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afrika, schweden, rassismus, bordell, mosambik

Erinnerung an einen schmutzigen Engel

Henning Mankell , Verena Reichel
Fester Einband: 347 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 30.07.2012
ISBN 9783552055797
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mankell ist es gelungen Geschichte anhand von Einzelschicksalen erlebbar zu machen:

Nordschweden auf dem Land um 1900. Kampf gegen Kälte, Hunger, Analphabethismus. Eine alleinerziehende Witwe Mutter 3er Kinder sieht sich gezwungen ihre älteste Tochter Hanna (17) von zu Hause in die nächste Hafenstadt zu schicken, damit sie nicht verhungern.
Nach wenigen Monaten Arbeit dort als Magd (sie bringt sich selbst das Lesen bei, sogar etwas Portugiesisch), gelangt sie als Köchin auf ein Holzhandlesschiff nach Australien. Unterwegs lernt sie die Liebe kennen und heiratet einen der Seemänner der jedoch kurz darauf verstirbt. Gerade erst ins Leben eingetaucht muß sie schon diese Trauer verkraften und geht in Portugiesisch Ostafrika (Mozambique) von Bord.
Mit Ihrer Seemannswitwenrente kommt sie in einem Hotel unter und erleidet eine Fehlgeburt. Das Hotel stellt sich als Bordell heraus und sie lernt den Ihr völlig unbekannten Rassenhass kennen. Zunächst ist dieser Hass ihr vöölig unbegreiflich, da sie als Weisse jedoch davon provitiert arrgangiert sie sich und ahmt nach - auch wenn es ihr innerlich wiederstrebt. Der portugiesische Bordellbesitzer wirbt um sie und nach längerer Zeit stimmt sie einer Hochzeit zu. Kurz darauf wird sie erneut Witwe und erbt ein großes Vermögen und das Bordell.
Die Sklaverei führt teilweise zu blutigen Aufständen und sie erlebt die tägliche Angst beider Seiten und muss als kaum 20 jährige Ihr Rolle in dieser Situation finden.
Ihre Unterstützung der Schwarzen bringt ihr den Hass der Weissen ein und nicht die erhofte Sympathie ihrer schwaren Huren. Sie steht letztendlich zwischen den Fronten und kann froh sein mit dem Leben davon zu kommen.

Eine sehr realistische Erzählung, so könnte die Geschichte gewesen sein.
Geschlagen wird die Brücke vom Schicksal der verarmten Landbevölkerung in Nordeuropa zur Skalverei des Kolonialismus in Afrika. Letztendlich gehören diese Geschichten zusammen und sind in Einzelschicksalen miteinander verwoben.
Es gibt keine einseitigen Schuldzuweisungen, jeder spielt eine nachvollziebare Rolle in seinem Kampf ums Überleben und dem individuellen Wunsch nach Glück und ein Wohlstand.

Vielleicht fällt es schwerer sich mit der Heldin zu identifizieren, weil sie erst gegen Ende eine eindeutigere Position gegen die Unterdrückung einnimmt. Es macht aber Verständlich das es zur Überwindung des Kolonialismus einer Entwicklung in jedem einzelnen Menschen bedurfte. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin, was passierte - so wird es erfahrbar!

Sehr spannend und einfühlsam geschrieiben, so dass es in zwei Nächten ausgelesen werden musste und weglegen schwerfällt.

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