Leserpreis 2018

thelauraverses Bibliothek

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Die Jahre

Annie Ernaux , Sonja Finck
Fester Einband: 255 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518225028
Genre: Romane

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90 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

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Mein Date mit den Sternen - Blaues Funkeln

Bettina Belitz
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbj, 19.03.2018
ISBN 9783570165096
Genre: Jugendbuch

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38 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Vielen Dank für das Leben

Sibylle Berg
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.10.2014
ISBN 9783423143417
Genre: Romane

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

brunhild, burgundenreich am rhein, donaugebiet, gunther, heldenepos, klassiker, kriemhild, liebe, mittelalter, mittelhochdeutsch, nibelungen, sage, sagen, siegfried, vers

Das Nibelungenlied


Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.02.1980
ISBN 9783596260386
Genre: Klassiker

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Salomon Maimons Lebensgeschichte

Salomon Maimon
Fester Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Jüdischer Verlag
ISBN 9783633541041
Genre: Klassiker

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(25)

39 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Bullshit Jobs

David Graeber , Sebastian Vogel
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 14.10.2018
ISBN 9783608981087
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer kennt sie nicht, die langen Gesichter am Montag und die Freude auf den Feierabend? Die schale Brühe aus der Büro-Kaffeemaschine und den ewig währenden Streit um die richtige Einstellung der Klimaanlage? Im Zusammenhang mit Erzählungen aus dem soeben beschriebenen Büroalltag kommt es zudem nicht selten vor, dass auch Klagen ganz anderer Art auftauchen. Immer mehr Menschen gestehen sich selbst – und deutlich seltener auch gegenüber anderen – ein, dass ihr Job geradezu sinnlos ist. Doch kann es das geben – Jobs, die niemandem etwas bringen und (in der Terminologie von David Graeber) einfach nur „Bullshit“ sind?


Natürlich fällt die Vorstellung von sogenannten „Bullshit Jobs“ in der kapitalistischen Welt, in der wir leben, schwer. Denn zu deren Grundsätzen zählt ja eine gewisse Ökonomie, der zufolge es ausschließlich Berufe geben dürfte, die auch tatsächlich gebraucht werden. Es scheint, nirgendwo wäre die Vorstellung von völlig sinnlosen Berufen absurder als im Kapitalismus, dem die Vorstellung von unnötig bezahlten Angestellten relativ fern liegt.

Dass dies eben NICHT so ist, beschreibt David Graeber in seinem Buch „Bullshit Jobs“, indem er auf einer verhältnismäßig soliden qualitativen Datengrundlage ein Konstrukt aufdeckt, das ebenso real wie erschreckend ist. Natürlich handelt es sich bei dem Sachbuch nicht um eine kurze, locker zu lesende Strandlektüre, sondern durchaus um ein Werk mit wissenschaftlichen Ansprüchen. Es ist dem Autor hoch anzurechnen, dass trotz der vielleicht „trocken“ scheinenden Materie und dem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit kein unleserlich-langweiliger Duktus vorherrscht, sondern immer wieder mit einem humorvollen Einschlag formuliert und dargelegt wird.

Nachdem zunächst das von Graeber selbst entwickelte Konzept der „Bullshit Jobs“ umrissen und definiert wird, erläutert der Autor anschließend verschiedene Ausprägungen und „Typen“ davon. Spätestens an dieser Stelle werden sich vermutlich auch jene Leser*innen, die selbst keinen solchen Beruf ausüben, an Menschen oder Berufsbilder aus dem eigenen Alltag erinnert werden.

Viel bedeutender als die anfänglichen Definitionen und einführenden Beispiele sind jedoch die darauf folgenden Kapitel, in welchen David Graeber eindringlich die Folgen erläutert, die die beschriebenen Arbeitsverhältnisse sowohl auf das Wohlbefinden und die Psyche der Inhaber*innen eines „Bullshit Jobs“ selbst als auch auf unsere Gesellschaft im Ganzen haben. Zudem wird darauf eingegangen, warum sich eigentlich solche – objektiv betrachtet völlig sinnlosen – Jobs gerade heutzutage vermehren.

Ich muss gestehen, dass das Buch sicherlich keine „leichte“ Lektüre war und ein grundlegendes Verständnis für kapitalistische Prinzipien und gegenwärtige gesellschaftliche Probleme fordert. Dennoch erleichtert Graeber durch praktische Beispiele und eine sehr bildliche Sprache das Verständnis komplizierter Konzepte enorm.
Zudem hätte ich mir auch Ausführungen gewünscht, die eingehender behandeln, wie wir als Gesellschaft und der/die Einzelne als Individuum mit der Problematik „Bullshit Jobs“ umgehen können. Es wird folglich lediglich eine problematische Entwicklung aufgezeigt, aber abgesehen von der Diskussion der Möglichkeit eines „bedingungslosen Grundeinkommens“ wird keine Lösung angeboten, an der man – aufgerüttelt durch die Lektüre – im Anschluss selbst arbeiten kann.

Sowohl für Leser*innen, die den Verdacht hegen, dass sie selbst im Laufrad eines „Bullshit Jobs“ gefangen sind, als auch für jene, die vielleicht zunächst skeptisch sind, kann ich das informative Sachbuch empfehlen. Ein augenöffnendes Buch, das zugleich gut zu lesen, als auch sehr anspruchsvoll ist!

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Tags: kapitalismus, sachbuch, wirtschaft   (3)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Colours of Life 1: Schneerot

Anna Lane
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Calad, 15.06.2018
ISBN 9783958693654
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem mein unkonzentriertes Gehirn sämtliche verfügbaren (zugegebenermaßen ziemlich schlechten) Wortspiele verworfen hat („Anna Lane is in my ears and in my eyes…“) konnte ich endlich mit der Verschriftlichung meiner Gedanken zu „Schneerot“ beginnen.
„Schneerot“ stellt quasi das Debüt der Autorin Anna Lane dar und wird aktuell vom Amrûn Verlag im Rahmen ihrer Nachwuchsautoren-Sparte „Calad“ neu aufgelegt. Zudem ist der Roman nur der erste Teil einer dystopischen Trilogie – der sogenannten „Colours of Life“-Reihe.


Kurz zur Handlung: Crys befindet sich in einer Welt, in der bereits seit Längerem Krieg zwischen mehreren Nationen herrscht, in einer geheimen Forschungseinrichtung. Dort fristet sie ihr Dasein als Gefangene einer staatlichen Organisation, die mittels der Injektion von Chemikalien aus Kindern und Jugendlichen lebende und gefährliche Waffen macht. Je nach Art der Substanz entsteht in den jugendlichen Probanden eine „Gabe“, die bestimmte Kräfte auslöst oder bereits vorhandene Fähigkeiten verstärkt. Crys‘ Leben ist eintönig und bestimmt von den Repressalien der Wärter – sie muss als „Henkerin“ auswählen, welche Droge die neuen Jugendlichen verabreicht bekommen sollen. Die Tatsache, dass einige der von ihr als „Schäfchen“ bezeichneten Probanden die Prozedur nicht überleben, belastet sie schwer. Alles geht seinen gewohnten Lauf – bis auf einmal Cameron vor ihr sitzt und sein ungebändigter Lebenswille und seine Rebellionspläne ihr bereits vorgezeichnet scheinendes Leben völlig auf den Kopf stellen…

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht über die Handlung verraten, damit es spannend bleibt. So viel sei gesagt: Ich bin unglaublich froh, endlich wieder einmal eine Young Adult-Dystopie zu lesen, die sich nicht an bereits erfolgreiche und weit verbreitete Geschichten anlehnt. Ich konnte somit beispielsweise keinerlei Ähnlichkeiten zur „Tribute von Panem“-Trilogie finden (außer die Einteilung des Landes in Distrikte) und bin hierüber wirklich froh.

Die Handlung ist spannend erzählt und das in einer eindringlichen Sprache, die zunehmend poetisch, aber niemals zu kitschig ist. Nach einem eher langsamen Einstieg in die Geschichte nehmen die Geschehnisse bald immer mehr an Fahrt auf. Zwischendurch überschlagen sich die Ereignisse regelrecht – für meinen Geschmack geschieht alles sogar etwas zu schnell. Im Mittelteil war es für mich ein bisschen zu viel, ich konnte zwar der Handlung immer gut folgen, doch die Entwicklung der einzelnen Charaktere kam hin und wieder ein bisschen zu kurz. Im Kontext der an dieser Stelle zentralen Verfolgungsjagd ist es für mich angesichts der Situation nicht verwerflich, dass „schnell“ erzählt wird. Dennoch hätten für meinen Geschmack um die 100 Seiten mehr der Handlung und insbesondere der Charakterentwicklung sicherlich gut getan.

Davon abgesehen kann ich den Roman jedem Leser und jeder Leserin ans Herz legen, der/die sich für spannend geschriebene Young Adult-Dystopien erwärmen kann und auch einer zarten Liebesgeschichte nicht abgeneigt ist. Die sympathische Autorin und die schöne Sprache tun ihr Übriges um „Schneerot“ zu einem kurzweiligen Leseerlebnis zu machen und die Vorfreude auf den zweiten Teil der Trilogie zu entfachen.

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Tags: dystopie, young adult   (2)
 

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(2.021)

3.483 Bibliotheken, 23 Leser, 6 Gruppen, 63 Rezensionen

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Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Joanne K. Rowling ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 23.02.2007
ISBN 9783551354037
Genre: Fantasy

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

einsamkeit, kindheit, klassiker, krankheit, mutter-sohn-beziehung, österreich, sprachlosigkeit

Wunschloses Unglück

Peter Handke
Flexibler Einband: 104 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp
ISBN 9783518366462
Genre: Romane

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62 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Alles über Sally

Arno Geiger
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.08.2011
ISBN 9783423140188
Genre: Romane

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Marcel Reich-Ranicki - MEIN LEBEN


Sonstige Formate
Erschienen bei null, 01.01.1999
ISBN B00CTN407U
Genre: Sonstiges

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235 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

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Crazy

Benjamin Lebert
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei cbt, 19.10.2009
ISBN 9783570305805
Genre: Jugendbuch

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Die Kinder der Toten

Elfriede Jelinek , Klaus Detjen
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.08.1997
ISBN 9783499221613
Genre: Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

»Nichts ist, wie es scheint«: Über Verschwörungstheorien (edition suhrkamp)

Michael Butter
E-Buch Text: 271 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp Verlag, 12.03.2018
ISBN 9783518757925
Genre: Sachbücher

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Wenn Männer mir die Welt erklären

Rebecca Solnit , Kathrin Razum , Bettina Münch
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442714391
Genre: Sachbücher

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119 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Die Liebhaberinnen

Elfriede Jelinek , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.03.1989
ISBN 9783499124679
Genre: Romane

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Jugend ohne Gott

Ödön von Horváth
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei TREDITION CLASSICS, 08.03.2013
ISBN 9783849534752
Genre: Romane

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Tags: roman   (1)
 

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85 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Frost

Thomas Bernhard
Flexibler Einband: 315 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.05.1972
ISBN 9783518365472
Genre: Romane

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105 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

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Hier ist es schön

Annika Scheffel
Fester Einband: 389 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.05.2018
ISBN 9783518427941
Genre: Romane

Rezension:

Irma und Sam sind zu Großem bestimmt. In einer Welt, in der es eigentlich keine Hoffnung mehr für die Menschheit und ihr Bestehen gibt, stehen sie für einen neuen Anfang, eine Zukunft.


Die beiden jungen Menschen sind ausgewählt, um das Weiterbestehen der Menschen zu sichern und sollen schon bald in einem Raumschiff, das nur „Das Schiff“ genannt wird, zu einem neuen Planeten fliegen, um dort den Grundstein einer neuen Zivilisation zu legen. Die Erde ist von Naturkatastrophen gebeutelt und in den meisten Aspekten wieder in eine vorindustrielle Zeit zurückgeworfen worden. Die graue Wolkendecke hat sich bereits seit Jahren nicht mehr gelichtet und Jahreszeiten erkennt man eher am Kalender und weniger an der Natur selbst. Diese hat in den meisten Bereichen viel Gebiet zurückerobert, das ihr die Menschheit einst entrissen hat – brachliegende Autobahnen, auf denen niemand mehr fahren kann, verlassene Tankstellen und Schulen, in denen nur mehr die Einrichtung an längst vergangene Tage erinnert. Die Menschheit hat sich dennoch an die widrigen Gegebenheiten angepasst – die Kinder lernen, wie man sich durch kargen Ackerbau selbst versorgen und somit überleben kann.

Das hier beschriebene Setting des Romans „Hier ist es schön“ von Annika Scheffel hat es mir sehr angetan und ich habe Großes von der Lektüre erwartet. Leider wurde ich in vielerlei Hinsicht eher enttäuscht.

Die „Auserwählten“, die als Hoffnungsträger der gesamten Menschheit für das Fortbestehen von eben dieser sorgen sollen, müssen einen langwierigen Bewerbungsprozess durchlaufen, der frappierend an die „Hungerspiele“ der „Tribute von Panem“-Reihe erinnert. Die einzelnen Runden in der „Arena“ werden im Fernsehen übertragen und schon bald werden die Teilnehmer zu Berühmtheiten. Nachdem zwei Bewerber übrigbleiben, Irma und Sam, herrscht zehn (!) Jahre Funkstille, in denen sich die beiden auf ihre schwierige Reise vorbereiten sollen.

Irma hat sich freiwillig gemeldet und nimmt somit in Kauf, ihre Familie und Freunde nie wieder zu sehen. Sie glaubt an die „Mission“ und genießt förmlich den Aufstieg vom früheren Mauerblümchen zum großen Star. Bei Sam hingegen hat man das Gefühl, dass er sich in der ihm zugeteilten Rolle nicht wirklich wiederfinden kann. Er soll kurz vor dem Beginn der Auswahl vom Meer angeschwemmt worden sein und kann sich an eine Zeit davor nicht erinnern. Er tut sich schwer mit menschlichem Kontakt und jeder Form von Kommunikation, kann mit Sprichwörtern oder Ironie nichts anfangen und scheint für Irma eher ein Klotz am Bein zu sein.

Im ersten Teil des Romans wird das gesamte Auswahlverfahren in Form von Briefen geschildert, die Irma von Freunden, Familie und Bewunderern bekommt. Erst dann setzt die Handlung ein – in dem Trainingszentrum, in welchem sich Irma und Sam befinden. Eines Tages beschließt Sam (vermutlich aus Neugierde), die Räumlichkeiten zu verlassen. Er stiehlt eine Karte und geht einfach durch die Türe hinaus, in eine Welt, von der man das Gefühl hat, dass er sie noch nie zuvor gesehen hat (was letztendlich auch stimmt). Irma geht ihm nach und versucht ihn zu überreden, doch im Sinne der Mission zurückzukehren. Sie folgt ihm nur widerspenstig in die Welt, von der sie entschieden genug hat.

So beginnt ein Abenteuer für die beiden, das in weiten Teilen wie ein Roadtrip gestaltet ist. Sam ist begeistert von den Wundern, den die Erde und ihre Bewohner ihm bieten, während Irma auf eine unsympathische Weise genervt von allem ist. Die Treffen mit Irmas Eltern, die ihre Entscheidung nicht verkraftet haben und ehemaligen Freunden von Irma sind für beide schwierig. Der Titel „Hier ist es schön“ bezieht sich vermutlich auf Sams kindischen Blick auf die Welt, die für ihn trotz der Verwüstung und des Elends einen nie endenden Quell des Staunens darstellt. Immer wieder will er seiner Begleiterin Irma vor Augen führen, dass sie nicht weglaufen soll, sondern bereits in einer schönen und aufregenden Welt lebt.
Das Ziel ihrer Reise ist ein sagenumwobener Ort, der „Die Insel“ genannt wird, dessen Existenz lange Zeit fraglich ist. Ob sie dieses Ziel erreichen und was es genau mit den zahlreichen Unstimmigkeiten auf einer Reise, auf der alles „viel zu leicht“ geht, auf sich hat, soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Nach dieser ausführlichen Beschreibung der Handlung werde ich mit meinen Kritikpunkten beginnen. Wie bereits beschrieben, gefallen mir die Ausgangssituation und das Setting prinzipiell sehr gut. Die „Panem“-artige „Arena“ wirkte mir jedoch zu platt und auch die Tatsache, dass zwischen „Arena“ und tatsächlichem Verlassen der Erde zehn Jahre liegen sollen, erscheint mir etwas seltsam. Zudem erachte ich die Tatsache, dass lediglich zwei Personen für den Fortbestand der Menschheit verantwortlich sein sollen, etwas diffus, da einerseits deutlich mehr Kapazitäten vorhanden werden und somit auch das Inzest-Problem (natürlich sollen Irma und Sam im Weltraum für Nachkommen sorgen) ein wenig aus der Welt geschafft wäre. Den Einstieg in die Handlung durch die Briefe an Irma fand ich zwar ganz gelungen, allerdings waren mir fast 60 Seiten Briefe dann doch zu lange.

Alles in allem kann ich das Buch jenen Leser/innen empfehlen, die dystopische Settings mit Anklängen an bereits dagewesene Young Adult-Romane gerne mögen und sich nicht durch kleine Logik-Schwierigkeiten und teilweise etwas platte Dialoge stören lassen.

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Tags: dystopie, roman   (2)
 

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248 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 119 Rezensionen

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Kleine Feuer überall

Celeste Ng , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281560
Genre: Romane

Rezension:

Mittlerweile weiß man als geneigte/r Leser/in schon, dass in der amerikanischen Kleinstadtidylle gewöhnlich der Schein trügt und sich hinter perfekten Fassaden und gepflegten Gärten meist die größten menschlichen Abgründe auftun können. Dennoch sollte man nicht glauben, dass Celeste Ng mit ihrem Roman „Kleiner Feuer überall“ eben dieser Erkenntnis nichts Neues mehr hinzufügt.


Bereits zu Beginn des Romans wird klar, worauf sich der Titel bezieht: Das (natürlich perfekte) Haus der Familie Richardson wird von einem Brand heimgesucht. Und dieser hat nicht nur einen einzigen Ausgangspunkt, denn aus jedem Zimmer des Gebäudes schlagen Flammen – eben kleine Feuer überall, die sich zu einem vereinigen. Zurecht fragt man sich nun, wie denn alles so eskalieren konnte – denn schnell steht fest, dass es sich bei dem beschriebenen Unglück um Brandstiftung handelt und ausgerechnet die jüngste Tochter der Familie sofort verdächtigt wird. Diese kann allerdings im Moment nicht zur Rechenschaft gezogen werden, denn als alle übrigen Familienmitglieder zum Ort des Geschehens erscheinen, fehlt von Izzy jede Spur.

Nach diesem fulminanten Beginn wird ein großer Sprung in die Vergangenheit gewagt, um die Frage nach dem „Warum“ zu beantworten. Wie es für einen solchen Kleinstadt-Roman üblich ist, beginnt alles mit einer „Störung“ der gewohnten Ruhe, die eintritt, als die Künstlerin Mia und ihre Tochter Pearl in einem alten, braunen VW nach Shaker Height ziehen. Die beiden Familien – also die Warrens und die bereits erwähnten Richardsons – könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Mia und ihre Tochter sich den Großteil ihres Lebens auf Wanderschaft befanden und ständig den Wohnort wechselten, sind Elena Richardson und ihre Familie seit jeher im „geplanten“ Städtchen verankert und dort beliebt und geachtet.

Die beiden Frauen stellen auch die größten Gegensätze des Romans dar. Nicht per se Widersacherinnen, aber zumindest Vertreterinnen von völlig konträren Lebensentwürfen. Während Mia der Inbegriff einer Künstlerin ist und in ihrer Tätigkeit als Fotografin ihrer Kreativität und ihren sprunghaften Ideen freien Lauf lassen kann, muss für Mrs Richardson (deren Vorname im Roman nur äußerst selten genannt wird) alles in geregelten und geplanten Bahnen verlaufen. Natürlich besteht auch ein materieller Unterschied zwischen den beiden starken weiblichen Hauptfiguren, so ist angesichts der Tatsache, dass Mia und Pearl in einer Wohnung leben, die Mrs Richardson vermietet, ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis gegeben.

Was macht den Roman zu etwas Besonderem?

Neben all den kleinstädtischen Klatschgeschichten und Intrigen steht – für mich durchaus überraschend – die Frage nach dem Muttersein im Vordergrund. Anhand von mehreren Dilemmata, zu welchen denen weder die Hauptfiguren noch man selbst als Leser/in eine einfache Lösung finden kann, wird eben diese Frage immer wieder gestellt. Die Textstelle „Es lief immer wieder auf ein und dieselbe Frage hinaus: Was machte jemanden zu einer Mutter? War es allein die Biologie, oder war es Liebe?“ (S. 294) fasst die gesamte Problematik gut zusammen. Sie wird in Bezug auf sicherlich kontroverse Themen wie Adoption, Abtreibung und ein schwieriges Mutter-Tochter-Verhältnis aufgeworfen, und nie richtig beantwortet. Dies muss der/die Leser/in für sich selbst machen – es sei gesagt, dass es keineswegs einfach ist, sich auf eine „Seite“ zu stellen. Dies ergibt sich durch die Tatsache, dass jede/r im Roman nach seinen/ihren Überzeugungen und somit rational völlig korrekt handelt. Wenn man dem Buch die Aufmerksamkeit schenkt, die ihm gebührt, werden auch die eigenen Überzeugungen in Frage gestellt und/oder gefestigt.

Mein Fazit: In Hinblick auf die Problematiken, die in Bezug auf Mutterschaft und Muttersein an sich aufgezeigt und angesprochen werden, leistet der Roman großartige Arbeit und regt tatsächlich zum Nachdenken an. Hingegen ist die Verortung dieser Konflikte in einer mehr oder weniger typischen „Kleinstadtgeschichte“ sicherlich Geschmackssache.

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Tags: roman, usa   (2)
 

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290 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

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Zwei an einem Tag

David Nicholls , Simone Jakob
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 28.04.2016
ISBN 9783036959375
Genre: Romane

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181 Bibliotheken, 21 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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4 3 2 1

Paul Auster , Thomas Gunkel , Werner Schmitz , Karsten Singelmann
Fester Einband: 1.264 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 31.01.2017
ISBN 9783498000974
Genre: Romane

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420 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

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Selfies

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.03.2017
ISBN 9783423281072
Genre: Krimi und Thriller

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Heldenplatz (suhrkamp taschenbuch)

Thomas Bernhard
E-Buch Text: 127 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp Verlag, 22.10.2012
ISBN 9783518784808
Genre: Romane

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(6)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

fasching, gerhard fritsch, österreichische literatur

Fasching

Gerhard Fritsch , Robert Menasse
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 22.08.1995
ISBN 9783518389782
Genre: Romane

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