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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

alle, presse, leben, realismus

Miss Lonelyhearts

Nathanael West , Dieter E. Zimmer
Fester Einband: 150 Seiten
Erschienen bei Manesse, 03.09.2012
ISBN 9783717522744
Genre: Romane

Rezension:

Ein Stück unserer Zeit 1933 aufgeschrieben – Miss Lonelyheardts

Sagenhafte, schiere, unbeschreibliche hunderttausend belletristische Neuveröffentlichungen wurden dem deutschen Publikum im letzten Jahr zugemutet. Und dann das. Einer schreibt mir eine Geschichte auf, die ich zu kennen glaube. Klar und unter Entsagung jeglicher intellektueller Sahnehäubchen. Kapitalistischer Realismus? Die Miss, deren Männername wir nicht erfahren, arbeitet als Redakteur einer Zeitung und beantwortet Lesebriefe von Damen mit Problemen. Es wir nicht beschrieben, aber ER, Miss Lonelyhearts, hat sich sein Leben anderes vorgestellt. Natürlich kommt es zu Begegnungen mit seinen Kundinnen. Einige der Lesebriefschreiberinnen erkennen, dass die Miss hormonell anders veranlagt ist. Die unvermeidlichen Verwicklungen bleiben nicht aus. Wer kann sich als Mann fremden Ehekrisen verschließen, wer kann, als Mann, Annäherungen auf Dauer widerstehen? Und das unter Einwirkung von Alkohol?

Miss Lonelyhearts kann damit genauso wenig umgehen wie mit seinem Job und lässt sich treiben. Verzweifelt schier und sein Leben rutscht unaufhaltsam auf der Bahn hinab, die er niemals betreten wollte. Eine derjenigen, die er durch seine Kolumne zumindest trösten sollte, aber nicht wollte, reißt er mit. Oder sie ihn?

Wenn der Verlag Manesse, dem die Ehre zuteilwird den Roman veröffentlicht zu haben, behauptet dieser durchaus ernste Roman sei eine Komödie so irrt er gewaltig. Für mich ist der Roman Realismus – eventuell Verismus. Darüber ließe sich streiten. Die Zeit war danach. Wie die unsere auch danach ist. Man denke an Otto Dix und George Grosz – an Neo Rauch?. Es sollte heute auch so klar geschrieben werden. Denn wer auch immer in die Schreibstuben, Formatentwicklerbuden und Projektentwicklerhöhlen sehen kann, schriebe Ähnliches auf - wenn ihm nichts Besseres einfiele. Denn die Themen sind so zahlreich wie die Menschen und ich und du und unser Sein. Dass die Entertainmentgruppe 47 einen Celan verabscheute (oder zumindest verdrängte), nehme ich ihr schon immer übel. Aber dass uns diese - schon immer alten Männer - mit ihren Verdrängungsmechanismen eine so verquaste Literaturauffassung hinterlassen haben, ist wirklich hart für die deutsche Literatur nach der Schoah. Wir ersaufen in der Langnesecrem der Verkopftheit.
Nathanael West, ein Jude, der vermutlich deutsche Herkunft war, war für mich neben Oksana Sabuschko, die eine Ukrainerin ist, wohl die größte Entdeckung 2012.

(Vorbehaltlich der nicht entdeckten Bücher)

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beziehungen, selbstoptimierung, die kunst der beleidigung, rezension, gesellschaft

Die Kunst der Beleidigung

Hans G Raeth
Fester Einband: 204 Seiten
Erschienen bei Fackelträger-Verlag, 01.09.2007
ISBN 9783771643515
Genre: Sachbücher

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

gesellschaft, utopie, zukunft, 20. jahrhundert, ford

Schöne neue Welt

Aldous Huxley , Herberth E. Herlitschka
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 06.06.2011
ISBN 9783596903450
Genre: Science-Fiction

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

russland, prag, deutsche literatur, queen mary ii, st. petersburg

Kokoschkins Reise

Hans Joachim Schädlich ,
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 12.03.2010
ISBN 9783498064013
Genre: Romane

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

heiter, belustigt, alle über 3 denn dann fängt das lügen an

Alles Bluff!

Christian Saehrendt , Steen T. Kittl
Flexibler Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 18.05.2011
ISBN 9783453178137
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein Buch über uns – ALLES BLUFF. Die Selbsterkenntnis, dass wir irgendwie alle Hochstapler sind - freilich in unterschiedlichem Maß - steht am Ende der Lektüre so gut wie fest. Außer die „Gutten“ unter uns - die betrifft es natürlich nicht. Klar gegliedert in Kapitel, die schiefen Ebenen des Lebens betreffend, werden wir uns selbst vorgeführt. Da wären die simulierten Gefühle im verminten Bereich der Liebe, aber gerecht zwischen Frau und Mann aufgeteilt. Keiner kommt zu kurz. Wir täuschen allerlei vor, um an das Geld (oder was auch immer) des Anderen heranzukommen. Frauen kaufen sich Brüste und Männer verzichten auf Tränensäcke. Ob vom vorgetäuschten Orgasmus die Rede war, habe ich schon wieder vergessen. Aber der gehört ja ohnehin zum Tagesgeschäft.

In Kapitel zwei kommt die Arbeitswelt dran. Haben sie schon einmal eine Bewerbung geschrieben? Ja? Dann wissen sie ja, wie das geht. Haben sie schon einmal eine Bilanz erstellt und präsentiert? Ja? Dann wissen sie ja, wie das geht.

Von Madoff und dem deutschen Harksen ist da die Rede und wie gierige Anleger auf sie reinfielen. Auch der Immobilienmann Schneider taucht auf. Jedoch sind sie, wenn sie denken, bei der Lektüre heile wegzukommen schon wieder dabei. Sie arbeiten doch auch ständig und können das nicht jedem verheimlichen.

Das dritte Kapitel beschreibt den Menschen, der gern Arzt wäre und das dann auch wird, obwohl er eigentlich Postmann ist. Und Politik/Wissenschaft auch. Post und Zumwinkel kommen jedoch nicht vor.

Alles sehr angenehm aufgeschrieben und amüsant vorgetragen. Ein wenig mehr Psychologie hätte ich mir vielleicht, bei Reduzierung der Fallbeispiele, gewünscht. Aber doch habe ich dies Buch gern gelesen und weis nun, wie man aus der Falle des Bluffens raus kommt. Man werde Künstler oder am besten Schriftsteller. Der Schriftsteller schreibt eine Geschichte auf, als hätte er sie erlebt und sitzt doch nur allein bei Kaffee, Tee oder Rotwein vor dem Computer. Alles erlogen und erstunken. Aber da Josef Beuys das Diktum „jeder ist ein Künstler“ in die Welt gesetzt hat, dürfen wir alle bluffen, was das Zeug hält.

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47 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

betrachtungen, portugal, tagebuch, philosophie, hilfsbuchhalter

Pessoa - Werkausgabe Neu / Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Fernando Pessoa , Richard Zenith , Inés Koebel , Inés Koebel
Fester Einband: 573 Seiten
Erschienen bei Ammann Verlag & Co., 01.02.2006
ISBN 9783250104506
Genre: Klassiker

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eros, liebe, tanatos, tot

Die Überzeugung

Fred Thiele
Flexibler Einband: 108 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 10.11.2011
ISBN 9783842358355
Genre: Romane

Rezension:

Fred Thieles Buch „Die Überzeugung“ ist für mich ein schriftstellerisches Memento mori der besonderen Art. Auf den ersten Seiten befürchtete ich, seine, für mich klassisch anmutende, fein ziselierte Sprache könnte reiner Selbstzweck sein, so wie ich es zuletzt bei Martin Mosebachs Roman „Was davor geschah“ las in dem nichts als Sprachkunst geschah. Nach der 192 ten Seite legte ich diesen Roman zur Seite. Die Klarheit der Erzählung schafft Bilder, welche die Handlung in ein splittriges Licht stellt und teilweise bis zum Zerreißen surreal auflädt. Auch wenn man das Buch wegen unbedeutenderen Tätigkeiten zur Seite legt, so sucht man so schnell wie möglich weiterzulesen. Dieses Dranbleiben ist eindeutig der stringenten Komposition geschuldet, die nie nicht nur einen, sondern mehrere Spannungsbögen ineinander verwebt. Manche seiner Figuren, wie der alte Metzenfelder - des Helden väterlicher Vertrauter - kamen mir wie aus einer anderen Welt vor und passten doch ganz und gar in das Diesseits, welches immer nur eine Folie für menschliches Handeln ist und nie die eigentliche Erzählung von Eros und Tanatos überlagert. Das Ende der spannenden Novelle, die ich eigentlich einen kurzen Roman nennen würde – aber diese Spitzfindigkeiten überlasse ich lieber studierten Germanisten – frappiert nicht nur durch einen abrupten Wechsel der Zeitebene.
Ich bin gespannt auf Weiteres.

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Tags: eros, liebe, tanatos, tot   (4)
 

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Die wilden Detektive

Roberto Bolaño , Heinrich von Berenberg
Fester Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 18.03.2002
ISBN 9783446201255
Genre: Romane

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

obsession, spanien, urlaub, bolano, beziehung

Das Dritte Reich

Roberto Bolaño , Christian Hansen
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.08.2011
ISBN 9783446236103
Genre: Romane

Rezension:  
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über wein, freunde, männerbuch

In Erinnerung an einen vorzüglichen Wein

Javier Fernández de Castro , Timo Berger
Fester Einband: 115 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 13.08.2013
ISBN 9783803112811
Genre: Romane

Rezension:

Ein Kleinod von Buch!

Inhaltsbeschreibung: auf Buch oder amazon klicken.

Diese Geschichte dreier Freunde bleibt im Gedächtnis. Man wird immer wieder an die Kerle denken, weil die Erzählung Lebensweisheit mit hintergründigem Humor verbindet. Javier Fernandez de Castro zeichnet sein Bild mit klaren leuchtenden Sätzen. Die Geschichte fließt dahin und alltäglich-unmögliche Unglücke und Begebenheiten lassen einen neben dem Genuss von Wein über das Leben und die Vergänglichkeit nachdenken. Die Lektorin meines letzten Romans sagte zu mir: alles schön und gut aber sie haben da ein typisches Männerbuch geschrieben. Ja! auch "Die Erinnerung an einen vorzüglichen Wein" ist ein Männerbuch. Aber was für eines! Frauen, die den Umgang mit Männern noch nicht ganz entsagen, sollten dieses Buch lesen. Sozusagen zum Geschlechterverständnis.

Wagenbach Bücher sind einfach grandios.

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Tags: freunde, männerbuch, über wein   (3)
 

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Odysseus und die Wiesel

Georg von Wallwitz
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Berenberg, Heinrich von, 05.08.2011
ISBN 9783937834481
Genre: Sonstiges

Rezension:

Auch wenn sich die Mehrheit drückt, endlich etwas über die Finanzmärkte wissen zu wollen so ist es doch notwendig, sich damit zu beschäftigen um nicht nur am Ende als blödes Opfer dazustehen. Dieses von mir empfohlene Buch ist für jeden lesbar, äußerst unterhaltsam und doch erhellend, was die Geschichte der Finanzkrisen betrifft. Für mich war die Analyse der jetzigen Situation sehr erhellend. Wallwitz bringt einen vergessenen Begriff in die Diskussion: „Das gehört sich nicht!“ Dieser Punkt wurde überschritten und hat das Vertrauen - nicht nur in die Finanzmärkte - erschüttert und so die Demokratie in Gefahr gebracht.

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börse geld macht

Morgen, morgen, wird alles zum guten Ende kommen!

Thomas Gatzemeier
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Soll und Haben Verlag, 26.03.2012
ISBN 9783981342338
Genre: Romane

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frauen, börse, friedhofsgärtner, ddr, mathematiker

Morgen, morgen wird alles zum guten Ende kommen.

Thomas Gatzemeier
E-Buch Text
Erschienen bei Soll und Haben Verlag, 17.10.2011
ISBN B005WYPAKO
Genre: Sonstiges

Rezension:

Erste Rezension auf amazon

"Im Gegensatz zu Gatzemeiers ersten Roman, (für mich schon eine schwere Kost) der in der Vergangenheit spielte, widmet er sich jetzt ganz der Gegenwart. So sind die Bilder heller und auch sein Schreibstil scheint lockerer geworden zu sein. Aber Bilder schreibt der Maler immer noch und die zu lesen macht einfach Freude, obwohl manchmal der Eindruck aufkommt, mit ihm geht die Fantasie durch. Irgendwie schreibt Gatzemeier nicht typisch deutsche Literatur. Wie er die Obsessionen seines Helden schildert, hat das für mich was Amerikanisches."

Eine zweite Rezension auf amazon
Danach war ich begeistert! 25. November 2011
Für mich ist das dritte Buch von Thomas Gatzemeier einfach nur große Literatur! Die Erzaehlungen in seiner bildhaften, bewegenden Sprache lassen nie lange Weile aufkommen. Das Tempo seiner Phantasien rund um die perfiden Strukturen der Finanzwelt machen aus einem eigentlichen Finanzthema ein spannendes Erzaehlwerk. Seine detailgenauen Beobachtungen und Beschreibungen sind gut recherchiert, so dass zuweilen der Eindruck entstehen kann, ein ehemaliger Banker schreibt seine Erfahrungen und nicht der Maler Thomas Gatzemeier.
Ich wünsche ihm von ganzem Herzen, dass sein drittes Buch die Aufmerksamkeit erreicht, die es wahrlich verdient !

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glück, tellerwäschermythos, usa, unglück, satire

Eine glatte Million

Nathanael West , Dieter E. Zimmer , Dieter E. Zimmer
Fester Einband: 221 Seiten
Erschienen bei Manesse, 21.03.2011
ISBN 9783717522324
Genre: Romane

Rezension:

Selten schlug mir zwischen aufgeschlagenen Buchdeckeln eine so unbarmherzig klare Art des Erzählens entgegen. Das irritierte anfänglich und fesselte mich dann bis an das Ende des Romans. Da schreibt einer eine Geschichte eines ewigen Versagers im heiligen Land der Selbstverwirklichung auf. Es ist die Zeit der großen Depression so in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, in dem Illusionen zusammenbrachen und sich Lebensentwürfe in Nichts auflösten. Obwohl ich, teilweise dem Entsetztem nahe, mit mir im Halse steckenbleibenden Lachen Parallelen zu unserer Zeit in diesem Buch las, schreibt West nicht aufklärerisch im Sinne einer Anklage oder proklamiert einen neuen Gesellschaftsentwurf. Er beschreibt überspitzt und sarkastisch. Er schreibt Bilder, wie sie Otto Dix in den 20er Jahren zu malen verstand. Er ist Literat und kein Propagandist oder Moralist. Die tragische Komik eines Charlie Chaplin ist in „Eine glatte Million“ in Romanform zu erleben, lässt einen irritiert aber auch bereichert um eine wichtige Facette die Welt zu betrachten zurück.

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alter, mann, roman, usa

Exit Ghost

Philip Roth , Peter Fitz , Dirk van Gunsteren
Audio CD
Erschienen bei DHV Der HörVerlag, 22.02.2008
ISBN 9783867172417
Genre: Romane

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Neid

Joseph Epstein , Matthias Wolf
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 28.09.2010
ISBN 9783803126504
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein Buch eine Todsünde und der Leser.
Wer in diesem Buch nicht zumindest den Anflug seines Ichs erkennt, kommt mit Sicherheit in den Himmel. Epstein beschreibt mit intelligentem Humor und doch nicht an der Oberfläche in unterhaltender Art diejenige Eigenschaft des Menschen, die ihm selbst am meisten zu schaffen mach und doch unausrottbar ist. Obwohl sein Resümee die Kleingeistigkeit des Menschen ist, sind selbst die „größten Geister“ oft von Neid zerfressen. Er soll angeblich noch nicht einmal vor literarischen Großmeistern zurückschrecken.

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1939, neid, spannungen, gran canaria, junge frau

Die Insel und die Dämonen

Carmen Laforet , Angelica Ammar
Fester Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Claassen, 01.09.2006
ISBN 9783546004015
Genre: Romane

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Museum der vergessenen Geheimnisse

Oksana Sabuschko , Alexander Kratochvil
Fester Einband: 850 Seiten
Erschienen bei Droschl, M, 06.09.2010
ISBN 9783854207726
Genre: Romane

Rezension:

Da bin ich aber sehr froh, dass ich die Rezension in der Zeit über die Sabuschko gelesen habe. Sonst wäre an mir wohl dieses grandiose Buch vorübergegangen und das hätte ich noch nicht einmal bedauert, weil so unwissend wie zuvor.

Solch eine leichtfüßig, tiefgründig daherkommende und dazu noch äußerst geschichtsträchtige Literatur ist mir selten begegnet. Keine deutsch-verschrubelte, intellektualisierende, besserwisserische oder gestelzt-manierierte Betroffenheitsscheiße, die wohlmöglich nur so geschrieben ist, um sich nicht selbst in der eigenen Schreibe gespiegelt zu sehen. Aber auch kein Ulk, ein Späßchen über Diktatur und Gewalt – nein, hier haben wir es mit einem grandiosen Werk neuerer Aufklärung zu tun.

Für jemanden - der sich für die jüngere europäische Vergangenheit interessiert - ein ABSOLUTES! Muss. Aber auch der Leser, welcher ein bloßes Interesse an den unendlichen Möglichkeiten der Literatur hat, für den ist dieses Werk ein wahrer Quell neuen Erfahrens und Lesens.

Eventuell zeigt diese Frau eine Möglichkeit auf, wie Schreiben, neben tradierten und ausgefahrenen Wegen, in unserem Jahrhundert auch funktionieren kann.
Eine kleine Anekdote mag zum Abschluss der wenigen Zeilen endgültig zum Lesen überreden oder fürchterlich abschrecken. Ich gebe zu ich bin ein (lesender) Mann! Kann nichts dafür, aber ich telefonierte mit einer literarisch bewanderten Freundin und las ihr ein Stück aus dem „Museum der vergessenen Geheimnisse“ vor. Schrieb dies Mann oder Weib? War meine Frage. Mann! Ihre spontane Antwort. Das mag etwas aussagen, ich hörte es aber mit Freude und weiß nun besser als zuvor, dass eine Frau im (sog.) Sozialismus der UDSSR aufgewachsen, irgendwie anders ist. Entschuldigung – vielleicht irre ich mich auch. Aber das glaub ich nicht. Einiges von dem selber erlebt - macht nichts.

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299 Bibliotheken, 5 Leser, 4 Gruppen, 28 Rezensionen

künstler, kunst, musik, medien, leid

Vincent

Joey Goebel , Hans M. Herzog , Matthias Jendis
Fester Einband: 431 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.09.2005
ISBN 9783257064858
Genre: Romane

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408 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

familie, usa, new york, amerikanische literatur, alzheimer

Die Korrekturen

Jonathan Franzen , , ,
Fester Einband: 784 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 28.06.2002
ISBN 9783498020866
Genre: Romane

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college, koreakrieg, metzger, liebe, usa

Empörung

Philip Roth , Werner Schmitz
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 04.02.2009
ISBN 9783446232785
Genre: Romane

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97 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

klassiker, spielsucht, roulette, liebe, verlust

Der Spieler

Fjodor M. Dostojewskij , Hermann Röhl
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 01.08.2005
ISBN 9783938484494
Genre: Klassiker

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Der Sekretär

Thomas Gatzemeier
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Soll und Haben Verlag, 18.01.2010
ISBN 9783981342307
Genre: Romane

Rezension:

Dies ist eine Rezension eines Lesers auf amazon!

'Der Sekretär' ' ein Opportunist, ein Mann aus dem deutschen Volke

Diesen recht knappen Roman wünscht man sich länger. Vielleicht nicht in tellkamp'schen Format, aber man würde gern den Geschichten der Protagonisten (und Antagonisten) noch über den ungewöhnlichen Schluß hinaus lauschen, weil sich in den dargebotenen Szenen quasi eine Art Verabredung für weiteres Erzählen findet. Vielleicht braucht man den Turm nur noch quer zu lesen, wenn man Gatzemeier liest. Aber das, was sich findet, ist bereits pralle Erzählung, urkomisch bisweilen, auch innerhalb seiner stringenten Struktur, wenn sich etwa zu Beginn der 1. Sekretär der Bezirksleitung darüber ärgert, daß er nur Stapelpuppen und Mineralien aus dem Kaukasus von seinen sowjetischen Freunden erhält, während die Frau des sowjetischen Generals 4711 und deren Kinder Matchboxautos wünschen. Zum Brüllen! Dies erinnert manchmal an den phantastischen Max Goldt, aber man sollte mit solchen Vergleichen zurückhaltend sein. In Rückblenden wird die Geschichte erzählt, die sich nicht ins Heute verliert, aber Heute reflektiert. Es wird klar: Die Gelüste bleiben gleich, gestern, heute, immerdar. Und die Dialoge sind (nicht immer, aber in der Regel) witzig und gut komponiert ('Haben sie dir das Hirn chloroformiert?') Der Normbruch steht für die Aufbegehrenden, später in der DDR, die anderen, auch der Protaonist (neben dem es aber noch einen Ich-Erzähler gibt), orientieren sich eher an einer Art Duplizierungslauben, der auch heute, gestern und morgen gültig bleibt.
Die beschriebenden Szenen, das Szenische im Roman überhaupt, strahlen eine dichte und verdichtete Beschreibung aus, ohne gleich Beschreibung zu werden. So ist etwa eine große Friedlichkeit in diesem gemeinsamen Musikduplizieren, wie es in den 70er ' heute nahezu vergessen, weil auch überflüssig geworden - noch gang und gäbe war. Alles ist fein und genau beobachtet ("Sie hätte ihm gern über die Haare gestrichen, zog aber ihre Hand zurück, die schon nach ihm griff. Sie traute sich nicht.'
Die Kriegszenen leben ebenfalls von ihrer Visualisierung im Buch von ihren kontrapunktischen Sequenzen, und sie kommen einem so entgegen, daß mir beim Lesen das Diktum von William Faulkner einfiel: Die Vergangenheit ist nicht tot. Sie ist nicht einmal vergangen. Die Wirklichkeit tritt also ein, auf jeder Seite. Hier der Krieg, dort die Anpassung auch oder gerade in den satten Friedenssequenzen, die aber gar nicht friedlich waren, obwohl, folgt man hier doch noch einmal dem Kleist-Preisträger Max Goldt, auch in der Nazizeit 12 mal Spargelzeit war. Man spürt beim Lesen das Thema, dem die Figuren sich unterordnen.
Auch die Soldaten wirken zunächst gar nicht kriegerisch, sondern romantisch in ihren Posen; sie erinnern dann an Leni Riefenstahls Heldengestalten, um gleich darauf in Normbrüchen und durchkreuzten Leseerwartungen zu implodieren. Da kommen die netten Jungs (fesch, so fesch und druchtrainiert) plötzlich in die Kneipe und sagen diese Sätze, die mich heute noch irritieren: vom Ungeziefer, von den Berufenen, den Auserwählten, den sowieso und von vornherein besseren Menschen, die genau wissen, wie es geht. Immer wieder ist der malende Beobachter bei seinen vertrauten Figuren, den Putten, dem Anstrich, einer hingeworfenen Pinselform und dem Leichengeruch bei Berlin. Und darin eingebettet das Nietzsche-Thema des Menschlich-Allzumenschlichen hier und des menschenfressenden Stattes (auch hier):
Der demagogische Charakter und die Absicht, auf die Massen zu wirken, ist gegenwärtig allen politischen Parteien gemeinsam: sie alle sind genöthigt, der genannten Absicht wegen, ihre Principien zu grossen Alfresco-Dummheiten umzuwandeln und sie so an die Wand zu malen.

Den inneren Zusammenhalt der Diktaturen zeigt der Genosse Mantel (sic!), vor dem der Protagonist Angst vor Entdeckung hat, nachdem er als SS-Mann aus dem Krieg zurückgekehrt ist. Aber auch der eben noch allmächtig scheinende Kommunist Mantel entpuppt sich als gewendeter Held: "Jetzt sind wir klar!"
"Ja, wie wollen wir vorgehen." Und schon ist die Neue Zeit angebrochen.

Unbedingt empfehlenswert

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söhne, franz von assisi, michael ende, franz kafka, herrmann hesse

Rebellische Söhne

Alois Prinz
Fester Einband: 254 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 23.08.2010
ISBN 9783407810762
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Rebellische Söhne ist ein Buch, in dem sich ein jeder wiederfindet, der einmal im Leben Sohn gewesen ist. Keine willfährigen Klischees werden in den Beschreibungen aneinandergereiht, sondern Alois Prinz hat sehr gut lesbar beschrieben, wie der uralte Konflikt zwischen Vätern und Söhnen seinen (natürlichen) Lauf nimmt. Klar gezeichnet werden die Grundkonflikte, die jede Generation mit der vorhergehenden hat. Auch die Selbsttäuschung, dass eigene Rollenverhalten in der Gesellschaft (Diktatur e.t.c.) betreffend, ist mir nochmals durch die Lektüre in Erinnerung gerufen wurden. Wer zur Selbstreflektion fähig ist - kann vermittels der Lektüre - aber durchaus auch seinen eigenen Vater in sich erkennen. Was er mit dem dann tut, ist eine andere Frage. Also, für mich eines der wichtigeren Bücher im zu Ende gehenden Jahr.

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Tags: franz kafka, franz von assisi, frauen die männer verstehen wollen, herrmann hesse, klaus mann, martin luther, michael ende, sachbuch, söhne   (9)
 

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Der goldene Löffel

Chaim Noll
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Verbrecher, 01.03.2009
ISBN 9783940426215
Genre: Romane

Rezension:

Ja, auch auf dieser Seite, die sich mit Literatur beschäftigt, gibt es große, tiefe, dunkle Löcher. Der goldene Löffel von CHAIM NOLL ist ein solches. Zuweilen habe ich das Gefühl, das Literatur die sich mit der letzten Diktatur auf deutschen Boden beschäftigt den Leser im güldenen Westen nichts angeht. Keine Angst! Anhand solcher Themen werden auch nur Menschen beschrieben. Menschen, wie es sie überall auf der Welt gibt und die sich in unterschiedlichen Gesellschaftsformen unterschiedlich verhalten. Nur kurz – so zum Nachdenken. Wenn der Russen von Westen gekommen währe wie hätten sich dann die Menschen westlich der Elbe benommen?
Das buch ist sehr gut geschrieben und changiert zwischen Komik und Erschrecken.

Kurzbeschreibung
Ein junger Mann in der DDR in den Siebziger Jahren. Sein Vater ist Funktionär, es geht ihm überdurchschnittlich gut, dass die Ehe der Eltern bröckelt, interessiert ihn kaum. Er verbringt die Tage im Haus der Künstlerfamilie seiner Freundin, die Mutter zieht Strippen von Ost nach West. Alle haben sich eingerichtet. Doch bald kommt dem jungen Mann die Liebe dazwischen, und Fragen stellen sich ihm, die ihn zu etwas ganz anderem werden lassen als einem hoffnungsvollen und begeisterten Kandidaten der Partei... Chaim Noll zeichnet in diesem erstmals 1989 erschienenen Roman ein schauriges Panorama der untergehenden DDR. Er erzählt von den Vergünstigungen der Parteifunktionäre, aber auch von ihren Ängsten, Beklemmungen und dem Willen, sich zu widersetzen. Von den Mechanismen, die Menschen zerstören, sie in Paranoia, in den Alkohol, ins Mittläufertum drängen nicht nur in der DDR.

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