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21 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Bullshit Jobs

David Graeber , Sebastian Vogel
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 09.09.2018
ISBN 9783608981087
Genre: Sachbücher

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Colours of Life 1: Schneerot

Anna Lane
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Calad, 15.06.2018
ISBN 9783958693654
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem mein unkonzentriertes Gehirn sämtliche verfügbaren (zugegebenermaßen ziemlich schlechten) Wortspiele verworfen hat („Anna Lane is in my ears and in my eyes…“) konnte ich endlich mit der Verschriftlichung meiner Gedanken zu „Schneerot“ beginnen.
„Schneerot“ stellt quasi das Debüt der Autorin Anna Lane dar und wird aktuell vom Amrûn Verlag im Rahmen ihrer Nachwuchsautoren-Sparte „Calad“ neu aufgelegt. Zudem ist der Roman nur der erste Teil einer dystopischen Trilogie – der sogenannten „Colours of Life“-Reihe.


Kurz zur Handlung: Crys befindet sich in einer Welt, in der bereits seit Längerem Krieg zwischen mehreren Nationen herrscht, in einer geheimen Forschungseinrichtung. Dort fristet sie ihr Dasein als Gefangene einer staatlichen Organisation, die mittels der Injektion von Chemikalien aus Kindern und Jugendlichen lebende und gefährliche Waffen macht. Je nach Art der Substanz entsteht in den jugendlichen Probanden eine „Gabe“, die bestimmte Kräfte auslöst oder bereits vorhandene Fähigkeiten verstärkt. Crys‘ Leben ist eintönig und bestimmt von den Repressalien der Wärter – sie muss als „Henkerin“ auswählen, welche Droge die neuen Jugendlichen verabreicht bekommen sollen. Die Tatsache, dass einige der von ihr als „Schäfchen“ bezeichneten Probanden die Prozedur nicht überleben, belastet sie schwer. Alles geht seinen gewohnten Lauf – bis auf einmal Cameron vor ihr sitzt und sein ungebändigter Lebenswille und seine Rebellionspläne ihr bereits vorgezeichnet scheinendes Leben völlig auf den Kopf stellen…

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht über die Handlung verraten, damit es spannend bleibt. So viel sei gesagt: Ich bin unglaublich froh, endlich wieder einmal eine Young Adult-Dystopie zu lesen, die sich nicht an bereits erfolgreiche und weit verbreitete Geschichten anlehnt. Ich konnte somit beispielsweise keinerlei Ähnlichkeiten zur „Tribute von Panem“-Trilogie finden (außer die Einteilung des Landes in Distrikte) und bin hierüber wirklich froh.

Die Handlung ist spannend erzählt und das in einer eindringlichen Sprache, die zunehmend poetisch, aber niemals zu kitschig ist. Nach einem eher langsamen Einstieg in die Geschichte nehmen die Geschehnisse bald immer mehr an Fahrt auf. Zwischendurch überschlagen sich die Ereignisse regelrecht – für meinen Geschmack geschieht alles sogar etwas zu schnell. Im Mittelteil war es für mich ein bisschen zu viel, ich konnte zwar der Handlung immer gut folgen, doch die Entwicklung der einzelnen Charaktere kam hin und wieder ein bisschen zu kurz. Im Kontext der an dieser Stelle zentralen Verfolgungsjagd ist es für mich angesichts der Situation nicht verwerflich, dass „schnell“ erzählt wird. Dennoch hätten für meinen Geschmack um die 100 Seiten mehr der Handlung und insbesondere der Charakterentwicklung sicherlich gut getan.

Davon abgesehen kann ich den Roman jedem Leser und jeder Leserin ans Herz legen, der/die sich für spannend geschriebene Young Adult-Dystopien erwärmen kann und auch einer zarten Liebesgeschichte nicht abgeneigt ist. Die sympathische Autorin und die schöne Sprache tun ihr Übriges um „Schneerot“ zu einem kurzweiligen Leseerlebnis zu machen und die Vorfreude auf den zweiten Teil der Trilogie zu entfachen.

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Tags: dystopie, young adult   (2)
 

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3.483 Bibliotheken, 26 Leser, 6 Gruppen, 62 Rezensionen

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Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Joanne K. Rowling ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 23.02.2007
ISBN 9783551354037
Genre: Fantasy

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

einsamkeit, kindheit, klassiker, krankheit, mutter-sohn-beziehung, österreich, sprachlosigkeit

Wunschloses Unglück

Peter Handke
Flexibler Einband: 104 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp
ISBN 9783518366462
Genre: Romane

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60 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Alles über Sally

Arno Geiger
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.08.2011
ISBN 9783423140188
Genre: Romane

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Marcel Reich-Ranicki - MEIN LEBEN


Sonstige Formate
Erschienen bei null, 01.01.1999
ISBN B00CTN407U
Genre: Sonstiges

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231 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

abschied, behinderung, benjamin lebert, biografie, freunde, freundschaft, identitätssuche, internat, jugend, jugendbuch, jugendliche, leben, liebe, pubertät, sex

Crazy

Benjamin Lebert
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei cbt, 19.10.2009
ISBN 9783570305805
Genre: Jugendbuch

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

österreich

Die Kinder der Toten

Elfriede Jelinek , Klaus Detjen
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.08.1997
ISBN 9783499221613
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

»Nichts ist, wie es scheint«: Über Verschwörungstheorien (edition suhrkamp)

Michael Butter
E-Buch Text: 271 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp Verlag, 12.03.2018
ISBN 9783518757925
Genre: Sachbücher

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

ehe, essays, familie, feminismus, frauen, gesellschaftskritik, gewalt, sachbuch

Wenn Männer mir die Welt erklären

Rebecca Solnit , Kathrin Razum , Bettina Münch
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442714391
Genre: Sachbücher

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119 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Die Liebhaberinnen

Elfriede Jelinek , Barbara Hanke
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.03.1989
ISBN 9783499124679
Genre: Romane

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Jugend ohne Gott

Ödön von Horváth
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei TREDITION CLASSICS, 08.03.2013
ISBN 9783849534752
Genre: Romane

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Tags: roman   (1)
 

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85 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Frost

Thomas Bernhard
Flexibler Einband: 315 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.05.1972
ISBN 9783518365472
Genre: Romane

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103 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

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Hier ist es schön

Annika Scheffel
Fester Einband: 389 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.05.2018
ISBN 9783518427941
Genre: Romane

Rezension:

Irma und Sam sind zu Großem bestimmt. In einer Welt, in der es eigentlich keine Hoffnung mehr für die Menschheit und ihr Bestehen gibt, stehen sie für einen neuen Anfang, eine Zukunft.


Die beiden jungen Menschen sind ausgewählt, um das Weiterbestehen der Menschen zu sichern und sollen schon bald in einem Raumschiff, das nur „Das Schiff“ genannt wird, zu einem neuen Planeten fliegen, um dort den Grundstein einer neuen Zivilisation zu legen. Die Erde ist von Naturkatastrophen gebeutelt und in den meisten Aspekten wieder in eine vorindustrielle Zeit zurückgeworfen worden. Die graue Wolkendecke hat sich bereits seit Jahren nicht mehr gelichtet und Jahreszeiten erkennt man eher am Kalender und weniger an der Natur selbst. Diese hat in den meisten Bereichen viel Gebiet zurückerobert, das ihr die Menschheit einst entrissen hat – brachliegende Autobahnen, auf denen niemand mehr fahren kann, verlassene Tankstellen und Schulen, in denen nur mehr die Einrichtung an längst vergangene Tage erinnert. Die Menschheit hat sich dennoch an die widrigen Gegebenheiten angepasst – die Kinder lernen, wie man sich durch kargen Ackerbau selbst versorgen und somit überleben kann.

Das hier beschriebene Setting des Romans „Hier ist es schön“ von Annika Scheffel hat es mir sehr angetan und ich habe Großes von der Lektüre erwartet. Leider wurde ich in vielerlei Hinsicht eher enttäuscht.

Die „Auserwählten“, die als Hoffnungsträger der gesamten Menschheit für das Fortbestehen von eben dieser sorgen sollen, müssen einen langwierigen Bewerbungsprozess durchlaufen, der frappierend an die „Hungerspiele“ der „Tribute von Panem“-Reihe erinnert. Die einzelnen Runden in der „Arena“ werden im Fernsehen übertragen und schon bald werden die Teilnehmer zu Berühmtheiten. Nachdem zwei Bewerber übrigbleiben, Irma und Sam, herrscht zehn (!) Jahre Funkstille, in denen sich die beiden auf ihre schwierige Reise vorbereiten sollen.

Irma hat sich freiwillig gemeldet und nimmt somit in Kauf, ihre Familie und Freunde nie wieder zu sehen. Sie glaubt an die „Mission“ und genießt förmlich den Aufstieg vom früheren Mauerblümchen zum großen Star. Bei Sam hingegen hat man das Gefühl, dass er sich in der ihm zugeteilten Rolle nicht wirklich wiederfinden kann. Er soll kurz vor dem Beginn der Auswahl vom Meer angeschwemmt worden sein und kann sich an eine Zeit davor nicht erinnern. Er tut sich schwer mit menschlichem Kontakt und jeder Form von Kommunikation, kann mit Sprichwörtern oder Ironie nichts anfangen und scheint für Irma eher ein Klotz am Bein zu sein.

Im ersten Teil des Romans wird das gesamte Auswahlverfahren in Form von Briefen geschildert, die Irma von Freunden, Familie und Bewunderern bekommt. Erst dann setzt die Handlung ein – in dem Trainingszentrum, in welchem sich Irma und Sam befinden. Eines Tages beschließt Sam (vermutlich aus Neugierde), die Räumlichkeiten zu verlassen. Er stiehlt eine Karte und geht einfach durch die Türe hinaus, in eine Welt, von der man das Gefühl hat, dass er sie noch nie zuvor gesehen hat (was letztendlich auch stimmt). Irma geht ihm nach und versucht ihn zu überreden, doch im Sinne der Mission zurückzukehren. Sie folgt ihm nur widerspenstig in die Welt, von der sie entschieden genug hat.

So beginnt ein Abenteuer für die beiden, das in weiten Teilen wie ein Roadtrip gestaltet ist. Sam ist begeistert von den Wundern, den die Erde und ihre Bewohner ihm bieten, während Irma auf eine unsympathische Weise genervt von allem ist. Die Treffen mit Irmas Eltern, die ihre Entscheidung nicht verkraftet haben und ehemaligen Freunden von Irma sind für beide schwierig. Der Titel „Hier ist es schön“ bezieht sich vermutlich auf Sams kindischen Blick auf die Welt, die für ihn trotz der Verwüstung und des Elends einen nie endenden Quell des Staunens darstellt. Immer wieder will er seiner Begleiterin Irma vor Augen führen, dass sie nicht weglaufen soll, sondern bereits in einer schönen und aufregenden Welt lebt.
Das Ziel ihrer Reise ist ein sagenumwobener Ort, der „Die Insel“ genannt wird, dessen Existenz lange Zeit fraglich ist. Ob sie dieses Ziel erreichen und was es genau mit den zahlreichen Unstimmigkeiten auf einer Reise, auf der alles „viel zu leicht“ geht, auf sich hat, soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Nach dieser ausführlichen Beschreibung der Handlung werde ich mit meinen Kritikpunkten beginnen. Wie bereits beschrieben, gefallen mir die Ausgangssituation und das Setting prinzipiell sehr gut. Die „Panem“-artige „Arena“ wirkte mir jedoch zu platt und auch die Tatsache, dass zwischen „Arena“ und tatsächlichem Verlassen der Erde zehn Jahre liegen sollen, erscheint mir etwas seltsam. Zudem erachte ich die Tatsache, dass lediglich zwei Personen für den Fortbestand der Menschheit verantwortlich sein sollen, etwas diffus, da einerseits deutlich mehr Kapazitäten vorhanden werden und somit auch das Inzest-Problem (natürlich sollen Irma und Sam im Weltraum für Nachkommen sorgen) ein wenig aus der Welt geschafft wäre. Den Einstieg in die Handlung durch die Briefe an Irma fand ich zwar ganz gelungen, allerdings waren mir fast 60 Seiten Briefe dann doch zu lange.

Alles in allem kann ich das Buch jenen Leser/innen empfehlen, die dystopische Settings mit Anklängen an bereits dagewesene Young Adult-Romane gerne mögen und sich nicht durch kleine Logik-Schwierigkeiten und teilweise etwas platte Dialoge stören lassen.

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Tags: dystopie, roman   (2)
 

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223 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 115 Rezensionen

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Kleine Feuer überall

Celeste Ng , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281560
Genre: Romane

Rezension:

Mittlerweile weiß man als geneigte/r Leser/in schon, dass in der amerikanischen Kleinstadtidylle gewöhnlich der Schein trügt und sich hinter perfekten Fassaden und gepflegten Gärten meist die größten menschlichen Abgründe auftun können. Dennoch sollte man nicht glauben, dass Celeste Ng mit ihrem Roman „Kleiner Feuer überall“ eben dieser Erkenntnis nichts Neues mehr hinzufügt.


Bereits zu Beginn des Romans wird klar, worauf sich der Titel bezieht: Das (natürlich perfekte) Haus der Familie Richardson wird von einem Brand heimgesucht. Und dieser hat nicht nur einen einzigen Ausgangspunkt, denn aus jedem Zimmer des Gebäudes schlagen Flammen – eben kleine Feuer überall, die sich zu einem vereinigen. Zurecht fragt man sich nun, wie denn alles so eskalieren konnte – denn schnell steht fest, dass es sich bei dem beschriebenen Unglück um Brandstiftung handelt und ausgerechnet die jüngste Tochter der Familie sofort verdächtigt wird. Diese kann allerdings im Moment nicht zur Rechenschaft gezogen werden, denn als alle übrigen Familienmitglieder zum Ort des Geschehens erscheinen, fehlt von Izzy jede Spur.

Nach diesem fulminanten Beginn wird ein großer Sprung in die Vergangenheit gewagt, um die Frage nach dem „Warum“ zu beantworten. Wie es für einen solchen Kleinstadt-Roman üblich ist, beginnt alles mit einer „Störung“ der gewohnten Ruhe, die eintritt, als die Künstlerin Mia und ihre Tochter Pearl in einem alten, braunen VW nach Shaker Height ziehen. Die beiden Familien – also die Warrens und die bereits erwähnten Richardsons – könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Mia und ihre Tochter sich den Großteil ihres Lebens auf Wanderschaft befanden und ständig den Wohnort wechselten, sind Elena Richardson und ihre Familie seit jeher im „geplanten“ Städtchen verankert und dort beliebt und geachtet.

Die beiden Frauen stellen auch die größten Gegensätze des Romans dar. Nicht per se Widersacherinnen, aber zumindest Vertreterinnen von völlig konträren Lebensentwürfen. Während Mia der Inbegriff einer Künstlerin ist und in ihrer Tätigkeit als Fotografin ihrer Kreativität und ihren sprunghaften Ideen freien Lauf lassen kann, muss für Mrs Richardson (deren Vorname im Roman nur äußerst selten genannt wird) alles in geregelten und geplanten Bahnen verlaufen. Natürlich besteht auch ein materieller Unterschied zwischen den beiden starken weiblichen Hauptfiguren, so ist angesichts der Tatsache, dass Mia und Pearl in einer Wohnung leben, die Mrs Richardson vermietet, ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis gegeben.

Was macht den Roman zu etwas Besonderem?

Neben all den kleinstädtischen Klatschgeschichten und Intrigen steht – für mich durchaus überraschend – die Frage nach dem Muttersein im Vordergrund. Anhand von mehreren Dilemmata, zu welchen denen weder die Hauptfiguren noch man selbst als Leser/in eine einfache Lösung finden kann, wird eben diese Frage immer wieder gestellt. Die Textstelle „Es lief immer wieder auf ein und dieselbe Frage hinaus: Was machte jemanden zu einer Mutter? War es allein die Biologie, oder war es Liebe?“ (S. 294) fasst die gesamte Problematik gut zusammen. Sie wird in Bezug auf sicherlich kontroverse Themen wie Adoption, Abtreibung und ein schwieriges Mutter-Tochter-Verhältnis aufgeworfen, und nie richtig beantwortet. Dies muss der/die Leser/in für sich selbst machen – es sei gesagt, dass es keineswegs einfach ist, sich auf eine „Seite“ zu stellen. Dies ergibt sich durch die Tatsache, dass jede/r im Roman nach seinen/ihren Überzeugungen und somit rational völlig korrekt handelt. Wenn man dem Buch die Aufmerksamkeit schenkt, die ihm gebührt, werden auch die eigenen Überzeugungen in Frage gestellt und/oder gefestigt.

Mein Fazit: In Hinblick auf die Problematiken, die in Bezug auf Mutterschaft und Muttersein an sich aufgezeigt und angesprochen werden, leistet der Roman großartige Arbeit und regt tatsächlich zum Nachdenken an. Hingegen ist die Verortung dieser Konflikte in einer mehr oder weniger typischen „Kleinstadtgeschichte“ sicherlich Geschmackssache.

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Tags: roman, usa   (2)
 

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283 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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Zwei an einem Tag

David Nicholls , Simone Jakob
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 28.04.2016
ISBN 9783036959375
Genre: Romane

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170 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Paul Auster , Thomas Gunkel , Werner Schmitz , Karsten Singelmann
Fester Einband: 1.264 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 31.01.2017
ISBN 9783498000974
Genre: Romane

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(200)

411 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

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Selfies

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.03.2017
ISBN 9783423281072
Genre: Krimi und Thriller

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Heldenplatz (suhrkamp taschenbuch)

Thomas Bernhard
E-Buch Text: 127 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp Verlag, 22.10.2012
ISBN 9783518784808
Genre: Romane

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(6)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

fasching, gerhard fritsch, österreichische literatur

Fasching

Gerhard Fritsch , Robert Menasse
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 22.08.1995
ISBN 9783518389782
Genre: Romane

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(100)

156 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

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Hologrammatica

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.02.2018
ISBN 9783462051490
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Galahad Singh, der Sohn eines Multimillionärs, der es durch die Erfindung von „Pinetas“ schaffte, die globale Erderwärmung zu bremsen, hat mit seinem Millionärssohnleben gebrochen und verdient sein Geld nun als Quästor, wodurch er ein fatales Geheimnis aufzudecken droht.
Was? Wer? Wie?
Es braucht einige Zeit, um sich in das futuristische Universum hineinzudenken, das Tom Hillenbrand in „Hologrammatica“ konstruiert hat. Es ist eine Welt, die der unsrigen nicht ganz unähnlich ist, aber sich dennoch in einigen wesentlichen Punkten unterscheidet. Nach der nicht mehr aufzuhaltenden Erwärmung der Erdoberfläche und einem Unfruchtbarkeitsvirus hat sich die – deutlich dezimierte – Menschheit in die kühleren Gebiete der Welt wie Sibirien zurückgezogen. Die heutigen Nationalstaaten sind Geschichte und abgesehen von einigen Konföderationen haben große Konzerne, die nicht nur auf der Erde, sondern auch im Weltraum agieren, das Sagen. Die Städte selbst sind heruntergekommen und verfallen – nur bekommt dies eigentlich niemand mit, da die fortgeschrittene Holo-Technologie alle unerwünschten Anblicke kaschiert und verschwinden lässt.
In dieser Welt lebt und wirkt Galahad Singh, dessen Berufung es ist, verschwundene Personen aufzuspüren, worin er ziemlich gut ist. Angesichts der hochentwickelten Technologie bietet diese Betätigung jedoch einige Hürden, allen voran die Tatsache, dass es mittlerweile möglich ist, sein Gehirn für eine begrenzte Zeitspanne in einen anderen Körper hochzuladen. Die Ähnlichkeit, die dieses Konzept zu „Altered Carbon“ bzw. „Das Unsterblichkeitsprogramm“ von Richard Morgan aufweist, ist bereits der erste Punkt, der mich ein kleines bisschen gestört hat. Gerade zu dem Zeitpunkt, zu dem Netflix sogar eine auf dem Buch basierende Serie zeigt, sind die Ähnlichkeiten frappierend.
Nichtsdestoweniger folgt man Galahad Singh bereitwillig in seine Welt, in der er vor seine bislang schwierigste Aufgabe gestellt wird. Die Computerexpertin Juliette Perotte, mit deren Suche er beauftragt wird, scheint an einer großen Entdeckung gearbeitet zu haben, die mit der bereits beschriebenen Gehirn-Transfer-Technologie zusammenhängt. Schon bald wird klar, dass dieser Fall in keinem Aspekt seinen bisherigen Fällen gleicht – von schwarzen Schwertern schwingenden Assassinen bis hin zu Verbindungen zu geheimnisvolle Selbstmordgruppen – das Weltbild des Protagonisten wird auf den Kopf gestellt. Abgesehen davon steht auch noch eine latente Bedrohung durch eine künstliche Intelligenz im Raum, die außer Kontrolle geraten zu sein scheint.
Viel mehr möchte ich an dieser Stelle auch nicht über die Handlung verraten – trotz der kurzen Enttäuschung angesichts des durchaus ähnlichen Konzepts des Gehirntransfers und den vielen neuen Begriffen im Cyberpunk-Stil hat „Hologrammatica“ es definitiv geschafft, mich zu fesseln. Besonders ab der zweiten Hälfte des Thrillers hat mich die Handlung völlig in Beschlag genommen und ich konnte das Ende und die Auflösung der mysteriösen Ereignisse kaum erwarten.
Zuletzt noch ein kleiner Kommentar zum Protagonisten selbst: Ich habe es als außergewöhnlich positiv empfunden, dass Galahad Singh zwar kein Geheimnis aus seiner Homosexualität macht und diese auch auslebt, aber seine Figur dennoch nichts an Männlichkeit einbüßt und sein Charakter nicht nur darauf beschränkt ist. Leider musste ich schon in einigen Romanen in diesem Genre bemerken, dass – sollte ausnahmsweise eine sexuelle Orientierung beschrieben werden, die nicht der in unserer Gesellschaft immer noch vorherrschenden Heteronormativität entspricht, meist das einzige ist, was den besagten Charakter ausmacht und folglich alle seine Handlungen auf diesen einen Aspekt seiner Persönlichkeit bezogen werden. Genau dies hat Tom Hillenbrand zu meiner großen Freude nicht gemacht.
„Hologrammatica“ ist meines Erachtens ein Buch, dass sowohl Science Fiction –Fans begeistern kann, aber vielleicht auch für die Leser/innen von Dystopien in einem begrenzteren Ausmaß interessant sein könnte.

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Tags: cyberpunk, dystopie, science fiction   (3)
 

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63 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Das Leben des Vernon Subutex 1

Virginie Despentes , Claudia Steinitz
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462048827
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: frankreich, roman   (2)
 

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

abenteuer, artus, artusroman, burg, dame, kampf, mediävistik, mittelalter, mittelhochdeutsch, mittelhochdeutsch und übertragung, ritter

Erec

Hartmann von Aue , Thomas Cramer
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.02.1973
ISBN 9783596260171
Genre: Klassiker

Rezension:  
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42 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

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Der weiße Affe

Kerstin Ehmer
Fester Einband
Erschienen bei Pendragon, 30.08.2017
ISBN 9783865325846
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Schauplatz: Berlin in den 1920er-Jahren. Besonders momentan, in Zeiten von Serien wie „Babylon Berlin“ und dessen literarischer Vorlage, dem Kriminalroman „Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher, hat sich fast schon ein regelrechter Hype um die „Goldenen Zwanziger“ und den damit zusammenhängenden Zeitgeist entwickelt. In diesem Kontext passt Kerstin Ehmers Kriminalroman „Der weiße Affe“, der 2017 im auf Krimis spezialisierten Pendragon Verlag erschienen ist, wie die Faust aufs Auge.

Und in genau diesem Duktus geht die Erzählung auch schon los: Der Kommissar Ariel Spiro, der gerade erst aus der Provinz in die Großstadt gekommen ist, wird gleich in seiner ersten Woche in Berlin nicht nur in Kneipenschlägereien, sondern auch in einen ungewöhnlichen Mordfall verwickelt. Der jüdische Bankier Eduard Fromm wird erschlagen in einem eher ärmlichen Mehrparteienhaus aufgefunden. Auf der Suche nach dem Mörder stößt Spiro, der seinen Vornamen, wie er seinen Zeitgenossen gegenüber mehrmals betonen muss nicht etwaigen jüdischen Vorfahren, sondern einem Shakespeare-Stück verdankt, auf zahlreiche Verdächtige: Die Geliebte des Mordopfers, die in einer von eben diesem bezahlten konservativ-deutsch eingerichteten Wohnung lebt und ihm mehrmals in der Woche eindeutig nicht-koschere Wurst serviert hat, der Sohn, dessen Hauptbeschäftigung im Ausgeben des väterlichen Vermögens zu bestehen scheint, sowie der neidische Bankier, der im Bankgeschäft Karriere machen will. Die Liste scheint endlos, was Spiro neben der Tatsache, dass er seine ländlich geprägten Wertvorstellungen in zwielichtigen Nachtlokalen gleich mehrere Male über den Haufen werfen muss, ganz schön zu schaffen macht.

Parallel zu den Ermittlungen im Berliner Nachtleben wird auch noch ein zweiter Handlungsstrang erzählt, der durch eine kursive Schrifttype von Spiros Geschichte abgetrennt ist. Es ist eine tragische Erzählung von einem Jungen, der von der eigenen Mutter sowohl emotional als auch körperlich gequält und misshandelt wird. Seine Mutter empfängt zudem in seinem Beisein nahezu täglich Männerbesuch und scheint immer wieder auch leicht inzestuöse Züge zu zeigen. Als Außenstehende endlich eingreifen und dem Jungen einen Platz an einer Schule außerhalb von Berlin verschaffen, scheint sich alles zum Guten zu wenden…

So viel zur Handlung. Natürlich „lebt“ der Roman zweifellos von der Atmosphäre der „Goldenen Zwanzigerjahre“ in Berlin und ihren Facetten. Die Konfrontation mit verschiedenen Arten von Sexualität und alkoholgeschwängerten Nächten lässt nicht nur den unbedarft wirkenden Kommissar, sondern auch den Leser manchmal ein wenig ratlos zurück. Manchmal war mir die Beschreibung der ausschweifenden Nächte doch manchmal ein wenig zu viel, insbesondere dann, wenn sie einen sensationslüsternen, voyeuristischen Beigeschmack bekamen. Auch die bewusste Verwendung von für uns ungewohnten, zeitgenössischen Ausdrücken war für mich hin und wieder zu viel Lokalkolorit und Zeitgeist.

Nichtsdestoweniger ein sehr kurzweiliger Kriminalroman, der sowohl Spannung als auch geschichtlich interessante Einblicke in eine Zeit bieten kann, die mittlerweile nahezu hundert Jahre zurückliegt. Alles scheint sehr durchdacht und recherchiert. (Lediglich einmal, als Gerhart Hauptmann mit einem „d“ geschrieben wurde, schmerzte das Germanistenherz ein wenig…).

Dennoch: Für jeden, der entweder die bereits genannte Serie, Literatur oder Ähnliches gefeiert hat, oder der sich für historische Krimis interessiert, mit Sicherheit ein Garant für eine unterhaltsame Lektüre!

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Tags: berlin, die 1920er jahre, krimi   (3)
 

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sachbuch

Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen

Daniel H. Rapoport
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Das Neue Berlin Imprint von Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage GmbH, 20.12.2017
ISBN 9783360013262
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rien ne va plus, nix geht mehr.“ Mit diesem Satz beginnt nicht nur das Kapitel „The Konjunkturpaket wreaks havoc“, sondern er kam mir während der Lektüre von „Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen“ auch hin und wieder selbst in den Sinn. So viele Informationen, Fakten, Überlegungen und Gedankengänge auf einem Fleck machen es dem Leser / der Leserin sicherlich des Öfteren schwer. Es ist tatsächlich nicht immer leicht, der Gedankenakrobatik von Daniel H. Rapoport zu folgen. Aber – und hier kommt die gute Nachricht – es lohnt sich meistens.

Das Anliegen des Sachbuches und seines Autors ist schnell beschrieben: Anhand der Kommunikationsgewohnheiten der Menschen sollen Hinweise auf diverse gesellschaftliche Probleme und auch deren Lösungsmöglichkeiten gefunden werden. So werden, angefangen von der oftmals unfairen Arbeitswelt über Rassismus dessen Entstehung bis hin zur "Bewertbarkeit" von Kunst, verschiedenste Probleme der Gegenwart auf ihre Ursachen und Auswirkungen hin untersucht.

Der Autor Daniel H. Rapoport versucht, die zugegebenermaßen oftmals schon ein wenig trockenen und theoretischen Ausführungen mit ein wenig Humor „verdaulicher“ zu machen. Dies geschieht mit durchaus viel Selbstvertrauen, indem auch schon einmal behauptet wird: „Okay. Hier kommt das coolste Kapitel.“ (S. 70)

Gleich vorweg: Der Schreibstil ist keineswegs etwas für jeden Geschmack und wird vermutlich vielen Leser/innen nicht wirklich zusagen. Es wäre also falsch, sich durch den niedlichen Schimpansen im Business-Anzug, der den Einband ziert, ablenken zu lassen und auf leichte Kost zu hoffen. Man muss sich vollkommen auf die einzelnen Aufsätze einlassen und auch hin und wieder einige Kapitel öfter als einmal lesen, um wirklich alles mitzubekommen und nicht irgendwann völlig auszusteigen. Des Weiteren sollte man auch nicht zu viele sprachwissenschaftliche Aspekte erwarten, denn Kommunikation und ihre Aspekte werden zwar wiederholt thematisiert, jedoch meist aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive.

Mir hat das Buch in vielerlei Hinsicht gut gefallen und mir auch bezüglich einiger Aspekte ein wenig die Augen geöffnet. Jedoch muss ich zugeben, dass ich mir manchmal dennoch etwas schwer dabei getan habe, der Argumentation des Autors zu folgen und die Lust und das Interesse an der Lektüre nicht zu verlieren. „Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen“ ist eben ein Sachbuch, das man nicht halbherzig und nebenbei im Bus lesen kann, sondern dem man seine gesamten „grauen Zellen“ widmen muss, um tatsächlich von der Lektüre zu profitieren. Es fordert sehr viel vom Leser / von der Leserin – auch an Vorwissen. Ich versuche dennoch vorsichtig, es jenen Menschen zu empfehlen, die über den eigenen Tellerrand hinausschauen möchten und auch etwas an Zeit und Energie in einen anderen Blickwinkel auf alltägliche Probleme der Gesellschaft stecken kann und will.

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Tags: sachbuch   (1)
 
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