen. Mittendrin die junge Hanneke, die noch immer um ihren Freund Bas trauert, der im Krieg gefallen ist. Bas spielt die ganze Zeit über eine wichtige Rolle, nämlich dann, wenn Hanneke sich fragen muss, welchen Weg sie einschlägt. Oft wird flashbackartig aus ihrer gemeinsamen Zeit berichtet. Dies wird nicht immer, aber doch oft gut in die Handlung eingebaut und hilft auf jeden Fall, die Beweggründe der Charaktere nachzuvollziehen.
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich am Anfang nicht besonders gut mit Hanneke identifizieren konnte. Es war schon hart zu sehen, was sie alles verloren hat, und ganz klar üben ihre Erinnerungen daran einen enormen Einfluss auf sie aus. Wirklich warmgeworden mit ihr bin ich aber erst, als mir klar wurde, wie ahnungslos sie trotz ihrer Schwarzmarktarbeit tatsächlich ist. Wie wenig Ahnung alle Menschen haben, obwohl das Grauen direkt vor ihren Augen geschieht. Pure Ignoranz? Angst, selbst verfolgt zu werden? Oder schlichtweg die Tatsache, dass alles unter Verschluss gehalten wird? Nun, vielleicht auch alles auf einmal.

Aber natürlich bleibt es nicht bei verschlossenen Augen und Ahnungslosigkeit: Mehr oder weniger unfreiwillig wird Hanneke in eine Widerstandsbewegung gegen das Regime der Nazis verwickelt und ihr wird unbarmherzig vor Augen geführt, wie schlimm es um ihr Volk und die verfolgten Juden wirklich steht. Sie muss lernen, sich der Realität zu stellen.
Außerdem erhält sie von einer ihrer Schwarzmarktkundinnen den Auftrag, ein jüdisches Mädchen, das aus seinem Versteck verschwunden ist, zu finden. Ihre einzigen Anhaltspunkte: Das Mädchen heißt Mirjam Roodveldt und trägt einen blauen Mantel. Und obwohl es scheint, als sei ihr Vorhaben zum Scheitern verurteilt, setzt sie alles daran, das Mädchen zu finden.

Obwohl ich von Anfang an nicht mit einem Happy End gerechnet habe und am Ende natürlich auch nicht alles rosig und schön ist, konnte mich das Buch mit gewissen Wendungen wirklich überraschen. Es wird unerwartet spannend und es gibt sogar Krimi- und Thriller-Aspekte, was mich persönlich wirklich gefreut hat.

Ebenfalls sehr schön fand ich den holländischen Flair, den die Geschichte hat, obwohl die Autorin aus den USA kommt. Man merkt, wie sehr sie sich mit dem Land und seiner Kultur auseinandergesetzt hat, sodass ich beim Lesen wirklich das Gefühl hatte, im Amsterdam der 1940er Jahre gelandet zu sein. Und die Tatsache, dass schon auf den ersten Seiten die Stroopwafels - meine holländische Lieblingssüßigkeit - erwähnt werden, war wie eine Art kleines, persönliches Highlight für mich!
Vor allem aber ist das Buch historisch interessant und authentisch. Monica Hesse hat es geschafft, auf eindrucksvolle Art und Weise zu beschreiben, wie Fremdenhass damals Freundschaften und Familien zerstört hat und es auch heute immer noch tut. Aus diesem Grund halte ich den Jugendroman für sehr lesenswert und glaube, dass er viele Leser auch nach der Lektüre noch beschäftigen wird.

Fazit:
Trotz der einen oder anderen klitzekleinen Schwachstelle konnte mich das Buch im großen und ganzen auf jeden Fall überzeugen. Überraschend detailgetreu und authentisch wird die damalige Lage im Amsterdam zur Zeit des Nationalsozialismus beschrieben und zeigt auf gelungene Weise, wie unvorstellbar schlimm es damals gewesen sein muss. Auch die Handlung konnte mich gegen Ende hin fesseln und es wartet die eine oder andere unvorhergesehene Wendung auf den Leser.
Ich finde es unglaublich wichtig, dass man über diesen Teil unserer Vergangenheit spricht und auch schreibt und bin der Meinung, dass dieses Buch durchaus einen Teil dazu beitragen kann, dass dies nicht in Vergessenheit gerät. Wer für Geschichte interessiert und sich mit dem Thema näher auseinandersetzen möchte, kann ich „Das Mädchen im blauen Mantel" auf jeden Fall empfehlen.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

gegen diskriminierung, gegen rassismus, menschlichkeit, nichts ist okey!!!, verantwortung, verdrängte verantwortung

Nichts ist okay!

Brendan Kiely , Jason Reynolds , Klaus Fritz , Anja Hansen-Schmidt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423626774
Genre: Jugendbuch

Rezension:





Meine Meinung:
Über die ernste Thematik, von der das Buch handelt, liest man gerade heutzutage immer wieder. Ich war ziemlich gespannt auf die Umsetzung - und war gerade zu Anfang eher enttäuscht.
Die Sprache ist sehr jugendlich, was sicherlich zum Alter der Protagonisten passt, aber dann doch etwas zu extrem für meinen Geschmack. Teilweise war ich sogar richtig genervt vom Schreibstil, weil es mir einfach schwerfiel, mich so richtig in die Geschichte hereinzudenken.


Im Fokus des Geschehens stehen die beiden Jungen Rashad und Quinn.
Rashad ist ein dunkelhäutiger Junge, der scheinbar ohne jeglichen Grund von einem weißen Polizisten brutal niedergeschlagen und verprügelt wird. Es war zwar schockierend für mich, das Ganze aus seiner Sicht zu lesen, allerdings konnte ich mich nicht besonders gut mit ihm identifizieren - das, was mit ihm geschieht, hat mich irgendwie mehr getroffen als er als Person selbst, versteht ihr, was ich meine?

Quinn, ein guter Freund der Familie des Polizisten, beobachtet das Geschehen und muss sich nun entscheiden: Soll er als Zeuge aussagen und sich damit auf die Seite von Rashad stellen, was bedeuten würde, dass er seinen besten Freund und dessen Familie verraten würde? Oder soll er Paul, den Polizisten, der schon immer so etwas wie ein großer Bruder für ihn war, unterstützen? Natürlich ist das eine extrem schwierige Entscheidung und diese Dilemmasituation verlangt Quinn so einiges ab. Langsam, aber sicher entfernt er sich von seinen Freunden und gerät unbeabsichtigt in Konflikte ... Was mich persönlich aber gestört hat, ist, dass er ganz lange gar nicht den Eindruck erweckt, als würde er versuchen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Obwohl er eine zentrale Rolle in dem stattfindenden Konflikt spielen könnte, verhält er sich eher passiv. Ich hätte mir viel mehr gewünscht, dass er sich mit dem Thema auseinandersetzt, anstatt vor den Problemen davonzulaufen, um einen für sich selbst geeigneten Standpunkt zu finden. Der innere Konflikt hätte meiner Meinung nach deutlich ausgeschmückt werden können, das hätte seinen Charakter lebendiger und vor allem auch authentischer erscheinen lassen.
Außerdem bin ich der Meinung, dass die Charaktergestaltung insgesamt zu viele Klischees vom „typischen" Amerika enthält. Allerdings entwickeln sich sowohl Rashad als auch Quinn im Laufe der Geschichte weiter, was ich nicht nur für sehr schön und begrüßenswert, sondern bei der Thematik auch für absolut notwendig halte.

Der Konflikt, den das Buch behandelt, ist nach langer Zeit noch immer brandaktuell. Im Zentrum dieses ganz speziellen Falls von Polizeigewalt gegenüber einem unbewaffneten, schwarzen Jugendlichen steht der Slogan „Rashad fehlt heute wieder!", der erst in der Schule, dann in der gesamten Stadt und schließlich auch in den landesweiten Medien für Aufruhr sorgt.
Auch als Leser bekommt man deutlich zu spüren, wie lebendig Rassismus auch heutzutage noch ist.

Vom Ende war ich wirklich positiv überrascht, besonders, da der Anfang ja eher schwach war. Die letzten Seiten jedoch machen das fast wieder wett - ich hatte tatsächlich eine Gänsehaut und war ziemlich beeindruckt. Außerdem wurde das Ende überraschend gut mit dem Anfang verknüpft, sodass letztendlich ein rundes Ganzes entsteht.

Fazit:
Der Jugendroman „Nichts ist okay!" zeigt bedauernswerterweise erst gegen Ende hin seine Stärken. Zunächst einmal fällt das Buch jedoch durch einen sehr jugendlichen Schreibstil auf, was sicherlich zum Alter der Protagonisten passt und überdies Geschmackssache ist, der mir persönlich aber einfach nicht zugesagt hat. Den Charakteren fehlt es meiner Meinung nach an Identifikationspotenzial, vor allem bei Quinn hätte ich mir gewünscht, dass er sich nicht so lange Zeit so passiv verhält, anstatt sich eine eigene Meinung zu bilden. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Titel zwar eine Menge Potenzial besitzt, dieses jedoch nicht komplett ausgeschöpft wurde. Deshalb kann ich ihn leider auch nicht uneingeschränkt weiterempfehlen.
 


Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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825 Bibliotheken, 32 Leser, 2 Gruppen, 80 Rezensionen

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Animant Crumbs Staubchronik

Lin Rina
Flexibler Einband: 550 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 20.11.2017
ISBN 9783959913911
Genre: Fantasy

Rezension:

Meine Meinung:
Bevor wir zum eigentlichen Inhalt kommen, lasst uns doch einen Moment innehalten, um dieses wunderschöne Cover zu betrachten! Ich meine, jedes Drachenmond-Buch gleicht einem kleinen Kunstwerk, aber hiermit hat sich die Coverdesignerin wirklich selbst übertroffen. Das Cover passt einfach perfekt zur Geschichte und ich könnte es ewig betrachten und in den ganzen kleinen Details versinken . . .

Die Protagonistin Animant lernen wir ganz zu Anfang kennen - und lieben. Im Ernst, ihre ganze Art ist einfach nur umwerfend: Sie ist unabhängig, herrlich sarkastisch, ihrer Zeit überdies weit voraus und sie fühlt sich in Büchern mehr zuhause als in der Realität. Gerade, wenn man den historischen Kontext betrachtet, ist es auch mehr als verständlich, dass sie sich manchmal fehl am Platz fühlt.
Ich konnte und kann mich mit dieser Figur so unglaublich gut identifizieren, dass ich teilweise sogar das Gefühl hatte, ich selbst wäre sie. Ihre Gedanken und Gefühle hätten die meiste Zeit über genauso gut meine eigenen sein können und ich glaube, in dem Ausmaß hatte ich das bis jetzt bei nicht einer anderen Buchfigur. Maßgeschneiderte Protagonisten - Lin Rina macht's möglich!😉
Ab jetzt gehört Ani zweifelsohne zu meinen liebsten Buchcharakteren überhaupt!

Auch Anis Verhältnis zu den anderen Charakteren - die Konflikte, die wachsende Zuneigung zu gewissen Personen, einfach alles - ist absolut stimmig. Die Dialoge sind mehr als authentisch und sprühen teilweise vor Energie. Insbesondere die Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Animant und ihrer Mutter wurde mit viel Einfühlungsvermögen, aber auch sehr realistisch beschrieben.
Die Atmosphäre in diesem Buch ist einfach traumhaft. Eine riesige Bibliothek voller verborgener Schätze und Träume - was will man mehr?

„Tief atmete ich die Eindrücke um mich herum ein: die säuerliche Schärfe von gebleichtem Papier, muffig angelaufenen Büchern, frischer Tinte, gegerbtes Leder, Metallbeschläge, Staub, altes und neues Holz; das Licht, das durch die riesige Glaskuppel fiel und den runden Raum in einen grau schimmernden Palast voll unentdecktem Wissen verwandelte." - Zitat

Die Autorin hat einen einzigartig bildhaften Schreibstil, sodass ich beim Lesen stets das Gefühl hatte, mich mitten im Geschehen zu befinden, und ich bin förmlich versunken in der Geschichte. Auch die historischen Aspekte haben mir unglaublich gut gefallen, obwohl ich normalerweise nicht besonders viele historische Romane lese, so hat dieses Buch hier mich mehr als überzeugt, das vielleicht noch einmal zu überdenken.

Ziemlich cool finde ich die Idee mit der vollautomatisierten Suchmaschine, die dem ganzen einen Hauch von Steampunk verleiht. Zugegebenermaßen spielt diese Maschine aber eine geringere Rolle als von mir erwartet, was ich etwas schade finde.
Die Geschichte schlägt jedoch auch eine ganz andere Richtung ein, als zunächst von mir gedacht, und - hach - ich habe wirklich mein Herz an dieses Buch verloren. Ich hatte nicht nur ständiges Herzflattern, sondern war auch so gefesselt, dass ich den Schmöker trotz der knapp 550 Seiten an bloß einem Tag gelesen habe - oder sollte ich eher sagen, verschlungen?

Im Laufe der Handlung hat Ani nicht nur immer wieder mit den großen und kleinen Problemen des Lebens zu kämpfen, sondern auch mit unerwarteten Gefühlen, die sie beinahe überwältigen. Und sie muss lernen, dass sich nicht alle Fragen mit kaltem Verstand und purer Logik beantworten lassen . . .

„Ich war zuvor nie verliebt gewesen und ich hatte keine Ahnung, ob das, was ich fühlte, wirklich Verliebtheit war. Woran entschied sich das, wenn ich doch keinen Vergleich anstellen konnte?" - Zitat


Das Ende hat mich übrigens ein bisschen an „Stolz und Vorurteil" erinnert. Und es hat mich mit einem dicken Grinsen zurückgelassen ...
Ich kann es wirklich nicht oft genug betonen: Ich bin verliebt in dieses Buch! Eine absolute Herzensempfehlung!

Fazit:
Eine absolut wundervolle Geschichte mit einer mehr als sympathischen Protagonistin, einer magischen Atmosphäre und voller Konflikte, die das Leben schreibt - „Animant Crumbs Staubchronik" ist wirklich ein absolutes Highlight, das nicht nur für Herzflattern sorgt, sondern auch für ein paar Stunden die Realität komplett verschwinden lässt. Es ist eine dieser Geschichten, von denen man sich wünscht, dass sie nie aufhören . . . ich bin einfach begeistert!

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357 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 142 Rezensionen

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Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen

Leigh Bardugo , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 06.02.2018
ISBN 9783423761970
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Da ich eigentlich kein großer Superheldenfan bin, hatte ich zugegebenermaßen nicht allzu hohe Erwartungen an das Buch. Aufgrund der vielen positiven Meinungen war ich aber dennoch gespannt und ich habe mir vorgenommen, das Ganze einfach mal auf mich zukommen zu lassen.
Die Protagonistin Diana erschien mir am Anfang noch etwas unnahbar. Ich persönlich fand einige ihrer Handlungen zu Beginn etwas schwer nachvollziehbar, aber im Laufe der Zeit habe ich ihren Charakter immer besser kennen und lieben gelernt! Es ist einfach nur umwerfend lustig, wie sie versucht, sich in der realen Welt und in New York zurechtzufinden, nachdem sie die Insel der Amazonen verlassen hat. Gerade an den Stellen, wo sie zum Beispiel im Supermarkt steht und das dort aufgereihte Deo mit glitzernden Edelsteinen vergleicht, musste ich einfach lachen.
Sie verhält sich in wohl jeglicher Hinsicht unkonventionell, agiert aber mit stets mit Selbstbewusstsein und Willensstärke, was sie in meinen Augen sowohl sehr bewundernswert als auch ungeheuer sympathisch erscheinen ließ. Mit ihr als Hauptfigur wird auch die aktuelle Feminismusbewegung aufgegriffen, ohne dem Leser dabei irgendeine politische Meinung aufzwingen zu wollen. Stattdessen fühlt sich alles, nun ja, irgendwie richtig an und ich habe mir des Öfteren gedacht: Hm, wenn das alle so machen würden . . .

Außerdem gibt es eine Menge Diversität unter den Charakteren, was ich einfach toll finde! Jeder ist auf seine eigene Art irgendwie einzigartig und besonders und es gibt eine große ethnische Vielfalt, worüber man meiner Meinung nach viel zu selten liest.

Was mich ebenfalls positiv überrascht hat, ist die Tatsache, dass die griechische Mythologie eine tragende Rolle spielt und viele Aspekte davon mit der realen Welt verflochten werden, ohne dabei irgendwie unrealistisch zu wirken. Auch die Idee mit den Kriegsbringerinnen finde ich ziemlich cool.

„Schwestern im Kampfe, ich bin dir Schild und Klinge. Solange ich atme, werden deine Feinde keine Zuflucht kennen. Solange ich lebe, ist deine Sache die meine." - Zitat

Die an jeder Ecke lauernden Plot Twists halten die Spannung während der Lektüre konstant und treiben sie langsam, aber sicher bis an die Spitze. Teilweise konnte ich mir ein lautes „NEIN!" wirklich nicht mehr verkneifen, einfach, weil ich so geschockt war. Die Geschichte ist einfach nur unglaublich fesselnd und insbesondere während des unerwartet emotionalen Showdowns war ich kaum dazu in der Lage, das Buch wegzulegen. Ich war komplett in der Handlung versunken und wollte gar nicht mehr, dass es zuende geht - meine eigentliche Abneigung gegen Superheldengeschichten war längst vergessen.
Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen, insbesondere, wenn ihr griechische Mythologie und starke Charaktere mögt.
„Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen" bietet ein wirklich unvergessliches Leseerlebnis! Ein ganz klarer Fall von „was für ein Glück, dass ich mich auf dieses Buch eingelassen habe, obwohl ich ihm eigentlich eher skeptisch gegenüberstand" - hach, ich bin begeistert!



Fazit:
Wow! Dieser Titel konnte mich trotz anfänglicher Skepsis in jeglicher Hinsicht überzeugen. Leigh Bardugo ist es gelungen, die Welt der griechischen Mythen mit der modernen Welt verschmelzen zu lassen und entführt den Leser dabei in ein einzigartiges Abenteuer voller Gefahren, Freundschaft und Verrat. Überdies verspricht der Titel die geballte Ladung Frauenpower fernab von allen Klischees und ist gerade deshalb herrlich erfrischend. Eine absolute Leseempfehlung!



Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Leseexemplar!

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1.207 Bibliotheken, 32 Leser, 0 Gruppen, 251 Rezensionen

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Verliere mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305496
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meine Meinung:
Nachdem die Autorin „Berühre mich. Nicht." so abrupt mit einem Cliffhanger hat enden lassen, konnte ich es natürlich kaum erwarten, zu erfahren, wie es jetzt mit Sage und Luca weitergeht.
Sage hat es wieder einmal besonders schwer: Sie muss in einem heruntergekommenen Motel wohnen, hat weder Geld noch eine richtige Unterkunft, steht irgendwie zwischen ihren Freunden und Luca und vermisst letzteren schmerzlich, auch wenn sie sich Mühe gibt, sich dies nicht einzugestehen. Das führte dazu, dass ich stetiges Mitleid mit ihr verspürte, auch wenn ich insgeheim hoffte, dass sie sich aus eigener Kraft aus ihrer schlimmen Lage zu befreien versucht. Das geschieht zwar teils, aber nicht im großen Maße.
Auch wenn Sage verständlicherweise versucht, möglichst nicht in Kontakt mit Luca zu treten, lässt sich dies teilweise doch nicht vermeiden - und Luca verhält sich mit seiner betont kühlen Art wirklich schlimm ihr gegenüber. Aus diesem Grund flaute auch die Sympathie, die ich in Band 1 noch für ihn empfunden habe, langsam ab. Es dauerte eine Weile, bis ich ihm gewisse Dinge verzeihen konnte.

„Sorgen sind nutzlose Gefühle, sie ändern rein gar nichts. Entweder nimmt man die Dinge in die Hand und versucht, sie zu ändern, oder man lässt es bleiben und lernt, damit zu leben. Vom Sich-Sorgen-Machen wird nichts besser." - Zitat

Es lässt sich aber sagen, dass mir die Entwicklung der Charaktere sehr gut gefallen hat. Auf die eine oder andere Weise muss jeder versuchen, über seine Schatten zu springen und Veränderungen durchzumachen.
Dadurch, dass wir auch einige Figuren aus „Berühre mich. Nicht." besser kennenlernen, wirkt die ganze Geschichte viel lebendiger und die Handlung dynamischer.

Der Schreibstil ist wie in Band 1 sehr flüssig zu lesen, sodass ich das Buch insgesamt auch sehr schnell durchgelesen habe. In mir herrschte ein stetiger Drang, zu erfahren, wie es weitergeht und besonders das bevorstehende Ende weckte Interesse, aber auch Skepsis in mir. Skepsis, weil ich ein wenig die Befürchtung hatte, dass vor lauter Liebe er (aus Spoilergründen werde ich nicht näher auf den mysteriösen Er eingehen😉) vollkommen in den Hintergrund rückt und letztendlich nicht seine gerechte Strafe erhält.
Umso zufriedener war ich dann aber, denn die letzten Seiten sind nicht nur unglaublich spannend, es kommt auch zu einem mehr als zufriedenstellenden Abschluss der ganzen Problemsituation.

Und noch ein kleiner Pluspunkt am Ende: Natürlich das Cover! Ist es nicht einfach wunderschön? Die Farben harmonieren nicht nur wunderbar miteinander, nein, es ergänzt auch das von Teil 1 perfekt. Und zusammen im Regal sehen die Bücher einfach traumhaft aus!
Natürlich ist der Inhalt das, auf was es letztendlich ankommt, aber wenn man eine tolle Geschichte in traumhaft schöner Hülle hat, was will man mehr?

Einzig und allein die Tatsache, dass im Buch einige Spoiler auf TV-Serien wie zum Beispiel Gilmore Girls enthalten sind, schmälerten das Lesevergnügen bei mir ein wenig. Ich persönlich habe keine der erwähnten Serien gesehen, aber ich glaube, dass die kleinen Spoiler gerade für Menschen, die die Serien auch schauen, ziemlich ärgerlich sein können.

Insgesamt hat mir das Buch aber dennoch wirklich gut gefallen und nach der letzten Seite blieb mir noch einige Zeit das wehmütige Gefühl, das bei mir immer dann auftaucht, wenn eine tolle Reihe beendet wurde.

Fazit:
Sympathische und vielschichtige Charaktere, eine spannende Handlung und die ganz großen Gefühle - Laura Kneidls Dilogie ist ein absolutes Muss für alle New-Adult-Liebhaber!

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1.956 Bibliotheken, 71 Leser, 0 Gruppen, 354 Rezensionen

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Berühre mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305274
Genre: Liebesromane

Rezension:


Meine Meinung:
Ich habe keine Angst. Die Angst ist nicht real.
Dieses Mantra, das wir gleich zu Anfang des ersten Kapitels kennenlernen, ist für Protagonistin Sage eine allgegenwärtige Notwendigkeit. Immer und immer wieder führt sie sich genau diese Worte vor Augen, denn sie hat in ihrer Vergangenheit Schreckliches erlebt und wird durch die dadurch ausgelösten Ängste in ihrem Alltag extrem beeinflusst.
Gerade aufgrund ihrer Verletzlichkeit fiel es mir als Leserin sehr leicht, mich in Sage hineinzuversetzen. Ihre Ängste, Sorgen und ihr Trauma werden sehr authentisch beschrieben, teilweise hatte ich sogar das Gefühl, mich selbst in dieser erdrückenden Lage zu befinden und selbst diese Angst zu haben.
Auch wenn erst recht spät herauskommt, was tatsächlich mit Sage geschehen ist, so ist dies - nicht zuletzt wegen der vielen Andeutungen - dennoch ziemlich vorhersehbar, aber dadurch nicht minder schockierend und geradezu ekelerregend.
Sages Wunsch, neu anzufangen, kann ich auf jeden Fall mehr als nachvollziehen. Sie hat wirklich Glück, in April eine Freundin zu finden, die sie in ihrer schwierigen Lebenslage unterstützt. Die ist mit ihrer offenen, lebensfrohen Art einfach umwerfend! Ein bisschen erinnert hat sie mich an Dawn aus „Begin Again" . . .

Und Luca? Luca hat sich von der ersten Seite an, auf der er aufgetaucht ist, heimlich in mein Herz gestohlen! Seine Liebe zu Büchern machte ihn mir gleich sympathisch und ich musste nicht selten grinsen, weil mir sein Verhalten, was Bücher angeht, so bekannt vorkam. Auch, dass er mit Sage so behutsam umgeht, macht ihn in gewisser Weise außergewöhnlich: Es ist sicherlich nicht selbstverständlich, ihr so viel Freiraum zu geben und dennoch für sie da zu sein, wenn sie ihn braucht.

Auch wenn Sage sich in ihrem neuen Umfeld langsam zurechtfindet, wird sie langsam, aber sicher wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt. Das weckte auch in mir ein Gefühl von Beklemmung und sorgte für das eine oder andere fassungslose Kopfschütteln.

Der Schreibstil von Laura Kneidl lässt sich wirklich sehr flüssig lesen, die Seiten flogen bei mir nur so dahin und auch die Handlung konnte mich für sich einnehmen.

Kommen wir zum Ende . . . der Cliffhanger, der auf den letzten Seiten auf mich wartete, war zwar recht vorhersehbar für mich, aber dennoch war ich schockiert und auch ein bisschen sprachlos, als ich es dann schwarz auf weiß gelesen habe. Insbesondere die Worte unter dem letzten Kapitel.
Fortsetzung folgt.
Da kann man doch gar nicht anders, als sehnsüchtig auf Teil 2 zu warten, oder? Mir jedenfalls geht es so!

Insgesamt lässt sich sagen, dass „Berühre mich. Nicht" ein wirklich unterhaltsamer und mitreißender New-Adult-Roman, der aber auch ernstere Themen behandelt. Sage und Luca sind mir während des Lesens wirklich ans Herz gewachsen und ich bin gespannt zu erfahren, wie sich ihre Geschichte weiterentwickelt. Einzig und allein die Tatsache, dass mir einige Ereignisse und Wendungen vorhersehbar erschienen, schmälert meine Begeisterung minimal. Für New-Adult-Fans ist dieses Buch dennoch sehr empfehlenswert!

Fazit:
Den Hype, den „Berühre mich. Nicht" bei der Zielgruppe auslöst, kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Es ist auf der einen Seite ein richtiges Wohlfühlbuch mit tollen Charakteren, hat auf der anderen Seite aber auch ernste und beklemmende Züge. Wenn ihr gerne in diesem Genre lest, kann ich euch diesen Roman hier nur ans Herz legen!

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115 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Manipuliert

Teri Terry , Petra Knese
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 16.01.2018
ISBN 9783649626008
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Nachdem schon der Vorgängerband „Infiziert" meine Erwartungen bei weitem übertreffen konnte, konnte ich es gar nicht abwarten, dieses Buch endlich in den Händen zu halten und zu erfahren, wie es weitergeht!
Es dauerte nicht lange, bis ich mich wieder in die Geschichte eingefunden habe, da die Handlung von Band eins beinahe nahtlos in die von Band zwei übergeht. Somit befand ich mich sofort wieder mitten im Geschehen - und konnte erneut nicht mehr aufhören zu lesen.
Eins muss ich der Autorin wirklich lassen: Sie versteht es, ihre Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Genau so wie die mysteriöse Krankheit weiter um sich schlägt und niemanden verschont, so sehr war auch ich infiziert.


 „Der Krankheit ist es egal, wer du bist. Reich, arm, jung, alt, geliebt, verhasst, woher du kommst, welche Hautfarbe du hast, kümmert sie nicht." - Zitat


Am wohl erschreckendsten war für mich, dass alles, was in diesem Buch geschieht, genauso gut in echt geschehen könnte. Schonungslos, direkt und brutal erzählt Teri Terry von den Abgründen der Menschheit und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Auch gesellschaftskritische Aspekte spielen eine große Rolle: Die Welt versinkt in Chaos, Politik und Militär wirken dubios und scheinen gewisse Dinge zu vertuschen und die Menschen fallen in primitive Verhaltensmuster zurück.
Wer anders ist - in diesem Fall die Überlebenden der Krankheit - gilt als gefährlich, wird von allen gehasst und für das Unglück verantwortlich gemacht. Rationalität und Logik scheinen nicht mehr zu existieren: Das Einzige, was die Menschen noch anzutreiben scheint, ist purer Überlebenswille.

Was für mich persönlich ebenfalls einen großen Teil der Faszination an dieser Reihe ausmacht, sind die Charaktere. Sie wirken alle unglaublich vielschichtig und authentisch und machen die Geschichte um einiges lebendiger. Die verschiedenen Perspektiven, aus denen erzählt wird, bieten dem Leser eine differenziertere Sicht der Dinge, was ich hier für noch wichtiger halte als in Band 1. Denn auch die Handlung gewinnt immer mehr an Detailliertheit, es verlaufen mehrere Handlungsstränge parallel und fügen sich nach und nach zu einem großen Ganzen zusammen.

Besonders schön finde ich, dass sowohl Shay als auch Kai und Callie jeweils ihre ganz eigene Erzählerstimme haben, die charakteristisch für sie ist. Somit bieten diese drei Charaktere mit all ihren Gedanken, Ängsten und Sorgen eine besonders gute Identifikationsmöglichkeit.

Ich muss allerdings gestehen, dass Callie, die ja eine Art Geist ist, mir noch immer etwas unheimlich vorkam. Gerade die Nüchternheit, mit denen sie gewisse Ereignisketten in Gang setzt, schockierte mich besonders aufgrund ihres Alters doch sehr. Dahingegen war mir Shay noch immer sehr sympathisch, da sie auch in brenzligen Situationen noch immer ihre Charakterstärke unter Beweis stellt. Die Art, wie sie mit jüngeren Figuren, die in einer ähnlichen Situation stecken wie sie, umgeht, ist schlichtweg herzerwärmend. Und Kai? Sein Durchhaltevermögen ist auf jeden Fall bewundernswert. Dadurch, dass jetzt auch er zu den Erzählern gehört, kommt sein Charakter viel besser zur Geltung als zuvor. Man merkt wirklich, wie viel Mühe sich die Autorin mit der Gestaltung ihrer Figuren gegeben hat - und bekommt dadurch das Gefühl vermittelt, diese zu kennen.

 „Wie kann er nur so ruhig dasitzen? Warum brüllt er nicht vor Zorn? Am liebsten würde ich ihn schütteln, damit er die Wut in sich entdeckt, die ihm die Kraft gibt, weiterzumachen. So wie mir." - Zitat

Überdies bietet die Lektüre eine Menge, teils unerwartet aufkommende Emotionen. Ich habe beim Lesen wirklich alles gefühlt, von Wut über Trauer bis hin zu Freude. Und das Ende? Das hat einen riesigen Hass in mir geweckt. Ich war wirklich bis ins Mark erschüttert, als ich gewisse Zeilen gelesen habe.
Unter anderem bieten die letzten Seiten auch unglaubliche Wendungen. So erfährt man zum Beispiel endlich, wer hinter dem mysteriösen Dr. 1 steckt (da fiel es mir wirklich wie Schuppen von den Augen), und erhält auch einige andere Antworten, die ich förmlich herbeigesehnt habe.
Leider endet das Buch genauso blöd wie der erste Teil. Mit „blöd" meine ich: Ein unvorhergesehener, superfieser Cliffhanger, der mich mit offenem Mund zurückgelassen hat.
Ach, kann ich nicht einfach schon den dritten Teil haben? Und wenn ich ganz lieb bitte sage?


Fazit:
„Manipuliert" ist seinem Vorgänger in jeglicher Hinsicht ebenbürtig - und übertrifft ihn an einigen Stellen sogar noch, was wirklich eine Kunst ist. Dieses Buch hat einfach alles, was ein gelungener Jugendroman braucht: Spannung, Intrigen und umwerfende Charaktere. Überdies ist es brandaktuell und bietet einigen Stoff zum Nachdenken. Unbedingt lesen! Ihr werdet es nicht bereuen!


Vielen Dank an den Coppenrath-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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310 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 94 Rezensionen

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Constellation - Gegen alle Sterne

Claudia Gray , Christa Prummer-Lehmair , Heide Horn
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbj, 20.11.2017
ISBN 9783570174395
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Als ich dieses Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich zugegebenermaßen etwas skeptisch, da die Geschichte für mich nicht sonderlich außergewöhnlich klang. Ich hatte die Befürchtung, dass zum Beispiel die Tatsache, dass es hier um eine künstliche Intelligenz geht und dies ja durchaus ein Grund für moralische Dilemmata ist, etwas außen vor gelassen wird oder auch, dass mich eine zu kitschige Liebesgeschichte erwartet. Ob diese Befürchtungen berechtigt waren? Lest selbst . . .

Auf den ersten Seiten machte alles einen ziemlich befremdlichen Eindruck auf mich. Ich konnte mit vielen Begriffen nicht viel anfangen und musste mir erst einmal ein Bild von der gesamten Situation machen. Auch an den Schreibstil musste ich mich erst einmal gewöhnen. Nach einiger Zeit las sich das Buch dann aber deutlich flüssiger und mein Interesse an der Geschichte stieg.

Die Science-Fiction-Elemente konnten mich auf jeden Fall überzeugen. Besonders der durchaus gesellschaftskritische Aspekt, dass die Erde, die sich immer mehr selbst zerstört, gegen die anderen, ebenfalls bewohnten Planeten Krieg führt und diese zu erobern versucht, hat mir wirklich gut gefallen. Es ist erfrischend anders - und geradezu erschreckend realistisch - , dass die Erde hier ganz klar zu den „Bösen" gehört.

Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, sind die religiösen Aspekte. Nur selten liest man, dass die Charaktere eines Buches ihre Religion aktiv ausüben und das für ganz selbstverständlich nehmen. Ich finde es wirklich schön, dass es hier ganz „normal" ist, dass Juden, Christen und Moslems nebeneinander zum Beispiel vor der nächsten Offensive miteinander beten. Das bietet dem Leser eine ganz neue Art von Identifizierungsmöglichkeit.

Auch die Diversität der einzelnen Charaktere hat mich sehr gefreut. Dass hier nichts dem „Standard" entspricht, bringt dem Buch auf jeden Fall große Pluspunkte ein.

Was mich auch gefreut hat: dass es - anders als befürchtet - keine kitschige Liebesgeschichte gibt. Vielmehr geht es darum, dass Abel immer mehr lernt, wie ein Mensch zu denken und zu fühlen und sich von seiner ursprünglichen Bestimmung „loszulösen", während Noemi immer mehr in einen inneren Konflikt gerät, da Abel schließlich immer noch eine Maschine ist . . . Da hätte ich mir teilweise gewünscht, dass die Autorin noch ein bisschen mehr ins Detail gegangen wäre, aber im Großen und Ganzen wurden Neomis Gedanken nachvollziehbar beschrieben.

Abels Verhalten konnte ich gerade zu Anfang leider nur wenig nachvollziehen. Vieles erschien mir ein wenig unlogisch, das hat sich nach und nach aber gebessert. Als dann herauskam, weshalb sein „Erschaffer", Burton Mansfield, ihn, die perfekteste künstliche Intelligenz, die es je gegeben hat, gebaut hat, hat die Antwort auch einiges geklärt.

Das Ende macht Lust auf mehr und ich bin gespannt, wie es weitergeht.




Fazit:
Ein unterhaltsames Science-Fiction-Jugendbuch mit Stärken und Schwächen. Irgendwie fehlte mir persönlich noch das gewisse Etwas, das den Wow-Effekt ausgemacht hätte. Rückblickend gesehen hat „Constellation - Gegen alle Sterne" aber auf jeden Fall mehr zu bieten, als ich zunächst erwartet habe.



Vielen Dank an den cbj-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

depression, ebook, engel, hoffnung und angst, jennastrack, jenna strack, jennastrack, sternwärts, love, schutzengel, semikolon, splitterleben, suizid, suizidversuch mit umdenken, zuversicht

Sternwärts

Jenna Strack
Flexibler Einband: 130 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 06.08.2017
ISBN 9781973859321
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:
Bevor wir zum Inhalt kommen: Wie schön ist dieses Cover bitte?! Die Bücher von Jenna sehen alle einfach nur traumhaft aus und sind ein wahrer Hingucker in jedem Bücherregal. Sowohl von außen als auch von innen ist dieses Buch unglaublich liebevoll gestaltet - einfach toll!

Die Grundidee jedoch hat mich zugegebenermaßen etwas skeptisch gemacht: Erst kürzlich habe ich einen Jugendroman mit einer ganz ähnlichen Thematik gelesen. Auch dort ging es um ein Mädchen, das eigentlich gestorben war, aber dennoch als eine Art Schutzengel auf Erden herumwandert und depressiven und suizidgefährdeten Menschen hilft, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen.
Dennoch war ich fest entschlossen, dem Titel eine Chance zu geben, besonders, weil ich schon so viel Gutes darüber gehört hatte!

Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht der 17-jährigen Anh erzählt. Sie war mir gleich sympathisch, da sie der Geschichte trotz der ernsten Thematik eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Ihr Humor kam mir an einigen Stellen zwar etwas kindisch vor, hat mich aber des Öfteren zum Schmunzeln gebracht. Da sie überdies ein Bücherwurm und ein riesiger Harry-Potter-Fan ist, konnte ich mich auch sehr gut mit ihr identifizieren. Ihre kämpferische Art hat mich ebenfalls direkt angesprochen.

Zu Jona, einem der „Klienten" von Anh, fehlte mir leider irgendwie ein bisschen der Zugang. Lange fiel es mir schwer, seine Gedanken und seine Handlungen nachzuvollziehen. Ich hatte den Eindruck, als wolle er gar nicht, dass man ihm hilft. Andererseits wird dadurch aber auch deutlich, wie sehr er sich von der Welt um sich herum abschottet.

„Einen Engel erkennst du erst, wenn er an dir vorübergegangen ist." - Zitat

Was mich an dieser Novelle wirklich unglaublich beeindruckt hat, ist die Art, wie die Autorin es schafft, auf so wenigen Seiten so unglaubliche Emotionen aufzubauen. Nicht selten war ich den Tränen nahe, weil mich das Gelesene so berührt hat. Und es sind auch nicht gerade wenige Tränen geflossen, das könnt ihr mir glauben.

Besonders das Ende ist unfassbar schön und sehr emotional.

„Sternwärts" ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Es ist nicht einfach nur eine Buch, sondern viel mehr ein Aufruf, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Es zu genießen. Zum Autor seiner eigenen Geschichte zu werden und trotz Höhen und Tiefen nicht aufzugeben.

Ich glaube, dass nicht nur direkt Betroffene etwas aus der Lektüre mitnehmen können. Vielmehr bin ich der festen Überzeugung, dass alle, die diese Novelle lesen, etwas daraus lernen werden - zum Beispiel, dass sie viel häufiger ein Semikolon anstatt eines Kommas setzen sollten. Denn auch, wenn etwas wie das Ende scheint, oft ist es gerade erst der Anfang;




Fazit:
Hinter diesem kleinen Büchlein von gerade einmal 130 Seiten steckt um einiges mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Ich habe zwar ein, zwei kleine Kritikpunkte, aber im Großen und Ganzen bin ich wirklich begeistert. Jenna Strack schreibt nicht nur humorvoll, sondern auch unglaublich emotional und einfühlsam. Der Leser wird sowohl zu Tränen gerührt als auch zum Nachdenken angeregt. Ein Buch, das ich guten Gewissens und aus ganzem Herzen weiterempfehlen kann!

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672 Bibliotheken, 36 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

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Stolz und Vorurteil

Jane Austen , Andrea Ott , Elfi Bettinger
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.05.2017
ISBN 9783328101666
Genre: Klassiker

Rezension:





Meine Meinung:

„Stolz und Vorurteil" ist weltweit als zeitloser Klassiker bekannt - umso mehr habe ich mich daher über den Erhalt dieser traumhaft schönen Neuauflage gefreut!

Die Geschichte ist, denke ich, jedem mehr oder weniger bekannt. Die Familie Bennet hat fünf Töchter - Elizabeth, die Protagonistin, ist die Zweitälteste - und insbesondere Mrs Bennet ist geradezu besessen, sie alle an möglichst reiche Männer zu verheiraten. Es ist also nicht verwunderlich, dass die ganze Familie vollkommen aus dem Häuschen ist, als Mr Bingley, ein Mann von hohem gesellschaftlichen Rang und mit beachtlichem Einkommen, ein Grundstück in der Nähe pachtet. Als er ein Auge auf Jane, die älteste Schwester, wirft, scheint das Liebesglück perfekt zu sein - wäre da nicht sein bester Freund Mr Darcy, ein scheinbar unglaublich hochmütiger und stolzer Mann, der alle Menschen um sich herum von oben herab betrachtet.



Für jemanden, der wie ich eher selten Klassiker liest (was ich bald übrigens unbedingt ändern möchte!), mag die alte Rechtschreibung und der etwas altertümliche Schreibstil zunächst gewöhnungsbedürftig wirken. Aus heutiger Sicht scheint es zum Beispiel unvorstellbar, dass Ehepartner sich gegenseitig siezen und von ihren Kindern so förmlich angeredet werden. Aber genau das verleiht dem Buch meiner Meinung nach seinen charmanten Flair. Auf beeindruckende Weise werden die Sitten und Umgangsformen der damaligen Zeit beschrieben, sodass ich als Leserin einen erstaunlich guten Eindruck von der Situation gewinnen konnte.

Die Art, wie Jane Austen schreibt - emotional und dennoch mit einem Hauch von Sarkasmus - hat mich direkt angesprochen. Ebenso geht es mir mit der Protagonistin Elizabeth als starke Frauenfigur, die nicht nur ihren eigenen Willen eisern durchzusetzen versucht, sondern für die damaligen Verhältnisse geradezu rebellisch wirkt - genau das machte sie in meinen Augen so herrlich erfrischend.

Kommen wir zum wohl umstrittensten Charakter des Buches: Mr Fitzwilliam Darcy. Ich gestehe, am Anfang habe ich ihn gehasst. Aber tat das nicht jeder, bevor er seine andere Seite kennenlernte?

Versteht mich nicht falsch, ich will sein anfängliches Verhalten keineswegs schönreden. Aber im Laufe der Geschichte wird klar: Hinter diesem Mann steckt eine Menge - und vor allem eine Menge Gutes! Dies kommt zum Vorschein, als Stolz und Vorurteile endgültig überwunden werden.

Überhaupt finde ich es faszinierend, wie vielschichtig alle Charaktere sind und wie aktuell die Botschaft ist, die hinter dem Buch steckt.

Mit seinen knapp über 600 Seiten (das Nachwort nicht mit eingerechnet) beschreibt es einen recht langen Zeitraum voller ereignisreicher Begegnungen, schicksalshaften Wendungen und zärtlicher Romantik. Authentisch, ergreifend und ohne jegliche Form von Kitsch. Ein nicht länger aktueller Klassiker, der nur dazu da ist, im Bücherregal Staub anzusammeln? Das ist „Stolz und Vorurteil" zweifelsohne nicht!




Fazit:

Mit ihrem Roman ist Jane Austen zu Recht zu internationaler Berühmtheit gelangt. Unverblümt und leicht ironisch erzählt sie von den Sorgen und Problemen der Familien im England des 18. Jahrhunderts, von den Schwierigkeiten der Frauen in der damaligen Gesellschaft und von der Liebe zwischen zwei Menschen, die alles andere als perfekt sind. Es ist für mich deshalb auch nicht weiter verwunderlich, dass „Stolz und Vorurteil" als zeitlos gilt und schon Generationen von Lesern verzauberte!


Vielen Dank an den Penguin-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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766 Bibliotheken, 20 Leser, 3 Gruppen, 176 Rezensionen

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Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.11.2017
ISBN 9783446259034
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:

Als riesiger John Green-Fan liebäugelte ich mit dem Buch, seit ich zum ersten Mal von seiner Veröffentlichung gehört habe. Und als ich dann die limitierte deutsche Erstauflage mit Wendecover, farbigem Buchschnitt und Print-Signatur gesehen habe, musste ich sie einfach haben!

Und was soll ich sagen - gleich nach dem ersten Satz war ich wieder einmal mittendrin. Nur wenige Autoren haben einen so intensiven Schreibstil und verstehen es, so atmosphärisch dicht, gefühlvoll und metaphorisch zu erzählen, ohne dabei schwülstig und ausschweifend zu werden, wie John Green. Seine Art zu schreiben ist einfach nur einzigartig! Als würde der Autor jeden seiner Leser - unabhängig von Alter, Geschlecht und Charakter - in seinem tiefsten Inneren verstehen. Zumindest geht es mir stets so, wenn ich eines seiner Bücher lese.


Da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, fühlte ich mich Aza, der Protagonistin, sehr nahe. Ich habe zum Glück zwar noch nie mit solch psychischen Problemen zu kämpfen gehabt wie sie, und dennoch hatte ich recht früh das Gefühl, sie schon lange zu kennen. Ihre Panikattacken, die sie bekommt, wann immer sie sich in ihrer Gedankenspirale (ich habe mich übrigens wirklich gefreut, dass dieses Element für das Coverdesign aufgegriffen wurde!), werden mit einfachen Worten und doch so präzise beschrieben, dass ich mich beim Lesen fühlte, als wäre ich förmlich in ihr drin. Azas Gedanken waren so greifbar für mich, dass ich, immer, wenn sie von ihrer Zwangsstörung überwältigt wurde, mich selbst ganz hibbelig und unruhig fühlte.

Wer sich bei „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" einen actiongeladenen Krimi erhofft, ist mit diesem Buch aber falsch bedient. Die Suche nach dem verschwundenen Millionär Russell Davis - einem recht eigenartigen Typen übrigens, wie wir später erfahren - fungiert eher als Hintergrundhandlung. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ganz klar Aza und es geht hauptsächlich darum, wie sie versucht, mit ihrer psychischen Krankheit klarzukommen.



„Ich kann mit drei Worten alles zusammenfassen, was ich über das Leben gelernt habe: Es geht weiter." - Robert Frost [Zitat]




Obwohl ich durchaus verstehen könnte, wenn einige Leser das Buch aufgrund der teilweise wirklich etwas schlichteren Handlung als „langweilig" bezeichnen würden - immerhin ist das vom persönlichen Lesegeschmack abhängig -, bin ich persönlich der Ansicht, dass hier eindeutig in der Ruhe die Kraft liegt. Was an spannender Handlung fehlt, wird durch Wortgewalt wieder wettgemacht.



Natürlich darf auch in diesem Jugendbuch die Lovestory nicht fehlen . . . Doch für Aza, obwohl sie anfängt, Gefühle für ihn zu hegen, ist es schwer, sich ihrem ehemaligen Kindheitsfreund Davis Pickett, der der Sohn des verschwundenen Millionärs ist, anzunähern - aus denkbaren Gründen. So gerät sie zum Beispiel stets in Panik, wenn die beiden in eine intime Situation geraten, und versucht - teils vergeblich - ihre Angst vor Bakterien etc. zu unterdrücken.

Davis scheint da recht geduldig zu sein; überhaupt scheint er ein sehr verständnisvoller und nachdenklicher junger Mann zu sein. Dass er nicht im Geringsten wie ein selbstverliebter Snob wirkt - das Geld seines Vaters empfindet er geradezu als Last -, machte ihn mir sehr sympathisch.

Überhaupt hat mir die langsam aufkeimende Beziehung zwischen den beiden sehr gut gefallen, weil sie eben so unkonventionell und eher zärtlich als stürmisch ist. Und weil sie eben nicht dazu bestimmt zu sein scheint, in einem rosigen Happy End, bei dem sich alles zum Guten wendet, zu enden. Mehr möchte ich dazu aber auch gar nicht verraten!

Insgesamt lässt sich sagen, dass ich mit John Greens neustem Roman wirklich zufrieden bin. An meinen absoluten Liebling „Das Schicksal ist ein mieser Verräter" kommt er zwar nicht heran, aber dennoch verbrachte ich mit ihm einzigartige und berührende Lesestunden, die auch zum Nachdenken anregten.




Fazit:

Mit „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" hat John Green erneut ein Jugendbuch herausgebracht, das mir sehr naheging, obwohl es meiner Meinung nach nicht sein bestes Buch ist. Die Handlung kommt hier recht kurz; Hauptbestandteil der Geschichte ist Aza, die ein wirklich sehr faszinierender Charakter ist. Die Art, wie ihre Zwangsstörung und ihre Angstzustände beschrieben werden, empfand ich als sehr aufwühlend. Der unvergleichliche Schreibstil des Autors - irgendwie schlicht und doch wortgewaltig - machte auch diese Geschichte wieder zu etwas ganz Besonderem. Wenn ihr emotionale und nachdenkliche Bücher mögt, werdet ihr dieses hier sicher lieben!

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

entführung, spannung, spieltheorie

Das ist kein Spiel

Barry Jonsberg , Ursula Höfker
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.09.2017
ISBN 9783570164549
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Meine Meinung:

Als ich den Klappentext gelesen habe, habe ich zugegebenermaßen zuerst einen eher mittelmäßigen Jugendthriller erwartet. Natürlich hätte ich das Buch nicht angefragt, wenn es mich nicht dennoch interessiert hätte - und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt!

Schon von der ersten Seite an war ich wie gefesselt. Der Schreibstil des Autors hat mich direkt angesprochen, besonders den Humor fand ich klasse. Die Dialoge zwischen Jamie und seiner Schwester Phoebe haben mich sehr zum Lachen gebracht.

Die Charaktere waren absolut toll! Mit Jamie als Hauptfigur und Erzähler konnte ich mich sehr gut identifizieren - ich habe einen eher etwas eigenbrötlerischen Nerd erwartet, tatsächlich aber wirkte er auf mich wie ein eigentlich vollkommen „normaler" Junge mit etwas ungewöhnlichen Vorlieben. Überhaupt halte ich alle Charaktere für sehr vielschichtig und gut ausgearbeitet. Mein heimlicher Liebling blieb jedoch die ganze Zeit über Phoebe! Sie ist nicht nur zuckersüß und unglaublich lustig, nein, gegen Ende merkt man auch, dass noch einiges mehr hinter dieser charmanten Fassade steckt.

Dadurch, dass Phoebes Entführung nicht direkt, sondern erst im Verlauf der Geschichte stattfindet, wird dem Leser erst einmal das gesamte Umfeld - insbesondere natürlich das von Jamie und seiner Familie - vertraut gemacht. Die Art, wie Jamies ältere Schwester Summerlee sich nach und nach immer mehr von ihrer Familie entfernt, nachdem sie mehrere Millionen Dollar im Lotto gewonnen hat, wird sehr authentisch beschrieben. Es ist geradezu erschreckend, wie sehr das Geld sie verändert - es wird deutlich, dass Geld nicht unbedingt glücklich macht - und natürlich wird eine Menge Unheil heraufbeschworen . . .



Schon früh wird das, was sich wohl als eines der Kernthemen des Buchs bezeichnen lässt, eingeführt: Die sogenannte „Spieltheorie". Dabei, so erklärt Jamie, geht es darum, die nächsten Handlungsschritte seiner Gegner vorauszusagen und selbst so unvorhersehbar zu handeln wie möglich, um selbst als Unterlegener Vorteile zu sammeln. Diese Spieltheorie wird hinterher zur entscheidenden Taktik, als es darum geht, Phoebe zu retten.



Dass es geradezu unmöglich sein würde, das Buch aus der Hand zu legen, wurde mir erst bewusst, als es schon zu spät war. Aus einem „nur mal kurz" Reinlesen wurden schnell fünfzig, hundert, hundertfünfzig Seiten und ich habe mir dabei die halbe Nacht um die Ohren geschlagen. Jonsberg versteht es offensichtlich, seine Leser so geschickt für sich einzunehmen, dass aus einer Seite zwangsläufig zwei werden und aus einem Kapitel fünf. Ich jedenfalls habe in jeder freien Minute weiterlesen müssen und das Buch innerhalb von weniger als 24 Stunden verschlungen.

Die Geschichte ist so nervenzerreißend spannend, dass einem aber auch gar keine andere Wahl bleibt. Dadurch, dass hinter jeder Ecke Plot Twists und überraschende Wendungen lauern, wird diese Spannung konstant gehalten und von Seite zu Seite nur noch gesteigert.

Was in mir eine ziemlich große Neugier geweckt hat, ist die Frage, wer sich hinter Phoebes Entführung und der Lösegeldforderung verbirgt und warum er ausgerechnet mit Jamie - und zwar nur mit Jamie - telefonisch über ihre Freilassung verhandeln will. Jedes Mal, wenn er anrief, war ich innerlich total aufgeregt, mehr über seine Identität zu erfahren. Der Entführer kam mir mehr als unheimlich vor, da er am Telefon manchmal geradezu sympathisch wirkte.

Im Laufe der Zeit hatte ich immer wieder verschiedene Theorien, was den Täter angeht - letztendlich war ich von der Auflösung aber nicht allzu überrascht. Da hätte ich mir vielleicht einen etwas größeren Schockmoment gewünscht.

Dennoch haben mich die Hintergrundgeschichte und -gedanken des Entführers sehr fasziniert - und als Jamie ihm dann endlich gegenübersteht, gibt es noch mal einen spannenden Endspurt, der mich mit leicht offenem Mund zurückgelassen hat. Das Ende wurde meiner Meinung nach auf eine unglaublich geniale Art eingefädelt!



Mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch ist eigentlich winzig klein - und zwar geht es um einen der potentiellen Verdächtigen. Ohne viel vorwegzunehmen kann ich nur sagen, dass diese Person einen durchaus vertrauten Umgang mit Jamie pflegt und sich plötzlich, nun ja, recht verdächtig verhält. Da diese Person aber letztendlich nicht der Entführer ist, hätte ich gerne noch eine Erklärung für ihr Verhalten gehabt.

Ansonsten bin ich aber wirklich begeistert und kann das Buch nur weiterempfehlen! Besonders für Fans von Krimis und Thrillern ist es ein absolutes Muss!




Fazit:

„Das ist kein Spiel" ist eines von diesen Büchern, die dem Leser wohl oder übel schlaflose Nächte bereiten. Die Geschichte rund um Jamie und seine Schwestern ist nicht nur unglaublich fesselnd, sondern konnte mich auch unerwartet emotional berühren; auch der humorvolle Schreibstil und die faszinierenden Charaktere sind mitverantwortlich dafür, dass sich der Titel von konventioneller Jugendliteratur abhebt. Seid gewarnt: Sobald ihr das Buch erst einmal in den Händen haltet, werdet ihr es nicht mehr aus der Hand legen können!




Vielen Dank an den cbt-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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137 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

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Kiss me in Paris

Catherine Rider , Franka Reinhart
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei cbj, 02.10.2017
ISBN 9783570164785
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:

Dieses Buch ist mir besonders durch sein herrlich winterliches Cover ins Auge gefallen und ich habe mich durch den eigentlich recht interessant klingenden Klappentext dazu verleiten lassen, eine weihnachtliche Atmosphäre im Rahmen einer süßen Lovestory zu erwarten.

Leider habe ich schon nach wenigen Seiten gemerkt, dass ich mir da zu viel erhofft habe.

Die Erzählweise folgt dem klassischen Schema, dass die zwei Hauptpersonen abwechselnd je ein Kapitel lang ihre Sicht der Dinge schildern. Dabei waren mir weder Serena noch Jean-Luc besonders sympathisch.

Serena machteeinen extrem nervenden Eindruck auf mich und ihre gesamte Art erschien mir schlichtweg unverständlich. Sie ist nämlich nur in Paris, um die Hochzeitsreise ihrer Eltern zurückzuverfolgen und ein Scrapbook mit Fotos für ihre trauernde Mutter - denn ihr Vater ist kürzlich verstorben - zu erstellen. Anstatt auch nur ansatzweise in Betracht zu ziehen, die Reise tatsächlich zu genießen und ihre eigenen Erfahrungen zu machen, folgt sie zunächst einfach nur ihrer Liste, will sie akribisch Punkt für Punkt abarbeiten und sieht gar nicht, was sie alles erlebt und was für faszinierende Orte sie besucht. Das Einzige, was für Serena eine Rolle spielt, ist, all diese Orte zu fotografieren, und zwar so schnell wie nur möglich, denn sie hat ja einen engen Zeitplan. Nicht selten hatte ich deshalb das Bedürfnis, sie anzuschreien: „Mädchen, du bist in Paris!"

Außerdem ist Serena die ganze Zeit über schrecklich naiv, auch als sie feststellt, dass sie ihre Agenda nicht länger so verfolgen kann, wie sie es gerne würde. Kurz gesagt: Eine Protagonistin, mit der ich durchaus meine Probleme hatte.

Jean-Luc wirkte auf mich ziemlich stereotypisch. Nicht nur, dass er so selbstkritisch und unzufrieden mit sich selbst ist, dass es nervt, nein, er stellt sich auch des Öfteren einfach - verzeiht mir die Ausdrucksweise - dämlich an. Auch seine Sicht war für mich nicht wirklich nachvollziehbar.



Die meisten Wendungen und „Zufälle" in diesem Buch scheinen notgedrungen konstruiert worden zu sein, als hätten die Autoren, die hinter dem Pseudonym Catherine Rider stecken, zwanghaft versucht, die Geschichte irgendwie interessanter zu machen. Über manche Ereignisse musste ich einfach den Kopf schütteln, weil sie nicht nur unrealistisch, sondern auch sehr vorhersehbar waren. Ein Beispiel: Ethan, ein ehemaliger Schulfreund von Serena, taucht rein zufällig in Paris auf und fängt gleich an, seine gemeinsame Zukunft mit ihr zu planen. Einfach nur, um das Ende noch weiter hinauszuzögern.



Nach der romantischen Weihnachtsstimmung, die ich erwartet habe, suchte ich ebenfalls lange. Abgesehen davon, dass hin und wieder von Kälte die Rede war, fehlte die festliche Atmosphäre gänzlich.

Die Liebesgeschichte war für mich schlichtweg unrealistisch. Dass alles an einem einzigen Tag geschieht und in unsterblicher Liebe endet, fiel mir wirklich schwer nachzuvollziehen - ebenso wie die Tatsache, dass am Ende alles so rosig und schön ist. Überhaupt ist die Geschichte überladen an Klischees, sodass ich beim Lesen teilweise wirklich keinen Spaß mehr hatte.

Es gibt zwar auch durchaus schöne Momente, die den Rest aber leider nicht wettmachen können. Somit kann ich nur sagen, dass mich das Buch leider wirklich enttäuscht hat.




Fazit:

Nach einer herrlich winterlich-weihnachtlichen Atmosphäre und einer süßen, unterhaltsamen Liebesgeschichte suchte ich bei „Kiss me in Paris" zu meinem Bedauern vergeblich. Nicht nur die naiven und teilweise extrem unverständlichen Protagonisten, sondern auch der klischeeüberladene Plot und die gezwungen wirkenden „Zufälle" dämpften das Lesevergnügen bei mir wirklich sehr. Deswegen gibt es auch keine Empfehlung von meiner Seite aus.




Vielen Dank an den cbt-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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633 Bibliotheken, 30 Leser, 2 Gruppen, 85 Rezensionen

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Illuminae

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423761833
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Meine Meinung:

Der internationale Hype um „Illuminae" war und ist noch immer riesig. Mich hat der Titel besonders aufgrund der außergewöhnlichen Ausstattung sehr neugierig gemacht.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es keine einzige Seite „normalen" Text enthält. Stattdessen besteht es ausschließlich aus Akten, den sogenannten Illuminae-Akten (was genau es damit auf sich hat, erfahren wir allerdings erst ganz am Ende). In diesen Akten befinden sich unter anderem E-Mails, Chatnachrichten, Skizzen, Tagebucheinträgen, Aufzeichnungen von Tonbändern, Einträgen aus dem Kern der künstlichen Intelligenz AIDAN und vieles mehr. Die Werbung, die der Verlag für das Buch macht, übertreibt keineswegs: Lesen wird hier wirklich neu definiert.



Am Anfang fiel es mir etwas schwer, mich in die Ausgangslage hineinzuversetzen. Die Geschichte ist von einigen technischen Begriffen geprägt, die für mich zunächst eher befremdlich wirkten. Schon bald jedoch ließ sich das Ganze deutlich flüssiger lesen, denn nach und nach konnte ich mich darauf einstellen, was genau ich bei welcher Art von Layout zu erwarten hatte. Von dort an konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe mich immer und immer mehr in die besondere Gestaltung verliebt, da dadurch wirklich ein ganz neues Leseerlebnis entsteht. Manchmal stehen auf einer Seite nur wenige Worte oder bloß ein Einzelnes, aber die haben es dann wirklich in sich und brennen sich förmlich in das Gedächtnis des Lesers ein.

Sehr amüsant finde ich die Tatsache, dass die Autoren für besonders aufmerksame Leser kleine „Easter Eggs" eingebaut haben. So finden sich zum Beispiel auf einer langen Liste von Todesopfern nach einem Ereignis, auf das ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen werde, neben einer Reihe von Namen von A bis Z unter „K" auch die Namen Amie Kaufman und Jay Kristoff.



Die beiden Protagonisten Kady und Ezra waren mir gleich sehr sympathisch. Ich musste oft schmunzeln, weil die beiden so herrlich badass sind und sich nichts sagen lassen wollen. Kady ist überdies ein wahres Technikgenie und wird im Laufe der Geschichte immer mehr zu dem, was ich mir unter einer perfekten Buchheldin vorstelle. Und das meine ich nicht in dem Sinne, dass sie perfekt ist, ganz im Gegenteil. Aber sie ist intelligent, weiß ihre Stärken einzusetzen und beweist auch in für sie aussichtslosen Situationen, in denen es viel leichter wäre, einfach aufzugeben, Mut und Durchsetzungsvermögen. Dass sie am Ende dort, wo jede andere Person eingeknickt wäre, ihre Schwächen überwindet, macht sie für mich so besonders.

Besonders fasziniert hat mich auch AIDAN, die künstliche Intelligenz der Alexander-Flotte. Es ist fast schon gruselig - nein, es ist unglaublich gruselig - wie ähnlich AIDAN einem Menschen ist. Er hat ein eigenes Gewissen, ist in der Lage, Zuneigung zu empfinden und in jeglicher Hinsicht eigentlich übermenschlich. Ich war lange sehr zwiegespalten, was die KI angeht, ich habe mich mal vor ihr gefürchtet, mal gehasst, aber auch gemocht und bewundert. Dass AIDAN schließlich eine unglaublich große Rolle auch für den Ausgang der Geschichte spielt, hat mir auf jeden Fall eine Menge Stoff zum Nachdenken beschert.



In anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass einige offenbar der Meinung sind, dass die Emotionen in „Illuminae" nicht genug zum Ausdruck gebracht werden. Natürlich akzeptiere ich die Meinung der anderen - schließlich empfindet jeder beim Lesen anders -, aber ich persönlich kann diesen Kritikpunkt wirklich überhaupt nicht nachvollziehen. Mich hat das Buch auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen! Nicht selten hatte ich das Bedürfnis, laut loszuschreien, einige Wendungen haben mich innerlich förmlich zerrissen und ich gebe zu, ich habe nicht selten geheult wie ein Schlosshund. Manchmal musste ich das Buch auch erst einmal zur Seite legen, bis ich verarbeiten konnte, was da überhaupt passiert ist.

Das Ende greift den Anfang noch einmal geschickt wieder auf und hat mich mit offenem Mund zurückgelassen. Ich war überrascht, geschockt und so aufgewühlt, dass ich mir hinterher selbst nicht einmal mehr sicher war, was ich eigentlich fühle. In vielerlei Hinsicht war das Ende absolut perfekt - es kam nicht nur plötzlich und ergreifend, sondern lässt auch Spielraum für Interpretationen. Ich jedenfalls habe noch sehr, sehr lange auf die letzte Seite gestarrt und kam aus dem innerlichen Wow! so schnell nicht mehr heraus.

Obwohl ich das Ende für mehr als gelungen halte, bin ich unglaublich gespannt auf Teil zwei und hoffe sehr, dass die deutsche Übersetzung bald kommt!




Fazit:

„Illuminae" ist in so vielen Hinsichten etwas Besonderes, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Das Buch ist nicht nur unbeschreiblich toll gestaltet, es ist auch unvorstellbar emotional, tödlich spannend ... einfach galaktisch. Ein absolutes Highlight!

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Tags: amiekaufman, dtv-verlag, illuminae, #jaykristoff   (4)
 

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

arena verlag, deana zinßmeister, fantasy, fernsehshow, freundschaft, jugendbuch, jugendroman, lesenswer, licentia, liebe, mittelalter, reality-sho, realityshow, reality tv, spannen

Das Auge von Licentia

Deana Zinßmeister
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Arena, 08.09.2017
ISBN 9783401603506
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:

Auf dieses Buch bin ich durch den Arena-Verlag aufmerksam geworden, der auf Instagram Werbung für den neuen Jugendbuchtitel gemacht hat. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich gleich, dass ich „Das Auge von Licentia“ unbedingt lesen wollte. Es klang, als wäre der Titel ganz nach meinem Geschmack - leider konnte er meine Erwartungen dann aber nicht erfüllen.

Das finde ich sehr schade, denn die Grundidee hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Ich persönlich musste mir jedenfalls sofort die Frage stellen: Was wäre, wenn es tatsächlich die Möglichkeit gäbe, abgeschottet von der restlichen Menschheit in einer Mittelaltersiedlung zu leben - und das, ohne zu wissen, dass die Welt außerhalb dieser Siedlung überhaupt existiert, obwohl diese alles mitverfolgt? Und würde ich selbst mir eine solche Fernsehshow anschauen?



Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir die Tatsache, dass die Autorin alles detailliert recherchiert hat und deshalb offensichtlich eine gute Grundlage zum Schreiben hatte. Besonders die Aspekte einer mittelalterlichen Gesellschaft wurden gekonnt in die Handlung eingeflochten.

Dadurch, dass in diesem Buch aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, fiel es mir leicht, mit ein Bild von der gesamten Situation zu machen und alles sowohl aus der Sicht der Produzenten der Fernsehsendung als auch aus der Perspektive der völlig ahnungslosen Jonata zu betrachten.

Außerdem war ich stets sehr gespannt, wie es wohl weitergeht, da die von Deana Zinsmeister erschaffene Welt voller Potenzial steckt.

Dieses Potenzial wurde meiner Meinung nach jedoch nicht genug ausgeschöpft. Mir fiel es zum Beispiel schwer, mich mit der Protagonistin Jonata oder auch mit Tristan, aus dessen Blickwinkel ebenfalls erzählt wird, zu identifizieren. Die meisten Charaktere machten einen eher blassen und nicht sonderlich gut ausgearbeiteten Eindruck auf mich. Während des Lesens konnte ich mich nie ganz in dem Buch verlieren und hatte stets das Gefühl, es herrsche eine gewisse Distanz zwischen Leser und Handlung, was zum Teil sicherlich auch daran liegt. Ich bin der Ansicht, eine gute Geschichte lebt von ihren Charakteren, und das war hier leider nicht immer der Fall.

Desweiteren erschienen mir einige der Wendungen in diesem Buch ziemlich vorhersehbar - dabei hätte es an einigen Stellen durchaus die Möglichkeit gegeben, mehr Überraschungseffekte einzubauen.



Mein größter Kritikpunkt ist jedoch die Tatsache, dass die Liebesgeschichte zwischen Jonata und Tristan die für mich viel interessantere Handlung komplett in den Hintergrund rückt. Heutzutage gibt es dieses Phänomen leider viel zu häufig, nur selten lese ich Jugendbücher, in denen es nicht um eine Liebesbeziehung geht. Natürlich richten sich Verlage, was das angeht, oft nach den Lesevorlieben der Zielgruppe - mir persönlich wurde es bei diesem Buch aber einfach viel zu viel. Direkt nach ihrer ersten Begegnung kann Jonata anscheinend an nichts anderes als an Tristan denken und umgekehrt. Immer und immer wieder lesen zu müssen, was für schöne waldhonigfarbene Augen letzterer doch habe, ging mir nach einiger Zeit einfach nur noch auf die Nerven.

Trotz alldem habe ich auf das Ende hingefiebert, in der Erwartung einer großen Konfrontation von Licentia mit der realen Welt - leider Fehlanzeige. Statt einem fesselnden Showdown wird Jonata einfach nach Strich und Faden belogen, was ihre Identität angeht, sie nimmt schweigend alles hin und spielt weiterhin das ahnungslose Lämmchen. Ich muss gestehen, ich hätte sie gerne das eine oder andere Mal durchgeschüttelt und sie energisch dazu aufgefordert, ihr Gehirn einzuschalten und Dinge zu hinterfragen. Stattdessen steht man am Ende wieder am Anfang, wenn man mal von dem neuen Liebespärchen absieht, zudem bleiben viele Fragen offen. Auch wenn eine Fortsetzung geplant wäre (ich konnte im Internet leider keine Informationen diesbezüglich finden), konnte mich das Buch im Hinblick auf das Ende ebenfalls nicht überzeugen.

Abschließend lässt sich sagen, dass hinter dem Buch eine geniale Idee steckt, deren Umsetzung meiner Meinung nach aber mehr als dürftig ist. Bedauerlicherweise kann ich es deshalb nicht uneingeschränkt weiterempfehlen.




Fazit:

Obwohl in „Das Auge von Licentia“ eine große Menge Potenzial steckt, konnte mich der Titel nicht für sich einnehmen. Nicht nur die meiner Meinung nach viel zu kitschige und eigentlich unnötige Liebesgeschichte, sondern auch die vielen unbeantworteten Fragen dämpften das Lesevergnügen bei mir extrem. Wirklich schade, es hätte so viel mehr aus der Idee, die dahinter steckt, gemacht werden können.

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1.518 Bibliotheken, 23 Leser, 2 Gruppen, 218 Rezensionen

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Mondprinzessin

Ava Reed
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 01.10.2016
ISBN 9783959913164
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Meine Meinung:

Nachdem ich immer wieder nur Gutes über dieses Buch gehört habe, war mir klar, dass ich es unbedingt würde lesen müssen. Lange habe ich das nun schon vor mich hergeschoben, aber nachdem ich es in der Buchhandlung entdeckt habe, war es um mich geschehen und ich musste es einfach kaufen! Voller Neugier und Tatendrang habe ich dann auch gleich mit dem Lesen angefangen.

Vorab muss ich sagen, dass ich mich sofort in das Cover und die süßen Innenillustrationen und Vignetten verliebt habe. Ich habe gleich gemerkt, dass das Buch mit unheimlich viel Liebe gestaltet worden ist und völlig unabhängig vom Inhalt ein wahres Schmuckstück für jedes Bücherregal ist. Aber auch der Inhalt konnte mich vollkommen überzeugen, ich habe mich schon lange nicht mehr so in einem Buch verlieren können!



Seit Anbeginn der Zeit waren Mond und Erde Freunde. Bis sich der Mond nach mehr sehnte, bis er sich Kinder schuf - aus seinem Staub, aus seine Herzen und aus den Sternen. - Seite 7



Die Protagonistin Lynn war mir von Anfang an sehr sympathisch. Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren und habe ihre Gedanken, Gefühle und Ängste mit ihr geteilt. So konnte ich mich von Anfang an freuen, die Geschichte mit ihr zu erleben. Es wird allerdings nicht nur aus ihrer Perspektive erzählt. Der Mondkrieger Juri, dem Lynn sich nach und nach immer verbundener fühlt, schildert ebenfalls seine Sicht der Dinge. Beide Charaktere sind mir durch ihre Einzigartigkeit sofort ans Herz gewachsen und die beiden miteinander zu erleben, hat mein Herz stets höher schlagen lassen.


Die Idee, dass ein unscheinbares Waisenkind plötzlich von seiner wahren Identität als Prinzessin erfährt, mag zwar wie ein Klischee klingen, aber dennoch ist diese Geschichte ebenso außergewöhnlich wie mitreißend. Die Autorin bringt eine Menge neuer Ideen ein und entführt den Leser in eine faszinierende Fantasywelt, in der eine herrlich märchenhafte Atmosphäre herrscht, sodass man sich einfach darin wohlfühlen muss. Die Geschichte vom Mond, den Sternen und der Erde wird gleichzeitig auf verspielte und tiefgründige Weise wiedergegeben und es war ein wunderbares Gefühl, diese Welt zu erkunden. Besonders gefallen hat mir dabei die Idee der

„Begleiter" - das sind Tiere aus Sternenstaub, die auf besondere Weise mit ihren jeweiligen Besitzern verbunden sind. Diese Begeisterung könnte auch daran liegen, dass ich völlig hingerissen von Tia, der kleinen Waschbär-Begleiterin von Lynn, war. Tia ist einfach nur zuckersüß und lockert so manche Situation durch ihren unvergleichlichen Humor auf - dennoch ist sie Lynn stets eine treue Weggefährtin und nimmt so manche Gefahren auf sich, um sie zu beschützen. Und Gefahren sind ihr ständiger Wegbegleiter . . .

Wie bereits angedeutet, hat das Buch eine Menge Suchtpotenzial. Die Geschichte von Lynn und Juri hat mich auf eine wahre Achterbahn der Gefühle mitgenommen, ich habe gelacht und geweint und mich vollkommen verzaubern lassen.



Liebe ist nicht das, woran man zerbricht, sondern das Leben - und der Moment, in dem einem das genommen wird, was man liebt. - Seite 251




Das Ende hat mich dann in Tränen aufgelöst und am Boden zerstört zurückgelassen. Umso mehr hat es mich gefreut, zu hören, dass ein zweiter Teil geplant ist!

Von meiner Seite aus gibt es für „Mondprinzessin" eine klare Leseempfehlung, die ihr gerne auch als Leseaufforderung verstehen dürft. Ich bin einfach nur begeistert!





Fazit:

„Mondprinzessin" von Ava Reed gehört in die Kategorie Bücher, die man nicht nur gerne liest, sondern die einen so sehr mitreißen, dass die Realität in weite Ferne zu rücken scheint. Die Autorin hat es geschafft, eine nahezu perfekte Mischung aus Spannung, tollen Charakteren und einer wunderbar märchenhaften Stimmung zu kreiren. Ich jedenfalls werde das Buch bestimmt noch das eine oder andere Mal lesen und warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung!

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332 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

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Infiziert

Teri Terry , Petra Knese
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 04.07.2017
ISBN 9783649625995
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Meine Meinung:

Da Teri Terry mich mit ihren Jugendbüchern bis jetzt eigentlich immer überzeugen konnte, stand auch „Infiziert" auf meiner Wunschliste, sobald es erschienen war. Auf der Buchmesse hatte ich dann das große Glück, die Autorin persönlich zu treffen. Natürlich habe ich mir das Buch dann auch vor Ort gekauft und direkt signieren lassen!

Wer schon einmal eine Buchmesse hinter sich hatte, der hat sicherlich noch gut in Erinnerung, wie erschöpft und müde man sich danach fühlt. Dennoch habe ich auf der Heimfahrt gleich mit dem Lesen angefangen - und war von Anfang an wie gefesselt! Ich habe gar nicht gemerkt, wie die Seiten dahinflogen, weil ich mich sofort mitten drin in der Geschichte befunden habe.

Mit Shay, der Protagonistin, habe ich mich gleich angefreundet. Nicht nur, dass sie einen starken Willen hat und sich durchzusetzen weiß, was sie mir von Anfang an sympathisch machte, nein, sie hat auch ein fotografisches Gedächtnis! Ich persönlich bin ein riesiger Bewunderer dieser Fähigkeit und finde es unfassbar faszinierend, wenn sich jemand innerhalb eines kürzesten Zeitraums die verschiedensten Dinge detailliert merken kann. Ich hatte dennoch nicht das Gefühl, dass Shay irgendwie überlegen und zu perfekt wird, im Gegenteil, sie hat auch ihre Schwächen. Ihre Gedanken und Gefühle waren nicht nur stets authentisch, ich hatte meist sogar das Gefühl, mich mitten in ihr drin zu befinden und das Ganze nicht nur mit ihr, sondern als sie zu erleben.



Die Kapitel werden abwechselnd aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt: Zuerst einmal natürlich von Shay, aber auch Callie, das verschwundene Mädchen, schildert ihre Sicht der Dinge. Callie ist vom Charakter her Shay nicht unähnlich, auch sie hat einen eisernen Willen. Jedoch war sie mir teilweise ein wenig unheimlich. Sie punktet zwar durchaus mit Sympathie und ihre Handlungen und vor allem ihre Gedanken erschienen mir mehr als nachvollziehbar, doch dass eine Zwölfjährige solche Rachegedanken hegt? Etwas unbehaglich habe ich mich dabei schon gefühlt, gerade gegen Ende hin. Allerdings muss ich zugeben, dass ich, wenn man mir dasselbe angetan hätte, wahrscheinlich ähnlich reagiert hätte. Callie tritt nämlich nicht als Mensch, sondern in einer Art Geist-Form auf. Was genau mit ihr geschehen ist, ist zunächst sehr unklar und hat meine Neugier geweckt. Auf jeden Fall schien es irgendetwas Übernatürliches zu sein. Gegen Ende hin gibt es ein paar Erklärungen, von denen ich allerdings sagen muss, dass sie mich nur bedingt überzeugen konnten. Natürlich handelt es sich hierbei um Fantasy, aber dennoch erhoffe ich mir im zweiten Band ein paar mehr Erklärungen, denn einige unbeantwortete Fragen warf der Mythos um die geheime Forschungseinrichtung und Callie auf jeden Fall auf.

Was hingegen sehr offensichtlich war, ist die Tatsache, dass Callie beziehungsweise ihr Geist oder was auch immer sie jetzt ist, irgendetwas mit der Seuche zu tun hat, die rasant um sich schlägt, grausame Folgen hat und niemanden verschont. Obwohl die Idee an sich nichts Neues ist, so wurde sie hier meiner Meinung nach auf grandiose Weise umgesetzt. Die schonungslose Direktheit, mit der sich der Tod in Großbritannien und auf der ganzen Welt auszubreiten scheint, hat mir so manches Mal die Sprache verschlagen. Obwohl diese Krankheit zweifelhafter Herkunft die ganze Zeit über ein ständiger Begleiter in diesem Buch ist, hat mich jeder einzelne Tod erneut getroffen, ich wurde immer wieder schockiert, von der Handlung mitgerissen und dazu gezwungen, den Atem buchstäblich anzuhalten. Teri Terry hat es wieder einmal geschafft, eine großartige Atmosphäre entstehen zu lassen, aus der ich kaum entfliehen konnte.



Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Fragen: Wer oder was ist Schuld an der Seuche? Und was ist mit dem mysteriösen Dr. 1, von dem Callie erzählt hat?

Diese Fragen gilt es zu beantworten, deshalb zieht Shay auch zusammen mit Kay, Callies Bruder, sowie dem jungen Mädchen selbst los, um den Ursprungspunkt der Seuche zu finden. Dabei wartet eine abenteuerliche Reise auf sie - natürlich auch gespickt mit romantischen Elementen. Das war zwar von Anfang an vorhersehbar, aber meiner Meinung nach wurde die langsam aufkeimende Beziehung zwischen Shay und Kai sehr schön beschrieben. Die mitreißende Handlung stand dennoch im Vordergrund, was mich sehr gefreut hat.



Mit mehreren überraschenden Wendungen wurde die ganze Zeit über eine große Spannung aufgebaut, sodass ich die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite sehr genießen konnte.

Obwohl ich schon fest damit gerechnet habe, hat mich der Cliffhanger am Ende wie ein vorbeifahrender Zug erwischt. Ich kann noch immer nicht so recht fassen, dass ich jetzt bis Anfang 2018 auf den zweiten Teil der Trilogie warten muss - eine clevere Marketingstrategie, um Leser auf die Folter zu spannen.

Und obwohl ich aus Erfahrung spreche, dass die Wartezeit auf Folgebände in der Regel keine besonders schöne Zeit ist, kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen, wenn ihr Lust auf eine Mischung aus einem spannenden Thriller gespickt mit Fantasyaspekten, tollen Charakteren, vielen Emotionen und ein bisschen Liebe habt!



Fazit:

Mit „Infiziert" konnte mich die Teri Terry erneut begeistern, ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass dies das bis jetzt beste Buch der Autorin ist. Ich habe zwar ein, zwei kleine Kritikpunkte, aber im großen und ganzen konnte mich der Titel mehr als überzeugen. Die fesselnde Atmosphäre und eine Handlung, die im wahrsten Sinne des Wortes infizierend ist, sorgen für ein Leseerlebnis, das auch noch lange nach der letzten Seite anhält. Ich für meinen Teil warte jedenfalls sehnsüchtig auf das Erscheinen des zweiten Bandes mit dem Titel „Manipuliert" und freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit Shay, Callie und Co!

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212 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 102 Rezensionen

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Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423640329
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Meine Meinung:

„Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" wurde, wie ihr vielleicht schon wisst, als eine Art Zusatzgeschichte zu „Fangirl", ebenfalls von Rainbow Rowell, geschrieben. In „Fangirl" ist Simon Snow eine fiktive Figur, über die die Protagonistin Cath Fanfiction schreibt. Wie die Autorin jedoch selbst betonte, stellt „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" ihre ganz persönliche Interpretation der Geschichte dar und kann völlig unabhängig von „Fangirl" gelesen werden.

Die Geschichte des jungen Zauberlehrlings Simon machte mich insofern neugierig, als dass viele Leser die Parallelen zu Harry Potter immer wieder betonten und die Reihe von J.K. Rowling, wie sicherlich kein Geheimnis sein dürfte, meine absolute Lieblingsbuchreihe ist.



Der lockere Schreibstil von Rainbow Rowell ist mir sofort positiv aufgefallen. Das Buch lässt sich recht flüssig lesen, auch wenn es an einigen Stellen für meinen Geschmack etwas zu umgangssprachlich wurde. Was mir ebenfalls sofort ins Auge gefallen ist, sind die bereits genannten Parallelen zu Harry Potter. Am Anfang erschienen mir die ganzen Anspielungen noch recht amüsant, doch schon nach wenigen Seiten war ich ziemlich irritiert. Etwa die erste Hälfte des Buches wirkte für mich wie eins zu eins kopiert - nicht nur nahezu alle Charaktere und ihre Hintergrundgeschichten ähneln sich enorm, nein, auch die Orte sowie die Tatsache, dass die alten Zaubererfamilien entschieden dagegen sind, „Normale" aufzunehmen, zeigen, dass die Autorin sich scheinbar nur wenig darum bemüht hat, etwas Neues zu kreiren. Ich war mir eine sehr lange Zeit unsicher, wie ich das überhaupt bewerten soll, denn obwohl ich ein großer Fan von Harry Potter bin, war die Skepsis beim Lesen dieses Buches groß. Auf jeden Fall lässt sich sagen, dass sich die erste Hälfte meiner Meinung nach etwas in die Länge gezogen hat.



Simon und Baz, die beiden Protagonisten, sind wohl ganz klar an Harry Potter und Draco Malfoy angelehnt. Baz, laut Gerüchten ein Vampir und überdies unfassbar böse, stammt aus einer der reichen, alten Zaubererfamilien, während der Waisenjunge Simon als Baby vor einer Tür abgelegt wurde und bei Menschen aufgewachsen ist. Und als wenn die Tatsache, dass die beiden Todfeinde sind, nicht schlimm genug wäre, sind sie auch noch Zimmergenossen - das heißt, sie wohnen seit sieben Jahren in einem Zimmer und müssen wohl oder übel miteinander auskommen.

Da erschien mir Simons zwanghafte Obession für Baz und der Drang, ihn unbedingt bei einer seiner vermeintlichen Übeltaten erwischen zu müssen, beinahe kindisch. Lange Zeit lang schien beziehungsweise scheint nicht einmal ein Versuch unternommen worden zu sein, miteinander zu reden und sich nicht nur entweder zu prügeln oder aus dem Weg zu gehen. Dass dieser jahrelanger Hass dann ganz plötzlich zu einer Art Zuneigung umschlug sowie die Tatsache, dass diese Zuneigung eigentlich schon seit Jahren existiert habe, erschien mir dann doch etwas unrealistisch.

Ich muss aber auch sagen, dass sich die Geschichte, sobald Simon und Baz sich erst einmal überwunden und miteinander verbündet haben, in eine erfreuliche Richtung weiterentwickelt hat. Gerade die letzten 200 Seiten konnten mich dann doch fesseln, besonders, weil sich die Geschichte dort dann eben doch von Harry Potter abwendet und sozusagen ihren eigenen Weg findet, was mich wirklich sehr gefreut hat. Besonders eine Wendung, die ich hier natürlich nicht benennen werde, hat mich im positiven Sinne sehr überrascht. Mit dem Ende bin ich ebenfalls sehr zufrieden.



Dadurch, dass die Geschichte aus verschiedenen Sichten erzählt wird, wird es dem Leser ermöglicht, das Geschehen von verschiedenen Standpunkten aus zu betrachten. Außerdem fiel es mir durch diese Erzählweise sehr leicht, mich in die verschiedenen Charaktere hineinzuversetzen. Besonders Penny, eine Freundin von Simon, war mir beim Lesen sehr sympathisch.

Insgesamt lässt sich sagen, dass mir das Buch zwar gefallen hat, das volle Potenzial aber nicht ausgeschöpft wurde. Anstatt sich nur an die Geschichte von Harry Potter anzulehnen, wurden meiner Meinung nach zu viele Teile der Geschichte einfach übernommen, und das hätte das Buch wirklich nicht nötig gehabt. Denn dass Rainbow Rowell durchaus dazu in der Lage ist, ihre eigenen Ideen zu Papier zu bringen, hat sie gerade in der zweiten Hälfte des Buches bewiesen.




Fazit:

Die Geschichte rund um Simon, Baz und Co ist zwar zweifellos unterhaltsam, aber die Parallelen zu Harry Potter hätten meiner Meinung nach nicht so stark ausfallen dürfen. Die sind am Anfang zwar noch amüsant, haben nach einiger Zeit aber ein ständiges Augenverdrehen bei mir ausgelöst. Zum Glück entwickelt sich der Plot später in eine andere Richtung und ab da hat mir das Buch deutlich besser gefallen. Und obwohl mich besonders das Ende positiv überrascht hat, kann ich „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" leider nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Wer Geschichten über Auserwählte mag und sich nicht daran stört, dass das Buch teilweise extreme Ähnlichkeiten mit Harry Potter hat (so etwas ist schließlich auch immer Geschmackssache), ist hiermit aber richtig bedient.


Danke an dtv für das Leseexemplar!

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